31. Juli 2019 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Auch exklusiv für interessierte Pilzfreunde

Das MTB: 2132/1 – Holmer Wald

Im Holmer Wald am 10. August 2019.

Am 31.07.2019 wäre der erste Quadrant des Meßtischblattes 2132 an der Reihe gewesen. Hier befindet sich der Holmer Wald, der direkt von der B 105 tangiert wird. Sandige Laub- und Nadelwälder sind hier anzutreffen. Zwar fanden auch hier, wie in nahezu allen Wäldern Mecklenburgs, schon Kartierungsaktionen statt, aber es ist immer mal wieder neues zu entdecken. Vor Jahren waren wir hier schon einmal mit einer öffentlichen Lehrwanderung zu Gast, der in diesem Jahr eine Neuauflage folgte. Gleich nach dem Urlaub ging es am 10. August in dieses Gebiet. So vereinte ich die ursprüngliche für den 31. Juli geplante Mittwochsexkursion mit unserer Pilzwanderung.

Waldfreund – Rübling (Collybia dryophila).

Kleinster Scheidling (Volvariella pusilla).

Weißer Mehlschirmling (Cystolepiota sistrata).

Bis auf einige gängige und häufige Arten ist das Bestimmen seltener Champignons alles andere als einfach. Fest steht, das die hier gezeigten und im Holmer Wald von einem Pilzsucher unserer Truppe gefundenen Pilze sehr selten sind. An der Stielbasis waren wurzelartige Myzelfäden zu sehen. Der Wurzende Champignon scheint nicht in Betracht zu kommen. Dieses Merkmal ist diffus, da es mehrere Arten der Gattung aufweisen können. Die mikroskopischen Möglichkeiten scheinen sich bei dieser Gattung auch sehr in Grenzen zu halten. Ich neige bei diesem tollen Fund zu Agaricus porphyrocephallus. Auch A. cupreo – brunneus scheint möglich zu sein. Dieser wird von einigen Autoren nur als Form des Wiesen – Champignons (A. campestris) gehalten. Dort passen die abgebildeten Pilze jedoch schon anatomisch nicht hin. Hier würde eher A. spissicaulis dem Habitus entsprechen, den meine ich aber gut zu kennen.

Rotfuß – Röhrling (Xerocomus chrysentheron).

Einiges Kopfzerbrechen bereitete mir auch dieser Porlingsfund. Es dürfte sich um einen Filzporling der Gattung Onnia handeln. Der Dreieckige Filzporling (Onnis triqueter) kommt nicht in Frage. Er wächst als einzelner, gestielter Fruchtkörper direkt auf Kiefernstubben. Diese wuchsen im Fichtenforst scheinbar auf dem Waldboden. Die Oberfläche war hellbraunfilzig und dunkler bräunlich zoniert.

Es handelte sich um Sammelfruchtkörper, dessen Hüte und Stiele miteinander verwachsen waren. Auch scheint der Bezug zu Holz dürftig gewesen zu sein, da die Stielbasen eher mit Sand behaftet schienen. Ich halte dennoch für möglich, dass es sich um den Samtigen Filzporling (Onnia tomentosa) handeln könnte. Ebenfalls eine seltene Art.


Hier die Artenliste von heute. MTB 2132/1 – Holmer Wald: Waldfreund – Rübling, Lilablättriger Mürbling,  Nelken – Schwindling, Weißer Mehlschirmling, Schwarzgezähnelter Helmling, Gelbbräunlicher Trichterling, Ranziger Trichterling, Porphyr – Champignon, Dickschaliger Kartoffel – Hartbovist, Dünnschaliger Kartoffel – Hartbovist, Fleischroter Speise – Täubling, Schmetterlings – Tramete, Getropfter Saftporling, Fichten – Wurzelschwamm, Kegelschuppiger Schirmpilz, Blaugauer Wolken – Täubling, Klebriger Hörnling, Rotfuß – Röhrling, Eichen – Filzröhrling, Maronen – Röhrling, Orangeroter Heftelnabeling, Herber Saftporling, Samtfuß – Krempling, Breitblättriger Rübling, Gemeine Stinkmorchel, Brennender Rübling, Gestielter Filzporling, Rehbrauner Dachpilz und Kleinster Scheidling