Wintergrüße aus dem Pilzreich

Pilzwinter in Mecklenburg

Winterpilz (Flammulina velutipes). Standortfoto am 12.01.2019 im Prosekener Grund.

Eigentlich sehe ich in der Zeit von Dezember bis März von Pilzexkursionen ab, da ich vieles im Info – Zentrum zu erledigen habe, wofür während der Saison wenig Zeit bleibt. Im Januar 2019 hat sich aber das NDR – Fernsehen zu einer kleinen Spritztour zum Thema „Speisepilze des Winters“ angemeldet. Daher bin ich nun in verschiedenen Wäldern unterwegs, um die Lage zu Peilen und eventuell kamerataugliche Frischpilz – Bestände ausfindig zu machen. Am Sonnabend, dem 12. Januar 2019, war der Prosekener Grund an der Reihe. Ein feuchtes Bachtal mit Erlen, Eschen, aber auch einigen Birken, Eichen, Fichten und Buchen in Randlage. Relativ viele Frischpilze, aber nicht optimal für das Drehteam, denn es sollen so viele Speisepilze zusammen kommen, um sie hinterher in einer Gaststätte bei Rostock fernsehtauglich zubereiten zu lassen. Ergiebige Austern – Seitlinge waren hier leider schon abgeerntet, wären aber ohnehin zum Verspeisen schon zu zäh gewesen. Für eine schmackhafte Brühe durch auskochen hätte es möglicherweise noch gereicht. Dazu sehr schöne Winterrüblinge und ein herzhaftes Winterpilz – Süppchen wäre daraus zu Zaubern gewesen.

Ich werde mich also in den nächsten Tagen noch in anderen Revieren umschauen. Selbstverständlich habe ich heute zumindest schon Material zum zeigen sichergestellt.

Hier einige Impressionen von der heutigen Wanderung:

Insel- und Büschelweise erfreuten mich frische Glimmer – Tintlinge (Coprinus micaceus). Ganz jung sollen sie essbar sein, aber ohne Alkohol.

Trotz ihres angenehmen Anis – Geruches sind diese Duft – Trichterlinge (Clitocybe fragrans) giftig!

Der Gemeine- oder Winter Trompeten – Schnitzling (Tubaria furfuracea) war immer wieder vertreten. Er kann gegessen werden, ist aber meist nur auf Schredderflächen ergiebiger.

Der leckere Samtfuß – Wintzerpilz (Flammulina velutipes) war immer wieder und in allen Alterstadien vertreten.

Ein leuchtend gelber Farbtupfen im tristen Wintergrau ist immer wieder der Goldgelbe Zitterling (Tremmella mesenterica).

Zahlreich wuchsen an liegenden Laubholz – Ästen diese Krüppelfüßchen (Crepidotus spec:)

Der Zimtfarbener Weichporling (Hapalopilus rutilans) war auch noch ungewöhnlich frisch für hochwinterliche Zeiten. Der einjährige Laubholz – Bewohner ist giftig!

Mehrjährig ist hingegen der Echte Zunderschwamm (Fomes fomentarius).

Austern – Seitlinge (Pleurotus ostreatus) waren bereits fast alle geschnitten. Sie wuchsen standesgemäß an einer dicken, liegenden Buche. Hier könnte man auf die Idee kommen, den Rillstieligen Seitling vor sich zu haben. Auch der rosa – Reflex in den Lamellen könnte dafür sprechen. Dennoch denke ich nicht, dass es sich um die seltene Art handelt, da sie auch habituell anders aussieht.

An besagtem Buchenstamm machten sich zahlreiche, weitere Pilzarten zu schaffen. Hier ist es der Knotige Schillerporling (Inonotus nodulosus).

Schichtpilze (Stereum spec.) machen sich ebenfalls hier breit.

Der Angebrannte Rauchporling (Bjerkandera adusta) ist sowohl an Laub- wie auch an Nadelholz zu finden.

Wir sind immer noch am selben Buchenstamm. Hier sind es Buchen – Schleimrüblinge (Oudemansiella mucida).

Die Ringrüblinge in der Draufsicht.

Kleine Hutpilze in der Nadelstreu des Fichten – Forstes. Der Fichten – Zapfenrübling (Strobilurus esculentus) ist immer für ein herzaftes Pilzsüppchen geeignet.

Der Vorfrühling läßt grüßen. Bis zum April leuchten jetzt wieder die Pracht- oder Kelchbecherlinge (Sarcoscypha spec.).

An liegenden Birken – Stämmen Unmengen von Krausen Aderzählingen (Plicatura cispa).

Ein staatlicher Violetter Rötel – Ritterling (Lepista nuda) in der Nadelstreu. Der beliebte Speisepilz kann, wenn der Herbst zu trocken war, noch im Winter wachsen.

Samtfuß – Winterrüblinge (Flammulina velutipes) sind sehr schmackhaft und Mitte Januar 2019 an verschiedenen Laubhölzern ausgesprochen häufig.

Am Montag, dem 14. Januar, war Irena in den Wäldern zwischen Schwerin und Brüel unterwegs und konnte einen ansehlichen Korb voller Frischpilze sicherstellen. Neben Austern – Seitlingen auch Judasohren, Winter – Trompetenschnitzlinge und Weißstielige Stockschwämmchen.

Dekorativ auch mit den Schlehen, der Korb von Irena.

Am Mittwoch, dem 16. Januar, war ich dann am Nachmittag noch in einigen Wäldern unterwegs. Zunächst im angenzenden Wald zum kleinen Schloßpark Roggow, am Salzhaf bei Rerik. Laubbäume wie Buchen, Eichen, Erlen, Eschen, Ulmen und Ahorn sowie Weiden sind hier dominant. In manchen Jahren gibt es im Spätherbst etliche Hexenringe von Mönchsköpfen. Mir ging es aber um Austern – Seitling und Winterrübling und ich wurde diesbezüglich auch fündig. So können wir diese Frischpilze kameratauglich ernten.

An einer gestürzten Rotbuche wurde ich nicht nur in punkto Austern – Seitling fündig, sondern es machten sie auch weitere Pilzarten über das gefundene Fressen her. Hier sind es Orangerote Kammpilze (Phelbia radiata). Sie sind aber nicht Pfannentauglich.

Weithin leuchteten diese Goldgelben Zitterlinge (Tremmela mesenterica).

Anschließend fuhr ich in die nahen Teßmannsdorfer Tannen. Hier überwiegen Nadelhölzer wie Kiefern und Fichten. So konnte ich dort reichlich Schwefelköpfe sicherstellen. Natürlich die leckeren Graublättrigen, aber auch ihre giftigen Gegen – Kandidaten, die Grünblättrigen Schwefelköpfe.

In milden Wintern sind auch die wenig frostharten Grünblättrigen Schwefelköpfe (Hypholoma fasciculare) nicht selten.

Hier nochmal beide Arten im Vergleich. Oben die giftigen Grünblättrigen und unten die leckeren und bekömmlichen Graublättrigen Schwefelköpfe.

Inzwischen begann es bereits zu Dämmern und ich begab mich auf die Heimfahrt. Da noch etwas Tasgeslicht in Höhe Klein Strömkendorf vorhanden war, schaute ich noch kurz in ein ortsnahes Wäldchen rein. Hier entdeckte ich zu meiner Überraschung ein tolles Highlight, nähmlich sehr fotogene und dekorative Orangeseitlinge an einem liegenden Birkenstamm. Eine relativ seltene Pilzart, die die Wintermonate bevorzugt.

Mein persöhnlicher Top – Fund des Winters 2019, der in M-V relativ seltene Orangeseitling (Phyllotopsis nidulans). Wir finden ihn eigentlich vorzugsweise an Nadelholz, hier war es allerdings ein liegender Birken – Stamm. Essbar sollen die Pilze zwar sein, haben aber keinen angenehmen Geschmack. Daher sollten wir uns mit einem Augenschmaus begnügen. Standortfoto am 16.01.2019 im Wald bei Klein Strömkendorf.

Dienstag, 17. Januar. Am frühen morgen traf ich mich mit Vereinsmitglied und Raritäten – Jäger Andreas Okrent, der extra wegen dem Orangeseitling anreiste, im mykologischen Info – Zentrum. Da es noch dunkel war, schell noch ein Kaffee und dann ging es mit meinem Leichtkraftroller, das Wetter spielte zum Glück mit, nach Klein Strömkendorf, am Salzhaff. Andreas war begeistert und machte etliche Fotos. Auf der Rückfahrt schauten wir noch für ein halbes Stündchen in die Rohlstorfer Tannen hinein, ein größeres Waldgebiet, das bis direkt an die Stadtgrenze von Wismar stößt.

Andreas ist glücklich, ein wirklich sehenswerter Fund und die Bilder sind im Kasten!

Die Pilze haben sich im Vergleich zu gestern kaum verändert. Orangeseitling (Phyllotopsis nidulans).

Besonders üppig und dekorativ erscheint hier der Samtige Schichtpilz (Stereum subtomentosum).

Hier nochmals eine Pilzart, die sich in M-V in letzter Zeit stark ausgebreitet hat, der Krause Adernzähling (Plicatura crispa).

Andreas hatte heute noch Spätdienst und mußte danach sogleich wieder die Heimfahrt antreten und ich sputete mich ebenfalls, denn um 11.00 Uhr war ich mit Anke, Monika und Ulrich von den Wismarer Pilzfreunden verabredet. Wir vier hatten schließlich wiederum eine Verabredung mit einem Drehteam des NDR – Fernsehens am Schoß in Roggow, bei Rerik, und ebenfalls am Sazhaff in Ostsee – Nähe gelegen. Für unsere Fernseh – Exkursion suchte ich einen Wald aus, der an den inzwischen leider eingezäunten Schloßpark grenzte. Für Winterpilze keine schlechte Adresse.

Während der Fahrt zu unserem Treffpunkt war uns dieser Anblick einen kurzen Zwischenstopp wert. Hunderte Schwäne haben es sich auf einer Wiese bei Teßmannsdorf gemütlich gemacht. Im Hintergrund die Teßmannsdorfer Tannen. Foto: Ulrich Klein.

Kaum im Wald, wurden wir auch schon fündig und selbst das Wetter hatte mit uns ein Einsehen.

Die Kameras haben ihre ersten Motive und gleichzeitig für den O – Ton einige Erläuterungen zu den gefundenen Pilzarten. Neben Geweihförmigen Holzkeulen wuchen hier auch Nestlinge, siehe unteres Bild! Foto: Ulrich Klein.

Gestreifte Teuerlinge (Cyathus striatus) erfreuten unsere Augen und die Objektive der Kameras.

Im Eichen und Buchenlaub eine kleine Gruppe von Rötlingen. Sie sind im Feld für uns nicht näher ansprechbar, denn eine sichere Artzugehörigkeit ist bei dieser großen Gattung meist nur mit entsprechender Fachliteratur und einem Mikroskop möglich.

Gern an Eichenholz und nahezu ganzjährig finden wir die Rosablättrigen Helmlinge (Mycena galericulata). Der einzige Vertreter seiner Gattung, der in der Küche Verwendung finden kann. Genommen werden nur die Hüte, welche ganz vorzüglich munden sollen.

Die Fernseh – Leute in Aktion.

Das Baumohr lauscht unseren Ausführungen und wundert sich über so viel Aufmerksamkeit. Wir kennen den gallertfleischigen Pilz eher unter der Bezeichnung Judasohr (Hirneola auricula – judae) oder von der Speise im China – Restaurant her.

Totholzreiche Wälder sind besonders im Winter für Pilzfreunde von besonderem Interesse.

So werden wir auch hier in punkto Winterpilze fündig.

Samtfuß – Winterrübling (Flammulina velutipes).

Und immer wieder ist der O – Ton gefragt.

Dank der guten Augen unserer Pilzfreundin Anke entgingen uns diese Halskrausen – Erdsterne (Geastrum triplex) nicht.

Auch diese Schmutzbecherlinge (Bulgaria inquinans) haben wir Anke zu verdanken.

Der Gemeine Trompetenschnitzling (Tubaria furfuracea) ist im Winter auf Holzmatrial allgegenwärtig. Essbar.

Mit diesen exquisiten Austern – Seitlingen und Samtfuß – Rüblingen hatten schließlich auch die Fernseh – Leute ausreichend winterliches Frischpilz – Material, um es fersehtauglich in einem auserwählten Rostocker Restaurant zubereiten zu lassen.

Übrigens können die leckeren Samtfuß – Winterpilze (Flammulina velutipes) auch scheinbar aus dem Waldboden hervorbrechen. Tatsächlich stehen sie immer mit Holz in Verbindung. So wie hier können die Fruchtkörper dann beachtliche Größen erreichen und die Stiele wurzeln mitunter tief. Manche Autoren machen daraus gleich eine andere Art, dass soll den Kochtopf – Mykologen aber nicht weiter interessieren. Standortfoto am 17.01.2019 im Wald bei Roggow.

Das NDR – Fernsehen strahlte den gelungenen Beitrag von unserer winterlichen Pilzsammlung am 22. Januar 2019 in der Zeit zwischen 19.30 und 20.00 Uhr im Regionalprogramm auf N3, in der Sendung Nordmagazin aus.

Februar 2019

Es geht in die zweite Runde zum Thema Pilze im Winter. Wieder hat sich das Fernsehen angemeldet. Dieses mal geht es nicht in den Wald, sondern ich bin in das NDR – Gelände nach Hamburg – Lokstedt zu einem Talk auf dem Sofa im Rahmen der Sendereihe „Mein Nachmittag“ eingeladen. Termin: 27. Februar. Die Sendung läuft dann life von 16.40 – 17.10 Uhr im gesamten Sendebereich des NDR in Norddeutschland. Hier werden regelmäßig Menschen zu einem netten Gespräch mit Filmeinspielungen eingeladen und vorgestellt, die etwas besonderes und nicht alltägliches machen. Und der Steinpilz – Wismar ist durchaus etwas ganz besonderes und durch seine Internetpräsens einer der bekanntesten Pilzberatungsstellen überregional geworden. Da auch frische Winterpilze im Studio vorgestellt werden sollen, gilt es nun nochmals die Wälder zu durchstreifen. Es ist jetzt aber schon Ende Februar und bei sonnigem Frühlingswetter um 15 Grad nicht mehr so einfach, diesbezüglich fündig zu werden. Der eigentliche Winterrsapekt ist bereits am auslaufen und bei diesen Temperaturen geht es in kürze schon mit den Frühlingspilzen los. Ich habe mir in diesem Zusammenhang auf die Schnelle noch Pilzbrut von Austern- Seitlingen und Winterrüblingen (Enoki) schicken lassen und hoffe, das sich bis zum Sendetag noch etwas entwickelt. Nichts desto trotz durchstreife ich aber nun nochmals die Wälder, um in der Natur gewachsenes Frischpilz – Material vorstellen zu können.

Erster Versuch: 17. Februar

Das totholzreiche Paradies und der Rote See bei Brüel, mit seinen roten „Frühblühern“, stand auf dem Programm.

Die Sonnenstrahlen spiegeln sich silbern in Wasser des Schwarzen Sees bei Brahlstorf.

Es dauerte nicht lange und an einem liegenden Buchstamm leuchteten zahlreiche Orangeseitlinge (Phylotopsis nidulans) im warmen Sonnenlicht. Ich wollte eigentlich Austernseitlinge!

Natürlich war ich über diesen Fund hoch erfreut, gilt die Art doch eigentlich als selten.

Aber daran kommen mir allmählich Zweifel, da ich diese Pilze bereits im Januar (siehe oben) am Salzhaf im Wäldchen bei Klein Strömkendorf fand.

Oder liegt es daran, dass ich in den Wintermonaten eigentlich kaum die Wälder durchstreife.

Oder aber ist es etwa eine Art, die in Ausbreitung begriffen ist und häufiger wird? Zumindest soll der Pilz bevorzugt im Winter auftreten und wärmeliebend sein. Wärme hatten wir im vergangenen Jahr mehr als reichlich! Selbst jetzt, Mitte Februar, ist es schon wieder ungewöhnlich warm für die Jahreszeit!

Wuchtige Zunderschwämme (Fomes fomentarius) an einer alten Buche.

Hier hat der Biber ganze Arbeit geleistet!

Ein Methusalem von Rotrandigem Baumschwamm (Fomitopsis pinicola).

Und am sonnigen Waldrand dann doch noch ein Austern – Seitling (Pleurotus ostreatus). Zwar nicht mehr zum Verzehr geeignet, aber vieleicht noch zum zeigen, falls nichts frischeres mehr aufzutreiben ist.

Und schließlich noch die erhoften Farbtupfen am Roten See, an unserer altbekannten Stelle. Sie sind zwar nichts für den verwöhnten Gaumen, aber allemal sehenswert, auch für jede Kamera.

Österreichischer Kelchbecherling (Sarcoscypha austriaca).

18. Februar – Prosekener Grund

Sehr spontan mit Irena. Ich hatte meine Kamera leider nicht dabei. Es gelang uns aber einige, noch frische Samtfußrüblinge aufzutreiben. Dazu noch Fichten – Zapfenrüblinge und Winter Trompetenschnitzlinge. Alle Pilze werden in Frischaltedosen im Kühlschrank aufbewahrt.

20. Februar

Sowohl die Enoki – Pilze, wie auch die Austern – Seitlinge beginnen zu spriesen. Viele, kleine Fruchtkörper – Anlagen!

24. Februar

Bei traumhaft schönem, sonnigen und mildem Wetter war ich am Nachmittag mit Sohn Jonas im weiteren Umfeld des Keezer Sees unterwegs. Wesentlich waren neben einigen Trompetenschnitzlingen ein neuer Fundort von Kelchbecherlingen und doch noch ein größeres Büschel Samtfuß – Winterpilze.

Der Keezer See bei traumhaft schönem Vorfrühlingswetter. Jonas betrachtet ein voll Wasser gelaufenes Boot vom Steg aus.

Jonas entdeckte den neunen Fundort dieser leuchtenden Farbtupfen im Bruchwald unweit des Keezes Sees. Sehr wahrscheinlich handelt es sich wieder um den Österreichischen Kelchbecherling (Sacoscypha autriaca).

Noch halbwegs brauchbare Winterpilze (Flammulina velutipes) für`s Fernsehen.

25. Februar

Mit frischen Austern – Seitlingen sah es auf den letzten Exkursionen nicht mehr rosig aus. Um so erfreuter war, als ich heute morgen während eines Kontrollgangs auf dem Keezer Grundstück von Irena an einem Stubben, der schon im Spätherbst und um die Weihnachtszeit reichlich Austern – Seitlinge hervorgebracht hatte, wieder eine neue, erstklassige Generation dieser wichtigen Winterpilze vorfand. Die kamen wrklich wie gerufen! Ich bin gerettet!

Austern – Seitling (Pleurotus ostreatus) heute morgen in Keez fotografiert, abgeschnitten und ab in eine Frischhaltedose und in den Kühlschrank.

Inzwischen machen meine Pilzkulturen des Enoki und des Austern – Seitlings im Laden auch rasant Fortschritte.

Die Zuchtform des Samtfuß – Winterrüblings entwickelt sich innerhalb weniger Tage prächtig. Im Gegensatz zu den Wildpilzen, bleibt die Kultur – Variante hahezu weiß und nennt sich Enoki. Diese Pilzart soll schon vor 1000 Jahren in Ostasien in Kultur genommen worden sein!

Den Kultur – Seitlingen (Austernpilzen) kann man förmlich beim wachsen zuschauen. Innerhalb von fünf Tagen haben sie sich von kleinen Fruchtkörper – Ansetzen zu stattlichen Pilzen entwickelt. Mittwoch morgen werden sie für`s Fernsehen geerntet.

Am 27. Februar war es dann soweit. Ich packte meine ansehnliche Kollektion Frischpilze zusammen und fuhr bei herrlich sonnigem und sehr mildem Vorfrühlingswetter in die Hansestadt Hamburg, zum NDR in Lokstedt.

Die Sendung „Mein Nachmittag“ wurde wie üblich zwischen 16.40 Uhr und 17.10 Uhr life im Sendegebiet ausgestrahlt. Sicher noch eine Weile in der Mediathek des NDR abrufbar. Mein Nachmittag, am 27. Februar 2019 – „Der Pilzexperte aus Wismar“. Dazu möchte ich noch richtig stellen, bevor es Proteste hagelt und meine Kompetenz angezweifelt wird. Der Satz „Es gibt keine Pilze woran man sterben kann“ bezieht sich darauf, ob ein Pilz so giftig ist, dass man vom bloßen Anfassen und ohne sich gleich die Hände zu waschen, sterben könne? Das ist selbstverständlich nicht möglich. Die Menge macht das Gift!

Soweit einige Impressionen aus dem milden Hoch- und Spätwinter 2019.