28. Juli 2018 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Wiesen – Champignons

Sie führte durch die Wälder um Groß Labenz

Waldlichtung im sogenannten Wildacker bei Groß Labenz am 28.07.2018.

Viele bunte Täublinge bevölkern im Sommer und Herbst in der Regel unsere Wälder und Parkanlagen. Sie gehören zusammen mit den Milchlingen zu den Sprödblättlern. Ihre Lamellen und oft auch der gesamte Fruchtkörper sind recht brüchig. Ihr Stiel bricht beispielsweise wie ein Stück Apfel. Er fasert nicht auf. Streicht man mit den Fingern über die Lamellen, splittern sie einfach weg. Bei den Milchlingen tritt außerdem eine milchige Flüßigkeit aus. Es gibt sie in hunderten Arten. Für den Speisepilz – Fan sind die milden unter ihnen durchaus interessant, denn alles was nicht bitter oder scharf schmeckt (Lamellen kosten), kann in den Korb und später in die Pfanne wandern. Ein wenig Artenkenntnis wäre aber durchaus angebracht, will man die schmackhaftesten unter ihnen heraus fischen. Und das lohnt durchaus. Ein Speise- oder Frauen Täubling stellt viele der volkstümlichen bekannten Speisepilze geschmacklich in den Schatten. Widerlich sind hingegen die scharfen Arten. Aber auch das Sammeln von Täublingen und Milchlingen setzt voraus, dass man die wichtigsten und gefährlichsten Giftpilze kennt! Eine geführte Lehrwanderung bietet sich dazu bestens an. Anders im Sommer 2018. Täublinge und Milchlinge und auch fast alle anderen Arten sind aufgrund der außergewöhnlichen Trockenheit und der lang anhaltenden Wärmeprioide verschollen. Es gibt kaum Frischpilze. Nur mit sehr viel Gück ist das eine oder andere Exemplar zu finden. Hier einige Fotos von heute. Sonne und Hitze um 30 Grad machten uns allerdings etwas zu schaffen.

Unter dem Motto „Wenig Pilze – wenig Leute“ ist der Startschuss gefallen.

Für den Schuppigen Sägeblättling (Lentinus lepideus), den wir an besonders exponierten Kiefern – Stubben finden können, kann es nicht heiß und trocken genug sein. Der zähfleischige Blätterpilz, mit den sägeblattartigen Lamellenschneiden, ist allerdings ungenießbar.

Der Loofsee ruht still in der Sommerhitze.

Judasohren (Hirneola auricula – judae) hoch oben an einem alten Holunderbusch.

Wie so oft mit dem Holunder – Rindenschichtpilz (Lyomyces sambuci) vergesellschaftet.

In der Grasnarbe eines etwas schattigeren Waldweges ein Exemplar eines zarten, filigranen Blätterpilzes, des Goldmistpilzes (Bolbitius vitellinus). Erhrlich gesagt, mit solchen Eintagsfliegen hätte ich bei diesem trockenen Hitzewetter nicht gerechnet.

Mistpilze stehen den Tintlingen nahe. Diese hätten allerdings keine bräunlichen, sondern grauschwärzliche Lamellen und zerfließen in der Regel in eine schwarze Sporenmasse, sie gehen also in Autolyse über.

Dieser leicht giftige Dickschalige Kartoffel – Hartbobist (Scleroderma citrinum) hat auch schon etwas gelitten.

In vielen Wäldern sind immer noch die Auswirkungen der vergangenen Herbst- und Winterstürme zu sehen.

Der schöne und recht fleischige Samtpfuß – Krempling (Paxillus atrotomentosus) bezieht Feuchtigkeit und Nährstoffe aus dem Holz alter Fichtenstubben. Markant ist sein braunsamtiger, kräftiger und oft seitlich stehender Stiel. Zwar irgendwie essbar, aber kein Hochgenuß. Soll eher muffig schmecken und das Kochwasser blau färben.

Gedenkstein an einen verdienten Forstdirektor.

Und genau vor diesem entstand unser heutiges Erinnerungsfoto. 28. Juli 2018.

  Wann startet die nächste Wanderung? – Siehe unter Termine!