11. September 2019 – Mittwochsexkursion bei Lübz

Mittwochsexkursion

Exklusiv auch für interessierte Pilzfreunde

Der dritte Quadrant des Meßtischblattes Lübz

Heute ging es in den dritten Quadranten des Lübzer Meßtischblattes 2538/3. Hier standen gleich vier Waldgebiete zur Auswahl: die Burower Tannen, der Tannenkamp, das Kreiener Holz und die Kreiener Tannen. In den Burower Tannen überwiegen laut Karte Nadelholzbestände. Der Tannenkamp und das Kreiener Holz hängen zusammen und bieten sowohl Nadel- wie auch Laubwald sowie Feuchtgebiete. So wurde er der heutige Zielwald. Am Vormittag traf ich mich hier mit Almut Hauschild von Korax – Film Schwerin. Die Produktionsfirma für Naturdokumentationen arbeitet u. a. auch für den NDR. Ihr Anliegen war heute eventuell einige Pilzarten vor die Foto – Linse zu bekommen, die eine mystische Aura besitzen und deshalb im Volksglauben früherer Zeiten mit märchenhaften Bezeichnungen versehen wurden. Hexenpilze und Satans – Röhrlinge waren heute zwar nicht dabei, aber das Hexenei der Stinkmorchel oder in einem Hexenring angeordnete Pilzfruchtkörper passen durchaus in diese Thematik, die einem neuen Filmprojekt zugrunde liegt.

Auf einer Lichtung mit reichlich Totholz begrüßten uns diese Falschen Pfifferlinge (Hygrophoropsis aurantiaca).

Unmittelbar daneben eine Gruppe Nadel – Scheidlinge (Volvariella hypopythis).

Etwas geheimnisvoll und mystisch sind diese Nestlinge. Aus den Gestreiften Teuerlingen (Cyathus striatus) und verwandten Arten wurde in früheren Zeiten über teure oder gute Jahre orakelt.

Ein gefundenes Fressen anscheinend nicht nur für die Fliegen, die so für die Sporenverbreitung sorgen. Nach dem die Hexen ihre Eier in den Waldboden gelegt haben, schlüpfen ein wenig später die Stinkmorcheln (Phallus impudicus).

Ein wenig seltsam geht es auch bei diesen Spaltblättlingen (Schizophyllum comune) zu. Sie können ihre gespaltenen Einzellamellen je nach Witterung öffnen oder schließen.

Und es wird noch verrückter. Dieses Pilztierchen bewegt sich in zwei Welten, einer amöboiden und einer pilzlichen. Fadenstäubchen (Stemonitis fusca).


Hier die Artenliste von 2538/3 = Kreiener Holz: Falscher Pfifferling, Nadel – Scheidling, Flächiges Eckenscheibchen, Schmetterlings – Tramete, Löwengelber Porling, Gelbbräunlicher Trichterling, Riesenporling, Herber Zwergknäuling, Geweihförmige Holzkeule, Gemeine Stinkmorchel, Buckel – Tramete, Waldfreund – Rübling, Gestreifter Teuerling, Striegelige Tramete, Spalblättling, Warziger Drüsling, Striegeliger Schichtpilz, Brandkrustenpilz, Angebrannter Rauchporling, Flacher Lackporling, Rotfuß – Röhrling, Dunkles Fadenstäubchen, Grünblättriger Schwefelkopf und Knopfstieliger Rübling.


Wer also Lust hat, den Fachmann auf einer Entdeckungstour zu begleiten, ist sehr herzlich eingeladen. Siehe unter Termine!