30. Juni 2018 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Wiesen – Champignons

Durch die Jager Tannen bei Dobbertin

Weniger Tannen, vielmehr Kiefern, aber auch Fichten, Birken, Buchen und Eichen finden wir in den Jager Tannen am Dobbertiner See vor. Der Begriff Tannen stammt ursprünglich von der Landbevölkerung, für die ein Nadelwald umgangssprachlich die „Dannen“ waren.

In der Aspektabfolge eines Pilzjahres endet heute der Zeitraum des Frühsommers. Am 01. Juli beginnt also schon der Hochsommer – Aspekt. Bei günstigen Bedingungen kann es an der Pilzfront jetzt schon sehr vielseitig und auch vielverprechend werden. Leider ist dieses zur Zeit nicht der Fall. Monatelange Trockenheit verhindert ein nennenswertes Frischpilzaufkommen. Eigentlich könnten nun immer häufiger wärmeliebende Röhrlingsarten auftauchen. Auch Täublinge und Milchlinge sowie Champignons sind nach kräftigen Regenfällen fast überall präsent und die gesuchten Pfifferlinge können zur Hochform auflaufen. Sie lieben allerdings nasse Sommer, wie den von 2017. Wie dem auch sei, es ist eine Lehrwanderung und zum lernen gibt es immer etwas zu entdecken. Das Waldgebiet grenzt im übrigen an den idyllisch gelegenen Dobbertiner See. Hier einige Impressionen von unserer pilzarmen, dafür aber landschaftlich reizvollen Wanderung:

Zur Einstimmung brachte uns Pilzfreund Robert gleich ein Prachtstück von Wurzel – Rübling (Xerula radicata) mit Korkenzieher aus einem Wald bei Banzkow mit.

Auf geht es! Wir waren heute allerdings nur vier Leute, dem geringen Pilzaufkommen angepaßt.

Dieser Flache Lackporling (Ganoderma lipsiense) hat Hindernisse während seines Wachstums mit eingeschlossen.

Goldschimmel (Hypomyces chrysospermus). Er befällt ausschließlich Röhrlinge, vor allem Rotfüßchen, Ziegenlippen, Maronen – Röhrlinge und Kahle Kremplinge. Giftig!

An einer schattigen Stelle im Gebüsch unzählige, kleine und zarte Blätterpilze. Es sind Gesäte Tintlinge (Coprinus disseminatus). Ohne Speisewert.

An Schlehdorn (Prunus spinosa) finden wir häufig den Pflauen – Feuerschwamm (Phellinus tuberculosus). Er verursacht in den Gehölzen eine wenig aggressive Weißfäule.

Feriensiedlung am Dobbertiner See.

Der Schiefe Schillerporling (Inonotus obliquus), besser bekannt unter der Bezeichnung Chaga, ist ein sehr beliebter Vitalpilz. Das holzig/korkige Innenleben des an Birken vorkommenden Porlings wird zerbröselt und als Tee – Aufguß getrunken. Schade, dass unser einstmals sehr aktive Pilzfreund Jürgen, der kaum eine Wanderung ausließ, verzogen ist. Er gilt als Liebhaber dieses Pilzes und trinkt fast täglich einen Aufguß. Hier hätte er sich bevorraten können. Viele alte Birken und häufig auch vom Tschaga besiedelt. Lieber Jürgen, falls du diese Zeilen lesen solltest, wir haben an dich gedacht und herzliche Grüße nach Brandenburg!

Eine kleine Einbuchtung des Dobbertiner Sees. Mecklenburg ist reich an idyllisch gelegenen Seen und Wäldern! Nicht nur der Ostseestrand bietet Erholung, wer die Ruhe genießen möchte, macht an solchen Orten Urlaub.

Auch eine Boots- und Angeltour bietet sich an. Der Dobbertiner See soll ein klasisches Zander – Gewässer sein. Am besten geht es mit Boot und Echolot hinaus.

Natürlich darf auch gebadet werden.

Zu besseren Zeiten dürfte unter diesen Eichen wohl auch der Pilzfreund auf seine kosten kommen.

Nicht nur der Schiefe Schillerporling war an den alten Birken des öfteren zu sehen, auch Zunderschwämme (Fomes fomentarius) lieben diese Baumart.

Zwischen den älteren Kiefern wird mit Douglasien aufgeforstet. Um die jungen Bäume vor Wildverbiss zu schützen, wurde ein Zaun gezogen.

Der Eichen – Mehltau (Microshaera alphitoides) war auf vielen Blättern zu sehen.

Ein Büschel Glimmer – Tintlinge (Coprinus micaceus) am Fuß einer alten Birke.

Aus technischen Gründen gibt es heute leider kein Gruppen – Foto. Dafür noch ein letzter Blick auf den 400 ha großen und bis zu 11 m tiefen Dobbertiner See. 30. Juni 2018.

Danach begaben wir uns in das beliebte Eiskaffee Kentzler in Dobbertin zum Eisbecher vernaschen. Immer wenn ich hier unterwegs bin, komme ich an dieser Oase nicht vorbei. Hier werden leckerer Kuchen und Torten in Spitzenqualität sowie köstliche Eis – Spezialitäten zu sehr moderaten Preisen angeboten. Ein Besuch lohnt sich immer!

Wann startet die nächste Wanderung? – Siehe unter Termine!