Schlauchpilze in Mecklenburg
Hier wollen wir im laufe der Zeit einige Vertreter der riesigen Gruppe der Schlauchpilze (Ascomyceten) kurz in Wort und Bild vorstellen. Schlauchpilzarten gibt es unglaublich viele. Sicherlich einige tausend Arten. Die meisten winzig klein und mit blosem Auge kaum zu erkennen. Aber auch große und auffällige Pilzarten gehören zu ihnen. Ganz wenige sind auch als Speisepilze beliebt. Am bekanntesten sind hier die Lorcheln und Morcheln und die teuer gehandelten Edeltrüffeln aus Südreuropa.
Schlauchpilze sehen nicht schlauchförmig aus oder wachsen gar auf Schläuchen! Sie bilden viel mehr ihre Sporen in mikroskopisch kleinen, schlauchförmigen Zellen aus. In ihnen sitzen meist 6 - 8 Sporen die durch äußerliche Reize bei Sporenreife plötzlich explosionsartig ausgeschläudert werden. Dies ist oft bei Becherlingen zu beobachten, die wir in die Hand nehmen. Die Pilze “dampfen” oder “rauchen” plötzlich!

Die Schildförmige Scheiben - Lorchel (Discina perlata) ist von März - Mai recht häufig an modrigem Nadelholz zu finden. Sie ist essbar.

Die sehr seltene Riesen - Lorchel (Gyromitra gigas) wächst von März - Mai in Laub- und Nadelwäldern. Sie ist schwach giftig und wegen ihrer Seltenheit zu schonen. Außerdem besteht hohe Verwechslungsgefahr mit der stark giftigen Frühjahrs - Lorchel (Gyromitra esculenta)!

Die gefährliche Frühjahrs - Lorchel (Gyromitra esculenta) esculenta = essbar, galt früher als guter Speisepilz und wird auch heute noch in Osteuropa viel gegessen. Sie schmeckt ausgezeichnet. Enthält aber das tödliche Gift Gyromitrin, das schon bei Zimmertemperatur beginnen kann zu verdunsten. Trotzdem muss vor diesem Pilz ausdrücklich gewarnt werden. Er hat schon Todesfälle verursacht!

Die Schwarzweiße Becherlorchel (Paxina leucomelaena) ist von April - Juni in grobsandigen Kiefernwäldern stellenweise in großer Zahl zu finden. Besonders in mit Kiefern aufgeforsteten Kiestagebauen. Der Pilz wurde schon von einigen "Kochtopf - Mykologen" ohne Schaden gegessen.

Österreichischer Kelchbecherling (Sarcoscypha autriaca) Dieser schöne Pilz ist in der wintergrauen Natur ein unverhoffter Farbtupfen, denn er ist schon von Januar - Mai sehr vereinzelt in reicheren Laubwäldern anzutreffen. Die Art ist Ungenießbar und zu schonen!

Morchelbecherling (Disciotes venosa) Dieser becherförmige Schlauchpilz ist ein naher Verwandter der beliebten Morcheln und zur gleichen Zeit am gleichen Standort anzutreffen. Er kann auch in Gärten auftauchen. Am Fundort kann er zwar zahlreich auftreten, ist aber sonst eher zerstreut zu finden. Er ähnelt der Schildförmigen Scheibenlorchel, die aber an Nadelholz wächst und keinen Chlorgeruch wie dieser aufweist. Der Morchelbecherling ist ein zarter, wohlschmeckender Speisepilz, der aber nur bei reichlichem Vorkommen gesammelt werden sollte. Foto: 17.04.2009.

Braune Speisemorchel (Morchella esculenta var. umbrina) Diese Morchel wächst vereinzelt auf guten Böden. In diesem Fall mit Morchelbecherlingen vergesellschaftet. April - Mai. Wertvoller Speisepilz. Foto: 19.04.2009.

Speisemorchel (Morchella esculenta var. rotunda). Diese Form der Speisemorchel wird oft auch als Rundmorchel bezeichnet. Sie ist etwas häufiger bei uns als die obig abgebildete. Auch sie ist ein sehr guter Speisepilz und wächst zur Zeit der Hauptblüte des Löwenzahn`s in Auenwäldern, See - Uferbereichen mit Erlen/Eschenwald oder auch in Gärten. Foto: 19.04.2009.

Weißstielige Lorchel (Helvella monachella).Diese, in Mecklenburg sehr seltene Lorchel, wurde am 22. Mai 2009 auf dem Gelände der Bundesgartenschau in Schwerin gefunden. Kein Speisepilz. Die Wachstumszeit ist im Mai. Sie wächst auf Sandböden in Wäldern und Parkanlagen.
