10. Juli 2019 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Auch exklusiv für interessierte Gäste

Es sollte in das MTB: 1836/2 – Kühlungsborn – ost gehen

Statt dessen war der Woitendorfer Wald (Staatsforst Rehna) am 10. Juli 2019 Ziel einer Exkursion.

Wie auch schon in der Vorwoche, sollte es wieder in das Meßtischblatt 1836 gehen. Der Strandbereich von Kühlungsborn – ost wäre an der Reihe gewesen. Da in diesem zweiten Quadranten nur zwei kleine Zipfel des Kühlungsborner Stadtwaldes hinein reichen und es vor wenigen Tagen, als ich im ersten Qudranten unterwegs war, praktische keine Frischpilze gab, habe ich davon abgesehen, heute hier hin zu fahren. Grund ist die derzeitige Trockenheit, die kaum noch ein Frischpilzwachstum zuläßt und auch der geringe Wald- und Festlandsanteil in diesem Qoudranten. Der überwiegende Teil ist Ostsee.

Deshalb habe ich außer der Reihe einen Wald gewählt, der ganz im Westen von Mecklenburg liegt und im Juni von den kräftigsten Regenfällen profitiert hat. Einige Pfützen in den Fahrspuren der Waldwege erinnerten noch daran. Trotzdem gab es auch hier kaum noch frisches Material. Ich habe auch nicht mitgeschrieben, da die Arten, die ich heute fand, ohnehin bereits notiert und in verschiedenen Datenbanken festgehalten sind. Dies gilt übrigens auch für viele Funde, die ich auch sonst in meinen Artenlisten aufführe. Der weitaus größte Teil wurde ohnehin bereits durch unsere Jahrzehntelangen Kartierungen nachgeweisen. Es ist oft nur eine Vervollständigung meiner privaten Datenbank, da ich in vielen Gebieten, insbesonders auch im Westen Mecklenburgs, früher eher selten unterwegs war. Aber es sind auch immer wieder Funde dabei, die allgemein neu sind, denn die Pilzflora ist ständigen Veränderungen unterlegen. Hier noch einige Fotos von heute:

Der Buchenwald geht in ein Moorgebiet über.

Am Rande dieses Moores quält sich am Fuße einer Buche dieses pilzliche Etwas durch den trockenen Waldboden an`s Tageslicht. Sichtlich geschunden durch hungrige Waldbewohner.

Es ist mir nicht gelungen, den Pilz unversehrt aus dem Boden zu holen, aber wie zu erkennen ist, handelt es sich um einen essbaren Grauen Wulstling (Amanita excelsa).

Frisch gewachsen, aber teils voller Maden sind diese unscheinbaren Täublinge. Beim näher Hinsehen entpuppten sich die ungewöhnlich blassen Sprödblättler als leckere Frauen – Täublinge (Russula cyanoxantha), denn die Lamellen waren ganz und gar nicht spröde.

Die häufige Buckel – Tramete (Trametes gibbosa) bildet häufig sehr skurrile Formen aus. Hier wird die Fruchtschicht teilweise oben angelegt. Eigentlich sehr unpraktisch zum Sporen abstreuen.

Ein Waldtümpel oder Sumpfgebiet, in dem sich offensichtlich auch die Kraniche wohlfühlen. Ihr Trompeten war heute eine ständige, etwas gewöhnungsbedürftige Begleitmusik.

Dieser Buchenstumpf ist vom Echten Zunderschwamm (Fomes fomentarius) besiedelt. Im laufe der Zeit wird er noch von weiteren Pilzarten besucht werden. Die Entsorgungsindustrie der Natur beseitigt „Restmüll“ kostenlos. Ich mußte heute 12 € bei der Abgabe von Sperrmüll auf einem Abfallwirtschaftshof löhnen!

Die Rotbuche ist zwar dominant im Staatsforst Rehna, es sind aber auch immer wieder Nadelforste mit eingebunden.

Ein Buchen – Schleimrübling (Xerula radicata) steht hochbeinig neben einem Buchenstubben. Vom Schleim auf dem Hut war nichts mehr zu bemerken. Er begann bereits zu welken. Die Hüte können im Mischericht Verwendung finden.

Hier sehen wir ein Exemplar aus der Gruppe der Schwarz- oder Kohlen – Täublinge. Standort unter Buchen, mit dicht stehenden Lamellen. Nun muss gekostet werden, will man wissen, ob er essbar oder ungenießbar ist. Also etwas von den Lamellen auf die Zunge und ein wenig warten. Er wurde recht schnell scharf, also ungenießbar. Demnach dürfte es sich um den Scharfblättrigen Kohlentäubling (Russula acrifolia) handeln.

Soweit einige Impressionen aus dem Staatsforst Rehna. Der Woitendorfer Wald ist laut meiner ausgelosten Planung Ende Mai 2020 regulär zu einer Mittwochsexkursion an der Reihe.