23. Oktober 2019 – Mittwochsexkursion bei Karow

Mittwochsexkursion

Es ging in den Meßtischblatt – Quadranten 2439/3

Der dritte Quadrant der Topographischen Karte Karow im Maßstab 1 : 25 000 war heute an der Reihe. Hier standen zwei kleinere Waldgebiete b.z.w. Bereiche zur Auswahl. Zum einen der südliche Zipfel der Nossentiner Heide an der Bundesstraße 191. Auch südlich des ehemaligen Armee – Objektes und der heutigen Draisine Station. Zum anderen ein kleines Laubwaldgebiet am Penzliner See. Wir entschieden uns für den Bereich südlich der Draisinen – Station. Wir, dass waren Christopher Engelhardt aus Lübeck, ein interessiertes Pärchen aus der Region und eine nette, junge Dame aus der Hansestadt Hamburg sowie Reinhold Krakow vom Steinpilz – Wismar. Das Wetter war bestens und auch das Pilzaufkommen zeigte sich recht vielfältig. Hier einige Bilder:

Gleich im sandigen Mischwald an der Draisinen – Station erwartete uns eine Vielfalt von Frischpilzen. So auch dieser wunderbare Violette – Rötel – Ritterling (Lepista nuda).

Chris hat bereits einen weiteren, interessanten Pilz entdeckt.

Trotz des immer noch sehr milden Wetters starten die Winterpilze allmählich durch. Hier sind es junge Austern – Seitlinge (Pleurotus ostreatus).

Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis) sind praktisch ganzjährig zu finden. Schwerpunkt ist allerdings der Herbst.

Besonders an kalkreicheren Weg- und Straßenrändern unserer Wälder ist der farbvariable Seidige Rißpilz (Inocybe geophylla) oft scharenweise anzutreffen. Neben der klassischen weißen Variante gibt es auch eine mehr oder weniger violette Form dieses Giftpilzes.

Unweit der Rißpilze im grasig – moosigen Ambiente eines Straßenrandes einige Schneeweiße Ellerlinge (Camarophyllus niveus).

In einer moosreichen Fichten – Monokultur einige Derbe Rotfüßchen (Xerocomus pruinatus).

Vor allem aber sehr schöne und junge Maronen – Röhrlinge (Xerocomus badius), die unsere Gäste mit Begeisterung einsammelten.

Auch junge Schiefknollige Anis – Champignons (Agaricus abruptibulbus) werden die Pilzmahlzeit unserer Begleitung bereichern und geschmacklich abrunden.

Sobald sich die Hüte der Champignons geöffnet haben, verfärben sich ihre Lamellen über rosalich, schokoladenbräunlich bis schwärzlich. Die Sporenproduktion beginnt.

Während die Champignons schwärzliches Sporenpulver produzieren, werfen Hallimasch weißen Sporenstaub ab. Hier sehen wir den Dunklen Hallimasch (Armillaria obscura).

Ein Winzling, aber oft in größeren Ansammlungen zu finden, ist der Gelbknollige Sklerotien – Rübling (Collybia cookei). Charakteristisch ist das herauswachsen der Fruchtkörper aus dem zuvor und in der Nähe von mumifizierten Großpilzen angelegten und gelblich gefärbtem Sklerotium.

Die Ziegenlippe (Xerocomus subtomentosus) besitzt einen olivbräunlichen Hut, der nicht rissig wird. Goldgelbe Röhren und kein rot auf dem Stiel. Statt dessen kann dieser grobmaschig genetzt sein.

Der Blutrote Täubling (Russula sanguinea) ist streng an die Kiefer gebunden. Der sandige Untergrund sollte allerdings etwas kalkhaltig sein. Daher auch meist an Wald- und Straßenrändern. In diesem Fall waren die Überreste früherer Bebauungen während der militärischen Nutzung des Geländes dafür verantwortlich. Der Sprödblättler schmeckt brennend scharf!

Zum Abschluß war unseren Gästen eine abendliche Pilzpfanne sicher.


Hier die heutige Artenliste MTB: 2339/3 – Karow: Gelber Knollenblätterpilz, Bleiweißer Trichterling, Kahler Krempling, Eichen – Milchling, Mäuseschwänzchen, Horngrauer Rübling, Dehnbarer Helmling, Derbes Rotfüßchen, Grobscholliger Riesenschirmpilz, Weißflockiger Gürtelfuß, Birken – Gürtelfuß, Gelbblättriger Birken – Ritterling, Roter Fliegenpilz, Schmetterlings – Tramete, Austern – Seitling, Birkenpilz, Rosablättriger Helmling, Falscher Pfifferling, Stockschwämmchen, Grünblättriger Schwefelkopf, Gelbgestiefelter Schirmpilz, Fleischroter Lacktrichterling, Maronen – Röhrling, Rosa – Helmling, Zedernholz – Täubling, Grasgrüner Täubling, Seidiger Rißpilz, Amiant – Körnchenschirmling, Schnee – Ellerling, Geweihförmige Holzkeule, Dunkler Hallimasch, Pappel – Ritterling, Orange – Heftelnabeling, Blauender Saftporling, Fuchsiger Rötel – Trichterling, Kleiner Kakao – Fälbling, Erdwarzenpilz, Nadel – Schwindling, Samtfuß – Krempling, Ziegelroter Täubling, Fichten – Zapfenrübling, Graukappe, Safran – Schirmpilz, Striegeliger Schichtpilz, Flatter – Milchling, Mehl – Trichterling, Grobscholliger Riesenschirmpilz, Geflecktblättriger Flämmling, Süßlicher Milchling, Pilzkanone, Breitblättriger Rübling, Rotrandiger Baumschwamm, Rostfleckiger Helmling, Schopf – Tintling, Stink – Schirmling, Schiefknolliger Anis – Champignon, Rillstieliger Helmling, Gelbweißer Täubling, Papagei – Täubling, Ahorn – Runzelschorf, Eichen – Mehltau, Echter Zunderschwamm, Buntstieliger Helmling, Krauser Adernzähling, Graublauer Reiftäubling, Gelbknolliger Sklerotien – Rübling, Tonfalber Schüppling, Brennender Rübling, Pantherpilz, Rettich – Helmling, Binsen – Keule, Grüner Anis – Trichterling, Behangener Trompeten – Schnitzling, Duft – Trichterling, Goldmistpilz, Ziegenlippe, Braunroter Lacktrichterling, Verblassender Täubling, Perlpilz, Camenbert – Täubling, Blutroter Täubling, Gemeiner Rettich – Fälbling, Edel – Reizker, Schwefel – Ritterling, Fleischroter Gallertbecher und Rauhkopf – Schleimpilz.


Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!