Wetter und Pilze im Raum Nordwestmecklenburg

Tagebuch Wetter / Pilze August 2018

Schaurige Wetterstimmung heute morgen an der Wohlenberger Wiek. Letzte Gewitterschauer aus der Nacht ziehen langsam zur Ostsee ab. Viel Niederschlag haben sie nicht gebracht. Die Dürre geht weiter!

Mittwoch, 01. August (Bundesfeier in der Schweiz) – Der Juli endete mit extremer Hitze. Selbst in Kirchdorf, auf der Ostsee – Insel Poel, ging bis auf 37 Grad rauf! Absoluter Rekord, so warm war es hier noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Nach einigen Gewittern gestern Nachmittag/Abend und heute morgen ist es etwas angenehmer geworden, aber immernoch hochsommerlich warm. Nur ganz vereinzelt gab es bei diesen Schauern nennenswerte Regenmengen, die aber keine offizielle Meßstation trafen. So geht es meist knochentrocken weiter.

Da ich u. a. durch meinen Urlaub einen Nachholebedarf bei meinen Mittwochsexkursionen habe, ging es heute trotz frustrierender Aussichten in ein neues Meßtischblatt – 2337 = Dabel. Hier war natürlich der erste Quadrant an der Reihe, in dem sich die Peeschen Tannen befinden. Sandboden, überwiegend bestanden von Nadelforsten (Kiefern, Fichten und Lärchen). Das Gebiet war absolut ausgetrocknet und da es zum Landkreis Ludwigslust – Parchim gehört, gelten hier zumindest eingeschränkte Betretungsverbote für die sandigen Nadelwälder. Eingeschränkt in so fern, dass man zwar in den Wald darf, aber die Wege sollten nicht verlassen werden. Daran hielt ich mich strikt und machte eigentlich nur einen entspannten, aber bei der Wärme doch etwas anstrengenden Waldspaziergang. Leider ist es hier über weite Strecken ziemlich verkrautet und wie in vielen unserer trockensandigen Kiefernforste, haben sich zahlreich Spätblühende Traubenkirchen angesiedet. Dieser invasive Neophyt wurde im 19. Jahrhundert von Nordamerika zunächst als Zierstrauch, aber auch zu forstwirtschaftlichem Versuchsanbau, nach Europa geholt.  Vögel sorgten seit dem für eine massive Ausbreitung und inzwischen verunkrauten sie unsere armen Kiefernstandorte, gemeinsam mit einer stickstoffliebenden Pflanzenwelt, wofür die Landwirtschaft die Verantwortung trägt. Neuerdings laufen Versuche, die auch als „Pest des Waldes“ bezeichnete Pflanze mit einem bei uns häufigen Pilz zu bekämpfen, nähmlich mit dem Violetten Knorpelschichtpilz (Chondrostereum purpureum). Wir kennen und finden ihn besonders im Spätherbst und Winter häufig an Laubholz. Etwas gutes wird der  amerikanischen Traubenkirche aber auch nachgesagt. Sie soll bei Waldbränden in den trockenen Kiefernwäldern als Brandriegel fungieren. Die Feuer gehen hier nicht so schnell durch, wie im Kiefern – Reinbestand.

Hier die kleine Artenliste aus den Peeschen Tannen: MTB: 2337/1: Eichen – Mehltau, Echter Zunderschwamm, Holunder Rindenschichtpilz, Eichen – Zystidenrindenpilz, Flacher Lackporling, Schmetterlings – Tramete, Gemeiner Spalblättling, Striegeliger Schichtpilz und Gemeiner Violettporling.

Die Spätblühende Traubenkirsche (Prunus serotina) verpestet als unerwünschter Neophyt unsere armen, sandigen Wälder. 01.08.2018 in den Peeschen Tannen.

Donnerstag, 02. August (Lady Of The Angels Day in Costa Rica) – In der zweiten Nachthälfte hatten sich an einer Konvergenz – Linie über Thüringen, Sachsen – Anhalt und dem nordwestlichen Brandenburg sehr heftige Gewitter gebildet, die Strichweise über hundert Liter Regen auf den Quadratmeter lieferten. Die überaus heftigen Wolkenbrüche gingen mit Überschwemmungen und weiteren Schäden einher. Sie zogen in Richtung Norden, bis zur Müritzregion und dem südlichen Vorpommern. Hier gab es aber wesentlich weniger an Niederschlag. Derartige Regenmengen sind mindestens notwendig, um ein solideres Pilzaufkommen vorzubereiten. Aber bitte nicht in Sturzfluten, sondern durch intensiven Dauerregen an mindestens ein bis zwei Tagen. Dieser ist aber leider nicht in Sicht. Statt dessen geht die Hitze weiter. Nachdem es letzte Schauer heute morgen gab, wurde es  zunehmd sonnig, wobei sich schwüle bemerkbar machte. Die war bei 25 – 30 Grad aber noch einigermaßen eträglich. Morgen und am Sonnabend wird es aber wieder richtig tropisch mit bis zu 35 Grad im Schatten! Erst im laufe des Sonnabend und in der Nacht zum Sonntag weht eine Kaltfront kurzzeitig deutlich angenehmere Luft zu uns in den Nordosten. Wir müssen uns dann mal mit 23 bis 26 Grad begnügen und unsere Wohnungen ordentlich durchlüften, bevor es in der neuen Woche wieder Steil bergauf gehen soll.

Wie ich vor einigen Tagen im Juli – Tagebuch schon erwähnte, hat sich über Spanien Rekord – Hitze eingefunden, die nun bis Mitte nächster Woche auch den Weg nach Deutschland finden soll. Nach den neuesten Berechnungen können wir in der Nordhälfte der Bundesrepublick dann mit 35 – 40 Grad im Schatten rechnen! Wir haben also den heißesten Tag des Jahres wohl noch vor uns! Wahrscheinlich mit einigen Unwettern wird die Bruthitze danach wohl nachhaltig aus Deutschland vertrieben. Bei normalen Sommertemperaturen könnte es dann öfters Schauern. Großer Landregen ist aus heutiger Sicht unwahrscheinlich. Ein nachhaltiger Durchbruch an der Pilzfront ebenso!

Als Abschlußfoto des Juli – Tagebuches habe ich ein Bild von der Gewitterfront von Dienstag Abend veröffentlicht, das mehrere Niederschlagskerne zeigte. Gestern morgen bin ich eine Runde durch die betroffenen Gebiete gefahren. Wie man sieht, kam hier einiges vom Himmel. Beckerwitz an der Wohlenberger Wiek wurde voll getroffen. Vieleicht sind auf der Golfanlage im nahen Hohen Wieschendorf in einigen Tagen Wiesen – Champignons zu erwarten. Ein weiteres Zentrum war bei Brook/Hohen Schönberg, im Klützer Winkel. Hier gab es ein richtiges Unwetter mit schweren Sturmböen. Große Äste der Alleebäume wurden abgerissen.

Freitag, 03. August (Internationaler Tag des Bieres) – Na dann Prost! Bei der Affenhitze ist ein kühles Pils ein Genuss und es wirkt auch viel effektiver.

Eine Hitze war das auch heute wieder und dazu noch ziemlich schwül. Regen (1 – 2 l/qm) könnte es morgen wieder geben in form einzelner Schauer und Gewitter. Insbesondere in Ostseenähe, rund um den Großraum Rostock, besteht aus heutiger Sicht eine recht hohe Gewitterwahrscheinlichkeit. Die Küstengebiete werden von einer kleinen Randtiefentwicklung gestreift, die eine Kaltfront hinter sich her schleift. Diese wird dann am Sonntag einen Hauch kühlerer Meeresluft heranwehen. Diese wird aber im laufe des Montags wieder vertrieben.

Tierische Hitze macht sich dann von Spanien her auf den Weg zu uns. Es wird unerträglich und es dürfte die Hitzespitze dieses außergewöhnlichen Dürre – Sommers werden. Dann aber nähert sich vom Atlantik her eine markante Kaltfront, die mit schweren Unwettern die Hitze entgültig verdrängen soll. Allerdings sollte man sich nicht zu früh freuen, denn es scheint immer noch relativ unwahrscheinlich, dass sich nun die große Druckverteilung zu gunsten einer wechselhaften Westwindlage längerfristig ändern sollte. Schön wäre es und derzeit sieht es wohl auch so aus. Großer Regen scheint aber auch dann nicht in Sichtweite. Wie ich heute auf Kachelmann – Wetter gelesen habe, gibt es ein Vorhersagemodel des Europäischen Zentrums für Mittelfristige Wettervorhersagen, dass eine 46 tägige Mittelfristprognose rechnet und dieses hat sich in letzter Zeit ganz gut bewährt. Die Rechnung geht bis 15./16. September und dort wird eine weitere, starke Austrocknung Mitteleuropas gerechnet. Nur über Skandinavien könnte es überdurchnittlich nass werden und auch in Richtung Südeuropa. In Mitteleuropa also weitere Versteppung mit immer höherem Niederschlagsdefizit!

Die Pilzsaison scheint dann engültig ein Totalausfall zu werden und auch unsere Großen Pilzausstellungen dürften allmählich zu Wackelkandidaten werden.

Inzwischen sieht es in vielen Parkanlagen und unter Alleebäumen wie im Herbst aus. Der Hitze- und Trockenstreß läßt die Bäume das Laub abwerfen und die in diesem Jahr aufgeforsteten Jungbäume sind meistens schon eingegangen. Das Foto mit dem Pappellaub habe ich am 31.07.2018 bei Wismar aufgenommen.

Sonnabend, 04. August (Tag der Küstenwache in den USA) – Mit den Schauern war es nicht so doll. Nur ganz vereinzelt, vor allem nach Vorpommern zu, gab es einige Tropfen. Aber zumindest frischte der Wind etwas auf und wehte schon mal etwas angenehmere Luft in´s Land. Nach drückend schwüler, stickiger Nacht wurde es etwas erträglicher.

So nutzte ich den späten Nachmittag und Abend um eine weitere Mittwochsexkursion nachzuholen, nähmlich die, die am 18. Juli an der Reihe gewesen wäre. Im MTB 2337/2 gibt es reichlich Wald. Ich entschied mich für die Seetannen, die an den Dabeler und Klein Pritzer See grenzen. Staubiger Sandboden mit erstaunlich vielseitigem Waldbestand. Auch die Mildenitz tangiert das interessante Gebiet. Naturbelassene Waldstücke mit reichlich Totholz. Kiefern- und Fichtenforste, Jungaufforstungen. Buchenbereiche, die jedem Pfifferlings- und Steinpilz – Fan das Herz höher schlagen lassen würden, so sie denn überhaupt eine Chance hätten zu wachsen. Integriert auch mindesten ein ganz tolles Torfmoor mit Birken und Blaubeeren. Diese gibt es übrigens auch sonst immer wieder in diesem Gebiet. Nur im Moor standen sie gut im Saft und hatten auch noch Früchte. Auf den armen Sandflächen waren sie hingegen oft vertrocknet. Ich hielt mich wieder weitgehend an die Vorlage, möglichst die Waldwege nicht zu verlassen. Nur bei dem Moor konnte ich nicht an mich halten und wagte einen kleinen Abstecher. Frischpilze gab es heute und auch hier sogut wie keine. Daher habe ich auch nur eine Handvoll Arten aufgeschrieben, darunter nichts besonderes. Hier die Liste von MTB: 2337/2 Seetannen: Eichen – Mehltau, Schwefelporling, Rotbrauner Borstenscheibling, Gemeiner Violettporling, Adlerfarn – Fleckenpilz, Schmetterlingstramete, Echter Zunderschwamm, Birken – Zungenporling und Eichen – Rindensprenger.

Das Orakel ist wieder da! Es setzt zu seiner zweiten Wachstumsphase des Jahres an, der Schwefelporling (Laetiporus sulphureus). Hatte er uns doch bereits im Frühjahr durch reichliches Wachstum signalisiert, dass es wohl ein schlechtes Pilzjahr werden würde. Wie recht er doch zumindest bis zum jetztigen Zeitpunkt gehabt hat. Liebhaber dieses leckeren Speisepilzes dürfen ab sofort wieder nach ihm fahnden, gibt es doch sonst kaum einen Frischpilz. Standortfoto am 04.08.2018 an Eichenstubben in den Seetannen.

Sonntag, 05. August (Tag der Unterwäsche in den USA) – War das heute morgen eine Wohltat, alle Fenster aufzureißen und die frische „Polarluft“ durch die überhitzten Zimmer wehen zu lassen. Ein Wunder ist es schon, dass zur Zeit überhaupt von irgendwoher solch frische Luft angezapft werden konnte. Aber das war nur eine Eintagsfliege, bald schlägt die Hitze wieder erbarmungslos zu.

So nutzte ich das angenehmere Wetter zum nachholen einer weiteren Mittwochsexkursion, die am 25. Juli hätte stattfinden sollen. Ziel war der ehemalige Staatsfotst Turloff in der Nähe des ehemaligen Forsthofs Turloff. In dieser Region soll auch unsere diesjährige Nachtwanderung stattfinden. Teilbereiche der umfangreichen Wälder sind mir bereits seit längerem bekannt, es gibt aber etliche Ecken, in denen ich noch nicht unterwegs war und eine solche wählte ich für heute aus. Mächtige Traufeichen am Waldrand. Wuchtige Buchenbereiche, teils richtig gut naturbelassen, da vor einiger Zeit noch Militärstandort. Auch sandige Kiefern, Fichten und Lärchenforste. Jüngere Eichenbestände mit Pfifferlingsgefahr, aber besonders in den Altbuchen- und Eichenbereichenen herrscht bei günstigen Witterungsbedingungen Steinpilz – Alarm. Ich muss mich immer wieder wundern, wie viele, tolle Ecken, ich mit diesen Exkursionen neu für mich entdecke. Es macht einfach viel mehr Spaß durch unbekanntes, als durch bekanntes zu laufen.

Hier die Artenliste von MTB: 2337/3 – Staatsforst Turloff, unweit des alten Forsthofs: Zugespitzter Kugelpilz, Schmetterlings – Tramete, Rostbrauner Feuerschwamm, Striegeliger Schichtpilz, Zimtfarbener Weichporling, Flockenstieliger Hexen – Röhrling, Echter Zunderschwamm, Eichen – Zystidenrindenpilz, Birken – Zungenporling, Gemeiner Violettporling, Rotrandiger Baumschwamm, Adlerfarn – Fleckenpilz, Eichen – Mehltau und Eichen – Rindensprenger.

Eigentlich schaue ich mir derzeit nur Stubben und Bäume an, denn Holzpilze sind immer zu finden. Gerade an der knochentrockenen Waldkannte unter den Traufeichen, auf dem blanken Waldboden, traute ich meinen Augen kaum. Ein ansehnlicher Frischpilz in Gestalt eines Flockenstieligen Hexen – Röhrlings (Boletus luridiformis) lachte mich an. Er war zwar zur Wetterseite hin, wie man sieht, etwas angekrustet, aber dennoch frisch und knackig. Er bereicherte heute meine dürftige Ausstellung und wandert am Abend auf den Trockner. Standortfoto.

Montag, 06. August (Hiroshima – Gedenktag) – Langer Tag im Steinpilz – Wismar. Zutun gibt es immer, auch wenn die Pilzberatung als solches in diesem Jahr bisher so gut wie nicht genutzt wurde. Auch eine sehenswerte Frischpilzausstellung kann ich nicht anbieten. Aus diesem Grunde habe ich derzeit reduzierte Öffnungszeiten. Es ist regulär nur Montags und Donnerstags geöffnet. Natürlich bin ich auch an den restlichen Tagen im Laden, möchte mich aber nicht an die regulären Sprechzeiten halten, um mehr Freiraum z. B. auch zum nachholen meiner Mittwochsexkursionen zu haben.

Morgen und auch am Mittwoch wird es diesbezüglich wohl nichts werden. Bei bis zu 40 Grad im Schatten droht der Hitzekollaps und dass möchte ich vermeiden. Dazu kommt am Mittwoch schon eine deutlich ansteigende Gewittergefahr auf uns zu. Erste, heftige Entwicklungen könnten aufziehen. Da die extrem heiße Luft immer feuchter, labiler und damit entsprechend ernergiereicher werden soll, kann es richtig zur Sache gehen! Da sollte man sich von Wäldern und Parkanlagen und überhaupt von Orten fern halten, wo einem etwas um die Ohren fliegen oder auf den Kopf fallen könnte. Besonders dramatisch kann es mit Durchgang einer markanten Kaltfront von Donnerstag auf Freitag werden. Gebietsweise wird es wohl sehr schlimm! Schon jetzt werden auch für M-V hohe Windgeschwindgkeiten gerechnet. Wehe dem, der den aufziehenden Unwettern ungeschützt ausgesetzt ist. Auch Autofahren unter Alleenbäumen sollte bei Aufzug der Gewitter vermieden werden. Aber leider ignorieren die meisten Menschen die Gefahren und es kommt immer wieder zu schweren Unfällen. Wir sollten also vorgewarnt sein, es ist mächtig was im Busch! Die für uns extreme Glutzhitze wird auch extreme Folgeerscheinungen nach sich ziehen. Hoffen wir wenigstens auf reichlich Regen, damit es an der Pilzfront endlich losgehen kann.

Ansonsten wird mein Blick auch weiterhin dem Altholz in unseren Wäldern gelten. Hier gibt es immer etwas zu endecken. So auch dieser Rostbraune Feuerschwamm (Phellinus ferruginosus), der gestern im Staatsforst Turloff flächig an einem alten Haselstrauch zu bewundern war.

Dienstag, 07. August (Weltkatzentag) – Wie erwartet herrschte heute wieder brütende Hitze bei viel Sonne und nur wenigen, harmlosen Quellwolken. Diese werden aber nun immer zahlreicher, schießen stärker in die Höhe und können gefährlich werden. Waren es heute vor allem im Süden heftige Hitzegewitter, nähern sich aus den BeNeLux – Staaten allmählich Störungen, die es in sich haben. Eine erste erreicht in der kommenden Nacht den Nordwesten und könnte einige heftige Gewitter bis Schleswig – Holstein bringen. In diesem Zusammenhang bildet sich morgen eine Konvergenz aus, die zur Mittagszeit genau über Westmecklenburg gerechnet wird. An ihr werden besonders am Nachmittag die Gewittertürme in die Höhe schießen. Hier gilt es ab Mittag nicht nur den Himmel zu beobachten, sondern auch auf Windsprung zu achten. Weht er noch aus Südost, besteht ab Mittag hohe Gewittergefahr. Weht er schon von See her, also aus Nordwest, dürfte nicht mehr viel passieren. Westmecklenburg wird dabei wohl leer ausgehen, einschließlich Wismar. Haarscharf östlich könnte hingegen die Post abgehen. Ganz grob gesagt, zwischen Rostock/Stralsund und der Seenplatte. Der äußerste Nordwesten Mecklenburgs könnte allenfalls morgen früh noch Gewittereste aus der Nacht abbekommen. So wird aktuell in Wismar morgen auch nicht mehr die ganz große Hitze erwartet, nur noch um 33 Grad (Wind von See her!). Abends und in der Nacht zum Donnerstag können mit einem neuen Gewittersystem Entwicklungen auch wieder auf M-V übergreifen. Hier ist wohl aus derzeitiger Sicht vor allem Richtung Seenplatte und Vorpommern einiges los.

Am Donnerstag deutet sich der Höhepunkt der brisanten Wetterlage an. Mit annäherung eines Gewittertiefs und zugehöriger Kaltfront kann es schwere Unwetter geben. Extremer Starkregen, Großhagel, hohe Blitzraten, schwere Sturm – und Orkanböen bis hin zu vereinzelten Tornados! Also die ganze Bandbreite, die Schwergewitter auszeichnet. Nach den derzeitigen Berechnungen sollten die stärksten Ereignisse westlich an Mecklenburg nach Norden ziehen, also Niedersachsen und Schleswig – Holstein. Die möglichen Regenmengen für Mecklenburg wurden, wie so oft schon, bereits runtergerechnet. Aktuell dürfen wir wohl auf bis zu 10 l/qm hoffen, oder auch weniger b.z.w. deutlich mehr, was in der Natur der Sache liegt!

Soweit ein möglicher Ablauf, wie ich ihn aus den Daten der verlinkten Wetterseiten herauslesen kann. Es muss nicht so kommen und geringste Änderungen, die auch das beste Computermodell nicht vorhersehen kann, lassen einen ganz anderen Ablauf entstehen. Alles hängt in erster Linie davon ab, welche Position das steuernde Gewittertief schließlich einnehmen wird und wie stark es sich entwickelt. Sicher ist jedenfalls, dass es bis Freitag früh recht verbreitet zu schweren Unwettern kommen wird! Bei starkem Luftdruckabfall, und so wird es derzeit berechnet, ist auch außerhalb von Gewittern eine für sommerliche Verhältnisse gefährliche Sturmlage möglich!

Nach so viel Wetter noch kurz zu den Pilzen, und zwar solchen, die immer zu finden sind. Hier sehen wir schön an einem umgestürzten Buchstenstamm die Auswirkungen der Gravitationskräfte der Erde, in diesem Fall spricht man von Geotropismus. Der Fruchtkörper des Zunderschwamms (Fomes fomentarius) paßt sich den neuen Gegebenheiten an und sorgt dafür, das die Sporen wieder nach unten ausfallen können. Standortfoto am 05.08.2018 im Staatsforst Turloff.

Mittwoch, 08. August (Friedensfest in Augsburg) – Wie schwierig die Gewittervorhersage ist, zeigte wieder einmal die Entwicklung der letzten Nacht. Gestern tagsüber hatten sich im Süden und über der Mitte Deutschlands zahlreiche Hitzegewitter gebildet, die auf Nordostkurs in Richtung M-V waren. Da diese Wärmegewitter in der Regel nach Sonnenuntergang schnell absterben, war nicht davon auszugehen, dass sie uns noch erreichen. Die meisten Zellen hatten sich auch aufgelöst, nur ein kleiner Bereich, in dem es immer wieder brodelte, konnte in der zweiten Nachthälfte auch den Süden Mecklenburgs erreichen und weiter nach Nordosten ziehen. Alles war bislang nur sehr schwach, bis auf einen kurzen Starkregenschauer in der Region Lübz. Nach Sonnenaufgang erreichte diese labile Zone die Ostseeregion um Rügen. Möglicherweise auch durch das warme Ostseewasser und höherer Luftfeuchtigkeit entwickelten sich nun massive Quellwolken, die verclusterten und der Insel Rügen heftige Gewitter brachten. Das hatte so kein Wetterdienst auf dem Sender!

Bei der angekündigten Konvergenz lief es dann schon eher nach Plan. Einige schwache Schauerzellen am Nachmittag in Nordwestmecklenburg und das war es auch schon für unser Einzugsgebiet. Zwischen Rostock und Stralsund b.z.w. auch südlich davon ging es ab ca. 16.00 Uhr hoch. Jetzt am Abend ist diese Zone immernoch schön über Vorpommern im Radar zu sehen, mit teils heftigen Gewitterschauern. Auch Rügen wurde wieder getroffen.

Die Luft bleibt zunächst feucht und schwül, so dass auch nachts irgendwo wieder etwas zünden könnte, was kein Mensch und kein Super – Computer vorhersagen kann. Es ist ein bisschen wie Lotterie. So weiß auch noch niemand genau, wie der morgige Unwetter – Donnerstag ausfallen wird. Ziemlich sicher scheint zumindest, das über den BeNeLux – Staaten eine sehr schwere Unwetterlage anstehen dürfte. Das kleine Randtief entwickelt sich wohl zu einem starken Sturm, der selbst im Winter beachtlich wäre. Jetzt im Sommer könnten die Auswirkungen bis an die deutsche Nordseeküste katastrophale Züge annehmen. Da das Tief aber hart noch Norden, in Richtung Norwegen ziehen soll und dort auch sehr viel Regen bringen wird, dürfte die Schlagkraft der noch kürzlich so dramatisch angekündigten Kaltfront bei uns wohl weniger tempramentvoll ausfallen. Das Super HD – Modell bei Kachelmann – Wetter rechnet bei uns zwar morgen Abend mit mehreren, teils starken Gewittern, ich bin aber mitlerweile skeptisch. Zumindest in punkto Niederschlag sind die aktuellen Prognosen fast schon gegen null gegangen. Danach soll die Hitze schnell wieder zurück kehren und in den nächsten 14 Tagen werden für uns allenfalls mal einige Spritzer Regen gerechnet. Ein Durchbruch zu wechselhafteren Westwetter rückt wieder in weite Ferne. Favorisiert wird derzeit wieder eine beständige, trockene Sommerwetterlage bis gegen Ende des Monats. Wir dürfen uns also endgültig vom „Pilzsommer“ 2018 verabschieden!

Da ich mich bei der heutigen unruhigen Wetterlage mit Gewittergefahr nicht zu meiner Mittwochsexkursion in den Wald traute, nutzte ich den Tag um in Vorbereitung der nächsten Pilzwanderung am kommenden Sonnabend eine Parkmöglichkeit an der Blockkoppel, bei Lübz, ausfindig zu machen. An einem Straßenbaum zwischen Greven und Lübz fiel mir dieser Wollige Scheidling (Volvariella bombycina) ins Auge. Eine wärmeliebende Art!

Donnerstag, 09. August (Frauentag in Südafrika) – Hochsommerlich war es auch heute wieder. Am Abend zog dann das erwartete Donnerwetter auf. Zum einen war besonders Westmecklenburg und dann auch ein Streifen im zentralen Mecklenburg betroffen. Auch dazwischen gab es stellenweise extreme Wolkenbrüche. Die Gewitter ziehen im laufe der Nacht zur Ostsee und Polen weiter. Es gab sicher Orte, an denen durchaus 20 Liter gefallen sind. Vieleicht auch mehr. Trotzdem war es im großen und ganzen nichts weiter als der so oft zitierte Tropfen auf den heißen Stein. Ein Durchbruch an der Pilzfront ist dadurch auf keinen Fall zu erwarten. Schließlich soll es auf recht hohem Sommer – Niveau weitergehen. Immer wieder kann es zu Hitze – Einschüben kommen, aber auch zu einigen Schauern und Gewittern. Große Regenmengen werden aber nicht prognostiziert.

Im laufe der Nacht soll nun mit Annäherung des eigentlichen Tiefs der Wind stark auffrischen. An der Nordsee ist sogar mit einem schweren Sturm zu rechnen. Der Wind wird gleich wieder viel abtrocknen. Ganz ohne Wirkung werden die Niederschläge aber nicht sein. Hier und da dürfte sich in der nächsten Zeit doch der eine oder andere Frischpilz zeigen, zumindest dort, wo es heute am stärksten geschüttet hat. Auch weil der Druck zur Fuchtkörperbildung allmählich zunimmt, da es in Richtung Hochsaison geht. Auch die Nächte werden länger, die Tage kürzer und die Verdunstungsrate ist im Vergleich zu Juni und Juli nicht mehr ganz so hoch. Ein richtiger Schub wird aber ausbleiben!

Für diesen Mais kommt jeglicher Regen ohnehin zu spät. Das Foto habe ich gestern zwischen Venzkow und Demen aufgenommen.

Freitag, 10. August (Internationaler Bio – Diesel – Tag) – Die Unwetter sind vorüber und fielen deutlich weniger dramatisch aus, wie sie hätten sein können. Unterdessen naht nun an der Nordsee der ehemalige Tropensturm Debby. Er hat reichlich Regen und Gewitter, aber teilweise auch wieder Sturm im Gepäck. Im Nordseeumfeld bis hoch nach Dänemark kann es ergiebig regnen. Auch Teile Süd – und Mittel – Norwegens werden nun vom Regen zugeschüttet. Hier dürfte sich allmählich die große Pilzschwämme entfalten. Bei uns ist hingegen weiterhin warten angesagt. Die Regenmengen der letzten drei Tage belaufen sich in M-V zwischen 5 und 26 Liter. Zumindest an den offiziellen Meßstationen. Da es sich um Gewitter handelte, ist örtlich noch etwas weniger, aber auch deutlich mehr gefallen. Nach Hiddensee mit 26 l/qm folgt Boltenhagen mit knapp 24 l/qm. Örtlich könnte es also etwas bewirken, aber nur sehr verhalten, denn in der nächsten Zeit soll es weiter meist sonniges, warmes, zeitweise heißes Sommerwetter geben. Nur ab und an kann mal ein Gewitter durchziehen. Das besonders zum Anfang der kommenden Woche und vielleicht auch morgen.

Warum man bei Gewitter- und Strumlagen Wälder meiden sollte, zeigt dieses Foto. Ich habe es am 04.08.2018 in den Seetannen aufgenommen. Kurios, der eine Baum fiel nach rechts, der andere nach links.

Sonnabend, 11. August (Neumond) – Nun sind wieder die Mondtheoretiker an der Reihe. Demnach geht es nun mit dem Pilzwachstum aufwärts. Etwas besser sind die Chancen regional auch geworden. Insbesondere im Umfeld von Rügen und Hiddensee sowie dem angrenzenden Binnenland. Hier sind an den zurückliegenden Tagen ganz ordentliche Regenmengen zusammen gekommen. Auch heute Abend zog hier von der Ostsee kommend eine Gewitterlinie entlang, die es nochmals kräftig schütten ließ. Stellenweise dürften hier nun innerhalb weniger Tage über 40 Liter gefallen sein. Das sollte reichen, um etwas nenneswertes zu bewirken. Ansonsten wird es sehr verhalten weitergehen, aber hier und da ist auch der eine oder andere Frischpilz möglich. So fanden wir auch heute währdend der geführten Lehrwanderung in der Blockkoppel bei Lübz einige, wenige frisch gewachsene Arten. Siehe unter „Zur Blockkoppel und Hansesail“

Am Wegrand unter Buchen erfreuten uns diese Täublinge. Sie gehören in den Formenkreis des Violettstieligen Täublings (Russula violeipes). Da aber grüne Hutfarben, teilsweise auch etwas rötlich angehaucht, überwogen, könnte es auch in Richtung Samt- oder Brätlings – Täubling (Russula amoena) gehen. Essbar.

Sonntag, 12. August (Welt – Elefantentag) – Elefanten schauen stand heute nicht auf dem Programm, dass hätte man in Hamburg ohne weiteres tun können. Nähmlich bei Hagenbeck. Hier dürfen sie sogar gefüttert werden. Dieses hatten wir am Herrentag schon im Programm. Heute stand in der Freien und Hansestadt eine Hafenrundfahrt an. Die Tickets haben wir schon vor zweieinhalb Jahren im Zuge einer Kombinierten Stadtrundfahrt erworben und es wurde endlich mal Zeit, dass wir sie einlösten. Damals war es Februar und im Sommer ist es doch etwas angenehmer. So schipperten wir an der Queen Mary II entlang, durch die alt ehrwürdige Speicherstadt, die mitlerweile Welterbe – Status besitzt und vielem mehr. Im Anschluß wünschte sich Jonas noch einen Abstecher zum Helmut Schmidt Flughafen. Beeindruckend in welch kurzen Abständen hier Start und Landung routiniert ablaufen.

Das Wetter war wolkenverhangen und angenehm temperiert. Das Regenradar zeigte  reichlich blau an, dieser Regen zog aber leider über die Ostsee. Wasser zu Wasser, wir brauchen ihn über Land!

Auf dem Fleet der Elbe geht es durch die alte Speicherstadt, dem größten, historischen Lagerkomplex der Welt. Sie gehört zum Unesco – Welterbe.

Montag, 13. August (13. August 1961 – Mauerbau in Berlin) – Langer Tag im Steinpilz – Wismar. Unter anderem stand jede Menge Internet – Arbeit auf dem Programm. Die ziemlich letzten Trockenpilze gingen über den Ladentisch. Es sind noch drei Gläser Herbstrompeten und drei kleine Dosen Pilzwürze im Angebot. Dann ist schluß! Im vergangenen Jahr um diese Zeit hatte ich bereits die komplette Ernte an Steinpilzen zum trocknen unter dach und fach. In diesem Jahr noch keinen einzigen. Es wird eng! Kaum eine Pilzberatung. Die Ausstellung ist auf Winter – Niveau. Zu den Wanderungen kommen kaum Leute, da kaum Pilze. Es geht langsam an die Substanz!

Zum Wetter: Zwar wird schrittweise die ganz große Trockenheit abgebaut, aber ein richtiger, allgemeiner Durchbruch an der Pilzfront ist nicht absehbar. Der kann nur durch massive, flächendeckende Regenfälle eingeleitet werden. Statt dessen gibt es häppchenweise etwas Feuchtigkeit. Nur regional könnte es in kürze etwas besser werden. In Mecklenburg hat der äußerste Nordwesten die besten Karten. Hier ziehen jetzt am Abend auch wieder Schauer durch. Morgen können weitere Gewitterschauer folgen. Zumindest scheint die Dominanz des Hochdrucks allmählich aufgeweicht zu werden. Das Azorenhoch will aber nicht aufgeben. Es streckt immer wieder seine Fühler in Richtung Mitteleuropa aus, mit sehr warmer Sommerluft im Gepäck. Gleichzeit gelingt es den Tiefs nun immer besser einige Wetterfronten zu uns zu schicken. Die Bedingungen können sich aber nur sehr schleppend verbessern und großes wird es bis auf weiteres nicht geben.

Heute habe ich die Ausstellung erneuert. Es liegen 78 Arten auf der Fläche. Das erste mal in diesem Jahr mit dabei: Waldfreund – Rübling.

Waldfreund – Rüblinge (Collybia dryophila) sind in der Regel ab Mai mit die häufigsten Blätterpilze in fast allen Waldtypen. Wirklich nichts besonderes. In diesem Jahr bisher aber eine absolute Rarität! Am Sonnabend zählten sie zu den wenigen Frischpilzen, die wir in der Blockkoppel fanden. Essbar.

Dienstag, 14. August (Pramuka) – Die gestrigen Schauer und Gewitter waren in Schleswig – Holstein regional sehr ergiebig. Stellenweise sind fast 40 Liter vom Himmel geprasselt. In diesen Regionen, genauso wie im Raum Hiddensee/Rügen und angrenzendes Binnenland, sollte man seine Standorte für Sommerpilze im Auge behalten. Hier könnte sich nennenswertes anbahnen. Im allgemeinen wird es in den meisten Gebieten aber trostlos bis sehr verhalten weitergehen. Einige Frischpilze sind aber mit steigender Tendenz überall möglich. In den Wäldern besonders entlang von Waldwegen, da sich hier die Feuchtigkeit ansammelt.

Auch heute gab es einige Schauer und Gewitter. Sie begleiteten uns auch auf unserer Abendwanderung durch Wismars grüne Lungen. Sie führte über den Gehölzgarten, dem Ziegeleipark bis in das wildromantische Köppernitztal. Bis auf Baumpilze gab es nichts frisches und auch diese waren nicht wirklich frisch. Siehe unter „Abendwanderung Köppernitztal“.

Eigentlich befinden wir uns noch im Hochsommer, aber in unseren Parkanlagen sieht es aus wie im Oktober. Die Blätter fallen bereits massiv, eine Reaktion auf die monatelange Trockenheit. Tatsächlich beginnt aber für uns Pilzfreunde ab sofort der reale Herbst (Mitte August bis Mitte Oktober). Foto: 14.08.2018 am Köppernitztal in Wismar.

Mittwoch, 15. August (Maria Himmelfahrt) – Es war Mittwoch und somit stand die gleichnamige Exkursion auf dem Programm. Ich bin immer noch im Rückstand, so dass heute der letzte Quadrant des Meßtischblattes 2337 an der Reihe war. Regulär wäre er am 25. Juli dran gewesen. Auch hier gibt es reichlich Wald. Ich habe mich für die Kukuksbuchen bei Kukuk entschieden. Eigentlich dominieren hier leichte Sandböden. Die Kukuksbuchen sind aber durch die Verschiebungen der Eiszeit recht hügelig, so dass hier stellenweise etwas bessere Böden neben sehr sandigen Bereichen zutage treten. Daher können die Buchen hier auch sehr mächtig werden. Dieses ist aber meist nur noch an den Rändern der Fall. Im Waldesinneren wurden inzwischen fast alle starken Bäume heraus geholzt, wie in fast allen unserer Wäldern. Neben Buchen stehen auch zahlreiche Eichen und ein kleiner Teil besteht aus Nadelbäumen, vorrangig Fichte. Frischpilze gab es kaum, denn das Gebiet ist staubtrocken. Auch in der nächsten Zeit kein Frischpilz – Erwartungsgebiet!

Es war die letzte Sommerexkursion. Genau genommen beginnt morgen Mittag um 12 Uhr der Pilzherbst. Dann ist die Hälfte des August um und der Herbstaspekt startet rein theoretisch (Mitte August – Mitte Oktober).

Hier die kleine Artenliste aus den Kukuksbuchen, MTB: 2337/4: Zugespitzter Kugelpilz, Schmetterlings – Tramete, Striegeliger Schichtpilz, Riesenporling, Birnen – Stäubling, Brandkrustenpilz, Schwefelporling, Veränderlicher Spaltporling, Flacher Lackporling, Eichen – Mehltau, Mottenkugel – Lederrindenpilz, Echter Zunderschwamm, Flächiges Eckenscheibchen, Rehbrauner Dachpilz und Birken – Zungenporling.

Bei aller Trostlosigkeit besteht fast überall die Möglichkeit einem der wenigen, derzeit wachsenden Frischpilze zu begegnen. Hier ist es ein stattlicher Rehbrauner Dachpilz (Pluteus atricapillus) auf einem modrigem Buchenstubben. Die essbare Art ist dafür bekannt, dass sie auch in Trockenzeiten wachsen kann. Standortfoto am 15.08.2018 in den Kukuksbuchen.

Donnerstag, 16. August (Tag der Kinder in Paraguay) – Hochsommerliches, trockenes, sonniges Wetter herrschte heute nicht nur in M-V. Dennoch liegt der Pilzsommer 2018 hinter uns. Er war ein Totalausfall! Ab sofort befinden wir uns im Herbst. Noch hält der Sommer beim Wetter aber die Stellung. Morgen zieht eine schwache Kaltfront herein, die örtlich mal einen Schauer oder gar ein Gewitter bringen kann. Ein weiterer Tropfen auf den heißen Stein. Danach soll sich die hochsommerliche Luft immer mehr in den Süden des Landes zurückziehen, warm bleibt es aber vorerst. Grund ist die Nähe zu Atlantik – Tiefs, die über Skandinavien ziehen und uns immer mal streifen können. Dabei kann es auch weiterhin mal einige Spritzer regnen. Großes ist bis zum Monatswechsel nicht in Sicht! Mit anderen Worten, vor Mitte September ist die lange Durststrecke, die seit Mai anhält, nicht zu Ende. Die Modelläufe deuten zum Monatswechsel zwar ein stärker werden der Atlantik – Tiefs an, rudern aber beim nächsten Lauf mit den neuesten Daten gleich wieder zurück. Das Spiel kennen wir irgendwie aus den letzten Wochen schon. Sollten sie es tatsächlich nicht schaffen, sich gegen das Azorenhoch durchzusetzen (das Skandinavienhoch ist schon längst abgebaut und dort wird die Pilzsaison jetzt auch richtig los gehen), dürfen wir uns auf einen schönen, trockenen und sonnigen Altweibersommer freuen, der mit dem goldenen Oktober in die Verlängerung gehen könnte. Dann haben wir Spätherbst. Hier ist zumindest noch ein wenig möglich, da es zwangsläufig feuchter werden wird.

Heute habe ich die dürftige Ausstellung wieder erneuert. Es liegen 77 Arten auf der Fläche. Erstmals in dieser Saison zu sehen: Rehbrauner Dachpilz und Veränderlicher Spaltporling.

In Wald und Flur ist kaum etwas los, dafür aber ab heute in Wismar. Bis Sonntag wird kräftig gefeiert und an die Schwedenzeit erinnert. Durch die Auswirkungen des 30jährigen Krieges fiel die Hansestadt 1648 an das Königreich Schweden. Diese Zeit endete 1803. Hier ein Foto aus dem letzten Jahr, vor dem Steinpilz-Wismar aufgenommen.

Freitag, 17. August (Nationalfeiertag in Argentnien und Gabun) – Der Regen, der an der Konvergenz und der Kaltfront stellenweise auftrat, kann nur als Mückenpinkeln angesehen werden. Die Dürre geht weiter, wahrscheinlich bis mindestens Anfang September. Mitte nächster Woche sind zwar wieder einige Gewitter angekündigt, ich kann mir aber kaum vorstellen, dass die an der ernsten Situation etwas ändern werden. Danach soll sich allmählich frühherbstliches, deutlich kühleres und windiges Wetter mit einigen Regenschauern durchsetzen. Richtig Regen gibt es nur über Skandinavien. Die werden einen tollen Pilzherbst bekommen! Allerdings dürften Fans von Pfifferlingen hier wohl auch keine großen Hoffnungen mehr haben, es sei denn Trompeten – Pfifferlinge. Die können bis in den Winter wachsen.

Sollte bei diesen Aussichten richtig kalte Höhenluft angezapft und über die Ostsee geführt werden, könnten hier kräftige Schauer und Gewitter entstehen, denn das Wasser ist rekordwarm. So wären zumindest die Inseln und einige Küstenabschnitte mit nennenswertem Regen gesegnet. Noch ist es nicht zu spät, für einen guten Pilzherbst. Alles hängt in erster Linie von den Niederschlagsmengen der nächsten Wochen ab. Sollte es massive Regenfälle bis spätenstens Ende September geben, kann es im Oktober noch richtig explodieren. Ansonsten wird es nur zögerlich besser und suchen statt sammeln wird die Devise sein. Auf jedenfall haben wir gute Voraussetzungen, dass die diesjährige Saison mal wieder bis in den Winter andauert. Einigermaßen milde Witterung vorausgesetzt.

Dunkle Wolkenbänke schieben sich immer wieder zusammen, so wie heute Mittag über Wismar. Die wenigen Tropfen, die sie zustande brachten, waren nicht der Rede wert!

Sonnabend, 18. August (Tag der Haustiere) – Am kommenden Freitag steht unsere traditionelle Nachtwanderung auf dem Programm. Vor einigen Wochen bin ich schon mal die Route abgelaufen, um einen ensprechenden Antrag beim zuständigen Forstamt einzureichen. Hier spielt die Wege – Planung eine entscheidende Rolle. Der Antrag ist inzwischen positiv beschieden. Wir dürfen also wandern. Das Wegenetz, dass ich ausgesucht habe, bin ich also heute nochmals abgelaufen, um in der Dunkelheit mehr Sicherheit im Hinblick des rechten Weges zu haben. Es geht rund um den ehemaligen Forsthof Turloff, bei Dabel. Mir blutet allerdings das Herz, wenn ich daran denke, welch herrliches Pilzrevier die ausgesuchte Strecke darstellt. Ein Edelgebiet für alle Steinpilz – und Pfifferlings – Fans. Diesbezüglich und auch im Hinblick auf weitere Frischpilze besteht nicht die geringste Hoffnung! Der Pilzkorb kann getrost zu hause bleiben. Es wird eine reine Nachtwanderung, einfach um die tolle Stimmung zu genießen. Ganz ohne Pilze wird es aber auch nicht abgehen. Auf Holz wachsende Arten sind durchaus vertreten und es kann auch spannend sein, diese im Schein unserer Stirnlampen zu endecken. In punkto Speisepilze besteht allenfalls eine geringe Wahrscheinlichkeit auf eine Krause Glucke am Fuße alter Nadelbäume. Es wäre trotzdem schön, wenn zumindest einige unserer Stamm – Nachtwanderer sich dadurch nicht entmutigen lassen würden, denn unsere gute Seele Irena bereitet wieder einen leckeren Mitternachts – Imbiss vor. Es wäre sehr schade, wenn ihre Mühe um sonst gewesen sein sollte.

Wie schon erwähnt, Pilze an und auf Holz gibt es jedenfalls. So auch dieser Schuppige Sägeblättling (Lentinus lepideus) oben auf einem alten Kiefernstubben. Er blieb stehen und sollte auch Freitag Nacht noch zu entdecken sein.

Sonntag, 19. August (Humanitärer Welttag) – Schön, dass es einen Tag der Menschlichkeit gibt. Verdient haben wir diesen allerdings nicht. Die Folgen der Klima – Erwärmung, vor der schon seit Jahrzehnten gewarnt wird, treten immer deutlicher zutage. Die Mächtigen werden aber weiterhin mit allen Mitteln zu verhindern wissen, dass das Streben nach Wachstum (Profit) in einer immer rasanteren Spirale fortgesetzt wird. Wir sehen es überall. Selbst in den Krankenhäusern und Pflegeheimen geht es nicht vordergründig um das Wohl der Patienten oder Pflegebedürftigen (Humanität), sondern um Gewinn. Der Mensch als reiner Wirtschafts- und Wachstumsfaktor in einem perversen Wirtschaftssystem unter der mehr als scheinheiligen Bezeichnung „Soziale Marktwirtschaft“ . „Humanität“ zeichnet sich in erster Linie durch Macht – und Profitgier aus! Auch der religöse Wahnsinn, welcher Glaubensrichtung auch immer, hat in einer modernen Zeit nichts mehr zu suchen! Trotz besseren Wissens, werden immer noch Götter angebet und im Namen dieser heilige Kriege geführt!  Märchenstunden sind zwar schön und gut, bringen aber nichts! Ein Armutszeugnis unseres Verstandes, begründet auf  Unwissenheit in frühester Menschheitsgeschichte. Beten wird unsere wunderschöne Wohnstube, die Erde, nicht retten. Gott, dass ist unser Planet, der die Bedingungen aufgrund seiner äußerst günstigen Postion im Weltall für ein vielfältiges Leben geschaffen hat! Diesen Planeten zu erhalten, dass wird die große Aufgabe der Zukunft sein. Das gelingt uns nur durch Klugheit, Verstand, Weitsicht und Achtung vor jeder Form des Lebens. Aber bitte ohne Götter und ohne Profit auf Teufel komm raus!

Ja, und diesen Klimawandel haben nicht nur wir Pilzfreunde in diesem Sommer deutlich zu spüren bekommen. Wir steuern auf die schlechteste Pilzsaison aller Zeiten zu. Allerzeiten, damit meine ich natürlich nur so weit ich mich erinnern kann. Trotzdem gebe ich es nicht auf und fahre auch bei dieser Dürre in die Wälder. So auch heute Abend. Ich holte eine Mittwochsexkursion vom 1. August nach. Ein neues Meßtischblatt ist an der Reihe: 2336 = Demen. Im ersten Quadranten befinden sich unter anderem die Jülchendorfer Buchen. Ein großartiges Waldgebiet in einer der schönsten Landschaften Mecklenburgs. Nicht um sonst heißt der Nachbarort Schönlage. Ein hügeliges Gebiet mit weiten Wäldern und geschützen Trockenrasen, den Jülchendorfer Trockenhängen. Bei schönem, warmen Sommerwetter stattete ich einem Teilbereich der Jülchendorfer Buchen einen Besuch ab, den ich bisher sträflich vernachlässigt habe, da ich hier meist nur unterwegs bin, um meine Sommersteinpilz – Bestände aufzufüllen. Diesbezüglich und auch sonst herrscht in diesem Jahr tote Hose. Auch heute unternahm ich eher einen Landschaftsspaziergang, als eine Pilzexkursion. Eine Handvoll Arten konnte ich dennoch aufschreiben. Hier die Artenliste von 2336/1 – Jülchendorfer Buchen: Ockergelbe Tramete, Sklerotien – Porling, Flächiges Eckenscheibchen, Vielgestaltige Kohlenbeere, Gelbe Lohblüte, Kiefern – Braunporling, Schmetterlings – Tramete, Eichen – Mehltau und Buckel – Tramete.

Ein äußerlich gut erhaltener Sklerotienporling (Polyporus tuberaster) aus dem Frühjahr. Er wuchs auf einem Buchenstubben direkt am Waldrand. Sonne und Wind ausgesetzt und von der Hitze gedörrt. Standortfoto 19.08.2018 in den Jülchendorfer Buchen.

Montag, 20. August (Mosquito – Tag) – Der trockene Sommer hat auch seine Vorteile. Die Vertreter dieser Insekten – Gattung sind nur sehr dürftig unterwegs. Anders als im letzten Jahr. Einzig im Frühling waren sie noch recht zahlreich und im Roggendorfer Moor haben sie mich fast ausgesaugt. Hier werden sie auch jetzt noch munter unterwegs sein. Ansonsten treiben Mücken und auch Schmeisfliegen kaum ihr Unwesen. Natürlich nicht schön für Vögel und andere Liebhaber dieser geflügelten Leckerbissen. Und dass es den Mücken auch in absehbarer Zeit an entsprechenden Wasserpfützen in den Wäldern und Mooren fehlen dürfte, dafür wird das Wetter schon sorgen. Ergiebiger Regen ist allenfalls für die Alpenregion in dieser Woche zu erwarten. Ansonsten rollt erst einmal die nächste Hitzewelle mit bis zu 35 Grad im Schatten an. So hoch geht es bei uns zwar nicht hinauf, aber 30 Grad sind Mitte der Woche auch wieder drin. Danach droht der Absturz! Nach einigen Schauern und Gewittern wird es frühherbstlich kühl. Kaum 20 Grad müssen wir dann tagsüber aushalten. Das wird nach Monaten der hohen Temperaturen ein kleiner Schock sein. Dieser wird aber wohl nicht lange anhalten. Das Azorenhoch soll sich in der nächsten Woche wieder richtig stark machen und möglicherweise sogar eine  Hochdruckbrücke bis Nordosteuropa aufbauen. Der Sommer geht in seine nächste Runde. Gleichzeitig werden die Atlantik – Tiefs wieder abgeriegelt und haben, sollte es so kommen, keine Chance uns den ersehnten Regen zu bringen!

Ein stattlicher Kiefern – Braunporling (Phaeolus schweintzii) erfreute mich gestern in den Jülchendorfer Buchen. Dieser Umstand deutet schon an, dass hier nicht nur Buchen stehen. Natürlich fehlen Nadelbäume auch nicht. Dieser Porling wächst nicht nur im Wurzelbereich von Kiefern, sondern auch anderer Nadelbäume. Für die Küche nicht zu gebrauchen. Standortfoto am 19.08.2018.

Dienstag, 21. August (Day Of Arafah) – Heute fand im Til (Treff im Lindengarten) in Wismar eine Feierstunde zum 15-jährigen Bestehen der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V. statt. Die Säulen des Vereins bilden die Plattdüütsch – Rund, die sich mit der Pflege der plattdeutschen Mundart beschäftigt und natürlich die Gruppe der Pilzfreunde. Vereinsvorsitzender Dr. Björn Berg hielt dazu eine kleine Rede und auch die Plattdeutschen und die Pilzfreunde ließen in einigen Worten die letzten 15 Jahre und teils darüber hinaus Revue passieren. Es gab kalte Platten  sowie Wein und Pils zum Anstoßen. Analog dazu feiert auch das Mykologische Informationszentrum Steinpilz – Wismar sein 15 jähriges bestehen. Es wurde am 01. August 2003 formel in`s Leben gerufen und öffnete Anfang September des selben Jahres als Fortführung der ehemals städtischen Pilzberatungsstelle seine Pforten in der ABC Straße. Wismar hatte nach 9 Monaten Unterbrechung wieder eine Pilzberatungsstelle.

Zum Wetter und zur Pilzlage. Hochsommerluft macht sich nun auch wieder auf den Weg bis an die Küste, um ab Freitag dem ersten, kräftigen Herbsteinbruch zu weichen. Das wird teilweise mit Pauken und Trompeten einhergehen. Unwetterartige Gewitter kann es in der Südhälfte Deutschlands geben. Bei uns ist auch der eine oder andere, meist unbedeutende Schauer zu erwarten. Im Alprenraum kann es flächendeckende und kräftige Regenfälle geben. Auch im Westen und Nordwesten Deutschlads kann es durch ein Folgetief nennenswert regnen. Hier hatte es vor einiger Zeit schon gebietsweise ergiebigere Regenfälle gegeben und dort sind inzwischen zumindest die Wiesen – Champignons gewachsen. Sicher werden andere Arten dort folgen.

Mecklenburg liegt in den kommenden Tagen zwischen den Stühlen und bekommt nach derzeitigem Stand nicht viel Feuchtigkeit ab. Die Trockenheit geht also unvermindert weiter, denn danach reanimiert sich die unheilvolle Hochdruck –  Allianz wieder, die die Witterung bereits seit Februar bestimmt und uns nach einem feuchtkalten Ausrutscher zu Ostern fast nur Sonne und Trockenheit bescherte. Atlantik – Tiefs werden weit von uns fern gehalten. Es ist nicht ausgeschlossen, dass diese Situation bis in den Oktober so bleibt, mit dann zunehmender Nachtfrostgefahr. Kommt es so, wäre das gesamte Pilzjahr 2018 in MV nahezu ein Totalsausfall!

Pilzfreundin Dolly, von den Leipziger Pilzfreunden, sandte mir kürzlich dieses schöne Standort – Foto zu. Es dürfte sich um Seidige Dachpilze (Pluteus petasatus) handeln, die ich in diesem Jahr auch schon mehrfach fand. Die nicht häufig Art scheint thermophil zu sein und da sie auf Holz wächst, auch gegen Trockenheit resistent. Dolly spricht von einem katastrophalen Pilzjahr! Dem kann ich mich nur anschließen.

Mittwoch, 22. August (Pfirsich – Tag) – Ich denke, den Pfirsichen könnte dieser Sonnen – und Dürre – Sommer gut getan haben. Auch andere Früchte haben profitiert. Es gab viele, tolle Kirschen. Auch reichlich Äpfel und Weintrauben sind im Angebot. Die Eichen haben reichlich Mast angesetzt, die derzeit bereits abfällt. Für uns Pilzfreunde wird wohl auch der Rest des Pilzjahres eine einzige Katastrophe sein. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Wir haben ja noch drei Monate vor uns und vieleicht, auch wenn es derzeit nicht danach aussieht, werden wir noch ein wenig entschädigt. Heute sah es auf meiner Mittwochs – Exkursion jedenfalls wie gewohnt knochen trocken und frischpilzfrei aus. Ich holte die Exkursion, die eigentlich am 08.08. hätte stattfinden sollen, nach. Es stand der Meßtischblatt – Quadrant 2336/2 auf dem Programm. In diesen Quadranten fällt ein Teilbereich des Kaarzer Holzes oder des ehemaligen Staatsforst Turloff. In den zurückliegenden zwei Jahren war ich hier mit weiteren Pilzexperten im Auftrag der Deutschen Bundesstiftung Umwelt unterwegs, um ein spezielles Kartierungsprogramm abzuarbeiten. Ich habe mehrfach darüber berichtet. Das Kaarzer Holz war früher Militärstandort und soll nun längerfristig sich selbst überlassen werden. Die DBU ist hier federführend. Es läuft also auf ein Naturschutzgebiet hinaus. Eine sehr gute Idee! Ich kenne dieses große Waldgebiet seit meiner frühesten Kinderzeit, noch bevor es Sperrgebiet wurde. Heute war ich im Bereich Kobrow unterwegs. Sandige Mischwaldflächen, dominiert von Fichten, Kiefern und Buchenwäldern. Ein Paradies für jeden Kochtopf – Mykologen. Was haben wir in früheren Jahren hier nicht nur an Steinpilzen rausgeholt, aber die Fichten sind diesbezüglich in die Jahre gekommen. Heute habe ich einen Teilbereich des großen Waldgebietes aufgesucht, den ich noch nicht näher kannte. Tolle Waldränder und auch Innenbereiche. Staubtrocken und kein einziger Frischpilz. Aber eine Handvoll Arten konnte ich dennoch aufschreiben. Hier die Artenliste von 2336/2 Kaarzer Holz bei Kobrow: Spaltblättling, Blutender Schichtpilz, Zugespitzter Kugelpilz, Eichen – Mehltau, Striegeliger Schichtpilz, Eichen – Wirrling, Echter Zunderschwamm, Gemeiner Violettporling, Reihige Tramete, Rotrandiger Baumschwamm und Flacher Lackporling.  

Jungen, sich gerade erst entwickelden Porlingen, ist mitunter nicht anzusehen, um welche Art es sich handelt. Hier ist aber alles klar. Dickliches, lamellenartiges Hymenophor wird sichtbar. Eichen – Wirrling (Daedalea quercina), immer an Eichenholz.

Donnerstag, 23. August (Internationaler Tag der Abschaffung der Sklaverei) – Heute enden die Hundstage und somit der Hochsommer 2018. Er hat seinem Namen alle Ehre gemacht. Pünktlich schickt nun ab Morgen der Herbst erste Grüße vorbei. Es wird deutlich frischer und windiger. Regen ist damit für Mecklenburg kaum verbunden. Es kann zwar bis Sonntag einige Schauer oder Gewitter geben, da die Luft in der Höhe auch sehr kalt ist und über das warme Meereswasser streicht. Das meißte wird sich dabei wohl über der Ostsee abregnen. Der Sommer gibt sich aber noch lange nicht geschlagen. In der nächsten Woche und wohl auch darüber hinaus geht es in den Spätsommer. Nach den neuesten Berechnungen hat er aber einige Schönheitsfehler in Form von Regen. Derzeit wird für unsere Region um den Monatswechsel mit 15 – 30 l/qm gerechnet. Ich bin aber sehr skeptisch, dass es auch so kommt. Morgen ist von dieser Prognose, wie schon des öfteren, wohl kaum noch etwas übrig. Und selbst wenn es so kommt, würde es nichts großes an der Pilzfront bewirken, allenfalls ein leichtes Aufflackern im Verlauf. Ich denke, für einen wirklich nennenswerten Schub bräuchten wir mindestens das Doppelte oder reichlich Nachfolgeniederschläge. Immerhin ist es mal wieder ein kleiner Hoffnungsschimmer und die Verdunstung ist auch nicht mehr so hoch. Die Nächte werden länger und kühler. Es bildet sich also häufiger Nebel und Tau, welches dann ein zartes Erwachen unterstützen könnte, zumindest in offenerem Gelände.

Am Sonntag ist der Mond wieder voll. Pilze hat er uns nicht gebracht, wie auch, sie bestehen aus über 90% Wasser und dieses kann er uns leider nicht liefern. Das Foto habe ich gestern Abend in Keez aufgenommen. Es soll auch auf unsere Nachtwanderung einstimmen, die morgen über die Bühne gehen soll.

Freitag, 24. August (Nacht der Nostalgie in Uruguay) – Ob es heute eine Nacht der Nostalgie war, weiß ich nicht. Zumindest bei mir könnte das aber durchaus zutreffen, denn ich liebe unsere Pilzwanderungen bei Nacht. Sie sind für mich seit ihrem Beginn im Jahre 2012 einfach die schönste Veranstaltung des Jahres und inzwischen nicht nur bei mir einfach schon Kult! Die einmalige Stimmung in der Finsternis des nächtlichen Waldes und dazu noch im Schein der Lampen die schönsten Pilze zu entdecken, ist einfach unvergleichlich. Und so freue ich mich schon das ganze Jahr auf diesen Abend, an dem wir wieder zu unserer Nachtwanderung starten. Heute war es wieder soweit. 16 Pilz- und Naturfreunde versammelten sich dazu auf dem Parkplatz der Badestelle am Holzendorfer See in Dabel. Das Wetter war wie gewohnt bestens und da tat der Umstand, dass es aufgrund der Dürre kaum Frischpilze geben dürfte, der guten Laune keinen Abbruch. Zu fortgeschrittener Stunde servierte uns unsere gute Seele Irena auf dem Festplatz am Holzendorfer See ein Mitternachts – Imbiss.

Unser jüngster Teilnehmer hat die meisten Pilze entdeckt. Dieser Schuppige Sägeblättling war wirklich nicht zu übersehen und das im Schein unserer Lampen bereits aus einiger Entfernung. Er war der häufigste und einzige Frischpilz der heutigen Nachtwanderung.

Sonnabend, 25. August (Fest der Geister in China) – Seit gestern gab es nun recht verbreitet Schauer und Gewitter in zunehmend kühler Luft arktischen Ursprungs. Örtlich gab es heftigste Regengüsse, auf der Fläche können wir aber auch diese Niederschläge wieder unter ulk verbuchen. Sie ändern an der extremen Trockenheit kaum etwas. Nur dort, wo es wirklich mal sehr heftig geschüttet hat und sich Pfützen und Wasseransammlungen in Senken bilden, kann sich auch mal der eine oder andere Frischpilz entwickeln. So war es beispielsweise auch im Züsower Forst, der während der Gewitterlage am Abend des 9. August von einem extremen Wolkenbruch überquert wurde. Pilzfreundin Angelika Boniakowski zeigte mit heute Nacht während unserer Wanderung Fotos von ihrer kleinen Pilz – Überraschung. In einer Senke, in der sich Feuchtigkeit angesammelt hatte, wuchsen die schönsten Derben Rotfüßchen und Anhängsel – Röhrlinge in Top – Qualität. Ohne Maden und ohne Schimmelbefall. Das ist vereinzelt auch weiterhin möglich und je weiter das Pilzjahr fortschreitet auch mit zunehmender Tendenz. Dennoch ist ein Durchbruch an der Pilzfront nicht zu erwarten. Etwas Regen ist zwar auch in der kommenden Woche möglich, da nach einer Blitz – Hitze am Mittwoch wieder Gewitter aufziehen sollen und auch am Montag kann es bei uns noch etwas regnen. Im großen und ganzen deutet der 14 Tage – Trend sonniges und warmes Spätsommerwetter ohne Ende an.

Hier sehen wir eine Pilzart, die mit der Hitze und Trockenheit dieses Dürre – Sommers bestens klar kommt und möglicherweise sogar davon profitiert. Der Schuppige Sägeblättling (Lentinus lepideus). Das Standortfoto habe ich heute Nacht im Wald bei Turloff aufgenommen. Recht gut sind auch die gesägten Lamellenschneiden zu erkennen. Ungenießbar.

Sonntag, 26. August (Vollmond) – Angesichts des vollen Mondes sollte nun der aktuelle Wachstumsschub auf seinen Höhepunkt angelangt sein. Da es keinen gab, kann es nun aber auch nicht schlechter werden. Da spielt der Mond keine Rolle, sondern das fehlende Wasser. Es hat zwar wieder einige Schauer gegeben und auch im Revier Weiße Krug war heute morgen der Waldboden recht feucht. Aber leider nur oberflächlich. Hier stand heute eine öffentliche Lehrwanderung an, die ich seit vielen Jahren mal wieder alleine bestreiten mußte. Eine Vereinsexkursion hatte allerdings in diesem Jahr auch schon eine Nullrunde, dass heißt, außer mir war niemand erschienen. Das ist aber nicht verwunderlich, denn bei diesen Aussichten ist die Motivation denkbar gering und der Lerneffekt ebenfalls. Eine Pilzmahlzeit bringt es auch kaum ein. So drehte ich am Vormittag alleine meine Runde und es war herrlich. Toller Wald, Wiesen und kleine Seen.

Für mehrere schmackhafte Pilz – Schnitzel hätte es heute aber durchaus gereicht. Ein frischer Schwefelporling (Laetiporus sulphureus) krönte einen Eichen – Stubben. Auf Eichenholz gewachsene Schwefelporlinge vorher aber lieber wässern, da sie sonst herb schmecken könnten. Roh ist dieses Hähnchenschnitzel für Vegetarier allerdings giftig, daher gut durchgaren! Standortfoto im Revier Weiße Krug am 26.08.2018.

Montag, 27. August (Kino – Tag in Russland) – Tiefdruckeinfluß bestimmte heute unser Wetter. Es gab etwas Regen. Besonders mit Durchgang der Kaltfront am Nachmittag und Abend stellenweise etwas kräftiger. In Goldberg waren es immerhin 17 l/qm! Im großen und ganzen aber auch nur der Tropen auf den heißen Stein. Und dieser wird sich mit dem nächsten Hoch, ein kleines Zwischenhoch, wieder erwärmen. Es gibt zwar nicht mehr die ganz große Hitze, die Hundstage sind schließlich vorbei, aber richtig warm soll es am Mittwoch durchaus werden. Es folgt das nächste Tief und dieses könnte mal etwas ergiebigere Regenfälle im Gepäck haben. Besonders im Nordwesten Deutschlands könnte es nennenswert regnen. Mit etwas Glück auch in Mecklenburg. Dann ist aber erst einmal schluß. Das Hochdruck – Bollwerk regeneriert sich und blockt die anlaufenden Tiefs ab b.z.w. leitet sie weit weg von uns um. Der Spätsommer soll für längere Zeit mit Sonne und Wärme Einzug halten.

Was bedeutet das für uns? – Nichts gutes! Sollte sich nach den angekündigten Regenfällen etwas entwickeln wollen, dürfte es oft im Keim erstickt werden. Ausgenommen von Natur aus schattigere und feuchtere Standorte, wo sich Wasser sammeln und etwas länger halten kann. Es wird jetzt für viele Pilzarten ernst und sie müssen und werden den kleinsten Tropfen Feuchtigkeit zur Fruchtkörperbildung aufsaugen. In den nächsten Wochen wird es dadurch nicht mehr ganz so trostlos wie bisher weitergehen. Ein richtiger Wachstumsschub ist aber nicht in Sicht.

Ich habe heute die Ausstellung erneuert. Es liegen 76 Arten auf der Fläche. Erstmals in diesem Jahr mit dabei: Zweifarbiger Knorpelporling.

Richtig gefreut habe ich mich gestern während meiner Solo – Pilzwanderung im Revier Weiße Krug über diesen Holzbewohner. Der Zweifarbige Knorpelporling (Gloeoporus dichrous) ist keine häufige Art und somit bekommt man ihn auch nicht all zu oft zu Gesicht. Hier wuchs er auf abgestorbenen – Eichen – Ästen. 26.08.2018.

Dienstag, 28. August (Dormintion der Mutter Gottes in Russland) – Heute saßen wir wettertechnisch zwischen den Stühlen. Es war überwiegend bewölkt bei angenehmen Temperaturen. Morgen folgt ein kleines Zwischenhoch und dann das nächste Tief. Es führt sehr warme und später kühlere Meeresluft heran. In Süddeutschland kann es morgen dann teils kräftige Gewitter mit starken Niederschlägen geben. Bei uns kann es in der Nacht zum Donnerstag und am Donnerstag selbst gebietsweise schauerartige Regenfälle geben. Die großen Mengen werden es wohl nicht sein. 5 – 10 Liter pro Quadratmeter sind prognostiziert. Das wird dann für längere Zeit der letzte nennenswerte Regen sein. Er wird dafür sorgen, dass mit den bereits gefallenen Schauern örtlich einige Frischpilze starten können. Auch die länger zurück liegenden Schauer hatten vereinzelt schon den einen oder anderen Fruchtkörper hervorgezaubert. So hatte unsere Pilzfreundin Angelika Boniakowski vor einigen Tagen frische Rotfuß – Röhrlinge und Anhängsel – Röhrlinge finden können. Auch eine ansehliche Portion frischer Sommer – Austern – Seitlinge konnte sie von einem Buchenstamm ernten. In der Pilzberatung wurden mir heute Einzelstücke vom Rehbraunen Dachpilz, Sommersteinpilz und einem nicht näher definierbaren, weil überständigem Täubling vorgelegt. Auf die Eröffnung der Hauptsaison mit vielfältigen Pilzaufkommen müssen wir hingegen noch länger warten. Vor Ende September sehe ich derzeit nichts derartiges.

Auch Champignons sollten örtlich wieder erscheinen. Hier sind es Wiesen – Champignons (Agaricus campestris), die Christopher Engelhardt am 23.08. bei Lübeck gefunden und fotografiert hat. Wiesen – Champignons lieben trockene und heiße Sommer und können wenige Tage nach stärkeren Regengüssen massenhaft auf entsprechenden Kurzgras – Wiesen und Weiden auftauchen. Auch auf Golfplätzen. Diese Exemplare wuchsen allerdings an einem Waldrand. Zarter und ausgezeichneter Speisepilz.

Mittwoch, 29. August (La Tomatina) – Heute wurde wieder die Woche geteilt und dass heißt natürlich Mittwochsexkursion. Sie führte in den dritten Qudranten des Meßtischblattes Demen. Hier gibt es, wie in den anderen Quadranten auch, große Waldflächen, die alle miteinander korrespondieren. Sie hängen also zusammen und bilden Ausläufer in verschiedenen Richtungen. Das Kaarzer Holz, die Venzkower- und Kobander Tannen und die Demener Räumde befinden sich zumindest teilsweise in diesem Quadranten. Bei so vielen Möglichkeiten hat man die Qual der Wahl. Da es aber ohnehin überall praktisch keine Frischpilze gibt, kann es relativ egal sein. So habe ich mich heute für die Demener Räumde entschieden. Sandige Laub- und Nadelforste und wie meist immer von unterschiedlicher Zusammensetzung und Alterstruktur. Im großen und ganzen kenne ich das Gebiet, habe mir aber eine Ecke ausgesucht, die ich teilweise noch nicht begangen habe. Nur ein Teil war mir bereits  bekannt. Hatte ich hier doch vor Jahren so viele Pfifferlinge gefunden, dass mein recht großer Korb kaum ausreichte. Siehe auch unter „Die Demener Räumde“. Am Montag hatte es zwar auch hier etwas geregnet, in den staubigen, heidenahen Sandergebieten war davon aber kaum etwas zu bemerken. In Keez, etwa 15 Km entfernt, hatten wir 6 Liter im Meßbecher. Das ist schnell verdunstet, zumal es heute wieder sonnig und sehr warm war. Hier die Handvoll Pilzarten, die ich heute in MTB 2336/3, Demener Räumde, notieren konnte: Eichen – Mehltau, Zugespitzter Kugelpilz, Veränderlicher Spaltporling, Rotbraune Kohlenbeere, Birken – Zungenporling, Schuppiger Sägeblättling, Eichen – Rindensprenger und Schmetterlings – Tramete.

Das war der einzige, wirklich frische Pilzfruchtkörper, der mir heute begegnet ist. An der Schnittfläche eines Kiefern – Stammes (Holzstapel) wuchs ein Schuppiger Sägeblättling (Lentinus lepideus). Er kommt mit Hitze und Trockheit bestens klar und ist unverwüstlich. Früher wuchs er sogar auf behandeltem Holz von Eisenbahn – Schwellen, so auch im Gleisbett des Wismarer Bahnhofs.

Donnerstag, 30. August (Consultar in Osttimor) – Das angekündigte Tief hat im laufe der zweiten Nachthälfte von Süden her auf M-V übergegriffen und verbreitet für schauerartige Regenfälle gesorgt. Besonders im östlichen Mecklenburg hat es bis zum Mittag flächendeckend und kräftig geregnet. Der Nordwestteil bekommt jetzt am Abend nochmal ordentlich Nachschlag, da hier die Oklusion des inzwischen nach Südschweden gezogenen Tiefs eindreht. Auch in Niedersachsen bis hoch nach Schleswig – Holstein hat es ordentlich geregnet. Dadurch dürfte erst einmal eine  Entspannung an der Pilzfront eintreten. Besonders im Gebiet um Goldberg, wo sich auch die Schwinzer Heide als eines unserer wichtigsten Pilzreviere befindet, dürften mit den Niederschlägen vom Montag zwischen 20 und 30 Liter zusammen gekommen sein. Das wird schon deutlicher etwas bewirken. Insgesamt sind alle Regionen nun Frischpilz – Erwartungsgebiet. Der ganz große Grundstein, der wirklich ein sehr massives Frischpilz – Wachstum zu Folge gehabt hätte, wurde sicher nicht gelegt. Auch im Hinblick der Tatsache, dass nun auf unabsehbare Zeit Hochdruck die Regie mit viel Sonnenschein und spätsommerlicher Wärme übernehmen soll, sind die Erwartungen nicht allzuhoch anzusetzen. Dennoch kann es zu Mitte September hin einen nennenswerten Schub auch noch von Sommerarten geben. Es dürfte sich wohl dann doch noch der eine oder andere Korb mit frischen Sommersteinpilzen füllen. Dort, wo die Bedingungen es erlauben, kann es sogar einen sehr heftigen Schub dieser Art geben, denn sie hat viel nachzuholen und es ist die letzte Gelegenheit in diesem Jahr dafür. Natürlich werden auch die Fichten – Steinpilze starten. Der Wachstumsdruck ist inzwischen einfach schon zu groß, so dass jede Chance genutzt werden dürfte. Man sieht es ja schon in den Gebieten, die Anfang des Monats von kräftigen Gewittergüssen getroffen worden waren. Hier ist in der letzten Zeit doch schon der eine oder andere Frischpilz gewachsen. So berichtete mit vorgestern eine Dame von sehr schönen Riesenschirmpilzen bei Boltenhagen und auch unsere Pilzfreundin Angelika Boniakowski konnte wieder einige Steinpilze (Sommer und echte) finden. Vor allem aber sehr schöne Anhängsel – Röhrlinge, die richtig knackig aus dem harten Waldbden brachen. Sollte der zu erwartende Schub nicht durch Trockenheit ins stocken geraten, ist mit sehr guter Qualität zu rechnen, denn es gibt kaum Pilzfliegen, die ihre Larven einimpfen können. Wer noch intakte Standorte vom „Pilz des Jahres“ kennt, sollte sie unbedingt kontrollieren. Es könnte ein Massenschub dieser leckeren Speisepilze geben, denn sie lieben trockenheiße Sommer! Teilsweise wird es diesen regional schon gegeben haben. Auch die Parkanlagen, zumindest unsere gute am Seeblick, wird nun doch noch einen kräftigen Schub bekommen, denn seit Stunden regnet es am Abend in Wismar kräftig und ergiebig.

Hier noch eine schöne, informative Grafik von Christopher Engelhardt zum „Pilz des Jahres 2018“.

Freitag, 31. August (Iss – draußen – Tag) – Das ist natürlich auch weiterhin möglich, aber der Sommer endet heute metereologisch. Bei der Abfolge der Pilz – Wachstumsaspekte befinden wir uns schon seit Mitte des Monats im Herbst. Auf dem Kalender haben wir noch drei Wochen Sommer. Und diese drei Wochen können nun doch noch einige Sommerpilze hervorbringen, denn dort wo es ausreichend geregnet hat, sollte sich ein verspäteter Sommer – Schub einstellen. Der richtige Pilzherbst wird von den Regenfällen noch nicht durchstarten. Auch weil bis auf weiteres für uns kein nennenswerter Regen mehr in Sicht ist. Es kann in der nächsten Woche zwar in Deutschland gebietsweise gewittrig werden, aber der Nordosten wird davon wohl nicht viel abbekommen, da sich das Skandinavien – Hoch zusammen mit dem Azorenhoch immer stärker aufstellt. Derzeit sieht es so aus, als ob der hohe Luftdruck im Norden länger anhält. Zu der nun etwas fortgeschrittenen Jahreszeit bedeutet das allerdings auch, dass die Luft dort allmählich auskühlen kann. Es wird von den Wettermodellen für möglich gehalten, dass diese unterkühlte Luft dann auch in den Nordosten einsickern könnte. Das hätte zur Folge, dass in klaren Nächten erste Bodenfröste nicht ausgeschlossen werden können. Im schlimmsten Fall könnte sich die seit Februar bestimmende Großwetterlage weiter halten und dann kann es im Oktober schon empfindlich kühl werden mit häufigen Nachtfrösten. Nicht die extreme Trockenheit, die nun etwas abgeschwächt wurde, sondern die Auskühlung könnte dann einem noch möglichen, guten Pilzherbst, im Wege stehen. Wir brauchen deshalb endlich einen Durchbruch der Westwetterlage mit reichlich Niederschlägen.

Wenn es irgendwo Frischpilze gab, mit Außnahme der Gebiete, in denen es mal einen stärkeren Gewitterguß gab, waren es Arten, die auf Holz wachsen, so wie dieser stark von der Dürre gezeichnete Samtfuß – Krempling (Paxillus atrotomentosus) im Wald bei Turloff am 18.08.2018.

Der August war aus meiner Sicht, der Sicht eines Pilzfreundes, der schlechteste, der mir bisher in Erinnerung ist. Damit schloß er sich nahtlos den Monaten Mai, Juni und Juli an.

Dort, wo es mal einen kräftigen Schauer gab, wuchs natürlich auch mal der eine oder andere Frischpilz. So schickte mir Konrad Goeritz aus Banzkow folgende Bilder, die ich mit seiner freundlichen Genehmigung auch an dieser Stelle veröffentlichen darf.

Hier sind es mastige Wurzelnde Bitter – Röhrlinge (Boletus radicans) auf dem Damm am Störkanal bei Banzkow. Ein uns bekannter Standort.

Oder auch ein wirklich frischer Getäfelter Stäubling (Calvatia untriformis).

Der Blutrote Filzröhrling (Xerocomus rubellus) ist immer eine Augenweide.

Der Riesenporling (Meripilus giganteus), so jung und zart wie hier, ist ein ergiebiger Speisepilz mit dem Nachteil, dass er bei der Zubereitung leider kohlrabenschwarz wird.

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