28.12.2025 – Jahresabschluss-Exkursion im Mildenitz-Tal

28.12.2025 – Jahresabschluss-Exkursion im Mildenitz-Tal

Vereins-Jahresabschluss-Exkursion

Pilzwandern im Jahr der Amethystfarbenen Wiesenkoralle

Im Mildenitz-Durchbruchstal bei Borkow

28. Dezember 2025

Blick in das naturbelassene Mildenitz-Durchbruchstal.
Foto: Isa Krietzsch


Informationstafel zur Entstehung des Durchbruchstals.
Foto: Christian Boss

Unsere mittlerweile traditionelle Jahrsabschluss-Exkursion fand dieses Jahr trotz des Frostes regen Anklang. Unser Exkursions-Gebiet befindet sich ja auch in einer wunderschönen landschaftlich sehr reizvollen Gegend.

Der Parkplatz an der Alten Mühle von Kläden im Mildenitz-Durchbruchstal in der Nähe von Borkow war Ausgangspunkt für die 16 Teilnehmer für einen ca. 5 km langen Rundweg entlang der Mildenitz bis zum Schwarzen See und zurück.

Dank der vielen Hinweistafeln, die Erklärungen zu Geschichte, Natur, Bäumen, Pflanzen und Tieren geben, konnten wir auch einiges über die Entstehung des Tales sowie zur dortigen Natur erfahren. Trotz des Frostes gab es auch viele Pilze zu entdecken und zu erklären.

Bei schönstem Sonnenschein ließen wir diese Wanderung mit einem warmem Imbis und heißen Getränken ausklingen.

Wir möchten euch hier mit ein paar ausgewählten schönen Fotos auf diese Wanderung mitnehmen.

 

So langsam trudeln alle Teilnehmer am Treffpunkt ein und genießen schon mal Kaffee, Tee oder Glühwein.
Foto: Isa Krietzsch

 

Catrin hat einen großen Korb mit Austernseitlingen (Pleurotus ostreatus) mitgebracht, die an die Teilnehmer verteilt wurden.
Foto: Isa Krietzsch

 

Und erklärt hier Wilfried und Gudrun die Merkmale…
Foto: Isa Krietzsch

 

Christian und Julia betrachten hier auf dem Zaun direkt am Startpunkt etwas mit ihren mitgebrachten Lupen.
Foto: Isa Krietzsch

 

Die beiden betrachten das Hymenophor auf der Hutunterseite des Zaun-Blättlings, welches lamellenartig ausgebildet und teils querverbunden ist.
Foto: Isa Krietzsch

 

Vom Rauhreif bedeckter Zaunblättling (Gloeophyllum sepiarium). Dieser Porling kommt recht häufig an Nadelholz (vorwiegend an Fichte), vereinzelt aber auch an Laubholz vor. Gerne auch an verbautem Holz, wie z.B. Zäunen (deshalb der Name), an Brettern, Geländern, Lattenzäunen oder Holzbänken. Er löst im Holz eine Braunfäule aus und es wird rasch bröckelig. Der hübsche Porling besitzt – wie der Name schon treffend umschreibt – eine blattartige Struktur auf der Unterseite. Frisch wachsende Fruchtkörper können schön orangegelb gefärbt sein, später wird der Pilz rotbräunlich, mit dunkleren Zonen auf der Oberfläche.
Foto: Christian Boss

 

So zeigte sich uns gleich zu Beginn der Wanderung das Mildenitz-Tal. Hänge – überwiegend mit Buchen bewachsen – und viel Totholz.
Foto: Dirk Fuhrmann

 

Wilfried freute sich über die Entdeckung dieser schönen Orangeseitlinge (Phyllotopsis nidulans) gleich zu Beginn an einer Kiefer.
Foto: Christian Boss

 

Gleich daneben an einer Buche diese Krausen bzw. Buchen-Adernzählinge (Plicatura crispa).
Foto: Christian Boss

 

Spaltblättling (Schizophyllum commune). Dieser recht häufige Holzbewohner bevorzugt trockene und sonnige Standorte. Er wächst meist an Totholz verschiedener Laubbäume. Als besonderen Schutz vor zu starker Austrocknung besitzt er Lamellen, die sich je nach Wetterlage aufspalten oder schließen können und eine zottige Hutbehaarung.
Foto: Isa Krietzsch

 

Haareis (auch Eiswolle oder Engelshaar genannt) ist ein
seltenes Naturphänomen, bei dem feine, haarähnliche Eiskristalle aus morschem Totholz sprießen, wenn Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt herrschen, hohe Luftfeuchtigkeit und Windstille vorliegen. Die faszinierende Struktur entsteht durch das Myzel winteraktiver Pilze, deren Stoffwechsel Gase produziert, die das im Holz vorhandene leicht unterkühlte Wasser an die Oberfläche verdrängt. Dort gefriert es und wird durch nachdrängende, beim Austritt aus dem Holz ebenfalls gefrierende Flüssigkeit weitergeschoben und kontinuierlich zu diesen hauchdünnen Fäden geformt.
Foto: Christian Boss

 

Den ganzen Weg begleiteten uns Äste und kleine Zweige mit diesem wunderschönen Haareis.
Foto: Christian Boss

 

An einigen Kiefern (Pinus sylvestris) sind diese Einkerbungen zu sehen.
Die Harzgewinnung in der DDR war ein bedeutender Wirtschaftszweig, bei dem systematisch Kiefernwälder durch spezielle „Harzbrigaden“ mit Methoden wie dem „Ritzen“ (Einritzen von Rillen) und der Nutzung von Glas- oder Kunststofftöpfen zur Sammlung des Harzes (Pech) genutzt wurden, wobei durch chemische Stimulation (z.B. mit Sulfitspiritusschlempe) hohe Ausbeuten erzielt wurden
Das Harz diente als wichtiger Rohstoff für die chemische Industrie und wurde zu Kolophonium und Terpentinöl weiterverarbeitet, bis das Handwerk mit der Wende 1990 endete.
Foto: Isa Krietzsch

 

Die vielen Hinweistafeln am Wegrand wurden aufmerksam gelesen.
Foto: Isa Krietzsch

 

So auch dieses über den Buchenwald.
Foto: Christian Boss

 

Tote Äste und Zweige von Laubhölzern sind das typische Habitat des Goldgelben Zitterlings (Tremella mesenterica). Die gefrorenen gallertartigen gelben Fruchtkörper sehen hier fast wie Kandis aus.
Foto: Christian Boss

 

Birnenstäublinge (Apioperdon pyriforme) machen ihrem Namen alle Ehre. Der Name bezieht sich auf die reifen Fruchtkörper, deren Sporenstaub im Inneren bei Berührung oder auf Druck in einer deutlichen Wolke verpufft – deswegen werden diese im Volksmund auch gerne „Puffpilze“ genannt.
Foto: Christian Boss

 

Man muss schon ganz genau gucken, um diese Pilze im Buchenlaub zu entdecken…
Foto: Christian Boss

 

Es handelt sich um Trompetenpfifferlinge (Craterellus tubaeformis).
Foto: Isa Krietzsch

 

Und auch sein Verwandter, der Echte Pfifferling (Cantharellus cibarius) konnte sich nicht richtig im Buchenlaub verstecken und wurde entdeckt.
Foto: Isa Krietzsch

 

Hagen´s Hund Bootsmann war heute der einzige Teilnehmer, der unerschrocken auf den umgestürtzten Buchen auch mal das andere Ufer aufsuchte.
Foto: Isa Krietzsch

 

Zahlreiche Fruchtkörper des Zunderschwamms besiedeln einen toten, teils noch stehenden Buchenstamm. Der Zunderschwamm dringt in seine Wirtsbäume über Ast- und Stammwunden ein und verursacht im Kernholz eine intensive Weißfäule, die den befallenen Baum häufig in mehreren Metern Höhe abbrechen lässt. Der Zunderschwamm kann am abgestorbenen Substrat noch längere Zeit als Saprobiont weiterleben.
Foto: Christian Boss

 

Informationstafel zum Totholz.
Foto: Christian Boss

 

Dieser kräftig orange gefärbte Rotrandige Baumschwamm (Fomitopsis pinicola) ist für Viele wahrscheinlich erst auf dem zweiten Blick als solcher zu erkennen.
Foto: Isa Krietzsch

 

Bevor die Laubholz-Harzporlinge (Ischnoderma resinosum) zu sehen waren, verriet ein intensiver Anis-Geruch ihre Anwesenheit.
Foto: Isa Krietzsch

 

Weiter ging es entlang des Wanderweges in Richtung Schwarzer See.
Foto: Christian Boss

 

Ein gefrorener Korallenpilz (Ramaria sp.) am Wegrand.
Foto: Isa Krietzsch

 

Auch Biber gibt es im Mildenitztal. Wir haben von den nachtaktiven Tieren zwar keinen gesehen – aber die Nagespuren an den Bäumen. Beim Abholzen benagt der Biber den Stamm rundum in der sogenannten Sanduhrtechnik, wodurch sich dieser auf mittlerer Nagehöhe so stark verjüngt, dass der Baum fällt. Je nach Härte des Holzes kann ein Biber in einer Nacht einen bis zu 50 Zentimeter dicken Baum fällen.
Foto: Christian Boss

 

Und das waren Sie dann endlich – ältere große Exemplare des Ästige Stachelbartes (Hericium coralloides).
Foto: Christian Boss

 

An diesen kleinen Ästchen bilden sich seine Sporen. Jedes kleine Ästchen bildet Hunderte davon. Sie sind es, die wiederum an alten Buchen auskeimen, ein feines Geflecht, ihr Myzel, im Holz bilden und den Stamm vermorschen lassen.
Foto: Christian Boss

 

Die Mildenitz fließt hier durch einen Erlenbruch in den Schwarzen See.
Foto: Isa Krietzsch

 

Über diese Brücke überquerten wir die Mildenitz und begaben uns auf den Rückweg.
Foto: Isa Krietzsch

 

Winter-Helmlinge (Mycena tintinnabulum).
Foto: Christian Boss

 

Stimmungsbild mit gefrorenen älteren Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis). Die Ringzone und die Schüppchen darunter sind noch deutlich zu erkennen.
Foto: Christian Boss

 

Die Horngrauen bzw. Butterrüblinge (Rhodocollybia butyracea var. asema) sind relativ einfach an ihren aufgeblasenen Stielen zu erkennen und von anderen Rüblingen zu unterscheiden. Wenn man diese leicht zusammen drückt, fühlt es sich an, als wenn man auf einen Fahrradschlauch mit zu wenig Luft drückt.
Foto: Isa Krietzsch

 

Der Buchenwald wird auf dem Rückweg jetzt langsam von Fichten abgelöst. Das bedeutet natürlich auch andere Pilzarten. Hier ein gefrorener Kaffeebrauner Gabeltrichterling (Pseudoclitocybe cyathiformis).
Foto: Christian Boss

 

Der Fächerförmige Erdwarzenpilz (Thelephora terrestris) ist ein häufiger Mykorrhizapilz, der in Symbiose mit Nadelbäumen lebt. Seine zottigen oder faserig-schuppigen Fruchtkörper sind zimt- bis dunkelbraun gefärbt und von fächer- bis rosettenförmiger Gestalt. Die ausgefransten Ränder sind meist heller gefärbt. Nicht selten sind mehrere Fruchtkörper miteinander verwachsen.
Foto: Christian Boss

 

Der Erdwarzenpilz erscheint oft in größeren Kolonien oder Gruppen am Boden oder in der Nadelstreu. Dabei umwächst er Hindernisse wie hier einen Kiefernzapfen.
Er bildet eine Symbiose (Ektomykorrhiza) mit Kiefern und hilft ihnen, Nährstoffe aufzunehmen. Er kann damit aber auch Keimlinge und Jungpflanzen von Nadelbäumen„Ersticken“ und zum Absterben bringen.
Foto: Christian Boss

 

Nein – das sind nicht die Ohren von Shrek! Es sind die Becher der Trompetenflechte (Cladonia cf.). Wie alle Flechten ist sie eine Symbiose aus Pilz und Alge. Sie nutzt Oberflächen lediglich als Haftunterlage und entzieht ihnen weder Nährstoffe noch Wasser, weshalb sie für Pflanzen und Bäume unschädlich ist.
Foto: Christian Boss

 

Nach Erreichen unseres Ausgangspunktes gibt es erst mal einen warmen Erbseneintopf und heiße Getränke.
Foto: Isa Krietzsch

 

Anschließend noch selbst gebackene Kekse und Kuchen.
Foto: Isa Krietzsch

 

Zum Schluss werden noch mal einige auf der Wanderung mit genommene Pilze erklärt. Hier sehen wir ältere Stockschwämmchen, einen Gifthäubling und Samtfußrüblinge. In diesem Zustand und aufgrund der dunklen Stiele nur bei genauer Betrachtung der Merkmale voneinander zu unterscheiden.
Foto: Isa Krietzsch

 

Unser Abschlussfoto von der heutigen Wanderung.
Foto: Dorit Meyer