Tagebuch

Ein Rückblick auf Ereignisse und Veranstaltungen.

08. August 2020 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr der Gemeinen Stinkmorchel

Sie führt durch den Staatsforst Tarnow

Treff am Sonnabend, dem 08. August 2020, um 08.00 Uhr auf den unterteilten Parkflächen am ZOB in Wismar, Wasserstraße/Ecke Kopenhagener Straße. Je nach Möglichkeit können Fahrgemeinschaften gebildet werden, welche aber nicht garantiert werden können. Zweitreffpunkt kann gegen 09.15 Uhr am Staatsforst Tarnow sein. Von Sternberg kommend die L 141 über Rosenow und Schlockow fahren. Kurz hinter Schlockow erreicht man eine T – Kreuzung. Das Ziel befindet sich gegenüber am Waldrand/Waldweg. 

Pilzwandern im Jahr der Gemeinen Stinkmorchel ist das Motto aller Wanderungen in diesem Jahr, denn die Deutsche Gesellschaft für Mykologie hat diesen unverschämten Rutenpilz zum Pilz des Jahres 2020 erkoren. Jedes Jahr wird eine markante Großpilzart ausgewählt, die jeder aufmerksame Beobachter mit ein wenig Erfahrung erkennen und bestimmen kann, ohne erst tiefer in die wissenschaftliche Pilzkunde einsteigen zu müssen. Oft sind es aber auch seltenere Arten, von denen man sich eventuell neue Funddaten erhoft oder sie sollen für gefährdete Pilzarten und deren Lebensräume sensibilisieren. Dabei spielt es keine Rolle ob essbar, ungenießbar oder giftig. Für die Stinkmorchel treffen zwei Wertigkeiten zu. Sie ist sowohl essbar, wie auch ungenießbar. In der Küche wird nur das embrionale Entwicklungstadium, das sogenante Hexenei der Phallus impudicus verwendet. Der ausgereifte Fruchtkörper, wie oben im Bild zu sehen, ist hingegen für bestimmte Insekten, allen voran Fliegen, unwiderstehlich. Sie haben den sporentragenden, olivgrünen Schleim hier bereits abgeweidet. Auch Ameisen scheinen ein Interesse an ihr zu haben. Ihr starker, aasartiger Geruch lockt die Fliegen in Schwärmen an. Ein Trick der Natur, denn die Insekten sorgen für die Verbreitung ihrer Sporen. Stinkmorcheln werden wir heute mit großer Wahrscheinlichkeit vorfinden, aber ich hoffe natürlich auch viele andere Großpilze und vieleicht steht am Ende der Tour für den einen oder anderen sogar ein schmackhaftes Pilzgericht in Aussicht. Vieleicht auch mit Hexeneiern der Gemeinen Stinkmorchel.

Die Wanderung kann bis zum frühen Nachmittag andauern.

Kostenpunkt: 10,00 €, für Mitglieder der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V. 5,00 € und Kinder zwischen 6 und 14 Jahren 2,50 €.


Bitte beachten Sie die Wetterentwicklung. Sollte für die Dauer der Wanderung Unwettergefahr bestehen, kann die Veranstaltung kurzfristig abgesagt werden. Informieren Sie sich daher an dieser Stelle nochmals zeitnah und verfolgen Sie die Warnlage unter http://www.unwetterzentrale.de


 

05. August 2020 – Mittwochs-und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Auch für interessierte Pilzfreunde

Das Meßtischblatt 2037 – Satow ist an der Reihe

Fichtenforst bei Radegast. Im Hintergrund Buchenwald. 05.08.2020.

Gallen – Röhrling (Tylopilus felleus).

Ein neues Meßtischblatt beginnt. Ich habe es geviertelt und ab heute geht es mittwochs jeweils in einen der vier Quadranten. Leider glänzt dieses MTB nicht gerade durch seinen Waldreichtum. Wir müssen uns jeweils mit kleineren Wäldern und Wäldchen zufrieden geben. Aber ich denke, es muss nicht immer ein riesiges Waldgebiet sein. Manchmal sind gerade diese eher unscheinbaren Reviere sehr interessant und können eine wahre Fundgrube darstellen. So sind im 1. Quadranten eine ganze Reihe kleiner Wäldchen vorhanden. Die etwas größeren davon befinden sich bei Radegast und waren auch mein heutiges Ziel. Teils kraut- und unterwuchsreicher Laub- und Nadelforst, teils aber auch kleinere Bereiche, die besonders im Herbst auch für den Kochtopfmykologen interessant sein könnten. Aufgrund von recht trockenen Verhältnissen war heute leider kaum etwas zu finden. Selbst Holzbewohner wie Porlinge und Schichtpilze konnte ich kaum entdecken. Da das Revier sehr begrenzt war, versuchte ich noch in weitere, kleine Wäldchen in diesem Quadranten auszuweichen, aber sie erschienen mir doch zu sehr verkrautet, so dass ich mich mit dem Wenigen, was die Wälder bei Radegast zu bieten hatten, zufrieden geben mußte.

Der Gemeine Violettporling (Trichaptum abietinum) an einem toten Fichtenstamm.

Er teilt sich das Substrat mit dem Rotrandigem Baumschwamm (Fomitopsis pinicola).

Am rande einer kleinen, asphaltierten Waldstraße konnte ich einige Leopardenfell – Hartboviste (Scleroderma areolatum) entdecken.

Auch diese Gefleckten Rißpilze (Inocybe maculata) waren hier zuhause. Die mikroskopische Untersuchung bestätigte meine Feldbestimmung. Sporen bohnenförmig und dazu ein angenehm würziger Duft, der an den Sommertrüffel erinnern soll. Mich störte zunächst die Gelbverfärbung an den Frasstellen, aber die Art darf gelbliche Fleischtönungen aufweisen. Kaum giftig, aber trotzdem zu meiden.


Hier die Miniatur – Artenliste von MTB 2037/1 – Wald bei Radegast: Angebrannter Rauchporling, Gallen – Röhrling, Eichen – Mehltau, Judasohr, Gemeiner Violettporling, Rotrandiger Baumschwamm, Leopardenfell – Hartbovist und Gefleckter Rißpilz.


Wer Lust hat auf eine fachkundige Pilztour zu gehen, kann sich unter folgenden Telefon – Nummern oder auch per E- Mail mit dem Steinpilz – Wismar in Verbindung setzen.

Tel:: 03841/228917 – Handy: 0173/6977213 oder

E- Mail: steinpilz.wismar@t-online.de

Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

02. August 2020 – Vereins- und Kartierungsexkursion

Vereinsexkursion

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Es geht in die Wälder bei Raben Steinfeld

Treff am Sonntag, dem 02. August 2020, um 08.00 Uhr auf dem Parkplatz gegenüber dem Zeughaus in Wismar, in der Ulmen Straße. Je nach Möglichkeit können auch Fahrgemeinschaften gebildet werden. Garantie dafür besteht allerdings nicht. Zweittreffpunkt für mögliche Gäste könnte gegen 09.15 Uhr in Raben Steinfeld am Findlingsgarten sein.

Nach den Sommerferien in M-V wollen wir wieder auf Vereinsexkursion gehen. Für die heutige Sonntagstour habe ich die waldreiche Umgebung von Raben Steinfeld, unweit der Landeshauptstadt Schwerin, ausgewählt. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten, die wir nutzen können. Am reizvollsten ist natürlich eine Tour am Ufer des Schweriner Sees entlang bis nach Görslow. Hierfür sind aber mindesten zwei Autos von nöten, da wir von A nach B wandern würden und  Fahrzeuge umgesetzt werden müßten, will man nicht retoure laufen. Andererseits stehen das Hohe Holz und die umfangreichen Wälder des ehemaligen Staatsforst Raben Steinfeld zu Verfügung. Auch ein Abstecher an den Pinnower See wäre denkbar. Unter dem Motto „kommt Zeit, kommt Rat“, werden wir kurzfristig entscheiden, wo es hin gehen kann b.z.w. soll.

Die Tour kann bis zum frühen Nachmittag andauern.

Für Nichtvereinsmitglieder wird eine Teilnahme Gebühr von 10,00 € erhoben.


Achtung! Die Unwetterzentrale hat für ganz M-V Vorwarnungen vor kräftigen Gewittern der Stufe rot mit der Gefahr von Starkregen, Hagel und Sturmböen ausgegeben. Beginnend ab heute 5.00 Uhr bis 23.00 Uhr. Siehe auch unter: http://www.unwetterzentrale.de

In der ausführlichen Wetteranalye, die im obigen Wetter – Widged nachzulesen ist, besteht auch gerade wegen der bei uns lagernden trockenen Warmluft die Gefahr von Downburst (schweren Gewitterstürmen) und in Kaltfrontnähe auch vereinzelter Tornados! Keine Wetterlage um in den Wald zu gehen! Die Veranstaltung muss ich unter diesem Gesichtspunkt leider ausfallen lassen!

Die meisten Wettermodelle sehen allerdings die Hautgewitteraktivität in der kommenden Nacht bis in die Frühstunden.


 

29. Juli 2020 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Auch für interessierte Gäste

Sie führte in das MTB: 2339/4 – Krakow am See

Der Bossower Forst gehört zum Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide.

Zum letzten mal ging es in das MTB 2339 – Krakow am See. Der 4. und damit letzte Quadrant stand auf dem Programm. Die Waddingstannen, südöstlich von Krakow am See, hätten das Ziel sein können. Weiter südlich Bereiche der Nossentiner/Schwinzer Heide, westlich des Krakower Obersees. Auch östlich des Sees liegt noch ein Waldareal, welches hätte infrage kommen können. Es gab also reichlich Auswahl. Da sich noch eine Interessentin zu dieser Tour eingefunden hatte, und wir mit zwei Fahrzeugen zum Ziel fuhren, entschied ich mich für den Bossower Forst, gleich an der Bundesstraße. Überwiegend Nadelwald mit älteren Kiefern und Fichten. Das Frischpilzaufkommen hatte im Vergleich zu den Vorwochen zwar etwas nachgelassen, aber sowohl für meine Datensammlung, wie auch für die abendliche Pilzmahlzeit meiner Begleiterin war gesorgt.

Während der Filzröhrling nicht mehr eindeutig zuzuordnen war, so konnte ich immerhin den Goldschimmel (Hypomyces chrysospermus) als Pilzart notieren.

Der Schmerling oder Körnchen – Röhrling (Suillus granulatus) gehört zu den Schmierröhrlingen. Diese werden nicht vom auf Röhrlinge spezialisierten Goldschimmel befallen.

Standen dicht beeinander unter Eiche. Bei beiden laufen hier die Lamellen etwas zum Stiel herunter. Beim oberen, dem Wasserfleckigen Röteltrichterling (Lepista gilva) können diese vom Hut abgelöst werden. Beim unteren Eichenmilchling (Lactarius quietus) funktioniert das nicht, dafür tritt aus ihnen ein weißlicher Milchsaft aus. Beide essbar.

Neben dem weißen, mildem bis leicht herben Milchsaft, ist oft auch ein etwas zonierter Hut und ein charakteristischer Geruch nach Blattwanzen typisch für diesen Eichenbegleiter. Eichen – Milchling (Lactarius quietus).

Violette Lacktrichterlinge (Laccaria ametystea) sind in manchen Jahren als Massenpilze im Buchenwald zu finden. Sie werden gerne mal mit eingesammelt.

Leicht giftig ist der Ranzige Trichterling (Clitocybe phaeopthalma). Er ist gut an seinem charakteristisch unangenehmen Geruch zu erkennen.

Ein intakter, schimmelfreier Filzröhrling, der Filzige Röhrling oder besser bekannt unter der Bezeichnung Ziegenlippe (Xerocomus subtomentosus).

Gelbe Eierschwämme (Cantharellus cibarius) gab es heute reichlich und in satten, ausgewachsenen Exemplaren. Das Abendbrot für meine Begleiterin ist gesichert.

Ein besonders üppiges Exemplar des Gezonten Dauerporlings (Coltricia perennis).

Ein kleines Büschel Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis) an einem alten Buchenstumpf. Gut sind die kleinen Schüppchen am Stiel zu erkennen.

Der Getropfte Saftporling (Oligoporus guttulatus) war vor einiger Zeit noch ein recht seltener Fichtenbesiedler in unseren Breiten. Er ist deutlich häufiger geworden. Die getropften, wasserfleckigen Strukturen werden von sogenannten Guttationströpfchen gebildet.

Guttationströpfchen am Zuwachsrand eines Rotrandigen Baumschwamms (Fomitopsis pinicola). Der Pilz kommt sozusagen ins Schwitzen und durch den erhöhten Wasserdurchlauf werden benötigte Nährstoffen ausgefiltert.

Einfach wunderschöne Farbtupfen, diese Pilztierchen vom Himbeeroten Schleimpilz (Tubifera ferruginosa). Immer an altem Nadelholz (Kiefer, Fichte).

In der Regel um alte Buchenstubben herum findet sich die Vielgestaltige Holzkeule (Xylaria polymorpha). Ein Schlauchpilz!

Damit enden meine Mittwochsexkursionen durch den Naturpark Nossentiner/ Schwinzer Heide.


Die Artenliste von MTB 2339/4 – Bossower Forst (Nossentiner/Schwinzer Heide): Goldschimmel, Perlpilz, Körnchen – Röhrling, Mehlpilz, Wasserfleckiger Röteltrichterling, Eichen – Milchling, Violetter Lacktrichterling, Ranziger Trichterling, Fleischroter Lacktrichterling, Weinroter Graustieltäubling, Echter Mehltau, Birken – Speitäubling, Flatter – Milchling, Grauer Nitrat – Helmling, Blutmilchpilz, Gemeiner Violettporling, Echter Zunderschwamm, Fuchsiger Scheidenstreifling, Herber Saftporling, Maronen – Röhrling, Kahler Krempling, Grasgrüner Täubling, Brennender Rübling, Klebriger Hörnling, Fichten – Wurzelschwamm, Runzliger Schichtpilz, Gelbbräunlicher Trichterling, Heftel – Nabeling, Echter Pfifferling, Weißmilchender Helmling, Ohrlöffel, Gezonter Dauerporling, Stockschwämmchen, Schmetterlings – Tramete, Getropfter Saftporling, Rotrandiger Baumschwamm, Waldfreund – Rübling, Dünnschaliger Kartoffel – Hartbovist, Behangener Trompetenschnitzling, Vielgestaltige Holzkeule, Buckel – Tramete und Schuppiger Sägeblättling


Bei Interesse einfach anrufen oder eine Mail zusenden.

Tel.: 02841/228917 – Handy: 0173/6977219

E – Mail: steinpilz.wismar@t-online.de 

Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

25. Juli 2020 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr der Gemeinen Stinkmorchel

Sie führte durch den Wald Demen/Buerbeck

Sandige Laub- und Nadelwälder prägen dieses Gebiet, in dem ich die ersten Pilze meines Lebens als Kleinkind sammelte und mit vermeintlich giftigen Täublingen Fußball spielen durfte. Hier wurde der Grundstein für meine Zuneigung zu den Pilzen gelegt, die sich wie ein roter Faden durch mein Leben ziehen sollten. Etwa 1 ha des Waldstückes am Beginn der Wanderung liegt immer noch im Privatbesitz unserer Familie. Angesagt waren in meiner Kinderzeit nur Pfifferlinge, die es hier damals noch reichlich gab. Auch in der heutigen Zeit sind sie hier noch zu hause und könnten uns erfreuen. Typisch für diese sandigen Wälder sind im Sommer auch oben zu sehende Pantherpilze. Sie gehören zu unseren wichtigsten und gefährlichsten Giftpilzen! Wer Perlpilze zum essen sammelt, muss diesen, seinen Doppelgänger, gut abgrenzen können. Die Chancen standen nicht schlecht, beiden Arten heute zu begegnen. Und so war es auch. Panther– und Perlpilze gab es reichlich und jeder der zahlreichen Teilnehmer konnte für sich, sofern Interesse bestand, unter den Erläuterungen des Fachmanns die relevanten Unterschiede am lebenden Objekt in allen Entwicklungsstadien, wie auch die Variationsbreite dieser beiden wichtigen Arten, studieren.

So hatte sich heute eine überraschend große Gruppe von Pilzfreunden am Waldrand in Demen zu dieser geführten Lehrwanderung eingefunden. Auch eine Reporterin vom NDR in Schwerin begleitete uns ein Stück weit und wird am Sonntag, dem 02. August 2020, um die Mittagszeit auf NDR 1 – Radio M-V darüber berichten. Die Pilze schienen zu wissen, das wir heute mit einer 26 – köpfigen Gruppe den Wald auf der Suche nach ihnen durchstreifen wollten, denn sie sproßen fast auf Schritt und Tritt. Nicht nur die Anzahl der Teilnehmer, auch das Frischpilz – Aufkommen erinnerte an herbstliche Verhältnisse. Vor allem Täublinge, Milchlinge, Wulstlinge, Riesenschirmpilze und Champignons zeigten sich  zahlreich. Aber auch die beliebten Röhrlinge waren mit von der Partie. Vor allem einige Vertreter der Filz – Röhrlinge, aber auch Schmierröhrlinge und einzelne Rauhfüße sowie Dickröhrlinge, vertreten durch echte Steinpilze.

Zur Einstimmung brachte uns dieser glückliche Pilzfreund gleich einen jungen und druckfesten sowie imposanten Riesenbovist mit. Er macht gleich eine mehrköpfige Familie satt.

Auch diese Großschirmpilze hatte er dabei. Gefunden in einem Gewächshaus auf reicher Gartenerde. Solche rötenden Riesenschirmpilze sollten gemieden werden. Es könnte sich um den Gift – Riesenschirmpilz (Macrolepiota venenata) handeln. Daher ist auch die Gartenform des Safran – Schirmpilzes zu meiden.

Der deutliche hell – dunkel Kontrast auf der beschuppten Hutoberfläche steht für den Garten, wie auch Gift – Riesenschirmpilz. Der essbare Safran – Schirmpilz des Waldes ist viel dichter beschuppt, so das kaum weißliches Hutfleisch auzumachen ist.

Nach kurzer Begrüßung und dem Einsammeln der Kontaktdaten starteten wir zu unserer Tour.

Der erste, stark giftige Pantherpilz (Amanita pantherina) ließ nicht lange auf sich warten. Typisch sind u. a. die weißen Hüllreste auf dem Hut, die allerdings auch fehlen können.

Bei den essbaren Perlpilzen und dem Grauen Wulstlingen sind diese grauschorfig.

Dieser Maronen – Röhrling sollte nicht mehr verzehrt werden und kann gleich im Wald bleiben. Er ist bereits vom parasitischen Goldschimmel befallen, der den Speisepilz giftig macht.

Weiter geht es durch die sandigen Wälder zwischen Demen und Buerbeck.

Der Dickschalige Kartoffel – Hartbovist (Scleroderma citrinum) wurde früher in hauchdünnen Scheiben als Würzpilz, ähnlich wie Tüffeln, verwendet. Manchmal sollen diese Edelpilze von Ganoven mit ihm gefälscht worden sein. Da er Irritationen des Verdauungstraktes auslösen kann, wird dieser Bauchpilz zu den leicht giftigen Pilzarten gestellt. Alle Liebhaber von Bovisten und Stäublingen sollten ihn kennen und von den essbaren Arten abgrenzen können.

Hier nochmal zwei taufrische Exemplare des stark giftigen Pantherpilzes. Keinerlei röten am gesamten Fruchtkörper und wie man sieht, fast ohne weiße Hüllreste auf dem Hut. Dafür eine leicht fragile und vergängliche, oberseits ungeriefte Manschette am oberen Stielbereich und eine umrandete, knollig verdickte Stielbasis.

Ein nicht mehr ganz junger Steinpilz (Boletus edulis) mitten auf dem sandigen Waldweg. Die Tiere des Waldes haben schon mal vorgekostet.

Diesen weichfleischigen und einjährigen Grauweißen Saftporling (Oligoporus tephroleucus) finden wir ab Hochsommer an verschiedenen Laubhölzern, meist von Buche. Hier wuchsen gleich drei imposante Fruchtkörper an einem toten Birkenstamm. Trotz seines eher milden Geschacks ist er ungenießbar. Der ähnliche Herbe Saftporling wächst an Nadelholz und ist gallebitter.

Die Fuchsigen Scheidenstreiflinge (Amanita fulva) waren heute zahlreich vertreten. Sie dürfen in den Sammelkorb gelegt werden. Man achte auf die Hüllreste an der Stielbasis (Scheide) und den stark gerieften (gestreiften) Hutrand. Es gibt noch weitere und auch essbare Arten mit anderen Hutffärbungen.

Genau wie die Scheidenstreiflinge ist auch der Rehbraune Dachpilz ein mässiger Speisepilz und besonders für Mischgerichte geeignet.

Am besten man verwendet nur die Hüte der Dachpilze solange die Lamellen, so wie hier, noch weißlich gefärbt sind. Bei zunehmender Sporenproduktion verfärben sie sich fleischfarben.

Häufig waren heute die nicht empfehlenswerten Kremplinge, wie Samtfuß- und Kahler Kremling (Paxillus involtus), der hier zu sehen ist. Dieser ist auch potentiel gefährlich, da er in seltenen Fällen zu heftigen, allergischen Reaktionen führen kann.

Eine vielversprechende Waldkannte mit Birken- und Steinpilz – Alarm.

Der Birkenpilz (Leccinum scabrum) gehört zu den Rauhfüßen und ist als Mykorhizza – Partner streng an die Birke gebunden.

Echte Steinpilze (Boletus edulis) finden wir vorzugsweise unter Fichten (Fichten – Steinpilz), aber genausogut unter Rotbuchen. Gelegentlich im Kiefernwald oder auch vereinzelt bei Eiche. Die unter Birken vorkommende Form wird von einigen Autoren als eigenständige Art betrachtet.

Im Gegensatz zum Steinpilz, besitzt der Maronen – Röhrling, der gelegentlich auch eine boletiode Erscheinungsform annehmen kann, keine Netzzeichnung auf dem bräunlichen Stiel. Röhren und Fleich blauen meist, während bei Steinpilzen keinerlei Verfärbungen zu beobachten sind.

Ist der Getäfelte- oder Hasen – Stäubling (Calvatia utriformis) innen noch weiß und schnittfest, kann er ähnlich wie der Riesenbovist in Scheiben geschnitten und gebraten werden.

Die Körbe füllen sich allmählich.

Um einen alten Stubben herum büschelweise Glimmer – Tintlinge (Coprinus micaceus). Jung und ohne Alkohol essbar.

Ein Myxomycet = Schleimpilz. Um welches Pilztierchen es sich bei diesem schleimig – schlabbrigen Etwas handelt, konnte ich noch nicht ermitteln.

Ältere Riesenschirmpilze sind daran zu erkennen, das ihre Lamellen nicht mehr weißlich, sondern graubräunlich und fleckig werden. Auch der Hut darf sich nicht verwelkt anfühlen, sondern muss noch Spannung besitzen. Diese Exemplare sollten lieber im Wald bleiben.

Das Fleisch des Maronen – ähnlichen Schwarzblauenden Röhrlings (Boletus pulverulentus) verfärbt sich bei der leisesten Brührung oder Verletzung innerhalb weniger Sekunden über tief blau bis fast zu schwarz. Essbar.

Ein noch junger Riesenschirmpilz (Macrolepiota procera).

Diese farbenfrohen Blutroten Röhrlinge (Boletus rubellus) sind nicht mehr die Jüngsten und sind auch schon vom Goldschimmel befallen. Ansonsten essbar.

Dafür sind diese leckeren Kupferroten Gelbfüße (Chroogomphus rutilus) im besten Stadium. Aber auch bei ihnen muss man auf einen speziellen Schimmel achten, der gerne die Lamellen dieses eigentlichen Röhrlings befällt.

Dieser schöne Schirmpilz muss noch mit!

Die Tour dauerte bis zum frühen Nachmittag an.

Wir verabschieden uns aus dem Wald bei Demen/Buerbeck und bedanken uns ganz herzlich für den unverhofften Pilzsegen.

Wann startet die nächste Lehrwanderung? – Siehe unter Termine!

22. Juli 2020 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Auch für interessierte Gäste

Es ging in das MTB: 2339/3 – Krakow am See

Die Neu Samitter Tannen am 22. Juli 2020.

Der 3. Quadrant des Meßtischblattes Krakow am See besteht fast vollständig aus Wald und Seen. So der Langsee, der Schwarze See, dem Krummen See oder dem Bossower See sowie fast undendlich viel Wald der Nossentiner/Schwinzer Heide, mit den integrierten Neusammiter Tannen. In Neu Sammit gibt es die kleine und liebevoll gestaltete Waldschule „Klaabusterul“. Vor wenigen Jahren führte hier eine erfolgreiche Pilzwanderung hin und das Gebiet war auch das Ziel der heutigen Kartierungsaktion. Für den volkstümlichen Pilzsammler ein klassisches Revier, wo er zu gegebener Zeit auch richtig fündig werden kann. Uns sollte heute aber alles an Großpilzen interessieren, was wir im Feld ansprechen können. Wenn dazu vieleicht auch eine kleine Pilzmahlzeit heraus springen sollte, wäre es ideal und das war auch der Fall. Ich hatte also Gäste dabei, Mutter und Tochter, die sich sehr interessiert zeigten. Nicht nur die Speisepilze, auch alle anderen Pilzfunde ließen sie sich geduldig erklären. Es wurden Fotos und Notitzen gemacht und am Ende war ein kleines Abendbrot sicher und ihr Artenhorizont hat sich sicher etwas erweitert. Eigentlich sind diese sandigen Nadelwälder eher etwas für die Herbstmonate, aber der unterkühlte und zeitweise feuchte Sommer ließ schon einiges sprießen.

Wir starteten an der Waldschule „Klaabusterul“.

Hier wurde u. a. Eichenholz verarbeitet, welches der Eichenwirrling (Daedallea quercina) abzubauen trachtet.

Auf dem Gelände der „Klaabusterul“ zeigte sich auch dieser Eichen – Filzröhrling (Xerocomus quercinus).

Auch diese Trichterlinge wuchsen dort sehr gesellig. Es handelt sich um den Feinschuppigen Trichterling (Clitocybe squamulosa). Eine Art, die eher in Gebirgsregionen und in Skandinavien zu hause sein soll, kommt in Mecklenburg als Begleitart von Fichten und Kiefern allerdings nicht selten vor. Er ist für mich einer der elegantesten und anmutigsten Blätterpilze. Eine sehr schöne Farbzeichnung findet sich in M.H.K., Bd. 3 auf Seite 327. Essbar.

Der große, rote Apfel – Täubling (Russula paludosa) findet sich in den klassischen, sauren Nadelwäldern, in denen der Maronen – Röhrling gerne Massenbestände ausbildet. Er ist ein sehr guter Speisepilz. Aber Vorsicht. Hier gibt es auch ähnliche, scharf schmeckende Täublinge. Vorherige Kostprobe der Lamellen ist anzuraten.

Einen schönen Anblick liefert natürlich auch der Samtfuß – Krempling (Paxillus atrotomentosus). Er ist in diesem Sommer ein sehr häufiger Vertreter in unseren Nadelwäldern und bevorzugt Fichtenholz als Substrat. Geringwertig.

Der gebrechliche, aber farbfreudige Kiefern – Täubling (Russula cessans) ist eigentlich ein Herbstpilz des sandigen Kiefernwaldes. Aber da die Witterung eher herbstlich, als sommerlich daher kommt, hat auch er sich bereits aus dem  Waldboden getraut. Essbar, aber von einem eher unangenehmen Geschmack.

Hin und wieder mal ein Nest sehr schöner Pfifferlinge (Cantharellus cibarius).

In satten Gelbtönen leuchten auch die Gold – Röhrlinge (Suillus greviley). Eine Schmierröhrlingsart die streng an die Lärche gebunden ist.

Während viele Röhrlinge bei Verletzung blauen, zeigen Schmierröhrlinge dieses Verhalten nicht. Ihr Fleisch bleibt entweder unverändert oder es bräunt etwas. Bei diesen Gold – Röhrlingen (Suillus greviley) gut zu sehen. Selbst die Kriechspuren der Schnecke haben sich verfärbt.

Am Hexenwinkel. Das Hexlein war gerade außer Haus.


Die Artenliste von 2339/3 – Neu Samitter Tannen: Eichenwirrling, Schmetterlings – Tramete, Striegelige Tramete, Birken – Blättling, Eichen – Filzröhrling, Feinschuppiger Trichterling, Samtfuß – Krempling, Geriefter Weichtäubling, Breitblättriger Rübling, Zaunblättling, Perlpilz, Himberroter Schleimpilz, Kiefern – Braunporling, Eichen – Mehltau, Narzißengelber Wulstling, Brennender Rübling, Apfel – Täubling, Fuchsiger Scheidenstreißfling, Maronen – Röhrling, Flatter – Milchling, Klebriger Hörnling, Echter Pfifferling, Gallen – Röhrling, Gebänderter Dauerporling, Kahler Krempling, Jodoform – Täubling, Gemeiner Violettporling, Pantherpilz, Kiefern – Täubling, Falscher Pfifferling, Waldfreund – Rübling, Buckel – Täubling, Herber Saftporling, Spindeliger Rübling, Zweisporiger Champignon, Goldgelber Lärchenröhrling, Dünnschaliger Kartoffel – Hartbovist, Flaschen – Stäubling, Gesäter Tintling, Rötlicher Borstenscheibling, Fleischroter Speisetäubling, Weißer Anis – Champignon, Grauer Erdritterling, Goldschimmel, Widerlicher Kammtäubling, Gelbbräunlicher Trichterling und Beutel – Stäubling.


Die Neu Samitter Tannen sind Teil des Naturparks Nossentiner/Schwinzer Heide.

 Wer also Lust zu einer Pilzexkursion hat, kann sich unter folgenden Telefon – Nummern melden oder eine Mail zusenden.

Tel.: 03841/228917 oder Handy: 0173/6977219

oder E – Mail: steinpilz.wismar@t-online.de

Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

15. Juli 2020 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Auch exclusiv für interessierte Gäste

Es ging in das MTB: 2339 – Krakow am See

Das überwiegend von Laubbäumen gebildete Waldgebiet an der Marienhofer Weiche bei Krakow am See am 15.07.2020.

Heute war der 2. Quadrant des Meßtischblattes Krakow am See an der Reihe. Hier sind die Wälder nördlich des Krakower Binnensees  angesagt. Uferbereiche, aber auch flächige Waldstücke mit weiteren Seen. Es herrscht also reichlich Auswahl für eine hoffentlich kurzweilige und interessante Exkursion. Ich suchte das Waldgebiet an der Marienhofer Weiche aus. Hier war ich im Rahmen meiner Mittwochsexkursionen schon einrmal im trockenen Frühjahr 2018 zugange. Trotz Feuchtigkeit und fortgeschrittener Jahreszeit sah es Großpilztechnisch heute leider nicht viel besser aus. Schade eigentlich, denn es sieht hier gut aus und es handelt sich sowohl für Mykophagen als auch für Mykologen um ein vielversprechendes Revier.

Resupinat an liegendem Laubholz der Ockerrötliche Resupinat – Stacheling (Steccherinum ochraceum).

An dünnen, in der Humusschicht liegenden Laubholzzweigen findet sich mitunter zahlreich der Halsband – Schwindling (Marasmius rotula).

Ein untypischer, stark von Schnecken zerfressener Grauer Wulstling (Amanita excelsa). Die Schnecken lassen bei diesem, zur Zeit feuchtem Wetter, in den Laubwäldern kaum etwas unversehrt.

Ein Fuchsiger Scheidenstreifling (Amanita fulva) schiebt sich aus dem Sphagnum eines Moores heraus.

Ein recht lang gestrecktes Birkenmoor und sicher zum Herbst zu ein interessantes Gebiet, nicht nur für Moor – Birkenpilze.

Und bei reichlich Birken – Totholz war auch das Flächige Eckenscheibchen (Diatrype stigma) nicht weit weg. Wir finden es auch an anderen Laubholzarten, aber bei der weißlichen Birkenrinde bilden die sich darunter entwickelnden Pyrenomyceten einen wunderbaren Kontrast, wenn sie die diese erst aufgesprengt haben.

Dieses Rotfüßchen (Xerocomus chrysenteron) soll der einzige Röhrling gewesen sein, den ich heute im Wald an der Marienhofen Weiche finden konnte.

Perlgras – Buchenwälder gehören oft zu unseren artenreichsten Revieren. Heute war davon allerdings nicht zu spüren.

Der nicht besonders häufige Eichen – Schichtpilz (Stereum gausapatum) verfärbt sich bei Reibung innerhalb weniger Sekunden blutrot. Er war für mich heute der beste Fund im Kartierungsgebiet.

Wir finden hier nicht nur besseren Perlgras – Buchenwald vor, sondern auch saure Buchen/Birkenbereiche, die besonders für Kochtopfmykologen sehr interessant sein können. Heute herrschte hier leider Flaute.


Die kleine Artenliste von MTB 2339/2 – Marienhofer Weiche: Echter Zunderschwamm, Schmetterlings – Tramete, Blutmilchpilz, Rotrandiger Baumschwamm, Ockerrötlicher Resupinat – Stacheling, Halsband – Schwindling, Striegelige Tramete, Grauer Wulstling, Birken – Zungenporling, Halbresupinater Weichporling, Fuchsiger Scheidenstreifling, Flächiges Eckenscheibchen, Frauen – Täubling, Perlpilz, Rotfuß – Röhrling, Eichen – Schichtpilz und Rehbrauner Dachpilz


Wer also Lust hat mit dem Fachmann auf Pilzpirsch zu gehen ist herzlich eingeladen.

Einfach anrufen oder eine Mail zusenden.

Tel.: 03841/228917 . Handy: 0173/6977219 oder

E-Mail: steinpilz.wismar@t-online.de

Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

11. Juli 2020 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr der Gemeinen Stinkmorchel

Ziel war die Vierburg Waldung bei Bützow

Buchenbereich in der Vierburg Waldung am 11. Juli 2020.

Die Vierburgwaldung ist für uns kein unbekanntes Revier. Sowohl zu einer öffentlichen Wanderung, damals unter Führung des Bützower Pilzberaters Klaus Warning, wie auch während eines unserer Herbstseminare oder zur Mittwochs- und weiterer Kartierungsaktionen waren wir hier schon unterwegs. Wir haben den Pilzlehrpfad genutzt, den Klaus Warning in Zusammenarbeit mit der Stadt Bützow vor Jahren hier anlegte. Sanderflächen und zum Großen Peetscher See hin auch Torf und Feuchtbereiche finden wir hier vor. Überwiegend, teils Blaubeer – Nadelwald, aber auch immer wieder von Buchen, Eichen und Birken durchsetzt. Bei guten Wachstumsbedingungen ein durchaus pilzreiches Revier. Heute war es allerdings sehr bescheiden.

Wir folgten den Wegweisern des Pilzlehrpfades. Allerdings sind einige von ihnen schon umgekippt und nur an Bäumen angelehnt, so dass die Wegweisung manchmal ein wenig zweifelhaft erscheint.

Wir starten.

Studium der ersten Info – Tafel.

Auf ihr fand ich sogar ein altes Foto von mir wieder, dass ich vor vielen Jahren bei Bad Doberan aufgenommen hatte. Es waren Zunderschwämme.

Der erste Frischpilz wurde entdeckt. Ein Zäher Fadenhelmling (Mycena vitilis). Wie bei einem Faden auch, kann man seinen Stiel verknoten.

Ein Gelege von Blutmilchpilzen (Lycogala epidendron) auf der Schnittfläche eines Kiefernstubbens.

Gut ist die Riefung des Hutrandes bei diesem Gelbbräunlichen Scheidenstreifling (Amanita fulva) zu erkennen. Das er ein Speisepilz ist, wissen auch die Schnecken. Allerdings fressen sie genau so gerne an Giftpilzen!

Leider suchten wir heute die meisten Pilze, die Klaus Warning hier in Form seiner schönen Fotos vorstellte, vergebens.

Einzig einige Mini – Pfifferlinge oder auch mal einen Täubling bekamen wir heute zu Gesicht.

Dafür gab es reichlich Blaubeeren.

Ein essbarer Rehbrauner Dachpilz (Pluteus atricapillus) schiebt sich neben einem alten Baumstumpf empor.

Es war ein Eichenstubben, wie uns diese daran befindlichen Porlinge eindeutig bestätigten. Eichenwirrling (Daedalea quercina).

An Nadelholz findet sich dieser minderwertige Klebrige Hörnling (Calocera viscosa).

Ein Info – Schild zu speziellen Pilzarten, die in diesem Areal auftauchen können.

Insbesondere Birken begleitende Arten, von denen einige außschließlich unter Birken auftreten, andere aber auch bei weiteren Wald- und Parkbäumen wachsen können.

Der Pilz des Jahres 2020 in seiner Jungform als Hexenei. Unter der Schirmherrschaft der Gemeinen Stinkmorchel (Phallus impudicus) stehen alle unsere öffentlichen Wanderungen in diesem Jahr.

Das Röhrenpolster des Gallen – Röhrlings (Tylopilus felleus) ist zunächst weiß und später rosa b. z. w. schmutzig rosa bei Druck. Der Geschmack ist galle bitter, so dass er selbst von Maden verschmäht wird. Anderen Waldbewohnern scheint er aber durchaus zu munden.

Ein Hautkopf im moosreichen Fichtenwald.

Mit etwas Übung sind Hautköpfe, eine Untergattung der Haarschleirlinge, leicht als solches zu erkennen. Die genaue Artbenennung ist aber bei einigen Kollektionen mit gelbräunlichen bis orange Lamellen auch für den Fachmann nicht immer einfach. So tendiere ich bei unserem Fund zum Zimtblättrigen Hautkopf (Cortinarius cinnamomeus). Giftverdächtig.

Hier scheint etwas interessantes entdeckt worden zu sein. Der Fachmann muss her!

Es war leider nur ein herrkömmlicher Perlpilz (Amanita rubescens). Natürlich darf er in den Sammelkorb gelegt werden, denn Perlpilze sind gute Speisepilze.

Gleich daneben ein Blaugrauer Reiftäubling (Russula parazurea). Auch er ist essbar.

Die Tour endete am Mittag.

Wann starten wir zur nächsten Pilzwanderung? – Siehe unter Termine!

08. Juli 2020 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Auch exklusiv für interessierte Gäste

MTB: 2339 – Krakow am See ging an den Start

Start durch die Cossenheide.

Das Meßtischblatt Krakow am See stand im Jahre 2018 schon einmal im Zuge meiner Mittwochsexkursionen auf dem Programm. Damals im April/Mai, also während des Frühlingsaspektes. Damals gab es aufgrund der gerade beginnenden  Trockenheit, die nahezu die gesamte Pilzsaison andauern sollte, nur wenige Frischpilze. Natürlich war es auch der frühen Jahreszeit geschuldet. Nun befinden wir uns im Sommeraspekt und der kann durchaus schon recht vielseitig sein. Zumindest wenn es nicht zu trocken sein sollte. Im 1. Quadranten befindet sich die Cossenheide als größtes und zentrales Waldgebiet. Auch weiter nördlich schließen sich noch Wälder an, wie die Stüde. Ich habe die Cossenheide, ein Ausläufer der Nossentiner/Schwinzer Heide, auch dieses mal als Zielgebiet gewählt. Dazu begleitete mich auch Irena. Von echter Heide sind wir hier allerdings weit entfernt. Es handelt sich im wesentlichen um einen ganz normalen Forst auf sandigem Untergrund, der zum Teil in den letzten Jahren stark forstwirtschaftlich genutzt wurde. Das Frischpilzaufkommen war allerdings recht bescheiden.

Gleich zu Beginn entdeckte Irena eine Stelle mit ansehnlichen Pfifferlingen (Cantharellus cibarius). Die Art sollte unser ständiger Begleiter werden und entpuppte sich heute als die häufigste Frischpilzart neben zahlreichen Waldfreund – Rüblingen.

Junge Wurzel – Schleimrüblinge (Xerula radicata) schoben neben einem alten, morschen Laubholzstubben an die Oberfläche.

Ein aufziehender Schauer sorgte zwischenzeitlich für feuchte Verhältnisse.

Als Erdschieber betätigt sich hier ein Papagei – Täubling (Russula ionochlora) am Wegesrand.

Auf dem Mittelstreifen eines bemoosten Kiefernwaldweges erfreuten uns diese Ohrlöffel (Auriscalpium vulgare).

Nicht weit davon entfernt ganze Inseln von frischen Waldfreund – Rüblingen (Collybia dryophila) in der Nadelstreu von Waldkiefern.

Links verbuschter Kiefernforst, rechts Jungeichen – Busch.

Rustikaler Hinweiß auf eine nicht nur für Radler willkommene Rast- und Schutzhütte.

Das wäre auch für eine unserer Nachtwanderungen genau das Richtige.

Zwei Wulstlinge am Rande eines Fichtenforstes. Vorne der Graue Wulstling (Amanita excelsa) und dahinter der Narzißengelbe Wulstling (Amanita gemmata).

Zum Schluß reichte es sogar für eine kleine Pfifferlingspfanne zum Abendbrot.


Die Artenliste von MTB 2339/1 – Cossenheide: Waldfreund – Rübling, Perlpilz, Echter Pfifferling, Striegeliger Schichtpilz, Klebriger Hörnling, Brandkrustenpilz, Papagei – Täubling, Rotfuß – Röhrling, Buckel – Tramete, Wurzel – Schleimrübling, Schmetterlings – Tramete, Frauen – Täubling, Löwengelber Stielporling, Breitblättriger Rübling, Rötliche Buchenkohlenbeere, Fuchsiger Scheidenstreifling, Echter Mehltau, Schwefelporling, Bitterer Zapfenrübling, Ohrlöffel, Gelbblättriger Rübling, Rehbrauner Dachpilz, Flächiges Eckenscheibchen, Gemeine Stinkmorchel, Flacher Lackporling, Grauer Wulstling, Narzißengelber Wulstling, Bleigrauer Bovist, Lilablättriger Mürbling, Gelbbräunlicher Trichterling


Die Sonne steht schon tief und wir verabschieden uns von der Cossenheide am 08.07.2020.

Wer also Lust zu einer Exkursion mit dem Fachmann bekommen hat, kann sich gerne anschließen. Einfach anrufen oder eine Mail zusenden.

Tel.: 03841/228917 – Handy: 0173/6977219 oder

E- Mail: steinpilz.wismar @t-online.de

Wann steht die nächste Mittwochsexkursion auf dem Programm? – Siehe unter Termine!

01. Juli 2020 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Auch exklusiv für interessierte Pilzfreunde

Sie führte in den 4. Quadranten des MTB: 2539 – Plau am See

Buchenbestand im Naturschutzgebiet Plauer Stadtwald am 01.07.2020.

Zum letzten mal ging es in die Region Plau am See. Im 4. Quadranten finden wir den Südteil des Plauer Sees, der mit reichlich Wald umsäumt ist. So beispielsweise der Plauer Stadtwald mit integriertem Naturschutzgebiet, die Bürgertannen am Westufer und östlich Wälder zwischen dem Plauer See und um den Großen Pätschsee sowie um die Ortschaft Suckow herum. Es standen also umfangreiche und abwechslungsreiche Exkursionsgebiete zur Auswahl. Laub- und Nadelwälder, parkartiges Gelände, Seeuferbereiche sowie weitere Feuchtgebiete und Moore. Das Areal dürfte nicht nur für Hobby – Mykologen sehr interessant sein. Ich entschied mich für den Plauer Stadtwald und die Parkanlage auf dem Klüschenberg. Das Wetter war leicht regnerisch und die wenigen Frischpilze des Waldes hatten sich viele Schnecken als Nahrungsquelle erschlossen. Es gibt teilsweise bessere, teils kalkhaltige Böden, aber auch leichtere, saure Waldbereiche.

Gleich zu Beginn begrüßte mich auf der Grasnarbe des Mittelstreifens eines Waldweges ein Einzelexemplar des Eichen – Filzröhrlings (Xerocomus quercinus).

Hungrige Nacktschnecken haben von diesem Netzstieligen Hexen – Röhrling (Boletus luridus) nicht mehr viel übrig gelassen.

Der Nährstoffeintrag in diesen kleinen Waldsee scheint nicht unerheblich zu sein.

Das Ufer des Gewässers säumt eine vielversprechende Mooskannte mit Eichen und Buchen. Neben überständigen Sommersteinpilzen wuchsen hier auch etliche Rotstielige Leder – Täublinge (Russula olivacea). Leider ist hier die meist rötlich überhauchte Stielspitze nur ansatzweise zu erahnen. Sehr guter Speisepilz, kann aber bei einzelnen Personen Unverträglichkeitsreaktionen auslösen.

Durch das Naturschutzgebiet führt ein Lehrpfad mit zahlreichen Info – Tafeln.

Oberhalb des Kletterparks am Klüschenberg befindet sich eine interessante Parkanlage. Genau die richtige Adresse im Hochsommer.

Gelbbräunliche Trichterlinge (Clitocybe gibba) in der Rassenfläche. Ansich ein typischer Wegrandpilz längst vieler Waldwege. Essbar.

Kurzgrasige Plätze liebt der häufige Halbkugelige Ackerling (Agrocybe semiorbicularis).

Der kleinere Bruder des Frauen – Täublings, der Papagei – Täubling (Russula ionochlora), ist sowohl in Parkanlagen wie auch in Laub- und Nadelwäldern ein häufiger und essbarer Sprödblättler.

Ein besonders schmackhafter Leckerbissen ist der Fleischrote Speisetäubling (Russula vesca), mit seiner meist nicht bis zum Hutrand heranreichenden Huthaut.

Eine Insel mit Alteichen zog mein Interesse auf sich.

Auf den Parkrasen ausgreifend wuchsen unter ihnen zahreiche Hexen – Röhlinge. Viele waren bereits überständig.

Es waren aber auch noch genügend jüngere Fruchtkörper vorhanden, die schließlich meinen mitgeführten Weidenkorb halb füllten. Flockenstieliger Hexen – Röhrling (Boletus luridiformis).

Auf einem feucht über den Waldweg liegenden Buchenstamm breitete sich der Wilde Hausschwamm (Serpula himantioides) aus.

Wer möchte, kann sich hier auf die Spur der Zaubersteine begeben. Ich folgte lieber der Spur der Pilze.

Plaulina ist eine gute Hexe und das Maskottchen der Stadt Plau am See.


Die Artenliste von 2539/4 – NSG Plauer Stadtwald, Park am Klüschenberg: Eichen – Filzröhrling, Echter Zunderschwamm, Rotfuß – Röhrling, Rotrandiger Baumschwamm, Rotstieliger Leder – Täubling, Schmetterlings – Tramete, Striegelige Tramete, Brandkrustenpilz, Angebrannter Rauchporling, Netzstieliger Hexen – Röhrling, Sommersteinpilz, Grauer Wulstling, Pflaumen – Feuerschwamm, Schuppiger Stielporling, Gemeine Stinkmorchel, Gelbbräunlicher Trichterling, Halbkugeliger Ackerling, Perlpilz, Papagei – Täubling, Graublauer Reiftäubling, Fleischroter Speise – Täubling, Flockenstieliger Hexen – Röhrling, Striegeliger Schichtpilz, Frauen – Täubling, Birken – Zungenporling, Halsband – Schwindling, Stadt – Champignon und Wilder Hausschwamm.


Wer Interesse hat, unter fachkundiger Begleitung auf der Suche nach allen möglichen Großpilzen die Natur zu durchstreifen, ist herzlich eingeladen.

Einfach anrufen oder eine Mail zusenden. Tel.: 03841/228917 – Handy: 0173/6977219

E – Mail: steinpilz.wismar@t-online.de

Wann geht es wieder auf Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

27. Juni 2020 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr der Gemeinen Stinkmorchel

Sie führte durch das Heidenholz bei Reddelich und den Panzower Tannen

Originelles Hinweisschild zur Müllvermeidung am Eingang zum Heidenholz bei Glashagen.

Heidenhölzer gibt es mehrfach in Mecklenburg, so bei Ventschow oder auch bei Dassow. In beiden waren wir schon unterwegs. Das heutige Heidenholz war für uns eine Prämiere. Es ist in seiner Ausdehnung deutlich größer als seine genannten Verwandten. Laub – und Nadelwald wechseln sich hier ab. Der Boden ist teils gehaltvoller und es gibt immer wieder auch Feuchtbereiche mit kleinen Waldtümpeln oder Teichen b.z.w. kleinen Waldseen. Vor wenigen Jahren war ich hier einmal zu einer kleinen Stippvisite unterwegs und fand das Revier durchaus interessant hinsichtlich einer abwechsungsreichen Pilzflora. Diese könnte bei entsprechender Witterung um diese Jahreszeit durchaus schon einiges zu bieten haben, denn der Aspekt des Frühsommers, der den Übergang vom Frühlings- zum Sommeraspekt bildet, geht dem Ende entgegen. Leider enttäuschte uns dieses Revier heute, so dass ich den teilnehmenden Damen eine Umsetzung in die sandigeren Panzower Tannen bei Neubukow empfahl, die auch dankend angenommen wurde.

Im Heidenholz

Ein noch junger Fichtenporling (Fomitopsis pinicola) an einem alten Fichtenstamm. Die Bezeichnung Fichtenporling ist denkbar unglücklich gewählt, da wir diesen markanten Porling genauso häufig an anderen Hölzern, insbesondere Buche, Erle und Birke antreffen können. Rotrandiger Baumschwamm ist daher vorzuziehen, auch wenn sein Rand nicht immer rot sein muss, so wie hier in der Zuwachsphase.

Einer der auffälligsten Schleimpilze, der Drachendreck oder Gelbe Lohblüte (Fuligo septica).

In den Panzower Tannen

Der Lilablättriger Mürbling (Psathyrella candolleana) ist durch trockene Luft dekorativ vom Rande her eingerissen, ähnlich einem Rißpilz. Er wuchs hier in großen Scharen um modrige Holzreste herum.

Seine Lamellen sind zunächst blass und später lilagrau gefärbt. Das Fleisch ist charakteritisch brüchig und fäßt sich wachsartig an.

Da es sich um leckere Suppenpilze handelt, wurden die Lilablättrigen Mürblinge gerne eingesammelt.

Essbar ist auch der gelegentlich in Buchenwäldern anzutreffende Braunviolette Täubling (Russula brunneoviolacea).

Nach dem uns ein junger Mann mit den herrlichsten Sommersteinpilzen entgegen kam, gab es kein halten mehr, denn niemand sieht und findet alles. So waren auch für uns noch einige übrig geblieben. Sommersteinpilz (Boletus reticulatus).

In trauter Gesellschaft zu den Steinpilzen auch einige Pfifferlinge (Cantharellus cibarius).

Hier schiebt sich der Pilz des Jahres 1997 aus dem Waldboden. Der leckere Frauen – Täubling (Russula cyanoxantha).

Der nach Phenol „duftende“ Fahle Röhrling (Boletus impolitus) bestätigte seine seit vielen Jahren bekannte Anwesenheit. Speisepilz von ganz besonderem Wohlgeschmack.

Ein harter, kompakter Täubling im Eichen/Buchenwald bereitete mir zunächst Kopfzerbrechen. Er bräunt am Stiel ähnlich eines Heringstäublings, aber kein  Fischgeruch vorhanden und Heringstäublinge sind auch nicht so festfleischig.

Sein weißliches Fleisch färbt sich im Schnitt rasch bräunlich. Ich habe einen Verdacht, den ich mit Chemie bestätigt wissen wollte.

Mit Guajak dunkelgrün, mit Phenol weinbraun und mit FeSo 4 graurosa. Es handelt sich um den recht seltenen Lederstiel – Täubling (Russula viscida). Nördlich der Mittelgebirgsschwelle sehr selten, nur in Mecklenburg einige, wenige Nachweise. Essbar, aber es soll auch scharf schmeckende Formen geben.

Auch einige schöne Perlpilze (Amanita rubescens) luden zum einsammeln ein.

Auch sein giftiger Doppelgänger, der Pantherpilz (Amanita pantherina) war anwesend, so dass die Unterschiede mehr als augenfällig studiert werden konnten.

Am trockenen Waldrand erfreuten uns die schönsten Ziegenlippen (Xerocomus subtomentosus). Essbar. Im Gegensatz zum viel häufigeren Rotfüßchen finden wir am Stiel keine Spur von rot, die Röhren leuchten im satten gelb und der Hut wird nicht rissig.

So wurde die heutige Wanderung doch noch zu einer gelungenen Tour und auch die Pilzmahlzeit war gesichert. Hier noch schnell einen Mürbling zum Abschluß, der noch mit mußte.

Aufgrund der Corona – Abstandsregelung verzichten wir bis auf weiteres auf unsere obligatorischen Gruppenfotos.

Wann starten wir zur nächsten Pilzwanderung? – Siehe unter Termine!

24. Juni 2020 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Auch für interessierte Pilz- und Naturfreunde

MTB: Plau am See – 2539/3

Das Mühlenholz bei Plau am See.

Ein sattes und kompaktes Waldgebiet wurde uns im dritten Quadranten des Meßtischblattes 2539 angeboten – das Mühlenholz mit dem Rauhen Berg. Uns, das waren Irena, Jonas und Reinhold vom Steinpilz – Wismar. Wir waren auch nicht am Mittwoch, dem 24. Juni hier, sondern holten die Mittwochsexkursion am Sonntag, dem 28. Juni nach. Zwar überwiegen laut Karte Nadelforste, es ist aber auch ein größeres Laubwald – Areal eingezeichnet. Hier könnte man sich gut und gerne den ganzen Tag herumtreiben, aber wir wollen es ja nicht übertreiben. Kurzweilig ist es, wenn die Witterungsbedingungen ein nennenswertes Frischpilzaufkommen zulassen. Wir suchten uns den nordöstlichen Bereich aus, der überwiegend von Buchenwäldern bestanden ist. Nach den Regenfällen der letzten Zeit erwachte das Frischpilzaufkommen auch hier, wenn auch noch recht zaghaft.

Am Straßenrand begrüßten uns zwei junge Stadt – Champignons (Agaricus bitorquis).

Eine schwarze Nacktschnecke versucht sich am lederig – zähen Striegeligen Schichtpilz (Stereum hirsutum).

Auf einem alten, bemoosten Buchenstamm zwei Rehbraune Dachpilze (Pluteus atricapillus).

Unter Eichen und Buchen eine Gruppe Blaugrauer Reiftäublinge (Russula parazurea).

Der beste Fund der heutigen Exkursion an einer alten, gestürtzten Rotbuche: der Lungen – Seitling (Pleurotus pulmonarius).

Leckere Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis) landeten im Sammelbehältnis für Speisepilze.

Die ebenfalls essbaren Perlpilze (Amanita rubescens) sind momentan leider stark vermadet.

Diese kaum rotstieligen Rotfüßchen (Xerocomus chrysenteron) waren die einzigen Röhrlinge die wir heute im Mühlenholz entdecken konnten.


Die Artenliste von MTB: 2539/3 – Mühlenholz: Stadt – Champignon, Schmetterlings – Tramete, Frauen – Täubling, Angebrannter Rauchporling, Echter Zunderschwamm, Striegeliger Schichtpilz, Rehbrauner Dachpilz, Brandkrustenpilz, Rotfuß – Röhrling, Goldschimmel, Blaugrauer Reiftäubling, Perlpilz, Papagei – Täubling, Breitblättriger Rübling, Lungen – Seitling, Birken – Zungenporling, Sklerotien – Stielporling, Flächiges Eckenscheibchen, Pantherpilz, Stockschwämmchen und Geweihförmige Holzkeule.


Bei Interesse einfach anrufen oder eine Mail zusenden.

Tel.: 08841/228917 – Handy: 0173/6977219

E – Mail: steinpilz.wismar@t-online.de

Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

21. Juni – Vereins- und Kartierungsexkursion

Vereinsexkursion

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Ziel war der Gadebuscher Stadtwald

Spindelige Rüblinge (Collybia fusipes) heute am Standort fotografiert. Minderwertiger Küchenpilz.

Nicht zum ersten mal war der Gadebuscher Stadtwald Ziel einer Wanderung, die vom Steinpilz – Wismar organisiert wurde. Wir waren hier schon einmal im November und auch zu dieser Jahreszeit unterwegs. Obwohl stadtnah, ist das Waldgebiet durchaus artenreich und für Pilzfreunde oft eine gute Adresse. Zwar werden die Standorte der besten Speisepilze den Einheimischen nicht unbekannt sein, aber das soll uns nicht weiter stören. Wir haben uns für alle Großpilze interessiert, die wir heute vorfinden konnten. Und für die Kartierung kann immer neues dabei sein, auch wenn viele geläufige Arten  längst in den Datenbanken Eingang gefunden haben. Insgesamt war es noch recht dürftig, was die fünf Pilzfreunde heute geboten bekamen. Hier noch einige Fotos.

An diesem Rotfüßchen (Xerocomus chrysenteron) haben sich die Tiere des Waldes bereits gesättigt und nicht viel für den Pilzfreund übrig gelassen.

Ein besonders eleganter Löwengelber Schwarzfuß – Stielporling (Polyporus varius) an einem Laubholz – Ast.

Ein junger Fuchsiger Scheidenstreifling (Amanita fulva) schiebt sich durch die Volva.

Der beste Fund der heutigen Exkursion waren einige Exemplare des Kurzstieligen Leder – Täublings (Russula curtipes).

Soweit, einige, wenige Bilder von unserer ersten, möglichen Vereinsexkursion in diesem Jahr. Wegen der weiterhin geltenden Abstandsregelungen im Zuge der Vorsichtsmaßnahmen im Rahmen der Corona – Pandemie verzichten wir bis auf weiteres auf unsere obligatorischen Gruppenfotos.

Wann startet die nächste Vereinsexkursion? – Siehe unter Termine!

17. Juni 2020 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Auch exklusiv für interessierte Pilzfreunde

Es ging in MTB: Plau am See – 2539/2

…und dieser Wald war tatsächlich anders.

Einen Großteil des Quadranten nimmt der Plauer See und die Ortschaft Plau am See ein. Das einzig nennenswerte Waldgebiet befindet sich westlich des Plauer Sees und des dortigen Fachkrankenhauses. Die Quetziner Tannen. So handelt es sich auch weitgehend um Nadelholz, allerdings Kiefern. An den Rändern auch etwas Laubwald mit recht hohen Totholz – Anteil. Anders ist der Wald nicht nur durch eine besondere Bewirtschaftung, sondern auch wegen eines integrierten Naturlehrpfades mit Trimmdich – Geräten. Der sandige Kiefernforst ist allerdings für potentielle Pilzsucher größtenteils unzugänglich. Das Unkraut des Waldes, die Spätblühende Traubenkirsche sowie Himbeer- und Brombeergestrüpp machen ein Pilzesuchen allenfalls an den Wegrändern möglich. Angesichts dessen und wegen der hier herrschenden Trockenheit hielt sich mein Artenspektrum sehr in Grenzen.

An derart dünnen Stängeln, fast wie eine Blüte, findet man die Schmetterlings – Tramete (Trametes versicolor) auch nicht allzuoft.

Der Echte Zunderschwamm (Fomes fomentarius) an Totholz von Birke.

Allenfalls die Waldwegränder und der Mittelstreifen könnten zu besseren Zeiten etwas für Pilzsucher zu bieten haben.

Ein schöner Rehbrauner Dachpilz (Pluteus atricapillus) sollte der einzige Frischpilz der heutigen Inventur der Quetziner Tannen sein.

Im Hintergrund der Plauer See, ein beliebtes Ferien – Domiziel an der mecklenburgischen Seenplatte.

Der kleine Friedhof des Ortes Quetzin mit seinen Alteichen. Bis auf einen überständigen Schwefelporling, war auch hier nichts zu finden. Einfach zu trocken.

Ein beschauliches Örtchen. Ziegen auf der Weide und im Hintergrund ein Fachwerkkomplex des Landhotels Rosenhof.

Wieder im Wald angelangt heißt es, Alt- und Totholz abzusuchen. Hier sehen wir die Oberseite eines vorjährigen Fruchtkörpers der Rötenden Tramete (Daedaleopsis confragosa).

Ein Porling, dessen Fruchtschicht aber lamelloide Strukturen aufweist.

Eine gealterte Lohblüte (Fuligo septica).

Ein weiterer Myxomycet, nähmlich der Büschelschleimpilz (Stemonites axifera).

An einem toten Laubholz – Ast sehen wir hier in resupinater Wuchsform den Feinborstigen Rindenpilz (Hyphoderma setigerum).

Ein Pavillion zum Verweilen innerhalb des Naturlehrpfades.

Die Lehmwand auf einer Feldsteinmauer.

Inmitten des lichten Kiefernbestandes.

Wie schon erwähnt. Möchte man hier auf Pilzpirsch gehen, sollte das Buschmesser nicht vergessen werden.

Hier darf sich sportlich betätigt werden.

Info – Tafel zum Unkraut des Waldes. Die Späte Traubenkirsche wurde von Nordamerika nach Europa gebracht und hier aufgeforstet, in der Hoffnung, das wertvolle Holz, dass sie in ihrer kanadischen Heimat bildet, nutzen und vermarkten zu können. Dort wird sie zum ansehnlichen Baum. Bei uns ist das Klima zu mild, so dass die Pflanze sehr schnell wächst und verbuscht, ohne das wertvolle Holz zu bilden, welches sie im nördlichen Kontinentalklima hervorbringt. So verpestet sie nun zunehmend unsere Kiefernwälder.

Die Sonne steht schon recht tief, so dass es an der Zeit ist die Heimfahrt anzutreten. Wir verabschieden uns von den Quetziner Tannen bei Plau am See.


Hier die Handvoll Großpilzarten, die ich hier heute notiert habe. MTB 2539/2 Quetziner Tannen: Zugespitzter Kugelpilz, Orangefarbiges Brennnesselbecherchen, Schmetterlings – Tramete, Flächiges Eckenscheibchen, Echter Zunderschwamm, Birken – Zungenporling, Rehbrauner Dachpilz, Eichen – Rindensprenger, Schwefelporling, Rötende Tramete, Gelbe Lohblüte, Büschelschleimpilz und  Feinborstiger Rindenpilz.


Wer Lust hat mit dem Fachmann auf Pilzpirsch zu gehen, ist herzlich eingeladen. Einfach anrufen oder eine E – Mail zusenden.

Tel.: 03841/228917 – Handy: 0173/6977219

E – Mail: steinpilz.wismar@t-online.de

Wann wird Mittwochs wieder exkursiert? – Siehe unter Termine!

13. Juni 2020 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr der Gemeinen Stinkmorchel

Ziel war das Hohe Holz

Nach dem ein erstes Gewitter am morgen gerade abgezogen war, nutzten wir das knappe Zeitfenster von 08.00 -12.00 Uhr, dass von der Unwetterzentrale nicht von Gewitter – Vorwarnungen belegt war.

Da es die erste Wanderung nach so langer Corona – Auszeit in diesem Jahr war, die wir nach den Lockerungen der Kontaktsperre durchführen konnten, wollte ich die wenigen Interessenten nicht enttäuschen, die sich am morgen trotz der brenzligen Wetterlage eingefunden haben. Wir nutzten also das knapp vorgegebene Zeitfenster um möglichst unwetterfrei durch das Hohe Holz zu kommen. Das war allerdings Präzisionsarbeit, denn bereits gegen 11.00 Uhr grummelte es schon wieder. Punkt 12.00 Uhr waren wir durch und das Gewitter zur Stelle. Trotz etwas mehr Regen, dass dieses Waldgebiet im Vergleich zu anderen Regionen in den letzten Wochen abbekommen hatte, war das Frischpilzaufkommen nicht der Rede wert. Immerhin fanden wir den für mich ersten Täubling des Jahres, ein Papagei – Täubling!

Da ich mit meinen Zweirad angereist war, sputete ich mich so schnell wie möglich in Richtung Norden, also nach Wismar zu kommen, weil sich die Gewitterzone offensichtlich aus süd/südwest bereit machte. Aber es war aussichtslos, da sich auf breiter Front neue Zellen bildeten und in Wismar zu diesem Zeitpunkt schon richtig die Post abging. Ich erwog kurz, dass schlimmste in einem Buswartehäuschen abzuwarten, überlegte mir aber, dass angesichts der nahezu stationären Konvergens ein schneller Durchzug der Gewitter nicht zu erwarten sei und fuhr durch die heftigen Regengüsse mit kleinkörnigem Hagel bis nach Wismar, wo das „Wasserbomben – Gewitter“ sich gerade anschickte, die halbe Stadt unter Wasser zu setzen. Selbst das recht hoch gelegene Rathaus auf dem Marktplatz bekam nasse Füße in Form vollgelaufener Kellerräume. Bei der Gelegenheit bekam ich das erste mal ein Gefühl von Aquaplaning, weil ich doch etwas zu zügig unterwes war. Und das waren nicht mehr als 70 – 80 kmh. Kein wunder, dass es bei derartigen Starkregen – Ereignissen immer wieder zu Unfällen, insbesondere auch auf Autobahnen kommt. Das war natürlich auch heute der Fall.

Das Hohe Holz ist uns nicht unbekannt. Vor fast 10 Jahren, am 12. September 2010, waren wir schon einmal von Wismar aus in diesem Revier. Es war damals eine der erfolgreichsten Pilzexkursionen überhaupt. Eine große Artenvielfalt und auch Speisepilze noch und noch. Die Körbe waren einfach zu klein, um die Schätze überhaupt alle mitzubekommen. Aber das machte garnichts. Jeder nahm soviel mit nach hause, wie er verwerten konnte. Und die Wanderung hatte einen hohen Lerneffekt. Siehe auch unter „Viele Pilze im Hohen Holz“. 

Gleich zu Beginn, direkt bei unseren abgestellten Fahrzeugen, eine Gruppe älterer Maipilze (Calocybe gambosa). Ein letzter Gruß des zu Ende gehenden Pilzfrühlings.

Diesen nicht näher bestimmten Weichritterling (Melanoleuca spec.) hatte Pilzfreund Robert zum zeigen mitgebracht. Er soll auf einer Art Komposthaufen gewachsen sein. Weichritterlinge haben eine saprophytische Lebensweise, ernähren sich als von Pflanzenresten. Unter ihnen soll es keine Giftpilze geben und praktisch wären alle Vertreter dieser diffusen Gattung essbar, sofern man sie auch als zugehörig zu den Weichritterlingen erkennen kann.

Embryonale Stinkmorcheln (Phallus impudicus). Der Pilz der Jahres 2020!

Vereinzelt einige giftige Grünblättrige Schwefelköpfe (Hypholoma fasciculare).

Ein toter Birkenast mit orangefarbener Dekoration. Es handelt sich um Striegelige Schichtpilze (Stereum hirsutum).

Die bereits vor gut zwei Jahren entdeckten Eichen – Feuerschwämme (Phellinus robustus) befinden sich immernoch in luftiger Höhe an einer älteren Roteiche.

Die nun feuchtwarme Witterung gefällt den Schleimpilzen gut. Hier ist es eine Gelbe Lohblüte (Fuligo septica), auch Drachendreck genannt.

Und hier sind es Blutmilchpilze (Lycogala epidendron).

Ausschließlich an alten, toten Eichenstämmen und Stubben finden wir den Rotbraunen Borstenscheibling (Hymenochaete rubiginosa).

So wie schon vor wenigen Wochen, während meiner Mittwochsexkursion, war ein llter Holzstapel mit allerlei Pilzfruchtkörpern besetzt. So auch diese jungen Rehbraunen Dachpilze (Pluteus atricapillus). Essbar.

Aus wettertechnischen Gründen, gibt es heute kein Gruppenfoto.

Wann steht die nächste Wanderung auf dem Plan? – Siehe unter Termine!

10. Juni 2020 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Auch exklusiv für Interessierte

Es ging in das MTB: 2539 – Plau am See

Die Lalchower Tannen.

Heute und an den kommenden 3 Mittwochentagen ist die Topografische Karte im Maßstab 1:25 000 – Plau am See –  abzuarbeiten. Heute ging es in den ersten Quadranten. Ziel waren die Lalchower Tannen. Es ist ein kompaktes, relativ kleines, aber dennoch das größte Waldgebiet im Quadranten. Es liegt südlich der Elde – Müritz – Wasserstraße und ist weitgehend mit Nadelholz (Kiefern- und Fichtenforste) bestanden. Das wird auf Dauer etwas eintönig und war nicht zuletzt auch durch die relative Trockenheit  auch sehr artenarm. Das Waldgebiet wird von der B 191 tangiert.

Aber ganz ohne Laubbäume geht es wohl nirgens und gleich am Eingang des Waldes begrüßte mich diese urwüchsige und märchenhaft verwachsene und gewundene Eiche.

Und natürlich gab es auch einige Birken. Hier sehen wir vorjährige Fruchtkörper der Rötenden Tramete (Daedaleopsis confragosa) an einem toten, liegenden Birkenstamm.

Einige Altkiefern tragen noch Zeugnisse aus vergangenen Tagen. Zu DDR – Zeiten wurden viele Kiefern „gemolken“, um Harz zu gewinnen. Unterhalb der Einkärbungen wurden Blumenrtöpfe befestigt.

Kiefern – Stangenwald mit einigen Fichten und etwas Unterbewuchs auf sandigem Untergrund.

An der Schnittfläche eines Kiefernstammes finden sich schwarze, eingetrocknete Krusten. Es handelt sich um einen Gallertpilz, nähmlich dem Teerfleckenpilz (Exidia pythia).

Resupinat, an der Unterseite eines liegenden Kiefernstammes, fand ich diese interessanten Gebilde. Um welche Art es sich handelt, konnte ich zunächst nicht klären.

Einige Hüte eines Büschels Grünblättriger Schwefelköpfe (Hypholoma fasciculare) sahen nicht mehr grüngelblich, sondern schwarz aus. Es ist Sporenbelag. Schwefelköpfe sind also Dunkelsporer.

Vorjährige Fruchtkörper des Birken – Zungenporlings (Piptoporus betulinus). Manche Menschen nutzen sie als Mittel gegen Magenbeschwerden. Dazu sollte man allerdings nur frische, noch lebende Konsolen verwenden, die ab Spätsommer wieder zu finden sind.

Anstatt kaum vorhandener Pilze sammelte ich frisch gefallene Kiefernzapfen ein. Der Winter ist zwar noch ein bischen hin, aber zum Adventsbasteln sind sie unentbehrlich.


Die Artenliste von MTB 2539/1 – Lalchower Tannen: Eichen – Zystidenrindenpilz, Rötende Tramete, Gemeiner Violettporling, Angebrannter Rauchporling, Zugespitzter Kugelpilz, Orangefarbenes Brennnesselbecherchen, Schmetterlings – Tramete, Striegeliger Schichtpilz, Grünblättriger Schwefelkopf, Gemeine Stinkmorchel, Herber Zwergknäuling, Birken – Zungenporling und Teerfleckenpilz.


Wer also Lust zu einer Kartierungsexkursion hat, sollte sich entweder per E – Mail oder telefonisch melden.

Tel:: 03841/228917 oder Handy: 0173/6977219

E- Mail: steinpilz.wismar@t-online.de

Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

06. Juni 2020 – Imbisstag im Steinpilz – Wismar

Imbisstag zur Stuhlparade

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Am Sonnabend, dem 06. Juni 2020, von 11.00 Uhr und solange der Vorrat reicht (maximal bis 17.00 Uhr) in der ABC Straße 21, vor dem mykologischen Informationszentrum Steinpilz – Wismar.


Vor wenigen Tagen (20. Mai 2020) ist eine Allgemeinverfügung zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen durch den Landkreis Nordwestmecklenburg in Bezug auf die Durchführung von öffentlichen Veranstaltungen in Kraft getreten. Diese müssen spätestens 1 Woche vor Termin beim Ordnungsamt oder der Gesundsheitsbehörde angemeldet werden. Hierin heißt es unter Punkt d) – Das Angebot von Speisen und Getränken ist untersagt. Folglich dürfen wir unseren Imbisstag leider nicht durchführen! Siehe unter:

200522_allgemeinverfuegung_lk_nwm_veranstaltungen_neufassung


Die wohl einzigartige Stuhlparade, organisiert von dem Kunstverein KaSo e.V. Wismar, findet an diesem Juni – Sonnabend bereits das 10. mal in Folge statt. Ein Jubiläum, dass der Steinpilz – Wismar immerhin in einigen Jahren auch mit seinem beliebten Pilz – Imbiss bereicherte. Der Verein arbeitet alte Stühle, die man dort abgeben kann, wieder zu richtigen Schaustücken auf, welche dann die Straßenränder der ABC Straße in reih und glied schmücken. Hier darf sich  jeder der möchte, einen oder auch mehrere Stühle aussuchen und gegen eine Spende mit nach hause nehmen. Eine originelle Idee und auf jedenfall ein Hingucker der ganz besonderen Art.

Stuhlparade im letzten Jahr bei schönstem Sommerwetter.

Der KaSo – Verein bietet sicher auch wieder einiges für das leibliche Wohl an, vornehmlich selbstgebackenen Kuchen + Kaffee. Wer es herzhafter mag, der kann sich bei uns mindestens mit einer leckeren Waldpilz – Suppe stärken. So war es jedenfalls im letzten Jahr, als ich den Imbiss im Ein – Mann Betrieb servieren mußte. Sollten sich mehrere Pilzfreunde bereit finden zu helfen, kann es auch Pilzpfanne und frische Waffeln geben.

Die Waldpilzsuppe des letzten Jahres war einfach köstlich und so mancher holte sich Nachschlag. Ich war ein wenig stolz auf mich, da ich sie ganz alleine, ohne unsere weiblichen Star – Köchinen, so gut hinbekam.

Hoffen wir wieder auf schönes Wetter und regen Zuspruch. Den Mitgliedern des KaSo – Vereins sei es herzlichst gewünscht.

Selbstverständlich steht auch die Tür des Info – Zentrums offen und im inneren kann man sich in unserer Dauerausstellung über das aktuelle Pilzaufkommen in Wald und Flur für 2 € Eintritt informieren. Selbstverständlich kann auch die Pilzberatung in Anspruch genommen werden.

Die Pilzfreunde der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V. freuen sich auf ihren Besuch.

Siehe auch unter: http://www.kaso-wismar.de

03. Juni 2020 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Auch für interessierte Naturfreunde

Es ging letztmalig in das MTB Langen Brütz

Das Warnowtal bei Gädebehn gehört zum Naturpark Sternberger Seenland.

Im vierten und damit letzten Quadranten des Meßtischblattes Langen Brütz sind weitläufige Waldgebiete vorhanden. Sie ziehen sich von Vorbeck über Basthorst bis südlich Weberin von west nach ost und im südlichen Bereich schließen sich große Waldflächen im Raum Gädebehn an. Früher zählten die Reviere zur Stattsforst Turloff. Heute gehören sie zum Forstamt Gädebehn. Es überwiegen Sanderflächen, die vielfach mit Nadelbäumen bewachsen sind. In jüngster Zeit ist man aber auch hier dazu übergegangen, Kiefern – Monokulturen mit Laubhölzer zu untermischen und damit weniger Anfällig gegenüber Umweltveränderungen und dem Klimawandel zu machen. Zu den besonders interesanten Bereichen gehört hier beispielsweise auch das Warnowtal bei Gedebähn. Es war dann auch Ziel meiner heutigen Mittwochsexkursion. Aufgrund der trockenen Verhältnisse waren Frischpilze wie erwartet Magelware. So konnte ich heute leider nur eine Handvoll Arten notieren und neues dürfte kaum dabei gewesen sein.

Die Warnow bei Gädebehn.

Mit Rotbuchen bestandene Hangterrasse.

Es war ein warmer Frühsommertag und von Süden nährte sich eine Gewitterzone, die Mecklenburg aber nicht mehr erreichen konnte und sich am Abend auflöste.

Überall im Warnowgebiet sind die Biber zugange. Auch diese Eiche wurde nicht verschont, ist dann aber wohl doch eine Nummer zu groß für diese Flußbaumeister.

Endlich auch ein Frischpilz. Der „Pilz des Jahres“ gab sich die Ehre. Gemeine Stinkmorchel (Phallus impudicus). Somit der wichtigste Großpilz des Jahres 2020 überhaupt!

Gut bewacht von einem Ameisenvolk schoben sich hier einige Grünblättrige Schwefelköpfe (Hypholoma fasciculare) aus einem toten Buchenstamm.

Ein alter Bunker ist in die Böschung eingelassen. Zusammen mit den alten Buchen bot er doch ein tolles Motiv für ein Foto.


Hier die Artenliste von MTB 2335/4 – Warnowtal bei Gädebehn: Orangefarbiges Brennnesselbecherchen, Echter Zunderschwamm, Striegeliger Schichtpilz, Schmetterlings – Tramete, Striegelige Tramete, Schwefelporling, Bovistähnlicher Schleimpilz, Judasohr, Brandkrustenpilz, Gemeiner Spaltblättling, Zugespitzter Kugelpilz, Rotrandiger Baumschwamm, Rotbuchen – Rindenkugelpilz, Angebrannter Rauchporling, Gemeine Stinkmorchel und Grünblättriger Schwefelkopf.


Wer also Lust zu einer exklusiven Wanderung zum Thema Großpilze bekommen hat, ist herzlich eingeladen. Einfach anrufen oder eine E – Mail zusenden.

Tel.: 03841/228917 – Handy: 0173/6977219 oder

E – Mail: steinpilz.wismar@t-online.de

Wann startet die nächste Mittwochesexkursion? – Siehe unter Termine!

30. Mai 2020 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr der Gemeinen Stinkmorchel

Sie sollte durch das Mustiner Holz führen


Ich habe mich entschlossen, auch diese Wanderung im Zuge der Corona – Vorsorge abzusagen. Eine Anfrage beim zuständigen Landespilzberater im Landesgesundheitsamt Mecklenburg – Vorpommerns, über die Vorgehensweise öffentlicher Lehrwanderungen, ergab nun, dass jede Veranstaltung mindestens eine Woche vorher bei der zuständigen Ordnungsbehörde oder dem Gesundheitsamt anzumelden ist. Die Verordnung trat rückwirkend zum 20.05.2020 in kraft. Am 25.05.2020 wurde ich darüber informiert. Eine Anmeldung würde demnach zu spät kommen. Die Verordnung ist zunächst bis zum 10.06.2020 befristet. Die nächste öffentliche Lehrwanderung am 10.06.2020 werde ich anmelden und hoffe, dass es dann endlich los gehen kann.


Zum 2. mal wollten wir heute dem Mustiner Holz im Rahmen einer geführten Lehrwanderung einen Besuch abstatten. Vor einigen Jahren waren wir schon einmal im Spätherbst in diesem Gebiet und konnten damals eine ganze Reihe jahreszeittypischer Pilzarten finden, erläutern und teils auch in die Sammelkörbe legen. Nun wären wir im Wonnemonat Mai hier gewesen und wollten schauen, was uns der Frühlings – Aspekt zu bieten hat. Natürlich ist die Artenvielfalt im Mai noch lange nicht so hoch wie im Spätherbst, aber dennoch kann bei günstigen Wachstumsbedingungen schon einiges geboten werden. Auch im obigen Bild gezeigte Sommersteinpilze sind um diese Zeit mitunter schon flott unterwegs. Aber es geht ja nicht in erster Linie um gefüllte Körbe, sondern darum, Wissen zu Vermitteln und auch neues kennen zu lernen. Immerhin ist das Pilzreich unverzichtbar im Gefüge der Natur und machte es im Zusammenspiel mit allen anderen Abläufen der Evolution erst möglich, dass wir Menschen uns im laufe der Jahrmillionen entwickeln konnten und das wir auch weiterhin Atmen und Leben dürfen. Pilze haben eine herausragende Bedeutung für uns. Im täglichen Leben läuft kaum etwas, ohne ihre heimlichen Aktivitäten. Dabei kommt dem anscheinend so wichtigem Aspekt „essbar oder giftig“ im Grunde die geringste Bedeutung zu. Dennoch sollte diese Geringfügigkeit auch heute für uns eine wichtige Rolle spielen.

Wann wollen wir wieder öffentlich in die Pilze wandern? – Siehe unter Termine!

27. Mai – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Auch für interessierte Naturfreunde

Es ging in das MTB: 2335 – Langen Brütz

Das Hohe Holz, östlich des Schweriner Sees bei Görslow.

Heute ging es in den dritten Quadranten vom Meßtischblatt Langen Brütz, also in 2335/3. Auch im heutigen Bereich fanden sich sehr schöne Exkursionsgebiete mit reichlich Wald und Seeuferbereichen. Das größte und kompakteste Waldgebiet ist das Hohe Holz. Hier war ich gleich zum Saisonbeginn des Jahres 2018 zu einer Mittwochsexkursion unterwegs. Es war ein Frühlingshaft milder Tag und stellenweise lagen sogar noch Schneereste vom damaligen Osterschnee. Auch in diesem Jahr ist nun wieder zur Frühlingszeit zufälligerweise dieses Gebiet an der Reihe. Allerdings doch schon zur fortgeschritteneren Jahreszeit, an der Schwelle zum Sommer. Die Artenzusammensetzung war trotzdem recht ähnlich, da aufgrund der relativen Trockenheit nur wenige Frischpilze auszumachen waren.

Die Echten Zunderschwämme (Fomes fomentarius) befanden sich genau wie vor zwei Jahren am Waldrand, eingangs meiner Exkursion, an alten Birken.

Auf den Waldwegen zeugten die Reste großer Pfützen vom Niederschlag des vergangenen Wochenendes. Da zog nähmlich ein heftiges Hagelgewitter über das Hohe Holz.

Ein Sklerotien – Stielporling (Polyporus tuberaster) an totem Buchenholz.

Den Roteichen links im Bild geht es nicht gut.

Der Schwefelporling (Laetiporus sulphureus) treibt an ihnen sein Unwesen und verursacht eine Braunfäule des Kernholzes.

An den abgefallenen Ästen tut sich das Flächige Eckenscheibchen (Diatrype stigma) gütlich.

Wunderschön erfreut uns dieser filigrane Tintling (Coprinus spec.) aus der Gruppe der Scheibchen – Tintlinge. Das zerbrechliche Teil habe ich allerdings im Wald gelassen, es hätte mikroskopiert werden müssen.

Und hier noch schnell ein Blick auf die Unterseite.

Auffallend war, dass besonders die frischen Blätter der Roteichen dem Hagel nicht gewachsen waren und zahlreich den Waldboden übersäten und natürlich auch in den Pfützen zu finden waren.

An einem schon lange am Wegesrand liegenden Holzstapel machten sich gleich mehrere Arten zu schaffen. So auch diese giftigen Grünblättrigen Schwefelköpfe (Hypholoma fasciculare).

Dieser überständige Rehbraune Dachpilz (Pluteus atricapillus) hatte sich ganz oben postiert.

Um das eingeschlagene Holz besser abtransportieren zu können, wurde eine frische Schotterpiste angelegt. Das hat auch etwas gutes für uns, denn der Kalkeintrag erhöht die Artenvielfalt an den Wegen.

Und geholzt wurde reichlich. Wahrscheinlich trockengeschädigte und Borkenkäfer anfällige Fichten. Im unteren Stockwerk wachsen Laubbäume nach.

Am Rande des Waldweges einige, wenige Maipilze (Calocybe gambosa), von denen dieses Exemplar das Schönste war.

Diese Nagelschwämme mußten dann doch mit zur Mikroskopie. Sie waren mir nicht bitter genug, so dass ich Klarheit haben wollte. Trotz recht geringer Bitterkeit, handelt es sich doch um den Bitteren Zapfenrübling (Strobilurus tenacellus). Essbarer Würzpilz und ganz groß als Fungizit herausgekommen.

Und nochmals ein junger Schwefelporling (Laetiporus sulphureus) und wieder war es Eiche. Fruchtkörper von Eichen sollen etwas herb schmecken und es wird empfohlen, sie vor der Zubereitung zu wässern.

Diesen ungenießbaren Porling finden wir nahezu ausschließlich an totem Fichtenholz, insbesondere an ihren Schnittflächen. Reihige Tramete (Antrodia serialis).


Hier die Artenliste von MTB 2335/3 – Hohes Holz: Echter Zunderschwamm, Schmetterlings – Tramete, Striegelige Tramete, Sklerotien – Stielporling, Rotbuchen – Rindenkugelpilz, Orangefarbiges Brennnesselbecherchen, Zugespitzter Kugelpilz, Gemeiner Spaltblättling, Eichen – Rindensprenger, Schwefelporling, Flächiges Eckenscheibchen, Striegeliger Schichtpilz, Angebrannter Rauchporling, Rötliche Kohlenbeere, Buckel – Tramete, Eichen – Zystidenrindenpilz, Gemeiner Violettporling, Grünblättriger Schwefelkopf, Rehbrauner Dachpilz, Flacher Lackporling, Warziger Drüsling, Mai – Schönkopf, Bitterer Nagelschwamm, Reihige Tramete und Mai – Stielporling.


Wer Lust hat unter fachlicher Führung allerlei Großpilze zu suchen, zu bestimmen und zu notieren, ist herzlich eingeladen. Einfach anrufen oder eine E – Mail zusenden.

Tel.: 03841/228917 – Handy: 0173/6977219

E – Mail: steinpilz.wismar@t-online.de

Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

20. Mai 2020 – Vereins- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Auch exklusiv für interessierte Pilzfreunde

Es ging in den 2. Quadranten des Meßtischblattes Langen Brütz

Wald- und Wiesenlandschaft bei Kritzow.

Der 2. Quadrant von Langen Brütz MTB: 2335/2, bietet reichlich Auswahl für eine naturkundliche Pilzexkursion. Er enthält viele interessante Biotope und Landschaftsbereiche. Am 22. November des Jahres 2017 war dieser Quadrant schon einmal im Rahmen einer Mittwochsexkursion an der Reihe. Damals durchaus nicht erfolglos. Jetzt befinden wir uns im Frühling und eine andere, wenn auch bescheidenere Artenauswahl dürfte uns erwarten. Wir finden im Gebiet größere Waldflächen, Moore, Seeuferbereiche, Flußniederungen und die sehr abwechslungsreiche und hügelige Landschaft der Kritzower Berge vor. Große Waldflächen zwischen Kritzow und Weberin gehörten in früheren Zeiten zum umfangreichen Staatsforstes Turloff. Ich entschied mich für die Kritzower Berge mit dem Glasermoor. Dazu begleitete mich ein Pilzfreund und Vereinsmitglied aus der mecklenburgischen Kleinstadt Bützow.

Das Exkursionsgebiet gehört zum Naturpark Sternberger Seenland.

Die erste Pilzart an einem Obstbaum auf einem Privat – Grundstück ist endeckt.

Es handelt sich um den Pfaumen – Feuerschwamm (Phellinus tuberculosus).

Wir sind am Glasermoor angelangt.

An dessem Rande zwei Maipilze (Calocybe gambosa).

Am trockenen und sonnigem Moorrand fühlen sich an totem Laubholz diese Spaltblättlinge (Schizophyllum comune) sehr wohl. Je trockener, um so besser für diese an Extremstandorte gut angepaßte Pilzart.

Wissenswertes zum Wohnungsbau des Bibers ist auf dieser Info – Tafel der Naturparkverwaltung zu erfahren.

Alte und mächtige Baumriesen umranden das Glasermoor und können mit ihren Kronen weit ausladen.

Die Böden sind mager und sandig, so dass sich an lichteren Stellen der Besenginster sehr wohl fühlt.

Die verschiedenen Wanderrouten sind gut ausgeschildert.

Hier loderte vor kurzem ein Waldbrand.

Einige Bäume wurden so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass sie gefällt werden mußten.

Auch diese uralte Eiche hat es schwer erwischt. In hunderten von Jahren hat sie sicherlich einiges erlebt. Hoffen wir, dass sie auch dieses übersteht!

Blick in die wellige Landschaft.

Immer wieder urwüchsige und beeindruckende Baumgestalten.

Wissenswertes zum Beginn des Straßenbaus in Mecklenburg ist auf dieser Informationstafel erläutert.


Die Artenliste von MTB: 2335/2 – Glasermoor und Kritzower Berge: Pflaumen – Feuerschwamm, Adlerfarn – Fleckenpilz, Mai – Schönkof, Echter Zunderschwamm, Gemeiner Spaltblättling, Striegelige Tramete, Orangefarbenes Brennnesselbecherchen, Zugespitzter Kugelpilz, Striegeliger Schichtpilz, Runzeliger Schichtpilz, Eichen – Rindensprenger, Gemeiner Violettporling, Brandkrustenpilz, Herber Zwergknäuling und Eichen – Spaltlippe.


Wer also Lust hat zu einer mykologischen Bestandsaufnahme durch die schöne, mecklenburgische Natur zu streifen, ist herzlich eingeladen. Einfach anrufen oder eine E – Mail zusenden.

Tel.: 03841/228917 – Handy: 0173/6977219

E – Mail: steinpilz.wismar@t-online.de

19. Mai 2020 – Treffen der Pilzfreunde

Treffen der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Thema: Heilige Pilze der Schamanen

Blaustieliger Kahlkopf (Psilocybe cyanescens)

Am Dienstag, dem 19. Mai 2020, um 18.00 Uhr in der ABC Straße 21.


Liebe Pilzfreunde und Vereinsmitglieder. Ab dem 18. Mai sollen in M-V die Kontaktbeschränkungen etwas gelockert werden. Es dürfen sich dann Mitglieder aus zwei Familien treffen. Nun, das wird etwas schwierig für uns, so dass auch dieser Termin leider entfallen muss!


Zu einem weiteren Treffen im mykologischen Informationszentrum ludt die Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. ihre Pilzfreunde an diesem Dienstag im Mai ein. In gemütlicher Runde wollten wir uns wieder einem speziellen Thema zuwenden, heute den heiligen Pilzen oder Zauberpilzen. Natürlich werden wir mit ihnen nicht aktiv „Zaubern“, weil der Staat uns dieses untersagt. Sogar der Besitz oben gezeigter Kahlköpfe, die ich vor einigen Jahren in größeren Mengen gefunden habe und auch in unsere Ausstellung integrierte, war ein illegaler Akt. Ich finde der Staat nimmt sich ganz schön viel heraus, dass er den Besitz deratiger, psychaktiver, in heimischer Natur gefundener Pilze, gleich unter Strafe im Zuge des Betäubungsmittelgesetzes stellen möchte. Sicher sind sie nicht ganz ungefährlich, insbesondere für psychisch labile Menschen, aber sie machen nicht abhängig und hinterlassen in der Regel keine gesundheitlichen Folgeschäden. Am gefährlicherem Nikotin und Alkohol wird kräftig verdient!

Leider ist der Standort, an dem ich die Pilze fotografierte, seit Jahren versiegt. Die Art ist in Deutschland selten und tritt nur sporadisch in Erscheinung. Zauberpilze werden aber seit Jahrtausenden von den Menschen zu kulturellen Handlungen genutzt. So wollen wir uns heute einen Filmbeitrag über „Heilige Pilze“ in Südamerika anschauen. Die Zauberpilze dürfen dort nur zu festgelegten Tageszeiten und im Gebet von gottesgläubigen Menschen gesammelt werden. Das sind beispielsweise Schamanen, die in ihren Sitzungen die Pilze verabreichen. Zu ihnen kommen Menschen mit ganz unterschiedlichen Erkrankungen und hoffen auf Heilung oder Linderung nach Verabreichung der „Heiligen Pilze“, im Zusammenspiel mit Gebeten und Gesängen zu Gott b. z. w. Jesus Christus. Hier spielt, wie so oft, der Glaube eine große Rolle.

Wann treffen sich die Pilzfreunde wieder? – Siehe unter Termine!

16. Mai 2020 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr der Gemeinen Stinkmorchel

Ziel war der Haushalt Forst bei Zickhusen

Der Haushalt Forst am 17. Mai 2020.


Aufgrund der weiterhin geltenden Kontakt – Beschränkungen mußte auch diese Pilzwanderung leider ausfallen!


Inzwischen läuft der Frühling auf Hochtouren und wir wollten wieder zu einer geführten Lehrwanderung die Wälder durchstreifen. Heute sollte der Haushalt Forst zwischen Zickhusen, Drispeth und Alt Meteln an der Reihe sein. Ein Filetstück unserer Pilzreviere. Zumindest in einigen Jahren im Hochsommer und natürlich im Herbst. So tolle Raritäten wie Schwarzhütige Steinpilze, Violette Korallen und leuchtend rote Saftlinge, die wir hier schon gefunden haben, sind natürlich noch nicht auf der Bildfläche erschienen. Aber nichtsdestotrotz kann man sich auch zu dieser Jahreszeit mal umschauen. Erste Täublinge, Graue Wulstlinge und Perlpilze, aber auch ein verfrühter Sommersteinpilz oder Flockenstieliger Hexen – Röhrling sind neben anderen Frühaufstehern durchaus schon möglich.

Da die Veranstaltung also ausfiel, fuhren Irena und meine Wenigkeit am folgenden Tag zu einer kleinen Stipvisite hier her, um zu schauen, was uns möglicherweise entgangen wäre. Und das war zum Glück nicht viel, da es in diesem Frühling lange Zeit sehr trocken war und auch viel zu kalt.

Wir drehten eine Runde um die im Gebiet vorhandenen Sümpfe und Moore.

Auf geht`s!

Am Hollerbusch gleich zwei auf einen Streich. Links das Judasohr (Hirneola auricula – judae) und rechts der Holunder – Rindenschichtpilz (Lyomyces sambuci).

Ein ungewöhnlich schönes Prachtstück des Striegeligen Schichtpilzes (Stereum hirsutum).

Massenhaft an totem Buchenholz, die Rötliche Kohlenbeere (Hypoxylon fragiforme.

Der noch stehende, aber tote Buchenstamm wird u. a. vom Echten Zunderschwamm (Fomes fomentarius) abgebaut.

Auch die Striegelige Tramete (Trametes hirsuta) ist besonders auf abgestorbenem Buchenholz anzutreffen, vor allem an trockenen, sonnigen Plätzen.

Ausgesprochen häufig an toten Laubholzästen findet sich das Flächige Eckenscheibchen (Diatrype stigma).

Die Verbindungsgräben zwischen den Sümpfen und Moorseen sind noch leidlich mit Wasser gefüllt. In Dürrezeiten fallen sie trocken.

An einem liegenden, morschen Buchenstamm ein hinreichend verwelkter Rehbrauner Dachpilz (Pluteus cervinus).

Wann startet die nächste Pilzwanderung? – Siehe unter Termine!

14. Mai 2020 – Donnerstags- und Kartierungsexkursion

Donnerstagssexkursion

Das Meßtischblatt Langen Brütz war an der Reihe

Exklusiv auch für interessierte Pilzfreunde

Ziel war das Warnow – Durchbruchstal bei Karnin.

Heute stattete ich dem ersten Quadranten des Meßtischblattes Langen Brütz = 2335/1 im Rahmen meiner Mittwochsexkursionen einen Besuch ab. Außnahmsweise mal an einem Donnerstag, weil mir das regnerische Wetter tags zuvor zu ungemütlich erschien. Im Quadranten sind mehrere kleine Wäldchen oder Waldbereiche und auch sonst recht interessante Flurstücke enthalten. Vor wenigen Jahren hatte ich diese Topographische Karte schon einmal zu meinen Mittwochsexkursionen im Programm. Damals spät im November und früh im April. Da ich mir inzwischen weitere Karten zugelegt habe, wurden die Mittwochsexkursionen nochmals neu ausgelost und dadurch auch anders geordnet. Für die nächsten 7 Jahre steht der Ablaufplan fest. Das interessanteste Gebiet dürfte in diesem Quadranten das NSG Warnowtal bei Karnin sein. Das Gebiet ist eine Fundgrube hinsichtlich vieler Großpilze und wurde selbst schon während mykologischer Fachtagungen begangen und kartiert. Es wird also schwierig wirklich neues zu entdecken. Es sei denn, man spezialisiert sich auf kleine Asco – Myceten, Phytoparasiten oder andere, teils schwierig zu bearbeitende Pilzgruppen, die ohne Mikroskopie kaum auskommen. So weit soll es auf unseren Mittwochsexkursionen in der Regel nicht gehen. Ich habe aber nichts dagegen, wenn sich entsprechende Experten für das Angebot der Mittwochsexkursionen begeistern könnten.

So war der heutige sonnige, aber dank der Eisheiligen unterkühlte Donnerstag, ein Glücksgriff. Die Sonne sorgte im teils tief in die Landschaft eingeschnittenen Warnowtal für angenehme Temperaturen und es grünte und blühte allerorten. Die vielseitige Struktur dieses Naturschutzgebietes im Zusammenhang mit der frisch ergrünten und erblühten Natur machte die heutige Exkursion zu einem ganz besonders schönen und eindrucksvollen Erlebnis. Eine Perle landschaftlicher Schönheit in Mecklenburg und ein Geheimtip, wer Ruhe und Erholung sucht.

Unweit der Ortschaft Kleeberg führt dieser Feldweg hinunter nach Karnin.

Eine Infotafel enthält wissenswerte Erläuterungen und Fakten zum Naturschutzgebiet Warnowtal bei Karnin.

Es geht einen imposanten Hohlweg hinunter.

An totem und liegendem Buchenholz findet sich der Rotbuchen – Rindenkugelpilz (Biscogniauxia nummularia).

Immer weiter geht es in den Grund und die Hänge links und rechts des Hohlweges werden immer höher und steiler.

Eine Buchenruine ist von zahlreichen Zunderschwämmen besetzt.

Der Echte Zunderschwamm (Fomes fomentarius) und das von ihm befallene Buchenholz hatte sogar einmal wirtschaftliche Bedeutung. Aus dem Holz wurden Bleistifte hergestellt, aus dem Zunder beispielsweise Mützen und Hüte. Er soll zur Wundheilung eingesetzt worden sein und er diente zum Feuerentfachen.

Am Ende des Hohlweges erreicht der Wanderer bald die kleine und stille Ortschaft Karnin.

Die Hanglagen sind zunehmend mit Buchen bestanden.

Sicher werden zu gegebener Zeit auch interessante Pilzarten an den Steilhängen auftauchen. Allerdings sind hier bergsteigeriche Fähigkeiten angebracht.

Am Ortseingang Karnin folgte ich linker Hand einem Naturlehrpfad und alsbald wandelte sich das Landschaftsbild. Nach kurzer auwaldartiger Umgebung Übergang zur Besenginsterheide mit Kiefern und Eichen.

Besenginster (Cystisus scoparius). Die Pflanze blüht zwar prächtig, ist aber giftig!

Die Blüten warten auf ihre Bestäuber und erfreuen unser Auge.

Dazwischen immer wieder ausgedehte Bestände vom Maiglöckchen.

Maiglöckchen (Covallaria majalis). Schön, aber ebenfalls giftig!

Weiter führt mich der Weg durch die lichte, helle Landschaft in fast völliger Abgeschiedenheit.

Offenes, extensives Grasland umrandet von Wäldern, Sümpfen und Mooren unweit der Warnow.

Zur Abwechsulng mal ein Frischpilzchen. Bitterer Zapfenrübling (Strobilurus tenacellus). Kaum zu Glauben, das er in der Agrarindustrie zeitweise eine große Rolle spielte, da aus ihm ein Inhaltsstoffe zur Bekämpfung von Getreidepilzen gewonnen wurde, sogenannte Strobilurin – Fungizide.

Das Eschensterben läßt grüßen.

Extensivgrünland mit Weißdorngebüsch. Gerade im Mai eine gute Adresse für Kochtopf – Mykologen, da unter ihnen gleich drei gute Speisepilze gefunden werden können.

Gezielte Nachsuche führte auch schnell zum Erfolg. Schild – Rötling (Entoloma clyppeatum), die häufigste der drei Arten unter Weißdorn und Schlehenhecken sowie unter Obstbäumen in Gärten. Guter Spesepilz, aber gut durchgaren, da roh giftig!

Die artenreiche Gattung der Rötlinge enthält nur wenige Speisepilze. Die Bezeichnung Rötling rührt von demrsosarötlichen bis fleischfarbenen Sporenpulver her, das hier auf den Hüten und Stielen zu erahnen ist. Weitere Arten, die an beschriebenen Standorten auftauchen können und essbar sind, ist der Blasse Pflaumen – Rötling und gelegentlich auch der Maipilz.

Immer wieder sind hier eindrucksvolle Spuren des Bibers zu finden. Er spielt zur Erhaltung der Moore im Naturschutzgebiet Warnowdurchbruchstal Karnin eine gewichtige Rolle und man hofft, dass es auch in Zukunft so bleibt.

Ein herrliches Gebiet nicht nur für oben genannte Frühlingspilze.

Auf selbigem Weg, einige Meter vor mir, war noch jemand unterwegs. Leider konnte ich ihn nur von hinten ablichten. Kurz nach dem Foto drehte er sich zwar für Bruchteile von Sekunden zu mir, suchte aber sogleich das Weite. Schade, dass er sich nicht noch für ein ordentliches Porträt – Foto Zeit nahm. Ich denke, Herr Fuchs hatte einen dringenden Termin zum Kaffee – Kränzchen mit Frau Elster. Ossis wissen, was ich meine!

Auch der blaue Himmel mit einigen Schönwetterwölkchen bot ideale Kontraste für die Landschaftsfotografie.

Nach der offeneren Ginster- und Weißdorn – Landschaft folgen herrliche, alte Buchenwälder.

Tolle Licht- und Schattenspiele.

Nachdem ich den Naturlehrpfad zurück gewandert bin, erreichte ich wieder das Örtchen Karnin mit seiner Naturschutzstation.

Eingangsbereich zur Naturschutz – Station.

Das Objekt bietet Platz für 25 Übernachtungen mit Frühstücksraum. Enthält DU/WC, 1 Tagungsraum, Grillplatz mit Feuerstelle, Sitzecken, Spiel- und Liegewiese. Zeltplätze und Stellflächen für Wohnmobile sind in begrenzter Form vorhanden. Sollte das keine Option für spätere Pilzseminare sein? Wir werden sehen.

Ein Lehrbeispiel für Braunfäule, ausgelöst von verschiedenen Pilzarten. Hier scheint es wohl eine alte Weide gewesen zu sein und als Übeltäter könnte der Schwefelporling in betracht kommen.

Info – Tafel zur Warnow. Sie entspringt in Grebbin und mündet in Warnemünde in die Ostsee.

Einerseits fast ein Wildwasserfluß.

Andererseits zumindest augenscheinlich ein fast stehendes Gewässer.

An alten Buchenstämmen in unmittelbarer Flußnähe durch die hohe Luftfeuchtigkeit besonders schöne und üppig ausgebildete Konsolen des außerordentlich häufigen Striegeligen Schichtpilzes (Stereum hirsutum).

Hier ein besonders schöner Farbkontrast. Die orangen Tönungen der Unterseite mit hellgrüner Algenbildung im Zusammenspiel mit der weißlichgrauen, striegeligen Oberfäche.

Ganz zum Schluß, direkt am anfangs gezeigtem Hohlweg, noch ein richiger Pilz mit Hut und Stiel. Ein Glockenschüppling aus der Gattung Conocybe. Es ist zwar Frühling, dennoch scheint er mir für einen Frühlings – Glockenschüppling zugehörig nicht in betracht zu kommen. Der müßte einen deutlichen Ring besitzen, welcher allerdings auch mal abfallen kann. Wir verbleiben also bei Conocybe spec.!

Inzwischen ist es schon spät und die Sonne steht bereits tief. Zeit zur Heimfahrt.

Zum Abschied noch ein Blick auf den Homberg. Mit knapp 100 Metern gehört er für mecklenburgische Verhältnisse schon zu den markanten Erhebungen. Vom „Gipfel“ aus hat man einen herrlichen Blick auf die Landeshauptstadt Schwerin und mit etwas Glück und zur richtigen Jahreszeit auch gleich noch einen Sack voller Steinpilze.


Die Artenliste aus dem NSG Warnowdurchbruchstal Karin im MTB 2335/1: Holunder – Rindenschichtpilz, Echter Zunderschwamm, Rotbuchen – Rindenkugelpilz, Striegeliger Schichtpilz, Flacher Lackporling, Orangefarbiges Brennnesselbecherchen, Zugespitzter Kugelpilz, Birken – Zungenporling, Bitterer Zapfenrübling, Schmetterlings – Tramete, Gemeiner Spaltblättling, Schild – Rötling, Eichen – Rindensprenger, Eichen – Zystidenrindenpilz, Flächiges Eckenscheibchen, Angebrannter Rauchporling, Buckel – Tramete, Adlerfarn – Fleckenpilz, Striegelige Tramete und Bovistähnlicher Schleimpilz.


Wer Lust hat mich auf meinen Mittwochsexkursionen zu begleiten, ist herzlich dazu eingeladen. Einfach anrufen oder eine E – Mail zusenden.

Tel.: 03841/228917 – Handy: 0173/6977219

E – Mail: steinpilz.wismar@t-online.de

10. Mai 2020 – Vereins- und Kartierungsexkursion

Vereinsexkursion

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Ostseeküstenexkursion auf der Insel Poel


Liebe Pilzfreunde, da die drastischen Kontaktbeschränkungen im Zusammenhang mit der Corona – Epidemie zunächst bis zum heutigen 10. Mai erweitert wurden, konnte unsere Vereinsexkursion leider nicht wie geplant stattfinden!


Es ist schon eine Weile her, dass wir auf der Insel Poel zu einer offiziellen Wanderung oder Exkursion unterwegs waren. Das letzte mal besuchten wir die Insel im Frühling 2017 im Rahmen unseres damaligen Frühlingsseminars und konnten einen artenreichen Frühlingsaspekt bewundern. Von Mürblingen, Tintlingen, Schüpplingen, Becherlingen bis hin zu Maipilzen, Käppchen- und Speisemorcheln, um nur einige zu nennen. Der Küstenschutzwald spannt sich nahezu um die gesamte Nordküste der Insel, von Wangern bis Gollwitz. Wir wollten heute die Route von Schwarzen Busch bis Gollwitz abwandern. Aufgrund der Kontaktbeschränkungen war es leider nicht möglich in der Gruppe zu exkursieren, so dass ich am Nachittag alleine diesen Termin wahrnahm.

Start war im Eichenpark Schwarzer Busch.

Hier befindet sich eine Gedenkstätte, die an die Schiffskatastrophe der Cap Arcona erinnert.

Gedacht wird hier den 4 600 KZ – Häftlingen, die in der Lübecker Bucht am 03. Mai 1945 von der SS auf den Luxusdampfer Cap Arkona gebracht wurden und absichtlich dem Beschuss britischer Flugzeuge ausgesetzt worden sind. Die meisten von ihnen starben und einige Leichen wurden sogar bis an den Strand der Insel Poel gespült.

Gleich daneben die ersten Frischpilze. Zwischen Kernholz und Borke eines Eichen – Stubbens zwängen sich Stockschwämme heraus.

Ihre Hüte werden durch Wind und Sonne rissig.

Es handelt sich um Grünblättrige Schwefelköpfe (Hypholoma fasciculare) Giftig!

Etwas wehmütig passierte ich das Poeler Piratenland. Noch vor wenigen Jahren hat es Sohn Jonas hier zum spielen hergezogen und nun ist er bereits voll und ganz aus diesem Alter raus. Wie doch die Zeit vergeht!

Am Küstenwald angelangt und durch kniehohes Kraut gestapft. Da stehen die Chancen auf Frischpilz – Sichtung nicht sonderlich gut.

Es sei denn, sie wachsen etwas höher am Stamm, so wie diese Judasohren (Hirneola aurcula-judae).

Die Winterstürme haben sich wieder reichlich Land geholt. Bald wird der Wanderweg drann glauben müssen.

Die Hinweisschilder sollten ernst genommen werden, denn die Steilküste ist teils erheblich unterspühlt.

Eine gute Idee, die Gefahr zu veringern, plötzlich in den Abgrund abzurutschen und verschüttet zu werden.

Zahlreiche Bäume hielten den tobenden Elementen des letzten Winters nicht stand.

Am Totholz im Küstenwald einige, überständige Rehbraune Dachpilze (Pluteus atricapillus).

Und diese Mürblinge. Es könnte sich um Behangene Büschel – Mürblinge (Psathyrella pannucioides) handeln?

Ein einzeln stehender Tintling. Nicht ausgeschlossen, dass es ein Haus – Tintling (Coprinus domesticus) sein könnte. Zur genauen Bestätigung muss leider mikroskopiert werden.

Eine Möwe beobachtet mein Treiben.

Noch ist es frühlingshaft warm, aber hohe Wolken kündigen die Eisheiligen an. In wenigen Stunden weht ein rauher Nordwind!

Die Fische warten auf die Kinder der Strandbesucher.

Die Kaltfront rückt heran und ich sollte mich aus dem Staub machen.

Doch diese Schwarzkiefer vor dem ehemaligen Grundstück unseres leider verstorbenen Vereinsmitgliedes und Blues – Musikers Hans Brunkhorst hat es mir noch angetan. Ihre großen und stabilen Zapfen bereichern bereits seit Jahren unsere Advents – Gestecke.

Und da sie gerade so freundlich war, unser Bastelmaterial frisch fallen zu lassen, konnte ich mir diese Gelegenheit nicht entgehen lassen. Ich sammelte mir einen ersten Vorrat. Sicher nicht der letzte, denn bis in den Juni hinein werfen die Kiefern ihre Samenträger ab.

Wann starten wir zur nächsten Vereinsexkursion? – Siehe unter Termine!

09. Mai 2020 – Frühjahrstagung der Pilzberater in M-V

Frühjahrstagung der Pilzberater

Am Sonnabend, dem 09. Mai 2020, wahrscheinlich wieder in Teterow.


Dieser Termin muss aufgrund der Corona – Krise abgesagt werden. Es wird ein Ausweichtermin für den 06. Juni 2020 in Todendorf angedacht. Allerdings zunächst auch nur vorbehaltlich!


Wie jedes Jahr, so sind auch in diesem die beim Landesgesundheitsamt Mecklenburg – Vorpommern organisierten Pilzberater zur tradionellen Frühjahrstagung eingeladen. Beginn wahrscheinlich um 10.00 Uhr. Dr. med. Oliver Duty wird den Jahresbericht in tabelarischer Form präsentieren und die Saison 2019 mit den Anwesenden auswerten. Sicher wird auch der Pilz des Jahres 2020 vorgestellt werden und weitere Vorträge sind möglich.

Genaueres ist beim Landesgesundheitsamt zu erfragen: hier auf Gesundheit, dann Umwelthygiene, Umwelttechnik und dann auf Pilzberatung gehen

http://www.lagus.mv-regierung.de

06. Mai 2020 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Sie führte in den 4. Qudranten vom MTB: 2438 – Goldberg

Exklusiv auch für interessierte Naturfreunde

Der Sühringsbrook am 06. Mai 2020.

Noch ein letztes mal ging es heute in die Region Goldberg. Der letzte Qudrant des Meßtischblattes 2438 stand auf dem Programm. Zur Auswahl standen der Sühringsbrook, der nördliche Bereich vom Fahrenhorst, das NSG Daschower Moor oder auch der westliche Teil eines Waldstückes südlich Neu Poserin. Ich entschied mich für den Sühringsbrook, ein kleineres, kompaktes Laub- und Nadelwaldgebiet am Grenzgraben und dem Bickbeerenmoor. Fichten- und Buchenforste sowie Jungeichenbereiche dominierten auf eher sandig – lehmigem Untergrund.

Gleich zu Beginn ein nicht alltäglicher Fund. Die Großporige Datronie (Datronia mollis). Sehr wahrschenlich neu in der Pilzkartierung M-V für diesen Quadranten, aber ganz sicher in meiner Datei.

Aber es kam noch besser. Der Schönfarbige Kristallzystidenporling (Junghunia nitida) ist nicht nur recht selten, sondern auch schön anzusehen. Er wächst resupinat an totem Laubholz, gern Buche.

Ein vorgezogener Buchenkopf.

Die einzigen drei Frischpilze der heutigen Exkursion. Eine schmächtigere und von der Normalform etwas abweichende Variation des Grünblättrigen Schwefelkopfes (Hypholoma fasciculare), mit oilvgrünlichen Lamellen und immer an Eichen – Stubben zu finden. Insbesondere auch früh im Jahr. Giftig!


Die Artenliste von MTB 2438/4 – Sühringsbrook: Angebrannter Rauchporling, Herber Zwergknäuling, Echter Zunderschwamm, Schmetterlings – Tramete, Orangefarbenes Brennnesselbecherchen, Zugespitzter Kugelpilz, Großporige Datronie, Holunder – Rindenschichtpilz, Judasohr, Schwefelporling (vorjährig), Rotbrauner Borstenscheibling, Buckel – Tramete, Brandkrustenpilz, Bovistähnlicher Schleimpilz, Gemeiner Violettporling, Adlerfarn – Fleckenpilz, Eichen – Rindensprenger, Eichen – Zystidenrindenpilz, Vielgestaltige Kohlenbeere, Grünblättriger Schwefelkopf, Rötende Tramete und Schönfarbiger Kristallzystidenporling


Wir verabschieden uns aus dem Sühringsbrook.

Wann geht es Mittwochs wieder auf Exkursion? – Siehe unter Termine!

01. – 03. Mai 2020 – Pilzseminar in Mecklenburg

Ein Pilzwochenende in Mecklenburg

Frühlingsseminar am Schweriner See

ist leider der Corona – Krise zum Opfer!

Wie schon im Herbst des vergangenen Jahres wollte der Steinpilz – Wismar wieder nach Wiligrad zu einem Pilzseminar einladen.

Aufgrund der massiven Einschränkungen des öffentlichen Lebens durch das Corona – Virus bis Ostern und darüber hinaus, bestand anläßlich unseres diesjährigen Frühlingsseminars keine Planungssicherheit mehr, so dass ich mich entschlossen habe, diesen Termin abzusagen. Für die bereits angemeldeten Pilzfreunde tut es mir leid, es wäre sicher schön gewesen, aber es sollte nicht sein.


Ich denke aber, wir brauchen nicht allzu traurig sein, denn aufgrund der anhaltenden Trockenheit seit Mitte März wäre es in punkto Frühlingspilze sehr dürftig geworden. Ich nutzte das Wochenende um zumindest an zwei Morchel – Standorten die aktuelle Situation zu erkunden. Am Freitag Abend fuhr ich in das Hellbachtal zwischen Neubukow und Buschmühlen. Hier einige Bilder von dieser Kurzexkursion:

Bevor es aber in das Bachtal ging, mußte ich mir zunächst einen Unterstand suchen, denn es zog ein kräftiger Schauer auf.

Das Hellbachtal besitzt einen Schutzstatus als Landschaftsschutzgebiet. Insbesondere auch durch das Eschen – Sterben ist der Totholz – Anteil in den letzten Jahren immer höher geworden. Viele Bäumen liegen auch quer über dem Hellbach, so wie diese Weide.

Sehr dekorativ kann der Samtige Schichtpilz (Stereum subtomentosum) aussehen.

Hier sehen wir an einem toten Eschen – Zweig den Lederighäutigen Fältling (Meruliopsis corium).

Am selben Zweig ein weiterer Rindenpilz, der Eschen – Zystidenrindenpilz (Peniophora limitata).

Ebenfalls an Esche die jung essbaren Schuppigen Porlinge (Polyporus squamosus).

Am Fuß des Baumes eine weitere, riesige Traube von mehreren Kiligramm Gewicht.

Das appetitlich weiße Fleisch riecht charakteristisch nach frischer Gurke. Solange es nicht zu zäh ist, kann der Pilz in der Küche Verwendung finden und schmeckt garnicht so schlecht. Auch für die Zubereitung von Pilz – Frikadellen bestens geeignet.

Die Sonne geht unter und beleuchtet die Wolken des nächsten Schauers in wunderbarem purpur. Das Bild wurde nicht nachgearbeitet. Es war schon eine fast unwirkliche Stimmung.

Am späten Sonntag – Nachmittag brach ich mit Irena noch nach Wiligrad auf. Wenn schon kein Pilzwochenende am Schweriner See, dann wenigstens eine kleine Sttipp – Visite.

Schloss Wiligrad am frühen Abend des 03. Mai 2020.

Blick in Höhe des Schlosses die Hangterrassen zum Schweriner See hinunter.

Morcheln konnten wir keine finden, aber immerhin Pilze aus ihrer Verwandtschaft, so wie diese Ziegelroten Kohlenkrusten (Hypoxylon rubigunosum).

Auch Frischpilze waren dabei, so wie diese Schwarzroten Stielporlinge (Polyporus badius).

Aufgrund ihrer Zähigkeit können sie nicht gegessen werden. Dafür riechen sie aber angenehm süßlich – pilzig. Ein weiterer deutscher Name lautet daher auch Süßriechender Stielporling.

Blick auf den wolkenverhangenen Schweriner Außensee hinaus mit seiner kleinen Liebesinsel.

Selbst die Pilze scheinen es zu wissen und tragen einen entsprechenden Schriftzug. Der Liebesporling nennt sich gut bürgerlich und zu deutsch Buckel – Tramete und wissenschaftlich Trametes gibbosa.

Auch hier ist der Anteil von Baumleichen teilweise recht hoch. Ein gefundenes Fressen für viele Holzpilze. Einer der bekanntesten ist der Echte Zunderschwamm (Fomes fomentarius).

Hier ein besonders üppiges und verwachsenes Exemplar des Ötzi – Pilzes.

Auch ohne Naturschutz – Status ein herrliches Gebiet.

Und nochmal ein Morchel – Verwandter, der Rotbuchen – Rindenkugelpilz (Biscogniauxia nummularia).

Oberhalb der Hangterrassen mehrere Büschel von Glimmer – Tintlingen (Coprinus micaceus).

Auf einem großen Haufen von Holzhäcksel ein Rehbrauner Dachpilz (Pluteus atricapillus), der hier bereits als Speisepilz Verwendung findet.

Wir verabschieden uns von Schloss Wiligrad und treten die Heimfahrt an.

Soweit einige Impressionen vom ersten Mai – Wochenende des Jahres 2020, an dem eigentlich unser diesjähriges Frühlings – Pilzwochenende in Wiligrad hätte stattfinden sollen.

29. April 2020 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Auch exklusiv für interessierte Pilzfreunde

Ziel war der 3. Quadrant im Meßtischblatt Goldberg

Alte Eichen am Verbindungsweg zweier Waldbereiche.

MTB  2438/3 war heute an der Reihe. Hier kamen im wesentlich drei Waldgebiete in Frage. Ich entschied mich für ein kleineres, kompaktes und handliches Waldgebiet südöstlich der Ortschaft Grambow zwischen Goldberg und Lübz. Mischwald auf sandigem Umtergrund mit hohen Totholzanteil und überwiegend von Nadelholz dominiert. Teils durchschnittliche Fichtenforste, teils naturnaher Baumbestand unterschiedlicher Alterstruktur. Ein nicht ganz uninteressantes Revier. Schade, dass es weiterhin viel zu trocken ist, ansonsten wären sicher auch im April einige frische Pilzarten vertreten gewesen.

Der für mich bedeutsamste Fund befand sich an dieser alten Eiche. Im Hintergrund ist der Zielwald zu erkennen.

Eichen – Feuerschwamm (Phellinus robustus).

Mumifizierte Fruchtkörper des Schwarzroten Stielporlings (Polyporus badius).

Ein Myxomycet. Wahrscheinlich der Büschelschleimpilz (Stemonitis fusca). Auch Zusammenfließendes Fadenstäubchen genannt.

Ein Rotrandiger Baumschwamm (Fomitopsis pinicola) mit weißer Umrandung. Der Fruchtkörper ist also noch vital, muss sich aber etwas einfallen lassen, da die Birke gefallen ist und in dieser Stellung kein Sporenabwurf mehr möglich ist. In der Regel wird die Fruchtschicht mit einem harzigen Überzug verschlossen und der Fruchtkörper baut daneben neu an, so dass die Fruchtschicht wieder nach unten zeigt.

Neben Birken und Fichten sind hier auch Kiefern sowie Buchen und Eichen recht dominant.

Eine gespaltene Buche. Eventuell vom Blitz gesprengt.

Der Bovistähnliche Schleimpilz (Reticularia lycoperdon) gehört zu den auffälligsten Vertretern dieses Zwischenreiches. Insbesondere im April ist er oft an Bäumen und Stümpfen zu sehen.

Immer wieder reichlich Totholz.

Ein gefundenes Fressen auch für die sehr häufige Schmetterlings – Tramete (Trametes versicolor).


Die Artenliste von MTB 2438/3 – Wald südöstlich von Grambow: Eichen – Feuerschwamm, Schwarzroter Stielporling, Vielgestaltige Kohlenbeere, Austernseitling, Striegeliger Schichtpilz, Angebrannter Rauchporling, Flacher Lackporling, Schmetterlings – Tramete, Flächiges Eckenscheibchen, Kiefern – Braunporling, Zusammenfließendes Fadenstäubchen, Runzeliger Schichtpilz, Samtiger Schichtpilz, Birken – Blättling, Rötende Tramete, Rotrandiger Baumschwamm, Eichen – Rindensprenger, Eichen – Zystidenrindenpilz, Gemeiner Violettporling, Bovistähnlicher Schleimpilz, Erlen – Schillerporling, Echter Zunderschwamm, Holunder Rindenschichtpilz und Orangefarbiges Brennnesselbecherchen.


Ausgangs- und Endpunkt meiner heutigen Mittwochsexkursion im Wald südöstlich Grambow.

Wer also Lust zu einer Inventur des Waldes bezüglich Großpilze bekommen hat, einfach anrufen oder eine Mail zusenden.

Tel.: 03841/228917 – Handy: 0173/6977219

E – mail: steinpilz.wismar@t-online.de

Der nächste Termin? – Siehe unter Termine!

26. April 2020 – Vereins- und Kartierungsexkursion

Vereinsexkursion

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Sie sollte durch das Stegenholz führen

Ankunft im Stegenholz.


Liebe Pilzfreunde, aufgrund der immer noch geltenden Kontakt – Beschränkungen muss unsere Vereinsexkursion leider abgesagt werden!


Die erste Vereinsexkursion der neuen Saison sollte uns heute in den Sternberger Raum führen. Das relativ kleine Waldgebiet liegt direkt an der B 104, wenige Kilometer hinter der Ortsausfahrt von Sternberg in Richtung Güstrow. Wir finden hier vorwiegend Laubwälder auf besseren, teils auch kalkhaltigen Böden vor. Im Sommer und Herbst bin ich hier schon gelegentlich unterwegs gewesen. Auch eine öffentliche Wanderung führte vor Jahren im Spätherbst hier her und im letzten Sommer war ich im Rahmen einer Mittwochsexkursionen hier zugange. Damals mußte ich aber nach kurzer Zeit das Revier verlassen, da es gewittrig wurde.

Im Frühling ist es eine Prämiere und wir wollten schauen, ob es gelingt, die eine oder andere, jahreszeit typische Pilzart zu entdecken. Übrigens sollte laut ursprünglicher Planung eine öffentliche Lehrwanderung am 02. Mai hier her führen. Da ich aber für dieses Feiertagswochenende unser diesjähriges Frühlingsseminar in`s Programm genommen habe, dass nun leider auch ausfallen muss, sollte heute als Ausgleich eine Vereinsexkursion durch das Stegenholz führen.

So weit, so schlecht. Es nützte nichts, am sonnigen Nachmittag fuhr ich alleine zum Zielgebiet und exkursierte durch das Stegenholz. Jahreszeit typische Frischpilze waren leider nicht zu erwarten, da es seit Mitte März nicht mehr geregnet hatte. Insofern kein großer Verlust hinsichtlich der Erwartungen an ein Frischpilzaufkommen. Hier einige Bilder von heute:

Nicht nur die Forst hat hier in letzter Zeit viele Bäume zu Fall gebracht, auch der Wind hat stellenweise ganze Arbeit geleistet.

Diese Stockschwämmchen (Kuhneromyces mutabilis) waren die einzigen Frischpilze, die ich hier heute beobachten konnte. Ihnen sind die widrigen Witterungsbedingungen anzusehen.

An Buchenholz unzählige Rötliche Kohlenbeeren (Hypoxylon fragiforme).

Viele gewaltige Rotbuchen wurde hier in den zurückliegenden Jahren gefällt. Verschiedene Holzbewohner machen sich nun über ihre Stubben her. Hier ist es eine ansehnliche Kolonie von Buckel – Trameten (Trametes gibbosa).

Der Wald ist lichtdurchlässiger geworden und regeneriert sich mit reichlich Jungbuchengebüsch.

Mächtige Buchen und einzelne Eichen dürfen den Wald weiterhin begrenzen. Sie werden allenfalls früher oder später vom Wind geworfen. Im Sommer und Herbst dürften die Pilzfreunde hier auf ihre Kosten kommen.

Leider gibt es aber auch solche Bilder. Ein Eschen – Friedhof. Der Esche geht es schlecht. Verantwortlich dafür ist leider ein Pilz, das Falsche weiße Stengelbecherchen (Hymenoscyphus fraxineus). Ausgerechnet ein Verwandter der beliebten Morcheln, die wir gerne unter Eschen suchen.

Vor wenigen Tagen noch grau, ergrünt nun der Laubwald rasant.

Ein insgesamt jüngerer Buchenbestand.

Der Kreis schließt sich.

Wann steht die nächste Vereinsexkursion auf dem Programm? – Siehe unter Termine!

22. April 2020 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Auch für interessierte Pilz- und Naturfreunde

Es ging in den 2. Quadranten des Meßtischblattes Goldberg

Der Rabenhorst bei Woosten.

Aufgrund der derzeit geltenden Eischränkungen durch das Corona – Virus mußte dieses Angebot für Gäste leider entfallen!

Das MTB: 2438/2 war heute an der Reihe. Das größte Waldgebiet in diesem Quadranten findet sich östlich des Goldberger Sees und gehört umfänglich zum dortigen Standortübungsplatz der Bundeswehr. Wie weit hier zumindest die Wege betretbar sind, hängt von den Aktivitäten der Bundeswehr ab. Sollten Schießübungen stattfinden, ist das selbstverständlich keine Option. Alternativ konnten die kleineren Waldgebiete Rabenhorst und am Wahrberg in Frage kommen. Ich entschied mich für den Rabenhorst. Ein abwechlungsreiches, etwas hügeliges Gebiet mit feuchteren Senken und trockeneren Höhen. Bestanden teils von Nadelforst, teils von noch sehr jungen Buchenbereichen. Insbesondere waren die Senken mit einem hohen Anteil von Totholz bei der zur Zeit herrschenden Trockenheit so ziemlich die einzigen Bereiche, wo es Sinn machte, sich nach verschiedenen Holzbewohnern umzuschauen.

Echter Zunderschwamm (Fomes fomentarius) an Totholz von Birke. Der Zunderschwamm befindet sich derzeit in seiner Sporulationsphase, welches sich durch weißen, mehlartigen Belag auf den Fruchtkörpern und der näheren Umgebung zu erkennen gibt.

Hier sehen wir gleich zwei Holzbewohner. Oben den Eichen – Rindensprenger (Vuilleminia comedens) und unten alte Fruchtkörper des Herben Zwergknäulings (Panellus stypticus).

Ein vorjähriger Altfruchtkörper des Flaschen – Stäublings (Lycoperdon perlatum). Die kreisförmige Scheitelöffnung ermöglicht, dass durch mechanische Reize wie Regentropfen, der Sporeninhalt heraus geschleudert werden kann.

Auch diese Birken – Blättlinge (Lenzites betulinus) sind nicht mehr die Jüngsten und stammen ebenfalls aus dem letzten Jahr.

Der Winter – Stielporling (Polyporus brumalis) bildet seine zähfleischigen und ungenießbaren Fruchtkörper im Spätherbst und Winter aus.

Wie ein kalkweißer Farbanstrich an Schwarzem Holunder wirkt der Holunder – Rindenschichtpilz (Lyomyces sambuci).

Auch hier sehen wir gleich wieder zwei Arten zum notieren. Die eingetrocknete, schwarze Kruste des Warzigen Drüslings (Exidia plana), welche von den resupinaten Überzügen des Fleischroten Zystidenrindenpilzes (Peniophora incarnata) flankiert werden.

Fleischroter Zystiden – Rindenpilz (Peniophora incarnata).

Warziger Drüsling (Exidia plana).


Die Artenliste von MTB: 2438/2 – Rabenhorst bei Woosten: Orangefarbiges Brennnesselbecherchen, Zugespitzter Kugelpilz, Echter Zunderschwamm, Eichen – Rindensprenger, Herber Zwergknäuling, Ockergelbe Tramete, Flacher Lackporling, Flaschen – Stäubling, Birken – Blättling, Schmetterlings – Tramete, Winter – Stielporling, Striegeliger Schichtpilz, Holunder – Rindenpilz, Angebrannter Rauchporling, Judasohr, Warziger Drüsling, Fleischroter Zystidenrindenpilz, Löwengelber Porling, Samtiger Schichtpilz, Gemeiner Violettporling, Birken – Zungenporling und Rötende Tramete.


Jungbuchengehölz.

Umrandet von mächtigen Pappeln.

Wann geht es am Mittwoch wieder auf Tour? – Siehe unter Termine!

17. – 19. April 2020 – Frühjahrstagung der AMMV

Frühjahstagung der AMMV

Sie sollte in Trittelwitz stattfinden

Wegen der Corona – Krise ausgefallen!

Die diesjährige Frühjahrstagung der Arbeitsgemeinschaft Mykologie Mecklenburg – Vorpommerns im Naturschutzbund Deutschland (NABU), sollte in diesem Jahr vom 17. – 19. April 2020 in Trittelwitz, bei Demmin, unweit des schönen Peenetals, stattfinden. Möglicherweise im dortigen Hotel Landhof Trittelwitz. Im Peenetal entstand im April 2017 obiges Foto. Sicher ein außerordentlich tolles Revier für eine Pilztagung im Frühling. Im Mittelpunkt der Zusammenkunft hätte wie immer die Kartierung gestanden.

Dazu wären in erster Linie die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft eingeladen, aber sicher sind auch neugierige Gäste willkommen.

18. April 2020 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr der Gemeinen Stinkmorchel

Ziel sollte das Kaarzer Holz sein

Blick auf das Kaarzer Holz mit vorgelagerter Streuobstwiese.


Aufgrund der allgemeinen Einschränkungen des öffentlichen Lebens durch das Corona – Virus sah ich von der Durchführung dieser Veranstaltung ab. Sie fiel also aus.


Die 2. Wanderung des Jahres sollte durch das Kaarzer Holz führen. Es wäre nicht das erste mal, dass wir hier zu so früher Jahreszeit zu einer Lehrwanderung unterwegs gewesen wären. Eine gute Adresse um einige, wichtige Frühlingsarten am Standort zu entdecken, ist es auf jeden Fall. So sind hier Scheibenlorcheln, genauso wie die giftigen Frühjahrslocheln schon des öfteren gefunden worden. Selbst Morcheln sind nicht ganz ausgeschlossen, zumindest besteht eine geringe Wahrscheinlichkeit der Spitzmorchel zu begegnen. Ansonsten könnten auch essbare Schwefelköpfe, Frühlingsmürblinge oder sogar Stockschwämmchen um diese Zeit auftauchen, um nur einige zu nennen.

Daraus wurde nun nichts und ich bin am Nachmittag mit Irena zu einem kleinen Rundgang durch die Parkanlage von Schloss Kaarz aufgebrochen.

Das Karzer Schloss in der Frühlingssonne.

Direkt daneben ein stolzer Mammutbaum. Mit einer möglichen Höhe von bis zu 110 m wohl das mächtigste Gehölz der Erde.

Frühlingszeit ist Tulpenzeit.

Angegliedert an den Schlosspark eine Streuobstwiese. Durchaus ein interessanter Standort der beliebten Morcheln, es war aber viel zu trocken, als dass man hier hätte fündig werden können.

Die meisten Obstbäume stehen jetzt in voller Blüte.

Brandkrustenpilz (Hypoxylon deustum). Ein Verwandter von Morchel und Lorchel.

Etwas abseits, am Rande des Kaarzer Holzes, die Famliengruft der ehemaligen Schlossherren und Frauen im Mausoleum.

Wann startet die nächste Pilzwanderung`- Siehe unter Termine!


Am Sonntag, dem 19. April, statteten Irena, Jonas und meine Wenigkeit noch dem Schlosspark Hasenwinkel einen kleinen Besuch ab.

Dabei entdeckten wir ein beeindruckendes Vorkommen des Blasigen Becherlings (Peziza vesiculosa) in einem Komposthaufen, der aus im Herbst im Park zusammengefegtem Laub bestand.

Die große Becherlingsart wächst auf organischen Abfällen, besonders zwischen altem Stroh oder auf dicken Haufen von Sägespänen.

Hier war es altes Laub, in welchem sie besonders mastige Apothezien entwickeln konnten. Die Pilze sollen essbar sein, ich kann mir aber kaum vorstellen, dass sie ein kulinarischer Leckerbissen sind.

Soweit einige Impressionen von einem sonnigen Frühlingswochenende mitten in der Corona – Krise.

15. April 2020 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Auch exklusiv für interessierte Pilz- und Naturfreunde

Sie führte in das Meßtischblatt 2438 = Goldberg

Das Medower Herrenholz am Beginn der Exkursion.


Der 1. Quadrant der Topographischen Karte Goldberg 2438/1 (Maßstab 1: 25 000) war an der Reihe. Hier standen 4 Waldgebiete zur Auswahl. Zum ersten der Ostteil eines großen Waldbereichs südlich von Techentin und nödlich Selhsdorf mit dem integrierten Bullenmoor. Zum zweiten das Medower Herrenholz, das Bauerholz mit dem Warcksberg und der Eckernkamp. Ein weiteres, sehr interessantes Revier ist außerdem das Naturschutzgebiet Langenhagener Seewiesen, und dass nicht nur für Mykologen, sondern vor allem auch für Ornitologen. Durch das Bauerholz führte im vergangenen Jahr bereits eine öffentliche Lehrwanderung, so dass ich mich für das Medower Herrenholz entschied. Nadel- und Laubwaldbereiche, teils mit hohem Totholz – Anteil. Aufgrund der wochenlangen Trockenheit gab es kaum Frischpilze und das Artenaufkommen war sehr bescheiden.

Ein nicht unbeträchtlicher Teil des Totholzes wurde von gefällten Birken gebildet. Pilze sorgen nun gemeinsam mit vielen anderen Organismen für den Abbau. Hier sehen wir den Birken – Zungenporling (Piptoporus betulinus).

Die einjährigen Konsolen des Birkenporlings waren noch vergleichsweise gut erhalten und wurden deshalb für unsere Pilzausstellung mitgenommen.

Als Massenpilz, insbesondere an Buchenholz und deren Stubben, trat die Schmetterlings – Tramete (Trametes versicolor) in Erscheinung.

Ein Phytoprasit an Brombeere. Für Phragmidium violaceum erscheint er mir nicht violett genug. Keine Ahnung. Kleinpilze ist ein weites, aber durchaus interessantes Feld.


Die Artenliste von MTB: 2438/1 – Medower Herrenholz: Gemeiner Violettporling, Striegeliger Schichtpilz, Herber Zwergknäuling, Geweihförmige Holzkeule, Rötende Tramete, Eichen – Rindensprenger, Schmetterlings – Tramete, Krauser Aderzähling, Buckel – Tramete, Echter Zunderschwamm, Angebrannter Rauchporling, Eichenwirrling, Orangefarbiges Brennnesselbecherchen, Zugespitzter Kugelpilz, Judasohr, Rotrandiger Baumschwamm und Grünblättriger Schwefelkopf.


Das Medower Herrenholz in der Abendsonne des 15. April 2020.

Wann geht es am Mittwoch wieder auf Exkursion? – Siehe unter Termine!

08. April 2020 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Auch exklusiv für interessierte Pilzfreunde

Es ging in den Meßtischblatt – Quadranten 1936/4

Zunächst pilgerte ich diesen Waldweg entlang. Ich wandelte damit auf den Spuren der heiligen Brigitta von Schweden. Es handelt sich um ein Teilstück des gleichnamigen Pilgerweges der insgesamt eine Länge von 300 Km aufweist. Das war mir dann doch etwas zu viel und ich blieb innerhalb meiner Quadranten – Grenzen.


Wegen der Corona – Krise war ich heute alleine unterwegs.


Im vierten Quadranten des Kröpeliner Meßtischblattes befinden sich mehrere Wälder, die hätten angesteuert werden können. Zum einen der südöstliche Bereich des Westenbrügger Holzes, der südliche Teil des Kröpeliner Stadtholzes sowie weitere Waldflächen, die über den gesamten Quadranten verteilt liegen. Ich entschied mich für ein Waldstück bei Karin. Überwiegend mit Fichten bestanden und teilweise von Erlenrüchen durchsetzt. Es war sehr pilzarm und durch die Trockenheit mußte ich auch mit wenigen Frischpilzen vorlieb nehmen.

Aufgrund des resupinaten Wachstums zunächst als Runzliger Schichtpilz angesehen, entpuppte sich diese Ferndiagnose als falsch.

Die überstehenden Konsolenenden waren deutlich striegelig/zottig, also Striegeliger Schichtpilz (Stereum hirsutum) in ungewöhnlicher Wuchsform.

Zu den wenigen Frischpilzen der heutigen Exkursion zählte eine Kollektion Grünblättriger Schwefelköpfe (Hypholoma fasciculare). Giftig!

Am Waldrand plätscherte der Hellbach entlang.

Die darüber führende Brücke mit zugehöriger Bank lädt den müden Pilger zum verschnaufen und Medititieren ein.

Der Hellbach mündet bei Teßmannsdorf in die Ostsee. Aber bevor er sich in ihr verliert hat er noch ein wunderbares Morcheltal geschaffen, das Landschaftsschutzgebiet Hellbachtal zwischen Neubukow und Buschmühlen.

Und hier sehen wir ein Feuchtgebiet mit ganz anderen Qualitäten. Ein Spaßbad für das Borstenvieh!

Und schließlich direkt am Pilgerweg noch ein echter Pilz mit Hut und Stiel. Auch er hat schon sichtlich gelitten. Frühlings- oder Schmalblättriger Mürbling (Psathyrella spadiceogrisea). Essbar, wenn frisch.


Hier die Artenliste von 1936/4 – Wald bei Karin: Orangefarbiges Brennnesselbecherchen, Zugespitzter Kugelpilz, Schmetterlings – Tramete, Gemeiner Violettporling, Striegeliger Schichtpilz, Stoppliger Drüsling, Holunder Rindenschichtpilz, Flächiges Eckenscheibchen, Grünblättriger Schwefelkopf, Erlen – Schillerporling, Flaschen – Stäubling (vorjährig), Eichen – Rindensprenger, Eichen – Zystiden – Rindenpilz, Frühlingsmürbling, Rotrandiger Baumschwamm und Angebrannter Rauchporling.


Wir verabschieden uns vom Kariner Wald am 08. April 2020.

Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

04. April 2020 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr der Gemeinen Stinkmorchel

Sie sollte durch die Questiner/Panzower Tannen führen

Die Querstiner Tannen (Fichten) am 04. April 2020.


Aufgrund der momentanen Krisenlage wegen des Corona – Virus musste diese Veranstaltung als öffentliche Wanderung leider ausfallen. Ich bitte um Verständnis.


Nun ist es wieder soweit. Der Winter liegt hinter uns und wir wollten mit der heutigen Pilzwanderung ganz offiziell die Saison 2020 eröffnen. Die Eindämmung des Corona – Virus verbietet derzeit alle öffentlichen Veranstaltungen. So zog ich alleine meine Kreise durch die Questiner Tannen. In punkto Frischpilze war es bei weitem nicht so erfolgreich wie im letzten Jahr zur Saisoneröffnung bei Jesendorf. Damals füllten sich die Körbe der Pilzsammler doch schon reichlich mit Speisepilzen und es war bis weit in den Hochsommer hinein die erfolgreichste Wanderung des vergangenen Jahres. Geschuldet dem milden Spätwinter und der Tatsache, dass es sich ohnehin um ein für diese frühe Jahreszeit vielversprechendes Gebiet handelte. Aber auch die sandigen Waldgebiete der Panzower- und Questiner Tannen könnten im Frühling schon mit dem einen oder anderen Frischpilz überraschen und das taten sie heute auch. Zwei taufrische Rehbraune Dachpilze waren im Angebot. Zwar sehen mehrere Augenpaare sicherlich einiges mehr, aber grundsätzlich ist es im Vergleich zum letzten Jahr zu dieser Zeit deutlich bescheidener. Hier einige Impressionen von meiner heutigen Solo – Tour:

An einem liegenden Birkenstamm wuchsen zahlreiche Konsolen des Samtigen Schichtpilzes (Stereum subtomentosum). Oberflächlich betrachtet ähneln sie durch ihre bunte Zonierung den Schmetterlings – Trameten. Sie besitzen auf der Unterseite allerdings keine Poren, sondern nur eine glatte Schicht = Schichtpilze.

Auch die Vielgestaltige Kohlenbeere (Hypoxylon multiforme) bevorzugt die Birke als Substrat.

Dem Winter – Stielporling (Polyporus brumalis) schmeckt totes Birkenholz ganz vorzüglich.

Hier ist nicht ganz klar, welche Nahrungsquelle diese beiden Rehbraunen Dachpilze (Pluteus atricapillus) nutzten, wuchsen sie doch am Rande eines Fichtenbestandes. In der Regel finden wir sie fast ganzjährig an Laubholz, sie verschmähen aber auch das Holz der Fichte nicht. Essbar.

Windgetrocknet sehen wir hier an einem alten Birkenstamm eine Konsole der Rötenden Tramete (Daedaleopsis confragosa).

Und selbstverständlich ausschließlich an Birke fruktifizierend, der Birken – Zungenporling (Piptoporus betulinus). Frische Fruchtkörper werden von einigen Menschen zur Linderung von Magenbeschwerden verwendet. Ansonsten ist der zähe Pilz komplett ungenießbar.

Und wir verabschieden uns von den Questiner Tannen.

Wann startet die nächste Pilzwanderung? – Siehe unter Termine!

24. März 2020 – Treffen der Pilzfreunde

Treffen der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Thema: Pilz des Jahres 2020

Am Dienstag, dem 24. März 2020, um 18.00 Uhr im Steinpilz – Wismar, ABC Straße 21.


Aufgrund der aktuellen Entwicklung zur Corona – Problematik mußte unser Treffen leider abgesagt werden.


01. April 2020 – Mittwochsexkursion bei Kröpelin


Mittwochsexkursion

Auch exklusiv für interessierte Pilzfreunde

Es ging in den Meßtischblatt – Quadranten 1936/3

Das Westenbrügger Holz am 01. April 2020.


Aufgrund der Corona – Krise mußte ich auch diesen Termin für Gäste absagen. Ich bitte um Verständnis.


Eigentlich war das Gebiet bereits im November des letzten Jahres in der Planung. Damals war es regnerisch und ungemütlich kalt, so dass ich den Termin nicht absolvierte. Das sollte heute nachgeholt werden. Durch das Westenbrügger Holz laufen mehrere Quadranten – Grenzen. Im nordöstlichen Teil waren ein Pilzfreund aus Bützow und ich im letzten Spätherbst bereits, so das heute der südwestliche Bereich an der Reihe war. Es wurde versucht, alle im Feld ansprechbaren Arten, um diese Jahreszeit bevorugt Holzpilze, zu notieren, mit Fotos zu belegen oder bei seltenen Pilzen eventuell auch eine Herbarisierung vorzunehmen. Seltene Arten fand ich nicht und auch sonst war es sehr bescheiden, ohne Frischpilze. Zudem machte mir das Sehen aufgrund meiner Augen OP`s und einer neuen Brille noch zu schaffen.

Bunt gezont, wie die Flügel einiger Tagfalter, präsentierten sich diese Schmetterlings – Trameten (Trametes versicolor).

Eine Augenweide stellen oft die Konsolen des Rotrandigen Baumschwamms (Fomitopsis pinicola) dar.

Nicht nur an Obstbäumen in Gärten und an Straßenrändern, nein ganz besonders häufig können wir den Pflauen  Feuerschwamm (Phellinus tuberculosus) auch an Schlehen – Hecken der Waldränder antreffen.

Während wir dem Angebrannten Rauchporling sehr häufig an Laub- und Nadelholz begegnen können, ist der nah verwandte Graugelbe Rauchporling (Bjerkandera fumosa) durchaus etwas seltener zu beobachten.

Der hellgrüne Algenbewuchs steht der Buckel – Tramete (Trametes gibbosa) gerade um Ostern herum besonders dekorativ zu Gesicht. Sie mußten daher auch mit für die nun wieder zu erneuerde Ausstellungsfäche in unserem Info – Zentrum.


Die Artenliste von MTB: 1936/3 – Westenbrügger Holz: Herber Zwergknäuling, Orangefarbiges Brennnesselbecherchen, Zugespitzter Kugelpilz, Brandkrustenpilz, Angebrannter Rauchporling, Buckel – Tramete, Rotrandiger Baumschwamm, Gemeiner Spaltblättling, Striegelige Tramete, Buchenfruchtschalen – Holzkeule, Geweihförmige Holzkeule, Striegeliger Schichtpilz, Pflaumen – Feuerschwamm, Runzeliger Schichtpilz, Echter Zunderschwamm, Eichenwirrling, Rotbraune Kohlenbeere und Graugelber Rauchporling.


Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

25. Februar 2020 – Treffen der Pilzfreunde

Treffen der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Themenabend

Grüne Inseln im Westen Europas

Dienstag, der 25. Februar 2020, um 18.00 Uhr in der ABC Straße 21 in Wismar.

Der zweite Treff in diesem Jahr führte uns auf die grüne Insel Irland. Nicht nur Anke und Ulrich weilten im vergangenen Jahr auf den Inseln im Nordwesten Europas, auch Andrea und Chris aus Lübeck statteten ihnen einen Besuch ab. Dabei legte Christopher Engelhardt den Schwerpunkt auf Flora und Fauna und entführte uns in ein bezauberndes Naturparadies. Wir erlebten in Wort und Bild eine Reise an die lebendige Atlantikküste und durch flechtenreiche Wälder in Südwest – Irland. Insbesondere zahlreiche Flechten und ihre enge Bindung an das Pilzreich wurden thematisiert, aber auch Muscheln, Schnecken und Vögel waren dabei. Dazu herrliche Landschaftsimpressionen, aber auch einige typische Burgen und Schlösser, die mehr oder weniger perfekt in die Landschaft gesetzt wurden. Ein herzliches Dankeschön gebührt Pilzfreundin Karola, die für das leibliche Wohl sorgte und uns mit reichlich belegten Brötchen versorgte.

Das Land und die Reiseroute von Andrea und Chris mit den einzelnen Zwischenstationen im Frühjahr 2019.

Pferdeaktinie (Actinia equina).

Breitblatt – Lungenflechte (Lobaria virens). Eine in Deutschland offensichtlich sehr seltene Art!

Wie die Bilder von Chris erahnen lassen, wurde es sehr interessant.

Wann treffen sich die Pilzfreunde wieder? – Siehe unter Termine!

28. Januar 2020 – Treffen der Pilzfreunde

Neujahrstreffen der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Thema: Reisebericht Irland/Schottland

Nach den großen Feierlichkeiten zu Weihnachten und Silvester ist längst wieder Ernüchterung eingetreten. Nicht bei uns, wir haben heute mit einem Gläschen Sekt auf das neue Pilzjahr 2020 angestoßen. Bei dieser Gelegenheit konnte bei Vereinsfreundin Monika auch gleich der Jahresbeitrag für die Gemeinnützige Gesellschaft entrichtet werden.

Bevor es mit der Bilderreise los ging, gab es zunächst noch einen kleinen Imbiss.

Vereinsfreundin Anke servierte uns eine herzhafte Brot – Lachstorte und Pilzfreundin Monika versorgte uns als Gegenpol mit zuckersüßen Waffeln. Natürlich alles in Eigenproduktion.

Im Mittelpunkt der ersten Zusammenkunft in diesem Jahr stand jedoch ein Reisebericht in PowerPoint – Präsentaion von Ulrich Klein. Zusammen mit Lebensgefährtin Anke war er im Sommer des letzten Jahres zu einer Schiffsreise in`s nordwestliche Europa aufgebrochen. Dabei wandelten sie auch auf den Spuren des weltberühmten Ungeheuers von Loch Ness. Es wurde also spannend und wir dürfen uns über allerhand schöne Bilder mit entsprechenden Erläuterungen freuen. Zum Schluß gab es das ganze nochmals in einem 11 minütigen, stimmungsvollen Film – Zusammenschnitt.

Die Reiseroute mit ihren Anlaufpunkten. Ganz herzlichen Dank an Anke und Ulrich, dass wir euch an diesem Abend ein Stück weit auf eurer vorjährigen Urlaubsreise begleiten durften.

Wann treffen sich die Pilzfreunde wieder? – Siehe unter Termine!

07. Dezember 2019 – Weihnachtsfeier im Lindengarten

Weihnachtsfeier der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Am Sonnabend, dem 07. Dezember 2019, um 17.00 Uhr im TiL = Treff im Lindengarten.

Wie auch schon im vergangenen Jahr, waren wir zu unserem vorweihnachtlichen Jahresausklang wieder im TiL am Lindengarten zu Gast. In gemütlicher Runde gab es nach einer Kaffee – Tafel  wieder einen heiter – besinnlichen Jahresrückblick von Ulrich Klein in gewohnter PowerPoint – Qualität. Auch blickte er dieses mal retrospektiv in die Vergangenheit und da konnte sich sicher der eine oder andere wieder entdecken und feststellen, welch ein schicker Kerl oder welch ein süßes Mädel er oder sie noch vor wenigen Jahren waren. Nach dem herzhaften Abendbrot, serviert von Irena und Monika, stellte uns Christopher Engelhardt tolle Pilzfunde vor. Und zwar einige Arten, die bei ihm schon lange auf der Wunschliste standen und die er in diesem Jahr tatsächlich entdecken und vor die Foto – Linse bekommen konnte. Zwischenzeitlich dankten wir unserer langjährigen Vereinsfreundin Inge Schelbbach für ihre aktive Teilnahme am Vereinsleben, insbesondere auch wenn Hilfe bei unseren Imbisstagen gebraucht wurde, war sie immer wieder zur Stelle. Sie feierte kürzlich ihren 80. und möchte nun etwas ruhiger treten. Das sei ihr vergönnt. Danke auch für den tollen Stollen zum Ausstand! Ganz zum Schluß gab noch ein amüsantes Puppenspiel für Erwachsene zum Thema zwischenmenschliche Mißverständnisse von Monika und ihrem Freund Peter dargeboten.

Alle verfolgen gespannt der Präsentation von Ulrich.

Maronen – Röhrlinge einmal etwas anders und zum sofortigen Vernaschen.

Chris ist immer noch die Begeisterung anzumerken, die ihm seine Wunschpilze bescherten.

Gut gelaunt habe ich unseren beiden Referenten einen Blumengruß zum Dank überreicht und wurde in ihre Mitte genommen. Zwar hat die Faschingszeit  schon begonnen, die Augenklappe ist aber meiner kürzlichen Augen OP geschuldet.

Zum Schluß gab es, wie bereits erwähnt, noch eine kleine Überraschung.

Monika und Peter hatten für uns ein kleines Puppenspiel eingeübt.

Das die oft kleinen Mißverständnisse im Altag zwischen Männlein und Weiblein thematisierte. Sicher hat sich der eine oder andere in irgendeiner Form darin wiedergefunden. 

Bauhofstraße 17, 23966 Wismar

Wann treffen sich die Pilzfreunde wieder? – Siehe unter Termine!

23. November 2019 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Grünen Knollenblätterpilzes

Jahresabschlußwanderung durch die Kukuksbuchen

Das Pilzjahr neigt sich dem Ende zu und wir beschlossen es mit einer öffentlichen Wanderung durch die Kukuksbuchen. Das Waldgebiet stand im vergangenen Jahr bei mir im Rahmen einer Mittwochsexkursion auf dem Programm. Aufgrund der damaligen Trockenheit bildeten Frischpilze die große Ausnahme. Das war damals im August. Ende November sollte es nicht so trostlos aussehen. So war die letzte Wanderung des Jahres doch deutlich pilzreicher und es hatten sich auch noch einmal recht viele Menschen dazu eingefunden. Zunächst trafen wir uns auf dem Parkplatz an der Badestelle des Holzendorfer Sees. Hier erwartete uns eine Dame von der Schweriner Volkszeitung zu einem Interview und gleichzeitig hatte ein Pilzfreund einige schöne und wichtige Spätherbstarten zum Vorstellen mitgebracht. Im Auto – Konvoi fuhren wir anschließend zum Zielgebiet.

Die ersten essbaren Pilze wurden sogleich an Laubholz entdeckt. Es handelt sich um Weißstielige Stockschwämmchen (Psathyrella hydrophila).

Ebenfalls an totem Laubholz findet sich nahezu ganzjährig der überaus häufige Rosablättrige Helmling (Mycena galericulata). Der einzige essbare Vertreter dieser umfangreichen Gattung. Neben den erst recht spät sich rosa verfärbenden Lamellen sind auch die zahlreichen Querverbindungen in ihren tiefen charakteristisch. Die Pilze sollen sehr gut schmecken.

Ungefährlich, aber wenig empfehlenswert, ist die Steife Koralle.

Die Steife Koralle (Ramaria stricta) am Standort.

Es ist zwar nicht der wertvolle Küchenschwindling, aber auch die stark nach Knoblauch riechenden Hüte des Langstieligen Knoblauchschwindlings (Marasmius alliaceus) können als Würze Verwendung in Pilzsuppen finden.

Und das sind sie, die wirklich echten und geschätzten Knoblauch – oder Küchen – Schwindlinge (Marasmius scorodonius).

Auch der dichtbeschuppte Safran – Schirmpilz (Macrolepiota rhacodes) des Waldes darf in den Korb zu den Speisepilzen gelegt werden.

Die Lamellen sollten noch weißlich sein und das Hutfleisch saftig und nicht pappig – welk.

So sollten sie nicht mehr mitgenomen werden.

Hier noch ein geschlossenes Exemplar. Bei Verletzung oder Reibung verfärbt sich das Fleisch karottenrötlich.

Ein bereits vollkommen vom Goldschimmel überzogenes Exemplar eines Filzröhrlings. Dieser Schimmelpilz ist außschließlich auf Röhrlinge spezialisiert und macht sie giftig.

Der Goldschimmel ist Sporenreif.

Die Graukappe (Lepista nebularis) zählt zu den umstrittensten Speisepilzen. Mit ihrem aufdringlichen Geruch polarisiert sie und es gibt viele, die sie ablehnen und denen sie auch nicht bekömmlich ist. Gleichzeitig gibt es entschiedene Liebhaber, die nichts auf ihre Nebelkappen kommen lassen. Jeder Pilzfreund sollte alleine entscheiden, ob er diesen ergiebigen Herbstpilz verzehren möchte oder nicht. Der Pilz soll auch den Stoff Nebularin enthalten, der im Verdacht steht, Krebserkrankungen zu begünstigen.

Von Kennern kann der Kaffeebraune Gabeltrichterling (Pseudoclitocybe cyathiformis) zum verspeisen mitgenommen werden.

Beispielsweise für die Pilzsuppe.

Gar nicht so Langstieliger Knoblauchschwindling (Marasmius alliaceus).

Der nach Lerchensporn riechende Weiße Raling (Lyophyllum connatum) ist vor einiger Zeit in Verruf geraten, da er die Erbanlagen verändern könnte. Teils wird dieser Sachverhalt neuerdings wieder dementiert. Früher galt der Pilz uneingeschränkt als essbar.

Die Röhrenkeule (Macrotyphula fistulosa) besitzt keinen Speisewert.

Essbar ist hingegen der Papagei – Täubling (Russula ionochlora).

Ein wunderschöner Becherling aus der Gattung Peziza.

Sie waren durchaus ansehnlich und ganz frisch. Möglicherweise Buchenwald – Becherlinge oder Riesenbecherlinge. Die genaue Bestimmung ist nur mikroskopisch möglich.

Auch einige frische Derbe Rotfüßchen (Xerocomus pruinatus) waren noch vertreten.

Auf Buchenholz, an möglichst luftfeuchten Standorten, ist der Buchen – Schleimrübling (Oudemansiella mucida) spezialisiert.

Weißen, süßlich – herben Milchsaft, sondert der Süßliche Milchling (Lactarius subdulcis) des Buchenwaldes ab. Als Mischpilz zu gebrauchen.

Bis zu einem halben Meter kann die Pfahlwurzel des Wurzel – Schleimrüblings (Xerula radicata) in die Tiefen des Waldbodens hinein ragen.

An liegenden Kukuks – Buchenstämmen gehen die Austern – Seitlinge (Pleurotus ostreatus) an den Start.

Die leicht giftigen Karbol – Champignons (Agaricus xanthodermus) können Verdauungstörungen auslösen und andererseits laden sie durch ihren besonders beim Erhitzen auströhmenden Karbol – Geruch keinesfalls zum Verspeisen ein.

Judasohren (Hirneola auricula – judae) dürfen in der asiatischen Küche nicht fehlen.

Und dann der Fund des Tages. Ein alter Buchenstamm mit Ästigen Stachelbärten (Hericium clathroides).

Der glückliche Entdecker des Fundes prüft kritisch, ob noch einige Stücke für eine Kostprobe verwendbar sind, denn die Pilze waren doch schon recht gelblich. Zumindest oberflächlich, was auf ungünstige Witterungseinflüße zurück zu führen wäre.

Der Ästige Stachelbart war Pilz des Jahres 2006.

Am luftigen Waldrand an einer alten Buche ein nicht mehr ganz so junger Schwefelporling (Laetiporus sulphureus).

Obwohl er noch recht farbfreudig ist, war er schon völlig verhärtet durch den ständig wehenden Wind. Die angetrocknete und dadurch abgestorbene Außenhaut beginnt auch schon zu schimmeln. Frisch ist dieser unverwechselbare Baumpilz durchaus küchentauglich und ersetzt dem Vegetarier sein Hähnchenschnitzel.

Während hier im Inneren vor einiger Zeit wohl ein regelrechter Kahlschlag alter Buchen stattgefunden hat, blieb zumindest die Umrandung noch erhalten.

An einem Buchenstumpf Schmetterlings – Trameten (Trametes versicolor) und Laubholz – Harzporlinge (Ischnoderma resinosum) in trauter eintracht.

Essbare Schmutzige Rötel – Ritterlinge (Lepista sordida) ganz sauber und in bester Qualität. Überhaupt waren hier heute viele Arten nochmals frisch erschienen.

Farbfreudiger Anblick am Waldrand. Orangebecherlinge (Aleuria aurantia). Viel zu schade zum essen.

Nicht mehr ganz junge Sparrige Schüpplinge (Pholiota squarrosa) büschelweise am Fuße einer alten Buche.

Ein Prachtstück von einem Rotrandigen Baumschwamm (Fomitopsis pinicola). Groß und schwer und nicht ohne weiteres vom Baumstamm ab zu bekommen. Der ist gerade richtig zum Adventsbasteln. Direkt daneben, am abgebrochenen Rest der alten Buche, weitere, riesige Exemplare. Zum Glück hatte unsere Pilzfreundin Sabine aus Schwerin eine Handsäge dabei, so dass ich ihnen erfolgreich zu Leibe rücken konnte. Wenige Tage später waren sie weihnachtlich geschmückt und mit vier Adventskerzen bestückt.

Liebe Sabine, ganz herzlichen Dank nicht nur für die Säge, sondern auch für diesen tollen Weihnachtsmann und für deine jahrelange Unterstützung zum Erhalt des Steinpilz – Wismar! Foto: Irena Dombrowa.

Zum Schluß noch die gesammelten Werke zur fachkundlichen Begutachtung ausgebreitet.

Und das hatte sich heute für so manchen Pilzfreund nochmal gelohnt.

Bevor am frühen Nachmittag alle die Heimfahrt nach hause und in die Winterpause antraten, noch schnell ein Gruppenfoto zur Erinnerung an eine doch überraschend schöne und pilzreiche Wanderung durch die Kukuksbuchen zum Saisonabschluß. 23. November 2019.

Wann startet die nächste Wanderung? – Siehe unter Termine!

20. November 2019 – Mittwochsexkursion bei Kröpelin

Mittwochsexkursion

Auch exklusiv für interessierte Pilzfreunde

 Meßtischblatt – Quadrant 1936/3

Zum letzten mal in diesem Jahr sollte es auf Mittwochstour gehen. Ziel wäre der westliche Teil des Westenbrügger Holzes gewesen. Am Vormittag hatte ich einen Zahnarzt Termin und am Mittag regnete es immer noch bei ungemütlichen, nasskalten Temperaturen. Wäre ich mit meinem Leichtkraftroller zum Zielgebiet gefahren, wäre ich durchnässt dort angekommen. Bei wenigen Grad über dem Gefriepunkt sicher kein Vergnügen. So sah ich von der heutigen Exkursion ab. Sie wird im nächsten Jahr nachgeholt.

Wenn nichts dazwischen kommt, starten die Mittwochsexkursionen wieder im April 2020.

13. November 2019 – Mittwochsexkursion bei Kröpelin

Mittwochsexkursion

Auch exklusiv für interessierte Pilzfreunde

Es ging in den Meßtischblatt – Quadranten 1936/2

Das Westenbrügger Holz an diesem sonnigen November – Vormittag.

Der 2. Quadrant des Kröpeliner Meßtischblattes war heute Ziel einer weiteren Mittwochsexkursion. Im Mittelpunkt standen mögliche, neue Funddaten für unsere Pilzkartierung. Dazu traf ich mich in Sandhagen mit unserem Bützower Pilzfreund Ronny Wahl. Vier Augen sehen mehr als zwei und um seinen mykologischen Horizont zu erweitern war es für ihn eine gute Gelegenheit. Im Kartenbereich sind drei Waldstücke vorhanden, die in Frage kamen. Zum einen das Hundehägener Holz, der Nordteil des Westenbrügger Holzes und der ebenfalls nördliche Zipfel des Kröpeliner Stadtwaldes. Da wir am vorangegangenen Samstag gerade im Hundehägener Holz im Rahmen einer öffentlichen Lehrwanderung unterwegs waren, haben wir uns für das Westenbrügger Holz entschlossen.

Wunderschöne Schmetterlings – Trameten (Trametes versicolor). Sie mußten dran Glauben und wurden für unser Adventsbasteln sichergestellt.

Herber Zwergknäuling (Panellus stypticus).

Frische Gelbweiße-, Ocker- oder Zitronen – Täublinge (Russula ochroleuca) waren im Buchenwald recht zahlreich vertreten.

Fleischrote Gallertbecher (Ascocoryne sarcoides) in der blattartigen Variante.

Braunfleckende Saftporlinge (Oligoporus fragilis) sind an Nadelholz zu finden. Hier war es Fichte.

Der Veilchen – Rötelritterling (Lepista irina) ist ein guter Speisepilz mit süßlicher Geschmackskomponente.

Bei diesen Fichten – Reizkern (Lactarius deterrimus) ist nur noch der Milchsaft rötlich. Aufgrund von Frosteinwirkung haben sich die Fruchtkörper spangrün verfärbt.

Bei feuchtem Wetter besonders gut entwickelt sind die Krausen Aderzählinge (Plicatura crispa).

Gemeine Hundsrute (Mutinus canninus).

Wechselfarbiger Spei – Täubling (Russula fragilis) in der Draufsicht.

Und in Seitenlage.


Hier die Artenliste zu MTB: 1936/2 – Westenbrügger Holz – Nordteil: Violetter Knorpelschichtpilz, Geweihförmige Holzkeule, Striegelige Tramete, Süßlicher Milchling, Knopfstieliger Rübling, Horngrauer Rübling, Gelbweißer Täubling, Gallen – Täubling, Fuchsiger Röteltrichterling, Schwarzpunktierter Schneckling, Weißmilchender Helmling, Gelber Knollenblätterpilz, Milder Zwergknäuling, Herber Zwergknäuling, Gemeine Stinkmorchel, Birkenblättling, Lederighäutiger Fältling, Violetter Lacktrichterling, Dickschaliger Kartoffel – Hartbovist, Graukappe, Krauser Aderzähling, Birken – Zungenporling, Grünblättriger Schwefelkopf, Echter Zunderschwamm, Flaschen – Stäubling, Angebrannter Rauchporling, Buchen – Speitäubling, Rotrandiger Baumschwamm, Stiegeliger Schichtpilz, Gemeine Hundsrute, Winter – Stielporling, Purpurbrauner Rübling, Mehl – Trichterling, Rötlicher Gallertbecher, Adlerfarn – Fleckenpilz, Eichenwirrling, Kahler Krempling, Geflecktblättriger Flämmling, Mäuseschwänzchen, Maronen – Röhrling, Herber Saftporling, Graublättriger Schwefelkopf, Falscher Pfifferling, Braunfleckender Saftporling, Nadel – Schwindling, Flatter – Milchling, Fichten – Zapfenrübling, Fichten – Reizker, Braunroter Lacktrichterling, Veilchen – Rötelritterling, Roter Fliegenpilz, Rötende Tramete, Dickblättriger Kohlentäubling, Flächiges Eckenscheibchen, Waldfreund – Rübling, Rosablättriger Helmling, Seidiger Rißpilz, Gemeiner Rettichfälbling, Wechselfarbiger Speitäubling, Widerlicher Ritterling, Tonfalber Schüppling, Gemeiner Trompetenschnitzling und Lederbrauner Mürbling. – Siehe auch die Artenliste vom Hundehägener Holz.


Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine! 

09. November 2019 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Grünen Knollenblätterpilzes

Ziel war das Hundehägener Holz

Gleich am Ortsschild beginnt das Waldgebiet, das nach dem Ort benannt wurde. Finden sich hier kaum eine Handvoll Häuser, so ist das zugehörige Holz doch recht ansehnlich in seiner Ausdehnung.

Still ist es in Wald und Flur geworden. Die Natur bereitet sich auf den Winter vor. Aber noch ist es nicht soweit. Und deshalb ging es heute auch wieder in den Wald zu einer geführten Lehrwanderung. Im Hundehägener Holz, bei Kröpelin, waren wir vor einigen Jahren schon einmal unterwegs. Damals im Frühsommer. Pilzarten wie Stockschwämmchen, die damals u. a. gefunden wurden, sind auch zu dieser späten Jahreszeit noch vertreten und wurden auch heute wieder gefunden. Überhaupt sind die Stubben- und Streubewohner inzwischen in der Überzahl. Unter ihnen gibt es gute, lohnende Speisepilze: Stockschwämmchen, Hallimasch, Violette Rötel – Ritterlinge oder Schirmpilze können das beispielsweise sein. Von den beliebten Röhrlingen sind vor allem Derbe Rotfüßchen noch typisch bis zum Winterbeginn. Vereinzelt aber auch noch der eine oder andere Steinpilz sowie einige andere Vertreter der „Schwammpilze“. So sollte zumindest unter fachlicher Führung nicht nur die Lehrkomponente, sondern auch der kulinarisch interessierte Pilzfreund durchaus auf seine Kosten kommen. Der Wald tat diesbezüglich auch sein Bestes, nur hatten kaum Menschen Lust das Angebot dieser spätherbstlichen Pilzwanderung zu nutzen. Das kann beispielsweise an dem verregneten Wetter liegen, dass voraus gesagt war. Tatsächlich hat es maximal ein wenig genieselt. Zum anderen sind viele Pilzfreunde in den vergangenen Wochen voll auf ihre Kosten gekommen und hatten ihren Bedarf an frischen Waldpilzen gedeckt. Wie dem auch sei, es war zu zweit dafür um so entspannter, denn es hatten sich nur zwei Pilzfreunde zur heutigen Tour am Wismarer ZOB eingefunden. Da ich mit meinem Leichtkraftroller nur einen mitnehmen konnte, mußte der Zweite leider in den sauren Apfel beißen und in Wismar bleiben.

Das Hundehägener Holz an diesem feuchtkühlen November – Sonnabend.

Mindestens seit den 1970er Jahren gilt die Losung „Hände weg vom Kahlen Krempling“ (Paxillus involutus).

Gemeine Hundsrute (Mutinus canninus). Natürlich ohne Speisewert.

Wegen seines widerlichen Geschmacks ist der Gallen – Täubling (Russula fellea) komplett ungenießbar.

Der Dickblättrige Kohlentäubling (Russula nigricans) kann zumindest als Mischpilz in den Korb wandern.

An Nadelholz finden wir den Blutenden Schichtpilz (Stereum sanguinolentum). Auf Reibung verfärbt er sich rasch blutrot. Schichtpilze sind lederig zäh und keinesfalls für die Küche geeignet.

Ähnlichkeiten des Weißen Raslings (Lyophyllum connatum) mit dem giftigen Bleiweißen Trichterling sind nicht von der Hand zu weisen. Hier spielt vor allem der Geruch eine wichtige Rolle. Die Raslinge riechen charakteristisch nach Lerchensporn. Sie galten früher als essbar, später sollen in ihnen genverändernde Substanzen gefunden worden sein und er steht im Verdacht Krebs zu begünstigen. Nach neueren Auffassungen soll dies aber doch nicht der Fall sein.

Zu den schwach giftigen Rettich – Helmlingen gehört dieser Schwarzgezähnelte Helmling (Mycena patlianthina). Er wächst ab Sommer bis zum späten Herbst in Buchenwäldern und benötigt ein wenig Kalk im Waldboden.

Diese markanten Blätterpilze bereiteten mir ein weing Kopfzerbrechen. Sie dürften im Umfeld von Raslingen zu suchen sein. Hier gibt es ähnliche, schwärzende Arten. Davon war bei diesen Fruchtkörpern allerdings nichts zu bemerken.

Meine Begleiterin beim Einsammeln von Judasohren.

An totem Buchenholz, insbesondere an deren Stubben, sind im Spätherbst unzählige dieser Geweihförmigen Holzkeulen (Xylaria hypoxylon) anzutreffen. Sie gehören zu den Schlauchpilzen.

Zu den Ascomyceten, also den Schlauchpilzen, gehören auch diese schmucken Orangebecherlinge (Aleuria aurantia). Zum essen viel zu schade und ohnehin wenig ergiebig.

Gern an relativ frisch geschlagenem Pappelholz finden wir zu dieser Jahreszeit und im Winter den Violetten Knorpelschichtpilz (Chondrostereum purpureum). Hier völlig resupinat mit Guttationströpfchen.

Nicht zu übersehen waren an einem großen Stapel von Pappelholz diese Pappel – Schüpplinge (Pholota destruens). Der schöne und fleischige Pilz schmeckt leider bitter und kann keine Verwertung als Speisepilz finden.

Um so empfehlenswerter sind hingegen diese Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis).

Fichten müssen in der Nähe stehen, will man dem Schwarzpunktierten Schneckling (Hygrophorus pustulatus) begegnen. Essbar.

Längst der Waldwege immer wieder Trupps von Herbst – Lorcheln (Helvella crispa).

Bei diesem Überangebot landeten sie auch für eine Mahlzeit im Korb. Es ist zwar nicht viel Substanz vorhanden, aber dennoch gibt es Liebhaber dieses Pilzes. Es ist darauf zu achten, dass sie ausreichend erhitzt werden, da wahrscheinlich alle Lorcheln roh giftig sind. Zusammen mit anderen Arten soll die Mahlzeit sehr lecker gewesen sein.

Wir verabschieden uns vom Hundehägener Holz. Trotz des trüben Wetters erlebten wir eine wunderbare Stimmung in diesem schönen Waldgebiet, das weitläufig zur Kühlung gerechnet werden kann.


Da das Hundehägener Holz im MTB 1936/2 liegt und am folgenden Mittwoch zur Mittwochsexkursion an der Reihe ist, habe ich hier schon mal mitgeschrieben, so dass Mitte nächster Woche das im selben Quadranten liegende Westenbrügger Holz an der Reihe sein kann. Das ist insofern sinnvoll, da das heutige Gebiet auf besseren Böden stockt und im Westenbrügger Holz Sandböden dominieren. Hier die Artenliste von MTB: 1936/2 – Hundehägener Holz: Süßlicher Milchling, Gallen – Täubling, Gelbweißer Täubling, Gemeine Hundsrute, Langstieliger Knoblauchschwindling, Geweihförmige Holzkeule, Rosa – Helmling, Krauser Adernzähling, Steife Koralle, Grauer Korallenpilz, Dickblättriger Kohlentäubling, Specht – Tintling, Gallertfleischiger Fältling, Purpurschwarzer Täubling, Flaschen – Stäubling,  Graubräunlicher Dickfuß, Buchen – Speitäubling, Brandiger Ritterling, Gemeiner Trompetenschnitzling, Violetter Lacktrichterling, Blutender Schichtpilz, Grünblättriger Schwefelkopf, Striegelige Tramete, Winter – Stielporling, Goldgelber Zitterling, Lederbrauner Mürbling, Herbst – Lorchel, Weißer Rasling, Rillstieliger Helmling, Trockener Schneckling, Zerfließende Gallertträne, Fuchsiger Röteltrichterling, Schwarzgezähnelter Helmling, Graukappe, Graublauer Reiftäubling, Bewimperter Filzkrempling, Weißmilchender Helmling, Bleiweißer Trichterling, Halsband – Schwindling, Tauben – Täubling, Schmetterlings – Tramete, Sonnen – Täubling, Brennender Rübling, Herber Zwergknäuling, Echter Zunderschwamm, Grüngelbes Gallertkäppchen, Purpurbrauner Rübling, Scharfer Honigtäubling, Gemeiner Rettich – Fälbling, Judasohr, Birnen – Stäubling, Grauweißer Saftporling, Orangebecherling, Violetter Knorpelschichtpilz, Pappel – Schüppling, Gruben – Lorchel, Striegeliger Schichtpilz, Laubholz – Hörnling, Gemeine Stinkmorchel, Weißstieliges Stockschwämmchen, Gemeiner Spaltblättling, Kegelschuppiger Schirmpilz, Stockschwämmchen, Rosablättriger Helmling, Dickschaliger Kartoffelbovist, Dunkler Hallimasch, Buchen – Schleimrübling, Fleischroter Lacktrichterling, Schwarzpunktierter Schneckling, Buckel – Tramete, Schuppiger Träuschling und Braunfleckender Milchling.


Wann wandern wir wieder öffentlich? – Siehe unter Termine!

06. November 2019 – Mittwochsexkursion bei Kröpelin

Mittwochsexkursion

Auch für interessierte Pilzfreunde

Es ging in das Meßtischblatt 1936 = Kröpelin

Die Biendorfer Tannen an diesem trüben und nasskalten November – Nachmittag. Es handelt sich hier aber nicht um Tannen, sondern Fichten!

Heute wurde mit einem neuen Meßtischblatt begonnen. Hierbei geht es nicht nach einer bestimmten Reihenfolge, sondern ich habe zu Beginn meiner, nach Topografischen Karten ausgerichteten Mittwochsexkursionen, einfach ausgelost, damit es nicht immer in die selben Regionen geht. Mal mehr, mal weniger weit entfernt von der Hansestadt Wismar. Als wir mit unseren Intensiv – Kartierungen um 1990 herum begannen, haben wir uns einen Rahmen gesetzt und die 23er Reihe bildete die südliche Grenze.  Ansonsten waren die Bereiche zwischen Lübeck und Rostock und im Norden natürlich die Ostseeküste die Begrenzung. Ich habe meine Bereiche nun deutlich nach Süden ausgeweitet, ansonsten bleibt es wie gehabt. Das jetzt zu bearbeitende Gebiet liegt östlich von Wismar, auf halber Strecke nach Rostock. Hier steht heute der erste Quadrant an: 1936/1. Es ging in das größte Waldgebiet des Quadranten, in die Biendorfer Tannen.

Während ich den ungenießbaren Schwefel – Ritterlingen (Tricholoma sulphureus) in diesem Herbst vergleichsweise selten begegnete, fanden sich hier längst der Wege und der Straße zahlreiche Exemplare unter Eichen.

Dekorativ an toten Laubholzästen ist der Orangerötliche Resupinat – Stacheling (Steccherinum ochraceum).

Zu den häufigsten Helmlingen im Herbst an alten Eichenstubben zählen diese Buntstieligen Helmlinge (Mycena inclinata).

Oft ein Massenpilz in Buchenwäldern ist der Graugrüne Milchling (Lactarius blennius). Sein weißer Milchsaft schmeckt brennend scharf.

So stehen in den Biendorfer Tannen nicht nur Nadelbäume sondern auch ansehliche Buchen – Bereiche auf sandigem Untergrund.


Hier die Artenliste von MTB:  1936/1 – Biendorfer Tannen: Graukappe, Eichen – Milchling, Rosa – Helmling, Narzißengelber Wulstling, Schwefel – Ritterling, Gelber Knollenblätterpilz, Krauser Adernzähling, Eichen – Rindensprenger, Rosablättriger Helmling, Striegeliger Schichtpilz, Grünblättriger Schwefelkopf, Wechselfarbiger Spei – Täubling, Horngrauer Rübling, Herbst – Lorchel, Fleischroter Lacktrichterling, Zweifarbiger Knorpelporling, Geflecktblättriger Flämmling, Küchen – Schwindling, Mäuseschwänzchen, Gemeiner Rettich – Fälbling, Violetter Lacktrichterling, Mehlpilz, Bleiweißer Trichterling, Süßlicher Milchling, Graugrüner Milchling, Brauner Ledertäubling, Herber Zwergknäuling, Gelbweißer Täubling, Schmetterlings – Tramete, Klebriger Hörnling, Buckel – Tramete, Angebrannter Rauchporling, Gallen – Täubling, Fuchsiger Scheidenstreifling, Geweihförmige Holzkeule, Buchen – Speitäubling, Tonfalber Schüppling, Buckel – Täubling, Amiant – Körnchenschirmling, Echter Zunderschwamm, Gallertfleischiger Fältling, Stockschwämmchen, Eichen – Wirrling, Ziegelroter Schwefelkopf, Gift – Häubling, Schiefknolliger Anis – Champignon, Weißstieliges Stockschwämmchen, Maronen – Röhrling, Flatter – Milchling, Fichten – Zapfenrübling, Brennender Rübling, Safran – Schirmpilz, Herber Saftporling, Dunkler Hallimasch, Kahler Krempling, Falscher Pfifferling, Buntstieliger Helmling und Orangerötlicher Resupinat – Stacheling.


Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine! 

05. November 2019 – Treffen der Pilzfreunde

Treffen der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Bestimmungsabend – Spätherbstpilze

Pilzfreund Robert hat allerhand interessantes aus dem spätherbstlichen Wald zusammengetragen und ist hocherfreut. Aber um welche Arten es sich im einzelnen handelt, da ist er sich nicht ganz sicher und legt sie lieber in der Pilzberatung vor.

Seit längerer Zeit stand heute mal wieder ein Pilz – Bestimmungsabend auf dem Programm. Dazu hatte ich an den Vortagen gesammelte Pilze zur Diskusion und Bestimmung präsentiert. Teils wurden sie auf unserer vorangegangenen Vereinsexkursion eingesammelt. Wir gingen sie im einzelnen durch und konnten die wichtigsten Merkmale besprechen und hervorheben. Monika hatte dazu einen leckeren Apfelkuchen gebacken und Irena servierte uns eine herzhafte Pilzsuppe.

Die zuerst vorgestelte und besprochene Art, war sicher auch die markanteste. Der unangehm riechende Dünen – Champignon (Agaricus bernadii). Er wächst auf Salzwiesen im Ostsee – Umfeld und soll im Fleisch röten.

Welches sich sogleich bestätigte. Der dickfleischige Egerling riecht nicht nur unangenehm, er soll auch widerlich schmecken.

Wann treffen sich die Pilzfreunde wieder? – Siehe unter Termine!

03. November 2019 – Vereins- und Kartierungsexkursion

Vereinsexkursion

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Sie führte durch die Neukloster Forst bei Klein Warin

Eine sehr überschaubare Truppe startet in den spätherbstlichen Wald.

Die Pilzfreunde der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V. und interessierte Gäste waren heute wieder zu einer Vereinsexkursion sehr herzlich eingeladen. Wir wollten den spätherbstlichen Wäldern bei Klein Warin einen Besuch abstatten. Das Gebiet gehört zur Neukloster Forst und ist seit vielen Jahren ein beliebstes Sammelrevier bei Wismarer Pilzfreunden. Natürlich durfte heute auch gesammelt werden. Vor allem aber wollten wir schauen, ob wir in diesem schon gut bearbeiteten Gebiet noch einige neue Fundpunkte für unsere Verbreitungskarten der Großpilzkartierung ergattern können. Nicht nur Gäste, sondern auch unsere Mitglieder selbst können dabei immer noch neues entdecken, erfahren und lernen. Im Prinzip ist es nichts anderes wie eine geführte Lehrwanderung, nur das der Schwerpunkt ein wenig auf die Erfassung möglicher, neuer Funddaten liegt. Hier einige Bilder von heute:

Im Buchenwald gab es noch einiges an Täublingen. Hier sind es ungenießbare Gallen – Täublinge (Russula fellea).

Der Narzißengelbe Wulstling (Amanita gemmata) ist gern noch zu später Jahreszeit anzutreffen. Schwach giftig!

Der minderwertige Brandige Ritterling (Tricholoma ustale) ist unter Buchen zuhause.

Hübsch dekorierter Buchenstubben.

Es handelt sich um Schmetterlings – Trameten (Trametes versicolor).

Diese Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis) sind witterungsbedingt etwas außergewöhnlich im Erscheinungsbild.

Bald haben auch die letzten Blätter ihre Pflicht und Schuldigkeit getan.

Ein Weißvioletter Dickfuß (Cortinarius alboviolaceus).

Ein kapitaler Steinpilz (Boletus edulis). Groß, fest, schwer und Madenfrei!

Pilzfreund Ronny (rechts) aus Bützow hatte ihn entdeckt und Robert aus Wismar freut sich gleich mit.

Der Rotschuppige Rauhkopf (Cortinarius bolaris) bevorzugt eher die Sommermonate. Sind diese zu trocken, kann er auch noch spät im Jahr auftreten.

Oft Massenpilz in Buchenwäldern, auch noch sehr spät, ist der Süßliche Milchling (Lactarius subdulcis).

Aber auch die altgoldenen, ausgediehnten Buchenblätter können entzücken!

An Meeresgetier erinnert der Klebrige Hörnling (Calocera viscosa).

Die weißen Hüllflocken, die in der Regel den Hut des Roten Fliegenpilzes (Amanita muscaria) zieren, sind vom Regen weitgehend abgespült.

Im feuchten Spätherbst oft ein Massenpilz in unseren Nadelwäldern ist der filigrane, schleimig – schlüpfrige Dehnbare Helmling (Mycena epipterygia). Gut erkennbar auch an seiner dehnbaren, gummiartigen Huthaut.

Der Gelbe Knollenblätterpilz (Amanita citrina) in seiner weißen Form.

Stellenweise häufig und rassig verwachsen kommt der Erdwarzenpilz (Thelephora terrestris) vor.

Die warzige Struktur auf der Unterseite der Fruchtkörper ist bezeichnend für die Gattung der Warzenpilze (Thelephora).

Der in der Regel orangerötlich gefärbte Falsche Pfifferling (Hygrophoropsis aurantiaca) kann sehr stark ausblassen. Es kommen auch fast komplett weiße Formen vor.

Stellenweise in Massen fanden wir heute entlang des ehemaligen Bahndamms unter Birken den Strohblassen Ritterling (Tricholoma stiparophyllum). Er ist stets unter Birken anzutreffen und gehört in eine Gruppe von Ritterlingen, die durch einen sehr unangenehmen Geruch auffallen. Sie sind ungenießbar.

Würde man den wissenschaftlichen Namen der Herbst – Lorchel (Helvella crispa) auch im deutschen Gebrauch anwenden, so müßte der Schlauchpilz Krause Lorchel heißen, denn crispa bedeutet kraus.

Und bei der Krausen Glucke ist es auch so – Sparassis crispa!

Eine fettig glänzende Hutoberfläche sind typisch für den Horngrauen- und den Butter – Rübling.

Die Steife Koralle (Ramaria stricta) wächst an in der Humusschicht liegenden Holzknüppeln.

Der Zedernholz – Täubling (Russula badia) soll nach Zigarrenkiste riechen. Markanter ist allerdings seine heimtückische Schärfe beim Kosten der Lamellen. Zunächst mild entfaltet sich bald eine unerträgliche Schärfe. Ich liebe ihn dafür und lasse ihn gerne auf unseren Wanderungen kosten. Außerdem ist er einer der hübschesten und erhabensten Täublinge.

Besonders an starkem und toten Buchenholz fällt im Spätherbst oft dieser fleischfalbe, gallertartige Pilz auf, dessen Konsollen dachziegelartig übereinander verwachsen sind. Auf der Unterseite ist er charakteristisch gefaltet. Gallertfleischiger Fältling (Merulius tremellosus).

Zum Schluß noch ein schöner Filzröhrling, ein Rotfüßchen. Obwohl auch recht kompakt im Erscheinungsbild, handelt es sich aber nicht um das Derbe Rotfüßchen sondern um den ganz normalen Rotfuß – Röhrling (Xerocomus chrysentheron).

Und das waren die vier, die heute zu einer recht vielseitigen Pilzexkursion im Neukloster Forst, bei Klein Warin, unterwegs waren. 03. November 2019.

Wann startet die nächste Vereinsexkursion? – Siehe unter Termine!

Das Wetter war wunderbar schön und mild, so dass ich im Anschluß noch in das Luisenholz bei Ravensruh fuhr.

Die Buchenwälder stocken hier auf besseren Böden und können mitunter eine große Artenvielfalt aufweisen. Zu den besten Funden zählten heute diese Verfärbenden Schleimköpfe (Cortinarius nemorensis). Der Pilz soll essbar sein und sogar richtig gut schmecken. Aber bitte nur von Kennern zu probieren!

Essbar, etwas zäh und wenig aromatisch sind diese Mönchsköpfe (Clitocybe geotropa).

Leicht mit dem Elfenbein – Schneckling zu verwechseln ist der Verfärbende Schneckling (Hygrophorus cossus). Seine lange weißen Fruchtkörper neigen im Verlauf dazu, sich orange umzufärben.

Leckere Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis).

Rundherum um einen Holzlagerplatz eines kleinen Sägewerkes hatten sich mächtige Humuspakete von Buchenlaub angesammelt und boten für diese Graukappen (Lepista nebularis) ein gefundenes Fressen. Noch nie hatte ich derart große und kapitale Exemplare von ihnen gefunden. Diese fallen vergleichsweise noch recht moderat aus.

Wirklich tolle und fleischige Pilze! Diese sind noch jung, die größten erreichten einen Hutdurchmesser von etwa 40 cm und einen Stieldruchmesser von bis zu 10 cm!

Goldene Herbststimmung am Nachmittag des 03. Novembers 2019 im Luisenholz.

Soweit noch ein kleiner Nachschlag vom heutigen Exkursionstag.

30. Oktober 2019 – MIttwochsexkursion im Raum Karow

Mittwochsexkursion

Auch für interessierte Gäste

Ziel war der Meßtischblatt – Quadrant 2439/4

Die kleine Heide am sonnigen Nachmittag des 30. Oktober 2019.

Zum letzten mal ging es heute in das Karower Meßtischblatt. Der 4. und letzte Quadrant war an der Reihe. Die Kleine Heide, die zur großen Nossentiner/Schwinzer Heide gehört, nördlich des Plauer Sees gelegen. Integriert ist hier auch der kleinere Samoter See und das Naturschutzgebiet Ziegeleibruch. Ich wanderte zunächst einen Erlenbruch (Ziegeleibruch) entlang und erreichte alsbald arme Kiefern- und Fichtenforste. Auch einen Waldrand mit Trockenrasen tangierte ich, wie auch ein Altkiefern – Gebiet mit Jungbuchen – Unterwuchs. Während das allgemeine Pilzaufkommen schon recht dürftig war, gab es hier noch reichlich Frischpilze, die offensichtlich gerade erst richtig loslegten. Allerdings alles in allem war es heute doch recht artenarm.

Gift – Häubling (Galerina marginata) auf Totholz am Rande des Ziegeleibruchs.

Vom Waldrand austrahlend auf den Trockenrasen hinaus einige Fälblinge. Es dürfte sich um den Kleinen Kakao – Fäkbling (Hebeloma truncatum) handeln.

Während die Maronen – Röhrlinge (Xerocomus badius) in den monotonen Kiefern- und Fichtenforsten weitgehend abgeklungen waren, fanden sich im Bereich mit dem Buchen – Unterwuchs noch richtig schöne und junge Exemplare.

Voraus gegangene Nachtfröste hatten an vielen Pilzen ihre Spuren hinterlassen. Nicht aber im Jungbuchenbereich mit seiner frischen Laubschicht, unter der die Pilze geschützt heran wachsen konnten. Buchen – Speitäublinge (Russula mairei).

Die Sonne stand schon tief, so dass es für mich Zeit wurde an die Heimfahrt zu denken.


Hier die Artenliste von MTB: 2439/4 – Kleine Heide: Grünblättriger Schwefelkopf, Fuchsiger Rötel – Trichterling, Schmutziger Rötel – Ritterling, Duft – Trichterling, Kaffeebrauner Scheintrichterling, Bleiweißer Trichterling, Gallertfleischiger Fältling, Gift – Häubling, Rosablättriger Helmling, Butterpilz, Gedrungener Champignon, Kleiner Kakao – Fälbling, Dunkler Hallimasch, Falscher Pfifferling, Mäuseschwänzchen, Geflecktblättriger Flämmling, Gemeiner Violettporling, Maronen – Röhrling, Purpurfilziger Holzritterling, Gelbweißer Täubling, Amiant – Körnchenschirmling, Horngrauer Rübling, Goldschimmel, Gelber Knollenblätterpilz, Zedernholz – Täubling, Dickschaliger Kartoffel – Hartbovist, Violetter Lacktrichterling, Narzißengelber Wulstling, Fleischroter Lacktrichterling, Schmetterlings – Tramete, Gallen – Täubling, Flatter – Milchling, Kahler Krempling, Eichen – Milchling, Süßlicher Milchling, Buckel – Täubling, Jodoform – Täubling, Leberbrauner Milchling, Rotbrauner Milchling, Gefleckter Rübling, Lilablättriger Mürbling, Gelbschuppiger Hallimasch und Riesenschirmpilz.


Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

26. Oktober 2019 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Grünen Knollenblätterpilzes

Sie führte durch das Seefelder Holz

Wir starten.

Inzwischen befinden wir uns im Wachstumsaspekt des Spätherbstes. Er wird geprägt von vielen Holzbewohnern und Streuzersetzern. Aber auch Mykorrhiza – Pilze können immer noch gefunden werden. Zu ihnen gehören die beliebten Röhrlinge, aber auch Ritterlinge, Täublinge, Milchlinge, Schnecklinge und andere sind zu dieser vorgerückten Jahreszeit noch mit dabei. Viele Sonntagssammler gehen nach dem ersten Nachtfrost nicht mehr in die Pilze, weil sie glauben, denen ist es jetzt schon zu kalt geworden. Wärmeliebende Sommerarten haben sich ohnehin schon zurückgezogen, aber viele Pilzarten des Herbstes benötigen es nicht unbedingt mollig warm. Ihnen geht es bei kühlen Temperaturen viel besser und auch erste Nachtfröste beenden das Pilzwachstum keinesfalls. Im Gegenteil, einige Pilzarten werden dadurch gerade erst motiviert, ihre Sporenträger an die frische Herbstluft zu schieben. So war auch unsere heutige Wanderung recht lehr- und pilzreich. Hier einige Eindrücke von der heutigen Tour durch das Seefelder Holz.

Ein Kahler Krempling (Paxillus involutus) wie aus dem Bilderbuch. Schön ist der namensgebende, umgekrempelte Hutrand zu sehen, welcher bei älteren Exemplaren allerdings entrollt ist. Giftig!

Der Erdigriechende Gürtelfuß (Cortinarius hinnuleus) ist ein Eichenbegleiter und mitunter in zahreichen Exemplaren vertreten. Die recht entfernt stehenden Lamellen und sein erdiger Geruch sind wichtige Merkmale dieses ungenießbaren Schleierlings.

Dieser kleine, hellbräunliche Milchling ist unter Birken zu hause. Sein wunderbarer Duft nach Kokosflocken macht ihn auch für weniger bewanderte Pilzfreunde leicht bestimmbar. Allerdings schmeckt er leider alles andere als gut, so dass wir ihn zu den ungenießbaren Vertretern dieser Sprödblättler – Gattung zählen müssen. Blasser Duft – Milchling (Lactarius glyciosmus).

Am selben Standort unter Birken ist der größere und häufigere Flaumige Milchling (Lactarius pubescebs) oft in großen Trupps anzutreffen. Sein flaumg . watigger Hutrand sowie die weiße, brennnend scharfe Milch lassen die ebenfalls ungenießbare Art leicht erkennen. Sehr ähnlich, aber etwas seltener und saure Böden bevorzugend ist der Birken – Reizker. Er ist intensiver rötlich gefärbt und ähnelt dadurch dem essbaren Edel – Reizker.

Essbare Kaffeebraune Scheintrichterlinge (Pseudoclitocybe cyathiformis) dürfen in den Korb gelegt werden. Wie Kaffee mal dunkler, mal heller gefärbt.

Große Freude über einen essbaren Riesenschirmpilz!

Er gehört zu den rötenden Vertretern. Es ist darauf zu achten, das rötende Riesenschirmpilze im normalen Wald, oft unter Fichten, wachsen sollten und der Hut, so wie hier, dicht beschuppt und nahezu durchgängig graubraun gefärbt ist. Sollten ähnliche Pilze auf Wiesen, in Gewächshäusern oder auf Kompost und Gartenabfällen wachsen und zwischen den gröberen und schütteren Hutschuppen das weiße Hutfleich stark kontrastiert, sollten sie gemieden werden. Verwechslungsgefahr mit dem Gift – Riesenschirmpilz!

Essbar ist auch der Schwarzblauende Röhrling (Boletus pulverulentus). Kein Röhrling blaut so intensiv wie dieser.

Ähnlich ist das viel häufigere Derbe Rotfüßchen (Xerocomus pruinatus). Der Filzröhrling blaut ebenfalls, aber nicht so intensiv.

Für die Küche nicht zu empfehlen ist der Graue Korallenpilz (Clavulina cinerea).

Hallimasch (Armillaris spec.) ist der einzige Stockschwamm, der weißes Sporenpulver abwirft.

Möchte man Prüfen, ob große, aufgeschirmte Hallimasch noch nicht überständig sind, sollte man mit den Fingern auf die Hutmitte drücken. Ist diese noch fest und läßt sich nicht ohne weiteres eindrücken, können die Hüte in den Sammelkorb wandern. Die Größe ist nicht das Kriterium, sondern allein ihr Alter!

Der Drucktest fiel positiv aus, so dass zugegriffen werden konnte.

Es gab immer wieder etwas zu entdecken.

Hier sind es Schiefknollige Anis – Champignons (Agaricus abruptibulbus). Natürlich essbar und lecker!

Insbesondere diese Fruchtkörper werden ihren Artnamen mehr als gerecht.

Die Pilze duften wunderbar nach Anis!

Auch dieser knackige Maronen – Röhrling ist für die sonntägliche Waldpilzpfanne sehr willkommen.

Buchen – Schleimrüblinge (Oudemansiella mucida) gelten zwar als essbar, sind aber durch ihr wässrig – schleimiges Hutfleisch wenig appetitlich und daher kaum empfehlenswert. Um so wertvoller sind sie als Hingucker und Fotomotiv.

Diese Totholz – Bewohner wurden von der Finderin zunächst für Austern – Seitlinge gehalten. Das konnte ich sofort verneinen und siedelte sie unter den Stummelfüßchen an. Dank den Bemühungen von Torsten Richter aus Rehna, der sie mikroskopisch untersuchte, konnten sie als Abgeflachtes Stummelfüßchen (Crepidotus applanatus) bestimmt werden. Ohne Speisewert.

Essbare Stockschwämmchen und ein giftiger Grünblättriger Schwefelkopf.

Wirklich gefährlich können Liebhabern von Stockschwämmchen allerdings die Gift – Häublinge werden. Links Gift – Häubling (Galerina marginata), rechts Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis).

Ein Hügelgrab?

Ursprünglich bei uns seltene Ogange – Seitlinge (Phyllotopsis nidulans). Von wenig schmackhaft bis sehr guter Speisepilz reichen die Bewertungen zum Thema Essbarkeit.

Ungewöhnliche Wuchsform des Nebelgrauen Trichterlings (Clitocybe nebularis).

Glücklich, wer einige der wenigen Steinpilze (Boletus edulis) entdeckte.

Aber auch ein junger Perlpilz (Amanita rubescens) kann erfreuen.

Inzwischen hat sich in den Körben der Sammler eine bunte Mischung von Herbstpilzen angehäuft.

Und deshalb strebten wir langsam, aber sicher, unserem Ausgangs- und Endpunkt zu.

Erinnerungsfoto an eine lehr- und pilzreiche Herbstwanderung durch das Seefelder Holz am 26.Oktober 2019.

Wann startet die nächste Wanderung? – Siehe unter Termine!

23. Oktober 2019 – Mittwochsexkursion bei Karow

Mittwochsexkursion

Es ging in den Meßtischblatt – Quadranten 2439/3

Der dritte Quadrant der Topographischen Karte Karow im Maßstab 1 : 25 000 war heute an der Reihe. Hier standen zwei kleinere Waldgebiete b.z.w. Bereiche zur Auswahl. Zum einen der südliche Zipfel der Nossentiner Heide an der Bundesstraße 191. Auch südlich des ehemaligen Armee – Objektes und der heutigen Draisine Station. Zum anderen ein kleines Laubwaldgebiet am Penzliner See. Wir entschieden uns für den Bereich südlich der Draisinen – Station. Wir, dass waren Christopher Engelhardt aus Lübeck, ein interessiertes Pärchen aus der Region und eine nette, junge Dame aus der Hansestadt Hamburg sowie Reinhold Krakow vom Steinpilz – Wismar. Das Wetter war bestens und auch das Pilzaufkommen zeigte sich recht vielfältig. Hier einige Bilder:

Gleich im sandigen Mischwald an der Draisinen – Station erwartete uns eine Vielfalt von Frischpilzen. So auch dieser wunderbare Violette – Rötel – Ritterling (Lepista nuda).

Chris hat bereits einen weiteren, interessanten Pilz entdeckt.

Trotz des immer noch sehr milden Wetters starten die Winterpilze allmählich durch. Hier sind es junge Austern – Seitlinge (Pleurotus ostreatus).

Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis) sind praktisch ganzjährig zu finden. Schwerpunkt ist allerdings der Herbst.

Besonders an kalkreicheren Weg- und Straßenrändern unserer Wälder ist der farbvariable Seidige Rißpilz (Inocybe geophylla) oft scharenweise anzutreffen. Neben der klassischen weißen Variante gibt es auch eine mehr oder weniger violette Form dieses Giftpilzes.

Unweit der Rißpilze im grasig – moosigen Ambiente eines Straßenrandes einige Schneeweiße Ellerlinge (Camarophyllus niveus).

In einer moosreichen Fichten – Monokultur einige Derbe Rotfüßchen (Xerocomus pruinatus).

Vor allem aber sehr schöne und junge Maronen – Röhrlinge (Xerocomus badius), die unsere Gäste mit Begeisterung einsammelten.

Auch junge Schiefknollige Anis – Champignons (Agaricus abruptibulbus) werden die Pilzmahlzeit unserer Begleitung bereichern und geschmacklich abrunden.

Sobald sich die Hüte der Champignons geöffnet haben, verfärben sich ihre Lamellen über rosalich, schokoladenbräunlich bis schwärzlich. Die Sporenproduktion beginnt.

Während die Champignons schwärzliches Sporenpulver produzieren, werfen Hallimasch weißen Sporenstaub ab. Hier sehen wir den Dunklen Hallimasch (Armillaria obscura).

Ein Winzling, aber oft in größeren Ansammlungen zu finden, ist der Gelbknollige Sklerotien – Rübling (Collybia cookei). Charakteristisch ist das herauswachsen der Fruchtkörper aus dem zuvor und in der Nähe von mumifizierten Großpilzen angelegten und gelblich gefärbtem Sklerotium.

Die Ziegenlippe (Xerocomus subtomentosus) besitzt einen olivbräunlichen Hut, der nicht rissig wird. Goldgelbe Röhren und kein rot auf dem Stiel. Statt dessen kann dieser grobmaschig genetzt sein.

Der Blutrote Täubling (Russula sanguinea) ist streng an die Kiefer gebunden. Der sandige Untergrund sollte allerdings etwas kalkhaltig sein. Daher auch meist an Wald- und Straßenrändern. In diesem Fall waren die Überreste früherer Bebauungen während der militärischen Nutzung des Geländes dafür verantwortlich. Der Sprödblättler schmeckt brennend scharf!

Zum Abschluß war unseren Gästen eine abendliche Pilzpfanne sicher.


Hier die heutige Artenliste MTB: 2339/3 – Karow: Gelber Knollenblätterpilz, Bleiweißer Trichterling, Kahler Krempling, Eichen – Milchling, Mäuseschwänzchen, Horngrauer Rübling, Dehnbarer Helmling, Derbes Rotfüßchen, Grobscholliger Riesenschirmpilz, Weißflockiger Gürtelfuß, Birken – Gürtelfuß, Gelbblättriger Birken – Ritterling, Roter Fliegenpilz, Schmetterlings – Tramete, Austern – Seitling, Birkenpilz, Rosablättriger Helmling, Falscher Pfifferling, Stockschwämmchen, Grünblättriger Schwefelkopf, Gelbgestiefelter Schirmpilz, Fleischroter Lacktrichterling, Maronen – Röhrling, Rosa – Helmling, Zedernholz – Täubling, Grasgrüner Täubling, Seidiger Rißpilz, Amiant – Körnchenschirmling, Schnee – Ellerling, Geweihförmige Holzkeule, Dunkler Hallimasch, Pappel – Ritterling, Orange – Heftelnabeling, Blauender Saftporling, Fuchsiger Rötel – Trichterling, Kleiner Kakao – Fälbling, Erdwarzenpilz, Nadel – Schwindling, Samtfuß – Krempling, Ziegelroter Täubling, Fichten – Zapfenrübling, Graukappe, Safran – Schirmpilz, Striegeliger Schichtpilz, Flatter – Milchling, Mehl – Trichterling, Grobscholliger Riesenschirmpilz, Geflecktblättriger Flämmling, Süßlicher Milchling, Pilzkanone, Breitblättriger Rübling, Rotrandiger Baumschwamm, Rostfleckiger Helmling, Schopf – Tintling, Stink – Schirmling, Schiefknolliger Anis – Champignon, Rillstieliger Helmling, Gelbweißer Täubling, Papagei – Täubling, Ahorn – Runzelschorf, Eichen – Mehltau, Echter Zunderschwamm, Buntstieliger Helmling, Krauser Adernzähling, Graublauer Reiftäubling, Gelbknolliger Sklerotien – Rübling, Tonfalber Schüppling, Brennender Rübling, Pantherpilz, Rettich – Helmling, Binsen – Keule, Grüner Anis – Trichterling, Behangener Trompeten – Schnitzling, Duft – Trichterling, Goldmistpilz, Ziegenlippe, Braunroter Lacktrichterling, Verblassender Täubling, Perlpilz, Camenbert – Täubling, Blutroter Täubling, Gemeiner Rettich – Fälbling, Edel – Reizker, Schwefel – Ritterling, Fleischroter Gallertbecher und Rauhkopf – Schleimpilz.


Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

18. – 20. Oktober 2019 – Pilzseminar in Mecklenburg

Ein Pilzwochenende in Mecklenburg

Herbstseminar 2019 am Schweriner See

Schloß Wiligrad am Schweriner See bei Lübstorf.

Freitag, der 18. Oktober, ab 14.00 Uhr – Einführung in die Pilzkunde von Christopher Engelhardt

Sonnabend, der 19. Oktober – Exkursionstag

Sonntag, der 20. Oktober – Pilzbestimmung und Abschlußexkursion

Unser Herbstseminar haben wir in diesem Jahr von Keez direkt an den Schweriner See ausgelagert. Mitten in einem ausgedehnten Waldgebiet befindet sich die kleine Ortschaft Wiligrad mit ihrem Schloß und der neu gestalteten Parkanlage.

Etwas zur Historie:

Schloß Wiligrad wurde in den Jahren 1896 – 1898 im Auftrag von Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg erbaut. Hier wurde in den folgenden Jahren durchaus auch große Politik gemacht und selbst Kaiser Wilhelm der II. weilte mit Familie und Gefolgschaft an diesem historischen Ort, in herrlicher Landschaft oberhalb der Hangterrassen zum Schweriner See.

Nach dem Ende der Monarchie zog hier eine bäuerliche Schule ein. Kurz nach dem 2. Weltkrieg wurde hier unter Vollmacht des britischen Befehlshabers Montgomery und des sowjetischen Militärführers Rokossowski ein Gebietstausch der britischen und sowjetischen Bestatzungszone ausgehandelt. Dieser mündete im Gadebuscher Abkommen. Dieses hatte zur Folge, dass die östlichen Bereiche vom Schalsee  nun von den sowjetischen Truppen besetzt wurden und schließlich zur späteren DDR gehörten.

1947 wurde im Schloß die Landesparteischule der SED eingerichtet. Später zog die Volkspolizei hier ein und nutzte das Objekt als Ausbildungsstandort.

Nach der Wende ist hier das Landesamt für Kultur- und Denkmalpflege eingezogen. Auch ein Kunstverein ist hier zu hause.

Die Nebengebäude, wie das Waldhaus oder der Marstall, wurden in den letzten Jahren aufwändig saniert und sind über die „erlebnistage Schweriner See – ein Angebot der Gesellschaft zur Förderung der Erlebnispädagogik“ zu mieten. Insbesondere für Jugendgruppen oder Schulklassen, aber auch für spezielle Schulungen oder Seminare zu Natur- und Umweltthemen. Und da passen wir mit unserem Angebot ganz gut rein, wenn auch als jung gebliebene Senioren. Wir dürfen als Unterkunft den Marstall in Anspruch nehmen.

Wir haben folgendes Angebot bekommen:

Unterbringung: Marstall

Verpflegung: kombinierte selbst- und Fremdversorgung (alle Mahlzeiten werden von der Gruppe gestaltet, Lebensmittel werden zur Verfügung gestellt, eine warme Mahlzeit pro Tag kann geliefert werden).

Preis 58.00 € pro Person für das Wochenende

Zuzüglich noch die Seminargebühr von 80.00 € für den Steinpilz – Wismar als Organisator.

Unsere Unterkunft: Der Marstall. Foto vom Anbieter.

Zur Umgebung: Wir befinden uns in einer waldreichen Lage unweit der Landeshauptstadt Schwerin. In unmittelbarer Nähe befinden sich drei größere Waldgebiete, die alle zum Haushalt Forst gehören. So wurden sie zumindest auf alten Karten bezeichnet. Sie gehören zu unseren Edel – Wäldern und haben mit die interessanteste und artenreichste Pilzflora Mecklenburgs zu bieten. Unsere Unterkunft befindet sich mitten in einem der drei Teilbereiche der Haushalt Forst. Unterhalb liegt der Schweriner See, einer der größten Binnenseen Deutschlands. Besser kann der Ort eines herbstlichen Pilzseminars kaum gewählt sein.

Im Marstall sind sowohl Gruppenzimmer, wie auch Einzelzimmer vorhanden. Es besteht  selbstverständlich auch die Möglichkeit sich anderweitig eine Unterkunft zu organisieren.  

erlebnistage schweriner See

Tel.: 03841/228917 oder Handy: 0173/6977219

Hier einige Impressionen von unserem diesjährigen, herbstlichen Pilzwochenende in Mecklenburg.

Direkt vor dem Marstall begrüßten uns nicht nur Schopf – Tintlinge (Coprinus comatus).

Den Theorieteil am Freitag übernahm in diesem Jahr Christopher Engelhardt aus Lübeck. Er gab einen groben Überblick über die Systematik der Großpilze.

Dankbare Zuhörer aus nah und fern.

Bereits am Freitag – Abend kamen reichlich Frischpilze nach einer Kurzexkursion durch den Schloßpark zusammen und wurden auf Pappteller sortiert und im Anschhluß bestimmt und besprochen.

Auf dem Herd stand inzwischen ein Teil des Abendbrotes bereit zum Brutzeln.

Hella aus Niedersachsen und Ronny aus Mecklenburg bei der Bestimmungsarbeit.

Ausgehend vom Marstall und vorbei an einer Solitär – Eiche, die in den zurück liegenden Jahren so manch tollen Pilzfund ermöglichte, starteten wir am Sonnabend zur ersten Exkursion durch Park und Wald bis hinunter zu den Hangterrassen des Schweriner Sees.

Letzte Einweisung zum Exkursionsgebiet. Foto: Beatrice Petzka.

Sogleich ein Foto von einer nichtalltäglichen Art im Schloßpark.

Schwarze Erdzunge (Geoglossum umbratile).

Für ein Foto der seltenen Art wird es sich schon mal im Straßengraben gemütlich gemacht, welches Beatrice Petzka im Bild festhielt.

Chris Engelhardt hat sich mit ihr intensiver beschäftigt und letztendlich für uns bestimmt. Die Art ist im Nordwestmecklenburger Raum gelegentlich gefunden und bestimmt worden. Über weite Strecken gibt es in M-V jedoch kaum Nachweise.

Oliver Justus aus Berlin hat einen weiteren Fund gemacht, der hier kritisch beäugt wird.

Im Kalender geirrt – Maipilze (Calocybe gambosa).

Der Stachelbeer – Täubling (Russula quelettii) gehört zwar in die Jahreszeit, ist aber bei uns ein Einwanderer aus den Bergländern, in denen die Fichte ihre natürliche Heimat hat. Er schmeckt brennend scharf und ist daher ungenießbar.

An einem Stubben der Rotschneidige Helmling (Mycena rubromarginata). Im Raum Nordwestmecklenburg zerstreut nachgewiesen. Auch im östlichen Vorpommern einige Funde, ansonsten selten!

Auf dem Waldboden wimmelt es vor Frischpilzen. Foto: Beatrice Petzka.

Und die Fotografen haben alle Hände voll zu tun, um die besten Fundstücke im Bild fest zu halten. Gleiches machte Beatrice mit diesem Foto.

Immer wieder inselweise hunderte von Binsenkeulen (Macrotyphula filiformis) auf der Rohhumusauflage der Haushalt Forst.

Die Graukappe (Clitocybe nebularis) wird regional auch Herbstblattl genannt.

Hell bemützte Gruben – Lorcheln (Helvella lacunosa).

Meist an Laubholz und wie für Hallimasch üblich, oft in großen Mengen, findet sich im Herbst der Gelbschuppige Hallimasch (Armillaria lutea).

Der gerne an altem Buchenholz, aber auch an anderen Holzarten vorkommende Geschichtete Zähling (Lentinellus vulpinus) zeichnet sich wie seine Verwandten, die Sägeblättlinge der Gattung Lentinus, durch stark gesägte Lamellenschneiden aus. Sie ähneln einem Sägeblatt.

Ein Blick auf den Schweriner See hinaus.

Vom urwüchsigen Ufer unterhalb von Schloß Wiligrad. Das schöne Bild sandte mir wieder Beatrice zu.

Am Seeufer – Bereich im tiefen Falllaub, unterhalb von Wiligrad, eine größere Gruppe der giftigen Karbol – Champignons (Agaricus xanthodermus).

Auf Reibung und bei Verletzung gilben sie meist in kürze sehr auffällig und riechen besonders an den verfärbten Stellen mehr oder weniger stark nach Karbol. Auch essbare Anis – Champignongs gilben auf Reibung. Meist aber langsamer und dann nachhaltiger. Das vordere, senkrecht liegende Exemplar ist ein essbarer Anis – Champignon. Die Nase ist also auch sehr wichtig!

Rätselraten über eine ganze Menge dieser weißen, filigranen Blätterpilze im Buchen – Falllaub. Ich vermutete eine Hemimycena.

Dankeswerterweise beschäftigte sich Chris mit den Pilzen und konnte meine Vermutung bestätigen. Gipsweißer Scheinhelmling (Hemimycena cucullata). OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Kurzes innehalten für einen Schnappschuß.

Große Ähnlichkeit mit dem Violetten Rötel – Ritterling zeigt der hier fotogafierte Schmutzige Rötel – Ritterling (Lepista sordida). Geruch prüfen! Ihm fehlt der charakteristisch parfümierte Duft.

Imposant, nicht nur von der Größe her, ist der Prächtige Klumpfuß (Cortinarius aurantioturbinatus). Wir finden ihn traditionell an mehreren Stellen unterhalb der Hangterrassen zum Schweriner See unter Rotbuchen, auf kalkhaltigem Untergrund.

In unmittelbarer Nachbarschaft eine Kollektion der viel häufigeren Buchen – Klumpfüße (Cortinarius amoenolens).

Beim Wetter hatten wir Glück. Bis auf einen heftigen Gewitter – Schauer am Freitag Abend blieb es weitgehend trocken. Blick auf den Schweriner See mit der kleinen Liebesinsel.

Direkt auf der Wiesenfläche vor unserem Seminar – Objekt wuchsen diese Braunen Raslinge (Lyophyllum fumosum). Ausgezeichnete Spesepilze.

Auslage der Fundstücke unserer Vormittagsexkursion im Seminarraum.

Nach der Mittagspause statteten wir dem Haushalt Forst bei Zickhusen einen Besuch ab. Hier sehen wir wunderbar frische Violette Rötel – Ritterlinge (Lepista nuda). Sie sind gut durchgegart leckere Speisepilze.

Eine Augenweide waren diese Orangebecherlinge (Aleuria aurantia), die uns in größerer Ansammlung beglückten. Essbar, aber wenig ergiebig und viel zu schön zum auffressen!

Erdritterlinge im kalkreichen Buchenwald. Es dürfte sich um Schwarzschuppige Erdritterlinge (Tricholoma atrosquamosus) handeln. Die Pilze sind essbar. Allerdings muss man sich die Erdritterlinge an solchen Standorten genauer ansehen, sollen sie der kulinarischen Verwertbarkeit zugeführt werden. Der seltene, aber stark giftige Tiger – Ritterling, kann hier zu Verwechslungen führen.

Ein Charakterpilz an solchen Buchenwaldstandorten kann im Herbst der in mehr oder weniger großen Büscheln auftretende Pinsel – Schüppling (Pholiota jahnii) sein. Auf den ersten Blick ähnelt er dem Sparrigen Schüppling. Während dieser trocken ist, schwimmen die pinselartigen Schüppchen dieser Art in einer Schleimschicht. Der schöne Pilz ist ungenießbar.

Bei manchen Großpilzen ist allerdings eine Lupe sehr hilfreich, will man sie sich näher anschauen.

Und diese Lichtluppe ist sogar ein besonders luxuriöses Exemplar, um die Gelben Reisigbecherchen (Bisporella citrina) in`s richtige Licht zu tauchen.

Riesengroße Freude bei Silja aus Hamburg über diese Baby – Steinpilze. Immerhin waren es die ersten Steinpilze seit Kindertagen und ein lang gehägter Wunsch ging in Erfüllung.

Eine Gruppe Buchen – Klumpfüße als Fotomodel.

Der Braunsamtige After – Leistling (Hygrophoropsis rufa) von oben.

Und von unten. Eine besonders jung auf dem Hut schön braunsamtige Form des Falschen Pfifferlings in Buchenwäldern.

Zwei Pilzarten, die leicht mit dem Grünling zu verwecheln wären, beachtet man nicht ihre doch deutlichen Unterschiede. Die beiden flankierenden Grünlings – Klumpfüße (Cortinarius spseudosulphureus) haben beispielsweise ihren Klumpfuß und der mittige Schwefel – Ritterling (Tricholoma sulphureus) stinkt abscheulich nach Leuchtgas.

Beatrice Petzka hielt uns bei der abendlichen Bestimmungsarbeit im Bild fest.

Hier wird eine für die Bestimmung von Champignons wichtige Kreuzungsreaktion mit hilfe von Chemikalien durchgeführt.

Reaktion positiv. Wie das genau funktioniert kann unter dem Stichwort Schaeffer – Reaktion nachgelesen werden.

Zum Abendbrot gab es auch frisch gesammelte Pilze zum verkosten. So auch diese Violetten – Rötel – Ritterlinge.

Die Waldpilz – Pfanne brutzelt und ein herzhafter Duft macht sich breit. Im Bild festgehalten von Beatrice.

Die sonntägliche Abschlußexkursion führte uns zunächst in den Kiefernforst bei Perniek.

Wo eine Vielzahl von Edel – Reizkern (Lactarius deliciosus) das Sammelfieber entfachten.

In windeseile war der Korb voll!

Gut konnten die Unterschiede zwischen dem leckeren Graublättrigen- und dem giftigen Grünblättrigen Schwefelkopf studiert werden.

Am Waldrand große Mengen von Pappel – Ritterlingen (Tricholoma populinum), obwohl und aus welchen Gründen auch immer, viele der dafür verantwortlichen Zitterpappeln abgeholzt wurden.

Auch von ihnen wurde reichlich mitgenommen. Sind sie doch recht gute Speisepilze nach Entfernen der Huthaut und obendrein noch hilfreich gegen Pollenallergien.

Pilzbestimmung einmal anders.

Hier ist es ein Nelkenförmiger Warzenpilz (Thelephora cariophyllea). Foto: Beatrice Petzka.

Honiggelber Hallimasch (Armillaria mellea) mit Schnecke. Während nach Perniek ein Teil bereits die Heimreise antrat, fuhr der Rest noch in`s nahe Klaasbachtal bei Neukloster, wo uns diese Pilze begrüßten.

Das wildromatische Klaasbachtal fotografierte Beatrice aus Berlin für uns.

An Schwarzem Hollunder frische Judasohren (Hirneola auricula – judae).

Gruben – Lorcheln (Helvella lacunosa).

Ein frischer Halskrausen – Erdstern (Geastrum triplex) wie aus dem Bilderbuch.

Der kleinere Bruder des Edel – Reizkers, der Fichten – Reizker (Lactarius deterrimus).

Ein Ockersporer mit Sporenbelag auf dem Oberstiel.

Es handelt sich um den milden Dotter – Täubling (Russula lutea).

Der meist an Nadelholz fruchtende Dunkle Hallimasch (Armillaria obscura) rechts und links liegend der Honniggelbe Hallimasch (Armillaria mellea), der an Laubholz fruktifiziert.

Der Buchen – Schleimrübling (Oudemansiella mucida) ist oft ein dankbares Fotomotiv.

Steinpilze natürlich auch.

Und bei der Ernte der selben ist ein Pilzmesser mit Bürste gerade das richtige Handwerkszeug.

Nochmals große Freude bei Silja. Nach den Steinpilz – Babys vom Vortag, sind das schon richtige Prachtkerle!

Die Entstehung obigen Fotos hielt Beatrice Petzka für die Nachwelt im Bild fest.

Genau so wie dieses Foto mit Reinhold Krakow vom Steinpilz – Wismar und Silja aus Hamburg.

Eine tolle Truppe fand sich an diesem Wochenende am Schweriner See ein für unser herbstliches „Pilzwochenende in Mecklenburg“. Es hat zumindest mir sehr viel Spaß gemacht und wenn nichts dazwischen kommt, sind wir im Frühling 2020 wieder hier, zur besten Morchel – Zeit!

Und hier noch einige Impressionen, die Beatrice aus Berlin für uns im Bild festgehalten hat. Beatrice und Christian Petzka weilten noch einen Tag länger am Schweriner See und waren nochmals erfolgreich auf Pilzpirsch im Haushalt Forst.

Hier ist es ein riesiger Milchling, den uns Christian präsentiert.

Aber über eine Stelle von Herbsttrompeten haben sie sich ganz besonders gefreut.

So sehr, dass Christian gleich ein Freudenständchen in den Wald hinaus trompetete.

Und es hatte sich schließlich wirklich gelohnt, so dass die Beiden mit diesem Orchester die Heimfahrt in die Hauptstadt antreten konnten.

Anmeldungen zu weiteren Seminaren unter: steinpilz.wismar@t-online.de

Siehe unter „Termine“

16. Oktober 2019 – Mittwochsexkursion durch die Heide

Mittwochsexkursion

Es ging in die Nossentiner/Schwinzer Heide

Auch exklusiv für interessierte Pilzfreunde

Wir starten.

Der zweite Quadrant des Meßtischblattes 2439 stand heute auf dem Programm. Fast der gesamte Bereich südlich des Krakower Sees ist von Wald bedeckt. Was sind hier 3 – 5 Stunden, eine ganze Woche hätte man hier zubringen können. Das Gebiet gehört zur Nossentiner Heide, ist also sandig und meist von Nadelbäumen bestanden, vorwiegend von Kiefern. Zu dieser Jahreszeit natürlich ein Paradies für Pilzsammler. Wir wollten aber auch über den Tellerand blicken und erfassen, welche Pilzarten wir hier heute antreffen können.

Lust bekommen, mich zu begleiten, hatten vier Pilzfreunde aus Schwerin, Irena aus Keez und ein weiterer Pilzfreund aus Wismar. Während ich mich eher um die Bestandsaufnahme kümmerte, war bei meinen Gästen Maronen – Sammeln angesagt, die es mehr als reichlich gab. Leider spielte das Wetter nicht mit. Es regnete in strömen und das die gesamte Tour über. Trotzdem waren am Ende alle zufrieden.

Ein Zweisporiger Champignon (Agaricus bisporus) begrüßte uns am Straßenrand. Der Urtyp unserer Zucht – Champignons.

Ein kleines Kuriosum sehen wir bei diesem Rotbraunen Milchling (Lactarius rufus). Aus dem Stiel wächst ein weiteres Pilzchen.

Der von Oktober bis April, ausschließlich an Nadelholz – Stubben fruktifizierende Grau- oder Rauchblättrige Schwefelkopf (Hypholoma capnoides) gehört zu unseren schmackhaftesten Speisepilzen.

Inzwichen sind die Körbe meiner Begleiter schon gut mit Klassikern gefüllt – Maronen – Röhrlinge!

Dort, wo die Kiefern mit Buchen untermischt waren, gab es auch reichlich Derbe Rotfüßchen (Xerocomus pruinatus).

Giftpilze waren besonders durch Pantherpilze (Amanita pantherina) vertreten.

Nach drei Stunden Waldbaden, im wahrsten Sinne des Wortes, reicht es auch. Schnell noch ein Erinnerungsfoto.

So schön kann Pilzherbst sein! Wenn es nur nicht so geregnet hätte. Unpraktisch ist bei diesem Wetter, die Pilze mit den Röhren nach oben in den Korb zu legen. Sie können sich dadurch noch mehr mit Wasser vollsaugen und die Regentropfen lassen die Röhren bläulich verfärben.


Hier die Artenliste von 2439/2 – Nossentiner/Schwinzer Heide: Grünblättriger Schwefelkopf, Rosablättriger Egerlings – Schirmpilz, Zweisporiger Champignon, Kastanienbrauner Schirmpilz, Rostfleckiger Helmling, Horngrauer Rübling, Kahler Krempling, Dehnbarer Helmling, Falscher Pfifferling, Mäuseschwänzchen, Rosablättriger Helmling, Weißmilchender Helmling, Amiant – Körnchenschirmling, Maronen – Röhrling, Rotfuß – Röhrling, Rotbrauner Milchling, Keulenfuß – Trichterling, Grünspan – Träuschling, Graublättriger Schwefelkopf, Gelbweißer Täubling, Purpurfilziger Holzritterling, Schwarzgebänderter Harzporling, Violetter Lacktrichterling, Gelber Knollenblätterpilz, Süßlicher Milchling, Derbes Rotfüßchen, Fleischroter Lacktrichterling, Butterpilz, Roter Fliegenpilz, Buckel – Täubling, Leberbrauner Milchling, Dunkler Hallimasch, Kirchroter Spei – Täubling, Echter Steinpilz, Seifen – Ritterling, Breitblättriger Rübling, Edel – Reizker, Fuchsiger Scheidenstreifling, Ziegenlippe, Angebrannter Rauchporling, Gemeine Stinkmorchel, Samptfuß – Krempling, Ziegelroter Täubling, Zitronenblättriger Täubling, Klebriger Hörnling, Weißflockiger Gürtelfuß, Braunroter Lacktrichterling, Flaumiger Milchling, Birken Spei – Täubling, Flatter – Milchling, Grasgrüner Täubling, Pantherpilz und Gemeiner Rettich – Fälbling.


Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

13. Oktober 2019 – Tagesausflug der Pilzfreunde

Tagesausflug der Pilzfreunde

Es ging in die Elberegion bei Hitzacker

Weitläufige KIefernwälder und Heideflächen dominieren in der Elberegion um die Landesgrenze von Mecklenburg – Vorpommern und Niedersachsen.

Als Pilzfreund Dr. Jochen Sperber vor zwei Jahren von Wismar nach Embsen, zwischen Hitzacker und Lüneburg gezogen ist, war klar, wir werden uns in seiner Nähe später auch zu einer Vereinsexkursion treffen. Das sollte schon im Oktober 2018 stattfinden, mußte aber aufgrund der extremen Trockenheit abgesagt werden. So wagten wir heute einen neuen Versuch, denn die Natur meinte es in diesem Jahr besser mit uns.

Jochen schrieb uns dazu seine Vorstellungen, wie der Tag ablaufen könnte: „Ich stelle mir vor, dass es sich um einen Tagesausflug handelt. Die Anfahrt dauert etwa 1 1/2 Stunden. Eine Unterbrechung kann an der Abzweigung Dömitz, kurz vor der Dömitzer Brücke, sein. Hier können wir uns gegen 10.00 Uhr treffen. Ich würde mit euch dann in den Wald bei Splietau gehen.

Nach 2 stündiger Exkursion ist Mittagspause in einem Restaurant in Hitzacker angesagt. Wenn Bedarf besteht, können wir uns auch das Städtchen Hitzacker anschauen. Danach geht es zur Abschiedsexkursion in ein Waldgebiet bei Seerau. Es sind von Hitzacker nur 5 Minuten zu fahren. Es handelt sich um ein großes Waldareal. Das Gebiet ist, wie für alle Elbdünen typisch, etwas wellig. Von dort aus geht es am späten Nachmittag wieder in Richtung Heimat. Soweit seine Planung. Bis auf den Stadtrungang, hielten wir uns an seine Vorgaben. Hier einige Einfrücke von einem schönen Vereinsausflug:

Ankunft und Begrüßung bei Dömitz.

Sehr schöne Maronen (Xerocomus badius) erfreuten und bei der ersten Exkursion durch den Wald bei Splietau.

Bei 20 Grad und Sonnenschein herrschte bestes Ausflugswetter und ideal für eine Kaffee – Runde in Wald und Flur. Dritter von rechts, stehend, unser Pilzfreund und Organisator Dr. Jochen Sperber. Ulrich Klein hielt diesen denkwürdigen Moment für uns im Bild fest.

Zum Mittagessen luden uns Jochen und seine Frau auf die Elbterrassen ein.

Natürlich auch mit Blick auf die Elbe.

Der Hunger ist groß und die Auswahl reichlich, wie wir bei der Sichtung der Speisekarte feststellen konnten.

So wie in Mecklenburg auch, überall längst der grasigen Straßenränder Rosablättrige Egerlings – Schirmpilze (Leucoagaricus leucothites).

Inzwischen befinden wir uns im Kiefernwald bei Seerau. Hier sehen wir Muschelkremplinge (Paxillus panuoides). Bei uns minderwertig, in Osteuropa teilweise ein willkommener Speisepilz.

Während alle anderen meist nur einen Blick für Maronen hatten, begeisterten mich in diesem Kiefernforst große Mengen von Leberbrauen Milchlingen (Lactarius hepaticus). Ungenießbar.

Aber auch Ulrich weiß ungenießbare Pilze zu schätzen, denn für`s Foto können diese durchaus ein Genuss sein.

Und dieses kann der Zedernholz – Täubling (Russula badia) durchaus für sich in Anspruch nehmen. Ein schöner, fester, plastischer Täubling, den wir stets unter Kiefern finden und dessen Geschmackserlebniss so ziemlich alles scharfe, was die Pilzwelt zu bieten hat, in den Schatten stellt. Unbedingt kosten!

Zum Abschied serviert uns Irena noch Melone und Kaffee.

Zur Erinnerung an einen wunderschönen Tag noch schnell ein Abschiedsfoto. 13. Oktober 2019.

Und natürlich hatte es sich auch in Bezug auf die leckeren Maronen – Röhrlinge richtig gelohnt.

Lieber Jochen, ganz herzlichen Dank dir und deiner liebe Frau, für diesen tollen Tag!

Bleibt gesund und vieleicht klappt es irgendwann mit einem Wiedersehen.

12. Oktober 2019 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Grünen Knollenblätterpilzes

Sie führte durch den Sültener Forst

Heute ging es also wieder zu einer Lehrwanderung in den Wald. Steinpilz, Pfifferling und Co sind den meisten Pilzfreunden geläufig und können in der Regel ohne fachmännische Begleitung eingesammelt werden. Aber auch hier gibt es bei nicht wenigen Sonntagssammlern Unsicherheiten. Gelangt der Falsche Pfifferling anstatt des echten Eierschwamms in die Pilzpfanne, ist es nicht weiter schlimm, nur der Geschmack dürfte nicht den Erwartungen entsprechen. Sollte jedoch nur ein vermeindlich als Steinpilz eingesammelter Gallen – Röhrling in die Speise gelangen, so hat es sich mit einer schmackhaften Pilzmahlzeit erledigt. Selbst hier ist die Anwesenheit eines Experten nicht verkehrt.

Grundsätzlich geht es bei einer geführten Wanderung nicht vordergründig darum, die Körbe mit den volkstümlich bekannten Speisepilzen zu füllen, sondern es soll in erster Linie Wissen vermittelt werden, um eine größere Sicherheit auf diesem Gebiet zu erlangen. Daher ist bei unbekannten Pilzfunden nicht zu erst die Frage der Genießbarkeit zu klären, sondern es gibt zuvor Erläuterungen, welche wichtigen Erkennungsmerkmale den gefundenen Pilz auszeichnen. Erst dann wird die Frage der Genießbarkeit geklärt. Leider kommt es all zu oft vor, dass nicht richtig zugehört wird und die gleiche Pilzart nur kurze Zeit später wieder vorgezeigt wird, weil sie schnell weggeworfen wurde, wegen ihrer Unverwertbarkeit oder gar Giftigkeit. Wer also wirklich etwas lernen möchte und am Ende hoffentlich trotzdem mit leckeren Mischpilzen die Heimfahrt antreten möchte, war wieder sehr herzlich eingeladen. Und dieser Einladung folgten über 20 Pilzfreunde, und das bei Dauerregen! So war es etwas ungemütlich und im Verlauf stellte sogar meine Kamera ihren Dienst ein. Bis es soweit war, gelangen mir noch folgende Eindrücke der heutigen Tour.

Gleich zu Beginn stolperten wir über größere Mengen des Gemeinen Rettich – Fälblings (Hebeloma crustuliniforme). Fälblinge sind im großen und ganzen alle ungenießbar oder nicht besonders wohlschmeckend. Dieser ist dazu noch roh giftig!

Lecker, zumindest im Jungstadium, ist hingegen die Espen – Rotkappe (Leccinum aurantiacum).

Dieser Beutel – Stäubling (Calvatia excipuliformis) befindet sich mitten im Reifestadium. Nur jung, schnittfest und weißfleischig, kann er gegessen werden.

Ein Edel – Reizker unter Fichten. Der Fichten – Reizker steht dem echten Edel – Reizker, den wir bei Kiefern finden, geschmacklich nach. Er ist etwas bitterlich.

Die Röhren des Steinpilzes (Boletus edulis) sind zunächst weißlich gefärbt.

Dann hell gelbgrünlich…

…und schließlich verfärben sie sich olivgrün.

Ein frischer, essbarer Perlpilz (Amanita rubescens). Man achte auf die geriefte Manschette und die rötlichen Tönungen irgendwo am Fruchtklörper.

Ein Fichtenzapfen mit zahlreichen Mäuseschwänzchen (Baeospora myosura).

Die Marone (Xerocomus badius) kann bei Berührung blaue Flecken bekommen.

Charakteristisch für den leckeren Fleischroten Speise – Täubling (Russula vesca) ist die nicht bis an den Rand heranreichende Huthaut und natürlich sein milder, nussiger Geschmack.

Der Violette Lacktrichterling (Laccaria ametystea) sollte in Gebieten mit noch erhöhter Strahlenbelastung aufgrund des Tschernobyl – Unfalls nur zurückhaltend verspeist werden. Er reichert auffällig viel Caesium an!

Der Stachelbeer – Täubling (Russula queletii) schmeckt bennend scharf und kann daher keine Verwendung in der Küche finden.

Auf der Stirnfläche dieses dicken Laubholz – Stammes hat sich eine Landkarte gebildet.

Chris Engelhardt hat heraus gefunden, wer hier seine Grenzen abgesteckt hat, nähmlich der Kellerschwamm (Coniophora puteana). Auch das Bild stammt von ihm.

Das Kuriositäten – Kabinet hatte hier geöffnet. Graukappen (Lepista nebularis) als Doppeldecker.

Der Kupferrote Gelbfuß (Chroogomphus rutilus) ist ein leicht erkennbarer Kiefern – Begleiter und ein guter Speisepilz.

Am gleichen Standort ist meist auch der delikate Edel – Reizker (Lactarius deliciosus) anzutreffen.

Ein Dankeschön an Christopher Engelhardt für dieses Gruppenfoto. Leider sind nicht mehr alle Teilnehmer mit drauf, da ihnen das Wetter dann doch zu unangenehm wurde. 12. Oktober 2019 im Sültener Forst.

Während diese Truppe dann die Heimfahrt antrat, wofür ich sie etwas beneidete, war für mich allerdings erst Halbzeit. In Höhe des Brüeler Umspannwerkes erwartete mich eine zweite Gruppe, nähmlich die Gruppe Perlebach, mit denen ich schon seit Jahren einmal in der Saison unterwegs bin. Wir fuhren in die Nossentiner/Schwinzer Heide. Da, wie bereits angemerkt, meine Kamera in den Streik getreten war, danke ich Volker Litty aus Wismar für die folgenden Bilder:

Dieses Stimmungsfoto zeigt einen einsamen Rostfleckigen Helmling (Mycena zephirus). Die Pilze treten im Herbst regelmäßig als Bodendecker in Nadelwäldern in Erscheinung.

Ein Schlanker Riesenschirmpilz (Macrolepiota gracilenta) im Herbstlaub.

Und auch ein Glückspilz (Amanita muscaria) darf nicht fehlen.

Die Damen wurden bereits fündig.

Der Sonntagsbraten ist gesichert.

Ich glaube, hier ist nochmal der Fachmann gefragt.

Der Korb wird auf einer Folie ausgeschüttet und anschließend durchgesehen.

Fundauswertung im Kreise der Interessierten Sucher, in der Hoffnung, das möglichst viel auch essbar ist.

Die Gesichter sind fröhlich, das meiste darf gegessen werden und hat den Weg zurück in die Körbe gefunden.

Eine erfolgreiche Tour durch die Schwinzer Heide findet ihr Ende. Leider ist auch hier ein Teil der Pilzfreunde bereits unterwegs nach hause. 12. Oktober 2019.

Individuelle Wanderungen können jederzeit mit dem Steinpilz – Wismar vereinbart werden.

Siehe auch unter „Termine“ .

09. Oktober 2019 – Mittwochsexkursion bei Karow

Mittwochsexkursion

Auch exklusiv für interessierte Pilzfreunde

Der 1. Quadrant des Meßtischblattes Karow war an der Reihe

Nach einer kleinen Pause wegen unserer Großpilzausstellung wurde heute wieder zu einer Mittwochsexkursion aufgebrochen. Ein neues Meßtischblatt war an der Reihe: 2439 – Karow. Es ging in den 1. Quadranten – 2439/1. Über die Hälfte des Quadranten besteht aus Waldflächen. Eingebettet mehrere Seen sowie ausgdehnte Feuchtbereiche des Naturschutzgebietes Serrahn. Der größte See ist der Damerower See. Kleinere Schutzgebiete sind das NSG Dünenkiefernwald und das NSG Paschensee. Beide liegen in der Wooster Heide. Diese war unser Ziel und ich fuhr mit Irena dort hin.  Alle Großpilze, die im Feld ansprechbar waren, wurden notiert, teils auch fotografiert. Sehenswerte Großpilze  für unsere ständige Frischpilzausstellung mitgenommen und auch reichlich Speisepilze zum trocknen. Allen voran Steinpilze und Maronen sowie die oben zu sehenden Stockschwämmchen, die es in großen Mengen gab.

Eine Augenweide sind die Purpurfilzigen Holzritterlinge (Tricholomopsis rutilans), die an Kiefernholz wachsen.

Ganz frische Violette Rötel – Ritterlinge (Lepista nuda) in der Humusschicht eines Waldweges.

Besonders in den Buchenbereichen gab es einiges an Steinpilzen (Boletus edulis), die sehr willkommen für unsere Dörr – Geräte waren.

Entlang eines etwas kalkhaltigen Weges wuchsen zahlreiche Fichten – Reizker (Lactarius deterrimus). Natürlich bei Fichten.

Auch im Winter laufen die Kosten für unser Info – Zentrum weiter. Da machen sich Trockenpilze als zusätzliches Angebot seit vielen Jahren ganz gut. Die Stockschwämmchen wurden eingeweckt für Pilzsuppe und die Steinpilze gedörrt.

Gesäubert und in Scheiben aus die Siebe geschnitten…

… landeten sie auf, b.z.w. in verschiedenen Dörrgeräten. Dieses Modell ist mit eingebauter Zeitschaltuhr. Ich stelle 12 Stunden bei 50 Grad ein. Das sollte meist ausreichen. Falls die Pilze danach nicht raschelldürr sind, noch etwas nachtrocknen und sogleich in luftdichte Gefäße verschließen.


Hier die Artenliste von MTB: 2439/1 – Wooster Heide: Grünblättriger Schwefelkopf, Waldfreund – Rübling, Gallen – Täubling, Goldgelber Lärchen – Röhrling, Langstieliger Knoblauch – Schwindling, Violetter Lacktrichterling, Buntstieliger Helmling, Gelbmilchender Helmling, Graublauer Reif – Täubling, Weißmilchender Helmling, Stink – Schirmling, Rostfleckiger Helmling, Echter Steinpilz, Horngrauer Rübling, Stockschwämmchen, Buckel – Tramete, Maronen – Röhrling, Rehbrauner Dachpilz, Gemeiner Wurzel – Schleimrübling, Schmetterlings – Tramete, Brennender Rübling, Kahler Krempling, Purpurfilziger Holzritterling, Derbes Rotfüßchen. Rosablättriger Helmling, Weißstieliges Stockschwämmchen, Geflecktblättriger Flämmling, Ziegelroter Schwefelkopf, Schmutziger Rötel – Ritterling, Graublättriger Schwefelkopf, Graukappe, Klebriger Hörnling, Riesenschirmpilz, Gelbblättriger Hautkopf, Jodoform – Täubling, Falscher Pfifferling, Roter Fliegenpilz, Behangener Trompeten – Schnitzling, Gemeiner Rettich – Fälbling, Braunroter Lacktrichterling, Mäuseschwänzchen, Grobscholliger Riesenschirmpilz, Butterpilz, Zweifarbiger Lacktrichterling, Nadel – Schwindling, Dehnbarer Helmling, Flatter – Milchling, Gemeiner Violettporling, Keulenfuß – Trichterling, Pantherpilz, Flockenstieliger Hexen – Röhrling, Mehlpilz, Gelber Knollenblätterpilz, Gift – Häubling, Gemeine Stinkmorchel, Eichen – Milchling, Perlpilz, Dickschaliger Kartoffel – Hartbovist, Echter Zunderschwamm, Angebrannter Rauchporling, Striegelige Tramete, Geweihförmige Holzkeule, Flaschen – Stäubling, Birken Spei – Täubling, Knopfstieliger Rübling, Grüner Anis – Trichterling, Grauer Erdritterling, Flaumiger Milchling, Dunkelscheibiger Fälbling, Pfeffer – Röhrling, Kuhmaul, Fichten – Reizker, Fuchsiger Rötel – Trichterling, Veilchen – Rötelritterling, Zedernholz – Täubling, Birken – Zungenporling, Großer Bluthelmling, Gelbweißer Täubling, Adlerfarn – Fleckenpilz, Weißer Mehlschirmling und Weißvioletter Dickfuß.


Weitere Mittwochsexkursionen? – Siehe unter Termine!

04. – 07. Oktober 2019 – Großpilzausstellung in Wismar

27. Großpilzausstellung in Wismar

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Im Mykologischen Informationszentrum in der ABC Straße 21

Eröffnung war am Freitag, dem 04.10.2019, um 14.00 Uhr.

Die weiteren Öffnungszeiten:

Freitag bis 18.00 Uhr

Sonnabend und Sonntag (05./06.10.) von 10.00 – 18.00 Uhr.

Montag, der 07.10. von 09.00 – 18.00 Uhr.

Eintritt: 2.00 €.

Zum 27. mal luden die Wismarer Pilzfreunde zu ihrer Großpilzschau ein. In den Tagen zuvor ging es in die unterschiedlichsten Wälder, Wiesen und Parkanlagen um eine möglichst breit gefächerte Pallette heimischer Großpilze zusammen zu tragen.

Schon in den letzten September – Tagen stellte ich interessante Pilzarten sicher, so wie diese Wurzelnden Bitter – Röhrlinge (Boletus radicans), die unter Linden im Wismarer Stadtgebiet wuchsen. Sie werden in Frischaltebehälter im Kühlschrank gelagert. Standortfoto.

Diese mastigen Fahlen – Röhrlinge (Hemileccinum impolitum) wuchsen am Straßenrand der B 104 zwischen Weitendorf und Sternberg unter Eichen.

Oberhalb des Fundortes der Fahlen Röhrlinge, in einem kleinen Wäldchen, ein gigantischer Hexenring von Langermannia gigantea, dem Riesenbovist. Einige jüngere Exemplare gingen mit.

Natürlich auch die herrlichsten Fliegenpilze.

Bei meiner Regen – Exkursion am 01. Oktober fand ich im Radebachtal, an Laubholz, diese orangegelben Porlinge. Ich halte sie für Orangegelbe Weichporlinge (Hapalopilus croceus). Bin mir aber nicht ganz sicher, weil es auch noch einen Orangegelben Saftporling (Tyromyces kmetii) geben soll. Beide sind sehr selten und somit war dieser Pilz die mit Abstand größte Rarität der diesjährigen Ausstellung.

Fliegenpilze (Amanita muscaria) waren schließlich in der roten Normalversion, wie auch in der orangegelben Form zu sehen. So fand Irena sie in den Jülchendorfer Buchen.

Fast schon ein wenig kitschig wirken diese Zweifarbigen Lacktrichterlinge (Laccaria bicolor).

Vereinsmitglied Thomas Harm fühlt sich in einen russischen Märchenfilm versetzt. Thomas und meine Wenigkeit waren am Mittwoch vor der Ausstellung den ganzen Tag in verschiedenen Wäldern auf Artenfang.

Am Donnerstag begannen wir (Ulrich Klein und meine Wenigkeit) mit dem Aufbau der Pilzschau und am Freitag sowie an den Folgetagen konnte die Ausstellung von groß und klein in Augenschein genommen werden. Bis zu 300 Pilzarten war unser Ziel. Letztendlich wurden es 278 Gropilzarten und 3 Kleinpilze.

Während wir bereits mit dem Aufbau der Ausstellung beschäftigt waren, besorgte Irena mit Hilfe aus dem Verwandschaftskreis jede Menge Frischpilze für den bevorstehenden Imbiss. Strohgelbe- und Gedrungene Champignons von einer Magerwiese, die voll dieser Egerlinge stand.

Pilzfreund Peter Kofahl macht sich sogleich an die Verarbeitung des Sammelgutes.

Nach unserer gemütlichen Kaffee – Runde am Freitag Nachmittag, ging es mit vereinten Kräften an die Imbiss – Vorbereitungen.

Für die Besucher stand dann am Sonnabend und Sonntag ein Imbiss bereit. Es gab frische Waffeln, Wildpilz – Suppe und Pfanne sowie Kaffee oder Kräutertee.

Bevor die Pfanne dampfte und duftete war wieder reichlich Vorarbeit zu leisten.

Während der gesamten Zeit wurde auch unsere Pilzberatung rege in Anspruch genommen.

Wahre Prachtstücke wurden hier vorgelegt, so wie dieser essbare Fahle Röhrling. Nur einer von etlichen Exemplaren.

Vereinsmitglied Christopher Engelhardt (2. von links) in heiter entspannter  Atmosphäre beim Fachsimpeln mit Ausstellungsbesuchern.

Chris hatte zu all unseren Großpilzen auch einige phytoparasitische Kleinpilze mitgebracht und entsprechen Etikettiert.

Ein wenig verschnaufen ist angesagt. Auch unsere Hamburger Mitglieder Hans – Werner Griffel (links) und Ehefrau Dorothee ließen es sich nicht nehmen, die Ausstellung mit, wie immer, sehr sehenswerten Pilzarten zu bereichern. Ein ganz herzlichen Gruß in die Hansestadt an der Elbe! Besonders danken möchte ich auch unserem dienstältesten Pilzfreund Hans – Jürgen Willsch aus Wismar, der sich im Rahmen seiner Möglichkeiten wieder voll an unserer Veranstaltung beteiligte und somit zum Gelingen nicht unwesentlich beitrug!

Auch Sohn Jonas war wieder mit dabei. Hier bei der Anlieferung vom frischen Möhren. Auch hat er sich um den Waffelteig gekümmert, welches eigentlich meine Aufgabe als ehemaliger Konditor gewesen wäre.

Hier haben neben Hans – Jürgen unsere lieben Pilzfreunde aus dem Spreewald Platz genommen, für einen kleinen Moment des Verschnaufens. Seit Jahren legen sie ihren Ostsee – Urlaub so, dass sie uns bei der Ausstellung voll und ganz unterstützen können. Ganz liebe Grüße und ein riesiges Dankeschön von der Ostsee in den Spreewald!!!

Andrang am Imbissstand.

Viele nutzten, auch auf Grund des herrschenden Pilzreichtums, die Gelegenheit, sich eine der umfänglichsten Frischpilzausstellungen in M – V anzuschauen. Mit ihrem Besuch honorierten Sie eine liebevoll, zeit- und arbeitsintensiv zusammengetragene Pilzschau und es ist gleichzeitig bester Dank und Anerkennung an alle Beteiligten, die sich zum Gelingen dieses alljährlichen Höhepunktes engagiert haben. Und das alles ehrenamtlich um die Wismerer Pilzberatatungsstelle zu erhalten!

Für 2 Euro darf die Ausstellung in Augenschein genommen werden.

Und das loht sich auf jeden Fall!

Natürlich sind auch Steinpilze im Steinpilz – Wismar dabei.

Unsere Schauflächen sind zu 95 % ausgelastet.

Der Eintritt von 2.00 € dient einzig und allein dem Unterhalt des Steinpilz – Wismar!

Mit 281 Arten waren wir gut aufgestellt und das, obwohl vieles fehlte, was ich  gerne noch gezeigt hätte.

Die Pilzfreunde der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V. bedanken für ihren Besuch.

28./29. September 2019 – Tage der Pilze in Rehna

19. Tage der Pilze

Pilzverein Heinrich Sternberg Rehna e.V.

Große Pilzauzsstellung im Kloster Rehna

Diese Veranstaltung fiel wegen Ermangelung ausreichender Frischpilze im Raum Rehna leider aus!

Die Rehnaer Pilzfreunde freuen sich auf das nächste Jahr und hoffen auf bessere Zeiten.

22. September 2019 – Pilzwanderung bei Ritzerau

Pilzwanderung des BUND in Ritzerau

Ökologisch – kulinarische Pilzveranstaltung im Lübschen Forst

Pilzwanderung und Verköstigung im Lübschen Forst Ritzerau

Sonntag, der 22. September 2019, 10.00 – 16.00 Uhr in 23896 Ritzerau, Am Forstgehöft, Köhlerhütte (800 m geradeaus in den Wald).

Leitung: Hans – Heinrich Stamer (BUND), Irena Dombrowa (Keez, bei Brüel in M-V), Reinhold Krakow (Steinpilz – Wismar), Pilzführer Barbara Denker und Eckhard Kropla sowie die Köche Jürgen Zeh und Felix Riffel.

Unter fachkundiger Leitung wurde auf die Bedeutung aller Pilze für den Wald, die Bestimmung der giftigen, der nicht genießbaren und der Speisepilze eingegangen. Viele der gesammelten Pilze wurden in einer Gesamtschau sortiert, die Speisepilze gemeinsam geputzt und von unseren Köchen zum leckeren Pilzmenü verarbeitet und schließlich zur Verköstigung gereicht.

Die Teilnehmerzahl war begrenzt. Kostenumlage: Wanderung 7.00 €, Verköstigung 8.00 € (Kinder bis 13 Jahren die Hälfte). Kaffee, Kuchen und sonstige Getränke extra.

Das erste mal übernahm auch Sohn Jonas eine Gruppe, gemeinsam mit Hans – Heinrich Stamer.

Hans – Heinrich Stamer begrüßt die zahlreich erschienenen Pilz- und Naturfreunde.

Nach der Begrüßung und Einführung wurden wieder mehrere Gruppen gebildet, die dann jeweils in verschiedene Bereiche der Lübschen Forst unterwegs waren.

Zu den ersten Fundstücken in meiner Gruppe zählten etliche Exemplare der minderwertigen Steifen – Koralle (Ramaria stricta).

Der Specht – Tintling (Coprinus picaceus) begeistert immer wieder.

Auch der Igel – Stäubling (Lycoperdon echinaceum) ist eine markannte Gestalt und viel zu schön, um in der Pfanne zu landen.

Diesem Schicksal konnten diese leckeren Blassen Laubwald – Pfifferlinge (Cantharellus pallidus) nur schwerlich entkommen.

Immer wieder interessante Funde.

Der Violette Lacktrichterling (Lacarria ametystea) ist mit seiner eingedellten Hutmitte und den dicklichen, entfernt stehenden Lamellen so wie seiner etwas zähen Konsistenz bestens festgelegt und wird gerne eingesammelt.

Leicht giftige Doppelgänger sind die Vertreter der Rettich – Helmlinge. Hier sehen wir den Schwarzgezähnelten Rettich – Helmling (Mycena pelianthina). Etwas enger stehende Lamellen. Gebuckelte bis gewölbte Hutform und charakteristischer Rettich – Geruch lassen sie gut erkennen und abgrenzen.

Zwei essbare Schopft – Tintlinge (Coprinus comatus) und ein Specht – Tintling (Coprinus picaceus). Als jung essbar gelten nur die Schopf- Tintlinge.

Auch die Glimmer – Tintlinge (Coprinus micaceus) sollen ganz jung essbar sein, aber bitte ohne Alkohol!

Die häufigen Waldfreund – Rüblinge (Collybia dryophila) können von Kennern im Mischgericht Verwendung finden.

Violett, stahlblau oder auch grünlich können die Hüte des Frauen – Täublings (Russula cyanoxantha) aussehen. Die weißen Lamellen sind nicht brüchig. Sehr guter Speisepilz.

An Kiefernholz wächst der Purpurfilzige Holzritterling (Tricholomopsis rutilans). Der hübsche Pilz ist durch seine purpurötliche Färbung an Hut und Stiel sowie seine leuchtend gelben Lamellen und dem gleichfarbigem Hutfleisch bestens gekennzeichnet. Minderwertiger Speisepilz.

Die Grüngelben Gallertkäppchen (Leotia lubrica) sollen zwar auch gegessen werden können, sind aber meist unergiebig und sollten höchstens das Auge erfreuen.

Der kaum giftige, nach muffigem Kartoffelkeller riechende Gelbe Knollenblätterpilz (Amanita citrina) tritt in zwei Farbvarianten auf. Hellgelbgrünlich oder weiß.

Schließlich trafen am frühen Nachmittag wieder alle an der Köhlerhütte ein und die gesammelten Waldpilze wurden auf dem dafür vorgesehenen Tisch ausgelegt, die essbaren gesäubert und dem Koch übergeben. In gemütlicher Runde konnte dann dem Speis und Trank gefröhnt werden.

Damit schließlich auch alle Teilnehmer satt werden können, hatte der Koch bereits im Großmarkt eingekauft. Hier sind es Limonen – Seitlinge. In freier Wildbahn sollen die Pilze in Asien, Afrika und Russland vorkommen.

Auch braune Zuchtchampignons, Pfifferlinge, Semmelstoppelpilze und Shitake waren mit dabei.

Der Termin für`s nächste Jahr:

20. September 2020 um 09.45 Uhr am alten Forsthof im Lübschen Forst Ritzerau.

Voranmeldungen per E – Mail an:

Hans-Heinrich.Stamer@bund-rz.de

21. September 2019 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Grünen Knollenblätterpilzes

Sie führte durch das Kaarzer Holz

Wir starten in Richtung Kaarzer Holz.

Das Kaarzer Holz gehörte früher zum Staatsforst Turloff. Das teils hügelige Waldgebiet ist überwiegend in der Hand der deutschen Bundesstiftung Umwelt und soll in Zukunft weitgehend sich selbst überlassen werden. Es geht in Richtung Naturschutzgebiet. Vor wenigen Jahren führten wir hier im Auftrag der DBU Kartierungen durch. Auch Wölfe sind inzwischen wieder heimisch geworden. Noch sind viele Nadelforste dominant, das wird sich in Zunkunft allmählich ändern, wenn die Natur entscheiden darf, welche Bäume sich schließlich auf den meist sandigen Standorten durchsetzen und behaupten können. Heute gab es hier und auch auf den angrenzden Jülchendorfer Trockenhängen einen teils großen Pilzreichtum. Auf den Trockenwiesen so weit das Auge schauen konnte Riesenschirmpilze. In den noch monotonen Fichtenforsten reichlich Maronen – Röhrlinge. So konnte jeder der wollte mit einer reichen Ausbeute heimkehren und hat obendrein auch noch etwas dazu gelernt. Hier wie immer einige Bilder von der  heutigen Tour durch das Kaarzer Holz.

Zunächst begrüßten uns die Pferde freundlich.

Die ersten Fundstücke tauchen auf. Hier ist es ein gallebitterer und somit ungenießbarer Gefleckter Rübling (Collybia maculata).

Die sauerlich schmeckenden Rotfüßchen (Xerocomus chrysenteron) sind hingegen essbar und dürfen in den Sammelkorb wandern.

Genau so wie diese Butterpilze (Suillus luteus).

Essbar ist auch das häufige und an Laubholz – Stubben büschellig wachsende Weißstielige Stockschwämmchen (Psathyrella hydrophila).

Ergiebig wäre der Samtfuß – Krempling (Paxillus atrotomentosus), soll aber muffig und dumpfig schmecken. Wir finden ihn an Nadelholz – Stubben mit deutlicher Vorliege für Fichtenholz.

Der Widerliche Täubling (Russula pectinatoides) gehört zu den Kamm – Täublingen, mit stark gerieftem Hutrand. Zusammen mit dem ähnlichen und ebenfalls ungenießbaren Camenbert – Täubling finden wir ihn gerne unter Eichen, aber auch bei Linden in Parkanlagen.

Die Eiche ist auch der Lieblingsbaum des stark giftigen Pantherpilzes (Amanita pantherina).

Sowohl auf Trockenrasen wie auch in sandigen Kiefernwäldern wächst der Gedrungene Champignon (Agaricus spissicaulis). Er ähnelt etwas dem Wiesen – Champignon, ist aber kompakter und fleischiger.

Ein großer Becherling der Gattung Peziza am Waldwegrand. Wahrscheinlich handelt es sich um den Buchenwald- oder Riesenbecherling. Ohne Speisewert.

Eine junge Krause Glucke (Sparassis crispa) erblickt das Licht der Welt und bald den heißen Pfannenboden.

Da ist natürlich die Freude groß!

Ein Perlpilz (Amanita rubescens) vom feinsten. Auch er wird sicherlich vortrefflich munden!

Von Unkundigen gerne mit der Krausen Glucke verwechselt werden die Vertreter der Korallenpilze. Hier sehr wir die häufige und minderwertige Steife Koralle (Ramaria stricta).

Junge Grünblättrige Schwefelköpfe (Hypholoma fasciculare) geben ein schönes Bild ab, sind aber giftig und sollten im Wald bleiben.

Leckere Parasole (Macrolepiota procera). Die strohigen Stiele können getrocknet und zu Pilzpulver verarbeitet werden.

Monotoner Fichtenforst mit einer ebenso monotonen Pilzflora.

Die Monotonie bestand hauptsächlich aus Maronen – Röhrlingen (Xerocomus badius) aller erster Wahl. Nun gab es kein halten mehr und die Körbe und Eimer der Mykophagen füllten sich rasant.

Und so gelangte so mancher Korb an seine Kapazitäts – Grenze.

21. September 2019 im Kaarzer Holz.

Wann findet die nächste Pilzwanderung statt? – Siehe unter Termine!

18. September 2019 – Mittwochsexkursion bei Lübz

Mittwochsexkursion

Auch exklusiv für interessierte Pilzfreunde

Es ging in das MTB 2538/4 – Lübz

Der Regen kam für die heutige Exkursion zu spät in den Kreiener Tannen.

Heute war der letzte Quadrant des Meßtischblattes Lübz an der Reihe. Es standen 4 Exkursionsgebiete zur Auswahl: die Blockkoppel, die Kreiener Tannen, im Notstall und die Schlemminer/Vietlübber Tannen. Durch die Blockkoppel verläuft eine Quadranten Grenze und außerdem waren wir hier im vergangenen Jahr schon im Rahmen einer öffentlichen Lehrwanderung unterwegs. So hatte ich mich für die Kreiener Tannen entschieden. Auch weil sich hierzu ein interessierter Pilzfreund aus Bützow angemeldet hatte und wir einen markanten Treffpunkt ausmachen mußten. Dieser war gegen 10.00 Uhr am Ortseingang von Benzin. Von hier aus fuhren wir bis zum nahen Waldrand und begannen unserer Exkursion. Während es beispielsweise in den Wäldern um Weberin herum reichlich Frischpilze gab, war es hier noch sehr trostlos. Ergiebig geregnet hatte es zwar kürzlich auch hier, aber die Niederschläge müssen erst noch einwirken. Hier einige Bilder von der heutigen Tour:

Die Rötende Tramete (Daedaleopsis confragosa) ist ein häufiger Laubholzbewohner. Der einjährige Porling ist nun wieder frisch erschienen und wird noch mehrere Monate am Substrat verweilen, bevor er irgndwann im nächsten Jahr verrottet.

Neben Buchenbereichen gibt es auch Fichten- und Kiefernforste in den Kreiener Tannen.

Zu den bedeutsamsten Funden zählten diese Holzkohlenpilze (Daldinia concentrica) an Betula.

Ausgesprochen gemein ist hingegen der Dickschalige Kartoffel – Hartbovist (Scleroderma citrinum).

Sehr gefreut habe ich mich über den Zweifarbigen Knorpelporling (Gloeoporus dichrous) an einem trockenen Eichen – Ast.

Der Flatter – Milchling (Lactarius tabidus) ist ein Massenpilz unter Birken und Fichten.

Etwas ausgeblasst präsentiert sich hier der an Kiefernholz wachsende Purpurfilzige Holzritterling (Tricholomopsis rutilans).

Zumindest für meinen Begleiter hat sich die Tour hinsichtlich von Speisepilzen mehr als gelohnt.


Hier die Artenliste von MTB 2538/4 – Kreiener Holz: Eichen – Mehltau, Rötende Tramete, Gemeine Stinkmorchel, Klebriger Hörnling, Brennender Rübling, Rosablättriger Helmling, Ahorn – Runzelschorf, Grünblättriger Schwefelkopf, Krause Glucke, Grauweißer Saftporling, Schmetterlings – Tramete, Gelber Knollenblätterpilz, Wurzelschwamm, Mäuseschwänzchen, Adlerfarn – Fleckenpilz, Holzkohlenpilz, Striegeliger Schichtpilz, Dickschaliger Kartoffel – Hartbovist, Rehbrauner Dachpilz, Vielgestaltige Kohlenbeere, Löwengelber Porling, Echter Zunderschwamm, Schwefelporling, Zweifarbiger Knorpelporling, Waldfreund – Rübling, Judasohr, Eichen – Rindensprenger, Birken – Zungenporling, Flatter – Milchling, Fleischroter Lacktrichterling und Purpurfilziger Holzritterling.


Wer also gerne einmal mit dem Fachmann ganz exklusiv durch den Wald auf der Suche nach allen möglichen Großpilzen wandern möchte, ist sehr herzlich eingeladen. Siehe unter „Termine“.

14. September 2019 – Treffen am Roten See

Vereinstreffen am Roten See

Pilzverein Heinrich Sternberg Rehna e.V.

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

14. Vereinstreffen am Roten See bei Brüel

Die Wismarer Pilzfreunde und interessierte Gäste trafen sich am Sonnabend, dem 14. September 2019, gegen 09.45 Uhr mit den Rehnaer Pilzfreunden auf dem Parkplatz am Roten See.

Zu Beginn ein kurzes Gebet an den Pilzgott, dass er uns doch reichlich die Körbe füllen möge. Foto Torsten Richter.

Mit dabei auch Karola Friedrich aus Schwerin, Christopher Engelhardt aus Lübeck und im Hintergrund Robert Grieben aus Wismar.

Nach dem im vergangenen Jahr unser traditionelles Vereinstreffen am Roten See aufgrund der lang anhaltenden Trockenheit und der Tatsache, dass die dortige Blockhhütte geschlossen war, ausfallen mußte, wollten wir uns in diesem Jahr wieder hier zu Exkursionen und anschließendem, gemütlichen Beisammensein bei Speiß und Trank einfinden. Nach kurzer Begrüßung brachen wir zu unseren Exkursionen auf. Eine Gruppe um Torsten Richter umwanderte den Deichelsee und Reinhold Krakow zog mit einer weiteren Truppe durch die Wälder oberhalb des Hohl- und Deichelsees. Während an den Seeufern nicht viel zu holen war, konnten die Pilzfreunde im übrigen Gebiet recht zufrieden sein. Vor allem Rotfuß – Röhrlinge landeten in den Körben.

Der Aufbruch.

Gleich nach dem Start am Wegesrand einige Grünende Fichtenkorallen (Ramaria abietina).

Mit einem guten Objektiv können auch kleinste Pilze, die Torsten Richter hier in den Händen hält, hervorragend abgebildet werden.

Ein stark gilbender, essbarer und kräftig nach Anis duftender Zwerg – Champignon.

In Größe und auch habituell ähnlich sind diese Glänzenden Egerlings – Schirmpilze (Egerling = Champignon) – Sericeomyces sericifer var. sericatellus – die in unmittelbarer Nähe am Wegrand wuchsen. Fotografiert und bestimmt hat sie Torsten Richter. Die seltenen Pilze sollen wärmeliebend sein. Durch die letzten heißen und trockenen Sommer wurde gerade diese Gattung und ihre nahen Verwandten in diesem Herbst zum vermehrten Wachstum angeregt. Im Unterschied zu ähnlichen Egerlingen oder Zwerg – Champigons sind ihre Lamellen weiß und nur beim Rosablättrigen Egerlings – Schirmpilz später schmutzig rosa. Die hier gezeigte Art soll nach Torsten Richter extrem giftig sein!

Schön sind die milchigen Tröpfchen auf der Unterseite des Körnchen – Röhrlings zu erkennen.

Bei etwas reiferen Fruchtkörpern sind diese meist nicht mehr vorhanden. Körnchen – Röhrling (Suillus granulatus) am Standort fotografiert.

Rotfuß – Röhrlinge (Xerocomus chrysenteron) landeten heute am häufigsten in der Körben der Sammler.

Der Hohlsee an diesem schönen Spätsommertag.

Die herrlich duftende Fenchel – Tramete (Gloeophyllum odoratum) mit frischem Zuwachs an einem alten Fichtenstubben.

Ein Kegelschuppiger Schirmpilz (Lepiota aspera) mit vergleichsweise wenigen Kegelschuppen. Sehr dicht stehende Lamellen, ein filigraner, wattig – spinnwebartiger Ring (Manschette) und ein stechender Geruch grenzt ihn von den meist essbaren Riesenschirmpilzen deutlich ab.

Essbar sind die mild schmeckenden Ziegelroten Täublinge (Russula velenovskyi).

Ganz besonders lecker sind diese fleischigen Würzigen Tellerlinge (Rhodocybe truncata). Habituell ähneln sie den Maipilzen und kommen auch gern an deren Standorten vor.

Ganz vereinzelt war auch ein Steinpilz (Boletus edulis) mit von der Partie.

Diesen großen, weißen Milchling, finden wir nur unter Pappeln. Es handelt sich um den Rosascheckigen Milchling (Lactarius controversus). Er ist nach herkömmlichen Zubereitungsmethoden ungenießbar.

Die Mahlzeit ist gesichert. Rotfuß – Röhrlinge riechen und schmecken allerdings säuerlich und das ist nicht jedermanns Sache.

Und auch hier hat es gelohnt. „Durchaus gut gefüllte Pilzkörbe und das im trockenen September“ schreibt Torsten Richter zu seinem Foto.

Gegen 13.00 Uhr trudelten wieder alle am Roten See ein und begaben sich zur Blockhütte. Da sie glücklicherweise eine neue Pächterin gefunden hat, durften wir uns hier wie gewohnt zünftig stärken und natürlich auch auf unsere Erfolge mit einem Pils vom Fass anstoßen.

Zur Erinnerung an einen schönen Vereinsausflug an den Roten See im September 2019. Foto ebenfalls Torsten Richter aus Rehna.

Wetter und Wasser waren noch warm genug und wer wollte konnte auch  einen Sprung in die Fluten des Roten Sees wagen. Falls die gefundenen Pilze zum Sonntagsbraten noch nicht ausreichten, bestand auch die Möglichkeit eine Angel in den See zu halten.

Der Rote See an diesem 14. September 2019.

Das Ende der Veranstaltung bestimmte wie immer jeder für sich.

Hoffen wir auch im nächsten Jahr auf ein reges Interesse aller Pilzfreunde in unseren beiden Vereinen wenn es wieder heißt „Auf zum Roten See“.

11. September 2019 – Mittwochsexkursion bei Lübz

Mittwochsexkursion

Exklusiv auch für interessierte Pilzfreunde

Der dritte Quadrant des Meßtischblattes Lübz

Heute ging es in den dritten Quadranten des Lübzer Meßtischblattes 2538/3. Hier standen gleich vier Waldgebiete zur Auswahl: die Burower Tannen, der Tannenkamp, das Kreiener Holz und die Kreiener Tannen. In den Burower Tannen überwiegen laut Karte Nadelholzbestände. Der Tannenkamp und das Kreiener Holz hängen zusammen und bieten sowohl Nadel- wie auch Laubwald sowie Feuchtgebiete. So wurde er der heutige Zielwald. Am Vormittag traf ich mich hier mit Almut Hauschild von Korax – Film Schwerin. Die Produktionsfirma für Naturdokumentationen arbeitet u. a. auch für den NDR. Ihr Anliegen war heute eventuell einige Pilzarten vor die Foto – Linse zu bekommen, die eine mystische Aura besitzen und deshalb im Volksglauben früherer Zeiten mit märchenhaften Bezeichnungen versehen wurden. Hexenpilze und Satans – Röhrlinge waren heute zwar nicht dabei, aber das Hexenei der Stinkmorchel oder in einem Hexenring angeordnete Pilzfruchtkörper passen durchaus in diese Thematik, die einem neuen Filmprojekt zugrunde liegt.

Auf einer Lichtung mit reichlich Totholz begrüßten uns diese Falschen Pfifferlinge (Hygrophoropsis aurantiaca).

Unmittelbar daneben eine Gruppe Nadel – Scheidlinge (Volvariella hypopythis).

Etwas geheimnisvoll und mystisch sind diese Nestlinge. Aus den Gestreiften Teuerlingen (Cyathus striatus) und verwandten Arten wurde in früheren Zeiten über teure oder gute Jahre orakelt.

Ein gefundenes Fressen anscheinend nicht nur für die Fliegen, die so für die Sporenverbreitung sorgen. Nach dem die Hexen ihre Eier in den Waldboden gelegt haben, schlüpfen ein wenig später die Stinkmorcheln (Phallus impudicus).

Ein wenig seltsam geht es auch bei diesen Spaltblättlingen (Schizophyllum comune) zu. Sie können ihre gespaltenen Einzellamellen je nach Witterung öffnen oder schließen.

Und es wird noch verrückter. Dieses Pilztierchen bewegt sich in zwei Welten, einer amöboiden und einer pilzlichen. Fadenstäubchen (Stemonitis fusca).


Hier die Artenliste von 2538/3 = Kreiener Holz: Falscher Pfifferling, Nadel – Scheidling, Flächiges Eckenscheibchen, Schmetterlings – Tramete, Löwengelber Porling, Gelbbräunlicher Trichterling, Riesenporling, Herber Zwergknäuling, Geweihförmige Holzkeule, Gemeine Stinkmorchel, Buckel – Tramete, Waldfreund – Rübling, Gestreifter Teuerling, Striegelige Tramete, Spalblättling, Warziger Drüsling, Striegeliger Schichtpilz, Brandkrustenpilz, Angebrannter Rauchporling, Flacher Lackporling, Rotfuß – Röhrling, Dunkles Fadenstäubchen, Grünblättriger Schwefelkopf und Knopfstieliger Rübling.


Wer also Lust hat, den Fachmann auf einer Entdeckungstour zu begleiten, ist sehr herzlich eingeladen. Siehe unter Termine!

10. September 2019 – Treffen der Pilzfreunde

Treffen der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. Gruppe der Pilzfreunde

Vorbereitungstreffen zur 27. Großpilzausstellung

Wie schnell doch die Zeit vergeht. Schon wieder kamen wir zusammen, um unsere traditionelle Großpilzausstellung vorzubereiten. Aus organisatorischen Gründen haben wir in diesem Jahr unseren langjährigen Termin vom letzten September – Wochenende, auf das erste Obtober – Wochenende gelegt. Damit kommen wir den Rehnaer Pilzfreunden entgegen, die wegen des frühen Beginns der Herbstferien um eine Termin – Verschiebung baten. Somit wird ermöglicht, dass beide Veranstaltungen stattfinden können, da auch der Steinpilz – Wismar nicht unwesentlich zum gelingen der Rehnaer Pilztage beiträgt. Leider wurden die Tage der Pilze kurzfristig wegen Ermangelung an Frischpilzen in der Region um Rehna abgesagt.

Wir haben in diesem Jahr auch den Vorteil des langen Feiertagswochenendes, an dem wesentlich mehr Gäste in der Hansestadt weilen dürften. Es wird an vier Tagen (04. – 07.10.2019) unsere Großpilzschau zu bewundern sein. Unser beliebter Pilz – Imbiss findet auch wieder statt, so dass nicht nur hier für zu klären war, wer am Sonnabend und Sonntag mit dabei sein kann, sondern auch wer im Vorfeld in die Wälder der Umgebung mit wem und wann fahren kann, um eine größtmögliche Bandbreite von Frischpilzen aufzuspüren. Außerdem stand auf der Tagesordnung, wer an den Ausstellungstagen bereit ist, die Standbetreuung und die Absicherung der Ausstellung mit zu gewährleisten! Alle diese Fragen galt es heute Abend zu klären. Leider hielt sich die Teilnahme der Mitglieder in Grenzen. Das muss zukünftig besser werden!

Die Veranstaltung endete gegen 20.00 Uhr. 

08. September 2019 – Hundewanderung bei Weberin

Hundewanderung der DOGS Schwerin 2019

Hundeschule Martin Rütter Schwerin

Treff war am Sonntag, dem 08. September 2019, um 10.00 Uhr in Weberin, am ehemaligen Kaffee Naschwerk.

Nach dem unser Termin im letzten Jahr der Trockenheit zum Opfer gefallen ist, waren in diesem Jahr so viele Anmeldungen eingegangen, dass wir einigen sogar absagen mußten. Mit der Hundeschule Martin Rütter Schwerin, unter der Leitung von Hundeführer und Ausbilder Sven Kunkel und Reinhold Krakow vom Steinpilz – Wismar, ging es heute wieder mit Herrchen und Frauchen sowie den jeweilig zugehörigen Vierbeinern auf Pilzpirsch. Neben dem Aufspüren der Sporenträger galt auch dem Verhalten der Hunde in der Gruppe und im wildreichen Gelände unser Hauptaugenmerk. Das Wetter war ideal. Sonnig und angenehm warm. Der saure Nadelmischwald hatte Ende August kräftig Regen abbekommen, so dass es auch einiges zu entdecken gab.

Gleich nach dem Start der erste Halt.

Ein Gelbbräunlicher Scheidenstreifling (Amanita fulva). Der ist essbar und wanderte in den Korb.

Die magere Ausbeute eines uns entgegen kommenden Pilzsuchers. Der Gallen – Röhrling sollte aber besser nicht im Gericht landen!

Dann schon lieber dieses Hexenei, die Jungform der Stinkmorchel (Phallus impudicus).

Der Samtfuß – Krempling (Paxillus atrotomentosus) kann zwar nicht schaden, lecker ist er jedenfalls nicht!

Auch auf diesen zwar essbaren, aber miderwertigen Sprödblättler kann man gerne verzichten.

Es handelt sich um den Gelbweißen Täubling (Russula ochroleuca).

Gegen diese schönen Pfifferlinge (Cantharellus cibarius) ist hingegen nichts einzuwenden.

Auch der Orangerotet Graustiel- und der Apfel – Täubling sind gute Speisepilze.

In dieser Form sind die jungen Scheidenstreiflinge für den Transport bestens geeignet.

Essbare Orangerote Graustiel – Täublinge (Russula decolorans) in bester Qualität.

Ein sauberes, leuchtendes Gelb besitzt der Chromgelbe Graustiel – Täubling (Russula claroflava). Wir finden ihn etwas seltener unter Birken, gern auch in moorigem Gelände. Wie alle Graustiel – Täublinge ein guter Speisepilz.

Im selben, sauren Nadelwald beheimat, der Heimtückische- oder Zedernholz – Täubling (Russula badia), links, mit unerträglicher Schärfe in den Lamellen und rechts der milde und essbare Apfel – Täubling (Russula paludosa).

Unter Birken findet sich der essbare und durch seine rötlichen Zonen um den Stiel auch gut gekennzeichnete Geschmückte Gürtelfuß (Cortinarius armillatus).

Ein strenger Kiefern – Begleiter ist der Buckel – Täubling (Russula caerulea). Auch er ist als Mischpilz willkommen.

Minderwertig, aber nicht fürs Auge, ist der an Kiefernstubben oder deren Wurzeln wachsende Purpurfilzige Holzritterling (Tricholomopsis rutilans).

In seinen gelben Lamellen haben es sich zahlreiche Springschwänze gemütlich gemacht.

An und um alte Baumstümpfe brechen zahlreiche Büschel des giftigen Grünblättrigen Schwefelkopfes (Hypholoma fasciculare) hervor.

Die Runde durch den Weberiner Wald schließt sich bald.

Gipsy hat alles im Blick.

Hier ist von oben schon alles klar. Fleischrötliche Huthaut, die nicht bis zum äußersten Hutrand heran reicht, zeichnet den Fleischroten Speise – Täubling (Russuala vesca) aus. Einer der schmackhaftesten Täublinge!

Der Rotbraune Flämmling (Gymnopilus picreus) war vor nicht alzulanger Zeit selten in Mecklenburg. In den letzten Jahren breitete er sich immer mehr aus. Wir finden ihn büschelig an Nadelholzstubben, besonders von Fichten. Ungenießbar.

Eine schöne und kurzweilige sowie lehreiche Pilzwanderung mit Hundeführung neigt sich dem Ende zu.

Wer gerne an dieser ganz speziellen Veranstaltung mit Lerneffekt und möglicherweise einer leckeren Pilzpfanne am Abend teilnehmen möchte, sollte sich auch im nächsten Jahr rechtzeitig bei der Hundeschule DOGS in Schwerin anmelden. Die Tour ist für ca. 3 Stunden geplant.

Pokrenter Straße 15, 19209 Renzow, Tel.: 038874/229743, Handy: 0176/51495257

Siehe unter www.martinruetter.com de.

07. September 2019 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Grünen Knollenblätterpilzes

Sie führte durch den Hütter Wohld

Der Parkplatz am Doberaner Münster war Zweittreffpunkt zu unserer Wanderung.

Die Hochsaison hat inzwischen begonnen und ich habe heute wieder zu einer geführten Lehrwanderung sehr herzlich eingeladen. Dieser folgten knapp 20 Pilzfreunde aus nah und fern. Der Hütter Wohld bei Bad Doberan stand auf dem Programm. Es ist nicht das erste mal, dass wir in diesem hügeligen und abwechslungsreichen Waldgebiet unterwegs waren. Das Revier gehört zu unseren artenreichsten Wäldern und ist auch bei vielen Rostockern sehr beliebt. So holen sich die dortigen Pilzberater u. a. auch von hier ihre Ausstellungsexponate zur alljährlichen Landespilzausstellung im Botanischen Garten. Dort sind selbst solche Raritäten wie die sehr seltenen Satans – Röhrlinge zu sehen, die hier regelmäßig gefunden werden können. Natürlich sind sie giftig, aber Giftpilze sind schließlich auch die wichtigsten Großpilze einer jeden Ausstellung, um mögliche Verwechslungen mit ähnlichen Speisepilzen durch Gegenüberstellung im Vergleich auszuschließen. Dieses Anliegen verfolgen wir auch mit unseren Lehrwanderungen. Lernen ist daher auch der tiefere Sinn solcher Veranstaltungen. Springt am Ende  auch noch eine leckere Mahlzeit heraus, ist die Wanderung ein voller Erfolg. So wurde heute sowohl der Lern- wie auch der Küchenaspekt erfüllt, denn es war ein recht vielfältiges Spektrum von frischen Großpilzen im Angebot.

In Parkentin ist der Startschuß gefallen.

Und sogleich begrüßten uns die ersten Pilze. Hier ist es ein leckerer Nelkenschwindling (Marasmius oreades). Gut sind die dicklichen Lamellen zu erkennen, die zum Hutrand hin mit kürzeren Lamelletten untermischt sind.

Bei den wunderbaren Stockschwämmchen ist besonders auf die bräunlichen Schüppchen am Stiel zu achten.

Und natürlich auch auf die hygrophane Randzone.

Der schwach giftige Schwarzgezähnelte Rettich – Helmling (Mycena pelianthina) darf nicht mit ähnlichen Lacktrichterlingen verwechselt werden. Man achte auf die schwärzlichen Lamellen – Schneiden und den Rettich – Geruch.

Ein großer Sprödblättler ist der Dickblättrige Schwarztäubling und somit eigentlich ergiebig. Tatsächlich ist er zwar essbar, gilt aber als minderwertig.

Büscheliges Wachstum um und an Stubben, schwefelgelbe Stiele, grünliche Lamellen und bitterer Geschmack sind die wichtigsten Kennzeichen dieses fast ganzjährig vorkommenden Giftpilzes. Grünblättriger Schwefelkopf (Hypholoma fasciculare).

Giftig ist auch der frühzeit im inneren violettschwarze Dickschalige – Kartoffel – Hartbovist (Scleroderma citrinum).

Der Purpurschwarze Täubling (Russula atropurpurea) ist bestenfalls als Mischpilz zu verwerten, denn er schmeckt etwas schärflich in den Lamellen.

Zieht man den dünnfleischigen Hut nach oben vom Stiel ab, bleibt ein Druckknöpfchen zurück. Knopfstieliger Rübling (Collybia confluens). Ungenießbar.

Der kleine Nadel – Scheidling (Volvariella hypopithes) wirkt wie eine Miniaturausgabe des großes Wolligen Scheidlings. Ohne Speisewert.

Weiße Lamellen und weißer Stiel sowie schmutzig gelbe Hutoberfläche und sein häufiges Massenwachstum in Laub- und Nadelwäldern zeichnen diesen minderwertigen Pilz aus. Gelbweißer-, Ocker- oder Zitronen – Täubling (Russula ochroleuca).

Ein spinnwebartiges Häutchen ist beim jungen Kegelschuppigen Schirmpilz (Lepiota aspera) beim Aufschirmen zwischen Stiel und Hutrand typisch. Auch seine sehr engen Lamellen und ein stechender Geruch. Ungenießbar.

Der giftige Rosa – Rettichhelmling (Mycena rosea) gilt als Verwechlungsart mit Lacktrichterlingen.

Überwiegend an Fichtenstubben ist dieser große und attraktive Blätterpilz, der eigentlich ein Röhrling ist, anzutreffen. Der Samtfuß – Krempling (Paxillus atrotomentosus). Sein samtig brauner Stiel ist das wichtigste Erkennungsmerkmal dieses schönen, aber zu Speisezwecken miderwertigen Pilzes.

Ein ungenießbarer Brandiger Ritterling.

Seine maronenbraune Hutoberfläche ist teis schwärzlich schattiert. Er wirkt wie angebrandt.

Ein kräftiger Täubling mit rotem Hut im Buchenwald.

Die stämmige und festfleischige Art besitzt einen ockergelblichen Schein in den Lamellen. Es handelt sich um den nicht sonderlich häufig vorkommenden Ockerblättrigen Zinnober – Täubling (Russula pseudointegra). Essbar. Der Geschmack des rohen Pilzes ist zunächst äußerst angenehm, entwickelt später aber einen etwas unangenehmen Nachgeschmack. Zumindest beim rohen Pilz.

Ebenfalls im Buchenwald, rothütig, aber im wesentlichen schmächtiger, mit reinweißen Lamellen und giftig scharfem Geschmack findet sich der Buchen – Speitäubling (Russula mairei). Ungenießbar.

Zwei weitere, minderwertige Täublinge des Buchenwaldes. Links der Stinktäubling (Russula foetens) und rechts der Dichtblättrige Täubling (Russula densifolia).

Purpurrote Hutoberfläche…

und schön gelbe Lamellen zeichnen den auf Nadelholz wachsenden und minderwertigen Purpurfilzigen Holzritterling (Tricholomopsis rutilans) aus.

Die Mühe war wohl um sonst, alles Gallen – Röhrlinge!

Kein Wunder, dass er immer wieder gerne eingesammelt wird, ist er doch ein sehr attraktiver Röhrling. Aber wehedem, es gelangt auch nur ein einziges Exemplar in die Speise! Gallen – Röhrling (Tylopilus felleus).

Schön bunt, aber ungenießbar. Klebriger Hörnling, Buchen – Speitäubling und Rotschuppiger Rauhkopf.

Endlich Edelpilze. Die Herbstrompete (Craterellus cornucopioides). Frisch zubereitet nicht schlecht, getrocknet ein Gedicht!

Da gab es kein halten mehr.

Und schon wieder ein Nest mit Waldtrompeten.

Ein kleiner Täubling mit einem besonders leuchtenden Gelb – der Sonnen – Täubling (Russula solaris). Sein brennend scharfer Geschmack ist allerdings weniger freundlich.

Wohlriechende Gürtelfüße (Cortinarius torvus) riechen zwar angenehm, als Speisepilze sind sie jedoch nicht zu empfehlen.

Der weiße und scharfe Milchsaft des Wolligen Milchlings (Lactarius vellereus) macht diesen großen und fleischigen Sprödblätter für uns ungenießbar. In Sibirien wird er hingegen in großen Mengen für den Wintervorrat eingesammelt. Nach spezieller Zubereitung dient er dort als Nahrung um über die langen und harten Wintermonate zu kommen.

Dieser Rotfuß – Röhrling Eichen – Filzröhrling (Xerocomus crysentheron) darf gerne ein Pilzgericht bereichern.

Nicht zu empfehlen ist hingegen die an alten Holzresten wachsende Steife Koralle (Ramaria stricta). Korallen – Pilze sind oft auch für den Mykologen schwer zu bestimmen und da es auch giftige Arten gibt, sollte man generell die Finger von ihnen lassen.

Auch der alte Mann des Waldes, der Strubbelkopf (Strobilomyces floccopus) ist eher etwas fürs Auge als für die Bratpfanne.

Ungenießbar ist auch der an Fichtenholz vorkommende Getropfte Saftporling (Oligoporus guttulatus).

Auch der große Bluthelmling (Mycena haematopus) ist ohne Speisewert.

Erinnerungsfoto an eine durchaus lehrreiche Pilzwanderung durch den Hütter Wohld am 07. September 2019.

Wann startet die nächste Pilzwanderung? – Siehe unter Termine!

04. September 2019 – Kartierungsexkursion am Mittwoch

Mittwochsexkursion

Exklusives Angebot auch für interessierte Pilzfreunde

Es ging in das Meßtischblatt 2538/2

An der Elde – Müritz – Wasserstraße.

Es ging heute also in den zweiten Quadranten des Meßtischblattes Lübz. Ziel war der Fahrenhorst zwichen Broock und Kuppentin. Das Waldgebiet wird von der Müritz – Elde Wasserstraße durchquert. Im vergangenen Jahr führte hier bereits eine Pilzwanderung hin. Damals war es aufgrund der lang anhaltenden Trockenheit recht bescheiden mit Frischpilzen. Heute war es nicht viel anders, nur das es noch weniger gab, da wiederum viel zu trocken! Im Wald befindet sich am Ufer der Wasserstraße auch das Bermuda – Dreieck mit Imbiss. Ein Rastplatz für Wasserwanderer, an dem man sich möglicherweise nach längerer Entdeckungstour auch stärken kann.

Riesig gefreut habe ich mich gleich zu Beginn über ein Wiedersehen mit dem Blassgrünen Knorpelporling (Ceriporiopsis pannocincta). Der nicht häufige, resupinat an totem Buchenholz wachsende Porling, zeichnet sich u. a. durch seinen herbsäuerlichen Geruch aus, der an den Rotrandigen Baumschwamm erinnert. Hier wuchs der Pilz an der Unterseite eines liegenden Baumstammes und griff sogar auf altes Laub über.

Die Art wuchs in etwa in diesem Bereich mit Altbuchen.

Auch über diesen Fund war ich durchaus hoch erfreut. Ein naher Verwandter, nähmlich der Zweifarbige Knorpelporling (Gloeoporus dichrous). Hier an trocken liegenden Eichen – Ästen.

Neben Buchen- und Eichenwäldern wurden in früheren Jahrzehnten im großen Stil Fichten aufgeforstet. Es war sicher vor einiger Zeit ein Eldorado für Fichten – Steinpilze. Auch heute gibt es noch jüngere Bereiche, wo man diesbezüglich  fündig werden dürfte. Natürlich auch unter Eichen und Buchen! Hier dürften allerdings inzwischen eher die Maronen – Röhrlinge Erfolg versprechen.

Die Buchen tragen übrigens in diesem Jahr eine derart fette Mast, dass sich zumindest die schwächeren Äste weit nach unten neigen. Nicht das es noch zu Bucheckern – Bruch kommt!


Hier die kleine Artenliste von MTB: 2538/2 – Fahrenhorst: Echter Zunderschwamm, Blassgrüner Knorpelporling, Gelbe Lohblüte, Schwarzbrauner  Stielporling, Fichten – Wurzelschwamm, Eichen – Wirrling, Brandkrustenpilz, Zweifarbiger Knorpelporling, Eichen – Mehltau, Adlerfarn – Fleckenpilz, Feinschuppiger Trichterling, Flacher Lackporling, Angebrannter Rauchporling, Striegelige Tramete und Schmetterlings – Tramete.


Das Bermuda – Dreieck.

Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

31. August 2019 – Pilztag in Brandenburg

Pilztag in Brandenburg

Kleines Pilzseminar für Anfänger in Worin

Oliver Justus war Initiator und Organisator eines Pilztages im Osten Brandeburgs. Poträtiert von Ulrich Klein.

Dieser Tag vereinte sowohl Theorie, wie auch Praxis für den interessierten Pilzfreund. Am Vormittag gab es einen PowerPoint – Vortag von Ulrich Klein und nach dem Mittagessen starteten wir in den Wald, um erlerntes sogleich in die Praxis umzusetzen.

Deshalb haben sich an diesem heißen August – Wochenende Monika Peter mit Freund, Anke Weselow, Ulrich Klein und Reinhold Krakow vom Steinpilz – Wismar auf den Weg nach Worin, in die Gemeinde Märkisch – Oderland gemacht.

Tagungsstätte war die ehemalige Woriner Wassermühle.

Das denkmalgeschütze Objekt von außen. Foto: Ulrich Klein.

Der Verein „Wassermühle Worin e.V.“ kümmert sich um den Erhalt und Nutzung der historischen Gebäude. Foto: Ulrich Klein.

Ulrich hat auch die Eröffnung der Veranstaltung durch Oliver Justus im Bild festgehalten.

Danach übernahm Ulrich das Zepter und begann in Form einer PowerPoint – Präsentation seine Einführung in das Reich der Pilze.

Gespannte und interessierte Zuhörer.

Trotz des heißen Wetters hat sich der Seminarraum doch noch gut gefüllt.

Zur Einstimmung auf die anschließende Pilzwanderung hatte ich schon einige Frischpilze mitgebracht.

Nach dem Mittagessen ging es dann bei über 30 Grad im Schatten in den ausgetrockneten und aufgeheizten Woriner Wald.

Wider erwarten durchbrachen zwei Frischpilze den knochentrockenen, märkischen Sand.

Es handelte sich um essbare Fransige Wulstlinge (Amanita strobiliformis). Mit ihrem quarkig – flockig behangenen Hutrand sind sie bestens charakterisiert.

Es war auch eine junge Dame dabei, die sich hervorragend mit Kräutern auskannte und diese gab es immerhin reichlicher als Pilze.

Aber hin und wieder konnten wir dann doch fündig werden. Hier ist es ein an Nadelholz – Stümpfen, insbesondere von Fichten, recht häufiger Samtfuß – Krempling (Paxillus atrotomentosus). Gut kenntlich an seinem braunsamtigen Stiel. Als Speisepilz nicht empfehlenswert.

Der Ahorn – Runzelschorf (Rhytisma acerina) ist ein im Herbst überaus häufiger Phytoparasit an Ahorn – Blättern.

Ulrich bei der kritischen Musterung eines soebend gefundenen Großpilzes.

Und hier wird es noch größer. Gut ist die lange Pfahlwurzel des Wurzel – Schleimrüblings (Xerula radicata) zu sehen.

Dem Holzkohlenpilz in diesem sandigen Waldgebiet zu begegnen, hätten wir nicht vermutet. Kennen wir ihn in Nordwestmecklenburg eher aus auwaldartigem Gelände auf schweren Böden. Auch irritiert die schollige Struktur auf den Fruchtkugeln. Möglicherweise ist es eine andere Art aus der Gattung der Holzkohlenpilze (Daldinia spec.), als die bei uns in Mecklenburg.

Na wo stehen sie denn?

Die Ausschau wird belohnt.

Leider ist es nur ein galle bitterer Vertreter der beliebten Röhrlinge, der Gallen – Röhrling (Tylopilus felleus). Die Röhren sind schon rosa, beim Steinpilz wären sie in diesem Stadium grünlichgelb.

Uns fielen diese ungewöhnlich verformten und klebrigen Eicheln auf. Verursacht von der Knopperngallwespe (Andricus quercuscalicis). Die Gallen werden an Stieleichen gebildet. Das Insekt wechselt jedoch von der Stieleiche zur Zerreiche und umgekehrt. Kommt also nur dort vor, wo die aus dem Mittelmeergebiet eingeführte Zerreiche in der Nähe ist. Die Gallen schaden den Eichen kaum.

Ulrich beim fachsimpeln mit der netten Kräuter – Expertin, die etwas mehr über Pilze erfahren wollte.

Auf der grasigen Trifft des Waldweges einige Bauchpilze, nähmlich der Bleigraue Bovist (Boviste plumbea). Jung weiß, bei der Reifung platzt die Exoperidie und legt die bleigraue Fruchtkugel blank, in der sich die Sporen befinden. Der Bovist ist also doppelhäutig und jung essbar.

Giftig ist hingegen der Zimtfarbene Weichporling (Hapalopilus rutilans). Er eignet sich allerdings bestens zum Färben von Wolle. Foto: Ulrich Klein.

Hier erregt die Aufmerksamkeit der Naturfreunde aber kein Pilz.

Sondern diese auffällig gezeichnete Wespen – Spinne (Argiope bruennichi), die gerade fette Beute gemacht hat. Sie ernährt sich hauptsächlich von Grashüpfern und Wespen, aber auch anderen Insekten ähnlicher Größe. Spinne des Jahres 2001!

Nach der Wanderung wurde auf dem Gelände der alten Wassermühle der Grill angeheizt und dazu natürlich ein kühles Pils gereicht.

Nach dem der größte Hunger und Durst gestillt war, stellte ich die mitgebrachten und frisch gefundenen Pilzarten nochmals ausführlich vor, welches Ulrich Klein im Bild festhielt.

Schließlich überreichte Oliver den beiden Referenten noch ein kleines Dankeschön.

Und wir bedanken uns ganz herzlich bei Doren und Oliver, seinen Eltern und allen anderen, die diese Veranstaltung organisiert und ermöglicht haben.

Die Veranstaltung fand in der Woriner Wassermühle, Lösnitzstraße 20, 15306 Vierlinden – OT Worin, statt.

28. August 2019 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexekursion

Exklusiv auch für Interessierte Pilzfreunde

Es stand der 1. Qudrant des Meßtischblattes 2538 – Lübz an

In den Bobziner Tannen gibt es nicht nur Nadelforste, sondern auch wunderschönen, pilzträchtigen Buchenwald. Haute war es allerdings viel zu trocken.

Im ersten Quadranten des Meßtischblattes Lübz befinden sich gleich 4 Waldbereiche, die in Frage kamen:  der Ruthener Zuschlag, der Bobziner Zuschlag, die Bobziner Tannen und das Waldgebiet „Im neuen Teich“. Durch die drei erst genannten Gebiete fließt die Elde – Müritz Wasserstraße und wird hier von ausgedehnten Feuchtgebieten umsäumt, die teils unter Naturschutz stehen. Der Passower See grenzt an den Ruthener Zuschlag. „Im neuen Teich“ ist ein Feuchtrevier, welches von Wäldern umgeben ist. Ich entschied mich für die Bobziner Tannen. Umsäumt von teils krautreichen Kiefern- und Fichtenforsten befindet sich im Zentrum auch ein schönes Buchengebiet. Leider war es durch die derzeit anhaltende Hitzwelle sehr trocken, so dass kaum Frischpilze auszumachen waren. Selten habe ich auf einer Wanderung durch den Wald soviel Wasser verloren, wie an diesem verspäteten Hundstag. Hier einige Bilder von heute:

Diesem Frauen – Täubling (Russula cyanoxantha) am Rande des Buchenwaldes ist das trockene Hitze – Wetter anzusehen.

Auf dem Buchen – Stubben im Vordergrund wächst ein Frischpilz.

Es handelt sich um einen mastigen Sklerotien – Porling (Polyporus tuberaster).

Durch die Hitze ist die ohnehin gefelderte Hutoberfläche des Rotfüßchens noch zusätzlich zerklüftet.

Kellerasseln suchen vor der Hitze Schutz unter dem feuchtkühleren Hut des Rotfuß – Röhrlings (Xerocomus chrysentheron).

Ein Buchenstubben war stufenförmig von bemoosten Porlingen besiedelt. In dieser Form ein äußerst seltener Anblick.

Selten weil der Pilz meist an noch stehenden Stämmen wächst und weil er durchaus nicht häufig zu finden ist. Dank unserer Intensiv – Kartierungen seit den 1990er Jahren konnten wir in Nordwestmecklenburg immerhin einige Fundpunkte zusammentragen. Im großen Rest von M-V scheint der Pilz eine Rarität zu sein!? Auf jedenfall habe ich mich über ein Wiedersehen mit diesem Holzbewohner riesig gefreut und den Anblick genossen. Kaum ein anderer Porling neigt so stark zu bemoosen. Durchaus auch ein Bestimmungskriterium. Treppenförmiger Steifporling (Oxyporus populinus).

Am späteren Nachmittag schoßen im Süden mächtige Gewittertürme in die Höhe, die im Verlauf noch für reichlich Schlagzeilen sorgen sollten. Es wird Zeit die Heimfahrt anzutreten.

Auch in Richtung Norden braut sich etwas zusammen.

Am frühen Abend brechen mehrzellige Schwergewitter los, die beispielsweise die Landeshauptstadt Schwerin unter Wasser setzten. Örtlich fielen bis zu 90 Liter auf den Quadratmeter!