19. Mai 2019 – Mit dem Stadtführer unterwegs

Exklusive Stadtführung

Für die Pilzfreunde der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V.

Die Kirche der Seefahrer St. Nikolai und die frische Grube, ein mittelalterlicher Flußlauf durch die historische Altstadt der Hansestadt Wismar, Anfang Januar 2019, während eines schweren Sturmhochwassers.

Treff war am Sonntag, dem 19. Mai 2019, um 10.00 Uhr an der Wasserkunst auf dem Wismarer Marktplatz.

Auf unserer letzten Weihnachtsfeier wurde von einigen Pilzfreunden angeregt, vieleicht nicht nur durch unsere Wälder zu wandern, sondern auch mal einen geführten Stadtrundgang durch Wismar zu unternehmen. Grund war die Anwesenheit von Hinrich Siedenschnur, einer der versiertesten Stadtführer Wismars und darüber hinaus. Hinrich ist selbst Mitglied der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V.

Heute wurde es also konkret. Wir trafen uns an der Wasserkunst und übergaben das Wort an Hinrich. Angesteuert wurden u. a. folgende Sehenswürdigkeiten: Rathaus, St. Georgenkirche, Marienkirchturm mit Filmvorführung „Bruno Backstein“, Heiligen Geist Kirche und Zeughaus.

Die Wasserkunst, das wichtigste Wahrzeichen der Hansestadt Wismar, auf einem der größten Marktplätze Norddeutschlands (1 ha) war der Treffpunkt. Foto: Ulrich Klein.

Ulrich hielt auch diesen denkwürigen Moment im Bild fest.

Das Hotel und Restaurant Reuterhaus befindet sich genau der Wasserkunst gegenüber. Es trägt den Namen des mecklenburgischen Heimatdichters Fritz Reuter. Zu Lebzeiten nutzte dieses Gebäude sein Verleger Hinstorf.

In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich die Traditionsgaststätte Alter Schwede.

Eingangsportal.

Der Kopf des alten Schweden, der Schwedenkopf, ist nicht nur über dem Eingangsportal der Gaststätte zu finden. Man kann ihm an verschiedenen Stellen in der historischen Altstadt oder am alten Hafen begegnen.

Die östliche Häuserzeile des Marktplatzes.

Unterhalb des Hotel Stadt Hamburg, in der selben Häuserzeile, befindet sich die Tittentasterstraße.

Allerdings hält der Name nicht, was er verspricht. Da sollte Mann sich lieber in den Abend- und Nachtstunden in Richtung Spiegelberg begeben. An dieser Stelle gibt es nur Blumen, aber die können vieleicht auch so mancher Weiblichkeit schmeicheln und dann…

Die Nordflanke des Marktplatzes nimmt das imposante Rathaus ein.

Im Süden befinden sich weitere hanseatische Bürgerhäuser und Geldinstitute wie die Sparkasse Mecklenburg – Nordwest.

Auch die derzeitige Dauerbaustelle des Marktplatzes. Hier wurde Ende April 2018 Feuer gelegt und zwei Gebäude brannten vollständig aus. Die Außenmauern werden seit dem aufwendig gesichert. Warum wird die Rest – Ruine nicht abgerissen und etwas neues hingestellt, was sich gut in den Gebäudekomplex des historischen Marktplatzes einfügt? Lieber wird viel Geld aufgebracht um die Überreste zu erhalten, aus denkmalschutzgründen und um dem Weltkulturerbe gerecht zu werden.

Hinrich erläutert uns an dieser Miniatur – Nachbildung des Welterbe – Altstadtkerns die Hansestadt. Das Modell ist auch mit Blindenschrift ausgestattet, so dass man sich die Altstadt und deren Sehenswürdigkeiten auch mit der Hand ertasten kann.

Blick von Hinter dem Rathaus zur Altwismar Straße. Das graue Gebäude linker Hand ist der Weinberg, eine traditionsreiche Gaststätte, die vor wenigen Jahren aufwendig saniert wurde.

Auf dem Rudolf – Karstadt Platz. Im Hintergrund ist die Heiligengeist Kirche zu sehen.

Das Stammhaus der Karstadt AG. Hier begann die Erfolgsgeschichte des deutschlandweit agierenden Unternehmens.

Die Rats – Apotheke. Als Jugendlicher verkaufte ich vor diesem Gebäude zusammen mit einem Klassenkameraden viele Kilo Frostschnecklinge, an denen wir den ganzen Sonntag zuvor gesammelt hatten. Unser Stammplatz vor der Pilzberatungsstelle war leider von anderen Pilzverkäufern belegt.

Hier war die Pilzberatungsstelle bis zum 31. Oktober 1994 untergebracht. Genau gegenüber des Karstadt – Stammhauses.  Das linke Schaufenster nutzte ich für ständige Frischpilzausstellungen. Nun hat der traditionelle Wismarer Optiker Frank hier eine seiner Filialen.

Es geht in Richtung gotisches Viertel.

Der Marienkirchturm an diesem sonnigen Mai – Sonntag. Gut sind noch die Züge des ehemaligen Kirchenschiffes zu erkennen. Das Gotteshaus hatte im 2. Weltkrieg noch eine Luftmine abbekommen und wurde schwer beschädigt. Die Ruine wurde zu DDR – Zeiten gesprengt und beräumt. Foto: Ulrich Klein.

Hinrich erläutert uns wissenswertes zu St. Marien. Diese Backsteine stellen den Umriß des vormaligen Kirchengebäudes dar.

Aber zu DDR – Zeiten wurde nicht nur beseitigt, sondern auch renoviert, so die Kirchturm – Uhr im Jahre 1981.

Und auch das Archidiakonat.

Daran beteiligt war auch unser dienstältester Pilzfreund Hans – Jürgen Willsch.

Im Innenbereich des ehemaligen Kirchenschiffes erinnert diese Büste an den Mathematiker Gottlob Frege, der in Wismar zu hause war.

Es gibt natürlich auch noch häßliche Gebäude, die dringend saniert oder abgerißen gehören. In dem Gebäude mit dem Schornstein soll die Wäscherei der sowjetischen Besatzungstruppen zu DDR – Zeiten untergebracht gewesen sein.

Der Fürstenhof und der Turm von St. Marien. Im Fürstenhof ist heute das Gericht untergebracht.

Sehenswert auch das Deckengewölbe im Torweg des Fürstenhofes.

Rechts die Vorderfront des Fürstenhofes und noch einmal der Marien – Kirchturm, ein weithin sichtbares Wahrzeichen Wismars und besonders in früheren Jahrhunderten ein Seezeichen für die Schifffahrt.

Der Eingang zur nächsten Backstein – Kathedrale von St. Georgen. Einer der größten Kirchen Europas, aber ohne einen weithin sichtbaren Turm, aber mit einer tollen Aussichtsplattform.

Auch diese Kirche wurde im 2. Weltkrieg von Bomben schwer getroffen. In einer Orkannacht im Jahre 1990 stürzte eines ihrer Giebel auf nahe liegende Wohngebäude in der Turmstraße und zerstörte diese völlig. Danach begann, durch viele Spenden ermöglicht, ein Wiederaufbau der Georgen Kirche.

Am Ende des Krieges standen im Prinzip nur noch die Grundmauern. Zur Gefahrenabwehr wurden zu DDR – Zeiten einzelne Bereich gesprengt und mit den Backsteinen wurde eine kleinere Kirche neben der ehemaligen Marienkirche errichtet – die neue Kirche. Das hier nun wieder überdachende Kirchengewöbe wurde erst nach der Wende wieder aufgezogen. Eine große Leistung, dank vieler Spenden. Reguläre Gottesdieste finden hier allerdings nicht mehr statt. Es ist ein Ort für kulturelle Veranstaltungen, eine Kultur –  Kirche.

Wir gelangen an die Heiligengeist – Kirche. Das einzige Gotteshaus in Wismar, das an einer Hauptstraße gelegen ist. Heilig Abend waren Irena, Jonas und ich hier zur Christvesper. Hier findet also regulärer Kirchenbetrieb statt. Alle gezeigten Kirchen sind protestantisch, wurden allerdings bereits vor der Reformation erbaut.

Ab und an wurde ich von Touristen gefragt, wo denn das Polizeirevier von Soko – Wismar sei und ich mußte passen, da ich diese Serie bisher so gut wie nie geschaut habe. Jetzt wurde ich schlauer, es befindet sich genau hier, zumindest der Eingangsbereich, welcher auf den Innenhof der Heiligengeist – Kirche führt.

Weiter geht es durch die Klaus – Jesup Straße, die vor kurzem noch eine grüne Alleenstraße mit Bäumen, Büschen und Sitzecken war. Sie soll nun umgestaltet werden und bei der Gelegenheit wurden alte Bunkeranlagen entfernt. Berge von Bauschutt bieten hier nun ein sicher ebenfalls historisches Fotomotiv.

Wir streben dem Zeughaus entgegen.

Das Zeughaus im Panorama – Blick und von der Hof – Ansicht.

Es geht in Richtung Hafen.

Die Frische Grube von hier aus gesehen in Richtung Innenstadt.

Das letzte Stück nennt sich Runde Grube und mündet nach dem Durchfluß dieses originellen Fachwerkhauses in den Hafen.

Auf der Brücke am Ziegenmarkt.

Das Hotel New Orleans.

Das alte Brauhaus am Lohberg. Hier wird noch Bier gebraut wie zu Zeiten der Hanse. Wismar besaß im Mittelalter sehr viele Brauereien und das Gebräu wurde zum Teil weithin verschifft.

Gleich gegenüber an der Hafenkannte kann man sich direkt vom Kutter mit frischem oder geräuchertem Ostsee – Fisch eindecken. Natürlich auch mit Backfisch. Unter anderem bei Backfisch – Maik (Seemann). Ich möchte hier für ihn ein wenig Werbung machen, denn wir kennen uns schon aus Kindertagen. Die Familie Seemann ist eine alteingesessene Fischerfamilie und sie heißen nicht nur so, sondern sie fahren/fuhren auch alle zur See, zumindest in ihrer Eigenschaft als Küstenfischer.

Das Wassertor am alten Hafen. Es ist das einzige, noch erhaltene Stadttor der Hansestadt Wismar.

Das Wassertor vom Spiegelberg aus.

Wer kennt nicht diese Figur aus dem wohl ersten Vampir – Klassiker der Filmgeschichte. Vom Wismarer Hafen aus hielt sozusagen erstmals die Fantasie-, Grusel- und Märchenfigur Dracula einzug in die Kinowelt.

In unmittelbarer Nähe zum Hafen befindet sich die Scheuerstraße. Hier habe ich meine Kindheit verbracht und zu meiner Zeit war in unserer Straße auch richtig was los, und das nicht nur am Samstag Abend, wie Peter Maffay einstmals sang.

Nochmals die Frische Grube von der Schweinsbrücke aus in Höhe des Schabbel – Hauses (links) fotografiert, mit Blickrichtung Hafen.

Von der Schweinsbrücke aus noch einmal ein Blick auf St. Nikolai.

Einige Schritte weiter in Richtung ABC Straße noch einmal ein Blick auf die Kirche und links ist der Eingangsbereich des Schabbel – Hauses zu sehen. In ihm befindet sich das Stadtgeschichtliche Museum.

Einige Schritte weiter in Richtung Marktplatz beginnt die ABC Straße und der wichtigste Anlaufpunkt in unserer Stadt und darüber hinaus, wenn es um`s Thema Pilze geht. Wir sehen das Gebäude, in dem der Steinpilz – Wismar sein Domiziel seit dem Jahre 2004 aufgeschlagen hat. Es wurde zu DDR – Zeiten errichtet und wie man sieht, hat man damals sehr wohl darauf geachtet, das sich der Neubau harmonisch in die historische Altstadt einfügt.

Und zum Schluß nochmals ein Gruppenbild mit allen Beteiligten vor der Wasserkunst.

Wir bedanken uns nochmals sehr herzlich bei Stadtführer Hinrich Siedenschnur (im Foto mittig zu sehen) für diesen tollen Vormittag.

Die Führung war für Mitglieder der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V. kostenlos!