Wetter/Pilze Oktober 2017/2

Wetter und Pilze im Raum Nordwestmecklenburg

Tagebuch Wetter/Pilze Oktober 2017/2

Der Blutrote Täubling (Russula sanguinea) ist unter Kiefern zu hause. Da er anscheindend etwas basenreicheren Untergrund braucht, ist er meist am Rande geschotterter Waldwege und an Straßenrändern der sandigen Kiefernwälder zu finden. Er schmeckt brennend scharf und zählt somit zu den ungenießbaren Täublingen. Foto am 13.10.2017 bei Schönlage.

Montag, 16. Oktober (Welternährungstag) – Ernähren kann man sich natürlich auch von Pilzen und das tun wir ja alle nahezu täglich. Damit sind nicht nur die leckeren Großpilze aus Wald und Flur gemeint, sondern auch die in unseren Lebensmitteln versteckten Pilzkulturen wie beispielsweise Hefepilze bei Brot und Kuchen, Käse, bei der Bierherstellung u.s.w.

Jonas brauchte heute nicht in die Schule, da bei uns Ausnahmezustand herrschte. So fuhr ich mit ihm am Vormittag zum Krankenhaus zu Irena. Es wurden zum Glück keine ernsthaften Verletzungen festgestellt, aber sie muss noch bis morgen in der Klinik bleiben. Erst danach konnte ich mit ihm nach Wismar fahren, so dass die Pilzberatung unplanmäßig erst am Nachmittag geöffnet werden konnte. Ich hatte auch noch reichlich Frischpilzmaterial von Keez mitgebracht, um meine Ausstellungsfläche im Steinpilz damit zu bestücken. Da ich aber erst so spät im Laden war, wurde daraus nichts. Neben den täglichen Formalitäten mußten die Fotos von unserem Pilzwochenende ausgewertet werden und dann war es schon wieder Abend und Zeit nach Keez zu fahren. Der Bericht von unserem Pilzseminar wird zeitnah Stück für Stück in Kürze erscheinen.

Hallimasch ist der einzige Stockschwamm, der weißes Sporenpulver abstreut. Gut zu erkennen auf diesem großen Büschel von Honniggelben Hallimasch (Armillaria mellea). Gut durchgegart ein herzaft schmeckender Speisepilz und natürlich äußerst ergiebig. Standortfoto am 14.10.2017 im Schlemminer Staatsforst.

Dienstag, 17. Oktober (Tag der Beseitigung der Armut) – Gut gemeint, aber wohl eine Utopie, solange es Menschen, Firmen und Staaten gibt, die sich auf Kosten der Allgemeinheit unendlich bereichern dürfen!

Heute wurde natürlich auch wieder die Pilzberatung genutzt. Wieder wurde ich gefragt, warum es in diesem Jahr so wenig Pilze gibt (Steinpilze, Maronen…). Ich weiß kaum noch, wie ich es den Menschen erklären soll, aber es ist kein schlechtes Pilzjahr und wenig Pilze gibt es schon garnicht. Es ist nur wesentlich ausgeglichener, was die oben erwähnten Klassiker betrifft. Trotzdem gab und gibt es Regionen, in denen es beispielsweise eine gewaltige Steinpilz – Schwämme gab und örtlich schieben sie nach wie vor reichlich und in zunehmend bester Qualtität aus dem Waldboden. So brachte mir eine Seminar – Teilnehmerin aus Lübeck ganz herrliche und junge Flockenstielige Hexen – Röhrlinge mit. Sie hatte sie am Vortag zusammen mit vielen jungen und gesunden Steinpilzen in der Hansestadt am Rande eines Sportplatzes unter Eichen und Buchen finden können. Pilzfreundin Angelika Boniakowski war kürzlich in einem Heidegebiet im Elberaum in Niedersachsen und konnte in ein Steinpilz – Eldorado vorstoßen, wie sie es ihren Lebtag noch nicht gesehen hatte! Ein Film davon veröffentlichte sie in den sozialen Medien. Herbstrompeten, Trompeten – Pfifferlinge, Stockschwämmchen und Hallimasch waren in der ersten Oktoberhälfte Massenpilze und werden es teilweise auch weiterhin sein, insbesondere Herbsttrompeten und Trompeten – Pfifferlinge! Es gibt also reichlich Speisepilze, aber immer gewußt wo. Eine andere These war heute in der Beratung „Wir sind los gegangen, weil es derzeit so warm ist und daher doch die Pilze wieder schieben dürften“ Das wird natürlich den aktuellen Pilzanlagen zu gute kommen, aber die momentane Wärme wird ihre Wirkung erst in 10 bis 14 Tagen entfalten. Egal ob es dann kühl oder weiterhin mild sein wird! Großes ist aber wohl nicht mehr zu erwarten, da das meiste durch ist und viele Arten ihre Pflicht und Schuldigkeit für dieses Jahr erfüllt haben. Vieleicht kommen aber die Steinpilze in Wäldern, in denen es bisher nur wenige gab, noch einmal etwas zahlreicher?!

Leider haben viele Kochtopf – Mykologen keinen Blick für solch schöne Exponate, die wir an Laubholzresten in basischen Buchenwäldern finden können. Es handelt sich um Gelbmilchende Helmlinge (Mycena crocata). Von ihnen und von vielen anderen kann der Waldboden voll stehen, wenn keine Klassiker dabei sind, gibt es keine Pilze!

Mittwoch, 18. Oktober (Alaska – Tag) – Arztbesuch im Zusammenhang mit unserem Autounfall und das Auto in die Werkstadt fahren stand zunächst auf dem Programm. Am späteren Nachmittag fuhren Irena und ich bei dem schönen, recht warmen Oktoberwetter noch für zwei Stunden in den Wald. Eine Mittwochskartierung stand auf dem Programm. Hier bin ich weiterhin in Verzug. Das Meßtischblatt 2235 gilt es nun abzuarbeiten. Heute war der erste Quadrant an der Reihe. Wald südlich Ventschow, MTB: 2235/1. Hier die Artenliste: Steife Koralle, Brennender Rübling, Weißbehangener Trompetenschnitzling, Gelbschuppiger Hallimasch, Eichen – Milchling, Rosablättriger Helmling, Violetter Lacktrichterling, Süßlicher Milchling, Gelber Knollenblätterpilz, Graugrüner Milchling, Gallen – Täubling, Tonfalber Schüppling, Buchen Spei – Täubling, Buckel – Tramete, Grünblättriger Schwefelkopf, Gelbweißer Täubling, Eselsohr, Flatter – Milchling, Ziegelroter Täubling, Echter Steinpilz, Flaschen – Stäubling, Breitblatt, Grünspan – Träuschling, Horngrauer Rübling, Rostfleckiger Helmling, Rehbrauner Dachpilz, Fleischroter Lacktrichterling, Dickschaliger Kartoffel – Hartbovist, Gebänderter Dauerporling, Geflecktblättriger Flämmling, Leberbrauner Milchling, Birken Spei – Täubling, Buckel – Täubling, Schopftintling, Fuchsiger Rötel – Trichterling, Frühlings – Weichritterling, Perlpilz, Herber Saftporling, Gemeine Stinkmorchel, Fichten – Zapfenrübling, Graukappe, Zimtblättriger Hautkopf, Mäuseschwänzchen, Schmetterlings – Tramete, Brauner Stäubling, Angebrannter Rauchporling, Amiant – Körnchenschirmling, Duft – Trichterling, Grobscholliger Riesenschirmpilz, Dunkelscheibiger Fälbling, Glimmer – Tintling, Geweihförmige Holzkeule, Dunkler Hallimasch, Fichten – Wurzelschwamm, Kuhmaul, Fichten – Reizker, Porphyrrbrauner Wulstling, Rötende Tramete, Ziegenlippe, Maronen – Röhrling, Fleischroter Speisetäubling, Echter Waldchampignon, Bleiweißer Trichterling, Zweifarbiger Lacktrichterling, Safran – Schirmpilz, Violetter Rötel – Ritterling, Wechselfarbiger Spei – Täubling, Echter Pfifferling, Mehl – Trichterling, Krause Glucke, Kurzstieliger Weichritterling, Grauer Erdritterling, Rosa – Helmling, Schiefer Schillerporling, Striegeliger Schichtpilz, Weißstieliges Stockschwämmchen, Strohblasser Ritterling, Goldmistpilz, Veilchen Rötel – Ritterling und Honiggelber Hallimasch sowie weitere, im Feld nicht ansprechbare Pilzarten. Es war also eine artenreiche Exkursion und auch ein größerer Korb voller Speisepilze war zum Einfrieren dabei. 

Gleich zu Beginn begrüßten uns am Waldrand ganze Reihen von Steifen Korallen (Ramaria stricta). Die Korallenpilze werden in alten Pilzbüchern auch als Ziegenbärte bezeichnet. Gezeigte Art wäre im Grunde essbar, aber minderwertig. Da es aber auch giftige Bauchweh – Korallen gibt, ist vom Verzehr von „Ziegenbärten“ abzuraten. Standortfoto am 18.10.2017 in Ventschow.

Donnerstag, 19. Oktober (Tag der Freundschaft zwischen Peru und Afrika) – Heute hätte ich regulär ganztägig die Pilzberatung geöffnet, aber weitere Artztbesuche, Behördengänge und Besprechungen mit Versicherungen und Rechtsanwalt verhinderten dieses weitgehend. Gerne hätte ich auch wieder eine Frischpilz – Ausstellung aufgebaut, genügend Material liegt noch im Kühlschrank. Ich werdes es wohl entsorgen müssen.

Zum Pilzwetter: Nun haben wir fast schon eine Woche lang ausgesprochen mildes Herbstwetter in subtropischen Luftmassen. Ab morgen soll es wechselhafter mit Regenfällen und zum Wochenende auch kühleren Temperaturen werden. Der Regen wird die Böden wieder durchfeuchten und in der nächsten Woche setzt sich dann wohl wieder etwas mehr die Sonne durch und auch die Temperaturen sollen wieder steigen. Im Gegensatz zum letzten Jahr erleben wir einen ausgesprochen warmen Oktober. Wir dürfen gespannt sein, wie sich dieses Szenario auf die weitere Entwicklung an der Pilzfront auswirkt. Ich denke, die Fans von Röhrlingen können immer noch hoffen, dass es nochmals eine leichte Zunahme geben könnte. Derzeit werden sogar noch wärmeliebende Dickröhrlinge gefunden. So sandte mit heute ein Pilzfreund ein Foto vom Ostufer des Schweriner Sees zu, dass offensichtlich Satans – Röhrlinge zeigt. Gefunden und fotografiert am 15. Oktober bei Görslow. Das wäre eine neue Lokalität dieser seltenen Dickröhrlingsart!

Zwischen all dem Pappellaub kaum auszumachen sind diese essbaren Pappel – Ritterlinge (Tricholoma populinum). Heute am Rande des Ziegeleiparks mitten in Wismar gefunden und am Standort fotografiert. Pappel – Ritterlinge bilden gerne individuenreiche Hexenringe aus und können hier sogar büschelig wachsen. Sie werden groß und fleischig und sind somit besonders ergiebig. Die Huthaut muss allerdings entfernt werden, da sie Bitterstoffe enthält. Wer mit Heuschnupfen ansitzt, sollte sich einen Vorrat dieser Herbstpilze sammeln und regelmäßig essen. Es soll die Symtome lindern!

Freitag, 20. Oktober (Weltosteoporosetag) – Nach einer Woche sehr mildem, teils sonnigem, teils nebligbewölktem Wetter hat es heute mal wieder eine Regenfront bis zu uns geschaft. Die teils schon wieder etwas abgetrockneten Oberböden wurden gut durchfeuchtet, denn es hat zeitweise durchaus kräftig geregnet. Weitere Tiefausläufer folgen nun und bringen Schauer mit sich und auch kühlere Luft. In der kommenden Woche könnte es sich aber wieder beruhigen. Die Sonne soll zumindest in der Südhälfte Deutschlands länger scheinen und aus südlichen gefilden setzt erneut der Zustrom warmer Mittelmeerluft ein. Nur bei uns im Nordosten könnte es nicht so toll werden. Grauer und etwas kühler. Temperaturen um die 15 Grad sind aber auch dann möglich und die Nächte werden größtenteils frostfrei bleiben. Die Pilzsaison geht also weiter. Eigentlich dürften wir ab Ende Oktober mit Arten rechnen, die es kälter mögen. Aber Frostschneckling und Co. wird es wohl weiterhin zu warm sein. Bei meiner Kontrolle einer diesbezüglich sehr aktiven Stelle am vergangenen Freitag war von diesem beliebten Speisepilz noch keine Spur zu sehen.

Irena war unterdessen heute wieder im Haushalt Forst unterwegs und konnte erneut in Mengen Herbstrompeten und große, prachtvolle Trompeten – Pfofferlinge ernten. Auch habe ich es heute doch noch geschaft, erstmals seit unserer 25. Großpilzausstellung, Ende September, eine Frischpilz – Ausstellung von den Restpilzen des vergangenen Wochenendes aufzubauen. Es liegen nun bis morgen 93 Arten auf den Flächen.

Trompeten – Pfifferlinge (Cantharellus tubaeformis) und Herbsttrompeten (Craterellus cornucopioides) in trauter Eintracht am vergangenen Sonnabend, dem 14.10.2017, im Schlemminer Forst am Standort von Christian Petzka fotografiert. Insbesondere von den Trompeten – Pfifferlingen waren ganze Plantagen von Jungpilzen noch am kommen. Wir können diese Pfifferlinge unter Umständen bis in den Hochwinter (Januar) finden.

Sonnabend, 21. Oktober (Tag der Kinderseiten) – 15 Pilzfreunde haben sich heute auf dem Parkplatz des Ruheforstes im Steinbrink bei Grevesmühlen zu einer öffentlichen Pilzlehrwanderung eingefunden. Laub- und Nadelforste auf besseren Böden. Der Wald war bei milden Temperaturen gut durchfeuchtet durch die gestrigen Regenfälle. Auch in der Nacht hatte es noch etwas geregnet. Das allgemeine Frischpilzaufkommen war sehr hoch und auch vielseitig. So konnte heute einiges kennengelernt werden. Von ausgezeichnet bis tödlich reichte die Palette. Viele Täublinge, Milchlinge, Rüblinge und Helmlinge bevölkerten den Waldboden. Dazu auch Schirmpilze, Champignons und Wulstlinge. Massenbestände bildeten verschiedenene Hallimasch – Arten, insbesondere teils riesige Büschel des Honiggelben Hallimasch. Auch Herbsttrompeten waren vertreten. Alles in allem eine sehr schön Tour und eine der pilzreichsten des Jahres.

Beim künftigen Wetter für die kommende Woche sieht es heute nicht mehr so rosig aus wie gestern noch gedacht. Anstatt warmer Mittelmeerluft soll sich russische Kaltluft auf dem Weg zu uns machen. Die Temperaturkarten für die kommende Woche sehen heute noch günstig für uns aus. Das kann sich aber nach Auswertung der neuen Modellläufe noch drastisch ändern. Statt einem sehr milden Lufthauch könnten die Temperaturen zumindest nachts schon in den Frostbereich rutschen. Insgesamt scheint sich über Deutschland eine Pattsituation einzustellen mit kaltem Osten und warmen Westen. Mecklenburg würde dann genau zwischen den Stühlen sitzen. Vieleicht können aber auch Atlantik – Tiefs die Südströmung etwas weiter nach Osten drücken, dann könnte es angenehmer bleiben.

Röhrlinge waren zwar eindeutig in der Minderheit, aber einige Derbe – Rötfüßchen und sehr schöne, frische Flockenstielige Hexen – Röhrlinge und Steinpilze waren auch dabei. Hier sehen wir allerdings den Schwarzblauenden Röhrling (Boletus pulverulentus). Bei der leisesten Berührung verfärbt er sich sehr rasch über tief blau zu fast schwarz. Essbar.

Sonntag, 22. Oktober (Tag des Stotterns) – Zunächst war es doch ein wenig stotterig, was in den Körben der gut 20 Wismarer Pilzfreunde im Haushalt Forst landete. Wir waren hier heute im Rahmen einer individuellen Pilzwanderung unterwegs. Knoblauch – Schwindlinge, Grüne Anis – Trichterlinge, einige Violette Rötel – Ritterlinge, Täublinge, Stockschwämmchen u.s.w. fanden eher zaghaft den Weg in die Sammelbehältnisse. Unser Ziel war aber die Körbe mit Herbsttrompeten zu füllen, was später auch gelang. Immer wieder große Inseln dieser wertvollen Würzpilze tauchten beim genauen hinsehen im Buchenlaub auf. Die Augen müssen sich aber erst daran gewöhnen, die gut getarnten Delikatessen am Waldboden ausfindig zu machen. Hat man eine Insel entdeckt, kann erst einmal gesammelt werden. Mitunter füllt sich ein ganzer Korb an einer solcher Stellen. So war die Tour ein voller Erfolg und viele der Pilzfreunde, die heute dabei waren, haben diesen unscheinbar düsteren, dafür aber um so schmackhafteren Würzpilz das erste mal in ihrem Leben zu Gesicht bekommen. Ohne fachmännische Führung hätten die meisten von ihnen diese Pilze ganz einfach ignoriert und schon aufgrund des düsteren Erscheinungsbildes niemals in den Sammelkorb gelegt. So wurde heute durchaus auch der Anspruch einer Lehrwanderung erfüllt, mit reicher Ausbeute für die Küche!

Ein Büschel Herbsttrompeten (Craterellus cornucopioides) schiebt sich durch das Buchenlaub. Frieder Gröger schreibt dazu in seinem Büchlein „Pilze und Wildfrüchte“: „Ausgezeichneter Würzpilz. Nicht für Alleingerichte verwenden, bleibt beim Braten zäh. Sehr brauchbar zur Geschmacksverbesserung gedünsteter Mischpilze, sehr gut für Pilzsoßen und Suppen. Trocknet sehr leicht und würzt als Pilzpulver ganz ausgezeichnet“! Standortfoto am 22.10.2017 im Haushalt Forst.

Montag, 23. Oktober (Tag des Mols) – Was ist ein Mol? – eine chemische Maßeinheit!

Ein kleines Privattief über Schleswig – Holstein deckte uns heute mit reichlich Regen ein. Ein Landregen, wie ich ihn mag. Im Sommer wäre er ein Segen. Jetzt ist er nicht mehr ganz so wichtig, denn die Böden sind mit Feuchtigkeit gesättigt. Wie soll es nun mit dem Wetter weiter gehen. Bleibt es pilzfreundlich? Das ist die Frage, die uns beschäftigt. Der mögliche Kaltlufteinbruch aus Russland scheint vom Tisch zu sein. Regnerisch wird es bleiben und im laufe der Woche auch wieder wärmer. Dennoch scheint ab dem Wochenende ein Temperatursturz aus Norden unausweichlich zu werden. Das Temperaturniveau paßt sich allmählich der fortgeschrittenen Jahreszeit an. Bodenfrost könnte dann auch ein Thema werden, aber wohl eher im tiefen Binnenland, wenn überhaupt. Damit können wir leben und es dürfte den zu erwartenden Frostschnecklingen entgegen kommen. Nur zur Erinnerung. Das ab dem Wochenende zu erwartende Temperaturniveau war im Oktober des letzten Jahres nehezu den gesamten Monat über gang und gäbe!

Spätherbstzeit ist Helmlingszeit. Wenn Schwefelkopf, Stockschwämmchen und Hallimasch ihren Zenit überschritten haben, werden viele Stubben von Helmlingen überzogen. Hier sehen wir den hübschen Buntstieligen Helmling (Mycena inclinata). Ein unverwechselbarer, aber schwer beschreiblicher Geruch und im unteren Bereich zunehmend gelbbräunliche Stiele sowie die gerieften, graubräunlichen Hüte kennzeichnen diesen häufigen Hellsporer an Eichen – Stubben. Kein Speisepilz. Standortfoto am 22.10.2017 im Haushalt Forst.

Dienstag, 24. Oktober (Tag der Bibliotheken) – Um die Mittagszeit war ich kurz in ein größeres Waldgebiet bei Techentin, zwischen Mestlin und Goldberg gefahren. Hier soll am Sonntag eine Vereins – und Kartierungsexkursion hin führen. Integriert in dieses umfangreiche Waldgebiet ist auch das Bullenmoor. Es galt wieder zu klären, wo der Zweittreffpunkt sein kann und ob Platz für möglicherweise mehrere Autos vorhanden ist. Siehe dazu unter „Termine“. Ich drehte auch gleich eine kleine Runde durch den Laub- und Nadelmischwald. Mein erster Eindruck war, dass hier das wesentliche durch ist. Selbst die Stockschwamm – Arten gaben nichts mehr her. Dafür konnte ich aber schon mal den Schmarotzer – Röhrling nachweisen. Auch  standen natürlich noch reichlich, im allgemeinen von den Pilzsammlern nicht beachtete Arten, herum. Da es eine Kartierungsaktion werden soll, wird dieses Anliegen sicher erfüllt werden. Meine kurze Runde soll aber nur eine Momentaufnahme gewesen sein. Die diesjährige Saison lehrt uns, dass es nebenan schon wieder ganz anders aussehen kann. Nebenan könnte beispielsweise in und um Wismar in Gärten und Parkanlagen sein. Hier bahnt sich gerade wieder eine Karbol – Champignon – Schwämme an. Sie wurden mir heute mehrfach in jungen Exemplaren und wie üblich in Mengen in die Beratung gebracht. Dazu reichlich frische Kremplinge und Garten – Riesenschirmpilze. Zumindest regional ist also ein neuer Wachstumsschub im Gange, der durchaus auch auf einige Röhrlinge übergreifen könnte. Kremplinge gehören ja auch zu den Röhrlingen!

In vielen Buchenwäldern derzeit ein Massenpilz, der Süßliche Milchling (Lactarius subdulcis). Der bräunliche Sprödblättler mit dem milden, etwas herben Milchsaft, kann als Mischpilz in den Sammelkorb gelegt werden. Wir finden ihn ausschließlich unter Buchen, mit denen er eine Symbiose eingeht. Er ist also ein Mykorrhiza – Pilz, obwohl diese Fruchtkörper auf einem alten, modrigen und bemoostem Buchenstubben wuchsen. Standortfoto am 24.10.2017 im Wald am Bullenmoor.

Mittwoch, 25. Oktober (Weltnudeltag) – Nudeln gab es heute nicht zu Mittag, sondern Pizza. Für mich aber die große Ausnahme! Nudeln ziehe ich in jedem Fall vor.

Zu den Pilzen. Heute war Mittwoch, also wieder Zeit zu einer Kartierungsexkursion. Der Meßtischblatt – Quadrant 2235/2 war an der Reihe. Hier gibt es verschiedene Waldbereiche, auch auf unterschiedlichen Böden. Zunächst war ich kurz in einem sandigen Bereich am Bahndamm bei Neuhof und anschließend im Heidenholz bei Ventschow. Buchenwald auf besseren Böden. Hier begleitete mich auch Sohn Jonas, denn vier Augen sehen mehr als zwei. So wurde es insgesamt wieder eine sehr artenreiche Tour. Hier die Fundliste: Ansehnlicher Scheidling, Weißer Anis – Champignon, Riesenschirmpilz, Fleischroter Lacktrichterling, Dunkelscheibiger Fälbling, Fleischroter Speise – Täubling, Rotfuß – Röhrling, Grüner Knollenblätterpilz, Birkenpilz, Roter Fliegenpilz, Waldfreund – Rübling, Duftender Täubling, Widerlicher Täubling, Gemeiner Rettich – Fälbling, Flaumiger Milchling, Horngrauer Rübling, Nelkenschwindling, Geflecktblättriger Flämmling, Rostfleckiger Helmling, Stink – Schirmling, Schwefel – Ritterling, Rosa – Helmling, Rinnigbereifter Wiesen – Trichterling, Violetter Lacktrichterling, Gallen – Täubling, Süßriechender Rettich – Helmling, Graugrüner Milchling, Langstieliger Knoblauch – Schwindling, Buchen Spei – Täubling, Graukappe, Striegeliger Schichtpilz, Judasohr, Gelbgestiefelter Schirmpilz, Flaschen – Stäubling, Zitronengelbes Reisigbecherchen, Kaffeebrauner Scheintrichterling, Echter Zunderschwamm, Birken – Zungenporling, Buchen – Schleimrübling, Violetter Rötel – Ritterling, Rötende Tramete, Angebrannter Rauchporling, Grünblättriger Schwefelkopf, Rosablättriger Helmling, Ziegenlippe, Gruben – Lorchel, Sparriger Schüppling, Rehbrauner Dachpilz, Wurzelschwamm, Krauser Aderzähling, Steife Koralle, Birnen – Stäubling, Dickblättriger Kohlentäubling, Gilbender Erdritterling, Gelber Knollenblätterpilz, Gemeine Stinkmorchel, Schopf – Tintling, Niedergedrückter Rötling, Wohlriechender Gürtelfuß, Purpurschwarzer Täubling, Süßlicher Milchling, Buckel – Tramete, Striegelige Tramete, Trockener Schneckling, Ledergelber Schwindling, Grauer Korallenpilz, Derber Rotfuß – Röhrling, Brennreizker, Honiggelber Hallimasch, Flacher Lackporling, Specht – Tintling, Goldfell – Schüppling, Schiefknolliger Anis – Champignon, Gelbweißer Täubling, Totentrompete, Ziegelroter Täubling, Grauer Wulstling, Weißstieliges Stockschwämmchen, Frauen – Täubling, Stockschwämmchen, Geweihförmige Holzkeule, Orangeroter Kammpilz, Ziegelroter Schwefelkopf, Gallertfleischiger Fältling, Strubbelkopf, Milder Wachstäubling, Rosa – Täubling, Elfenbein – Schneckling, Fastblauer Saftporling, Herber Saftporling, Herbstlorchel, Breitblättriger Rübling, Grüner Anis – Trichterling, Schmutzbecherling und weitere, im Feld für mich nicht ansprechbare Arten. Für den Kochtopf waren reichlich junge Stockschwämmchen dabei. 

Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis) vom feinsten. Beim Ernten von Stockschwämmchen ist unbedingt auf die bräunlichen Schüppchen am Stiel zu achten. Bei älteren Pilzen können sie mitunter fehlen, besonders dann besteht Verwechslungsgefahr mit dem hoch toxischen Gift – Häubling!

Donnerstag, 26. Oktober (Heul – den – Mond – an – Tag) – An diesem Tag soll zumindest in den USA im Vorfeld von Helloween schon mal der Mond angeheult werden! Ob nun einige Pilzfreunde bei zunehmenden Mond, wo ja die Pilze besser wachsen sollen, auch den Mond anheulen, vermag ich nicht zu sagen, aber vieleicht hilft es ja. Der Mond nimmt derzeit tatsächlich wieder zu und ein neuer, wahrscheinlich der letzte, nennenswerte Wachstumsschub gängiger Pilzarten hat eingesetzt. In der Pilzberatung hat sich wieder ein Muster von Ratsuchenden eingestellt, wie es ab dem Spätfrühling zu Beginn eines jeden Wachstumsschubes üblich ist. Der giftige Karbol – Champignon ist der Renner. Es sind also zur Zeit Leute in der Überzahl, die nicht zum Pilzesuchen in Wald und Flur aufgebrochen sind und ihr Sammelgut sicherheitshalber durchschauen lassen wollen, sondern Menschen, die über große Mengen dieser Champignons in Gärten und Parkanlagen stolpern. Es lohnt sich in den nächsten Tagen sicher auch noch mal einige Röhrlingsstandorte zu kontrollieren. Zumindest sind stellenweise wieder frische Körnchen – Röhrlinge, Butterpilze, Maronen – Röhrlinge und Derbe Rotfüßchen erschienen. Auch Hexen – Röhrlinge und Steinpilze könnten noch einmal etwas häufiger werden. Die sehr milde Witterung der letzten Zeit trägt nun ihre Früchte. Ich denke aber, so wie in diesem Jahr üblich, wird man nicht an allen dafür geeigneten Biotopen fündig werden. Es dürfte weiterhin viel Glück mit dabei sein. Großes erwarte ich diesbezüglich ohnehin nicht mehr. Unterdessen hat Pilzfreundin Angelika Boniakowski die ersten Frostschnecklinge gesichtet. Da es nun kälter werden soll, wird diese Art in sandigen Kiefernwäldern wohl weiter zulegen. Auch habe ich heute unsere Ausstellung wieder erneuert. Es liegen 114 Arten auf den Flächen!

Es gibt derzeit natürlich nicht nur Gift – Champignons. Auch andere Arten sind wieder verstärkt zu finden, so wie dieser frisch aufgeschirmte Weiße Anis – Champignon (Agaricus arvensis) mit weiteren Artgenossen gestern am Waldrand zu einer Wiese bei Neuhof. Bei Champignons bitte den Reibe- und Geruchstest machen. Laufen sie auf Reibung an Hut oder Stielbasis sofort gelb an und riechen nicht nach Anis, könnte es sich um giftige Karbol – Champignons handeln, die der hier gezeigten Art täuschend ähnlich sehen!

Freitag, 27. Oktober (Weltspartag) – Wie relativ häufig im laufe der Saison hat sich mal wieder eine besorgte Mutti bei uns gemeldet, dessen Kleinkind ( 1 Jahr) möglicherweise einen Pilz von der Rasenfläche des eigenen Grundstücks gegessen hat. Der Anruf der Frau erreichte Irena am Nachmittag. Sie legte ihr nahe, mit dem Kind in die Notaufnahme eines Schweriner Krankenhauses zu gehen und an mich nach Möglichkeit ein aussagekräftiges Foto des Pilzes zu senden, falls noch welche vorhanden. Das erste Foto zeigte einen sich bereits auflösenden Kleintintling in einem Briefumschlag. Unterdessen meldete sich der diensthabende Arzt bei mir und ich teilte ihm mit, dass von diesen Tintlingen keine wirkliche Gefahr ausginge und es sei auch noch nicht einmal sicher, ob das Kind überhaupt davon genascht hat. Dem ensprechend wurde auf intensiv – medizinische Maßnahmen verzichtet und Mutter und Kind mit der Auflage der Beobachtung wieder nach hause geschickt. Die nette Mutti sandte mir dann noch ein Standortfoto zu, dass unter „Pilzvergiftungen 2017“ anzusehen ist.

Und hier noch eine schlechte Nachricht für alle Pilzfreunde, die sich auf die am Sonntag geplante Vereinsexkursion durch das Bullenmoor bei Techentin gefreut haben (Siehe unter Termine). Diese muss leider ausfallen, da für Sonntag eine Unwetterwarnung besteht.

Der Wetterdienst rechnet mit einer schweren Sturmlage!

Hochlabile Höhenkaltluft kann besonders in kräftigen Schauern und Gewittern die starken, orkanartigen Höhenwinde heruntermischen und dann besteht im Wald Lebensgefahr!

Dieses Standortfoto habe ich heute sozusagen vor der Haustür aufgenommen. Neben einigen individuenreichen Büscheln des Büscheligen Mürblings wuchsen unter einer Birke diese Gilbenden Erdritterlinge (Tricholoma argyraceum). Der Kenner darf sie zum Verspeisen einsammeln, wobei sie sicher nicht zu den großen Delikatessen zählen dürften.

Sonnabend, 28. Oktober (Nationalfeiertag in Griechenland und in Tschechien) – Eine nette geste von der Familie, dessen Kleinkind gestern möglicherweise von einem Tintling probiert hat und unseren Rat über die Vermittlung der Gift – Notrufzentrale suchte. Sie bedankten sich heute höchstpersönlich mit Kind und Kegel und einem Präsent bei mir. Ich war ein wenig beschämt, denn es ist ja eine Selbstverständlichkeit, wenn wir helfen und vor allem die Angst nehmen können. Auch auf diesem Wege nochmals ein ganz herzliches Dankeschön zurück! Übrigens, dem kleinen Kind ging es blendend!

Seit dem Sommer war ich heute erstmals wieder zu einer kleinen Visite in den Wismarer Seeblickpark aufgebrochen. Es ist jetzt natürlich etwas schwieriger bei all dem frisch gefallenen Laub die Fruchtkörper zu erkennen, aber es gab noch einiges. Kein Vergleich aber zu günstigen Zeiten im Hochsommer. Dafür teilweise andere Arten, vor allem Schleierlinge, aber auch noch Täublinge, Rötlinge und Ritterlinge. Auch frische Karbol – Champignons waren natürlich dabei. Mehlpilze waren sehr zahlreich vertreten. Viele Erdigriechende Wasserköpfe und stellenweise giftige Alkalische Rötlinge.

Unter den Eichen im Seeblickpark wuchsen auch diese giftigen Seifen – Ritterlinge (Tricholoma saponaceum). Dieser Ritterling mit seinem Waschküchengeruch und seinem, meist dezenten röten, kann sehr veränderlich in Form und Farbe sein. Genauso vielfältig sind seine Lebensräume. Parkanlagen, Laub – und Nadelwälder. Gern auch in den armen, sandigen Kiefernwäldern. 28.10.2017 am Standort fotografiert.

Sonntag, 29. Oktober (Tag der Haferflocken) – Haferflocken fielen heute zwar nicht vom Himmel, aber in kräftigen Schauern graupelte es und in Berglagen gab es Schneeflocken. Orkan Herwart hat sich heute in weiten Teilen Mitteleuropas ausgetobt und auch wieder Schäden und leider auch Verletzte und Tote gefordert. So soll beispielsweise in Tschechien eine Frau bei einem Waldspaziergang von einem umstürzenden Baum erschlagen worden sein. Genau wegen dieser lebensgefährlichen Wetterlage habe ich auch die für heute geplante Vereinsexkursion abgesagt. Es ist einfach unverantwortlich bei einer derart gefährlichen Wetterlage die Wälder zu betreten! Selbst in Wismar traute ich mich erst ab Mittag vor die Haustür, da es einfach zu stark wehte. Regen und Graupel trieben dazu kurzzeitig nahezu waagerecht durch die Straßen. Morgen soll es wieder ruhiger werden und zeitweise sogar richtig sonnig. Der Sturm hat jetzt aber hochreichend kalte Luft angezapft und dort wo der Wind deutlich abflaut, kann es in den nächsten beiden Nächten gebietsweise leichten Bodenfrost geben. Gefährdet ist diesbezüglich vor allem ein Streifen von Schleswig – Holstein über Hamburg bis nach Niedersachsen hinein, aber auch der Vorpommersche Raum! Danach soll es wieder milder werden, aber auch trüb und regnerisch. Der Frost wird also nicht wirklich gefährlich für unser Pilzwachstum.

Chaos heute Mittag vor dem Steinpilz – Wismar, von der ABC – Straße aus in Blickrichtung Schweinsbrücke. Hier wird seit dem Frühjahr die Straße saniert. Absperrungen, Verkehrschilder und Fahrräder wurden um- und durcheinander gewirbelt und liegen kreuz und quer in der Straße verteilt.

Montag, 30. Oktober (Tag der Physiotherapeutinnen) – Der Sturm ist zwar durch, aber nachts und auch heute tagsüber wehte trotzdem noch ein kräftiger und böiger Nordwind. Er sorgte auch dafür, dass die Luft gut durchmischt wurde und auch durch das noch relativ warme Ostseewasser waren wir in Mecklenburg recht weit von negativen Nachttemperaturen entfernt. Allerdings gab es in Schleswig – Holstein wie erwartet geringen Bodenfrost und örtlich auch in Vorpommern. Dort kann es in der kommenden Nacht auch nochmal leicht frostig werden, während wir in Mecklenburg auch wieder glimpflich davon kommen dürften, auch weil im Laufe der Nacht eine Wolkendecke aufzieht. Sie steht in Verbindung mit neuen, atlantischen Tiefausläufern, die wieder feuchtere und mildere Luftmassen heran führen. So ist im Rest der Woche Nachtfrost kein Thema mehr.

Am Sonnabend abend habe ich unüblicherweise meine Frischpilz – Ausstellung nicht abgeräumt und bis heute stehen gelassen. Sie wurde dann am abend in der Bio – Tonne entsorgt. Normalerweise wird sie am Montag wieder frisch aufgebaut. Da derzeit recht viele Ostsee – Urlauber durch die Feiertage bei uns weilen, war es durchaus sinnvoll. So wird erst am Donnerstag wieder frisch aufgebracht. Morgen ist wegen dem Reformationstag geschlossen und am Mittwoch ist der Steinpilz ohnehin zu, da Exkursionstag. In der Pilzberatung waren heute wieder Karbol – Champignons in Mengen dabei!

Dieses Foto habe ich am Sonnabend, dem 28.10.2017, im Seeblickpark in Wismar unter Eichen aufgenommen. Hier ist im Sommer der Weißgraue Rötling zu finden, er wird nun vom nah verwandten Alkalischen – Rötling abgelöst. Die Art ist meist etwas schmächtiger vom Wuchs und riecht nitrös. Er gilt heute nur noch als Form des Niedergedrückten Rötlings (Entoloma rhodopolium var. nidorosum). Giftig!

Sonntag, 31. Oktober (Reformationstag) – Heute feiern wir nicht nur den Tag an dem Martin Luther vor 500 Jahren seine Thesen an die Kirchentür in Wittenberg anschlug, sondern auch noch einen viel älteren Brauch – Halloween! Das Fest soll seinen Ursprung um 610 in Irland gehabt haben. Es galt den armen Seelen im Fegefeuer und wurde vor allem im katholischen Teil der britischen Inseln begangen. Durch Auswanderer sei es nach Amerika gekommen und es wurde allmählich ein lustiges Gruselspektakel, dass ab etwa 1990 auch nach Europa schwappte.

So war es heute irgendwie passend, dass ich in den Gespensterwald bei Nienhagen gefahren bin. Das traf allerdings nur zufällig mit Helloween zusammen. Ich wollte mich vor allem darüber informieren, wo der Zweittreffpunkt für unsere nächste Pilzwanderung am kommenden Sonnabend sein kann. Es ist der Parkplatz am Ende der Forststraße und am Beginn des Wanderweges zum Gespensterwald. Der Küstenwald direkt am Ostseestrand ist etwas ganz besonderes, denn er ist extremen Witterungsbedingungen ausgesetzt. So war er auch am heutigen Feiertag Ziel vieler Wanderer und Spaziergänger. Die letzten Herbststürme haben auch hier ihre Spuren hinterlassen. Bei der Gelegenheit notierte ich auch gleich Pilzarten, die mir hier begegneten. Für den Kochtopf – Mykologen war allerdings nichts dabei!

Nun endet auch schon wieder der vorletzte Monat der diesjährigen Saison. Ich denke, ein guter Pilzmonat liegt hinter uns. Besonders in den besseren Buchenbereichen, in denen vorher so gut wie nichts los war, hatte jetzt endlich ein reichhaltiges Frischpilzaufkommen eingesetzt, während es in den sandigen Nadelwäldern bereits wieder weniger wurde. Insbesondere Hallimasch, Stockschwämmchen und Herbsttrompeten waren vielfach im Überfluß vertreten. 

Blick aus dem Gespensterwald auf die wolkenverhangene Ostsee am 31.10.2017.

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