19. Juni 2019 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Exklusiv auch für interessierte Gäste

Sie führte in den Meßtischblatt – Quadranten  2237/3

Dieser Sommersteinpilz (Boletus reticulatus) zusammen mit zwei weiteren Artgenossen sowie einem Flockenstieligen Hexen – Röhrling begrüßte mich gleich zum Anfang im Stegenholz.

Der dritte Quadrant des Meßtischblattes Warnow war an der Reihe. Er enthält reichlich Wald. Zur Auswahl standen die Windmühlen – Tannen, der Rosenower Wald oder das Stegenholz. Während die beiden erst genannten Reviere auf überwiegend sandigem Untergrund stocken, steht das Stegenholz auf besseren Böden. Hier überwiegen Buchenbestände und in den sandigen Gebieten Nadelforste. Oben gezeigter Sommersteinpilz wächst ausschließlich unter Laubbäumen, in erster Linie Eichen und Buchen.

Auch der heutige Mittwoch war wieder ein schwüler Hitzetag mit Gewittergefahr durch Tief Momo. Es war also wieder Vorsicht geboten, um nicht von gewittrigen Turbulenzen im Wald überascht zu werden. Auch die Hitze war schon sehr grenzwertig. Zunächst steuerte ich das Stegenholz an. Einige Sommerröhrlinge (siehe Foto) und Täublinge waren als Frischpilze vertreten. Das überwiegend mit Buchen bestandene Revier enthält Feuchtbiotope und ist teilweise durch Buchen – Jungwuchs stark verbuscht. Es dauerte nicht lange, und mächtige Quelwolken mit leisem Donnergrollen signalisierten mir, den Wald zu verlassen.

Ein erstes Gewitter hat sich zusammen gebraut.

In Höhe Sternberg wurde der Himmel immer wilder.

Ich fuhr nach Keez und es gab ein stimmungsvolles Abendbrot im Kerzenschein mit Irena und Jonas, während draußen Gewitterwolken den Abend verdunkelten.

Das Abendbrot ist fertig.

Draußen erfolgt nun direkt über Keez und Umgebung eine Neubildung. Es fällt in diesem Moment noch kaum ein Tropfen, aber der Wind frischt böig auf. Dieses Wolkenbild über den Köpfen der Beobachter birgt bereits eine reale Gefahr, nähmlich die eines Blitzschlages im Zusammenhang mit einen trockenen Gewitter. Auch die Sturm- und Tornadogefahr ist jetzt erhöht! Unbedingt Schutz suchen!

Erster Niederschlag fällt aus.

Das Gewitter beginnt sich zu organisieren.

Etwa 10 Minuten später ist diese Zelle perfekt, hat sich aber schon ein Stück weit entfernt. Gut ist der scharf abgegrenzte Niederschlagskern zu erkennen. Ein Wolkenbruch samt Hagel ergießt sich nun über ein eng begrenztes Gebiet. Ununterbrochenes Donnern zeugt außerdem von einer hohen Blitzrate.

  Die Gweitterwolken zogen schließlich vorüber und danach bin ich mit Irena noch kurz in meinen Kartierungs – Quadranten gefahren. Ziel war jetzt allerdings ein sandiges Waldstück, nähmlich die Windmühlen – Tannen. Die Hitze hatte hier die wenigen Frischpilze verdorren lassen und schließlich wurde es bald dunkel.

Ein von Trockenheit und Hitze gekennzeichnetes Rotfüßchen (Xerocomus chrysentheron) in den Windmühlen – Tannen.

Der bedeutsamste Fund des Tages waren diese Gedrungenen Champignons (Agaricus spissicaulis). Sie wuchsen am Weg- und Waldrand des sandigen Kiefernwaldes und waren ebenfalls stark durch die Hitze des Tages mitgenommen. Aber zum Kartieren noch gut genug, denn die Art zählt nicht zu den häufigsten Champignons.

Diese giftigen Karbol – Champignons (Agaricus xanthodermus) fielen uns während der Rückfahrt am Straßenrand in Groß Görnow auf und sind daher nicht mehr im heutigen Kartierungsbereich.

Gegen Mitternacht bin ich schließlich in Richtung Wismar aufgebrochen. Eine herrlich stimmungsvolle Frühsommernacht. Im Osten ging dunkelorange der fast Vollmond auf und am unterschiedlich bewölten Himmel war etwas von Mittsommernacht am nördlichen Horizont zu sehen. Gleichfalls sorgte Wetterleuchten von fernen Gewittern für eine höchst romantische Stimmung.

Als Kartierungs- und Exkursionstag war es heute suboptimal, dafür aber tolle Wetterstimmung und ein seltenes, gemeinsames Abendbrot in Keez. So ist die Artenliste auch denkbar knapp.


MTB: 2237/3 – Stegenholz und Windmühlen – Tannen: Sommersteinpilz, Flockenstieliger Hexen – Röhrling, Striegelige Tramete, Buckel – Tramete, Schmetterlings – Tramete, Frauen – Täubling, Gemeine Stinkmorchel, Löwengelber Stielporling, Rotfüßchen, Goldschimmel, Sklerotien – Porling und Gedrungener Champignon.


Wer also mit dem Fachmann eine ganz spezielle Tour durch unsere heimische Großpilz – Flora unternehmen möchte, ist sehr herzlich eingeladen. E- Mail Adresse oder Telefon – Nummern finden Sie an anderer Stelle auf dieser Homepage.

Wann startet die nächste Mittwochswxkursion? – Siehe unter Termine!