22. September 2018 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Wiesen – Champignons

Durch die Kobander Tannen bei Venzkow

Am 3. Europäischen Pilztag

Rotmilchende Milchlinge werden als Reizker bezeichnet. Sie sind essbar und einige von ihnen, wie der Blut – oder Edel – Reizker, wahre Leckerbissen. Hier sehen wird den etwas minderwertigeren Fichten – Reizker. Er wächst vom Sommer bis in den Herbst ausschließlich unter Fichten, besonders wo der Boden etwas basenreicher ist.

Die Kobander Tannen gehören zu den früheren, großen Waldflächen des Staatsforst Turloff. Zu DDR – Zeiten war das Gebiet Militärstandort. Davon ist heute kaum noch etwas zu bemerken. Es erwarten uns hier sandige Mischwälder, wobei Nadelforste überwiegen. Durchaus für Speisepilz – Fans ein vielversprechendes Gebiet. Überhaupt ist es zu dieser Zeit meist kein Problem, eine frische Waldpilzpfanne zu organisieren. Die Artenvielfalt kann jetzt enorm sein, so dass eine Lehrwanderung ihrem Anspruch mehr als gerecht werden kann. Anders am heutigen 3. Pilztag. Der trockene Sommer und die zu geringen Niederschläge haben es sehr bescheiden in punkto Frischpilze aussehen lassen. An eine Pilzmahlzeit war bei niemanden der zeiweise etwa 20 Teilnehmer zu denken. Mit ach und krach konnte gerade noch der Anspruch einer Lehrwanderung so liedlich erfüllt werden. Begleitet wurden wir bei unserer Tour vom NDR – Radio M-V.

Gleizeitig haben wir mit dieser Wanderung den vor drei Jahren von Karin Montag (Herausgeberin der Pilzzeitung „Der Tintling“ und vieler weiterer Publikationen zum Thema) in`s Leben gerufenen Europäischen Pilztag gebührend gewürdigt. Wir begehen ihn in diesem Jahr zum dritten mal. Schön, dass die Pilze nun auch ihren Ehrentag bekommen haben!

Hier einige Bilder von heute:

Es geht los!

Ein Schopf – Tintling (Coprinus comatus) am Wegesrand. Dieser Blätterpilz, der in Autolyse übergeht, wie fast alle Vertreter seiner Gattung, ist sehr markant und ein schmackhafter und beliebter Speisepilz. Man achte darauf, dass nur junge, noch geschlossene Fruchtkörper eingesammelt werden. Dieses Exemplar wird bereits vom Rand her schwarz. Es beginnt sich also aufzulösen (Autolyse) und wird dadurch ungenießbar.

Eine Pilzsucherin kam uns frustriert entgegen. Neben Falschen Pfifferlingen fanden sich in ihrem Korb nur dieser schmackhafte Flockenstielige Hexen – Röhrling und ein geringwertiger Samtfuß – Krempling.

Dieser junge Birkenporling (Piptoporus betulinus) wird nicht gegessen, aber zu Tee verarbeitet. In Scheiben schneiden, trocknen und pulverisieren.

Der Schlanke Riesenschirmpilz (Macrolepiota gracilenta) gehört zusammen mit dem Grobscholligen Riesenschirmpilz zu den nächsten und kleineren Verwandten des großen Riesenschirmpilzes. Sie bevorzugen mehr das Waldesinnere und sind ebenfalls sehr gute Speisepilze (Hut). Man achte auf den dicken, verschiebbaren Ring!

Im Gegensatz zum Grobscholligen Riesenschirmpilz, mit nur wenigen, groben, sternförmig angeordneten Hutschuppen, finden sich auf dem Hut des Schlanken Riesenschirmpilzes zahlreiche, graubräunliche Schuppen.

Eine kleine Krause Glucke, eher noch ein Kücken (Sparassis crispa), darf in den Sammelkorb gelegt werden. Viel Spaß beim säubern.

Grünliche Lamellen, schwefelgelber Stiel und bitterer Geschmack sowie sein büschelliges Vorkommen an Laub- und Nadeholz – Stubben sind die wichtigste Merkmals – Kombination dieses überaus häufigen Giftpilzes.

Oft in der Fichten – Nadelstreu findet sich der Fuchsige -, oder wie hier, der Wasserfleckige – b.z.w. Fahlgelbe Rötel – Trichterling (Lepista gilva). Genau genommen ist er natürlich kein – Trichterling, sondern ein Rötelritterling, und dass trotz der weit herablaufenden Lamellen. Essbar.

Ein prächtiger Samtfuß – Krempling (Paxillus atrotomentosus). Gut ist der dicke, dunkelbraune, samtige Stiel zu erkennen. Der Pilz wächst von Juni bis zum späten Herbst an Nadelholz, meist Fichte. Minderwertig.

Durch den gestrigen Regen aufgequollen ist dieser Stopplige Drüsling (Exidia truncata). Wir finden den schwarzen Gallertpilz hauptsächlich in den feuchten Wintermonaten an Laubholz – Zweigen. Ohne Speisewert.

Unser Erinnerungsfoto vom 22. September 2018 in den Kobander Tannen. Zeitweise waren wir 20 Pilzfreunde. Vielen Dank an unsere nette Fotografin, die hier namentlich nicht erwähnt werden möchte.

Wann wird wieder gewandert? – Siehe unter Termine!