13. Juli 2019 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Grünen Knollenblätterpilzes

Es ging durch das Bauernholz bei Techentin

Das Bauernholz südlich Langenhagen und Hof Hagen an diesem sonnigen Juli – Vormittag.

Es ist Hochsommer und eigentlich beste Zeit, um zum Beispiel Sommersteinpilze aufzuspüren. Aber gewußt wo! Während wir den Kiefern – Steinpilz nur unter Kiefern finden können, ist der Fichtensteinpilz nicht nur unter diesen stacheligen Tannenbäumen auffindbar, sonder auch unter Kiefern, Buchen und Eichen. Sommersteinpilze finden wir niemals mit Nadelbäumen in Symbiose. Wir schauen nach ihnen in der Zeit von Mai – September unter Eichen- und Buchen aus. Sie tragen auch die Bezeichnung Eichen – Steinpilz. Ab Mai treten sie meist in mehreren Wachstumsschüben auf. In der Regel alle vier Wochen, falls ausreichende Niederschläge zur richtigen Zeit als auslösendes Element dieses ermöglichen. Im vergangenen Dürre – Sommer gelangte der Sommersteinpilz fast garnicht zur Fruktifikation. Um so heftiger können bei günstigen Bedingungen in diesem Jahr seine Wachstumsschübe ausfallen. Leider haben wir heute keinen dieser Schübe erwischt, da es schon wieder viel zu trocken geworden ist. Es war eher ein nahezu frischpilzfreier Waldspaziergang.

Nahezu läßt vermuten, dass doch etwas frisches dabei war. So dieser Rehbraune Dachpilz (Pluteus atricappillus) auf einem alten, bemoosten Buchenstubben. Sie trotzen meist der Trockenheit und wachsen noch, wenn kaum etwas anderes mehr möglich ist. Essbar.

Am selben Stubben eine Gruppe von Kleinsporigen Olivschnitzlingen (Simocybe centunculus). Die Pilze waren der mit Abstand beste Fund der heutigen Wanderung, denn die Art wurde bisher noch nicht sehr oft in M-V nachgewiesen.

Simocybe centunculus – es handelt sich um keinen Speisepilz!

Auch der Brandkrustenpilz (Hypoxylon deustum) überzog stellenweise diesen Stubben. Eine weitere, deutsche Bezeichnung dieses Schlauchpilzes lautet Brandfladen.

Ein anderer Stubben war fast vollständig von der Gelben Lohblüte (Fuliga septica) überzogen. Das Pilztier ist auch unter Hexenbutter oder Drachendreck bekannt.

Ein Löwengelber Schwarzfuß – Stielporling (Polyporus varius) hat es sich auf einem trockenen Buchenast gemütlich gemacht. Ungenießbar.

Kohlenbeeren überzogen in großen Kolonien so manchen Buchenstamm.

Resupinate Porlinge mitten auf dem Waldweg. Sie siedeln auf unterirdischem Holz wie Wurzelausläufern.

Da wir heute nur zwei Leute waren, verzichteten wir auf ein Gruppenfoto. Dafür gibt es hier noch ein Panorama – Schwenk des Bauernholzes.

Als wir gegen Mittag den Wald verließen, brauten sich in südwestlicher Blickrichtung dicke Quellwolken zusammen. Sie bauten sich zu kräftigen Schauern und Gewitter aus und ließen es im südwestlichen Mecklenburg immer wieder heftig schütten.

Wann startet die nächste Pilzwanderung? – Siehe unter Termine!