Porlinge in Mecklenburg
Porlinge sind Großpilze die auf ihrer Fruchtköperunterseite zahlreiche mehr oder weniger große Poren besitzen, die fest mit dem Hutfleisch verwachsen sind. Sie sind oft Konsolenförmig an Holz zu finden. Die Poren bilden die Fruchtschicht des Pilzes, in der die Sporen gebildet werden. Es gibt zahlreiche Gattungen und die meisten von ihnen sind Holzbewohner. Viele Arten sind zähfleischig bis holzig und kommen als Speisepilze nicht in betracht. Nur einige, wenige sind in ihrer Jugend so weich und zartfleischig, dass sie auch gegessen werden können. Sie Leben meist als Schwächeparasiten oder Saprophyten in ihrem Substrat. Sie erzeugen unterschiedliche Holzfäulen. Meistens Weiß- oder Braunfäule. Einige von ihnen, wie der Wurzelschwamm, können in Monokulturen großen forstwirtschaftlichen Schaden anrichten.
Hier wollen wir nach und nach einige von ihnen kurz Vorstellen.

Wurzelschwamm (Heterobasidion annosum) Kann in Fichten - Monokulturen großen Schaden anrichten! Aber auch an anderen Hölzern wie Kiefern und Laubbäumen. Der kontrastreiche, oberseitig schön braune, unter sahneweißliche Fruchtkörper erscheint im Wurzelbereich der Bäume. Er verursacht eine Weißfäule, die eigenartigerweise auch "Rotfäule der Fichte" genannt wird. Er ist auf grund seiner holzigen Konsistenz ungenießbar. Standortfoto am 04. April 2009 im Staatsforst Jamel.

Reihige Tramete (Antrodia serialis) Der Pilz erzeugt eine Braunfäule im Fichtenholz. Man findet diesen Porling recht häufig an den Stirnflächen der Fichtenstämme. Standortfoto am 04. April 2009 im Staatsforst Jamel.

Flacher Lackporling (Ganoderma lipsiense) Schwächeparasit und Saprophyt an einer vielzahl von Laubbäumen, hier an Rotbuche. Seltener auch an Kiefer und Fichte. Foto: 17.04.2009 im Neukloster Forst.

Buckel Tramete (Trametes gibbosa) Weißfäuleerregender Laubholzbewohner der sehr häufig an Stubben unserer Buchenwälder anzutreffen ist. Die unterseitigen Poren sind typisch länglich und er neigt stark zum Algenbewuchs. Standortfoto vom 19. April 2009 im Naturpark Sternberger Seenland bei Kobrow.

Schuppiger Porling (Polyporus squamosus) Dieser auffällige Porling ist besonders im Frühling und Sommer häufig an Laubbäumen, liegendem Totholz und Stubben anzutreffen. Er ist ein Schwächeparasit der auch saprophytisch weiterlebt. Er erzeungt im Holz eine Weißfäule. Ganz jung ist er sogar essbar. Standortfoto vom 29. 04.2009 im Hellbachtal bei Neubukow.

Sanddorn - Feuerschwamm (Phellinus hippophaecola). Saprophyt und Wundparasit an Sanddorn. Er erzeugt im Holz eine Weißfäule. Die Art ist in den Küstenschutzbepflanzungen der Ostsee häufig anzutreffen. Standortaufnahme am 10. Mai 2009 im Küstenschutzwald zwischen Wohlenberg und Hohen Wieschendorf an der Mecklenburger Bucht.

Schwarzroter Porling (Polyporus badius). Lebt saprophytisch an Stümpfen und gefallenen Stämmen von Laubhölzern, besonders Ulme, Weide, Kastanie, Haibuche, Rotbuche, Esche und Linde. Erzeugt im Holz eine Weißfäule. Durch seine zähe Konsistenz ist er ungenießbar. Das Standortfoto entstand auf einer Vereinsexkursion im Wald bei Levetzow/Kahlenberg am 28. Juni 2009.

Schwefelporling (Laetiporus sulphureus). Dieser grosse, farbenfreudige Porling wächst von Mai - Oktober an verschiedenen Labhhölzern. Bevorzugt an Weide, Eiche, Robinie und Obstbäumen. Selten auch an Nadelholz. Er ist ein Wund- und Schwächeparasit, der auch an totem Holz einige Jahre weiter wachsen kann. Es sind zwei Wachstumsphasen im Jahr zu beobachten. Zunächst im Mai und Juni und dann wieder im August und September, selten auch noch im Oktober. Alte, grauweiße und bröcklige Fruchtkörper sind ganzjährig zu finden. Er verursacht eine Braunfäule im Kernholz und richtet die Bäume zu grunde. Foto: 16. Mai 2009 bei Neukloster.

Striegelige Tramete (Trametes hirsuta). Dieser häufige Porling kommt besonders an lichten und trockenen Standorten vor. Er bevorzugt Laubholz und gehört zu den Erstbesiedlern, wenn das Holz noch sehr hart ist. Gegen zu starke Austrocknung schütz er sich durch den namensgebenden striegeligen Haarwuchs auf seiner Hutoberfläche. Er bevorzugt Buchenholz. Wurde aber auch schon an Apfelbaum, Fichte, Kiefer, Papel, Pflaumenbaum, Eiche, Weide, Ulme u. a. gefunden. Er lebt saprophytisch und erzeugt eine Weißfäule im Holz. Ungenießbar. Standortfoto vom 16. Mai 2009 im Neukloster Forst.

Pflaumen Feuerschwamm (Phellinus tuberculosus) Dieser häufige Feuerschwamm besiedelt, wie der Name schon sagt, hauptsächlich Pflaumenbäume, ist aber auch sehr häufig an Schlehen zu finden. Er ist ein Wundparasit und erzeugt im Holz eine Weißfäule. Die Art ist in Mecklenburg weit verbreitet und häufig. Standortfoto am 30. Mai 2009 bei Trams an einem alten Pflaumenbaum. Der Pilz ist Ungenießbar.

Eichhase (Polyporus umbellatus). Dieser vielhütige Porling wächst im Sommer zerstreut unter Eichen und Buchen. Von weitem ähnelt er einem sitzenden Hasen. Er ist ein guter Speisepilz, der aber auch schonung verdient. Das Foto entstand im Juni 2009 auf der Moosfläche unserer Pilzausstellung.

Kiefern - Braunporling (Phaeolus schweinizii). Dieser recht große, auffällige Porling ist zwar ganzjährig zu finden, aber trotzdem sind die Fruchtkörper nur einjährig. Frisch wächst er im Frühsommer und Sommer und besitzt dann eine leuchtend gelbe Färbung. Später wird er dunkelbraun. Er wächst am grunde von Kiefern, Fichten, Lärchen und Douglasien Der Pilz lebt als Wundparasit und Saprophyt und verursacht eine Braunfäule im Holz. Jung ist er saftig und weichfleischig, später aber zäh und grundsätzlich Ungenießbar. Standortfoto am 24. Juni 2009 im Sültener Forst.

Glänzender Lackporling (Ganoderma lucidum). Dieser schöne und unverwechselbare Porling wächst zerstreut in Laubwäldern, gern in Erlenbrüchen und Auenwäldern. Er ist am Fuße lebender Erlen, Birken, Buchen und Eichen zu finden. Ich habe den Pilz mehrere Jahre an einem toten, liegenden Stamm von Hainbuche beobachtet. In der Optimalphase der Besiedlung wurden hier bis zu 30 Fruchtkörper in einer Saison gebildet. Zum Verspeisen ist er nicht geeignet, gilt aber als einer der bedeutensden Heilpilze in der asiatischen Naturheilkunde. Das Foto entstand am 11.07.2009 in den Biendorfer Tannen.

Zum Gesteckebasteln eignen sich einige Vertreter der hart- und zähfleischigen Porlinge bestens, so wie diese Schmetterlings - Trameten (Tramets versocolor). Standortfoto am 11.11.2009 im Sültener Forst.

Tannen - Blättling (Gloeophyllum abietinum). Dieser Porling mit Lamellenstrucktur ist in Mecklenburg eher seltener zu finden. Er besiedelt meist Nadelholz, insbesondere Fichten und Tannen und bevorzugt luftfeuchte Standorte. Verursacht eine Braunfäule des Holzes. Standortfoto im wismarer Tierpark an einer Holzkonstrution für Wasserspiele. 05. August 2009.

Riesenporling (Meripilus giganteus). Dieser wahre Gigant ist in unseren Laubwäldern im Sommer und Herbst wirklich nicht zu übersehen. Seine Fruchtkörperrosetten wachsen um alte Buchen und Eichenstubben herum und können über einen halben Meter durchmesser erreichen und viele Kilo schwer werden. Die gelbbräunliche Färbung, die sehr feinen Poren und das schwärzen seines Fleisches sowie die enorme Größe machen ihn praktisch unverwechselbar. Ganz junge und zartfleischige Fruchtkörper können gegessen werden und sollen gar nicht einmal schlecht schmecken. Standortfoto im Sommer 2009.

Häutiger Schillerporling (Inonotus cuticularis). Wächst zerstreut an Laubbäumen, meist Buche. An lebenden Bäumen, liegenden Stämmen und Stubben. Bildet oft zahlreiche, flache Konsolen dachziegelig übereinander. Der Pilz erzeugt im Holz eine Weißfäule. Ungenießbar. Foto am 03. Oktober 2009 auf der Rehnaer Pilzausstellung.
