Wälder in Mecklenburg

Das Heidenholz bei Selmsdorf

Richtig tollen Buchenwald gibt es im Heidenholz, unweit der Hansestadt Lübeck.

Am Sonntag, dem 02. September 2018, stattete ich dem Heidenholz, an der Landesgrenze zu Schleswig – Holstein, einen Besuch ab. Die altehrwürdige Hansestadt Lübeck liegt nur knapp 3 Km entfernt. Ein kleines, kompaktes, aber sehr vielversprechendes Waldgebiet mit  naturnahem Altbuchenbestand, aber auch mit einem Fichtenteil. Ein richtig gutes Gebiet auf besseren Böden und bei einem stärkeren Wachstumsaspekt sicher eine Fundgrube nicht nur für den Kochtopf – Mykologen. Heute hielt sich nach dem langen Dürre – Sommer das Aufgebot an frischen Pilzen noch sehr in Grenzen. Hier einige Impressionen:

An der nassen Böschung eines Grabens standen diese Tränenden Saumpilze (Lacrymaria lacrymabunda). Essbar.

Der Rest einer einstmals mächtigen Rotbuche wird von Zunderschwämmen abgebaut und bietet vielen anderen Organismer Unterschlupf und eine Lebensmöglichkeit.

Dieser Waldweg bietet einen Rundkurs durch dieses kompakte Waldgebiet.

Immer wieder herrlicher Buchenwald.

Hier fand ich auch diesen taufrischen Perlpilz (Amanita rubescens). Guter, roh giftiger Speisepilz.

Auch der jung durchaus schmackhafte, wenn auch schwärzende Riesenporling (Meripilus giganteus) war nicht weit entfernt.

Der Lungenseitling (Pleurotus pulmunarius) war gleich mehrfach an verschiedenen Stellen zu finden. Essbar.

Auch der Rehbraune Dachpilz (Pluteus atricapillus) durfte natürlich nicht fehlen. Essbar.

Stellenweise viel Totholz, was das Gehen zwar erschwerte, aber für einen naturnahen Wald unentbehrlich ist. Natürlich auch bei uns Pilzfreunde sehr willkommen, erhöht es doch die Vielseitigkeit. So wuchsen hier auch die obigen Lungenseitlinge und Dachpilze.

Auch diese entwurzelten Rotbuchen dürfen liegen bleiben und können womöglich dem Kochtopf – Mykologen in den nächsten Jahren reiche Ernten bescheren.

Neben Altbäumen und Stubben brachen hier viele Büschel des Spindeligen Rüblings (Collybia fusipes) hervor. Der Pilz gilt im allgemeinen als minderwertig, wird aber von einigen Feinschmeckern als Speisepilz hoch geschätzt. Die Geschmäcker sind ebend höchst unterschiedlich!

Im feucht – schattigen Buchen – Unterwuchs ein frischer Täubling. Es handelt sich um den essbaren Blaugrauen Reiftäubling (Russula parazurea).

Dieser überständige Lungenseitling (Pleurotus pulmunarius) ist von Fremdorganismen, möglicherweise ebenfalls Pilzen, befallen und verursachen diese pinkfarbenen Flecken. Ähnliches kann man beispielsweise bei vergehenden Gelben Knollenblätterpilzen beobachten.

Nicht selten findet sich an Laubholz dieser kleine Graubraune Dachpilz (Pluteus cinereofuscus). Ohne Speisewert.

Besonders längst der Waldwege sind häufig Gelbräunliche Trichterlinge zu finden. Hier dürfte es sich aber um den Kerbrandigen Trichterling (Clitocybe costata) handeln. Typisch ist der wellig gekerbte Hutrand und ein fehlender Buckel in der Hutmitte. Essbar.

Neben vielen goldverschimmelten Filzröhrlingen war dieser Dickröhrling der einzige Vertreter dieser beliebten Pilzgruppe. Flockenstieliger Hexen – Röhrling (Boletus luridiformis). Roh giftig, ansonsten vorzüglich!

Weiter führt mich der Rundweg im abendlichen Sonnenschein durch dieses schöne Gebiet.

Etwas Fichten – Stangenwald schließt sich an.

Links eine Lichtung mit dichtem Jungwuchs und rechts Buchen – Hochwald.

Das Heidenholz bei Selmsdorf am Abend des 02. September 2018.

Soweit ein kleiner Rundgang durch das Heidenholz bei Selmsdorf. Wer es kennen lernen möchte, ist sehr herzlich zu unserer Vereinsexkursion am 18. November 2018 eingeladen, die hier her führen soll. Siehe unter Termine!