Wetter und Pilze im Raum Nordwestmecklenburg

Tagebuch Wetter/Pilze Juli 2018

Riesen – Champigon (Agaricus augustus), gefunden und fotografiert am 30. 06.2018 an meiner Zeigerstelle für Champignongs in Schönlage. In der Regel wachsen hier Weiße Anis – Champignons. Der Riesen – Egerling war für mich an diesem Standort unter Eiche neu.

Sonntag, 01. Juli (Tartan – Tag) – Nach der Aspekt – Einteilung im Handbuch für Pilzfreunde von Michael – Hennig – Kreisel beginnt heute der Pilzsommer (Juli bis Mitte August). Dieser Zeitabschnitt wird charakterisiert durch folgende Pilzarten: Anis – Champignons, Karbol – Champignons, Fuchsige Scheidenstreiflinge, Grüne Knollenblätterpilze, Sommersteinpilze, Flockenstielige und Netzstielige Hexen – Röhrlinge, Echte Pfifferlinge, Kohlen – Trichterlinge, Rotbraune Milchlinge, Riesenporlinge, Kahle Kremplinge, Gemeine Stinkmorcheln, Frauen – Täublinge, Blaublättrige Täublinge, Zinnoberrote Täublinge, Apfel – Täublinge, Körnchen – Röhrlinge, Goldgelbe Lärchen – Röhrlinge und Gallen – Röhrlinge. Natürlich auch viele weitere Pilzarten, wenn die Witterungsbedingungen es erlauben.

Dieses wird aus heutiger Sicht in M-V sehr schwierig werden. Regen ist nicht in Sichtweite und die Modelle schauen bis Mitte des Monats. Natürlich werden  Prognosen, die über 5 Tage hinaus gehen, immer unsicherer. Ich habe heute Mittag und am Nachmittag die möglichen Modelläufe bei Wetter – Online studiert. Der Mittagslauf berechnete für Mitte des Monats großflächig Tiefdruck über Mitteleuropa. Nach starker Aufheizung der Landmassen könnte demnach der Luftdruck fallen und sich ein Hitzetief mit kräftigen Gewittern ausbilden. Der nur wenige Stunden spätere Lauf wollte davon schon nichts mehr wissen. Regen, wenn überhaupt, nur für die Südhälfte Deutschlands.

Ich gehe davon aus, das wir wohl den schlechtesten Juli seit Beginn meiner Tagebuch – Serie im Jahre 2009 bekommen werden.

Der Riesen – Egerling (Agaricus augustus) aus anderer Perspektive. Er gehört in die Gruppe der Anis – Champignons und zeichnet sich durch kräftigen Anis- oder Mandelgeruch aus. 30.06.2018 Schönlage.

Montag, 02. Juli (Welttag der Sportjournalisten) – Die deutschen Sportreporter, die von der Fußball – WM in Russland berichtet haben und dieses sicher so auch noch bis zum Schluß vorhatten, natürlich mit Deutschland wieder auf dem Thron, haben inzwischen mehrheitlich die Koffer gepackt. Auch sonst haben sich viele, die den Reihbach machen wollten, verrechnet. Es ist eben ein sportlicher Wettbewerb, und da darf man durchaus verlieren. Ernüchterung ist garnicht so schlecht. Gefällt mir besser als das übertriebene Gejole und die Hochnäsigkeit, falls es doch geklappt hätte.

Und auch in unserer Sparte herrscht in diesem Jahr bisher alles andere als Euphorie. Euphorisch dürfen dafür die Sonnenanbeter und Urlauber sein. Dauerhoch an der Ostsee = Strandwetter vom feinsten! Und das anscheinend endlos. Jedenfalls ist bis zum 18. Juli im Mitteltrend für Wismar maximal 1 Liter Niederschlag aus heutiger Sicht möglich. Selbst wenn es Mitte des Monats, früher wohl kaum, stärker regnen sollte, vor August wäre nichts großes mehr zu erwarten. Auch die nach den letzten Regenfällen vereinzelt gewachsenen Pilze, werden jetzt wieder abklingen. Auch den dürftigen Vorkommen von Pfifferlingen wird es immer schlechter gehen.

In südlicheren Gefilden hat es zwar mehr geregnet, aber wenn man sich die Meldungen in den einschlägigen Pilz – Tickern anschaut, ist es auch nicht berauschend, was dort gefunden wird. Zudem haben einige Pilzsammler offensichtlich Schwierigkeiten Sommersteinpilze von Fichten – Steinpilzen zu trennen (Pilz – Ticker Schweiz). Nicht alle im Sommer wachsenden Steinpilze, sind Sommersteinpilze. Diese sind von Mai – September (Oktober) unter Eichen und Buchen zu finden. Fichtensteinpilze wachsen vorwiegend unter Fichten, Buchen, Kiefern und Eichen. Und dieses von Juni – November (Dezember). Kiefern – Steinpilze finden wir von Mai – Oktober, natürlich unter Kiefern. Meist in zwei Hauptschüben (Mai/Juni und September/Oktober). Die sehr seltenen Schwarzhütigen Steinpilze sind meist von Juli – Oktober unter Eichen und Buchen, an trockenen, wärmebegünstigten Standorten zu finden. Sommersteinpilze können bis zu fünf Wachstumsschübe in einer Saison bekommen, wenn alle dafür erforderlichen Parameter stimmen. Wir hatten bisher nur ein sehr leises Aufflackern im Mai. Im Juni Totalausfall und wahrscheinlich auch im Juli. Bleiben noch August und September. Warm und vieleicht zeitweise heiß soll es bis auf weiteres bleiben. Fallen nach der langen Wärme und Dürre dann sehr ergiebige Niederschläge (30 – 50 l/qm, bis spätestens Anfang September) mit guten Entwicklungsbedingungen in der Folge, kann es bei uns in dieser Saison zu einem Maximalschub kommen. Ich fürchte, meine Trockner dürften die Ernte dann kaum schaffen. Aber das ist Zukunftsmusik und muss nicht so kommen. Wir können auch einem Totalausfall entgegensteuern, falls es bis zum goldenen Oktober so weiter geht. Sind geringere Niederschläge am Werk, wird es sehr verhaltener zur Sache gehen.

Diese Pilze stehen eng mit unseren Wachstumsschüben in Verbindung. Erscheinen sie in oft riesigen Trupps in unseren Parkanlagen, so kann man u. a. auch seine Steinpilz – Plätze kontrollieren und es wird nicht selten von Erfolg gekrönt sein. Es handelt sich um giftige Karbol – Champignons (Agaricus xanthodermus). Das Foto entstand gestern Abend auf dem Vogelstangenberg in Brüel. Stehen hier sonst hunderte Fruchtkörper, waren es heute nur ganze fünf! – Vieleicht steht ja irgendwo in Wald und Flur derzeit auch noch ein einsamer Sommersteinpilz herum, wer weiß!

Dienstag, 03. Juli (Tag der Emanzipation auf den Jungfrauen – Inseln) – Zunächst eine Ergänzung von gestern. Ich hatte die Ausstellung erneuert. Es liegen 72 Arten auf der Fläche. Neu dabei in diesem Jahr: Karbol – Champignon.

Und hier noch ein Hinweis zu Änderungen in der Terminplanung. Unsere beliebte Nachtwanderung findet nicht wie geplant am 17.08. sondern am Freitag, dem 24.08.2018, statt. In diesem Zusammenhang wurde auch der Termin der folgenden öffentlichen Pilzlehrwanderung verschoben. Sie findet ausnahmsweise an einem Sonntag statt. Das wäre somit am 26.08.2018. Siehe unter“ Termine“. Grund sind die neuen Dienstpläne unserer guten Seele Irena, die ihre Arbeitsstätte gewechselt hat. Ich bitte um Verständnis.

Zur Wetter und Pilzlage: Beides nahezu unverändert. An der Pilzfront nichts nennenswertes los und auch beim Wetter bleibt alles beim alten. Anders in der Südhälfte des Landes, hier können vorübergehend kräftige Gewitter aufziehen, bevor zum Wochenende auch dort wieder der Sonnenschein regieren wird. Erst zum Ende der nächsten Woche mehren sich nun die Anzeichen, als ob etwas mehr Bewegung in die Wetterküche kommen könnte. Nach Auswertung der aktuellen Modelläufe bei Wetter – Online und der weltweiten Satelitenbeobachtung könnten sich die Atlantik – Tiefs etwas effektiver auftstellen und gegen die Hochdruckbastion anlaufen. Aktuell befindet sich über dem Nordosten des amerikanischen Kontinents ein umfangreiches und sehr kräftiges Tief, dass sich offensichtlich nach Nordosten bewegt. Südlich davon einige Randtiefbildungen in feuchtwarmer Subtropikluft. Falls das steuernde Tief stark genug sein sollte, so könnte es im Zusammenspiel mit den Randtiefs sehr heiße, tropische Luftmassen anzapfen, die ihrerseits mit schweren Gewitterfronten von Westen her nach Europa hineinlaufen könnten. So wird es zumindest derzeit simuliert. Das ist auch insofern interessant, dass zum Ende des Monats die sogenannten Hundstage beginnen (23.07. – 23.08.). Das sind oft die heißesten Wochen des Jahres und dafür sind solche gewittrigen Hitzewellen typisch. Es bedarf angesichhts der außerordentlichen Trockenheit aber mehrerer starker Regenfronten, um tatsächlich auch einen Durchbruch an der Pilzfront zu erzielen. Das wäre dann gerade auch für uns Hobby – Mykologen, die nicht nur an die klassischen Speisepilze denken, eine spannende Zeit, denn durch die lange Wärmeperiode können durchaus Pilzarten auftauchen, die wir nicht alljährlich bei uns zu Gesicht bekommen.

Dieses Bild habe ich heute Mittag mit Blickrichtung Westen aufgenommen. Wenn ich nicht wüßte, das sich das Wetter bei uns kaum ändern soll, hätte ich gesagt, wir bekommen bald Regen. Ein ziemlich unruhiger Himmel. Die oberen, hakenförmigen Wolken nennen sich Cirrus spissatus und kündigen im allgemeinen Regen innerhalb der folgenden 48 Stunden an. Auch Cirrus uncinus sind hier zu sehen und im Hintergrund offensichtlich flache Cumuls – Bänke.

Mittwoch, 04. Juli (Tom Sawyer – Tag) – Erinnert mich an meine Kindheit, denn die Abenteuergeschichte von Mark Twain hat mich schon berührt. Auch weil meine Zeit als Straßenkind in Wismar ähnlich abenteuerlich verlief. Mensch, was haben wir nicht alles getrieben und angestellt. Gutes und weniger Gutes, wie es sich zum Entdecken der Welt auch gehört.

Auf Entdeckungstour war ich heute auch, schließlich war Mittwoch. Der Rest des Meßtischblattes Roggendorf stand auf dem Programm. Es ging nach Alt Steinbeck, in den am Ort angrenzenden Wald. Ein recht kompaktes Waldgebiet mit größeren Buchen- und Fichtenbeständen, aber auch Sümpfen und keineren Feuchtstellen. Zu entsprechend besseren Zeiten sicher keine schlechte Adresse für Speisepilz – Fans. In den Fichten dürfte es im Herbst allerhand geben, vor allem saprophytische Arten. In den Buchenbereichen, teils sehr attraktiv, dürften Fans von Steinpilz und Co. zum richtigen Zeitpunkt voll auf ihre kosten kommen. Besonders die ausgehagerte Buchenkannte an der Westseite des Waldgebietes sah diesbezüglich sehr verheißungsvoll aus. Heute war es aber knochentrocken und es gab so gut wie keine Frischpilze. Hier die kleine Artenliste von MTB: 2332/4 – Wald bei Alt Steinbeck: Herber Zwergknäuling, Wurzelschwamm, Gelbe Lohblüte, Buckel – Tramete, Runzeliger Schichtpilz, Schmetterlings – Tramete, Echter Zunderschwamm, Birken – Zungenporling, Rotrandiger Baumschwamm, Gemeiner Violettporling, Striegeliger Schichtpilz, Zugespitzter Kugelpilz, Samtiger Schichtpilz, Eichen – Mehltau und Riesenporling.

Das Wetter war dazu strahlend sonnig und sommerlich warm. Die Luft war sehr trocken und das wird bei uns auch weiterhin so bleiben. Dazu wird es in den nächsten Tagen zeitweise stark windig! Das könnte insbesondere bei den täglich auftretenden Feld- und Waldbränden zunehmend gefährlich werden! Regen ist für uns wohl frühestens  ab 14. Juli in Sicht. Wie bei Wetter – Online allerdings zu lesen war, wird er vor allem in Süddeutschland wieder ergiebiger ausfallen. Für uns im Norden sind aus heutiger Sicht höchstens 10 – 20 l/qm zu erwarten. Bei der diesjährigen Dürre ist das nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein und wird an der Pilzfront kaum etwas bewegen!

Wer dennoch Appetit auf ein frisches Waldpilz – Gericht hat, sollte sich auf Riesenporlinge (Meripilus giganteus) spezialisieren. Die ersten Rosetten dieser Giganten habe ich heute gefunden. Sie wachsem um alte Eichen und Buchen sowie deren Stümpfe herum. Wenn sie so wie hier, dickwulstig und butterweich herausbrechen, sind sie durchaus essbar und sollen sogar recht gut schmecken. Ein Nachteil dabei, sie werden schwarz! Standortfoto am 04.07.2018 im Wald bei Alt Steinbeck.

Donnerstag, 05. Juli (Tynwald – Tag auf Isle Of Man) – Das ist eine Insel in der Irischen See, die zum Vereinigten Königreich gehört. Der Tynwald – Tag, ist ein Feiertag, der im Zusammenhang mit den Sonnenwendfeierlichkeiten steht und durch die Kalendereform von Papst Gregor vom 24. Juni auf den 5. Juli gerutscht ist.

Heute habe ich die Ausstellung erneuert. Es liegen 73 Arten auf der Fläche. Erstmals in diesem Jahr mit dabei: Fleischroter Speise – Täubling, Dickbblättriger Schwarztäubling und Riesenporling.  Außerdem standen Schreibtischarbeiten für mein Steuerbüro auf dem Programm.

Zum Wetter: Inzwischen brennen auch schon unsere Maronen – Wälder bei Groß Laasch, zwischen Schwerin und Ludwigslust! Der trockene Kiefernwald fängt, wie auch einige Getreidefelder, vom geringsten Funkenflug Feuer. Bei meiner gestrigen Exkursion tangierte ich auch ein völlig ausgereiftes, oder sollte man eher sagen, vertrocknetes Getreidefeld. Bei der intensiven Sonneneinstrahlung und im Schutz einer Feldhecke stand hier eine extreme Hitzeglocke. Apropos Hitze. So wie es aussieht, scheinen die großen Hitzewellen zunächst nicht von Südwesten her heran zu rücken. Grund ist unter anderem das schon seit Tagen über dem Baltikum und Nordwestrussland drehende Tiefdrückgebiet, dass inzwischen einen gewaltigen Aktionsradius bekommen hat. Es verhindert zunächst den Durchbruch einer westlich geprägten Wetterlage. Dafür versorgt es die Gebiete östlich von Moskau mit unerträglicher Hitze, teils von über 40 Grad im Schatten. Dieses Tief soll nun auch wieder weiter nach Westen ausgreifen und könnte in den nächsten Tagen für Regenfälle und Gewitter im Norden und Osten des Landes sorgen. Für Wismar werden aktuell 1 – 2 l/qm berechnet. Die Regenmengen bleiben offensichtlich gering und werden keinerlei Einfluß auf das Pilzwachstum haben. Dafür ist die Regen- und Gewitterlage, die seit Tagen für Mitte des Monats prognostiziert wurde, komplett gestrichen! Der aktuelle Modellauf bei Wetter Online simulierte heute Abend, beginnend mit dem Baltikum – Tief, einen ausdauernden Tiefdruck – Zirkus über Mitteleuropa, einschließlich entsprechender Regenfälle. Es ist also etwas verworren, was die Witterung der nächsten Zeit anbelangt. Angesichts der Erfahrungen der letzten Monate, glaube ich nicht, dass wir ernsthaft mit Regen rechnen können!

Zur Aufmunterung hier mal ein schöner Frischpilz, den Raritäten – Jäger Andreas Okrent am 02.07.2018 im Haushalt Forst gefunden und fotografiert hat. Anhängsel – Röhrling (Boletus appendiculatus). Ansonsten herrschte auch dort tote Hose!

Freitag, 6. Juli (Tag der Fischer auf den Marschall Inseln) – Starker Wind, trockene Luft und viel Sonnenschein, bei angenehmer Wärme, stand heute auf dem Programm. Würden jetzt verstärkt Frischpilze wachsen, hätten sie keinen guten Stand. Aber glücklicherweise kann uns das egal sein, da kaum etwas zu erwarten ist. Sommerlich warm soll es auch weitergehen, aber offensichtlich scheint sich der Zirkus mit dem Tiefdruck – Gewaber zu bestätigen. Zwischen dem starken Baltikum – Tief und hohem Luftdruck bei den Britischen Inseln wird von Norden her Höhenkaltluft angezapft, die in der nächsten Woche über der Nordosthälfte Deutschlands wie ein Fettauge schwimmen soll. Das Fettaugen auf ihrer Oberfläche herumeiern, ist allgemein bekannt. Und so wird sich wohl auch dieser Kaltluft – Tropfen verhalten. Je nach dem wo gerade die kälteste Luft in der Höhe mit günstiger Thermik zusammenspielt, können sich die kräftigsten Schauer und Gewitter bilden. Das wird derzeit eher Richtung Vorpommern und Brandenburg berechnet. Aber es liegt in der Natur der Sache, dass keiner richtig weiß, was dieses „Fettauge“ treiben wird. Auf jedenfall dürfen wir demnächst mit einigen Regentropfen rechnen. Großes wird sicherlich nicht passieren. Allerdings scheint die Zeit der kräftigen Dauerhochs abgelaufen zu sein. Im weiteren Verlauf wird zunehmender Tiefdruckeinfluß von Westen her angedeutet. Aber das ist nur ein wager Trend, denn über fünf Tage hinaus gibt es keine zuverläßige Wettervorhersage, wie wir in diesem Frühjahr und Sommer immer wieder schmerzlich feststellen mußten.

Das einige Pilzarten auch bei großer Trockenheit wachsen können, beweist dieses Foto eines Urlaubers von der Insel Poel. Es zeigt junge Wurzelnde Bitter – Röhrlinge (Boletus radicans), die dort gerade frisch und knackig aus dem noch knackigeren Parkboden hervorbrechen. Gerade einige, teils seltene Vertreter der Dickröhrlinge, scheren sich wenig um Trockenheit. Wenn ihre Zeit gekommen ist, schieben sie! Standortfoto am 05.07.2018 im Eichenpark der Ostsee – Insel Poel. Ungenießbar.

Sonnabend, 07. Juli (Tag der Kooperativen). Kooperativ in punkto Regen zeigt sich die Natur in diesem Sommer bei uns im Nordosten in keiner Hinsicht. Während einige Regionen im Süden in den letzten Tagen wieder reichlich Regen bekommen haben, geht bei uns die Dürre in eine Endlosschleife. Zwar zieht in den nächsten Tagen ein Kaltlufttropfen mit etwas Regen, Schauern und örtlichen Gewittern auf, aber das wird die extreme Trockenheit kaum lindern. Gestern wurden zum nächsten Wochenende weitere Gewitter, auch bei uns, signalisiert. Heute wurde wieder zurückgerudert. Sie werden den Norden wohl nicht erreichen. So werden aus heutiger Sicht für Wismar innerhalb der nächsten zwei Wochen ganze 2 Liter Regen prognostiziert. Und das Brisante dabei ist, heute endet der Siebenschläfer – Zeitraum! Mit anderen Worten, bis Mitte August ist kaum Änderung in Sicht! Die Modellläufe deuten sogar Richtung Ende Juli eine Stabilisierung an. Das Azorenhoch soll eine riesige Hochdruckbrücke bis in den hohen Norden aufbauen, welche dann wie eine Mauer die Atlantiktiefs abschmettern dürfte. Über Skandinavien soll sich nach diesem Model sogar wieder ein mächtiges, eigenständiges Hochdruckgebiet bilden, welches uns dann weiterhin Sonne und Wärme garantiert. Allmählich scheint fest zu stehen, vor dem Herbst läuft hinsichtlich Frischpilzwachstum nichts mehr bei uns!

Im Hinblick unserer diesjährigen Nachtwanderung habe ich mich heute in der Region Dabel nach einer möglichen Wanderroute umgesehen. Sie soll weitläufig um den ehemaligen Forsthof Turloff führen. Das sandige, abwechslungsreiche Waldgebiet war früher Militär – Standort. Bei günstigen Witterungsbedingungen und zu gegebener Zeit sicher eine Fundgrube für Mykophagen. Heideartige Flächen auf dem ehemaligen Übungsgelände mit Jungkiefern und Birken, Heidekraut und Blaubeeren. Kiefern und Fichtenwälder sowie herrliche Buchenbereiche, in denen man die Steinpilze und Pfifferlinge fast schon darstehen sieht, wenn es nur nicht so trocken wäre. Selten habe ich so einen ausgetrockneten –  Wald gesehen, wie heute. Ich hoffe, es ändert sich vor dem 24. August noch zu unseren gunsten. Dann befinden wir uns immerhin schon im Pilzherbst (Mitte August – Mitte Oktober).

Jungkiefern auf der einen, Altkiefern und Buchen auf der anderen Seite des Weges. Von grünem Moos und Gras nichts mehr zu sehen, nur noch braun. In besseren Tagen dürften hier sowohl am, wie auch auf dem Mittelweg die Steinpilze wie die Soldaten stehen. Die Soldaten sind zwar weg, aber irgendwann werden hier unsere Lieblinge wieder in Reih und Glied sowie kompanieweise Aufstellung nehmen. Vieleicht schon im Schein unserer Stirnlampen!? Je länger die Trockheit, um so üppiger die Pilzexplosion bei  optimalen Bedingungen. Derartiges geschieht aber nur durch ein massives, grundsteinlegendes Niederschlagsereignis und nicht durch eine allmähliche Verbesserung der Wachstumsbedingungen. 07.07.2018.

Sonntag, 08. Juli (Tag der russischen Post) – Eine Vereinsexkursion führte uns heute in den Fahrenhorst zwischen Broock und Kuppentin, unweit der mecklenburgischen Bierbrauerstadt Lübz. Wir vernachlässigten allerdings das gute Pils und suchten nach der verwandten Klientel mit dem Z am Ende des Namens. Das Waldgebiet liegt an der Elde – Müritz – Wasserstraße. Der dortige Wasserwander – Rastplatz nennt sich Bermuda – Dreieck. Warum auch immer, läßt sich jedenfalls gut merken und macht neugierig. Eine Idylle herrscht hier sowieso. Viele Boote nutzten das schöne Sommerwetter und schipperten den Kanal entlang oder legten am Bermuda – Dreick an. Hier darf man verweilen und am gleichnamigen Imbiss kann man sich stärken. Wir aber blickten nicht nur in Richtung Wasser, sondern vor allem auf den Waldboden und begutachteten das Totholz. Die Wasserstraße ist im Fahrenhorst vor allem von Buchenwäldern umsäumt. Ansonsten finden wir hier auch Fichten und Kiefernbestände mit eingestreuten Feuchtbiotopen. Trotz der großen Trockenheit konnten wir sogar einige Frischpilze ausmachen. Aspektbildend gab es Wurzel – Rüblinge. Beeindruckend war ein reichliches Vorkommen des nicht häufigen Seidigen Dachpilzes auf Laubholz – Schredder. Die Pilze wuchen hier büschellig in allen Altersstadien. Das war schon etwas besonderes, finde ich die Art doch sonst nur relativ selten als Einzelstücke an Laubholz – Stubben oder toten Bäumen. Der ausführliche Bericht ist in der Rubrik „Unterwegs am Bermuda – Dreieck“ zu finden.

Seidiger Dachpilz (Pluteus petasatus), heute fast schon als Massenvorkommen auf Holzhäcksel im Fahrenhorst an der Elde – Müritz – Wasserstraße. Hier sehen wir voll entwickelte Fruchtkörper mit ihren weiß – seidig glänzenden Hüten. Ein weitere Bezeichnung für diesen Freiblättler lautet Braunschuppiger Dachpilz. Da auch noch ganz junge Exemplare aus dem Substrat schoben, mit dicht braunschuppigen Hüten, ist auch dieser Name sehr treffend für diese schöne Art. Essbar.

Dienstag, 09. Juli (Karneval in Saint Vincent und auf den Grenadines). Wolkenverhangen und kühler als an den Vortagen präsentierte sich der heutige Wochen – Auftakt. Die Wolken hängen mit dem Kaltluft – Tropfen zusammen, der seit Tagen angekündigt wird. Noch sind kaum Tropfen dabei, aber über Südskandinavien ist bereits die kräftige Gewitterzone aktiv, die im laufe der Nacht in Richtung Nordsee und Schleswig – Holstein eindrehen wird. Der Westen Mecklenburgs kann dann auch schon mit einigen Tropfen rechnen. Das Tief wird sich über Deutschlands einkringeln. Im Bereich der kältesten Höhenluft bilden sich wohl auch über M-V immer wieder kräftige Schauerstraßen und Gewitterlinien aus, die es zumindest strichweise heftig schütten lassen werden. Insbesondere am Mittwoch könnte das der Fall sein. Einige Wettermodelle berechnen dabei Regenmengen bis örtlich 100 Liter auf den Quadratmeter! Meist dürfte es aber deutlich weniger sein. Für unseren mecklenburger Bereich rechnet das UTC – Modell mit 40 – 50 l/qm. Ein weiteres Modell bei Kachelmann – Wetter sogar zwischenzeiltlich mit  50 – 60 l/qm. In Vorpommern können demnach sogar bis zu 80 l/qm zusammen kommen. Das ist nach der schlimmsten Dürre seit 50 Jahren eine bemerkenswerte Hausnummer und wird stellenweise zu ganz anderen Problemen führen. Nach dem Wüstenstaub folgt die Sintflut! Zu bedenken ist allerdings, es handelt sich nicht um ein gleichmässiges, zusammenhängendes Regengebiet, sondern um konvektive Niederschläge. Mit anderen Worten, in Schwerin könnte Land unter sein, in Wismar wird gerade mal die Straße nass oder umgekehrt.

Heute habe ich unsere Pilzausstellung wieder erneuert. Es liegen 76 Arten auf der Fläche. Erstmals in dieser Saison mit dabei: Seidiger Dachpilz, Adlerfarn – Fleckenpilz, Gemeiner Wurzelrübling und Kiefern – Braunporling.

Mit diesem schönen Stimmungsfoto sandte mir heute Christopher Engelhardt Urlaubsgrüße aus den Alpen zu. Im Lainbachtal bei Tutzing hat er diesen Buchen – Schleimrübling (Oudemannsiella mucida) an Fichte fotografiert. Der Pilz geht also fremd, finden wir ihn sonst doch nahezu ausschließlich an Rotbuche!

Dienstag, 10. Juli (Tag der Kuh) – Die Kuh hat in diesem Steppensommer auch kaum noch saftiges Grün auf den Weideflächen in M-V. Es ist zumeist bereits am Halm zu Heu geworden oder wächst einfach nicht mehr nach. Aber diesbezüglich ist Abhilfe in Sicht. Die Dürre endet in dieser Nacht und auch die Wald- und Feldbrandgefahr wird gebannt. Das Höhentief dreht weiterhin seine Kreise über Deutschland und hat heute regional schon bis 50 Liter gebracht. Richtig los geht das Tränken unseres Bundeslandes aber erst ab heute Nacht. Auch morgen ziehen weiterhin Starkregenbänder und Gewitter durch. Die Unwetterzentrale bewarnt vor Starkregen zwischen 40 und 70 Liter auf den Quadratmeter. Strichweise können auch deutlich über 100 Liter bis Donnerstag Abend zusammenkommen. Die Trockenheit ist damit zunächst Geschichte und wir dürfen in etwa 14 Tagen einen ersten, nennenswerten Schub von Sommerpilzen in diesem Jahr erwarten. Vielleicht gibt es einige Tage früher bereits massenhaft Wiesen – Champignons auf einigen Kuhweiden. Diese lieben bekanntlich trockene und heiße Sommer. Aber auch so manche thermophile Art, die wie sonst eher selten zu Gesicht bekommen, dürfte sich zeigen.

Dieser schöne Porling zählt zu den größten europäischen Pilzgestalten überhaupt. Am Fuße alter Eichen kann der einjährige Tropfende Schillerporling (Inonotus dryadeus) zu gewaltigen Fruchtkörpern heranwachsen. Am schönsten ist er, so wie hier, im jungen Wachstums – Stadium, durch seine zahlreichen, kandisfarbenen Guttationströpfchen. Dieses Foto hat Christian Ehmke vor wenigen Tagen auf dem Wismarer Friedhof aufgenommen.

Mittwoch, 11. Juli (Tag der Weltbevölkerung) – Seit heute Nacht dreht nun das Höhentief seine Kreise in Form von Regenbändern auch über Mecklenburg – Vorpommern. Wie erwartet, waren und sind die Niederschlagsmengen höchst unterschiedlich. Hier einige Werte für unser Einzugsgebiet bis heute 20.00 Uhr: Boltenhagen 16 l/qm, Kirchdorf/Poel 16 l/qm, Rostock/Warnemünde 18 l/qm, Goldberg 46 l/qm und der Spitzenreiter in unserem Bundesland bisher war Triebsees mit 61 l/qm. Ein akueller Wert noch aus Keez (19.15 Uhr): 17 Liter – viel zu wenig! Gleiches gilt auch für Wismar, stand heute Abend. Auch hier ist nichts großes zu erwarten, es sei denn, heute Nacht kommt noch einiges vom Himmel.  Es hat aber auf jedenfall eine flächige Überregnung in Mecklenburg gegeben. Am meisten dürfte bisher in einem Streifen südlich von Schwerin bis zur Seenplatte zusammen gekommen sein. So auch unsere Gebiete zwischen Crivitz, Parchim und Goldberg. Hier gab es schon während der Nacht heftige Regengüsse und auch am Nachmittag zog eine Linie mit, wie an einer Perlenschnur angeordneten starken Schauern und Gewittern, immer wieder strichweise über die selben Gebiete. Jetzt am Abend schwächeln die Regenbänder etwas, aber von Polen dreht noch weiterer Regen zu M-V herein, der teils von Gewittern verstärkt auch in der Nacht noch einiges an Wasser bringen könnte. Aus jetziger Sicht ist zumindest strichweise bis regional in 10 – 14 Tagen ein schwacher bis nennenswerter Schub von Sommerpilzen möglich. Insbesondere die Region um Goldberg (Nossentiner/Schwinzer Heide) wurde gut bedacht. Der große Durchbruch ist es auf keinen Fall! Dafür ist es auch noch viel zu früh, aber vielleicht können wir ja nun mal eine kleine Ernte von Sommersteinpilzen erhoffen, wenn auch nur sehr regional. Die Nachfolgewitterung ist dabei sehr wichtig. Ergiebiger Regen soll nun wieder weit und breit nicht mehr in Sicht sein. Ausnahme bilden örtliche Schauer oder Gewitter, die es bei weiter warmen Sommerwetter hier und da geben kann. Sollte es jedoch wieder Sonne und Hitze über einen längeren Zeitabschnitt geben, dürfte nicht allzuviel passieren!

Meine Mittwochsexkursion fiel heute in`s Wasser. Bereits am morgen wurde ich schon einmal völlig durchgeweicht, da ich ausgerechnet in den stärksten Schauer, der heute in Wismar niederging, hinein gekommen war. Einmal reicht!

Trotz der Dürre, finden sich immernoch allerhand Frischpilze an feuchteren Stellen. Hier sind es Sternhaarige Schildborstlinge (Scutellinia crucipila). Foto und Bestimmung Torsten Richter, Rehna. Die Pilze wirken in der Vergrößerung richtig üppig, in der Realität beträgt ihr Durchmesser allerdings nur einige Millimeter.

Donnerstag, 12. Juli (Tag des Pecanusskuchens in den USA) – Bis auf einige, schwache Schauer in der vergangenen Nacht, war`s das mit dem Regen in Mecklenburg. In Richtung Vorpommern und Berlin/Brandenburg hat es in der Nacht und teils auch noch am Tage mitunter sintflutartig geschüttet und es kam stellenweise zu Überflutungen. So sind im äußersten Osten von Vorpommern bis zu 70 Liter zusammen gekommen! Am wenigsten fiel in Nordwestmecklenburg und auf der Insel Rügen. Der große Rest hat meist 20 – 40 l/qm bekommen. Dort, wo die höchsten Regenmengen vom Himmel fielen, wird es sicherlich ein kurzes Aufflackern an der Pilzfront geben. In unserem Einzugsgebiet am ehesten zwischen Schwerin und Parchim sowie in der Nossentiner/Schwinzer Heide. Aber dass sind leichte Sandböden mit großen Kiefernbeständen. Hier ist es besonders schnell wieder trocken, aber an geschützteren, schattigeren Stellen könnte etwas zustande kommen.

Bei Wetter – Online steht heute der 14 tägige Mittelfrist – Trend unter der Überschrift „Der Dürre – Sommer geht weiter“. Damit dürfte klar sein, dass nicht viel an der Pilzfront passieren wird, denn der Hochsommer mit viel Sonne und Temperaturen um 30 Grad geht in eine weitere Runde. Die Modellkarten für Profis bei Wetter – Online lassen in der 14 – tägigen Simulation aber kaum Hochdruck erkennen. Statt dessen dominiert eher schwacher Tiefdruckeinfluß und die Luft wird zeitweise schwül.  Es besteht überall in Deutschland die Möglichkeit von zumindest örtlichen Schauern und Gewittern, die punktuell aber durchaus kräftig ausfallen können. Diesbezüglich wird aber weiterhin wohl mehr der Süden Deutschlands davon profitieren. So geht also das schon seit Monaten bestimmende Grundmuster weiter. Sommer ohne Ende. Diese Wetterlage ist wohl allmählich wirklich schon als historisch außergewöhnlich einzuschätzen.

Hier noch ein schönes Stimmungsfoto von Christopher Engelhardt. Es zeigt Halsband – Schwindlinge (Marasmius rotula) an einem dünnen Laubholz – Ästchen. Während unsere fleischigen Arten meist ein bis zwei Wochen brauchen, bevor sie nach längerer Trockenheit Fruchtkörper schieben können, sind solch kleine, filigrane Pilzchen schon nach wenigen Tagen da. Schwindlinge, so wie diese, sogar schon nach Minuten oder Stunden, falls sie schon vorher am Standort bis zur unkenntlichkeit eingeschrupft, vorhanden waren. Schwindlinge sind ja dafür bekannt.

Freitag, 13. Juli (Neumond) – Ab morgen nimmt der Mond wieder zu. Die Mond – Theoretiker freuen sich und erwarten eine Verbesserung des Pilzwachstums. Das wird auch so eintreten, dafür werden aber in erster Linie die gefallenen Niederschläge sorgen und dieses Ereignis spielt nun  zufällig in den zunehmenden Mond hinein. Gestützt könnte diese Entwicklung durch weitere Schauer- und Gewittergüsse, die in der nächsten Woche möglich sind. Gebietsweise können durchaus nennenswerte Niederschläge dabei sein. Vor allem in Ostdeutschland bis hoch in unsere Region ist nach neuestem Stand einiges möglich. Auch heute haben sich diagonal über Mecklenburg von Nordwest nach Südost an einer schmalen, wie mit dem Lineal gezogenen Konvergenzzone, teils kräftige Gewitterschauer gebildet. Örtlich hat es wolkenbruchartig geschüttet. Dieses war aber wirklich nur sehr punktuell. So bin ich am Abend noch in diese Zone hinein gefahren. Wie scharf diese war, konnte man schon gut auf dem Regenradar erkennen. In Bruel war es komplett trocken geblieben, aber bereits 2 – 3 Km entfernt hat es kräftig geschüttet.

Ein Pilzfreund, der momentan auf der Insel Poel Urlaub macht, fand heute während einer Radtour am Schweriner See einen Leberpilz. Auf Poel hat er Champignons gesichtet. Diese sind aber keine direkte Auswirkung der jüngsten Regenfälle, sondern haben sich noch durch frühere Niederschläge vorgebildet und beim jüngsten Regen gestreckt. Der Leberpilz wäre sowieso gewachsen.

Die Konvergenzzone am Abend von Holdorf aus gesehen. Rechts bilden sich immer noch neue Zellen, so dass ich mich zwischendurch unterstellen mußte. 13.07.2018.

Sonnabend, 14. Juli (Zwölfbotentag) – Das Wetter bot nach schwüler Sommerwärme mit Gewittern gestern, heute kühle Nordsee – Suppe. Solche Tage sind nichts halbes und nichts ganzes. Es drifften immer wieder tiefhängende Wolken von der Nordsee in`s Landesinnere und es entsteht eher ein herbstlicher als ein sommerlicher Eindruck. Regen hat dieses Gewölk nur wenig im Gepäck, meist bleibt es sogar trocken. Aber das wird sich schon morgen wieder ändern. Die Sonne soll neuerlich die Oberhand gewinnen und in der nächsten Woche geht es hochsommerlich mit Gewittern weiter. Es dürfte sich dann allmählich eine allgemeine Verbesserung an der Pilzfront einstellen. Dieser Trend war auf unserer heutigen öffentlichen Wanderung bei Groß Raden schon auszumachen. Hier hatte es im Juni bei heftigen Gewittern mehrmals geschüttet und in den dortigen, alten und schattigen Buchenwäldern, war durchaus schon einiges los. Immer wieder verschiedene Täublinge, der eine oder andere Perlpilz, Dachpilze, Wurzel – Rüblinge und sagar eine Handvoll fleischige Blasse Laubwald – Pfifferlinge. Eine Runde durch die sich anschießenden, sandigen Nadelwälder, erbrachte im Vergleich dazu fast nichts. Siehe unter „Mit Berlinern auf Wanderung“.

In dem kakhaltigen Altbuchenwald bei Groß Raden war heute der Scharfe Honig – Täubling (Russula veternosa) die häugste Art dieser umfangreichen Gattung. Die verwaschenen, rosarötlichen Hutfärbungen, die auch stark ausblassen können, die gelben Lamellen in Kombination mit ihrer Schärfe sowie der Standort charakterisieren diesen nicht sehr häufigen Sprödblättler bestens. Ungenießbar.

Und das war´s erst einmal. Urlaub steht an und in diesem Zusammenhang eine kleine Deutschland – Tour mit dem Zweirad, von Jugendherberge zu Jugendherberge, gemeinsam mit Sohn Jonas. Ein kleines Abenteuer und mal schauen, wie weit wir kommen und Lust haben. Bestenfalls werden zwei Wochen drauf gehen, aber vielleicht auch nur wenige Tage. Hängt von verschiedenen Faktoren ab. Sobald ich wieder im Lande bin, spätestens ab 28. Juli, geht es an dieser Stelle weiter!