Tagebuch

Ein Rückblick auf Ereignisse und Veranstaltungen.

14. August 2018 – Abendwanderung der Pilzfreunde

Abendwanderung der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Abendwanderung durch das Köppernitztal

Das bewaldete Köppernitztal. Ein Stück wilder Natur mitten in der Stadt.

Traditionell trafen sich leider nur drei Pilzfreunde im Vorfeld unserer großen Nachtwanderung zu einem kleineren Abendspaziergang durch die grünen Lungen der Hansestadt Wismar.  Ging es im letzten Jahr durch den Prosekener Grund, so war dieses Jahr das Köppernitztal in Wismar das Ziel unserer abendlichen Pilzwanderung. Die Köppernitz ist ein kleines Flüßchen, das bei Krönkenhagen/ Barnekow entspringt und in nordöstlicher Richtung bei Wismar in die Ostsee mündet. Es hat das naturnahe Köppernitztal geschaffen. Die teils steilen Hangterrassen sind bewaldet. Hauptsächlich mit Laubbbäumen. Eine echte Wildnis mitten in der Stadt! Angrenzend befindet sich der Wismarer Tierpark und der Bürgerpark. Vom Weidendamm wanderten wir zunächst an der Köppernitz und dem Gehölzgarten entlang weiter durch den Park der Solidarität und schließlich durch das Köppernitztal. Hier einige Impressionen von heute Abend:

Am Weidendamm starteten wir, immer an der Köppernitz entlang.

Der letzte Sturm hat diese Weide zerbrechen lassen. Pilzbefall hat es möglich gemacht.

Neben dem Schuppigen Schwarzfuß – Porling (Polyporus squamosus) konnten wir auch noch Überreste des Schwefelporlings an ihr feststellen.

Der schwarze Fuß ist typisch für diesen Stielporling.

Wir erreichen den Gehölzgarten, unweit der Hochschule. Er wurde in den 1990er Jahren vom städtischen Grünflächenamt angelegt und beherbergt zahlreiche verschiedene Bäume und Sträucher. Leider sind die Beschriftungen zu den verschiedenen Bäumen oft nicht mehr vorhanden. Hier sollte man meiner Meinung nach noch mal einige Euro in die Hand nehmen, denn ich hätte gerne gewußt, welche Gewächse mich hier erfreuen.

So wie dieser Baum mit bunt gefärbtem Herbstlaub.

Oder um welche Eiche es sich hier handelt.

Anhand der markanten Fruchtschalen könnte es sich um die Valoneneiche, Knoppereiche oder Arkadische Eiche (Quercus ithaburensis) handeln. Sie kommt ursprünglich in Südwestasien vor.

Nah verwandt mit den Eichen ist die Edel – Kastanie (Castanea sativa). Sie trägt hier reichliche Früchte.

Typisch, ihre langen, sehr wehrhaften Stacheln. Die Früchte sind auf den Weihnachtsmärkten in gerösteter Form kaum wegzudenken. Die echten Maronen!

Es dürfte ein Lebensbaum sein (Thuja occidentalis).

Wir erreichen den Zigeleipark oder den Park der Solidarität.

Die Stockenten (Anas platyrhynchos) fühlen sich auf und am Ziegeleiteich sehr wohl.

Die Natur wird urwüchsiger. Wir haben das Köppernitztal erreicht.

Ein monströser, etwas betagter Schwefelporling (Laetiporus sulphureus).

Schließlich erreichen wir das Eingansportal des Wismarer Tierparks. Ab jetzt kostet es Eintritt, aber um diese Zeit ist hier bereits feierabend.

Ein Lackporling (Ganoderma spec.) bekommt zuwachs.

Eine altehrwürdige Brücke uberspannt die Köppernitz.

Unser Erinnerungsfoto von einer schönen Runde durch Wismar`s grüne Lungen. Leider waren wir nur drei, wir brauchen dringend Nachwuchs! 14.August 2018.

Wann startet die nächste Vereinsexkursion? – Siehe unter Termine!

11. August 2018 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Wiesen – Champignons

Sie führte durch die Blockkoppel bei Lübz

Nicht nur Nadelforste, nein, auch vielversprechenden Buchenwald finden wir in der Blockkoppel, unweit der mecklenburgischen Bierbrauerstadt Lübz vor.

Mitte August beginnt bereits in der Aspektabfolge eines durchschnittlichen Pilzjahres der Herbst (Mitte August – Mitte Oktober). Er ist die Hochzeit vieler heimischer Großpilze. Die Witterungsbedingungen müssen allerdings stimmen, um unsere Lieblinge jetzt schon reichlicher sprießen zu lassen. Trockenheit und hochsommerliche Hitze, so wie auch in diesem Jahr, können aber die Erwartungen dämpfen. Seit Ostern hat es meist nicht mehr nennenswert geregt. Das Frühjahr äußerst bescheiden und seit dem kaum noch ein Frischpilz. Die Landschaft ist verdorrt. Nur punktuell mal kräftigere Gewitterschauer, die dann mal einen ganz vereinzelten Frischpilz zulassen. So war es auch heute. Hier einige Bilder:

Wir starten.

Ein Rotrandiger Baumschwamm (Fomitopsis pinicola) mit üppiger Zuwachskannte.

In jedem Wald, der was auf sich hält, finden wir auch die „deutsche“ Eiche.

An abgebrochenen Eichen – Ästen können wir sehr oft den Eichen – Rindensprenger (Vuilleminia comedens) finden. Er entwickelt sich als wachsartige Kruste unter der Rinde und sprengt diese schließlich auf. Der Rindensprenger ist ein Ständerpilz und gehört zu den Prachtrindenpilzen.

Sabine aus Schwerin hat an diesem Eichen – Rundholz weiteres, pilzliches Leben entdeckt.

Nähmlich den Rotbraunen Borstenscheibling (Hymenochaete rubiginosa). Wir finden diesen rindenartigen Ständerpilz fast außschließlich an totem Eichenholz, allenfalls in Südeuropa auch noch an Esskastanie.

Meist aus Buchenwurzeln in der Tiefe des Waldbodens ausgehend, arbeitet sich der Wurzel – Schleimrübling (Xerula radicata) an das Tageslicht empor. Je tiefer die Wurzel des Wirtes, desto länger die Pfahlwurzel des essbaren Blätterpilzes.

Der braune, dünnfleischige Hut ist von einer Schleimschicht überzogen und oft runzellig gestreift.

Die glasigweißen Lamellen können etwas frei stehen oder mit zahn in den ohnehin gestreiften Stielansatz übergehen.

Die jeweiligen Zuwächse des mehrjährigen Flachen Lackporlings (Ganoderma lipsiense) zeichen eine dekorative Zonierung und Struktur auf der Fruchtkörper – Konsole.

Ein von Hitze und Sonne gezeichneter Fruchtkörper des Kiefern – Braunporlings (Phaeolus schweinitzii). Wir finden ihn nicht nur am Fuß älterer Kiefern, sondern auch an Fichte, Douglasie oder so wie hier, an Lärche. Ungenießbar.

Eine Stinkmorchel (Phallus impudicus) ist frisch geschlüft. Bald werden Assfliegen den dunkelgrünen Sporenschleim auf der Haube abweiden.

Hier ist die Arbeit bereits getan. Auch Ameisen finden offensichtlich Interesse an dem Pilz und werden an ihren Beinchen weitere Sporen davon tragen.

Unter Buchen eine kleine Überraschung: Täublinge. Es handelt sich sehr wahrscheinlich um den Violettstieligen- oder Pfirsich – Täubling (Russula violeipes). Grünliche bis rötliche Farbtöne auf dem Hut lassen aber auch an den Brätlings- oder Samt – Täubling denken. Essbar sind sie aber dennoch, obwohl nicht gerade sehr Delikat.

Nach dem der Buchdrucker auf diesem alten Holzknüppel sein Werk vollendet hat, haben sich Blutmilchpilze (Lycogala epidendron) eingefunden.

Und auch hier haben wir wieder etwas entdeckt.

Es sind frische Waldfreund – Rüblinge (Collybia dryophila). Ansich nichts besonderes und ab Mai einer der häufigsten Waldpilze. Es sind die ersten, die ich in diesem Dürre – Jahr zu Gesicht bekomme. Essbar.

Ein Taschentuch auf einen Ameisehaufen legen, es mit Säure bespritzen lassen, Krabbeltierchen abschütteln und die Nase schnauben. Dass kam mir bekannt vor. Unser Urgestein Helga Köster, die aus gesundheutlichen Gründen leider nicht mehr mitwandern kann, tat es regelmäßig.

Ein herrliches Buchen – Waldstück. Wenn es nur nicht so trocken wäre!

Wenig Pilze – wenig Leute war auch heute wieder das Motto unserer Lehrwanderung. Und zum kennen lernen gab es immerhin einiges. Erinnerungsfoto vom 11. August 2018 in der Blockkoppel bei Lübz.

Wann starten wir zur nächsten Wanderung? – Siehe unter Termine!

Und am Abend noch zur Hansesail

Seit vielen Jahren findet in Rostock/Warnemünde die Hansesail statt. Traditionssegler aus aller Welt geben sich hier ein Stelldichein im Rahmen eines großen, maritimen Volksfestes. Wir (Irena, Jonas und ich) waren noch nie dabei und entschloßen uns heute Abend ganz spontan, dort einmal vorbei zu schauen. Hier einige Impresionen:

Auch das Wetter wußte die feierliche Stimmung zu würdigen. Immer wieder schießen mächtige Gewittertürme über dem warmen Ostseewasser empor. Die Königin aller Wolken!

Sie wachsen zusammen und es entsteht eine viele kilometerlange Gewitterfront. Kein Wunder, wenn höhenkalte Luft über das 20 bis 25 Grad warme Ostseewasser streicht.

Das Riesenrad am Warnemünder Ostseestrand ist weithin in der Abenddämmerung zu sehen.

Die russische Viermastbark Sedov ist mit 117,5 m länge und 14,9 m breite die zweitgrößte Segelyacht der Welt. Gebaut im Jahre 1921 in Kiel.

Immer wieder bilden sich neue Gewitterwolken und sorgen mit ihrem Blitzfeuerwerk und donnergrollen für eine mystische und düster romantische Stimmung. Da das Höhenfeuerwerk in Warnemünde in diesem Jahr abgesagt wurde, sorgte das Wetter für Ausgleich.

Wasser zu Wasser. Diesen Wolkenbruch hätten wir gerne über einem unserer Pilzreviere gehabt!

Besser konnten wir den Zeitpunkt unseres Sail – Besuches wohl kaum wählen. Wir durften dem Auslaufen eines Kreuzfahrtschiffes der Pullmantur – Cruises Rederei beiwohnen. Es schippert unter der Flagge Maltas.

Gute Fahrt und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel würde der Seemann sagen.

Nachdem die Natur in Warnemünde die Aufgabe des Feuerwerks übernahm, fuhren wir noch zum Rostocker Stadthafen. Hier gab es ein wunderschönes  Höhenfeuerwerk.

Wer also noch nicht in Rostock zur Hansesail war, bitte das zweite Wochenende im August 2019 vormerken!

28. Juli 2018 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Wiesen – Champignons

Sie führte durch die Wälder um Groß Labenz

Waldlichtung im sogenannten Wildacker bei Groß Labenz am 28.07.2018.

Viele bunte Täublinge bevölkern im Sommer und Herbst in der Regel unsere Wälder und Parkanlagen. Sie gehören zusammen mit den Milchlingen zu den Sprödblättlern. Ihre Lamellen und oft auch der gesamte Fruchtkörper sind recht brüchig. Ihr Stiel bricht beispielsweise wie ein Stück Apfel. Er fasert nicht auf. Streicht man mit den Fingern über die Lamellen, splittern sie einfach weg. Bei den Milchlingen tritt außerdem eine milchige Flüßigkeit aus. Es gibt sie in hunderten Arten. Für den Speisepilz – Fan sind die milden unter ihnen durchaus interessant, denn alles was nicht bitter oder scharf schmeckt (Lamellen kosten), kann in den Korb und später in die Pfanne wandern. Ein wenig Artenkenntnis wäre aber durchaus angebracht, will man die schmackhaftesten unter ihnen heraus fischen. Und das lohnt durchaus. Ein Speise- oder Frauen Täubling stellt viele der volkstümlichen bekannten Speisepilze geschmacklich in den Schatten. Widerlich sind hingegen die scharfen Arten. Aber auch das Sammeln von Täublingen und Milchlingen setzt voraus, dass man die wichtigsten und gefährlichsten Giftpilze kennt! Eine geführte Lehrwanderung bietet sich dazu bestens an. Anders im Sommer 2018. Täublinge und Milchlinge und auch fast alle anderen Arten sind aufgrund der außergewöhnlichen Trockenheit und der lang anhaltenden Wärmeprioide verschollen. Es gibt kaum Frischpilze. Nur mit sehr viel Gück ist das eine oder andere Exemplar zu finden. Hier einige Fotos von heute. Sonne und Hitze um 30 Grad machten uns allerdings etwas zu schaffen.

Unter dem Motto „Wenig Pilze – wenig Leute“ ist der Startschuss gefallen.

Für den Schuppigen Sägeblättling (Lentinus lepideus), den wir an besonders exponierten Kiefern – Stubben finden können, kann es nicht heiß und trocken genug sein. Der zähfleischige Blätterpilz, mit den sägeblattartigen Lamellenschneiden, ist allerdings ungenießbar.

Der Loofsee ruht still in der Sommerhitze.

Judasohren (Hirneola auricula – judae) hoch oben an einem alten Holunderbusch.

Wie so oft mit dem Holunder – Rindenschichtpilz (Lyomyces sambuci) vergesellschaftet.

In der Grasnarbe eines etwas schattigeren Waldweges ein Exemplar eines zarten, filigranen Blätterpilzes, des Goldmistpilzes (Bolbitius vitellinus). Erhrlich gesagt, mit solchen Eintagsfliegen hätte ich bei diesem trockenen Hitzewetter nicht gerechnet.

Mistpilze stehen den Tintlingen nahe. Diese hätten allerdings keine bräunlichen, sondern grauschwärzliche Lamellen und zerfließen in der Regel in eine schwarze Sporenmasse, sie gehen also in Autolyse über.

Dieser leicht giftige Dickschalige Kartoffel – Hartbobist (Scleroderma citrinum) hat auch schon etwas gelitten.

In vielen Wäldern sind immer noch die Auswirkungen der vergangenen Herbst- und Winterstürme zu sehen.

Der schöne und recht fleischige Samtpfuß – Krempling (Paxillus atrotomentosus) bezieht Feuchtigkeit und Nährstoffe aus dem Holz alter Fichtenstubben. Markant ist sein braunsamtiger, kräftiger und oft seitlich stehender Stiel. Zwar irgendwie essbar, aber kein Hochgenuß. Soll eher muffig schmecken und das Kochwasser blau färben.

Gedenkstein an einen verdienten Forstdirektor.

Und genau vor diesem entstand unser heutiges Erinnerungsfoto. 28. Juli 2018.

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14. Juli 2018 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Wiesen – Champignons

Sie führte durch die Wälder bei Groß Raden

Aufbruch in den Rosenower Wald.

Unweit von Sternberg befindet sich der Ort Groß Raden. Bekannt auch durch das Archäologische Freilichtmuseum mit seinem nachgebildeten Slawendorf und Burganlage. Sommers wie winters einen Besuch wert. Hier kann man viel wissenswertes aus jener Zeit, insbesondere über Siedlungsweise und Bräuche der Slawen, erfahren. Wir haben uns aber in der waldreichen Umgebung nach Großpilzen umgeschaut. Zu Anfangszeiten des Steinpilz – Wismar boten wir von hier aus regelmäßig Pilzwanderungen an. Der Rosenower Wald bietet mit Laub- und Nadelbäumen auf unterschiedlichen, meist aber sandigen Böden, diesbezüglich viel Abwechslung. Insbesondere der klassische Pilzsucher kann hier durchaus fündig werden bezüglich Maronen, Pfifferlingen und Steinpilzen. Heute war, bis auf eine Handvoll Pfifferlinge, nichts von genannten Arten zu sehen. Die lange Trockenheit ließ in den sandigen Nadelforsten kaum Frischpilze zu. Besser sah es in den alten Buchenwäldern auf teils kalkhaltigen Böden in Höhe des  Freilichtmuseums aus. Dort konnte der Tatbestand einer Lehrwanderung zumindest ansatzweise erfüllt werden. Hier einige Impressionen:

Auf den besseren, kalkhaltigen Böden unter mächtigen Buchen war das pilzliche Sommerleben inzwischen erwacht. Allerdings immer noch etwas auf Sparflamme.

Unsere jüngste Teilnehmerin fand auch die meisten Pilze. Gleich zu Beginn ein alter, feucht liegender Holzknüppel mit großen Judasohren. Sie waren durch den letzten Regen wieder aufgefrischt.

Auch eine Handvoll Blasser Laubwald – Pfifferlinge (Cantharellus pallidus), es kamen noch einige hinzu, gingen auf ihr Konto. So gibt es heute Abend Rührei mit Pfifferlingen.

Ein, mit stark zersetztem Buchenholz übersäter Standort, brachte gleich mehrere Pilzarten hervor. Hier sind es etwas reifere Gelbstielige Dachpilze (Pluteus romellii). Aber auch der leicht psychoaktive Graublaue Dachpilz war hier zugegen.

Aber auch junge Korallenpilze wuchsen auf dem stark vermoderten Holz. Es dürfte sich um eine junge Steife Koralle (Ramaria stricta) handeln. Da es auch giftige Bauchweh – Korallen, die ähnlich aussehen können, gibt, sollten diese Pilze in der Küche keine verwendung finden.

Je tiefer die Wurzel der Buche, aus dem der Pilz herauswächst, im Boden steckt, desto länger die Pfahlwurzel des Pilzes. Die Hüte des Buchen – Schleimrüblings (Xerula radicata) können ein Mischpilz – Gericht bereichern.

Angeregt durch die letzten Regenfälle schiebt ein gesunder Perlpilz (Amanita rubescens) aus dem Buchenlaub. Rötendes Fleisch, geriefte Manschette, einfache, ungerandtete Stielknolle und grauschorfige Hüllreste auf dem Hut, sind eine sichere Merkmals – Kombination, um ihn vom giftigen Pantherpilz zu unterscheiden.

In dem kakhaltigen Altbuchenwald war heute der scharfe Honig – Täubling (Russula veternosa) die häugste Art dieser umfangreichen Gattung. Die verwaschenen, rosarötlichen Färbungen, die gelben Lamellen in Kombination ihrer Schärfe sowie der Standort charakterisieren diese nicht sehr häufige Art bestens. Ungenießbar.

Dieser Flache Lackporling (Ganoderma lipsiense) befindet sich in seiner Sporulationsphase. Nicht nur er selber, auch seine nähere Umgebung wird dabei mit einbezogen.

Ein vom Goldschimmel bereits völlig überzogener Filzröhrling. Während obiger Lackporling zimtbraunes Sporenpulver abwirft, ist dieses beim Schimmelpilz goldgelb.

Wunderschön, diese „Eintagsfliegen“ aus der Pilzwelt. Ein Scheibchen – Tintling (Coprinus spec.), aber welcher? Es gibt einen Klein- und einen Großsporigen. Leider hatten wir kein Mikroskop dabei.

Ein Kinderspiel ist hingegen die Bestimmung des leckeren Frauen – Täublings (Russula cyanoxantha) durch seine geschmeidigen, verklebenden Lamellen, geht man mit den Fingern drüber. Pilz des Jahres 1997.

Vielen Dank an unsere Berliner Fotografin, die uns so schön in Szene setzte. Übrigens bestand die kleine Wandertruppe, außer meiner Wenigkeit, außschließlich aus sehr netten Berlinern, die gerade in Sternbeg Urlaub machen. 14. Juli 2018 im Rosenower Wald bei Groß Raden.

Wann starten wir wieder in die Pilze? – Siehe unter Termine!

10. Juli 2018 – Treffen der Pilzfreunde

Treffen der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Thema: Missbildungen und ungewöhnliche Wuchsformen bei Pilzen

Kurioses erlebt man immer mal wieder. Hier sind es zwei Wollige Milchlinge (Lactarius vellereus) übereinander. Der eine macht es sich auf dem anderen gemütlich. Er wurde bei der Streckung einfach mit hochgehoben und wird vom unteren Fruchtkörper miternährt.

Ein Themenabend stand heute wieder auf dem Programm. Wir haben uns um kuriose Wuchsformen und Mißbildungen von Pilzfruchtkörpern gekümmert. In Wort und Bild konnten wir anhand verschiedener Beispiele nach möglichen Ursachen forschen. Wie entsteht Riesenwuchs? Welche Umweltfaktoren spielen eine Rolle?  Können Parasiten- und Virusbefall oder auch genetische Defekte ursächlich sein?  Deformierungen der Fruchtkörper bis zur Unkentlichkeit kommen vor. So kann beispielsweise der allbekannte Lacktrichterling plötzlich zur Morchel werden. Maipilze bilden häufig unförmige Fruchtkörperklumpen aus. Es gibt sowohl Zwergen-, wie auch Riesenwuchs.

  Wann treffen sich die Pilzfreunde wieder? – Siehe unter Termine!

08. Juli 2018 – Vereins- und Kartierungsexkursion

Vereinsexkursion der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Ziel war der Fahrenhorst bei Lübz

In Höhe des Bermuda – Dreiecks, an der Elde – Müritz – Wasserstraße, war Treff.

Unsere Vereinsexkursionen sollen in erster Linie der Pilzkartierung dienen. Wir befinden uns hier im Meßtischblatt – Quadranten 2538/2, also deutlich südlicher als unser herkömmlicher Bereich, den wir uns vor vielen Jahren als Grenze der Nordwest – Kartierung Mecklenburgs gesetzt haben. Das bedeutet aber nicht, dass in diesem Gebiet noch keine Bestandsaufnahmen in punkto Pilzvorkommen gemacht wurden. So erschien bereits im Jahre 1956 das Buch „Grundlagen einer Pilzflora des Kreises Lübz“ von Walter Dahnke. Er war ein großer Heimatforscher und Naturkundler in der Region Parchim/Lübz. Ihm zu Ehren wird heute alljährlich der regionale „Walter Dahnke Umweltpreis“ für herausragende Akivitäten und Leistungen im Bereich Umwelt- und Naturschutz vergeben.

Wie dem auch sei, die Umwelt ist ständigen Veränderungen unterlegen und es macht jederzeit Sinn dieses zu dokumentieren oder bekanntes als noch vorhanden wieder zu entdecken. Neues kommt allemal hinzu. In diesem Sinne unternahmen wir heute einen Streifzug durch für uns noch weitgehend unbekanntes Gebiet. Trotz der großen Trockenheit wurden wir den Umständen entsprechend auch fündig. Hier einige Bilder:

Der Elde – Müritzkanal mit dem Bermuda – Dreick, von der dortigen Brücke aus aufgenommen.

Zunächst ging es den bewaldeten Damm an der Wasserstraße entlang.

Es dauerte nicht lange und der erste Frischpilz lachte uns an. Ein Wurzel – Schleimrübling (Xerula radicata) schiebt sich durch das Buchenlaub an`s Tageslicht.

Mit seiner mehr oder weniger langen Pfahlwurzel entspringt er der Pflanzenwurzel seines Wirtsbaumes, der Rotbuche. Kein Wunder, dass er auch bei Trockenheit erscheinen kann. Hüte essbar.

Obwohl er ein Weißsporer ist, verfärben sich die Lamellen bei alten Fruchtkörpern mitunter rosa. Damit könnte er von weniger kundigen Pilzfreunden möglicherweise den Dachpilzen zugeordnet werden. Der Wurzel – Rübling war heute allgegenwertig und damit Aspektbildend.

Hochgewachsene Buchenwälder säumen den Kanal. Sohn Jonas ist inzwischen auch hochgewachsen. Als er noch klein war, hat er hier bereits Pilze gesucht und damals sogar noch mit Begeisterung. Ich habe im Archiv ein Foto, wie er stolz mit einem riesigen Steinpilz posiert, denn er hier gefunden hat.

Aber so richtig ist ihm der damalige Fund wohl nicht mehr bewußt.

Diese Rotbraunen Riesenträuschlinge (Stropharia rugosoannulata) sind bereits jehnseits von gut und böse. Sie wuchsen am Rande eines großen Haufens von Holzhäcksel, direkt am Kanal.

Und direkt oben drauf leuchteten noch viele weitere Pilze. Es handelt sich um Seidige Dachpilze (Pluteus petasatus). Die nicht häufige Art wuchs hier in allen Altersstadien aus dem Häcksel heraus. Gut ist der seidige Glanz auf der weißen Huthaut der ausgereiften Pilze zu sehen.

Ganz jung sind die Fruchtkörper – Anlagen schokoladenbraun. Bei der Streckung zerfällt das braune Velum in zahlreiche Schüppchen. Im weiteren Verlauf vereinzeln diese immer mehr und der seidig – weiße Untergrund wird dominanter. Ein zweiter deutscher Name lautet daher auch Braunschuppiger Dachpilz.

Eine blasse Form der Gelben Lohblüte (Fuligo septica) auf einem liegenden Buchenstamm.

Die gleiche Schleimpilz – Art im fortgeschrittenen Entwicklungsstadium.

Und etwas später nochmals ein Seidiger Dachpilz (Pluteus petasatus). Dieses mal wie es sich gehört, an einem Baumstumpf. Es gibt Jahre, da bekomme ich die Pilzart kaum zu Gesicht. So häufig wie in diesem trockenwarmen Frühling und Sommer fand ich den Pilz noch nie! Möglicherweise handelt es sich um eine thermophile Art.

Dachpilze gehören zu den Freiblättlern. Das heißt, die Lamellen erreichen nicht den Stiel. Sie stehen frei. Außerdem produzieren sie ein fleischrötliches Sporenpulver, das im laufe ihrer Entwicklung auch die zunächst weißen Lamellen entsprechend verfärbt.

Ein alter, mumifizierter Stielporling (Polyporus specc.). Für mich nicht mehr eindeutig zuzuordnen, aber dennoch schön und ein Foto wert.

Solche Kahlschläge erinnern an die wirtschaftsweise zu DDR – Zeiten. Hektarweise wurde abgeholzt und neu aufgeforstet. Das hatte für uns Pilzfreunde negative wie positive Seiten. Ein langjähriges Pilzrevier verschwindet zwar plötzlich, aber aufgeforstete Jungbestände können Jahre später reich an bestimmten Speisepilzen sein und zuvor können solche Kahlschläge im Herbst zentnerweise Hallimasch produzieren.

Und das war unsere kleine Truppe heute: Irena, Robert, Jonas und Reinhold. 08. Juli 2018 im Fahrenhorst.

Wann starten die Pilzfreunde zur nächsten Exkursion? – Siehe unter Termine!

30. Juni 2018 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Wiesen – Champignons

Durch die Jager Tannen bei Dobbertin

Weniger Tannen, vielmehr Kiefern, aber auch Fichten, Birken, Buchen und Eichen finden wir in den Jager Tannen am Dobbertiner See vor. Der Begriff Tannen stammt ursprünglich von der Landbevölkerung, für die ein Nadelwald umgangssprachlich die „Dannen“ waren.

In der Aspektabfolge eines Pilzjahres endet heute der Zeitraum des Frühsommers. Am 01. Juli beginnt also schon der Hochsommer – Aspekt. Bei günstigen Bedingungen kann es an der Pilzfront jetzt schon sehr vielseitig und auch vielverprechend werden. Leider ist dieses zur Zeit nicht der Fall. Monatelange Trockenheit verhindert ein nennenswertes Frischpilzaufkommen. Eigentlich könnten nun immer häufiger wärmeliebende Röhrlingsarten auftauchen. Auch Täublinge und Milchlinge sowie Champignons sind nach kräftigen Regenfällen fast überall präsent und die gesuchten Pfifferlinge können zur Hochform auflaufen. Sie lieben allerdings nasse Sommer, wie den von 2017. Wie dem auch sei, es ist eine Lehrwanderung und zum lernen gibt es immer etwas zu entdecken. Das Waldgebiet grenzt im übrigen an den idyllisch gelegenen Dobbertiner See. Hier einige Impressionen von unserer pilzarmen, dafür aber landschaftlich reizvollen Wanderung:

Zur Einstimmung brachte uns Pilzfreund Robert gleich ein Prachtstück von Wurzel – Rübling (Xerula radicata) mit Korkenzieher aus einem Wald bei Banzkow mit.

Auf geht es! Wir waren heute allerdings nur vier Leute, dem geringen Pilzaufkommen angepaßt.

Dieser Flache Lackporling (Ganoderma lipsiense) hat Hindernisse während seines Wachstums mit eingeschlossen.

Goldschimmel (Hypomyces chrysospermus). Er befällt ausschließlich Röhrlinge, vor allem Rotfüßchen, Ziegenlippen, Maronen – Röhrlinge und Kahle Kremplinge. Giftig!

An einer schattigen Stelle im Gebüsch unzählige, kleine und zarte Blätterpilze. Es sind Gesäte Tintlinge (Coprinus disseminatus). Ohne Speisewert.

An Schlehdorn (Prunus spinosa) finden wir häufig den Pflauen – Feuerschwamm (Phellinus tuberculosus). Er verursacht in den Gehölzen eine wenig aggressive Weißfäule.

Feriensiedlung am Dobbertiner See.

Der Schiefe Schillerporling (Inonotus obliquus), besser bekannt unter der Bezeichnung Chaga, ist ein sehr beliebter Vitalpilz. Das holzig/korkige Innenleben des an Birken vorkommenden Porlings wird zerbröselt und als Tee – Aufguß getrunken. Schade, dass unser einstmals sehr aktive Pilzfreund Jürgen, der kaum eine Wanderung ausließ, verzogen ist. Er gilt als Liebhaber dieses Pilzes und trinkt fast täglich einen Aufguß. Hier hätte er sich bevorraten können. Viele alte Birken und häufig auch vom Tschaga besiedelt. Lieber Jürgen, falls du diese Zeilen lesen solltest, wir haben an dich gedacht und herzliche Grüße nach Brandenburg!

Eine kleine Einbuchtung des Dobbertiner Sees. Mecklenburg ist reich an idyllisch gelegenen Seen und Wäldern! Nicht nur der Ostseestrand bietet Erholung, wer die Ruhe genießen möchte, macht an solchen Orten Urlaub.

Auch eine Boots- und Angeltour bietet sich an. Der Dobbertiner See soll ein klasisches Zander – Gewässer sein. Am besten geht es mit Boot und Echolot hinaus.

Natürlich darf auch gebadet werden.

Zu besseren Zeiten dürfte unter diesen Eichen wohl auch der Pilzfreund auf seine kosten kommen.

Nicht nur der Schiefe Schillerporling war an den alten Birken des öfteren zu sehen, auch Zunderschwämme (Fomes fomentarius) lieben diese Baumart.

Zwischen den älteren Kiefern wird mit Douglasien aufgeforstet. Um die jungen Bäume vor Wildverbiss zu schützen, wurde ein Zaun gezogen.

Der Eichen – Mehltau (Microshaera alphitoides) war auf vielen Blättern zu sehen.

Ein Büschel Glimmer – Tintlinge (Coprinus micaceus) am Fuß einer alten Birke.

Aus technischen Gründen gibt es heute leider kein Gruppen – Foto. Dafür noch ein letzter Blick auf den 400 ha großen und bis zu 11 m tiefen Dobbertiner See. 30. Juni 2018.

Danach begaben wir uns in das beliebte Eiskaffee Kentzler in Dobbertin zum Eisbecher vernaschen. Immer wenn ich hier unterwegs bin, komme ich an dieser Oase nicht vorbei. Hier werden leckerer Kuchen und Torten in Spitzenqualität sowie köstliche Eis – Spezialitäten zu sehr moderaten Preisen angeboten. Ein Besuch lohnt sich immer!

Wann startet die nächste Wanderung? – Siehe unter Termine!

16. Juni 2018 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Wiesen – Champignons

Die Wanderung führte durch den Jassewitzer Busch

Mit einem Alter von bis zu 250 Jahren ist der Jassewitzer Hainbuchenbestand einmalig in unserem Bundesland. 16.06.2018.

Der Jassewitzer Busch ist ein Teilbereich der ehemaligen Staatsforst Jamel. Mit einem Alter von bis zu 250 Jahren sind diese Hainbuchen bereits deutlich über die natürliche Lebenserwartung dieser Baumart hinaus. Im Juni 2001 wurde der märchenhaft anmutende Wald zum Schutzwald erklärt. Ursprünglich dienten die Kopfhainbuchen der bäuerlichen Wirtschaft (Bauernwald) zur Laubheu- und Brennholzgewinnung. Auch wird das Holz der Hainbuche in verschiedenen Handwerksbetrieben gerne verarbeitet. Alle 3 – 4 Jahre wurden diese Bäume beschnitten, so dass sie eine an Kopfweiden erinnernde Erscheinungsform annahmen. Der Jessewitzer Busch nimmt etwa 22 ha ein. Er ist umrandet mit natürlich belassenen Mischwäldern. Im weiteren Umfeld finden wir vor allem Buchen- und Fichtenforste. Siehe auch unter: www.stiftung-naturschutz-mv.de

Es ist zwar erst Mitte Juni, aber wenn die Vorwitterung mitgespielt hätte, währen heute vieleicht auch schon erste, typische Begleitpilze der Hainbuche zu entdecken gewesen. Aber wochenlange Hitze und Trockenheit ließen nur ein Minimum an Frischpilzen zu, davon leider keine typischen Hainbuchen – Begleiter. Ansonsten können im Sommer die nicht seltenen Hainbuchen – Röhrlinge, die von unerfahrenen Pilzsuchern gerne als Birkenpilze mitgenommen werden, auftauchen. Auf den ersten Blick sehen sie auch aus wie ein Kapuziner, sind aber meist etwas kleinwüchsiger und ihr Fleisch verfärbt sich bei Verletzung rasch violettschwärzlich, ähnlich den Rotkappen. Außerdem sind Hainbuchen – Röhrlinge festfleischiger und wohlschmeckender als Birkenpilze. Es gibt noch weitere Begleiter der zu den Birkengewächsen gehörenden Weißbuche, wie sie auch genannt wird. Natürlich wachsen unter ihr auch Allerweltsarten wie Perlpilze oder Speise – Täublinge. Ja, es soll sogar einen speziellen Steinpilz geben, den Hainbuchen – Steinpilz. Heute war von genannten Arten allerdings nichts zu sehen. Hier einige Bilder:

Nur eine Handvoll Pilz- und Naturfreunde versammelten sich bei schwülwarmem Frühsommer – Wetter am Wanderweg zum Jassewitzer Busch.

Rechts des beginnenden Wanderweges informiert eine Schautafel über den einzigartigen Schutzwald.

Die Schautafel mit vielen, wichtigen Informationen.

Wir brechen auf!

Begrüßungs – Logo am Eingang zum Kernbereich des Schutzwaldes. Foto: Ulrich Klerin.

Dieser Phallus ist aufgrund des Wassermangels bereits erschlafft. Gemeine Stinkmorchel (Phallus impudicus).

Die Herbst- und Winterstürme haben auch hier stellenweise für Verwüstungen gesorgt. Nahrung nicht nur für Holzpilze.

Typisch für den Gemeinen Wurzelrübling (Xerula radicata), sind nicht nur seine lange Pfahlwurzel, sondern auch der oft gerunzelte Hut und die Schleimschicht auf selbigem.

Die glasigweißen Lamellen stehen frei und der Hut besitzt wenig Fleisch. Sein Stiel ist steif und brüchig, so dass wir seine Wurzel nicht mit heraus bekommen haben. Essbar, aber minderwertig.

Als teils tierischer Vertreter aus dem Pilzreich oder Zwischenreich von Tier und Pilz (Myxomycet), kann die Gelbe Lohblüte (Fuligo septica) sich fortbewegen. Gut an der Schleimspur zu erkennen, ähnlich einer Schnecke.

Zu dieser Jahreszeit findet man nur alte, abgestorbene Fruchtkörper des Birken – Zungenporlings (Piptoporus betulinus). Der einjährige Porling bildet ab August wieder neue Konsolen aus.

Zweimal im Jahr treibt der Schwefelporling (Laetiporus sulphureus) aus. Zum einen von Ende April bis Mitte Juni und dann wieder von Mitte August bis Anfang Oktober. Aber meist nicht am selben Baum.

Wir erreichen den Jassewitzer Busch. Foto: Ulrich Klein.

Durch beschneiden erhalten die alten Hainbuchen ihr Erscheinungsbild und erinnern an Kopfweiden.

Weit lädt das Kronendach dieser urwüchsigen Bäume aus. Foro: Ulrich Klein.

Ein verwunschener Märchenwald.

Wilde Urwüchsigkeit!

Auch die Rotbuchen am Randbereich können sich sehen lassen! Ulrich Klein war der Fotograf.

Ein schon zähfleischiger Schuppiger Stielporling (Polyporus squamosus) auf einem liegenden Baumstamm.

Auch Feuchtbereiche sind hier vorhanden.

Charakteristisch für die Hainbuche sind ihre knorrig- wulstig geaderten Stamm – Strukturen.

Ein Fall für unseren nächsten Themenabend im Juli – „Ungewöhnliche Wuchsformen bei Pilzen“. So habe ich es beim Rotrandigen Baumschwamm (Fomitopsis pinicola) auch noch nicht gesehen. Dieser Fruchtkörper bildet kugeligen Zuwachs auf der Oberseite aus!

Am selben Stamm etwas höher ein weiterer Fruchtkörper dieser schönen Art. Wir verwenden sie gerne zum Basteln für Adventsgestecke, aber bis dahin ist ja noch ein wenig Zeit!

Junge Flockenstielige Hexen – Röhrlinge (Boletus luridiformis) drängen aus dem vermeintlich trockenen Waldboden. Diese Dickröhrlinge wachsen auch noch bei großer Trockenheit. Sie waren ausgesprochen frisch und saftig. Beim beiseite Zupfen von Gräsern wegen des fotografierens, habe ich sie leider am Hut und Stiel etwas berührt und sie blauten umgehend. Ausgezeichneter Speisepilz. – Will man wirklich bildschöne Schusterpilze finden, so ist das derzeitige Wetter geradezu ideal. Die Pilze werden nicht von Schnecken angefressen, ihre Hüte sind schön samtig und auch die Stiele sind ausgesprochen sauber und farbenfroh. Sie sollten allerdings nicht direkt dem Wind und der Sonne ausgesetzt sein.

Und noch ein Hexenpilz, er wird von Papa, wie es sich gehört, herausgedreht.

Er ist leider nicht mehr der Jüngste, damit es aber für eine Mahlzeit reicht, kann er ausnahmsweise noch mitgenommen werden. Schließlich kam noch ein vierter, größerer, aber jüngerer, hinzu und die Mahlzeit ist gesichert.

Gleich daneben dann der Top – Fund der heutigen Wanderung – der Glänzende Lackporling (Ganoderma lucidum). In einem chinesischen Buch über Heil – und Vitalpilze habe ich gelesen, einen Reishi in natura zu finden, gleicht einem Hauptgewinn im Lotto! Ihm werden unzählige gesundheitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben. Er wird beispielsweise in Kapsel – Form oder als Extrakt im Handel angeboten. Auch Pilzbrut zum selber züchten ist im Angebot. Immerhin gilt er als Pilz der Unsterblichkeit – aber bitte nicht weitersagen!

Der Lotto – Gewinn noch einmal von Ulrich Klein aus einer anderen Perspektive in Szene gesetzt.

Vom Eichenwirrling (Daedalea quercina) sind mir derartige Eigenschaften nicht bekannt. Nur soviel, wer Pilze als Dekoration und zum Basteln verwenden möchte, ist bei dieser Art an der besten Adresse. Die Konsolen erhalten sich nahezu ewig, auch ohne chemischen Behandlung!

Ein Methusalem von Hainbuche oder auch Weißbuche genannt. Die Baumart ist allerdings nicht mit der Rotbuche, sondern mit Birke verwandt!

Eine Feuerstelle lädt zum verweilen ein. Wir entfachten es heute aber nicht. Foto: Ulrich Klein.

Dafür nutzten wir sie für unser Erinnerungsfoto. Geschossen von Ulrich`s toller Kamera. 16. Juni 2018 im Jassewitzer Busch.

  Wann startet die nächste Wanderung? – Siehe unter Termine!

10. Juni 2018 – Vereins- und Kartierungsexkursion

Vereinsexkursion der Pilzfreunde

Sie führte durch den Haushalt Forst bei Zickhusen/Drispeth

In den Buchenwäldern des Haushalt Forstes sind zahlreiche Feuchtbiotope integriert, die noch reichlich Wasser aus den zurückliegenden, niederschalgsreichen Sommer-, Herbst- und Wintermonaten gespeichert haben. Rund um diese Waldttümpel und Gräben herrscht in manchen Jahren eine besonders große Artenvielfalt.

Noch einmal war ein Teilbereich der Haushalt Forst Ziel einer unserer Exkursionen. Es ist sozusagen das Filetstück der drei Forstbereiche, die in alten Flurkarten diesen Namen tragen. Leider gab es hier, wie in fast allen unserer Wälder, forstwirtschaftliche Aktivitäten mit den einhergehenden Störungen für das Pilzaufkommen. Dieses ist besonders hier mit einem lachenden und einem weinenden Auge zu sehen. Viele seltene Arten haben hier ein zuhause gefunden. Insbesondere auch wärmeliebende Pilze. Diese könnten längerfristig vom erhöhten Lichteinfall profitieren. Hier wächst nicht nur der häufige Sommersteinpilz, sondern auch sein naher Verwandter, der Schwarzhütige Steinpilz oder Bronze – Röhrling. Anhängsel – Röhrlinge, Fahle Röhrlinge, Gelbe Rauhfuß – Röhrlinge und Hasen – Röhrlinge sind hier zu hause. Es gibt interessante Täublinge und Milchlinge. Im Herbst Schleierlinge, seltene Korallenpilze, Saftlinge und Schnecklinge. Man könnte die Reihe beliebig forsetzen.

Nun ist es aber noch reichlich früh für die Eröffnung des Raritäten – Kabinets und außerdem sind die Wachstumsbedingungen für Frischpilze aktuell äußerst schlecht, durch die schon monatelange Trockenheit und zeitweilige, hochsommerliche Hitze. Aber gerade derartige Jahre, so unsere Erfahrung, können hier einen Boom auslösen. In heißen Sommern kann es sehr vielseitig werden. Da wir uns aber fast noch im Frühling befinden, und die große Zeit hier von Juli bis September, zumindest was die Sommerarten betrifft, stattfindet, war es heute noch etwas zeitig. Regen ist aber auch hier unabdingbar, um das pilzliche Leben aus der Reserve zu locken. Vorhandene Feuchtigkeit der Sümpfe und Moor – Seen alleine reicht nicht aus. Es erfordert Wasser von oben! Ist es aber einmal losgegangen, so geht es auch ncht so schnell zu Ende. Ganz anders in den Sandwäldern. Hier versickert gefallener Regen ziemlich schnell und die Wachstumssschübe sind kürzer. Wir wollten trotzdem mal schauen, was es heute hier zu entdecken gibt. Das wir muss allerdings in ein ich umgewandelt werden. Es hatte leider keiner Lust, Zeit oder Interesse an diesem heißen Frühsommertag auf eine Waldexkursion zu gehen. Unser langjähriger, harter Kern, der sicher gekommen wäre, ist leider nicht mehr so gut zu Fuß, so dass ich alleine eine kleine Runde durch dieses herrliche Gebiet drehte. Das Frischpilzaufkommen war äußerst gering. Nur an den Rändern der Waassergräben und Tümpel gab es ganz vereinzelte Täublinge. Hier einige Fotos von heute:

Ein toter Buchenstamm wird u. a. vom Echten Zuderschwamm (Fomes fomentarius) abgebaut.

Die Verbindungsgräben zu den einzelnen Waldtümpeln sind noch gut gefüllt. In manchen Jahren führten sie kaum noch Wasser. An ihren Böschungskannten gab es die einzigen Frischpilze, die ich heute entdecken konnte.

So diese jungen und frischen Fleischroten Speise – Täublinge (Russula vesca). Besonders beim linken Exemplar ist die vom Hutrand zurückgezogenen Huthaut zu erkennen. Der Pilz ist eine Köstlichkeit, auch roh genossen.

Wie immer kniete ich mich zum fotografieren hin. Auf die Böschung am Wassergraben. Alles wirkte raschelltrocken, aber sofort war die Hose am Knie durchgeweicht. Ich dachte zunächst, ich hätte eine Schnecke zerdrückt, aber Fehlanzeide! Der augenscheinlich knochentrockene Waldboden war nicht nur feucht, sondern klitschnass. Kein Wunder, dass die Täublinge so frisch waren!

Die zurückliegenden Herbst- und Winterstürme haben auch hier ihre Spuren hinterlassen. Man kann auch den hohen Grundwasserstand erahnen, denn im Wurzelloch steht das Wasser.

Trotz des trockenheißen Sommerwetters haben die Schnecken ihre Spuren hinterlassen. Frauen – Täubling (Russula cyanoxantha).

Nachdem ich unser wichtigstes Kerngebiet umrundet hatte, brach ich ab und trat die Heimfahrt an. In Wismar angelangt, merkte ich am Hafen, wo ich mein Fahrzeug immer parke, dass der Wind auf Nord/Nordwest gedreht hatte. Morgens wehte er noch aus östlicherer Richtung. Das ist hier meist gut wahrnehmbar, da bei dieser Windrichtung von der Holzindustrie am Haffeld her die „Holzfahne“ weht. Allerdings riecht es nicht so angenehm, wie man es sich bei frisch geschlagenem Wald vorstellt. Ein Zeichen für mich, dass in punkto Niederschlag in Wismar wohl nicht mehr viel passieren dürfte. Die Konvergenz ist ohne große Auffälligkeiten unbemerkt durchgezogen und machte nur durch Windsprung auf sich aufmerksam. Mich interessierte aber, was vor dem Windsprung noch möglich sein kann. Nach dem Mittag zog ich mir die aktuellen Daten des HD Wettermodels bezüglich Gewitterbildung bei Kachelmannwetter herein und entschloß mich umgehend, in die südöstlicheren Regionen zu fahren, wo es noch zünden könnte. Hier mein Bericht zur

Gewitterlage am 10. Juni 2018 in MV

Kaum aus Wismar raus, ging es wie an einer Perlenschnur an der Konvergenzlinie in südöstlicher Richtung wie berechnet hoch. Das Foto enstand gegen 12.45 Uhr bei Lübow.

Etwa 10 Minuten später von Jesendorf aus aufgenommen. Ich war schon etwas näher dran und im Hintergrund wird der Himmel milchig. Das ist bereits der Eisschirm eines aktiven Gewitters weiter südlich. Wir werden uns noch begegnen!

Von gleicher Stelle ein Blick in Richtung Westen. Auch hier beginnt es zu quellen, aber nur flach, ohne den nötigen Auftrieb. Hier ist die Luft raus, die Konvergens durch und die Verhältnisse stabiler!

Eine viertel Stunde später aus der Region am Keezer See fotografiert. Langsam wird es ernst, die Quellungen werden mächtiger und bilden eine solide Basis aus. Das ganze beginnt sich zu einer Gewitterlinie zu organisieren. Das es etwas weiter weg schon zur Sache gehen dürfte, lassen die höheren Eiswolken erahnen.

Nach weiteren 20 Minuten stehe ich am Ortseingang der mecklenburgischen Kleinstadt Crivitz. Die Reise endet hier ersteinmal. Ein gigantisches Wolkengebirge hat sich vor und über mir aufgetürmt und massiv mit Feuchtigkeit aufgeplustert. Der Gewitterausbruch steht unmittelbar bevor und ich suchte Schutz bei der dortigen Tankstelle. Bevor sich das Gewitter weiter organsiert und es in kürze zur Sache gehen wird, schnell noch ein Eis geschleckt. Immerhin ist es noch drückend heiß und schwül.

Auch gegenüber, in Richtung Nordosten, geht es jetzt hoch!

Immer besser organisierte Wolkenstrukturen bilden sich heraus und lassen den Unwettercharakter eines Schwergewitters bereits erkennen.

Wilde Strukturen am Böenkragen zeugen von starken Turbulenzen. Von solchen Formationen können auch Tornados ausgehen!

Manche Wolkenfetzen scheinen fast den Erdboden zu berühren.

Die Regen- und Hagelwand kommt bedrohlich nahe. Der Wind frischt stürmisch auf, Blitze erhellen das mystische Spiel und schwere Donnerschläge signalisieren einem, sich unverzüglich in Sicherheit zu bringen.

Der Gewittersturm peitsch den ersten Regen waagerecht durchs Gelände. Die Bäume sind dem Toben der Naturgewalten schutzlos aufgeliefert.

Der Regen erlaubt nur noch wenige Meter Sicht und verschluckt die Landschaft. Ein dicker, gleißend weißer „Hausrüttler“ schlägt kurz nach dem Foto direkt in Blickrichtung auf dem Acker ein.

Im Handumdrehen steht der gesamte Außenbereich der Tankstelle unter Wasser. Es droht in den Verkaufsraum einzudringen!

Das Gewitter zieht in nordöstlicher Richtung ab. Es bewegte sich als geschlossene Gewitterfront auf die Hansestadt Rostock zu. Auch in Vorpommern waren zu diesem Zeitpunkt zahlreiche Gewitterzellen entstanden, die sich verclusterten und zu einer großflächigeren Überregnung führten. Für das Getreide kam der Regen zu spät. Es scheint bereits ausgereift zu sein.

Der Gewitteraufzug in Keez. Foto: Irena Dombrowa.

Große Pfützen auf den Waldwegen der Barniner Tannen bei Crivitz. Das Wasser versickert auf den sandigen Böden fast so schnell, wie es gekommen ist.

Oder verdunstet sogleich wieder, so wie hier im Revier Weiße Krug bei Groß Görnow.

Man könnte fast meinen, im Wald bei Graupenmühle wäre ein Brand ausgebrochen.

Und hier, weil es so schön ist, noch ein Panorama Blick auf das aufziehende Gewitter bei Crivitz. Schön ist auch die Shelfcloud ausgebildet. Ganz herzlichen Dank an Mutter Natur für diesen herrlichen Sommertag mit Musik! 10. Juni 2018.

Wann startet die nächste Vereinsexkursion? – Siehe unter Termine!

02. Juni 2018 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Wiesen – Champignons

Das Haselholz bei Schwerin war unser Zielgebiet

Der 2. Juni gilt bei mir als Stichtag für die ersten, kleinen Pfifferlinge. So wurde es mir von meiner früheren Lehrerin Annalotte Heinrich schon als Kind beigebracht und es stimmt! Lohnen tut sich ein diesbezüglicher Pilzgang mit Erfolgsaussichten aber meist erst ab Mitte des Monats. Hier sehen wir die gelbe Normalform des Eierschwamms (Cantharellus cibarius) gemeinsam mit einer seltenen Albino – Form.

Aufgrund der langanhaltenden, trockwarmen Witterung, war von Pfifferlingsbrut leider nichts zu sehen. Und es kam noch schlimmer, nicht einen einzigen Frischpilz konnten wir ausfindig machen! 

In der Aspektabfolge des Pilzjahres befinden wir uns immer noch im Frühling. Die wichtigsten Vertreter dieser Jahreszeit sind nun aber schon verschwunden. Fans von Morcheln brauchten sich also keine Hoffnungen mehr machen. Andererseits hätten wenigstens Schuppige Porlinge oder die leuchtend gelben Schwefelporlinge noch ergiebig sein können, aber auch die zeigten sich uns heute nicht. Das eigentliche Anliegen einer geführten Lehrwanderung konnte aber wenigstens ansatzweise erreicht werden, denn Holzpilze gibt es immer. Es muss ja nicht gleich alles nur für die Pfanne tauglich sein! Hier einige Bilder:

Diese beiden Löwen begrüßten uns am Eingang des Waldfriedhofs am Haselholz, der gleichzeitig Anfangs – und Endpunkt der heutigen Pilzwanderung war.

Durch diese hohle Gasse muss er kommen – der Eingang zum Haselholz.

Der Friedhof am Haselholz ist Schwerins größter Bestattungsort. Ein weitläufiges Gelände mit einem vielseitigen und pilzfreundlichen Baumbestand. Auf den moosreichen Parkrasen unter Kiefern, Fichten, Birken, Eichen und Buchen dürfte es bei entsrechenden Bedingungen im Sommer und Herbst nur so vor Frischpilzen wimmeln!

Wir mußten uns aber mit Holzpilzen begnügen, die ganzjährig und bei jeder Witterung anzutreffen sind. Hier ist es das überaus häufige Flächige Eckenscheibchen (Diatrype stigma) an einem abgestorbenen Birken – Ast. Der rotbraun bis schwarz gefärbte, resupinate Pyrenomycet, entwickelt sich unter der Rinde und bricht diese schließlich auf.

In der Nacht hatte es etwas geregnet und es war nicht ganz so staubtrocken wie in den meisten anderen Regionen derzeit.

Eigentlich ein vielversprechendes Areal, längst dieses Waldweges mit seiner attraktiven Buchenkannte.

Der Wurzelschwamm (Heterobasidion annosum) ist ein beachtlicher Forstschädling. Inbesondere in Fichten – Monokulturen kann er große Schäden anrichten. Hier wächst er am Fuße einer alten Rotbuche. Er dringt durch die Wurzeln in die Bäume ein und erzeugt eine Stammfäule. Besonders  Ackeraufforstungen können betroffen sein. Es wird auch versucht, mit Phelbiopsis gigantea, dem Großen Zystidenkammpilz, gegenzusteuern. Ein Holzpilz, der auf Kriegsfuß mit dem Wurzelschwamm steht.

Der Korb bleibt heute leider leer.

Der Striegelige Schichtpilz (Stereuem hirsutum) ist einer der häufigsten Holzpilze überhaupt. In nahezu keinem, etwas älteren Laubholz – Bestand, dürfte er fehlen. Seine striegelig – filzige Oberseite und die glatte Unterseite sind typisch für die Art. Diese Konsolen stammen aus der letzten Saison und haben schon reichlich Algen angesetzt.

Ebenfalls sehr häufig kommt der Flache Lackporling (Ganoderma lipsiense) an Laubholzstümpfen und alten Bäumen vor. Hier sehen wir anhand seiner wulstigen Struktur die einzelnen Wachstumsschübe seiner Entwicklung. Links unten wird gerade wieder frisch angebaut (weiß).

Echter Zunderschwamm (Fomes fomentarius) an einem liegenden Birkenstamm. Da aus der Fruchtschicht in dieser Position die Sporen nicht mehr ausgeworfen werden können, wurde sie versiegelt. Bei genug Nährstoffen im Holz, bildet der Pilz oft sogar den ganzen Fruchtkörper um und baut eine neue Fruchtschicht auf. Geotropismus wird das dann genannt.

Wir wanderten auf alten Spuren!

Diese Spur führt nach Parchim.

Dieser Ort kam mir bekannt vor. Sohn Jonas spielte hier gerne in seiner Kindergartenzeit im Schweriner Stadtteil Krebsförden. Erst wenige Jahre her, inzwischen ist er uns über die Köpfe gewachsen. Heute hätte er wohl dafür nur ein müdes Lächeln übrig gehabt, wäre er mit dabei gewesen. Wie doch die Zeit vergeht!

Auch wenn Jonas nicht mehr kommt, die kleinen Frischlinge scheinen trotzdem gut gelaunt zu sein.

Kein Wunder, denn Mama Sau ist ja bei ihnen und gibt ihren Sprößlingen anscheinend Lebensweisheiten zum Besten.

Auch wenn die Körbe leer geblieben sind, die Laune war trotzdem gut und wir hatten eine schöne Wanderung an frischer Waldluft. Das ist ja auch etwas wert. 02. Juni 2018 im Haselholz.

Wann starten wir zu unserer nächsten Wanderung? – Siehe unter Termine!

27. Mai 2018 – Vereins- und Kartierungsexkursion

Vereinsexkursion der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Sie führte durch den Haushalt Forst bei Wiligrad

Eine der in unseren Breiten seltensten Wulstlingarten konnte vor einigen Jahren Raritäten – Jäger Andreas Okrent und meine Wenigkeit unter einer Solitär – Eiche in Wiligrad entdecken. Den Rauhen Wulstling (Amanita franchetii). Auf den ersten Blick könnte man ihn für einen etwas zu klein geratenen Perlpilz halten. Aber Achtung! Keinerlei Röten des Fleisches, dafür gelbliche Flocken am Fruchtkörper und obendrein ist er zumindest giftverdächtig!

Ob wir obige Rarität auch heute zu Gesicht bekommen, denn der Rauhe Wulstling kann schon ab Frühsommer vorkommen? Leider nicht! Heute war es dafür unter besagter Solitär – Eiche viel zu trocken. Interessante Neufunde für dieses Gebiet gab es auch nicht. Wochenlanges Sommerwetter und kaum Regen sowie die noch frühe Jahreszeit erlaubten einfach nichts großartiges. Aber der Haushalt Forst gehört ohnehin zu den am besten untersuchten Wäldern in unserem Einzugsgebiet. Zum Haushalt Forst zählen die drei Waldgebiete Bad Kleinen, Lübstorf/Wiligrad und Zickhusen/Drispeth. Sie sind in manchen Jahren wahre Raritäten – Fundgruben und stets für Überraschungen gut. Insbesondere im Hochsommer und Herbst kann hier richtig die Post abgehen, oder auch nicht! Nicht selten halten die Wälder ihre Schätze tief verborgen, um sie in anderen Jahren im Überfluß darzubieten. Eine wunderschöne Frühlingsexkursion hatten die zwei Pilzfreunde heute aber allemal. Es war eine Wohltat unter dem schattigen Laubdach des mächtigen Buchenwaldes bei schönstem Frühsommerwetter zu wandern. Hier einige Bilder:

Start und Endpunkt war der Schloßpark Wiligrad mit seinen reichhaltigen Rhododendren – Pflanzungen.

Wie auch andere, mehrjährige Porlingsarten, befindet sich der Flache Lackporling (Ganoderma lipsiense) derzeit in seiner Sporulations – Phase.

An vielen alten Buchenstümpfen, sind noch Fruchtkörperfragemente der Geweihförmigen Holzkeule (Xylaria polymorpha) aus dem letzten Spätherbst vorhanden.

Dekorativ, auch wegen des Algen – Ansatzes, kommt dieser Eichen – Wirrling (Daedalea quercina) daher.

Aus größerer Entfernung heran gezoomt habe ich diese Porlinge (Polyporus specc.), um zu klären, um welche Art es sich handelt. Aber das Foto belegt es nicht eindeutig. Ich tendierte zu Sklerotien – Porling. Sehr ähnlich kann nähmlich der Schuppige Porling ausschauen. Zwischen uns und den Pilzen befand sich ein schwer zu überwindender Wassergraben.

Der Sklerotien – Porling (Polyporus tuberaster). Wir fanden ihn etwas später. Leider ist das Exemplar schon ziemlich verwelkt. Oberseits besitzen beide auf gelbbräunlichem Untergrund braune Schuppen.

Hier die Unterseite des Sklerotien – Porlings. Ihm fehlt u. a. der Gurkengeruch, der dem Schuppigen Porling eigen ist. Jung sind beide Arten essbar.

Der Wald ist hier, besonders zu den Hangterrassen zum Schweriner Außensee hin, recht naturbelassen, mit vielen, alten Baumruinen.

Frische Grünblättrige Schwefelkköpfe (Hypholoma fasciculare) und mumifizierte Überreste der selben Art aus dem letzten Herbst. Giftig!

An einer Frischpilz – Oase zahlreiche Breitblättrige Rüblinge (Megacollybia platyphylla). Nur die Pilze, die schon seit gestern aus der Laubstreu empor ragten, haben leichte Trockschäden.

Ein besonders schönes, ungewöhlich gewachsenes Exemplar des Echten Zunderschwamms (Fomes fomentarius). Er ist im Gegensatz zu oben gezeigtem Flachen Lackporling ein Weißsporer.

Kraftvoll verankern sich die Wurzeln dieser Rotbuche (Fagus silvatica) an den steilen Hangterrassen, die unterhalb von Wiligrad zum Schweriner See hin abfallen.

Dieser lag heute fast spiegelglatt in der warmen Sommerluft. Einfach herrlich!

Im Schloßpark Wiligrad sind auch einige Kunsterwerke zu bewundern. Hier sehen wir die Titanic, geschaffen von einem Berliner Künstler.

Und immer wieder Rhododendron.

Schloß Wiligrad in der Mittagssonne.

Der kleine Schloßteich ludt beim Konzert der Frösche und dem Summen der Hummeln zum verweilen ein.

Wann startet die nächste Vereinsexkursion? – Siehe unter Termine!

19. Mai 2018 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Wiesen – Champignons

Es ging durch den Rögebruch bei Pingelshagen

Mit seinen vielen Waldtümpeln und dem alten Baumbestand ist der Rögebruch ein Paradies für Liebhaber natürlicherer Waldgesellschaften. Mitte rechts ist ein Langholz zu sehen, dass mit zahlreichen Getigerten Sägeblättlingen besetzt war.

Pingelshagen ist gleich die erste Ortschaft aus Schwerin – Lankow kommend in Richtung Grevesmühlen. Der Rögebruch liegt linker Hand zur Ortschaft und wird vom Aubach durchflossen. Er ist ein kleineres Waldgebiet, mit überwiegendem Laubholz – Anteil. Während unserer langjährigen Kartierungen konnten wir hier schon allerhand Großpilzarten ausmachen und in unseren Datenbestand aufnehmen. Das Anliegen einer Lehrwanderung wurde zu dieser, noch frühen Jahreszeit, durchaus erfüllt. Für die Küche war zwar nichts dabei, aber einige jahreszeittypische Pilzarten konnten gefunden und erläutert werden. Natürlich spielte wie immer auch die Vorwitterung eine Rolle. So waren durch hohe Niederschläge im letzten Sommer, Herbst und Winter gute Voraussetzungen vorhanden, denn der schwere Boden hatte trotz des derzeit trockenen Sommerwetters noch reichlich Feuchtigkeit gespeichert. Zu dem sind hier zahlreiche Waldtümpel vorhanden, die zusätzlich für feuchte Verhältnisse sorgen. So hatte die kleine Truppe Pilzwanderer heute eine durchaus kurzweilige Pfingsttour bei schönstem Frühsommerwetter. Hier einige Impressionen:

Am Waldeingang begrüßte uns ein schon seit geraumer Zeit liegender Holzstapel. Geschlagen und nicht abgeholt. Ein gefundenes Fressen für Holzpilze!

In diesem Fall sind es Schmetterlings – Trameten (Trametes versicolor), die sich nahezu über den gesamten Stapel hergemacht haben. Sie gehören zu den Müllwerkern des Waldes und werden, sollte das Holz nicht doch noch abgeholt werden, es in den nächsten Jahren völlig entwerten und im Zusammenspiel mit weiteren Pilzarten und Insekten dafür sorgen, dass der Stapel irgendwann zu wertvollem Humus umgewandelt wird.

Inzwischen sind unsere Laubwälder voll ergrünt und auch die Krautschicht hat sich schon üppig entwickelt.

Der Brandkrustenpilz (Hypoxylon deustum) gehört zu den Schlauchpilzen und ist ausgesprochen häufig an Laubholzstubben und teils noch lebenden, alten Bäumen am Stammgrund anzutreffen. Links sehen wir einen schwarzen, ausgereiften Fruchtkörper, rechts ein frischer in grauweißer Färbung.

Der erste Hutpilz ist entdeckt, ein Breitblättriger Rübling (Megacollybia platyphylla).

Weitere Exemplare dieser Großrüblinge sollten folgen. Da ist die wichtigste Frage „Kann man die essen?“ – Ja und nein. Zitat: Handbuch für Pilzfreunde von Michael, Hennig, Kreisel, ältere Auflage vor 1981: „Essbar und von gutem Geschmack“. Nachauflage ab 1981: „giftig!“ – Von einem Extrem zum anderen. Fakt ist, der Pilz ist im wesentlichen ungefährlich, aber nicht empfehlenswert, da nicht schmackhaft! Aber über Geschmack läßt sich bekanntlich streiten.

Sehr ähnlich, aber wesentlich kleiner, kommt der Buchenwald – Wasserfuß (Hydropus subalpinus) daher. Bricht man die Stiele durch, so soll eine wässrige Flüßigkeit austreten – Wasserfuß! – Ohne Speisewert. Wächst auf kleinen, im Boden liegenden Buchen – Ästchen.

Der Grünblättrige Schwefelkopf (Hypholoma fasciculare) gehört zu den anspruchlosesten und häufigsten Stubbenpilzen. Fast ganzjährig können wir ihn an und auf Nadel- und Laubholzstubben und deren Wurzelausläufern finden. Schwefelgelbe Stiele, grünliche Lamellen und bitterer Geschmack kennzeichnen diesen Giftpilz. In Ostasien soll er für viele Pilzvergiftungen verantwortlich gemacht werden, da speziell die Japaner Bitterstoffe lieben.

Immer wieder schwimmen in den Waldtümpeln Holzstücke, die mit zahlreichen Pilzfruchtkörpern besetzt sind. Es handelt sich um Getigerte Sägeblättlinge. Auf diesem Langholz sind rechts die Reste der bereits vergangenen Vorgänger – Generation zu erkennen und links die frischen Fruchtkörper.

Der Getigerte Sägeblättling (Lentinus tigrinus) ist auf feuchte Standorte angewiesen und fruktifiziert fast immer in Gewässernähe, oft auf Holz, dass völlig und frei im Wasser schwimmt. Der schuppige Hut und die gesägten Lamellenschneiden sowie sein Habitat auf Laubholz kennzeichnen diesen nicht sonderlich häufigen und ungenießbaren Blätterpilz sehr gut.

Ein recht hoher Anteil von Altholz bietet vielen Organismen eine Lebensgrundlage. Im Hintergrund sehen wir Fruchtkörper des Echten Zunderschwamms am liegenden Buchenstamm.

Wirklich ein kleines Paradies!

Leider sind diese Schwefelporlinge zum essen schon etwas zu weit, riechen tun sie aber mimmer noch sehr appetitlich.

Besonders auf der Unterseite ist das namensgebende Schwefelgelb gut ausgeprägt, während auf der Oberseite eher orange Farbtöne überwiegen. Ist er noch weichfleischig und saftig, kann er in Scheiben geschnitten und panniert wie Schnitzel gebraten werden. Roh ist der Pilz hingegen giftig!

Der essbare Frühlings – Ackerling (Agrocybe praecox) gehört zu den Dunkelsporern.

Dieser Flache Lackporling (Ganoderma lipsiense) befindet sich in der Sporulations – Phase. Er streut zimtfarbenes Sporenpulver ab. Ein junger Baumtrieb wurde beim Wachstum mit eingeschlossen und nicht bei Seite geschoben.

Auf diesem alten Stubben ist kein Bauchpilz gewachsen, sondern ein Porling, der etwas aus der Art geschlagen ist. Ein unerfahrener Pilzfreund hätte wohl kaum eine Chance, diesen Pilz korrekt bestimmt zu bekommen, denn so ist er in keinem Pilzbuch abgebildet. Es handelt sich um eine Buckel – Tramete (Trametes gibbosa). Standortfoto im Rögebruch.

Leicht zu bestimmen und unverkennbar sind diese, wenn auch schon ziemlich alten Konsolen des Eichen – Wirrlings (Daedalea quercina).

Unser Gruppenfoto von heute – eine wahrlich kleine Truppe, aber dafür war es um so schöner! 19. Mai 2018 im Rögebruch.

Für die schlechte Bildqualität bitte ich um Entschuldigung. Meine Kamera kommt wohl in die Jahre!

Wann startet die nächste Pilzwanderung? – Siehe unter Termine! 

15. Mai 2018 – Treffen der Pilzfreunde

Treffen der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

 Filmbeiträge aus den 1990er Jahren

Pilzausstellung in den 1990er Jahren im Wismarer Rathaus.

Am heutigen Abend haben wir uns Filmbeitrage aus den 1990er Jahren angeschau, die während meiner Zeit als städtischer Pilzberater beim Umweltamt der Hansestadt Wismar entstanden. Kameramann Eberhard Welz hat damals so einiges in Wort und Bild festgehalten und mir das Material im vergangegen Jahr zur Verfügung gestellt. Ob mit Schülern im Wald, in der Pilzberatung oder während unserer alljährlichen Großpilzausstellungen, die damals im Raum 28 des Wismarer Rathauses stattfanden, es ist einiges zusammengekommen. Nun sind es schon fast historische Aufnahmen.

Wann trefen sich die Pilzfreunde wieder? – Siehe unter Termine!

05. Mai 2018 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Wiesen – Champignons

Sie führte den Franzosenweg in Schwerin entlang

In Höhe des Schweriner Märchenschlosses, dem schönsten, deutschen Landtagssitz, starteten wir zu unserer heutigen Pilzwanderung.

Der Franzosenweg zieht sich in unmittelbarer Nähe des Schweriner Innensees entlang. Er ist teils bewaldet, teils von parkartigem Charakter und führt vom Schloßpark bis zum Zippendorfer Strand. Den Franzosenweg im Rahmen einer Pilzwanderung zu begehen, war schon lange ein Wunsch von mir. Heute wurde er Wirklichkeit. Ich wußte, dass es hier im Frühling durchaus Interessant sein kann, da sowohl Morcheln wie auch Maipilze vorkommen können. Beide Arten waren neben weiteren Frischpilzen vertreten, die Mengen hielten sich jedoch sehr in Grenzen. Dafür hatten wir schönstes Frühlingswetter und die ergrünende und erblühende Natur entschädigte allemal. Hier einige Bilder von heute:

Wo die napolionischen Soldaten einst marschierten und sicher alles andere als Pilzsesuchen im Kopf hatten, wanderten wir bei schönstem Wetter immer entlang am Ufer des Schweriner Innensees, durch Wälder, Parks, Villenviertel und dem Zoo.

Sieht man sie in anderen Regionen Mecklenburgs eher selten, so sind rund um den Schweriner See, speziell um die Landeshauptstadt herum, zahlreiche Misteln auf vielen Bäumen angesiedelt.

Seeblick auf einen Teil der Landeshauptstadt.

Unser jüngster Teilnehmer hat Pilze entdeckt.

Es sind Gemeine Feuerschwämme (Phellinus igniarius), die gerne an alten Weiden in Gewässernähe zu finden sind.

Der auch Falscher Zunder- oder Feuerschwamm genannte, harte, mehrjährige Porling, ist außer an Weiden auch von Ahorn, Erle, Birke, Buche, Esche, Pappel, Linde u. a. Laubhölzern nachgewiesen. Als Wundparasit erzeugt er im Holz eine Weißfäule.

Der Schmalblättrige- oder Frühlingsmürbling (Psathyrella spadiceogrisea) ist von März bis Juni häufig in feuchten Wäldern zu finden. Hier wuchsen sie auf einer Rasenfläche in unmittelbarer Seenähe. Essbar.

Eine köstliche Speisemorchel (Morchella esculenta) auf der Rasenfläche am See.

Auf im Boden versteckter Holzunterlage wuchsen diese Samtfuß – Winterpilze (Flammulina velutipes). Der beste und schmackhafteste Speisepilz der Wintermonate. Vereinzelt kann er auch ganzjährig, selbst im Hochsommer gefunden werden.

Hier gibt es immer etwas zu entdecken!

In diesem Fall sind es Glimmer – Tintlinge (Coprinus micaceus). In Verbindung mit Alkohol giftig!

Die Schwefelporlinge an dieser umgestürtzten Weide waren leider schon abgeschnitten, aber zum Turnen ist sie allemal noch zu gebrauchen.

Bei Rötlingen unter Rosengewächsen handelt es sich um diese Jahreszeit meist um Schild- oder Schlehen – Rötlinge. Hier standen aber noch andere Gehölze dazwischen und der schmächtige Habitus spricht eher für den April – Rötling (Entoloma aprile). Essbar sind alle drei genannten Arten, allerdings roh giftig!

Wenige Schritte weiter die nächsten Speisemorcheln (Morchella esculenta). April – Rötlinge und Morcheln teilen meiner Erfahrung nach gerne den Standort.

Ein noch butterweicher und dickwulstiger Schwefelporling (Laetiporus sulphureus) quillt aus einem liegenden Baumstamm. Jung ein beliebter Speisepilz, das Hähnchenfleisch für Vegetarier. Aber auch hier gilt: gut durchgaren!

Blick über den Faulen See.

Endlich die ersten Maipilze (Calocybe gambosa). Leider waren die meisten mir bekannten Standorte auf Rasenflächen stark geschädigt. Während der Rasenmahd wurde gleichzeitig der Boden fast umgepflügt und die Pilze vernichtet. Nur an den Rändern zu den Gehölzen waren noch Maipilze zu finden. Die meisten waren aber vertrocknet oder stark vermadet.

Blasenförmige Becherlinge (Peziza vesiculosa) finden wir auf Stroh und anderen, faulenden Pflanzenresten. Die Außenseiten der blasigen Apothezien sind deutlich weißkleiig und die innere Fruchtschicht ist glatt und glänzend. Hier zusätzlich mit Schnecke. Essbar, aber minderwertig.

Aus der Schnittfläche eines Baumstumpfes wachsen zahlreiche Schuppige Porlinge (Polyporus squamosus) heraus. Sie sind noch jung und zart und können somit der kulinarschen Nutzung zugeführt werden.

Am Ende war wenigstens ein Körbchen halbwegs mit Esspilzen gefüllt. Guten Appetit!

An der Schleifmühle schloß sich der Kreis.

Eine Handvoll Pilzfreunde auf unserem Erinnerungsfoto. Wenig Leute, einige Pilze und wunderbares Wetter prägten diese Wanderung in herrlicher Umgebung.

Wann startet die nächste Pilzwanderung? – Siehe unter Termine!

27. – 29. April 2018 – Pilzseminar in Mecklenburg

Ein Pilzwochenende in Mecklenburg

Frühlingsseminar 2018

Speisemorchel (Morchella esculenta) im April 2017.

27. – 29. April 2018 in Keez (Keezer Schmiede), bei Brüel (19412). Das Grundstück liegt direkt an der B 104. Etwa 3 Km aus Richtung Brüel, rechter Hand zur Straße, etwa 100 m vor der Einfahrt zum Dorf Keez, Dorfstraße 1 . Aus Richtung Schwerin kommend, das letzte Grundstück links zur Fahrbahn. Bitte nicht in den eigentlichen Ort Keez fahren! Die Häuser am Abzweig von der Bundesstraße nach Keez sind die Keezer Schmiede! In begrenzter Anzahl sind Parkmöglichkeiten auf dem Grundstück vorhanden. Ansonsten können Fahrzeuge auch an den Abzweigen nach Keez oder Golchen geparkt werden.

Wie schon in den Jahren zuvor, haben wir auch in diesem Frühjahr wieder zu einem „Pilzwochenende in Mecklenburg“ eingeladen. Sowohl Theorie wie auch Praxis standen auf dem Programm. Schwerpunkt bildeten Exkursionen durch die waldreiche Umgebung bis hin an die Ostseeküste, um die begehrten Frühlingspilze in ihrer natürlichen Umgebung aufzuspüren und auch neues kennenzulernen. Mit 25 gemeldeten Teilnehmern + Veranstalter und Referenten waren wir voll ausgebucht.

Der Steinpilz – Aufsteller signalisierte den Anreisenden unsere Außenstelle in Keez und den Ort des Geschehens.

Hier das Programm:

  • Freitag, der 27. April – Theorietag. Ab 12.00 Uhr Anreise. 14.00 – 20.00 Theorieteil mit unserem Pilzexperten Ulrich Klein. Nach dem Abendbrot gemütliches beisammensein und besprechung der Exkursionsgebiete.

Ulrich Klein während seiner Erläuterungen und Ausführungen.

Viele gespannte Zuhörer. Foto: Heike Bunk.

Nicht nur ich habe wieder einiges dazugelernt. Beispielsweise das wir in Zukunft unsere Pilzwanderungen unter dem Oberbegriff „Wald – Baden“ stellen sollten.

Fachsimpeln während der Vortragspause. Foto: Heike Bunk.

Zum Schluß seiner Präsentation erhielt Ulrich wie immer ein kleines Dankeschön. Unter anderem eine flauschig weiche Stoffmatte mit Steinpilz – Motiv. Rechts von ihm Lebensgefährtin Anke und links Gastgeber Reinhold Krakow.

Wie immer hatte ich im Außenbereich eine kleine Ausstellung vorbereitet. Foto: Heike Bunk.

  • Sonnabend, der 28. April – Exkusionstag. Nach dem Frühstück brachen wir gegen 09.00 Uhr zu einer Tagesexkursion an die Ostseeküste am Klützer Winkel auf. Hier mußten noch Autos von A nach B umgesetzt werden. Am späten Nachmittag kehrten wir bei Anke und Ulrich in Arpshagen ein. Anke hatte für uns eine festliche Kaffee – Tafel vorbereitet. Im Anschluß fuhren alle wieder nach Keez. Irena servierte mit Hilfe ihrer Schwester ein warmes Abendbrot. In gemütlicher Runde ließen wir den schönen Tag ausklingen, denn auch das Wetter zeigte sich von seiner freundlichen Seite.

Ankunft auf dem Strandparkplatz bei Groß Schwansee.

Aufbruch in Richtung Strand.

Die fast 30- köpfige Gruppe sollte sich bald zerstreuen.

Es dauerte nicht lange und die erste Morchel wurde entdeckt. Sie wurde ein beliebtes Foto – Motiv.

Und auch ich möchte natürlich ein Standortfoto für den Bericht schießen. Silja Petersen aus Hamburg erzielte während dessen diesen Schnappschuß.

Käppchen – Morchel (Morchella gigas). Leider waren, im Gegensatz zu anderen Jahren, heute nicht viele von ihnen vertreten.

Mehrfach waren diese kleinen, warmbraunen Blätterpilze zu finden. Es dürfte sich mit großer Wahrscheinlichkeit um das Frühlings – Samthäubchen (Conocybe aporos) handeln. Da es weitere, ähnliche, beringte Arten in der Gattung gibt, sollten sie sicherheitshalber mikroskopiert werden. Vor allem zu anderen Jahreszeiten. Giftverdächtig!

Das Wetter und die Landschaft sind herrlich.

Es dauerte nicht lange und die ersten Maipilze (Calocybe gambosa) der Saison wurden entdeckt.

Eine gepfleckte Lindenallee führt hinauf zum Schloss Groß Schwansee.

An feuchteren Stellen des Erlen/Eschenwaldes wuchsen hier und da einige Schmalblättrige oder Frühlings – Mürblinge (Psathyrella spadiceogrisea). Sie sind essbar, aber meist wenig ergiebig.

Drei Herrn unter Buchen im Trio. Foto: Heike Bunk.

Unter diesen erregten schwarzen Mumien von Blätterpilzen, sozusagen im Trauergewand, das Interesse der Pilzfreunde. Es handelt sich um vorjährige Sprödblättler, nähmlich um Dickblättrige Kohlentäublinge (Russula nigricans).

Diese Judasohren (Hirneola auricula – judae) waren dem frischen Seewind ausgesetzt. Ihre Ränder sind eingetrocknet.

Annemonen – Becherlinge (Dumontinia tuberosa) gab es stellenweise als Massenpilze. Hier wuchsen sie sowohl bei Scharbockskraut, als auch bei Buschwindröschen. Standortfoto.

Oliver Justus aus Berlin versuchte mit diesem Schnappschuß das Massenvorkommen, welches sich über ein größeres Gebiet erstreckte, erahnen zu lassen.

Diese Gugelhupf – Maipilze hatte uns Pilz – Tommi aus Berlin mitgebracht. Wir ließen sie uns auf der Zwischenrast schmecken.

Eigenartige Strukturen auf der Unterseite dieses Flachen Lackporlings (Ganoderma lipsiense).

Wunderschöne Farben und Zonierungen auf der Oberseite. Der grünliche Belag wird durch Algenbewuchs hervorgerufen.

Auf modernden Pflanzenresten wie Heu und Stroh, hier war es altes Laub, findet sich vom Frühling bis zum Herbst der Gold – Mistpilz (Bolbitius vitellinus) ein. Der hübsche Blätterpilz, der den Tintlingen nahe steht, besitzt keinen Speisewert.

Schuppige Porlinge (Polyporus squamosus). Wir finden sie an altem Laubholz. Ihre Größe und der Geruch nach frischen Gurken kennzeichnen diesen jung essbaren Holzbewohner.

Und es gab sie doch – Speisemorcheln (Morchella esculenta) unter Eschen. Jung und frisch! Standortfoto Silja Petersen.

Zwar nur drei Stück, aber dafür wunderbar frisch. So wie es aussieht, handelt es sich um junge Dickfuß – Morcheln (Morchella esculenta, var. crassipes). Sie können riesig groß werden. In der Vegetation waren sicher noch etliche versteckt und werden sich in den nächsten Tagen strecken.

Blick auf die Lübecker Bucht. Zeitweise brauten sich dunkle Wolken zusammen, die aber nur wenige Tropfen fallen ließen.

Eine verdiente Pause der Vorhut! Wo bleiben nur die anderen? Foto: Pilzfreunde Leipzig.

Oliver und Tommi aus Berlin setzen zum Endspurt an.

In diesem Bereich fanden wir vor Jahren, während einer öffentlichen Pilzlehrwanderung, nahezu monströse Dickfuß Morcheln. Heute leider Fehlanzeige!

Dafür konnte Sohn Jonas direkt am Strand diese schönen Seesterne (Asterias rubens) entdecken.

Auch Fingerhut – Verpel (Verpa conica) sind hier traditionell zu hause. Sie sind essbar, aber nicht sonderlich ergiebig.

Endlich geschafft. Nun heißt es warten, bis die restlichen Autos vom Parkplatz Groß Schwansee geholt sind. Danach fuhren wir alle nach Arpshagen wo uns eine festlich gedeckte Kaffee – Tafel erwartete.

Es kann nicht mehr lange dauern. Foto: Heike Bunk.

Dieses steinpilzige – Logo begrüßt alle Gäste auf der Grundstückseinfahrt bei Anke und Ulrich.

Stellvertretend für weitere, leckere Tortenkreationen, soll dieses Foto stehen, die unsere Gastgeberin Anke Weselow extra für uns gezaubert und serviert hat.

Wir danken Anke (Im Hintergrund links stehend, neben Heike Bunk von den Sächsischen Pilzfreunden) sehr herzlich!

Wieder zurück in Keez wartete auf uns ein warmes Abendessen, dass sich alle redlich verdient hatten. Zwar war es sehr schön an der Ostsee, aber für manchen waren die 9 Km eine nicht alltägliche Herausforderung. Foto: Heike Bunk.

Für die liebevolle und köstliche Bewirtung an allen drei Tagen gebührt Gastgeberin Irena Dombrowa der herzlichste Dank aller Teilnehmer! Foto: Heike Bunk.

  • Sonntag, der 29. April – Nach dem Frühstück gab es einen Beamer – Vortrag von Christopher Engelhardt aus Lübeck. Dabei standen Schlauchpilze im Mittelpunkt. Hier vor allen Kleinarten auf Pflanzenresten und auch Kot! Wunderbare Mikro – Aufnahmen von Sporen, Schläuchen, Septen und Zystiden begeisterten die Teilnehmer. Ein wenig beachtetes Feld der Mykologie bei den meisten Pilzfreunden.

Gespannte Zuhörer und Zuschauer während des Vortages von Chris in unserem Schulungsraum in Keez.

Wie bereits Ulrich am Freitag, überreichte ich auch Christopher eine flauschig weiche Matte mit Naturmotiven als Dankeschön für seine Mühen und den überaus interessanten Vortrag.

Ich hatte auch einen Tisch mit Info – Material und teils antiquarischen Pilzbüchern vorbereitet, der reges Interesse fand.

Im Anschluß zeigte ich noch einen Film zur allgemeinen Pilzkunde und Verhütung von Vergiftungen. Am späten Vormittag starteten dann alle zu unserer Abschlußexkursion. Dafür hatte ich die Wälder um Tarzow und Jesendorf ausgesucht.

Bei unserer Ankunft im Wald gab es zunächst Mittag an frischer Luft.

Oder man entspannte als begleitender Vierbeiner auf dem warmen Sand.

Dann ging es aber los.

Hier und da in den Kiefern einige Bittere Zapfenrüblinge (Strobilurus tenacellus). Bittere Würzpilze.

In fetter Krautschicht einige Maipilze (Calocybe gambosa).

Der Rehbraune Dachpilz (Pluteus atricapilus) wirft fleischfarbenes Sporenpulver ab, wächst vorwiegend auf Laubholz und gehört zu den Freiblättlern. Außerdem ist er essbar.

Sind ansonsten die kleinsten der Großen für Chris Engelhardt von Bedeutung, so kann er sich aber auch von den größten des Pilzreiches begeistern lassen. Hier sind es Schuppige Porlinge (Polyporus squamosus).

Aber auch diese starten zunächst relativ klein.

Hoch an einer alten Birke erfreute der Schiefe Schillerporling (Inonotus obliquus), besser bekannt als Chaga. Er wird einen gesunden Tee – Aufguß liefern.

Geotropismus nennt man die Fähigkeit mancher Porlinge ihre Fruchtkörper bei Schieflage derart umzubauen, dass die Fruchtschicht wieder nach unten zeigt um den Sporenabwurf zu gewährleisten. Hier beim Echten Zunderschwamm (Fomes fomentarius).

Kiefern und Birken auf grobkörnigen Kiesböden. Auch im Frühling schon eine gute Adresse. Heute zwar nicht, aber in günstigeren Jahren gibt es hier um diese Zeit sogar schon Butterpilze.

Heute waren nur einige Bittere Zapfenrüblinge (Strobilurus tenecellus) vertreten.

Kaum zu glauben, aber vor wenigen Jahren hatte ich in dieser kargen Kieferngegend mit Raritäten – Jäger Andreas Okrent sogar Speise – Morcheln gefunden!

Heute waren es nur sterile Unterteile von Beutel – Stäublingen (Calvatia excipuliforme) vom letzten Jahr.

Schließlich gab es noch Kaffee und Kuchen von unserer guten Seele Irena (im Hintergrund) und Schwester Betty (links) serviert.

Viele unserer weitgereisten Gäste traten danach die Heimfahrt an. Der Rest vom Schützenfest schaute noch einmal für ein Stündchen in den Jesendorfer Wald und das sollte sich durchaus lohnen!

Zunächst waren es zwei Rötlinge. Wir vermuteten den Scherbengelben Rötling (Entoloma cetratum).

Chris legte sie unter das Mikroskop und sandte mir diese Aufnahme zu. Die Mikromerkmale bestätigen im großen und ganzen unsere Vermutung, nur die Hutoberfläche mit ihren Schüppchen ist etwas irritierend.

Es dauerte nicht lange und die ersten Nester von Frühjahrs – Lorcheln (Gyromitra esculenta) wurden entdeckt. Der wichtigste Unterschied zu den Morcheln sind die hirnarigen Windungen des Hutes.

Teils üppig ausgebildete Fruchtkörper von Schildförmigen Scheibenlorcheln (Gyromitra ancilis) sollten folgen.

Pilzfreund Jürgen Horn fand sogar beide Arten eng miteinander verbunden. Sie teilen also gerne ihren Standort, zumindest dort, wo reichlich modriges Nadelholz im Waldboden vorhanden ist. Das Foto symbolisiert auch ihre nahe Verwandtschaft. Während die Frühjahrs – Lorchel bei uns in Mitteleuropa nach wie vor als unberechenbarer Giftpilz gilt, wird sie in Nordosteuropa als wertvoller Speisepilz geschätzt, natürlich nur bei Beachtung aller erforderlichen Vorsichtsmaßnahmen. Auch die Scheibenlorchel ist zumindest roh giftig, wurde gut durchgegart von uns aber ohne Folgen des öfteren verspeist.

Nun gab es kein halten mehr. Nach so langen Suchen konnte nun endlich gesammelt werden.

Auch Betty Mews, die Schwester von Irena, war verblüfft und begeistert über diese, ihr bisher völlig unbekannten Pilze.

Pilz – Tommi aus Berlin hatte doppelt Glück. Zum einen über die vielen Pilze, zum anderen, dass ihm jemand einen Korb dafür geliehen hatte.

Mit knapp 30 Pilzfreunden aus nah und fern, darunter allein 11 Mitglieder der Fachgruppe Mykologie Leipzig, war unser diesjähriges Frühlingsseminar das bisher bestbesuchteste überhaupt. Dafür danke ich allen Teilnehmer auf das herzlichste! Sie haben dem Steinpilz – Wismar für drei Monate das Überleben gesichert und hoffentlich auch viele gute Eindrücke, neues Wissen und Erfahrungen mit heim genommen. 28.04.2018 am Ostseestrand von Groß Schwansee.

Wir möchten uns außerdem bei Anke Weselow und unseren Referenten Ulrich Klein und Christopher Engelhardt sowie auch bei allen anderen ganz herzlich bedanken, die uns eine zusätzliche Spende oder das eine oder andere Geschenk mitbrachten!

Teilnahmegebühr war: 50.00 €

Hinzu kamen 35,00 € für unser Verpflegungsangebot. Das waren jeweils 2 – 3 mal Kaffee + Kuchen, 2 mal Abendbrot und 2 mal Mittag.

Anmeldung zu weiteren Seminaren (Siehe unter Termine) können schriftlich unter Steinpilz – Wismar, ABC Straße 21 in 23966 Wismar erfolgen oder per E – Mail unter steinpilz.wismar@t-online.de

Anfragen unter Tel: 03841/228917 oder Handy: 0173/6977219

Übernachtungsmöglichkeiten können in Zukunft wieder im begrenzten Umfang angeboten werden.

Wer also Lust hat mit uns ein hoffentlich schönes Pilzwochende in Mecklenburg zu verbringen, ist auch weiterhin sehr herzlich eingeladen.

21. April 2018 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Wiesen – Champignons

Am Ufer des Schweriner Sees von Gallentin bis Wiligrad

Still lag der Schweriner See heute im strahlenden Sonnenschein und die mächtigen Buchen an seinem Saum lassen die Knospen platzen.

Heute wanderten wir einmal mehr unsere schon so oft begangene Route am Ufer des Schweriner Sees, von Gallentin bis Wiligrad, entlang. Also die klassische Morchelstrecke. Der Zeitpunkt dafür war fast richtig gewählt. Aber ebend nur fast! Der lange Winter hat die Entwicklung etwas verzögert. Die Natur tut derzeit alles, um den Rückstand aufzuholen, beispielsweise mit herrlichem Sommerwetter mitten im April. Aber wir waren dann doch einige Tage zu früh. In punkto Morcheln und auch sonst in Bezug auf Frischpilze war kaum etwas auszumachen. Mitte April bis Mitte Mai erleben diese leckeren und teuren Delikatessen ihren kurzen Jahresauftritt. Da ist es nicht ganz einfach, bei der Terminfestlegung im Januar, genau den richtigen Zeitpunkt zu erwischen. Wenn der Löwenzahn die Landschaft in einem üppigen Gelb erstrahlen läßt, ist der Morchel – Aspekt auf dem Höhepunkt angelangt. Dieser beginnt aber gerade erst seine Blühphase. Wie dem auch sei, das Wetter jedenfalls war traumhaft und entschädigte allemal. Schöner kann man sich einen Frühlingstag nicht wünschen. Kaiserwetter vom feinsten! Hier einige Impressionen:

Start in Gallentin.

Etwas kritisch wird der erste Fund in Augenschein genommen. Ein Flacher Lackporling ist natürlich nichts für den Kochtopf des Feinschmeckers.

Still ruht der See an diesem wunderschönen Frühlingstag.

Der Brandkrustenpilz (Hypoxylon deustum) bekommt zuwachs!

Das Scharbockskraut (Ficaria verna) streckt seine gelben Blütenstände der Sonne entgegen und wartet auf Gäste um ihren Pollen los zu werden. Eine Vitalpflanze der Seeleute in früheren Zeiten, da die Blätter vorbeugend gegen Skorbut (Vitamine C – Mangel) eingenommen wurden. Setzt die Blühphase ein, wird die Pflanze in allen Teilen giftig!

Die Schmetterlingstramete (Trametes versicolor) wird als Vitalpilz genutzt. So beispielsweise in der Naturheilkunde unterstützend in der Krebstherapie.

Die Tage dieser mächtigen Buche sind gezählt. Sie ist bereits weitgehend abgestorben und wird sicher einem der nächsten Stürme zum Opfer fallen. Obwohl, sie ist eigentlich schon den Pilzen zum Opfer gefallen, wie bereits von weitem zu sehen.

Der Echte Zunderschwamm (Fomes fomentarius) hat ihr schon mächtig zugesetzt. Der Schwächeparasit baut das Lignin im Holz ab (Weißfäule).

Obwohl an geschützten, sonnigen Stellen, immer mehr Blüten des Löwenzahns erscheinen, war heute leider keine Morchel ausfindig zu machen.

Neben unzähligen weißen und gelben Blüten erfreuten uns auch immer wieder diese Waldpfeilchen (Viola reichenbachiana) mit ihrem Violettblau.

Durch Luft- und Sonnentrocknung gut konservierte Winter – Stielporlinge (Polyporus brumalis). Ungenießbar.

Relikt aus dem Spätherbst. Die Geweihförmige Holzkeule (Xylaria hypoxylon).

Der Rotrandige Baumschwamm (Fomitopsis pinicola) befindet sich in der Sporulations – Phase und wirkt daher wie bemehlt.

Im Wurzelbereich einer alten Buche brechen unzählige, kleine, zarte Blätterpilzchen hervor – Gesäte Tintlinge (Coprinus disseminatus). Ohne Speisewert.

Der Laubholz – Harzporling (Ischnoderma resinosum) bildet normalerweise vom Stamm oder Stubben abstehende Konsolen, kann gelegentlich aber auch großflächig resupinat auftreten, mit nur kleineren Hutkannten. Oft ist bei ihm ein anisartiger Duft wahrnehmbar. Ungenießbar.

Die auf Buchen – Stubben häufige Buckel – Tramete (Trametes gibbosa) neigt im laufe ihres Daseins dazu, von Algen besiedelt zu werden.

Dieser Weichritterling (Melanoleuca specc.) war bereits stark vertrocknet. Für einen möglichen Kurzstieligen Weichritterling ist mir der Stiel dann doch etwas zu lang. Obwohl die Stiellänge dann doch eher ein subtiles Merkmal darstellen dürfte. Weichritterlinge sind im Prinzip alle essbar.

In Höhe Wiligrad geht es die steilen Hangterrassen hinauf mit einem letzten Blick auf den Schweriner See mit der sogenannten Liebesinsel in der Bildmitte.

Und Schloß Wiligrad thront majestätisch hoch oben.

Im neu gestalteten Schloßpark erwartet den Besucher eine Blütenpracht. Standesgemäß dabei natürlich auch die Kaiserkrone (Fritillaria imperialis), obwohl hier nur mecklenburgische Großherzöge residierten. Allerdings soll auch Kaiser Wilhelm  zu Gast gewesen sein. Das paßt dann ja! Die Pflanze stammt ursprünglich aus dem Nahen Osten und Asien.

Auch diese besonders schöne Zuchtform des Gänseblümchens (Bellis perennis) besticht zwischen vielen anderen Frühblühern wie Vergißmeinnicht.

Ja, es war eine sehr schöne, sonnige Tour bei bestem Wohlfühlwetter, aber die erhofften Delikatessen hielten sich unseren Augen verborgen. 21.April 2018 am Ufer des Schweriner Sees bei Schloß Wiligrad.

Wann findet die nächste Wanderung statt? – Siehe unter Termine!

15. April 2018 – Vereins- und Kartierungsexkursion

Vereinsexkursion durch den Haushalt Forst

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Der Haushalt Forst bei Bad Kleinen am 15. April 2018.

Heute haben wir auch im Rahmen einer Vereins- und Kartierungsexkursion die neue Pilzsaison eröffnet. Dazu hatte ich den Haushalt Forst bei Bad Kleinen ausgesucht. Laub- und Nadelforste unterschiedlicher Altersstruktur auf besseren Böden. Im Sommer und Herbst mitunter eine unserer interessantesten Waldgesellschaften. Gerade im letzten Herbst gab es hier beispielsweise eine Schwämme von Herbsttrompeten. Jetzt ist aber Frühling und nach dem späten Winter hielten sich typische Frühlingsarten noch zurück. Dennoch konnte einiges an Holzpilzen gefunden und unseren Gästen vorgestellt werden. Hier wie immer einige Impressionen von der heutigen Tour:

Flächenweise bedeckten ganze Teppiche von blühenden Annemonen den Waldboden.

Das Flächige Eckenscheibchen (Diatrype stigma) entwickelt sich zunächst unter der Rinde von toten Laubholzästen. Diese platzt schließlich weg und legt den flächigen Pyrenomycet frei.

Da wir uns zu Beginn der Tour in einem Bereich mit viel Totholz befanden, konnten hier auch zahlreiche „Müllwerker“ festgestellt werden. Das sind Pilzarten, die dafür sorgen, dass das Altholz über kurz oder lang zu wertvollem Humus zersetzt wird. Einer der häufigsten, saprophytisch lebenden Arten, ist an Laubholz der Striegelige Schichtpilz (Stereum hirsutum).

Auch der Sichelsporige Pustelpilz (Melogramma campylosporum) gehört zu diesen Müllwerkern. Er zeigt in der Anordnung seiner Frucktkörper typisch deutsche Ordnung. Meist schön in reih und glied! Unter dem Mikroskop besticht er durch die Sichelform seiner Sporen. Siehe unter „Auftaktwanderung auf Schelfwerder“.

An abgestorbenen Buchenholz erscheint oft in großen Mengen auf der Rinde die Rötliche Kohlenbeere (Hypoxylon fragiforme). Die Oberfläche der Fruchtkörper ist duch zahreiche Perithezien – Öffnungen rauh punktiert.

Hier sehen wir nochmals Exemplare der Rötlichen Kohlenbeere (Hypoxylon fragiforme) am selben Ast, obwohl sich dort bereits eine andere Pilzart breit gemacht hat. Die Kohlenbeeren haben offensichtlich den Fruchtkörperbereich des flächig – resupinaten Veränderlichen Spaltporlings (Schizopora paradoxa) durchbrochen oder der Spaltporling hat sie in seinem Wachstum umschlossen.

Die Ockerfarbene Zonentramete (Trametes ochraceum) ähnelt der Schmetterlingstramete, ist aber etwas dickfleischiger und heller gefärbt sowie seltener an Laubholz anzutreffen. Hier sehen wir schon recht alte Fruchtkörper, die bereits von Algen besiedelt wurden.

Hier wird ein weiterer Holzbewohner freudig begutachtet.

Es handelt sich um den Spaltblättling (Schizophyllum comune), der seine gespaltenen Lamellen je nach Bedarf öffnen oder schließen kann. Bei dem kühlen und feuchten Wetter heute sind sie geöffnet. Bei Sonne und Trockenheit werden sie geschlossen.

Der Brandkrustenpilz (Hypoxylon deustum) überzieht fast diesen gesamten Stubben. Dieser überaus häufige Ascomycet bildet jetzt im Frühling wieder neue Generationen aus, die zunächst als grauweißliche, fleckenartige Beläge an Laubholzstubben erscheinen und später schwarz und bröcklig, wie angebranntes, verkohltes Holz, werden.

Manche Baumpilze, obwohl zu den Porlingen zählend, bilden statt diesen auf der Hutunterseite lamellenartige Strukturen aus. Zu ihnen zählt auch die Rötende Tramete (Daedaleopsis confragosa). Ein einjähriger, häufiger Porling an Laubholz. Charakteristisch ist auch die braunrote Verfärbung der Fruchtschicht bei Berührung, wie selbst noch bei diesem vorjährigen Exemplar festzustellen ist.

Eine labyrintisch verworrene, dickliche, lamellenartige Fruchtschicht besitzt auch der Eichenwirrling (Daedalea quercina). Damit ist der nur an totem Eichenholz vorkommende Porling praktisch unverwechselbar.

Ein weiterer Holzbewohner erregt das Interesse.

Es ist der an Laubholz überaus häufige Echte Zunderschwamm (Fomes fomentarius). Wer kennt nicht den Spruch „Es brennt wie Zunder“, der auf ihn zurückzuführen ist.

Im Moos des Fichtenforstes beglückten den Kochtopf – Mykologen diese frischen Fichtenzapfenrüblinge (Strobilurus esculentus). Esculentus bedeutet bekanntlich essbar. Es ist zwar recht mühselig die kleinen Pilzhütchen einzusammeln, aber für den sonntäglichen Gulasch oder für ein Pilzsüppchen durchaus empfehlenswert, da recht schmackhaft.

Hier in den Buchenwald mit eingestreut einige Lebensbäume.

Jetzt wieder an fast jedem alten, vorjährigen Brennnesselstengel zu finden: das Orangefarbene Brennnesselbecherchen (Calorina fusarioides).

Unser Abschlußfoto am 15. April 2018 im Haushalt Forst bei Bad Kleinen.

  Wann startet die nächste Vereinsexkursion? – Siehe unter Termine!

07. April 2018 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Wiesen – Champignons

Sie führte auf die Halbinsel Schelfwerder bei Schwerin

Ursprünglich sollte es durch das Paradies gehen. Der Eigentümer des Waldes erteilte uns aber keine Genehmigung!

Laubwälder mit vielen Feuchtbiotopen auf der Halbinsel Schelfwerder, am Schweriner See.

Fünf Pilz- und Naturfreunde trafen sich heute zur Saisoneröffnung auf  Schelfwerder, am Schweriner See. Die bewaldete Halbinsel hat besonders auch jetzt im Frühling ihre Reize. Im noch lichtdurchfluteten Wald regt sich das Leben. Erste Insekten Fliegen und Käfer sind unterwegs. Anemonen beginnen zaghaft zu blühen und andere Kräuter sprießen. Waren wir noch vor einer Woche im tiefsten Winter, so ist nun doch schon der Frühling zu spüren. Auch das Wetter war dem entsrechend sonnig und angenehm mild. Natürlich waren die Erwartungen noch nicht hoch angesetzt. Frischpilze waren kaum auszumachen, aber zu entdecken gibt es für uns Hobby – Mykologen immer etwas. Hier einige Impressionen:

Gleich zu Beginn etwas Kräuterkunde. Zum Glück war Chris Engehardt aus Lübeck dabei, der uns diese Wiese richtig deuten konnte. Wunder – Lauch, Seltsammer Lauch oder Berliner Lauch (Allium paradoxum) hat sich hier angesiedelt. Die Pflanze macht sich invasiv in Mitteleuropa breit. Sie stammt ursrünglich aus dem Kaukasus, Zentralasien und dem nördlichen Iran. Sie kann ähnlich wie Bärlauch verwendet werden und duftet intensiv nach Lauch.

Der Schwarzblaue Ölkäfer (Meloe proscarabaeus) ist durch die warmen Sonnenstrahlen munter geworden. Foto und Bestimmung: Chris Engelhardt.

Jung ein guter Speisepilz, jetzt aber überständig, ist der Austern – Seitling (Pleurotus ostreatus). Neben dem Samtfuß – Winterrübling, den wir heute auch in überständiger Form fanden, der wichtigste Speisepilz der Wintermonate.

Sehr häufig und ganzjährig an alten Eichenstubben zu finden ist der Umberbraune oder Rotbraune Borstenscheibling (Hymenochaete rubiginosa).

An alten Buchenfruchtschalen im tiefen Fallaub ist ausgesprochen häufig die Buchenfruchtschalen – Holzkeule (Xylaria carpophila) zu finden. Die schwarzen, fadenförmigen Gebildet sind zur Spitze hin zunehmend weißlich gefärbt.

An alten Buchenstämmen fanden wir Konsolen des Birken – Blättlings (Lenzites betulinus), der keineswegs nur an Birke fruktifiziert, wie sein Name vermuten lassen könnte. Sehr oft besiedelt er Buchenholz. Typisch für diesen leicht kenntlichen Porling ist seine lamellenartige Fruchtschicht auf der Unterseite.

An toten Buchenästen und Stämmen finden wir ausnehmend häufig die Rötliche Kohlenbeere (Hypoxylon fragiforme). Sie gehört zu den Pyrenomyceten oder Kernpilzen. Diese gehören den Schlauchpilzen an und sind dadurch mit den Lorcheln und Morcheln verwandt.

Das sogenannte Giraffenholz soll seine markante Zeichnung ebenfalls von bestimmten Schlauchpilzen bekommen, nähmlich vom Myzel der Holzkeulen.

Solche, genauer gesagt die Geweihförmige Holzkeule, erläutert hier gerade Christopher Engelhardt (rechts).

Der Flache Lackporling (Ganoderma lipsiense) gehört zu unseren größten, häufigsten und auffälligsten Porlingen. Er besiedelt meist Laubholz und kann  sehr große, flache Konsolen ausbilden. Sein Sporenpulver ist zimtbraun, während dieses bei ähnlichen Porlingen, wie beispielsweise dem Zunderschwamm, weiß sein kann.

Interessant ist auch sein Innenaufbau, wie hier im Bruch gut zu erkennen. Das lebende Fruchtlager (Röhrenschicht) zeichnet sich deutlich vom Hutfleisch b.z.w. älteren, nicht mehr produktiven Fruchtlagern, ab.

Hier ein weiterer Pyrenomycet, das an Weide, Erle oder Pappel recht häufige Blasige Eckenscheibchen (Diatrype bullata).

Der Sichelsporige Pustelpilz (Melogramma campylosporum) zeichnet sich durch ein charakteristisches, reihiges Wachstum auf toten Laubholsästen aus. Foto: Christopher Engelhardt.

Chris hat sie natürlich zur Bestätigung unserer Vermutung Mikroskopiert. Die Sichelform der Sporen ist eindeutig und Namensgeber dieses Pustelpilzes.

Freiliegende, schwarze Myzel – Stränge verraten die Anwesenheit vom Hallimasch.

Große, weite Poren besitzt der Winter – Stielporling (Polyporus brumalis). Er wird in Kürze vom dichtporigen Mai – Stielporling an Laubholzästen abgelöst.

Schnecken sind nicht unbedingt die Freunde der Pilzsucher, da ernst zu nehmende Nahrungskonkurenten. Auch diese Gefleckte Schüsselschnecke (Discus rotundatus) verschmäht Pilze keinesfalls. Gefunden beim umdrehen von Totholz auf der Suche nach Pilzen. Bestimmung und Foto wieder von Christopher Engelhardt.

Unser Abschlußfoto am 07. April 2018 im Schelfwerder Wald.

Auch dieses schöne Foto von Chris möchte ich den Pilzfreunden nicht vorenthalten. Er fuhr im Anschluß an unsere Wanderung noch in das Kiebitzmoor, um sich dort mit einer Biologin zu treffen. Ziel war die Beobachtung der Moorfrösche (Rana arvalis), die nur an drei Tagen im Jahr in ihrem blauen Kostüm zu bewundern sind. Die Männchen möchten mit ihrer Bläue die Danmenwelt beeindrucken und für sich gewinnen, welches in der Menschenwelt wohl eher nur bedingt möglich sein dürfte.

Wann startet die nächste Wanderung? – Siehe unter Termine!

27. März 2018 – Treffen der Pilzfreunde

Treffen der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Thema: Pilz des Jahres 2018

Neben einer kurzen Vorstellung des „Pilz des Jahres 2018“, gab es eine auführliche Erläuterung unserer Jahresplanung per Beamer.

Dienstag, der 27. März 2018, um 18.00 Uhr in der ABC Straße 21.

Heute Abend stellten wir traditionell, kurz vor Beginn der neuen Saison, den „Pilz des Jahres“ in Wort und Bild vor. Im Anschluß folgte per Beamer und in aller ausführlichkeit die Vorstellung unserer aktuellen Terminplanung für die nächsten 12 Monate in chronologischer Reihenfolge, so wie es auf unserer Internetseite veröffentlicht ist, mit zusätzlichen Anmerkungen und Hinweisen meinerseits. Der Terminplan lag auch in schriftlicher Kurzform vor und wurde verteilt.

Wir gratulierten unserem dienstältesten Pilzfreund Hans – Jürgen Willsch zum 80. Geburtstag und wünschten ihm alles Gute, Glück und Gesundheit sowie viele, weitere Jahre in unserer Mitte.

Lieber Hans – Jürgen, acht Jahrzehnte sind eine annerkennswerte Leistung! Bleibe Gesund und behalte deinen Humor!

Belegte Brötchen gab es deshalb auch heute wieder, spendiert von unserem Geburtstagskind! Wir bedanken uns, es hat vortrefflich gemundet!

Alle Fotos von Ulrich Klein.

  • Die Veranstaltung endete gegen 20.00 Uhr.

Wann treffen sich die Pilzfreunde wieder? – Siehe unter Termine!

27. Februar 2018 – Treffen der Pilzfreunde

Treffen der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Mit der Hurtigruten zum Nordkap

Die schönste Seereise der Welt soll sie sein. Die Tour mit der Hutugruten an Norwegens Fjordküste von Bergen bis nach Kirgeness. Unzählige Fjorde und die einzigartige Bergwelt machen die Reise zu einem unvergeßlichen Erlebnis.

Die schönste Seereise der Welt soll sie sein. Die Tour mit der Hurtigruten an Norwegens Fjordküste entlang von Bergen bis nach Kirkenes, nördlich des Polarkreises. Unzählige Fjorde und die einzigartige Bergwelt machen die Reise zu einem unvergeßlichen Erlebnis.

Auch heute berichtete uns Ulrich Klein von seinen Ausflügen b.z.w. Urlaubsreisen des vergangenen Sommers, die er gemeinsam mit Lebensgefährtin Anke unternahm. Nach dem im Januar Südengland Thema war, stand heute Norwegen auf dem Programm. Genauer gesagt vermittelte er uns Eindrücke von einer ca. 2700.00 Km langen Schiffsreise, die an der zerklüfteten Fjordküste Norwegens entlang führte. Auf den Spuren der alten Postschifffahrtslinie, dessen Betrieb im Jahre 1984 eingestellt wurde und die heute nahezu ausschließlich touristisch genutzt wird. Es ging beispielsweise durch den Trollfjord und den Geirangerfjord, an den Lofoten vorbei bis zur nördlichsten Spitze Europas. In Kirkenes, unweit der Grenze zu Russland, endete die Hinfahrfahrt. Wir haben wieder wunderschöne Bilder in seiner Power Point-Präsentation zu Gesicht bekommen, die aber höchstens ansatzweise das wiedergeben können, was an grandioser Natur und an Empfindungen im Original auf den Betrachter einwirkt.

Zunächst gab es eine Kaffee und Imbisstafel und der „Steinpilz- Wismar“ konnte ein volles Haus verbuchen. Sogar unser Pilz- und Vereinsfreund Jürgen Horn in Begleitung seiner besseren Hälfte (links) schreckten nicht vor dem derzeit schneereichen und bitterkalten Hochwinterwetter zurück, um aus Brandenburg an der Hafel zu uns zu stoßen. Sie verbanden es aber mit einem Verwandtschaftsbesuch.

Pilzfreundin Anke servierte uns ein Früchtebrot mit allerlei exotischen Zutaten.

Eine leckere Torte Marke Eigenproktion steuerte Monika bei.

Herzhateres lieferten uns Inge und unsere Schweriner Vereinsmitglieder.

So brauchte niemand hungern und konnte per Wort und Bild während des verdauens auf die Reise zum Nordkap gehen.

Durch das Land der Trolle! Auf der Karte links sehen wir die Haltepunkte der Postschifffahrtsrute eingezeichnet. Hier können von den Reisenden zusätzliche Angebote wahrgenommen werden.

Wann treffen sich die Pilzfreunde wieder? – Siehe unter Termine!

30. Januar 2018 – Treffen der Pilzfreunde

Neujahrstreffen der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Vortragsabend mit Ulrich Klein

„Von London bis Cornwall“

Feuerwerk über dem Wismarer Hafen.

Feuerwerk über dem Wismarer Hafen.

Treff war am Dienstag, dem 30. Januar 2018, um 18.00 Uhr im Steinpilz – Wismar, in der ABC Straße 21.

Der erste Monat des neuen Jahres neigte sich bereits dem Ende zu. Zeit um sich das erste mal zu einem Vereinsabend zu treffen. Wie schon in den Vorjahren, durften wir uns auf einen sehr interessanten PowerPoint – Vortrag unseres Pilzfreundes Ulrich Klein freuen. Er war im vergangenen Sommer mit Lebensgefährtin Anke in England unterwegs und berichtete uns davon. Der Votrag führte uns von London weiter über Oxford, Stonehenge bis Land`s End. Wir durften anhand beeindruckend schöner Bilder von Land und Leuten, Sehenswürdurgkeiten von Städten und Dörfern und auch der Natur an dieser Reise teilnehmen. Interessante Grafiken zu wissenswertem über das Vereinigte Königreich durften natürlich nicht fehlen.  Dafür danken wir beiden sehr herzlich!

Die Stationen, an denen wir in Wort und Bild halt machten.

Genussvoll und gut gelaunt schweiften alle Blicke auf die Leinwand.

Während es ein Augenschmaus war, den herrlichen Bildern zu folgen, gab es genüssliches auch in Form von belegten Brötchen, die uns Pilzfreundin Inge anläßlich ihres kürzlich begangenen Geburtstages vom Catering – Service Spiegelei servieren ließ.

Vereinsfreundin Monika steuerte eine herrliche Torte nach altem DDR – Rezept bei – einfach lecker! Vielen herzlichen Dank!

Und wie es sich für ein Neujahrstreffen gehört, zündete Sohn Jonas uns diesen Glückspilz. Auf ein super Pilzjahr 2018!

Wie immer an unserem ersten Treffen im Jahr konnte bei dieser Gelegenheit auch der Jahresbeitrag für die Gruppe der Pilzfreunde in der Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. entrichtet werden. Wir besprachen Anregungen und Vorschläge für die Gestaltung der neuen Saison.

  • Die Veranstaltung endete gegen 20.00 Uhr

09. Dezember 2017 – Weihnachtsfeier der Pilzfreunde

Weihnachtsfeier der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Vorweihnachtliches Jahresabschlußtreffen

In Arpshagen bei Klütz

Leider konnte die diesjährige Weihnachtsfeier der Pilzfreunde nicht wie geplant in Keez stattfinden, da Gastgeberin Irena erkrankt war. So haben sich Anke und Ulrich bereit erklärt, das diesjährige, vorweihnachtliche Abschlußtreffen der Pilzfreunde in Arpshaben, einem Ortsteil von Klütz,  stattfinden zu lassen.

Begrüßt wurden wir nicht nur von unseren Gastgebern ganz herzlich, sondern auch von wunderschöner Advents – Dekoration. Wie es sich gehört mit Pilzen, Tannengrün und Zapfen vom Mammutbaum. 

Mit einem Gläschen Sekt eröffnen Anke und Ulrich mit uns den gemütlichen Abend.

Gleich im Anschluß luden die Gastgeber zu einer Kaffeetafel mit leckeren Köstlichkeiten ein. Es gab natürlich auch selbstgebackenes nach Art des Hauses. So wurde diese Schwarzwälder Kirschtorte nach einem ganz besonderen Rezept gebacken und zu einer regelrechten Gaumenfreude. Danke Anke!

Nach der reichhaltig gedeckten Kaffeetafel gab es wieder einen heiter besinnlichen Jahresrückblick von Ulrich Klein in Power – Point Qualität.

Die beiden Initiatoren des Steinpilz – Wismar durften zu Beginn seiner Präsentation natürlich nicht fehlen und auch der Nachwuchs scheint schon in Weihnachtsstimmung zu sein.

Gespannt lauschen alle, was da wohl kommen mag, und das war nicht nur eine Reise durch das Pilzjahr in der viele unserer Aktivitäten teils satirisch beleuchtet wurden,  sondern zwischendurch gab es auch immer wieder heiteres und besinnliches zur Weihnachtszeit.

Und dazu gehört natürlich stimmungsvolles Kerzenlicht in den verschiedensten Variationen.

Im Anschluß servierte uns Anke ein lecker/herzhaftes Abendbrot und anknüpfend blätterte sich unser naturkundlich universell gelehrter Pilzfreund Christopher Engelhardt mit uns in digitaler Form durch sein neuestes Büchlein „Naturbeobachtung durch das Jahr“. Eine vielseitige Reise durch das Naturjahr. Zwischenzeitlich liefen auf unserer Video – Leinwand die Bilder des Jahres ab, während man bei Pils und Wein fachsimpelte.

Das wünschen wir natürlich auch allen Fans vom Steinpilz-Wismar, die nicht dabei sein konnten!

Im Namen aller Pilzfreunde ein ganz herzliches Dankeschön an Anke Weselow und Ulrich Klein für den mehr als gelungenen Jahresabschluß 2017!

Wann treffen sich die Pilzfreunde wieder? – Siehe unter Termine!

26. November 2017 – Vereinsexkursion der Pilzfreunde

Vereins- und Kartierungsexkursionexkursion

Das Löwitzer Holz bei Rehna war unser Zielgebiet

Das Löwitzer Holz am Totensonntag des Jahres 2017. Ein überschaubares, abwechslungsreiches Waldgebiet weit im Westen Mecklenburgs.

Das Löwitzer Holz ist ein kleines Waldgebiet bei Rehna, zwischen den Ortschaften Löwitz, Falkenhagen und Klein Rünz. Für uns neu, für Mtglieder des Pilzvereins Rehna, speziell für Torsten Richter und Christopher Engelhardt, der auch den Wismarer Pilzfreunden angehört, alles andere als unbekannt. Die beiden haben hier bereits intensive Untersuchungen und Kartierungen vorgenommen und darüber auch schon eine Veröffentlichung herausgebracht. Wir werden wohl nicht viel neues entdecken. Das sollte uns nicht davon abhalten, hier in aller Gemütlichkeit und Ruhe unsere letzte Vereinsexkursion in diesem Jahr zu absolvieren, zumal Diplombiologe Torsten Richter sich vor allem auf kleine Asco`s spezialisiert hat und inzwischen sogar viele Erstfunde b. z. w. Erstnachweise für unser Bundesland tätigen konnte. Und nicht nur das, er hat sogar ganz neue Arten entdeckt, die bisher noch niemandem bekannt waren und von denen er der Erstbeschreiber ist! Ein wunderbares Betätigungsfeld und eine phantastische Miniaturwelt, die sich dem Betrachter erst unter der Lupe und dem Mikroskop richtig erschließt. So speziell ging es bei uns zwar nicht zu, aber dennoch konnten wir am Ende auf eine artenreiche Kartierungsaktion zurück blicken. Die Tour endete am frühen Nachmittag. Hier wie immer ein kleiner Rückblick:

Christopher Engelhardt aus Lübeck, Mitglied der Wismarer und auch der Rehnaer Pilzfreunde, erwartete uns schon bei der Ankunft mit einem kritischen Blick auf stattliche Blätterpilze, die er schon am Vortag in einem anderen Gebiet gefunden hatte und uns zur Begutachtung mitbrachte.

Es handelt sich um schon etwas betagte Exemplare des Strohblassen Ritterlings (Tricholoma stiparophyllum). Ein ungenießbarer Ritterling mit aufdringlichem Geruch, der gerne unter Birken wächst, in diesem Falle aber unter Eichen gefunden wurde.

Zwei kleine Helmlinge (Mycena spec.) entspringen einem Lärchen – Zapfen.

Junge Fuchsige Rötel – Trichterlinge (Lepista flaccida) wuchsen aus der dick liegenden Laubstreu. Sie wirken hier sehr hell und könnten für den Fahlgelben Rötel – Trichterling gehalten werden. Da aber auch ältere, typisch fuchsrötliche Exemplare am Standort vorhanden waren, halte ich sie für Fuchsige R. – Trichterlinge. Es ist ohnehin nicht ganz unumstritten, in ihnen zwei verschiedene Arten zu sehen. Essbar.

Der Lederig – häutige Fältling (Byssomerulius corium) überzieht größtenteils resupinat die Unterseiten von liegenden Laubholzästen und nur die Hutkannten lösen sich charakteristisch ab. Die Oberfläcke b.z.w. Unterseite wirkt runzlig – faltig.

Der Widerliche Ritterling (Tricholoma lascivum) riecht ähnlich unangenehm wie der oben vorgestellte Strohblasse Ritterling und ist ebenfalls ungenießbar. Er ist meist etwas kleiner und wächst im Buchenwald. Hier sehen wir allerdings ein wenig aussagekräftiges, altes Exemplar, welches ich aber wegen seiner strukturellen „Schönheit“ trotzdem an dieser Stelle zeigen möchte.

Der Süßliche Milchling (Lactarius subdulcis) ist als Mischpilz brauchbar und darf in keinem Buchenwald fehlen.

Immer wieder wird neues entdeckt.

Hier ist es zum Beispiel der Graue Korallenpilz (Clavulina cinerea). Kein Speisepilz.

Der essbare Winter – Trompetenschnitzling (Tubaria furfuracea) ist den gesamten Winter über an Laubholzresten zu finden. Gern auch in Mengen auf Schredderbeeten in städtischen Anlagen.

Ähnlich dem Süßlichen Milchling ist auch der Graugrüne Milchling (Lactarius blennius) mit seiner weißen, brennend scharf schmeckenden Milch ist in fast jedem Buchenwald zu hause.

Der jung weiße und festfleige Flaschen – Stäubling (Lycoperdon perlatum) ist zunächst essbar, wird aber bald olivgrünlich, matschig und schließlich leicht, weich und graubräunlich. Noch sind einige seiner typischen Grieskörnchen zu sehen. Wo diese bereits abgefallen sind, entsteht ein typisch mosaikartiges oder netziges Muster auf der Oberfläche. Auf dem Scheitel bildet sich eine Öffnung, wo durch mechanische Reize die Sporen ausgestäubt werden (Stäubling!).

Der Papagei – Täubling (Russula ionochlora) wird auch kleiner Frauen – Täubling genannt. Tatsächlich ist er kleinwüchsiger und vor allem spröder als der größere und geschmeidigere Frauen – Täubling. Beiden sind die blauen, violetten und grünlichen Mischfarben auf dem Hut gemein. Essbar.

Nicht selten und keineswegs nur an Birkenholz finden wir den Birken – Blättling (Lenzites betulinus). Hier war es ein Buchenstubben, an dem seine bunt gezonten Konsolen dachziegelig übereinander angeordnet waren. Auf der Unterseite befinden sich lamellenartige Strukturen, die aber eher seltener so wirrlingsartig erscheinen wie bei diesem Exemplar. Ungenießbar.

Der Niedergedrückte Rötling (Entoloma rhodopolium) ist ein oft gesellig wachsender Rötling unserer Wälder. Er gilt zumindest als giftverdächtig.

Etliche Semmelstoppelpilze (Hydnum repandum) leuchteten im Buchenlaub. Leider waren sie aber nicht mehr jung und blieben stehen, denn im Alter können sie bitter schmecken!

Die Stoppeln oder Stacheln auf der Unterseite erfüllen die gleiche Aufgabe wie Lamellen, Poren oder Röhren, nähmlich die Oberfläche zur maximalen Sporenproduktion zu vergrößern. Es handelt also um die Fruchtschicht der Pilzfruchtkörper, die vom darüber liegenden Hutfleisch geschützt wird.  Auch befinden sich in ihr die meisten Nährstoffe, was bei essbaren bei essbaren Arten vieleicht von Bedeutung ist.

Der gallertartige Schlauchzitterling (Ascotremella vaginea) gehört nicht, wie man vermuten könnte, zu den Gallertpilzen, sondern ist ein Vertreter der Schlauchpilze. Wir finden ihn an Buchenästen bevorzugt im feuchten Herbst und Winter.

Hier sehen wir den großen, in Buchenwäldern überaus häufigen Dickblättrigen Kohlentäubling (Russula nigricans) in allen seinen Entwicklungsstufen. Schwarz, wie verkohlt, bleibt er mumifiziert noch Monate am Standort und kann so im folgenden Sommer noch gefunden werden. Geringwertiger Speisepilz.

Tief im Buchenlaub versteckt war dieser Perlpilz (Amanita rubescens). Er ist überständig und darf so nicht mehr gegessen werden. Das hier besonders intensiv zutage tretende Röten des Fruchtkörpers ist eines seiner wichtigsten Erkennungsmerkmale.

Der Gelbweiße Täubling (Russula ochroleuca) ist der häufigste aller Täublinge und wächst vom Sommer bis zum Winterbeginn oft als Massenpilz in Laub- und Nadelwäldern. Er ist ein minderwertiger Speisepilz und sollte nur in Mischung mit besseren Pilzen verwendet werden und wenn es ausreichend von diesen gibt, kann ganz auf ihn verzichtet werden.

Er darf allerdings nicht mit ähnlichen, scharf schmeckenden Arten verwechselt werden, so wie mit diesem kleineren Sonnen – Täubling (Russula solaris). Er schmeckt beißend scharf und riecht nach Senfsoße.

Der düstere, Purpurbraune Rübling (Collybia fuscopurpureus) gilt eigentlich als selten, ist es aber nicht. Er braucht basische Standorte unter Buchen und scheint in diesem Herbst besonders häufig zu sein. Seine Trama soll sich auffallend grün verfärben, wenn man Laugen darauf gibt. Kein Speisepilz.

Die Typusart der Gruppe der Rettich – Helmling, der Rettich – Helmling (Mycena pura). Leicht giftig!

Wer Lacktrichterlinge zum Essen sammelt, sollte die Rettich – Helmlinge als giftige Doppelgänger kennen und unterscheiden können. Das ist auch nicht schwer. Sie sind gebrechlich, nicht biegsam zäh. Sind auf dem Hut nicht eingedellt, sondern eher leicht gebuckelt und riechen deutlich rettichartig.

Der Birnen – Stäubling (Lycoperdon pyriforme) besiedelt altes, vermorschtes Laubholz. Er ist gummiartig zäh und gilt auch jung als ungenießbar.

Auf Buchenstubben, wie man sieht vergesellschaftet mit anderen Arten, wuchsen diese Großsporigen Gallertbecher (Ascocoryne cylichnium). Er sieht optisch dem Fleischfarbenen Gallertbecher (Ascocoryne sarcoides) sehr ähnlich und ist von diesem nur mikroskopisch sicher zu unterscheiden. Foto und Befund haben wir Chris Engelhardt zu verdanken.

Hier die zugehörigen Sporen (21 – 28 / 5-6 Mikromilimeter). Danke Chris Engelhardt!

Auch diese roten Pustelpilze hat Chris für uns fotografiert und untersucht. Heraus gekommen ist ein Cosmospora spec – Pustelpilzchen. Optisch von Chris zunächst als Dialonectria episphaeria angesprochen. Auch bei den Pustelpilzen ist ein Mikroskop wohl unerläßlch, um genaueres zu erfahren.

Hier das zugehörige Mikrofoto von Chris. Es zeigt die bis zu 13 Mikromilimeter großen, einfach septierten Sporen im Ascus = Schlauch.

Der Winter läßt Grüßen. Auch wenn die Pilze auf diesem Foto etwas braun wirken, es sind Austern – Seitlinge (Pleurotus ostreatus). Einer der ergiebigsten und besten Speisepilze der bevor stehenden Monate. Foto: Chris Engelhardt.

Nicht zu verwechseln mit dem oft bitterlich schmeckenden Gelbstieligen Muschelseitling (Sarcomyxa serotina). Foto ebenfalls Chris Engelhardt.

Ganz zum Schluß fanden wir noch an einem Buchenstubben diesen Helmling. Chris untersuchte auch ihn und er konnte den Voreilenden Helmling (Mycena abramsii) ermitteln. Einer der ersten Pilze im Frühjahr, der aber auch im Herbst wachsen kann. Auch dieses Bild stammt von Christopher.

Diese tolle Aufnahme stammt noch mal von ihm. Es zeigt die Cheilozystiden des Voreilenden Helmlings. Es sind sterile, unförmige Zellen an der Lamellenschneide, die bei Mycena abramsii nur bis 55 Mikromilimeter groß werden.

Im Winter und Frühling brechen an alten Haselsträuchern häufig diese Kleiigen Haselbecherchen (Encoelia furfuracea) heraus. Auch sie scheinen ihrer eigentlichen Zeit voraus zu eilen. Standortfoto Christopher Engelhardt.

Unser Abschlußfoto. Es zeigt die kleine Kartierungsgruppe vom 26.11.2017. Von links nach rechts Reinhold Krakow, Monika Peter, Christopher Engelhardt und Robert Grieben. Das schöne Foto schoß für uns Roland Lebendig vom Rehnaer Pilzverein!

Das war`s für dieses Jahr!

18. November 2017 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Es ging durch den Buldt bei Warkstorf

Der Buldt bei Warkstorf/Goldebee ist ein hügeliges, eiszeitlich geprägtes Endmoränen – Gebiet, das von Wäldern überzogen ist. Größtenteils sind es Rotbuchenbestände. Ein idelaler Lebensraum für viele Großpilze, da  Buchenwälder in Mecklenburg in der Regel die vielseitigste Pilzflora zu bieten haben. 18.11.2017.

Schon neigt sich wieder ein Pilzjahr dem Ende zu und der Steinpilz – Wismar ludt zur letzten öffentlichen Pilzwanderung der Saison ein, bevor am nächsten Wochenende mit einer Vereinsexkursion, an der natürlich auch Nichtvereinsmitglieder als Gäste willkommen sind, der endgültige Schlußstrich in punkto Wanderungen und Exkursionen in diesem Jahr gezogen wird. Für heute hatte ich ein sehr hügeliges, ja schon fast mittelgebirgsähnliches Waldgebiet auf einer Endmoränen – Landschaft ausgesucht, dass nur wenige Kilometer von Wismar entfernt liegt. Den Hexenberg und den Buldt zwischen den Ortschaften Warkstorf und Goldebee. Buchenwälder, Erlenbrüche, aber auch etwas Nadelwald sorgen hier für Abwechslung. Die Wanderung war gut besucht, dass Wetter ließ hingegen zu wünschen übrig. Es wehte ein strammer Wind und im Verlauf wurde es zunahmend regnerisch, so dass wir den Hexenberg nicht mehr in Angriff nahmen. Dennoch war es für die vorgerückte Jahreszeit noch eine recht vielseitige Wanderung, was das Artenangebot anbelangt. Bei dem einen oder anderen Pilzfreund stand danach sogar noch ein hoffentlich schmackhates Waldpilz – Gericht auf dem Speiseplan. Hier wie gewohnt einige Bilder von der heutigen Tour:

Fröhliche Aufbruchstimmung. Noch sind Körbe und Eimer ler, aber bei einigen Pilzfreunden sollte sich das schnell ändern.

Es waren heute auch wieder Kinder mit dabei und sie wurden als erstes fündig. Hier sehen wir den Spindelstieligen Wasserkopf (Cortinarius duracinus). Leider kein Speisepilz, aber durch seine spindelig zugespitzte Stielbasis ein relativ leicht kenntlicher, aber nicht sehr häufiger Haarschleierling. Voraussetzung ist allerdings, das man ihn zur Gattung Cortinarius zugehörig ansprechen kann.

Einer der häufigsten Blätterpilze des Herbstes, der bis in den tiefsten Winter hinein gefunden werden kann, ist der Horngraue Rübling (Collybia peronata). Seine hellgraubraunen bis nahezu schwarzbraunen Hüte glänzen wie mit Fett eingestrichen, was auf dem Bild leider nicht sogut zu erkennen ist.

Die Lamellen des Horngrauen Rüblings sind grauweißlich gefärbt und bauchig abgerundet zum Stielansatz. Der graubräunliche Stiel ist schwammig und zur Basis hin, besonders bei jungen Fruchtkörpern, keulig aufgeblasen. Als Mischpilz kann er Verwendung finden.

Immer wieder bringen nicht nur Kinderhände mir neues Material zur Bestimmung und vor allem zur Klärung der alles entscheidenden Frage essbar oder giftig. Hier ist von allem etwas dabei. Links ein ungenießbarer Spindelstielige Wasserkopf, in der Mitte der roh giftige und auch sonst ungenießbare Gemeine Fälbling und schließlich der essbare Violette Lacktrichterling.

Ein junger Specht – Tintling (Coprinus picaceus). Im Gegensatz zum ähnlichen Schopf – Tintling gilt dieser nicht als Speisepilz.

Das frisch gefallene Laub macht die Suche nach den begehrten Objekten nicht ganz einfach.

Trotz der Schärfe seiner weißen Milch scheint der Wollige Milchling (Lactarius vellereus) bei Schnecken recht beliebt zu sein. Sie mögen es anscheinend durchaus pikant. Für den menschlichen Gaumen wäre es aber etwas zuviel des guten, obgleich er in Osteuropra und Sibirien gern nach aufwendigen Zubereitungsmethoden gegessen wird.

Diese Art sondert bei Verletzung keinen Milchsaft ab und schmeckt mild. Es ist der Trockene Schneckling (Hygrophorus penarius), den wir relativ häufig in besseren Buchenwäldern antreffen können. Er kann auch gegessen werden, soll aber nicht gerade die große Delikatesse sein. Er gehört wie alle anderen Schnecklinge, Ellerlinge und Saftlinge zu den sogenannten Wachsblättlern.

Der Milde Milchling (Lactarius mitissimus) sondert reichlich weißen Milchsaft ab, der mild schmeckt, so dass man ihn als Mischpilz verwenden kann.

Gleiches gilt für den in Buchenwäldern weitaus häufigeren Süßlichen Milchling (Lactarius subdulcis). Sein Milchsaft schmeckt etwas süßlich – herb.

Nah verwandt mit den Milchlingen sind die Täublinge. Auch hier gilt der Geschmackstest der Lamellen, um die Genießbarkeit abzuklären. Milchsaft sondern sie nicht ab. Eine Kostprobe würde hier sehr schnell die Frage der Essbarkeit klären und den typischen Reflex auslösen, der dieser Täublings – Gruppe ihren Namen gab: Spei – Täublinge. Hier ist es der Buchen Spei – Täubling (Russula mairei).

Nahezu stiellose Blätterpilz – Hütchen an einem Laubholzzweig. Der Kenner ist schnell mit der Diagnose Gemeines Stummelfüßchen dabei. Aber so einfach geht es leider nicht.

Christopher Engelhardt aus Lübeck legte sie für uns unter`s Mikroskop. Heraus kam dabei das Kugelsporige Stummelfüßchen (Crepidotus cesattii), wie wir es bereits vermuteten. Chris schreibt dazu: „typische rundliche, feinwarzige Sporen bis 9 Mikromilimeter – darum heißt der Pilz auf deutsch auch Kugelsporiges Stummelfüßchen.“

Der Blaugraue Dachpilz (Pluteus salicinus) gilt als leicht giftig. Er soll den haluzinogenen Stoff Psilocybin enthalten. Allerdings wohl nur in geringen Mengen, so dass der Verzehr dieses Einzelexemplars wohl keine nennenswerte Aufhellung oder Verfinsterung des Geistes nach sich ziehen dürfte.

Hier sehen wir den Purpurbraunen Rübling (Gymnopus fuscopurpureus). Laut Verbreitungskarte der DGfM in MV außerordentlich selten (nur zwei Fundpunkte). Das wundert mich ein wenig, da die Art zwar nicht häufig bei uns ist, aber keinesfalls derart selten! Sicher werden im laufe der Zeit noch Fundpunkte hinzu kommen. Ungenießbar.

Weitaus häufiger finden wir den Knopfstieligen Rübling (Collybia confluens) mit seinen sehr dicht stehenden Lamellen, dem meist bereift wirkenden Stiel, seinem oft büscheligem Wachstum und der Neigung zur Bildung von Hexenringen. Auch er ist ungenießbar.

Zieht man sein dünnfleischiges Hütchen nach oben ab, bleibt der Sockel eines Druckknöpfchens zurück.

Ein Charakterpilz fast aller Buchenwälder ist der Graugrüne Milchling (Lactarius blennius). Sein weißer Milchsaft ist brennend scharf, daher ist auch er ungenießbar.

Genauso wie der nah verwandte und sehr ähnliche Braunfleckende Milchling (Lactarius fluens). Er bevorzugt aber gehaltvollere Böden, während der Graugrüne Milchling auch auf sandigem Untergrund Massenbestände ausbilden kann. Trocknet der weiße Milchsaft ein, entstehen die typischen braunen Flecken.

Zu der leicht giftigen Gruppe der Rettich – Helmlinge gehört auch der Süßriechende Rettich – Helmling (Mycena diosma). Wir finden ihn oft im Spätherbst im tiefen Falllaub und hier kann er gerne büschellig wachsen. Aus diesem Grunde bildet er auch meist sehr lange Stiele aus. Sein Geruch ist typisch süßlich/lieblich nach Rettichen.

Hier sehen wir zwei  Täublinge, die mild und damit essbar sind. Sie ähneln den Frauen – Täublingen, besitzen aber brüchige Lamellen. Somit gehören sie in eine Gruppe weiterer, violettblauer Arten wie dem Papagei- oder Tauben – Täubling. Von Papagei – Täublingen kenne ich allerdings keine violett überlaufennen Stiele, daher dürften die Pilze eher zu den Tauben – Täublingen gehören. Für den Speisepilz – Freund spielt es aber keine Rolle, der beide essbar sind.

Gute Speisepilze sind die Semmelstoppelpilze (Hydnum repandum). Allerdings fanden wir von ihnen heute leider nur alte Exemplare, die bitter schmecken können. Auch zahlreiche Rotgelbe Stoppelpilze waren vertreten, aber leider auch überständig.

In den Tälern haben sich Feuchtbiotope gebildet.

Der schwach giftige Gelbe Knollenblätterpilz (Amanita citrina) riecht muffig nach rohen Kartoffeln.

Auch der aufdringliche Geruch der Graukappe (Clitocybe nebularis) ist nicht jedem angenehm. Daher ist der häufige Herbstpilz in seinem Speisewert sehr umstritten. Es gibt befürworter, die ihn sehr schätzen, aber auch viele, die ihn ablehnen und bei manchen kann er sogar Unverträglichkeiten auslösen.

Auch dieser Maronen – Röhrling (Xerocomus badius) sollte nicht mehr gegessen werden. Er steht schon zu lange im Wald, ist also überständig und kann sogenannte unechte Pilzvergiftungen auslösen.

Gut in der tiefen Laubstreu getarnt ganze Straßen von Trompeten – Pfifferlingen. Jetzt hat die beste Zeit für diese schmackhaften Pfifferlinge begonnen, da sie nun besonders groß und üppig werden. Sie wollen durch die Laubschicht noch oben um ihre Sporen besser dem Wind anvertrauen zu können und sind deshalb besonders ergiebig. Nun heißt es zugreifen!

Dicht an dicht durchbrechen sie die Laubschicht. Trompeten – Pfifferlinge (Cantharellus tubaeformis).

Kritisch sollte man sich die Pfifferlinge allerdings schon anschauen. Das linke Exemplar ist bereits überständig. Das zeigt sich wie beim Echten Pfifferling auch durch bräunliche, glasige Verfärbung der Fruchtkörper, die gleichzeitig auch weich und matschig werden.

Nun hat das Sammel – Fieber um sich gegriffen und so mancher Korb oder Tasche füllt sich.

Während die einen die relativ kleinen Pfifferlinge sammeln, haben sich bei anderen Körbe und Eimer mit mastigen Steinpilzen (Boletus edulis) gefüllt. Leider waren nicht mehr viele zu gebrauchen, da überständig oder Frost – geschädigt.

Die Steinpilze wurden in ihrer Entwicklung durch den Frost gestört und werden weich und notreif. Solche Pilze sollten nicht mehr verzehrt werden.

Ein junger Pantherpilz (Amanita pantherina) wie aus dem Bilderbuch. Gattung Amanita = Knollenblätterpilz und stark giftig! Typisch die umrandete Stielknolle (Bergsteigersöckchen), die ungeriefte Manschette, der geriefte Hutrand und weiße Hüllreste auf dunkelbraunem bis fast weißem Hut, die aber auch fehlen können.

Graukappen und wieder, auf den ersten Blick schöne, junge Steinpilze.

Aber auch sie waren bereits weich und schwammig. Eindeutig Frostschäden!

In diesem Stadium sollten Steinpilze ohnehin nicht mehr mit nach hause genommen werden. Sie dürfen den Rest ihres kurzen Lebens noch ihre letzten Sporen  abwerfen, um ihrer Aufgabe der Arterhaltung nachzukommen.

Der Goldfellschüppling (Pholiota aurivella) ist eine große, auffällige Blätterpilzart an altem Laubholz und teils noch lebenden Bäumen. Im schleimigen Hut schwimmen bräunliche Schüppchen, die durch Regen abgespült sein können.

Die Lamellen streuen braunen Sporenstaub ab und das gelbe Fleisch schmeckt bitter, so dass er nicht gegessen werden kann.

Auch der hier etwas blass erscheinende Ziegelrote Schwefelkopf (Hypholoma sublateritium) hat bitterliches Fleisch und ist daher ebenfalls nicht für den Kochtopf geeignet.

Diesen Flockenstieligen Hexen – Röhrlingen (Boletus luridiformis) konnte der leichte Nachtfrost nichts anhaben. Sie waren knackig und fest und durften in den Sammelkorb wandern. Immerhin sollen sie sogar den nah verwandten Steinpilzen geschmacklich überlegen sein.

Letzte, altgoldene Farbtöne trotzen dem bereits winterergrauten Buchenwald.

Spätherbstliche Romantik. Das Naturjahr neigt sich seinem Ende entgegen.

Der an Laubholz vorkommenden Grauweiße Saftporling (Oligoporus tephroleucus) ist ungenießbar.

Der Violette Lacktrichterling (Laccaria ametystea) kann auf eine für ihn erfolgreiche Saison zurückblicken. Aufgrund des feuchten Sommer`s lief er zur Höchstform auf und war zeitweise fast ein Bodendecker in unseren Buchenwäldern. Er wird auch gerne, da leicht kenntlich, zum Essen mitgenommen.

Der Gelbstielige Muschelseitling (Sarcomyxa serotina) wird gerne mit dem Austern – Seitling verwechselt. Manchmal kommen beide sogar an einem Stamm vor. Das ist aber ungefährlich, da er nicht giftig ist und praktisch auch essbar wäre, wenn er nur nicht des öfteren recht bitter schmecken würde. Austern – Seitlinge haben niemals gelblichgüne Farben auf ihren Fruchtkörpern!

Und wieder ein herrlich strammer Flockenstieliger Hexen – Röhrling (Boletus luridiformis). Gut durchgaren, da er roh giftig ist!

Hauchdünn überzieht der Eichen – Zystidenrindenpilz (Peniophora quercina) tote Eichenäste. Seine äußeren Ränder lösen sich allmählich von der Baumrinde ab.

Ich danke Chris Engelhardt (zweiter von links) für seine mikroskopischen Untersuchungen und den zugehörigen Mikrobildern!

Noch ein letzter Hügel und die Wanderung ist Geschichte. Der Regen wird nun stärker!

Aber es gibt noch Pilze zu entdecken. Hier ist es ein Frauen – Täubling (Russula cyanoxantha). Für viele Pilzarten ist anscheinend Tageslicht wichtig um ihre Farbpigmente zu entwickeln. Hier ist gut zu sehen, wo Blätter den Hut bedeckten. Der Frauen – Täubling zählt zu unseren wertvollsten Speisepilzen und er wächst von Mai – November unter Buchen und Eichen.

Und zum Schluß noch ein echtes Highlight, der Geschichtete Zähling (Lentinellus ursinus) zahlreich und dachziegelig übereinander an einem liegenden Buchenstamm. Der Pilz ist nicht nur in Mecklenburg recht selten. Für die Küche ist er nicht geeignet! Standortfoto Christopher Engelhardt.

Übersetzt man die wissenschaftliche Bezeichnung ins deutsche müßte er eigentlich Bärenfell – Zähling heißen. Er besitzt auf dem Hut nähmlich einen striegeligen Filz, der nicht zuletzt wegen seiner Färbung an ein Bärenfell erinnert. Chris Engelhardt haben wir diese Vergrößerung zu danken!

Auf der Unterseite finden wir Lamellen.

Diese sind an ihrer Schneide gattungstypisch schartig gezähnelt, ähnlich einem Sägeblatt. Für das stark vergrößerte Foto herzlichen Dank an Christopher Engelhardt!

Das hat sich doch gelohnt. Eine schöne Pfifferlingspfanne für den sonntäglichen Mittagstisch!

Zur Erinnerung wie immer unser Abschlußbild. Leider waren auch heute nicht mehr alle dabei. 18. November 2017 im Buldt.

Wenn nichts dazwischen kommt, starten wir wieder im April 2018 zu unseren Pilzwanderungen. Siehe dazu unter „Termine“!

07. November 2017 – Treffen der Pilzfreunde

Treffen der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Dia – Abend

Bilder aus vergangenen Tagen wollen wir uns heute anschauen. Hier der alte Seemann Alfred Haase um die Jahrtausendwende während eines Pfigstausfluges durch die Rohlstorfer Tannen - Rienenboviste satt und das im Frühling. Die Regionalzeitung war dankbar für ein tolles Motiv.

Bilder aus vergangenen Tagen haben wir uns heute per Diaprojektor angeschaut. Hier der alte Seemann Alfred Haase um die Jahrtausendwende während eines Pfingstausfluges durch die Rohlstorfer Tannen – Riesenboviste satt und das im Frühling!

Noch vor nicht allzulanger Zeit stellte sich mir immer wieder die Frage, soll ich einen 36er Dia – Film in meine Kamera einlegen oder doch lieber einen für Papierbilder. Aus heutiger Sicht kaum noch vorstellbar. Digitale Fotografie hat alles verändert, sehr zum positiven. Die Gestaltung einer Internetseite wie dieser mit teils tagesaktuellen Bildern wäre mit der alten Technik undenkbar. Nun liegen die Dias von damals im Keller und niemand beachtet sie mehr. Das sollte sich heute Abend ändern. Seit langer Zeit stand mal wieder ein Dia – Abend auf dem Programm. Nicht zuletzt auch deshalb, weil wir in diesem Jahr auf über sieben Jahrzehnte Pilzberatung in Wismar zurückblicken. Es sind auch viele eingerahmte, historische Aufnahmen aus den 1950er und 1960er Jahren dabei, aber auch aus den 1980er und 1990er Jahren, als ich in die Pilzberatung mit einstieg. Wir haben uns heute eine Auswahl angeschaut und in Nostalgie geschwelgt. Es waren zwei kurzweilige Stunden. Ganz herzlichen Dank gilt unserer Pilzfreundin Monika, die einen sehr leckeren Kuchen für uns gebacken hatte. Auch konnte wir Gäste in unserer Mitte begrüßen

Wann treffen sich die Pilzfreunde wieder? – Siehe unter Termine!

04. November 2017 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Wir Wandern durch den Kellerswald

Bei schönem, goldigem Novemberwetter führte unsere heutige Pilzwanderung durch den Kellerswald bei Bad Doberan.

Wir konnten leider nicht wie geplant durch den Gespensterwald bei Nienhagen wandern. Er bleibt noch für einige Tage gesperrt, da Aufräumarbeiten aufgrund der schweren Sturmschäden vorgenommen werden müssen.

Wir wichen auf Vorschlag und im einvernehmen mit der Forstverwaltung in den Kellerswald bei Bad Doberan aus.

Das Wetter war so gar nicht Novembergrau, sondern es erinnerte eher an einen goldigen Oktobertag. So konnten die 12 Teilnemer bei schönem Wetter reichlich Frischpilze entdecken und kennen lernen. Es handelt sich um Laub- und Nadelforste, vorwiegend mit Buchen, Fichten und Lärchen auf sandigem Untergrund. Die Tour dauerte bis gegen Mittag an. Hier einige Impressionen:

Gleich zu Beginn erregten einige Pilzfunde, die bereits während der Ankunft vor Ort gemacht wurden, das Interesse der Naturfreunde.

So sind diese Flaschen – Stäublinge (Lycoperdon perlatum) noch jung und druckfest genug, um sie in den Korb für die Speisepilze zu legen. Ein wichtiges Markmal zur Abgrenzung ähnlicher Arten sind die abwischbaren Grieskörnchen auf der Oberfläche dieser Bauchpilze.

Der Pantherpilz (Amanita pantherina) besitzt weiße Hüllreste auf dem Hut, sofern sie nicht vom Regen abgespült sein sollten. Sein Fleisch rötet nicht und die Stielknolle besitzt einen ringartigen Wulst, das Bergsteigersöckchen! Er gehört zu unseren wichtigsten Giftpilzen!

Im Gegensatz zur gerieften Manschette beim essbaren Grauen Wulstling und Perlpilz, ist sie beim Pantherpilz ungerieft!

Der Startschuss ist gefallen!

Besonders dekorative Eichengallen auf der Unterseite dieses Blattes. Sie gehören zu der Gestreiften Eichengallwespe (Cynips longiventris). Die Wespen schlüpfen im November/Dezember und legen dann ihre Eier in die Knospen des Baumes ab.

Der Krause Aderzähling (Plicatura crispa) könnte oberflächlich betrachtet für eine Tramete gehalten werden. Auf der Unterseite sind aber keine Poren, sondern faltenartige Strukturen zu erkennen. Die auf Laubholz vorkommende Art gehört zu den Pilzen, die erst vor wenigen Jahren Mecklenburg als Lebensraum für sich entdeckt haben. Noch in den 1990er – Jahren war der Pilz hier kaum zu finden, jetzt gehört er zu den häufgsten Holzbewohnern überhaupt!

Der Runzlige Korallenpilz (Clavulina rugosa) bildet nur wenig verzweigte, weißliche, schlanke und bis zu 10 cm hohe Fruchtkörper aus. Er erinnert eher an einen Keulenpilz als an eine Koralle. Wir finden ihn oft Truppweise in Wäldern verschiedenen Typs.

Graukappen (Clitocybe nebularis) sind inzwischen in zweiter Generation erschienen. Meist, so auch heute, sind sie mastig ausgebildet und die großen, fleischigen Exemplare laden besonders zum mitnehmen ein. Man muss sie aber mögen. Auf jedenfall blanschieren und Wasser wegschütten. Oder trocknen und Würzpulver daraus herstellen. Standortfoto Kellerswald.

Ein alter, schon ziemlich morscher Buchenstubben war von einer Vielzahl von Pilzen besiedelt. Unter anderem auch von diesen fleischfarbenen und dekorativen Gallertfleischigen Fältlingen (Merulius tremellosus). Ungenießbar.

Zu den Haarschleierlingen gehört der hübsche und giftverdächtige Rotschuppige Rauhkopf (Cortinarius bolaris). Bei Verletzung gilbt sein Fleisch.

Es ist wieder soweit. Der großporige Winter – Porling (Polyporus brumalis) hat den dichtporigen Mai – Porling des Sommerhalbjahres abgelöst. Sie gehören der Gattung der Stielporlinge an und sind ungenießbar.

Hier sieht man mal wieder, wie unterschiedlich die Farben des Hutes bei ein und der selben Täublingsart sein können. Wir sehen hier den überaus häufigen Zitronen – Täubling (Russula ochroleuca). Hätte ich dieses Bild gezeigt bekommen, würde ich fast denken, der linke Pilz wäre ein Purpurschwarzer Täubling, etwas ausgeblaßt. Aber alle Exemplare gehören zum Ockertäubling oder Gelbweißen Täubling, wie der Zitronen – Täubling auch bezeichnet wird. Essbar, aber minderwertig.

Der holzbewohnende und fast ganzjährig vorkommende Rehbraune Dachpilz (Pluteus atricapillus) zählt zu den Freiblättlern, bei denen die Lamellen nicht den Stiel erreichen. Seine anfangs weißen Lamellen verfärben über rosa zu fleischfarben. Nur Exemplare mit noch weißlichen Blättern (Lamellen) sollten zum essen mitgenommen werden und dann auch nur als Mischpilze.

So wie auch bei mir, ist eine Kamera zur Dokumentation der Pilzfunde für viele unerläßlich geworden.

Schmetterlings – Trameten (Trametes versicolor) werden als Vitalpilze von manchen Naturfreunden unterstützend in der Krebs – Therapie eingesetzt. So möchte unser Pilzfreund Thomas aus Berlin (in Fachkreisen als Pilz – Tommi bekannt), die Pilze gerne zu diesem Zwecke nutzen und erbittet sich Spenden in Form von Schmetterlings – Trameten. Es müssen aber superfrische Exemplare sein, sonst sind sie wertlos.

Von unten praktisch noch schneeweiß sollten die Schmetterlinge sein, also lebend und in der Wachstumsphase. Dazu ist der Spätherbst die beste Zeit. Lieber Tommi, ich habe die Pilze schon mal mitgenommen und wie versprochen, falls ich genügend bis Ende des Jahres in hoffentlich optimaler Qualität finden sollte, werde ich sie dir zukommen lassen.

Ich denke, frischer geht es wohl nimmer.

Der Graubräunliche Dickfuß (Cortinarius anomalus) ändert wie viele Haarschleierlinge im laufe seiner Entwicklung die Färbung seiner Fruchtkörper erheblich. Jung ist der ganze Pilz blaugrau, um später ins bräunliche umzuschlagen. Die Lamellen besitzen hier zu mindest am Rand noch die ursprüngliche Farbe, werden aber durch zunehmender Sporenproduktion schließlich auch rostbräunlich eingefärbt. Kein Speisepilz.

Der Herbe Zwergknäuling (Panellus stypticus) ist ein sehr häufiger Totholz – Bewohner und besiedelt nicht nur Eichenholz. Jetzt im Spätherbst hat auch er seine bevorzugte Wachstumsohase. Ungenießbar.

Immer wieder herrliche Fotomotive. Hier sind es frische Angebrannte Rauchporlinge.

Angebrannter Rauchporling (Bjerkandera adusta) in der Wachstumsphase. Ungenießbar.

Auffallend gelbe Myzel – Fasern an der Stielbasis besitzt der ziemlich seltene, an Laubholzstubben büschellig wachsende Langstielige- oder Schwefelfüßige Faserling (Psathyrella cotonea). Kein Speisepilz, aber auch nicht giftig.

Schwach giftig ist der Rosa – Helmling (Mycena rosea). Hier sehen wir ihn zusammen mit seiner selteneren, weißen Albino – Form.

Deutlich zu sehen, warum Pfifferlinge keine Blätterpilze sind. Auf der Hutunterseite laufen sogenannte Leisten herab, die hier noch mit zahreichen Querverbindungen ausgestattet sind. Trompeten – Pfifferling (Cantharellus tubaeformis).

Hier sehen wir die beiden in Mecklenburg häufigsten Pfifferlings – Arten, den Echten Pfifferling (Cantharellus cibarius) und den Trompeten – Pfifferling (Cantharellus tubaeformis).

Golden ertrahlt der Buchenwald im dezenten Sonnenlicht dieses wunderschönen Spätherbsttages.

Ein typischer Waldbereich für den Graugrünen Milchling (Lactarius blennius) Sein weißer Milchsaft schmeckt brennend scharf, er ist ungenießbar.

Mit zunehmendem Alter können sich die Lamallen des giftigen Grünblättrigen Schwefelkopfes (Hypholoma fasciculare) auch schwarzgrau verfärben. Die Sporen sind daran schuld. Gut ist aber noch das Schwefelgelb des Stieles zu erkennen und der Geschmack ist natürlich bitter.

Der Dunkle Hallimasch (Armillaria obscura) bevorzugt Nadelholz als Substrat. Er besitzt dunkelbraune Schüppchen auf dem Hut und sein Fleisch riecht nach Camenbert. Roh giftig, gut erhitzt ein würziger und schmackhafter Speisepilz.

Ein junger, noch geschlossener Safran – Schirmpilz (Macrolepiota rhacodes). Da sein Fleisch bei Verletzung safran- oder karottenrot anläuft, wird er auch Rötender Schirmpilz genannt. Er ist aber kein echter Schirmpilz (Lepiota) und müßte eigentlich Safran – Riesenschirmpilz heißen. Ohne Stiel ein guter Speisepilz.

Einer der hübschesten, einheimischen Großpilze ist der auf den ersten Blick kleine, unscheinbare und dünnstielige Gelbmilchende Helmling (Mycena crocata). Seine Schönheit offenbart sich erst beim genauen hinschauen. Sein Stiel ist mit einer orangeroten Flüßigkeit gefüllt, die bei Verletzung heraus tropft. Ohne Speisewert, versteht sich.

Über diesen Pilz herrschte großes Rätselraten. Eine Lorchel wurde vermutet. Das Mikroskop hätte den Verdacht entschieden widerlegt. Der erfahrene Fachmann erkennt in ihm aber sofort den Violetten Lacktrichterling (Laccaria ametystea). Bei Lacktrichterlingen kommen nicht selten eigenartige Verwachsungen und Mißbildungen vor, die an Morcheln oder Lorcheln erinnern können.

Auch der Pilz des Jahres 2017 war heute vertreten. Mit dem Winterhalbjahr hat auch wieder seine große Zeit begonnen. In den nächsten Monaten können besonders die Gebüsche des Schwarzen Holunders wieder reiche Ernten des Judasohres (Hirneola auricula – judae) liefern. Einer der beliebtesten und bekanntesten Vitalpilze, der auch in der asiatischen Küche kaum wegzudenken ist.

Unser Erinnerungsfoto an eine schöne Wanderung durch den spätherbstlichen Kellerswald bei Bad Doberan. Wie seit Jahren regelmäßig im November konnten wir heute auch wieder Stammgäste aus unserem südlichen Nachbarland Brandenburg in unserer Mitte begrüßen. 04. November 2017.

Wann steht die nächste Pilzwanderung an? – Siehe unter Termine!

29. Oktober 2017 – Vereinseinsexkursion

Vereins- und Kartierungsexkursion

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Es geht durch das Bullenmoor bei Techentin

Achtung, wegen einer Unwetterwarnung für Sonntag fällt die geplante Vereinsexkursion aus! Der Wetterdienst rechnet mit einer schweren Surmlage!

Einer der schönsten und imposantesten Großpilze des Spätherbstes, Winters und Frühlings ist der Goldfell - Schüppling (Pholiota aurivella). Auch wenn die Pilze durch ihre Schönheit das Auge befriedigen, für den Kochtopf sind sie nicht empfehlenswert. Aber darum geht es heute auch garnicht, Kartieren ist angesagt.

Einer der schönsten und imposantesten Großpilze des Spätherbstes, Winters und Frühlings ist der Goldfell – Schüppling (Pholiota aurivella). Auch wenn die Pilze durch ihre Schönheit das Auge befriedigen, für den Kochtopf sind sie nicht geeignet. Aber darum geht es heute auch garnicht, Kartieren ist angesagt.

Treff am Sonntag, dem 29. Oktober 2017, um 08.00 Uhr auf dem schmalen Parkplatz gegenüber dem Zeughaus in Wismar, in der Ulmen – Straße. Die Exkursion soll durch ein Waldgebiet zwischen Mestlin und Goldberg gehen, in dem das Bullenmoor integriert ist. Ein Zweittreffpunkt für Interessenten aus der Region kann gegen 09.30 Uhr in der Augziner Straße am Waldrand sein. Von der B 392 in Techentin nach Augzin abbiegen. Nach etwa 1 Km erreicht man den Wald, in den links ein Waldweg einmündet. Hier können am Straßenrand einige Autos Platz finden.

Gäste sind auch zu unseren Vereinsexkursionen sehr herzlich eingeladen. Im Grunde laufen die Vereins- und Kartierungsexkursionen nicht anders ab wie die öffentlichen Pilzlehrwanderungen. Der Schwerpunkt liegt allerdings bei der Inventur des Waldes in punkto Großpilze. Inventur hört sich nun sehr umfassend an, aber wir können innerhalb von drei Stunden auch nur das erfassen, was uns gerade unter die Augen kommt und was wir korrekt ansprechen können. Im Zweifel muss mitgenommen und mikroskopiert werden. Wir können also nur einen Bruchteil von dem registrieren, was hier zu dieser Jahreszeit fruktifiziert. Eine solche Aktion ist immer nur eine Momentaufnahme. Eingebettet in dieses Laub- und Nadelwaldgebiet ist das sogenannte Bullenmoor. Moore können als ganz spezieller Lebensraum besonders interessant sein. Mal schauen, was uns hier erwartet. Die Tour dürfte deutlich bis in den Nachmittag andauern.

  • Für Nichtvereinsmitglieder wird eine kleine Teilnahmegebühr von 5.00 € erhoben.

21. Oktober 2017 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzwanderung

Ziel war der Steinbrink bei Grevesmühlen

Der Parkplatz im Ruheforst des Steinbrink. Ausgangs und Endpunkt unserer heutigen Pilzwanderung.

In der Aspektabfolge eines Pilzjahres befinden wir uns nun schon im Spätherbst (Mitte Oktober bis Mitte November). Dieser wird charakterisiert durch viele streuliebende Arten und Stubbenpilze. Dazu gehören Hallimasch, Stockschwämmchen, Rötel – Ritterlinge, Schirmpilze, Trichterlinge, Fälblinge und Helmlinge um nur einige Gattungen zu nennen. Natürlich wachsen auch noch Täublinge, Milchlinge, Ritterlinge und sogar die beliebten Röhrlinge waren vertreten. Hier insbesondere wenige Derbe Rotfüßchen, Flockenstielige Hexen – Röhrlinge, Schwarzblauende Röhrlinge und sogar Steinpilze. Insgesamt herrschte ein hohes Frischpilzaufkommen und es war für den Spätherbst noch sehr vielseitig. Hier einige Impressionen von heute:

An den am Waldparkplatz liegenden Holzstämmen begrüßten uns gleich diese Schwarzroten Stielporlinge (Polyporus badius). Wegen ihrer Zähfleischigkeit gelten sie als ungenießbar.

Einige begrüßende und einführende Worte über dieses, teils besondere Waldgebiet, von Ulrich Klein.

Einer der wichtigsten Speisepilze des Spätherbstes ist der Violette Rötel – Ritterling (Lepista nuda). Rötel – Ritterlinge besitzen rötlichen Sporenstaub im Gegensatz zu den echten Ritterlingen. Außerdem haben beide Gattungen eine vollkommen andere Lebensweise. Rötel – Ritterlinge sind Saprophyten und Ritterlinge gehen eine Symbiose mit Bäumen ein, es sind Mykorrhiza – Pilze.

Ein weiterer, sehr schmackhafter Speisepilz, wäre der an Nadelholz – Stubben wachsende Graublättrige Schwefelkopf. Vorsicht ist aber vor Verwechslungen mit dem bitteren und giftigen Grünblättrigen Schwefelkopf geboten, der im Alter, so wie hier, durchaus auch grauschwärzliche Lamellen durch sein dunkles Sporenpulver bekommen kann. Wir sehen hier also den giftigen Grünblättrigen Schwefelkopf (Hypholoma fasciculare).

Die Herbsttrompete (Craterellus cornucopioides) ist mit den Pfifferlingen verwandt, besitzt aber auf der Unterseite der Fruchtkörper keine Leisten. Leisten, Lamellen, Röhren oder Stacheln wurden zum Zweck der Oberflächenvergrößerung gebildet, um dadurch die Sporenproduktion um ein vielfaches steigern zu können. Die Trompeten scheinen durch ihre glatte Fruchtschicht diesbezüglich benachteiligt zu sein, versuchen dieses Manko aber oft durch Massenwachstum auszugleichen. Hervorragender Würzpilz nach Trocknung.

Der Hutfärbung des Purpurschwarzen Täublings (Russula atropurpurea) enthält die zwei namensgebenden Grundfarben schwarz und purpurviolett. Schwarz finden wie hauptsächlich in der Hutmitte, selbst wenn die Exemplare schon stark verblaßt sein sollten. Er wächst meist unter Eichen, gern zusammen mit dem Frauen – Täubling, der mit Abstand der bessere von beiden ist, da gezeigte Art etwas schärflich, unangenem schmeckt.

So war auch hier der Frauen – Täubling (Russula cyanoxantha) mit seinen geschmeidigen Lamellen nicht weit weg. Seine Hutfarbe kann allerdings stärker variieren. Hier sehen wir eine grünhütige Form. Er kann aber auch stahlblau, violett oder mit Mischfarben vorkommen. Bei der grünen Variante ist aber vorsicht geboten. Der Grüne Knollenblätterpilz kann ähnlich gefärbt sein. Sehr guter Speisepilz.

Der tödlich giftige Doppelgänger besitzt aber eine deutliche Stielknolle mit Hautlappen und eine Manschette im oberen Stielbereich, die hier noch die Lamellen schützend bedeckt. Grüner Knollenblätterpilz (Amanita phalloides). Die letale Dosis für einen erwachsenen Menschen beträgt ca. 50g Frischpilze.

Der große, fleischige Dickblättrige Schwarztäubling (Russula nigricans) ist zeitweise ein Massenpilz in Buchenwäldern. Seine schwarzen, abgestorbenen und mumifizierten Fruchtkörper sind oft noch bis zum nächsten Sommer auffindbar. Jung essbar, aber mindertwertig.

Sehr auffällig ist der Hutrand dieses Blätterpilzes gesäumt.

Es handelt sich um den Feuerfaserling (Psathyrella pyrotricha). Von vielen Autoren wird er nur als seltenere, orangebraun gefärbte Variante des Tränenden Saumpilzes gehalten. Optisch unterscheidet er sich von diesem nur durch die Farbgebung. Jung tränen die Lamellen und sind später schwärzlich punktiert. Essbar.

Noch etwas seltener als der Feuerfaserling ist sein Verwandter, der Schwefelfüßge Faserling (Psathyrella cotonea). Die ebenfalls für Mürblinge recht robuste Art wächst büschelig an Laubholz – Stubben, meist von Buchen. Der weiße Hut besitzt braungraue Schuppen und an der Stielbasis ist in der Regel ein schwefelgelber Myzelfilz erkennbar. Essbar.

Ein Schleimpilz. Es dürfte sich um die weiße Form der Gelben Lohblüte (Fuligo septica var. candida) handeln.

Der Rehbraune Dachpilz (Pluteus atricapillus) ist ein Freiblättler. Die Lamellen erreichen nicht den Stiel. Essbar.

Stillleben mit Sparrigen Schüpplingen (Pholiota squarrosa).

Der weiße Milchsaft des Braunfleckenden Milchlings (Lactarius fluens) schmeckt brennend scharf. Der Pilz ist ungenießbar!

Zum Vergleich: Honiggelber Hallimasch (Armillaria mellea), links, und Sparriger Schüppling (Pholiota squarrosa), rechts.

Schlanke Ahorn – Holzkeule (Xylaria longipes) regenfeucht und angeblitzt auf einem Stück Ahorn – Holz. Kein Speisepilz.

Noch junge, ungefleckte Gefleckte Helmlinge (Mycena maculata). Erst mit zunehmenden Alter bekommen diese an Eichen – Stubben häufigen Spätherbstpilze bräunliche Flecken auf Lamellen und Hut, sozusagen Altersflecken. Kein Speisepilz.

Will man Graukappen (Clitocybe nebularis) zum Essen mitnehmen, sollten möglichst junge Exemplare eingesammelt werden, so wie dieses. Abbrühen und fortschütten des Kochwassers ist aber anzuraten. Am besten trocknen und zu Würzpulver verarbeiten.

Ein junger, essbarer Schiefknolliger Anis – Champignon (Agaricus abruptibulbus). Erst wenn der Ring oder die Manchette die Lamellen freigeben, beginnt die Sporenreife und die Blätter verfärben sich zunehmend dunkel. Beim giftigen Karbol – Champigon wären sie in diesem Stadium leuchtend rosa, bei Anis – Champignons allenfalls graurosa. Guter Speisepilz.

Der Rauchfarbene Milchling (Lactarius azonites) ist zerstreut unter Eichen und Buchen auf guten, basischen Böden anzutreffen. Sein weißlicher Milchsaft, der sich rosa verfärben kann, soll mild bis scharf, auf jedenfall unangenehm schmecken. Kein Speisepilz.

Der Rauchfarbene Milchling (Lactarius azonites) von oben.

In fast allen Buchenwäldern oft ein Massenpilz ist der Buchen Spei – Täubling (Russula mairei). Er kann noch bis zum Winteranfang gefunden werden. Spei – Täublinge schmecken besonders in den Lamellen sehr scharf und können roh genossen sogar giftig wirken! Wobei auch gekocht von Genuss keine Rede sein kann!

Der Genusswert des karottenrötlich anlaufenden Safran – Schirmpilzes (Macrolepiota rhacodes) kann sich hingegen sehen b.z.w. schmecken lassen. Genommen werden nur die Hüte und können gleich am Stück gebraten werden.

Im Gegensatz zum viel selteneren Gift – Riesenschirmpilz, der ebenfalls rötet, ist der Hut des Safran – Schirmpilzes dicht graubräunlich beschuppt.

Auch Perlpilze (Amanita rubescens) sind gute Speisepilze und dürfen in den  Korb gelegt werden.

Riesige Büschel von Hallimasch. Da darf zugeschlagen werden!

Es handelt sich um Honniggelben Hallimasch (Armillaria mellea). Um zu prüfen, ob die Pilze noch frisch genug zum Verzehr sind, empfiehlt es sich auf die Hutmitte mit dem Finger zu drücken. Läßt sie sich nicht im weichen Hutfleisch eindrücken, so sind die Pilze trotz ihrer Größe noch jung und können geerntet werden. Nur die Hüte!

Sehr dekorativ sind diese Rosetten der Schmetterlings – Tramete (Trametes versicolor). Zur Speise ungeeignet, werden sie aber doch in der Naturheilkunde als sogenannte Vitalpilze genutzt. Sie sollen beispielsweise in der Krebs – Therapie hilfreich sein.

Sehr schwierig scheint die genaue Bestimmung der dunklen Korallen – Milchlinge ohne Mikroskop zu sein. In den 1990er Jahren wäre der hier gezeigte unter der Bezeichnung Breitblättriger Rußmilchling (Lactarius rugosus) in meine Kartei eingefloßen. Inzwischen scheint diese Bezeichnung nicht mehr relevant zu sein, so dass es sich entweder um den Rußfarbenen Milchling (Lactarius fuliginosus) oder den Dunklen Korallen – Milchling (Lactarius romagnesii) handeln dürfte. Hier kann aber nur das Mikroskop weiterhelfen. Kein Speisepilz.

Absolut keine Bestimmungsprobleme dürfte diese Pilzart auch nicht für den Laien verursachen. Kein Röhrling blaut derart intensiv wie der Schwarzblauende Röhrling (Boletus pulverulentus). Er ist natürlich essbar.

Ja haben wir schon wieder Frühling? Hier blüht wohl schon ein Buschwindröschen?

Der Verfärbende Schneckling (Hygrophorus cossus) ähnelt sehr dem viel häufigeren Elfenbein – Schneckling, beginnt sich aber bei zunehmender Alterung orangebräunlich zu verfärben. Essbar.

Der Dunkle Hallimasch (Armillaria obscura) bevorzugt die Fichte. Zahlreiche dunkelbraune Schüppchen finden sich auf seinem Hut und der wattige Ring ist charateristisch auf der Unterseite mit braunen Schuppen besetzt. Guter Speisepilz, aber roh giftig!

Die Herkuleskeule (Clavariadelphus pistillaris) ist eine recht seltene Pilzart kalkhaltiger Buchenwälder. Ihr Geschmack ist bitter und daher gilt sie nicht als Speisepilz, obwohl sie recht fleischig ist.

Der Gefleckte Rübling (Collybia maculata) ist zwar ein in großen Trupps vorkommender, auffälliger und attraktiver Blätterpilz, mit seinem gallebitteren Geschmack kann er aber jedes Pilzgericht ungenießbar machen.

Der Graue Wulstling (Amanita excelsa) ist zwar essbar, wenig schmackhaft und wenn überhaupt, nur vom Kenner zu sammeln, da er leicht mit dem giftigen Pantherpilz verwechselt werden kann. Graue Hüllreste, einfache, ungerandete Stielknolle und geriefte Manschette ist seine wichtigste Merkmalskombination.

Der Goldgelbe Zitterling (Tremella mesenterica) braucht zu seiner Entfaltung sehr feuchtes Wetter. Deshalb begegnen wir ihm im Winterhalbjahr an Laubholz – Ästen wesentlich häufiger als in der warmen Jahreszeit. Er gehört zu den Gallertpilzen und besteht fast nur aus Wasser.

Die Steife Koralle (Ramaria stricta) wächst im Sommer und Herbst auf am Boden liegenden Holzresten. Sie ist kein Speisepilz.

Tigel – Teuerlinge auf einem alten Fichten – Zapfen. Sie gehören zu den Nestlingen. Foto: Ulrich Klein.

Flockenstielige Hexen – Röhrlinge (Boletus luridiformis) finden wir von Mai – November unter Buchen, Eichen und Fichten. Die Blauverfärbung verschwindet bei der Zubereitung wieder, so dass auch das Auge diesen schmackhaften Speisepilz genießnen kann. Gut durchgaren!

Die Blautönung an den Röhren des rechten Exemplars rührt von der Lagerung zusammen mit Hexen – Röhrlingen im Sammelkorb her. Steinpilze (Boletus edulis) blauen ansonsten niemals.

Fundbesprechung. Foto: Ulrich Klein.

Am Ende einer schönen, pilzreichen Wanderung durch den Steinbrink noch unser obligatorisches Abschlußfoto. 21. Oktober 2017.

  • Wann wandern wir wieder? – Siehe unter Termine!

13. – 15. Oktober 2017 – Pilzseminar in Mecklenburg

Pilzwochenende in Mecklenburg

Wo? in Keez, bei Brüel

Ein Schmuck unserer Wälder und ein Glückssymbol, der Fliegenpilz (Amanita muscaria). Ein Pilz den jedes Kind kennt, aber wie sieht es mit den vielen weiteren Pilzarten aus die unsere Umwelt, insbesondere die Wälder bevölkern?

Ein Schmuck unserer Wälder und ein Glückssymbol, der Fliegenpilz (Amanita muscaria). Ihn kennt jedes Kind, aber wie sieht es mit den vielen anderen Arten aus, die Wald und Flur bevölkern?

Wie schon in den Vorjahren ludt auch in diesem Herbst der Steinpilz – Wismar in seine Außenstelle zu einem „Pilzwochenende in Mecklenburg“ ein. Bei unserem kleinen Pilzseminar handelt es sich nicht um eine streng wissenschaftliche Veranstaltung, sondern es geht in erster Linie um volkstümliche Pilzkunde für jedermann. Der Ort des Geschehens war Keez, genauer gesagt, die Keezer Schmiede, direkt an der B 104 bei Brüel, in Mecklenburg – Vorpommern, Landkreis Ludwigslust – Parchim. Das Grundstück liegt etwa 3 Kilometer aus Richtung Brüel kommend an der rechten Seite zur Bundesstraße und ist hier gleich das erste von drei Anwesen. Aus Richtung Schwerin kommend, das letzte auf der linken Seite. Parkmöglichkeiten sind in begrenzter Anzahl vorhanden. Ansonnsten können weitere Fahrzeuge an den Abzweigen nach Keez oder Golchen, in etwa 100 m Entfernung, geparkt werden. Zur Begrüßung unserer Gäste hatte ich eine kleine Pilzausstellung vorbereitet. Dazu fuhr ich am Vormittag noch kurz in den Wald und Park bei Schönlage.

Gefreut habe ich mich zu diesen farbenfreudigen Blutroten Täublingen (Russula sanguinea). Wir finden sie unter Kiefern auf etwas basischen Sandböden, gern längst der Waldwege oder an Straßenrändern. Durch ihre unerträgliche Schärfe sind sie ungenießbar. Typisch für die Art ist auch, dass ihre Lamellen etwas bogenförmig zum Stiel herab laufen.

Edel – Reizker (Lactarius deliciosus) bevorzugen den gleichen Standort. Sie wuchsen hier in verschwenderischen Mengen. Leider waren viele von ihnen schon überständig, nicht aber die im Bild zu sehenden Exemplare. Daher nahm ich sie für die Ausstellung mit.

Auch diese großen, aber noch recht jungen Graukappen (Clitocybe nebularis) bereicherten schon bald die Begrüßungsausstellung.

Ganz besonders habe ich mich über diesen immer seltener werdenden Schleierling gefreut. Es ist der Heide – Schleimfuß (Cortinarius mucosus). Ein essbarer Pilz der im Volksmund Brotpilz genannt wird. Durch Eutrophierung der Landschaft immer seltener werdend!

Im kleinen Park in Schönlage begrüßten mich große Mengen von Hallimasch. Hier sehen wir den Gemeinen Hallimasch (Armillaria polymyces).

Besonders ergiebig waren hier riesige Büschel des Honiggelben Hallimasch (Armillaria mellea).

Hallimasch sind die einzigen Stockschwämme, die weißes Sporenpulver abstreuen.

Der Honniggelbe Hallimasch (Armillaria mellea) fruktifiziert in großen Büscheln. Er besitzt lange, spindelige Stiele, einen gelblichen, häutigen Ring und wenig Schüppchen auf dem Hut.

Da konnte ich einfach nicht widerstehen und sammelte im handumdrehen einen großen Korb voll ein, denn wir brauchen dringend wieder Waldpilze für zukünftige Imbisstage. Sie wurden gekocht und eingefroren.

Blick auf die Ausstellung.

Das Programm

  • Freitag, der 13. Oktober ab 12.00 Uhr Anreise. Gegen 14.00 Uhr Beginn des Theorieteils, der wie gewohnt von unserem Pilzexperten Urich Klein in Power – Point Präsentation gestaltet wurde. Zwischendurch gab es Kaffee und Kuchen. Gegen 19.00 Uhr Abendbrot und danach gemütliches Beisammensein sowie Festlegung der morgigen Exkursionsgebiete.

Ulrich Klein eröffnet mit dieser Folie seinen Theorieteil.

Dabei ging es nicht nur um Giftpilze, sondern umfassend informierte er über die wichtigsten Gruppen der Großpilze bis hin zu ihren Übergängen zum Tier- und Pflanzenreich.

Ulrich Klein während seines Vortrages.

Demonstrieren des gelernten am lebenden Objekt während einer Pause an der Ausstellungsfläche.

Zum Schluß überreichte ich Ulrich wie immer am Ende seiner Ausführungen  eine kleine Aufmerksamkeit. Foto: Andreas Prohl.

Danke für deine Mühen und den wie immer tollen und vielseitigen Vortrag!

  • Sonnabend, der 14. Oktober – Exkursionstag. Um 08.00 Uhr Frühstück und gegen 09.00 starteten wir zur ersten Exkursion durch den Schlemminer Forst. Irena und Jonas brachten uns das Mittag dorthin und im Anschluß fuhren wir in den Kiefernforst bei Perniek. Gegen 19.00 Uhr gab es Abendbrot in Keez und anschließend in gemütlicher Runde Aufarbeitung und Besprechung unserer Funde.

Der Fernsehturm im Schlemminer Forst. Dort befindet sich ein Parkplatz und auch eine Sitzgelegenheit zum Picknick.

Hier begrüßten uns nicht nur große Büschel von Hallimasch, auch diese Gallertartigen Stumelfüßchen (Crepidotus mollis) wuchsen hier an Laubholz. Typisch für diese Art ist die gummiartig dehnbare Huthaut. Ungenießbar.

Den Ledergelben Schwindling (Marasmius torquescens) finden wir einzeln oder in kleinen Büscheln im basenreichen Buchenwald. Er ähnelt dem im Rasen wachsenden Nelkenschwindling, ist aber im Gegensatz zu diesem minderwertig.

Ulrich Klein beim Hörtest mit Schnecklingen. Der Hörtest mit dem „blub“ bei Schnecklingen ist für mich auch ein neuer Aspekt bei der Bestimmung dieser Wachsblättler.

Hier blubte ein Elfenbein – Schneckling. Den Finger auf die Hutmitte legen und ruckartig hochziehen. Foto: Beatrice Seidel.

Die länglichen Poren der Rötenden Tramete (Daedaleopsis confragosa) verfärben sich bei Berührung schmutzig braunrötlich.

Fachsimpeln mit Ulrich im Pilzrevier.

Der Zinnoberrote Hautkopf (Cortinarius cinnabarinus) wächst im Herbst in nicht zu sauren, gern basenreicheren Buchenwäldern. Der hygrophane Hut und auch der Stiel sind feucht schmutzig blutrot und trocken leuchtend zinnoberrot. Giftverdächtig.

Der Blutmilchpilz (Lycogala epidendron) ist ein Protist. Protisten sind einzellige Urwesen, zu denen auch die Schleimpilze gerechnet werden.

Sehr markant und höchstens mit dem sehr ähnlichen, ebenfalls essbaren Blauen Träuschling zu verwechseln ist der hier gezeigte Grünspan – Träuschling (Stropharia aeruginea).

Die harten und steifen Konsolen des Rotbraunen Borstenscheiblings ( Hymenochaete rubuginosa) finden wir oft zahlreich dachziegelartig übereinander an alten Eichen – Stubben.

Insbesondere bei den braunen Ritterlingen muss man die Baumart beachten, unter denen sie gefunden werden. Der Brandige Ritterling (Tricholoma ustale) ist ein Buchenbegleiter. Der Pilz gilt als minderwertig. Von oben betrachtet täuscht er oft braune Röhrlinge, insbesondere Maronen, vor.

Der Sparrige Schüppling (Pholiota squarrosa) ist der klasische Verwechslungspartner des Hallimasch. Er besitzt aber gelbes Fleisch, die Schuppen sind größer und stehen sparrig sowohl von Hut wie auch dem Stiel ab und sein Sporenpulzver ist nicht weiß, sondern braun. Essbar, nach überbrühen!

Der Hohlfuß – Röhrling (Boletinus cavipes) ist im Prinzip unverwechselbar. Seine bräunlichen Schüppchen, die ovalen Röhren, der hohle Stiel und sein Wachstum unter Lärchen kennzeichnen ihn ausgezeichnet. Der essbare Pilz ist in der Regel im Bergland zu hause. In Mecklenburg ist er selten, aber in Richtung Nordsee wieder etwas häufiger.

Holzbewohner mit Lamellen: ein Vertreter der Krüppelfüßchen (Crepidotus spec.) Zur korrekten Bestimmung sollte ein Mikroskop zu rate gezogen werden.

Eine Eidechse auf einem alten Stubben zwischen Trompeten – Pfifferlingen.

Trompeten – Pfifferlinge (Cantharellus tubaeformis) sind keine Blätterpilze, sie gehören zu den Leistlingen. In der tiefe bilden sie teils deutliche Querverbindungen aus. Foto: Ulrich Klein.

Der Buchen – Schlauchzitterling (Ascotremella faginea) wird auch Trugzitterling genannt, da er nicht, wie man vermuten könnte, zu den Gallertpilzen zählt, sondern den Schlauchpilzen zugerechnet wird. Die Art wurde erstmals 1890 in den USA beschrieben. 1944 tauchte er in Europa auf, nähmlich in England. Der Erstnachweis für Deutschland gelang am 10.09.1960 bei Bad Oldesloe in Schleswig – Holstein. Der Pilz hat sich weiter ausgebreitet und in Mecklenburg ist er nicht selten, vorwiegend an noch ziemlich frischem Buchenholz. Kein Speisepilz. Foto: Ulrich Klein.

Da der Spaltblättling (Schizophyllum comune) seinen Wohnsitz an besonders trocken liegenden Laubholzstämmen auf Lichtungen und an Wald- und Wegrändern eingerichtet hat, ist er meist direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Um sich vor zu starker Austrocknung zu schützen, hat er sich einen in der Pilzwelt einmaligen Trick einfallen lassen. Der Pilz kann je nach Wetterlage seine Einzellamelle auf- oder zuklappen. Er besitzt also gespaltene Lamellen. Foto: Ulrich Klein.

Ein fast schon monströses, großes, kompaktes Exemplar des Trockenen Schnecklings (Hygrophorus penarius). Vom Laien in dieser Form nicht ohne weiteres als Schneckling zu erkennen. Essbar.

Oberflächlich betrachtet durchaus ähnlich, aber mit Stacheln auf der Unterseite. Es handelt sich um den Semmelstoppelpilz (Hydnum repandum), der zu den Stachelpilzen zählt. Ein guter Speisepilz, der aber nicht zu alt verwendet werden sollte, da er dann bitter wird.

Hier sehen wir überwiegend den Rotgelben Stoppelpilz (Hydnum repandum) der ebenfalls essbar ist. Getrocknet sollen sie ein gutes Würzpulver ergeben.

Herbsttrompeten (Craterellus cornucopioides) im Buchenlaub. Foto: Ulrich Klein.

Weite, teils eckige Röhrenmündungen und ein grob genetzter Stiel zeichnen diese beiden Ziegenlippen (Xerocomus subtomentosus) aus. Essbar.

Endeckt! Vor der Kiefer hockt eine Glucke!

Sie durfte hocken bleiben, denn ganz so frisch war sie nicht mehr und die Schnecken hatten sie auch schon reichlich rasiert.

Wie viele Haarschleierlinge ändert sich die Färbung auch beim Graubräunlichen Dickfuß (Cortinarius annomalus) im Laufe seiner Entwicklung. In der Jugend graublau, im Alter eher bräunlich gefärbte Hüte. Kein Speisepilz.

Totentrompeten (Craterellus cornucopioides) und Steife Korallen (Ramaria stricta) in trauter Eintracht. Standortfoto.

Vereinzelt auch mal ein Steinpilz (Boletus edulis).

Der Rotstielige Leder – Täubling (Russula olivacea) gehört zu den Ockersporern. Besonders zur Stielspitze ist er meist rötlich überhaucht. Hier ist davon allerdings kaum etwas auszumachen. Ledertäublinge gelten eigentlich als gute Speisepilze, sollen aber vereinzelt schon zu leichten Vergiftungen geführt haben.

Schön sind hier die namensgebenden, spinnwebartigen Schleierreste am Stiel zu erkennen, die den Haarschleierlingen ihren Namen eingebracht haben. In ihnen verfängt sich das braune Sporenpulver.

Die namensgebende Gelbverfärbung beim Gilbenden Erdritterilng (Tricholoma argyraceum) setzt erst ein, wenn der Fruchtkörper in Zersetzung übergeht. Jung ist der Pilz esbbar.

Zwei häufige Stachelpilze: Links der Semmelstoppelpilz (Hydnum repandum) und rechts der Rotgelbe Stoppelpilz (Hydnum rufescens). Beide sind jung gute Speisepilze und geben getrocknet und gemahlen ein vorzügliches Würzpulver ab.

Ein Blick in meinen Sammelkorb.

Und dann war Mittag an frischer Waldluft angesagt.

Salzkartoffeln und Soße.

Gries und Sauerkirsch – Kompott, Kaffee und Eier.

Und Rohkostsalat. Ein großes Dankeschön an unsere gute Seele Irena!

Ankunft im Kiefernforst bei Perniek.

Insbesondere im Randbereich sind auch Weiden, Birken und Espen zu finden. Letztere Baumart rief hier in großen Mengen den Pappel – Ritterling (Tricholoma populinum) auf den Plan.

Ein großer, brauner, fleischiger Ritterling mit Mehlgeruch, den wir oft in großen Hexenringen unter Pappeln finden können.

Da er essbar, fleischig und somit ergiebig ist, nahmen wir die schönsten Exemplare mit. Sie wurden am Abend geputzt, aufgekocht und eingefroren. Wichtig ist, dass beim Putzen die Huthaut entfernt wird, da sie Bitterstoffe enthält. Wer mit Heuschnupfen ansitzt, sollte sie nach Möglichkeit regelmäßig essen, da der Pappel – Ritterling die Symtome lindern soll.

Der Purpurfilzige Holzritterling (Tricholomopsis rutilans) ist an Kiefernholz gebunden. Der wunderschöne, farbenfrohe Pilz wäre zwar essbar, soll aber dumpfig schmecken. Er ist also eher etwas für das Auge!

Kuhpilze gab es heute keine, aber dieses Rindviech scheint sich uns gerne anschließen zu wollen.

Die rotmilchenden Milchlinge nennt man Reizker. Hier sehen wir den Edel – Reizker (Lactarius deliciosus), den wir ausschließlich unter Kiefern finden.

Schließlich verwöhnte uns Irena noch mit Kaffee und Kuchen.

Nach der Ankunft in Keez wurden die interessantesten Funde auf Papptellern sortiert und im Anschluß nochmals vorgestellt und besprochen.

Es ist einiges zusammen gekommen. Foto: Beatrice Seidel.

Und schließlich mußten auch noch die Speisepilze geputzt werden. Dieses ist durchaus wichtig, um die jeweilige Pilzart besser kennen zu lernen. Konsistenz und Geruch prägen sich dann ganz besonders gut ein, insbesondere bei neu hinzugelernten Arten. Foto: Beatrice Seidel.

  • Sonntag, der 15. Oktober: Gegen 09.00 Uhr Frühstück und danach weitere Pilzbestimmungen und Vervollständigung der kleinen Ausstellung. Um 12.00 Uhr gab es Mittag mit Verkostung verschiedenen Speisepilze und im Anschluß Aufbruch zur Abschlußexkursion durch die Jülchendorfer Buchen mit Kaffee und Kuchen zum Abschied.

Fundbesprechung am Sonntag. Foto: Beatrice Seidel.

Es sind reichlich Arten zusammen gekommen.

Täublingsbestimmung mit Hilfe chemischer Farbreaktionen.

Inzwischen wurden auch die Pilzarten zur Verkostung vorbereitet.

Irena bei der Zubereitung. Foto: Beatrice Seidel.

Und hier das Ergebniss. Von Zwiebeln flankiert kristalisiert sich ein leckerer Speisepilz heraus, bestehend aus Pappel – Ritterlingen, Herbsttrompeten, Edel – Reizkern und Trompeten Pfifferlingen. Die Verkostung kann beginnen! Foto: Beatrice Seidel.

Jonas führte während der Abstimmung die Strichliste. Gewonnen hat wie erwartet der Edel – Reizker, gefolgt von der Herbsttrompete und dem Pappel – Ritterling. Schlußlicht war der Trompeten – Pfifferling. Das lag aber wohl daran, das von ihm einfach zu wenig dabei war, um seine tatsächlichen Geschmacksqualitäten ausreichend zu bewerten.

Die Ausstellungsfläche hat sich weiter gefüllt.

Der am Freitag noch hahezu geschloßene Hallimasch hat sich sichtlich weiterentwickelt.

An die 50 Pilzarten lasteten die Ausstellungsfläche vollkommen aus.

Ankunft bei sonnig – warmen Wetter zur Abschlußexkursion in den Jülchendorfer Buchen.

Hier begrüßten uns neben Graukappen auch Hexenringe von Fuchsigen Rötel – Trichterlingen (Lepista flaccida). Die Pilze sehen tatsächlich wie Trichterlinge aus, zählen aber zu den Rötel – Ritterlingen. Essbar.

Der weißmilchende und sehr scharfe Falbe Milchling (Lactarius pallidus) ist ein strenger Buchenbegleiter auf basischen Böden.

Um welche Vertreter aus der Riesengattung der Haarschleierlinge (Cortinarius spec.) es sich hier handelt, konnte leider nicht geklärt werden.

Fast nur noch ein Fragment, da von Schnecken schon reichlich heimgesucht, aber dennoch eindeutig bestimmbar. Es handelt sich um den stark giftigen Pantherpilz (Amanita pantherina). Die weißen Hüllreste auf dem brauen Hut und der geriefte Hutrand ist eine Merkmalskombination, die auch beim fehlen anderer, wichtiger Kennzeichen eindeutig dieser Pilzart zugerechnet werden kann. Würden die weißen Hüllreste jedoch fehlen, wäre der geriefte Hutrand zur Abgrenzung zum essbaren Grauen Wulstling nicht mehr ausreichend!

Der Birnen – Stäubling (Lycoperdon pyriforme) ist an altem, modrigem Holz zu finden. Jung wäre er theoretisch essbar, ist aber gummiartig zäh und daher sehr geringwertig.

Der Echte Pfifferling (Cantharellus cibarius) besitzt keine Lamellen, sondern Leisten auf der Hut – Unterseite.

Unmengen von leckeren Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis) überziehen einen alten Buchen – Stubben. Im Gegensatz zum weißsporenden Hallimasch streuen ihre Lamellen braunes Sporenpulver ab, so dass die unteren Hüte im Büschel dunkler erscheinen.

Dichte und gebogene, weiße Verästellungen besitzt die Kammkoralle (Clavulina christata). Korallenpilze dürfen nicht mit Krausen Glucken verwechselt werden, da einige von ihnen schwach giftig sein können. Diese ist allerdings harmlos.

Der Gelbmilchende Helmling (Mycena crocata) ist bei näherer Betrachtung ein sehr hübscher Geselle, der an Laubholzästchen in basenreichen Buchenwäldern gelegentlich in Mengen vorkommen kann. Sein orangeroter Milchsaft tropft beim abbrechen reichlich aus der Stielbasis. Kein Speisepilz.

Abschiedsfoto nach Kaffee und Kuchen in Jülchendorf. 15.10.2017.

Irena, Jonas und Reinhold bedanken sich auch an dieser Stelle nochmals ganz herzlich für die liebevoll verpackten Abschiedsgeschenke!

Anmeldungen für mögliche Pilzwochenenden im nächsten Jahr können unter folgenden Anschriften erfolgen: Irena Dombrowa, 19412 Keez, Dorfstraße 1 oder Steinpilz – Wismar, ABC Straße 21 in 23966 Wismar. Am besten auch per 

E- Mail: steinpilz.wismar@t-online.de

08. Oktober 2017 – Pilzwanderung des BUND

Pilzwanderung im Lübschen Forst Ritzerau

BUND – Pilztag im Forst Ritzerau.

Organisiert wurde diese seit vielen Jahren traditionelle Veranstaltung von der Kreisgruppe des BUND im  Herzogtum Lauenburg. Nach der Begrüßung und einigen einführenden Worten starteten wir von hier aus in mehreren Gruppen unter Leitung von Pilzexperten aus Schleswig – Holstein und vom Steinpilz – Wismar zu zweieinhalbstündigen Exkursionen durch das interessante Waldgebiet. Gegen 13.00 Uhr fanden sich alle wieder am Forsthof ein und legten ihre gesammelten Werke nochmals den Fachleuten vor. Inzwischen hatte der Koch bereits seine große Bratpfanne angeheizt und eingekaufte Edelpilze warteten darauf mit von uns gefundenen, essbaren Waldpilzen, zu einer herzhaften Pilzpfanne verarbeitet zu werden, die dann käuflich erworben werden konnte. Es wurde also neben reichlich wissenswertem aus dem Reich der Großpilze auch für das leibliche Wohl gesorgt.

In diesem Zusammenhang noch ein Erinnerungsfoto von Harry Käding der diese Veranstaltung Jahrelang mit betreut hatte und leider vor wenigen Jahren verstorben ist. Du bist nicht vergessen!

In diesem Zusammenhang noch ein Erinnerungsfoto von Pilzberater Harry Käding, der diese Veranstaltung jahrelang mit betreut hat und leider vor einiger Zeit verstorben ist. Seine humorvolle Art Pilzwissen unter die Leute zu bringen war einmalig! Lieber Harry, du bist nicht vergessen!

Hier einige Impressionen von heute

Aufbruch bei strahlendem Sonnenschein zur Pilzwanderung.

Die ersten Pilze ließen nicht lange auf sich warten. Dieser Langstielige Knoblauch – Schwindling (Marasmius alliaceus) zählte zu den beliebtesten Sammlerobjekten im Lübschen Forst Ritzerau.

Hallimasch gab es in großen Mengen. Hier ist es ein junger Fruchtkörper des Gelbschuppigen Hallimasch (Armillaria lutea). Herzhafter Speisepilz, der aber roh giftig ist!

Was ist denn das? – Ein Erdstern?

Nein, ein Ritterling. Eigenartiger weise platzte die Huthaut des rechten Fruchtkörpers sternförmig auf. Es handelt sich um essbare Gilbende Erdritterlinge (Tricholoma argyraceum).

Diesen stattliche Täubling, mit seinen satt gelben Lamellen, hätte man leicht für einen essbaren Leder – Täubling halten können. Eine Kostprobe der Lamellen belehrte uns eines besseren. Es handelt sich um den Scharfen Honig – Täubling (Russula veternosa).

An Holzresten finden wir die häufige Steife Koralle (Ramaria stricta). Sie ist geringwertig.

Der Buchen – Klumpfuß (Cortinarius amoenolens) ist eine stattliche Charakterart basenreicher Buchenwälder. Ungenießbar.

Die Herbst – Lorchel (Helvella crispa) säumt um diese Jahreszeit viele Waldwege in Laubwäldern. Sie kann gegessen werden, ist aber gut zu erhitzen.

Wegen der starken Regenfälle der letzten Tage ist von der sattgelben Färbung des Goldgelben Zitterlings (Tremella mesenterica) nicht mehr viel übrig geblieben.

Ein Massenpilz dieser herbstlichen Wochen ist an Laub- und Nadelholzstümpfen der giftige Grünblättrige Schwefelkopf (Hypholoma fasciculare).

Das Grüngelbe Gallertkäppchen (Leotia lubrica) ist ein gelatinöser Geselle, der oft in größeren Trupps an kurzmoosigen Stellen und Böschungen wächst. Als Speisepilz ist er kaum zu gebrauchen.

Graukappen (Clitocybe nebularis) im Herbstlaub. Ein umstrittener Speisepilz.

Typische Hutoberfläche des Spitzschuppigen Schirmpilzes (Lepiota aspera). Der recht große Schirmling ist ungenießbar.

Auch frische Herbsttrompeten (Craterellus cornucopioides) waren im Angebot.

Hallimasch (Armillaria spec.), links, und sein minderwertigerer Doppelgänger, der Sparrige Schüppling (Pholiota squarrosa).

Das ist doch ein schöner Anblick. Maronen – Röhrlinge, Hallimasch und Herbsttrompeten ergeben eine wirklich leckere Pilzpfanne!

Gegen 13.00 Uhr fanden sich alle Pilzsucher wieder an der alten Köhler – Hütte ein und breiteten ihre Funde auf dem dafür vorgesehenen Sortiertisch aus.

Alle Speisepilze, die der Pilzpfanne beigefügt werden sollen, werden nach Zugehörigkeit sortiert, nochmals vom Fachmann begutachtet und im Anschluß gesäubert und kleingschnitten.

Inzwischen hat sich bereits am Imbissstand eine Schlange gebildet, denn die frische Waldluft hat sich mit herzhaften Bratenduft angereichert und macht Appetit.

Unterdessen bietet Irena Herbsttrompeten, Trompeten – Pfifferlinge, Stockschwämmchen und junge Hallimasch portionsweise zum kleinen Preis zum mitnehmen an.

Auch der Pilz des Jahres 2017, das Judasohr (Hirneola auricula – judae) war mit dabei.

In gemütlicher Runde klang der Tag am Nachmittag gesellig und gesättigt aus.

  • Anmeldungen zu einer Neuauflage dieser Veranstaltung können beim BUND im Kreis Herzogtum Lauenburg erfolgen. Sie findet voraussichtlich am Sonntag, dem 23. September 2018, statt.

07. Oktober 2017 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Sie führte durch das Glasermoor bei Kritzow

Felder, Wiesen, Moore und Wälder in einer hügeligen Landschaft prägten unsere Route auf dem Archäologischen Lehrpfad durch die Kritzower Berge.

Im Frühsommer des Jahres 2014 waren wir hier schon einmal im Zuge einer Vereinsexkursion unterwegs. Das Frischpilzaufkommen hielt sich damals nicht nur wegen der noch recht frühen Jahreszeit in Grenzen, sondern vor allem wegen der herrschenden Trockenheit. Nichts desto trotz war die damalige Tour ein großes Erlebnis, denn die Landschaft ist hier besonders urwüchsig und abwechlungsreich. Mächtige, märchenhafte Baumriesen, eine reizvolle Moorseelandschaft und das tangieren des Warnowtals und schließlich die bewaldeten Kritzower Berge, sorgen für viel Abwechslung. Heute herrschte alles andere als Trockenheit, es regnete zeitweise und auch die Pilzflora hatte erheblich mehr zu bieten als vor drei Jahren. Hier wie immer einige Bilder:

Aufbruch von Kritzow bei feuchten Wetterbedingungen.

Die ersten Pilze ließen nicht lange auf sich warten. Hier sehen wir einen unserer besten Speisepilze, den Nelkenschwindling (Marasmius oreades) mit seinen entfernt stehenden Lamellen und der ledergelblichen Färbung (oben) zusammen mit seinem giftigen Verwechlungspartner, dem Wiesentrichterling (Clitocybe rivulosa).

Am Wegesrand Hexenringe von recht ansehnlichen, fleischigen Blätterpilzen. Rettichgeruch und tränende Lamellen kennzeichnen den Gemeinen Rettich – Fälbling (Hebeloma crustuliniforme). Ein ungenießbarer Pilz!

Unter Eichen zu finden und in diesem Jahr ein Masenpilz mit stechendem, nach Leuchtgas riechendem Geruch, ist der Schwefel – Ritterling (Tricholoma sulphureus). Auch er ist ungenießbar.

Moortümpel am Feld- und Waldrand.

Fleischrote Lacktrichterlinge (Laccaria laccata) können ein Mischpilz – Gericht bereichern.

Auch die filigran strukturierten Herbstlorcheln (Helvella crispa) sind dazu geeignet. Aber Vorsicht, alle Lorcheln sollen roh giftig sein!

Wie alle Flämmlinge ist auch der Beringte Flämmling (Gymnoplilus junonius) galle bitter und kann jedes Gericht ungenießbar machen.

Als uneingschränkter Leckerbissen gilt hingegen der Steinpilz (Boletus edulis). Insbesondere getrocknet entwickelt er sein Aroma.

Viel wissenswertes vermitteln aufgestellte Schautafeln.

Einer der häufigsten Pilze war heute die Graukappe (Clitocybe nebularis). Als Speisepilz ist sie sehr gewöhnungsbedürftig. Es gibt aber auch Liebhaber dieses streng schmeckenden und riechenden Herbstpilzes.

Dann schon lieber den am selben Standort in Hexenringen vorkommenden Fuchsigen Rötel – Trichterling (Lepista flaccida), zumal wenn er so frisch ist, wie diese Exemplare.

Essbar ist auch der recht seltene Stink – Champignon (Agaricus impudicus). Er ähnelt dem Echten Waldchampignon, rötet aber kaum.

Die Hüte des Hallimasch (Armillaria spec.) sind schmackhafte Speisepilze. Roh sind sie aber giftig und müssen vor dem Verzehr ausreichend gegart werden, mindest 20 Minuten erhitzen! Für empfindliche Personen ist blanchieren und fortschütten des Kochwassers ratsam.

Tief und weit auslandende Baumkrone an einem kleinen Gewässer.

Ein Büschel Honiggelber Hallimasch (Armillaria mellea).

Auch hier hat der Orkan vom Donnerstag seine Spuren hinterlassen.

Ein Blick durch`s Geäst auf die weite Landschaft.

Immer wieder wirklich beeindruckende Baumgestalten!

Der essbare Safran – Schirmpilz (Macrolepiota rhacodes) rötet an verletzten Stellen.

Der Violette Rötel – Ritterling (Lepista nuda) teilt seinen Standort oft mit Graukappen und Fuchsigen Rötel – Trichterlingen und bildet ebenfalls gerne Hexenringe aus. Von den genannten Arten ist er der beste Speisepilz, aber roh giftig. Also gut durchgaren!

Pilzfreunde mit guten Augen entdeckten aus dieser Distanz Pilzfruchtkörper an der gegenüber liegenden Eichen – Kannte und begaben sich dort hin.

Es waren mastige Perlpilze (Amanita rubescens). Gute Speisepilze.

Aber auch eine weitere Wulstlings – Art war dabei, Grüne Knollenblätterpilze (Amanita phalloides). Hier war also gut und böse nah bei ein ander. Bereits 50g dieser Wulstlinge können einen erwachsenen Menschen töten! Sein Genuss stellt den Super – Gau dar! Wir sehen hier sowohl Perlpilze, wie auch Grüne Knollenblätterpilze.

Und hier wären wir wieder bei Röhrlingen. Maronen zählen zu den beliebtesten Speisepilzen und sind tatsächlich sehr schmackhaft. Aber bitte auch immer schön durchgaren, da in rohen Pilzen ebenfalls Giftstoffe vorhanden sind!

Hier unser Erinnerungsfoto, bei dem allerdings nicht alle Teilnehmer zu sehen sind. 07. Oktober 2017 in den Kritzower Bergen.

Wann wandern wir wieder? – Siehe unter Termine!

30. 09. – 01.10. 2017 – Tage der Pilze in Rehna

18. Tage der Pilze in Rehna

Pilzverein Heinrich Sternberg Rehna e.V.

Schon an den Ortseingängen und auch in der Kleinstadt selbst machten große Schilder auf die Tage der Pilze außmerksam.

Und diese originellen Wegweiser wiesen die Richtung zur Pilzausstellung.

Kistenweise wurden die Pilze angeliefert, mußten sortiert, platziert und ausgeschildert werden.

Die Öffnungszeiten waren: Sonnabend, der 30. September von 10.00 – 18.00 Uhr und Sonntag, der 01. Oktober von 10.00 – 16.00 Uhr. Am Sonnabend starteten gegen 10.00 Uhr vom dortigen Parkplatz aus Pilzwanderungen in die Wälder der Umgebung.

Begrüßung der Pilzwanderer auf dem Parkplatz vor dem Kloster Rehna durch den Versitzenden des örtlichen Pilzvereins Torsten Richter (im gestreiften Hemd). Foto: Jürgen Horn.

Hier einige Impressionen von unserer Pilzwanderung durch den Woitendorfer Wald.

Erwartungsvolle Ankunft im Staatsforst Rehna (Woitendorfer Wald).

Der Birnen – Stäubling (Lycoperdon pyriforme) ist minderwertig. Im Gegensatz zum ähnlichen, wie mit Grieskörnchen bestreuten Flaschen – Stäubling, ist dieser zum Essen nicht zu empfehlen.

Äußerst elegant erscheint uns diese Herbsttrompete (Craterellus cornucopioides). Zusammen mit weiteren Artgenossen sollte sie so manchen Sammlerkorb füllen.

Rotfuß – Röhrlinge (Xerocomus chrysenteron) dürfen gegessen werden, schmecken aber etwas säuerlich, was nicht jedermanns Geschmack ist.

Der sehr seltene Starkriechende Pfifferling (Cantharellus lutescens) war der Top – Fund des Tages! Der Woitendorfer Wald ist ein wahres Raritäten – Kabinet, was er uns auch heute bewies. Dieser Pfifferling besitzt auf der Unterseite keine Leisten, allenfalls ist er etwas gefaltet oder geadert. Sein Geruch beindruckt ganz besonders. Er riecht lieblich nach Mirabellen, einer Pflaumen – Art. Obwohl essbar, verbietet sich derartiges aufgrund seiner Seltenheit von selbst. Standortfoto.

Der geringwertige Dickblättrige Kohlentäubling (Russula nigricans) rötet zunächst bei Verletzung und schließlich schwärtzt der gesamte Fruchtkörper.

Diese Stockschwämmchen machen ihrem Namen alle Ehre. Anstatt, wie üblich auf einem Baumstumpf, wuchsen sie wirklich an einem Stock!

Schön, aber ungenießbar, ist der Scharfe Honig – Täubling (Russula veternosa). Seine gelblichen Lamellen sind im Geschmack brennend scharf. Wir finden ihn nicht selten unter Buchen und Eichen auf basenreicheren Böden.

Dieser Langstielige Knoblauchschwindling (Marasmius alliaceus) ist ein Weißsporer, was gut auf dem weißlich bepuderten Stiel zu erkennen ist. Die Hüte konnen in einer Pilzsuppe Verwendung finden.

Die beigen Lamellen dieses ungenießbaren Gallen – Täublings (Russula fellea) sind teilweise gegabelt.

Eine Augenweide sind die Orangen Becherlinge (Aleuria aurantia). Wir finden sie auf feuchten Waldböden, mitunter sogar in ausgefahrenen Spurrinnen auf Waldwegen. Die Schlauchpilze sind zwar essbar, aber bei ihrer Schönheit und Dünnfleischigkeit sollten sie lieber im Wald gelassen werden. Sie können dann eventuell weitere Spaziergänger erfreuen und vor allem ihrer natürlichen Aufgabe nachkommen.

Der Herbe Zwergknäuling (Panellus stypticus) ist ein häufiger Besiedler von abgestorbenen Laubholz, gern an Eichenholz. Er schmeckt bitter und ist daher ungenießbar.Lamellenansatz und Stiel sind schwarf abgegrenzt.

Der Gelbschuppige Hallimsch (Armillaria lutea) wächst in dichten Büscheln auf Laubholzstümpfen und Stöcken. Wie alle Hallimasch – Arten ist er roh giftig und muss gut durchgegart werden. Dann ist er würzig und lecker. Verwendung finden in der Küche nur die Hüte.

Junge Gift – Häublinge (Galerina marginata) auf einem bemoosten Laubholzstock. Er enthält die selben Gifte wie der Grüne Knollenblätterpilz und ist damit potentiell tödlich. Vorsicht beim Sammeln von Stockschwämmchen!

Gift – Häublinge (Galerina marginata) von oben. Auch ihre Hüte können denen des Stockschwämmchens durch hygrophane Randzonen sehr ähnlich sehen.

Links Gift – Häublinge (Galerina marginata), rechts Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis).

Naturfreund Christopher Engelhardt aus Lübeck beim Fotografieren der Gifthäublinge.

Der Dunkle Korallen – Milchling (Lactarius romagnesii) ist in guten Buchenwäldern zuhause. Die anfänglich weiße Milch färbt sich an der Luft relativ schnell korallenrötlich. Außerdem soll sie bei Berührung Fäden ziehen. Ungenießbar.

Stattliche Frauen – Täublinge werden begutachtet.

Das hat sich schon gelohnt!

Der Weißbehangene Erlen – Schüppling (Pholiota alnicola) ähnelt etwas dem Hallimasch. Besitzt aber kaum Schüppchen auf dem Hut und ist ein Braunsporer. Ungenießbar.

Schaut man sich die Verbreitungskarte für diese Art auf Pilzkartierung M-V an, so hat es den Anschein, dass der Gelbrandige Saftling (Hygrocybe insipida) fast nur im Nordwestmecklenburger Raum vorkommt. Das dürfte einfach daran liegen, dass unsere Region mit Abstand die Bestuntersuchte unseres Bundeslandes ist. Standortfoto.

Das Goldgelbe Wiesenkeulchen (Clavulinopsis helvola) findet sich nicht nur auf Wiesen, sondern auch in Wäldern, oft mit Saftlingen vergesellschaftet. So war es auch in diesem Fall. Die Verbreitungskarte dieser Art ist ebenfalls wie bei vielen weiteren Pilzen sehr Nordwestmecklenburg – lastig.

Stolz erhebt sich dieser Steinpilz (Boletus edulis) aus dem welken Buchenlaub. Standortfoto.

Chris Engelhardt stellt uns nicht ohne Stolz einen Strubbelkopf – Röhrling vor.

Auch die Herkules – Keule (Clavariadelphus pistilaris) ist kein alltäglicher Fund, aber in diesem Gebiet seit längerem bekannt.

Der Flockenstielige Hexen – Röhrling (Boletus luridiformis) ist nah mit dem Steinpilz verwandt, wird aber aufgrund seiner rötlichen Färbungen und dem starken blauen von vielen gemieden. Der Kenner weiß ihn zu schätzen.

Ein sehr guter Speisepilz ist auch der Kurzstielige Leder – Täubling (Russula curtipes). Er wirkt mitunter wie ein großer Speisetäubling. Seine Hutmitte ist oft zart bereift.

Wie der Name schon vermuten läßt, ist sein Stiel im Vergleich zur Hutbreite meist relativ kurz.

Ankunft in Rehna nach den Wanderungen. Gefüllte Körbe und so manch schönes Ausstellungstück waren dabei.

Leckeres für die Küche. Ein Mischpilzgericht vom Fachmann gesammelt.

Die aktiven Pilzfreunde um den Vorsitzenden des einzigen Pilzvereins Mecklenburg – Vorpommerns, Torsten Richter und seine fleißigen Schüler, haben auch in diesem Jahr wieder ein reichhaltiges Aufgebot an Frischpilzen zusammen getragen. Am Freitag Nachmittag wurde aufgebaut und ab 10.00 Uhr am Sonnabend konnten die Ergebnisse in Augenschein genommen werden.

Nachdem Entrichten der 2,00 € Eintritt wurden die Besucher wie immer von einem Mee(h)r von Fliegenpilzen begrüßt.

Immer ein toller Anblick! Bei so vielen Glücksbringern konnte wirklich nichts mehr schief gehen.

Pilze so weit das Auge reicht auch in diesem Jahr.

Holzbewohner.

Ein sehenswerter Schautisch.

Ständig kommen neue Arten hinzu und es müssen Namensschilder heraus gesucht werden.

Imposant waren auch die Goldfarbenen Glimmerschüpplinge.

Täublinge und Milchlinge.

Und natürlich durften auch die Röhrlinge nicht fehlen.

Pilzsammler konnten ihre Fundstücke fachmännisch von den Pilzberatern Alexander Glomb und Reinhold Krakow prüfen lassen. Auch weitere, besonders interessante Exponate wurden gerne für die Ausstellung gestiftet, worüber sich die Organisatoren natürlich sehr freuten.

Auch am Imbissstand von Irena und Monika herrschte ständig Andrang.

Es gab Reispilzpfanne und herzhafte Pilzsuppe. Natürlich auch frisch gebackene Waffeln und Kaffee.

Vieleicht findet an diesem Wochenende auch wieder zeitgleich das Erntedankfest der evangelischen Kirche statt, so das ein Besuch doppelt lohnen würde.

Auch fand an diesem Wochenende wieder das Erntedankfest der evangelischen Kirche statt, so dass ein Besuch doppelt lohnte.

Das Wetter war bestens, die Pilze reichlich, genau wie die Besucher und so wurden die Tage der Pilze ein voller Erfolg. Es gelangten immerhin 325 Pilzarten zur Auslage! In diesem Sinne hoffen die Rehnaer Pilzfreunde auch auf günstige Wachstumsbedingungen, gutes Wetter und viele Interessierte im nächsten Jahr, damit die 19. Tage der Pilze wieder ein Erlebnis werden.

Übrigens konnte, wer wollte, bei Christopher Engelhardt auch einen Blick durch`s Mikroskop nehmen, um die Wunderwelt des Mikrokosmos zu bestaunen, der bei der korrekten Pilzbestimmung mitunter unerläßlich ist.

Am Ende der Pilzschau war wieder eine Staffelei mit den besten Arbeiten des Schüler – Mahlwettbewerbs zum Thema Pilze aufgestellt. Mit einem Stimmzettel konnte man seine Favoriten auswählen und der Wahlurne anvertrauen.

Es waren wieder sehr kreative Arbeiten dabei, von denen diese hier stellvertretend stehen sollen.

Die Herbstrompete ist im Loge des Rehnaer Pilzvereins integriert.

Unterstützt wurde diese Veranstaltung durch zahlreiche Sponsoren aus der Region und natürlich auch vom Steinpilz – Wismar.

22. – 25. 09. 2017 – Großpilzausstellung in Wismar

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

25. Großpilzausstellung in der Hansestadt Wismar

Mit 290 Pilzarten war unsere diesjährige Pilzschau wieder sehr umfänglich.

Zum 25. mal nach der Wende gab es in diesem Herbst eine große Pilzausstellung in unserer Stadt. Angefangen hatte alles im Jahre 1990 auf Initiative des damaligen Umweltamtes in den Räumlichkeiten dieser Behörde. Danach ging es für zwei weitere Pilzschauen direkt auf die Fußgängerzone in der Innenstadt, auf den heutigen Rudolf Karstadt Platz, direkt vor dem Stammhaus des bekannten Unternehmens und vor der damaligen, städtischen Pilzberatungsstelle genau gegenüber.

Ausstellung am 30.09.1993 auf der Fußgängerzone vor dem Karstadt Warenhaus in Wismar. Von links: Prof. Dr. Jürgen Schwik, Reinhold Krakow, eine Mitarbeiterin des Umweltamtes, dessen Namen mir leider nicht mehr geläufig ist und Gerhard Holst, Ornitolge und Storchenvatter des damaligen WismarA.

Freiluftausstellung am 30.09.1993 auf der Fußgängerzone vor dem Karstadt Warenhaus in Wismar. Von links: Prof. Dr. Jürgen Schwik, Pilzberater Reinhold Krakow, eine Mitarbeiterin des Umweltamtes, dessen Namen mir leider nicht mehr geläufig ist und Gerhard Holst, Ornitolge und damaliger „Storchenvater“.

Es folgten große Ausstellungen im Rathaus und schließlich seit dem Jahre 2004 in der ABC Straße 21, dem Domizil des mykologischen Informationszentrums Wismar, in der ABC Straße 21.

Pilzausstellung im Rathaus Wismar um das Jahr 200 herum.

Pilzausstellung im Rathaus Wismar um das Jahr 2000 herum.

Wir feierten also ein Jubiläum und dieser Sachverhalt wurde auch an der Pilzfront zur Kenntnis genommen. Wir konnten reichlich attraktives Ausstellungsmaterial für diesen Höhepunkt einsammeln. So waren wir  an den Vortagen in den unterschiedlichsten Wäldern, Parks und Wiesen unterwegs und das angelieferte Material haben wir in mehreren Kühlschränken frisch gehalten. Ab Donnerstag begann dann der Aufbau, wobei bis zum Schluß immer wieder ausgewechselt und erneuert wurde, damit auch am Sonntag und Montag noch eine möglichst sehenswerte und aussagekräftige Frischpilzschau geboten werden konnte.

Nicht nur die ansehlichen Riesen – Schirmpilze (Macrolepiota procera) waren als Hingucker in der Ausstellung zu bewundern.

Auch Raritäten wie diese Rotbraunen Korkstachelinge (Hydnellum congrescens) werteten die Pilzschau auf.

Haarschleierlinge waren mit zahlreichen Arten vertreten. Hier sehen wir den Buchen – Klumpfuß (Cortinarius amoenolens) aus der Schwinzer Heide.

Die Öffnungszeiten

Freitag, der 22.09. von 14.00 – 18.00 Uhr

Sonnabend, der 23.09. von 10.00 – 18.00 Uhr

Sonntag, der 24.09. von 10.00 – 18.00 Uhr

Zusätzlich auch am Montag, dem 25.09. von 09.00 – 18.00 Uhr.

  • Eintritt: 2.00 €

Es gab nicht nur die vielen frischen Pilze zu bewundern, die die Pilzfreunde der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V. an den Vortagen zusammengetragen haben, sondern an unseren Imbissstand wurden auch wieder eine herzhafte Pilzpfanne, Waldpilzsuppe, frische Waffeln, Kaffee und Tee angeboten.

Zur Eröffnung der Ausstellung, am Freitag um 14.00 Uhr, gab es wie immer für alle Helfer und einigen Gästen eine Kaffee – Runde.

Natürlich mit leckerem, hausgebackenem Kuchen.

Auch die Moosflächen der Ausstellung waren zu diesem Zeitpunkt bereits mit weit über 200 Arten bestückt.

Die Pilzschau war vor allem am Sonnabend und Sonntag gut besucht. Zeitweise waren die Ausstellungsflächen dicht umlagert, so dass ich hier mal einen günstigeren Moment für ein Foto nutzte.

Auch unser Imbissstand war meist dicht umlagert.

Karotten – Pilzchen am Stiel.

Frische Waffeln…

und herzhafte Pilzpfanne sowie Waldpilzsuppe waren der Renner.

Angerichtet und betreut von unserer guten Seele Irena und ihren fleißigen Helfern.

Kurze Verschnaufpause und ein Plausch mit unseren Gästen.

Und auch unterm Tisch läßt es sich aushalten, bei so einem Trubel ist es hier noch am gemütlichsten.

Und manche Pilzsammler haben sogar ihren eigenen Strich – Code auf dem Auto.

Ein viertel Jahrhundert Pilzausstellung in Wismar. Das ist ein Gläschen Sekt wert und ein herzliches Dankeschön an alle Helfer, die zum Gelingen der Jubiläumsausstellung beigetragen haben. Es war ein großartiger und würdiger Höhepunkt des Jahres 2017!.

Natürlich wurde auch die Pilzberatung in Anspruch genommen und wer wollte, konnte unsere Ausstellung mit einigen besonders sehenswerten Fundstücken bereichern.

Europäischer Pilztag im Jahre 2017.

Unsere Ausstellung fiel auch in diesem Jahr genau auf den Europäischen Pilztag, der zum zweiten mal auf Initiative von Karin Montag vom „Tintling“ begangen wurde.

Ein letzter Blick auf die Ausstellungsflächen. Das Resultat einer ganzen Woche Arbeit wird von diesem schönen Anblick belohnt und sollte jedem Besucher auch die 2,00 € Eintrittsgeld wert gewesen sein.

Wir danken allen, die sich Zeit für uns genommen haben und mit ihrem Besuch unsere Arbeit honorierten, welcher gleichzeitig auch eine Anerkennung und Wertschätzung unserer Zeit- und Arbeitsintensiven Veranstaltung war.

15. – 17. September 2017 – AMMV – Herbsttagung

Herbsttagung der AMMV in Ahlbeck

Sandige Kieferndüne bei Prora auf der Insel Rügen im Herbst 2016.

Sandige Kieferndüne bei Prora auf der Insel Rügen im Herbst 2016.

15. – 17. September 2017 – Herbsttagung der AMMV in der Akademie Ahlbeck, Vorsee 3A, 17375 Ahlbeck, am Stettiner Haff.

Auch diese Tagung der Arbeitsgemeinschaft Mykologie des Landes Mecklenburg – Vorpommern im Naturschutzbund Deutschland stand wieder ganz im Zeichen der DBU – Clusterkartierung. Untersucht wurden gekennzeichnete Flächen in der Ueckermünder Heide. Das Projekt läuft über zwei Jahre und es stehen außerdem noch Flächen auf der Insel Rügen und im Kaarzer Holz zur Untersuchung an. Bereits im Vorjahr haben wir hier recht ordentliche Ergebniss erzielen können und nun folgen weitere Untersuchungen.

Anmeldungen bitte rechtzeitig bei Petra Bonin, Salvador Allende Straße 61 in 17036 Neubrandenburg

  • Achtung! Nur für Mitglieder der AMMV!

12. September 2017 – Treffen der Pilzfreunde

Treffen der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Vorbereitungstreffen zur 25. Großpilzausstellung

Dienstag, der 12. September 2017, um 18.00 Uhr im mykologischen Informationszentrum in der ABC Straße 21.

Im Mittelpunkt unseres heutigen Treffens stand, wie immer im September, die Vorbereitung unserer Großpilzausstellung. Sie findet in diesem Jahr vom 22. – 25. September im Steinpilz – Wismar statt. Es steht ein denkwürdiges Jubiläum an, da es die 25. ist! Ein viertel Jahrhundert Großpilzausstellung in Wismar, das sollte uns Ansporn genug sein um wieder eine sehenswerte Frischpilzschau zu realisieren. In erster Linie galt es organisatorische Fragen zu erörtern und abzustimmen. Wer hat wann Zeit in die Pilze zu fahren um ein möglichst reichhaltiges und vielseitiges Ausstellungsmaterial herbei zu schaffen und wer kann bei der Betreuung unserer Ausstellung und beim Imbissgeschäft helfen?

  • Die Veranstaltung endete gegen 20.00 Uhr.

09. September 2017 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Sie führte durch den Wald bei Garwitz am Eldekanal

Der Elde – Kanal bei Garwitz am 09.09.2017. Hier wuchsen u.a. seltene Stachelpilze.

20 Interessenten, nicht nur aus der dortigen Region, erwarteten gegen 09.30 Uhr meine Ankunft in Garwitz auf dem Parkplatz an der Schleusenbrücke.

Am Rande der Lewitzregion, an der Müritz/Elde Wassserstraße bei Garwitz, befindet sich ein umfangreiches Waldgebiet. Auf einer früheren Exkursion anläßlich einer dort stattgefundenen BFA – Tagung in den 1990er Jahren, durchstreifte ich den Bereich unserer heutigen Wanderung schon einmal und es war recht vielfältig, was die Pilzwelt damals im Angebot hatte. Es handelt sich größtenteils um Nadelwälder auf sandigem Untergrund. Durch Eichen, Birken, Pappeln und Buchen entlang der Wasserstraße, die aber auch sonst eingestreut sind, war eine recht hohe Vielseitigkeit im Hinblick auf eine interessante Lehrwanderung gegeben und auch der Speisepilzfreund kam so leidlich auf seine Kosten. Leider spielte das Wetter nicht so richtig mit und es war ungemütlich regnerisch. Das führte auch dazu, dass die Wandertruppe so nach und nach zerfiel. Hinzu kommt, dass aufgrund der Feuchtigkeit meine Kamera den Geist aufgab, so dass heute kein Abschlußfoto möglich war. Der Zoom arbeitete nicht mehr ordnungsgemäß. Ich trocknete sie später und fettete im Zoom – Bereich etwas ein, so dass nun wieder alles O.K. ist. Hier wie immer einige Bilder von heute:

Der Startschuß ist gefallen!

Nach wenigen Schritten begrüßte uns eine größere Gruppe von Erschiebern (Lactarius vellereus). Die Imposanten Milchlinge schmecken leider scharf und herb und sind somit für unseren Gaumen eine Scheußlichkeit. In Osteuropa und vor allem in Sibierien werden sie aber sehr geschätz und speziell behandelt als Wintervorrat für die Speisekammer genutzt.

Gut ist die deutlich abgesetzte Stielknolle ohne Volvareste des leicht giftigen Gelben Knollenblätterpilzes (Amanita citrina) zu erkennen. Auch sein muffiger Kartoffelkellergeruch unterscheidet ihn vom tödlich giftigen Grünen Knollenblätterpilz.

Hellbräunliche Färbung, zonierter Hut, weiße, milde Milch, der Geruch nach Blattwanzen und der Standort außschließlich unter Eichen kennzeichnen den essbaren Eichen – Milchling (Lactarius quietus) recht gut.

Gut ist die spinnwebartige Cortina beim Aufschirmen dieser Haarschleierlinge (Cortinarius spec.) zu erkennen. Die Art konnte ich leider nicht näher bestimmen.

Dafür ist die Bestimmung dieses Schleierlings ein Kinderspiel. Einmal kurz den sattgelbbräunlichen, schleimigen Hut anlecken und man wird von seine Bitterkeit tief beeindruckt sein. Es handelt sich um den Galligen Schleimfuß (Cortinarius vibratillis). An den Cortina – Resten am Stiel verfangen sich die braunen Sporen. Typisch für viele Haarschleierlinge.

Bevor es in den armen Kiefernwald ging, wanderten wir eine weile direkt am Elde – Kanal entlang.

Und über dieses Exemplar freute ich mich ganz besonders. Ist es doch die wichtigste Art einer jeden Pilzwanderung und Ausstellung. Der grüne Mörder = Grüner Knollenblätterpilz (Amanita phalloides). Tödlich giftig!

Gerne in Gesellschaft des Grünen Knollenblätterpilzes finden wir auch diesen Stinker. Der schwefelgelbgrüne Ritterling sondert einen durchdringenden, stechenden Geruch ab, der an Leuchtgas erinnern soll. Der Schwefel – Ritterling (Tricholoma sulphureus) ist leicht giftig!

Die wenigen Steinpilze (Boletus edulis), die wir heute fanden, waren schon sehr grenzwertig!

Auf dem Damm des Elde – Kanals wuchsen diese sehr seltenen Stachelpilze.

Die Stacheln finden wir natürlich auf der Unterseite. Sie bilden das sporentragende Hymenophor. Dank der Bestimmung durch Benno Westphal haben wir den seltenen Starkriechenden Duftstacheling (Phellodon confluens) gefunden!

Beide Pilze sind von oben gelb. Auf der Unterseite ist aber der Unterschied mehr als deutlich. Links ein Blätterpilz, der Amiant – Körnchenschirmling (Cystolepiota amiantinum) und rechts ein Leistling, der Echte Pfifferling (Cantharellus cibarius). Beide sind essbar, aber der Körnchenschirmling ist schon aufgrund seines etwas stechenden Geruches nicht empfehlswert.

Etwas metallisch – stechend riecht auch der Dickschalige Kartoffel – Hartbovist (Scleroderma citrinum). Er ist leicht giftig!

Ständig war jemand am Bücken, denn Pilze zum kennen lernen gab es wirklich reichlich.

Am grasigen Wegrand am Kanal unter verschiedenen Bäumen fanden wir eine kleine Gruppe echter Schirmpilze. Es handelt sich um den lebensgefährlich giftigen Rosabraunen Schirmpliz (Lepiota subincarnata). Ich danke Benno Westphal für seine Bestimmung! Unter den echten Schirmpilzen gibt es Arten, in denen gefährliche Knollenblätterpilz – Gifte festgestellt wurden, so auch in dieser!

Das Stielnetz dieses ungenießbaren Gallen – Röhrlings (Tylopilus felleus) ist besonders grobmaschig. Die Netzzeichnung auf den Stielen einiger Röhrenpilze kommt offensichtlich durch am Stiel auslaufende Röhren des Hymenophors zustande.

Was bei dieser Ziegenlippe (Xerocomus subtomentosus) an der Stielspitze deutlich zu erkennen ist. Essbar.

Mit bis zu 20 cm Höhe ist der Beutel – Stäubling (Calvatia excipuliformis) ein recht auffälliger Bauchpilz. Ist er innen weiß und druckfest kann er gegessen werden. Dieses Exemplar befindet sich hingegen in der Ausreifung und ist somit ungenießbar geworden.

Und nochmal zum Vergleich: links der tödliche Grüne Knollenblätterpilz (Amanita phalloides) und rechts der kaum giftige Gelbe Knollenblätterpilz (Amanita citrina).

Die Lamellen des Rosablättrigen Helmlings (Mycena galericulata) nehmen erst recht spät die charakteristische Rosafärbung an. Hier ist davon noch kaum etwas zu sehen. Wir finden diesen Helmling fast ganzjährig an Laubholz – Stubben, vorwiegend an denen von Eichen. Er ist der einizige Vertreter seiner Gattung, der als essbar gilt. Die Hüte sollen ganz vorzüglich schmecken, aber nur vom Kenner zu sammeln!

Ebenfalls essbar und wesentlich leichter zu erkennen ist der Violette Lacktrichterling (Laccaria ametystea). Er wächst mitunter zahlreich in Laubwäldern. Typisch sind neben der Farbe auch die dicklichen Lamellen und ein eingedellter Hut.

Maronen – Röhrlinge (Xerocomus badius) gab es heute nicht wenige, aber selten waren sie noch in so guter Qualität wie dieses Exemplar.

Den Olivgrünen Milchling (Lactarius turpis) finden wir unter Birken und Fichten. Sein weißer Milchsaft schmeckt widerlich scharf und terpentinartig, so dass der Pilz komplett ungenießbar ist.

Eine markannte Gestalt ist der kleine Feuer – Schüppling (Pholiota flammans) mit seiner leuchtend gelben Färbung und den zahlreichen Schüppchen. Wir finden ihn an Fichtenholz in der Optimalphase der Vermorschung. Nicht nur seine Schönheit ist spektakulär, er soll auch die kleinsten Sporen aller Blätterpilze besitzen (Mikroskop!). Ungenießbar.

Mit hängen und würgen habe ich gerade noch dieses wichtige Foto hin bekommen, bevor meine Kamera endgültig streikte. Neben den Stachelpilzen war er der Knüller der heutige Wanderung. Der extrem seltene Heide – Milchling (Lactarius musteus). Wir finden ihn außschließlich auf armen, sandigen Heideböden. Er ist in MV nur an sehr wenigen Punkten nachgewiesen, wir haben heute einen neuen gesetzt! Nach besonderer Zubereitung wäre er sogar essbar, was sich bei seiner Seltenheit aber strikt verbietet!

So steht heute zum Schluß nicht unser Gruppen – Foto, sondern sozusagen als Umrahmung des Berichtes noch einmal ein Bild des Elde – Kanals bei Garwitz.

  • Wann startet die nächste Pilzwanderung? – Siehe unter Termine!

03. September 2017 – Hundewanderung

2. Pilzwanderung mit Hunden

Sie führte durch die Wälder bei Kritzow

Gleich geht es los. Spannung beim Menschen und seinen besten Freunden.

Gut war mir noch die durchaus pilzreiche Hundewanderung im letzten Jahr in Erinnerung. Heute gab es eine Neuauflage. Hundeführer Sven Kunkel konnte wieder eine nette Truppe von Hundeliebhabern um sich scharen, so dass es unter seiner fachkundigen Führung viele interessante Tips zum Verhalten der Vierbeiner in freier Wildbahn gab und ich kümmerte mich wie gewohnt darum, wichtige Kenntnisse aus dem Reich der Pilze zu vermitteln. So dürfte die Tour im Wald eine willkommene Abwechslung und ein aufregendes Abenteuer für Mensch und Tier gewesen sein. Hier einige Bilder:

Der essbare Safran – Schirmpilz (Macrolepiota rhacodes) wächst bevorzugt in der Nadelstreu des Fichten – Forstes. Bei Verletzung rötet sein Fleisch (siehe Stielbasis).

Um und auf alten Fichtenstubben finden wir den minderwertige Samtfuß – Krempling (Paxillus atrotomentosus). Er ist mit seinem schwarzbraunem, wie mit Wildleder überzogenem, samtigem Stiel gut kenntlich.

Das Wetter war schön und die würzige Waldluft tat ihr übriges.

Am Wegesrand zahlreiche Dickschalige Kartoffel – Hartboviste (Scleroderma citrinum). Giftig!

Pilze mit einem Schwamm auf der Unterseite nennt man Röhrlinge und die mit Lamellen Blätterpilze. Anfänger sollten sich an Röhrenpilze, so wie diesem Maronen – Röhrling (Xerocomus badius) halten. Der hier gezeigte Blätterpilz gehört zu einer sehr gefährlichen Gattung, nähmlich den Wulstlingen oder Knollenblätterpilzen. Der Kennen erkennt ihn als essbaren Perlpilz und nimmt ihn mit.

An dieser Marone hat es sich schon jemand kräftig schmecken lassen. Aber Vorsicht, auch die giftigsten Pilze werden von Tieren angenagt. Was ihnen nichts auszumachen scheint, kann für uns Menschen zum Verhängnis werden.

Eine taufrische Marone (Xerocomus badius) wie man sie sich wünscht!

Hoppla, da steht doch schon wieder etwas!

Der häufige Zitronen – Täubling (Russula ochroleuca) ist maximal als Mischpilz zu empfehlen.

Gewöhnungsbedürftig als Speisepilz ist das Hexenei der Stinkmorchel (Phallus impudicus). Von manchen aber als Delikatesse sehr geschätzt!

Hier dürfte es sich um den Kuhbraunen Schönkopf (Calocybe civilis) handeln, der gelegentlich in Nadelwäldern auftaucht.

An einem, vor längerer Zeit vom Sturm geworfenem und zersplitertem Buchstamm quälten sich erste Ästige Stachelbärte (Hericium clathroides) heraus. Sie dürften in den kommenden Jahren hier erst richtig loslegen, da der Pilz in der Regel stark vermorschtes Holz besiedelt. Guter Speisepilz, der aber wegen seiner zunehmenden Seltenheit geschont werden sollte.

Unterdessen genießt Pfiffi die Aussicht. Aus der Ferne betrachtet dürfte er durchaus Ähnlichkeit mit einem großen Stachelbart besitzen.

Am Waldrand unter Eichen und Buchen eine mastige, boletoide Marone (Xerocomus badius).

Schön sah er ja aus der Ferne aus, wie im Märchen. Aber auch dieser Fichtensteinpilz (Boletus edulis) war bereits jenseits von gut und böse. Auch die restlichen Stücke des zu Ende gehenden Steinpilz – Schubes lohnen das Bücken kaum. Steinpilze dürfen wir derzeit getrost vergessen.

Langsam, aber sicher, geht es wieder in Richtung Autos.

Besonders fleißig war unser jüngster Teilnehmer und brachte mir immer wieder Exemplare mit der berühmten Frage „Kann man die Essen?“. „Ja, den Täubling und den Perlpilz darf man essen“, so meine Antwort, die sogleich freudig der Mama verkündet wurde.

Der Durst war groß nach zweieinhalb Stunden Abenteuer im Wald!

Das allgemeine Pilzaufkommen hätte zwar größer sein können, aber ich hoffe, es hat allen trotzdem gefallen und vieleicht gibt es im nächsten Jahr eine Fortsetzung. 03. September 2017 im Wald bei Kritzow.

  • Achtung! Da es keine Veranstaltung des Steinpilz – Wismar im herkömmlichen sinne ist, wird um Anmeldung unter folgender Internet – Adresse gebeten: www.martinruetter.com

02. September 2017 – Vereinstreffen am Roten See

Vereinstreffen am Roten See

Pilzverein Heinrich Sternberg Rehna e.V.

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

13. Vereinstreffen am Roten See

Der Rote See am 02. September 2017.

Zum 13. mal waren die Pilzfreunde aus Wismar und des Pilzvereins Heinrich Sternberg Rehna e.V. ganz herzlich zu ihrem traditionellen Vereinstreffen an den Roten See bei Brüel eingeladen.

Nach kurzer Begrüßung gegen 10.00 Uhr ging es sogleich los zu unseren Exkursionen. Es wurden zwei Gruppen gebildet, die in verschiedenen Waldbereichen unterwegs waren. So übernahm Irena Dombrowa eine Gruppe, die in die Kobander Tannen fuhr und Torsten Richter sowie Reinhold Krakow fuhren mit einer zweiten in den Sültener Forst. Gegen 13.30 Uhr trafen dann alle wieder an der dortigen Blockhütte zur Fundauswertung und zum Mittagstisch ein. Alle waren im großen und ganzen zufrieden. Sowohl die Mykophagen wie auch die Mykologen kamen auf ihre Kosten. Auch die Schweriner Volkszeitung war zugegen und wir beantworteten die Fragen zu unseren Ergebnissen gerne, denn es hatte sich wirklich gelohnt. So klang schließlich ein schönes Vereinstreffen bei deftiger Mecklenburger Küche und einem Glas Pils oder Eisbecher in gemütlicher Runde aus. Hier einige Impressionen:

Begrüßung und einige einleitende Worte zum Ablauf. Foto: Jonas Dombrowa.

Ankunft am Sültener Forst.

Kaum hatten wir den Wald betreten, ging es gleich mit den ersten Frischpilzen los. Hier ist es ein Gemeiner Wurzel – Rübling (Xerula radicata). Essbar, zumindest die Hüte.

Auch der Hut dieses Rehbraunen Dachpilzes (Pluteus atricapillus) darf ein Mischgericht bereichern.

Ein kleinerer und weitaus seltenerer Vertreter obiger Gattung ist der Flockenstielige Dachpilz (Pluteus podospileus). Er wächst wie der Rehbraune Dachpilz an Laubholz. In Mecklenburg scheint die Art zerstreut zu sein, steht aber wohl auch in einigen Roten Listen als gefährdet. Kein Spieisepilz. Bestimmung und Foto: Torsten Richter.

Offensichtlich erst einmal wurde der Behaarte Holz – Rötling (Entoloma jahnii) in MV bisher nachgewiesen. Damit dürfte es der Zweite Fundpunkt sein, dank Torsten Richter, der uns auch dieses Foto zur Verfügung stellte.

Der Wechselfarbige Spei – Täubling (Russula fragilis) sollte aber nicht in die Pilzpfanne gelangen. Seine äußerst pikante Schärfe wäre wohl zu viel des Guten – einfach zum Speien!

Chris Engelhardt bringt seine Kamera in Stellung für ein Foto des Buchen – Schleimrüblings.

Der Buchen – Schleimrübling (Odemansiella mucida) zählt sicherlich zu den fotogensten Großpilzen in unseren Breiten. Er besteht fast nur aus Wasser und dürfte trotz Essbarkeit nicht wirklich für den Kochtopf geeignet sein.

Eine markante Gestalt ist der Gelbflockige Wollstiel – Schirmling (Lepiota ventriosospora). Kein Speisepilz.

Der weißmilchende Süßliche Milchling (Lactarius subdulcis) darf im Mischpilz – Gericht Verwendung finden. Er wächst stets unter Buchen.

Die Eselsohren (Otidea onotica) waren im Sültener Forst heute sehr zahlreich vertreten und dadurch ein beliebtes Foto – Motiv. Sie können sogar gegessen werden, bringen aber nicht viel Masse.

Auch der Buchenwald – Becherling (Peziza arvernensis) war heute mehrfach vertreten.

Der Woolhopsche Borstling (Trichophaea woolhopeia) ist bisher nur wenige male in MV bestimmt worden, was nicht automatisch bedeuten muss, das er selten ist. Es gibt leider nur wenige Mykologen, die sich ausgiebig mit den kleineren Ascomyceten beschäftigen, so wie Torsten Richter aus Rehna. In ihm haben wir einen der besten Schlauchpilz – Kenner Deutschlands und wohl auch darüber hinaus. Foto: Torsten Richter.

Torsten Richter vom Rehnaer Pilzverein beim Fotografieren eines Kornblumen – Röhrlings.

Auf alten, modrigen Laubholz – Stubben erscheinen nun auch schon die ersten Birnen – Stäublinge (Lycoperdon pyriforme). Nicht empfehlenswert.

Essbare, eigentlich stumpf wirkende Jodoform – Täublinge (Russula turci) erscheinen bei Regenwetter glänzend schmieig. Besonders an der Stielbasis riechen sie nach Jod.

Der Gallige Schleimfuß (Cortinarius vibratillis) besitzt auf dem Hut einen gallebitteren Schleim (Anlecken!).

Begutachtung eines kleinen Riesenporlings.

Die Gruben – Lorchel (Helvella lacunosa) einmal heller und einmal dunkler.

Unter Rotbuchen finden wir den essbaren Langstieligen Schleimfuß (Cortinarius elatior).

Nur beim genauen Hinsehen am Wegesrand zu erkennen waren diese Gelbgrünen Gallert – Käppchen (Leotia lubrica). Ohne Speisewert.

Der Halbkugelige Borstling (Humaria hemisphaerica) ist nach Breitenbach/Kränzlin auf feuchter Erde und stark verroteten, nassem Holz an Schattigen Stellen von Juli – Oktober nicht häufig zu finden.

Nicht selten kann man den kleinen, weißen, wollighütigen Nadel – Schwindling (Volvariella hypopithis) besonders im Herbst finden. Die kleine, sehr schöne Art ist kein Speisepilz, da nicht lohnend.

Der schärfliche Ritterling (Tricholoma sciodes) ist in basischen Buchenwäldern im Herbst keine Seltenheit. Wegen seines scharfen Geschmackes gilt er als ungenießbar.

Auch der beliebte Pfifferling (Cantharellus cibarius) besitzt roh einen pfefferig – scharfen Geschmack, der sich aber bei der Zubereitung verflüchtigt.

Der Spitzkegelige Schirmpilz (Lepiota aspera) zeichnet sich durch einen stechenden Geruch aus, der ihn ungenießbar macht.

Auch in diesem Körbchen ist längst nicht alles genießbar. Ganz rechts sehen wir beispielsweise die nach Leuchtgas riechenden und schwach giftigen Schwefel – Ritterlinge, die nicht in den Kochtopf wandern sollten.

Ein Kuhmaul begrüßte uns dann ganz einsam auf der Wiese vor der Blockhütte am Roten See. Die zugehörige Fichte war natürlich auch nicht weit. Essbar.

Es wird schon eingedeckt.

Und so konnte ein schöner Exkursionstag am Roten See in gemütlicher Runde ausklingen.

Katrin Richter und Jonas Dombrowa in heiter angeregter Gesprächsrunde, die allerdings den Zuhörer etwas nachdenklich stimmt. Foto: Torsten Richter.

Gute Laune bei sonnigem Wetter und Pilze als Gesprächsthema. Was will man mehr, schreibt der Fotograf zu diesem Bild. Es stammt von Torsten Richter.

Schönes Wetter, schöne Pilze, schöne Pilzfreunde, so hat Torsten Richter sein Abschlußfoto vom diesjährigen Vereinstreffen am Roten See tituliert. Dem kann ich mich nur anschließen! 02. September 2017.

  • Wann gibt es die nächste Vereinsexkursion? – Siehe unter Termine!

25. August 2017 – Traditionelle Nachtwanderung

6. Pilzwanderung bei Nacht

Sie führte durch das Mildenitzgebiet

Bei Sonnenuntergang starteten wir auch dieses Jahr wieder zu unserer Nachtwanderung.

Nach reichlich hin und her durfte unsere Nachtwanderung nun doch wie geplant im Mildenitzgebiet stattfinden. Ich entschuldige mich für die Unsicherheiten im Vorfeld auch im Namen der Forstbehörde!

Am Freitag, dem 25. August 2017, war es wieder soweit. Um 18.30 Uhr fuhren wir von Wismar aus mit zwei Autos über Sternberg in Richtung Goldberg, auf der B 192. Zwischen den Ortschaften Borkow und Dobbertin, kurz vor dem Örtchen Kläden, bogen wir im Wald  rechts in den Abzweig zum Mildenitztal ein. Hier befindet sich an der Alten Mühle ein Parkplatz und ein gut ausgebauter Rastplatz mit Picknick – Hütten. Dort fanden sich weitere Interessesenten gegen 19.45 Uhr ein.

Hier unser Treffpunkt zur Nachtwanderung 2017. Am Beginn des Wanderweges durch das Mildenitztal, unweit der Alten Mühle. Hier nahmen wir auch zu mitternächtlicher Stunde unser Nachtmahl ein. Gegenüber befindet sich ein naturnaher Parkplatz.

Das Wetter war gut und reichlich Frischpilze gab es auch, so wurde die Pilztour zu ungewöhlicher Tages-, b. z. w. Nachtzeit, zu dem, was sie eigentlich ohnehin ist, zu einem unvergesslichen Erlebniss. Nach dem wir in den Vorjahren schon im Radebachtal bei Blankenberg, an den Oberen Seen bei Sternberg oder zwei mal am Störkanal in der Lewitz unterwegs waren, habe ich heute  dieses Gebiet ausgesucht. Hier waren wir vor wenigen Jahren auch schon sehr erfolgreich bei Nacht und in Begleitung des NDR unterwegs. Heute haben wir natürlich eine andere Route in diesem umfangreichen Waldgebiet genommen. Eine gute Adresse für jeden Pilzfreund! So erfolgreich wie damals war es allerdings nicht, aber trotzdem konnte im Schein unserer Stirnlampen so einiges entdeckt werden. Ursprünglich sollte es durch die Barniner Tannen gehen, dass wurde uns aber von der zuständigen Forstbehörde in Gädebehn untersagt. Hier einige Eindrücke. Für die teils unbefriedigende Bildqualtät bitte ich um Entschuldigung, es war ebend stockfinster!

Pilzfreundin Angelika Bonikowski brachte uns zu Anfang gleich einige Frischpilze mit, die sie am Vormittag bereits gesammelt hatte.

Inmitten von Herbsttrompeten, die für mich zum trocknen gedacht waren, ein Kornblumen – Röhrling. Ich bedanke mich ganz herzlich!

Auch ein Sammelsurium für meine Ausstellung war dabei.

Mit Stirn- und Taschenlampen ausgestattet starten für über die Mildenitz – Brücke zu unserer nächtlichen Pilzpirsch durch den mecklenburgischen Wald.

Sohn Jonas hat den ersten Pilz entdeckt. Ein Klebriger Hörnling (Calocera viscosa). Minderwertig.

Auch die ersten Pfifferlinge (Cantharellus cibarius) waren bald gefunden.

Die Ziegelippe (Xerocomus subtomentosus) darf ebenfalls zu den Speisepilzen in den Korb gelegt werden.

Auch hier hat Jonas wieder etwas entdeckt.

Das letzte Tageslicht schwindet und die stockfinstere Nacht hüllt uns bald ein.

Der Hut dieses Wulstlings schimmert im Lampenlicht grünlich. Das es sich nicht um einen Grünen Knollenblätterpilz handelt, ist eindeutig an der Knolle zu erkennen. Keine Hauttasche, eine einfache, zwiebelförmige Knolle, dazu eine geriefte Manschette, allerdings kaum weinrötliche Tönungen zu erkennen. Trotzdem handelt es sich um einen essbaren Perlpilz, der in dieser gelbgrünen Form, wie sie in unseren sandigen Wäldern vorkommen kann, besser nur vom Kenner zu den Speisepilze gelegt werden sollte.

Der Fleischrote Speise – Täubling (Russula vesca) ist ein sehr schmackhafter Sprödblättler. Sein nussiges Aroma ist schon beim rohen Pilz sehr angenehm.

Orangegelbe Eselsohren (Otidea onotica) sind zwar essbar, bringen aber kaum Masse.

Auch Safran – Schirmpilz und Scheidenstreiflinge dürften ein Mischpilz – Gericht bereichern. Zu beachten ist, dass beide Arten roh giftig sind!

Giftig ist auch der Grünblättrige Schwefelkopf (Hypholoma fasciculare). Hier typisch um einen alten Stubben herum.

Mit lichtstarken Scheinwerfern ausgestattet, ist jeder von uns in der Dunkelheit weithin zu sehen und auch bestens Ausgerüstet um seine Schritte richtig zu setzen und natürlich nebenbei auch noch etwas zu Entdecken.

Das sieht ja schon gut aus!

Leider etwas verunglückt, aber trotzdem einer der besten Funde unserer heutigen Nachtwanderung, den Jonas hier getätigt hat. Es handelt sich um den relativ seltenen Kegelhütigen Knollenblätterpilz (Amanita virosa). Tödlich giftig!

Diese Wulstlinge waren dagegen ständig vertreten. Der leicht giftige Gelbe Knollenblätterpilz (Amanita citrina) Standortfoto.

Eine Stinkmorchel (Phallus impudicus) hat ihr Hexenei in der zunehmend taufeuchten Nacht verlassen und streckt sich empor.

Auch dieser junge Fichtensteinpilz (Boletus edulis) konnte sich dem Licht unserer Lampen nicht entziehen.

Während der Fichtensteinpilz auch unter anderen Bäumen gedeihen kann, ist das Kumaul (Gomphidius glutinosus) ausschließlich auf die Fichte angewiesen. Guter Speisepilz.

Farbenfroh leuchtet der schmackhafte Flockenstielige Hexen – Röhrling (Boletus luridiformis) im Schein unserer Lichtquellen.

Pilzfreund Robert im Blitzlicht meiner Kamera. Im Hintergrund über ihm ist das „Glühwürmchen“ eines schon weiter entfernteren Pilzfreundes zu sehen.

Hier wird uns der Weg gewiesen. Wir müssen in Richtung Kläden.

Wollige Milchlinge (Lactarius vellereus) schieben sich aus der Erde. Ungenießbar.

Genauso wie diese Flockenstieligen Hexen – Röhrlinge (Boletus luridiformis), die aber wertvolle Speisepilze sind!

Ein nettes Mischpilz – Gericht, welches aber so lieber nicht verzehrt werden sollte! Warum nicht?

Ganz oben in obigem Bild, über dem Schirm des Safran – Schirmpilzes sehen wir weiße Hüllreste auf einem Hut, das kann nur ein Pantherpilz sein! Und wie man sieht, konnte ich bei der näheren Kontrolle am Schluß der Wanderung sogar zwei Hüte dieses Giftzwerges Sicherstellen. Selbst diese beiden Hüte hätten sicher für stressige Stunden nach der Mahlzeit sorgen können!

Hier im Vergleich. Links der Hut eines essbaren Perlpilzes (Amanita rubescens) mit grau – schorfigen Hüllresten, rechts der Hut des Pantherpilzes (Amanita pantherina) mit weißen Hutflocken. Auch wenn, wie in diesem Fall, der Stiel fehlt, eindeutig zu unterscheiden!

Ein weiterer Wulstling aus einem anderen Korb sollte möglichst auch nicht mit in die Pfanne geraten, auch wenn er kaum Beeinträchtigungen hervor rufen sollte, der Porphyrbraune Wulstling (Amanuita porphyria). Genau wie der Gelbe Knollenblätterpilz nur schwach giftig!

Genau um Mitternacht erreichten wir wieder unseren Ausgangspunkt. Damit lagen wir auf die Minute genau in meiner Planung. Frische Waldluft macht hungrig, auch zu ungewöhnlicher Brotzeit!

Unsere gute Seele Irena hatte für uns mehr als reichlich Waldpilzsuppe und Pellkartoffeln gekocht und es wurde kräftig zugeschlagen!

Ganz leckeren Kuchen hat Monika für uns gebacken. Bereits beim Anblick läuft einem das Wasserr im Munde zusammen und er hat sogar noch besser geschmeckt wie er aussieht! Ein ganz herzliches Dankeschön!

Unser Abschlußfoto. Nur einer fehlt bereits, Jonas war geschaft und ist im Auto bereits in das Reich der Träume eingetaucht. Ansonsten sind alle noch wohlauf wie man sieht und freuen sich vieleicht schon auf das nächste Jahr. 26. August 2017.

Wer nun Lust bekommen hat, zu diesem ganz besonderen Naturerlebnis und beim Ruf der Nachtvögel unter fachkundiger Führung den stockfinsteren Wald auf der Suche nach unseren Lieblingen zu durchstreifen, ist im nächsten Jahr ganz herzlich eingeladen.

Wann findet die nächste Nachtwanderung statt? – Siehe unter Termine!

19. August 2017 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Sie führte durch den Wald bei Friedrichsruhe

Teils Laub-, teils Nadelforst im Wald bei Friedrichsruhe, Ziel unserer heutigen Pilzwanderung.

  Heute stand mal wieder ein Waldgebiet auf dem Programm, das wir bisher noch nicht im Zuge einer geführten Pilzwanderung besucht hatten. Es liegt einige Kilometer südlich von Crivitz und grenzt an die Ortschaft Friedrichsruhe, Dorf. Es handelt sich sowohl um Laub-, wie auch Nadelwald. Obwohl es wenig gute Speisepilze gab, wurde zumindest der Tatbestand einer lehrreichen Pilzwanderung erfüllt. Die Teilnahme war sehr gut und es war auch eine sehr interessierte Truppe, so dass, wer wollte, einiges neues aus der Welt der heimischen Großpilze erfahren konnte. Die Formen- und Artenvielfalt war jedenfalls recht groß. Hier wieder einige Bilder von heute:

Begrüßt wurden wir sogleich von einigen Baumpilzen, wie diesem Flachen Lackprorling (Ganoderma lipsiense). Er ist holzig und kann in der Küche keine Verwendung erfahren. Die Konsolen sind mehrjährig und der weiße Rand signalisiert den aktuellen Zuwachs.

Ein Hexenei der Stinkmorchel (Phallus impudicus). Aus welchen gründen auch immer fehlt hier bereits die Außenhaut, so dass die gallertartige Schicht, die offensichtlich die innere Anlage der zukünftigen Stinkmorchel vor Austrocknung schützen soll, frei liegt. In diesem Stadium essbar.

Ausgereift ist der Pilz dann nur noch für Fliegen eine Delikatesse.

Deutlich ist das Collar (Halsband) des Halsband – Schwindlings (Marasmius rotula) um den Stielansatz zu erkennen. Ohne Speisewert. Die Pilzchen besiedeln einzeln oder in kleinen Gruppen in der Laubstreu liegende Ästchen.

Ausschließlich an totem Eichenholz finden wir den sehr markanten Eichen – Wirrling (Daedalea quercina). Wegen seiner dicklichen, labyrintischen Struktur der Fruchtschicht ist er kaum mit einem anderen Porling zu verwechseln. Er wird gelegentlich auch in Baumärkten oder Bastelläden zum Kauf angeboten, da er auch unbehandelt außerordentlich lange haltbar ist und sich daher zur Deko oder zum Basteln ganz besonders gut eignet.

Hoch oben an einer Birke der beliebte Chaga, ein Vitalpilz, der gerne in Teeform genossen wird und sich besonders in Osteuropa großer Beliebtheit erfreut. Mit bürgerlichem Namen nennt er sich Schiefer Schillerporling (Inonotus obliquus).

Kartoffelboviste sind giftig. Hier ist es der Dickschalige Kartoffel – Hartbovist (Scleroderma citrina), den wir besonders auf sauren, moorigen Standorten finden können.

Der Klebrige Hörnling (Calocera viscosa) ist sehr häufig an Nadelholz anzutreffen und mit seiner leuchtend orangen Färbung erregt er die Ausmerksamkeit der Pilzsucher. Von vielen wird er mitgenommen, ist aber minderwertig und allenfalls sein Dekorationswert ist nicht von der Hand zu weisen.

Er sollte allerdings nicht mit echten Korallenpilzen verwechselt werden, da es unter ihnen schwach giftige Arten gibt. Hier ist es allerdings die ungefährliche, aber minderwertige Steife Koralle (Ramaria stricta).

Eine bittere Überraschung gibt es, landet auch nur ein einziges Exemplar des Gallen – Röhrlings (Tylopilus felleus) im Pilzgericht. Jung sind seine Röhren weißlich wie bei Steinpilzen, älter werden sie rosa und sind dann gut von den sich gelbgrünlich verfärbenden Röhren der Steinpilze zu unterscheiden. Den Tieren scheint es allerdings zu schmecken.

Insbesondere so jung sehen sie Sommersteinpilzen täuschend ähnlich. Gallen – Röhrlinge wachsen bevorzugt unter Fichte, dort dürfte niemals ein Sommersteinpilz auftauchen. Er ist an Laubbäume gebunden. Allerdings sind Gallen – Röhrlinge nicht zwingend unter Fichten zu finden und können auch unter Laubbäumen auftauchen. Im Zweifel eine Kostprobe nehmen.

Meist nur wenige Millimeter im Durchmesser erreichen die winzigen Orangefarbigen Heftel – Nabelinge (Rickenella fibula). Trotzdem fallen sie in den grünen Moospolstern auf und sind hier recht dekorativ.

Beide Hände voll! Ob die wohl essbar sind?

In diesem Fall leider nicht. Der besonders in der Fichten – Nadelstreu häufige Brennende Rübling (Collybia peronata) schmeckt nähmlich sehr scharf. Ein weiteres, gutes Kennzeichen, ist sein saurer Geruch, der ihm besonders beim zerreiben des Hutes zwischen den Fingern entströmt.

Und gleich ein neuer Versuch, vieleicht sind die ja gut!

Leider auch nicht! Es handelt sich um ungenießbare Schwefel – Ritterlinge (Tricholoma sulphureus), die nicht nur an ihrer schwefelgelben Farbe, sondern auch an ihren stechenden Geruch nach Leuchtgas zu erkennen sind. Allerdings waren im obigen Bild auch zwei weitere, kleinere Pilze zu sehen, Gelbbräunliche Trichterlinge, die dann doch essbar sind.

Die Vielgestaltige Holzkeule (Xylaria polymorha) besiedelt Buchenholz und ist holzig – hart, somit ebenfalls nichts für den verwöhnten Gaumen.

Auf diesen Schwefel – Ritterlingen hat sich eine kleine Kröte eingefunden. Ob sie den deftigen Geruch der Pilze liebt?

Eigentlich sollte sie doch ein viel innigeres Verhältnis zu diesem Vertreter der Wulstlinge haben. Es ist ein Gelber Knollenblätterpilz (Amanita citrina). Er besitzt keines der gefürchteten Knollenblätterpilz – Gifte, dafür aber Bufotenin, den Stoff, welchen Kröten als Sekrät zur Abwehr von Fressfeinden absondern. Das Gift soll halluzinogen wirken und auch als Dopingmittel von Sportlern genommen worden sein.

Der Seidige Ritterling (Tricholoma columbetta) ist ein guter, aber in unseren Breiten nicht so häufiger Speisepilz. Er wächst einzeln, oft aber truppweise unter Eichen, Buchen oder Birken. Sein Geruch ist mehlartig. Das ist insofern von Bedeutung, weil unter Birken auch ein unangenehm riechender Verwandter vorkommt, der Strohblasse Ritterling. Dieser riecht ähnlich stechend wie der Schwefel – Ritterling und ist daher ungenießbar.

Der große Frauen – Täubling (Russula cyanoxantha) besitz im Gegensatz zu anderen Täublingen biegsame Lamellen und gehört zu unseren besten Speisepilzen. Wir finden ihn unter Buchen und Eichen von Mai – November.

Von den klassischen, volkstümlichen Speisepilzen waren heute nur eine Handvoll (nicht nur die zwei) Pfifferlinge (Cantharellus cibarius) und einige Maronen – Röhrlinge dabei.

Auch ein wunderbar frischer Fuchsiger Scheidenstreifling (Volvariella fulva) darf zu den Speisepilzen in den Korb gelegt werden.

Ein bunter Harlekin des sauer – trockenen Buchenwaldes.

Das ist der Rotschuppige Rauhkopf (Cortinarius bolaris). Hübsch anzusehen, aber nichts für den Kochtopf. Schleierlinge mit gelben, orangen oder rötlichen Färbungen gelten als giftverdächtig!

Unser Abschlußfoto. Insgesamt waren wir 22, also noch einige mehr, als auf dem Bild zu sehen. Eine, tolle, gemischte Truppe und sicher ist der eine oder andere irgendwann mal wieder mit dabei. 19. August 2017 im Wald bei Friedrichsruh.

  • Die nächste Pilzwanderung ist wann? – Siehe unter Termine!

05. August 2017 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Sie führte durch das Revier Weiße Krug bei Friedrichswalde

Bis an das Ufer des buchtenreichen Labenzer Sees führte uns unsere Wanderung.

Im August beginnt allmählich die Hauptsaison. Auf jedenfall erreicht um diese Zeit der Sommeraspekt in der Regel seinen Höhepunkt, günstige Wachstumsbedingungen vorausgesetzt. Typisch für diese Wachstumsphase in der heimischen Pilzwelt sind viele, teils seltene Röhrlinge aus der Verwandtschaft der Steinpilze. Pfifferlinge haben nun ihr Jahresmaximum erreicht und können auf nährstoffarmen Böden unter Buchen, Eichen, Birken, Kiefern und Fichten gefunden werden. Es gibt viele bunte Täublinge und reichlich Wulstlinge. Unter ihnen, neben essbaren Arten, auch gefährliche Giftpilze wie der Grüne Knollenblätterpilz, den jeder Sammler unbedingt kennen sollte. Eine geführte Lehrwanderung ist dazu bestens geeignet.

Heute war es in den eigentlich vielseitigen Buchenbereichen mit alten Eichen am Ufer des Labenzer Sees leider sehr pilzarm. aber in den sandigeren Nadelwäldern konnte dann doch noch einiges entdeckt, vorgestelt und besprochen werden. Einige Neufunde für die Kartierung waren dabei und auch die Kochtopf – Mykologen kamen zumindest ansatzweise auf ihre Kosten. Hier, wie immer, ein kleiner, bebilderter Rückblick:  

Zunächst öffnete Klaus Waring, seines Zeichens Pilzberater in Bützow, den Kofferaum seines Autos. Neben zahreichen Erdsternen waren auch in Mengen Würzige Tellerlinge, Büschel – Raslinge und einiges mehr zur Einführung dabei. Die Speisepilze darunter durften sich hungrige Pilzfreunde am Ende der Wanderung zusätzlich zu ihren gefundenen Esspilzen mitnehmen.

Die Neugier über die teils nicht alltäglichen Pilzfunde war groß.

Eine uralte Buche trotzt holzzerstörerischen Pilzen. Hier ist es der Flache Lackporling (Ganoderma lipsiense), der seine großen Fruchtkörper – Konsolen in luftiger Höhe an einem früheren Atsabbruch wachsen läßt. So hoch oben finden wir diesen Schwächeparasiten allerdings nur selten.

Die sonst so artenreichen Buchenwälder am Labenzer See boten heute kaum Frischpilze.

Am Übergang zu sandigen Fichtenforsten wurde es schon etwas besser. Hier gibt es zur Zeit reichlich den häufigsten aller Täublinge, den Gelbweißen-, Zitronen- oder Ocker – Täubling (Russula ochroleuca). Sein schmutzig gelber bis grüngelber Hut steht im deutlichen Kontrast zu den weißen Lamellen. Er kann allenfalls als Mischpilz Verwendung finden, da er etwas schärflich oder bitterlich schmecken kann.

Der besonders in sandigeren Laub- und Nadelwäldern häufige kleine Bruder des Frauen – Täublings, der Papagei – Täubling (Russula ionochlora), hat im Vergleich zum Frauen – Täubling brüchige Lamellen. Essbar ist er ebenfalls.

Am Mausoleum der Familie Wedekind und dem Bronzenen Hirsch machten wir eine kleine Rast und unser Erinnerungsfoto. Auf dieser Schautafel sind wichtige Informationen über die Skulptur nachzulesen.

Stolz steht der Bronzene Hirsch nach dem einstmaligen Klau durch Metal – Diebe wieder auf seinen Sockel. Der frühere Hohlkörper soll jetzt zusätzlich mit Beton ausgefüllt sein, so dass, falls Ganoven nochmals auf die Idee kommen sollten, ihn zu stehlen, sie schon mit wirklich schwerem Gerät vorfahren müssen.

Hier sehen wir einen schon etwas von Schnecken zerfressenen Blutroten Röhrling (Xerocomus rubellus), der zu den Filzröhrlingen aus der Verwandschaft von Rotfüßchen und Ziegenlippe gehört und auch wie diese esbbar ist.

Und dann ein schöner, junger Steinpilz (Boletus edulis), der nach der anfänglichen Durststrecke vielen die Augen öffnete und es konnte dann noch einiges gefunden werden. Steinpilze blieben aber die Ausnahme.

Wie auf dem Präsentierteller wuchs dieses Büschel ungenießbarer Vielgestaltiger Holzkeulen (Xylaria polymorpha) auf einem bemoosten Wurzelausläufer eines Buchen – Stubbens. Die Schlauchpilze sind äußerlich dunkelbraun bis schwarz gefärbt, im Inneren allerdings weißlich und holzig hart.

Richtig interessant wurde es an diesem Hohlweg, da endlich auch einige Pfifferlinge auftauchten.

Die sandigen Wälder waren hier teils recht vielseitig, so dass auch immer wieder einige Buchen mit eingestreut waren, denn diesen Sprödblättler finden wir ausschließlich unter diesem Waldbaum. Es handelt sich um ältere Exemplare des Graugrünen Milchlings (Lactarius blennius). Seine weiße Milch schmeckt sehr scharf und der Pilz darf daher als ungenießbar gelten.

Unerträglich scharf schmecken auch diese beiden Sprödblättler, der Buchen – Speitäubling (Russula mairei, rechts oben) und der Wechselfarbige Spei – Täublinge (Russula fragilis). Es gilt die Regel bei Milchlingen und Täublingen, alles was nicht unangenehm scharf oder bitter schmeckt ist essbar, der Rest ungenießbar. Man kostet den Milchsaft oder bei Täublingen die Lamellen. Gilt nur für Sprödblätter!

Dem roten Buchen – Speitäubling sehr ähnlich ist der viel seltenere Gelbfleckende Täubling (Russula luteotacta). Die Huthaut glänzt etwas mehr und der Hutrand ist deutlich gerieft. Die scharfen Lamellen bekommen im alter gelbliche Flecken. Ungenießbar.

Vor diesem schönen Röhrling sollte man sich hüten. Nicht weil er womöglich giftig ist, nein, ein einziges Exempar des galle bitteren Gallen – Röhrlings (Tylopilus felleus) kann ein Pilzgericht ungenießbar machen. Im Zweifel vorher kosten!

Recht interessant wurde es in diesem moosreichen Fichtenforst nicht nur für Kochtopf – Mykologen.

So stieg die Begeisterung vor allem bei Klaus und mir, als wir uns inmitten von Hasenohren (Otidea leporina) befanden. Ob es sich aber wirklich um Hasenohren handelt, konnte die mikroskopische Untersuchung bestätigen. Es gibt nähmlich auch noch den Nadelwald – Öhrling, der nur anhand von Mikromerkmalen vom Hasenohr zu trennen sein soll. Kein Speisepilz.

Natürlich gab es hier auch einige Maronen -.Röhrlinge (Xerocomus badius), die die Herzen der Mykophagen höher schlagen ließen.

Der Orangeblättrige Hautkopf (Cortinarius sommerfeltii) ist giftig oder zumindest giftverdächtig. Seine Farbstoffe lassen sich aber leicht herauslösen und werden zum Färben von Wolle genutzt.

Hier zwei schwach giftige Wulstlinge, die gerne miteinander wegen ihrer gelblichen Hutfarben verwechselt werden. Links der Narzißengelbe Wulstling (Amanita gemmata) und rechts der Gelbe Knollenblätterpilz (Amanita citrina). Letzterer hat eine deutlich abgesetzte Stielknolle und riecht außerdem unangenehm muffig nach Kartoffelkeimen.

Der leicht kenntliche Blaustiel – Schleimfuß (Cortinarius collinitus) kann als Mischpilz in den Sammelkorb gelegt werden. Man beachte den Standort im moosreichen Fichtenwald. Im armen Kiefernwald wächst der ähnliche Brotpilz, ebenfalls ein Speisepilz.

Ein weiterer Vertreter der Öhrlinge (Otidea spec.) aus dem Mischwald.

Zu den Schleierlingen gehört der Wohlriechende Gürtelfuß (Cortinarius torvus). Besonders in die Lamellen herein gerochen verströhmt er einen etwas süßlichen, angenehen Duft. Ungenießbar.

Besonders bei den Täublingen kann es innerhalb ein und der selben Art zu erheblichen Farbabweichungen und Variationen kommen. Hier sehen wir zwei Frauen – Täublinge (Russula cyanoxantha). Links grün und rechts violett. Außerdem kann er stahlblau, bräunlich oder hell beige bis fast fleischfarbig erscheinen. Gut kenntlich aber an den immer geschmeidigen Lamellen und dem kräftigen Wuchs unter Eichen und Buchen. Sehr guter Speisepilz. Bei grünen Formen obacht! Verwechslugsgefahr mit dem Grünen Knollenblätterpilz!

Auch die Formenvielfalt beim Rotfuß – Röhrling (Xerocomus chrysentheron) kann enorm sein und es werden teilsweise auch verschiedene Arten daraus gemacht. Hier können wir grobmaschige Netz – Strukturen am Steil erkennen, die eher bei Ziegenlippen zu beobachten sind. Hier handelt es sich aber eindeutig um Rotfüßchen.

Auch die Hutform kann bei der Bestimmung sehr wichtig sein. Hier sehen wir zwei verschiedene Täublinge mit sehr ähnlicher Hutfarbe. Der Buckel – Täubling (Russula caerulea, links) besitz in der Hutmitte immer einen deutlichen Buckel und wächst unter Kiefern. Der hier etwas dunkel geratene Wechselfarbige Spei – Täubling (Russula fragilis) ist immer buckelfrei und wächst zwar auch unter Kiefern, kann aber auch mit Laubbäumen eine Symbiose eingehen. Der Buckel – Täubling ist essbar, der Spei – Täubling natürlich ungenießbar.

Am Ende war beim einen oder anderen Pilzfreund doch noch eine Mischpilz – Mahlzeit heraus gekommen.

Unser Erinnerungsfoto vor dem Bronzenen Hirsch am 05. August 2017. Insgesamt waren wir 17, aber einige zogen es vor nicht in die breitere Öffentlichkeit zu gelangen.

  • Wann starten wir zur nächsten Wanderung? – Siehe unter Termine!

24. – 28. Juli 2017 – Lehrgang zum Fischereischein

Lehrgang zum Fischereischein in Keez

Teilnehmer nach bestandener Prüfung zum Fischereischein in Keez bei Brüel. Rechts vorne Kursleiterin Irena Dombrowa.

Teilnehmer nach bestandener Prüfung zum Fischereischein eines früheren Lehrgangs in Keez bei Brüel. Rechts vorne Kursleiterin Irena Dombrowa.

Der diesjährige Sommerlehrgang zum Erwerb des Fischereischeins auf Lebenszeit fand vom 24. – 28.07.2017 bei Irena Dombrowa in 19412 Keez, bei Brüel (Keezer Schmiede), Dorfstraße 1, statt. Das Grundstück liegt direkt an der B 104. Aus Richtung Brüel kommend, ist es nach der Ortschaft Thurow gleich das 1. Grundstück rechts zur Fahrbahn, etwa 100 m vor dem Abzweig zum Dorf Keez b. z. w. Golchen. Aus Richtung Schwerin kommend, das letzte Anwesen links zur Straße. Auf dem Gelände sind in begrenzter Zahl Parkmöglichkeiten vorhanden. Ansonsten können auch Fahrzeuge an den jeweiligen Abzweigen Golchen und Keez geparkt werden.

Die Lehrgangszeiten

Montag, der 24.07. bis Freitag, der 28.07.2017 jeweils von 10.00 – 16.00 Uhr

Die Prüfung erfolgte am Sonnabend, dem 29.07.2017, um 11.00 Uhr ebenfalls in Keez.

Um Schreibfehler bei der Ausstellung der behördlichen Dokumente zu vermeiden, wird darum gebeten, auch in Zukunft die Anmeldeformulare gewissenhaft auszufüllen. In der Vergangenheit haben sich des öfteren Fehler eingeschlichen und die Dokumente mußten nochmals ausgestellt werden. Sollte es dennoch zu Unkorrektheiten kommen, wird von der Behörde eine zusätzliche Bearbeitungsgebühr von 10.00 € erhoben. Sinnvoll ist es daher eine Kopie des Personalausweises oder der Geburtsurkunde beizufügen oder mitzubringen.

Die Anmeldungen zu weiteren Lehrgängen können jeder Zeit sowohl schriftlich bei Frau Irena Dombrowa, Dorfstraße 1, 19412 Keez wie auch per E – Mail unter steinpilz.wismar@t-online.de erfolgen. Sie müssen den Vor- und Familiennamen, das Geburtsdatum und wo geboren, sowie die aktuelle Anschrift enthalten. Möglichst auch mit Telefon- oder Handynummer.

Die Lehrgangskosten belaufen sich auf 65.00 € bis Vollendung des 14. Lebensjahres und danach auf 85.00 €. Darin enthalten sind die Prüfungsgebühren der zuständigen Behörde (15.00/25.00 €).

Zu Mittag wird ein Imbiss z. B. Nudeln mit Tomatensoße oder Bockwurst angeboten.

Auskünfte oder Anfragen können an folgenden Telefon- b.z.w. Handy – Nummern gerichtet werden: 0172/7339226 oder 03841/228917.

Übungsunterlagen können käuflich erworben werden.

22. Juli 2017 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzwanderung

Es ging durch den Friedrichsthaler Forst

Der Friedrichsthaler Forst am heutigen Sonnabend. Die Buchen und Eichenwälder sind vielfach auch mit Altkiefern und Fichten durchmischt und besonders zu den Hängen des Neumühler Sees ist bei günstigen Bedingungen eine für unsere breiten enorme Artenfielfalt vorhanden.

Mitten im Hochsommer statteten wir heute einem der besten und vielseitigsten Pilzreviere in Westmecklenburg einen Besuch ab. Dem Friedrichsthaler Forst bei Schwerin – Neumühle. Im Zentrum des Laub- und Nadelwaldes befindet sich der langgezogene Neumühler See. Besonders dessen Hangterrassen sind aus mykologischer Sicht sehr interessant. Neben gängigen Speisepilzen wie Steinpilzen und Maronen finden wir hier beispielsweise auch Semmelporlinge, die in unserer Region eine absolute Rarität darstellen. Auch seltene Korallen – Pilze, Stachelpilze und auch interessante Röhrlinge wie beispielsweise der Glattstielige Hexen – Röhrling sind hier zu hause. Auch heute überzeugte uns dieses Revier wieder. Es war eine für die jahreszeit schon sehr vielfältige Pilzflora vorhanden, mit reichlich Sommer- und auch Herbstarten. Einiges möchte ich in diesem Rückblick mit einbinden, alles würde aber den Rahmen sprengen. Hier also einige Impressionen von unserer sehr gut besuchten Wanderung. Übrigens konnten wir auch Vertreter des Rehnaer Pilzvereins in unserer Mitte begrüßen, angeführt natürlich von ihrem Vorsitzenden Diplom – Biologe Torsten Richter.

Zu Beginn, wie so oft, eine kleine Einführung und Vorstellung bereits mitgebrachter Pilzfunde. Foto: Erika Wittenhagen.

Wir starten.

Hier sehen wir zwei wichtige Vertreter der Rettich – Helmlingsgruppe. Links die helleren Rosa – Helmlinge (Mycena rosea) und rechts die düsteren Schwarzschneidigen Rettichhelmlinge (Mycena peliathina). Rettichhelmlinge sind schwach giftig und riechen alle rettichartig.

Christopher Engelhardt aus Lübeck demonstriert eine Möglichkeit zur Erkennung des Flachen Lackporlings.

Man kann auf der grauweißen Porenunterseite schreiben. Der Fruchtkörper war aber leider zu klein, um meinen ganzen Vornamen darauf unter zu bekommen.

Gern längst der Waldwege, also ein typischer Wegrandpilz, ist der häufige Gelbbräunliche Trichterling (Clitocybe gibba). Er ist essbar, aber Vorsicht! Trichterlinge sollten nur von Kennern zum essen gesammelt werden, da es einige stark muskarinhaltige und somit giftige Arten gibt!

In der Nadelstreu der Fichten wuchsen auch einige Champignons. Dieser verfärbte sich stark gelb und roch deutlich anisartig. Das starke gilben ist typisch für den Dünnfleischigen Anis – Champignon (Agaricus silvicola). Der leckere Speisepilz ist ausschließlich im Wald oder zumindest unter Bäumen anzutreffen.

Neben dem allseits bekannten Violetten Lacktrichterling war heute auch der gleichfalls häufige Fleischrote Lacktrichterling (Laccaria laccata) vertreten. Lacktrichterlinge oder auch Bläulinge genannt, dürfen ein Mischpilzgericht bereichern. Für Kenner – es handelt sich hier nicht um Laccaria bicolor, auch wenn das durch die auf dem Foto blaugrüne Stielbasis so erscheinen mag.

Ein noch junges Exemplar des Wurzel – Schleimrüblings (Xerula radicata). Der Hut ist nicht nur schleimig, sondern auch gerunzelt und die Stielbasis geht meist in eine bis zu einem halben Meter lange Pfahlwurzel über, die aber oft abreißt. Die Hüte dieses leicht kenntlichen Blätterpilzes sind essbar.

Jürgen, Erika und Christopher begutachten einen Grauen Wulstling.

Steil stürzen die Hänge zum Neumühler See ab. Gerade hier sind aber oft die interessantesten Pilzarten zu finden. Allerdings gehört dann auch ein wenig Kondition und bergsteigerische Erfahrung dazu, will man nicht unfreiwillig ein erfrischendes Bad in diesem auch im Hochsommer immer kühlen Waldsee nehmen.

Kleine Verschnaufpause für die uns begleitenden Vierbeiner.

Hier noch einmal der schwach giftige Rosa – Helmling (Mycena rosea) in einer ungewöhnlich verwachsenen Form.

Der Hornstiel – Schwindling (Marasmius cohaerens) wurde standesgemäß von Jürgen Horn entdeckt. Ockergelblicher Hut und recht langer, hornartig steifer Stiel, der oben weißlich und nach unten zu in dunkelrotbraun übergeht und striegelig filzig mit dem Substrat verwachsen ist. Wir finden ihn hauptsächlich in Nadelwäldern und er gilt als ungenießbar.

Der Gelbe Knollenblätterpilz (Amanita citrina) zeichnet sich durch seine dicke, abgesetzte Stielknolle und den muffigen Kartoffelkeller – Geruch aus. Er ist sehr häufig, vor allem im Herbst, in Laub- und Nadelwäldern zu finden. Sein Giftstoff Bufotenin richtet beim Verzehr keine Schäden im Körper an und er ist also harmlos. Er schmeckt aber nicht und muss wegen Verwechslungsgefahr mit dem Grünen Knollenblätterpilz gemieden werden.

Hier beide im Vergleich. Links der harmlose Gelbe Knollenblätterpilz (Amanita citrina), rechts der tödliche Grüne Knollenblätterpilz (Amanita phalloides). Er soll gut schmecken und riecht angenehm honigartig! Die letale Dosis für einen gesunden, erwachsenen Menschen liegt bei etwa 50g Frischpilzmasse. Wir finden den Mörder unter Eichen, Buchen, Fichten und Linden.

Einer der farbenfreudigsten einheimischen Großpilze ist der Rote Heringstäubling (Russula xerampelina). Er wächst unter Kiefern, sein Fleisch neigt zum bräunen und der Geruch ist besonders in der Stielbasis im Zusammenspiel mit der Handwärme fischartig nach Heringslake. Essbar, der Geruch soll sich bei der Zubereitung verlieren.

Chris Engelhardt bringt sich und die Kamera in Stellung für ein Standort – Foto vom Blaugrauen Wolkentäubling.

Namensgebend ist die Hutfarbe, die an Schlechtwetterwolken oder Sturmwolken erinnert. Der häufige und essbare Täubling (Russula parazurea) wächst unter Laubbäumen, ganz besonders unter Eichen.

Der große und markante Samtfuß – Krempling (Paxillus atrotomentosus) wächst an alten Fichtenstubben. Sein Kochwasser soll sich blau färben, er ist aber kein schmackhafter Pilz und an ihm sollte sich lieber das Auge satt sehen.

Übrigens gehören Kremplinge trotz ihrer Lamellen zu den Röhrlingen und können daher auch vom Goldschimmel (Sepedonium microspermum) befallen werden. Hier ist es aber ein Filzröhrling und der Parasit hat inzwischen sein Reifestadium erreicht, was die namensgebende Gelbverfärbung anzeigt.

Ein junger und noch wenig aussagekräftiger sowie schwach giftiger Seifen – Ritterling (Tricholoma saponaceum). Zusammen mit dem Schwefelritterling kündigte er heute bereits den Herbst an.

Noch ist der Schirm geschlossen, der Regen setzte erst später ein. Trotzdem natürlich ein freudiger Fund für den Kochtopf. Riesenschirmpilz (Macrolepiota procera).

Die großen, robusten Leder – Täublinge zeichnen sich durch die schon bald ockergelben Lamellen und dem milden Geschmack aus. Sie gelten als hervorragende Speisepilze. Hier sehen wir den Braunen Ledertäubling (Russula integra), den wir unter Kiefern finden können.

Ausschließlich unter Eichen wächst der im Hut etwas gezonte, weiße, milde Milch absondernde Eichen – Milchling (Lactarius quietus). Als Mischpilz kann er Verwendung finden.

Besser ist da schon die Gruppe der Edelreizker mit ihrem rötlichen Milchsaft. Hier sehen wir den etwas bitterlich schmeckenden Fichten – Reizker (Lactarius deterrimus). Scharf gebraten ist er dennoch recht ordentlich, zumindest für den jenigen, der es etwas deftiger liebt.

Ein etwas verwachsenes Exemplar des Blassen Laubwald – Pfifferlings (Cantharellus pallidus).

Neben Steinpilzen waren heute auch einige Exemplare des Flockenstieligen Hexen – Röhrlings (Boletus luridiformis) vertreten und konnten in die Körbe der Feinschmecker gelegt werden.

Gleich drei verschiedene Steinpilz – Arten waren vertreten, wann hat man das schon mal! Hier sehen wir den häufigen Sommersteinpilz (Boletus reticulatus), den wir von Mai bis Oktober ausschließlich unter Laubbäumen wie Eichen und Buchen, ganz selten auch unter Linden finden können.

Der Echte Steinpilz ist von Juni bis November unter Fichten, Buchen, Eichen und Kiefern zu finden. Dadurch ist er die häufigste Steinpilz – Art und kann in Wuchs und Färbung recht unterschiedlich sein.

Ein mit Abstand seltenerer Vertreter dieser Gruppe ist der Rothütige- oder Kiefern – Steinpilz (Boletus pinophilus). Wie der Name schon sagt, finden wir ihn in der Regel unter Kiefern. Trotz großer Kiefern – Areale ist dieser Steinpilz in Mecklenburg eher eine Rarität. Er wächst von Mai bis Oktober und ist durch seine rotbraunen Hut- und Stielfarben gut charakerisiert.

Die Dreifarbene – Koralle (Ramaria formosa) ist giftig, gehört aber zu den besseren, weil selteneren Funden der heutigen Wanderung. Foto: Torsten Richter.

Den Scharfblättrigen Schwarztäubling (Russula acrifolia) treffen wir in Buchenwäldern auf besseren Böden an. Ungenießbar. Foto: Torsten Richter.

Der schmackhafte Trompeten – Pfifferling (Cantharellus tubaeformis) ist in unserem Breiten gegenüber den herkömmlichen Eierschwämmen als Speisepilz weniger bekannt. In Skandinavien ist er allerdings ein Kultpilz und ihn dürfte dort fast jedes Kind als Speisepilz kennen. Foto: Torsten Richter.

Ganz zum Schluß wurde es nochmal richtig interessant für Christopher Engelhardt und Torsten Richter. Auf Sägespänen haben sich verschiedene Arten angesiedelt, so kleine Tintlinge und Ascomyceten.

Da braucht es schon ein gutes Auge, um die Winzlinge, die immerhin noch zu den Großpilzen zählen, zu entdecken.

So zum Beispiel erreicht der Derbstachelige Rundsporschildborstling (Scutellinia crinita) nur weniger Milimeter im Durchmesser. Da es weitere, augenscheinlich sehr ähnliche Vertreter der Gattung gibt, muss mikroskopiert werden, um die Art sicher ansprechen zu können. Standortfoto: Chris Engelhardt.

Hier das zugehörige Sporenbild. Gut sind auch die Schläuche zu erkennen, in denen die Sporen gebildet werden und bei Reife durch mechanische Reize als mitunter gut sichtbare „Dampfwolke“ ausgeschleudert werden. Foto: Chris Engelhardt.

Hier noch die Wimpernhaare am Rande der Fruchtkörper unter dem Mikroskop, die bis zu 1 000 Mikromilimeter lang sein können, septiert und mehrfach verwurzelt sind. Foto: Chris Engelhardt.

Geradezu riesige Apothezien kann hingegen der Buchenwald – Becherling (Peziza arvernensis) ausbilden. 10 cm Durchmesser sind keine Seltenheit. Foto: Christopher Engelhardt.

Auch zu dieser Art hat Chris uns ein schönes Mikrofoto angefertigt. Typisch für den Buchenwald – Becherling, so schreibt er, sind die feinwarzigen Sporen. Rechts unten im Bild noch ein Hinweis auf die Sporengröße.

Auch diese schönen Hasenpfoten (Coprinus lagopus), die zu den Tintlingen gehören, wuchsen auf diesem Sägemehl – Standort, Foto: Christopher Engelhardt.

Aber auch richtige Großpilze befinden sich im Sammelkorb des Rehnaer Pilzvereins. Sie werden im dortigen Schaukasten ausgestellt, der im Zentrum Rehna´s direkt an der B 104 aufgestellt wurde.

Zum Schluß noch eine kleine Stärkung mit Kaffee und Kuchen, serviert von unserer Pilzfreundin Monika Peter, mitte links. Dafür ganz herzlichen Dank!