26. Juni 2019 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Exklusiv auch für interessierte Pilzfreunde

Es ging in den Meßtischblatt – Quadranten 2237/4

Im Mustiner Holz befindet sich ein tief eingeschnittenes Bachtal.

Es standen umfangreiche Waldflächen zur Verfügung. Zum einen das Herrenholz, mit bewaldetem Umfeld oder auch das Mustiner Holz. Beides sehr lohnende und artenreiche Reviere. Es ging darum, eine Bestandsaufnahme aller im Feld ansprechbaren Großpilze durchzuführen. Natürlich kann dabei auch nach Speisepilzen Ausschau gehalten werden. Auch Material für unsere dauerhafte Frischpilz – Ausstellung im mykologischen Informationszentrum in Wismar ist von Interesse. Heute war in beiden Revieren nicht viel zu holen. Es herrschte Pilz – Armut. Die Niederschläge der letzten Zeit waren meist konvektiver Art, aber stellenweise durchaus ergiebig. So kann es regional sehr unterschiedlich mit dem Frischpilz – Aufkommen sein. Aber auch das sehr warme, sonnige und teils hochsommerlich heiße Wetter ließ es allerdings auch schon wieder stark abtrocknen. Da auch heute ein sehr heißer Tag war, startete ich erst am Abend zu meiner Exkursion. Das Mustiner Holz ist eher sandig und im Herrenholz gibt es auch Bereiche mit schwereren, lehmigsandigen Böden. In beiden Wäldern war es ausgesprochen pilzarm.

Auch dem Breitblättrigen Rübling (Megacollybia platyphylla) ist die trockene Hitze anzusehen. Er stand im Mustiner Holz.

Im Herrenholz kann es sich der Herr derweilen gemütlich machen. Der Fernseher ist allerdings mitzubringen. Aber vieleicht wird man diesbezüglich im vermüllten Umfeld, im Gebüsch, auch noch fündig.

Sobald man mit dem Auto bis an einer versteckten Stelle des Waldes vorfahren kann, wird sie gerne von Umweltsündern zum abladen ihres Mülls genutzt. Besonders auch, wenn, so wie hier, eine viel befahrene Bundesstraße nicht fern ist. Solche Umwelt – Schweine müssen heftig zu Kasse gebeten werden!

Graue Wulstlinge (Amanita excelsa) sind in diesem Juni mit die häufigsten Mykorrhiza – Pilze in unseren Wäldern. Essbar.

Dieser essbare Speise – Täubling (Russual vesca) weist gleich mehrere Besonderheiten auf. Sein ansonsten eher kurzer Stiel steckte im tiefen Laub und mußte sich deshalb mächtig strecken. Im oberen Teil, der dem heißen Wind ausgesetzt war, hat er sich graubräunlich verfärbt. Außerdem war er von den Lamellen her mit Eingängen des Roten Pilzkurzflüglers versehen. Die Tiere ergriffen die Flucht, als ich den Pilz zum fotografieren bereit machte. Meistens besiedeln diese Insekten eher Vertreter aus der Gattung der Ackerlinge.


Hier die kleine Artenliste von MTB: 2237/4 – Mustiner Holz /Herrenholz:  Schmetterlings – Tramete, Striegeliger Schichtpilz, Breitblättriger Rübling, Rotrandiger Baumschwamm, Echter Zunderschwamm, Eichen – Mehltau, Eichen – Rindensprenger, Grauer Wulstling, Buckel – Tramete, Flacher Lackporling, Veränderlicher Spaltporling, Angebrannter Rauchporling und Fleischroter Speise – Täubling.


Wann findet die nächste Mittwochsexkursion statt? – Siehe unter Termine!