Tagebuch

Ein Rückblick auf Ereignisse und Veranstaltungen.

18. August 2019 – Vereinsexkursion der Pilzfreunde

Vereins- und Kartierungsexkursion

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Ziel waren die Kobander Tannen bei Kölpin

Fichten – Steinpilze (Boletus edulis) sind in den Kobander Tannen traditionell zuhause. Unterliegen hier aber seit Jahren einer Rückgangstendenz.

Endlich stand mal wieder eine Vereinsexkursion auf dem Programm. Die Kobander/Venzkower Tannen sind ein Teilbereich der ehemals großen Waldflächen der Staatsforst Turloff. Sie stehen in Verbindung  mit den Jülchendorfer Buchen und dem Kaarzer Holz. Insgesamt einer der größten, zusammenhängenden Waldflächen in Mecklenburg. Wir haben heute dem Bereich der Kobander Tannen bei Kölpin einen Besuch abgestattet. Wie oben erwähnt, ist bei den hier ehemals reichen Steinpilz – Revieren in den zurückliegenden Jahren eine Rückgangstendenz zu verzeichen. Schuld daran sind allerdings nicht die Pilzsammler, sondern die Umstellung der forstwirtschaftlichen Nutzung. Wurden zu DDR – Zeiten in den genannten Revieren großzügig Fichtenforste gepflanzt, wird diese Nadelbaumart so gut wie nicht mehr aufgeforstet. Noch zur Jahrtausend – Wende gab es in diesen sauren, moosreichen Fichtenplantagen in manchen Jahren eine Steinpilz – Schwämme, dass man mit einem Transporter hätte vorfahren können, so sind diese Bereiche inzwischen in die Jahre gekommen und liefern nur noch schmale Erträge. Zum Glück kommt der Fichten – Steinpilz aber auch mit Buche, Eiche und Kiefer klar, aber das Quantum von damals wird nicht mehr erreicht werden können. Aus Naturschutzgründen sollen beispielsweise Steinpilze in Deutschland nur in kleinen Mengen zum Eigenbedarf gesammelt werden, ansonsten drohen Strafen. Ein völlig falscher und verkehrter Ansatz! Der Steinpilz ist trotz der erwähnten Rückgangstendenz nicht vom Aussterben bedroht und gehört nicht auf Naturschutz – Listen! Wenn es doch in Zukunft dazu kommen sollte, liegt es nicht am Absammeln der Fruchtkörper, sondern an der Wirtschaftsweise in unseren Wäldern! Pflanzt wieder massenhaft Fichten und der Steinpilz wird gemeinsam mit dem hübschen Fliegenpilz zunehmend jeden Pilzsammler und Spaziergänger erfreuen!

Heute erfreuten uns weder Steinpilz noch Fliegenpilz. Es war recht dürftig, aber dies und jenes war an Frischpilzen dann doch vertreten. Leider waren wir heute nur drei Leute. Der Bedarf scheint bei unseren Vereinsmitgliedern nicht mehr vorhanden zu sein. Der harte Kern ist entweder verstorben oder kann diese Touren nicht mehr bewältigen. Nachwuchs ist wie in vielen anderen Vereinen ein Problem. Ich werde dennoch ab und an eine Vereinsexkursion in`s Programm nehmen, vieleicht regeneriert sich das Interesse in Zukunft wieder ein wenig. Hier noch einige Fotos von heute:

Ziemlich zu Beginn stimmte uns dieses Kuhmaul (Gomphidius glutinosus) auf unsere Exkursion ein. Der Gelbfuß ist nah mit den Röhrlingen verwandt, wächst nur unter Fichte und ist jung ein guter Speisepilz.

Ebenfalls ein guter Spesepilz und treuer Fichtenbegleiter ist der Weinrote Graustieltäubling (Russula vinosa).

Hier hatte kürzlich der Feuerteufel sein Unwesen getrieben. In den nächsten Jahren ein durchaus interessanter Bereich für spezielle Brandstellenpilze. Auch Spitzmorcheln kann es im Frühjahr auf Waldbrandflächen teils in großen Mengen geben.

Der Vielfarbige Täubling (Russula versicolor) ist ein scharf schmeckender und somit ungenießbarer Täubling.

Mild und essbar ist der Ziegelrote Täubling (Russula venenovskyi).

Sehr lecker ist der Fleischrote Speisetäubling (Russula vesca). Ein wichtiges Kennzeichen ist die vom Hutrand etwas zurück gezogene Huthaut.

Weinrote Tönungen irgendwo am Fruchtkörper und eine oberseits geriefte Manschette (im Bild leider nicht so gut zu erkennen) sind zwei wichtige Kennzeichen des Perlpilzes (Amanita rubescens).

Im Vergleich, links der giftige Pantherpilz, rechts der essbare Perlpilz.

Ein nahezu unverwechselbarer Kiefernbegleiter ist der Kupferrote Gelbfuß (Chrogomphus rutilus). Der gute Speisepilze verfäbt sich im zubereiteten Pilzgericht violett, welches bereits auf dem Foto angedeutet wird.

Dieser ansich essbare Eichen – Filzröhrling (Xerocomus quercinus) ist inzwischen giftig geworden, denn er ist vom Myzel des Goldschimmels vollkommen über- und durchzogen.

Auch beim Sammeln der beliebten Maronen (Xerocomus badius) ist Vorsicht geboten. Sie werden ebenfalls sehr gerne von diesem toxischen Parasiten befallen. Sobald die geringste Farbveränderung am Pilz (graue Flecken) vorhanden sind, bitte nicht mehr in den Korb legen.

Und zur Erinnerung an diesen Waldspaziergang wie immer ein Abschlußfoto. Ein wenig peinlich ist allerdings der leere Korb, der hätte wirklich nicht mit auf`s Bild gehört.

Wann startet die nächste Vereinsexkursion? – Siehe unter Termine!

14. August 2019 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Auch exklusiv für interessierte Gäste

Es geht in den Meßtischblatt – Quadranten 2132/3

Treff und Uhrzeit können individuell abgesprochen werden. Einfach anrufen oder eine Mail – Anfrage senden. Die Teilnahme kostet 20.00 € und dient dem Erhalt des Steinpilz – Wismar. Kostenfrei für Vereinsmitglieder! Dauer der Tour zwischen 3 und 5 Stunden.

In diesem Quadranten stehen zwei Waldgebiete zur Auswahl. Zum einen das Törber Holz und zum anderen der Hohe Horst. Da ich im Törber Holz sogar schon anläßlich einer öffentlichen Pilzwanderung unterwegs war, würde mich der Hohe Horst verangig interessieren. Es ist für mich einfach spannender, in ein noch  unbekanntes Waldgebiet auf Entdeckungstour zu gehen. Falls sich jedoch mögliche Interessenten für das Törber Holz entscheiden, können wir selbstverständlich auch dort unsere Kreise ziehen.

Also bei Interesse bitte vorher Kontakt aufnehmen!

10. August 2019 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Grünen Knollenblätterpilzes

Sie führte durch den Holmer Wald

Moosreicher Fichtenforst im Holmer Wald am 10.08.2019.

Vor einigen Jahren war der Holmer Wald schon einmal das Ziel einer geführten Pilzwanderung. Damals waren wir hier im Juni unterwegs. Bei recht trockenen Verhältnissen war das Frischpilzaufkommen seinerzeit mehr als bescheiden. Die Jahreszeit ist inzwischen fortgeschrittener und wir fanden tatsächlich etwas mehr, aber großes war aufgrund der trockenen Vorwochen nicht zu erwarten. Laub- und Nadelforste stehen hier auf leichten, sandigen Böden. Hier einige Impressionen von heute:

Wir starten. Der Korb ist der richtige Begleiter. Wer in Italien auf Pilzpirsch mit Taschen oder Beutel geht, muss mit saftigen Strafen rechnen!

Ein ungewöhnliches Kunstwerk erregt unsere Aufmerksamkeit.

Wirklich originell und sehenswert. Hoffentlich wird die Holz – Skulptur im laufe der Zeit nicht von hungrigen Pilzen aufgefressen.

Dafür verspürten die Teilnehmer der Wanderung ein aufkeimendes Hungergefühl, denn wie so oft lautete die Frage, die ich immer wieder zu beantworten hatte. „Kann man den essen?“. Ja, den Waldfreund – Rübling kann man essen, auch wenn er eher drittklassik ist.

Der Lilablättrige Mürbling ist für den Kenner hingegen aller erste Wahl!

Weniger edel vom Geschmack, dafür aber volkstümlich unproblematisch ist der Eichen – Filzröhrling, der meist unter dem Pseudonym Ziegenlippe oder Rotfüßchen eigesammelt wird.

Auch der Gelbbräunliche Trichterling kann beim kundigen Pilzfreund in der Küche Verwendung finden. Wir hatten ihn auf unserer Urlaubsreise dominant in einer Pilzpfanne und er hat garnicht so schlecht abgeschnitten.

Der Breitblättrige Rübling ist zwar ein stattlicher Faserblätterpilz, besteht aber nur aus Haut und Knochen und besitzt einen muffigen Geschmack. Wir lassen ihn lieber im Wald.

Die Hüte des kleineren, ledergelblichen Nelkenschwindlings sind hingegen wieder aller erste Güte – einer unserer besten Speisepilze!

Gleiches gilt für den Fleischroten Speise – Täubling, der sogar roh verzehrt ein Hochgenuss ist. Aber Vorsicht, die meisten Speisepilze sind roh giftig!

Das Schmeissfliegen die Sporenmasse der Stinkmorcheln (Phallus impudicus) abweiden ist von der Natur so gewollt. Das aber auch Schmetterlinge den Pilz anfliegen wird vieleicht eher ein Zufall sein. Hier ist es wahrscheinlich ein Admiral, der möglicherweise den Geruch interesant findet. Der typische Gestank der Stinkmorchel wird durch den Stoff Phenylethanal hervorgerufen. Wir finden diese Verbindung auch in Schokolade, Buchweizen, Tomaten, Äpfeln u. a. Obstsorten.

Unser Erinnerungsfoto von einer gemütlichen, durchaus nicht uninteressanten Pilzwanderung im Holmer Wald am 10. August 2019. Wir waren zwar noch zwei Pilzfreunde mehr, die hatten aber nicht das Bedürfniss unser Abschlußfoto zu bereichern.

Wir haben noch einige interessante Pilzarten mehr gefunden. Siehe dazu unter „Mittwochsexkursion vom 31.07.2019“

Wann startet die nächste Wanderung? – Siehe unter Termine!

07. August 2019 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Auch für interessierte Pilzfreunde

Achtung! Dieser Termin wird wegen Urlaub zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

Es geht durch den Wald bei Börzow/Questin MTB 2132/2

Treff und Zeitpunkt können individuell abgestimmt werden. Einfach telefonieren oder eine E – Mail senden. Die Tour kann zwischen 3 und 5 Stunden dauern. Zur Finanzierung des mykologischen Informationszentrums Wismar wird ein Unkostenbeitrag von 20.00 € erhoben. Kostenfrei für Vereinsmitglieder!

Dafür gibt es eine ganz individuelle Führung durch die Welt der Großpilze. Ziel ist es weitere Daten zu Pilzen aus diesem Meßtischblatt – Quadranten für die Pilzkartierung zu gewinnen. Auch Ausstellungsmaterial für unsere Pilzausstellung ist willkommen. Bei reichhaltigem Angebot von Speisepilzen kann möglicherweise am Ende sogar eine frische Pilzmahlzeit der Lohn möglicher Gäste sein. Das abwechslungsreiche Laub- und Nadelwaldgebiet steht auf leichten, sandigen Böden.

Wer also Lust bekommen hat, mit dem Spezialisten auf eine ausgiebige Pilzwanderung zu gehen, ist sehr herzlich eingeladen.


Zu beachten ist, dass meine persöhnliche Urlaubsplanung zum Zeitpunkt dieser Termin – Ankündigung noch nicht abgeschlossen ist. Dem entsrechend ist dieser Termin vorbehaltlich. Bitte informieren Sie sich an dieser Stelle nochmals zeitnah!


 

31. Juli 2019 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Auch exklusiv für interessierte Pilzfreunde

Das MTB: 2132/1 – Holmer Wald

Im Holmer Wald am 10. August 2019.

Am 31.07.2019 wäre der erste Quadrant des Meßtischblattes 2132 an der Reihe gewesen. Hier befindet sich der Holmer Wald, der direkt von der B 105 tangiert wird. Sandige Laub- und Nadelwälder sind hier anzutreffen. Zwar fanden auch hier, wie in nahezu allen Wäldern Mecklenburgs, schon Kartierungsaktionen statt, aber es ist immer mal wieder neues zu entdecken. Vor Jahren waren wir hier schon einmal mit einer öffentlichen Lehrwanderung zu Gast, der in diesem Jahr eine Neuauflage folgte. Gleich nach dem Urlaub ging es am 10. August in dieses Gebiet. So vereinte ich die ursprüngliche für den 31. Juli geplante Mittwochsexkursion mit unserer Pilzwanderung.

Waldfreund – Rübling (Collybia dryophila).

Kleinster Scheidling (Volvariella pusilla).

Weißer Mehlschirmling (Cystolepiota sistrata).

Bis auf einige gängige und häufige Arten ist das Bestimmen seltener Champignons alles andere als einfach. Fest steht, das die hier gezeigten und im Holmer Wald von einem Pilzsucher unserer Truppe gefundenen Pilze sehr selten sind. An der Stielbasis waren wurzelartige Myzelfäden zu sehen. Der Wurzende Champignon scheint nicht in Betracht zu kommen. Dieses Merkmal ist diffus, da es mehrere Arten der Gattung aufweisen können. Die mikroskopischen Möglichkeiten scheinen sich bei dieser Gattung auch sehr in Grenzen zu halten. Ich neige bei diesem tollen Fund zu Agaricus porphyrocephallus. Auch A. cupreo – brunneus scheint möglich zu sein. Dieser wird von einigen Autoren nur als Form des Wiesen – Champignons (A. campestris) gehalten. Dort passen die abgebildeten Pilze jedoch schon anatomisch nicht hin. Hier würde eher A. spissicaulis dem Habitus entsprechen, den meine ich aber gut zu kennen.

Rotfuß – Röhrling (Xerocomus chrysentheron).

Einiges Kopfzerbrechen bereitete mir auch dieser Porlingsfund. Es dürfte sich um einen Filzporling der Gattung Onnia handeln. Der Dreieckige Filzporling (Onnis triqueter) kommt nicht in Frage. Er wächst als einzelner, gestielter Fruchtkörper direkt auf Kiefernstubben. Diese wuchsen im Fichtenforst scheinbar auf dem Waldboden. Die Oberfläche war hellbraunfilzig und dunkler bräunlich zoniert.

Es handelte sich um Sammelfruchtkörper, dessen Hüte und Stiele miteinander verwachsen waren. Auch scheint der Bezug zu Holz dürftig gewesen zu sein, da die Stielbasen eher mit Sand behaftet schienen. Ich halte dennoch für möglich, dass es sich um den Samtigen Filzporling (Onnia tomentosa) handeln könnte. Ebenfalls eine seltene Art.


Hier die Artenliste von heute. MTB 2132/1 – Holmer Wald: Waldfreund – Rübling, Lilablättriger Mürbling,  Nelken – Schwindling, Weißer Mehlschirmling, Schwarzgezähnelter Helmling, Gelbbräunlicher Trichterling, Ranziger Trichterling, Porphyr – Champignon, Dickschaliger Kartoffel – Hartbovist, Dünnschaliger Kartoffel – Hartbovist, Fleischroter Speise – Täubling, Schmetterlings – Tramete, Getropfter Saftporling, Fichten – Wurzelschwamm, Kegelschuppiger Schirmpilz, Blaugauer Wolken – Täubling, Klebriger Hörnling, Rotfuß – Röhrling, Eichen – Filzröhrling, Maronen – Röhrling, Orangeroter Heftelnabeling, Herber Saftporling, Samtfuß – Krempling, Breitblättriger Rübling, Gemeine Stinkmorchel, Brennender Rübling, Gestielter Filzporling, Rehbrauner Dachpilz und Kleinster Scheidling


27. Juli 2019 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Grünen Knollenblätterpilzes

Sie führte durch die Wälder bei Hohen Pritz

Unweit der Dabeler Holländermühle befindet sich der Parkplatz am Holzendorfer See. Er war heute Zweittreffpunkt zu unserer Wanderung.

In wenigen Tagen beginnt der August und somit der erste Monat der Hauptsaison. Die Artenvielfalt nimmt ab jetzt in der Regel merklich zu, günstige Witterung vorausgesetzt. In den Monaten August bis Oktober erreicht sie in der Regel ihr Maximum.  Leider sind die Bedingungen derzeit alles andere als günstig. Es hat zwar in den zurückliegenden Wochen immer mal etwas geregnet, örtlich durchaus ergiebig, aber Sonne, Wind sowie zeitweise große Hitze lassen das Regenwasser schnell wieder verdunsten. So waren die leichten Sandböden auf unserer heutigen Tour auch völlig ausgetrocknet und es gab kaum Frischpilze. Da wir aber zwei angehende Forstwirte b.z.w. Beamte mit dabei hatten, konnten wir auch einiges über die moderne Forstwirtschaft erfahren. Auch Wildspuren an der Vegetation und an Bäumen waren ein Thema, genauso wie der Borkenkäfer und natürlich die Klimaerwärmung.

Stichwort Klimaerwärmung und damit einhergehender Niederschlagsarmut. Der Holzendorfer See hat inzwischen schon viel Wasser verloren, wie diese Aufnahme am Beginn des Badesteges verdeutlicht.

Nach dem wir den Buchenberg rechts liegen gelassen hatten, erreichten wir ein lichtes Jungkieferngebiet mit Heidecharakter. Wir wanderten etwas verkürzt die Route unserer letztjährigen Nachtwanderung ab.

Gab es im vergangenen Dürre – Sommer eine reiche Mast von Eicheln, so sind es in diesem Jahr ungewöhlich viele Bucheckern.

Auch schon die Äste dieser relativ jungen Buchen biegen sich unter der Last der Mast. Sie stehen hier auf besonders trockenen Sandböden. Ein Zeichen, dass es ihnen nicht gut geht. Es ist eine Panik – Reaktion zur Arterhaltung. Ähnliches kann sich an der Pilzfront auch einstellen, sollten sich im Verlauf endlich günstigere Wachstumsbedingungen ergeben.

Eine Waldlichtung. Das Gebiet ist recht vielfältig strukturiert, auch durch militärische Nutzung in früheren Jahrzehnten.

Adlerfarn – Fleckenpilz (Rhopographus filicinus).

Ein schöner und lichter Waldweg mit Buchenmischwald. Das heißt, es waren auch Eichen, Birken und Kiefern eingestreut. Das erhöht die Vielfalt der Pilzarten, die bei besseren Bedingungen hier sicher besonders üppig wachsen dürften.

Schuppige Sägeblättlinge (Lentinus lepideus) durch die Hitze fast zur Unkenntlichkeit zusammen geschnurt. Wir finden sie ausschließlich an totem Kiefernholz und an trockenen, gern sonnigen Standorten.

Malbaum vom Schwarzwild – Fichte.

Ein naturnaher Waldbereich mit Kiefern und Fichten sowie Jungwuchs. Drahtschmiele, Moose und Blaubeeren.

Ein wenig Baumkunde und wissenswertes über Wildverbiss und warum es nicht so einfach ist, Jungeichen aufzuforsten.

Eichenwirrlinge (Daedalea quercina) sind strenge Spezialisten. Wir finden diese Porlinge mit den verwirrenden Lamellen auf der Unterseite ihrer Konsolen nahezu außschließlich an totem Eichenholz. Allerdings wird in M. H. Kreisel  – Handbuch für Pilzfreunde, Bd. 2 auch Edelkastanie, Robinie, Rot- und Hainbuche sowie Kirsche angegeben.

Eine junge Stinkmorchel (Phallus impudicus) hat es schwer im trockenen Fichtenforst. Das Hexenei scheint kurz vor der Streckung, ist aber schon reichlich eingetrocknet.

Die Schützende Gallertschicht ist schon stark zusammen geschnurrt.

Hier war der Buchdrucker am Werk. Besser bekannt unter der Bezeichnung Borkenkäfer. Durch die Trockenheit sind viele Fichtenbestände akut gefährdet. Betroffene Bereiche müssen umgehend abgeholzt werden, um seine Ausbreitung zumindest ein wenig einzudämmen. Aber die Fichte wird nach und nach ohnehin aus den mecklenburgischen Wäldern verschwinden.

Ein Schadbild, dass an vielen Stämmen dieses Fichtenforstes zu sehen war. Verursacht durch Rotwild. Die Bäume, so haben wir gelernt, gehen daran nicht zu grunde, aber der Wuchs des Stammes verändert sich.

Wir erreichen den ehemaligen Forsthof Turloff.

In seiner unmittelbaren Umgebung einige mächtige, alte und unter Naturschutz stehende Eichen.

Und endlich, während der letzten Schritte in Richtung Parkplatz, am grasigen Straßenrand, die ersten und letzten Frischpilze der heutigen Wanderung. Gelbbräunliche Trichterlinge (Clitocybe gibba).

Wenig Pilze – wenig Leute. Unter diesem Motto stand auch die heutige Wanderung mal wieder. Trotz alledem war sie kurzweilig und informativ. 27. Juli 2019 im ehemaligen Staatsforst Turloff bei Hohen Pritz.

Wann startet die nächste Pilzwanderung? – Siehe unter Termine!

24. Juli 2019 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Auch exklusiv für interessierte Naturfreunde

Es ging nochmals in das MTB 1836 – Kühlungsborn

Die Höhenzüge der Kühlung sind mit reichlich Wald bestanden.

Heute war der letzte, also vierte Quadrant des Meßtischblattes 1836 an der Reihe. Die Topographischen Karten, nach denen wir unsere Kartierungen ausrichten, haben den Maßstab 1: 25 000. Es wird ein Kreuz in die Karte gezogen, so dass jeweils vier Quadranten entstehen. In diesen werden dann die Fundpunkte gesetzt, wie auf meinen Datensätzen unter „Daten und Verbreitungskarten“ einzusehen ist. Gleichzeitig nutze ich die Mittwochsexkursionen zur Beschaffung von Frischpilzen für meine Dauerausstellung. Für Gäste ist natürlich auch eine Pilzmahlzeit angestrebt, die aber an das Aufkommen von essbaren Arten gebunden ist. Und dieses war heute praktisch gleich null. Eine Handvoll wenig ergiebiger Waldfreund – Rüblinge und ein schon nicht mehr ganz junger Rehbrauner Dachpilze hätten höchstens ein Süppchen bereichern können. Ansonsten war der Wald durch die Regenfälle der zurück liegenden Tage ganz gut feucht. In den Senken der abschüssigen Waldwege und in den Tälern war es zudem ausgesprochen nass. Vieleicht bringt es in den kommenden Tagen etwas mehr pilzliches Leben auf den Waldboden. Während ich bei heißem Wetter in Wismar gestartet bin, herrschte auf den Höhen der Kühlung, die im Schnitt etwa 100 Meter über dem nur wenige Kilometer entfernt liegenden Meeresspiegel der Ostsee liegt, ein angenemes Klima. Der Wind wehte von See her und die Kühlung machte ihrem Namen alle Ehre.


Hier die kleine Artenliste von heute, MTB: 1836/4 – Kühlung: Zugespitzter Kugelpilz, Eichen – Mehltau, Kiefern – Braunporling, Flächiges Eckenscheibchen, Echter Zunderschwamm, Rotrandiger Baumschwamm, Buckel – Tramete, Rehbrauner Dachpilz, Ahorn – Runzelschorf, Waldfreund – Rübling und Striegeliger Schichtpilz.


Der häufigste Großpilz in den Fichtenforsten war heute der Kiefern – Braunporling (Phaeolus schweintzii), der hier natürlich mal wieder fremd ging.

Und so sieht Phaeolus schweintzii im Jugendstadium aus.

Neben Fichte, Douglasie und Lärche wird die Kühlung auch von Buchenwäldern dominiert.

In den Lamellen dieses schon etwas älteren und von den Regenfällen durchweichten Rehbraunen Dachpilzes (Pluteus atricapillus) haben es sich zahlreiche Springschwänze gemütlich gemacht.

In den Senken und Tälern lief das Wasser zusammen, so dass es streckenweise richtig matschig zuging. Von Trockenheit war hier nichts zu merken.

Vereinzelt gab es einige minderwertige Waldfreund – Rüblinge (Collybia dryophila).

Die zahlreichen Wanderwege sind teilweise gut ausgeschildert. Der Kalkberg liegt 111,6 m über NN. Der Dietrichshagener Berg ist nicht weit davon enfernt und stellt mit 129,7 m über Meeresniveau die höchste Erhebung der Kühlung dar.

Der Klothtstein. Grüße aus der Eiszeit. Ein Mitbringsel aus dem Norwegischen Gebirge.

Wann steht die nächste Mittwochsexkursion an? – Siehe unter Termine!

17. Juli 2019 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Es stand das MTB: 1836 (Kühlungsborn) auf dem Programm

Der vielfach mit Fichten bestandene Bastorfer Holm auf dem Höhenzug der Kühlung am sonnigen Sommerabend des 17. Juli 2019.

Es ging in den Westteil des Landschaftsschutzgebietes Kühlung, östlich Bastorf. In den Meßtischblatt – Quadranten 1836/3. Hier beginnt das langgezogene Waldgebiet der Kühlung. Es zieht sich in südöstlicher Richtung bis südlich von Bad Doberan (Hütter Wohld). Teilsweise kann man von den Höhen der Kühlung bis weit auf die Ostsee hinaus blicken. Buchen, Fichten und Feuchtbereiche in den Senken und Tälern sorgen für Abwechslung. Große Abwechslung an der Pilzfront wurde aufgrund des weiterhin ziemlich trockenen Wetters leider nicht geboten. Dennoch konnten meine pessimistischen Erwartungen in positiver Hinsicht leicht übertroffen werden. Das Wetter war sehr schön. Sonnig und angenehm temperiert.


Hier die Artenliste von MTB: 1836/3 – Bastorfer Holm/Kühlung: Schwefelporling (vorjährig), Gelbe und Weiße Lohblüte, Gemeiner Wurzel – Schleimrübling, Frauen – Täubling, Echter Zunderschwamm, Tropfender Saftporling, Eichen – Mehltau, Gemeiner Violettporling, Veränderlicher Spaltporling, Gallen – Röhrling, Rotrandiger Baumschwamm, Flächiges Eckenscheibchen, Samtfuß – Krempling, Schuppiger Porling, Gemeine Stinkmorchel, Zimtfarbener Weichporling, Birken – Zungenporling, Ockergelbe Zonentramete, Runzliger Schichtpilz, Erlen – Schillerporling, Flacher Lackporling, Brandkrustenpilz und Himbeeroter Schleimpilz.


Ich startete am Beginn der Wanderroute durch die Kühlung in Bastorf.

Die Hutoberfläche des hochbeinigen Wurzel – Schleimrüblings (Xerula radicata) ist nicht nur schleimig, sondern auch auffallend radial gerunzelt.

Das markanteste Merkmal dieses häufigen Hellsporers ist die oft tief in den Waldboden hinein reichende Pfahlwurzel, die bis zu 50 cm lang sein kann.

Ein etwas mitgenommener Frauen – Täubling (Russula cyanoxantha) im Buchenwald. Hier sehen wir die grünhütige Variante dieser sehr guten Speisepilzes.

Ein eher als zerstreut bis selten geltender Saftporling scheint in Ausbreitung begriffen zu sein. Ich fand diesen auffälligen Nadelholz – Bewohner, mit seinen Gutationströpfchen und den rotbräunlichen Flecken, in den letzten Jahren immer häufiger im Fichtenforst. Getropfter Saftporling (Oligoporus guttulatus) am Standort fotografiert. Ungenießbar.

In den hier dominierenden Fichtenforsten gab es auch einige, wenige Gallen – Röhrlinge (Tylopilus felleus), die so gerne mit Steinpilzen verwechselt werden. Diese waren heute nicht vertreten, werden es aber zu gegebener Zeit zusammen mit Maronen – Röhrlingen auch hier sein.

Typisches Erscheinungsbild des Flächigen Eckenscheibchens (Diatrype stigma). Gerade die häufig besiedelten Birken – Äste, die der sich unter der Rinde entwickelnde Schlauchpilz wegsprengt, geben ein markantes Schadbild ab.

Niemals an Birke oder anderem Laubholz werden wir die unverkennbaren Samtfuß – Kremplinge (Paxillus atromentosus) vorfinden. Sie sind auf Nadelholz angewiesen, wobei die Fichte mit Abstand am häufigsten besiedelt wird. Minderwertiger Speisepilz.

Andererseits würde es dem Schuppigen Porling (Polyporus squamosus) niemals einfallen, Nadelholz zu besiedeln. Wir finden den oft riesigen Schwarzfußporling b.z.w. Stielporling am Fuße lebender Laubbäume, so wie hier an Ahorn, aber auch hochoben am Stamm, genauso wie an liegenden Baumstämmen und Stubben. Jung essbar.

Der Schuppige Porling wächst von April bis Oktober, mit Schwerpunkt im Frühling und riecht nach frischen Gurken. Ist er noch zartfleischig, hier wären es die Hutränder noch gewesen, kann er durchaus gegessen werden und schmeckt auch nicht schlecht.

Gutatsionströpfchen sondert nicht nur der Tropfende Weichporling, sondern auch andere Pilzarten ab, bevorzugt allerdings einige Porlinge. Sehr oft ist dieses beim Rotrandigen Baumschwamm (Fomitopsis pinicola) zu beobachten. Der Wasserdurchfluß erhöht die Möglichkeit der Nährstoffaufname und das überflüßige Wasser wird wieder ausgeschwitzt. Dieses Exemplar tropfte nur so vor sich hin.

Auch dieser Fruchtkörper der selben Art ist mächtig und schweißtreibend am Arbeiten. Angesichts der Trockenheit mus man sich wundern, woher die Pilze genügend Wasser heran ziehen können.

Ist die schweißtreibene Schwerstarbeit des Wachstumsprozeßes geschaft, darf man ruhiger treten. Der Rotrandige Baumschwamm, so wie wir ihn kennen. In diesem Fall wuchsen alle Fruchtkörper an Fichte, aber wir finden ihn oft auch an verschiedenen Laubhölzern und anderen Nadelbäumen. Die gelegentlich auch benutzte zweite deutsche Bezeichnung Fichtenporling ,ist deshalb nur sehr bedingt angebracht.

Wieder ausschließlich an Laubholz finden wir ab und zu den Zimtfarbenen Weichporling (Hapalopilus rutilans). Der Giftpilz ist beliebt bei Menschen, die mit Naturfarbstoffen Wolle färben.

Die Sensibilisierung der Landwirtschaft hinsichtlich des dramatischen  Insektenschwundes in Deutschland trägt allmählich Früchte. Am Rande eines Kartoffelackers wurde ein breiter Blühstreifen mit Wildblumen angelegt.

Auch der Klatschmohn hat sich dazu gesellt.

Aber nicht nur die Blüten vieler Pflanzen können das Auge betören. Auch einige Pilze haben ein auffälliges Outfit, so wie dieser Himbeerrote Schleimpilz (Tubifera ferruginosa).

Während der Heimfahrt noch einen Schnappschuß von Meschendorf hinaus auf die Ostsee.

Nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

13. Juli 2019 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Grünen Knollenblätterpilzes

Es ging durch das Bauernholz bei Techentin

Das Bauernholz südlich Langenhagen und Hof Hagen an diesem sonnigen Juli – Vormittag.

Es ist Hochsommer und eigentlich beste Zeit, um zum Beispiel Sommersteinpilze aufzuspüren. Aber gewußt wo! Während wir den Kiefern – Steinpilz nur unter Kiefern finden können, ist der Fichtensteinpilz nicht nur unter diesen stacheligen Tannenbäumen auffindbar, sonder auch unter Kiefern, Buchen und Eichen. Sommersteinpilze finden wir niemals mit Nadelbäumen in Symbiose. Wir schauen nach ihnen in der Zeit von Mai – September unter Eichen- und Buchen aus. Sie tragen auch die Bezeichnung Eichen – Steinpilz. Ab Mai treten sie meist in mehreren Wachstumsschüben auf. In der Regel alle vier Wochen, falls ausreichende Niederschläge zur richtigen Zeit als auslösendes Element dieses ermöglichen. Im vergangenen Dürre – Sommer gelangte der Sommersteinpilz fast garnicht zur Fruktifikation. Um so heftiger können bei günstigen Bedingungen in diesem Jahr seine Wachstumsschübe ausfallen. Leider haben wir heute keinen dieser Schübe erwischt, da es schon wieder viel zu trocken geworden ist. Es war eher ein nahezu frischpilzfreier Waldspaziergang.

Nahezu läßt vermuten, dass doch etwas frisches dabei war. So dieser Rehbraune Dachpilz (Pluteus atricappillus) auf einem alten, bemoosten Buchenstubben. Sie trotzen meist der Trockenheit und wachsen noch, wenn kaum etwas anderes mehr möglich ist. Essbar.

Am selben Stubben eine Gruppe von Kleinsporigen Olivschnitzlingen (Simocybe centunculus). Die Pilze waren der mit Abstand beste Fund der heutigen Wanderung, denn die Art wurde bisher noch nicht sehr oft in M-V nachgewiesen.

Simocybe centunculus – es handelt sich um keinen Speisepilz!

Auch der Brandkrustenpilz (Hypoxylon deustum) überzog stellenweise diesen Stubben. Eine weitere, deutsche Bezeichnung dieses Schlauchpilzes lautet Brandfladen.

Ein anderer Stubben war fast vollständig von der Gelben Lohblüte (Fuliga septica) überzogen. Das Pilztier ist auch unter Hexenbutter oder Drachendreck bekannt.

Ein Löwengelber Schwarzfuß – Stielporling (Polyporus varius) hat es sich auf einem trockenen Buchenast gemütlich gemacht. Ungenießbar.

Kohlenbeeren überzogen in großen Kolonien so manchen Buchenstamm.

Resupinate Porlinge mitten auf dem Waldweg. Sie siedeln auf unterirdischem Holz wie Wurzelausläufern.

Da wir heute nur zwei Leute waren, verzichteten wir auf ein Gruppenfoto. Dafür gibt es hier noch ein Panorama – Schwenk des Bauernholzes.

Als wir gegen Mittag den Wald verließen, brauten sich in südwestlicher Blickrichtung dicke Quellwolken zusammen. Sie bauten sich zu kräftigen Schauern und Gewitter aus und ließen es im südwestlichen Mecklenburg immer wieder heftig schütten.

Wann startet die nächste Pilzwanderung? – Siehe unter Termine!

10. Juli 2019 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Auch exklusiv für interessierte Gäste

Es sollte in das MTB: 1836/2 – Kühlungsborn – ost gehen

Statt dessen war der Woitendorfer Wald (Staatsforst Rehna) am 10. Juli 2019 Ziel einer Exkursion.

Wie auch schon in der Vorwoche, sollte es wieder in das Meßtischblatt 1836 gehen. Der Strandbereich von Kühlungsborn – ost wäre an der Reihe gewesen. Da in diesem zweiten Quadranten nur zwei kleine Zipfel des Kühlungsborner Stadtwaldes hinein reichen und es vor wenigen Tagen, als ich im ersten Qudranten unterwegs war, praktische keine Frischpilze gab, habe ich davon abgesehen, heute hier hin zu fahren. Grund ist die derzeitige Trockenheit, die kaum noch ein Frischpilzwachstum zuläßt und auch der geringe Wald- und Festlandsanteil in diesem Qoudranten. Der überwiegende Teil ist Ostsee.

Deshalb habe ich außer der Reihe einen Wald gewählt, der ganz im Westen von Mecklenburg liegt und im Juni von den kräftigsten Regenfällen profitiert hat. Einige Pfützen in den Fahrspuren der Waldwege erinnerten noch daran. Trotzdem gab es auch hier kaum noch frisches Material. Ich habe auch nicht mitgeschrieben, da die Arten, die ich heute fand, ohnehin bereits notiert und in verschiedenen Datenbanken festgehalten sind. Dies gilt übrigens auch für viele Funde, die ich auch sonst in meinen Artenlisten aufführe. Der weitaus größte Teil wurde ohnehin bereits durch unsere Jahrzehntelangen Kartierungen nachgeweisen. Es ist oft nur eine Vervollständigung meiner privaten Datenbank, da ich in vielen Gebieten, insbesonders auch im Westen Mecklenburgs, früher eher selten unterwegs war. Aber es sind auch immer wieder Funde dabei, die allgemein neu sind, denn die Pilzflora ist ständigen Veränderungen unterlegen. Hier noch einige Fotos von heute:

Der Buchenwald geht in ein Moorgebiet über.

Am Rande dieses Moores quält sich am Fuße einer Buche dieses pilzliche Etwas durch den trockenen Waldboden an`s Tageslicht. Sichtlich geschunden durch hungrige Waldbewohner.

Es ist mir nicht gelungen, den Pilz unversehrt aus dem Boden zu holen, aber wie zu erkennen ist, handelt es sich um einen essbaren Grauen Wulstling (Amanita excelsa).

Frisch gewachsen, aber teils voller Maden sind diese unscheinbaren Täublinge. Beim näher Hinsehen entpuppten sich die ungewöhnlich blassen Sprödblättler als leckere Frauen – Täublinge (Russula cyanoxantha), denn die Lamellen waren ganz und gar nicht spröde.

Die häufige Buckel – Tramete (Trametes gibbosa) bildet häufig sehr skurrile Formen aus. Hier wird die Fruchtschicht teilweise oben angelegt. Eigentlich sehr unpraktisch zum Sporen abstreuen.

Ein Waldtümpel oder Sumpfgebiet, in dem sich offensichtlich auch die Kraniche wohlfühlen. Ihr Trompeten war heute eine ständige, etwas gewöhnungsbedürftige Begleitmusik.

Dieser Buchenstumpf ist vom Echten Zunderschwamm (Fomes fomentarius) besiedelt. Im laufe der Zeit wird er noch von weiteren Pilzarten besucht werden. Die Entsorgungsindustrie der Natur beseitigt „Restmüll“ kostenlos. Ich mußte heute 12 € bei der Abgabe von Sperrmüll auf einem Abfallwirtschaftshof löhnen!

Die Rotbuche ist zwar dominant im Staatsforst Rehna, es sind aber auch immer wieder Nadelforste mit eingebunden.

Ein Buchen – Schleimrübling (Xerula radicata) steht hochbeinig neben einem Buchenstubben. Vom Schleim auf dem Hut war nichts mehr zu bemerken. Er begann bereits zu welken. Die Hüte können im Mischericht Verwendung finden.

Hier sehen wir ein Exemplar aus der Gruppe der Schwarz- oder Kohlen – Täublinge. Standort unter Buchen, mit dicht stehenden Lamellen. Nun muss gekostet werden, will man wissen, ob er essbar oder ungenießbar ist. Also etwas von den Lamellen auf die Zunge und ein wenig warten. Er wurde recht schnell scharf, also ungenießbar. Demnach dürfte es sich um den Scharfblättrigen Kohlentäubling (Russula acrifolia) handeln.

Soweit einige Impressionen aus dem Staatsforst Rehna. Der Woitendorfer Wald ist laut meiner ausgelosten Planung Ende Mai 2020 regulär zu einer Mittwochsexkursion an der Reihe.

03. Juli 2019 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Auch exklusiv für interessierte Pilzfreunde

Es ging in das Meßtischblatt 1836/1

Der Stadtwald Kühlungsborn war heute Ziel meiner Exkursion.

Heute war zwar nicht Mittwoch, sondern Sonntag, ich holte aber die für den 3. Juli vorgesehene Exkursion nach. Sie mußte ausfallen, da ich unsere frisch gepflückten Süßkirschen unter die Leckermäulchen bringen wollte. Die Tour ging durch den Kühlungsborner Stadtwald. Er ist einer der größten Stadtwälder Deutschlands und kreisförmig vom Urlaubs- und Badeort Kühlungsborn umschlossen. Es überwiegen Kiefernwälder, aber auch Jungeichen, Birken, Lärchen, Buchen, Ahorn und weitere Waldbäume lockern den Bestand auf. Das Revier ist leider teils stark verkrautet, besitzt aber durchaus auch Flächen, an denen man tolle Speisepilze erwarten könnte. Durch Hitze und Trockenheit in den zurückliegenden Tagen und Wochen war heute leider kein einziger Frischpilz auffindbar, wenn man mal von Schichtpilzen, Porlingen und Pyrenomyceten absieht. So blieb die Artenliste auch sehr klein.


Artenliste von 1836/1 = Kühlungsborn – west (Stadtwald): Eichen – Schichtpilz, Flächiges Eckenscheibchen, Brandkrustenpilz, Eichen – Mehltau, Striegeliger Schichtpilz, Gemeiner Violettporling, Glänzender Lackporling und Angebrannter Rauchporling.


Eichen – Schichtpilz (Stereum gausapatum).

Gegen Abend lockerte die Wolkendecke etwas auf und ich begab mich noch auf den Bastorfer Signalberg (80 m über NN) mit seinem weithin sichtbaren Leuchtfeuer. Er ist der höchstgelegene Leuchtturm an deutschen Küsten, sieht man einmal vom Leuchtfeuer des Maritim – Hotels in Travemünde ab. Das Leuchtfeuer strahlt von einer Höhe von 95,3 m. Hier beginnt auch der bis zu 130 m über dem Meeresspiegel aufsteigende Höhenzug der Kühlung, ein fast schon mittelgebirgiges Wald- und Hügelland.

Am Beginn des Aufstiegs zum Bastorfer Leuchtturm lädt ein Mais – Labyrint zum verirren ein. Dazu hatte ich heute keine Lust und stieg lieber den Signalberg empor.

Obwohl sich der Bastorfer Singnalberg erst 80 m über dem Meeresspiegel erhebt, hat man von hier aus bereits eine phantastische Fernsicht auf das Ostseebad Kühlungsborn, mit einem weiten Blick auf das Baltische Meer  hinaus. Übrigens erstreckt sich der Höhenzug der Kühlung über 23 Km, von hier ausgehend, bis Hanstorf im Südosten. Er gehört zum Baltischen Landrücken und ist bis 8 Km breit.

Wann findet die nächste Mittwochsexkursion statt? – Siehe unter Termine!

29. Juni 2019 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Grünen Knollenblätterpilzes

Sie führte durch den Kreuzgrund

Im sonnigen Kreuzgrund.

Das Herrenholz liegt zwischen Sternberg und Güstrow, direkt an der Bundesstraße 104. Es war eigentlich Ziel der heutigen Wanderung. Da ich hier aber am vorhergehenden Mittwoch bereits im Rahmen meiner Mittwochsexkursionen unterwegs war und das Frischpilzaufkommen sehr zu wünschen übrig ließ, entschlossen wir uns in den nicht weit entfernten Kreuzgrund zu fahren. Auch hier finden wir zu gegebener Zeit eine artenreiche Pilzflora vor. Insbesondere die Buchenbestände haben es in sich. Ob Steinpilz, Trompeten – Pfifferling oder Hallimasch, hier können sich die Körbe schnell füllen. Es gilt natürlich den passenden Zeitpunkt nicht nur für die genannten Arten abzupassen. Bei ungünstigen Bedingungen kann man auch hier leer ausgehen. Auf einer Lehrwanderung interessieren uns aber alle Großpilze, denen wir begegnen. Zu dieser Jahreszeit beginnt der Sommeraspekt. Er wird gekennzeichnet durch viele Wulstlinge, Champignons, Pfifferlinge, Milchlinge und Täublinge, Rüblinge und Röhrlinge. Insbesondere viele Dickröhrlinge aus dem Verwandtschaftkreis des Steinpilzes bevorzugen die warmen Sommermonate. Vor allem Sommersteinpilze und Hexen – Röhrlinge sind jetzt durchaus zahlreich vertreten, sollten die Wachstumsbedingungen es zulassen. Und diese hatten sich durch Hitze und zunehmender Trockenheit inzwischen wieder verschlechtert. So blieb auch hier der Erfolg recht bescheiden, aber wir hatten eine sehr schöne, entspannte Wanderung bei herrlichem Sommerwetter. Hier einige Bilder von heute:

Ein Rißpilz (Inocybe spec.) begrüßte uns am Wegesrand.

Es könnte sich um den Kegeligen Rißpilz (Inocybe fastigiata) handeln. Sicherheit bringt bei dieser umfangreichen Gattung aber meist erst das Mikroskop. Da nahezu alle Rißpilz giftig sind, reicht es für den normalen Pilzsammler vollkommen aus, wenn man sie dieser Gattung zuordnen kann.

Rätselraten um einen so ebend entdeckten, attraktiven Röhrenpilz.

Der Stiel steckte tief im Sandboden, ist hellgelblich und ohne Netzzeichnung.

Bei Berührung läuft er blau an, nähmlich kornblumenblau – alles klar! Der essbare Kornblumen – Röhrling (Gyroporus cyanescens).

Hier hat schon jemand kräftig abgebissen. Rotfüßchen (Xerocomus chrysenteron).

Weit sind die Poren/Röhren bei dem ausgereiften Exemplar geöffnet.

Auch an diesem Rehbraunen Dachpilz (Pluteus atricapillus) hat schon jemand seinen Hunger gestillt.

Das Exemplar ist frisch und saftig, darf also in das Mischgericht. Der Stiel ist hingegen fest und faserig. Er sollte deshalb weggelassen werden.

Auch dieser junge Sklerotienporling (Polyporus tuberaster) landete in der Pilzpfanne.

Ein Myxomycet = Schleimpilz. In diesem Fall dürfte es sich um den Geweihförmigen Schleimpilz (Ceratiomyxa fructiculosa var. poroides) in der poroiden Form handeln.

Stürme haben auch hier ihre Spuren hinterlassen.

Vorsicht ist geboten beim sammeln von Grauen Wulstlingen zum verspeisen. Immer auf die Merkmalskombination achten. Auf den ersten Blick könnte man meinen, einen stark giftigen Pantherpilz vor sich zu haben, da der Hutrand gerieft erscheint. Es ist aber ein Grauer Wulstling (Amanita excelsa). Er muss auf jeden Fall eine deutlich geriefte Manschette und eine einfache Stielknolle, ohne Bergsteigersöckchen, haben.

Bei diesen harmlosen Breitblättrigen Rüblingen (Megacollybia platyphylla) könnte man meinen, Rißpilze gefunden zu haben. Diese hätten allerdings dunklere Lamellen und sind oft auch schmächtiger.

Frische Täublinge schieben aus dem Geschiebemergel des Kreuzgrundes. Früher als Rosa – Täubling (Russula rosea) bezeichnet, firmiert er heutzutage unter Morgenrot – Täubling (Russula aurora).

Der besonders im Sommer auf besseren Buchenwald – Standorten recht häufige Morgenrot – Täubling ist essbar, gehört aber nicht zur Oberklasse der schmackhaftesten Vertreter seiner Gattung.

Der Blutroter Röhrling (Xerocomus rubellus) ist ein naher Verwandter des Rotfüßchens. Trotz der roten Färbungen ist er essbar. Bei roten Farben an Pilzen braucht Mann und Frau nicht gleich rot zu sehen. Rot ist keine Warnfarbe und sagt nichts über die Genießbarkeit allgemein aus.

Schönes Wetter, ein schöner Wald und eine entspannte Atmosphäre sowie nette Leute machte die heutige Tour zu einem sehr angenehmen Erlebnis. 29. Juni 2019 im Kreuzgrund.

Wann starten wir zur nächsten Wanderung? – Siehe unter Termine!

28. Juni 2019 – Kleiner Imbisstag im Steinpilz – Wismar

Kleiner Imbisstag

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Es gab eine leckere Pilzpfanne

Tiefgefrorene Waldpilze aus der letzten Saison habe ich dazu aus dem Gefrierschrank geholt. Maipilze, Stockschwämmchen und Hallimasch bildeten den Grundstock.

Freitag, der 28. Juni 2019, vor dem mykologischen Informationszentrum, in der ABC Straße 21. Ab ca. 11.00 Uhr und nur solange der Vorrat reichte (15.30 Uhr).

Nach einem Waffel- und Suppentag in den Vorwochen, gab es heute unsere leckere Pilzpfanne. Auch Kaffee, Tee und ein fruchtiges Erfrischungsgetränk waren im Angebot. Wie schon beim Suppentag vor vier Wochen, mußte ich alles alleine bewältigen, aber es war durchaus zu schaffen. In der Ruhe liegt die Kraft. Und auch diesesmal hat es den Leuten geschmeckt und das war die Hauptsache.

Neun Tüten Tiefkühlware entnahm ich meinem Gefrierschrank und taute sie schonend auf.

Dazu gab es ebenfalls tiefgekühltes und natürlich anschließend gegartes, mediteranes Mischgemüse. Heute nicht unter die Pilze gezogen, sondern separat nach Bedarf gereicht.

Die Mischpilze und reichlich frische Zwiebeln. Gewürzt mit Salz und Pfeffer, aber ohne Speck. Speck macht das ganze zu fett und der strenge Geschmack überlagert das feinere Pilzaroma zu sehr.

Ich richtete mich vor dem Info – Zentrum ein und es dauerte nicht lange, dass der Duft der gebratenen Waldpilze die Nasen und Gaumen der hungrigen Passanten streichelte. Foto: Robert Grieben.

Meine kleine Angebots- und Preisliste.

Im Angebot waren auch selbst gepflückte, Keezer Glaskirschen.

Vieleicht gibt es im laufe des Sommers noch weitere Imbisstage außer der Reihe. Wenn nicht, erst wieder zu unserer Großpilzausstellung Anfang Oktober.

Bei dieser Gelegenheit bestand auch die Möglichkeit, die aktuelle Pilzausstellung in Augenschein zu nehmen.

26. Juni 2019 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Exklusiv auch für interessierte Pilzfreunde

Es ging in den Meßtischblatt – Quadranten 2237/4

Im Mustiner Holz befindet sich ein tief eingeschnittenes Bachtal.

Es standen umfangreiche Waldflächen zur Verfügung. Zum einen das Herrenholz, mit bewaldetem Umfeld oder auch das Mustiner Holz. Beides sehr lohnende und artenreiche Reviere. Es ging darum, eine Bestandsaufnahme aller im Feld ansprechbaren Großpilze durchzuführen. Natürlich kann dabei auch nach Speisepilzen Ausschau gehalten werden. Auch Material für unsere dauerhafte Frischpilz – Ausstellung im mykologischen Informationszentrum in Wismar ist von Interesse. Heute war in beiden Revieren nicht viel zu holen. Es herrschte Pilz – Armut. Die Niederschläge der letzten Zeit waren meist konvektiver Art, aber stellenweise durchaus ergiebig. So kann es regional sehr unterschiedlich mit dem Frischpilz – Aufkommen sein. Aber auch das sehr warme, sonnige und teils hochsommerlich heiße Wetter ließ es allerdings auch schon wieder stark abtrocknen. Da auch heute ein sehr heißer Tag war, startete ich erst am Abend zu meiner Exkursion. Das Mustiner Holz ist eher sandig und im Herrenholz gibt es auch Bereiche mit schwereren, lehmigsandigen Böden. In beiden Wäldern war es ausgesprochen pilzarm.

Auch dem Breitblättrigen Rübling (Megacollybia platyphylla) ist die trockene Hitze anzusehen. Er stand im Mustiner Holz.

Im Herrenholz kann es sich der Herr derweilen gemütlich machen. Der Fernseher ist allerdings mitzubringen. Aber vieleicht wird man diesbezüglich im vermüllten Umfeld, im Gebüsch, auch noch fündig.

Sobald man mit dem Auto bis an einer versteckten Stelle des Waldes vorfahren kann, wird sie gerne von Umweltsündern zum abladen ihres Mülls genutzt. Besonders auch, wenn, so wie hier, eine viel befahrene Bundesstraße nicht fern ist. Solche Umwelt – Schweine müssen heftig zu Kasse gebeten werden!

Graue Wulstlinge (Amanita excelsa) sind in diesem Juni mit die häufigsten Mykorrhiza – Pilze in unseren Wäldern. Essbar.

Dieser essbare Speise – Täubling (Russual vesca) weist gleich mehrere Besonderheiten auf. Sein ansonsten eher kurzer Stiel steckte im tiefen Laub und mußte sich deshalb mächtig strecken. Im oberen Teil, der dem heißen Wind ausgesetzt war, hat er sich graubräunlich verfärbt. Außerdem war er von den Lamellen her mit Eingängen des Roten Pilzkurzflüglers versehen. Die Tiere ergriffen die Flucht, als ich den Pilz zum fotografieren bereit machte. Meistens besiedeln diese Insekten eher Vertreter aus der Gattung der Ackerlinge.


Hier die kleine Artenliste von MTB: 2237/4 – Mustiner Holz /Herrenholz:  Schmetterlings – Tramete, Striegeliger Schichtpilz, Breitblättriger Rübling, Rotrandiger Baumschwamm, Echter Zunderschwamm, Eichen – Mehltau, Eichen – Rindensprenger, Grauer Wulstling, Buckel – Tramete, Flacher Lackporling, Veränderlicher Spaltporling, Angebrannter Rauchporling und Fleischroter Speise – Täubling.


Wann findet die nächste Mittwochsexkursion statt? – Siehe unter Termine!

23. Juni 2019 – Vereins- und Kartierungsexkursion

Vereinsexkursion 

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Sie führte durch den Wald bei Kletzin

Sonnig, aber pilzarm, war es heute im Kletziner Wald.

Der Kletziner Wald stellt einen Ausläufer der Großherzoglichen Forst Moidentin dar. Das schlanke Waldgebiet steht auf gehaltvolleren Böden und kann zu gegebener Zeit recht artenreich sein. Zu früheren Zeiten war es für mich ein nahes Waldgebiet um den Bedarf der Wismarer Bevölkerung an frischen Waldpilzen ein wenig decken zu helfen. Ich nahm mir damals (DDR – Zeit) extra eine Woche Urlaub, um dann u. a. auch von hier Hallimasch zum verkaufen zu sammeln. Aber auch so tolle Teile wie riesige Klapperschwämme oder Stachelbärte waren damals hier vertreten. Reichlich starkes Totholz ist immer noch vorhanden, so dass ich davon ausgehe, dass genannte Arten im Herbst durchaus weiterhin vertreten sein könnten. Heute zeigte sich das Gebiet allerdings sehr bescheiden in punkto Frischpilze. Hier einige Impressionen:

Essbare Graue Wulstlinge (Amanita excelsa) im Buchenlaub. Auf den ersten Blick könnte man, angesichts der Ringzonen am unteren Stielbereich, denken, es handele sich um Pantherpilze. Aber die Hüllreste auf dem Hut sind grauschorfig und die Manschette war deutlich gerieft. Man spricht von einer Merkmals – Kombination, die bei der korrekten Bestimmung von Pilzen heran gezogen werden sollte.

Einige Vertreter der Stielporlinge besitzen einen schwarzen Fuß, so wie dieser Löwengelbe Stielporling (Polyporus varius). Er gehört innerhalb dieser Gattung zu den Schwarzfuß – Porlingen.

Die löwengelbe Hutoberfläche kann zu grauweiß ausblassen.

Ein essbarer Rotfuß – Röhrling (Xerocomus chrysentheron).

Der ebenfalls essbare Rehbraune Dachpilz gehört zu den Freiblättlern. Die Lamellen erreichen nicht den Stiel.

Gemeine Stinkmorchel (Phallus impudicus) im embryonal – Stadium und als voll entwickeltes Rezeptakulum. Die Art gehört zu den Pilzblumen und hier wiederum zu den Rutenpilzen.

In den feuchtkühlen Zwischenräumen der Lamellen des Breitblattes (Megacollybia platyphylla) fühlen sich kleine Springschwänze wohl.

Unzählige rote Flöckchen auf dem bauchigen Stiel des Flockenstieligen Hexen – Röhrlings (Boletus luridiformis).

Unser Erinnerungsfoto im Wald bei Kletzin an einem schönen Sommervormittag am 23. Juni 2019 im Wald bei Kletzin.

Wann startet die nächste Vereinsexkursion? – Siehe unter Termine!

19. Juni 2019 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Exklusiv auch für interessierte Gäste

Sie führte in den Meßtischblatt – Quadranten  2237/3

Dieser Sommersteinpilz (Boletus reticulatus) zusammen mit zwei weiteren Artgenossen sowie einem Flockenstieligen Hexen – Röhrling begrüßte mich gleich zum Anfang im Stegenholz.

Der dritte Quadrant des Meßtischblattes Warnow war an der Reihe. Er enthält reichlich Wald. Zur Auswahl standen die Windmühlen – Tannen, der Rosenower Wald oder das Stegenholz. Während die beiden erst genannten Reviere auf überwiegend sandigem Untergrund stocken, steht das Stegenholz auf besseren Böden. Hier überwiegen Buchenbestände und in den sandigen Gebieten Nadelforste. Oben gezeigter Sommersteinpilz wächst ausschließlich unter Laubbäumen, in erster Linie Eichen und Buchen.

Auch der heutige Mittwoch war wieder ein schwüler Hitzetag mit Gewittergefahr durch Tief Momo. Es war also wieder Vorsicht geboten, um nicht von gewittrigen Turbulenzen im Wald überascht zu werden. Auch die Hitze war schon sehr grenzwertig. Zunächst steuerte ich das Stegenholz an. Einige Sommerröhrlinge (siehe Foto) und Täublinge waren als Frischpilze vertreten. Das überwiegend mit Buchen bestandene Revier enthält Feuchtbiotope und ist teilweise durch Buchen – Jungwuchs stark verbuscht. Es dauerte nicht lange, und mächtige Quelwolken mit leisem Donnergrollen signalisierten mir, den Wald zu verlassen.

Ein erstes Gewitter hat sich zusammen gebraut.

In Höhe Sternberg wurde der Himmel immer wilder.

Ich fuhr nach Keez und es gab ein stimmungsvolles Abendbrot im Kerzenschein mit Irena und Jonas, während draußen Gewitterwolken den Abend verdunkelten.

Das Abendbrot ist fertig.

Draußen erfolgt nun direkt über Keez und Umgebung eine Neubildung. Es fällt in diesem Moment noch kaum ein Tropfen, aber der Wind frischt böig auf. Dieses Wolkenbild über den Köpfen der Beobachter birgt bereits eine reale Gefahr, nähmlich die eines Blitzschlages im Zusammenhang mit einen trockenen Gewitter. Auch die Sturm- und Tornadogefahr ist jetzt erhöht! Unbedingt Schutz suchen!

Erster Niederschlag fällt aus.

Das Gewitter beginnt sich zu organisieren.

Etwa 10 Minuten später ist diese Zelle perfekt, hat sich aber schon ein Stück weit entfernt. Gut ist der scharf abgegrenzte Niederschlagskern zu erkennen. Ein Wolkenbruch samt Hagel ergießt sich nun über ein eng begrenztes Gebiet. Ununterbrochenes Donnern zeugt außerdem von einer hohen Blitzrate.

  Die Gweitterwolken zogen schließlich vorüber und danach bin ich mit Irena noch kurz in meinen Kartierungs – Quadranten gefahren. Ziel war jetzt allerdings ein sandiges Waldstück, nähmlich die Windmühlen – Tannen. Die Hitze hatte hier die wenigen Frischpilze verdorren lassen und schließlich wurde es bald dunkel.

Ein von Trockenheit und Hitze gekennzeichnetes Rotfüßchen (Xerocomus chrysentheron) in den Windmühlen – Tannen.

Der bedeutsamste Fund des Tages waren diese Gedrungenen Champignons (Agaricus spissicaulis). Sie wuchsen am Weg- und Waldrand des sandigen Kiefernwaldes und waren ebenfalls stark durch die Hitze des Tages mitgenommen. Aber zum Kartieren noch gut genug, denn die Art zählt nicht zu den häufigsten Champignons.

Diese giftigen Karbol – Champignons (Agaricus xanthodermus) fielen uns während der Rückfahrt am Straßenrand in Groß Görnow auf und sind daher nicht mehr im heutigen Kartierungsbereich.

Gegen Mitternacht bin ich schließlich in Richtung Wismar aufgebrochen. Eine herrlich stimmungsvolle Frühsommernacht. Im Osten ging dunkelorange der fast Vollmond auf und am unterschiedlich bewölten Himmel war etwas von Mittsommernacht am nördlichen Horizont zu sehen. Gleichfalls sorgte Wetterleuchten von fernen Gewittern für eine höchst romantische Stimmung.

Als Kartierungs- und Exkursionstag war es heute suboptimal, dafür aber tolle Wetterstimmung und ein seltenes, gemeinsames Abendbrot in Keez. So ist die Artenliste auch denkbar knapp.


MTB: 2237/3 – Stegenholz und Windmühlen – Tannen: Sommersteinpilz, Flockenstieliger Hexen – Röhrling, Striegelige Tramete, Buckel – Tramete, Schmetterlings – Tramete, Frauen – Täubling, Gemeine Stinkmorchel, Löwengelber Stielporling, Rotfüßchen, Goldschimmel, Sklerotien – Porling und Gedrungener Champignon.


Wer also mit dem Fachmann eine ganz spezielle Tour durch unsere heimische Großpilz – Flora unternehmen möchte, ist sehr herzlich eingeladen. E- Mail Adresse oder Telefon – Nummern finden Sie an anderer Stelle auf dieser Homepage.

Wann startet die nächste Mittwochswxkursion? – Siehe unter Termine!

18. Juni 2019 – Treffen der Pilzfreunde

Treffen der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Wir stellten Pilz – Pizza her

Braune Zuchtchampignons für unsere Pilz – Pizza. Eigentlich wollte ich noch Perlpilze aus dem Gespenstwald holen, habe es aber nicht mehr geschaft, so dass Zuchtpilze herhalten mußten.

Treff war am Dienstag, dem 18. Juni 2019, um 18.00 Uhr in der ABC Straße 21 (Steinpilz – Wismar).

Ab und an sind wir bei unseren Treffen im mykologischen Informationszentrum immer mal praktisch geworden. Das Herstellen von verschiedenen Pilzsubstraten für Zuchtpilze, Anfertigen von Pilz – Würzpulver oder Adventsbasteln sorgte für Abwechslung. Heute wagten wir mal ein kleines Experiment  und gingen an das Herstellen von Pilz – Pizza. Zum Glück kannte sich Vereinsfreundin Monika gut mit der Materie aus und zauberte unter Mitwirkung aller Anwesenden eine sehr schmackhafte Gemüse – Pilz – Pizza. Alle haben reingehauen und auch unsere älteren Pilzfreunde, die noch nie in ihrem Leben eine Pizza gegessen hatten, waren voll auf begeistert!

Ich hatte vorher frische Zutaten eingekauft b. z. w. aus Irena `s Naturgarten aus Keez mitgebracht.

Manfred beim Putzen von Weißen Champignons.

Leckerer Gemüsebelag mit etwas Salami.

Hier ißt auch das Auge schon hoch erfreut.

Guten Appetit!

Wann treffen sich die Pilzfreunde wieder? – Siehe unter Termine!

15. Juni 2019 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Grünen Knollenblätterpilzes

Sie sollte durch den Gespensterwald führen

Sowohl der Deutsche Wetterdienst, wie auch die Unwetterzentrale Deutschland hatte Unwetterwarnungen ab der Nacht zum 15. Juni 2019 bis zum Abend des selben Tages heraus gegeben. Bersonders in der zweiten Nachthälfte bis zum Vormittag kann es zu starken Regenfällen und Gewittern kommen. Auch schwere Gewitter mit entsprechend unwetterartigen Erscheinungen sind möglich. Daher muste diese Veranstaltung vorsorglich abgesagt werden!

Gewittertief Ludger sorgte auch am Abend noch zusätzlich für eine gespenstische Stimmung.

Der Gespensterwald ist Teil des Nienhäger Holzes. Er liegt direkt an einem Steilufer der Ostsee. Viele Bäume sind hier durch den ständig wehenden Seewind und durch zahllose Herbst- und Winterstürme eigenartig geformt. Sogenannte Windflüchter. Ihre urwüchsigen Formen haben zur volkstümlichen Bezeichnung des Waldes geführt. Besonders im Winterhalbjahr beeindrucken die skurrilen Baumgestalten. Es überwiegen Laubwälder, zum größten Teil bestanden von Buchen und Eichen. Insbesondere in Richtung Küste sind die Böden sehr ausgehagert. Bei guter Bodenfeuchtigkeit und nicht zu windigen Verhältnissen ein sehr interessanter Standort für Pilzliebhaber. Aber auch der Rest des Waldes läßt einiges erwarten, zumindest zur Hauptsaison. Heute wollten wir schauen, was uns der Gespensterwald im Frühsommer pilztechnisch zu bieten hat. Leider wurde nichts daraus, da bis zum Mittag schwere Gewitter über Mecklenburg und auch über dem Gespenstwerwald tobten. Es scheint wirklich ein verwunschenes Stückchen Erde zu sein, denn bereits im November 2017 hatten wir schon einmal eine Pilzwanderung hier her geplant, die wegen Sturmschäden abgesagt werden mußte. Also steht im nächsten Jahr ein weiterer Versuch an. Alle guten Dinge sind schließlich drei! Auf jedenfall eine wunderschöne und sehenswerte, urwüchsige Küstenlandschaft.

Da es mir keine Ruhe ließ, was wir versäumt hätten oder auch nicht, bin ich am Abend schließlich noch alleine dort hin gefahren, da sich das Wetter zwischenzeitlich etwas beruhigt hatte. Ich muss sagen, sehr schade, dass die Wanderung ausfallen mußte. Es waren reichlich Frischpilze vorhanden, vor allem Perlpilze und Graue Wulstlinge. Immerhin zwei durchaus leckere Speisepilz – Arten, insbesondere die Perlpilze. Ich war froh, dass ich hier noch vorbei geschaut habe, denn auch die Landschaft ist grandios und Gewittertief Ludger tauchte diese durch mitgeführten Saharastaub in ein ganz besonderes Lcht. Einfach ein toller Abend. Hier einige Impressionen:

Perlpilze (Amanita rubescens) hätten so manchen Sammlerkorb gefüllt. Aber auch die Schnecken waren bei dem klatschnassen Wetter in Hochform und taten sich oft sogar in Gemeinschaft gütlich am plötzlichen Überangebot von Frischpilzen.

Bleiern hängen noch die tiefen Wolken des Gewittertiefs über der Ostsee und dem Gespensterwald, aber am Horizont zeichnet sich ein Silberstreif ab.

Der Küstenwanderweg oberhalb der Steilküste.

Auch reichlich Totholz durch im Sturm gefallene Bäume bietet Nahrung für allerlei Holzpilze, wie beispielsweise Austern – Seitlinge.

Zwischen all den Perlpilzen und Grauen Wulstlingen verirrte sich hin und wieder auch ein Frauen – Täubling (Russula cyanoxantha). Er sitzt voller Springschwänze, die offensichtlich nach dem Wolkenbruch fluchtartig den durchtränkten Waldboden verlassen haben.

An dieser Gruppe von Grauen Wulstlingen (Amanita excelsa) haben Schnecken und Witterung ihre Spuren hinterlassen.

Der Silberstreif ist näher gekommen.

Langsam hellt sich die Stimmung am Küstenwald auf.

In warmen Farben wird dieser Sklerotien – Porling (Polyporus tuberaster) von der Sonne in Szene gesetzt.

In unterschiedlichen Schattierungen schieben sich diese jungen Grauen Wulstlinge (Amanita excelsa) aus dem kargen, kurz bemoosten Boden des Buchenwaldes.

Auch die Hüllreste auf den Hüten sind unterschiedlich groß.

Es ist auf diesem Panorama – Foto zwar schwer zu erkennen, aber der ausgehagerte Waldboden ist übersät von Wulstlingen in allen Alterstadien.

Hier sind es wieder mastige Graue Wulstlinge (Amanita excelsa). Meines wissens in Sachsen ein beliebter Speisepilz, der bei uns von Urlaubern oft mit dem Pantherpilz verwechselt wird b. z. w. wurde. Geschmacklich soll er allerdings dem Perlpilz unterlegen sein.

Mit dieser seltenen Rote Liste Art habe ich hier natürlich nicht gerechnet. Ich traute zunächst meinen Augen kaum, als ich im Gras zwei kugelige und knallrote Köpfchen sah. Ich holte tief Luft und schob die Gräser bei Seite. Wirklich, es waren Pilze und kein Spielzeug, das Kinder hier vieleicht vergessen haben könnten. Nein, es waren wirklich Eichen – Rotkappen (Leccinum quercinum), die ich seit Jahzehnten nicht mehr am Standort bewundern durfe. Ein toller Fund, der diesen stimmungsvollen Frühsommerabend an der Ostseeküste abrundete.

Der Wald im Licht der warmen Abendsonne. Die Gespenster haben sich bei dieser freundlichen Stimmung nun verzogen.

Zwei Verschiedenfarbige Dachpilze (Pluteus plautus) auf einem starken Totholzstamm von Rotbuche. Ohne Speisewert.

Interessante Hutstruktur bei diesen Grauen Wulstlingen (Amanita excelsa). Seewind hat die Huthaut verhärtet und sie kann sich bei der weiteren Streckung des Hutes nicht mehr mit ausdehnen.

Ähnliches bei diesem Exemplar der gleichen Art. Hier ist allerdings der Stiel betroffen. Außerdem hat der Starkregen den Hut völlig aufweichen lassen, so dass der Pilz b. z. w. die Lamellen aussehen, als wären sie gerade aus dem Wasserbad in der Küche gekommen.

Auch wenn dem Kenner leise Zweifel kommen sollten, es handelt sich tatsächlich nur um Frauen – Täublinge (Russula cyanoxantha).

Ein seltenes Naturschauspiel bot heute auch der Saharastaub, den Gewittertief Ludger mit sich führte. Je tiefer die Sonne, um so intensiver wurden die orangebraunen Eintrübungen der Sonnenstrahlen und des Himmels.

Die schließlich auch den Gespensterwald in ein mystisches Licht tauchten.

Wann findet die nächste Pilzwanderung statt? – Siehe unter Termine!

12. Juni 2019 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Exklusiv auch für interessierte Gäste

Ziel war der Kreuzgrund – MTB: 2237/2

Der Kreuzgrund gehört zum umfangreichen Staatsforst Tarnow bei Bützow. Ausgedehnte Buchenwälder, aber auch Nadelholzbereiche sind hier vorhanden. Integriert ist der berühmte Boitiner Steintanz (Siehe oben). Das Revier gehört zu unseren artenreichsten Waldgebieten. Im vergangenen Oktober führte eine erfolgreiche Exkursion im Rahmen unseres herbstlichen Pilzseminars hier her. Trotz der Trockenheit beeindruckte uns damals ein reichhaltiges Frischpilzaufkommen. Mitte Juni ist es  diesbezüglich eher noch bescheiden, aber bei günstigen Wachstumsbedingungen kann uns auch zu dieser, noch recht frühen Zeit, schon einiges geboten werden. Und die Witterungsbedingungen gestalteten sich in den letzten Tagen zunehmend günstig, durch häufige und teils intensive Gewittergüsse. So war es nach gestrigen Gewittern heute sehr feucht und auch die Luft fühlte sich schwül an. Da ich erst am Nachmittag Zeit hatte, dort hin zu fahren, blieben mir und Pilzfreund Robert, der mich begleitete, nicht viel Zeit, da am frühen Abend schwere Gewitter vorher gesagt waren. So konnten wir in knapp zwei Stunden auch nicht großes bereißen. Kurz vor 17.00 Uhr brachen wir wieder auf und konnten gerade noch mit Einsetzen der Unwetter Wismar erreichen.


Hier die heutige Artenliste: Buckel – Tramete, Zugespitzter Kugelpilz, Schmetterlings – Tramete, Striegeliger Schichtpilz, Rotrandiger Baumschwamm, Breitblättriger Rübling, Geweihförmige Holzkeule, Sklerotien – Porling, Rehbrauner Dachpilz, Birken – Zungenporling, Echter Zunderschwamm, Waldfreund – Rübling, Mai – Stielporling, Brandkrustenpilz, Stockschwämmchen, Zerfließende Gallert – Träne, Rotbuchen – Rindenkugelpilz, Grauer Wulstling, Goldschimmel, Riesenporling (vorjährig), Dunkles Fadenstäubchen, Grünblättriger Schwefelkopf und Rosablättriger Helmling.


Hier einige Bilder von heute:

Sklerotien – Porling (Polyporus tuberaster).

Rehbraune Dachpilze (Pluteus atricapillus).

Dunkles Fadenstäubchen (Stemonitis fusca) – ein Schleimpilz.

Grauer Wulstling (Amanita excelsa). Die Schnecken sind bei dem feuchten Wetter natürlich auch gleich zur Stelle.

Wer also Lust hat mit dem Fachmann auf Bestandsaufnahme durch den Wald zu streifen, ist sehr herzlich eingeladen. Die Teilnahmegebühr dient dem Erhalt der Wismarer Pilzberatungsstelle und wird nicht privat verwandt!

Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

05. Juni 2019 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Exklusiv auch für Gäste

Ziel war das MTB 2237/1 – Staatsforst Tarnow

Obwohl auf dem Kalender noch Frühling, kommt beim Anblick der gemähten Wiese mit ihren Heuballen ein erster Hauch von frühherbstlicher Stimmung auf.

Heute war ich wieder im frühsommerlichen Wald auf der Suche nach allen möglichen, im Feld ansprechbaren Großpilzarten. Laub- und Nadelforste versprachen diesbezüglich Abwechslung. Auf einer geführten Lehrwanderung konnten wir hier vor Jahren ein recht artenreiches Pilzaufkommen feststellen. Heute war es aufgrund der relativen Trockenheit und der noch frühen Jahreszeit verhaltener. Bei hochsommerlich warmen, gewittrigem Wetter, habe ich folgende Arten festgestellt:


MTB: 2237/1 – Staatsforst Tarnow: Herber Zwergknäuling, Rotbrauner Borstenscheibling, Sklerotien – Porling, Schmetterlings – Tramete, Rötliche Kohlenbeere, Bitterer Zapfenrübling, Striegeliger Schichtpilz, Zugespitzter Kugelpilz, Grünblättriger Schwefelkopf, Brandkrustenpilz, Rehbrauner Dachpilz, Echter Zunderschwamm, Riesenporling (vorjährig), Flacher Lackporling, Grauer Wulstling, Striegelige Tramete, Mai – Stielporling, Breitblättriger Rübling, Spaltblättling, Nördlicher Zinnoberschwamm, Lilablättriger Mürbling, Ampferblatt – Rostpilz, Orangefarbenes Brennnesselbecherchen und Buckel – Tramete.


Junge Sklerotien – Porlinge (Polyporus tuberaster) an einem toten, liegenden Buchenstamm.

Giftige Grünblättrige Schwefelköpfe (Hypholoma fasciculare) an einem alten Buchenstubben.

Ich hielt mich zunächst in Waldrandnähe an diesem sehr warmen und schwülen Junitag auf, denn es galt in Himmel im Blick zu behalten, da sich immer wieder einige, teils kräftige Hitzegewitter entwickelten.

Als sich die Lage am Himmel über dem Staatsforst entspannte und die Sonne die Oberhand bekam, ging es auch in`s schattigere Waldesinnere. Dort fand ich am feuchteren Waldweg eine Gruppe von Grauen Wulstlingen (Amanita excelsa). Die beiden schönsten Exemplare hielt ich im Bild fest. Essbar, aber auf die Unterschiede zum giftigen Pantherpilz achten!

Der Breitblättrige Rübling (Megacollybia platyphylla) ist durchaus eine Charakterart etwas feuchterer, schattigerer Wälder am Übergang vom Frühling in den Sommer. Ohne Speisewert.

Obiger wird merkwürdiger Weise oft mit dem Rehbrauen Dachpilz (Pluteus atricapillus) verwechselt.

Dort, wo totes Laubholz besonders trocken und sonnig liegt, können wir mit etwas Glück dem Nördlichen Zinnoberschwamm (Pycnoporus cinnabarinus) begegnen.

Die leckeren Lilablättrigen Mürblinge (Psathyrella candolleana) lieben eher feinere Holzreste und etwas feuchtere Standorte, um dann oft in großen Scharen aufzutreten.

Gegen 19.45 Uhr endete meine Inspektion und ich begab mich auf die Heimfahrt. Am südwestlichen Horizont hatte sich inwischen eine neue Gewitterzelle gebildet, die mich bis nach Wismar begleiten sollte.

Das gleiche Gewitter etwa eine dreiviertel Stunde später von Jesendorf aus fotografiert. Donnergrollen war immer wieder zu vernehmen. Als ich und der Gewitterschirm Wismar erreichten, war die Luft raus und das letzte Gewitter des Tages löste sich auf.

Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

  • Anmeldungen unter E- Mail:steinpilz.wismar@t-online.de, Tel.: 03841/228917 oder Handy: 0173/6977219

01. Juni 2019 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Grünen Knollenblätterpilzes

Sie führte durch den Wald bei Heiligenhagen

Wir befinden uns mittlerweile im Frühsommer. Frühlingsarten klingen ab und zaghaft entwickelt sich die sommerliche Pilzflora. Noch ist dieses aber erst sehr zurückhaltend zu spüren, obwohl in diesem Jahr schon recht früh mit Überraschungen gerechnet werden kann. Entsprechende Entwicklungen im Witterungsverlauf vorausgesetzt. Grund ist der extrem trockene Sommer und Herbst des Vorjahres. Es herrscht bei vielen Arten, ganz besonders aber auch bei den Sommerpilzen, großer Nachholebedarf, so dass zumindest ab Beginn des Hochsommers mit einem überdurchnittlichen Pilzwachstum gerechnet werden kann. Leider sind die allgemeinen Niederschläge in den letzten Tagen und Wochen nur recht verhalten ausgefallen. Dem entsprechend ist es noch recht dürftig an der Frischpilz – Front. Aber einiges war heute dann doch zu entdecken.

Zunächst brachte uns eine Teilnehmerin aus Rostock Pilze mit, die in ihrem Garten wuchsen. Es handelt sich um den leckeren Maipilz (Calocybe gambosa).

Aber auch im Wald dauerte es nicht lange, bevor wir die ersten Exemplare ausfindig machen konnten. Hier ist es ein essbarer Waldfreund – Rübling. Möglicherweise aber auch die gelbblättrige Form des selben, die von einigen Autoren als eigene Art betrachtet wird, als Gelbblättriger Rübling.

Besonders an totem Buchenholz finden wir oft die Buckel – Tramete (Trametes gibbosa), mit ihren länglichen Poren und den oft grün veralgten Hutoberflächen.

Hier sehen wir einzellige Pilztierchen, die Blutmilchpilze (Lycogala epidendron). Verletzt man sie, laufen sie förmlich aus, sie milchen.

Ein kleiner, junger Dachpilz wuchs direkt neben einer Gruppe Düngerlingen. Es dürfte sich um den Grauen Dachpilz (Pluteus cinereofuscus) handeln.

Hier noch einmal in der Hand.

Bei diesen Mürblingen könnte es sich nach meiner Auffassung um Große Buchenlaub – Mürblinge (Psathyrella murcida) handeln. Nach E. Ludwig soll die Art im Norden aber selten sein, ich habe sie jedenfalls schon öfters in unseren  Buchenwäldern gefunden.

Längst der Waldwege immer wieder filigrane Großpilze. Hier ist es ein reifer Goldmistpilz.

Goldmistpilz (Bolbitius virtellinus).

Gut ist hier die striegelig – filzige Konsolen – Bekleidung der Striegeligen Tramete (Trametes hirsuta) im Bild zu erkennen.

Der Mai – Stielporling (Polyporus lepideus) besitzt sehr eng stehende Poren auf der Unterseite und kann dadurch sehr gut vom ähnlichen Winter – Stielporling unterschieden werden.

Filigran und elegant diese Dreier – Gruppe von Tintlingen aus dem Formenkreis der Scheibchen – Tintlinge (Coprinus spec.).

Wunderschön auch dieser kleine Helmling.

Hier gleich im Trio. Es handelt sich um Orange – Helmlinge (Mycena acicula).

Ein wunderschöner Becherling aus der Gattung Peziza.

Hier ist es ein Blasenförmiger Becherling (Peziza vesiculosa).

Und hier könnte es sich um den Buchenwald – Becherling (Peziza arvernensis) handeln. Wir fanden im tiefen Buchenlaub Riesenexemplare mit bis zu 15 cm Durchmesser! Möglich wäre aber auch der Riesen – Becherling (Peziza varia). Klarheit kann hier nur das Mikroskop verschaffen.

Er ähnelt in diesem Fall stark einen Wurzel – Schleim Rübling, es fehlt aber der teils runzlige und schleimige Hut. Dieser ist beim Buchenwald – Wasserfuß (Hydropus subalpinus) trocken. Trotzden kann er wurzeln, wenn das Holzstückchen, dem er entspringt, tiefer im Waldboden oder der Humusschicht versenkt ist. Ohne Speisewert, während die Hüte des Wurzelrüblings essbar wären.

Aus dem blanken Erdboden eines Waldweges wuchs dieser Stadt – Champignon (Agaricus bitorquis). Typisch der flache Hut und der doppelt beringte Stiel. Erstklassiger Speisepilz, wenn er nicht gerade auf oder an viel befahrenen Straßen wächst.

Der Ampferblatt – Rostpilz (Ramularia rubella). Ein Kleinpilz oder Phytoparasit.

Hin und wieder auch wertvolle Feuchtbiotope, so wie dieses sehr nasse Birkenmoor.

An einer trockenen Wegböschung des Buchenwaldes schoben junge Graue Wulstlinge (Amanita excelsa). Die essbaren Knollenblätterpilze müssen gewissenhaft mit den Merkmalen des sehr ähnlichen und stark giftigen Pantherpilzes abgeglichen werden, sollte man sie für Speisezwecke verwenden wollen.

Hier ein etwas verändertes Exemplar der selben Art. Typisch sind die grau – schorfigen Hüllreste auf dem Hut und das fehlende Bergsteiger – Söckchen an der Stielbasis. Trockenheit hat zum platzen der Huthaut bei weiterer Streckung geführt und dem Fruchtkörper ein ungewöhnliches Aussehen verliehen.

Auf einer Waldlichtung fanden wir einen augeprägten Hexenring von besonders üppigen Waldfreund – Rüblingen (Collybia dryophila).

Auch den Hüten dieser giftigen Grünblättrigen Schwefelköpfe (Hypholoma fasciculare) ist das trockene Wetter anzusehen.

Leider habe ich vergessen, dieses Einzelexemplar eines Tauben – Täublings (Russula grisea) zu spiegeln. Von oben glaubt man einen Frauen – Täubling gefunden zu haben, aber die Lamellen splittern. Der Papagei – Täubling ist schmächtiger und besitz auch keinen lila angehauchten Stiel. Typisch für diese Art sind auch die dicht stehenden, cremeweißen Lamellen und die bräunlichen Flecken am unteren Stielbereich und sein Vorkommen unter Buchen und Eichen, gelegentlich aber auch unter anderen Laubgehölzen. Essbar.

Essbar ist auch der Frühlings- oder Voreilende Ackerling (Agrocybe praecox).

Eine kleine, aber gemütliche Truppe heute im Wald bei Heiligenhagen. 01. Juni 2019.

Wann startet die nächste Pilzwanderung? – Siehe unter Termine!

31. Mai / 01. Juni 2019 – Kleine Imbisstage

Es gibt leckere Waldpilzsuppe

Gesammelt, gekocht und ausgeschenkt von den Pilzfreunden der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V.

An zwei Tagen gab es unsere leckere Waldpilzsuppe mit Hallimasch und wenigen Maipilzen.

Am Freitag, dem 31. Mai 2019, ab 11.00 Uhr und am folgenden Sonnabend zur Stuhlparade ab 13.00 Uhr.

Heute haben wir/ich mal wieder mit zwei Imbisstagen für das leibliche Wohl der Spaziergänger und Liebhaber kulinarischer Pilzzubereitungen gesorgt. Es gab unsere herzhafte Waldpilzsuppe nach Art des Steinpilz – Wismar. Immer wieder hatten wir Nachfragen, wann es mal wieder unsere Leckereien aus dem Wald gäbe. Nun war es zumindest in kleinem Rahmen soweit. Für zwei Tage schenkte ich die beliebte Waldpilzsuppe aus. Auch weil durch das lange Wochenende wegen Christi Himmelfahrt zahlreiche Kurzurlauber in der Hansestadt weilten.

Sechs Tüten Tiefkühlware holte ich aus dem Gefrierschrank. Hallimasch und Maipilze.

Frische Möhren wurden dazu gekauft.

Dazu deckte ich auch im Laden ein.

Und natürlich auch vor dem Info – Zentrum.

Auch Kaffee und Tee waren im Angebot.

Die Pilzfreunde der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V. freuten sich auf ihren Besuch. 

29. Mai 2019 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Als Exklusiv – Angebot für interessierte Pilzfreunde

Ziel war die Schwinzer Heide im MTB: 2338/4

Die Nossentiner/Schwinzer Heide ist vor allem im Herbst ein beliebtes Revier für die Kochtopf – Mykologen. Die weitläufigen Kiefern- und Fichtenwälder mit ihrem armen, sandigen Untergrund, lassen reichlich Maronen, Pfifferlinge, Steinpilze und viele andere Arten sprießen. Im Frühling ist es natürlich noch lange nicht soweit, aber darum ging es auch nicht. Die Erforschung der Großpilz – Flora steht im Vordergrund und es gilt eventuell neue Arten für unsere Kartierung festzustellen. Dabei kann natürlich der interessierte Hobby – Mykologe sicher einiges hinzulernen. So schloßen sich mir zwei Pilzfreunde aus Heidelberg an, die wegen des verlängerten Herrentags – Wochenendes für einige Tage Urlaub am Plauer See machen.

Leichtere Niederschläge in der letzten Zeit ließen einige Kleinarten wie Lilablättrige Mürblinge oder Waldfreund – Rüblinge, Tintlinge oder sogar einen Maipilz sprießen, der durchschnittliche Pilzsammler wäre heute aber nicht auf seine Kosten gekommen, obwohl die Mürblinge sicher eine leckere Pilzsuppe geliefert hätten. Ansonsten konnte ich in diesem Quadranten einige Arten notieren, die ich bisher noch nicht in meiner Datenbank aus der Schwinzer Heide vorzuweisen hatte.


Hier die heutige Artenliste von MTB: 2338/4 – Schwinzer Heide bei Alt Schwinz: Buckel – Tramete, Mai – Stielporling, Echter Zunderschwamm, Eichen – Zystidenrindenpilz, Nördlicher Zinnoberschwamm. Spaltblättling, Rotrandiger Baumschwamm, Flächiges Eckenscheibchen, Striegelige Tramete, Schmetterlings – Tramete, Lilablättriger Mürbling, Grünblättriger Schwefelkopf, Schiefer Schillerporling, Waldfreund – Rübling, Striegeliger Schichtpilz, Runzliger Schichtpilz, Erlen – Schillerporling, Mottenkugel – Lederrindenpilz, Zimtfarbener Weichporling, Blutmilchpilz, Birken – Zungenporling, Maipilz, Gemeiner Violettporling und Grauer Faltentintling.


Und einige Belegfotos:

Nördlicher Zinnoberschwamm (Pycnoporus cinnabariunus).

Spaltblättling (Schizophyllum comune).

Lilablättriger Mürbling (Psathyrella candolleana).

Zimtfarbener Weichporling (Hapalopilus rutilans).

Ein einsamer Maipilz (Calocybe gambosa) direkt am geschotterten Straßenrand.

Und weil er so schön war, hier noch einmal mit Schminkspiegel.

Ein dichtes Büschel Grauer Faltentntlinge (Coprinus atramentarius) bricht ebenfalls dierekt am Straßenrand am Fuße eines Laubbaumes heraus.

Häufiges Schadensbild bei Fichten und Kiefern, die Kernfäule. Meist verusacht durch den Wurzelschwamm. Besonders in Fichten – Monokulturen kann der Pilz Schäden in Millionenhöhe anrichten. Fruchtkörper finden sich nur am Fuß der befallenen Bäume, aber das aggressive Myzel steigt viele Meter den Stamm hinauf und zerstört das Kernholz. Bei vielen, der am Wegesrand lagernden Kiefernstämme, konnte ich heute dieses Schadensbild beobachten.

Wann und wohin startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

25. Mai 2019 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Grünen Knollenblätterpilzes

Sie führte durch den Klappenkrug

Links der Klappenkrug, rechts das Heidenholz bei Ventschow am 25. Mai 2019.

Der Klappenkrug ist ein kleines Waldgebiet zwischen Ventschow und Holdorf. Es stehen hier zumeist Laubbäume. Gegenüber liegend finden wir das Heidenholz, das während unserer intensivsten Zeit der Pilzkartierung in den 1990er Jahren durch seine große Artenvielfalt auffiel. So konnten wir hier beispielsweise zu damaliger Zeit den sehr seltenen Igel – Stachelbart neben vielen anderen interessanten Pilzarten feststellen. Der Klappenkrug ist mir in diesem Zusammenhang in Erinnerung geblieben, da ich hier damals wenige Tage vor Weihnachten noch eine frische Ernte von Hallimasch einfahren konnte. Der „berühmte“ Weihnachts – Hallimasch! Beide Arten fanden wir heute natürlich nicht, da es sich um Herbstpilze handelt. Dafür waren zumindest an feuchteren Stellen einige Kleinarten ganz gut vertreten, allen voran Tintlinge. Für größeres war es im Vorfeld leider zu trocken.

Wir starten. Mit insgesamt vier Pilzfreunden waren wir heute eine sehr überschaubare Truppe.

Ich vermute, das relativ kleine Waldgebiet wurde in der letzten Zeit privatisiert, wie auch andere Wälder in der Nähe mit alten Buchenbeständen. Teils wurden hier radikale Baumfällungen vorgenommen, so vor Jahren im Paradies oder auf dem Homberg, wo zumindest parzellenweise Radikalschlag erfolgte. Ein Privatwaldbesitzer dieser Reviere entgegnete auf meine Anfrage: „In hundert Jahren sind die Bäume ja wieder nachgewachsen“.

Immerhin blieben auch mal dicke Stammteile liegen, die für uns Pilzfreunde interessant werden können. Hier herrscht Austern – Seitlings  – Erwartung in den nächsten Wintern.

Hier dürfen wir Steinpilze erwarten.

Und vieleicht siedelt sich hier im Verlauf der Igel – Stachelbart an, den wir in den 1990er Jahren ganz in der Nähe schon mal entdeckten.

Diese Hainbuche hat allerdings ein Pilz dahin gerafft.

Und zwar einer der ergiebigsten und schmackhaftesten Speisepilze, der Hallimasch. Hier sehen wir seine schwarzen Myzel – Stränge, die sich unter der Rinde des Baumes bis in Richtung Krone hocharbeiten können.

Lackporlinge (Ganoderma spec.) haben sich einen liegenden Buchenstamm vorgenommen und bestreuen mit ihrem zimtbrauen Sporenstaub nicht nur sich selbst. Spec. deshalb, weil ich mir hier noch nicht ganz sicher bin, um welche Art es sich handelt. Für den häufigen Flachen Lackporling sind mir die Konsolen zu kompakt, für den seltenen Kupferroten Lackporling die Poren zu hell.

Der zähfleischige Mai – Stielporling (Polyporus lepideus) ist ungenießbar.

Ein Schlachtfeld, aber für die Holzzersetzenden Arten ein gefundenes Fressen.

Elegante Tintlinge aus dem Umfeld der Scheibchen – Tintlinge.

Ergiebiger sind da schon diese Frühlings – Ackerlinge (Agrocybe praecox). Sie dürfen in den Sammelkorb gelegt werden.

Auch diese Glimmer – Tintlinge (Coprinus micaceus) wären im Prinzip essbar, lohnen aber kaum, da sie sehr zerbrechlich sind und schnell altern. Wenn doch, dann aber ohne Alkohol!

Waldfreund – Rüblinge (Collybia dryophila) können bei Kennern ebenfalls in den Korb wandern, sind aber eher nur als Mischpilz empfehlenswert, da sie als minderwertig gelten und auch nicht sonderlich ergiebig sind.

Langsam ergiebt sich ein kleines Mischpilz – Gericht, denn auf der Grasnarbe eines Waldweges wuchsen etliche Tränende Saumpilze (Lacrymaria lacrymabunda), die auch essbar sind.

Giraffenholz. Die Zeichnung soll von Holzkeulen hervorgerufen werden.

Der Fleischrote Zystiden – Rindenpilz (Peniophora incarnata).

Braunsporer der Gattung Galerina/Conocybe und ein Schwarzsporer von den Tintlingen (Coprinus).

Und noch einmal filigrane Tintlinge (Coprinus spec.).

Eine tolle Blumenwiese!

Es dürfte sich um den Kriechenden Günsel (Ajuga reptans) handeln.

Auch der Schmalblättrige- oder Frühlings – Mürbling (Psathyrella spadiceogrisea) ist ein essbarer Frühjahrspilz und kann eine Pilzsuppe bereichern.

Mürblinge sind kleinere, gebrechliche Blätterpilze mit dunklem Sporenpulver und wachsartig sich anfühlender Fleischkonsistenz. Es gibt keine giftigen unter ihnen.

Hier noch ein Vergleich zweier Pilzarten mit unterschiedlicher Sporenfärbung. Oben ein Frühlings – Ackerling mit braunem Sporenabwurf und Lamellenfarbe, unten der Frühlings – Mürbling mit fast grauschwarzem Sporenpulver.

Die großen und fleischigeren Rehbraunen Dachpilze (Pluteus atricapillus) besitzen zunächst weiße Lamellen, die sich durch das fleischrötliche Sporenpulver während der weiteren Entwicklung entsprechend verfärben. Essbar.

Ein schönes Stimmungsbild von Tränenden Saumpilzen (Lacrymaria lacrymabunda) mit ungewühnlich, brustwarzenartig geformter Hutmitte.

Ein schon etwas verwelktes Exemplar des Breitblättrigen Rüblings (Megacollybia platphylla).

Abschlußfoto am 25. Mai 2019 im Klappenkrug.

Wann starten wir zur nächsten Pilzwanderung? – Siehe unter Termine!

22. Mai 2019 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Exklusiv auch für interessierte Pilz- und Naturfreunde

Ziel waren die umfangreichen Wälder nordwestlich Dobbin MTB: 2338/3

Rotrandiger Baumschwamm (Fomitopsis pinicola) am 22. Mai 2019 im Mildenitztal.

Auch diese Mittwochsexkursion diente der Kartierung und dem Beschaffen von Ausstellungsmaterial für unsere Pilzausstellung. Ziel war das Naturschutzgebiet Mildenitz – Durchbruchstal und Klädener Plage.


Hier die Artenliste von heute, MTB: 2338/3 – MildenitztalStriegelieger Schichtpilz, Zaunblättling, Rötende Tramete, Echter Zunderschwamm, Schmetterlings – Tramete, Rotrandiger Baumschwamm, Reihige Tramete, Flacher Lackporling, Buckel – Tramete, Striegelige Tramete, Angebrannter Rauchporling, Brandkrustenpilz, Mai – Stielporling, Sklerotien – Porling, Getigerter Sägeblättling, Schwarzgebänderter Harzporling, Laubholz – Harzporling,  Rotbuchen – Rindenkugelpilz, Himbeerroter Schleimpilz, Buchen Fruchtschalen – Holzkeule, Orangefarbenes Brennnesselbecherchen und Zugespitzter Kugelpilz.


Hier noch einige Fotos von heute:

Mai – Stielporling (Polyporus lepideus).

Reihige Tramete (Antrodia serialis).

Sklerotien – Porling (Polyporus tuberaster).

Himbeerroter Schleimpilz (Tubifera ferruginosa) mit Waldameisen.

Gerne biete ich für interessierte Pilzfreunde, die auch über den Tellerrand hinaus blicken möchten, die Teilnahme an weiteren Mittwochsexkursionen an. Siehe unter Termine!

Die Tour kann etwa 3 – 5 Stunden in Anspruch nehmen.

Kostenpunkt: 20.00 € pro Person. Kostenfrei für Vereinsmitglieder!

  • Anmeldungen unter E-Mail: steinpilz.wismar@t-online.de  Tel.: 03841/228917 oder Handy: 0173/6977219

21. Mai 2019 – Treffen der Pilzfreunde

Treffen der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Großpilze der Hansestadt Wismar

Treff war am Dienstag, dem 21. Mai 2019, um 18.00 Uhr im Steinpilz – Wismar, ABC Straße 21.

Im Jahre 1995 erschien die Broschüre „Großpilze der Hansestadt Wismar“, herausgegeben vom damaligen Umweltamt. In ihr wurden alle Großpilze verzeichnet, die Prof. Dr. Jürgen Schwik, Benno Westphal und Reinhold Krakow bis Mai 1995 innerhalb der damaligen Stadtgrenzen nachweisen konnten. Inzwischen sind natürlich weitere Funde getätigt worden. Wir haben heute eine Auswahl von 90 Arten in Wort und Bild vorgestellt. Die Broschüre ist übrigens im mykologischen Info – Zentrum Steinpilz – Wismar erhältlich. Vielen Dank auch an unsere PIlzfreunde Silke und Alfred für den Sekt zum anstoßen auf ihren Geburtstag!

Die Veranstaltung endete gegen 20.00 Uhr.

19. Mai 2019 – Mit dem Stadtführer unterwegs

Exklusive Stadtführung

Für die Pilzfreunde der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V.

Die Kirche der Seefahrer St. Nikolai und die frische Grube, ein mittelalterlicher Flußlauf durch die historische Altstadt der Hansestadt Wismar, Anfang Januar 2019, während eines schweren Sturmhochwassers.

Treff war am Sonntag, dem 19. Mai 2019, um 10.00 Uhr an der Wasserkunst auf dem Wismarer Marktplatz.

Auf unserer letzten Weihnachtsfeier wurde von einigen Pilzfreunden angeregt, vieleicht nicht nur durch unsere Wälder zu wandern, sondern auch mal einen geführten Stadtrundgang durch Wismar zu unternehmen. Grund war die Anwesenheit von Hinrich Siedenschnur, einer der versiertesten Stadtführer Wismars und darüber hinaus. Hinrich ist selbst Mitglied der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V.

Heute wurde es also konkret. Wir trafen uns an der Wasserkunst und übergaben das Wort an Hinrich. Angesteuert wurden u. a. folgende Sehenswürdigkeiten: Rathaus, St. Georgenkirche, Marienkirchturm mit Filmvorführung „Bruno Backstein“, Heiligen Geist Kirche und Zeughaus.

Die Wasserkunst, das wichtigste Wahrzeichen der Hansestadt Wismar, auf einem der größten Marktplätze Norddeutschlands (1 ha) war der Treffpunkt. Foto: Ulrich Klein.

Ulrich hielt auch diesen denkwürigen Moment im Bild fest.

Das Hotel und Restaurant Reuterhaus befindet sich genau der Wasserkunst gegenüber. Es trägt den Namen des mecklenburgischen Heimatdichters Fritz Reuter. Zu Lebzeiten nutzte dieses Gebäude sein Verleger Hinstorf.

In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich die Traditionsgaststätte Alter Schwede.

Eingangsportal.

Der Kopf des alten Schweden, der Schwedenkopf, ist nicht nur über dem Eingangsportal der Gaststätte zu finden. Man kann ihm an verschiedenen Stellen in der historischen Altstadt oder am alten Hafen begegnen.

Die östliche Häuserzeile des Marktplatzes.

Unterhalb des Hotel Stadt Hamburg, in der selben Häuserzeile, befindet sich die Tittentasterstraße.

Allerdings hält der Name nicht, was er verspricht. Da sollte Mann sich lieber in den Abend- und Nachtstunden in Richtung Spiegelberg begeben. An dieser Stelle gibt es nur Blumen, aber die können vieleicht auch so mancher Weiblichkeit schmeicheln und dann…

Die Nordflanke des Marktplatzes nimmt das imposante Rathaus ein.

Im Süden befinden sich weitere hanseatische Bürgerhäuser und Geldinstitute wie die Sparkasse Mecklenburg – Nordwest.

Auch die derzeitige Dauerbaustelle des Marktplatzes. Hier wurde Ende April 2018 Feuer gelegt und zwei Gebäude brannten vollständig aus. Die Außenmauern werden seit dem aufwendig gesichert. Warum wird die Rest – Ruine nicht abgerissen und etwas neues hingestellt, was sich gut in den Gebäudekomplex des historischen Marktplatzes einfügt? Lieber wird viel Geld aufgebracht um die Überreste zu erhalten, aus denkmalschutzgründen und um dem Weltkulturerbe gerecht zu werden.

Hinrich erläutert uns an dieser Miniatur – Nachbildung des Welterbe – Altstadtkerns die Hansestadt. Das Modell ist auch mit Blindenschrift ausgestattet, so dass man sich die Altstadt und deren Sehenswürdigkeiten auch mit der Hand ertasten kann.

Blick von Hinter dem Rathaus zur Altwismar Straße. Das graue Gebäude linker Hand ist der Weinberg, eine traditionsreiche Gaststätte, die vor wenigen Jahren aufwendig saniert wurde.

Auf dem Rudolf – Karstadt Platz. Im Hintergrund ist die Heiligengeist Kirche zu sehen.

Das Stammhaus der Karstadt AG. Hier begann die Erfolgsgeschichte des deutschlandweit agierenden Unternehmens.

Die Rats – Apotheke. Als Jugendlicher verkaufte ich vor diesem Gebäude zusammen mit einem Klassenkameraden viele Kilo Frostschnecklinge, an denen wir den ganzen Sonntag zuvor gesammelt hatten. Unser Stammplatz vor der Pilzberatungsstelle war leider von anderen Pilzverkäufern belegt.

Hier war die Pilzberatungsstelle bis zum 31. Oktober 1994 untergebracht. Genau gegenüber des Karstadt – Stammhauses.  Das linke Schaufenster nutzte ich für ständige Frischpilzausstellungen. Nun hat der traditionelle Wismarer Optiker Frank hier eine seiner Filialen.

Es geht in Richtung gotisches Viertel.

Der Marienkirchturm an diesem sonnigen Mai – Sonntag. Gut sind noch die Züge des ehemaligen Kirchenschiffes zu erkennen. Das Gotteshaus hatte im 2. Weltkrieg noch eine Luftmine abbekommen und wurde schwer beschädigt. Die Ruine wurde zu DDR – Zeiten gesprengt und beräumt. Foto: Ulrich Klein.

Hinrich erläutert uns wissenswertes zu St. Marien. Diese Backsteine stellen den Umriß des vormaligen Kirchengebäudes dar.

Aber zu DDR – Zeiten wurde nicht nur beseitigt, sondern auch renoviert, so die Kirchturm – Uhr im Jahre 1981.

Und auch das Archidiakonat.

Daran beteiligt war auch unser dienstältester Pilzfreund Hans – Jürgen Willsch.

Im Innenbereich des ehemaligen Kirchenschiffes erinnert diese Büste an den Mathematiker Gottlob Frege, der in Wismar zu hause war.

Es gibt natürlich auch noch häßliche Gebäude, die dringend saniert oder abgerißen gehören. In dem Gebäude mit dem Schornstein soll die Wäscherei der sowjetischen Besatzungstruppen zu DDR – Zeiten untergebracht gewesen sein.

Der Fürstenhof und der Turm von St. Marien. Im Fürstenhof ist heute das Gericht untergebracht.

Sehenswert auch das Deckengewölbe im Torweg des Fürstenhofes.

Rechts die Vorderfront des Fürstenhofes und noch einmal der Marien – Kirchturm, ein weithin sichtbares Wahrzeichen Wismars und besonders in früheren Jahrhunderten ein Seezeichen für die Schifffahrt.

Der Eingang zur nächsten Backstein – Kathedrale von St. Georgen. Einer der größten Kirchen Europas, aber ohne einen weithin sichtbaren Turm, aber mit einer tollen Aussichtsplattform.

Auch diese Kirche wurde im 2. Weltkrieg von Bomben schwer getroffen. In einer Orkannacht im Jahre 1990 stürzte eines ihrer Giebel auf nahe liegende Wohngebäude in der Turmstraße und zerstörte diese völlig. Danach begann, durch viele Spenden ermöglicht, ein Wiederaufbau der Georgen Kirche.

Am Ende des Krieges standen im Prinzip nur noch die Grundmauern. Zur Gefahrenabwehr wurden zu DDR – Zeiten einzelne Bereich gesprengt und mit den Backsteinen wurde eine kleinere Kirche neben der ehemaligen Marienkirche errichtet – die neue Kirche. Das hier nun wieder überdachende Kirchengewöbe wurde erst nach der Wende wieder aufgezogen. Eine große Leistung, dank vieler Spenden. Reguläre Gottesdieste finden hier allerdings nicht mehr statt. Es ist ein Ort für kulturelle Veranstaltungen, eine Kultur –  Kirche.

Wir gelangen an die Heiligengeist – Kirche. Das einzige Gotteshaus in Wismar, das an einer Hauptstraße gelegen ist. Heilig Abend waren Irena, Jonas und ich hier zur Christvesper. Hier findet also regulärer Kirchenbetrieb statt. Alle gezeigten Kirchen sind protestantisch, wurden allerdings bereits vor der Reformation erbaut.

Ab und an wurde ich von Touristen gefragt, wo denn das Polizeirevier von Soko – Wismar sei und ich mußte passen, da ich diese Serie bisher so gut wie nie geschaut habe. Jetzt wurde ich schlauer, es befindet sich genau hier, zumindest der Eingangsbereich, welcher auf den Innenhof der Heiligengeist – Kirche führt.

Weiter geht es durch die Klaus – Jesup Straße, die vor kurzem noch eine grüne Alleenstraße mit Bäumen, Büschen und Sitzecken war. Sie soll nun umgestaltet werden und bei der Gelegenheit wurden alte Bunkeranlagen entfernt. Berge von Bauschutt bieten hier nun ein sicher ebenfalls historisches Fotomotiv.

Wir streben dem Zeughaus entgegen.

Das Zeughaus im Panorama – Blick und von der Hof – Ansicht.

Es geht in Richtung Hafen.

Die Frische Grube von hier aus gesehen in Richtung Innenstadt.

Das letzte Stück nennt sich Runde Grube und mündet nach dem Durchfluß dieses originellen Fachwerkhauses in den Hafen.

Auf der Brücke am Ziegenmarkt.

Das Hotel New Orleans.

Das alte Brauhaus am Lohberg. Hier wird noch Bier gebraut wie zu Zeiten der Hanse. Wismar besaß im Mittelalter sehr viele Brauereien und das Gebräu wurde zum Teil weithin verschifft.

Gleich gegenüber an der Hafenkannte kann man sich direkt vom Kutter mit frischem oder geräuchertem Ostsee – Fisch eindecken. Natürlich auch mit Backfisch. Unter anderem bei Backfisch – Maik (Seemann). Ich möchte hier für ihn ein wenig Werbung machen, denn wir kennen uns schon aus Kindertagen. Die Familie Seemann ist eine alteingesessene Fischerfamilie und sie heißen nicht nur so, sondern sie fahren/fuhren auch alle zur See, zumindest in ihrer Eigenschaft als Küstenfischer.

Das Wassertor am alten Hafen. Es ist das einzige, noch erhaltene Stadttor der Hansestadt Wismar.

Das Wassertor vom Spiegelberg aus.

Wer kennt nicht diese Figur aus dem wohl ersten Vampir – Klassiker der Filmgeschichte. Vom Wismarer Hafen aus hielt sozusagen erstmals die Fantasie-, Grusel- und Märchenfigur Dracula einzug in die Kinowelt.

In unmittelbarer Nähe zum Hafen befindet sich die Scheuerstraße. Hier habe ich meine Kindheit verbracht und zu meiner Zeit war in unserer Straße auch richtig was los, und das nicht nur am Samstag Abend, wie Peter Maffay einstmals sang.

Nochmals die Frische Grube von der Schweinsbrücke aus in Höhe des Schabbel – Hauses (links) fotografiert, mit Blickrichtung Hafen.

Von der Schweinsbrücke aus noch einmal ein Blick auf St. Nikolai.

Einige Schritte weiter in Richtung ABC Straße noch einmal ein Blick auf die Kirche und links ist der Eingangsbereich des Schabbel – Hauses zu sehen. In ihm befindet sich das Stadtgeschichtliche Museum.

Einige Schritte weiter in Richtung Marktplatz beginnt die ABC Straße und der wichtigste Anlaufpunkt in unserer Stadt und darüber hinaus, wenn es um`s Thema Pilze geht. Wir sehen das Gebäude, in dem der Steinpilz – Wismar sein Domiziel seit dem Jahre 2004 aufgeschlagen hat. Es wurde zu DDR – Zeiten errichtet und wie man sieht, hat man damals sehr wohl darauf geachtet, das sich der Neubau harmonisch in die historische Altstadt einfügt.

Und zum Schluß nochmals ein Gruppenbild mit allen Beteiligten vor der Wasserkunst.

Wir bedanken uns nochmals sehr herzlich bei Stadtführer Hinrich Siedenschnur (im Foto mittig zu sehen) für diesen tollen Vormittag.

Die Führung war für Mitglieder der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V. kostenlos!

11. Mai 2019 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Grünen Knollenblätterpilzes

Durch die Wälder um Levetzow/Kahlenberg

Am idyllisch gelegenen Schmiedeteich starteten wir zu unserer heutigen Lehrwanderung.

Mitte Mai befinden wir uns im Vollfrühling. Die klassischen Frühlingspilze haben in der Regel schon ihren Zenit überschritten oder befinden sich gerade noch auf ihrem Höhepunkt. Maipilze sollten nun überall an ihren angestammten Plätzen vertreten sein, sofern es nicht so trocken wie in diesem Frühling ist. An Bäumen leuchten mitunter weithin Schwefelporlinge, aber in diesem Jahr bisher kaum! An alten Stubben und Bäumen  sprießen oft sehr große, braunschuppige Tellerpilze = Schuppige Porlinge. Gut zu erkennen an ihrem Geruch nach frischen Gurken. Auch sie waren heute leider nicht vertreten. Alle genannten Arten sind in der Küche verwendbar und oft auch sehr ergiebig. Das Wetter war zum Wandern sehr angenehm. Sonnig, wenig Wind und angenehme Temperaturen. Trotz einiger Regenfälle in den zurück liegenden Tagen, wirkte der Wald über weite Strecken eher trocken. Nur an natürlich feuchteren Stellen machte es Sinn, etwas ausgiebider die Blicke auf dem Waldboden schweifen zu lassen. Abseits der Wege war zeitweise pfadfinderisches Gespür gefragt und auch praktische Fähigkeiten zum Brückenbau über Wasser führende Gräben waren von Vorteil. Hier eine kleine Bilderschau von unserer Tour:

Wir starten!

Jetzt immerhin noch auf ausgeschilderten Pfaden.

Der Pflaumen – Feuerschwamm (Phellinus tuberculosus) an Prunus spinosa.

Sie soll die häufigste Art aller Porlinge sein, die Schmetterlings – Tramete (Trametes versicolor).

Wie ein Hauptgewinn im Lotto, so habe ich es einmal in einem Buch über Heil- b.z.w. Vitalpilze gelesen, soll der Fund eines Glänzenden Lackporlings (Ganoderma lucidum) sein.

Und heute landeten wir gleich zweimal einen Volltreffer. Besser bekannt ist der „Pilz der Unsterblichkeit“ unter der Bezeichnung Reishi.

Gleich daneben noch ein vorjähriger Fruchtkörper des Kiefern – Braunporlings (Phaeolus schweintzii). Hier allerdings nicht auf Kiefern, sondern auf Fichtenwurzeln.

Auf Holzabfällen am Wegesrand wuchsen zwei stattliche und frische Rehbraune Dachpilze (Pluteus atricapillus). Da die Freiblättler essbar sind, landeten sie als erste Speisepilze im Korb der glücklichen Finderin.

Gerüche spielen beim bestimmen und kennenlernen vieler Pilzarten eine wichtige Rolle. Dieser Dachpilz riecht etwas rettichartig.

Vom Fichten – Hochwald weiter auf diesem Waldweg, der durch eine Fichtenschonung führte.

Für Fichten – Steinpilze leider noch etwas zu früh!

Dafür gab es aber schon den Ampferblatt – Rostpilz (Ramularia rubella).

Wir kamen in einen etwas feuchteren Laubwaldbereich mit Weißdorn – Sträuchern. Nach kurzer, gezielter Suche wurden wir fündig. Schild – Rötlinge (Entoloma clypeatum) zählen zu den schmackhaftesten Pilzarten und sind im Mai und Juni bei gezielter Nachsuche unter Rosengehölzen oft schnell entdeckt.

Ich wurde zum nächsten Fundort gerufen.

Graue Falten – Tintlinge (Coprinus atramentarius) schieben sich im Büschel aus dem gehaltvollen Waldboden. Nur jung und mit der Absicht die nächsten drei Tage abstinent zu leben, empfehlenswert. Er wird auch Anti – Alkoholiker Pilz genannt.

Eine kleine Mischpilz – Pfanne ist bereits gesichert!

Und dazu noch diese herrlichen Maipilze (Calocybe gambosa).

Noch schnell ein Foto von diesem tollen Fund.

Echte Pfadfinder kann nichts aufhalten! Wassergräben mußten wir heute mehrfach überqueren und dass ohne nasse Füße!

Immer an Eichenholz, der unverkennbare Eichen – Wirrling (Daedalea quercina).

Diese alten Eichen brauchen ihn aber nicht zu fürchten. Er lebt von totem Holz und ist deshalb nur an Stubben zu finden.

Der Grünblättrige Schwefelkopf (Hypholoma fasciculare) ist giftig und schmeckt dazu noch gallebitter.

Noch ein kleines Stückchen über den Acker und wir haben den letzten Pfad zu den Autos erreicht.

Auf unserem Gruppenfoto fehlen neben meiner Wenigkeit noch zwei weitere Pilzfreunde, die schon unterwegs nach hause waren.

Wann startet die nächste Wanderung? – Siehe unter Termine!

10. Mai 2019 – Kleiner Imbisstag mit Ausstellung

Wir bucken Waffeln

Pilzausstellung und kleiner Imbiss


Freitag, der 10. Mai 2019. Vor dem mykologischen Informationszentrum Steinpilz – Wismar, in der ABC Straße 21.

Die Ausstellung war für 1.00 € zu besichtigen und vor dem Info – Zentrum wurden von Vereinsfreundin Monika frische Waffeln gebacken. Dazu gab es natürlich auch Kaffee und Tee. Leider spielte das Wetter nicht mit. Es schauerte teils kräftig und kühlte deutlich ab. Da hatte kaum jemand Lust, an unserem vorbereiteten Kaffeetisch neben dem Imbissstand Platz zu nehmen. Es blieben eine ganze Menge unserer leckeren Butter – Waffeln übrig. Aber morgen steht eine Pilzwanderung an, dazu wird es dann  einen kleinen Imbiss geben.

Als gelernter Konditor rührte ich einen ganz besonders leckeren Butterteig an. Erste Zutaten sind im Topf.

Unser Mini – Imbissstand von heute. Es schauerte leider immer wieder. Zum Glück hatte Monika zuvor noch einen Schirm gekauft! 10. Mai 2019.

Wann gibt es wieder einen Imbisstag? – Siehe unter Termine!.

08. Mai 2019 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Es ging in das Meßtischblatt Dobbertin – 2338/1

Bereich Flüßchen Bresenitz und Garder See

Das umfangreiche Waldgebiet ist gut über die B 192 zu erreichen und liegt zwischen Sternberg und Goldberg. Laub – und Nadelbestände finden wir hier vor. Integriert ist das Naturschutzgebiet Kläden. Steil fallen die Hangterrassen zu dem angrenzenden Holzsee und dem Woseriner See hin ab. Das Gebiet wurde von uns natürlich schon öfters aufgesucht und wir konnten hier durchaus tolle Funde tätigen. So zählt das Revier zu den wenigen mecklenburgischen Standorten des Schweinsohrs. Heute bin ich zunächst von der genannten Bundesstraße aus dem Flüßchen Bresenitz gefolgt und anschließend fuhr ich noch zum Gardersee am Königsberg. Überall war es sehr trocken, so dass kaum Frischpilze zu finden waren.

Hier die kleine Artenliste von MTB: 2338/1: Schmetterlings – Tramete, Rotrandiger Baumschwamm, Echter Zunderschwamm, Zugespitzter Kugelpilz, Schuppiger Stielporling, Brandkrustenpilz, Flacher Lackporling, Grünbblättriger Schwefelkopf, Samtiger Schichtpilz, Angebrannter Rauchporling, Eichenwirrling, Runzliger Schichtpilz, Striegeliger Schichtpilz, Spaltblättling und Eichen – Spaltlippe.

Schuppiger Stielporling (Polyporus squamosus) heute am Standort fotografiert.

  • Wer Lust zu einer exklusiven Führung mit dem Fachmann bekommen hat, sollte sich bis jeweils Montags angemeldet haben.
  • E- Mail: steinpilz.wismar@t-online.de / Tel.: 03841/228917/ Handy: 0173/6977219

Wann startet die nächste Mittwochsexkurtsion? – Siehe unter Termine!

03. – 05. Mai 2019 – Pilzseminar in Mecklenburg

Ein Pilzwochenende in Mecklenburg

Frühlingsseminar vom 03. – 05. Mai 2019

In der internationalen Freizeit- und Bildungsstätte „lütt pütt“ bei Parchim

Ein prächtiger Schwefelporling (Laetiporus sulphureus), von Christian Ehmke fotografiert, sollte uns auf das diesjährige Frühlingseminar in Mecklenburg einstimmen.

Wir luden also wieder zu unserem traditionellen Pilzwochenende ein. Wie immer ging es über drei Tage.  Gerne hätten wir natürlich wieder die Gastfreundschaft von Irena in Keez in Anspruch genommen, aber durch große Unsicherheiten bezüglich ihrer Arbeitsstelle mit 24 Stunden und Wochenend – Diensten,  mußten wir leider in ein anderes Objekt wechseln, wo uns die liebevolle und umfaßende Bewirtung von Irena natürlich fehlte! Lange haben wir gesucht, um eine geeignete und preiswerte Lösung zu finden. Schließlich ist es uns gelungen.

Unser Frühlingsseminar fand in diesem Jahr in der Internationalen Freizeit- und Bildungsstätte „lütt pütt“ bei Parchim statt. Das Objekt liegt außerhalb der Kreisstadt, mitten in einem umfangreichen Waldgebiet namens „Pfifferlingstannen“. Überhaupt besticht die typisch mecklenburgische Seen- und Waldlandschaft jeden Pilz- und Naturfreund und dazu noch mitten im Herzen von Mecklenburg gelegen.

Die Teilnahmegebühr mußte ich daher leider auch etwas anheben, da auf mich zusätzliche Kosten zukommen, beispielsweise für die Nutzung des Seminar- und Arbeitsraumes.

Tatort unseres diesjährigen Frühlingsseminars.

Freitag, 03. Mai – Anreise ab 12.00 Uhr. Gegen 14.00 Uhr Beginn des Theorieteiles durch unseren Referenten Ulrich Klein. Dieses mal neben der allgemeinen Einführung in die Pilzkunde auch ein spezieller Teil, der sich mit der möglichen Bandbreite von Pilzarten beschäftigte, die zu dieser Jahrteszeit auftauchen können. Im Anschluß Abendbrot und gemütliches Beisammensein mit Festlegung der morgigen Exkursionsgebiete.

Wie immer hatte ich zur Begrüßung eine kleine Ausstellung aufgebaut.

Der Maipilz gehört zu den wichtigsten Frühlingspilzen. In gemütlicher Runde wurde er verkostet, denn ich hatte noch weitere von ihnen mitgebracht.

Die Speisemorcheln habe ich am 1. Mai am Schweriner See gefunden.

Die beiden Spitzmorcheln konnte ich unserem Pilzfreund Peter Kofahl abspenstig machen. Sie wuchsen auf Rindenmulch im Wismarer Stadtgebiet.

Diese Glimmer – Tintlinge (Coprinus micaceus) ohne Glimmer brachte uns PIlzfreund Jürgen Horn aus dem Brandenburgischen mit.

Diesen bemerkenswerten Fund haben wir ebenfalls Jürgen Horn zu verdanken. Es handelt sich um eine anscheinend sehr seltene und von Erhard Ludwig neu beschriebene Varietät des Behangenen Düngerlings (Panaeolus papilionaceus var. capitatocystis). Wir haben ihn zwar nicht mikroskopiert, aber die von E. Ludwig im Pilzkompendium gemalten Fruchtkörper dieser seltenen Form stimmen eindeutig mit den hier gezeigten Exemplaren überein. In Deutschland sind derzeit nur fünf Nachweise bekannt, einer davon in Vorpommern.

Auch diese Halbkugeligen Träuschlinge (Stropharia semiglobata) brachte uns Jürgen mit. Dieser Träuschling wächst oft sehr gesellig auf Dung vieler Wild- und Nutztiere oder auf stark gedüngten Böden. Er teilt seinen Standort also gern mit Düngerlingen.

Gleich zu Beginn drückte mir Pilzfreundin Dolly von der Leipziger Pilzgruppe einen trockenen Laubholz – Ast in die Hand. Auf ihm wuchsen resupinate Fruchtkörper der Großporigen Datronie (Datronia mollis).

Ulrich Klein drückt den Knopf zum Startschuß seiner PowerPoint – Präsentation zur allgemeinen Einführung in die Großpilzkunde.

Dieses kleine Pilzbestimmungsbüchlein stammt aus tiefster DDR – Zeit. Damit habe nicht nur ich die ersten Schritte zur Einführung in die Pilzkunde getätigt.

Dankbare Zuhörer im Seminarraum von lüttpütt.

Frische Luft schnappen in der Vortragspause. Foto: Ulrich Klein.

Am Ende seiner Ausführungen überreichte ich Ulrich als Dankeschön diesen freundlichen Glückspilz, der sicher in Zukunft vor der Eingangstür seines Hauses jeden wohlwollenden Gast willkommen heißen dürfte.

Nach dem Abendbrot übernahm ich den zweiten Teil des Theorie – Tages und stellte die mögliche Bandbreite an Pilzarten in Wort und Bild vor, denen wir im Frühling in Wald und Flur begegnen können. Foto: Ulrich Klein.

Zum abendlichen Beisammensein und zum Schlafen waren wir im Jugendgästehaus untergebracht. Pilzfreunde bleiben ohnehin immer jung!

Sonnabend, der 04. Mai – Exkursionstag. Nach dem Frühstück starteten wir zu unserer 1. Exkursion. Ziel war der südliche Bereich des Landschaftsschutzgebietes Wockertal. Ein abweschlungsreicher Landschaftstyp von großer Seltenheit.

Bevor es in den Wald ging, noch schnell diese Fahndungs – Tafel studiert, die auf leider noch in freier Wildbahn vorkommende Waldbewohner hinweist. Foto. Beatrice Petzka.

Letzte Abstimmung mit Ulrich und Dolly. Suchen wir nun die zur Fahndung ausgeschriebenen Waldbewohner oder wollen wir uns doch den Pilzen zuwenden? Wir entschlossen uns zu letzterem. Foto: Beatrice Petzka.

Und wir wurden sogleich fündig. Ein Mai – Stielporling begrüßte uns und wurde von Dolly (Leipziger Pilzfreunde) sogleich abgelichtet.

Auch ich hielt den ersten Fund im Bild fest. Der Mai – Stielporling (Polyporus lepideus) löst jetzt den Winter – Stielporling ab. Typisch sind die sehr feinen Poren!

Und los geht es!

Foto: Beatrice Petzka.

Info – Tafel zur Markower Quelle.

Die Markower Quelle. Der Gehalt an wertvollen Mineralien soll aber nicht sehr hoch sein.

Ein wenig Kräuter Kunde: Hier sehen wir einen Sumpffarn.

Fundbesprechung. Auch diesen Schnappschuß hielt Beatrice Petzka für uns fest.

Jürgen aus dem Brandenburgischen hat ein Prachtstück von einem Rehbraunen Dachpilz gefunden. Auch diesen freudigen Moment haben wir Beatrice Petzka zu verdanken.

Der Rehbraune Dachpilz gehört zu den Freiblättlern.

Der gebrechliche Frühlings – Mürbling (Psathyrella spadiceogrisea) gehört zu den häufigen und essbaren Blätterpilzen des Vor- und Vollfrühlings.

Ein Prachtstück ganz anderen Kalibers veranlaßte so manchen Teilnehmer dazu, sich in die Wagerechte zu begeben. Ein weiteres Foto von Beatrice und Christian Petzka, die aus Berlin angereist waren.

Es ist Ulrich Klein, der den Fund des Tages, kaum größer als ein eine Stecknadel, im Bild festhalten möchte. Ihn fotografierte Beatrice im richtigen Moment.

Ein wahres Großereignis, umlagert von einer Gruppe Paparazzi!

Wir lieben ebend Pilze und das in allen Lebenslagen!

Ganz zum Schluß durfte auch ich mich für einige Fotos erden, während Ulrich mich dabei in`s Visier nahm.

Ist dieser kleine, farbenprächtige Schönling nicht den Einsatz wert? Zwar keine Seltenheit, aber eine Augenweide! Der Orangerote Helmling (Mycena acicula). Foto: Reinhold Krakow.

Und noch einmal im liegen.

An der Markower Mühle.

Wesentlich kompakter und sogar von Speisewert sind diese Schmutzigen Rötel – Ritterlinge (Lepista sordida), die Pilzfreund Oliver Justus aus Berlin ausfindig machen konnte.

An trockenen, sonnigen Standorten können wir gelegentlich dem Nördlichen Zinnoberschwamm (Pycnoporus cinnabarinus) begegnen.

Durch diesen Eisenbahn – Tunnel muss er kommen!

Beatrice Petzka hatte natürlich auch einen Blick für schöne Landschaftsmotive.

So auch für die Wocker, die hier im Sonnenlicht glänzt!

Mitten in der Grasnarbe eines Waldweges erfreute uns diese Hochgerippte Becherlorchel (Helvella acetabulum).

Ein weiteres Fotomotiv nicht nur für Chris Engelhardt, nur wenige Meter weiter.

Es ist der dekorative Goldmistpilz (Bolbitius vitellinus) mit „Tausendfüßler“.

Ein Düngerling (Panaeolus spec.).

Und auch für Gesundheitstee – Liebhaber war etwas dabei. Ein prächtiger Chaga oder besser Schiefer Schillerporling (Inonotus obliquus).

Da staunt Pilzfreundin Anke nicht schlecht. Ein ungewöhnlich lichtes, weitläufiges Kiefern – Areal, wie man es wirklich nicht alle Tage zu Gesicht bekommt.

Und das Areal hat auch einen Namen.

Und hier noch eine Panorama – Aufnahme.

Die erste Runde ist bald geschaft.

Aus alten, im Waldboden liegenden Kiefern – Zapfen wächst der Bittere Zapfenrübling (Strobilurus tenacellus) heraus.

Am Wegesrand noch einige Grünblättrige Schwefelköpfe (Hypholoma fasciculare). Giftig!

Herrliche Himmel/Wolken – Wasserspiegelung von Beatrice Petzka fotografiert.

Neben vielen anderen Wasservögeln drehte hier auch der eine oder andere Schwan seine Runden.

Gegen 13.00 Uhr gab es Mittag und ab 14.00 Uhr brachen wir zur 2. Runde durch das nördliche Wockertal auf.

Dieser Maikäfer erfreute uns zur Mittagszeit auf dem Gelände von Lüttpütt. In früheren Zeiten, als diese Tiere noch eine wahre Landplage waren, wurden sie bekämpft. Eine Form der Vernichtung habe ich der Hompage des NABU entnommen: “ Man nehme die Maikäfer, reiße ihnen die Flügeldecken und Beine aus, röste sie in heißer Butter knusprig, koche sie dann mit Hühnerbrühe ab, tue etwas geschnittene Kalbsleber hinein und serviere das Ganze mit Schnittlauch und gerösteten Semmelschnitten. Die Tiere können aber auch gleich roh gegessen werden oder sind/waren in einigen Konditoreien eingzuckert erhältlich. Leider hatten wir gerade zu Mittag gespeist!

Wir starten zur 2. Runde und folgen zunächst dem Eisvogel – Pfad. Foto: Beatrice Petzka.

Auch diese Fachsimpelei zwischen Dolly aus Leipzig und Chris aus Lübeck hielt Beatrice im Bild fest.

Dolores und eine gemolkene Kiefer. Zu DDR – Zeiten wurde so von vielen Kiefern Harz gewonnen.

Immer wieder wechselt der Wald – Typ. Hier ist es Fichten – Hochwald. In der Nähe soll es auch den ältesten und höchsten Douglasien – Bestand Mitteleuropas geben. Wir haben ihn leider nicht tangiert.

Ein wrklich nettes Stillleben.

Links das Wasser, rechts der Buchenwald. Wie schon geschrieben, sehr abwechslungsreich!

Chris bei der Kräuter – Bestimmung!

Einfach schön hier!

Und weiter geht es.

In der klaren Polarluft türmen sich mitunter mächtige Quellwolken auf, die sich hier und da zu Graupel – Gewittern auswachsen können. Bei uns blieb es aber trocken.

Endlich ein Rastplatz. Foto: Ulrich Klein.

Im Gänsemarsch an der Wocker entlang. Foto: Beatrice Petzka.

Nach dem Abendbrot und vor dem gemütlichen Beisammensein fanden wir uns nochmals im Seminarraum ein.

Christopher Engelhardt führte uns während seines Beamer – Vortrages in die Welt der Phytoparasiten ein. Bitte nicht mißverstehen, es ging wirklich um Kleinpilze und nicht wie auf der Leinwand zu sehen, um Großpilze.

Alle lauschen seinen interessanten Ausführungen.

Für seine Mühen übereichte ich auch ihm anschließend einen Willkommens – Pilz, der sicher ein würdigen Plätzchen bei Andrea und Chris finden wird.

Kurz schauten am Abend auch Irena und Jonas vorbei und brachten uns ganz frische Spitzmorcheln (Morchella conica) aus dem Stadtgebiet von Warin mit. Vieleicht hätten wir nicht durch die Wälder, sondern durch Städte streifen sollen, denn Morcheln suchten wir heute vergebens!

Bei einem Gläschen Wein und Pils ließen wir den Tag ausklingen. In der Runde wurden außerdem von mir gesammelte und von Dolores Seiffert zubereitete Maipilze verkostet.

Auch im Speiseraum blieben wir von Pilzmotiven nicht verschont, so wie dieses Wandbild eines uns unbekannten Künstlers. Foto: Beatrice Petzka.

Sonntag, 05. Mai – Nach dem Frühstück brachen wir zu unserer Abschlußexkursion an den Schweriner See, zwischen Raben – Steinfeld und Görslow, auf.

Auf geht´s zur letzten Runde.

Der Schweriner Innensee am Mittag des 05. Mai 2019.

Ein wunderschönes Fleckchen Natur! Foto: Ulrich Klein.

Urwüchsig verwurzelt klammern sich die alten Baumriesen an den steilen Hangterrassen zum Schweriner Sees hinunter fest. Foto: Beatrice Petzka.

Sonne und Schatten bei wunderschönem Mai – Wetter, aber etwas unterkühlt. Foto: Beatrice Petzka.

Blühende Sternmiere mit Sternmieren – Sackmotte (Metriotes lutarea).

Dolly aus Leipzig und Chris aus Lübeck bei einem Foto – Termin mit Sklerotien – Porlingen.

Sklerotien – Porlinge (Polyporus tuberaster) ähneln sehr den Schuppigen Porlingen. Sie sind in der Regel aber kleinwüchsiger und ihnen fehlt der Gurkengeruch. Rechts zwei der Sonne und Wind ausgesetzte Exemplare mit Lederhaut, links zartere, frisch gewachse Pilze. Ein Beispiel dafür, wie Witterungseinflüße Farbe oder Struktur von Hutoberflächen verändern können.

Glasklares Wasser des Schweriner Sees.

Kleine Verschnaufpause nach halsbrecherrischer Hangbesteigung. Schließlich sind wir keine Alpinisten! Dafür ein toller Blick auf den See hinunter, der fotografisch festgehalten werden mußte. Foto: Beatrice Petzka.

Anke und Ulrich in bester Laune, so wie auch das Wetter am heutigen Sonntag.

Immer wieder märchenhafte Foto – Motive. Man könnte glauben, ein einäugiges, Schweriner – Seeungeheuer vor sich zu haben. Foto: Beatrice Petzka.

Diesen Verwandten unserer Lorcheln und Morcheln hat Christopher Engelhardt für uns fotografiert und bestimmt. Es handelt sich um den Rotbuchen – Rindenkugelpilz (Biscogniauxia nummularia).

Während Chris gerade obige Schlauchpilze fotografiert, sieht man auf diesem Foto von Dolores Seiffert meine Wenigkeit im Gespräch mit weiteren Pilzfreunden.

Und alle mir nach! Foto: Beatrice Petzka.

Einen Moment verschnaufen. Ulrich Klein hielt diesen Augenblick im Bild fest.

Blick auf die Landeshauptstadt Schwerin. Foto: Beatrice Petzka.

Im Morchel und Maipilz – Revier. Stimmungsvoll in Szene gesetzt von Beatrice Petzka.

Die einzige Speisemorchel (Morchella esculenta) fanden wir allerdings kurz bevor wir das eigentliche Morchel – Arteal erreichten.

Viele Löwenzahn – Blüten tragen bereits ihre Fallschirmchen, die darauf warten vom Winde verweht zu werden. Ein Zeichen dafür, das der Morchel – Zenit bereits überschritten ist.

Ein letzter Blick vom Görslower Ufer aus auf den Schweriner Innensee und auf den Fernsehturm der Landeshauptstadt Schwerin im Hintergrund.

Alle 16 Teilnehmer, einschließlich 2 Vierbeiner, unseres diesjährigen Frühlingsseminars vereint im Wockertal zu unserem Erinnerungsfoto. 04. Mai 2019.

Wer also neugierig geworden ist und auch mal zu einem Pilzwochenende nach Mecklenburg kommen möchte, sollte sich rechtzeitig im Steinpilz – Wismar anmelden. Siehe unter Termine! Am besten per E – Mail: steinpilz.wismar@t-online.de

Nähmlich bei diesem Menschen, der hier gerade von Dolly Seiffert im richtigen Moment im Bild festgehalten wurde.

Anfragen auch unter Tel.: 03841/228917 – Handy:0172/6977219

Seminargebühr: 80.00 €

Liebe Pilzfreunde, wir freuen uns auf euren Besuch!

24. April 2019 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Ziel war die Vierburg Waldung bei Bützow – MTB: 2137/4

Wir folgten teilweise dem von der Stadt Bützow und vom dortigen Pilzberater Klaus Warning vor einiger Zeit eingerichteten Pilzlehrpfad.

Treff war am Mittwoch, dem 24. April 2019, um 12.00 Uhr im Steinpilz – Wismar. Pilzfreund Robert Grieben von der Gruppe der Pilzfreunde begleitete mich heute.

Die Vierburg Waldung liegt südlich der mecklenburgischen Kleinstadt Bützow. Angrenzend befindet sich der große Peetscher See mit gleichnamigem Naturschutzgebiet. Der Ortspilzsachverständige Klaus Warning hat hier im Auftrag und gemeinsam mit der Stadt Bützow einen Pilzlehrpfad angelegt, der einige wichtige Informationen zu diesem überaus bedeutsamen Naturreich bietet.  Die überwiegend sandigen, anmoorigen und torfigen Böden sind größtenteils von Nadelforsten geprägt, aber natürlich finden sich auch zahlreiche Laubbäume und Erlenbrüche in diesem Revier. Bei meinen Mittwochsexkursionen wollen wir allen Großpilzen unsere Aufmerksamkeit schenken, die wir im Felde ansprechen können. Sie werden notiert und anschließend in meine Verbreitungskarten und schließlich auch in die gesamt Verbreitungskarten für ganz Deutschland eingelesen und auf der unten verlinkten Hompage der Deutschen Gesellschaft für Mykologie veröffentlicht. Das Wetter war sonnig und warm. Aufgrund der langen Trockenheit gab es leider nur wenige Frischpilze.

Rehbrauner Dachpilz (Pluteus atricapillus) im Spiegel. Der grünliche Schimmer täuscht, es waren tatsächlich nur Rehbraune!


Hier die heutige Artenliste von MTB: 2137/4 Vierburg Waldung: Eichen – Zystiden Rindenpilz, Adlerfarn – Fleckenpilz, Schwefelporling (vorjährig), Bovistähnlicher Schleimpilz, Eichen – Spaltlippe, Schmetterlings – Tramete, Zweifarbiger Knorpelporling, Zugespizter Kugelpilz, Orangefarbiges Brennnesselbecherchen, Birken – Blättling, Vielgestaltige Kohlenbeere, Rötliche Kohlenbeere, Unförmiger Knorpelporling, Herber Zwergknäuling, Geweihförmige Holzkeule, Holunder – Rindenschichtpilz, Judasohr, Rehbraune Dachpilz, Rötende Tramete, Striegelige Tramete, Flächiges Eckenscheibchen, Winter – Stielporling, Grünblättrige Schwefelkopf, Warzige Drüsling, Echter Zunderschwamm, Ockergelbe Zonentramete, Wurzelschwamm, Buckel – Tramete, Flache Lackporling, Birken – Zungenporling, Gemeiner Violettporling, Rotrandiger Baumschwamm, Runzliger Schichtpilz, Ampferblatt – Rostpilz, Schiefer Schillerporling und Striegeliger Schichtpilz.


Rötliche Kohlenbeere (Hypoxylon fragiforme) auf Buchenrinde.

Vorjährige Rötende Trameten (Daedaleopsis confragosa).

Ockergelbe Zonentramete (Trametes ochraceum) an Birke.

Grünblättriger Schwefelkopf (Hypholoma fasciculare).

Wer Lust hat bei einer Mittwochsexkursion dabei zu sein und vieleicht auch etwas neues für die wissenschaftliche Pilzkartierung zu entdecken, ist gerne eingeladen. Es geht also nicht fordergründig darum, am Abend den Kochtopf zu füllen, sondern sein Wissenstand in punkto Großpilze zu erweitern. Es wird eine Teilnahmegebühr von 20.00 € pro Person erhoben, die der Finanzierung der überregionalen Pilzberatungsstelle Steinpilz – Wismar dienen soll. Kostenfrei für Vereinsmitglieder.

Anmeldungen bis spätestens einen Tag vorher, entweder per E – Mail: steinpilz.wismar@t-online.de oder telefonisch unter: 03841/228917 – Handy 0173/6977219

20. April 2019 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Grünen Knollenblätterpilzes

Sie führte durch die Rohlstorfer Tannen

Seit vielen Jahren ist in den Rohlstorfer Tannen auch der Österreichische Kelchbecherling (Sarcoscypha austriaca) zu hause. Erstmals habe ich ihn hier am 25.04.1995 gefunden und wir konnten den Fundpunkt gerade noch in die vom städtischen Umweltamt im selben Jahr herausgegebene Broschüre „Großpilze der Hansestadt Wismar“ aufnehmen.

Die Rohlstorfer Tannen grenzen direkt an das Teritorium der Hansestadt Wismar. Wir finden hier Laub- und Nadelwälder auf wechselnden Bodenverhältnissen vor. Feuchtere Laubwaldbestände mit Erlen, Eschen und Ahorn grenzen an Kiefern, Fichten und Lärchenforste. Auch ein Buchen – Areal ist vorhanden, in dem im Sommer und Herbst gerne nach Pfifferlingen und Steinpilzen Ausschau gehalten wird. Wir durchwanderten auf unserem Rundkurs alle diese Bereiche, wobei es streckenweise wüst durch forstwirtschaftliche Maßnahmen aussah. Kein Vergleich mehr mit dem Wald meiner Jugend. Es gibt hier kaum noch attraktive Bereiche und auch das Areal obiger Kelchbecherlinge ist nahezu zerstört. Gab es hier bis vor kurzem sogar noch ergiebige Hexenringe von Maipilzen, so dürfte wohl auch dieses inzwischen der Geschichte angehören. An Frühlingspilzen konnten wir hier beispielsweise auch  Frühjahrslorcheln, April – Rötlinge,  Frühlings – Mürblinge, Schuppige Porlinge oder auch Schwefelporlinge nachweisen. Unter den Buchen sind ab Mai regelmäßig erste Flockenstielige Hexen – Röhrlinge und Sommersteinpilze vertreten. Übrigens ist die oben im Bildtext erwähnte Broschüre „Großpilze der Hansestadt Wismar“ im mykologischen Informatioszentrum „Der Steinpilz“, in der ABC Straße 21, erhältlich.

Bei zwar sehr schönem, sonnigen Wetter, aber sehr trockenen Verhältnissen, fanden sich heute auch nur drei Pilzfreunde, einschließlich meiner Person, zu dieser Frühlingswanderung ein. Es gab tatsächlich nicht einen einzigen Frischpilz, dafür aber einige Holzarten, die wir ausführlich besprechen konnten. Hier einige Bilder von heute:

Teilweise sah es nach Forstarbeiten wüst aus. Immerhin liegt hier nun reichlich Totholz, so dass sich in den nächsten Jahren ein großes Betätigungsfeld für zahlreiche Holzpilze auftun dürfte.

So beispielsweise auch für den Samtigen Schichtpilz (Stereum subtomentosum), der gerne am Boden liegende Laubholz – Äste in feuchteren Wäldern besiedelt.

Ein Phytoparasit auf Brombeerblättern. Möglicherweise Brombeerrost.

Das Flächige Eckenscheibchen (Diatrype stigma) entwickelt sich unter der Rinde toter Laubholzäste, hier von Birke, und sprengt deren Rinde auf. Es gehört zu den Schlauchpilzen.

Der Spaltblättling (Schizophyllum comune) besiedelt totes Laubholz, das besonders trocken und sonnig liegt.

Die Schmetterlings – Tramete (Trametes versicolor) mit ihren bunten Zonierungen gehört zu unseren häufigsten Totholzzersetzern. Pulveriesiert wird dieser Porling auch als Vitalpilz zur Unterstützung von Krebs – Therapien von Naturheilkundlern emfohlen.

Der Eichenwirrling (Daedalea quercina) baut ausschließlich totes Eichenholz ab.

Der Flache Lackporling (Ganoderma lipsiense) ist da nicht so wählerisch. Er besiedelt verschiedene Hölzer.

Genauso wie die oberseits dicht filzige Striegelige Tramete (Trametes hirsuta).

Überaus häufig an Laubholz findet sich der Brandfladen oder Brandkrustenpilz (Hypoxylon deustum). Wieder ein Schlauchpilz und damit verwandt mit den beliebten Morcheln.

Ein frischer Fruchtkörper des Brandkrustenpilzes (Hypoxylon deustum).

Runzliger Schichtpilz (Stereum rugosum) auf altem Haselholz.

Erinnerungsfoto im grellen Sonnenlicht am Ende unserer Pilzwanderung am Karsamstag 2019.

Wann startet die nächste Wanderung? – Siehe unter Termine!

17. April 2019 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Exklusiv auch für interesierte Pilz- und Naturfreunde

Zielgebiet war MTB: Bützow – 2137/3 – Rühner Holz

Das Rühner Holz in der warmen Frühlingssonne am 17. April 2019.

Mittwoch ist in der Regel mein Exkursionstag. Seit vielen Jahren, seit dem es gilt, ständige Frischpilz – Ausstellungen am Leben zu erhalten, geht es jeweils am Wochenende und Mitte der Woche in Wald und Flur, um Ausstellungsmaterial zu besorgen. Um zu vermeiden, immer wieder die selben Wälder und Plätze aufzusuchen, habe ich mich vor drei Jahren entschloßen, meine Mittwochsziele nach Topographischen Karten auszurichten, nach denen wir ohnehin schon viele Jahre unsere Großpilz – Kartierungen durchführen. Ein Meßtischblatt im Maßstab 1 : 25 000 wird nochmals geviertelt, so dass jeweils vier Quadranten anfallen. So werden gleich zwei Ziele erreicht. Zum einen frische Pilze für die Ausstellung und zum anderen  auch neue Fundpunkte in unseren Verbreitungskarten. Wobei es inzwischen nicht so einfach ist, wirklich viel neues zu entdecken, da wir seit Beginn der 1990er Jahre schon sehr viele Daten zusammengetragen haben. Aber die Pilzflora ist ständigen Veränderungen unterlegen, so dass immer wieder neues auftaucht und man ist schließlich nicht jeden Tag vor Ort, also im jeweiligen Wald unterwegs gewesen.

Heute begleitete mich dazu der Universal – Naturkundler Christopher Engelhardt aus Lübeck. Chris ist nicht nur Mitglied des Pilzvereins Heinrich Sternberg Rehna e.V., sondern auch der Gruppe der Pilzfreunde innerhalb der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V. Ist man mit ihm unterwegs, kann man viel wissenswertes aus der heimischen Flora und Fauna erfahren. So haben wir uns heute vorzüglich ergänzt und konnten im trocknen Frühlingswald doch einige Arten mehr finden, als ich es alleine hätte vermocht, da ich mich beispielsweise kaum um Phytoparasiten kümmere, weil mir die Erfahrung und Artenkenntnis auf diesem Gebiet fehlt.

Gleich zu Beginn unserer kleinen „Inventur der Natur“ in punkto Pilze und manches mehr, begrüßten uns diese schönen Grauen Faltentintlinge (Coprinus atramentarius). Es sollten die einzigen, wirklich ansehnlichen Frischpilze bleiben.


Hier die Artenliste von MTB 2137/3 – Rühner Holz: Grauer Faltentintling, Flächiges Eckenscheibchen, Rotrandiger Baumschwamm, Annemonen – Rost, Runzliger Schichtpilz, Weißes Haarbecherchen, Schmetterlings – Tramete, Tintenstrichpilz, Birken – Blättling, Buchen – Rindenschorf, Geweihförmige Holzkeule, Buchenfruchtschalen – Holzkeule, Buckel – Tramete, Angebrannter Rauchporling, Scharbockskraut – Rost, Echter Zunderschwamm, Rotbrauner Borstenscheibling, Gemeiner Violettporling, Orangefarbenes Brennnesselbecherchen, Zugespitzter Kugelpilz, Scharbockskraut – Brand, Warziger Drüsling, Striegelige Tramete, Ablösender Rindenpilz, Birken – Zungenporling, Laubholz – Harzporling, Herber Zwergknäuling, Löwengelber Stielporling, Brandkrustenpilz, Grünblättriger Schwefelkopf, Hahnenfuß – Rispengrasrost, Ampferblatt – Rostpilz, Reihige Tramete, Warziges Eckenscheibchen, Sichelsporiger Pustelpilz und Zaunblättling.


Annemonen – Rost (Trazschelia fusca).

Und noch etwas näher – der Annemonen – Rost von Christopher Engelhardt fotografiert.

Ampferblatt – Rostpilz (Ramularia rubella).

Tintenstrichpilz (Bispora antennata).

Ablösender Rindenpilz (Cylindrobasiodion evolvens).

Reihige Tramete (Antrodia serialis).

Rotrandiger Baumschwamm (Fomitopsis pinicola). Foto: Chris Engelhardt.

Von Chris schön im Bild festgehalten, die Gewöhnliche Schriftflechte (Graphis scripta).

Der kann wirklich über das Wasser gehen, der Furchenwasserkäfer aus der Gattung Helophorus. Foto: Engelhardt

Auf der Unterseite eines alten Holzstückes fanden wir neben Haarbecherchen auch die Gefleckte Schüsselschnecke (Discus rotundatus). Chris hat sie fotografiert.

Die Schwarzblauen Ölkäfer (Meloe proscarabeus) parasitieren auf Sandbienen. Sie liefen uns heute mehrfach über den sandigen Waldweg und Chris hat dieses Exemplar im Bild festgehalten.

Ich mußte für einen Moment still stehen, damit Chris das Tagpfauenauge ablichten konnte, das direkt neben mir auf dem Waldweg landete. Schmetterlinge waren an diesem sonnigen Frühlingstag recht munter im Rühner Holz unterwegs.

Ein gestürzter Rotbuchenstamm, besetzt mit herrlichsten, sporulierenden Zunderschwämmen, ludt zu einer kleinen Rast mit Mohnkuchen ein. Die Gelegenheit war günstig für ein Erinnerungsfoto, wofür Chris seine Kamera positionierte. Links Christopher Engelhardt, rechts Reinhold Krakow.

Der Kreis schließt sich. Nicht nur Käfer, Schmetterlinge, Frösche und Vögel waren in Hochstimmung, auch das Wetter. So schön, so gut – wir brauchen dringend Regen!

Wer also Lust hat, mit mir für einige Stunden, so zu sagen als exklusive Pilzlehrwanderung an einem Mittwoch unterwegs zu sein, sollte sich bis spätestens Montags der jeweils beginnenden Woche im Steinpilz – Wismar anmelden. Siehe unter Termine!

E- Mail: steinpilz.wismar@t-online.de / Tel: 03841/228917 / Handy: 0173/6977219

14. April 2019 – Vereinsexkursion der Pilzfreunde

Vereins- und Kartierungsexkursion

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Ziel war das Hellbachtal bei Neubukow/Buschmühlen

Es war nicht das erste mal, dass zu einer Exkursion durch das Hellbachtal eingeladen wurde. Ob in kleiner, privater Form, im Zuge einer öffentlichen Lehrwanderung oder sogar zu unseren Pilzseminaren, das ursprüngliche und weitestgehend naturbelassenene Bachtal ist bereits seit vielen Jahren eine gute Adresse für unsere Aktivitäten. Besonders auch im Frühling. Es erhielt im Jahre 1998 den Status eines Landschaftsschutzgebietes. Der Wanderweg mit Naturerlebnispfad war in sehr gutem Zustand, denn es kommt immer mal vor, dass stärkere Hochwässer hier einiges unterspühlen oder Stürme Bäume quer legen. Wie dem auch sei, es ging uns nicht unbedingt um`s Spazieren gehen, sondern wir wollten schauen, was uns hier pilzfloristisch erwartet. Allerdings haben wir in diesem Gebiet schon des öfteren eine Bestandsaufnahme durchgeführt, so dass nicht viel neues dabei war.

Das klimatisch durchaus begünstgte Hellbachtal ist besonders im Frühjahr auch für den Kochtopf – Mykologen von Bedeutung, da hier einige Frühlingspilze zeitiger als anderswo das Licht der Welt erblicken. Heute sah es diesbezüglich ernüchternd aus. Keine Morchel, keine Morchelbecherlinge und selbst die hier um diese Zeit eigentlich schon erbiebiger vertretenen Schuppigen Porlinge waren kaum vorhanden. Schnittstellen signalisierten uns, dass vorher schon jemand in punkto Speisepilze unterwegs war. Das Wetter zeigte sich leider alles andere als frühlingshaft. Bei grauem Himmel und nur wenigen Plusgraden tröpfelte es zeitweise sogar ein wenig und an exponierten Stellen wehte ein unangenehmer, aprilfrischer Wind. Dennoch genossen die 7 Pilzfreunde, übrigens (außer meiner Wenigkeit) alles Gäste und keine Vereinsmitglieder, die hier heute im Rahmen einer unserer Vereinsexkursionen unterwegs waren, die Natürlichkeit dieses Gebietes mit viel Bruch- und Altholz. Dazu wurden Wildkräuter für einen erfrischenden Frühlingssalat gesammelt. Hier wie immer einige Impressionen von der heutigen Tour:

Der Startschuss ist gefallen.

Am Insektenhotel beginnt mit einigen Stufen der Abstieg in das Bachtal.

Hier sehen wir in etwas eingetrockneter Form den Warzigen Drüsling (Exidia plana). Besonders im feuchteren Winterhalbjahr können wir diesen Gallertpilz in voller, aufgequollener Pracht vorfinden. Je trockener die Witterung, um so mehr schnurrt er zu einem schwarzen, papierartigen Überzug auf toten Laubholzästen zusammen. Kein Speisepilz.

Diese abgestorbenen, vorjährigen Stängel der großen Brennnessel haben sich über den Hellbach geneigt und ihre pilzlichen Verwerter, die den Abbau der ausgedienten Pflanzenreste voran treiben, leuchten orange. Es handelt sich um das Orangefarbene Brennnesselbecherchen (Calorina fusarioides). Sie sind hier durch die hohe Luftfeuchtigkeit besonders üppig ausgebildet. Die schwarzen Bereiche werden vom ebenfalls auf dieser Pflanze lebenden Zugespitzten Kugelpilz (Leptosphaeria acuta) hervorgerufen. Beide Schlauchpilze findet man praktisch an nahezu jedem alten Stängel der Brennnessel zu dieser Jahreszeit.

Der Flache Lackporling (Ganoderma lipsiense) ist einer der häufigsten Großporlinge an verschiedenen, in der Regel abgestorbenen Laubhölzern.

Baumartenbestimmung anhand von Baumstämmen, ihrer Rinde sowie Farbe und Struktur des jeweiligen Holzes.

Wind und Sonnen getrocknete und somit mumifizierte Blätterpilze im Büschel an einem toten Laubholzstamm. Der Fachmann erkennt in ihnen den Samtfuß – Winterrübling (Flammulina velutipes).

Ganz frisch schieben hingegen diese Anti – Alkoholiker – Pilze aus dem frischen Waldboden. Der Graue Faltentintling (Coprinus atramentarius) verursacht in Verbindung mit Alkohol genossen, b.z.w. auch noch geraume Zeit später, eine unangenehme Vergiftung, das sogenannte Coprinus – Syndrom.

An besonders feuchten oder unwegsamen Wegstrecken wurden Holzstege angelegt.

Hier sind Handy oder andere Komunikationsmittel unnötig, denn es gibt ja das Baumtelefon.

Der Striegeligen Tramete (Trametes hirsuta) stehen die Haare zu Berge. Das sicher nicht wegen des ungemütlichen Wetters, sondern es ist ein markantes Merkmal dieses Porlings um sich vor zu großer Austrocknung zu schützen, da er an besonders trockenen und sonnigen Standorten an totem Laubholz wächst. Schließlich muss es auch an solchen Stellen Pilze geben, die in der Lage sind, das Totholz auch unter extremen Bedingungen abzubauen.

Was uns die Jahresringe einer Baumscheibe erzählen – in diesem Fall, dass es nicht nur in den Städten Schmierfinken gibt, die anscheinend auch hier ihr Revier mit häßlichen Kritzeleien abstecken müssen.

Ein Xylophon aus Holz, anscheinend nagelneu, lädt zum Musizieren ein. Wir wär`s mit „Im Wald und auf der Heide“ oder „Kein schöner Land“, welches uns dieser musikalisch begabte Pilzfreund aus Hamburg auch zum Besten gab.

Häufig in Wäldern, Parks und Gärten an noch frischem Laubholz zu beobachten, der Zinnoberroter Pustelpilz (Nectria cinnabarina).

Deutlich größer und im Trauergewand kommt die Vielgestaltige Kohlenbeere (Hypoxylon multiforme) an Laubholz daher. Gern an Birke, in diesem Fall dürfte es aber Erle sein.

Fast genau an einer Stelle, wo vor einigen Jahren eine Speisemorchel wuchs, schoben diese Glimmer – Tintlinge (Coprinus micaceus) aus dem Waldboden. Sie stehen aber in Verbindung mit unterirdischem Holz. Jung sollen sie essbar sein, aber Vorsicht mit Alkohol!

Am Ende des Wanderwegs bei Buschmühlen entstand unser Erinnerungsfoto, auf dem allerdings noch ein Pilzfreund fehlt, der gerade noch die letzte Chance eines eventuellen Morchelfundes nutzte. 14.04.2019.

Etwas schnelleren Fußes ging es nun wieder am Hellbach zurück nach Neubukow. Die Stürme der letzten Zeit brachten auch hier zahlreiche Bäume zu Fall, die nun u. a. auch ein gefundes Fressen für zahlreiche Holzpilze darstellen.

Die Holländermühle am Beginn des Wanderweges an der Fischtreppe in Neubukow kommt in Sicht und der Kreis schließt sich.

Wann starten wir zur nächsten Vereinsexkursion? – Siehe unter Termine!

06. April 2019 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Grünen Knollenblätterpilzes!

Ziel waren die Wälder um Jesendorf

Frühjahrslorchel (Gyromitra esculenta). Standortfoto Frühling 2016 im Kiefernforst bei Jesendorf. Giftig!

Es war wieder soweit. Der Winter liegt hinter uns und pünktlich Anfang April starteten wir zur ersten Lehrwanderung der neuen Saison. Laub- und Nadelwälder sorgten für Abwechslung und auch die Frühlingspilze waren wie nie zuvor auf einer Pilzwanderung Anfang April vertreten. Vor allem lorchelte es gewaltig, nicht nur mit giftigen, auch mit reichlich essbaren Gyromitras. Dazu auch gleich einige Morcheln, so dass die wesentlichen Unterschiede zwischen Giftlorcheln und leckeren Morcheln am Frischpilz erläutert werden konnten. Stockschwämmchen, Schwefelköpfe, Rötel – Ritterlinge und einiges mehr bereicherten die Tour. Sowohl der Lehrauftrag, wie auch der kulinarische Aspekt konnte heute voll zum tragen kommen. Wenn das kein verheißungnsvoller Saisonstart war! Hier einige Impressionen:

Der sandige Kiefernwald ist lichtdurchflutet und die Luft ist frühlingshaft warm. Die ersten Frischpilze sollten nicht lange auf sich warten lassen.

Hier ist es ein Blätterpilz aus der Gattung der Trichterlinge. Er duftet wunderbar nach Anis, ist aber trotzdem giftig, der Duft – Trichterling (Clitocybe fragrans).

Die Nase ist also bei der Bestimmung vieler Pilzarten unentbehrlich. Wenn der Pilz dann noch so angenehm duftet, ist es sogar ein kleiner Genuß und schadet nicht, auch wenn der Pilz dazu giftig ist.

Weiter geht die Suche. Noch sind die Körbe leer!

Der Graublättrige Schwefelkopf (Hypholoma capnoides) ist nur an Nadelholz zu finden. Er wächst von Oktober bis April und gehört zu unseren leckersten Speisepilzen. Sobald es nun wärmer wird, stellt er sein Wachstum ein, um ab Oktober um so reichlicher zu erscheinen.

Essbar sind auch die Zapfen – Rüblinge. Es gibt drei Arten, wobei die hier gezeigte recht bitter schmeckt und höchsten als Würzpilz zu verwenden ist. Bitterer Zapfen – Rübling (Strobilurus tenacellus).

Welch ein Glück, dass kommt wahrlich nicht alle Tage vor, dass wir die beiden wichtigsten Vertreter des Frühlingsaspektes gleich nebeneinander im KIefernwald antreffen. Die delikaten Morcheln haben immer bienenwarbenartig strukturierte Hüte, die giftigen Frühjahrslorcheln zeichnen sich durch hirnartige Windungen aus. Es sind übrigens Spitzmorcheln (Morchella elata) und ganz rechts die giftige Frühjahrslorchel (Gyromitra esculenta).

Aber auch dieses ist eine Lorchel, so ganz ohne hirnartig gewundene Hüte, sondern eher wie ein Pokal oder Becher gestaltet. Es ist die Schwarzweiße Becherlorchel (Helvella luecomelaena). Sie ist harmlos und kann zur Not auch ein Mischpilz – Gericht bereichern.

Aber was sind das nun für merkwürdige Pilze, die stellenweise in Mengen den Waldboden und modriges Holz bevölkern? Es sind ebenfalls Lorchen, nähmlich Scheibenlorcheln (Gyromitra ancilis). Roh giftig, gut durchgegart können sie gegessen werden. Dazu sind sie auch noch richtig ergiebig.

Nun gibt es kein halten mehr und das Sammelfieber greift um sich.

Wichtig ist es immer, neu kennen gelernte Pilze genau anzuschauen, daran zu riechen, ihre Konsistenz zu erfühlen und sich auch den Habitus der mitunter sehr variabelen Fruchtkörper einzuprägen.

Und beim Sammeln ist vorsicht geboten, denn die giftigen Frühjahrslorcheln (Gyromitra esculenta) stehen immer wieder zwischen den Scheibenlorcheln und sie sind mitunter fast miteinander verwachsen. Die hirnartige Struktur ist aber ein deutliches Unterscheidungsmerkmal.

Die Sonntagsmahlzeit ist gesichert!

Ein wichtiger Speisepilz und fast ganzjährig an Laubholz zu finden ist das Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabils). Man achte auf die hygrophane Randzone und die kleinen Schüppchen unterhalb der Ringzone am Stiel. Danach können die zähen Stiele entfernt werden und die Hüte geschmort oder zu Pilzsuppe verwendet werden. Bitte die Unterschiede zum Gift – Häubling beachten!

Belegfotos vom Standort und Notizen im mitgeführten Pilzbestimmungsbuch können sehr nützlich sein, um die jeweilige Art besser kennen zu lernen.

Idylisch liegt dieser kleine See versteckt im Wald. Es gibt im Gebiet gleich mehrere Seen, von denen der Tarzower See der größte ist.

Helmlinge waren heute gleich in mehreren Arten vertreten. Hier sehen wir den Voreilenden Helmling (Mycena abramsii). Kein Speisepilz.

Speisepilze sind hingegen diese besonders kompakt geratenen Schmutzigen Rötel – Ritterlinge (Lepiste sordida), die in einer Vierer – Gruppe auf organischem Material einer Waldlichtung wuchsen. Es sind eigentlich klassische Herbstpilze, kommen aber gelegentlich und in diesem Jahr sogar gehäuft im Frühling vor. Sie werden meist für Violette Rötel – Ritterlinge gehalten. Hier ist auch die Nase gefragt, denn ihnen felht der so typische süßliche Kuchengewürzduft.

Und das war`s auch schon. Das Wetter war super und auch die Pilze meinten es gut mit uns. Schnell noch für unser obligatorisches Erinnerungsfoto zusammen gerückt. 06.April 2019 am Tarzower See.

  • Ich bitte zu beachten! Nach langem, vieljährigem Zögern, habe ich mich entschlossen, die Teilnahmegebühr ab sofort von 5.00 auf 10.00 € pro Person bei unseren öffentlichen Wanderungen anzuheben. Eine durchschnittliche Führung dauert in der Regel 3 Stunden. Damit habe ich nur zur Mindestteilnahmegebühr derartiger Veranstaltungen aufgeschlossen, die in der Regel bei anderen Anbietern zwischen 08.00 und 75.00 € liegt. Es gilt die Pilzberatungsstelle in Wismar zu erhalten und außschließlich dafür werden die Gebühren genutzt. Für Mitglieder der Gruppe der Pilzfreunde bleibt es bei 5.00 € und auch die Konditionen für Kinder bleiben wie gehabt: zwischen 6 und 14 Jahren 2.50 €.
  • Wer also weiterhin für 5.00 € dabei sein möchte, dem lege ich nahe, sich der Gruppe der Pilzfreunde innerhalb der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V. anzuschließen. Mit 25.00/ ermäßigt 12.00 € Jahresbeitrag bleibt dann alles beim alten und sie helfen mit, dass die einmalige Pilzberatungsstelle in Wismar auch in Zukunft ihren Dienst zur Verhütung von Pilzvergiftungen leisten kann.

Wann findet die nächste Wanderung statt? – Siehe unter Termine!

26. März 2019 – Treffen der Pilzfreunde

Treffen der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Pilz des Jahres 2019

Dienstag, der 26. März 2019, um 18.00 Uhr im Mykologischen Informationszentrum Wismar, in der ABC Straße 21.

Alle Pilzfreunde, die heute Abend Lust und Zeit hatten, waren wieder zu einem Themenabend in den Steinpilz – Wismar eingeladen. Auch das Wismar – Fernsehen war zu Beginn für einige Kamera – Sequenzen erschienen. Kurz haben wir den von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie zum „Pilz des Jahres 2019“ auserkorenen Großpilz vorgestellt. Es ist in diesem Jahr der gefährlichste aller Giftpilze, der Grüne Knollenblätterpilz! Eine bessere Wahl für einen Pilz des Jahres kann es kaum geben, denn jedes Kind sollte diesen gefährlichen Wulstling bereits kennen! Des weiteren gab es heute den 2. Teil von Anke und Ulrichs – Russland Reise in Form einer PowerPoint – Präsentation. Der schriftliche Veranstaltungsplan für 2019 konnte gegen eine kleine Gebühr von 1.00 € mitgenommen werden. Dazu wurde auch ein köstlicher Imbiss von Anke und Ulrich gereicht.

Tolle Idee von Pilzfreundin Anke – eine herzhafte Brot – Torte!

Dazu auch noch ein Stullenteller mit Pilzbutter – Auftrich.

Wer es zu einer Tasse Kaffee etwas lieblicher mochte, der war bei selbstgebackener Wiener Rolle und Schoko – Stäbchen an der richtigen Adresse. Herzlichen Dank an Anke und Ulrich für die tollen Leckereien!

Desweiteren schauten wir uns die NDR – Produktion „Mein Nachmittag“ vom 27. Februar diesen Jahres an. Ich bin zu dieser Life – Produktion in das NDR – Fernsehstudio nach Hamburg eingeladen worden. Auch das Wismar – Fernsehen war heute Abend kurz für einige Aufnahmen zu Gast. Schließlich konnten wir zwei neue Gesichter, die mal bei uns hereinschnuppern wollten, in unserer Mitte begrüßen, so dass heute Abend Vollhaus angesagt war.

Die Veranstaltung endete gegen 20.00 Uhr.

Wann treffen sich die Pilzfreunde wieder? –  Siehe unter Termine!

26. Februar 2019 – Treffen der Pilzfreunde

Treffen der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

10 Jahre Steinpilz – Wismar im World Wide Web

Nahezu 10 Jahre ist es her, dass dieses spektakuläre Foto während einer Pilzausstellung mit Imbissangebot am 23.08.2009 vor dem Mykologischen Informationszentrum in der ABC Straße entstand. Die „Langen Kerl`s“ aus Preußen fanden während des Schwedenfestes kurz Zeit für uns. Mitte rechts unsere gute Seele Irena.

Treff am Dienstag, dem 26. Februar 2019, um 18.00 Uhr im Steinpilz – Wismar, in der ABC Straße 21.

Kaum zu glauben, aber es sind bereits 10 Jahre, an denen wir die Welt an unseren Aktivitäten in Wismar zum Thema Großpilze teilhaben lassen. Seit dem ist viel Pilzwissen auf unserer Internetseite veröffentlicht worden. Sie hat sich zu einer Dokumentation unserer Arbeit gemausert. Tagebücher über Wetter und Pilzwachstum in unserer Region sind entstanden und lassen inzwischen schon eine  10 Jahres Dekade vergleichbar machen. Von jeder Pilzwanderung erfolgte eine Aufarbeitung im Netz, damit interessierte Pilzfreunde gefundenes und gerade erlerntes festigen und auch andere daran teilhaben können. Tagebuchleser konnten über  Schwierigkeiten erfahren, die einem von behördlicher Seite beigebracht werden, wenn etwas ungewöhnliches und unübliches sowie einmaliges unternommen und geleistet wird, welches sich im Sinne der „Sozialen Marktwirtschaft“ aber nicht rechnet. Da ist ein guter Rechtsbeistand sehr wichtig, den ich in der Person von Pilzfreund und Rechtsanwalt Hartmut Perlebach aus Wismar gefunden habe.  Ein weiterer Aspekt ist, dass man sich, was meine Person betrifft, auf das bescheidenste zurück nehmen muss. Geldverdienen? Dafür bleibt kaum Zeit! Geleistetes und Zukünftiges, einschließlich der Verantwortung gegenüber den vielen Ratsuchenden, werden kaum honoriert und sind ohnehin nicht zu bezahlen. Unendlich viel Arbeit steht noch bevor. Im Hinblick auf unsere Pilzkartierungen ist noch gewaltiges zu leisten, damit meine Daten alle irgendwann Verfügbar sind und nicht in unzähligen Karteikarten hinter meinem Schreibtisch ein Schattendasein fristen.

In diesem Sinne haben wir heute in gemütlicher Runde unsere Internet – Dokumentation per Beamer und Leinwand durchgeblättert und uns an viele schöne Wanderungen, Pilzfunde, Ausstellungen und anderem erfreuet, was uns in den letzten 10 Jahren begenete und bewegte. Dazu gab es natürlich auch einen kleinen Imbiss und wir konnten auf dieses Jubiläum mit einem Gläschen Sekt anstoßen!

Als Gast begrüßten wir in unserer Runde auch den Wismarer Rechtsanwalt Hertmut Perlebach. Ohne seinen Rechtsbeistand in den zurück liegenden Jahren wären wir nicht soweit gekommen!

Auch in Funk und Fernsehen waren wir immer wieder präsent. Hier mit einem gut gelaunten Drehteam vom Bingo Lotto des NDR – Fernsehens.

Die Veranstaltung endete gegen 20.00 Uhr

29. Januar 2019 – Treffen der Pilzfreunde

Neujahrstreffen der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Mit dem Schiff von Moskau bis St. Petersburg

Der erste Monat des neuen Jahres lag fast schon hinter uns. Grund genug um sich zum Neujahrsauftakt im Mykologischen Informationszentrum in Wismar zu treffen. Mit einem kleinen Imbiss und einem Gläschen Sekt haben wir auf Zukünftiges im neuen Jahr angestoßen, dass uns alle Vorhaben gelingen und auch die Natur viele Überraschungen für uns bereit halten möge. Glück und Gesundheit natürlich inbegriffen.

Prosit Pilzjahr 2019!

Es wurde von Monika der Jahresbeitrag für die Gruppe der Pilzfreunde entgegen genommen und Vorschläge für die Gestaltung der neuen Saison diskutiert.

Monika kassierte nicht nur den Jahresbeitrag der anwesenden Pilzfreunde, sondern versorgte uns auch mit selbstgebackenen Köstlichkeiten.

Im Mittelpunkt des Abends stand aber ein PowerPoint – Votrag unseres Pilzfreundes Ulrich Klein. Im zurückliegenden Mai schipperte er zusammen mit Lebensgefährtin Anke die Wolga hinauf von Moskau bis St. Petersburg. In Wort, Bild und Ton konnten wir heute Abend retrospektiv daran teil nehmen.

Es geht los, wir sind gespannt!

Wann treffen sich die Pilzfreunde wieder? – Siehe unter Termine!

08. Dezember 2018 – Weihnachtsfeier der Pilzfreunde

Weihnachtsfeier der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Der Treff im Lindengarten e.V. (Til), oben links, war in diesem Jahr Austragungsstätte unserer Weihnachtsfeier zum Saisonausklang. Nicht weit weg vom Steinpilz – Wismar, links unten. Der Til befindet sich am Rande der Parkanlage Lindengarten und in unmittelbarer Nähe des alten Wasserturms, der bis in das 19. Jahrhundert hinein unsere Hansestadt mit Wasser versorgte und der Persil – Uhr. Fotomontage: Ulrich Klein.

Die ersten Weihnachtfeiern fanden in den Anfangszeiten des Steinpilz – Wismar auch in dessen Räumlichkeiten statt. Diese erwiesen sich aber als zu beengt und wir zogen nach Keez um. Der dortige Schulungs- und Partyraum bot sich bestens dafür an. Der Nachteil war, dass es für einige, unmotorisierte Vereinsfreunde aus Wismar, nicht ganz leicht war, dort hin zu gelangen. Im letzten Jahr waren wir bei Anke und Ulrich in Arpshagen und dieses Jahr wollten wir einmal wieder zentral in Wismar, unweit des Mykologischen Informationszentrums, im Treff im Lindengarten, den feierlichen Jahresausklang begehen. 

Wir hatten für 25 Pilzfreunde festlich eingedeckt und der Til füllte sich auch bis zum letzten Platz.

Nach dem ich einige Worte zur Begrüßung verlor und das Programm kurz vorstellte, war Kaffeezeit angesagt. Wem fröstelte, der konnte sich auch mit einem würzigen und heißen Glühwein auf Betriebstemperatur bringen. Foto: Ulrich Klein.

Es gab natürlich selbstgebackene Plätzchen und Pfeffernüsse, zur Sicherheit wurde aber zusätzlich reichlich Naschwerk zugekauft.

Es schloß sich, wie gewohnt, ein satirisch, besinnlicher Jahresrückblick von Ulrich Klein an, der sich in PowerPoint – Präsentation zu einem Erlebnis für uns gestaltete!

Ulrich, bereits etwas verträumt und besinnlich, während unseres Herbst – Seminars in Keez. Ich hatte leider versäumt, ihn bei der aktuellen Veranstaltung im Bild festzuhalten. Ich war einfach zu sehr in seinem Jahresrückblick versunken.

Im Anschluß b.z.w. während einer Pause des Jahresrückblickes wurde von unseren guten Seelen Irena und Monika ein warmes und herzhaftes Abendbrot serviert.

Neben leckerer Waldpilzsuppe hatten Irena und Monika auch noch Pfundstopf und einen sehr herzhaften Trompeten – Pfifferlings – Gulasch mit Rindfleisch vorbereitet und es wurde kräftig reingehauen.

Pilzfreundin Karola Friedrich aus Schwerin überreichte mir einen Wandschmuck mit Pilz – Motiv, den sie auf einer Keramik – Ausstellung exklusiv für den Steinpilz – Wismar ergattern konnte. Ganz herzlichen Dank und er hängt schon an der Wand!

Zu guter letzt bat uns Vereinsmitglied Christopher Engelhardt aus Lübeck noch um ein halbes Stündchen Aufmerksamkeit. Er präsentierte ebenfalls per Beamer seine für ihn schönsten und bedeutsamsten Pilzfunde des Jahres 2018. Dabei vieles außergewöhnliches, dass von den allermeisten Pilzsuchern kaum bis null Beachtung findet. Vieles davon wurde auf Exkursionen mit dem Vorsitzenden des Rehnaer Pilzvereins, Torsten Richter, in ganz speziellen Biotopen und auch an ganz besonderen Substraten endeckt. Deratige Beiträge blicken also weit über den Tellerrand hinaus und lassen erahnen, wie vielfältig und interessant unsere heimische Pilzflora sein kann, wenn sie nicht nur auf das leidliche Thema essbar oder giftig reduziert wird.

Chris Engelhardt während seines Vortages. Hier sehen wir eine Folie mit Mennigroten Borstlingen aus der Verwandtschaft der Feuerkissen. Er hat die Pilze in der Wohlenberger Wiek bei Wismar gefunden.

Wir wünschen allen Pilzfreunden in Nah und fern:

Wann treffen sich die Pilzfreunde wieder? – Siehe unter Termine!

24. November 2018 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Sie führte durch den Großherzoglichen Forst Moidentin

Der Samtfuß – Winterpilz (Flammulina velutipes) zählt zu unseren delikatesten Speisepilzen. Er bevorzugt eindeutig die kalte Jahreszeit. Besonders wenn es schon Frost gegeben hat, wird er zum Wachstum animiert. Wir finden ihn dann von Mitte November bis zum Frühling. Am ergiebigsten ist er oft um den Jahreswechsel herum an verschiedenen Laubhölzern. Gegessen werden nur die Hüte. Auch heute war er mit dabei!

Mit der heutigen Pilzwanderung beendeten wir die aktive Pilzsaison 2018. Das gilt natürlich nur für unserere offiziellen Lehrwanderungen. Wie wir oben erfahren haben, macht es durchaus Sinn in den nächsten Wochen und Monaten in milden Wetterphasen nach Speisepilzen Ausschau zu halten. Samtfuß – Winterrüblinge finden wir besonders an Weiden oder Eschen, aber auch an einigen weiteren Laubhölzern. Vor allem an Buchen- und Pappelholz können die noch ergiebigeren Austern – Seitlinge so manchen Sammlerkorb füllen. An Schwarzem Holunder gibt oft in großen Mengen Judasohren. In der asiatischen Küche unverzichtbar und im Handel unter der Bezeichnung „Mu – Err“ erhältlich. Zudem wird das „Baumohr“ auch in der Naturmedizin als Vitalpilz verwendet. An Nadelholzstubben kann es weiterhin die sehr wohlschmeckenden Graublättrigen Schwefelköpfe geben. Jetzt  können aber noch einige weitere Pilzarten für eine schmackhafte Mahlzeit sorgen, denn einige Spätherbstarten sind durchaus noch bis in den beginnenden Winter hinein vertreten. Durch die immer noch trockenen Verhältnisse hielt sich das Aufgebot an Frischpilzen, wie schon das ganze Jahr meist auch, sehr in Grenzen, aber immerhin konnten wir bis auf Judasohren die wichtigsten Winterpilze finden und vorstellen und auch sonst war noch dies und jenes mit dabei. Hier einige Bilder von der letzten Tour des Jahres:

Ausgehend vom Bahnhof Moidentin ging es den Buchenberg hinauf.

An einem liegenden Birkenstamm wuchs ein Birken – Zungenporling (Piptoporus betulinus). Bekannt auch als Ötzi – Pilz. Die über fünftausend Jahre alte Mummie aus den Ötztaler Alpen führte zwei Fruchtkörper dieser Art mit sich, um sie offensichtlich als Antibiotikum zu verwenden. Der Pilz wurde früher zur Wundheilung benutzt und manche Menschen stellen aus ihm heutzutage einen Tee her und hoffen auf Linderung bei Magenbeschwerden. Ansonsten ist der bittere und gummiartige Pilz komplett ungenießbar.

Schon etwas betagte Exemplare des Sparrigen Schüpplings (Pholiota squarrosa), der gerne mit dem Hallimasch verwechselt wird. Dieses wäre aber ungefährlich, da auch diese Art essbar ist aber weit weniger lecker als der Hallimasch.

Jüngere, noch weiße, und ältere, stark veralgte Konsollen der Buckel – Tramete (Trametes gibbosa) an einem Buchenstubben. Allenfalls zu Dekorationszwecken zu gebrauchen. Allerdings halten sie nicht lange, denn Insekten lassen sie schnell in griesartiges Material zerbröseln.

Sehr schöne Laubholz – Harzporlinge (Ischnoderma resinosum) an einem alten Buchenstubben. Mitunter entströhmt dem ungenießbaren Pilz ein feiner Anis – Duft.

Diese, bereits etwas trockenen Seitlinge, wuchsen aus einer Spalte eines Buchenstammes heraus. Leicht ist man geneigt, daraus Austern – Seitlinge zu machen. Aber im Bild ist ein grüngelblicher Schimmer zu erkennen, der den Gelbstieligen Muschelseitling (Sarcomyxa serotina) verrät. Er ist durch seine Bitterstoffe eher ungenießbar.

Ein von vielen geschätzter und schmackhafter Speisepilz ist hingegen der Violette – Rötel – Ritterling (Lepista nuda). Er kann mitunter individuenreiche Hesenringe bilden und ist in Laub- und Nadelwäldern, aber auch auf Wiesen und Viehweiden zu finden. Gerne auch in der Nadelstreu von Fichtenforsten. Roh ist er giftig und muss gut durchgegart werden.

Sehr ähnlich ist der Schmutzige- oder Fleischbraune Rötel – Ritterling (Lepista sordida). Er ist meist von schmächtigerer Statur und besitzt nicht den süßlich, aromatschen Duft nach Kuchengewürz, den wie beim Violetten Rötel – Ritterling wahrnehmen können. Eine Verwechslung ist nicht weiter tragisch, da auch er essbar ist.

Wir tangierten auch den Waldfriedhof, auf dem kurz nach dem zweiten Weltkrieg vertriebene Flüchtlinge aus den ehemals deutschen Ostgebieten bestattet wurden. 253 Erwachsene und 38 Kinder fanden hier ihre letzte Ruhe. Sie sind an Krankheiten und Entkräftung gestorben, nach dem sie im völlig überfüllten Quarantäne – Lager Losten aufgenommen wurden. Auch zwei ehemalige Pilzfreunde unserer Gruppe durchlebten und überlebten die damaligen Strapazen im Lager Losten.

Weiter führt uns der Weg am Waldfriedhof vorbei in Richtung Lostener See.

Der Geflecktblättrige Flämmling (Gymnopilus penetrans) ist oft ein Massenpilz an Kiefernholz. Der gallebittere Geschmack verbietet eine kulinarische Verwendung.

Ein Symbiosepilz der Kiefer ist der Späte- oder Leberbraune Milchling (Lactarius hepaticus). Sein weißer Milchsaft, der an der Luft nach kurzer Zeit gelb verfärbt und scharf schmeckt, macht auch diesen Pilz ungenießbar.

Hier sollte man sich nicht täuschen lassen. Die Lamellen sehen eher grau als grün aus. Trotzdem ist ein grünlicher Unterton auszumachen und auch der Stiel ist schwefelgelb. Letzte Gewissheit kann eine Kostprobe geben, denn die dürfte sehr bitter ausfallen. Der essbare Graublättrige Schwefelkopf wäre hingegen mild. Giftig!

Den ergiebigsten Pilzstandort stellte dieser schon seit längererm liegende Laubholz – Stapel dar. Verschiedene Pilzarten haben sich inzwischen an`s Werk gemacht, um den „Müll“ zu beseitigen.

Hier sind es beispielsweise leckere Samtfuß – Winterpilze (Flammulina velutipes) und ungenießbare Schmetterlings – Trameten (Trametes versicolor).

Auch die beliebten Austern – Seitlinge (Pleurotus ostreatus) haben sich ihren Anteil gesichert.

Gemeine Trompetenschmitzlinge (Tubaria furfuracea) sind ebenfalls Holzbewohner und bevorzugen die Wintermonate. Sie sind nicht sonderlich ergiebig, aber essbar sollen sie zumindest sein.

Der Holzstapel erweckte also das höchste Interesse aller Teilnehmer.

Eine weitere Art, die an ihm ein gefundenes Fressen fand, war das Gallertfleischige Stummelfüßchen (Crepidotus mollis). Allerdings für Mykophagen ohne Bedeutung, da ungenießbar.

Bei diesen jungen Weißstieligen Stockschwämmchen (Psathyrella hydrohila) ist gut die hygrophane, und daher dunklere Randzone zu erkennen, welche es mit dem echten Stockschwämmchen gemeinsam hat. Essbar.

Hier sehen wir die selbe Art nochmals. Die durchfeuchteten Bereiche der Hüte sind uneinheitlicher und es entsteht eher ein gescheckter Eindruck. Derartiges ist beim herkömmlichen Stockschwämmchen allerdings nicht zu beobachten. Es handelt sich trotz der Namens – Ähnlichkeit auch um einen Vertreter einer ganz anderen Gattung, nähmlich der Mürblinge.

Still ruht der Lostener See.

Und wir wandern nun an seinem Ufer entlang zurück zum Ausgangspunkt.

Aus dem tiefen Buchenlaub schaute ein Großer Blutchampignon (Agaricus langei) heraus. Er gehört zu den echten Wald – Champignons und darf natürlich auch gegessen werden.

Am südexponierten Ufer des Lostener Sees konnten wir auch noch zwei Flockenstielige Hexen – Röhrlinge (Boletus luridiformis) im Fallaub entdecken. Dieses kapitale Exemplar war noch festfleischig und ist schon eine Pilzmahlzeit für sich allein.

Eine Dreier – Gruppe recht stattlicher Fälblinge (Hebeloma spec.) schiebt sich durch das Falllaub. Ausschließen konnten wir den Marzipan – Fälbling und auch den Großen Rettich – Fälbling. Die Pilze rochen eher honigartig.

Denkbar wäre der Bräunende Fälbling (Hebeloma edurum), den ich vor vielen Jahren schon einmal an einem kalkhaltigen Standort im Kaarzer Holz gefunden habe. Er soll nach Kakao riechen. Nun kann es aber sein, das die leichten Fröste auch den Geruch etwas verändert haben und wir ihn eher honigartig wahr genommen haben.

Gut kommen die kräftigen Baumwurzeln dieser Rotbuche im kurzen Moos am Hang zum Lostener See zur Geltung.

Einen bizarren Anblick bietet auch diese knorrige Hainbuche.

Sie ist zudem von Fußpilz befallen.

Ein Büschel Honnigelber Hallimasch (Armillaria mellea) hat es sich an ihrem Fuß gemütlich gemacht.

Sozusagen als Abschiedsgruß noch ein Büschel Glimmer – Tintlinge (Coprinus micaceus) am Bahnhof Moidentin. Mit etwas Glück, kann uns diese Pilzart auch schon wieder zur ersten Pilzwanderung des neuen Jahres, im April begegnen.

Unser Erinnerungsfoto der letzten Wanderung des Jahres 2018 haben wir bereits am Moidentiner Ehrenfriedhof aufgenommen. 24. November 2018.

Wann startet die nächste Pilzwanderung? – Siehe unter Termine!

18. November 2018 – Vereins- und Kartierungsexkursion

Vereinexkursion der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Es ging durch das Heidenholz bei Selmsdorf

Das sonnige Heidenholz am Volkstrauertag 2018. Foto: Ulrich Klein.

Das Pilzjahr neigt sich dem Ende zu und wir sind heute zu unserer letzten Vereins- und Kartierungsexkursion in diesem Jahr aufgebrochen. Ich habe ein kleineres Waldgebiet ganz im Nordwesten unseres Bundeslandes ausgesucht. Ein meist von Laubbäumen bestandenes Waldstück bei Selmsdorf. Wir haben heute ein wenig kartiert, also eine kleine Inventur der Natur in Bezug auf Großpilzarten durchgeführt. 10 Pilzfreunde, einschließlich Gäste mit Kinder, durchstreiften das Gebiet. Der Großraum Nordwestmecklenburg ist das im Hinblick auf Großpilze mykologisch am besten untersuchte Gebiet in M-V und vieleicht auch in Deutschland. Fast drei Jahrzehnte waren besonders Benno Westphal, Jürgen Schwik und Reinhold Krakow unermüdlich auf Achse, um unsere Heimatregion pilzfloristisch zu erforschen. Aber so eine Aufgabe endet praktisch nie. Wir können nur hoffen, dass nachfolgende Generationen mit unserem Datenschatz (Siehe unter „Pilzkartierung M-V“) etwas anzufangen wissen und an unsere Aktivitäten anknüpfen können. Richtig interessant werden die Funddaten erst mit zeitlichem Abstand und können dann über Veränderungen in unserer Natur Aufschluß geben. In diesem Sinne konnten wir auch heute wieder einige neue Fundpunkte auf unseren Verbreitungskarten setzen. Natürlich waren auch ganz normale Pilzsucher angesprochen, sich uns anzuschließen. So eine Exkursion ist immer eine Mischung aus wissenschaftlicher und volkstümlicher Pilzkunde.

Unser Ausgangs- und Endpunkt an der Wanderhütte in Hof Selmsdorf. Hier begrüßten uns auch gleich die ersten Pilze. Aber nicht auf dem Erdboden, sondern auf dem bemoosten Dach der Hütte.

Es handelt sich sehr wahrscheinlich um die Gattung Crepidotus (Stummelfüßchen).

Hier nochmal eine Nahaufnahme. Für das Gallertfleischige Stummelfüßchen ist mir der Stiel zu sehr ausgebildet und ein Gelantine – Huthauttest war am Standort nicht möglich, da die Pilze hart gefroren waren.

Und die Draufsicht fotografiert vom Ulrich Klein.

Bei diesem schwarz- und hochbeinigen Bodenbewohner war natürlich alles klar, der Langstielige Knoblauch – Schwindling (Marasmius alliaceus). Er war einer der häufigsten Blätterpilze heute.

Stockschwämmchen gab es heute keine, dafür aber sehr schöne Fruchtkörper seines tödlich wirkenden Doppelgängers, des Gift – Häublings (Galerina marginata).

Das Weißstielige Stockschwämmchen (Psathyrella hydrophila) war hingegen des öfteren Vertreten.

An totem Buchenholz findet sich zu dieser Jahreszeit häufig dieser unverwechselbare Pilz, der Gallertfleischige Fältling (Merulius tremellosus).

Wesentlich seltener können wir im Sommer und Herbst diesem imposanten Gebilde aus der Pilzwelt begegnen, dem Ästigen Stachelbart (Hericium clathroides). Er siedelt sich an bereits stark vermorschtem Buchenholz an und ist praktisch ebenfalls unverwechselbar. Sehr ähnlich ist höchstens der Tannen – Stachelbart, der bei uns in Mecklenburg aber kaum vorkommen dürfte.

Aus der Ferne können unkundige ihn allerdings auch für eine Krause Glucke halten. Die wächst aber niemals auf Buchenholz und bestitzt auch keine mit unzähligen Stacheln besetzten Äste.

Die letzten Hallimasch brechen langsam zusammen. Sie haben in diesem Herbst großes geleistet. Selten gab es so lange, so viele von ihnen.

Insbesondere Stubben und totes, liegendes Starkholz sind zu dieser Jahreszeit oft lohnende Ziele, die es auf- und abzusuchen gilt.

Hier ist es das Buchen – Eckenscheibchen (Diatrype disciformis), ein Pyrenomycet und entfernt mit Morcheln und Lorcheln verwandt.

Nah mit dem Falschen Pfifferling verwandt ist der in Buchenwäldern viel seltener vorkommende Braunsamtige Afterleistling (Hygrophoropsis fuscosquamula). Seine Hutoberfläche ist oft deutlich braunsamtig.

Und so sah es aus, als obiges Foto entstand. Da brauche ich mich auch nicht wundern, dass mich im Sommer die Mücken gerne auf dem Kopf anzapfen. Die Haare gehen allmählich aus. Das ist der Zahn der Zeit und eine Kopfbedeckung wird bald wohl empfehlenswert sein. Auch im Hinblick manch anderer Gefahren, die über einem kreisen könnten! Foto: Ulrich Klein.

Und die Pilze nochmals aus einer anderen Perspektive von Ulrich Klein fotografiert.

An Laubholz – Ästen tritt nun immer häufiger der Winter – Stielporling (Polyporus brumalis) in Erscheinung. Rechts unten bildet sich ein neuer Fruchtkörper heraus. Es beginnt immer in Form eines keilförmigen Zapfens, der sich schließlich zum vollständigen Fruchtkörper entwickelt.

Sehr farbenfroh ziegten sich heute diese Birken – Blättlinge (Lenzites betulinus) und dazu noch von Reif angezuckert.

Obwohl zu den Porlingen gehörend, finden wir bei ihm auf der Unterseite lamellenartige Strukturen. Auch wächst er keineswegs nur an Birkenholz, sondern bei uns sogar häufiger an Buche.

Hier treffen wir noch etwas häufiger die Striegelige Tramete (Trametes hirsuta) an. Auf dem ersten Blick können sich beide ähneln, aber die Fruchtschicht ist deutlich rundporig.

Die Buckel – Tramete (Trametes gibbosa) treffen wir meist auf Buchenstubben an. Hier wuchs sie ausnahmsweise auf einem relativ dünnen Buchenast. Auch sie besitzt ein eher lamelliges Fruchtlager.

Der Hit unserer heutigen Exkursion könnte dieser Champignon werden, falls ich ihn zuordnen kann. Das es ein ganz besonderer ist, war uns schon im Wald klar. Obwohl sein Habitus einen Anis – Champignon vermuten lassen würde, gehört er keinesfalls in diese Gruppe. Er steht eher dem Frühlings – Champignons b.z.w. Sommer – Champignon (A. altipes) nahe. Aber dieser dürfte nicht nur wegen der fortgeschrittenen Jahreszeit ausscheiden. Nach E. Ludwig kommt am ehesten der Schwachverfärbende Champignon (Agaricus perturbans) in Betracht. Eine extrem seltene und in Deutschland als verschollen geltende Art. Hier würde auch die Jahreszeit und das Habitat stimmen. Ich werde den jungen Pilz beobachten und gegebenenfalls ein Exikat anfertigen.

Und hier noch ein Belegfoto von Ulrich Klein.

Der Champignon im Schnitt. Die Hutform soll nach Ludwig zunächst eher eiförmig sein, hier allerdings halbkugelig. Der Stiel sollte sich abwärts allmählich erweitern. Besonders im oberen Bereich trifft das zu. Das Fleisch soll sich im Schnitt im oberen Stielbereich schwach fleischfarben – bräunlich verfärben. Das tat es auch nach drei Tagen nicht! Die Lamellen sind allerdings schön rosa oder wenigstens rosa – fleischfarben. Die Schäffer – Reaktion konnte ich leider noch nicht durchführen, da meine Chemikalien derzeit in Keez liegen. Es wird wohl nicht einfach, die Identität dieses zweifellos seltenen Egerlings zu klären.

Der weiße Hut soll zum Rand hin unauffällig flockig – schuppig sein. Von Velumresten fein gezähnelt. Die Huthaut soll bei Reibung oder Druck zunächst unveränderlich sein, später aber an diesen Stellen leicht bräunen. Diese Merkmale, so denke ich, sind hier deutlich ersichtlich.

Sehr häufig treffen wir in Moospolstern den Heftel – Nabeling (Rickenella fibula) an. Ein kleines, aber hübsches Pilzchen, dass leider gerne übersehen wird.

Zwar auch recht klein, aber deutlich größer als der Heftel – Nabeling ist der Blaue Träuschling. Er fällt insbesondere durch seine ungewöhnliche Färbung in `s Auge. Zusammen mit dem ähnlichen Grünspan – Träuschling kann er ein Mischgericht bereichern. Huthaut aber abziehen!

Ein Kaffeebrauner Scheintrichterling (Pseudoclitocybe cyathiformis) schiebt sich durch das frisch gefallene Buchenlaub.

Hier erscheint er eher milchkaffeefarben. Der hochbeinige Herbstpilz ist durchaus essbar und darf vom Kenner zu Speisezwecken eingesammelt werden.

Herrlich stimmungsvoll. Vom Wetter her der schönste Moment unserer Wanderung.

Deshalb auch ein Zwischenfoto im Sonnelicht, von Ulrich Klein geschossen.

Dazu auch noch die schönsten Austern – Seitlinge (Pleurotus ostreatus).

Frieder Gröger schreibt in Pilze und Wildfrüchte: „Schmackhaft, sehr ergiebig, fleischähnlich, bald zäh und dann nur noch die Ränder zu gebrauchen. Als Pilzgemüse schmoren, auch für Pilzklops und Salate. Ganze Hüte als Pilzschnitzel braten oder in Aspik einlegen. Alt nur noch auskochen“. Ergibt dann eine schmackafte Brühe.

Das selbe Motiv noch einmal von Ulrich Klein im Bild festgehalten. Ein sehr schönes Stimmungsfoto! Zu sehen ist bei diesen Pilzen auch, dass die Lamellen auch beim Austern – Seitling weit am Stiel herblaufen können, ohne das wir es gleich mit dem Rillstieligen Seitling zu tun haben.

Pilzfreundin Monika ist fündig geworden. Foto: Ulrich Klein.

Zwei Specht – Tintlinge (Coprinus picaceus) im Sonnenlicht, von Ulrich Klein in Szene gesetzt.

Ein Fall für das Guinness – Buch der Rekorde. Ich glaube kaum, dass bisher jemand einen Gelbmilchenden Helmling (Mycena crocata) mit einer Stiellänge von etwa 30 cm gesehen hat! Wir könnten ihn in Schlangenstieligen- oder Spaghetti – Helmling umbebennen.

Und noch einmal ein schönes Stimmungsfoto vom Weißstieligen Stockschwämmchen (Psathyrella hydrophila). Die Ähnlichkeit mit dem Stockschwämmchen ist hier besonders gut zu sehen. Schaut man sich die Pilze allerings näher an, fällt natürlich der weiße und brüchige Stiel auf.

Und wie immer zum Schluß unser Gruppen- und Erinnerungsfoto an eine durchaus schöne Exkursion durch das Heidenholz, bei Hof Selmsdorf, am 18. November 2018.

Wann startet die nächste Vereinsexkursion? – Siehe unter Termine!

10. November 2018 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Sie führte durch den Großen Wohld

Der Große Wohld am 10. November 2018.

Die Jahreszeit ist bereits fortgeschritten, aber dennoch geht es immer noch in die Pilze. Pilzesuchen kann man bekanntlich ganzjährig und auch für die Küche finden sich zu jeder Jahreszeit entsprechende Leckerbissen. Wichtig zu wissen ist jedoch „Wo kann ich zu welcher Jahreszeit am ehesten fündig werden“. Im Frühling vor allem an Seeuferbereichen und in Bachtälern mit Erlen und Eschen (Morcheln) oder in Wäldern und Parkanlagen unterschiedlichster Ausprägung (Maipilze). Im Sommer bei genügend Feuchteangebot in Parkanlagen, unter Eichen und Buchen (Sommersteinpilz, Hexen – Röhrlinge u. v. a.). In sauren Laub- und Nadelwäldern besonders in regenreichen Sommern viele Pfifferlinge. Im Herbst gibt es praktisch überall etwas zu ernten und für jeden Geschmack ist etwas dabei. Im Winter suchen wir an Laubhölzern leckere Samtfuß – Winterrüblinge und Austernseitlinge. An Holunder gibt es viele Judasohren. Zur Zeit befinden wir uns am Übergang vom Herbst zum Winter. Wir können sowohl noch allerlei Herbst- und Spätherbstarten antreffen, genauso wie erste schmackhafte Winterpilze. Im Jahre 2013 waren wir beispielsweise schon einmal zur selben Jahreszeit im Zuge einer geführten Pilzlehrwanderung in diesem Gebiet und das Artenaufkommen war noch sehr vielseitg. Siehe unter „Pilzwanderung im Großen Wohld“. Bis hin zu frischen Steinpilzen war einiges im Angebot.

So gut sah es heute leider nicht aus. Die große Trockenheit, die uns durch die gesamte Saison begleitete, hatte noch kein Ende gefunden. Dem entsrechend war die Artenvielfalt deutlich eingeschränkter. Trotzdem war es eine durchaus erfolgreiche Wanderung und sowohl der Wissbegierige, wie auch der Kochtopf – Mykologe kam auf seine Kosten. Hier ein kleiner, bebilderter Rückblick.

Gleich zu Beginn, am trockenen Waldrand, begrüßten uns diese beiden Pilzarten. Ein Schimmelpilz und ein Dickröhrling. Bei den Röhrlingen dürfte es sich um Netzstielige Hexen – Röhrlinge handeln, die hier vom Schimmelpilz völlig mumufiziert wurden. Netzstielige Hexen werden häufig von diesem Schimmel befallen, bei dem es sich allerdings nicht um den auf Röhrlinge spezialisierten Goldschimmel handelt.

Wenige Meter daneben diese frischen und gesunden Kahlen Kremplinge (Paxillus involutus). Da sie zu den Röhrlingen gehören, werden sie oft vom Goldschimmel befallen.

Gleich daneben brechen diese Stadt – Champignons (Agaricus bitorquis) aus dem harten Mergelboden. Sie sind ausgezeichnete Speisepilze, zumindest wenn sie nicht direkt an stark befahrenen Straßen oder anderen, belasteten Orten innerhalb der Städte wachsen.

An toten Buchen – Ästen wuchsen diese Knotigen Schillerporlinge (Inonotus nodulosus). Ungenießbar.

Der geringwertige Sparrige Schüppling (Pholiota squarrosa) ist der klassische Verwechlungspartner des Hallimasch. Dieser hat aber nicht so grobe, abstehende Schuppen, kein gelbes Fleisch und auch kein braunes Sporenpulver.

Der glasigweiße Buchen – Schleimrübling (Oudemansiella mucida) ist eine kaum zu verwechselnde Pilzart luftfeuchter Buchenwald – Standorte. Mitunter wächst er sogar hoch am Stamm. Hier war es liegendes Buchenholz. Geringwertig für die Küche.

Diese Buckel – Tramete (Trametes gibbosa) macht ihrem Namen alle Ehre. Sie kann vielfältige Formen annehmen bis hin zu kugeligem Wachstum.

Hier sehen wir sie in ihrer klassischen Ausprägung.

Etwas ungewöhnlich für den Birnen – Stäubling (Lycoperdon pyriforme) sind die dekorativen Flöckchen auf den Fruchtkörpern. Sicher der trockenen Witterung geschuldet, denn sie standen an der windigen Waldkannte.

Laubholz – Harzporlinge (Ischnoderma resinosum) besiedeln alte Buchenstubben und liegende Stämme. Mitunter enströhmt ihnen ein angenehmer Anis – Duft. Ungenießbar.

Große, aufgeschirmte Honiggelbe Hallimasch (Armillaria mellea). Ich wurde angesichts der Größe heute des öfteren gefragt, ob diese noch gut oder bereits überständig seien. Die Größe spielt in der Regel keine Rolle, sondern das Alter. Im Fall von Hallimasch empfiehlt es sich mit dem Finger auf die Hutmitte zu drücken. Ist diese noch fest, so ist er noch jung und darf gesammelt werden. Ist sie weich und läßt sich leicht eindrücken, sind die Fruchtkörper in der Regel bereits überständig.

Ein großes Büschel Honiggelber Hallimasch. Die Hutmitte war druckfest und so landeten die Pilze im Sammelkorb.

Auch von unter her gibt es keine Beanstandungen. Die Stiele werden allerdings bis zur Ringzone entfernt.

Auch diese recht großen und kräftigen Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabils) sind noch jung und dürfen gegessen werden. Gut ist die hygrophane Randzone ausgebildet, die so typisch für diesen Edelpilz ist.

Auch der Blick auf die Unterseite bestätigt uns, dass sie noch im besten Alter sind. Allerdings können hier die wichtigen Stielschüppchen schon schütterer werden und sie können beim Anfassen auch abgegriffen werden. Auf diese Schüppchen ist unbedingt zu achten!

Hier der tödlich wirkende Doppelgänger des Stockschwämmchens, der Gift – Häubling (Galerina marginata). Ebenfalls oft mit hygrophaner Randzone ausgestattet, aber unterhalb der Ringzone des Stieles keine Schüppchen, dafür seidig glänzend.

Und noch einmal zum Vergleich. Links der Gift – Häubling (Galerina marginata), rechts die leckeren Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis).

Weiter fürhrt uns der Weg durch den goldenen Herbstwald.

Das es mit riesen Schritten in Richtung Winter geht, ist auch am Wandel der Pilzflora zu erkennen. Immer öfters trifft man jetzt schon auf typische Pilzarten der kalten Jahreszeit. Hier sind es sehr wohlschmeckende Samtfuß – Winterpilze (Flammulina velutipes). Ein entscheidendes Merkmal dieses Holzbewohners ist sein braunsamtiger Stielüberzug.

Ein schönes Stimmungsfoto eines weiteren Holz- und Stubbenbewohners, des giftigen Grünblättrigen Schwefelkopfes. Er könnte zu Verwechslungen mit dem Winterpilz Anlaß geben, da er auch in milden Wintern auftreten kann. Er besitz aber einen nackten, schwefelgelben Stiel, grünliche Lamellen und schmeckt bitter.

Elegant zeigt sich der Specht – Tintling (Coprinus picaceus). Der ungenießbare und kaum verwechselbare Herbstpilz ist eine Charakterart gehaltvollerer Buchenwälder in Mecklenburg – Vorpommern.

Das Weißstielige Stockschwämmchen (Psathyrella hydrophila) hat mit dem eigentlichen Stockschwämmchen nur das Substrat und die büschelige Wuchsform gemein. Ansonsten gehört er zu den Mürblingen, von denen keine giftigen Arten bekannt sind. So ist auch dieser Dunkelsporer durchaus essbar, steht dem Stockschwämmchen aber an Speisewert deutlich nach.

Geotropismus ist hier am Werk. Fruchtkörper, die schon am Buchenstamm wuchsen, als dieser noch stand, haben nach dem Fall schlechte Karten um ihre Sporen auszustreuen. Deshalb muß der Fruchtkörper umgebildet werden, damit dass das Fruchtlager wieder nach unten zeigt. Echter Zunderschwamm (Fomes fomentarius).

Den Violetten Knorpelschichtpilz (Chondrostereum purpureum) finden wir im Winterhalbjahr häufig an feucht liegendem Laubholz. Hier war es ein Holzstapel, der von der Forst mit blauer Farbe gekennzeichnet wurde. Es wird höchste Eisenbahn, soll das Holz noch einer Verwertung zugeführt werden.

Mitten auf einem Waldweg büschelweise junge Strohblasse Schüpplinge (Pholiota gummosa). Ihre gummiartige Huthaut soll sich in einem Zug abziehen lassen. Aber wozu eigentlich, der Pilz ist ungenießbar.

Gleich daneben dieser wunderschöne Farbtupfen, der streng genommen essbar wäre, was sich aber aufgrund seiner Unergiebigkeit und Schönheit ohnehin verbietet. Der Orange – Becherling (Aleuria aurantia). Vor fünf Jahren fanden wir ihn schon einmal während einer Pilzwanderung zur selben Zeit, am selben Weg. Er ist also Standortstreu!

Zur Erinnerung an unsere spätherbstliche Pilzwanderung durch den Großen Wohld am 10. November 2018.

Wann startet die nächste Pilzwanderung? – Siehe unter Termine!

06. November 2018 – Treffen der Pilzfreunde

Treffen der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Reisebericht aus Sri Lanka

Yala Nationalpark. Foto: Chris Engelhardt.

Am Dienstag, dem 06. November 2018, um 18.00 Uhr im Steinpilz – Wismar, ABC Straße 21.

Unser Vereinsmitglied und Universalgelehrte in punkto Naturwissen, Christopher Engelhardt aus Lübeck, nahm uns heute Abend mit auf eine exotische Bildungs- und Bilderreise auf das andere Ende der Erde. Chris war als naturkundlicher Reiseleiter für Birdingtours auf dem gesamten Globus unterwegs. Hier hat er viel erlebt und  kennengelernt. Entsprechendes Wissen über Flora und Fauna der jeweilig bereisten Regionen gab er an seine wissbegierigen Teilnehmer weiter. Heute Abend durften wir uns auf einen faszinierenden Vortrag von ihm freuen.

Andrea und Chris während ihrer Präsentation. Voller Begeisterung berichteten uns beide von ihrer erlebnisreichen Naturreise durch eine exotische Landschaft am anderen Ende der Welt.

Knorriger Kina – Baum (Calophyllum walkeri) mit seiner schirmartigen Krone und den oft bemoosten Ästen.

Chris schreibt dazu: Sri Lanka, die Tropeninsel vor der Südspitze Indiens, ist ein besonderes Ziel für Naturbeobachter. Wie viele andere Inseln auch, ist sie aufgrund ihrer Besonderheit Heimat vieler endemischer, also exklusiv nur dort vorkommender Tier- und Pflanzenarten. Dabei beherbergt Sri Lanka aufgrund seines tropischen Charakters und der relativen Nähe zum indischen Subkontinent eine ungewöhnlich reiche Biodiversität. Dazu kommt, dass es hier auf kleinem Raum sehr unterschiedliche klimatische Bedingungen gibt, was eine weitere Differenzierung der Arten mit verschiedenen Anpassungen zur Folge hat. Diese Bilderreise führt uns zunächst in das zentrale Bergland der Insel, wo sich bei angenehmen Temperaturen urige Rhododendren und Baumfarne in die Höhe recken, endemische Bülbüs und Brillenvögel durchs Geäst turnen und speziell angepaßte Amphibien und Reptilien leben.

Nasenpeitschnatter (Ahnetulla nasuta). Die dünne Schlange bewegt sich langsam im grünen Geäst der Bäume und ist hier gut getarnt. Sie ernährt sich von Fröschen, Eidechsen und Vögeln. Ein Biss der schwach giftigen Natter verursacht Schwellungen.

Im Regenwald suchen wir die versteckt lebende, erst 2001 entdeckte endemische Serendip – Zwergohreule und begegnen nachts Vogelspinnen und Schlangen in ihrem Lebensraum. In den schwülheißen, tief liegenden Küstenregionen leben Millionen von Wasservögeln, an den Blüten fliegen farbenprächtige Schmetterlinge, und der Yala Nationalpark beherbergt die größte Dichte an Leoparden weltweit.“

Düstere Rose könnte die deutsche Bezeichnung für diesen nur in Indien und Sri Lanka vorkommenden und Crimson Rose genannten Schmetterling sein. Wissenschaftlich (Pachliopa hector).

Ceylon – Hufaffe. Viel klangvoller ist da aber seine wissenschaftliche Bezeichnung Maca sinaca. Ein Schelm, der böses dabei denkt!

Alle Fotos von Christopher Engelhardt.

Wann treffen sich die Pilzfreunde wieder? – Siehe unter Termine!

27. Oktober 2018 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Ziel war der Wald bei Ravensruh

Der Spätherbst ist die Zeit vieler Stockschwämme. Hier sehen wir allerdings nicht das beliebte Stockschwämmchen, sondern dessen tödlich giftigen Doppelgänger, den Gift – Häubling (Galerina marginata). Glatte, oft silbrig glänzende, etwas genattert wirkende Stiele grenzen ihn zu allererst vom Stockschwämmchen ab, das unterhalb der häutigen Ringzone mit zahreichen, kleinen, bräunlichen Schüppchen besetzt ist.

Das in älteren Karten offensichtlich als Luisenholz bezeichnete Waldgebiet steht überwiegend auf  besseren Böden. Es wechseln sich Laub- und Nadelforste ab. Teils ist das Revier sehr urwüchsig und naturbelassen. Hier kann uns bei günstigen Witterungsbedingungen eine abwechslungsreiche und vielseitige Pilzflora geboten werden. Natürlich gibt es auch Stockschwämmchen und oben gezeigte Gifthäublinge. Vor allem aber war es Hallimasch, der heute die Körbe der Pilzfreunde füllte. Aufgrund des trockenen Jahres war die Artenvielfalt nicht so üppig wie gewohnt, aber trotzdem gab es außer erwähnten Speisepilzen noch reichlich anderes zu entdecken. Hier wie immer einige Impressionen:

Gleich zu Beginn und genau an der Stelle, an der ich im September eine sechser – Gruppe von Steinpilzen fand, wuchsen heute diese Rosa- oder Morgenrot – Täublinge (Russula aurora, früher Russula rosea). Die Pilze sind zwar essbar, als alleiniges Gericht aber nicht empfehlenswert.

Neben Unmengen von Hallimasch gab es an den vielen Laubholz – Stubben auch wertvolle Stockschwämmchen. Zu beachten sind immer die kleinen Schüppchen unterhalb der Ringzone. Der giftige Doppelgänger besitzt einen glatten Stiel (siehe oben).

Noch sehr junge Stockschwämmchen. Die Schüppchen am Stiel sind gut zu erkennen.

Voll entwickelte Stockschwämmchen mit starker Durchfeuchtung der Hüte (Hygrophan).

Reich besetzter Laubholz – Stubben mit Edelpilzen (Stockschwämmchen).

Im angrenzenden Fichtenforst auch einige Maronen – Röhrlinge (Xerocomus badius).

In der dunklen Nadelstreu des Fichtenwaldes fallen diese ansehnlichen, weißlich gefärbten und oft in größeren Trupps stehenden Gefleckten Rüblinge (Collybia maculata) oft schon von weiten auf. Zwar sehen sie durchaus appetitlich aus, aber schon eine kleine Kostprobe offenbart ihre Bitterkeit. Ungenießbar.

Dunkler Hallimasch (Armillaria obscura) besiedelt in erster Linie Nadelholz und hier vorwiegend das von Fichten. In diesem Fall wuchsen sie aber im Lärchenwald.

Der Dunkle Hallimasch wird von einigen Pilzbuch – Autoren als der beste und einzig empfehlenswerte Vertreter seiner Gattung angesehen. Roh ist er giftig und muss gut durchgegart werden.

Es wird von diesen Autoren also nur Hallimasch empfohlen, der an Nadelholz wächst. Hier sehen wir den Gelbschuppigen Hallimasch (Armillaria lutea). Er wäre demzufolge nicht zu empfehlen, da er an Laubholz vorkommt. Ich halte eine derartige Differenzierung des Speisewertes für unangebracht. Hallimasch ist generell roh giftig, und ausreichend gegart ein guter, schmackhafter Speisepilz, ganz gleich um welche Art es sich handelt!

Hier sind es wieder junge Dunkle Hallimasch (Armillaria obscura), die sich in Reih und Glied zwischen Kernholz und Borke eines Fichtenstumpfes heraus schieben.

Und noch einmal Hallimasch. Hier sehen wir den Honniggelben Hallimasch (Armillaria mellea). Er soll der giftigste aller Hallimasch – Arten  sein. Gleichzeitig ist er mir sogar der liebste, weil seine oft üppigen, großen, gebündelten Büschel ein leichtes, sauberes Ernten erlauben und auch seine Ergiebigkeit ist durch die oft recht großen, fleischigen Hüte recht hoch. Fast unsere gesamte, diesjährige, inzwischen tiefgekühlte Ernte für unsere Imbissgeschäfte, besteht  aus Honnigelben Hallimasch!

Weiter geht es durch den spätherbstlichen Buchenwald.

Der Kaffeebraune Scheintrichterling (Pseudoclitocybe cyathiformis) kann vom Kenner zu den Speisepilzen gelegt werden. Er bereichert dann ein Mischpilzgericht.

Der Buchen – Klumpfuß (Cortinarius amoenolens) ist zwar fleischiger, sollte aber nicht gegessen werden. Es gibt zwar unter den Schleierlingen durchaus leckere Speisepilze, aber viele von ihnen sind selten und schwierig zu bestimmen. Leider enthält diese riesige Blätterpilzgattung auch tödlich giftige Arten!

Der Buchen – Klumpfuß (Cortinarius amoenolens) in der draufsicht.

Ein Nachteil im Spätherbst. Das frisch gefallene Laub erschwert die Suche erheblich.

Der Hornbraue Rübling (Collybia asema) bevölkert im Spätherbst oft als Massenpilz den Waldboden. Durch die Trockenheit ist aber auch er nicht sonderlich oft zu finden. Essbar.

Die weiße Milch des Mordschwamms schmeckt brennend scharf, so dass der Pilz komplett ungenießbar ist. Sein angsteinflößender Volksnamen dürfte trotz seines widerlichen Geschmackes eine Beleidigung für ihn darstellen, denn er hat noch keinen einzigen Menschen auf dem Gewissen. Er ist ungiftig und nennt sich mit bürgerlichem Namen Olivgrüner Milchling (Lactarius turpis).

Auf einer lichten Waldschneise stehen junge Nadelbäume, insbesondere Blaufichten.

Darunter wuchsen nicht nur die ebenfalls sehr scharf schmeckenden Rotbraunen Milchlinge (Lactarius rufus).

Sondern auch eine Gruppe Ziegenlippen (Xerocomus subtomentosus).

Die „Grieskörnchen“ des jungen Flaschen Stäublings (Lycoperdon perlatum) fallen bei der geringsten Berührung ab. Ist der Bauchpilz noch weiß und druckfest, darf er in den Sammelkob gelegt werden.

Das Mäuseschwänzchen oder Mäuseöhrchen (Baeospora myosura) besiedelt vor allem im Spätherbst ältere Fichtenzapfen, auch auf Kiefernzapfen zu finden. Die dichten, grauen Lamellen und der grau bereifte Stiel erinnern in ihrer Färbung an ein Mäuseschwänzchen oder überhaupt an ein Mäusefell. Ohne Speisewert.

Ein Fleischroter Speise – Täubling (Russula vesca). Weißer Stiel, weiße Lamellen, fleichrötlicher Hut mit vertiefer Mitte und nicht bis an den Rand heran reichende Huthaut. Dazu milder, nussartiger Geschmack. Der Speisetäubling ist ein Leckerbissen!

Den Orangeroten Kammpilz (Phlebia radiata) finden wir recht häufig vom Spätherbst bis zum Frühling auf totem Laubholz.

Rote Fliegenpilze (Amanita muscaria) können zu orangegelb ausblassen.

Und nochmal frische Röhrlinge. Hier sind es Rotfüßchen (Xerocomus chrysentheron). Es sind Speisepilze, aber mit einem säuerlichen Aroma, dass nicht jedem zusagt.

Auf dem Waldboden liegende Laubholz – Zweige sind das zuhause dieses Blätterpilzes, des bei feuchtem Wetter sehr schleimigen Tonfalben Schüpplings (Pholiota lenta). Nach dem Abziehen der schleimigen Huthaut könnte er im Mischpilz – Gericht Verwendung finden.

Holzbewohnende Krüppelfüßchen. Wahrscheinlich handelt es sich um das Kugelsporige Stummelfüßchen (Crepidotus cesatii).

Ganz frische Schmetterlings – Trameten (Trametes versicolor). Wär das nicht etwas für`s Adventsgesteck oder zur Unterstützung von Heilprozessen im Körper in Form von Pülverchen oder Tee?

So hat es sich am Ende für so manchen, fleißigen Pilzsammler doch gelohnt. Etwas gelernt und dazu noch reichlich Waldpilze für den sonntäglichen Mittagstisch und darüber hinaus. Vorbildlich gesammelte Hallimasch in Top – Qualität!.

Auch wenn einige bereits aufgebrochen waren, am Ende einer schönen und erfolgreichen Tour wie immer unser Erinnerungsfoto, dass von Christopher Engelhardt in Szene gesetzt wurde.

Wann startet die nächste Wanderung? – Siehe unter Termine!

19. – 21. Oktober 2018 – Pilzseminar in Mecklenburg

Ein Pilzwochenende in Mecklenburg

Herbstseminar in der Keezer Schmiede, bei Brüel

Sparrige Schüpplinge (Pholiota squarosa) im Schlemminer Staatsforst.

Freitag, der 19.10. – Theorietag mit Ulrich Klein

Sonnabend, der 20.10. – Exkursionstag

Sonntag, der 21.10. – Pilzbestimmungen und Abschlußexkursion

Soweit das wichtigste in Stichpunkten. Wo liegt Keez? – Keez ist ein Ortsteil der mecklenburgischen Kleinstadt Brüel, im Landkreis Ludwigslust – Parchim. Zwischen Schwerin und Sternberg, direkt an der B 104 gelegen. Von Schwerin kommend, das letzte Grundstück links, nach den Straßenabzweigen nach Keez und Golchen, ca 3 Km vor Brüel. Leider ist hier kein Ortsschild vorhanden. Die Häuser an der Bundesstraße sind die Keezer Schmiede. Die genaue Adresse. 19412 Brüel, Ortsteil Keez, Dorfstraße 1. Bitte nicht in den eigentlichen Ort Keez fahren!

Dieses Schild ist zwar im vorbeifahren leicht zu übersehen, soll aber die richtige Adresse signalisieren. Einer der großen Pilze ist leider beim letzten, schweren Sturm gestürtzt.

Auch der Steinpilz – Aufsteller wies auf unseren Außenstandort hin.

Zur Begrüßung und Einstimmung hatte ich wieder eine Pilzausstellung vorbereitet.

Weit gereiste Gäste aus dem Brandenburgischen haben während der Anfahrt diese Parasole eingesammelt. Sie wurden der Ausstellung beigefügt.

Unsere Teilnehmerin aus Hamburg übereicht Gastgeberin Irena ein Blumenpräsent. Ganz herzlichen Dank dafür! Irena hat wie immer alles im Griff, damit niemand hungern und dursten braucht. Im Hintergrund sehen wir Pilzfreundin Monika aus Wismar.

  • Freitag, der 19.10. – Ab 12.00 Uhr Anreise. 14.00 – 18.00 Uhr Theorieteil durch Powerpoint – Präsentationen unseres Pilzexperten Ulrich Klein. Zwischendurch gab es Kaffee und Kuchen. Abendbrot wurde ebenfalls serviert und im Anschluß stand gemütliches Beisammensein und Festlegung der morgigen Exkursionsgebiete auf dem Programm.

Der Startschuß ist gefallen. Ulrich hat das Wort.

Hier sehen wir ihn in Aktion. Wie immer vermittelte er den Teilnehmern umfängliches Wissen rund um unsere Großpilze und immer werden dabei auch neue Aspekte beleuchtet.

Wie gewohnt überreichte ich Ulrich und Lebensgefärtin Anke ein kleines Dankeschön für ihre Mühen und dem theoretisch vermittelten Pilzwissen.

  • Sonnabend, der 20.10. – 08.00 Uhr Frühstück und gegen 09.00 Uhr Aufbruch zu unseren Exkursion. Ich suchte dafür zunächst den Kreuzgrund mit seinem berühmten Steintanz aus.

Der Steintanz von Boitin. Foto: Ulrich Klein.

Auf einer Informationstafel finden sich ausführliche Erläuterungen zu diesem Bodendenkmal. Foto: Ulrich Klein.

Und noch ein schönes Foto von Ulrich.

Nun aber zu den Pilzen. Der häufige Rotfuß – Röhrling (Xerocomus chrysenteron) zeichnet sich durch eine trockene, filzige und felderig aufgerissene Hutoberfläche, einem meist rötlichen Stiel, grüngelbe Röhren, die auf Druck blauen und säuerlichem Geruch und Geschmack aus. Essbar.

Die Gattung der Schwefelköpfe enthält büschelig wachsende Stubbenpilze, aber auch einzeln auf den verschiedenen Waldböden, Hölzern oder Moosen stehende Arten. Die häufigsten und bekanntesten sind der vorzügliche Graublättrige Schwefelkopf, der ungenießbare Ziegelrote Schwefelkopf und der hier zu sehende, giftige Grünblättrige Schwefelkopf.

Auch der Hallimasch ist eine Blätterpilz – Gattung von verschiedenen Arten. Essbar, aber roh giftig sind sie alle. Hallimasch ist ein Weißsporer, was ihn von anderen Stockschwämmen unterscheidet. Hier sehen wir den Gelbschuppigen Hallimasch (Armillaria lutea).

Interessiert werden die gefundenen Pilze begutachtet.

Die etwas kleineren Grobscholligen Riesenschirmpilze (Macrolepiota konradii) bevorzugen eher das Waldesinnere, währen die großen Riesenschirmpilze meistens an lichten Stellen erscheinen. Hüte essbar.

Steinpilze (Boletus edulis) haben es in diesem extrem trockenen Jahr schwer. Er sollte der einzige an diesem Wochenende bleiben.

Der Hochthronende Schüppling (Pholiota aurivella) findet sich oft hoch oben am Stamm von alten Bäumen, bevorzugt an Rotbuche. Er ähnelt etwas dem Sparrigen Schüppling, dieser hat aber niemals einen schmierigen Hut. Der ebenfalls ähnliche Pinsel – Schüppling bildet große Büschel um Laubbäume b.z.w. Stubben herum und wächst scheinbar aus der Erde heraus. Ungenießbar.

Seine holzgelben Lamellen werden frühzeitig durch die Sporen braun gefärbt.

Stimmungsfoto im Kreuzgrund mit Grünblättrigen Schwefelköpfen (Hypholoma fasciculare). Giftig!

Ein dankbares Fotomotiv nicht nur für mich.

Gerne kann auch ein Büschel für die Bestimmungsarbeit mitgenommen werden.

Während Hallimasch ein Weißsporer ist, Stockschwämmchen braunen Sporenstaub abwerfen, sind die Hüte der weiter unten stehenden Schwefelköpfe von schwarzem Sporenpulver bedeckt.

Eine besonders farbintensive Variante des Rotfüßchen (Xerocomus chrysentheron).

Schnecklinge und Saftlinge gehören zu den Wachsblättlern. Hier sehen wir den Verfärbenden Schneckling (Hygrophorus cossus).Er ähnelt zunächst dem am gleichen Standort unter Rotbuchen vorkommenden und viel häufigeren Elfenbein – Schneckling. Während dieser auch im Alter immer reinweiß bleibt, verfärbt sich die hier gezeigte Art besonders zu den Huträndern im Verlauf orangebräunlich. Essbar, aber wohl wenig schmackhaft.

Dieser Nördliche Zinnoberschwamm (Pycnoporus cinnabarinus) ist eine kaum zu verwechselnde Porlingsart trockener, sonniger Laubwaldstandorte. Besonders an totem Buchen- und Birkenholz.

Bauchpilze bilden ihre Sporen im inneren des Fruchtkörpers aus. Sie werden durch mechanische Reize an die Luft befördert. Deshalb bildet sich am Scheitel dieser Braunen Stäublinge (Lycoperdon umbrinum) eine kleine Öffnung. Treffen jetzt beispielsweise Regentropfen auf den reifen Fruchtkörper, werden die Sporenwolken heraus geschleudert.

Nah Verwandt mit den Bauchpilzen sind die Nestlinge. Hier sehen wir den Gestreiften Teuerling (Cyathus striatus). Die linsenförmigen „Eierchen“ im Nest nennen sich Peridiolen. In ihnen reifen die Sporen.

Das ganze noch einmal etwas näher betrachtet auf diesem Foto von Chris Engelhardt.

Hier sehen wir keine Rißpilze, sondern die großen, fleischigen Hüte des Veilchen – Rötelritterlings (Lepista irina). Die Trockenheit kann die Huthaut derart in Mitleidenschaft ziehen, dass für die jeweilige Art untypische Strukuren entstehen können. Guter Speisepilz.

Zwei sehr ähnliche Sprödblättler, die oft im Buchenwald in unmittelbarer Nachbarschaft wachsen, sind der komplett ungenießbare Gallen – Täubling (Russula fellea), links, und der essbare Zitronen – Täubling (Russula ochroleuca) rechts.

Hier die farblichen Unterschiede beider Arten von oben betrachtet. Beim linken Gallen – Täubling muss der Randbereich nicht immer so aufgehellt sein. Er besitz am gesamten Fruchtkörper einen beige Farb- b.z.w. Unterton.

Ein besonders schönes Fotomotiv bot sich uns mit dieser Gelben Lohblüte (Fuligo septica). Schleimpilze stellen das Bindeglied zwischen dem Tier- und Pilzreich dar. Es sind Einzeller, die sich von organischen Substanzen ernähren, u. a. auch von echten Pilzen.

Es gibt diesen Myxomyceten auch in weiß. Schleimpilze können sich fortbewegen und neue Nahrungsquellen erschließen. Hier kriecht er am Baum hoch.

Weiße Lohblüte (Fuligo candida).

Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabils). Es sind schon etwas ältere Fruchtkörper, so dass die charakteristischen Schüppchen unterhalb der hier auch nur noch als Fragment zu sehenden Ringzone schon etwas schütter geworden sind.

Aus einem Nadelholzstubben wuchsen diese nitrös riechenden Helmlinge heraus. Christoper Engelhard hat sie sich unter dem Mikroskop angeschaut. Es handelt sich demzufolge um den Viersporigen Nitrat – Helmling (Mycena stipata).

Der Staubfüßige Trichterling (Clitocybe metachroa) ist ein häufiger Herbstpilz in der Nadelstreu vieler Wälder. Er gehört in eine Gruppe grauer b.z.w. weißlicher Trichterlinge, die giftig sein können.

Dazu hat uns Christopher Engelhardt diese Dokumentation mit Mikro- und Makromerkmalen zusammengestellt.

Der große, häufige und leicht bestimmbare Dickblättrige Schwarz- oder Kohlentäubling (Russula nigricans) ist in vielen Buchenwäldern zu hause. Der zunächst blasse Pilz verfärbt sich zunehmend schwärzlich. Markant sind auch seine dicklichen, entfernt sterhenden und sehr brüchigen Lamellen. Als Speisepilz minderwertig.

Dieses Ahornblatt ist vom Ahorn – Runzelschorf (Rhytisma acerinum) befallen, auch Teerfleckenkrankheit genannt.

Der Pilzbefall ist für den Baum nicht gefährlich, da die Blätter erst kurz vor ihrem Fall besiedelt werden. Runzelschorfe gehören zu den Schlauchpilzen.

Im Buchenwald fanden wir diese schönen Haarschleierlinge. Es könnte sich um den Fuchsbraunen Schleimkopf oder Gilbenden Fuchs – Seidenkopf (Cortinarius vulpinus) handeln. Zumindest dürfte er im Umfeld dieser Art zu suchen sein.

Der Rosa- oder Morgenrot – Täubling (Russula aurora) ist ein recht großer Vertreter seiner Gattung in Buchenwäldern auf besseren Böden. Der oft lange Stiel ist weißlich und etwas netzflockig Strukturiert. Er ist nicht so hartfleischig wie der ähnliche und am selben Standort vorkommende Zinnober – Täubling. Sein Geschmack ist mild und er kann zumindest ein Mischpilz – Gericht bereichern.

Christopher Engelhardt beim fotografieren eines ganz besonders schönen Blätterpilzes.

Nähmlich des Schwarzflockiger Dachpilzes (Pluteus umbrosus).

Nicht nur auf dem Hut ist dieser hübsche Dachpilz netzaderig flockig, auch die Schneiden seiner Lamellen sind mit schwarzen Flocken besetzt. Foto: Chris Engelhardt.

Und auf dieser Foto – Montage hat Chris die Schönheit dieses nicht häufigen Freiblättlers in ganz hervorragender Weise dokumentiert.

Die Grau- oder Nebelkappe (Clitocybe nebularis) ist einer der häufigsten, bekanntesten und umstrittensten Speisepilze des Spätherbstes. Sie wächst in der Humusschicht in großen Gruppen, Halbkreisen oder voll ausgebildeten Hexenringen. Trotz ihres aufdringlichen Geruches gibt es Liebhaber dieses Pilzes, der schon den Rötel – Ritterlingen angehörte, aktuell aber wieder bei den Trichterlingen gelandet ist.

Eine auffällige Pilzgestalt ist der Erdschieber oder Wollige Milchling (Lactarius vellereus). Seine Größe, der wollig – filzige Hut und die weiße, brennend scharf schmeckende Milch kennzeichnen ihn recht gut. Unter Pappeln kann der ähnliche Rosascheckige Milchling zu Verwechlungen Anlaß geben. Sehr ähnlich ist auch der Blaublättrige Täubling, mit bläulichem Schimmer besonders am Stielansatz und in den Lamellen. Er sondert keinen Milchsaft ab.

Dieser große Buchenstubben war in unglaublicherweise von Pilzfruchtkörpern unterschiedlicher Arten besetzt.

Hier sind es Stockschwämmchen und Hallimasch.

Einfach gigantisch, was hier abging.

Das nützt alles nichts, das Überangebot an Hallimasch in Top – Qualität mußte mitgenommen werden. Foto: Chris Engelhardt.

Ein Porling hat großflächig einen alten Baumstumpf überzogen.

Chris hat ihn herausbekommen und dieses schöne Erläuterungsfoto dazu gebastelt.

Schön sind die weiten und etwas eckigen Röhren der Ziegenlippe (Xerocomus subtomentosus) auf diesem Foto zu erkennen. Am Stiel sehen wir keine Rottöne und der Pilz blaut auch nur selten.

Immer wieder werden wir auf unserem Weg zum Steintanz durch interessante Pilzfunde aufgehalten.

Hier handelt es sich um einen Schlauchpilz der Gattung Peziza, nähmlich um den Buchenwald – Becherling (Peziza arvernensis). Ein vom Frühling bis in den Herbst häufiger Großbecherling unserer Buchenwälder und besonders an Wegrändern zu finden.

Dazu noch ein Mikro – Foto von Chris Engelgardt. Gut sind die Sporenschläuche zu erkennen. Einige Sporen befinden sich allerdings außerhalb, dass kann bei der Herstellung des Präparates schon mal passieren.

Die Apothezien können durchaus auch kurz gestielt sein.

Wir bekommen Besuch.

Anke und Ulrich haben sich von Arpshagen aus auf den Weg zu uns gemacht. Natürlich bis zum Waldrand mit dem Auto und dann erst auf Schusters Rappen.

Wir erreichen den Boitiner Steintanz.

Neben Pilze kennen lernen, füllten sich auch einige Körbe allmählich mit leckeren Speisepilzen.

So auch beispielsweise mit dieser schönen Dreier – Gruppe von Maronen – Röhrlingen (Xerocomus badius).

Die in diesem Jahr in besonders großen Mengen wachsenden Falschen Pfifferlinge (Hygrophoropsis aurantiaca) sind zwar unschädlich, brauchen aber als mindertige Pilze bei reichlich Angebot an guten Speisepilzen nicht unbedingt den Sammelkorb und später den Magen belasten. Der Echte Pfifferling, der niemals Orangetöne erkennen läßt, bildet in diesem trockenen Jahr die absolute Außnahme. Es loht nicht auf Pfifferlingspirsch zu gehen!

Der Ziegelrote Schwefelkopf (Hypholoma sublateritium) ist ein minderwertiger bis ungenießbarer Stubbenpilz. Er steht zwischen seinen beiden häufigen Verwandten, dem giftigen Grünblättrigen Schwefelkopf und dem vorzüglichen Graublättrigen Schwefelkopf.

Der hübsche Gelbstielige Dachpilz (Pluteus romelii) ist kein seltener Laubholz – Besiedler. Der warmbraune Hut und der oft deutlich gelb gefärbte Stiel sind gute Erkennungsmerkmale. Auf Schredderholz kann er recht ansehliche Fruchtkörpergrößen an den Tag legen und zahlreich auftauchen. Ohne Speisewert.

Weiße Polsterpilze (Oligoporus ptychogaster) sind häufige Saftporlinge auf Stubben oder Reisig von Fichten oder Kiefern. Von manchen Autoren werden sie in die Nähe der Schleimpilze (Myxomyceten) gestellt, sind aber Basidiomyceten (Ständerpilze). Ständerpilze bilden ihre Sporen auf einem Ständer (Mikroskop) aus und stehen nicht etwa auf dem selben (Stiel).

Der Rote Fliegenpilz (Amanita muscaria) ist das Glückssymbol aus dem Pilzreich schlechthin. Er gehört zu den Wustlingen (Knollenblätterpilzen) und ist bekanntlich giftig!

Leberpilze oder Ochsenzungen (Fistulina hepatica) wachsen am Fuße alter Eichen. Der eigenartige Pilz gehört zu den Porlingen, obwohl er keine klassische Röhrenschicht bildet, sondern die einzelnen Röhren stehen frei, sind also nicht wie üblich in eine Röhren b.z.w. Porenschicht eingebunden.

Seine Konsistenz erinnert an rohes Fleisch oder Leber. Auch sein in der Jugend reichlich austretender Saft trägt dazu bei und weckt Assoziationen zu Blut. So animiert er doch immer wieder einige Pilzfreunde zum Speiseversuch. Allerdings empfiehlt sich vorheriges Wässern um mögliche Gerbstoffe seines Wirtes abzumildern. Dennoch dürfte er ganz sicher keine Delikatesse darstellen.

Da wir nun schon beim Thema essen sind, auch hier ist ein bekannter Porling im „Hühnerfrikasse für Vegetarier“ enthalten, nähmlich der Schwefelporling.

Das Wetter war gut und Irena brachte uns das Mittag hinaus, dass an frischer Waldluft doppelt so gut mundete.

Sie hat an alles gedacht, selbst für Wasser zum Händewaschen.

Und sogar an Kisten dachte sie, damit die teilweise schon gut gefüllten Körbe wieder frei für die zweite Tour werden konnten.

Im Anschluß setzten wir in ein anderes Gebiet um, nähmlich in die Vierburg Waldung bei Bützow. Hier folgten wir dem von Klaus Warning im Auftrag der Stadt vor einigen Jahren angelegten Pilzlehrpfad.

Eine Karte zu Beginn des Wanderweges weißt auf den Pilzlehrpfad hin.

Wir folgten den Wegweisern.

Auf geht`s zur vornehmen Jagd, wie das Pilzsesuchen auch genannt wird.

Chris Engelhardt aus Lübeck auf der Suche nach dem Adlerfarn – Sklerotienkeulchen. Finden konnte er aber nur den Adlerfarn – Fleckenpilz.

Eine Informationstafel vermittelt Pilzwissen.

Flatter – Milchlinge (Lactarius tabidus) gehören zu einer Gruppe bräunlicher, mittelgroßer Milchlinge, bei denen die Baumart, unter denen sie gefunden werden, bei der Bestimmung oft eine wichtige Rolle spielt. Leider beachten viele Pilzsucher nicht die Ökologie des Fundortes. Dieser geringwertige und oft häufige Massenpilz ist in der Regel unter Birken und Fichten anzutreffen.

Der Fliegenpilz (Amanita muscaria) ist genau so wie der Flatter – Milchling  gerne unter Birken und Fichten zu hause. Kann aber auch unter Kiefern und Buchen auftauchen. Hier sehen wir eine orange – Form des Roten Fliegenpilzes. Giftig!

Das Derbe Rotfüßchen (Xerocomus pruinatus) ist besonders unter Buchen ein häufiger Massenpilz. Hier wuchsen sie zahlreich unter Birken. Sie werden auf den Hüten nur selten einmal rissig. Meist überwiegen bräunlich bis weinbräunlich gefärbte Hüte. Bei manchen Kollektionen kann aber auch der weinrote Farbstoff dominieren. Auch völlig rote Exemplare sind möglich und können dann mit dem Blutroten Röhrling verwechselt werden. Essbar.

Hier wuchsen sie auch reichlich im Fichtenforst, gemeinsam mit Maronen – Röhrlingen. Beim Sammeln dieser guten Speisepilze ist darauf zu achten, dass sie nicht vom Goldschimmel befallen sind, der die Pilze giftig macht. Dieser spezielle Schimmelpilz ist nur auf Röhrlinge spezialisiert. Also schon beim Sammeln darauf achten, dass solche Exemplare gar nicht erst in den Korb wandern!

Der Rotbraune Milchling (Lactarius rufus) ist in der Regel im Nadelwald zu hause. Gern unter Fichten, aber auch Kiefern. Außnahmsweise habe ich ihn auch schon im reinen Jungeichenwald und unter Moorbirken gefunden. Sein rotbrauner, fester Frucktkörper mit dem kleinen Buckel in der Mitte und die weiße, brennend scharfe Milch, lassen ihn leicht erkennen. Für herkömmliche Zubereitungsmethoden ungenießbar.

In diesem, etwas trist wirkenden, kürzlich ausgelichteten Fichtenbestand wimmelte es in Nadelstreu und Moos nur so vor Pilzen. Vor allem von Falschen Pfifferlingen, Kahlen Kremplingen, Maronen und Derben Rotfüßchen.

In trockener Nadelstreu sind die Maronen – Röhrlinge (Xerocomus badius) oft recht kompakt und feinsamtig auf der Hutoberfläche.

Wuchsen in trauter Eintracht: Maronen – Röhrlinge, Derbes Rotfüßchen und Rotbrauner Milchling.

Das Löwenfrüchtchen (Leocarpus fragilis) ist ein Schleimpilz der Reisig von Nadelhözern, aber auch Krautstängel besiedeln kann. Er erinnert etwas an Insekten – Eier, ist ansonsten aber kaum zu verwechseln.

Und noch einmal Falsche Pfifferlinge (Hygrophorus aurantiaca). Sie gehören der Gattung der After – Leistlinge an. Im Gegensatz zum echten Pfifferling sehen wir hier statt Leisten echte Blätter oder Lamellen. Paradox ist hingegen, dass er näher mit den Röhrlingen als mit den eigentlichen Blätterpilzen verwandt ist.

An liegendem Eichholz fanden wir ganz frische Fruchtkörper des Zweifarbigen Knorpelporlings (Gloeoporus dichrous).

Zum Abendbrot kehrten wir wieder in Keez ein und wurden sogleich auch zu einem Interview von der Schweriner Volkszeitung erwartet. Im Anschluß wurden die Pilzfunde sortiert und auf Pappteller nach Arten ausgelegt. Nun konnte die Teilnehmer mit Hilfe reichlich vorhandener Fachbücher an die Bestimmungsarbeit gehen. Schließlich stellte ich das vorhandene Material noch ausführlich vor und wies auf die wichtigsten Merkmale und andere Eigenschaften der jeweiligen Arten und Gattungen hin. Auch reichlich Speisepilze mußten noch bis in den Morgen hinein in gemütlicher Runde der Verwertung zugeführt werden.

Irena hatte inzwischen schon festlich für uns eingedeckt.

Und wir kehrten mit inzwischen wieder vollen Körben ein.

Das muss alles noch heute verarbeitet werden.

Aber erstmal abstellen und Abendbrot essen.

Im Anschluß ging es an die Bestimmungsarbeit.

Vieles hatten wir schon im Wald vorgestellt und besprochen. Nun zeigt sich bei der selbsttändigen Bestimmung der Arten, was davon hängen geblieben ist. Selbstverständlich ging ich im Anschluß das ausliegende Material durch und stellte die Fundstücke nochmals ausführlich vor.

Die bestimmten Arten bekamen ein rotes Zettelchen mit dem möglichen Namen.

Einige Schwierigkeiten bei der Bestimmung bereitete den Teilnehmern dieser nicht gerade häufige, maronenähnliche Röhrling. Es handelt sich um den Schwarzblauenden Röhrling (Boletus pulverulentus). Die Marone blaut zwar ebenfalls, aber bei weiten nicht so intensiv wie bei desem Vertreter der Röhrlinge.

Schließlich mußten auch noch die Speisepilze der Verwertung zugeführt werden.

Die Röhrlinge landeten auf dem Trockner.

Die Hallimasch wurden mittel`s Schere enthauptet und in den Kochtopf verbracht.

Voll ist dieser und das sieht schon mal richtig gut aus.

Kurz ins Wasserbad und dann mit etwas Speiseöl zurück in den Topf. Neben Hallimasch sorgen auch einige Violette – Rötelritterlinge und der eine oder andere Röhrling für einen interessanten Farbaspekt. Ohne zusätzliches Wasser  aufgesetzt und gut eine halbe Stunde unter häufigem Umrühren köcheln lassen, abkühlen und später portionsweise in den Gefrierschrank.

  • Sonntag, der 21.10. – Vormittags haben wir weitere Fundauswertungen vorgenommen und anschließend brachen alle zur Abschlußexkursion auf.

Sonnenaufgang in Keez. Der Tag scheint schön zu werden und er hielt sein Versprechen auch bis zum Abend.

Bereits beim Öffnen der Autotür hatten diese Hallimasch verspielt.

Fast genau an der Stelle, wo wir Ende September unseren monströsen Riesenporling als Blickfang für die Großpilzausstellung ernteten, wuchs ein neues, weniger großes Exemplar. Riesenporling (Meripilus giganteus).

Gleich daneben mehrere große Büschel des Honiggelben Hallimasch (Armillaria mellea).

Und los geht es. Zum Abschluß hatte ich das Klaasbachtal bei Neukloster ausgesucht.

Unter Randfichten wuchsen diese Milchlinge. Ihr roter Milchsaft und das grünen der Fruchtkörper sowie sein Wirtsbaum lassen kaum eine Verwechslung zu. Es handelt sich um den Fichten – Reizker (Lactarius deterrimus). Er gehört der Gruppe der essbaren Edel – Reizker an.

Durch das frisch gefallene Buchenlaub schiebt sich ein Pantherpilz (Amanita pantherina) empor. Zwei wichtige Merkmale dieses gefährlichen Giftpilzes sind hier zu erkennen. Die weißen, flockigen Hüllreste und der geriefte Hutrand! Auch können die Tiere des Waldes giftige Pilze ohne weiteres anknabbern, ohne für sie negative Folgen!

Die weißen Lamellen des Pantherpilzes stehen frei, die oft dürftige Manschette ist oberseits ungerieft und die Stielknolle besitzt einen ringartigen Wulst. Das Fleisch bleibt immer weiß.

Der essbare Graue Wulstling (Amanita excelsa), links, und der giftige Pantherpilz (Amanita pantherina), rechts, haben unterschiedlich gefärbte Hüllreste (grau/weiß) auf dem Hut. Diese können aber bei Regenwetter abgespült werden.

Beim Pantherpilz sehen wir weiße Farben am Stiel und beim Grauen Wulsling überwiegen Grautöne. Die Manschette des essbaren Wulstlings ist oberseits gerieft (hier nur ansatzweise zu sehen) und die Stielbasis besitzt eine enfache, ungerandete Knolle.

Der Tonblasse Dickfuß (Cortinarius turgidus) liebt, wie viele Haarschleierlinge, offensichtlich basischen Untergrund mit Laubbäumen, insbesondere Buche, und gilt in Deutschland als selten. In Mecklenburg scheint er mir hingegen nicht die große Rarität zu sein, es gibt aber weite Landstriche in Deutschland, wo er noch nicht nachgewiesen wurde. Insbesondere in den sandigen Regionen Nord- und Mitteldeutschlands. Kein Speisepilz.

Dafür stellt in diesem Jahr der weit verbreitete und häufige Echte Pfifferling (Cantharellus cibarius) eine Seltenheit dar. Er liebt feuchte, verregnete Sommer und kann sich bei Dauer – Dürre nicht entwickeln.

Der Harte Zinnobertäubling (Russula rosacea) ist einer der farbenfrohesten und markantesten Pilzgestalten unserer besseren Buchenwälder. Sein typisches, oft wie bereift wirkendes Zinnoberrot kann auch stark entfärben und zu gelblichweiß ausblassen. Man erkennt ihn aber immer an seinem pochharten Fleisch. Er ist also hart und fest wie kein anderer Täubling. Die Risse auf dem Hut sind der trockenen Witterung geschuldet. Geringwertig.

Oft ist sein Stiel auch intensiv zinnoberrot überlaufen. Hier ist er nur zart angehaucht.

Stark herangezoomt können wir hier Erlen – Schillerporlinge (Inonotus radiatus) erkennen, die sich dachziegelartig am Stamm einer Erle anordnen.

Unterhalb des Baumes jede Menge Hallimasch, nach oben zu viele Konsolen des Strahligen Schillerporlings, wie der Erlen – Schillerporling auch genannt wird.

Der Scharfblättrige Täubling (Russula acrifolia) gehört in die Gruppe der schwärzenden Täublinge (Kohlentäublinge). Er ist ungenießbar, wie schon seine Name vermuten läßt.

Dieser Flache Lackporling (Ganoderma lipsiense) hat die Umgebung mit seinem zimtbraunen Sporenpulver bestreut.

Bei diesen Buchen – Klumpfüßen (Cortinarius amoenolens) ist gut zu sehen, wie sich die ebenfalls braunen Sporen in die Reste des ehemals zwischen Hutrand und Stiel gespannten Haarschleiers verfangen haben.

Hier noch ein etwas jüngeres Exemplar der selben Art. Teile des Haarschleiers sind noch mit dem Hutrand verbunden. Obwohl die Lamellen noch blau gefärbt sind, haben sie schon reichlich Sporenpulver auf die Schleierreste fallen lassen.

Junge Buchen – Schleimrüblinge (Oudemansiella mucida) wachsen aus der Bruchstelle einer gestürtzten Rotbuche heraus. Eine markante, unverwechselbare Pilzgestalt luftfeuchter Laubwald – Standorte.

Sohn Jonas hat mitgedacht. Bald ist wieder Advents – Basteln angesagt und dafür ist dieser kapitale Rotrandige Baumschwamm (Fomitopsis pinicola) bestens geeignet.

Zu den Ockersporern unter den Täublingen zählen die Leder – Täublinge. Hier sehen wir den in Buchenwäldern auf besseren Böden nicht seltenen Rotstieligen Leder – Täubling (Russula olivacea). Durch den rötlich angehauchten Stiel, besonders nach oben zu, läßt er sich leicht vom am selben Standort vorkommenden Weißstieligen Leder – Täubling unterscheiden. Leder – Täublinge gehören zu den besten Speisepilzen unter den Täublingen, können aber gelegentlich auch Unverträglichkeiten hervorrufen.

Umgestürtzte Bäume dürfen hier zum Glück auch liegen bleiben und bieten  vielen Arten einen neuen Lebensraum, nicht zuletzt auch zahlreichen Pilzen.

Zur Gruppe der Weißtäublinge gehört der Blaublättrige Täubling (Russula delica). Der große Sprödblättler wird auch Erdschieber genannt und kann mit dem gleichnamigen Wolligen Milchling verwechselt werden. Dieser würde aber scharf schmeckenden, weißen Milchsaft absondern, während dieser Täubling eher mit seinen bläulichen Reflexen am Stielansatz und in den Lamellen auffält. Als Speisepilz geringwertig.

Der Tauben – Täubling (Russula grisea) wächst in Laubwäldern und Parkanlagen auf neutralen bis kalkhaltigen Böden. Er ähnelt sehr dem Frauen – Täubling, hat aber gemeinsam mit weiteren blauvioletten Täublingen, wie dem Papagei – Täubling und dem Blaugrauen Wolken – Täubling, splitternde Lamellen. Außerdem ist sein Stiel öfters bläulich überlaufen und er ist gegenüber den beiden letztgenannten Arten etwas festfleischiger. Essbar.

Der Weinrötliche Zwerg – Champignon (Agaricus semotus) ist mit seinen bis zu 4 cm breiten, dünnfleischigen, im Zentrum oft weinrötlichen Hüten ein kleiner Pilz, der gern längst der Waldwege anzutreffen ist. Bevorzugt bei Nadelbäumen. Auf Druck gilbt er stark und sondert einen sehr intensiven Anis – Duft ab. Guter, aber wenig lohnender Speisepilz.

Von Juli bis Oktober, vorwiegend in Buchenwäldern, auf nährstoffreichen Böden und hier Truppweise wächst der Rotgegürtelte Milchling (Lactarius rubrocinctus). Der Pilz ist recht selten und erreicht aufgrund unserer langjährigen Kartierungsarbeit in Mecklenburg seinen Norddeutschen Verbreitungsschwerpunkt. In den Sandergebieten fehlt er und wird erst ab der Mittelgebirgsschwelle nach Süden hin wieder etwas häufiger. Seine weißliche Milch schmeckt zunächst mild, dann bitter und schließlich brennend scharf, daher ungenießbar. Typisch ist der rotbraune Gürtel zur Stielpitze hin.

Ein riesiges Büschel von Stubbenpilzen und sofort ist alles klar, um welche Art b.z.w. Gattung es sich handelt. Viele Hüte sind von weißem Sporenpulver bedeckt, dass kann nur Hallimasch sein. In diesem Fall ist es Honiggelber Hallimasch (Armillaria mellea).

Die Hüte sind nur mit wenigen Schüppchen bedeckt und der Ring ist beim Honiggelben Hallimasch sehr deutlich und lange häutig abstehend. Die Stiele sind lang und kommen büschelig aus einem gemeinsamen Strunk. Oft sogar wurzelnd.

Der Igelstäubling (Lycoperdon echinatum) ist eine kaum zu verwechselnde Art der Bauchpilze. Im Alter können seine Stacheln allerdings ausfallen und er steht dann mit Glatze dar. Warum soll es den Pilzen anders ergehen wie den Menschen. Jung essbar.

Noch merkwürdiger verhält es sich mit den hier fotografierten Stäubenden Zwitterlingen (Asterophora lycoperdoides). Sie befallen absterbende Schwarztäublinge und entwickeln ihre Fruchtkörper auf deren Hüten. Zwitterlinge bilden keine herkömmlichen Sporen aus, sondern Konidien. Diese Konidien nennen sich bei Pilzen Mitosporen und sind ungeschlechtlich.

Fast meterlang erstreckt sich hier eine Fläche von Gallertfleischigen Fältlingen (Merulius tremellosus) auf einem liegenden Buchenstamm. Mit seiner faltigen Unterseite, der behaarten Oberfläche und seiner gallertartigen Konsistenz ist dieser Fältlingsverwandte kaum zu verwechseln. Die Haupterscheinungszeit ist der Herbst.

Eine Schönheit, nicht nur von oben betrachtet, stellt der elegante Wollstiel – Schirmling (Lepiota clypeolaria) dar. Er gehört zu den echten Schirmpilzen, die im Vergleich zu den bekannten Riesenschirmlingen meist viel kleinere Fruchtkörper ausbilden.

Typisch ist der wollig gestiefelte Stiel unterhalb einer angedeuteten Ringzone. Sehr ähnlich kann der Gelbgestiefelte Schirmling aussehen. Ungenießbar. Zu den echten Schirmpilzen gehören auch gefährlich giftige Arten!

Ein klassischer Spätherbstpilz längst der Waldwege ist der hochbeinige Kaffeebraune Schein- oder Gabeltrichterling (Pseudoclitocybe syathiformis). Essbar.

Hier sehen wir drei markante Vertreter von den Täublingen. Links den am Rande gerieften Mandel – Täubling (Russula laurocerasi), aus der Gruppe der ungenießbaren Stink – Täublinge. Gut zu erkennen an seinem angenehmen Mandelgeruch. In der Mitte der köstlich nussartig schmeckende Fleischrote Speise – Täubling (Russula vesca). Typisch ist die vom Hutrand etwas bis deutlich zurückgezogene, fleischrötliche Huthaut. Er gehört zu unseren besten Speisepilzen. Rechts der ebenfalls essbare Rotstielige Leder – Täubling (Russula olivacea) – siehe weiter oben.

Und diese schönen, jungen Honiggelben Hallimasch mußten natürlich noch mit für zu hause, denn nun endete unser Pilzwochenende am Waldhotel bei Neukloster.

Auch hier hatte es nochmal gelohnt. Die beiden Körbe sind voll mit Hallimasch. Es sind gleich drei verschiedene Arten dieser Speisepilz – Gattung.

Zum Abschied hatte Irena noch für alle einen Imbiss und ein kleines Abschiedsgeschenk parat.

Es handelt sich bei unseren Pilzwochenenden in Mecklenburg nicht um  hochwissenschaftliche Mykologen – Seminare, sondern alles dreht sich um   Pilzkunde für Jedermann, der seinen Horizont erweitern möchte. Das es dabei weit über Steinpilz, Pfifferling, Champignon und Co. hinaus geht, versteht sich von selbst.

Anmeldungen zu weiteren Seminaren (Siehe unter „Termine“) können entweder schriftlich oder per E- Mail unter folgenden Adressen: Steinpilz-Wismar, ABC Straße 21, 23966 Wismar oder E- Mail: steinpilz.wismar@t-online.de erfolgen.

Unser Teilnehmerfoto entstand zum Abschluß unseres Exkursionstages am Abend des 20. Oktober 2018 am Rande der Vierburg Waldung bei Bützow. Leider sind die hinten stehenden Pilzfreunde etwas abgeschattet, wofür ich um Entschuldigung bitten möchte. Foto: Chris Engelhadt.

Der Steinpilz – Wismar, mit seiner Außenstelle in der Keezer Schmiede, freut sich auf das Jahr 2019, in dem wir wieder zu zwei „Pilzwochenenden in Mecklenburg“ einladen möchten!

13. Oktober 2018 – Öffentliche Pilzwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Durch den Wald bei Dümmerhütte

Dieser Baum hat im wahrsten Sinne des Wortes Fußpilz. Er ist von unzähligen Fruchtkörpern des Honiggelben Hallimasch (Armillaria mellea) umzingelt. Hallimasch ist der einzige Stockschwamm, der weißes Sporenpulver abwirft. Es sind also nicht Rauhreif oder Schnee, sondern Sporen, die den weißen Belag auf den Hüten hier bilden. Guter Speisepilz, roh aber giftig!

Inzwischen befinden wir uns im Vollherst und der Wachstumsaspekt der Großpilze tendiert jetzt immer mehr zu Holz- und Streubewohnern. Der Spätherbst schleicht sich also heran. Die Mykorrhizapilze sind zwar weiterhin zahlreich vertreten, werden in den nächsten Wochen aber immer seltener. Um diese Zeit sollte allerdings von allem noch reichlich vertreten sein.

Warum ist gerade der Herbst und Spätherbst so reich an saprophytischen, Streu liebenden Pilzarten? Ganz einfach. Insbesondere die Laubbäume werfen jetzt ihre Blätter ab, die Laubstreu. Viele Pflanzen und Gräser verwelken. Diese ausgedienten Planzenreste müssen schließlich irgendwann verschwinden, damit der Wald nicht an seinem eigenen „Abfall“ erstickt. Daran sind maßgelblich Pilze beteiligt. Sie schieben jetzt verstärkt ihre Fruchtkörper aus der Rohhumusauflage des letzten Jahres heraus und bestreuen dadurch gleich das frisch gefallene Laub mit ihren Sporen. Bis zum nächsten Herbst breitet sich das Mycel, der eigentliche Pilz, in der Laubstreu neuerlich aus und das ganze Spiel beginnt von vorne. Der Kreis schließt sich. Ein Hauptgrund, warum es besonders im Herbst so viele Pilze gibt.

 In diesem Jahr ist es allerdings ganz anders. Nur regional gab es seit September reichlich Frischpilze. In vielen Regionen ist nicht viel los und in den Sandergebieten im Süden Mecklenburgs wächst so gut wie garnichts. Unser Waldgebiet befindet sich dazwischen. Es gab Pilze, aber die beliebten Röhrlinge haben derzeit Sendepause. Dafür kann Hallimsch die Körbe füllen. Hier ein kleiner Rückblick von heute:

Aufbruch bei sonnigem Oktober – Wetter.

Goldener Oktober vom feinsten.

Der Grünblättrige Schwefelkopf (Hypholoma fasciculare) produziert schwarzes Sporenpulver. Daher können die Lamellen bei älteren Fruchtkörpern auch nicht mehr grünlich, sondern grauschwärzlich aussehen. Jetzt besteht hohe Verwechslungsgefahr mit dem leckeren Graublättrigen Schwefelkopf. Dieser besitzt aber weißliche und keine schwefelgelben Stiele. Im Zweifel kosten. Der giftige schmeckt sehr bitter!

Dafür kann der ungenießbare Ziegelrote Schwefelkopf (Hypholoma sublateritium) mit grünlichen Lamellen daher kommen.

Der Gemeine Wurzel – Rübling kann eine bis zu einem halben Meter lange Pfahlwurzel besitzen und ist damit kaum zu verwechseln. Essbar, aber minderwertig.

Täublinge und Milchlinge sind nah miteinander verwandt und gehören zu den Sprödblättlern. Schmecken die Lamellen bei einer Kostprobe unangenehm bis brennend scharf (auch die Milch), so gelten sie als ungenießbar. Mild schmeckende Pilze dürften gegessen werden. Hier sehen wir oben denn essbaren Süßlichen – Buchenmilchling (Lactarius subdulcis) und den ungenießbaren, sehr scharfen und bitteren Gallen – Täubling (Russula fellea).

Der Kahle Krempling (Paxillus involutus) bekommt auf Berührung braune Flecken. Deshalb wird er auch Empfindlicher Krempling genannt. Roh stark giftig, gekocht kann er schwere, allergische Reaktionen auslösen.

Hier und da lehrreiche Schautafeln entlang des Wanderweges, sogar mit Quiz.

Gern längst der Waldwege, aber nicht sehr häufig, findet sich der Blutblättrige Zwergschirmling (Melanophyllum haematospermum). Von oben unscheinbar grau, bilden die Lamellen einen überraschenden und schönen Farbaspekt, der immer wieder erstaunen auslöst, nimmt man den Pilz das erste mal auf. Ungenießbar.

Weil er so schön ist, nochmal etwas näher in der Betrachtung.

Zwei Helmlingsarten: Oben der Buntstielige Helmling (Mycena inclinata) und unten der Rillstielige Helmling (Mycena polygramma). Ungenießbar.

Mit der heutigen Wanderung haben wir auch mykologische Geschichte geschrieben. Noch nie wurde dieser Pilz in Mecklenburg – Vorpommern gefunden b.z.w. belegt. Es handelt sich um den Fuchsroten- oder Runzeligen Zähling (Lentinellus vulpinus). Natürlich kein Speisepilz!

Ein filigraner Scheibchen – Tintling (Coprinus spec.).

Der eigentlich pochharte Zinnobertäubling (Russula rosacea) war in diesem Fall allerdings butterweich, durch starken Madenbefall. Der Buchenwald – Pilz ist wenig schmackhaft.

Sein Stiel ist keineswegs immer weiß, sondern häufig auch mehr oder weniger zinnoberrot überlaufen.

Wie im Bilderbuch stand dieser schöne Schlanke Riesenschirmling (Macrolepiota gracilenta) vor uns, mitten auf dem Waldweg. Er darf natürlich zum essen mitgenommen werden.

Sehr dekorativ sehen diese Stummelfüßchen (Crepidotus spec.) an Laubholz – Ästchen aus. Zum Essen zu klein, genaue Bestimmung im Feld ohne Mikroskop nicht möglich.

Eine imposante Gestalt ist der größte aller Weichritterlinge, der Rillstielige Weichritterling (Melanoleuca grammopodia). Essbar, soll aber wenig schmackhaft sein.

Das Weißstielige Stockschwämmchen nennt sich auch Wässriger Mürbling (Psathyrella hydrophila). Oft in großen Büscheln an Laubholz – Stubben. Der essbare Pilz steht dem echten Stockschwämmchen an Speisewert deutlich nach.

Der Korb füllt sich allmählich. Allerdings müssen die Stiele des Hallimsch noch entfernt werden, denn sie sind recht zäh und strohig.

Hallimasch (Armillaria spec.) ist eine vielgestaltige Pilzgattung. Hier sind es ganz junge Pilze mit weißlichen Schüppchen auf den Hüten.

Dieser Hallimasch ist gelb beschuppt.

Hier sehen wir den Dunklen Hallimasch (Armillaria ostoyae), mit dunkelbräunlichen Schüppchen. Er wächst vorwiegend an Nadelholz.

Ein Schmuck unserer Wälder ist der Orangebecherling (Aleuria aurantia). Der Pilz ist zwar essbar, aber für solch banale Dinge viel zu schön und außerdem ist er unergiebig.

Es wird Zeit, dass wir dem Ende zu wandern, denn allmählich wird es uns zu warm. Mit bis zu 28 Grad im Schatten wurde es einer der wärmsten Oktobertage in Norddeutschland seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Fast schon eine Bullenhitze!

Am Ende war doch der eine oder andere Korb ganz gut gefüllt.

Für unser Erinnerungsfoto bot sich ein Rastplatz für Wanderer mit Bank an. Alle sind gut gelaunt und ich finde es war eine sehr Tour schöne Wanderung bei bestem Spätsommerwetter. 13.Oktober 2018 im Wald bei Dümmerhütte.

Wann startet die nächste Wanderung? – Siehe unter Termine!

06. – 07. Oktober 2018 – Tage der Pilze in Rehna

19. Tage der Pilze in Rehna

Pilzverein Heinrich Sternberg e.V.

Die Kreuzgänge der historischen Klosteranlage sind immer wieder im Herbst Schauplatz einer der größten Pilzausstellungen im Norddeutschen Raum.

Aufgrund der Trockenheit müssen die Tage der Pilze in diesem Jahr leider abgesagt werden!

Angedacht ist ein Tag der Pilze zu einem späteren Zeitpunkt. Der Termin steht allerdings noch nicht fest. Die Mitglieder des einzigen Pilzvereins Mecklenburg – Vorpommerns bitten um Verständnis!

Dann werden sicher nicht nur Steinpilze und Maronen, sondern auch viele weitere Großpilzarten entsprechend ausgeschildert päsentiert werden.

Außer zahlreichen Sponsoren aus Rehna und Umgebung wird diese Veranstaltung auch vom „Steinpilz-Wismar“ tatkräftig unterstützt.

28.09. – 01.10.2018 – Großpilzausstellung in Wismar

26. Großpilzausstellung in Wismar

Im Mykologischen Informationszentrum ABC Straße 21

Trotz eher geringem Pilzaufkommens durch die monatelange Trockenheit ist es uns gelungen eine sehr sehenswerte und voll ausgefüllte Ausstellung zu präsentieren. 30.09.2018.

Die Öffnungszeiten

Freitag, der 28.09. von 14.00 – 18.00 Uhr

Sonnabend, der 29.09. von 10.00 – 18.00 Uhr

Sonntag, der 30.09. von 10.00 – 18.00 Uhr

Montag, der 01.10. von 09.00 – 18.00 Uhr – dieser Tag ist besonders auch interessierten Schulklassen vorbehalten.

Wie jedes Jahr zur besten Pilzzeit luden die Pilzfreunde der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V. wieder zur großen Pilzschau in die ABC Straße 21, in den „Steinpilz – Wismar“ ein.

Zunächst waren wir an den Vortagen in Wald und Flur unterwegs, um reichlich Frischpilz – Material zu besorgen.

Mit Grünblättrigen Schwefelköpfen (Hypholoma fasciculare) konnten wir uns reichlich eindecken. Giftig!

Der Bittermandel – Rißpilz (Inocybe hirtella) ist recht leicht an seinem Geruch zu erkennen. Giftig! Er wuchs im Züsower Forst.

Der Gallertfleischige Fältling (Merulius tremellosus) ist ein häufiger Herbstpilz auf altem Buchenholz. Standortfoto im Züsower Forst. Ungenießbar.

Das Weißstielige Stockschwämmchen (Psathyrella hydrophila) ist ein Mürbling und wächst oft in großen Büscheln an Laubholz. Essbar, aber erreicht das Stockschwämmchen nicht an Wohlgeschmack. Standortfoto im Züsower Forst.

Der Erlengrübling (Gyrodon lividus) ist ein essbarer Röhrling, der nicht selten in großen Trupps in und am Rande von Erlenbrüchen wächst. Immer im August oder September!. Standortfoto im Züsower Forst.

Komplett ungenießbar durch seine beißende Schärfe ist der Wechselfarbige Spei – Täubling (Russula fragilis). Standortfoto im Züsower Forst.

Ein Moorbirkenpilz (Leccinum holopus) im Moor des Züsower Forstes. Essbar. Ganz in der Nähe wuchs auch ein weißhütiges Exemplar.

Giftige Dickschalige Kartoffel – Hartboviste (Scleroderma citrinum) gab es reichlich im Züsower Moor. Diese fand ich besonders fotogen.

Über eine größere Gruppe von ungenießbaren Birken – Reizkern (Lactarius torminosus) habe ich mich riesig gefreut. Ist der Pilz doch nicht häufig und außerdem noch sehr schön. Er gehört zu meinen persöhnlichen Lieblingen aus dem Pilzreich. Standortfoto bei Perniek.

Dieses gewaltige Prachtstück von Riesenporling (Meripilus giganteus) stand direkt am Wegesrand beim Waldhotel Neukloster. Unsere Pilzfreunde Thomas, Peter und Hans – Jürgen besorgten sich einen Spaten, luden das gut 30 Kg schwere Teil auf ein Holzbrett und transportierten es per Auto nach Wismar.

Direkt daneben, in einem Gebüsch, wachsen schon seit vielen Jahren standortstreu diese seltenen Rotstieligen Rüblinge (Collybia marasmioides). Ungenießbar.

Ein ganz herzliches Dankeschön an unsere Pilzfreunde Thomas Harm, Helga Köster, Hans – Jürgen Willsch und Peter Kofahl für ihren Einsatz zur Besorgung der Ausstellungsexponate. An dieser Stelle, gleich daneben, wuchs der imposante Riesenporling.

Während sich die Pilzfreunde um den Abtransport des Riesenporlings kümmerten, brach ich noch zu einer Tour durch das wildromantische Klaasbachtal auf. Eine vom Sturm geworfene Buche war überzogen von frischen Knotigen Schillerporlingen (Inonotus nodulosus).

Das Klaasbachtal ist bekannt für seine vielseitige und außergewöhnliche Pilzflora und somit ein muss bei der Vorbereitung von großen Ausstellungen. Hier sehen wir Niedergedrückte Rötlinge (Entoloma nidorosum). Giftig!

Zu den weniger häufigen Milchlingen in unserer Region zählt der Rotgegürtelte Milchling (Lactarius rubrocinctus). Er lief im Klaasbachtal zum Massenwachstum auf und ich nahm eine ansehliche Kollektion mit. Ungenießbar.

Diese prachtvollen Buchen – Klumpfüße (Cortinarius amoenolens) erfreuten mich auf das äußerste. Tolle Pilze im Klaasbachtal.

Auch diese jungen Sparrigen Schüpplinge (Pholiota squarrosa), die häufig mit dem Hallimasch verwechselt werden, sind eine Augenweide. Essbar, aber minderwertig.

Am zweiten Exkursionstag fuhr ich gemeinsam mit Thomas und Peter einige Wälder ganz im Westen bei Lübeck und in der Schalseeregion an. Bei der Ankunft im Heidenholz und bei der Öffnung der Autotür trat ich beinahe auf diesen schönen Gelbstieligen Dachpilz (Pluteus romellii).

Das Heidenholz erfreute uns mit zahlreichen Ästigen Stachelbärten (Hericium clathroides), so dass wir einen weiteren Hingucker für unsere Ausstellung einsammeln konnten.

In der Palinger Heide freute ich mich über diese Leberbraunen Milchlinge (Lactarius hepaticus).

Auch schöne, frische Maronen – Röhrlinge (Xerocomus badius) erfreuten uns, denn es gab sogar genügend für ein Abendbrot von ihnen.

Junge Buchen – Schleimrüblinge (Oudemannsiella mucida) im Woitendorfer Wald. Ansonsten entäuschte uns dieses zu dieser Jahreszeit eigentlich artenreiche Waldgebiet sehr.

Voll entwickelte Exemplare der selben Art.

Dekorative Zunderschwämme (Fomes fomentarius) im Staatsforst Rehna.

Süßriechende Rettich – Fälblinge (Hebeloma sacchariolens) im inzwischen wieder trocken gefallenen Roggendorfer Moor.

Freude auch über diese giftigen Gefeckten Rißpilze (Inocybe maculata) am aufgeschütteten Wegesrand des Roggendorfer Moores unter Eichen. Jede Art zählt!

Auch diese dicht büschellig auf Eichen – Stubben wachsenden Gefleckten Helmlinge (Mycena maculata) fehlten uns noch in der Sammlung. Gefunden und fotografiert im Lübschen Forst Ritzerau.

Die Pilzfunde wurden in mehreren Kühlschränken eingelagert und ab Donnerstag begann der Aufbau der Ausstellung. Sie wurde ständig erneuert, so dass sie auch am Montag noch sehenswert war.

Zusammen mit Ulrich Klein begann am Donnerstag der Aufbau der Pilzschau. Zunächst gelangten unsere Blickfänge in`s Zentrum des Geschehens, um dass sich alles andere gesellte.

Ästige Stachelbärte werden von vielen auf den ersten Blick für Krause Glucken gehalten.

Der Riesenporling vom Waldhotel ist wirklich gewaltig. Er ist der Star unserer diesjährigen Pilzausstellung.

Ulrich bereitet seine Kamera für einige Video – Sequenzen vor.

Lebensgefährtin Anke entdeckte inzwischen im Lenorenwald diese schönen Farbtupfer für uns und brachte sie auch umgehend mit. Orangebecherlinge (Aleuria aurantia).

Wir fertigten davon umgehend ein Präparat für unser neues Schülermikroskop mit Bildschirm an. So konnte jeder im Display Zellstrukturen und Sporen – Schläuche dieses hübschen Ascomyceten bewundern. Das Mikroskop haben wir durch eine Förderung der Ehrenamtsstiftung MV für unser Schülerprojekt am 01.10. finanziert bekommen.

Der Pilzberater aus Hamburg/Mölln, Alexander Glomb, klärt einen wissenbegierigen Pilzfreund über die Unterschiede zwischen dem Butterpilz und dem Ringlosen Butterpilz auf. Ich danke Alex ganz herzlich für seine Mitbringsel und auch für die Zeit, die er für uns opferte!

Die große Moosfläche in der Mitte mit den imposantetes Ausstellungstücken ist bereits gut ausgelastet.

Ein Bündel Hochthronende Schüpplinge (Pholiota aurivella) wie eine Deckenlampe im Wohnzimmer. Die Pilze wuchsen unterhalb eines erhöht liegenden Baumstammes. Stiele also oben, Hüte unten. Ein schöner Fund von Alexander Glomb.

Noch einmal die Mittelfläche.

Ein Pilzfreund im Gespräch mit einer älteren Dame, die es seit vielen Jahren nicht versäumt hat, sich unsere Ausstellung anzuschauen. Wir hoffen im nächsten Jahr auf ein Wiedersehen.

Die verwechselbaren Reizker zum Vergleich.

Die Röhrlingsecke.

Der obligatorische Pilzimbiss mußte allerdings in diesem Jahr entfallen. Wir boten jedoch frische Waffeln, Kaffee und Tee an.

Die aktiven Pilzfreunde trafen sich am Freitag gegen 14.00 Uhr in der ABC Straße 21, um bei einer gemütlichen Kaffeetafel zusammen zu sitzen.

Dieses Team sicherte den laufenden Ausstellungs – Betrieb ab. Ganz herlichen Dank für euren Einsatz!!!

Frische Waffeln erfreuen sich wieder großer Beliebtheit.

Während der gesamten Ausstellung konnten Pilzsucher ihre gesammelten Werke  prüfen lassen.

Und von diesem Angebot wurde auch Gebrauch gemacht. Pilzkontrolle ist hier gewünscht und das sieht doch ganz gut aus!

Der Eintritt zur Austtellung betrug 2.00 € pro Person.

Wer kennt die Pilze unserer Heimat?

Schülerprojekt am 01. Oktober

Mit Unterstützung der Ehrenamtsstiftung Mecklenburg – Vorpommerns fand am Montag, dem 01. Oktober 2018, ein Pojektag für Schüler im Zuge unserer Großpilzausstellung statt. Drei Klassen wurden im Wechsel durch die Ausstellung geführt. Dabei wurde viel wissenswertes zum Thema Großpilze und ihrer Bedeutung im Haushalt der Natur den Schülern näher gebracht. Diesbezüglich gab es auch ein Pilz – Quizz, in dem das vermittelte Wissen nochmal abgefragt wurde. Die Besten konnten einen Preis gewinnen, u. a. tolle Pilz – Bestimmungsbücher.

Volles Haus in unserem Info – Zentrum. Die 4. Klässler sind begeistert!

Und nun das Pilz – Quizz!

Die Gewinner können sich einen Preis aussuchen.

Frau Montag wird sich freuen. Tintlinge stehen hoch im Kurs!

Und für die allerbesten ein gutes Pilzbuch! Jetzt kann es los gehen, aber im Zweifel lieber noch zur Pilzberatung!

Die Preise.

Wir Danken den Wismarer Buchhandlungen Inge Peplau und Hugendubel für die gesponserten Bücher und natürlich auch dem Tintlings – Verlag von Frau Karin Montag aus dem Saarland!

23. September 2018 – Im Lübschen Forst Ritzerau

Pilztag im Lübschen Forst Ritzerau

Naturkundliche Pilzexkursion des BUND

Der Lübsche Forst Ritzerau am Herbstanfang 2018.

Treff war am Sonntag, dem 23. September 2018, um 10.00 Uhr am Forsthof in Ritzerau (Alte Köhlerhütte) in Schleswig – Holstein.

Organisiert wird diese Veranstaltung seit vielen Jahren von der Ortsgruppe des BUND im Kreis Herzogtum Lauenburg. Nach einführenden Worten der Organisatoren und der anwesenden Pilzsachverständigen werden mehrere Guppen gebildet, die jeweils mit einem Pilzberater einen anderen Bereich des Waldgebietes durchstreifen und viel wissenswertes über die Funktion der Großpilze erfahren können. Ohne deren vielfältiges Wirken wäre der Wald zum Sterben verurteilt. Das die Fruchtkörper einiger Arten unseren Speiseplan bereichern, ist ein willkommener Nebeneffekt. In Kriegs- und Hungerjahren waren sie sogar für einige Menschen überlenswichtig, bei anderen endete ihr Verzehr, ohne das nötige Fachwissen, tragisch. Das System von Pilzberatung und Aufklärung wurde in`s Leben gerufen!

Es geht heute nicht mehr darum, das Überleben zu sichern. Pilzsesuchen ist ein beliebter Freizeitsport geworden. Die Menschen sollten allerdings mehr über die Bedeutung unserer Großpilze wissen und erfahren. Es gilt zu sensibilisieren und auch scheinbar nutzlose Giftpilze sowie ungenießbare Arten zu achten. Jede Pilzart, wie auch alles andere in der Natur, hat eine von der Evolution zugedachte Aufgabe zu erfüllen. Sicher meist wichtiger als unsere, also die des Menschen! Manchmal frage ich mich, wo zu wir Menschen überhaupt nutze sind und weshalb die Natur uns mit Intelligenz ausgestattet hat? Diese wird dann oft nur dafür verwendet, die Natur, unsere Schöpferin, auszubeuten und zu schädigen! Ja, der Mensch ist nicht einmal in der Lage untereinander Frieden zu schließen und sich zu achten! Wir können und müssen von der Natur noch viel lernen, wollen wir längerfristig auf diesem Planeten überleben!

Die ersten Interessenten treffen an der Köhlerhütte ein.

Der Breitblättrige Rübling (Megacollybia platyphylla) hat mit seinen kräftigen Myzel – Strängen diesen Laubholz – Zweig fest im Griff. Der Pilz ist nicht empfehlswert für den Kochtopf.

Der äußerst häufige Rotfuß – Röhrling (Xerocomus chrysentheron) blaut wie viele andere Röhrlinge auf Druck oder im Schnitt. Es handelt sich dabei um einen Oxydations – Prozeß in Verbindung mit dem Luftsauerstoff und sagt nichts über die Genießbarkeit aus. Die hier gezeigte Art ist essbar.

Noch intensiver blauen die Hexen – Röhrlinge. Hier sehen wir den Netzstieligen Hexen – Röhrling (Boletus luridus). Roh und in Verbindung mit Alkohol soll er giftig sein, gut durchgegart allerdings ein schmackhafter Speisepilz.

Am heftigsten blaut b. z. w. schwärzt der Schwarzblauende Röhrling (Boletus pulverulentus). Im Gegensatz zu obigen ist er relativ selten, kann aber auch zu den Speisepilzen in den Korb wandern. Übrigens verschwindet das blauen bei der Zubereiting wieder, zumindest bei den Hexen – Röhrlingen.

Der winzige Halsband – Schwindling (Marasmius rotula) besiedelt oft in großen Mengen am Waldboden liegende Laubholz – Ästchen. Die Lamellen sind ringförmig von einem Collar zum Stiel hin abgegenzt. Ohne Speisewert.

Ein Hexenei im Längsschnitt. Hier ist die Anlage der späteren Stinkmorchel (Phallus impudicus) bereits zu erkennen. Manche lieben den Pilz in diesem Stadium und schwärmen scharf gebraten von einer Delikatesse! Aber das ist Geschmackssache, wie so vieles im Leben.

Der Getropfte Saftporling (Oligoporus guttulatus) ist vorzugsweise an altem Fichtenholz zu finden. Er galt ursprüglich als selten, scheint aber in letzter Zeit immer häufiger zu werden. Ungenießbar.

Beim Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis) ist unbedingt auf die Schüppchen unterhalb seiner Ringzone am Stiel zu achten. Fehlen diese, so müssen die Pilze im Wald bleiben, denn es könnte sich um hochgiftige Nadelholz- oder Gifthäublinge handeln. Ansonsten zählt das Stockschwämmchen zu den schmackhaftesten Speisepilzen überhaupt.

Der Harte Zinnobertäubling (Russula rosacea) zählt zu den farbenfreudigsten Pilzgestalten des Buchenwaldes. Gegenüber anderen, roten Täublingen, besitzt er ein ausnehmend hartes Fleich. Nicht schmackhaft, wenn auch ungiftig.

Eine Augenweide ist gleichfalls der kleine, leuchtend schwefelgelbe Feuerschüppling (Pholiota flammans), den wir an bereits stark vermorschtem Fichtenholz antreffen. Der ungenießbare Pilz soll die kleinsten Sporen aller Blätterpilze besitzen.

Dieser Schwefelporling (Laetiporus sulphureus) ist zum verspeisen einfach schon zu alt und zu zäh.

Gleiches gilt für diesen kontrastreich gefärbten Riesenporling (Meripilus giganteus).

Der Zweifarbige Knorpelporling (Gloeoporus dichrous) ist von vornherein ungenießbar und außerdem ist an ihm nichts dran.

Der Kiefern – Braunporling (Phaeolus schweinitzii) bringt hingegen durchaus wieder Masse, ist aber als Speisepilz vollkommen ungeeignet.

Ehrfurchtsvoll kniet der Revierförster des naturnah bewirtschafteten Waldes vor den imposdanten Riesenporlingen nieder. Foto Ulrich Klein.

In gemütlicher Runde ist nun großes Pilzebraten angesagt. Der Koch hat zuvor im Großhandel Edelpilze eingekauft und die Teilnehmer können dazu (wer möchte), ihre gerade frisch gefundenen Waldpilze beisteuern. Das nur bekömmliche Arten in die Pfanne wandern, darauf geben die Pilzberater acht. Kaffee, Kuchen, alkoholfreie, wie auch alkoholische Pilsgetränke sorgen dafür, dass niemand verdursten muss.

Unter der Regie von Chefkoch, Herrn Zeh (Mitte), wird die Pilzpfanne vorbereitet. Foto: Ulrich Klein.

Verschiedene, schmackhafte Kulturpilze wurden zuvor im Großmarkt eingekauft und mit frisch gesammelten Waldpilzen zu einer schmackhaften Pilzpfanne verarbeitet.

Darunter befanden sich auch die sehr dekorativen Limonenseitlinge, eine gelbe Zuchtform des Rillstieligen Seitlings.

Während links noch die Fundstücke bezüglich ihrer Genießbarkeit geprüft werden, lassen es sich rechts die hungrigen Pilzsucher bereits schmecken. Foto: Ulrich Klein.

Zu beachten wäre auf jeden Fall, dass dieses keine vom Steinpilz-Wismar organisierte Veranstaltung ist. Wir begleiten den Pilztag nur mit unserem Fachwissen. Wer im nächsten Jahr daran Teilnehmen möchte, muss sich verbindlich bei den Organisatoren anmelden.

Siehe unter: www.bund-herzogtum-lauenburg.de

22. September 2018 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Wiesen – Champignons

Durch die Kobander Tannen bei Venzkow

Am 3. Europäischen Pilztag

Rotmilchende Milchlinge werden als Reizker bezeichnet. Sie sind essbar und einige von ihnen, wie der Blut – oder Edel – Reizker, wahre Leckerbissen. Hier sehen wird den etwas minderwertigeren Fichten – Reizker. Er wächst vom Sommer bis in den Herbst ausschließlich unter Fichten, besonders wo der Boden etwas basenreicher ist.

Die Kobander Tannen gehören zu den früheren, großen Waldflächen des Staatsforst Turloff. Zu DDR – Zeiten war das Gebiet Militärstandort. Davon ist heute kaum noch etwas zu bemerken. Es erwarten uns hier sandige Mischwälder, wobei Nadelforste überwiegen. Durchaus für Speisepilz – Fans ein vielversprechendes Gebiet. Überhaupt ist es zu dieser Zeit meist kein Problem, eine frische Waldpilzpfanne zu organisieren. Die Artenvielfalt kann jetzt enorm sein, so dass eine Lehrwanderung ihrem Anspruch mehr als gerecht werden kann. Anders am heutigen 3. Pilztag. Der trockene Sommer und die zu geringen Niederschläge haben es sehr bescheiden in punkto Frischpilze aussehen lassen. An eine Pilzmahlzeit war bei niemanden der zeiweise etwa 20 Teilnehmer zu denken. Mit ach und krach konnte gerade noch der Anspruch einer Lehrwanderung so liedlich erfüllt werden. Begleitet wurden wir bei unserer Tour vom NDR – Radio M-V.

Gleizeitig haben wir mit dieser Wanderung den vor drei Jahren von Karin Montag (Herausgeberin der Pilzzeitung „Der Tintling“ und vieler weiterer Publikationen zum Thema) in`s Leben gerufenen Europäischen Pilztag gebührend gewürdigt. Wir begehen ihn in diesem Jahr zum dritten mal. Schön, dass die Pilze nun auch ihren Ehrentag bekommen haben!

Hier einige Bilder von heute:

Es geht los!

Ein Schopf – Tintling (Coprinus comatus) am Wegesrand. Dieser Blätterpilz, der in Autolyse übergeht, wie fast alle Vertreter seiner Gattung, ist sehr markant und ein schmackhafter und beliebter Speisepilz. Man achte darauf, dass nur junge, noch geschlossene Fruchtkörper eingesammelt werden. Dieses Exemplar wird bereits vom Rand her schwarz. Es beginnt sich also aufzulösen (Autolyse) und wird dadurch ungenießbar.

Eine Pilzsucherin kam uns frustriert entgegen. Neben Falschen Pfifferlingen fanden sich in ihrem Korb nur dieser schmackhafte Flockenstielige Hexen – Röhrling und ein geringwertiger Samtfuß – Krempling.

Dieser junge Birkenporling (Piptoporus betulinus) wird nicht gegessen, aber zu Tee verarbeitet. In Scheiben schneiden, trocknen und pulverisieren.

Der Schlanke Riesenschirmpilz (Macrolepiota gracilenta) gehört zusammen mit dem Grobscholligen Riesenschirmpilz zu den nächsten und kleineren Verwandten des großen Riesenschirmpilzes. Sie bevorzugen mehr das Waldesinnere und sind ebenfalls sehr gute Speisepilze (Hut). Man achte auf den dicken, verschiebbaren Ring!

Im Gegensatz zum Grobscholligen Riesenschirmpilz, mit nur wenigen, groben, sternförmig angeordneten Hutschuppen, finden sich auf dem Hut des Schlanken Riesenschirmpilzes zahlreiche, graubräunliche Schuppen.

Eine kleine Krause Glucke, eher noch ein Kücken (Sparassis crispa), darf in den Sammelkorb gelegt werden. Viel Spaß beim säubern.

Grünliche Lamellen, schwefelgelber Stiel und bitterer Geschmack sowie sein büschelliges Vorkommen an Laub- und Nadeholz – Stubben sind die wichtigste Merkmals – Kombination dieses überaus häufigen Giftpilzes.

Oft in der Fichten – Nadelstreu findet sich der Fuchsige -, oder wie hier, der Wasserfleckige – b.z.w. Fahlgelbe Rötel – Trichterling (Lepista gilva). Genau genommen ist er natürlich kein – Trichterling, sondern ein Rötelritterling, und dass trotz der weit herablaufenden Lamellen. Essbar.

Ein prächtiger Samtfuß – Krempling (Paxillus atrotomentosus). Gut ist der dicke, dunkelbraune, samtige Stiel zu erkennen. Der Pilz wächst von Juni bis zum späten Herbst an Nadelholz, meist Fichte. Minderwertig.

Durch den gestrigen Regen aufgequollen ist dieser Stopplige Drüsling (Exidia truncata). Wir finden den schwarzen Gallertpilz hauptsächlich in den feuchten Wintermonaten an Laubholz – Zweigen. Ohne Speisewert.

Unser Erinnerungsfoto vom 22. September 2018 in den Kobander Tannen. Zeitweise waren wir 20 Pilzfreunde. Vielen Dank an unsere nette Fotografin, die hier namentlich nicht erwähnt werden möchte.

Wann wird wieder gewandert? – Siehe unter Termine!

11. September 2018 – Treffen der Pilzfreunde

Treffen der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

15 Jahre Steinpilz – Wismar

Im September 2003 öffnete der Steinpilz – Wismar in Nachfolge der langjährigen, städtischen Pilzberatungsstelle in der ABC Straße 28 seine Pforten.

Treff war am Dienstag, dem 11. September 2018, um 18.00 Uhr im Steinpilz – Wismar, in der ABC Straße 21.

Wie die Zeit doch vergeht! Genau 15 Jahre ist es her, als ich aus der Not heraus in die Offensive ging, meine wenigen Ersparnisse zusammen nahm und mit Unterstützung der sogenannten „Ich – AG“ der Bundesagentur für Arbeit die Ende 2002 geschlossene Pilzberatungsstelle in Wismar wieder eröffnete. Weder ich noch irgend jemand anderes hätte zu diesem Zeitpunkt gedacht, dass es diese Einrichtung in 10 oder gar 15 Jahren noch geben würde. Insgeheim wurde ich von vielen sicher als Spinner belächelt. Es war ein schwerer und steiniger Weg bis zu diesem Jubiläum und auch nach wie vor gestaltet sich der Erhalt dieser einmaligen Einrichtung als Gratwanderung. Privatinteressen und geldverdienen müssen zurück gestellt werden. Es dreht sich alles darum, so viel Eigenmittel zu erwirtschaften, dass die laufenden Kosten gedeckt werden können. Selbst die wenigen Euro als Auftockender Hartz IV – Bezieher gehen meinerseits größtenteils in die laufenden Betriebskosten mit ein!

 Nicht zu vergessen ist aber auch die Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V., die zur selben Zeit in`s Leben gerufen wurde und von Anfang an das mykologische Informationszentrum unterstützte. Ich wurde Mitglied und mit mir weitere Natur- und Pilzbegeisterte. Sie bilden seit dem die Gruppe der Pilzfreunde innerhalb der Gemeinnützigen Gersellschaft Wismar e.V. Ohne die fleißigen Hände ihrer Mitglieder, deren Vereinsbeiträge und Spenden, wäre es nicht möglich gewesen, so lange zu überleben. Ein dickes Dankeschön!

Ganz herzlichen Dank gebührt auch dem städtischen Wohnungsbau – Unternehmen Wobau – Wismar, das uns seit vielen Jahren mit einem reduzierten Mietzins unterstützt und auch dem Rechtsanwalt Hartmut Perlebach, der mich immer wieder aus schwerem Fahrwasser gegenüber behördenrechtlicher Entscheidungen heraus manövrierte. Auch allen anderen, die den Steinpilz – Wismar seither unterstützt haben und hoffentlich auch weiter unterstützen, ein ganz großes Dankeschön! Siehe unter „Förderer und Sponsoren“.

Na dann Prost auf die nächsten 15 Jahre! Foto: Ulrich Klein.

So haben wir heute Abend in gemütlicher Runde auf das kleine Jubiläum mit einem Gläschen Sekt angestoßen und uns an belegten Brötchen, die uns das „Spiegelei“ von der Gaststätte Gleisbett in Wismar servierte.

Vielen Dank an den Catering – Service „Spiegelei“ für die Freihauslieferung der leckeren Brötchenplatten. Drei waren es an der Zahl!

Natürlich stand auch die Planung unserer großen Pilzausstellung am Ende des Monats auf dem Plan. Wer fährt in Wald und Flur um Frischpilze zu besorgen? Wer hilft beim Aufbau der Pilzausstellung und wer beim Imbissgeschäft? Alles Fragen, die heute Abend geklärt werden sollen.

Wann treffen sich die Pilzfreunde wieder? – Siehe unter Termine!

08. September 2018 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Wiesen – Champignons

Durch die Cossenheide bei Krakow am See

Gleich bei der Ankunft begrüßte uns dieser Pauckenschlegel. So bezeichnet man junge, noch geschlossene Riesen – Schirmpilze (Macrolepiota procera). Standortfoto.

Heute fuhren wir von der Hansestadt Wismar in den Landkreis der Hansestadt Rostock, unweit von Krakow am See. Von Wismar aus ging es zunächst nach Sternberg. Von hier aus weiter in Richtung Goldberg. Kurz vor Dobbertin links ab auf die L 17 nach Lohmen. Von hier aus weiter auf der L 11 über Oldenstorf bis zur Ortschaft Reimershagen. Hier erwarteten uns noch Interessierte aus der Region Rostock und Schwerin. Die Cossenheide ist ein Ausläufer der Nossentiner/Schwinzer Heide, die zu unseren ergiebigsten Speisepilz – Regionen zählt. Aber auch die weitere Pilzflora kann äußerst interessant sein. Seit Jahren fahre ich in die Schwinzer Heide, um unsere alljährliche Großpilzausstellung Ende September mit vielfältigem Frischpilzmaterial zu versorgen. So waren auch heute Menschen sehr herzlich eingeladen, die mit dem Fachmann die Cossenheide nach Leckerbissen für den Kochtopf  durchstreifen mochten oder ihren Horizont  erweitern wollen. Beides wurde erreicht, nur fehlten die wirklich wichtigen Giftpilze. Hier noch einige Bilder von heute:

Wir folgten zunächst diesem Waldweg, der links und rechts einige Krause Glucken im Angebot hatte.

Schuppiger Sägeblättlinge (Lentinus lepideus) auf einem alten, bemoosten Kiefernstamm. Die Schnecken taten sich an diesen zähen und für uns ungenießbaren Holzbewohnen gütlich.

Ein taufrischer Täubling. Die Lamellen splittern leicht, daher trotz der graublauen Hutfärbung kein Frauen – Täubling.

Es handelt sich um den essbaren Graublauen Täubling (Russula parazurea), den wir gerne unter Eichen finden.

Der auf Holz wachsende Rehbraune Dachpilz (Pluteus atricapillus) war heute mehrfach dabei und wanderte zu den Speise – Mischpilzen.

Durchscheinend ist der dünnfleischige Hut des Wurzel – Schleimrüblings (Xerula radicata).

Die herzhaft – würzigen Krausen Glucken (Sparassis crispa) gab es heute gleich mehrfach.

Rotfüßchen (Xerocomus chrysentheron) zählten zu den wenigen Röhrlingen, die hier heute wuchsen. Essbar, aber mit säuerlichem Aroma.

Einem Champignon ähnlich, aber mit lange weiß bleibenden Lamellen sieht der Rosablättrige Egerlings – Schirmpilz (Leucoagaricus leucothites). Essbar.

Ideales Wanderwetter heute, aber leider mit harten Schlagschatten durch die intensive Sonnenstrahlung.

An den Wegrändern unter Kiefern wuchsen einige Trupps von Körnchen – Röhrlingen (Suillus granulatus). Guter Speisepilz aus der Verwandschaft des Butterpilzes, auch Schmerling genannt, wegen seines schmierigen Hutes.

Insgesamt waren wir sechs Pilzwanderer, aber zwei wollten nicht mit auf das Erinnerungsfoto. 08.September 2018 in der Cossenheide.

Wann starten wir zur nächsten Wanderung? – Siehe unter Termine!

01. September 2018 – Vereinstreffen am Roten See

 14. Vereinstreffen am Roten See

Pilzverein Heinrich Sternberg Rehna e.V.

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Strand- und Gaststättenkomplex am Roten See. Leider ist die Gastronomie derzeit geschlossen.

Achtung! Aufgrund der kastastrophalen Lage an der Pilzfront und auch der Tatsache, dass am Roten See keine Gastronomie mehr angeboten wird, muss diese Veranstaltung leider abgesagt werden. Der Vorsitzende des Rehnarer Pilzvereins, Torsten Richter und Reinhold Krakow von der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V. bitten um Verständnis!

An dieser Stelle ein ganz großes Dankeschön an Jörg – Peter Krüger, der viele Jahre unser Gastgeber an der Blockhütte am Roten See war.

Von links: Jörg – Peter Krüger, Reinhold Krakow und Torsten Richter.

Alles Gute hat einmal ein Ende!

Es war eine schöne Zeit, an die wir uns gern erinnern werden!

26. August 2018 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Wiesen – Champignons

Sie führte durch das Revier Weiße Krug

Umgeben von weiten Wäldern, Seen und Wiesen befindet sich der kleine Ort Weiße Krug im Naturpark Sternberger Seenland. Foto am 26.08.2018.

Zum Revier Weiße Krug gehören ausgedehnte Waldgebiete auf meist sandigen Böden. Dominant sind hier oft Kiefern- und Fichtenforste, aber auch größere Buchenwaldbereiche. Eingebettet kleinere und größere Seen. Auch das vielseitige Radebachtal gehört zum Revier Weiße Krug. Dieses stand heute aber nicht auf dem Programm, sondern die weitläufigen Waldflächen um die Orte Weiße Krug und Friedrichswalde herum. Eine vielfältige Pilzflora kann uns hier um diese Jahreszeit  geboten werden. Zumindest wenn wir uns nicht gerade in der so häufigen August – Depression befinden. Das ist eine immer wiederkehrende Phase im August, an denen auf Grund von hochsommerlicher Hitze und Trockenheit kaum Frischpilze zu finden sind. Leider hat sich diese Depression bereits ab Mai eingestellt und ein Ende i