Tagebuch

Ein Rückblick auf Ereignisse und Veranstaltungen.

09. Dezember 2017 – Weihnachtsfeier der Pilzfreunde

Weihnachtsfeier der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Vorweihnachtliches Jahresabschlußtreffen

In Arpshagen bei Klütz

Leider konnte die diesjährige Weihnachtsfeier der Pilzfreunde nicht wie geplant in Keez stattfinden, da Gastgeberin Irena erkrankt war. So haben sich Anke und Ulrich bereit erklärt, das diesjährige, Vorweihnachtliche Abschlußtreffen der Pilzfreunde in Arpshaben, einem Ortsteil von Klütz,  stattfinden zu lassen.

Begrüßt wurden wir nicht nur von unseren Gastgebern ganz herzlich, sondern auch von wunderschöner Advents – Dekoration. Wie es sich gehört mit Pilzen, Tannengrün und Zapfen vom Mammutbaum. 

Mit einem Gläschen Sekt eröffnen Anke und Ulrich mit uns den gemütlichen Abend.

Gleich im Anschluß luden die Gastgeber zu einer Kafeetafel mit leckeren Köstlichkeiten ein. Es gab natürlich auch selbstgebackenes nach Art des Hauses. So wurde diese Schwarzwälder Kirschtorte nach einem ganz besonderen Rezept gebacken und zu einer regelrechten Gaumenfreude. Danke Anke!

Nach der reichhaltig gedeckten Kaffeetafel gab es wieder einen heiter besinnlichen Jahresrückblick von Ulrich Klein in Power – Point Qualität.

Die beiden Initiatoren des Steinpilz – Wismar durften zu Beginn seiner Präsentation natürlich nicht fehlen und auch der Nachwuchs scheint schon in Weihnachtsstimmung zu sein.

Gespannt lauschen alle, was da wohl kommen mag, und das war nicht nur eine Reise durch das Pilzjahr in der viele unserer Aktivitäten teils satirisch beleuchtet wurden,  sondern zwischendurch gab es auch immer wieder heiteres und besinnliches zur Weihnachtszeit.

Und dazu gehört natürlich stimmungsvolles Kerzenlicht in den verschiedensten Variationen.

Im Anschluß servierte uns Anke ein lecker/herzhaftes Abendbrot und anknüpfend blätterte sich unser naturkundlich universell gelehrter Pilzfreund Christopher Engelhardt mit uns in digitaler Form durch sein neuestes Büchlein „Naturbeobachtung durch das Jahr“. Eine vielseitige Reise durch das Naturjahr. Zwischenzeitlich liefen auf unserer Video – Leinwand die Bilder des Jahres ab, während man bei Pils und Wein fachsimpelte.

Das wünschen wir natürlich auch allen Fans vom Steinpilz-Wismar, die nicht dabei sein konnten!

Im Namen aller Pilzfreunde ein ganz herzliches Dankeschön an Anke Weselow und Ulrich Klein für den mehr als gelungenen Jahresabschluß 2017!

Wann treffen sich die Pilzfreunde wieder? – Siehe unter Termine!

26. November 2017 – Vereinsexkursion der Pilzfreunde

Vereins- und Kartierungsexkursionexkursion

Das Löwitzer Holz bei Rehna war unser Zielgebiet

Das Löwitzer Holz am Totensonntag des Jahres 2017. Ein überschaubares, abwechslungsreiches Waldgebiet weit im Westen Mecklenburgs.

Das Löwitzer Holz ist ein kleines Waldgebiet bei Rehna, zwischen den Ortschaften Löwitz, Falkenhagen und Klein Rünz. Für uns neu, für Mtglieder des Pilzvereins Rehna, speziell für Torsten Richter und Christopher Engelhardt, der auch den Wismarer Pilzfreunden angehört, alles andere als unbekannt. Die beiden haben hier bereits intensive Untersuchungen und Kartierungen vorgenommen und darüber auch schon eine Veröffentlichung herausgebracht. Wir werden wohl nicht viel neues entdecken. Das sollte uns nicht davon abhalten, hier in aller Gemütlichkeit und Ruhe unsere letzte Vereinsexkursion in diesem Jahr zu absolvieren, zumal Diplombiologe Torsten Richter sich vor allem auf kleine Asco`s spezialisiert hat und inzwischen sogar viele Erstfunde b. z. w. Erstnachweise für unser Bundesland tätigen konnte. Und nicht nur das, er hat sogar ganz neue Arten entdeckt, die bisher noch niemandem bekannt waren und von denen er der Erstbeschreiber ist! Ein wunderbares Betätigungsfeld und eine phantastische Miniaturwelt, die sich dem Betrachter erst unter der Lupe und dem Mikroskop richtig erschließt. So speziell ging es bei uns zwar nicht zu, aber dennoch konnten wir am Ende auf eine artenreiche Kartierungsaktion zurück blicken. Die Tour endete am frühen Nachmittag. Hier wie immer ein kleiner Rückblick:

Christopher Engelhardt aus Lübeck, Mitglied der Wismarer und auch der Rehnaer Pilzfreunde, erwartete uns schon bei der Ankunft mit einem kritischen Blick auf stattliche Blätterpilze, die er schon am Vortag in einem anderen Gebiet gefunden hatte und uns zur Begutachtung mitbrachte.

Es handelt sich um schon etwas betagte Exemplare des Strohblassen Ritterlings (Tricholoma stiparophyllum). Ein ungenießbarer Ritterling mit aufdringlichem Geruch, der gerne unter Birken wächst, in diesem Falle aber unter Eichen gefunden wurde.

Zwei kleine Helmlinge (Mycena spec.) entspringen einem Lärchen – Zapfen.

Junge Fuchsige Rötel – Trichterlinge (Lepista flaccida) wuchsen aus der dick liegenden Laubstreu. Sie wirken hier sehr hell und könnten für den Fahlgelben Rötel – Trichterling gehalten werden. Da aber auch ältere, typisch fuchsrötliche Exemplare am Standort vorhanden waren, halte ich sie für Fuchsige R. – Trichterlinge. Es ist ohnehin nicht ganz unumstritten, in ihnen zwei verschiedene Arten zu sehen. Essbar.

Der Lederig – häutige Fältling (Byssomerulius corium) überzieht größtenteils resupinat die Unterseiten von liegenden Laubholzästen und nur die Hutkannten lösen sich charakteristisch ab. Die Oberfläcke b.z.w. Unterseite wirkt runzlig – faltig.

Der Widerliche Ritterling (Tricholoma lascivum) riecht ähnlich unangenehm wie der oben vorgestellte Strohblasse Ritterling und ist ebenfalls ungenießbar. Er ist meist etwas kleiner und wächst im Buchenwald. Hier sehen wir allerdings ein wenig aussagekräftiges, altes Exemplar, welches ich aber wegen seiner strukturellen „Schönheit“ trotzdem an dieser Stelle zeigen möchte.

Der Süßliche Milchling (Lactarius subdulcis) ist als Mischpilz brauchbar und darf in keinem Buchenwald fehlen.

Immer wieder wird neues entdeckt.

Hier ist es zum Beispiel der Graue Korallenpilz (Clavulina cinerea). Kein Speisepilz.

Der essbare Winter – Trompetenschnitzling (Tubaria furfuracea) ist den gesamten Winter über an Laubholzresten zu finden. Gern auch in Mengen auf Schredderbeeten in städtischen Anlagen.

Ähnlich dem Süßlichen Milchling ist auch der Graugrüne Milchling (Lactarius blennius) mit seiner weißen, brennend scharf schmeckenden Milch ist in fast jedem Buchenwald zu hause.

Der jung weiße und festfleige Flaschen – Stäubling (Lycoperdon perlatum) ist zunächst essbar, wird aber bald olivgrünlich, matschig und schließlich leicht, weich und graubräunlich. Noch sind einige seiner typischen Grieskörnchen zu sehen. Wo diese bereits abgefallen sind, entsteht ein typisch mosaikartiges oder netziges Muster auf der Oberfläche. Auf dem Scheitel bildet sich eine Öffnung, wo durch mechanische Reize die Sporen ausgestäubt werden (Stäubling!).

Der Papagei – Täubling (Russula ionochlora) wird auch kleiner Frauen – Täubling genannt. Tatsächlich ist er kleinwüchsiger und vor allem spröder als der größere und geschmeidigere Frauen – Täubling. Beiden sind die blauen, violetten und grünlichen Mischfarben auf dem Hut gemein. Essbar.

Nicht selten und keineswegs nur an Birkenholz finden wir den Birken – Blättling (Lenzites betulinus). Hier war es ein Buchenstubben, an dem seine bunt gezonten Konsolen dachziegelig übereinander angeordnet waren. Auf der Unterseite befinden sich lamellenartige Strukturen, die aber eher seltener so wirrlingsartig erscheinen wie bei diesem Exemplar. Ungenießbar.

Der Niedergedrückte Rötling (Entoloma rhodopolium) ist ein oft gesellig wachsender Rötling unserer Wälder. Er gilt zumindest als giftverdächtig.

Etliche Semmelstoppelpilze (Hydnum repandum) leuchteten im Buchenlaub. Leider waren sie aber nicht mehr jung und blieben stehen, denn im Alter können sie bitter schmecken!

Die Stoppeln oder Stacheln auf der Unterseite erfüllen die gleiche Aufgabe wie Lamellen, Poren oder Röhren, nähmlich die Oberfläche zur maximalen Sporenproduktion zu vergrößern. Es handelt also um die Fruchtschicht der Pilzfruchtkörper, die vom darüber liegenden Hutfleisch geschützt wird.  Auch befinden sich in ihr die meisten Nährstoffe, was bei essbaren bei essbaren Arten vieleicht von Bedeutung ist.

Der gallertartige Schlauchzitterling (Ascotremella vaginea) gehört nicht, wie man vermuten könnte, zu den Gallertpilzen, sondern ist ein Vertreter der Schlauchpilze. Wir finden ihn an Buchenästen bevorzugt im feuchten Herbst und Winter.

Hier sehen wir den großen, in Buchenwäldern überaus häufigen Dickblättrigen Kohlentäubling (Russula nigricans) in allen seinen Entwicklungsstufen. Schwarz, wie verkohlt, bleibt er mumifiziert noch Monate am Standort und kann so im folgenden Sommer noch gefunden werden. Geringwertiger Speisepilz.

Tief im Buchenlaub versteckt war dieser Perlpilz (Amanita rubescens). Er ist überständig und darf so nicht mehr gegessen werden. Das hier besonders intensiv zutage tretende Röten des Fruchtkörpers ist eines seiner wichtigsten Erkennungsmerkmale.

Der Gelbweiße Täubling (Russula ochroleuca) ist der häufigste aller Täublinge und wächst vom Sommer bis zum Winterbeginn oft als Massenpilz in Laub- und Nadelwäldern. Er ist ein minderwertiger Speisepilz und sollte nur in Mischung mit besseren Pilzen verwendet werden und wenn es ausreichend von diesen gibt, kann ganz auf ihn verzichtet werden.

Er darf allerdings nicht mit ähnlichen, scharf schmeckenden Arten verwechselt werden, so wie mit diesem kleineren Sonnen – Täubling (Russula solaris). Er schmeckt beißend scharf und riecht nach Senfsoße.

Der düstere, Purpurbraune Rübling (Collybia fuscopurpureus) gilt eigentlich als selten, ist es aber nicht. Er braucht basische Standorte unter Buchen und scheint in diesem Herbst besonders häufig zu sein. Seine Trama soll sich auffallend grün verfärben, wenn man Laugen darauf gibt. Kein Speisepilz.

Die Typusart der Gruppe der Rettich – Helmling, der Rettich – Helmling (Mycena pura). Leicht giftig!

Wer Lacktrichterlinge zum Essen sammelt, sollte die Rettich – Helmlinge als giftige Doppelgänger kennen und unterscheiden können. Das ist auch nicht schwer. Sie sind gebrechlich, nicht biegsam zäh. Sind auf dem Hut nicht eingedellt, sondern eher leicht gebuckelt und riechen deutlich rettichartig.

Der Birnen – Stäubling (Lycoperdon pyriforme) besiedelt altes, vermorschtes Laubholz. Er ist gummiartig zäh und gilt auch jung als ungenießbar.

Auf Buchenstubben, wie man sieht vergesellschaftet mit anderen Arten, wuchsen diese Großsporigen Gallertbecher (Ascocoryne cylichnium). Er sieht optisch dem Fleischfarbenen Gallertbecher (Ascocoryne sarcoides) sehr ähnlich und ist von diesem nur mikroskopisch sicher zu unterscheiden. Foto und Befund haben wir Chris Engelhardt zu verdanken.

Hier die zugehörigen Sporen (21 – 28 / 5-6 Mikromilimeter). Danke Chris Engelhardt!

Auch diese roten Pustelpilze hat Chris für uns fotografiert und untersucht. Heraus gekommen ist ein Cosmospora spec – Pustelpilzchen. Optisch von Chris zunächst als Dialonectria episphaeria angesprochen. Auch bei den Pustelpilzen ist ein Mikroskop wohl unerläßlch, um genaueres zu erfahren.

Hier das zugehörige Mikrofoto von Chris. Es zeigt die bis zu 13 Mikromilimeter großen, einfach septierten Sporen im Ascus = Schlauch.

Der Winter läßt Grüßen. Auch wenn die Pilze auf diesem Foto etwas braun wirken, es sind Austern – Seitlinge (Pleurotus ostreatus). Einer der ergiebigsten und besten Speisepilze der bevor stehenden Monate. Foto: Chris Engelhardt.

Nicht zu verwechseln mit dem oft bitterlich schmeckenden Gelbstieligen Muschelseitling (Sarcomyxa serotina). Foto ebenfalls Chris Engelhardt.

Ganz zum Schluß fanden wir noch an einem Buchenstubben diesen Helmling. Chris untersuchte auch ihn und er konnte den Voreilenden Helmling (Mycena abramsii) ermitteln. Einer der ersten Pilze im Frühjahr, der aber auch im Herbst wachsen kann. Auch dieses Bild stammt von Christopher.

Diese tolle Aufnahme stammt noch mal von ihm. Es zeigt die Cheilozystiden des Voreilenden Helmlings. Es sind sterile, unförmige Zellen an der Lamellenschneide, die bei Mycena abramsii nur bis 55 Mikromilimeter groß werden.

Im Winter und Frühling brechen an alten Haselsträuchern häufig diese Kleiigen Haselbecherchen (Encoelia furfuracea) heraus. Auch sie scheinen ihrer eigentlichen Zeit voraus zu eilen. Standortfoto Christopher Engelhardt.

Unser Abschlußfoto. Es zeigt die kleine Kartierungsgruppe vom 26.11.2017. Von links nach rechts Reinhold Krakow, Monika Peter, Christopher Engelhardt und Robert Grieben. Das schöne Foto schoß für uns Roland Lebendig vom Rehnaer Pilzverein!

Das war`s für dieses Jahr!

18. November 2017 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Es ging durch den Buldt bei Warkstorf

Der Buldt bei Warkstorf/Goldebee ist ein hügeliges, eiszeitlich geprägtes Endmoränen – Gebiet, das von Wäldern überzogen ist. Größtenteils sind es Rotbuchenbestände. Ein idelaler Lebensraum für viele Großpilze, da  Buchenwälder in Mecklenburg in der Regel die vielseitigste Pilzflora zu bieten haben. 18.11.2017.

Schon neigt sich wieder ein Pilzjahr dem Ende zu und der Steinpilz – Wismar ludt zur letzten öffentlichen Pilzwanderung der Saison ein, bevor am nächsten Wochenende mit einer Vereinsexkursion, an der natürlich auch Nichtvereinsmitglieder als Gäste willkommen sind, der endgültige Schlußstrich in punkto Wanderungen und Exkursionen in diesem Jahr gezogen wird. Für heute hatte ich ein sehr hügeliges, ja schon fast mittelgebirgsähnliches Waldgebiet auf einer Endmoränen – Landschaft ausgesucht, dass nur wenige Kilometer von Wismar entfernt liegt. Den Hexenberg und den Buldt zwischen den Ortschaften Warkstorf und Goldebee. Buchenwälder, Erlenbrüche, aber auch etwas Nadelwald sorgen hier für Abwechslung. Die Wanderung war gut besucht, dass Wetter ließ hingegen zu wünschen übrig. Es wehte ein strammer Wind und im Verlauf wurde es zunahmend regnerisch, so dass wir den Hexenberg nicht mehr in Angriff nahmen. Dennoch war es für die vorgerückte Jahreszeit noch eine recht vielseitige Wanderung, was das Artenangebot anbelangt. Bei dem einen oder anderen Pilzfreund stand danach sogar noch ein hoffentlich schmackhates Waldpilz – Gericht auf dem Speiseplan. Hier wie gewohnt einige Bilder von der heutigen Tour:

Fröhliche Aufbruchstimmung. Noch sind Körbe und Eimer ler, aber bei einigen Pilzfreunden sollte sich das schnell ändern.

Es waren heute auch wieder Kinder mit dabei und sie wurden als erstes fündig. Hier sehen wir den Spindelstieligen Wasserkopf (Cortinarius duracinus). Leider kein Speisepilz, aber durch seine spindelig zugespitzte Stielbasis ein relativ leicht kenntlicher, aber nicht sehr häufiger Haarschleierling. Voraussetzung ist allerdings, das man ihn zur Gattung Cortinarius zugehörig ansprechen kann.

Einer der häufigsten Blätterpilze des Herbstes, der bis in den tiefsten Winter hinein gefunden werden kann, ist der Horngraue Rübling (Collybia peronata). Seine hellgraubraunen bis nahezu schwarzbraunen Hüte glänzen wie mit Fett eingestrichen, was auf dem Bild leider nicht sogut zu erkennen ist.

Die Lamellen des Horngrauen Rüblings sind grauweißlich gefärbt und bauchig abgerundet zum Stielansatz. Der graubräunliche Stiel ist schwammig und zur Basis hin, besonders bei jungen Fruchtkörpern, keulig aufgeblasen. Als Mischpilz kann er Verwendung finden.

Immer wieder bringen nicht nur Kinderhände mir neues Material zur Bestimmung und vor allem zur Klärung der alles entscheidenden Frage essbar oder giftig. Hier ist von allem etwas dabei. Links ein ungenießbarer Spindelstielige Wasserkopf, in der Mitte der roh giftige und auch sonst ungenießbare Gemeine Fälbling und schließlich der essbare Violette Lacktrichterling.

Ein junger Specht – Tintling (Coprinus picaceus). Im Gegensatz zum ähnlichen Schopf – Tintling gilt dieser nicht als Speisepilz.

Das frisch gefallene Laub macht die Suche nach den begehrten Objekten nicht ganz einfach.

Trotz der Schärfe seiner weißen Milch scheint der Wollige Milchling (Lactarius vellereus) bei Schnecken recht beliebt zu sein. Sie mögen es anscheinend durchaus pikant. Für den menschlichen Gaumen wäre es aber etwas zuviel des guten, obgleich er in Osteuropra und Sibirien gern nach aufwendigen Zubereitungsmethoden gegessen wird.

Diese Art sondert bei Verletzung keinen Milchsaft ab und schmeckt mild. Es ist der Trockene Schneckling (Hygrophorus penarius), den wir relativ häufig in besseren Buchenwäldern antreffen können. Er kann auch gegessen werden, soll aber nicht gerade die große Delikatesse sein. Er gehört wie alle anderen Schnecklinge, Ellerlinge und Saftlinge zu den sogenannten Wachsblättlern.

Der Milde Milchling (Lactarius mitissimus) sondert reichlich weißen Milchsaft ab, der mild schmeckt, so dass man ihn als Mischpilz verwenden kann.

Gleiches gilt für den in Buchenwäldern weitaus häufigeren Süßlichen Milchling (Lactarius subdulcis). Sein Milchsaft schmeckt etwas süßlich – herb.

Nah verwandt mit den Milchlingen sind die Täublinge. Auch hier gilt der Geschmackstest der Lamellen, um die Genießbarkeit abzuklären. Milchsaft sondern sie nicht ab. Eine Kostprobe würde hier sehr schnell die Frage der Essbarkeit klären und den typischen Reflex auslösen, der dieser Täublings – Gruppe ihren Namen gab: Spei – Täublinge. Hier ist es der Buchen Spei – Täubling (Russula mairei).

Nahezu stiellose Blätterpilz – Hütchen an einem Laubholzzweig. Der Kenner ist schnell mit der Diagnose Gemeines Stummelfüßchen dabei. Aber so einfach geht es leider nicht.

Christopher Engelhardt aus Lübeck legte sie für uns unter`s Mikroskop. Heraus kam dabei das Kugelsporige Stummelfüßchen (Crepidotus cesattii), wie wir es bereits vermuteten. Chris schreibt dazu: „typische rundliche, feinwarzige Sporen bis 9 Mikromilimeter – darum heißt der Pilz auf deutsch auch Kugelsporiges Stummelfüßchen.“

Der Blaugraue Dachpilz (Pluteus salicinus) gilt als leicht giftig. Er soll den haluzinogenen Stoff Psilocybin enthalten. Allerdings wohl nur in geringen Mengen, so dass der Verzehr dieses Einzelexemplars wohl keine nennenswerte Aufhellung oder Verfinsterung des Geistes nach sich ziehen dürfte.

Hier sehen wir den Purpurbraunen Rübling (Gymnopus fuscopurpureus). Laut Verbreitungskarte der DGfM in MV außerordentlich selten (nur zwei Fundpunkte). Das wundert mich ein wenig, da die Art zwar nicht häufig bei uns ist, aber keinesfalls derart selten! Sicher werden im laufe der Zeit noch Fundpunkte hinzu kommen. Ungenießbar.

Weitaus häufiger finden wir den Knopfstieligen Rübling (Collybia confluens) mit seinen sehr dicht stehenden Lamellen, dem meist bereift wirkenden Stiel, seinem oft büscheligem Wachstum und der Neigung zur Bildung von Hexenringen. Auch er ist ungenießbar.

Zieht man sein dünnfleischiges Hütchen nach oben ab, bleibt der Sockel eines Druckknöpfchens zurück.

Ein Charakterpilz fast aller Buchenwälder ist der Graugrüne Milchling (Lactarius blennius). Sein weißer Milchsaft ist brennend scharf, daher ist auch er ungenießbar.

Genauso wie der nah verwandte und sehr ähnliche Braunfleckende Milchling (Lactarius fluens). Er bevorzugt aber gehaltvollere Böden, während der Graugrüne Milchling auch auf sandigem Untergrund Massenbestände ausbilden kann. Trocknet der weiße Milchsaft ein, entstehen die typischen braunen Flecken.

Zu der leicht giftigen Gruppe der Rettich – Helmlinge gehört auch der Süßriechende Rettich – Helmling (Mycena diosma). Wir finden ihn oft im Spätherbst im tiefen Falllaub und hier kann er gerne büschellig wachsen. Aus diesem Grunde bildet er auch meist sehr lange Stiele aus. Sein Geruch ist typisch süßlich/lieblich nach Rettichen.

Hier sehen wir zwei  Täublinge, die mild und damit essbar sind. Sie ähneln den Frauen – Täublingen, besitzen aber brüchige Lamellen. Somit gehören sie in eine Gruppe weiterer, violettblauer Arten wie dem Papagei- oder Tauben – Täubling. Von Papagei – Täublingen kenne ich allerdings keine violett überlaufennen Stiele, daher dürften die Pilze eher zu den Tauben – Täublingen gehören. Für den Speisepilz – Freund spielt es aber keine Rolle, der beide essbar sind.

Gute Speisepilze sind die Semmelstoppelpilze (Hydnum repandum). Allerdings fanden wir von ihnen heute leider nur alte Exemplare, die bitter schmecken können. Auch zahlreiche Rotgelbe Stoppelpilze waren vertreten, aber leider auch überständig.

In den Tälern haben sich Feuchtbiotope gebildet.

Der schwach giftige Gelbe Knollenblätterpilz (Amanita citrina) riecht muffig nach rohen Kartoffeln.

Auch der aufdringliche Geruch der Graukappe (Clitocybe nebularis) ist nicht jedem angenehm. Daher ist der häufige Herbstpilz in seinem Speisewert sehr umstritten. Es gibt befürworter, die ihn sehr schätzen, aber auch viele, die ihn ablehnen und bei manchen kann er sogar Unverträglichkeiten auslösen.

Auch dieser Maronen – Röhrling (Xerocomus badius) sollte nicht mehr gegessen werden. Er steht schon zu lange im Wald, ist also überständig und kann sogenannte unechte Pilzvergiftungen auslösen.

Gut in der tiefen Laubstreu getarnt ganze Straßen von Trompeten – Pfifferlingen. Jetzt hat die beste Zeit für diese schmackhaften Pfifferlinge begonnen, da sie nun besonders groß und üppig werden. Sie wollen durch die Laubschicht noch oben um ihre Sporen besser dem Wind anvertrauen zu können und sind deshalb besonders ergiebig. Nun heißt es zugreifen!

Dicht an dicht durchbrechen sie die Laubschicht. Trompeten – Pfifferlinge (Cantharellus tubaeformis).

Kritisch sollte man sich die Pfifferlinge allerdings schon anschauen. Das linke Exemplar ist bereits überständig. Das zeigt sich wie beim Echten Pfifferling auch durch bräunliche, glasige Verfärbung der Fruchtkörper, die gleichzeitig auch weich und matschig werden.

Nun hat das Sammel – Fieber um sich gegriffen und so mancher Korb oder Tasche füllt sich.

Während die einen die relativ kleinen Pfifferlinge sammeln, haben sich bei anderen Körbe und Eimer mit mastigen Steinpilzen (Boletus edulis) gefüllt. Leider waren nicht mehr viele zu gebrauchen, da überständig oder Frost – geschädigt.

Die Steinpilze wurden in ihrer Entwicklung durch den Frost gestört und werden weich und notreif. Solche Pilze sollten nicht mehr verzehrt werden.

Ein junger Pantherpilz (Amanita pantherina) wie aus dem Bilderbuch. Gattung Amanita = Knollenblätterpilz und stark giftig! Typisch die umrandete Stielknolle (Bergsteigersöckchen), die ungeriefte Manschette, der geriefte Hutrand und weiße Hüllreste auf dunkelbraunem bis fast weißem Hut, die aber auch fehlen können.

Graukappen und wieder, auf den ersten Blick schöne, junge Steinpilze.

Aber auch sie waren bereits weich und schwammig. Eindeutig Frostschäden!

In diesem Stadium sollten Steinpilze ohnehin nicht mehr mit nach hause genommen werden. Sie dürfen den Rest ihres kurzen Lebens noch ihre letzten Sporen  abwerfen, um ihrer Aufgabe der Arterhaltung nachzukommen.

Der Goldfellschüppling (Pholiota aurivella) ist eine große, auffällige Blätterpilzart an altem Laubholz und teils noch lebenden Bäumen. Im schleimigen Hut schwimmen bräunliche Schüppchen, die durch Regen abgespült sein können.

Die Lamellen streuen braunen Sporenstaub ab und das gelbe Fleisch schmeckt bitter, so dass er nicht gegessen werden kann.

Auch der hier etwas blass erscheinende Ziegelrote Schwefelkopf (Hypholoma sublateritium) hat bitterliches Fleisch und ist daher ebenfalls nicht für den Kochtopf geeignet.

Diesen Flockenstieligen Hexen – Röhrlingen (Boletus luridiformis) konnte der leichte Nachtfrost nichts anhaben. Sie waren knackig und fest und durften in den Sammelkorb wandern. Immerhin sollen sie sogar den nah verwandten Steinpilzen geschmacklich überlegen sein.

Letzte, altgoldene Farbtöne trotzen dem bereits winterergrauten Buchenwald.

Spätherbstliche Romantik. Das Naturjahr neigt sich seinem Ende entgegen.

Der an Laubholz vorkommenden Grauweiße Saftporling (Oligoporus tephroleucus) ist ungenießbar.

Der Violette Lacktrichterling (Laccaria ametystea) kann auf eine für ihn erfolgreiche Saison zurückblicken. Aufgrund des feuchten Sommer`s lief er zur Höchstform auf und war zeitweise fast ein Bodendecker in unseren Buchenwäldern. Er wird auch gerne, da leicht kenntlich, zum Essen mitgenommen.

Der Gelbstielige Muschelseitling (Sarcomyxa serotina) wird gerne mit dem Austern – Seitling verwechselt. Manchmal kommen beide sogar an einem Stamm vor. Das ist aber ungefährlich, da er nicht giftig ist und praktisch auch essbar wäre, wenn er nur nicht des öfteren recht bitter schmecken würde. Austern – Seitlinge haben niemals gelblichgüne Farben auf ihren Fruchtkörpern!

Und wieder ein herrlich strammer Flockenstieliger Hexen – Röhrling (Boletus luridiformis). Gut durchgaren, da er roh giftig ist!

Hauchdünn überzieht der Eichen – Zystidenrindenpilz (Peniophora quercina) tote Eichenäste. Seine äußeren Ränder lösen sich allmählich von der Baumrinde ab.

Ich danke Chris Engelhardt (zweiter von links) für seine mikroskopischen Untersuchungen und den zugehörigen Mikrobildern!

Noch ein letzter Hügel und die Wanderung ist Geschichte. Der Regen wird nun stärker!

Aber es gibt noch Pilze zu entdecken. Hier ist es ein Frauen – Täubling (Russula cyanoxantha). Für viele Pilzarten ist anscheinend Tageslicht wichtig um ihre Farbpigmente zu entwickeln. Hier ist gut zu sehen, wo Blätter den Hut bedeckten. Der Frauen – Täubling zählt zu unseren wertvollsten Speisepilzen und er wächst von Mai – November unter Buchen und Eichen.

Und zum Schluß noch ein echtes Highlight, der Geschichtete Zähling (Lentinellus ursinus) zahlreich und dachziegelig übereinander an einem liegenden Buchenstamm. Der Pilz ist nicht nur in Mecklenburg recht selten. Für die Küche ist er nicht geeignet! Standortfoto Christopher Engelhardt.

Übersetzt man die wissenschaftliche Bezeichnung ins deutsche müßte er eigentlich Bärenfell – Zähling heißen. Er besitzt auf dem Hut nähmlich einen striegeligen Filz, der nicht zuletzt wegen seiner Färbung an ein Bärenfell erinnert. Chris Engelhardt haben wir diese Vergrößerung zu danken!

Auf der Unterseite finden wir Lamellen.

Diese sind an ihrer Schneide gattungstypisch schartig gezähnelt, ähnlich einem Sägeblatt. Für das stark vergrößerte Foto herzlichen Dank an Christopher Engelhardt!

Das hat sich doch gelohnt. Eine schöne Pfifferlingspfanne für den sonntäglichen Mittagstisch!

Zur Erinnerung wie immer unser Abschlußbild. Leider waren auch heute nicht mehr alle dabei. 18. November 2017 im Buldt.

Wenn nichts dazwischen kommt, starten wir wieder im April 2018 zu unseren Pilzwanderungen. Siehe dazu unter „Termine“!

07. November 2017 – Treffen der Pilzfreunde

Treffen der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Dia – Abend

Bilder aus vergangenen Tagen wollen wir uns heute anschauen. Hier der alte Seemann Alfred Haase um die Jahrtausendwende während eines Pfigstausfluges durch die Rohlstorfer Tannen - Rienenboviste satt und das im Frühling. Die Regionalzeitung war dankbar für ein tolles Motiv.

Bilder aus vergangenen Tagen haben wir uns heute per Diaprojektor angeschaut. Hier der alte Seemann Alfred Haase um die Jahrtausendwende während eines Pfingstausfluges durch die Rohlstorfer Tannen – Riesenboviste satt und das im Frühling!

Noch vor nicht allzulanger Zeit stellte sich mir immer wieder die Frage, soll ich einen 36er Dia – Film in meine Kamera einlegen oder doch lieber einen für Papierbilder. Aus heutiger Sicht kaum noch vorstellbar. Digitale Fotografie hat alles verändert, sehr zum positiven. Die Gestaltung einer Internetseite wie dieser mit teils tagesaktuellen Bildern wäre mit der alten Technik undenkbar. Nun liegen die Dias von damals im Keller und niemand beachtet sie mehr. Das sollte sich heute Abend ändern. Seit langer Zeit stand mal wieder ein Dia – Abend auf dem Programm. Nicht zuletzt auch deshalb, weil wir in diesem Jahr auf über sieben Jahrzehnte Pilzberatung in Wismar zurückblicken. Es sind auch viele eingerahmte, historische Aufnahmen aus den 1950er und 1960er Jahren dabei, aber auch aus den 1980er und 1990er Jahren, als ich in die Pilzberatung mit einstieg. Wir haben uns heute eine Auswahl angeschaut und in Nostalgie geschwelgt. Es waren zwei kurzweilige Stunden. Ganz herzlichen Dank gilt unserer Pilzfreundin Monika, die einen sehr leckeren Kuchen für uns gebacken hatte. Auch konnte wir Gäste in unserer Mitte begrüßen

Wann treffen sich die Pilzfreunde wieder? – Siehe unter Termine!

04. November 2017 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Wir Wandern durch den Kellerswald

Bei schönem, goldigem Novemberwetter führte unsere heutige Pilzwanderung durch den Kellerswald bei Bad Doberan.

Wir konnten leider nicht wie geplant durch den Gespensterwald bei Nienhagen wandern. Er bleibt noch für einige Tage gesperrt, da Aufräumarbeiten aufgrund der schweren Sturmschäden vorgenommen werden müssen.

Wir wichen auf Vorschlag und im einvernehmen mit der Forstverwaltung in den Kellerswald bei Bad Doberan aus.

Das Wetter war so gar nicht Novembergrau, sondern es erinnerte eher an einen goldigen Oktobertag. So konnten die 12 Teilnemer bei schönem Wetter reichlich Frischpilze entdecken und kennen lernen. Es handelt sich um Laub- und Nadelforste, vorwiegend mit Buchen, Fichten und Lärchen auf sandigem Untergrund. Die Tour dauerte bis gegen Mittag an. Hier einige Impressionen:

Gleich zu Beginn erregten einige Pilzfunde, die bereits während der Ankunft vor Ort gemacht wurden, das Interesse der Naturfreunde.

So sind diese Flaschen – Stäublinge (Lycoperdon perlatum) noch jung und druckfest genug, um sie in den Korb für die Speisepilze zu legen. Ein wichtiges Markmal zur Abgrenzung ähnlicher Arten sind die abwischbaren Grieskörnchen auf der Oberfläche dieser Bauchpilze.

Der Pantherpilz (Amanita pantherina) besitzt weiße Hüllreste auf dem Hut, sofern sie nicht vom Regen abgespült sein sollten. Sein Fleisch rötet nicht und die Stielknolle besitzt einen ringartigen Wulst, das Bergsteigersöckchen! Er gehört zu unseren wichtigsten Giftpilzen!

Im Gegensatz zur gerieften Manschette beim essbaren Grauen Wulstling und Perlpilz, ist sie beim Pantherpilz ungerieft!

Der Startschuss ist gefallen!

Besonders dekorative Eichengallen auf der Unterseite dieses Blattes. Sie gehören zu der Gestreiften Eichengallwespe (Cynips longiventris). Die Wespen schlüpfen im November/Dezember und legen dann ihre Eier in die Knospen des Baumes ab.

Der Krause Aderzähling (Plicatura crispa) könnte oberflächlich betrachtet für eine Tramete gehalten werden. Auf der Unterseite sind aber keine Poren, sondern faltenartige Strukturen zu erkennen. Die auf Laubholz vorkommende Art gehört zu den Pilzen, die erst vor wenigen Jahren Mecklenburg als Lebensraum für sich entdeckt haben. Noch in den 1990er – Jahren war der Pilz hier kaum zu finden, jetzt gehört er zu den häufgsten Holzbewohnern überhaupt!

Der Runzlige Korallenpilz (Clavulina rugosa) bildet nur wenig verzweigte, weißliche, schlanke und bis zu 10 cm hohe Fruchtkörper aus. Er erinnert eher an einen Keulenpilz als an eine Koralle. Wir finden ihn oft Truppweise in Wäldern verschiedenen Typs.

Graukappen (Clitocybe nebularis) sind inzwischen in zweiter Generation erschienen. Meist, so auch heute, sind sie mastig ausgebildet und die großen, fleischigen Exemplare laden besonders zum mitnehmen ein. Man muss sie aber mögen. Auf jedenfall blanschieren und Wasser wegschütten. Oder trocknen und Würzpulver daraus herstellen. Standortfoto Kellerswald.

Ein alter, schon ziemlich morscher Buchenstubben war von einer Vielzahl von Pilzen besiedelt. Unter anderem auch von diesen fleischfarbenen und dekorativen Gallertfleischigen Fältlingen (Merulius tremellosus). Ungenießbar.

Zu den Haarschleierlingen gehört der hübsche und giftverdächtige Rotschuppige Rauhkopf (Cortinarius bolaris). Bei Verletzung gilbt sein Fleisch.

Es ist wieder soweit. Der großporige Winter – Porling (Polyporus brumalis) hat den dichtporigen Mai – Porling des Sommerhalbjahres abgelöst. Sie gehören der Gattung der Stielporlinge an und sind ungenießbar.

Hier sieht man mal wieder, wie unterschiedlich die Farben des Hutes bei ein und der selben Täublingsart sein können. Wir sehen hier den überaus häufigen Zitronen – Täubling (Russula ochroleuca). Hätte ich dieses Bild gezeigt bekommen, würde ich fast denken, der linke Pilz wäre ein Purpurschwarzer Täubling, etwas ausgeblaßt. Aber alle Exemplare gehören zum Ockertäubling oder Gelbweißen Täubling, wie der Zitronen – Täubling auch bezeichnet wird. Essbar, aber minderwertig.

Der holzbewohnende und fast ganzjährig vorkommende Rehbraune Dachpilz (Pluteus atricapillus) zählt zu den Freiblättlern, bei denen die Lamellen nicht den Stiel erreichen. Seine anfangs weißen Lamellen verfärben über rosa zu fleischfarben. Nur Exemplare mit noch weißlichen Blättern (Lamellen) sollten zum essen mitgenommen werden und dann auch nur als Mischpilze.

So wie auch bei mir, ist eine Kamera zur Dokumentation der Pilzfunde für viele unerläßlich geworden.

Schmetterlings – Trameten (Trametes versicolor) werden als Vitalpilze von manchen Naturfreunden unterstützend in der Krebs – Therapie eingesetzt. So möchte unser Pilzfreund Thomas aus Berlin (in Fachkreisen als Pilz – Tommi bekannt), die Pilze gerne zu diesem Zwecke nutzen und erbittet sich Spenden in Form von Schmetterlings – Trameten. Es müssen aber superfrische Exemplare sein, sonst sind sie wertlos.

Von unten praktisch noch schneeweiß sollten die Schmetterlinge sein, also lebend und in der Wachstumsphase. Dazu ist der Spätherbst die beste Zeit. Lieber Tommi, ich habe die Pilze schon mal mitgenommen und wie versprochen, falls ich genügend bis Ende des Jahres in hoffentlich optimaler Qualität finden sollte, werde ich sie dir zukommen lassen.

Ich denke, frischer geht es wohl nimmer.

Der Graubräunliche Dickfuß (Cortinarius anomalus) ändert wie viele Haarschleierlinge im laufe seiner Entwicklung die Färbung seiner Fruchtkörper erheblich. Jung ist der ganze Pilz blaugrau, um später ins bräunliche umzuschlagen. Die Lamellen besitzen hier zu mindest am Rand noch die ursprüngliche Farbe, werden aber durch zunehmender Sporenproduktion schließlich auch rostbräunlich eingefärbt. Kein Speisepilz.

Der Herbe Zwergknäuling (Panellus stypticus) ist ein sehr häufiger Totholz – Bewohner und besiedelt nicht nur Eichenholz. Jetzt im Spätherbst hat auch er seine bevorzugte Wachstumsohase. Ungenießbar.

Immer wieder herrliche Fotomotive. Hier sind es frische Angebrannte Rauchporlinge.

Angebrannter Rauchporling (Bjerkandera adusta) in der Wachstumsphase. Ungenießbar.

Auffallend gelbe Myzel – Fasern an der Stielbasis besitzt der ziemlich seltene, an Laubholzstubben büschellig wachsende Langstielige- oder Schwefelfüßige Faserling (Psathyrella cotonea). Kein Speisepilz, aber auch nicht giftig.

Schwach giftig ist der Rosa – Helmling (Mycena rosea). Hier sehen wir ihn zusammen mit seiner selteneren, weißen Albino – Form.

Deutlich zu sehen, warum Pfifferlinge keine Blätterpilze sind. Auf der Hutunterseite laufen sogenannte Leisten herab, die hier noch mit zahreichen Querverbindungen ausgestattet sind. Trompeten – Pfifferling (Cantharellus tubaeformis).

Hier sehen wir die beiden in Mecklenburg häufigsten Pfifferlings – Arten, den Echten Pfifferling (Cantharellus cibarius) und den Trompeten – Pfifferling (Cantharellus tubaeformis).

Golden ertrahlt der Buchenwald im dezenten Sonnenlicht dieses wunderschönen Spätherbsttages.

Ein typischer Waldbereich für den Graugrünen Milchling (Lactarius blennius) Sein weißer Milchsaft schmeckt brennend scharf, er ist ungenießbar.

Mit zunehmendem Alter können sich die Lamallen des giftigen Grünblättrigen Schwefelkopfes (Hypholoma fasciculare) auch schwarzgrau verfärben. Die Sporen sind daran schuld. Gut ist aber noch das Schwefelgelb des Stieles zu erkennen und der Geschmack ist natürlich bitter.

Der Dunkle Hallimasch (Armillaria obscura) bevorzugt Nadelholz als Substrat. Er besitzt dunkelbraune Schüppchen auf dem Hut und sein Fleisch riecht nach Camenbert. Roh giftig, gut erhitzt ein würziger und schmackhafter Speisepilz.

Ein junger, noch geschlossener Safran – Schirmpilz (Macrolepiota rhacodes). Da sein Fleisch bei Verletzung safran- oder karottenrot anläuft, wird er auch Rötender Schirmpilz genannt. Er ist aber kein echter Schirmpilz (Lepiota) und müßte eigentlich Safran – Riesenschirmpilz heißen. Ohne Stiel ein guter Speisepilz.

Einer der hübschesten, einheimischen Großpilze ist der auf den ersten Blick kleine, unscheinbare und dünnstielige Gelbmilchende Helmling (Mycena crocata). Seine Schönheit offenbart sich erst beim genauen hinschauen. Sein Stiel ist mit einer orangeroten Flüßigkeit gefüllt, die bei Verletzung heraus tropft. Ohne Speisewert, versteht sich.

Über diesen Pilz herrschte großes Rätselraten. Eine Lorchel wurde vermutet. Das Mikroskop hätte den Verdacht entschieden widerlegt. Der erfahrene Fachmann erkennt in ihm aber sofort den Violetten Lacktrichterling (Laccaria ametystea). Bei Lacktrichterlingen kommen nicht selten eigenartige Verwachsungen und Mißbildungen vor, die an Morcheln oder Lorcheln erinnern können.

Auch der Pilz des Jahres 2017 war heute vertreten. Mit dem Winterhalbjahr hat auch wieder seine große Zeit begonnen. In den nächsten Monaten können besonders die Gebüsche des Schwarzen Holunders wieder reiche Ernten des Judasohres (Hirneola auricula – judae) liefern. Einer der beliebtesten und bekanntesten Vitalpilze, der auch in der asiatischen Küche kaum wegzudenken ist.

Unser Erinnerungsfoto an eine schöne Wanderung durch den spätherbstlichen Kellerswald bei Bad Doberan. Wie seit Jahren regelmäßig im November konnten wir heute auch wieder Stammgäste aus unserem südlichen Nachbarland Brandenburg in unserer Mitte begrüßen. 04. November 2017.

Wann steht die nächste Pilzwanderung an? – Siehe unter Termine!

29. Oktober 2017 – Vereinseinsexkursion

Vereins- und Kartierungsexkursion

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Es geht durch das Bullenmoor bei Techentin

Achtung, wegen einer Unwetterwarnung für Sonntag fällt die geplante Vereinsexkursion aus! Der Wetterdienst rechnet mit einer schweren Surmlage!

Einer der schönsten und imposantesten Großpilze des Spätherbstes, Winters und Frühlings ist der Goldfell - Schüppling (Pholiota aurivella). Auch wenn die Pilze durch ihre Schönheit das Auge befriedigen, für den Kochtopf sind sie nicht empfehlenswert. Aber darum geht es heute auch garnicht, Kartieren ist angesagt.

Einer der schönsten und imposantesten Großpilze des Spätherbstes, Winters und Frühlings ist der Goldfell – Schüppling (Pholiota aurivella). Auch wenn die Pilze durch ihre Schönheit das Auge befriedigen, für den Kochtopf sind sie nicht geeignet. Aber darum geht es heute auch garnicht, Kartieren ist angesagt.

Treff am Sonntag, dem 29. Oktober 2017, um 08.00 Uhr auf dem schmalen Parkplatz gegenüber dem Zeughaus in Wismar, in der Ulmen – Straße. Die Exkursion soll durch ein Waldgebiet zwischen Mestlin und Goldberg gehen, in dem das Bullenmoor integriert ist. Ein Zweittreffpunkt für Interessenten aus der Region kann gegen 09.30 Uhr in der Augziner Straße am Waldrand sein. Von der B 392 in Techentin nach Augzin abbiegen. Nach etwa 1 Km erreicht man den Wald, in den links ein Waldweg einmündet. Hier können am Straßenrand einige Autos Platz finden.

Gäste sind auch zu unseren Vereinsexkursionen sehr herzlich eingeladen. Im Grunde laufen die Vereins- und Kartierungsexkursionen nicht anders ab wie die öffentlichen Pilzlehrwanderungen. Der Schwerpunkt liegt allerdings bei der Inventur des Waldes in punkto Großpilze. Inventur hört sich nun sehr umfassend an, aber wir können innerhalb von drei Stunden auch nur das erfassen, was uns gerade unter die Augen kommt und was wir korrekt ansprechen können. Im Zweifel muss mitgenommen und mikroskopiert werden. Wir können also nur einen Bruchteil von dem registrieren, was hier zu dieser Jahreszeit fruktifiziert. Eine solche Aktion ist immer nur eine Momentaufnahme. Eingebettet in dieses Laub- und Nadelwaldgebiet ist das sogenannte Bullenmoor. Moore können als ganz spezieller Lebensraum besonders interessant sein. Mal schauen, was uns hier erwartet. Die Tour dürfte deutlich bis in den Nachmittag andauern.

  • Für Nichtvereinsmitglieder wird eine kleine Teilnahmegebühr von 5.00 € erhoben.

21. Oktober 2017 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzwanderung

Ziel war der Steinbrink bei Grevesmühlen

Der Parkplatz im Ruheforst des Steinbrink. Ausgangs und Endpunkt unserer heutigen Pilzwanderung.

In der Aspektabfolge eines Pilzjahres befinden wir uns nun schon im Spätherbst (Mitte Oktober bis Mitte November). Dieser wird charakterisiert durch viele streuliebende Arten und Stubbenpilze. Dazu gehören Hallimasch, Stockschwämmchen, Rötel – Ritterlinge, Schirmpilze, Trichterlinge, Fälblinge und Helmlinge um nur einige Gattungen zu nennen. Natürlich wachsen auch noch Täublinge, Milchlinge, Ritterlinge und sogar die beliebten Röhrlinge waren vertreten. Hier insbesondere wenige Derbe Rotfüßchen, Flockenstielige Hexen – Röhrlinge, Schwarzblauende Röhrlinge und sogar Steinpilze. Insgesamt herrschte ein hohes Frischpilzaufkommen und es war für den Spätherbst noch sehr vielseitig. Hier einige Impressionen von heute:

An den am Waldparkplatz liegenden Holzstämmen begrüßten uns gleich diese Schwarzroten Stielporlinge (Polyporus badius). Wegen ihrer Zähfleischigkeit gelten sie als ungenießbar.

Einige begrüßende und einführende Worte über dieses, teils besondere Waldgebiet, von Ulrich Klein.

Einer der wichtigsten Speisepilze des Spätherbstes ist der Violette Rötel – Ritterling (Lepista nuda). Rötel – Ritterlinge besitzen rötlichen Sporenstaub im Gegensatz zu den echten Ritterlingen. Außerdem haben beide Gattungen eine vollkommen andere Lebensweise. Rötel – Ritterlinge sind Saprophyten und Ritterlinge gehen eine Symbiose mit Bäumen ein, es sind Mykorrhiza – Pilze.

Ein weiterer, sehr schmackhafter Speisepilz, wäre der an Nadelholz – Stubben wachsende Graublättrige Schwefelkopf. Vorsicht ist aber vor Verwechslungen mit dem bitteren und giftigen Grünblättrigen Schwefelkopf geboten, der im Alter, so wie hier, durchaus auch grauschwärzliche Lamellen durch sein dunkles Sporenpulver bekommen kann. Wir sehen hier also den giftigen Grünblättrigen Schwefelkopf (Hypholoma fasciculare).

Die Herbsttrompete (Craterellus cornucopioides) ist mit den Pfifferlingen verwandt, besitzt aber auf der Unterseite der Fruchtkörper keine Leisten. Leisten, Lamellen, Röhren oder Stacheln wurden zum Zweck der Oberflächenvergrößerung gebildet, um dadurch die Sporenproduktion um ein vielfaches steigern zu können. Die Trompeten scheinen durch ihre glatte Fruchtschicht diesbezüglich benachteiligt zu sein, versuchen dieses Manko aber oft durch Massenwachstum auszugleichen. Hervorragender Würzpilz nach Trocknung.

Der Hutfärbung des Purpurschwarzen Täublings (Russula atropurpurea) enthält die zwei namensgebenden Grundfarben schwarz und purpurviolett. Schwarz finden wie hauptsächlich in der Hutmitte, selbst wenn die Exemplare schon stark verblaßt sein sollten. Er wächst meist unter Eichen, gern zusammen mit dem Frauen – Täubling, der mit Abstand der bessere von beiden ist, da gezeigte Art etwas schärflich, unangenem schmeckt.

So war auch hier der Frauen – Täubling (Russula cyanoxantha) mit seinen geschmeidigen Lamellen nicht weit weg. Seine Hutfarbe kann allerdings stärker variieren. Hier sehen wir eine grünhütige Form. Er kann aber auch stahlblau, violett oder mit Mischfarben vorkommen. Bei der grünen Variante ist aber vorsicht geboten. Der Grüne Knollenblätterpilz kann ähnlich gefärbt sein. Sehr guter Speisepilz.

Der tödlich giftige Doppelgänger besitzt aber eine deutliche Stielknolle mit Hautlappen und eine Manschette im oberen Stielbereich, die hier noch die Lamellen schützend bedeckt. Grüner Knollenblätterpilz (Amanita phalloides). Die letale Dosis für einen erwachsenen Menschen beträgt ca. 50g Frischpilze.

Der große, fleischige Dickblättrige Schwarztäubling (Russula nigricans) ist zeitweise ein Massenpilz in Buchenwäldern. Seine schwarzen, abgestorbenen und mumifizierten Fruchtkörper sind oft noch bis zum nächsten Sommer auffindbar. Jung essbar, aber mindertwertig.

Sehr auffällig ist der Hutrand dieses Blätterpilzes gesäumt.

Es handelt sich um den Feuerfaserling (Psathyrella pyrotricha). Von vielen Autoren wird er nur als seltenere, orangebraun gefärbte Variante des Tränenden Saumpilzes gehalten. Optisch unterscheidet er sich von diesem nur durch die Farbgebung. Jung tränen die Lamellen und sind später schwärzlich punktiert. Essbar.

Noch etwas seltener als der Feuerfaserling ist sein Verwandter, der Schwefelfüßge Faserling (Psathyrella cotonea). Die ebenfalls für Mürblinge recht robuste Art wächst büschelig an Laubholz – Stubben, meist von Buchen. Der weiße Hut besitzt braungraue Schuppen und an der Stielbasis ist in der Regel ein schwefelgelber Myzelfilz erkennbar. Essbar.

Ein Schleimpilz. Es dürfte sich um die weiße Form der Gelben Lohblüte (Fuligo septica var. candida) handeln.

Der Rehbraune Dachpilz (Pluteus atricapillus) ist ein Freiblättler. Die Lamellen erreichen nicht den Stiel. Essbar.

Stillleben mit Sparrigen Schüpplingen (Pholiota squarrosa).

Der weiße Milchsaft des Braunfleckenden Milchlings (Lactarius fluens) schmeckt brennend scharf. Der Pilz ist ungenießbar!

Zum Vergleich: Honiggelber Hallimasch (Armillaria mellea), links, und Sparriger Schüppling (Pholiota squarrosa), rechts.

Schlanke Ahorn – Holzkeule (Xylaria longipes) regenfeucht und angeblitzt auf einem Stück Ahorn – Holz. Kein Speisepilz.

Noch junge, ungefleckte Gefleckte Helmlinge (Mycena maculata). Erst mit zunehmenden Alter bekommen diese an Eichen – Stubben häufigen Spätherbstpilze bräunliche Flecken auf Lamellen und Hut, sozusagen Altersflecken. Kein Speisepilz.

Will man Graukappen (Clitocybe nebularis) zum Essen mitnehmen, sollten möglichst junge Exemplare eingesammelt werden, so wie dieses. Abbrühen und fortschütten des Kochwassers ist aber anzuraten. Am besten trocknen und zu Würzpulver verarbeiten.

Ein junger, essbarer Schiefknolliger Anis – Champignon (Agaricus abruptibulbus). Erst wenn der Ring oder die Manchette die Lamellen freigeben, beginnt die Sporenreife und die Blätter verfärben sich zunehmend dunkel. Beim giftigen Karbol – Champigon wären sie in diesem Stadium leuchtend rosa, bei Anis – Champignons allenfalls graurosa. Guter Speisepilz.

Der Rauchfarbene Milchling (Lactarius azonites) ist zerstreut unter Eichen und Buchen auf guten, basischen Böden anzutreffen. Sein weißlicher Milchsaft, der sich rosa verfärben kann, soll mild bis scharf, auf jedenfall unangenehm schmecken. Kein Speisepilz.

Der Rauchfarbene Milchling (Lactarius azonites) von oben.

In fast allen Buchenwäldern oft ein Massenpilz ist der Buchen Spei – Täubling (Russula mairei). Er kann noch bis zum Winteranfang gefunden werden. Spei – Täublinge schmecken besonders in den Lamellen sehr scharf und können roh genossen sogar giftig wirken! Wobei auch gekocht von Genuss keine Rede sein kann!

Der Genusswert des karottenrötlich anlaufenden Safran – Schirmpilzes (Macrolepiota rhacodes) kann sich hingegen sehen b.z.w. schmecken lassen. Genommen werden nur die Hüte und können gleich am Stück gebraten werden.

Im Gegensatz zum viel selteneren Gift – Riesenschirmpilz, der ebenfalls rötet, ist der Hut des Safran – Schirmpilzes dicht graubräunlich beschuppt.

Auch Perlpilze (Amanita rubescens) sind gute Speisepilze und dürfen in den  Korb gelegt werden.

Riesige Büschel von Hallimasch. Da darf zugeschlagen werden!

Es handelt sich um Honniggelben Hallimasch (Armillaria mellea). Um zu prüfen, ob die Pilze noch frisch genug zum Verzehr sind, empfiehlt es sich auf die Hutmitte mit dem Finger zu drücken. Läßt sie sich nicht im weichen Hutfleisch eindrücken, so sind die Pilze trotz ihrer Größe noch jung und können geerntet werden. Nur die Hüte!

Sehr dekorativ sind diese Rosetten der Schmetterlings – Tramete (Trametes versicolor). Zur Speise ungeeignet, werden sie aber doch in der Naturheilkunde als sogenannte Vitalpilze genutzt. Sie sollen beispielsweise in der Krebs – Therapie hilfreich sein.

Sehr schwierig scheint die genaue Bestimmung der dunklen Korallen – Milchlinge ohne Mikroskop zu sein. In den 1990er Jahren wäre der hier gezeigte unter der Bezeichnung Breitblättriger Rußmilchling (Lactarius rugosus) in meine Kartei eingefloßen. Inzwischen scheint diese Bezeichnung nicht mehr relevant zu sein, so dass es sich entweder um den Rußfarbenen Milchling (Lactarius fuliginosus) oder den Dunklen Korallen – Milchling (Lactarius romagnesii) handeln dürfte. Hier kann aber nur das Mikroskop weiterhelfen. Kein Speisepilz.

Absolut keine Bestimmungsprobleme dürfte diese Pilzart auch nicht für den Laien verursachen. Kein Röhrling blaut derart intensiv wie der Schwarzblauende Röhrling (Boletus pulverulentus). Er ist natürlich essbar.

Ja haben wir schon wieder Frühling? Hier blüht wohl schon ein Buschwindröschen?

Der Verfärbende Schneckling (Hygrophorus cossus) ähnelt sehr dem viel häufigeren Elfenbein – Schneckling, beginnt sich aber bei zunehmender Alterung orangebräunlich zu verfärben. Essbar.

Der Dunkle Hallimasch (Armillaria obscura) bevorzugt die Fichte. Zahlreiche dunkelbraune Schüppchen finden sich auf seinem Hut und der wattige Ring ist charateristisch auf der Unterseite mit braunen Schuppen besetzt. Guter Speisepilz, aber roh giftig!

Die Herkuleskeule (Clavariadelphus pistillaris) ist eine recht seltene Pilzart kalkhaltiger Buchenwälder. Ihr Geschmack ist bitter und daher gilt sie nicht als Speisepilz, obwohl sie recht fleischig ist.

Der Gefleckte Rübling (Collybia maculata) ist zwar ein in großen Trupps vorkommender, auffälliger und attraktiver Blätterpilz, mit seinem gallebitteren Geschmack kann er aber jedes Pilzgericht ungenießbar machen.

Der Graue Wulstling (Amanita excelsa) ist zwar essbar, wenig schmackhaft und wenn überhaupt, nur vom Kenner zu sammeln, da er leicht mit dem giftigen Pantherpilz verwechselt werden kann. Graue Hüllreste, einfache, ungerandete Stielknolle und geriefte Manschette ist seine wichtigste Merkmalskombination.

Der Goldgelbe Zitterling (Tremella mesenterica) braucht zu seiner Entfaltung sehr feuchtes Wetter. Deshalb begegnen wir ihm im Winterhalbjahr an Laubholz – Ästen wesentlich häufiger als in der warmen Jahreszeit. Er gehört zu den Gallertpilzen und besteht fast nur aus Wasser.

Die Steife Koralle (Ramaria stricta) wächst im Sommer und Herbst auf am Boden liegenden Holzresten. Sie ist kein Speisepilz.

Tigel – Teuerlinge auf einem alten Fichten – Zapfen. Sie gehören zu den Nestlingen. Foto: Ulrich Klein.

Flockenstielige Hexen – Röhrlinge (Boletus luridiformis) finden wir von Mai – November unter Buchen, Eichen und Fichten. Die Blauverfärbung verschwindet bei der Zubereitung wieder, so dass auch das Auge diesen schmackhaften Speisepilz genießnen kann. Gut durchgaren!

Die Blautönung an den Röhren des rechten Exemplars rührt von der Lagerung zusammen mit Hexen – Röhrlingen im Sammelkorb her. Steinpilze (Boletus edulis) blauen ansonsten niemals.

Fundbesprechung. Foto: Ulrich Klein.

Am Ende einer schönen, pilzreichen Wanderung durch den Steinbrink noch unser obligatorisches Abschlußfoto. 21. Oktober 2017.

  • Wann wandern wir wieder? – Siehe unter Termine!

13. – 15. Oktober 2017 – Pilzseminar in Mecklenburg

Pilzwochenende in Mecklenburg

Wo? in Keez, bei Brüel

Ein Schmuck unserer Wälder und ein Glückssymbol, der Fliegenpilz (Amanita muscaria). Ein Pilz den jedes Kind kennt, aber wie sieht es mit den vielen weiteren Pilzarten aus die unsere Umwelt, insbesondere die Wälder bevölkern?

Ein Schmuck unserer Wälder und ein Glückssymbol, der Fliegenpilz (Amanita muscaria). Ihn kennt jedes Kind, aber wie sieht es mit den vielen anderen Arten aus, die Wald und Flur bevölkern?

Wie schon in den Vorjahren ludt auch in diesem Herbst der Steinpilz – Wismar in seine Außenstelle zu einem „Pilzwochenende in Mecklenburg“ ein. Bei unserem kleinen Pilzseminar handelt es sich nicht um eine streng wissenschaftliche Veranstaltung, sondern es geht in erster Linie um volkstümliche Pilzkunde für jedermann. Der Ort des Geschehens war Keez, genauer gesagt, die Keezer Schmiede, direkt an der B 104 bei Brüel, in Mecklenburg – Vorpommern, Landkreis Ludwigslust – Parchim. Das Grundstück liegt etwa 3 Kilometer aus Richtung Brüel kommend an der rechten Seite zur Bundesstraße und ist hier gleich das erste von drei Anwesen. Aus Richtung Schwerin kommend, das letzte auf der linken Seite. Parkmöglichkeiten sind in begrenzter Anzahl vorhanden. Ansonnsten können weitere Fahrzeuge an den Abzweigen nach Keez oder Golchen, in etwa 100 m Entfernung, geparkt werden. Zur Begrüßung unserer Gäste hatte ich eine kleine Pilzausstellung vorbereitet. Dazu fuhr ich am Vormittag noch kurz in den Wald und Park bei Schönlage.

Gefreut habe ich mich zu diesen farbenfreudigen Blutroten Täublingen (Russula sanguinea). Wir finden sie unter Kiefern auf etwas basischen Sandböden, gern längst der Waldwege oder an Straßenrändern. Durch ihre unerträgliche Schärfe sind sie ungenießbar. Typisch für die Art ist auch, dass ihre Lamellen etwas bogenförmig zum Stiel herab laufen.

Edel – Reizker (Lactarius deliciosus) bevorzugen den gleichen Standort. Sie wuchsen hier in verschwenderischen Mengen. Leider waren viele von ihnen schon überständig, nicht aber die im Bild zu sehenden Exemplare. Daher nahm ich sie für die Ausstellung mit.

Auch diese großen, aber noch recht jungen Graukappen (Clitocybe nebularis) bereicherten schon bald die Begrüßungsausstellung.

Ganz besonders habe ich mich über diesen immer seltener werdenden Schleierling gefreut. Es ist der Heide – Schleimfuß (Cortinarius mucosus). Ein essbarer Pilz der im Volksmund Brotpilz genannt wird. Durch Eutrophierung der Landschaft immer seltener werdend!

Im kleinen Park in Schönlage begrüßten mich große Mengen von Hallimasch. Hier sehen wir den Gemeinen Hallimasch (Armillaria polymyces).

Besonders ergiebig waren hier riesige Büschel des Honiggelben Hallimasch (Armillaria mellea).

Hallimasch sind die einzigen Stockschwämme, die weißes Sporenpulver abstreuen.

Der Honniggelbe Hallimasch (Armillaria mellea) fruktifiziert in großen Büscheln. Er besitzt lange, spindelige Stiele, einen gelblichen, häutigen Ring und wenig Schüppchen auf dem Hut.

Da konnte ich einfach nicht widerstehen und sammelte im handumdrehen einen großen Korb voll ein, denn wir brauchen dringend wieder Waldpilze für zukünftige Imbisstage. Sie wurden gekocht und eingefroren.

Blick auf die Ausstellung.

Das Programm

  • Freitag, der 13. Oktober ab 12.00 Uhr Anreise. Gegen 14.00 Uhr Beginn des Theorieteils, der wie gewohnt von unserem Pilzexperten Urich Klein in Power – Point Präsentation gestaltet wurde. Zwischendurch gab es Kaffee und Kuchen. Gegen 19.00 Uhr Abendbrot und danach gemütliches Beisammensein sowie Festlegung der morgigen Exkursionsgebiete.

Ulrich Klein eröffnet mit dieser Folie seinen Theorieteil.

Dabei ging es nicht nur um Giftpilze, sondern umfassend informierte er über die wichtigsten Gruppen der Großpilze bis hin zu ihren Übergängen zum Tier- und Pflanzenreich.

Ulrich Klein während seines Vortrages.

Demonstrieren des gelernten am lebenden Objekt während einer Pause an der Ausstellungsfläche.

Zum Schluß überreichte ich Ulrich wie immer am Ende seiner Ausführungen  eine kleine Aufmerksamkeit. Foto: Andreas Prohl.

Danke für deine Mühen und den wie immer tollen und vielseitigen Vortrag!

  • Sonnabend, der 14. Oktober – Exkursionstag. Um 08.00 Uhr Frühstück und gegen 09.00 starteten wir zur ersten Exkursion durch den Schlemminer Forst. Irena und Jonas brachten uns das Mittag dorthin und im Anschluß fuhren wir in den Kiefernforst bei Perniek. Gegen 19.00 Uhr gab es Abendbrot in Keez und anschließend in gemütlicher Runde Aufarbeitung und Besprechung unserer Funde.

Der Fernsehturm im Schlemminer Forst. Dort befindet sich ein Parkplatz und auch eine Sitzgelegenheit zum Picknick.

Hier begrüßten uns nicht nur große Büschel von Hallimasch, auch diese Gallertartigen Stumelfüßchen (Crepidotus mollis) wuchsen hier an Laubholz. Typisch für diese Art ist die gummiartig dehnbare Huthaut. Ungenießbar.

Den Ledergelben Schwindling (Marasmius torquescens) finden wir einzeln oder in kleinen Büscheln im basenreichen Buchenwald. Er ähnelt dem im Rasen wachsenden Nelkenschwindling, ist aber im Gegensatz zu diesem minderwertig.

Ulrich Klein beim Hörtest mit Schnecklingen. Der Hörtest mit dem „blub“ bei Schnecklingen ist für mich auch ein neuer Aspekt bei der Bestimmung dieser Wachsblättler.

Hier blubte ein Elfenbein – Schneckling. Den Finger auf die Hutmitte legen und ruckartig hochziehen. Foto: Beatrice Seidel.

Die länglichen Poren der Rötenden Tramete (Daedaleopsis confragosa) verfärben sich bei Berührung schmutzig braunrötlich.

Fachsimpeln mit Ulrich im Pilzrevier.

Der Zinnoberrote Hautkopf (Cortinarius cinnabarinus) wächst im Herbst in nicht zu sauren, gern basenreicheren Buchenwäldern. Der hygrophane Hut und auch der Stiel sind feucht schmutzig blutrot und trocken leuchtend zinnoberrot. Giftverdächtig.

Der Blutmilchpilz (Lycogala epidendron) ist ein Protist. Protisten sind einzellige Urwesen, zu denen auch die Schleimpilze gerechnet werden.

Sehr markant und höchstens mit dem sehr ähnlichen, ebenfalls essbaren Blauen Träuschling zu verwechseln ist der hier gezeigte Grünspan – Träuschling (Stropharia aeruginea).

Die harten und steifen Konsolen des Rotbraunen Borstenscheiblings ( Hymenochaete rubuginosa) finden wir oft zahlreich dachziegelartig übereinander an alten Eichen – Stubben.

Insbesondere bei den braunen Ritterlingen muss man die Baumart beachten, unter denen sie gefunden werden. Der Brandige Ritterling (Tricholoma ustale) ist ein Buchenbegleiter. Der Pilz gilt als minderwertig. Von oben betrachtet täuscht er oft braune Röhrlinge, insbesondere Maronen, vor.

Der Sparrige Schüppling (Pholiota squarrosa) ist der klasische Verwechslungspartner des Hallimasch. Er besitzt aber gelbes Fleisch, die Schuppen sind größer und stehen sparrig sowohl von Hut wie auch dem Stiel ab und sein Sporenpulzver ist nicht weiß, sondern braun. Essbar, nach überbrühen!

Der Hohlfuß – Röhrling (Boletinus cavipes) ist im Prinzip unverwechselbar. Seine bräunlichen Schüppchen, die ovalen Röhren, der hohle Stiel und sein Wachstum unter Lärchen kennzeichnen ihn ausgezeichnet. Der essbare Pilz ist in der Regel im Bergland zu hause. In Mecklenburg ist er selten, aber in Richtung Nordsee wieder etwas häufiger.

Holzbewohner mit Lamellen: ein Vertreter der Krüppelfüßchen (Crepidotus spec.) Zur korrekten Bestimmung sollte ein Mikroskop zu rate gezogen werden.

Eine Eidechse auf einem alten Stubben zwischen Trompeten – Pfifferlingen.

Trompeten – Pfifferlinge (Cantharellus tubaeformis) sind keine Blätterpilze, sie gehören zu den Leistlingen. In der tiefe bilden sie teils deutliche Querverbindungen aus. Foto: Ulrich Klein.

Der Buchen – Schlauchzitterling (Ascotremella faginea) wird auch Trugzitterling genannt, da er nicht, wie man vermuten könnte, zu den Gallertpilzen zählt, sondern den Schlauchpilzen zugerechnet wird. Die Art wurde erstmals 1890 in den USA beschrieben. 1944 tauchte er in Europa auf, nähmlich in England. Der Erstnachweis für Deutschland gelang am 10.09.1960 bei Bad Oldesloe in Schleswig – Holstein. Der Pilz hat sich weiter ausgebreitet und in Mecklenburg ist er nicht selten, vorwiegend an noch ziemlich frischem Buchenholz. Kein Speisepilz. Foto: Ulrich Klein.

Da der Spaltblättling (Schizophyllum comune) seinen Wohnsitz an besonders trocken liegenden Laubholzstämmen auf Lichtungen und an Wald- und Wegrändern eingerichtet hat, ist er meist direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Um sich vor zu starker Austrocknung zu schützen, hat er sich einen in der Pilzwelt einmaligen Trick einfallen lassen. Der Pilz kann je nach Wetterlage seine Einzellamelle auf- oder zuklappen. Er besitzt also gespaltene Lamellen. Foto: Ulrich Klein.

Ein fast schon monströses, großes, kompaktes Exemplar des Trockenen Schnecklings (Hygrophorus penarius). Vom Laien in dieser Form nicht ohne weiteres als Schneckling zu erkennen. Essbar.

Oberflächlich betrachtet durchaus ähnlich, aber mit Stacheln auf der Unterseite. Es handelt sich um den Semmelstoppelpilz (Hydnum repandum), der zu den Stachelpilzen zählt. Ein guter Speisepilz, der aber nicht zu alt verwendet werden sollte, da er dann bitter wird.

Hier sehen wir überwiegend den Rotgelben Stoppelpilz (Hydnum repandum) der ebenfalls essbar ist. Getrocknet sollen sie ein gutes Würzpulver ergeben.

Herbsttrompeten (Craterellus cornucopioides) im Buchenlaub. Foto: Ulrich Klein.

Weite, teils eckige Röhrenmündungen und ein grob genetzter Stiel zeichnen diese beiden Ziegenlippen (Xerocomus subtomentosus) aus. Essbar.

Endeckt! Vor der Kiefer hockt eine Glucke!

Sie durfte hocken bleiben, denn ganz so frisch war sie nicht mehr und die Schnecken hatten sie auch schon reichlich rasiert.

Wie viele Haarschleierlinge ändert sich die Färbung auch beim Graubräunlichen Dickfuß (Cortinarius annomalus) im Laufe seiner Entwicklung. In der Jugend graublau, im Alter eher bräunlich gefärbte Hüte. Kein Speisepilz.

Totentrompeten (Craterellus cornucopioides) und Steife Korallen (Ramaria stricta) in trauter Eintracht. Standortfoto.

Vereinzelt auch mal ein Steinpilz (Boletus edulis).

Der Rotstielige Leder – Täubling (Russula olivacea) gehört zu den Ockersporern. Besonders zur Stielspitze ist er meist rötlich überhaucht. Hier ist davon allerdings kaum etwas auszumachen. Ledertäublinge gelten eigentlich als gute Speisepilze, sollen aber vereinzelt schon zu leichten Vergiftungen geführt haben.

Schön sind hier die namensgebenden, spinnwebartigen Schleierreste am Stiel zu erkennen, die den Haarschleierlingen ihren Namen eingebracht haben. In ihnen verfängt sich das braune Sporenpulver.

Die namensgebende Gelbverfärbung beim Gilbenden Erdritterilng (Tricholoma argyraceum) setzt erst ein, wenn der Fruchtkörper in Zersetzung übergeht. Jung ist der Pilz esbbar.

Zwei häufige Stachelpilze: Links der Semmelstoppelpilz (Hydnum repandum) und rechts der Rotgelbe Stoppelpilz (Hydnum rufescens). Beide sind jung gute Speisepilze und geben getrocknet und gemahlen ein vorzügliches Würzpulver ab.

Ein Blick in meinen Sammelkorb.

Und dann war Mittag an frischer Waldluft angesagt.

Salzkartoffeln und Soße.

Gries und Sauerkirsch – Kompott, Kaffee und Eier.

Und Rohkostsalat. Ein großes Dankeschön an unsere gute Seele Irena!

Ankunft im Kiefernforst bei Perniek.

Insbesondere im Randbereich sind auch Weiden, Birken und Espen zu finden. Letztere Baumart rief hier in großen Mengen den Pappel – Ritterling (Tricholoma populinum) auf den Plan.

Ein großer, brauner, fleischiger Ritterling mit Mehlgeruch, den wir oft in großen Hexenringen unter Pappeln finden können.

Da er essbar, fleischig und somit ergiebig ist, nahmen wir die schönsten Exemplare mit. Sie wurden am Abend geputzt, aufgekocht und eingefroren. Wichtig ist, dass beim Putzen die Huthaut entfernt wird, da sie Bitterstoffe enthält. Wer mit Heuschnupfen ansitzt, sollte sie nach Möglichkeit regelmäßig essen, da der Pappel – Ritterling die Symtome lindern soll.

Der Purpurfilzige Holzritterling (Tricholomopsis rutilans) ist an Kiefernholz gebunden. Der wunderschöne, farbenfrohe Pilz wäre zwar essbar, soll aber dumpfig schmecken. Er ist also eher etwas für das Auge!

Kuhpilze gab es heute keine, aber dieses Rindviech scheint sich uns gerne anschließen zu wollen.

Die rotmilchenden Milchlinge nennt man Reizker. Hier sehen wir den Edel – Reizker (Lactarius deliciosus), den wir ausschließlich unter Kiefern finden.

Schließlich verwöhnte uns Irena noch mit Kaffee und Kuchen.

Nach der Ankunft in Keez wurden die interessantesten Funde auf Papptellern sortiert und im Anschluß nochmals vorgestellt und besprochen.

Es ist einiges zusammen gekommen. Foto: Beatrice Seidel.

Und schließlich mußten auch noch die Speisepilze geputzt werden. Dieses ist durchaus wichtig, um die jeweilige Pilzart besser kennen zu lernen. Konsistenz und Geruch prägen sich dann ganz besonders gut ein, insbesondere bei neu hinzugelernten Arten. Foto: Beatrice Seidel.

  • Sonntag, der 15. Oktober: Gegen 09.00 Uhr Frühstück und danach weitere Pilzbestimmungen und Vervollständigung der kleinen Ausstellung. Um 12.00 Uhr gab es Mittag mit Verkostung verschiedenen Speisepilze und im Anschluß Aufbruch zur Abschlußexkursion durch die Jülchendorfer Buchen mit Kaffee und Kuchen zum Abschied.

Fundbesprechung am Sonntag. Foto: Beatrice Seidel.

Es sind reichlich Arten zusammen gekommen.

Täublingsbestimmung mit Hilfe chemischer Farbreaktionen.

Inzwischen wurden auch die Pilzarten zur Verkostung vorbereitet.

Irena bei der Zubereitung. Foto: Beatrice Seidel.

Und hier das Ergebniss. Von Zwiebeln flankiert kristalisiert sich ein leckerer Speisepilz heraus, bestehend aus Pappel – Ritterlingen, Herbsttrompeten, Edel – Reizkern und Trompeten Pfifferlingen. Die Verkostung kann beginnen! Foto: Beatrice Seidel.

Jonas führte während der Abstimmung die Strichliste. Gewonnen hat wie erwartet der Edel – Reizker, gefolgt von der Herbsttrompete und dem Pappel – Ritterling. Schlußlicht war der Trompeten – Pfifferling. Das lag aber wohl daran, das von ihm einfach zu wenig dabei war, um seine tatsächlichen Geschmacksqualitäten ausreichend zu bewerten.

Die Ausstellungsfläche hat sich weiter gefüllt.

Der am Freitag noch hahezu geschloßene Hallimasch hat sich sichtlich weiterentwickelt.

An die 50 Pilzarten lasteten die Ausstellungsfläche vollkommen aus.

Ankunft bei sonnig – warmen Wetter zur Abschlußexkursion in den Jülchendorfer Buchen.

Hier begrüßten uns neben Graukappen auch Hexenringe von Fuchsigen Rötel – Trichterlingen (Lepista flaccida). Die Pilze sehen tatsächlich wie Trichterlinge aus, zählen aber zu den Rötel – Ritterlingen. Essbar.

Der weißmilchende und sehr scharfe Falbe Milchling (Lactarius pallidus) ist ein strenger Buchenbegleiter auf basischen Böden.

Um welche Vertreter aus der Riesengattung der Haarschleierlinge (Cortinarius spec.) es sich hier handelt, konnte leider nicht geklärt werden.

Fast nur noch ein Fragment, da von Schnecken schon reichlich heimgesucht, aber dennoch eindeutig bestimmbar. Es handelt sich um den stark giftigen Pantherpilz (Amanita pantherina). Die weißen Hüllreste auf dem brauen Hut und der geriefte Hutrand ist eine Merkmalskombination, die auch beim fehlen anderer, wichtiger Kennzeichen eindeutig dieser Pilzart zugerechnet werden kann. Würden die weißen Hüllreste jedoch fehlen, wäre der geriefte Hutrand zur Abgrenzung zum essbaren Grauen Wulstling nicht mehr ausreichend!

Der Birnen – Stäubling (Lycoperdon pyriforme) ist an altem, modrigem Holz zu finden. Jung wäre er theoretisch essbar, ist aber gummiartig zäh und daher sehr geringwertig.

Der Echte Pfifferling (Cantharellus cibarius) besitzt keine Lamellen, sondern Leisten auf der Hut – Unterseite.

Unmengen von leckeren Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis) überziehen einen alten Buchen – Stubben. Im Gegensatz zum weißsporenden Hallimasch streuen ihre Lamellen braunes Sporenpulver ab, so dass die unteren Hüte im Büschel dunkler erscheinen.

Dichte und gebogene, weiße Verästellungen besitzt die Kammkoralle (Clavulina christata). Korallenpilze dürfen nicht mit Krausen Glucken verwechselt werden, da einige von ihnen schwach giftig sein können. Diese ist allerdings harmlos.

Der Gelbmilchende Helmling (Mycena crocata) ist bei näherer Betrachtung ein sehr hübscher Geselle, der an Laubholzästchen in basenreichen Buchenwäldern gelegentlich in Mengen vorkommen kann. Sein orangeroter Milchsaft tropft beim abbrechen reichlich aus der Stielbasis. Kein Speisepilz.

Abschiedsfoto nach Kaffee und Kuchen in Jülchendorf. 15.10.2017.

Irena, Jonas und Reinhold bedanken sich auch an dieser Stelle nochmals ganz herzlich für die liebevoll verpackten Abschiedsgeschenke!

Anmeldungen für mögliche Pilzwochenenden im nächsten Jahr können unter folgenden Anschriften erfolgen: Irena Dombrowa, 19412 Keez, Dorfstraße 1 oder Steinpilz – Wismar, ABC Straße 21 in 23966 Wismar. Am besten auch per 

E- Mail: steinpilz.wismar@t-online.de

08. Oktober 2017 – Pilzwanderung des BUND

Pilzwanderung im Lübschen Forst Ritzerau

BUND – Pilztag im Forst Ritzerau.

Organisiert wurde diese seit vielen Jahren traditionelle Veranstaltung von der Kreisgruppe des BUND im  Herzogtum Lauenburg. Nach der Begrüßung und einigen einführenden Worten starteten wir von hier aus in mehreren Gruppen unter Leitung von Pilzexperten aus Schleswig – Holstein und vom Steinpilz – Wismar zu zweieinhalbstündigen Exkursionen durch das interessante Waldgebiet. Gegen 13.00 Uhr fanden sich alle wieder am Forsthof ein und legten ihre gesammelten Werke nochmals den Fachleuten vor. Inzwischen hatte der Koch bereits seine große Bratpfanne angeheizt und eingekaufte Edelpilze warteten darauf mit von uns gefundenen, essbaren Waldpilzen, zu einer herzhaften Pilzpfanne verarbeitet zu werden, die dann käuflich erworben werden konnte. Es wurde also neben reichlich wissenswertem aus dem Reich der Großpilze auch für das leibliche Wohl gesorgt.

In diesem Zusammenhang noch ein Erinnerungsfoto von Harry Käding der diese Veranstaltung Jahrelang mit betreut hatte und leider vor wenigen Jahren verstorben ist. Du bist nicht vergessen!

In diesem Zusammenhang noch ein Erinnerungsfoto von Pilzberater Harry Käding, der diese Veranstaltung jahrelang mit betreut hat und leider vor einiger Zeit verstorben ist. Seine humorvolle Art Pilzwissen unter die Leute zu bringen war einmalig! Lieber Harry, du bist nicht vergessen!

Hier einige Impressionen von heute

Aufbruch bei strahlendem Sonnenschein zur Pilzwanderung.

Die ersten Pilze ließen nicht lange auf sich warten. Dieser Langstielige Knoblauch – Schwindling (Marasmius alliaceus) zählte zu den beliebtesten Sammlerobjekten im Lübschen Forst Ritzerau.

Hallimasch gab es in großen Mengen. Hier ist es ein junger Fruchtkörper des Gelbschuppigen Hallimasch (Armillaria lutea). Herzhafter Speisepilz, der aber roh giftig ist!

Was ist denn das? – Ein Erdstern?

Nein, ein Ritterling. Eigenartiger weise platzte die Huthaut des rechten Fruchtkörpers sternförmig auf. Es handelt sich um essbare Gilbende Erdritterlinge (Tricholoma argyraceum).

Diesen stattliche Täubling, mit seinen satt gelben Lamellen, hätte man leicht für einen essbaren Leder – Täubling halten können. Eine Kostprobe der Lamellen belehrte uns eines besseren. Es handelt sich um den Scharfen Honig – Täubling (Russula veternosa).

An Holzresten finden wir die häufige Steife Koralle (Ramaria stricta). Sie ist geringwertig.

Der Buchen – Klumpfuß (Cortinarius amoenolens) ist eine stattliche Charakterart basenreicher Buchenwälder. Ungenießbar.

Die Herbst – Lorchel (Helvella crispa) säumt um diese Jahreszeit viele Waldwege in Laubwäldern. Sie kann gegessen werden, ist aber gut zu erhitzen.

Wegen der starken Regenfälle der letzten Tage ist von der sattgelben Färbung des Goldgelben Zitterlings (Tremella mesenterica) nicht mehr viel übrig geblieben.

Ein Massenpilz dieser herbstlichen Wochen ist an Laub- und Nadelholzstümpfen der giftige Grünblättrige Schwefelkopf (Hypholoma fasciculare).

Das Grüngelbe Gallertkäppchen (Leotia lubrica) ist ein gelatinöser Geselle, der oft in größeren Trupps an kurzmoosigen Stellen und Böschungen wächst. Als Speisepilz ist er kaum zu gebrauchen.

Graukappen (Clitocybe nebularis) im Herbstlaub. Ein umstrittener Speisepilz.

Typische Hutoberfläche des Spitzschuppigen Schirmpilzes (Lepiota aspera). Der recht große Schirmling ist ungenießbar.

Auch frische Herbsttrompeten (Craterellus cornucopioides) waren im Angebot.

Hallimasch (Armillaria spec.), links, und sein minderwertigerer Doppelgänger, der Sparrige Schüppling (Pholiota squarrosa).

Das ist doch ein schöner Anblick. Maronen – Röhrlinge, Hallimasch und Herbsttrompeten ergeben eine wirklich leckere Pilzpfanne!

Gegen 13.00 Uhr fanden sich alle Pilzsucher wieder an der alten Köhler – Hütte ein und breiteten ihre Funde auf dem dafür vorgesehenen Sortiertisch aus.

Alle Speisepilze, die der Pilzpfanne beigefügt werden sollen, werden nach Zugehörigkeit sortiert, nochmals vom Fachmann begutachtet und im Anschluß gesäubert und kleingschnitten.

Inzwischen hat sich bereits am Imbissstand eine Schlange gebildet, denn die frische Waldluft hat sich mit herzhaften Bratenduft angereichert und macht Appetit.

Unterdessen bietet Irena Herbsttrompeten, Trompeten – Pfifferlinge, Stockschwämmchen und junge Hallimasch portionsweise zum kleinen Preis zum mitnehmen an.

Auch der Pilz des Jahres 2017, das Judasohr (Hirneola auricula – judae) war mit dabei.

In gemütlicher Runde klang der Tag am Nachmittag gesellig und gesättigt aus.

  • Anmeldungen zu einer Neuauflage dieser Veranstaltung können beim BUND im Kreis Herzogtum Lauenburg erfolgen. Sie findet voraussichtlich am Sonntag, dem 23. September 2018, statt.

07. Oktober 2017 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Sie führte durch das Glasermoor bei Kritzow

Felder, Wiesen, Moore und Wälder in einer hügeligen Landschaft prägten unsere Route auf dem Archäologischen Lehrpfad durch die Kritzower Berge.

Im Frühsommer des Jahres 2014 waren wir hier schon einmal im Zuge einer Vereinsexkursion unterwegs. Das Frischpilzaufkommen hielt sich damals nicht nur wegen der noch recht frühen Jahreszeit in Grenzen, sondern vor allem wegen der herrschenden Trockenheit. Nichts desto trotz war die damalige Tour ein großes Erlebnis, denn die Landschaft ist hier besonders urwüchsig und abwechlungsreich. Mächtige, märchenhafte Baumriesen, eine reizvolle Moorseelandschaft und das tangieren des Warnowtals und schließlich die bewaldeten Kritzower Berge, sorgen für viel Abwechslung. Heute herrschte alles andere als Trockenheit, es regnete zeitweise und auch die Pilzflora hatte erheblich mehr zu bieten als vor drei Jahren. Hier wie immer einige Bilder:

Aufbruch von Kritzow bei feuchten Wetterbedingungen.

Die ersten Pilze ließen nicht lange auf sich warten. Hier sehen wir einen unserer besten Speisepilze, den Nelkenschwindling (Marasmius oreades) mit seinen entfernt stehenden Lamellen und der ledergelblichen Färbung (oben) zusammen mit seinem giftigen Verwechlungspartner, dem Wiesentrichterling (Clitocybe rivulosa).

Am Wegesrand Hexenringe von recht ansehnlichen, fleischigen Blätterpilzen. Rettichgeruch und tränende Lamellen kennzeichnen den Gemeinen Rettich – Fälbling (Hebeloma crustuliniforme). Ein ungenießbarer Pilz!

Unter Eichen zu finden und in diesem Jahr ein Masenpilz mit stechendem, nach Leuchtgas riechendem Geruch, ist der Schwefel – Ritterling (Tricholoma sulphureus). Auch er ist ungenießbar.

Moortümpel am Feld- und Waldrand.

Fleischrote Lacktrichterlinge (Laccaria laccata) können ein Mischpilz – Gericht bereichern.

Auch die filigran strukturierten Herbstlorcheln (Helvella crispa) sind dazu geeignet. Aber Vorsicht, alle Lorcheln sollen roh giftig sein!

Wie alle Flämmlinge ist auch der Beringte Flämmling (Gymnoplilus junonius) galle bitter und kann jedes Gericht ungenießbar machen.

Als uneingschränkter Leckerbissen gilt hingegen der Steinpilz (Boletus edulis). Insbesondere getrocknet entwickelt er sein Aroma.

Viel wissenswertes vermitteln aufgestellte Schautafeln.

Einer der häufigsten Pilze war heute die Graukappe (Clitocybe nebularis). Als Speisepilz ist sie sehr gewöhnungsbedürftig. Es gibt aber auch Liebhaber dieses streng schmeckenden und riechenden Herbstpilzes.

Dann schon lieber den am selben Standort in Hexenringen vorkommenden Fuchsigen Rötel – Trichterling (Lepista flaccida), zumal wenn er so frisch ist, wie diese Exemplare.

Essbar ist auch der recht seltene Stink – Champignon (Agaricus impudicus). Er ähnelt dem Echten Waldchampignon, rötet aber kaum.

Die Hüte des Hallimasch (Armillaria spec.) sind schmackhafte Speisepilze. Roh sind sie aber giftig und müssen vor dem Verzehr ausreichend gegart werden, mindest 20 Minuten erhitzen! Für empfindliche Personen ist blanchieren und fortschütten des Kochwassers ratsam.

Tief und weit auslandende Baumkrone an einem kleinen Gewässer.

Ein Büschel Honiggelber Hallimasch (Armillaria mellea).

Auch hier hat der Orkan vom Donnerstag seine Spuren hinterlassen.

Ein Blick durch`s Geäst auf die weite Landschaft.

Immer wieder wirklich beeindruckende Baumgestalten!

Der essbare Safran – Schirmpilz (Macrolepiota rhacodes) rötet an verletzten Stellen.

Der Violette Rötel – Ritterling (Lepista nuda) teilt seinen Standort oft mit Graukappen und Fuchsigen Rötel – Trichterlingen und bildet ebenfalls gerne Hexenringe aus. Von den genannten Arten ist er der beste Speisepilz, aber roh giftig. Also gut durchgaren!

Pilzfreunde mit guten Augen entdeckten aus dieser Distanz Pilzfruchtkörper an der gegenüber liegenden Eichen – Kannte und begaben sich dort hin.

Es waren mastige Perlpilze (Amanita rubescens). Gute Speisepilze.

Aber auch eine weitere Wulstlings – Art war dabei, Grüne Knollenblätterpilze (Amanita phalloides). Hier war also gut und böse nah bei ein ander. Bereits 50g dieser Wulstlinge können einen erwachsenen Menschen töten! Sein Genuss stellt den Super – Gau dar! Wir sehen hier sowohl Perlpilze, wie auch Grüne Knollenblätterpilze.

Und hier wären wir wieder bei Röhrlingen. Maronen zählen zu den beliebtesten Speisepilzen und sind tatsächlich sehr schmackhaft. Aber bitte auch immer schön durchgaren, da in rohen Pilzen ebenfalls Giftstoffe vorhanden sind!

Hier unser Erinnerungsfoto, bei dem allerdings nicht alle Teilnehmer zu sehen sind. 07. Oktober 2017 in den Kritzower Bergen.

Wann wandern wir wieder? – Siehe unter Termine!

30. 09. – 01.10. 2017 – Tage der Pilze in Rehna

18. Tage der Pilze in Rehna

Pilzverein Heinrich Sternberg Rehna e.V.

Schon an den Ortseingängen und auch in der Kleinstadt selbst machten große Schilder auf die Tage der Pilze außmerksam.

Und diese originellen Wegweiser wiesen die Richtung zur Pilzausstellung.

Kistenweise wurden die Pilze angeliefert, mußten sortiert, platziert und ausgeschildert werden.

Die Öffnungszeiten waren: Sonnabend, der 30. September von 10.00 – 18.00 Uhr und Sonntag, der 01. Oktober von 10.00 – 16.00 Uhr. Am Sonnabend starteten gegen 10.00 Uhr vom dortigen Parkplatz aus Pilzwanderungen in die Wälder der Umgebung.

Begrüßung der Pilzwanderer auf dem Parkplatz vor dem Kloster Rehna durch den Versitzenden des örtlichen Pilzvereins Torsten Richter (im gestreiften Hemd). Foto: Jürgen Horn.

Hier einige Impressionen von unserer Pilzwanderung durch den Woitendorfer Wald.

Erwartungsvolle Ankunft im Staatsforst Rehna (Woitendorfer Wald).

Der Birnen – Stäubling (Lycoperdon pyriforme) ist minderwertig. Im Gegensatz zum ähnlichen, wie mit Grieskörnchen bestreuten Flaschen – Stäubling, ist dieser zum Essen nicht zu empfehlen.

Äußerst elegant erscheint uns diese Herbsttrompete (Craterellus cornucopioides). Zusammen mit weiteren Artgenossen sollte sie so manchen Sammlerkorb füllen.

Rotfuß – Röhrlinge (Xerocomus chrysenteron) dürfen gegessen werden, schmecken aber etwas säuerlich, was nicht jedermanns Geschmack ist.

Der sehr seltene Starkriechende Pfifferling (Cantharellus lutescens) war der Top – Fund des Tages! Der Woitendorfer Wald ist ein wahres Raritäten – Kabinet, was er uns auch heute bewies. Dieser Pfifferling besitzt auf der Unterseite keine Leisten, allenfalls ist er etwas gefaltet oder geadert. Sein Geruch beindruckt ganz besonders. Er riecht lieblich nach Mirabellen, einer Pflaumen – Art. Obwohl essbar, verbietet sich derartiges aufgrund seiner Seltenheit von selbst. Standortfoto.

Der geringwertige Dickblättrige Kohlentäubling (Russula nigricans) rötet zunächst bei Verletzung und schließlich schwärtzt der gesamte Fruchtkörper.

Diese Stockschwämmchen machen ihrem Namen alle Ehre. Anstatt, wie üblich auf einem Baumstumpf, wuchsen sie wirklich an einem Stock!

Schön, aber ungenießbar, ist der Scharfe Honig – Täubling (Russula veternosa). Seine gelblichen Lamellen sind im Geschmack brennend scharf. Wir finden ihn nicht selten unter Buchen und Eichen auf basenreicheren Böden.

Dieser Langstielige Knoblauchschwindling (Marasmius alliaceus) ist ein Weißsporer, was gut auf dem weißlich bepuderten Stiel zu erkennen ist. Die Hüte konnen in einer Pilzsuppe Verwendung finden.

Die beigen Lamellen dieses ungenießbaren Gallen – Täublings (Russula fellea) sind teilweise gegabelt.

Eine Augenweide sind die Orangen Becherlinge (Aleuria aurantia). Wir finden sie auf feuchten Waldböden, mitunter sogar in ausgefahrenen Spurrinnen auf Waldwegen. Die Schlauchpilze sind zwar essbar, aber bei ihrer Schönheit und Dünnfleischigkeit sollten sie lieber im Wald gelassen werden. Sie können dann eventuell weitere Spaziergänger erfreuen und vor allem ihrer natürlichen Aufgabe nachkommen.

Der Herbe Zwergknäuling (Panellus stypticus) ist ein häufiger Besiedler von abgestorbenen Laubholz, gern an Eichenholz. Er schmeckt bitter und ist daher ungenießbar.Lamellenansatz und Stiel sind schwarf abgegrenzt.

Der Gelbschuppige Hallimsch (Armillaria lutea) wächst in dichten Büscheln auf Laubholzstümpfen und Stöcken. Wie alle Hallimasch – Arten ist er roh giftig und muss gut durchgegart werden. Dann ist er würzig und lecker. Verwendung finden in der Küche nur die Hüte.

Junge Gift – Häublinge (Galerina marginata) auf einem bemoosten Laubholzstock. Er enthält die selben Gifte wie der Grüne Knollenblätterpilz und ist damit potentiell tödlich. Vorsicht beim Sammeln von Stockschwämmchen!

Gift – Häublinge (Galerina marginata) von oben. Auch ihre Hüte können denen des Stockschwämmchens durch hygrophane Randzonen sehr ähnlich sehen.

Links Gift – Häublinge (Galerina marginata), rechts Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis).

Naturfreund Christopher Engelhardt aus Lübeck beim Fotografieren der Gifthäublinge.

Der Dunkle Korallen – Milchling (Lactarius romagnesii) ist in guten Buchenwäldern zuhause. Die anfänglich weiße Milch färbt sich an der Luft relativ schnell korallenrötlich. Außerdem soll sie bei Berührung Fäden ziehen. Ungenießbar.

Stattliche Frauen – Täublinge werden begutachtet.

Das hat sich schon gelohnt!

Der Weißbehangene Erlen – Schüppling (Pholiota alnicola) ähnelt etwas dem Hallimasch. Besitzt aber kaum Schüppchen auf dem Hut und ist ein Braunsporer. Ungenießbar.

Schaut man sich die Verbreitungskarte für diese Art auf Pilzkartierung M-V an, so hat es den Anschein, dass der Gelbrandige Saftling (Hygrocybe insipida) fast nur im Nordwestmecklenburger Raum vorkommt. Das dürfte einfach daran liegen, dass unsere Region mit Abstand die Bestuntersuchte unseres Bundeslandes ist. Standortfoto.

Das Goldgelbe Wiesenkeulchen (Clavulinopsis helvola) findet sich nicht nur auf Wiesen, sondern auch in Wäldern, oft mit Saftlingen vergesellschaftet. So war es auch in diesem Fall. Die Verbreitungskarte dieser Art ist ebenfalls wie bei vielen weiteren Pilzen sehr Nordwestmecklenburg – lastig.

Stolz erhebt sich dieser Steinpilz (Boletus edulis) aus dem welken Buchenlaub. Standortfoto.

Chris Engelhardt stellt uns nicht ohne Stolz einen Strubbelkopf – Röhrling vor.

Auch die Herkules – Keule (Clavariadelphus pistilaris) ist kein alltäglicher Fund, aber in diesem Gebiet seit längerem bekannt.

Der Flockenstielige Hexen – Röhrling (Boletus luridiformis) ist nah mit dem Steinpilz verwandt, wird aber aufgrund seiner rötlichen Färbungen und dem starken blauen von vielen gemieden. Der Kenner weiß ihn zu schätzen.

Ein sehr guter Speisepilz ist auch der Kurzstielige Leder – Täubling (Russula curtipes). Er wirkt mitunter wie ein großer Speisetäubling. Seine Hutmitte ist oft zart bereift.

Wie der Name schon vermuten läßt, ist sein Stiel im Vergleich zur Hutbreite meist relativ kurz.

Ankunft in Rehna nach den Wanderungen. Gefüllte Körbe und so manch schönes Ausstellungstück waren dabei.

Leckeres für die Küche. Ein Mischpilzgericht vom Fachmann gesammelt.

Die aktiven Pilzfreunde um den Vorsitzenden des einzigen Pilzvereins Mecklenburg – Vorpommerns, Torsten Richter und seine fleißigen Schüler, haben auch in diesem Jahr wieder ein reichhaltiges Aufgebot an Frischpilzen zusammen getragen. Am Freitag Nachmittag wurde aufgebaut und ab 10.00 Uhr am Sonnabend konnten die Ergebnisse in Augenschein genommen werden.

Nachdem Entrichten der 2,00 € Eintritt wurden die Besucher wie immer von einem Mee(h)r von Fliegenpilzen begrüßt.

Immer ein toller Anblick! Bei so vielen Glücksbringern konnte wirklich nichts mehr schief gehen.

Pilze so weit das Auge reicht auch in diesem Jahr.

Holzbewohner.

Ein sehenswerter Schautisch.

Ständig kommen neue Arten hinzu und es müssen Namensschilder heraus gesucht werden.

Imposant waren auch die Goldfarbenen Glimmerschüpplinge.

Täublinge und Milchlinge.

Und natürlich durften auch die Röhrlinge nicht fehlen.

Pilzsammler konnten ihre Fundstücke fachmännisch von den Pilzberatern Alexander Glomb und Reinhold Krakow prüfen lassen. Auch weitere, besonders interessante Exponate wurden gerne für die Ausstellung gestiftet, worüber sich die Organisatoren natürlich sehr freuten.

Auch am Imbissstand von Irena und Monika herrschte ständig Andrang.

Es gab Reispilzpfanne und herzhafte Pilzsuppe. Natürlich auch frisch gebackene Waffeln und Kaffee.

Vieleicht findet an diesem Wochenende auch wieder zeitgleich das Erntedankfest der evangelischen Kirche statt, so das ein Besuch doppelt lohnen würde.

Auch fand an diesem Wochenende wieder das Erntedankfest der evangelischen Kirche statt, so dass ein Besuch doppelt lohnte.

Das Wetter war bestens, die Pilze reichlich, genau wie die Besucher und so wurden die Tage der Pilze ein voller Erfolg. Es gelangten immerhin 325 Pilzarten zur Auslage! In diesem Sinne hoffen die Rehnaer Pilzfreunde auch auf günstige Wachstumsbedingungen, gutes Wetter und viele Interessierte im nächsten Jahr, damit die 19. Tage der Pilze wieder ein Erlebnis werden.

Übrigens konnte, wer wollte, bei Christopher Engelhardt auch einen Blick durch`s Mikroskop nehmen, um die Wunderwelt des Mikrokosmos zu bestaunen, der bei der korrekten Pilzbestimmung mitunter unerläßlich ist.

Am Ende der Pilzschau war wieder eine Staffelei mit den besten Arbeiten des Schüler – Mahlwettbewerbs zum Thema Pilze aufgestellt. Mit einem Stimmzettel konnte man seine Favoriten auswählen und der Wahlurne anvertrauen.

Es waren wieder sehr kreative Arbeiten dabei, von denen diese hier stellvertretend stehen sollen.

Die Herbstrompete ist im Loge des Rehnaer Pilzvereins integriert.

Unterstützt wurde diese Veranstaltung durch zahlreiche Sponsoren aus der Region und natürlich auch vom Steinpilz – Wismar.

22. – 25. 09. 2017 – Großpilzausstellung in Wismar

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

25. Großpilzausstellung in der Hansestadt Wismar

Mit 290 Pilzarten war unsere diesjährige Pilzschau wieder sehr umfänglich.

Zum 25. mal nach der Wende gab es in diesem Herbst eine große Pilzausstellung in unserer Stadt. Angefangen hatte alles im Jahre 1990 auf Initiative des damaligen Umweltamtes in den Räumlichkeiten dieser Behörde. Danach ging es für zwei weitere Pilzschauen direkt auf die Fußgängerzone in der Innenstadt, auf den heutigen Rudolf Karstadt Platz, direkt vor dem Stammhaus des bekannten Unternehmens und vor der damaligen, städtischen Pilzberatungsstelle genau gegenüber.

Ausstellung am 30.09.1993 auf der Fußgängerzone vor dem Karstadt Warenhaus in Wismar. Von links: Prof. Dr. Jürgen Schwik, Reinhold Krakow, eine Mitarbeiterin des Umweltamtes, dessen Namen mir leider nicht mehr geläufig ist und Gerhard Holst, Ornitolge und Storchenvatter des damaligen WismarA.

Freiluftausstellung am 30.09.1993 auf der Fußgängerzone vor dem Karstadt Warenhaus in Wismar. Von links: Prof. Dr. Jürgen Schwik, Pilzberater Reinhold Krakow, eine Mitarbeiterin des Umweltamtes, dessen Namen mir leider nicht mehr geläufig ist und Gerhard Holst, Ornitolge und damaliger „Storchenvater“.

Es folgten große Ausstellungen im Rathaus und schließlich seit dem Jahre 2004 in der ABC Straße 21, dem Domizil des mykologischen Informationszentrums Wismar, in der ABC Straße 21.

Pilzausstellung im Rathaus Wismar um das Jahr 200 herum.

Pilzausstellung im Rathaus Wismar um das Jahr 2000 herum.

Wir feierten also ein Jubiläum und dieser Sachverhalt wurde auch an der Pilzfront zur Kenntnis genommen. Wir konnten reichlich attraktives Ausstellungsmaterial für diesen Höhepunkt einsammeln. So waren wir  an den Vortagen in den unterschiedlichsten Wäldern, Parks und Wiesen unterwegs und das angelieferte Material haben wir in mehreren Kühlschränken frisch gehalten. Ab Donnerstag begann dann der Aufbau, wobei bis zum Schluß immer wieder ausgewechselt und erneuert wurde, damit auch am Sonntag und Montag noch eine möglichst sehenswerte und aussagekräftige Frischpilzschau geboten werden konnte.

Nicht nur die ansehlichen Riesen – Schirmpilze (Macrolepiota procera) waren als Hingucker in der Ausstellung zu bewundern.

Auch Raritäten wie diese Rotbraunen Korkstachelinge (Hydnellum congrescens) werteten die Pilzschau auf.

Haarschleierlinge waren mit zahlreichen Arten vertreten. Hier sehen wir den Buchen – Klumpfuß (Cortinarius amoenolens) aus der Schwintzer Heide.

Die Öffnungszeiten

Freitag, der 22.09. von 14.00 – 18.00 Uhr

Sonnabend, der 23.09. von 10.00 – 18.00 Uhr

Sonntag, der 24.09. von 10.00 – 18.00 Uhr

Zusätzlich auch am Montag, dem 25.09. von 09.00 – 18.00 Uhr.

  • Eintritt: 2.00 €

Es gab nicht nur die vielen frischen Pilze zu bewundern, die die Pilzfreunde der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V. an den Vortagen zusammengetragen haben, sondern an unseren Imbissstand wurden auch wieder eine herzhafte Pilzpfanne, Waldpilzsuppe, frische Waffeln, Kaffee und Tee angeboten.

Zur Eröffnung der Ausstellung, am Freitag um 14.00 Uhr, gab es wie immer für alle Helfer und einigen Gästen eine Kaffee – Runde.

Natürlich mit leckerem, hausgebackenem Kuchen.

Auch die Moosflächen der Ausstellung waren zu diesem Zeitpunkt bereits mit weit über 200 Arten bestückt.

Die Pilzschau war vor allem am Sonnabend und Sonntag gut besucht. Zeitweise waren die Ausstellungsflächen dicht umlagert, so dass ich hier mal einen günstigeren Moment für ein Foto nutzte.

Auch unser Imbissstand war meist dicht umlagert.

Karotten – Pilzchen am Stiel.

Frische Waffeln…

und herzhafte Pilzpfanne sowie Waldpilzsuppe waren der Renner.

Angerichtet und betreut von unserer guten Seele Irena und ihren fleißigen Helfern.

Kurze Verschnaufpause und ein Plausch mit unseren Gästen.

Und auch unterm Tisch läßt es sich aushalten, bei so einem Trubel ist es hier noch am gemütlichsten.

Und manche Pilzsammler haben sogar ihren eigenen Strich – Code auf dem Auto.

Ein viertel Jahrhundert Pilzausstellung in Wismar. Das ist ein Gläschen Sekt wert und ein herzliches Dankeschön an alle Helfer, die zum Gelingen der Jubiläumsausstellung beigetragen haben. Es war ein großartiger und würdiger Höhepunkt des Jahres 2017!.

Natürlich wurde auch die Pilzberatung in Anspruch genommen und wer wollte, konnte unsere Ausstellung mit einigen besonders sehenswerten Fundstücken bereichern.

Europäischer Pilztag im Jahre 2017.

Unsere Ausstellung fiel auch in diesem Jahr genau auf den Europäischen Pilztag, der zum zweiten mal auf Initiative von Karin Montag vom „Tintling“ begangen wurde.

Ein letzter Blick auf die Ausstellungsflächen. Das Resultat einer ganzen Woche Arbeit wird von diesem schönen Anblick belohnt und sollte jedem Besucher auch die 2,00 € Eintrittsgeld wert gewesen sein.

Wir danken allen, die sich Zeit für uns genommen haben und mit ihrem Besuch unsere Arbeit honorierten, welcher gleichzeitig auch eine Anerkennung und Wertschätzung unserer Zeit- und Arbeitsintensiven Veranstaltung war.

15. – 17. September 2017 – AMMV – Herbsttagung

Herbsttagung der AMMV in Ahlbeck

Sandige Kieferndüne bei Prora auf der Insel Rügen im Herbst 2016.

Sandige Kieferndüne bei Prora auf der Insel Rügen im Herbst 2016.

15. – 17. September 2017 – Herbsttagung der AMMV in der Akademie Ahlbeck, Vorsee 3A, 17375 Ahlbeck, am Stettiner Haff.

Auch diese Tagung der Arbeitsgemeinschaft Mykologie des Landes Mecklenburg – Vorpommern im Naturschutzbund Deutschland stand wieder ganz im Zeichen der DBU – Clusterkartierung. Untersucht wurden gekennzeichnete Flächen in der Ueckermünder Heide. Das Projekt läuft über zwei Jahre und es stehen außerdem noch Flächen auf der Insel Rügen und im Kaarzer Holz zur Untersuchung an. Bereits im Vorjahr haben wir hier recht ordentliche Ergebniss erzielen können und nun folgen weitere Untersuchungen.

Anmeldungen bitte rechtzeitig bei Petra Bonin, Salvador Allende Straße 61 in 17036 Neubrandenburg

  • Achtung! Nur für Mitglieder der AMMV!

12. September 2017 – Treffen der Pilzfreunde

Treffen der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Vorbereitungstreffen zur 25. Großpilzausstellung

Dienstag, der 12. September 2017, um 18.00 Uhr im mykologischen Informationszentrum in der ABC Straße 21.

Im Mittelpunkt unseres heutigen Treffens stand, wie immer im September, die Vorbereitung unserer Großpilzausstellung. Sie findet in diesem Jahr vom 22. – 25. September im Steinpilz – Wismar statt. Es steht ein denkwürdiges Jubiläum an, da es die 25. ist! Ein viertel Jahrhundert Großpilzausstellung in Wismar, das sollte uns Ansporn genug sein um wieder eine sehenswerte Frischpilzschau zu realisieren. In erster Linie galt es organisatorische Fragen zu erörtern und abzustimmen. Wer hat wann Zeit in die Pilze zu fahren um ein möglichst reichhaltiges und vielseitiges Ausstellungsmaterial herbei zu schaffen und wer kann bei der Betreuung unserer Ausstellung und beim Imbissgeschäft helfen?

  • Die Veranstaltung endete gegen 20.00 Uhr.

09. September 2017 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Sie führte durch den Wald bei Garwitz am Eldekanal

Der Elde – Kanal bei Garwitz am 09.09.2017. Hier wuchsen u.a. seltene Stachelpilze.

20 Interessenten, nicht nur aus der dortigen Region, erwarteten gegen 09.30 Uhr meine Ankunft in Garwitz auf dem Parkplatz an der Schleusenbrücke.

Am Rande der Lewitzregion, an der Müritz/Elde Wassserstraße bei Garwitz, befindet sich ein umfangreiches Waldgebiet. Auf einer früheren Exkursion anläßlich einer dort stattgefundenen BFA – Tagung in den 1990er Jahren, durchstreifte ich den Bereich unserer heutigen Wanderung schon einmal und es war recht vielfältig, was die Pilzwelt damals im Angebot hatte. Es handelt sich größtenteils um Nadelwälder auf sandigem Untergrund. Durch Eichen, Birken, Pappeln und Buchen entlang der Wasserstraße, die aber auch sonst eingestreut sind, war eine recht hohe Vielseitigkeit im Hinblick auf eine interessante Lehrwanderung gegeben und auch der Speisepilzfreund kam so leidlich auf seine Kosten. Leider spielte das Wetter nicht so richtig mit und es war ungemütlich regnerisch. Das führte auch dazu, dass die Wandertruppe so nach und nach zerfiel. Hinzu kommt, dass aufgrund der Feuchtigkeit meine Kamera den Geist aufgab, so dass heute kein Abschlußfoto möglich war. Der Zoom arbeitete nicht mehr ordnungsgemäß. Ich trocknete sie später und fettete im Zoom – Bereich etwas ein, so dass nun wieder alles O.K. ist. Hier wie immer einige Bilder von heute:

Der Startschuß ist gefallen!

Nach wenigen Schritten begrüßte uns eine größere Gruppe von Erschiebern (Lactarius vellereus). Die Imposanten Milchlinge schmecken leider scharf und herb und sind somit für unseren Gaumen eine Scheußlichkeit. In Osteuropa und vor allem in Sibierien werden sie aber sehr geschätz und speziell behandelt als Wintervorrat für die Speisekammer genutzt.

Gut ist die deutlich abgesetzte Stielknolle ohne Volvareste des leicht giftigen Gelben Knollenblätterpilzes (Amanita citrina) zu erkennen. Auch sein muffiger Kartoffelkellergeruch unterscheidet ihn vom tödlich giftigen Grünen Knollenblätterpilz.

Hellbräunliche Färbung, zonierter Hut, weiße, milde Milch, der Geruch nach Blattwanzen und der Standort außschließlich unter Eichen kennzeichnen den essbaren Eichen – Milchling (Lactarius quietus) recht gut.

Gut ist die spinnwebartige Cortina beim Aufschirmen dieser Haarschleierlinge (Cortinarius spec.) zu erkennen. Die Art konnte ich leider nicht näher bestimmen.

Dafür ist die Bestimmung dieses Schleierlings ein Kinderspiel. Einmal kurz den sattgelbbräunlichen, schleimigen Hut anlecken und man wird von seine Bitterkeit tief beeindruckt sein. Es handelt sich um den Galligen Schleimfuß (Cortinarius vibratillis). An den Cortina – Resten am Stiel verfangen sich die braunen Sporen. Typisch für viele Haarschleierlinge.

Bevor es in den armen Kiefernwald ging, wanderten wir eine weile direkt am Elde – Kanal entlang.

Und über dieses Exemplar freute ich mich ganz besonders. Ist es doch die wichtigste Art einer jeden Pilzwanderung und Ausstellung. Der grüne Mörder = Grüner Knollenblätterpilz (Amanita phalloides). Tödlich giftig!

Gerne in Gesellschaft des Grünen Knollenblätterpilzes finden wir auch diesen Stinker. Der schwefelgelbgrüne Ritterling sondert einen durchdringenden, stechenden Geruch ab, der an Leuchtgas erinnern soll. Der Schwefel – Ritterling (Tricholoma sulphureus) ist leicht giftig!

Die wenigen Steinpilze (Boletus edulis), die wir heute fanden, waren schon sehr grenzwertig!

Auf dem Damm des Elde – Kanals wuchsen diese sehr seltenen Stachelpilze.

Die Stacheln finden wir natürlich auf der Unterseite. Sie bilden das sporentragende Hymenophor. Dank der Bestimmung durch Benno Westphal haben wir den seltenen Starkriechenden Duftstacheling (Phellodon confluens) gefunden!

Beide Pilze sind von oben gelb. Auf der Unterseite ist aber der Unterschied mehr als deutlich. Links ein Blätterpilz, der Amiant – Körnchenschirmling (Cystolepiota amiantinum) und rechts ein Leistling, der Echte Pfifferling (Cantharellus cibarius). Beide sind essbar, aber der Körnchenschirmling ist schon aufgrund seines etwas stechenden Geruches nicht empfehlswert.

Etwas metallisch – stechend riecht auch der Dickschalige Kartoffel – Hartbovist (Scleroderma citrinum). Er ist leicht giftig!

Ständig war jemand am Bücken, denn Pilze zum kennen lernen gab es wirklich reichlich.

Am grasigen Wegrand am Kanal unter verschiedenen Bäumen fanden wir eine kleine Gruppe echter Schirmpilze. Es handelt sich um den lebensgefährlich giftigen Rosabraunen Schirmpliz (Lepiota subincarnata). Ich danke Benno Westphal für seine Bestimmung! Unter den echten Schirmpilzen gibt es Arten, in denen gefährliche Knollenblätterpilz – Gifte festgestellt wurden, so auch in dieser!

Das Stielnetz dieses ungenießbaren Gallen – Röhrlings (Tylopilus felleus) ist besonders grobmaschig. Die Netzzeichnung auf den Stielen einiger Röhrenpilze kommt offensichtlich durch am Stiel auslaufende Röhren des Hymenophors zustande.

Was bei dieser Ziegenlippe (Xerocomus subtomentosus) an der Stielspitze deutlich zu erkennen ist. Essbar.

Mit bis zu 20 cm Höhe ist der Beutel – Stäubling (Calvatia excipuliformis) ein recht auffälliger Bauchpilz. Ist er innen weiß und druckfest kann er gegessen werden. Dieses Exemplar befindet sich hingegen in der Ausreifung und ist somit ungenießbar geworden.

Und nochmal zum Vergleich: links der tödliche Grüne Knollenblätterpilz (Amanita phalloides) und rechts der kaum giftige Gelbe Knollenblätterpilz (Amanita citrina).

Die Lamellen des Rosablättrigen Helmlings (Mycena galericulata) nehmen erst recht spät die charakteristische Rosafärbung an. Hier ist davon noch kaum etwas zu sehen. Wir finden diesen Helmling fast ganzjährig an Laubholz – Stubben, vorwiegend an denen von Eichen. Er ist der einizige Vertreter seiner Gattung, der als essbar gilt. Die Hüte sollen ganz vorzüglich schmecken, aber nur vom Kenner zu sammeln!

Ebenfalls essbar und wesentlich leichter zu erkennen ist der Violette Lacktrichterling (Laccaria ametystea). Er wächst mitunter zahlreich in Laubwäldern. Typisch sind neben der Farbe auch die dicklichen Lamellen und ein eingedellter Hut.

Maronen – Röhrlinge (Xerocomus badius) gab es heute nicht wenige, aber selten waren sie noch in so guter Qualität wie dieses Exemplar.

Den Olivgrünen Milchling (Lactarius turpis) finden wir unter Birken und Fichten. Sein weißer Milchsaft schmeckt widerlich scharf und terpentinartig, so dass der Pilz komplett ungenießbar ist.

Eine markannte Gestalt ist der kleine Feuer – Schüppling (Pholiota flammans) mit seiner leuchtend gelben Färbung und den zahlreichen Schüppchen. Wir finden ihn an Fichtenholz in der Optimalphase der Vermorschung. Nicht nur seine Schönheit ist spektakulär, er soll auch die kleinsten Sporen aller Blätterpilze besitzen (Mikroskop!). Ungenießbar.

Mit hängen und würgen habe ich gerade noch dieses wichtige Foto hin bekommen, bevor meine Kamera endgültig streikte. Neben den Stachelpilzen war er der Knüller der heutige Wanderung. Der extrem seltene Heide – Milchling (Lactarius musteus). Wir finden ihn außschließlich auf armen, sandigen Heideböden. Er ist in MV nur an sehr wenigen Punkten nachgewiesen, wir haben heute einen neuen gesetzt! Nach besonderer Zubereitung wäre er sogar essbar, was sich bei seiner Seltenheit aber strikt verbietet!

So steht heute zum Schluß nicht unser Gruppen – Foto, sondern sozusagen als Umrahmung des Berichtes noch einmal ein Bild des Elde – Kanals bei Garwitz.

  • Wann startet die nächste Pilzwanderung? – Siehe unter Termine!

03. September 2017 – Hundewanderung

2. Pilzwanderung mit Hunden

Sie führte durch die Wälder bei Kritzow

Gleich geht es los. Spannung beim Menschen und seinen besten Freunden.

Gut war mir noch die durchaus pilzreiche Hundewanderung im letzten Jahr in Erinnerung. Heute gab es eine Neuauflage. Hundeführer Sven Kunkel konnte wieder eine nette Truppe von Hundeliebhabern um sich scharen, so dass es unter seiner fachkundigen Führung viele interessante Tips zum Verhalten der Vierbeiner in freier Wildbahn gab und ich kümmerte mich wie gewohnt darum, wichtige Kenntnisse aus dem Reich der Pilze zu vermitteln. So dürfte die Tour im Wald eine willkommene Abwechslung und ein aufregendes Abenteuer für Mensch und Tier gewesen sein. Hier einige Bilder:

Der essbare Safran – Schirmpilz (Macrolepiota rhacodes) wächst bevorzugt in der Nadelstreu des Fichten – Forstes. Bei Verletzung rötet sein Fleisch (siehe Stielbasis).

Um und auf alten Fichtenstubben finden wir den minderwertige Samtfuß – Krempling (Paxillus atrotomentosus). Er ist mit seinem schwarzbraunem, wie mit Wildleder überzogenem, samtigem Stiel gut kenntlich.

Das Wetter war schön und die würzige Waldluft tat ihr übriges.

Am Wegesrand zahlreiche Dickschalige Kartoffel – Hartboviste (Scleroderma citrinum). Giftig!

Pilze mit einem Schwamm auf der Unterseite nennt man Röhrlinge und die mit Lamellen Blätterpilze. Anfänger sollten sich an Röhrenpilze, so wie diesem Maronen – Röhrling (Xerocomus badius) halten. Der hier gezeigte Blätterpilz gehört zu einer sehr gefährlichen Gattung, nähmlich den Wulstlingen oder Knollenblätterpilzen. Der Kennen erkennt ihn als essbaren Perlpilz und nimmt ihn mit.

An dieser Marone hat es sich schon jemand kräftig schmecken lassen. Aber Vorsicht, auch die giftigsten Pilze werden von Tieren angenagt. Was ihnen nichts auszumachen scheint, kann für uns Menschen zum Verhängnis werden.

Eine taufrische Marone (Xerocomus badius) wie man sie sich wünscht!

Hoppla, da steht doch schon wieder etwas!

Der häufige Zitronen – Täubling (Russula ochroleuca) ist maximal als Mischpilz zu empfehlen.

Gewöhnungsbedürftig als Speisepilz ist das Hexenei der Stinkmorchel (Phallus impudicus). Von manchen aber als Delikatesse sehr geschätzt!

Hier dürfte es sich um den Kuhbraunen Schönkopf (Calocybe civilis) handeln, der gelegentlich in Nadelwäldern auftaucht.

An einem, vor längerer Zeit vom Sturm geworfenem und zersplitertem Buchstamm quälten sich erste Ästige Stachelbärte (Hericium clathroides) heraus. Sie dürften in den kommenden Jahren hier erst richtig loslegen, da der Pilz in der Regel stark vermorschtes Holz besiedelt. Guter Speisepilz, der aber wegen seiner zunehmenden Seltenheit geschont werden sollte.

Unterdessen genießt Pfiffi die Aussicht. Aus der Ferne betrachtet dürfte er durchaus Ähnlichkeit mit einem großen Stachelbart besitzen.

Am Waldrand unter Eichen und Buchen eine mastige, boletoide Marone (Xerocomus badius).

Schön sah er ja aus der Ferne aus, wie im Märchen. Aber auch dieser Fichtensteinpilz (Boletus edulis) war bereits jenseits von gut und böse. Auch die restlichen Stücke des zu Ende gehenden Steinpilz – Schubes lohnen das Bücken kaum. Steinpilze dürfen wir derzeit getrost vergessen.

Langsam, aber sicher, geht es wieder in Richtung Autos.

Besonders fleißig war unser jüngster Teilnehmer und brachte mir immer wieder Exemplare mit der berühmten Frage „Kann man die Essen?“. „Ja, den Täubling und den Perlpilz darf man essen“, so meine Antwort, die sogleich freudig der Mama verkündet wurde.

Der Durst war groß nach zweieinhalb Stunden Abenteuer im Wald!

Das allgemeine Pilzaufkommen hätte zwar größer sein können, aber ich hoffe, es hat allen trotzdem gefallen und vieleicht gibt es im nächsten Jahr eine Fortsetzung. 03. September 2017 im Wald bei Kritzow.

  • Achtung! Da es keine Veranstaltung des Steinpilz – Wismar im herkömmlichen sinne ist, wird um Anmeldung unter folgender Internet – Adresse gebeten: www.martinruetter.com

02. September 2017 – Vereinstreffen am Roten See

Vereinstreffen am Roten See

Pilzverein Heinrich Sternberg Rehna e.V.

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

13. Vereinstreffen am Roten See

Der Rote See am 02. September 2017.

Zum 13. mal waren die Pilzfreunde aus Wismar und des Pilzvereins Heinrich Sternberg Rehna e.V. ganz herzlich zu ihrem traditionellen Vereinstreffen an den Roten See bei Brüel eingeladen.

Nach kurzer Begrüßung gegen 10.00 Uhr ging es sogleich los zu unseren Exkursionen. Es wurden zwei Gruppen gebildet, die in verschiedenen Waldbereichen unterwegs waren. So übernahm Irena Dombrowa eine Gruppe, die in die Kobander Tannen fuhr und Torsten Richter sowie Reinhold Krakow fuhren mit einer zweiten in den Sültener Forst. Gegen 13.30 Uhr trafen dann alle wieder an der dortigen Blockhütte zur Fundauswertung und zum Mittagstisch ein. Alle waren im großen und ganzen zufrieden. Sowohl die Mykophagen wie auch die Mykologen kamen auf ihre Kosten. Auch die Schweriner Volkszeitung war zugegen und wir beantworteten die Fragen zu unseren Ergebnissen gerne, denn es hatte sich wirklich gelohnt. So klang schließlich ein schönes Vereinstreffen bei deftiger Mecklenburger Küche und einem Glas Pils oder Eisbecher in gemütlicher Runde aus. Hier einige Impressionen:

Begrüßung und einige einleitende Worte zum Ablauf. Foto: Jonas Dombrowa.

Ankunft am Sültener Forst.

Kaum hatten wir den Wald betreten, ging es gleich mit den ersten Frischpilzen los. Hier ist es ein Gemeiner Wurzel – Rübling (Xerula radicata). Essbar, zumindest die Hüte.

Auch der Hut dieses Rehbraunen Dachpilzes (Pluteus atricapillus) darf ein Mischgericht bereichern.

Ein kleinerer und weitaus seltenerer Vertreter obiger Gattung ist der Flockenstielige Dachpilz (Pluteus podospileus). Er wächst wie der Rehbraune Dachpilz an Laubholz. In Mecklenburg scheint die Art zerstreut zu sein, steht aber wohl auch in einigen Roten Listen als gefährdet. Kein Spieisepilz. Bestimmung und Foto: Torsten Richter.

Offensichtlich erst einmal wurde der Behaarte Holz – Rötling (Entoloma jahnii) in MV bisher nachgewiesen. Damit dürfte es der Zweite Fundpunkt sein, dank Torsten Richter, der uns auch dieses Foto zur Verfügung stellte.

Der Wechselfarbige Spei – Täubling (Russula fragilis) sollte aber nicht in die Pilzpfanne gelangen. Seine äußerst pikante Schärfe wäre wohl zu viel des Guten – einfach zum Speien!

Chris Engelhardt bringt seine Kamera in Stellung für ein Foto des Buchen – Schleimrüblings.

Der Buchen – Schleimrübling (Odemansiella mucida) zählt sicherlich zu den fotogensten Großpilzen in unseren Breiten. Er besteht fast nur aus Wasser und dürfte trotz Essbarkeit nicht wirklich für den Kochtopf geeignet sein.

Eine markante Gestalt ist der Gelbflockige Wollstiel – Schirmling (Lepiota ventriosospora). Kein Speisepilz.

Der weißmilchende Süßliche Milchling (Lactarius subdulcis) darf im Mischpilz – Gericht Verwendung finden. Er wächst stets unter Buchen.

Die Eselsohren (Otidea onotica) waren im Sültener Forst heute sehr zahlreich vertreten und dadurch ein beliebtes Foto – Motiv. Sie können sogar gegessen werden, bringen aber nicht viel Masse.

Auch der Buchenwald – Becherling (Peziza arvernensis) war heute mehrfach vertreten.

Der Woolhopsche Borstling (Trichophaea woolhopeia) ist bisher nur wenige male in MV bestimmt worden, was nicht automatisch bedeuten muss, das er selten ist. Es gibt leider nur wenige Mykologen, die sich ausgiebig mit den kleineren Ascomyceten beschäftigen, so wie Torsten Richter aus Rehna. In ihm haben wir einen der besten Schlauchpilz – Kenner Deutschlands und wohl auch darüber hinaus. Foto: Torsten Richter.

Torsten Richter vom Rehnaer Pilzverein beim Fotografieren eines Kornblumen – Röhrlings.

Auf alten, modrigen Laubholz – Stubben erscheinen nun auch schon die ersten Birnen – Stäublinge (Lycoperdon pyriforme). Nicht empfehlenswert.

Essbare, eigentlich stumpf wirkende Jodoform – Täublinge (Russula turci) erscheinen bei Regenwetter glänzend schmieig. Besonders an der Stielbasis riechen sie nach Jod.

Der Gallige Schleimfuß (Cortinarius vibratillis) besitzt auf dem Hut einen gallebitteren Schleim (Anlecken!).

Begutachtung eines kleinen Riesenporlings.

Die Gruben – Lorchel (Helvella lacunosa) einmal heller und einmal dunkler.

Unter Rotbuchen finden wir den essbaren Langstieligen Schleimfuß (Cortinarius elatior).

Nur beim genauen Hinsehen am Wegesrand zu erkennen waren diese Gelbgrünen Gallert – Käppchen (Leotia lubrica). Ohne Speisewert.

Der Halbkugelige Borstling (Humaria hemisphaerica) ist nach Breitenbach/Kränzlin auf feuchter Erde und stark verroteten, nassem Holz an Schattigen Stellen von Juli – Oktober nicht häufig zu finden.

Nicht selten kann man den kleinen, weißen, wollighütigen Nadel – Schwindling (Volvariella hypopithis) besonders im Herbst finden. Die kleine, sehr schöne Art ist kein Speisepilz, da nicht lohnend.

Der schärfliche Ritterling (Tricholoma sciodes) ist in basischen Buchenwäldern im Herbst keine Seltenheit. Wegen seines scharfen Geschmackes gilt er als ungenießbar.

Auch der beliebte Pfifferling (Cantharellus cibarius) besitzt roh einen pfefferig – scharfen Geschmack, der sich aber bei der Zubereitung verflüchtigt.

Der Spitzkegelige Schirmpilz (Lepiota aspera) zeichnet sich durch einen stechenden Geruch aus, der ihn ungenießbar macht.

Auch in diesem Körbchen ist längst nicht alles genießbar. Ganz rechts sehen wir beispielsweise die nach Leuchtgas riechenden und schwach giftigen Schwefel – Ritterlinge, die nicht in den Kochtopf wandern sollten.

Ein Kuhmaul begrüßte uns dann ganz einsam auf der Wiese vor der Blockhütte am Roten See. Die zugehörige Fichte war natürlich auch nicht weit. Essbar.

Es wird schon eingedeckt.

Und so konnte ein schöner Exkursionstag am Roten See in gemütlicher Runde ausklingen.

Katrin Richter und Jonas Dombrowa in heiter angeregter Gesprächsrunde, die allerdings den Zuhörer etwas nachdenklich stimmt. Foto: Torsten Richter.

Gute Laune bei sonnigem Wetter und Pilze als Gesprächsthema. Was will man mehr, schreibt der Fotograf zu diesem Bild. Es stammt von Torsten Richter.

Schönes Wetter, schöne Pilze, schöne Pilzfreunde, so hat Torsten Richter sein Abschlußfoto vom diesjährigen Vereinstreffen am Roten See tituliert. Dem kann ich mich nur anschließen! 02. September 2017.

  • Wann gibt es die nächste Vereinsexkursion? – Siehe unter Termine!

25. August 2017 – Traditionelle Nachtwanderung

6. Pilzwanderung bei Nacht

Sie führte durch das Mildenitzgebiet

Bei Sonnenuntergang starteten wir auch dieses Jahr wieder zu unserer Nachtwanderung.

Nach reichlich hin und her durfte unsere Nachtwanderung nun doch wie geplant im Mildenitzgebiet stattfinden. Ich entschuldige mich für die Unsicherheiten im Vorfeld auch im Namen der Forstbehörde!

Am Freitag, dem 25. August 2017, war es wieder soweit. Um 18.30 Uhr fuhren wir von Wismar aus mit zwei Autos über Sternberg in Richtung Goldberg, auf der B 192. Zwischen den Ortschaften Borkow und Dobbertin, kurz vor dem Örtchen Kläden, bogen wir im Wald  rechts in den Abzweig zum Mildenitztal ein. Hier befindet sich an der Alten Mühle ein Parkplatz und ein gut ausgebauter Rastplatz mit Picknick – Hütten. Dort fanden sich weitere Interessesenten gegen 19.45 Uhr ein.

Hier unser Treffpunkt zur Nachtwanderung 2017. Am Beginn des Wanderweges durch das Mildenitztal, unweit der Alten Mühle. Hier nahmen wir auch zu mitternächtlicher Stunde unser Nachtmahl ein. Gegenüber befindet sich ein naturnaher Parkplatz.

Das Wetter war gut und reichlich Frischpilze gab es auch, so wurde die Pilztour zu ungewöhlicher Tages-, b. z. w. Nachtzeit, zu dem, was sie eigentlich ohnehin ist, zu einem unvergesslichen Erlebniss. Nach dem wir in den Vorjahren schon im Radebachtal bei Blankenberg, an den Oberen Seen bei Sternberg oder zwei mal am Störkanal in der Lewitz unterwegs waren, habe ich heute  dieses Gebiet ausgesucht. Hier waren wir vor wenigen Jahren auch schon sehr erfolgreich bei Nacht und in Begleitung des NDR unterwegs. Heute haben wir natürlich eine andere Route in diesem umfangreichen Waldgebiet genommen. Eine gute Adresse für jeden Pilzfreund! So erfolgreich wie damals war es allerdings nicht, aber trotzdem konnte im Schein unserer Stirnlampen so einiges entdeckt werden. Ursprünglich sollte es durch die Barniner Tannen gehen, dass wurde uns aber von der zuständigen Forstbehörde in Gädebehn untersagt. Hier einige Eindrücke. Für die teils unbefriedigende Bildqualtät bitte ich um Entschuldigung, es war ebend stockfinster!

Pilzfreundin Angelika Bonikowski brachte uns zu Anfang gleich einige Frischpilze mit, die sie am Vormittag bereits gesammelt hatte.

Inmitten von Herbsttrompeten, die für mich zum trocknen gedacht waren, ein Kornblumen – Röhrling. Ich bedanke mich ganz herzlich!

Auch ein Sammelsurium für meine Ausstellung war dabei.

Mit Stirn- und Taschenlampen ausgestattet starten für über die Mildenitz – Brücke zu unserer nächtlichen Pilzpirsch durch den mecklenburgischen Wald.

Sohn Jonas hat den ersten Pilz entdeckt. Ein Klebriger Hörnling (Calocera viscosa). Minderwertig.

Auch die ersten Pfifferlinge (Cantharellus cibarius) waren bald gefunden.

Die Ziegelippe (Xerocomus subtomentosus) darf ebenfalls zu den Speisepilzen in den Korb gelegt werden.

Auch hier hat Jonas wieder etwas entdeckt.

Das letzte Tageslicht schwindet und die stockfinstere Nacht hüllt uns bald ein.

Der Hut dieses Wulstlings schimmert im Lampenlicht grünlich. Das es sich nicht um einen Grünen Knollenblätterpilz handelt, ist eindeutig an der Knolle zu erkennen. Keine Hauttasche, eine einfache, zwiebelförmige Knolle, dazu eine geriefte Manschette, allerdings kaum weinrötliche Tönungen zu erkennen. Trotzdem handelt es sich um einen essbaren Perlpilz, der in dieser gelbgrünen Form, wie sie in unseren sandigen Wäldern vorkommen kann, besser nur vom Kenner zu den Speisepilze gelegt werden sollte.

Der Fleischrote Speise – Täubling (Russula vesca) ist ein sehr schmackhafter Sprödblättler. Sein nussiges Aroma ist schon beim rohen Pilz sehr angenehm.

Orangegelbe Eselsohren (Otidea onotica) sind zwar essbar, bringen aber kaum Masse.

Auch Safran – Schirmpilz und Scheidenstreiflinge dürften ein Mischpilz – Gericht bereichern. Zu beachten ist, dass beide Arten roh giftig sind!

Giftig ist auch der Grünblättrige Schwefelkopf (Hypholoma fasciculare). Hier typisch um einen alten Stubben herum.

Mit lichtstarken Scheinwerfern ausgestattet, ist jeder von uns in der Dunkelheit weithin zu sehen und auch bestens Ausgerüstet um seine Schritte richtig zu setzen und natürlich nebenbei auch noch etwas zu Entdecken.

Das sieht ja schon gut aus!

Leider etwas verunglückt, aber trotzdem einer der besten Funde unserer heutigen Nachtwanderung, den Jonas hier getätigt hat. Es handelt sich um den relativ seltenen Kegelhütigen Knollenblätterpilz (Amanita virosa). Tödlich giftig!

Diese Wulstlinge waren dagegen ständig vertreten. Der leicht giftige Gelbe Knollenblätterpilz (Amanita citrina) Standortfoto.

Eine Stinkmorchel (Phallus impudicus) hat ihr Hexenei in der zunehmend taufeuchten Nacht verlassen und streckt sich empor.

Auch dieser junge Fichtensteinpilz (Boletus edulis) konnte sich dem Licht unserer Lampen nicht entziehen.

Während der Fichtensteinpilz auch unter anderen Bäumen gedeihen kann, ist das Kumaul (Gomphidius glutinosus) ausschließlich auf die Fichte angewiesen. Guter Speisepilz.

Farbenfroh leuchtet der schmackhafte Flockenstielige Hexen – Röhrling (Boletus luridiformis) im Schein unserer Lichtquellen.

Pilzfreund Robert im Blitzlicht meiner Kamera. Im Hintergrund über ihm ist das „Glühwürmchen“ eines schon weiter entfernteren Pilzfreundes zu sehen.

Hier wird uns der Weg gewiesen. Wir müssen in Richtung Kläden.

Wollige Milchlinge (Lactarius vellereus) schieben sich aus der Erde. Ungenießbar.

Genauso wie diese Flockenstieligen Hexen – Röhrlinge (Boletus luridiformis), die aber wertvolle Speisepilze sind!

Ein nettes Mischpilz – Gericht, welches aber so lieber nicht verzehrt werden sollte! Warum nicht?

Ganz oben in obigem Bild, über dem Schirm des Safran – Schirmpilzes sehen wir weiße Hüllreste auf einem Hut, das kann nur ein Pantherpilz sein! Und wie man sieht, konnte ich bei der näheren Kontrolle am Schluß der Wanderung sogar zwei Hüte dieses Giftzwerges Sicherstellen. Selbst diese beiden Hüte hätten sicher für stressige Stunden nach der Mahlzeit sorgen können!

Hier im Vergleich. Links der Hut eines essbaren Perlpilzes (Amanita rubescens) mit grau – schorfigen Hüllresten, rechts der Hut des Pantherpilzes (Amanita pantherina) mit weißen Hutflocken. Auch wenn, wie in diesem Fall, der Stiel fehlt, eindeutig zu unterscheiden!

Ein weiterer Wulstling aus einem anderen Korb sollte möglichst auch nicht mit in die Pfanne geraten, auch wenn er kaum Beeinträchtigungen hervor rufen sollte, der Porphyrbraune Wulstling (Amanuita porphyria). Genau wie der Gelbe Knollenblätterpilz nur schwach giftig!

Genau um Mitternacht erreichten wir wieder unseren Ausgangspunkt. Damit lagen wir auf die Minute genau in meiner Planung. Frische Waldluft macht hungrig, auch zu ungewöhnlicher Brotzeit!

Unsere gute Seele Irena hatte für uns mehr als reichlich Waldpilzsuppe und Pellkartoffeln gekocht und es wurde kräftig zugeschlagen!

Ganz leckeren Kuchen hat Monika für uns gebacken. Bereits beim Anblick läuft einem das Wasserr im Munde zusammen und er hat sogar noch besser geschmeckt wie er aussieht! Ein ganz herzliches Dankeschön!

Unser Abschlußfoto. Nur einer fehlt bereits, Jonas war geschaft und ist im Auto bereits in das Reich der Träume eingetaucht. Ansonsten sind alle noch wohlauf wie man sieht und freuen sich vieleicht schon auf das nächste Jahr. 26. August 2017.

Wer nun Lust bekommen hat, zu diesem ganz besonderen Naturerlebnis und beim Ruf der Nachtvögel unter fachkundiger Führung den stockfinsteren Wald auf der Suche nach unseren Lieblingen zu durchstreifen, ist im nächsten Jahr ganz herzlich eingeladen.

Wann findet die nächste Nachtwanderung statt? – Siehe unter Termine!

19. August 2017 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Sie führte durch den Wald bei Friedrichsruhe

Teils Laub-, teils Nadelforst im Wald bei Friedrichsruhe, Ziel unserer heutigen Pilzwanderung.

  Heute stand mal wieder ein Waldgebiet auf dem Programm, das wir bisher noch nicht im Zuge einer geführten Pilzwanderung besucht hatten. Es liegt einige Kilometer südlich von Crivitz und grenzt an die Ortschaft Friedrichsruhe, Dorf. Es handelt sich sowohl um Laub-, wie auch Nadelwald. Obwohl es wenig gute Speisepilze gab, wurde zumindest der Tatbestand einer lehrreichen Pilzwanderung erfüllt. Die Teilnahme war sehr gut und es war auch eine sehr interessierte Truppe, so dass, wer wollte, einiges neues aus der Welt der heimischen Großpilze erfahren konnte. Die Formen- und Artenvielfalt war jedenfalls recht groß. Hier wieder einige Bilder von heute:

Begrüßt wurden wir sogleich von einigen Baumpilzen, wie diesem Flachen Lackprorling (Ganoderma lipsiense). Er ist holzig und kann in der Küche keine Verwendung erfahren. Die Konsolen sind mehrjährig und der weiße Rand signalisiert den aktuellen Zuwachs.

Ein Hexenei der Stinkmorchel (Phallus impudicus). Aus welchen gründen auch immer fehlt hier bereits die Außenhaut, so dass die gallertartige Schicht, die offensichtlich die innere Anlage der zukünftigen Stinkmorchel vor Austrocknung schützen soll, frei liegt. In diesem Stadium essbar.

Ausgereift ist der Pilz dann nur noch für Fliegen eine Delikatesse.

Deutlich ist das Collar (Halsband) des Halsband – Schwindlings (Marasmius rotula) um den Stielansatz zu erkennen. Ohne Speisewert. Die Pilzchen besiedeln einzeln oder in kleinen Gruppen in der Laubstreu liegende Ästchen.

Ausschließlich an totem Eichenholz finden wir den sehr markanten Eichen – Wirrling (Daedalea quercina). Wegen seiner dicklichen, labyrintischen Struktur der Fruchtschicht ist er kaum mit einem anderen Porling zu verwechseln. Er wird gelegentlich auch in Baumärkten oder Bastelläden zum Kauf angeboten, da er auch unbehandelt außerordentlich lange haltbar ist und sich daher zur Deko oder zum Basteln ganz besonders gut eignet.

Hoch oben an einer Birke der beliebte Chaga, ein Vitalpilz, der gerne in Teeform genossen wird und sich besonders in Osteuropa großer Beliebtheit erfreut. Mit bürgerlichem Namen nennt er sich Schiefer Schillerporling (Inonotus obliquus).

Kartoffelboviste sind giftig. Hier ist es der Dickschalige Kartoffel – Hartbovist (Scleroderma citrina), den wir besonders auf sauren, moorigen Standorten finden können.

Der Klebrige Hörnling (Calocera viscosa) ist sehr häufig an Nadelholz anzutreffen und mit seiner leuchtend orangen Färbung erregt er die Ausmerksamkeit der Pilzsucher. Von vielen wird er mitgenommen, ist aber minderwertig und allenfalls sein Dekorationswert ist nicht von der Hand zu weisen.

Er sollte allerdings nicht mit echten Korallenpilzen verwechselt werden, da es unter ihnen schwach giftige Arten gibt. Hier ist es allerdings die ungefährliche, aber minderwertige Steife Koralle (Ramaria stricta).

Eine bittere Überraschung gibt es, landet auch nur ein einziges Exemplar des Gallen – Röhrlings (Tylopilus felleus) im Pilzgericht. Jung sind seine Röhren weißlich wie bei Steinpilzen, älter werden sie rosa und sind dann gut von den sich gelbgrünlich verfärbenden Röhren der Steinpilze zu unterscheiden. Den Tieren scheint es allerdings zu schmecken.

Insbesondere so jung sehen sie Sommersteinpilzen täuschend ähnlich. Gallen – Röhrlinge wachsen bevorzugt unter Fichte, dort dürfte niemals ein Sommersteinpilz auftauchen. Er ist an Laubbäume gebunden. Allerdings sind Gallen – Röhrlinge nicht zwingend unter Fichten zu finden und können auch unter Laubbäumen auftauchen. Im Zweifel eine Kostprobe nehmen.

Meist nur wenige Millimeter im Durchmesser erreichen die winzigen Orangefarbigen Heftel – Nabelinge (Rickenella fibula). Trotzdem fallen sie in den grünen Moospolstern auf und sind hier recht dekorativ.

Beide Hände voll! Ob die wohl essbar sind?

In diesem Fall leider nicht. Der besonders in der Fichten – Nadelstreu häufige Brennende Rübling (Collybia peronata) schmeckt nähmlich sehr scharf. Ein weiteres, gutes Kennzeichen, ist sein saurer Geruch, der ihm besonders beim zerreiben des Hutes zwischen den Fingern entströmt.

Und gleich ein neuer Versuch, vieleicht sind die ja gut!

Leider auch nicht! Es handelt sich um ungenießbare Schwefel – Ritterlinge (Tricholoma sulphureus), die nicht nur an ihrer schwefelgelben Farbe, sondern auch an ihren stechenden Geruch nach Leuchtgas zu erkennen sind. Allerdings waren im obigen Bild auch zwei weitere, kleinere Pilze zu sehen, Gelbbräunliche Trichterlinge, die dann doch essbar sind.

Die Vielgestaltige Holzkeule (Xylaria polymorha) besiedelt Buchenholz und ist holzig – hart, somit ebenfalls nichts für den verwöhnten Gaumen.

Auf diesen Schwefel – Ritterlingen hat sich eine kleine Kröte eingefunden. Ob sie den deftigen Geruch der Pilze liebt?

Eigentlich sollte sie doch ein viel innigeres Verhältnis zu diesem Vertreter der Wulstlinge haben. Es ist ein Gelber Knollenblätterpilz (Amanita citrina). Er besitzt keines der gefürchteten Knollenblätterpilze, dafür aber Bufotenin, das Gift, welches Kröten als Sekrät zur Abwehr von Fressfeinden absondern. Der Stoff soll halluzinogen wirken und auch als Dopingmittel von Sportlern genommen worden sein.

Der Seidige Ritterling (Tricholoma columbetta) ist ein guter, aber in unseren Breiten nicht so häufiger Speisepilz. Er wächst einzeln, oft aber truppweise unter Eichen, Buchen oder Birken. Sein Geruch ist mehlartig. Das ist insofern von Bedeutung, weil unter Birken auch ein unangenehm riechender Verwandter vorkommt, der Strohblasse Ritterling. Dieser riecht ähnlich stechend wie der Schwefel – Ritterling und ist daher ungenießbar.

Der große Frauen – Täubling (Russula cyanoxantha) besitz im Gegensatz zu anderen Täublingen biegsame Lamellen und gehört zu unseren besten Speisepilzen. Wir finden ihn unter Buchen und Eichen von Mai – November.

Von den klassischen, volkstümlichen Speisepilzen waren heute nur eine Handvoll (nicht nur die zwei) Pfifferlinge (Cantharellus cibarius) und einige Maronen – Röhrlinge dabei.

Auch ein wunderbar frischer Fuchsiger Scheidenstreifling (Volvariella fulva) darf zu den Speisepilzen in den Korb gelegt werden.

Ein bunter Harlekin des sauer – trockenen Buchenwaldes.

Das ist der Rotschuppige Rauhkopf (Cortinarius bolaris). Hübsch anzusehen, aber nichts für den Kochtopf. Schleierlinge mit gelben, orangen oder rötlichen Färbungen gelten als giftverdächtig!

Unser Abschlußfoto. Insgesamt waren wir 22, also noch einige mehr, als auf dem Bild zu sehen. Eine, tolle, gemischte Truppe und sicher ist der eine oder andere irgendwann mal wieder mit dabei. 19. August 2017 im Wald bei Friedrichsruh.

  • Die nächste Pilzwanderung ist wann? – Siehe unter Termine!

05. August 2017 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Sie führte durch das Revier Weiße Krug bei Friedrichswalde

Bis an das Ufer des buchtenreichen Labenzer Sees führte uns unsere Wanderung.

Im August beginnt allmählich die Hauptsaison. Auf jedenfall erreicht um diese Zeit der Sommeraspekt in der Regel seinen Höhepunkt, günstige Wachstumsbedingungen vorausgesetzt. Typisch für diese Wachstumsphase in der heimischen Pilzwelt sind viele, teils seltene Röhrlinge aus der Verwandtschaft der Steinpilze. Pfifferlinge haben nun ihr Jahresmaximum erreicht und können auf nährstoffarmen Böden unter Buchen, Eichen, Birken, Kiefern und Fichten gefunden werden. Es gibt viele bunte Täublinge und reichlich Wulstlinge. Unter ihnen, neben essbaren Arten, auch gefährliche Giftpilze wie der Grüne Knollenblätterpilz, den jeder Sammler unbedingt kennen sollte. Eine geführte Lehrwanderung ist dazu bestens geeignet.

Heute war es in den eigentlich vielseitigen Buchenbereichen mit alten Eichen am Ufer des Labenzer Sees leider sehr pilzarm. aber in den sandigeren Nadelwäldern konnte dann doch noch einiges entdeckt, vorgestelt und besprochen werden. Einige Neufunde für die Kartierung waren dabei und auch die Kochtopf – Mykologen kamen zumindest ansatzweise auf ihre Kosten. Hier, wie immer, ein kleiner, bebilderter Rückblick:  

Zunächst öffnete Klaus Waring, seines Zeichens Pilzberater in Bützow, den Kofferaum seines Autos. Neben zahreichen Erdsternen waren auch in Mengen Würzige Tellerlinge, Büschel – Raslinge und einiges mehr zur Einführung dabei. Die Speisepilze darunter durften sich hungrige Pilzfreunde am Ende der Wanderung zusätzlich zu ihren gefundenen Esspilzen mitnehmen.

Die Neugier über die teils nicht alltäglichen Pilzfunde war groß.

Eine uralte Buche trotzt holzzerstörerischen Pilzen. Hier ist es der Flache Lackporling (Ganoderma lipsiense), der seine großen Fruchtkörper – Konsolen in luftiger Höhe an einem früheren Atsabbruch wachsen läßt. So hoch oben finden wir diesen Schwächeparasiten allerdings nur selten.

Die sonst so artenreichen Buchenwälder am Labenzer See boten heute kaum Frischpilze.

Am Übergang zu sandigen Fichtenforsten wurde es schon etwas besser. Hier gibt es zur Zeit reichlich den häufigsten aller Täublinge, den Gelbweißen-, Zitronen- oder Ocker – Täubling (Russula ochroleuca). Sein schmutzig gelber bis grüngelber Hut steht im deutlichen Kontrast zu den weißen Lamellen. Er kann allenfalls als Mischpilz Verwendung finden, da er etwas schärflich oder bitterlich schmecken kann.

Der besonders in sandigeren Laub- und Nadelwäldern häufige kleine Bruder des Frauen – Täublings, der Papagei – Täubling (Russula ionochlora), hat im Vergleich zum Frauen – Täubling brüchige Lamellen. Essbar ist er ebenfalls.

Am Mausoleum der Familie Wedekind und dem Bronzenen Hirsch machten wir eine kleine Rast und unser Erinnerungsfoto. Auf dieser Schautafel sind wichtige Informationen über die Skulptur nachzulesen.

Stolz steht der Bronzene Hirsch nach dem einstmaligen Klau durch Metal – Diebe wieder auf seinen Sockel. Der frühere Hohlkörper soll jetzt zusätzlich mit Beton ausgefüllt sein, so dass, falls Ganoven nochmals auf die Idee kommen sollten, ihn zu stehlen, sie schon mit wirklich schwerem Gerät vorfahren müssen.

Hier sehen wir einen schon etwas von Schnecken zerfressenen Blutroten Röhrling (Xerocomus rubellus), der zu den Filzröhrlingen aus der Verwandschaft von Rotfüßchen und Ziegenlippe gehört und auch wie diese esbbar ist.

Und dann ein schöner, junger Steinpilz (Boletus edulis), der nach der anfänglichen Durststrecke vielen die Augen öffnete und es konnte dann noch einiges gefunden werden. Steinpilze blieben aber die Ausnahme.

Wie auf dem Präsentierteller wuchs dieses Büschel ungenießbarer Vielgestaltiger Holzkeulen (Xylaria polymorpha) auf einem bemoosten Wurzelausläufer eines Buchen – Stubbens. Die Schlauchpilze sind äußerlich dunkelbraun bis schwarz gefärbt, im Inneren allerdings weißlich und holzig hart.

Richtig interessant wurde es an diesem Hohlweg, da endlich auch einige Pfifferlinge auftauchten.

Die sandigen Wälder waren hier teils recht vielseitig, so dass auch immer wieder einige Buchen mit eingestreut waren, denn diesen Sprödblättler finden wir ausschließlich unter diesem Waldbaum. Es handelt sich um ältere Exemplare des Graugrünen Milchlings (Lactarius blennius). Seine weiße Milch schmeckt sehr scharf und der Pilz darf daher als ungenießbar gelten.

Unerträglich scharf schmecken auch diese beiden Sprödblättler, der Buchen – Speitäubling (Russula mairei, rechts oben) und der Wechselfarbige Spei – Täublinge (Russula fragilis). Es gilt die Regel bei Milchlingen und Täublingen, alles was nicht unangenehm scharf oder bitter schmeckt ist essbar, der Rest ungenießbar. Man kostet den Milchsaft oder bei Täublingen die Lamellen. Gilt nur für Sprödblätter!

Dem roten Buchen – Speitäubling sehr ähnlich ist der viel seltenere Gelbfleckende Täubling (Russula luteotacta). Die Huthaut glänzt etwas mehr und der Hutrand ist deutlich gerieft. Die scharfen Lamellen bekommen im alter gelbliche Flecken. Ungenießbar.

Vor diesem schönen Röhrling sollte man sich hüten. Nicht weil er womöglich giftig ist, nein, ein einziges Exempar des galle bitteren Gallen – Röhrlings (Tylopilus felleus) kann ein Pilzgericht ungenießbar machen. Im Zweifel vorher kosten!

Recht interessant wurde es in diesem moosreichen Fichtenforst nicht nur für Kochtopf – Mykologen.

So stieg die Begeisterung vor allem bei Klaus und mir, als wir uns inmitten von Hasenohren (Otidea leporina) befanden. Ob es sich aber wirklich um Hasenohren handelt, konnte die mikroskopische Untersuchung bestätigen. Es gibt nähmlich auch noch den Nadelwald – Öhrling, der nur anhand von Mikromerkmalen vom Hasenohr zu trennen sein soll. Kein Speisepilz.

Natürlich gab es hier auch einige Maronen -.Röhrlinge (Xerocomus badius), die die Herzen der Mykophagen höher schlagen ließen.

Der Orangeblättrige Hautkopf (Cortinarius sommerfeltii) ist giftig oder zumindest giftverdächtig. Seine Farbstoffe lassen sich aber leicht herauslösen und werden zum Färben von Wolle genutzt.

Hier zwei schwach giftige Wulstlinge, die gerne miteinander wegen ihrer gelblichen Hutfarben verwechselt werden. Links der Narzißengelbe Wulstling (Amanita gemmata) und rechts der Gelbe Knollenblätterpilz (Amanita citrina). Letzterer hat eine deutlich abgesetzte Stielknolle und riecht außerdem unangenehm muffig nach Kartoffelkeimen.

Der leicht kenntliche Blaustiel – Schleimfuß (Cortinarius collinitus) kann als Mischpilz in den Sammelkorb gelegt werden. Man beachte den Standort im moosreichen Fichtenwald. Im armen Kiefernwald wächst der ähnliche Brotpilz, ebenfalls ein Speisepilz.

Ein weiterer Vertreter der Öhrlinge (Otidea spec.) aus dem Mischwald.

Zu den Schleierlingen gehört der Wohlriechende Gürtelfuß (Cortinarius torvus). Besonders in die Lamellen herein gerochen verströhmt er einen etwas süßlichen, angenehen Duft. Ungenießbar.

Besonders bei den Täublingen kann es innerhalb ein und der selben Art zu erheblichen Farbabweichungen und Variationen kommen. Hier sehen wir zwei Frauen – Täublinge (Russula cyanoxantha). Links grün und rechts violett. Außerdem kann er stahlblau, bräunlich oder hell beige bis fast fleischfarbig erscheinen. Gut kenntlich aber an den immer geschmeidigen Lamellen und dem kräftigen Wuchs unter Eichen und Buchen. Sehr guter Speisepilz. Bei grünen Formen obacht! Verwechslugsgefahr mit dem Grünen Knollenblätterpilz!

Auch die Formenvielfalt beim Rotfuß – Röhrling (Xerocomus chrysentheron) kann enorm sein und es werden teilsweise auch verschiedene Arten daraus gemacht. Hier können wir grobmaschige Netz – Strukturen am Steil erkennen, die eher bei Ziegenlippen zu beobachten sind. Hier handelt es sich aber eindeutig um Rotfüßchen.

Auch die Hutform kann bei der Bestimmung sehr wichtig sein. Hier sehen wir zwei verschiedene Täublinge mit sehr ähnlicher Hutfarbe. Der Buckel – Täubling (Russula caerulea, links) besitz in der Hutmitte immer einen deutlichen Buckel und wächst unter Kiefern. Der hier etwas dunkel geratene Wechselfarbige Spei – Täubling (Russula fragilis) ist immer buckelfrei und wächst zwar auch unter Kiefern, kann aber auch mit Laubbäumen eine Symbiose eingehen. Der Buckel – Täubling ist essbar, der Spei – Täubling natürlich ungenießbar.

Am Ende war beim einen oder anderen Pilzfreund doch noch eine Mischpilz – Mahlzeit heraus gekommen.

Unser Erinnerungsfoto vor dem Bronzenen Hirsch am 05. August 2017. Insgesamt waren wir 17, aber einige zogen es vor nicht in die breitere Öffentlichkeit zu gelangen.

  • Wann starten wir zur nächsten Wanderung? – Siehe unter Termine!

24. – 28. Juli 2017 – Lehrgang zum Fischereischein

Lehrgang zum Fischereischein in Keez

Teilnehmer nach bestandener Prüfung zum Fischereischein in Keez bei Brüel. Rechts vorne Kursleiterin Irena Dombrowa.

Teilnehmer nach bestandener Prüfung zum Fischereischein eines früheren Lehrgangs in Keez bei Brüel. Rechts vorne Kursleiterin Irena Dombrowa.

Der diesjährige Sommerlehrgang zum Erwerb des Fischereischeins auf Lebenszeit fand vom 24. – 28.07.2017 bei Irena Dombrowa in 19412 Keez, bei Brüel (Keezer Schmiede), Dorfstraße 1, statt. Das Grundstück liegt direkt an der B 104. Aus Richtung Brüel kommend, ist es nach der Ortschaft Thurow gleich das 1. Grundstück rechts zur Fahrbahn, etwa 100 m vor dem Abzweig zum Dorf Keez b. z. w. Golchen. Aus Richtung Schwerin kommend, das letzte Anwesen links zur Straße. Auf dem Gelände sind in begrenzter Zahl Parkmöglichkeiten vorhanden. Ansonsten können auch Fahrzeuge an den jeweiligen Abzweigen Golchen und Keez geparkt werden.

Die Lehrgangszeiten

Montag, der 24.07. bis Freitag, der 28.07.2017 jeweils von 10.00 – 16.00 Uhr

Die Prüfung erfolgte am Sonnabend, dem 29.07.2017, um 11.00 Uhr ebenfalls in Keez.

Um Schreibfehler bei der Ausstellung der behördlichen Dokumente zu vermeiden, wird darum gebeten, auch in Zukunft die Anmeldeformulare gewissenhaft auszufüllen. In der Vergangenheit haben sich des öfteren Fehler eingeschlichen und die Dokumente mußten nochmals ausgestellt werden. Sollte es dennoch zu Unkorrektheiten kommen, wird von der Behörde eine zusätzliche Bearbeitungsgebühr von 10.00 € erhoben. Sinnvoll ist es daher eine Kopie des Personalausweises oder der Geburtsurkunde beizufügen oder mitzubringen.

Die Anmeldungen zu weiteren Lehrgängen können jeder Zeit sowohl schriftlich bei Frau Irena Dombrowa, Dorfstraße 1, 19412 Keez wie auch per E – Mail unter steinpilz.wismar@t-online.de erfolgen. Sie müssen den Vor- und Familiennamen, das Geburtsdatum und wo geboren, sowie die aktuelle Anschrift enthalten. Möglichst auch mit Telefon- oder Handynummer.

Die Lehrgangskosten belaufen sich auf 65.00 € bis Vollendung des 14. Lebensjahres und danach auf 85.00 €. Darin enthalten sind die Prüfungsgebühren der zuständigen Behörde (15.00/25.00 €).

Zu Mittag wird ein Imbiss z. B. Nudeln mit Tomatensoße oder Bockwurst angeboten.

Auskünfte oder Anfragen können an folgenden Telefon- b.z.w. Handy – Nummern gerichtet werden: 0172/7339226 oder 03841/228917.

Übungsunterlagen können käuflich erworben werden.

22. Juli 2017 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzwanderung

Es ging durch den Friedrichsthaler Forst

Der Friedrichsthaler Forst am heutigen Sonnabend. Die Buchen und Eichenwälder sind vielfach auch mit Altkiefern und Fichten durchmischt und besonders zu den Hängen des Neumühler Sees ist bei günstigen Bedingungen eine für unsere breiten enorme Artenfielfalt vorhanden.

Mitten im Hochsommer statteten wir heute einem der besten und vielseitigsten Pilzreviere in Westmecklenburg einen Besuch ab. Dem Friedrichsthaler Forst bei Schwerin – Neumühle. Im Zentrum des Laub- und Nadelwaldes befindet sich der langgezogene Neumühler See. Besonders dessen Hangterrassen sind aus mykologischer Sicht sehr interessant. Neben gängigen Speisepilzen wie Steinpilzen und Maronen finden wir hier beispielsweise auch Semmelporlinge, die in unserer Region eine absolute Rarität darstellen. Auch seltene Korallen – Pilze, Stachelpilze und auch interessante Röhrlinge wie beispielsweise der Glattstielige Hexen – Röhrling sind hier zu hause. Auch heute überzeugte uns dieses Revier wieder. Es war eine für die jahreszeit schon sehr vielfältige Pilzflora vorhanden, mit reichlich Sommer- und auch Herbstarten. Einiges möchte ich in diesem Rückblick mit einbinden, alles würde aber den Rahmen sprengen. Hier also einige Impressionen von unserer sehr gut besuchten Wanderung. Übrigens konnten wir auch Vertreter des Rehnaer Pilzvereins in unserer Mitte begrüßen, angeführt natürlich von ihrem Vorsitzenden Diplom – Biologe Torsten Richter.

Zu Beginn, wie so oft, eine kleine Einführung und Vorstellung bereits mitgebrachter Pilzfunde. Foto: Erika Wittenhagen.

Wir starten.

Hier sehen wir zwei wichtige Vertreter der Rettich – Helmlingsgruppe. Links die helleren Rosa – Helmlinge (Mycena rosea) und rechts die düsteren Schwarzschneidigen Rettichhelmlinge (Mycena peliathina). Rettichhelmlinge sind schwach giftig und riechen alle rettichartig.

Christopher Engelhardt aus Lübeck demonstriert eine Möglichkeit zur Erkennung des Flachen Lackporlings.

Man kann auf der grauweißen Porenunterseite schreiben. Der Fruchtkörper war aber leider zu klein, um meinen ganzen Vornamen darauf unter zu bekommen.

Gern längst der Waldwege, also ein typischer Wegrandpilz, ist der häufige Gelbbräunliche Trichterling (Clitocybe gibba). Er ist essbar, aber Vorsicht! Trichterlinge sollten nur von Kennern zum essen gesammelt werden, da es einige stark muskarinhaltige und somit giftige Arten gibt!

In der Nadelstreu der Fichten wuchsen auch einige Champignons. Dieser verfärbte sich stark gelb und roch deutlich anisartig. Das starke gilben ist typisch für den Dünnfleischigen Anis – Champignon (Agaricus silvicola). Der leckere Speisepilz ist ausschließlich im Wald oder zumindest unter Bäumen anzutreffen.

Neben dem allseits bekannten Violetten Lacktrichterling war heute auch der gleichfalls häufige Fleischrote Lacktrichterling (Laccaria laccata) vertreten. Lacktrichterlinge oder auch Bläulinge genannt, dürfen ein Mischpilzgericht bereichern. Für Kenner – es handelt sich hier nicht um Laccaria bicolor, auch wenn das durch die auf dem Foto blaugrüne Stielbasis so erscheinen mag.

Ein noch junges Exemplar des Wurzel – Schleimrüblings (Xerula radicata). Der Hut ist nicht nur schleimig, sondern auch gerunzelt und die Stielbasis geht meist in eine bis zu einem halben Meter lange Pfahlwurzel über, die aber oft abreißt. Die Hüte dieses leicht kenntlichen Blätterpilzes sind essbar.

Jürgen, Erika und Christopher begutachten einen Grauen Wulstling.

Steil stürzen die Hänge zum Neumühler See ab. Gerade hier sind aber oft die interessantesten Pilzarten zu finden. Allerdings gehört dann auch ein wenig Kondition und bergsteigerische Erfahrung dazu, will man nicht unfreiwillig ein erfrischendes Bad in diesem auch im Hochsommer immer kühlen Waldsee nehmen.

Kleine Verschnaufpause für die uns begleitenden Vierbeiner.

Hier noch einmal der schwach giftige Rosa – Helmling (Mycena rosea) in einer ungewöhnlich verwachsenen Form.

Der Hornstiel – Schwindling (Marasmius cohaerens) wurde standesgemäß von Jürgen Horn entdeckt. Ockergelblicher Hut und recht langer, hornartig steifer Stiel, der oben weißlich und nach unten zu in dunkelrotbraun übergeht und striegelig filzig mit dem Substrat verwachsen ist. Wir finden ihn hauptsächlich in Nadelwäldern und er gilt als ungenießbar.

Der Gelbe Knollenblätterpilz (Amanita citrina) zeichnet sich durch seine dicke, abgesetzte Stielknolle und den muffigen Kartoffelkeller – Geruch aus. Er ist sehr häufig, vor allem im Herbst, in Laub- und Nadelwäldern zu finden. Sein Giftstoff Bufotenin richtet beim Verzehr keine Schäden im Körper an und er ist also harmlos. Er schmeckt aber nicht und muss wegen Verwechslungsgefahr mit dem Grünen Knollenblätterpilz gemieden werden.

Hier beide im Vergleich. Links der harmlose Gelbe Knollenblätterpilz (Amanita citrina), rechts der tödliche Grüne Knollenblätterpilz (Amanita phalloides). Er soll gut schmecken und riecht angenehm honigartig! Die letale Dosis für einen gesunden, erwachsenen Menschen liegt bei etwa 50g Frischpilzmasse. Wir finden den Mörder unter Eichen, Buchen, Fichten und Linden.

Einer der farbenfreudigsten einheimischen Großpilze ist der Rote Heringstäubling (Russula xerampelina). Er wächst unter Kiefern, sein Fleisch neigt zum bräunen und der Geruch ist besonders in der Stielbasis im Zusammenspiel mit der Handwärme fischartig nach Heringslake. Essbar, der Geruch soll sich bei der Zubereitung verlieren.

Chris Engelhardt bringt sich und die Kamera in Stellung für ein Standort – Foto vom Blaugrauen Wolkentäubling.

Namensgebend ist die Hutfarbe, die an Schlechtwetterwolken oder Sturmwolken erinnert. Der häufige und essbare Täubling (Russula parazurea) wächst unter Laubbäumen, ganz besonders unter Eichen.

Der große und markante Samtfuß – Krempling (Paxillus atrotomentosus) wächst an alten Fichtenstubben. Sein Kochwasser soll sich blau färben, er ist aber kein schmackhafter Pilz und an ihm sollte sich lieber das Auge satt sehen.

Übrigens gehören Kremplinge trotz ihrer Lamellen zu den Röhrlingen und können daher auch vom Goldschimmel (Sepedonium microspermum) befallen werden. Hier ist es aber ein Filzröhrling und der Parasit hat inzwischen sein Reifestadium erreicht, was die namensgebende Gelbverfärbung anzeigt.

Ein junger und noch wenig aussagekräftiger sowie schwach giftiger Seifen – Ritterling (Tricholoma saponaceum). Zusammen mit dem Schwefelritterling kündigte er heute bereits den Herbst an.

Noch ist der Schirm geschlossen, der Regen setzte erst später ein. Trotzdem natürlich ein freudiger Fund für den Kochtopf. Riesenschirmpilz (Macrolepiota procera).

Die großen, robusten Leder – Täublinge zeichnen sich durch die schon bald ockergelben Lamellen und dem milden Geschmack aus. Sie gelten als hervorragende Speisepilze. Hier sehen wir den Braunen Ledertäubling (Russula integra), den wir unter Kiefern finden können.

Ausschließlich unter Eichen wächst der im Hut etwas gezonte, weiße, milde Milch absondernde Eichen – Milchling (Lactarius quietus). Als Mischpilz kann er Verwendung finden.

Besser ist da schon die Gruppe der Edelreizker mit ihrem rötlichen Milchsaft. Hier sehen wir den etwas bitterlich schmeckenden Fichten – Reizker (Lactarius deterrimus). Scharf gebraten ist er dennoch recht ordentlich, zumindest für den jenigen, der es etwas deftiger liebt.

Ein etwas verwachsenes Exemplar des Blassen Laubwald – Pfifferlings (Cantharellus pallidus).

Neben Steinpilzen waren heute auch einige Exemplare des Flockenstieligen Hexen – Röhrlings (Boletus luridiformis) vertreten und konnten in die Körbe der Feinschmecker gelegt werden.

Gleich drei verschiedene Steinpilz – Arten waren vertreten, wann hat man das schon mal! Hier sehen wir den häufigen Sommersteinpilz (Boletus reticulatus), den wir von Mai bis Oktober ausschließlich unter Laubbäumen wie Eichen und Buchen, ganz selten auch unter Linden finden können.

Der Echte Steinpilz ist von Juni bis November unter Fichten, Buchen, Eichen und Kiefern zu finden. Dadurch ist er die häufigste Steinpilz – Art und kann in Wuchs und Färbung recht unterschiedlich sein.

Ein mit Abstand seltenerer Vertreter dieser Gruppe ist der Rothütige- oder Kiefern – Steinpilz (Boletus pinophilus). Wie der Name schon sagt, finden wir ihn in der Regel unter Kiefern. Trotz großer Kiefern – Areale ist dieser Steinpilz in Mecklenburg eher eine Rarität. Er wächst von Mai bis Oktober und ist durch seine rotbraunen Hut- und Stielfarben gut charakerisiert.

Die Dreifarbene – Koralle (Ramaria formosa) ist giftig, gehört aber zu den besseren, weil selteneren Funden der heutigen Wanderung. Foto: Torsten Richter.

Den Scharfblättrigen Schwarztäubling (Russula acrifolia) treffen wir in Buchenwäldern auf besseren Böden an. Ungenießbar. Foto: Torsten Richter.

Der schmackhafte Trompeten – Pfifferling (Cantharellus tubaeformis) ist in unserem Breiten gegenüber den herkömmlichen Eierschwämmen als Speisepilz weniger bekannt. In Skandinavien ist er allerdings ein Kultpilz und ihn dürfte dort fast jedes Kind als Speisepilz kennen. Foto: Torsten Richter.

Ganz zum Schluß wurde es nochmal richtig interessant für Christopher Engelhardt und Torsten Richter. Auf Sägespänen haben sich verschiedene Arten angesiedelt, so kleine Tintlinge und Ascomyceten.

Da braucht es schon ein gutes Auge, um die Winzlinge, die immerhin noch zu den Großpilzen zählen, zu entdecken.

So zum Beispiel erreicht der Derbstachelige Rundsporschildborstling (Scutellinia crinita) nur weniger Milimeter im Durchmesser. Da es weitere, augenscheinlich sehr ähnliche Vertreter der Gattung gibt, muss mikroskopiert werden, um die Art sicher ansprechen zu können. Standortfoto: Chris Engelhardt.

Hier das zugehörige Sporenbild. Gut sind auch die Schläuche zu erkennen, in denen die Sporen gebildet werden und bei Reife durch mechanische Reize als mitunter gut sichtbare „Dampfwolke“ ausgeschleudert werden. Foto: Chris Engelhardt.

Hier noch die Wimpernhaare am Rande der Fruchtkörper unter dem Mikroskop, die bis zu 1 000 Mikromilimeter lang sein können, septiert und mehrfach verwurzelt sind. Foto: Chris Engelhardt.

Geradezu riesige Apothezien kann hingegen der Buchenwald – Becherling (Peziza arvernensis) ausbilden. 10 cm Durchmesser sind keine Seltenheit. Foto: Christopher Engelhardt.

Auch zu dieser Art hat Chris uns ein schönes Mikrofoto angefertigt. Typisch für den Buchenwald – Becherling, so schreibt er, sind die feinwarzigen Sporen. Rechts unten im Bild noch ein Hinweis auf die Sporengröße.

Auch diese schönen Hasenpfoten (Coprinus lagopus), die zu den Tintlingen gehören, wuchsen auf diesem Sägemehl – Standort, Foto: Christopher Engelhardt.

Aber auch richtige Großpilze befinden sich im Sammelkorb des Rehnaer Pilzvereins. Sie werden im dortigen Schaukasten ausgestellt, der im Zentrum Rehna´s direkt an der B 104 aufgestellt wurde.

Zum Schluß noch eine kleine Stärkung mit Kaffee und Kuchen, serviert von unserer Pilzfreundin Monika Peter, mitte links. Dafür ganz herzlichen Dank!

Unser Erinnerungsfoto. Leider waren nicht mehr alle dabei, denn bei so einer großen Gruppe gibt es immer einige Pilzfreunde, die vorzeitig, teils auch wegen terminlichen Verpflichtungen, abbrechen müssen. 22.Juli 2017 im Friedrichsthaler Forst.

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18. Juli 2017 – Abendwanderung der Pilzfreunde

Abendwanderung 2017

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Abendliche Rundwanderung Proseken – Eggerstorf – Proseken

Unsere Wanderung führte uns durch Wälder, Wiesen und Felder. Hier der Laubwald des Prosekener Grundes.

Seit vielen Jahren unternehmen einige Pilz- und Naturfreunde der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V. sowie interessierte Gäste eine sommerliche Abendwanderung ganz in Stadtnähe. Dieses mal habe ich eine Route ausgesucht, die teils durch Laubwälder, teils aber auch durch offeneres Gelände führte. Genau gesagt, wir Wandern heute in einer Runde von Proseken über Landsdorf/Eggerstorf und zurück. Dabei ist vor allem der bewaldete Prosekener Grund aus mykologischer Sicht von Interesse. Zumindest im Frühling und Herbst wurden hier schon viele interessante Pilzfunde getätigt. Im Sommer ist es nicht ganz so üppig. Anders als bei unseren Nachtwanderungen kamen wir heute noch ohne Taschen- oder Stirnlampen aus. Leider hielt sich das Interesse der Pilzfreunde sehr in Grenzen, aber die vier Teilnehmer konnten den herrlich sonnigen Hochsommerabend richtig genießen, bis auf die Mücken, die in diesem Jahr besonders lästig sind. Auch Frischpilze waren vertreten. Hier einige Bilder:

Gleich nach wenigen Schritten, noch im Ort Proseken, die ersten Erfolge. Unter einer noch relativ jungen Linde stark giftige Pantherpilze (Amanita pantherina). Man beachte die weißen Hüllreste auf dem Hut, kein röten am Fruchtkörper und die wulstig gerandete Knolle.

Gleich die nächste Linde hatte sich den Perlpilz (Amanita rubescens) als Mykorrhiza – Partner ausgesucht. So konnten gleich nebeneinander beide Verwechslungspartner studiert werden. Die Hüllreste, die hier leider sehr spärlich vorhanden sind, haben graue Färbung und das röten am Fruchtkörper ist zu erkennen. Die Stielknolle ist ungerandet. Guter Speisepilz, roh giftig und bei der Zubereitung die Huthaut abziegen!

Unter der dritten Linde waren es giftige Karbol – Champignons (Agaricus xanthodermus). Sie standen wohl eher zufällig hier, da sie keine Symbiose mit Bäumen eingehen. Sie haben eine saprophytische Lebensweise und sind momentan die häufigsten Großpilze, insbesondere in Siedlungsnähe und städtischen Anlagen. Wir fanden sie heute aber auch mitten im Laubwald des Prosekener Grundes und sie begleiteten uns praktisch durch die gesamte Wanderung.

Im Prosekener Grund.

Hier stehen oder standen auch einige altehrwürdige Bäumriesen. Diese Buche wurde gefällt, da sie schon kränkelte und vor Jahren bereits ein Teil vom Sturm abgebrochen wurde. Seit meiner Kindheit habe ich diesen mächtigen Baum mit fast eineinhalb Meter Stammdurchmesser bewundert. Nun ist sein Ende gekommen, aber er darf hier liegen bleiben und der mächtige Stamm wird in den nächsten Jahren für uns Pilzfreunde sicher noch einiges hervorbringen.

In üppiger Vegetation am Wegesrand einige Büschel von Glimmer – Tintlingen (Coprinus micaceus). Diese sind schon vollständig ausgereift und gaben ein schönes Fotomotiv.

Geotropismus beim Rotrandigen Baumschwamm (Fomitopsis pinicola). Die Buche wurde vom Sturm geworfen und der Fruchtkörper muss sich umorientieren.

Wir haben den Wald verlassen und es ging vorbei an teils schon erntereifen Getreidefeldern, die nach „Sommer“ dufteten.

Pilzfreund Robert war zuvor schon in der Parkanlage am Seeblick unterwegs und präsentierte uns seine Funde während einer kleinen Rast.

Täublinge, Rötlinge, Röhrlinge, Wulstlinge und Champignons.

Von diesen jungen Riesenbovisten (Langermannia gigantea) ist nicht mehr viel übrig. Die Schnecken waren sehr hungrig.

Die Sonne ist inzwischen am Horizont versunken und der Kreis schließt sich allmählich. Gleich haben wir unseren Ausgangspunkt Proseken wieder erreicht.

Zuvor hatten wir uns schon für unser Erinnerungsfoto positioniert.

Die Prosekener Kirche hat besonders in der Wende – Zeit eine wichtige Rolle gespielt. Hier trafen sich opositionelle Bürgerrechtsbewegungen wie das Neue Forum. Proseken am Abend des 18. Juli 2017.

  • Wann treffen sich die Pilzfreunde wieder? – Siehe unter Termine!

16. Juli 2017 – Vereinsexkursion der Pilzfreunde

Vereins- und Kartierungsexkursion

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Es ging durch den Wald bei Dabel/Borkow

Die Wälder zwischen Dabel, Borkow und Schlowe waren heute unser Ziel.

  Zu einer Vereins- und Kartierungsexkursion waren heute wieder die Pilzfreunde der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e. V. und interessierte Gäste sehr herzlich eingeladen. Wir haben sozusagen eine kleine Bestandsaufnahme in den Wäldern zwischen Dabel, Borkow und Schlowe unternommen. Im Mittelpunkt stand also die Kartierung von Großpilzarten. Zwar ist auch in dieser Region schon einiges nachgewiesen, neues kann aber immer entdeckt werden. Im großen und ganzen laufen unsere Kartierungsexkursionen nicht grundsätzlich anders ab, wie die öffentlichen Pilzlehrwanderungen. Auch hier darf dazu gelernt werden und natürlich sind auch Speisepilze gern gesehen. Insofern ging es nicht nur rein wissenschaftlich zu und jeder ist bei uns gern gesehen, der ein Interesse an die immer noch geheimnissvolle Welt der Pilze entwickelt. Nach dem sich eine Handvoll Pilzfreunde um 09.00 Uhr in Dabel einfanden, fuhren wir von hier aus noch in Richtung Borkow. Unser Zielgbiet waren sandige Laub- und Nadelwälder. Das allgemeine Pilzaufkommen war für Mitte Juli schon recht ordentlich und auch für die Küche war etwas dabei. Hier wie immer einige Impressionen:

Bützow`s Pilzberater Klaus Warning wartete zu Beginn, wie so oft zur Einstimmung, zum Vorstellen und zum Besprechen, mit allerhand Frischpilzen vom Vortag auf.

Eine schöne Kollektion von essbaren Safran Schirmpilzen (Macrolepiota rhacodas). Wir finden sie vor allem in der Nadelstreu von Fichten und schwerpunktmässig im Herbst.

Gleiches gilt für die Wimpern – Erdsterne (Geastrum fimbriatum), nur das sie nicht essbar sind.

Gleich dort wo wir unsere Autos platziert hatten, begrüßten uns unter einer Eiche diese stark giftigen Pantherpilze (Amanita pantherina).

Besonders im moosreichen Fichtenforst wurden wir fündig.

Hier schiebt sich gerade eine frisch geschlüpfte Stinkmorchel (Phallus impudicus) durch die Moosdecke und wird gleich zu einem gefundenen Fressen für eine hungrige Nacktschnecke.

Hier und da immer mal wieder die eine oder andere Marone (Xerocomus badius), die natürlich auch nicht von den Schnecken verschmäht werden.

Aber vorsicht ist geboten, denn der sehr bittere Gallen – Röhrling (Tylopilus felleus) ist nicht fern. Er liebt moosreiche Fichtenwälder genaus so wie der Maronen – Röhrling.

Auch der mindwertige, aber imposante und schöne Samtfuß – Krempling (Paxillus atrotomentosus) ist hier zu hause. Er besiedelt stark vermorchte Fichten – Stubben.

Der Kampfer – Milchling (Lactarius camphoratus) zeichnet sich durch besonders beim trocknen intensiven Maggi – Geruch aus. Wir finden ihn meist unter Buchen und Fichten und dann oft scharenweise.

Der Zimtblättrige Hautkopf (Cortinarius cinnamomeus) ist ebenfalls im Nadelwald zu hause. Er ist giftverdächtig, eignet sich durch seinen Farbstoff aber zum einfärben von Wolle.

Der Orangerote Graustieltäubling (Russula decolorans) ist in sauren Kiefernwäldern zu hause. Hier wächst er gerne in Nachbarschaft mit Maronen – Röhrlingen. Sein hier noch weißlicher Stiel verfärbt sich bald grauschwärzlich. Er gilt als guter Speisepilz.

Safran – Schirmpilze (Macrolepiota rhacodes) am Standort. Hier ist es Kiefermischwald mit eingestreuten Eichen, Birken und Buchen.

Die Ziegenlippe (Xerocomus subtomentosus) wird auch als Filziger Röhrling bezeichnet. Ihre Hutoberfläche ist wildlederartig – filzig und ihre relativ weiten, eckigen Röhren sind goldgelb. Essbar.

Hier noch einmal Pantherpilze (Amanita pantherina) mit starkem Schneckenfras. Tiere machen auch vor für uns giftigen Arten keinen halt. Tierfras ist kein Kriterium für essbar oder giftig!

Der Schiefe Schillerporling (Inonotus obliquus) besiedelt alte Birken. Er ist unter der Bezeichnung Tschaga in Form eines Teeaufgusses als Vitalpilz sehr beliebt. Und das gute daran, der Sud ist nicht nur gesund, sondern schmeckt sogar recht ordentlich. Fast wie echter schwarzer Tee.

Pilzfreund Robert hat alle Hände voll. Das Abendbrot ist gesichert!

Die kleine Truppe von heute. 16. Juli 2017 im Wald bei Schlowe.

  • Die nächste Vereinsexkursion startet wann? – Siehe unter Termine!

08. Juli 2017 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Sie führte durch das Buchholz bei Parchim

Neben Buchenwald sind hier auch Nadelholzbereiche mit Kiefern, Fichten und Lärchen zu finden.

Treff war am Sonnabend, dem 08. Juli 2017, um 08.00 Uhr auf dem schmalen Parkplatz am ZOB in Wismar, Ecke Wasserstraße/Kopenhagener Straße.

Interessenten aus Parchim und anderswo, die nicht erst nach Wismar kommen wollten, fanden sich gegen 09.30 Uhr auf dem Parkplatz Am Buchholz ein.

Heute fuhren wir mal wieder in die südlicheren Gebiete Mecklenburgs, in unmittelbare Nähe der Kreisstadt Parchim. Die nahen Pfifferlingstannen durchstreiften wir bereits vor Jahren und wurden diesbezüglich auch reichlich fündig. Heute war es das Buchholz, südöstlich der Kreisstadt. Wir finden hier aber keinesfalls nur Buchen vor, es ist auch ein gehöriger Nadelwald – Anteil vorhanden. Aber auch wenn die Buche dominant wäre, Buchenwälder gehören im allgemeinen zu den interessantesten und artenreichsten Waldgesellschaften. Leider fielen die wirklich imposanten Hallen – Buchenwälder, die es hier vor einiger Zeit noch gab, der Säge zum Opfer, so dass von der einstigen Pracht nicht mehr viel übrig ist. Eine Vielzahl von Mykorrhiza – Pilzen, zu denen viele der beliebtesten Speisepilze, aber auch gefährliche Giftpilze gehören, sind in Buchenwäldern zu hause. So wächst bei uns der Fichtensteinpilz vorzugsweise unter Buchen, oft mit dem Sommersteinpilz gemeinsam. Tödlich giftige Grüne Knollenblätterpilze finden sich neben Eichen auch sehr gerne unter Buchen ein. Viele Täublinge, Milchlinge, Ritterlinge u.s.w. lieben diesen wichtigen und imposanten Waldbaum. Natürlich können wir hier auch dem Pfifferling begegnen. Pfifferlinge wachsen außer unter Buchen auch gerne bei Eichen, Birken, Kiefern und Fichten, allerdings meist auf ärmeren, sauren Böden. Heute fanden wir den Blassen Laubwaldpfifferling, der etwas bessere Böden liebt und größer wird. Ansonsten war das Angebot an Frischpilzen für eine Lehrwanderung durchaus zufriedenstellend. Auch der Kochtopf – Mykologe konnte auf seine Kosten kommen. Hier wie immer einige Bilder von heute:

Pilzfreund Jürgen Horn aus Bargteheide brachte uns zu Beginn gleich eine kleine Frischpilz – Kollektion zur Einstimmung mit.

Der Aufbruch. Von dem einstigen Hallenbuchenwald stehen nur noch einzelne, hochreichende Buchenstangen und darunter ein natürlich verbuchter Jungbuchen – Nachwuchs.

Sogleich begrüßte uns E.T. – der Außerirdische, so wie Jürgen Horn treffend feststellte. Es handelt sich natürlich um einen jungen Bovist, der von Schnecken entsprechend gestaltet wurde.

Auch hier sehen wir einen Bovist. Er gehört allerdings zur Gattung der Kartoffel – Hartboviste (Scleroderma spec.) und ist giftig. Im Schnitt erkennt man die bereits stark gereifte Sporenmasse, die von den Bauchpilzen immer im inneren des Fruchtkörpers gebildet wird.

Der kompakte und meist recht helle Blasse Laubwald – Pfifferling (Cantharellus pallidus) wurde von einigen Teilnehmern garnicht als zu den Pfifferlingen gehörig erkannt. Er ist punktuell in den etwas besseren Laubwäldern unter Buchen und Eichen zu finden und ist auf grund seiner Größe besonders ergiebig.

Ein ziemlich kapitaler Perlpilz (Amanita rubescens). Gut sind die weinroten Tönungen und die Riefen auf der Oberseite der Manschette zu erkennen. Guter Speisepilz, aber Huthaut abziehen und gut durchgaren.

Besonders üppig gedeihte hier der scharfe Sonnen – Täubling (Russula solaris), mit seinen leuchtend gelben Hüten. Ungenießbar.

Hin und wieder einige Rotfuß – Röhrlinge (Xerocomus chrysenteron). Diese Exemplare sind schon recht schwammig.

Besser sind sie natürlich in diesem Entwicklungsstadium.

Echte Begeisterung kam auf als wir einige Nester der Gemeinen Hundsrute entdeckten.

Sie entwickeln sich zunächst so wie die viel häufigeren Stinkmorcheln in sogenannten Hexeneiern.

Sobald das Reifestadium erreicht ist, schieben sich die rosagelblich gefärbten Hundsruten (Mutinus caninus) relativ schnell empor, und fangen an zu stinken um Insekten anzulocken, die die olivgrünliche Sporenmasse dann verbreiten.

An einem liegenden Laubholz – Knüppel fanden wir diesen markanten, teils resupinaten Porling. Es handelt sich um die Großporige Datronie (Datronia mollis).

Insbesondere an den Wegrändern waren zahlreiche Frischpilze vertreten. Hier ein typischer Vertreter der Wegrand – Pilzflora, der Behangene Mehlschirmling (Cystolepiota sistrata). Ein kleines, unscheibares, weißes Blätterpilzchen mit mehliger Bereifung und kleinen Flockenschüppchen, die den Hutrand säumen. Ohne Speisewert.

Ein Vertreter der Großbecherlinge aus der Gattung Peziza. Möglicherweise der Buchenwald – Becherling (Peziza arvernensis). Ohne Speisewert.

Blumenartig verwachsene Fruchtkörper des Kerbrandigen Trichterlings (Clitocybe incilis). Eine weitere Pilzart die bevorzugt Waldwegränder besiedelt. Essbar.

Auch diese filigranen und hochbeinigen Tintlinge (Coprinus spec.) erfreuten uns am Waldweg.

Hier zwei Speisepilze der Edel – Klasse. Links und mittig der Frauen – Täubling (Russula cyanoxantha) mit seinen geschmeidigen Lamellen und rechts der sehr wohlschmeckende Fleischrote Speise – Täubling (Russula vesca) mit seiner vom Hutrand etwas zurück gezogenen Huthaut. Insbesonderer letzterer ist ebenfalls meist an und auf grasigen Waldwegen zu finden.

Besonders dort wo Birken eingestreut sind ist der Fuchsige- oder Rotbraune Scheidenstreifling (Amanita fulva) zu hause. Auch er darf für die Pilzspeise genutzt werden. Zu beachten ist aber, dass er ziemlich brüchig und roh giftig ist!

Für wunderschöne Farbtupfen an alten, bemoosten Baumstümpfen, sorgten diese Himbeerroten Schleimpilze (Tubifera ferruginosa). Auch als Lachsfarbene- oder Fischeier – Schleimpilze bekannt. Hier sieht man auch, dass die Einzeller auf der Suche nach Nahrung wandern können. Wie bei einer Schnecke ist die Schleimspur zu erkennen.

Dann plötzlich frische Mehlpilze (Clitopilus prunulus) auf einem bemoosten Waldweg – Steinpilz – Alarm! Sind Mehlpilze unter Buchen, Eichen und Fichten zu finden, hat man gleichzeitig einen Steinpilz – Standort endeckt. Leider war heute  keiner auszumachen, aber den Standort merken, hier wird es mit Sicherheit über kurz oder lang welche geben!. Auch der Mehlpilz ist übrigens essbar und wird besonders in der französischen Küche geschätzt.

Selbstredend, dass hier mit Steinpilzen zu rechnen ist, obwohl die Fichten schon recht groß sind.

Dafür gab es hier einige Würzige Tellerlinge (Rhodocybe truncata). Der nicht sehr häufige, aber fleischige Blätterpilz ist ein guter Speisepilz, der ein wenig wie eine Mischung von Rötel – Ritterlingen mit Maipilzen daher kommt.

Aus einem verlassenen Ameisenhaufen heraus wuchsen büschellig diese Echten Wald – Champignons (Agaricus silvaticus). Sie gehören zu den rötenden Arten der umfangreichen Gattung und sind bevorzug in der Fichtennadelstreu zu finden. Guter Speisepilz.

Ein klassischer Pilz der Wegränder in Wäldern ist im Sommer und Herbst der Stink – Schirmling (Lepiota christata). Er zeichnet sich durch einen stechenden, metallischen Geruch aus. Ungenießbar. Voricht, die echten Schirmpilze können gefährliche Giftpilze enthalten. Sie sind nicht mit den beliebten Riesenschirmpilzen zu verwechseln.

Ganz zum Schluß, in der Nähe des Parkplatzes, brachen diese Stadt – Champignons (Agaricus bitorquis) aus einer Rasenfläche. Falls nicht an zu sehr mit Schadstoffen belasteten Standorten wachsend, gehört er zu den schmackhaftesten Speisepilzen überhaupt.

Genau so wie diese Stockschwämmchen, die nur wenige Meter weiter einen riesigen, alten Buchenstubben mit vielen hundert Exemplaren überzogen. Hier konnte sich, wer wollte, noch mit Edelpilzen eindecken.

Unser Erinnerungsfoto an der Willi Zachow – Buche. Eigentlich waren wir heute 11 Pilzfreunde, aber drei nette junge Damen zogen es vor, nicht so direkt in die Öffentlichkeit zu gelangen. Dafür Sage ich danke für dieses schöne Foto! 08. Juli 2017 im Buchholz bei Parchim.

  • Wann starten wir zur nächsten Wanderung? – Siehe unter Termine!

24. Juni 2017 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Sie führte durch das Revier Warin am Stedersee

Der Steder See bei Warin. Genau hier befindet sich die Badestelle und in etwa in Höhe des Standortes dieser Aufnahme bestehen Stellflächen für unsere Autos und hier kann auch der Zweittreffpunkt unserer Wanderung sein.

Der Stedersee bei Warin. Genau hier befindet sich die bekannte Badestelle und in Höhe des Standortes dieser Aufnahme bestehen Stellflächen für unsere Autos. Hier war auch der Zweittreffpunkt unserer Wanderung.

Heute haben wir die Wälder bei Warin auf der Suche nach Sommerpilzen durchstreift. Abwechslungsreiche Laub- und Nadelforste stehen hier auf meist leichten Sandböden. Nicht nur Jungeichenbestände können mit Pfifferlingen aufwarten. Sie waren auch heute vertreten, aber leider nur in geringen Mengen. Hier und da einige Täublinge. Perlpilze oder Scheidenstreiflinge gab es kaum. So kam unterm Strich für niemanden eine vollwertige Pilzmahlzeit zu stande, aber zum dazulernen reichte es allemal. Immerhin war auch der gefährlichste aller Giftpilze, der Grüne Knollenblätterpilz, vertreten. Aber es gibt Hoffnung. Steht uns in den kommenden Wochen reichlich Niederschlag zu Verfügung, kann der Sommer schon ungewöhlich pilzreich daher kommen. Grund ist der trockene Herbst 2016. Die Tour dauerte bis zum späten Vormittag an. Hier wie immer ein kleiner Rückblick:

Ankunft auf dem Parkplatz am Stedersee.

Hier begrüßten uns gleich die ersten Pfifferlinge (Cantharellus cibarius).

Einen wahren „Knaller“ präsentierte uns zu Anfang Pilzberater Klaus Warning. Ein Stück aus dem Raritäten – Kabinet. Es handelt sich wahrscheinlich nicht wie anfänglich angenommen um den Orangegelben Wurzelbecherling (Sowerbyella imperialis), sondern um den Leuchtenden Wurzelbecherling (Sowerbyella rhenana). Er hat die Pilze in einem dichten und dunklen Fichtenforst auf Kalboden gefunden. Es dürfte der Erstnachweis dieser attraktiven Pilzart für unser Bundesland sein. Der Schlauchpilz zählt in ganz Deutschland zu den größten Raritäten! Lieber Klaus, herzlichen Glückwunsch!

Hier ein Mikrobild von Ulrich Klein. Achtsporige Schläuche mit den feinwarzig punktierten Sporen. Da die schlanken Paraphysen allerdings gebogen sind, kommt S. imperialis nicht in Frage. Sowerbyella rhenana ist wohl wahrscheinlicher, da auch ab Frühling in beschriebenen Biotopen gefunden. Er ist offensichtlich noch seltener als S. imperialis.

Auch diese frischen Erdsterne, es dürfte sich um den Wimpern – Erdstern (Geastrum fimbriatum) handeln, wuchsen in besagtem Fichtenforst. Sie haben sich frisch geöffnet. Beide Arten sind normalerweise erst zum Herbst hin zu erwarten. Hier wird bereits der fast ausgefallene Pilzherbst 2016 nachgeholt und uns dürfte im diesjährigen Sommer noch so einiges ungewöhliches blühen!

Nun zur eigentlichen Wanderung. Gleich zu Beginn im Trockenrasen des Waldrandes erfreuten uns diese wertvollen Küchen – Schwindlinge (Marasmius scorodonius). Hochgeschätz in der französischen Gourmet – Küche. Von allen Knoblauch – Schwindlingen ist er der Beste!

Vom lichten Trockenrasen geht es nun in den dicht belaubten Wald.

Da kommt nicht nur bei Klaus Freude auf. Die Stinkmorchel beeindruckt nicht nur mit ihren penetranten Duft!

In der Jungform, als Hexenei, ist sie von einigen Liebhabern als Speisepilz durchaus geschätzt.

Ausgereift aber wohl nur noch für Fliegen unwiderstehlich! Gemeine Stinkmorchel (Phallus impudicus).

Der Fleischrote Speisetäubling (Russula vesca) ist hingegen als delikater Speisepilz allgemein anerkannt. Man achte auf die helle Randzone. Die Huthaut reicht nicht bis zum äußersten Rand heran.

Der Widerliche Täubling (Russula pectinatoides) gehört mit seinem stark gerieften Hutrand zur Gruppe der Kammtäublinge. Häufig finden wir an seiner Stielbasis auch Rötungen. Ungenießbar.

Der aus kartierungstechnischer Sicht beste Fund der heutigen Wanderung war dieser Krummstiel – Schüppling (Pholiota tuberculosa) auf einem Buchenast. Die recht seltene Rote Liste Art wurde durch unsere, seit vielen Jahren intensive Kartierungstätigkeit im Westmecklenburger Raum, inzwischen zerstreut nachgewiesen. Ungenießbar.

Dem Falschen Rotfuß – Röhrling (Xerocomus porosporus) fehlen im wesentlichen die Rottöne. Er wächst gerne unter Eichen und wird sicher oft mit dem Rotfüßchen verwechselt. Essbar.

Bei diesem stark giftigen Pantherpilz (Amanita pantherina) ist die ungeriefte Manschette leider schon abgegriffen. Schön ist aber der ringförmige Wulst an der Steilknolle zu sehen, das sogenannte Bergsteigersöckchen.

Von dieser Espen – Rotkappe (Leccinum aurantiacum) haben die Schnecken leider nicht mehr viel übrig gelassen.

Hier stehen die Pilze sogar schon mitten auf dem Waldweg und werden mit großem Interesse bedacht.

Es handelt sich offensichtlich um den Blaugrauen Täubling (Russula parazurea), obwohl mir ein wenig zu viel Lilatöne dabei zu sein scheinen, die eher dem Papagei – Täubling entsprechen würden. Für den Kochtopf egal, beide sind essbar.

Für eine letale Dosis wohl schon ausreichend, dieses verunglückte Exemplar des Grünen Knollenblätterpilzes (Amanita phalloides). Leider ist die Stielknolle beim herausheben im Waldboden geblieben. Der Stiel fasert auf, der Geruch ist honigartig und die Lamellen weiß und geschmeidig. Das sollte unbedingt beachtet werden, sollte Stielknolle und Manschette aus welchen Gründen auch immer fehlen. Wichtig insbesondere wenn grüne Täublinge zum Verspeisen gesammelt werden sollen. Tödlich giftig!

Und hier noch ein kleines Sammelsurium zum Schluß. Auf einem ungenießbaren Flachen Lackporling (Ganoderma lipsiense) befinden sich noch leckere Nelkenschwindlinge (Marasmius oreades), ein essbares Rotfüßchen (Xerocomus chrysenteron) und ein vorjähriger, ungenießbarer Birkenporling (Piptoporus betulinus).

Viele Leute, wenig Pilze könnte der Tenor unserer heutigen Wanderung lauten. Ich hoffe, es hat allen trotzdem gefallen. Es kann nur besser werden! 24. Juni 2017 im Revier Warin am Stedersee.

Die nächste Wanderung startet wann? – Siehe unter Termine!

20. Juni 2017 – Treffen der Pilzfreunde

Vereinsabend der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Thema: Speisepilze und ihre speziellen Zuberereitungen

Frieder Gröger schreibt in seinen beliebten Büchlein Pilze und Wildfrüchte folgendes zu Steinpilzen: Vorzüglicher, festfleischiger Pilz mit ausgezeichnetem Aroma. Am besten gebraten. Getrocknet von allerbester Würzkraft!

Frieder Gröger schreibt in seinem beliebten Büchlein „Pilze und Wildfrüchte“ folgendes zum Steinpilz: Vorzüglicher, festfleischiger Pilz mit ausgezeichnetem Aroma. Am besten gebraten. Getrocknet von allerbester Würzkraft!

Treff: Dienstag, der 20. Juni 2017, um 18.00 Uhr im Steinpilz – Wismar, ABC Straße 21.

Heute Abend blickten wir auf unsere mehr oder weniger bekannten Speisepilze. Nicht jede beliebige Pilzart eignet sich  gleich gut für alle möglichen Zubereitungsmethoden. Schmoren mit Pfeffer, Salz und Zwiebeln in der Pfanne, ist wohl die bekannteste und einfachste Variante, zu der sich auch die meisten Speisepilze mehr oder weniger gut eignen. Um aber spezielle Geschmackstoffe und  Konsistenzen der unterschiedlichen Esspilze besser hervorzuheben oder zu unterstreichen, gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten. So in speziellen Pilzkochbüchern oder im Internet, b. z. w. es obliegt auch der eigenen Kreativität. Wir sind auf die einfachsten und praktischten Möglichkeiten eingegangen und lehnten uns dabei an die Hinweise in Frieder Grögers Broschüre „Pilze und Wildfrüchte“ an.

 

18. Juni 2017 – Vereinsexkursion der Pilzfreunde

Naturkundliche Vereinsexkursion

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Exkursion durch das Grambower Moor

Das Grambower Moor am 18. Juni 2017.

Das Grambower Moor liegt zwischen den Ortschaften Wodenhof und Grambow im Landkreis Nordwestmecklenburg, unweit der Orte Wittenförden, Groß Rogahn, Stralendorf und Zülow, ganz in der Nähe zur Landeshauptstadt Schwerin. Es liegt 46 – 49 m über dem Meeresspiegel und gehört zum Schweriner Seengebiet. Nach dem Ende der letzten Eiszeit entstand hier aus Schmelzwasser ein flacher See, der bald verlandete. Vor etwa 7000 Jahren entwickelte sich allmählich ein Bruchwald und in der Folge, vor etwa 5000 Jahren, wuchsen zunehmend Torfmoose, die sich als Torfschichten ablagerten. Aus einem Verlandungsmoor entstand schließlich ein Regenmoor. Da sich Wasser anstaute, bildete sich der heutige Grambower Moorsee. Im 19. und 20. Jahrhundert wurde im großen Stil Torf abgebaut. Ab 1994 begann der Förderverein „Grambower Moor e.V.“ mit der Renaturierung des wertvollen Gebietes und es wurde schließlich unter Naturschutz gestellt. Es umfast 567 ha. Seltene Tier- und Planzenarten sind hier zuhause, so die Ural – Ameise, die Knäkente, die Fransenfledermaus oder die Hochmoor – Mosaikjungfer. Wollgras, Sumpfcala und Sumpfporst gedeihen hier prächtig. Wir wandten uns heute allerdings den Pilzen zu. Im Spätsommer und Herbst wird es hier sicherlich diesbezüglich richtig zur Sache gehen, aber auch heute konnten wir einiges entdecken. Wir nutzten den in Ortsnähe beginnenden Moorlehrpfad, den der Förderverein extra als Rundwanderweg durch das Naturschutzgebiet angelegt hat. Hier einige Impressionen:

Der Schwefelporling (Laetiporus sulphureus) war zwar auch im Exkursionsgebiet vertreten, diesen aber hatte unser Pilzfreund Jürgen Horn bereits auf der Anfahrt von Bargteheide aus entdeckt.

Gleich zu Beginn des Moorlehrpfades wurden Informationstafeln aufgestellt. Weitere Info – Tafeln finden sich entlang des Wanderweges, der vom Förderverein Grambower Moor e.V. angelegt wurde.

Wir starten.

Gleich nach den ersten Metern, unter den alten Eichen der Zuwegung zum Moor, begrüßte uns dieser wirklich stattliche Riesen – Champignon (Agaricus augustus). Die auf dem Hut braunschuppige Art gehört zu den Anis – Champignons und ist einer der edelsten Speisepilze. Die Mahlzeit für Jürgen ist mehr als gesichert.

Die vor einiger Zeit vom Blitz getroffene Eiche hat massive Schäden erlitten und kümmert nun mehr oder weniger vor sich hin.

Ausführlichere Erläuterungen zur „Blitzeiche“ und ihrer weiteren Bedeutung sind auf dieser Info – Tafel nachzulesen.

Kaum das wir das Moor erreicht haben, standen auch schon die ersten Frischpilze vor uns. Hier sehen wir zwei junge Lilablättrige Mürblinge (Psathyrella candolleana). Als Suppenpilz sollen sie vorzüglich sein. Ihr Hutrand ist besonders jung weißlich behangen, deshalb auch Behangener Faserling genannt.

Der Flache Lackporling (Ganoderma lipsiense) befindet sich in der Sporulationsphase und hat seine nähere Ungebung mit zimtfarben Sporenstaub bepudert.

Der Schiefe Schillerporling (Inonotus obliquus) bricht als dunkelbraunes bis schwarzes Gebilde aus den weißlichen Stämmen von Birken heraus. Als Vital- oder Heilpilz ist er sehr beliebt. Besonders in Form eines Tee – Aufgußes.

Zahlreiche Kiefern riefen auch eine Handvoll Körnchen – Röhrlinge (Suillus granulatus) auf den Plan. Junge Fruchtkörper dieses Schmierröhrlings weisen auf der Hut – Unterseite milchige Tröpfchen auf. Guter Speisepilz.

In solchen Biotopen, mit unzähligen Moor – Birken, darf natürlich der Echte Zunderschwamm (Fomes fomentarius) nicht fehlen. Rotbuche und Birke sind seine Hauptwirte.

Mit dem Netzstieligen Hexen – Röhrling (Boletus luridus) hätte ich hier im Moor eigentlich nicht gerechnet. Er liebt ansonsten etwas bessere, kalkhaltigere Böden. Roh giftig, gut durchgegart allerdings essbar.

Mit dem Birkenpilz (Leccinum scabrum) und seinen verwandten Moor – Arten allerdings schon. Im Herbst dürfte es vor Birkenpilzen hier nur so wimmeln.

Perlpilze (Amanita rubescens) waren heute immer mal dabei. Schön sind die rotbräunlichen Tönungen am Fruchtkörper zu erkennen.

Steg und Sitzgelegenheit am Moorsee mit zugehörigen Erläuterungen auf einer Schautafel.

Teilweise wurde hier sogar ein kleiner Damm als Wanderweg aufgeschüttet, da es stellenweise doch recht moorastig sein kann.

Allerdings erschien uns das Gebiet heute doch über weite Strecken recht ausgetrocknet. Dennoch können hier immer wieder von Schwingrasen überzogene Feuchtstellen eingelagert sein, so dass ein Verlassen des Wanderweges durchaus lebensgefährlich werden kann.

Einfach Märchenhaft!

Der Zimtfarbene Weichporling (Hapalopilus rutilans) kann zum Färben von Wolle Verwendung finden. Ansonsten ist er ein Giftpilz!

Eineinhalb zarte Rötlinge, ja Zärtlinge (Entoloma specc.).

Der häufige Blutmilchpilz (Lycogala epidendron) gehört zu den einzelligen Lebewesen. Verletzt man die Zelle, tritt gleichfarbige, rötliche Flüßigkeit aus – die Blutmilch. Ein Myxomycet = Schleimpilz.

Der Blaugraue Täubling (Russula parazurea) gehört zu den mild schmeckenden, also essbaren Arten der umfangreichen Gattung.

Genauso wie der Moor – Täubling (Russula claroflava), auch Chromgelber Graustiel – Täubling genannt. Wir finden diesen leutend gelbhütigen Täubling unter Birken auf saurem Untergrund und vor allem in Birken – Mooren.

Ungenießbar ist hingegen der Widerliche Täubling (Russula pectinatoides). Er wächst gerne unter Eichen und anderen Laubbäumen. Charakteristisch ist nicht nur sein widerlicher Geschmack, sondern auch der stark geriefte Hutrand, den er sich mit einigen nah verwandten Arten teilt.

Täublinge und Milchlinge. Gemeinsam bilden sie die Gruppe der Sprödblättler. Hier sehen wir den Flatter – Milchling (Lactarius tabidus). Die mild schmeckende Art ist zeitweise Massenpilz unter Birken und Fichten.

Dieser Wulstige Lackporling (Ganoderma adsperum) hat eine große Ausdehnung am Fuße einer alten Eiche erreicht. Er kommt zerstreut im Flach- und Hügelland vor und gilt als Schwächeparasit, der im befallenen Holz verschiedenener Laubbäume eine Weißfäule auslöst. Hindernisse werden umwachsen, wenn es nicht anders geht. Ungenießbar.

Ich denke, es hat allen sehr viel Spaß gemacht diese einmalige Landschaft zu durchwandern. Wir können den Rundgang durch das Grambower Moor nur weiterempfehlen. Abschlußfoto am 18. Juni 2017.

  • Wann startet die nächste Vereinsexkursion? – Siehe unter Termine!

10. Juni 2017 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Sie führte durch den Gadebuscher Stadtwald

Der Startschuß ist gefallen.

Der Pilzfrühling endet nun und Mitte Juni beginnt in der Aspektabfolge eines Pilzjahres der Frühsommer. Die kurze Phase dauert bis zum Beginn des Hochsommers an und wird vor allem von Breitblättrigen- und Waldfreund – Rüblingen, Hochgerippten Lorcheln aber auch ersten Perlpilzen, Grauen Wulstlingen und Täublingen bestimmt. Erste Pfifferlinge sind zu finden. Delikate Hexen – Röhrlinge und Sommersteinpilze können die Herzen der Mykophagen höher schlagen lassen. Sommersteinpilze erlebten beispielsweise genau vor einem Jahr um diese Zeit in unseren besseren Buchenwäldern eine richtige Schwämme und auch derzeit läuft wieder ein Wachstumsschub dieser beliebten Dickröhrlinge. Durch den extrem pilzarmen Herbst 2016 ist in dieser Saison, sofern die Witterung mitspielt, durchaus mit Überaschungen zu rechnen. Die Tour dauerte bis zum frühen Nachmittag an. Die Wanderung leitete Reinhold Krakow vom Steinpilz – Wismar. Hier einige Bilder von heute:

Gleich zum Start die erste Erläuterung zu diesem Rehbraunen Dachpilz (Pluteus atricapillus). Er gehört als Holzbewohner zu den Freiblättlern und seine anfangs weißen Lamellen verfärben sich bei zunehmender Reifung fleischrötlich. Essbar.

Einen Holzbewohner sehen wir auch hier. Nur gehört er zu einer ganz anderen Gruppe, nähmlich zu den Porlingen. Allerdings ist er durch sein lamellig -labyrintsches Hymenophor bestens von anderen Porlingen zu unterscheiden. Sein Substrat ist immer Eichenholz. Es handelt sich um den Eichen – Wirrling (Daedalea quercina). Ungenießbar, aber bestens zum Basteln geeignet, daher gelegentlich auch in Baumärkten oder Bastellläden erhältlich.

Ungewöhnlich farbfreudig präsentiert sich die veralgte Oberfläche dieser Buckel – Tramete (Trametes gibbosa). Ungenießbar.

Wirklich breite Blätter zeigt uns hier der Breitblättrige Rübling (Megacollybia platyphylla). Sein Speisewert ist umstritten. Von essbar mit gutem Geschmack über ungenießbar bis giftig reicht die Palette. Ob er in den Sammelkorb wandern soll, muss jeder für sich entscheiden.

An einer ausgehagerten Wegböschung des Buchenwaldes relativ kleine, der größeren Becherlinge. Entweder zur Gattung Peziza oder Tarzetta gehörig.

Hier zwei Vertreter der umfangreichen Gattung der Helmlinge. Dort gehören sie in die Gruppe der leicht giftigen Rettich – Helmlinge, von denen heute zwei Arten vertreten waren. Zu sehen ist die Typus – Art der Gruppe, der Rettich – Helmling (Mycena pura). Auch der Schwarzgezähnelte Rettich – Helmling war heute mehrfach vertreten.

Kurzmoosige Hangterrassen beherrbergten Pfifferlingsbrut und junge Sommersteinpilz.

Junger Sommersteinpilz (Boletus reticulatus). Sommersteinpilze finden wir von Mai bis September, selten noch im Oktober, unter Eichen und Buchen. Echte Steinpilze wachsen von Mitte Juni bis November im Laub- und Nadelwald.

Der in Buchenwäldern ab Mai häufige Buchenwald – Wasserfuß (Hydropus subalpinus) gehört, wie gut zu erkennen, zu den Faserblätterpilzen. Ohne Speisewert.

Ein Hexenei der Stinkmorchel (Phallus impudicus) schiebt sich aus dem Waldboden. Die Gallertschicht liegt, aus welchen Gründen auch immer, offen. In diesem Zustand kann der Pilz noch gegessen werden und steht bei einigen Feinschmeckern hoch im Kurs.

Schneidet man das Hexenei von oben nach unten durch, so erkennt man bereits die Anlage der späteren Stinkmorchel.

Die erste Ziegenlippe (Xerocomus subtomentosus) des Jahres. Im Gegensatz zum Rotfüßchen finden sich bei ihr keine Rottöne am Stiel. Die Röhren sind leuchtend gelb und ihr Fleisch riecht nicht säuerlich. Essbar.

Mehr oder weniger intensiv rot gefärbte Stiele, säuerlicher Geruch und rasch felderig aufspringende Huthaut sind gute Abgrenzungsmerkmale zu obig abgebildetem Pilz. Rotfüßchen (Xerocomus chrysenteron). Essbar.

Gold – Mistpilze (Bolbitius vitellinus) finden wir auf Pflanzenresten wie Stroh, Heu oder so wie hier, auf Sägespänen. Der zarte, häutige Pilz steht den Tintlingen nahe, geht aber nicht wie diese in Autolyse über, dass heißt, er zerfließt nicht. Ohne Speisewert.

Hierbei handelt es sich um einen Helmling, der sich durch seinen Geruch nach Chlor oder Salpetersäuredämpfen auszeichnet. Von ihnen gibt es mehrere Arten Bei unseren Pilzen könnte es sich um den Voreilenden Helmling (Mycena abramsii) handeln.

Durch die Regenfälle der letzten Tage war auch der Pilz des Jahres wieder reichlich und frisch zu finden. Er konnte heute fast wie im Winter in Menge eingesammelt werden. Judasohr (Hirneola auricula – judae).

Auch der Goldgelbe Zitterling (Tremella mesenterica) ist uns aus dem Winterhalbjahr bestens bekannt.

Dieser Tage ist der Lilablättrige Mürbling oder Behangene Faserling (Psathyrella candolleana) das erste mal in diesem Jahr erschienen. Bis zum Herbst kann er nach Regenfällen um mulmiges Holz herum in großen Scharen auftreten. Typisch sind die lilagrauen Lamellen, der weißbehangene Hutrand und die den Mürblingen zu eigene Brüchigkeit. Der Kenner freut sich, denn der Suppenpilz soll ein ausgezeichnetes Aroma besitzen.

In der Nadelstreu des Fichtenwaldes gibt es ab sofort oft in großen Mengen und teilweise in Hexenringen den ungenießbaren Brennenden Rübling (Collybia peronata). Sein Geschmack ist brennend scharf und sein Geruch, besonders beim Reiben der Lamellen, säuerlich, fast essigartig. Die Stielbasis ist reichlich mit der Nadelstreu verfilzt.

Eine schöne Wanderung endet. Eigentlich waren wir zwölf, aber zwei Damen haben sich bereits etwas früher verabschiedet. Auch die Fotografin ist logischerweise nicht zu sehen, was auch so gewollt war. 10. Juni 2017 im Gadebuscher Stadtwald.

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27. Mai 2017 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Sie führte durch den Forst Raben Steinfeld

Am Findlingsgarten in Raben – Steinfeld war unser Zweittreffpunkt.

Heute ging es ganz in die Nähe unserer Landeshauptstadt Schwerin. Der Forst Raben Steinfeld beginnt bereits am gleichnamigen Ort an der Stadtgrenze zu Schwerin. Es ist ein umfangreiches und vielseitiges Forstrevier, das an den Pinnower See grenzt. Im Sommer und Herbst waren wir hier schon unterwegs, für den Frühling war es eine Prämiere. Der Frühlingsaspekt neigt sich nun langsam dem Ende zu und der Übergang zum Sommer wird allmählich eingeleitet. So fanden wir letzte Frühlingspilze wie Mai – Ritterlinge, Frühlings – Ackerlinge und auch typische Vertreter für diese Zeit wie beispielsweise Breitblättrige Rüblinge und Becherlorcheln. Das Wetter war dazu traumhaft, eigentlich viel zu schön für eine Pilzwanderung. Der Ostseestrand wäre wohl eine bessere Adresse gewesen. So waren wir heute auch nur eine kleine Truppe von sechs Pilzfreunden. Hier einige Bilder:

Gleich bei der Ankunft am Zweittreffpunkt erwartete uns neben Tintlingen auch dieser junge und kompakte Stadt – Champignon (Agaricus bitorquis). Der abgeplatte Hut und sein nach dem Aufschirmen doppelte Ring am Stiel, kennzeichen ihn gut. Ausgezeichneter Speisepilz von kräftig würzigem Aroma. Leider oft an weniger appetitlichen Orten wachsend.

Es ist das Frühjahr der Schlauchpilze. Immer wieder treffen wir ihre großen und kleinen Vertreter in unseren Wäldern derzeit an. Hier sind es Becherlinge der Gattung Peziza. Ob es sich um Buchenwald – Becherlinge handelt, müßte wohl mikroskopisch festgestelt werden.

Der Hut des Breitblättrigen Rüblings (Megacollybia platyphylla) besteht fast nur aus breiten Lamellen und Huthaut. Nicht empfehlenswert.

Die meisten, noch vorhandenen Maipilze (Calocybe gambosa), beginnen nun braunfleckig zu werden. Solche Exemplare sind überständig und sollten nicht mehr zum Essen mitgenommen werden!

Wir wanderten auf Räuber Röpke`s Sagenpfad.

Die Rillstielige Lorchel (Helvella solitaria) ist ein typischer Vertreter ihrer Zunft um diese Jahreszeit. Der gerillte Stiel und der becherförmige Hut sind deutlich voneinander abgesetzt. Die Rillen laufen nur kurz den Becher hoch. Ohne Speisewert.

Ganz anders bei der Hochgerippten Becherlorchel (Helvella acetabulum). Die außeren Längsrippen laufen weit am Pokal herauf.

Diese Lorcheln wuchsen unter Fichten. Es könnte sich um Kurzgestielte Becherlorcheln (Helvella confusa) handeln. Ohne Speisewert.

Eigentlich ein Pilz des Herbstes bis zum frühen Winter, der Büschel – oder Frost – Rasling (Lyophyllum fumosum). Gelegentlich finden wir ihn aber auch schon im Frühling. Die Pilze sind büschellig verwachsen und kommen in verschiedenen Habitaten vor. Sie sind recht zäh – und festfleischig, riechen schwach mehlartig und gehören zu unseren besten und ergiebigsten Speisepilzen.

Der Waldfreund Rübling (Collybia dryophila) riecht angenehm pilzig und darf als Mischpilz Verwendung finden. Allerings nur von Kennern, denn es gibt auch zu dieser Jahreszeit schon einen Doppelgänger, der leicht giftig ist. Der Striegelige Rübling. Er besitz zur Stielbasis eine striegelige Behaarung und riecht außerdem unangenehm nach faulem Kohl.

Der häufige Buchenwald – Wasserfuß (Hydropus subalpinus) fruktifiziert an Buchenästen. Bricht man den Stiel, tritt eine wässerige Flüßigkeit aus. Ansonsten wirkt er wie eine Mischung aus Breitblättriger Rübling und Wurzel – Rübling in Miniatur – Ausgabe. Kein Speisepilz.

Kaum zu glauben, das dieses gelbe, schleimige Gebilde aus einer einzigen Zelle bestehen soll. Gelbe Lohblüte (Fuligo septica).

Die Vielgestaltige Holzkeule (Xylaria polymorpha) ist an Buchenstubben zu finden. Außen schwarz und innen weiß, dazu holzartig fest. Holzkeulen gehören zu den Schlauchpilzen, sind also mit Morcheln, Lorcheln und Becherlingen verwandt. Ungenießbar.

Jürgen aus Schleswig – Holstein fotografiert ein interessantes Loch in einem Baumstamm das Stapels.

Ob dafür vieleicht ein Pilz verantwortlich zeichnet?

Ein Bild zur Erinnerung. Eigentlich waren wir sechs, aber eine junge Dame wollte nicht mit uns in die weite Welt hinaus. 27.Mai 2017 im Forst Raben – Steinfeld.

  • Wann startet die nächste Pilzwanderung? – Siehe unter Termine!

23. Mai 2017 – Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V.

70 Jahre Pilzberatung in Wismar

Fundbesprechung während einer öffentlichen Pilzlehrwanderung in den 1950er Jahren. Rechts die damals stadtbekannte Pilzfrau Annalotte Heinrich. In der Mitte unser dienstältester, heute noch aktiver Pilzfreund Hans - Jürgen Willsch. Das junge Mädchen rechts ist leider unbekannt.

Fundbesprechung während einer öffentlichen Pilzlehrwanderung im Jahre 1964. Links die damals stadtbekannte „Pilzfrau“ Annalotte Heinrich. In der Mitte unser dienstältester, heute noch aktiver Pilzfreund, Hans – Jürgen Willsch. Das junge Mädchen rechts ist leider unbekannt.

Am Dienstag, dem 23. Mai 2017, luden wir zu 18.00 Uhr in das TGZ – Technologie- und Gewerbezentrum, Alter Holzhafen 19, in 23966 Wismar ein.

Rechts Kreispilzsachverständige Annalotte Heinrich und in der Mitte die Wismarer Ortsbeauftragte Sigrid Steinbrecher während einer Pilzwanderung um 1980 herum.

Links Kreispilzsachverständige Annalotte Heinrich und in der Mitte die Wismarer Ortsbeauftragte Sigrid Steinbrecher während einer Pilzwanderung um 1980.

Auf Anregung des Vorstandes der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V. wurde Anfang des Jahres beschlossen, aufgrund der jahrzehntelangen, vorbildlichen Absicherung der Pilzberatung im Raum Wismar, eine informative und retrospektive Feierstunde zu begehen. Soweit wir es zurückverfolgen können, gibt es die Pilzberatungsstelle in unserer Hansestadt schon seit der Nachkriegszeit, spätenstens jedoch seit den 1950er Jahren. Zunächst in einer kleinen Räumlichkeit des Wismarer Rathauses, aber schon bald mit einer richtigen Geschäftsstelle in Form eines Ladenlokals in bester zentraler Lage. Dazu gehörig ein Schaufenster in dem ständig Frischpilzausstellungen über die aktuelle Lage an der Pilzfront informierten und natürlich eine Gegenüberstellung der wichtigsten Speise- und Giftpilze erfolgte. Ein zeitaufwändiges Unterfangen, auf das ich mich vor allem in den 1980er und 90er Jahren spezialisierte. Ich (Reinhold Krakow) stieg hier im Jahre 1981 mit ein.

Schaufensterausstellung in den 1990er Jahren. Damit sie deratig sehenswert wird, ist es zweimal wöchentlich erforderlich sie nei zu bestücken. Eine echte Herausforderung, die ich aber unzählige mahle meiserte und die mir trotz des hohen arbeits- und zeitaufwandes sehr viel Spaß gemacht hat und die durch ein hohes Interesse interessierte Menschen gewürdigt wurde.

Schaufensterausstellung in den 1990er Jahren. Damit sie deratig sehenswert wurde, war es zweimal wöchentlich erforderlich, sie neu zu bestücken. Eine echte Herausforderung, die ich  unzählige male meisterte und die mir trotz des hohen Arbeits- und Zeitaufwandes sehr viel Spaß gemacht hat und die durch ein hohes Interesse vieler Menschen entsprechend gewürdigt wurde.

Nachdem es mit Unterstützung des Gesundheits- und Umweltamtes noch viele Jahre nach der Wende weiter gehen konnte, war Ende 2002 plötzlich Schluß. Die Stadt sah keine Möglichkeit mehr, die Pilzberatungsstelle in der bisherigen Form zu unterhalten. Nach Resignation und Arbeitslosigkeit reifte bei mir die Idee, ein mykologisches Informationszentrum aus Privatinitiative heraus und mit Unterstützung der Argentur für Arbeit entstehen zu lassen. Ich mietete mir ein Ladenlokal an und ab September 2003 gab es für die Wismarer Pilz – und Naturfreunde wieder einen Anlaufpunkt. Der „Steinpilz – Wismar“ war geboren.

Es gibt wieder einen Pilzladen in Wismar. Eröffnung der neuen Bersatungsstelle in der ABC - Straße 28. Nach einem Jahr wurde in ein größerese Domiziel gegenüber, in die ABC Straße 21 ungezogen. Hier haben wir dank des Städtischen Wohnungsunternehemens WOBAu - Wismar einen geminderten Mietzins, den wir jährlich neu beantragen müssen.

Es gibt wieder einen Pilzladen in Wismar! Eröffnung der neuen Beratungsstelle in der ABC – Straße 28. Nach einem Jahr wurde in ein größeres Domiziel gegenüber, in die ABC Straße 21, umgezogen. Hier brauchen wir, dank des städtischen Wohnungsbauunternehmens Wobau – Wismar, nur einen geminderten Mietzins zahlen, den wir aber jährlich neu beantragen müssen.

Nahezu zeitgleich wurde die Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. aus der Taufe gehoben und ich wurde Mitglied. Es entwickelte sich die Gruppe der Pilzfreunde unter dem Dach des Vereins, die zusammen mit der Plattdeutsch – Runde die beiden tragenden Säulen der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V. bilden. Die Zahl der Mitglieder unserer Pilzgruppe hat sich derzeit auf etwa 40 eingepegelt. Dabei konnten wir beispielsweise auch Pilzfreunde aus Hamburg, Berlin, Lübeck, Schwerin, Düsseldorf, Grevesmühlen, Arpshagen, Bad Kleinen, Bargteheide u. a. Orten gewinnen.

Auf der Internetseite www.steinpilz-wismar.de werden unsere Aktivitäten seit dem Jahre 2009 dokumentiert und wir haben dadurch auch einen gewissen Bekanntheitsgrad im deutschsprachigen Raum erlangen können. Trotz vieler Unwegbarkeiten ist es uns gelungen, den „Steinpilz – Wismar“ bis zum heutigen Tag zu erhalten. Nicht zu vergessen, das wichtigste dabei ist die Verhinderung von Pilzvergiftungen, also die Pilzberatung und Aufklärung. Es sind geregelte Sprechzeiten vorhanden, die gerne von den Bürgern genutzt werden. Viele tausend Beratungen konnten durchgeführt und natürlich auch unzählige ungenießbare und giftige Arten aus den Sammelkörben heraus gefischt werden.  In Notfällen müssen wir Ärzten und Kliniken mit Rat und Tat zur Seite stehen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Kartierung von Großpilzen in unserer Region. Erkenntnisse daraus sind beispielsweise in die Roten Listen der gefährdeten Großpilze Mecklenburg – Vorpommerns eingeflossen. Das städtische Umweltamt brachte bereits im Jahre 1995 die Broschüre „Großpilze der Hansestadt Wismar“ heraus. Intensiv kartiert wurde und wird der Nordwestmecklenburger Raum etwa seit 1990 von Benno Westphal, Jürgen Schwik, Brigitte Schurig und Reinhold Krakow. Wie stark unsere Region bereits im Hinblick auf die Verbreitung vieler Großpilzarten untersucht wurde, ist beispielsweise auf der Homepage der Deutschen Gesellschaft für Mykologie, kurz DGfM, ersichtlich. Siehe untere Verlinkung „Pilzkartierung M-V“. Im Suchfeld den wissenschaftlichen oder deutschen Namen eingeben! Auch auf unserer Internetseite stelle ich nach und nach Daten und Verbreitungskarten meiner Kartei ein. Mit dem Pilzverein „Heinrich Sternberg Rehna e.V.“ sind wir freundschaftlich verbunden und treffen uns beispielsweise einmal jährlich am Roten See bei Brüel zu gemeinsamen Exkursionen. Vereinsfreundin Irena Dombrowa bietet Lehrgänge zum Fischereischein an, die zusätzlich der Finanzierung unseres Informationszentrums zu gute kommen.

besonders wenn größere Veranstaltungen wie die alljährliche Großpilzausstellung Ende September sind viele fleißige Helfer erforderlich. Die Pilzfreunde der Gemeinnützigen Gesellschaft

Besonders wenn größere Veranstaltungen, wie die alljährliche Großpilzausstellung im September anstehen, sind viele fleißige Helfer erforderlich. Ohne die Pilzfreunde der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V. wären derartige Veranstaltungen nicht zu realisieren.

Das Programm

  • Begrüßung der Gäste mit kleiner musikalischer Umrahmung.

Vereinsmitglied und Hobby – Musiker Helmut Meier gab zwei Pilzlieder zum besten, die er im Jahre 2004 für die Gruppe der Pilzfreunde komponierte.

  • Vortag von Dr. med. Oliver Duty vom Landesgesundheitsamt zum Thema Pilzberatung in Mecklenburg – Vorpommern, die bundesweit in ihrer Form einmalig ist. Er ist zugleich Landespilzsachverständiger und koordiniert die Aufgaben aller in unserem Bundesland tätigen Pilzberater.

Dr. Duty bei seinem Vortrag.

Erlass zur Pilzberatung in unserem Bundesland – einmalig in Deutschland!

Von links: Dr. Björn Berg – Vorsitzender der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V., Ulrich Klein – Vereinsmitglied und Referent, Reinhold Krakow vom Steinpilz – Wismar und Werner Voß – Pilzberater aus Warin.

  • Ulrich Klein und Reinhold Krakow gingen im Anschluß mit einer Power – Point – Präsentation auf die Geschichte der Pilzberatung in Wismar ein, soweit wir es zurückverfolgen können.

Zu Beginn einiges Grundsätzliches zum Thema Pilze von Ulrich Klein.

Zu dieser öffentlichen Veranstalltung waren alle herzlich eingeladen, die Hintergründe und wissenswertes über die jahrzehntelange Pilzberatungstätigkeit in Wismar und in Mecklenburg – Vorpommern erfahren wollten und denen es am Herzen lag, dass dieses auch in Zukunft so bleiben mag. Wir konnten die vorhandene Beamer – Technik nutzen und unsere PowerPoint – Präsentation wurde zu einem echten Erlebniss.

Es wurde ein Catering Service beauftragt, der für das leibliche wohl sorgte.

21. Mai 2017 – Vereinsexkursion der Pilzfreunde

Vereins- und Kartierungsexkursion

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Vereinsexkursion durch das Bernitter Holz bei Bützow

Während sich Ende Mai Frühjahrslorcheln und Morcheln allmählich bis zum nächsten Jahr verabschieden, können nun andere Vertreter dieser Schlauchpilze das Herz des Hobby - Mykologen erfreuen, so wie diese Rippenstielige Lorchel (Helvella solitaria).

Während sich Ende Mai Frühjahrslorcheln und Morcheln allmählich bis zum nächsten Jahr verabschieden, können nun andere Vertreter der Schlauchpilze das Herz des Hobby – Mykologen höher schlagen lassen, so wie diese Rippenstielige Lorchel (Helvella solitaria).

Das Bernitter Holz gehört zum großflächigen Schlemminer Forst, der sich weitläufig um die gleichnamige Ortschaft spannt. Er geht dann später über in die Trechower Holzung und schließlich weiter in das Rühner Holz. Wir wollen heute aber den Bernitter Bereich etwas näher in Augenschein nehmen und es steht die Kartierung im Vordergrund. Die umfangreichen Wälder stehen zum Teil auf eiszeitlichen Aufschüttungen einer Grundmoräne und es überwiegen Mergelböden. Buchenwälder wechseln mit Nadelforst, vor allem Fichte und Lärche, mit eingestreuten Feuchtbiotopen und Erlenbrüchen. Mykologisch zählt der gesamte Bereich des Schlemminer Forstes mit seinen Teilrevieren zu den interessantesten Waldgesellschaften Mecklenburgs. Auch heute war es für die noch frühe Jahreszeit schon recht beachtlich, was wir auf unserer kurzweiligen Exkursion fanden. Vor allem Schlauchpilze aus den Gruppen der Becherlinge und Lorcheln waren längst der Waldwege immer wieder vertreten. Das Waldgebiet war frisch und nass, was allerdings eine regelrechte Mückenplage zur Folge hatte. Hier wie immer einige Impressionen:

Der Breitblättrige Rübling (Megacollybis platyphylla) ist ein typischer Vertreter in feuchteren Laub- und Nadelwälder im Übergang vom Frühlings- zum Sommeraspekt. Wir können ihn dann bis zum Spätherbst finden. Kaum Hutfleich, dafür breite, grauweißliche Lamellen, grauer, trockener Hut und weißlicher Stiel, der am Grunde oft kräftige Myzelstränge besitzt. Als Speisepilz nicht empfehleswert.

Auch der Pilz des Jahres 2017 war vertreten, das Judasohr (Hirneola auricula – judae). In der asiatischen Küche unverzichtbar. Ihm werden auch gesundheitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben. Übrigens wohl der älteste Kulturpilz der Menscheit überhaupt!

Klaus Warning aus Bützow (knieend) entdeckt ganz besonders schöne und farbfreudige Pilze an trocken liegendem Buchenholz.

Es handelt sich um den recht seltenen Nördlichen Zinnoberschwamm (Pycnoporus cinnabariuns).

Die Hochgerippte Becherlorchel (Helvella acetabulum) durfte heute natürlich nicht fehlen. Sie erlebt derzeit in geeigneten Biotopen (Buchenwälder oder Parks mit Eichen) einen regelrechten Boom. Essbar, aber gut erhitzen.

An einem Waldwegrand zu einem Fichten – Hochwald wuchsen zahlreiche Exemplare dieser Becherlinge, einer Peziza – Art.

Mit dieser Art hätte ich hier allerdings nicht gerechnet. Auf den ersten Blick handelt es sich um Schwarzweiße Becherlorcheln. Diese kennen wir doch eher aus unseren ehemaligen Kies – Abbaugebieten, die mit Kiefern aufgeforstet sind. Dank eines Hinweises unseres Lorchel – Experten Christian Ehmke handelt es sich sogar um eine andere Art, der Gestielten Becherlorchel (Helvella confusa). Hier standen Fichten, aber der Waldweg wurde mit Schotter aufgefüllt.

Einmal bitte Schnuppern! Gerüche können mitunter sofort aufschluß über eine gefunde Pilzart bringen.

Ein deutlicher Anis – Geruch kennzeichnet den besonders im Herbst und Frühling häufigen Duft – Trichterling (Clitocybe fragrans). Es gibt einige ähnliche Arten der Gattung, die teils unangenehme Gerüche aufweisen. Nach Anis duftet auch der essbare Grüne Anis – Trichterling, während die hier gezeigte Art trotz des angenehmen Geruches giftig ist!

Es gab aber auch hochwertige Edelpilze für den Kochtopf – Mykologen – Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis).

Weniger für den Gaumen, statt dessen eher für die Augen sind diese jung leuchtend gelben Gold – Mistpilze (Bolbitius vitellinus). Sie wachsen gern auf Heu und Stroh, aber auch auf Sägespänen, Holzhäcksel oder sonstigen, abgestorbenen Pflanzenresten.

Nachdem uns Irena noch mit Kaffee und Kuchen verwöhnte, zeigte uns zum Schluß Klaus Warning seine wunderschönen, selbst zusammengestellten Pilz – Poster von den jeweilig schönsten und seltensten Pilzfunden der zurück liegenden Jahre.

Unser obligatorisches Erinnerungsfoto im Bernitter Holz. Von der Mückenplage einmal abgesehen, ging an dieser Stelle eine wirklich schöne Tour zu Ende. 21.05.2017.

  • Wann starten wir zur nächsten Vereinsexkursion? – Siehe unter Termine!

20. Mai 2017 – Frühjahrstagung der Pilzberater

Frühjahrstagung der Pilzberater

Pilzberater sollten sich mit den wichtigsten Speise- und Giftpilzen gut auskennen und auch die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse in ihre Verantwortungsvolle Tätigkeit mit einfließen lassen.

Pilzberater sollten sich mit den wichtigsten Speise- und Giftpilzen gut auskennen und auch die neuesten, wissenschaftlichen Erkenntnisse in ihre verantwortungsvolle Tätigkeit mit einfließen lassen.

Deshalb wird jeweils im Frühjahr und Herbst zu einer Weiterbildungsveranstaltungen eingeladen.

In diesem Jahr fand die Frühjahrstagung am Sonnabend, dem 20. Mai 2017, nicht wie gewohnt im CJD in Teterow, sondern in der dortigen Jugendherberge in der Zeit zwischen 10.00 – 14.00 Uhr statt.

Es wurde der Jahresbericht 2016 zur Pilzberatung in M-V besprochen und analysiert, der Pilz des Jahres (Judasohr) vorgestellt und organisatorisches besprochen.

Ria Bütow aus Rostock stellte uns in aller Ausführlichkeit den Pilz des Jahres 2017 vor. Foto: Jonas Dombrowa.

Nach dem Mittagessen ging es dann noch hinaus zu einer kleinen Exkursion durch das Hohe Holz. Christoph Kretschmer, seines Zeichens langjähriger Pilzberater des Ortes, führte uns durch das beeindruckende Waldgebiet.

Dort begeisterten uns vor allem wirklich üppige Hochgerippte Becherlorcheln (Helvella acetabulum). Die Pilze standen im tiefen Falllaub von Buchen am Wegesrand und haben sich deshalb besonders stark entwickelt, wie wir in der Präsentation von Irena sehen können. Essbar.

Auch ein bereits etwas betagter Flockenstieliger Hexen – Röhrling (Boletus luridiformis) war mit dabei.

  • Achtung, nur für Pilzberater Mecklenburg – Vorpommerns!

13. Mai 2017 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Sie führte durch den Großherzoglichen Forst Tankenhagen

Nicht nur Buchenwald mit zahlreichen Waldtümpeln, auch einzelne Nadelwaldbereiche und Erlenbrüche gehören zu diesem interessanten Waldgebiet.

Wir befinden  uns bereits im Vollfrühling und die Landschaft blüht und grünt aller Orten, so dass es  eine Wonne ist, um diese Zeit durch die erwachende Natur zu wandern. An der Pilzfront gibt es nun schon einiges zu entdecken. Während Frühjahrs – Lorcheln und Morcheln allmählich abklingen, sind im Mai vor allem die beliebten und ergiebigen Maipilze, auch Mai – Ritterling oder Mai – Schönkopf genannt, die wichtigsten Speisepilze. Sie wachsen nun oft in großen Hexenringen in Wäldern. Parkanlagen, Gärten, Schlehenhecken u. a. Standorten. Der sahneweißliche Pilz besitzt einen intensiven Geruch nach Mehl oder frischen Gurken. Er sollte vor dem Verzehr kurz blanchiert werden, um seinen sonst zu intensiven Geschmack etwas abzumildern. Mehrere Hexenringe konnten wir heute von ihm in bester Qualität ernten.

Maipilze (Calocybe gambosa) wie man sie sich schöner kaum wünschen kann, heute im Wald bei Tankenhagen am Standort fotografiert.

Auch gibt es zu dieser Zeit unter Rosengewächsen einen weiteren, guten Speisepilz, den Schild – Rötling, den wir heute leider, trotz entsprechender Standorte, nicht entdecken konnten. Zwar steht auf einer Pilzwanderung der Lernaspekt im  Vordergrund, sind aber genügend Speisepilze, so wie heute, im Angebot, dürfen sich natürlich auch die Körbe der Teilnehmer mit mehr oder weniger leckeren Köstlichkeiten aus Wald und Flur füllen. Hier weitere Bilder von heute:

Neben Maipilzen brachte uns ein Teilnehmer aus Bad Kleinen auch diesen Stadt – Champignon (Agaricus bitorquis) zum zeigen und vorstellen mit.

Gleich beim Start stimmte uns dieser filigrane Tintling (Coprinus spec) am Wegesrand auf die heutige Wanderung ein.

Der Wald ist nicht mehr fern.

Am Waldesrand mußten wir uns erst einmal einen Weg durch diese Holztransporter ebnen.

Weitere Baumstämme warten auf den Abtransport. Wie fast in jedem unserer Wälder und Forste wird seit Jahren erbarmungslos Holz eingeschagen und offensichtlich ist kein Ende in Sicht. Gewinn – Maximierung in der Forstwirtschaft auf Kosten von uns allen. Schöne, alte Wälder wird es bald kaum noch geben, es sei denn, man stellt sie unter Schutz und dann wird auch uns fast alles verboten. „Wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, das man Geld nich essen kann“ Weissagung der Cree – Indianer.

Immerhin erhöhen Baumstubben noch die Vielfalt unserer Pilzflora. So fanden wir an ihnen heute diese Schuppigen Porlinge (Polyporus squamosus). Es sind noch recht junge, zarte Fruchtkörper, die gegessen werden können. Später werden sie zäh und ledrig.

Zur gleichen Gattung gehört der Maiporling (Polyporus lepideus). Er ist von anfang an zäh und ungenießbar. Der Pilz fruktfiziert ebenfalls an Laubholz.

Der Schwarzrote Porling (Polyporus badius) ist der dritte im Bunde aus der Gattung der Stielporlinge (Polyporus) die wir hier vorstellen. Des weiteren waren noch zwei Sklerotienporlinge vertreten, die aber nicht sehr fotogen waren. Gezeigte Art wächst ebenfalls an Laubholz und ist ungenießbar.

Auch Dachpilze besiedeln totes Holz. Die Freiblättler besitzen zunächst weiße Lamellen, die bei Sporenreifung fleischfarben werden.

Der Wurzelschwamm (Heterobasidion annosum) ist hingegen ein agressiver Holzzerstörer, der die Baumwurzeln, insbesondere von Fichten, angreift und im Stamm viele Meter aufsteigen kann und zu einer Rotfäule führt.

Schön sind die insgesamt dominierenden, schwefelgelben Farben auf Hut und Stiel bei den Grünblättrigen Schwefelköpfen (Hypholoma fasciculare) zu erkennen. Giftig!

Ein schöner, frischer Becherling auf morschem Holz.

Es dürfte sich um den Kurzstieligen Holzbecherling (Peziza micropus) handeln. Unser Lorchel- und zunehmend auch Becherlingsexperte Christian Ehmke merkte an, dass es sich auch um einen jungen Buchenwald – Becherling (Peziza arvernensis) handeln könnte.

 

Schön sind die namensgebenden, glimmerigen Schüppchen auf den Hüten dieser jungen Glimmer – Tintlinge (Coprinus micaceus) zu erkennen. In diesem Zustand essbar, aber ohne Alkohol.

Daneben ein Büschel der gleichen Art im Reifestadium. Vom Glimmer ist nicht mehr viel zu erkennen. Die Hüte werden schwarz und gehen in Autolyse über.

Was machen, wenn man gerade einmal nicht so gut zu Fuß ist, aber trotzdem an einer Wanderung teilnehmen möchte? Ein fahrbarer Untersatz mit elektronischem Antrieb machts möglich. So wie bei Sabine aus Schwerin. Allerdings dann nur auf den Wegen.

Ob es sich bei diesen Schlauchpilzen um Kastanienbraue Becherlinge (Peziza badia) handelt, kann wohl eindeutig nur das Mikroskop klären. Christian Ehmke hält die Pilze eher für Riesenbecherlinge (Peziza varia).

Diese Pilze erinnern mich eher an den Blasigen Becherling (Peziza vesiculosa). Es waren Holzreste mit am Standort. Christian Ehmke ist jedoch eher für den Buchenwald – Becherlinge (Peziza arvernensis). Mikroskopieren ist also bei der genauen Bestimmung vieler Becherlinge unerläßlich.

Ungewöhnlich üppig mit bis zu 7 cm breiten Hüten und 10 cm langen stielen fielen diese Frühlings – Glockenschüpplinge oder Frühlings- Samthäubchen (Pholiotina aporos) aus. Sie wuchsen in der tiefen Laubstreu des Buchenwaldes. Typisch ist die satte rot – bis tabakbraune Färbung des Hutes mit stumpfer, noch etwas dunkler braunen Hutmitte und der hellere Stiel mit dem deutlichen, oberseits gerieften Ring. Giftverdächtig.

Eine interessante Hutstruktur weist dieser  vorjärige Löwengelben Porling (Polyporus varius) auf. Er gehört in die oben schon näher vorgestellte Gattung der Stielporlinge. Ungenießbar.

Nah mit Becherlingen, Lorcheln und Morcheln verwandt ist das Buchenfruchtschalen – Holzkeulchen (Xylaria carpophila). Wir findes es sehr häufig an feucht liegenden Schalen von Bucheckern, insbesondere, wenn diese tief unter Fallaub liegen.

Diese Relikte von Käppchen – Morcheln weisen uns darauf hin, das sich die diesjährige Morchel – Saison dem Ende nähert.

Mehrere Hexenringe von Maipilzen füllten zum Schluß die Körbe.

Mehr geht kaum rein, eine stolze Ernte!

Unser Abschlußfoto. Ursprünglich zählten wir neun Teilnehmer, aber ein Pilzfreund aus Bad Kleinen verabschiedete sich schon früher, da er in Lübeck noch etwas zu erledigen hatte. 13.05.2017 im Forst Tankenhagen.

  • Wann startet die nächste Wanderung? – Siehe unter Termine!

05. – 07. Mai 2017 – Pilzseminar in Mecklenburg

Ein Pilzwochenende in Mecklenburg

Kleines Pilzseminar in Keez, bei Brüel

Familie Speisemorchel (Morchella esculenta) in trauter Eintracht. Vater, Mutter und Kind.

Familie Speisemorchel (Morchella esculenta) in trauter Eintracht.

Pilzwochenende in Mecklenburg vom 05. – 07. Mai 2017 in Keez, bei Brüel.

Auch in diesem Jahr hatte das mykologische Informationszentrum Steinpilz –  Wismar wieder zu einem frühlingshaften Pilzwochenende nach Mecklenburg eingeladen. Entgegen der ursprünglichen Planung, fand es wie gewohnt in unserer Außenstelle in Keez statt. Das Objekt liegt etwa 3 Km außerhalb der mecklenburgischen Kleinstadt Brüel. Von hier aus kommend ist es gleich das erste Grundstück rechts zur Fahrbahn der B 104, nach der Ortschaft Thurow. Aus Richtung Schwerin kommend, das letzte auf der linken Fahrbahnseite. Leider ist hier kein Ortsschild vorhanden. Es müßte eigentlich mit Keezer Schmiede beschriftet sein, da der eigentliche Ort Keez etwa drei Kilometer entfernt, am Keezer See liegt. In begrenzter Anzahl bestehen hier Parkmöglichkeiten auf dem Gelände, ansonsten können in etwa 100 m Entfernung, an den Abzweigen Golchen/Keez, weitere Fahrzeuge geparkt werden.

Hier das Programm:

  • Freitag, der 05. Mai ab 12.00 Uhr Anreise. Um 14.00 Uhr Beginn des Theorietages mit Einführungen in die Pilzkunde und spezieller Berücksichtigung des Frühlingsaspektes durch unseren Experten Ulrich Klein. Abends gemütliches beisammensein und Festlegung der morgigen Exkursionsgebiete.

Ulrich Klein bei seinen Ausführungen im Rahmen seiner Power Point – Präsentation. Noch fehlen einige Teilnehmer, beispielsweise unsere Berliner Pilzfreunde.

Wir befinden uns im Frühling. Auf insgesamt 8 Folien stellte uns Ulrich kurz die einzelnen Wachstumsapekte im laufe eines durchschnittlichen Pilzjahres vor.

Im Außenbereich hatte ich zur Begrüßung bereits eine Pilzausstellung mit ca. 30 Arten aufgebaut.

Endlich sind auch die Berliner Pilzfreunde eingetroffen. Sie hatten auf der Hinfahrt noch an einer Morchelstelle halt gemacht und präsentierten uns ihre Erfolge, die natürlich neugierig machten.

Käppchen – Morcheln (Morchella gigas). Auch einige Speisemorcheln waren dabei.

Des weiteren Fingerhut – Verpel und leckere Schild – Rötlinge.

Und hier Fingerhut – Verpel satt!

Pilz – Tommi aus Berlin beim Säubern seiner Ernte, um sie anschließend auf dem Dörrgerät zu trocknen. Leider hatte es kräftig geregnet, so dass die Pilze sehr wasserrreich waren und die Trockenzeit entsprechend verlängerten.

  • Sonnabend, der 06. Mai. Treff um 08.00 Uhr in Keez zum Frühstück und gegen 09.00 Uhr start zu unseren Exkursionen. Wir hatten uns für den Küstenwald der Insel Poel entschieden. Unsere gute Seele Irena versorgte uns dort ambulant mit Mittag, Kaffee und Kuchen. Abends werteten wir in gemütlicher Runde unsere Fundstücke bei einem Gläschen Likör oder Pils aus. Vor allem wurden aber Pilze geputzt, denn wir hatten reichlich Maipilze und Morcheln gefunden, die ihrerseits getrocknet oder eingefroren werden sollten.

Heike Bunk aus Sachsen, Egon Schmeißer und Thomas Damitz aus Berlin kurz vor dem Aufbruch zur Exkursion in Keez.

Begrüßung von Pilzberater Klaus Warning aus Bützow. Er hat uns noch eine Kiste mit Chaga mitgebracht.

Ankunft auf Poel. Foto: Heike Bunk.

Aufbruch zur Exkursion durch den Küstenwald bei Hinter Wangern.

Es dauerte nicht lange und die ersten Frischpilze wurden gefunden. Der deutliche Anis – Geruch verrät diesen ansich unscheinbaren Trichterling sogleich. Es handelt sich um den besonders im Herbst und Frühjahr häufigen Duft – Trichterling (Clitocybe fragrans). Giftig!

Ein junger Frühlings – Ackerling (Agrocybe praecox). Das Häutchen zwischen Hutrand und Stiel bleibt später meist als Ring im oberen Stielbereich erhalten. Typisch sind auch die kräftigen, weißlichen Myzelstränge an der Stielbasis. Essbar, aber wenig schmackhaft.

Der an Laubholz, insbesondere an Eiche, fast ganzjährig wachsende Rosablättrige Helmling (Mycena galericulata) ist der einzige essbare Vertreter seiner Gattung. Die Lamellen werden erst recht spät rosa. Der graue Stiel ist im Vergleich zu vielen anderen Helmlingen recht fest und knorpelig. Er soll vorzüglich schmecken.

Hier sehen wir zwei Dachpilze, wie sie in der Huthautstruktur kaum unterschiedlicher sein können. Das linke Exemplar war einem starken, trockenen Ostwind ausgesetzt, der die Huthaut verhärtete und diese konnte sich dann bei der weiteren Streckung Hutes nicht mehr mit ausdehnen. Das rechte Exemplar stand schattig und feucht und ist dadurch für die Art typisch glatt auf dem Hut. Links handelt es sich offensichtlich um den leicht giftigen Graublauen Dachpilz (Pluteus salicinus), rechts um den essbaren Rehbraunen Dachpilz (Pluteus atricapillus).

Der sehr häufig um alten, mulmigen Baumstubben herum wachsende, zarte und gebrechliche Glimmer – Tintling (Coprinus micaceus) darf nicht zusammen mit Alkohol genossen werden.

Nach dem Dauerregen der Vortage wieder richtig frisch sind diese Warzigen Drüslinge (Exidia plana) auf der Rinde einer liegenden Erle. Die Gallertpilze liegen flächig dem Substrat auf. Ohne Speisewert.

Anders beim nah verwandten Stoppligen Drüsling (Exidia truncata). Hier stehen die schwarzen, gallertartigen Fruchtkörper durchaus vom Substrat ab und weisen auf der Unterseite eine rauhe, stopplige (Lupe) Struktur auf. Beide Arten sind besonders im feuchteren Winterhalbjahr an verschiedenen Laubhölzern anzutreffen.

Das schwere Sturmhochwasser von Anfang Januar hat auch im nördlichen Küstenbereich der Insel Poel seine Spuren hinterlassen.

Auch der Küstenwanderweg ist an einigen Stellen durch Abbrüche des Steilufers verschunden.

Zwei Haus – Tintlinge (Coprinus domesticus) im Küstenwald. Die Art wird größer als der ähnliche Glimmer – Tintling, wächst meist einzeln oder in kleinen Trupps mit wenigen Exemplaren. Statt der zarten, glimmerigen Schüppchenbereifung des Glimmer – Tintlings besitzt er deutlich gröbere, weißliche Flöckchen auf dem Hut, die in diesem falle vom Regen größtenteils abgespült wurden. Ohne Speisewert.

Judasohr (Hirneola aurucula – judae). Die beliebten Gallertpilze waren heute reichlich vertreten und durch den Regen auch wieder frisch. Das schöne Stimmungsfoto hat Ulrich Klein für uns aufgenommen.

Im Ostseebad Timmendorf war erst einmal Eis essen angesagt.

Unter alten Pyramiden – Pappeln fanden wir einen großen, kompakten Blätterpilz, der uns Rätsel aufgab. Wir konnten ihn nicht richtig einordnen. Er erinnerte an eine Lepista – Art, aber ohne markante und bekannte Merkmale.

Das Exemplar war auch nicht mehr besonders jung. Auch der Würzige Tellerling oder das Ansehliche Samthäubchen wollten nicht so richtig passen.

An den alten Sanddorn – Sträuchern immer wieder der Sanddorn – Feuerschwamm (Phellinus hippophaecola).

Und dann ein großer Freudenschrei und Begeisterung über die erste Morchel bei Pilz – Tommi aus Berlin.

Es ist eine Käppchen – Morchel (Morchella gigas). Es sollten noch viele weitere folgen.

Weiter führt uns unsere Wanderung links und rechts des sandigen Küstenweges.

Um einem alten und morschen Laubholz – Stubben herum große Ansiedlungen des Geäten Tintlings (Coprinus disseminatus).

Der Blasse Pflaumen Rötling (Entoloma sepium) wuchs hier unter Sanddorn. Wichtig für diese essbare Art ist die Verbindung mit Rosengewächsen. Frühling, selten auch noch im Hochsommer.

Der Hut dieses auch als Schlehen – Rötling bezeichneten Speisepilzes ist mehr oder weniger gebuckelt und nicht hygrophan wie beim ähnlichen und zur selben Zeit am gleichen Standort wachsenden, dunkler gefärbten Schild – Rötling.

Und immer wieder Käppchen Morcheln (Morchella gigas) mit ihrem glockig aufgesetztem Hut. Leckerer Speisepilz.

Hier sehen wir ein noch junges Exemplar des Schild – Rötlings (Entoloma clypeatum). Erst bei der weiteren Reifung nehmen die Lamellen die typischen Rottöne an. Guter Speisepilz, aber roh giftig!

Nun ist es bereits 13.00 Uhr und wir haben uns ein Mittagessen verdient. Irena hatte zwischendurch in Keez alles vorbereitet und uns dann in freier Wildbahn reichlich und vielseitig verköstigt.

Dafür danken wir dir, liebe Irena, ganz, ganz doll und herzlichst. Was wären unsere Veranstaltungen ohne dich! Alles hat wieder wunderbar geklappt.

Auch unser Raritäten – Jäger Andreas Okrent ist inzwischen aus Graal – Müritz zu uns gestoßen und läßt es sich schmecken. Er hat uns noch einige seltene Lorcheln mitgebracht.

Die Klaus Warning sich hier in das richtige Licht zum fotografieren gesetzt hat.

Auch Ulrich aus Arpshagen und Dolly aus Sachsen lassen sich diese Raritäten nicht entgehen.

Es handelt sich zum einen um die Lederige Lorchel (Helvella corium).

Und zum anderen um die Nonnenhütige Lorchel (Helvella spadicea).

Inzwischen lassen es sich alle schmecken.

Nach der Mittagspause setzten wir mit den Autos zum Schwarzen Busch um, um von dort aus in Richtung Gollwitz zu wandern. Im Parkrasen am Schwarzen Busch wiesen diese üppig gewachsenen und besonders grünen Kreise schon von weitem auf Maipilz – Hexenringe hin. Näher hingeschaut versteckten sie sich tatsächlich zwischen den üppigen Gräsern. Auch Nelkenschwindlinge können in solchen Kreisen verborgen sein. Ihre Myzelien lassen die Gräser besonders gut wachsen. Foto: Ulrich Klein.

So wurde denn auch gleich geerntet.

Auch diese Hochgerippten Becherlorcheln wachsen traditionell im Rasen des Eichenparks am Schwarzen Busch. Wie man sieht, waren auch einige kleine Schleierlinge dabei, die wir nicht näher bestimmen konnten.

Kaum im Küstenwald angelangt wurden wir bereits wieder fündig.

Große Becherlinge aus der Gattung Peziza begrüßten uns hier. Da wir uns  nicht im Buchenwald befanden, dürften es wohl keine Buchenwald – Becherlinge sein. Eine genaue Bestimmung ist nur unter dem Mikroskop möglich. Foto: Ulrich Klein.

Diese Vertreter gehören der Gattung der Trompeten – Schnitzlinge (Tubaria spec) an.

Diese Goldfell – Schüpplinge (Pholiota aurivella) schoben sich aus der Rinde eines liegenden Baumes heraus. Wir kennen sie vorwiegend aus dem Herbst. Sie treten aber immer wieder auch im Frühling auf und Torsten Richter vom Rehnaer Pilzverein fand sie sogar frisch im letzten Winter. Die goldbraunen Hüte sind von einem dicken Schleim überzogen, in dem die braunen Schuppen schwimmen. Ungenießbar.

Diese dekorativen, lederig – zähen bis holzigen Schmetterlings – Trameten (Trametes versicolor) werden von manchen Menschen unterstützend in der Krebs – Therapie eingesetzt.

Maipilze (Calocybe gambosa) gab es heute reichlich, wenn auch nicht in den Mengen, wie wir es aus diesem Gebiet gewohnt sind. Hier sehen wir eine besonders hübsche Form des Mai – Schönkopfes mit zumindest jung satt chromgelben Hüten. Geschätzter Speisepilz.

Diesen kleinen, braunhütigen Blätterpilz, mit dem glatten, etwas silbrig glänzenden Stiel, kennen wir eigentlich aus dem Herbst. Es ist der tödlich giftige Doppelgänger des Stockschwämmchens, der Gift – Häubling (Galerina marginata). Also auch im Frühling und Sommer beim Sammeln von Stockschwämmchen größte Vorsicht walten lassen!

Fanden wir bislang immer nur Käppchen – Morcheln, gesellten sich zu unserer Überraschung nun auch einige schöne Speisemorcheln (Morchella esculenta) hinzu. Die Freude war groß!

Die Morcheln haben inzwischen aber ihren Zenit überschritten, wie an diesen Käppchen – Morcheln bereits zu erkennen ist.

Inzwischen haben wir den Endpunkt unserer heutigen Tageswanderung um den nördlichen Küstenbereich der Insel Poel bei Gollwitz erreicht und es gab Kaffee und Kuchen.

Etwas geschaft, aber glücklich in der Abendsonne auf der Insel Poel. Von links: Pilz – Tommi, Anke, Dolly, Heike und Egon.

Der Mai ist auf der Insel nicht nur Maipilz – Zeit, auch der Hornhecht wird hier gern geangelt. So hatten einige Petrijünger heute Glück und wir konnten ihnen sogar einige Exemplare abkaufen. Jonas und Egon freuen sich und begutachten den Fang.

Irena und Thomas nehmen die Fische gleich an Ort und Stelle fachgerecht aus, so dass sie zu hause angelangt gleich küchenfertig sind.

Natürlich konnten sich die Fänge an der Pilzfront auch sehen lassen, wie die Blicke in die Körbe von Jürgen aus Bargteheide und meiner Wenigkeit beweisen.

Bevor wir nun wieder nach Keez aufbrachen, noch ein letzter Blick auf das Salzhaff und die Vogelschutzinsel Langenwerder. Foto: Ulrich Klein.

Aber es sollte noch nicht genug sein. Selbst am Parkplatz in Gollwitz ließen uns die Morcheln nicht los. Auf einem Schredderbeet zeigten sich die dunklen Spitzmorcheln und diese besondere Variante, die auch als Strickmuster – Morchel beschrieben wurde.

  • Sonntag, der 07. Mai. 08.00 Uhr Frühstück. Danach war eigentlich weitere Bestimmungsarbeit und Vervollständigung der Pilzausstellung geplant. Da das Wetter sich aber ganz toll mit Sonne und Wärme anließ, nutzten wir es zu einer weiteren Exkursion. Zu Fuß starteten wir von hier aus an einer Feldhecke entlang, die in ein kleines Bachtal überging, in Richtung Keezer See.

Aufbruch von Keez. Rechts oben ist bereits die Feldhecke zu erkennen.

Die Feldhecke verbreiterte sich allmählich in ein kleines Naturparadies. Unsere sächsische Pilzfreundin Dolly merkte sogleich an „Hier läßt es sich Schwein sein“.

An alten Stöckern des Haselstrauches bricht der Hasel – Rindensprenger (Vuilleminia coryli) mit seiner wachsartigen Kruste hervor.

Auch der Kleiige Haselbecherling (Encoelia furfuracea) ist vertreten.

Genauso wie dieser offensichtlich von Vögeln attakierte Polsterförmige Feuerschwamm (Phellinus punctatus).

An vorjährigen Brennnesselstengeln zahlreiche Orangefarbene Brennnesselbecherlinge (Calorina fusarioides).

Auch der überaus häufige Eichen – Zystidenrindenpilz (Peniophora quercina) war vertreten.

Aber es gab auch Hutpilze, so wie diese Anti – Alkoholikerpilze. Der Graue Falten – Tintling (Coprinus atramentarius) ist zwar jung essbar, in Verbindung mit Alkohol soll er jedoch giftig wirken – zum Abgewöhnen!

Zwischendurch wurde es in dieser Wildnis auch richtig abenteuerlich, so z. B. beim Überqueren des kleinen Baches mit Hilfe einer alten, umgestürzten Weide.

Heike beim Foto – Termin mit einem hübschen Goldmistpilz.

Gold – Mistpilz (Bolbitius vitellinus.

Hier hat der Biber ganze Arbeit geleistet.

Der Spaltblättling (Schizophyllum comune) wächst an noch recht frischem, hartem, aber totem Laubholz, an besonders trockenen, besonnten Stellen. Aus Schutz vor zu starker Austrocknung kann er seine gespaltenen Lamellenschneiden schließen. Zur Feuchtigkeitsaufnahme öffnet er sie wieder.

Am Keezer See, entlang des Wanderweges, dann einige wunderschöne Maipilze (Calocybe gambosa).

Und dann schon wieder Morcheln! Käppchen – Morcheln leuchten mit ihren langen, hellen Stielen im Sonnenlicht und ansonsten schön im Gebüsch versteckt.

Worüber sich auch Heike Bunk aus Sachsen freut. Foto: Dolores Seiffert.

Am Keezer See.

Inzwischen ist nun auch in unseren breiten der Raps voll erblüht – es ist Maipilz – Zeit.

Links und rechts dieses Plattenweges und im Weißdorngebüsch Morchelt es ganz gewaltig.

Käppchen – Morcheln (Morchella gigas).

Am Wegrand des weiteren einige Nester frischer Nelkenschwindlinge (Marasmius oreades) – die ersten des Jahres. Sehr guter Speisepilz, aber nur die Hüte, die Stiele sind zu zäh!

Auch eine ganze Schar junger Frühlings – Ackerlinge (Agrocybe praecox) erfreute uns an diesem herrlichen Frühlingstag. Essbar, aber bitterlich vom Geschmack her.

Unter Weißdorn ganze Büschel kapitaler Schild – Rötlinge (Entoloma clypeatum) Frieder Gröger schreibt in „Pilze und Wildfrüchte“: „Ein sehr schmackhafter Pilz, der viel mehr beachtet werden sollte, zumal er sehr häufig ist“.

Schließlich gab es zum Abschied nochmals einen Imbiss an frischer Luft am Keezer See. Foto: Irena Dombrowa.

Unser Gruppenfoto entstand bereits einen Tag vorher auf der Insel Poel. Ich hoffe, es hat allen gefallen und wir freuen uns schon auf das nächste mal, wenn es wieder heißt: Wir laden ein zu einem „Pilzwochenende in Mecklenburg“.

Wir boten wie gewohnt Vollverpflegung an. Das heißt, am Anreisetag Kaffee und Kuchen sowie Abendbrot. Sonnabends Frühstück, Mittag und Abendbrot und am Sonntag Frühstück, Mittagessen und Kaffee mit Kuchen zum Ende unserer Abschlußexkursion.

Die Seminargebühr betrug: 50.00 €

zuzüglich 35.00 € für Vollverpflegung an allen drei Tagen und 15.00 € pro möglicher Übernachtung.

  • Anmeldung zu weiteren Seminaren unter steinpilz.wismar@t-online.de oder schriftlich unter folgender Adresse: Steinpilz – Wismar, ABC Straße 21, 23966 Wismar. Anfragen auch unter folgender Telefon Nr.: 03841/228917

29. April 2017 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Sie führte durch das Glashäger Quellental

Ende April/Anfand Mai ist Morchelzeit.

Ende April/Anfang Mai ist Morchelzeit. Hier sehen wir die leckeren Speisemorcheln (Morchella esculenta), eine der wertvollsten und beliebtesten Pilzarten.

Besser konnte der Zeitpunkt für eine Pilzwanderung mit Morchelambitionen kaum gewählt sein, will man eventuell den beliebten Delikatessen in freier Wildbahn begegnen. Bachtäler, in denen auch Eschen zuhause sind, erhöhen die Chancen diesbezüglich fündig zu werden deutlich. Wenn der Löwenzahn die Landschaft durch unzählige gelbe Blüten erleuchten läßt, ist der optimale Zeitpunkt gekommen. Nicht nur Speisemorcheln, auch Käppchen- und Spitzmorcheln sowie die selteneren Verpel haben jetzt ihren kurzen, alljährlichen Wachstumsschub entfaltet. Dieser unterliegt aber von Jahr zu Jahr erheblichen Schwankungen. Morcheln wachsen aber keineswegs nur bei Eschen. Wir finden sie auch in Gärten. Parkanlagen, Bruchwäldern, Schutthalden, auf Waldbrandflächen, im Nadelwald oder oft sogar mitten in Ortschaften und hier besonders auf Rindenmulch, der von Nadelbäumen stammt. In diesem Sinne hofften wir, dass es auch heute klappt, sie zumindest in natura vorstellen und kennenlernen zu können. Dieses Ziel wurde knapp erreicht. Es war nur ein einziges Exemplar, welches wir erspähen und vorstellen konnten. Dafür wurden kurz vorher fast alle alten Eschen geschlagen unter denen wir ansonsten hätten fündig werden können. Diese Laubbaum – Art ist seit geraumer Zeit von einem Schädlingspilz befallen, der die Bäume zum Absterben bringt. Dem kam man nun zuvor und fällte sie, offensichtlich auch mit dem Hintergedanken, der Ausbreitung des Schadpilzes entgegen zu wirken, damit noch junge und vitale Bäume verschont bleiben. Hier wie immer einige Bilder von der heutigen Tour:

Der Aufbruch. Es geht hinunter in das Quellental.

Schock bei unserer Ankunft! Die Forst hat mächtig zugeschlagen und das ausgerechnet im besten Morchelgebiet!

Fast alle Eschen wurden umgelegt. Auch mächtige Buchen mußten weichen. Das kurz vorher noch so schöne Quellental bot einen Anblick des Jammers! Wir durchschritten das Glashäger Jammertal und unsere Erwartungen bezüglich auf Morcheln gingen gegen null!

Nun ja, immerhin war man bei aller Brutalität noch kraetiv und richtete aus dem einen oder anderen Baumstumpf eine Sitzgelegenheit für müde Wanderer ein.

Wir erreichen den Quellen – Tempel.

Die Quelle sprudelt seit 1906. Natürlich darf das Mineralwasser gleich an Ort und Stelle getrunken werden oder man kann sich etwas abfüllen.

Auf Laubholz ein einzelner, essbarer Rosablättriger Helmling (Mycena galericulata).

Und dann stand es vor mir, das Objekt der Begierde. Eine wunderschöne Speisemorchel (Morchella esculenta) direkt am Quellbach auf einer bemoosten Baumwurzel. Es sollte die einzige bleiben.

Der Graue Faltentintling (Coprinus atramentarius) kann jung gegessen werden, aber bitte nicht im Zusammenhang mit Alkohol!

Durch ein Förderprogramm wird der Wanderweg erneuert und in diesem Zusammenhang auch neue Brücken errichtet.

Der Quellenbach im Sonnenlicht.

Aus einem schon länger liegenden Laubholz – Stamm schieben sich in Büscheln giftige Grünblättrige Schwefelköpfe (Hypholoma fasciculare) heraus.

Dekorative Rotrandige Baumschwämme (Fomitopsis pinicola) an einem dicken Buchenstamm.

Unser Erinnerungsfoto vor dem Quellen – Tempel.

Wer wollte und noch Zeit hatte konnte sich auf dem Glashäger Hof noch Sitz- und Liegemöbel aus Treibholz der Südsee anschauen oder sogar gleich kaufen.

Die Exponate sind im Freigelände ausgestellt und mit Preisen versehen.

Eine wrklich originelle Sitzbank. Sie steht nach wenigen Tagen schon auf der Veranda von Anke und Ulrich.

Oder auch gleich eine komplette Sitzecke mit Tisch.

Am gasigen Wegesrand zum Abschluß noch eine kleine Gruppe Blätterpilze – essbare Frühlingsmüblinge (Psathyrella spadiceoagrisea).

  • Wann wandern wir wieder öffentlich in die Pilze? – Siehe unter Termine!

25. April 2017 – Treffen der Pilzfreunde

Treffen der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Themenabend Röhrlinge

Thema Röhrlinge: Hier sehen wir zwei ältere Dickröhrlinge (Boletus specc.) die wir im Zusammenhang unseres Pilzwochenendes am 19. Oktober 2013 im Raritätengebiet des Haushalt Forstes fanden und nicht genau bestimmen konnte, da kaine jüngeren, aussagekräftigeren Exemplare vorhanden waren. Wir vermuten möglicherweise den in unseren Breiten sehr seltenen Sommer - Röhrling (Boletus fechtneri).

Röhrlinge stehen heute auf dem Programm. Hier sehen wir zwei ältere Dickröhrlinge (Boletus spec.) die wir im Zusammenhang unseres Pilzwochenendes am 19. Oktober 2013 im Raritätengebiet des Haushalt Forstes fanden und nicht genau einordnen konnten, da keine jüngeren, aussagekräftigeren Exemplare vorhanden waren. Wir vermuten den in unseren Breiten sehr seltenen Sommer – Röhrling (Boletus fechtneri), einen Vertreter der Dickröhrlinge.

Treff: Dienstag, der 25. April 2017, um 18.00 Uhr in der ABC Straße 21 = „Steinpilz – Wismar“.

Heute Abend haben wir uns den beliebten Röhrlingen in Wort und Bild zugewandt. Das Thema stand eigentlich zu unserem Vereinstreffen am 08. November 2016 bereits auf der Tagesordnung. Damals mußte aufgrund chaotischer Wetterverhältnisse durch einen massiven Wintereinbruch die Veranstaltung leider ausfallen. Heute holten wir sie nach. Der Frühling ist zwar noch nicht unbedingt Röhrlingszeit, aber erste Vertreter sind im April und Mai durchaus schon in freier Wildbahn anzutreffen. Insbesondere der Sommer und vor allem der Herbst ist die beste Zeit um fündig zu werden. Röhrlinge in ihren verschiedenen Gattungen zählen zu den am meisten gesammelten Speisepilzen, da kaum ernsthafte Vergiftungen drohen, hält man sich an diese Pilzgruppe. Röhrling ist aber nicht gleich Röhrling und darauf wollen wir heute etwas näher eingehen. Hier gibt es die Dickröhrlinge mit den Steinpilzen als bekannteste Vertreter. Birkenpilze und Rotkappen gehören zu den Rauhfuß – Röhrlingen. In der Gattung der Schmierröhrlinge finden wir den Butterpilz mit seinen nächsten Verwandten u.s.w. Die Veranstalung endete gegen 20.00 Uhr.

  • Wann treffen sich die Pilzfreunde wieder? – Siehe unter Termine!

21. – 23. April 2017 – AMMV – Frühjahrstagung

Frühjahrstagung der AMMV bei Ueckermünde

Wie schon im vergangenen Jahr stehen auch in diesem Jahr die Tagungen ganz im Zeichen der DBU - Kartierungen.

Wie schon im vergangenen Jahr stehen auch in diesem Jahr die Tagungen ganz im Zeichen der DBU – Kartierungen.

Termin: 21. – 23. April 2017

Die diesjährige Frühjahrstagung der AMMV fand in der Akademie Ahlbeck bei Ueckermünde statt. Dazu waren alle Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Mykologie Mecklenburg – Vorpommerns wieder ganz herzlich eingeladen. Die AMMV ist im Naturschutzbund Deutschland (NABU) organisiert und trifft sich seit über 25 Jahren jeweils im Frühling und Herbst zu Arbeitstagungen an unterschiedlichen Lokalitäten unseres Bundeslandes. Hauptziel ihrer Aktivitäten sind vor allem Bestandsaufnahmen der heimischen Pilzflora (Kartierung). Seit dem vergangenen Jahr nimmt sie auch an der deutschlandweiten Kartierung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) teil. In diesem Projekt müssen zwei Jahre lang von der DBU und der Universität Göttingen speziell ausgesuchte Flächen dreimal jährlich (Frühling, Sommer, Herbst) nach strengen Regeln untersucht werden. In Mecklenburg Vorpommern betrifft dieses vor allem ehemalige Militärflächen, die in unterschiedliche Kategorien eingeordnet sind und längerfristig in Naturschutzgebiete umgewandelt werden sollen. Es handelt sich um Flächen im Kaarzer Holz (Landkreis Ludwigslust – Parchim), bei Prora auf der Insel Rügen und in der Ueckermünder Heide.

  • Anmeldungen für weitere Tagungen an Frau Petra Bonin, S. Allende Str. 61 in 17036 Neubrandenburg
  • Achtung, nur für Mitglieder der AMMV!

15. April 2017 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Osterwanderung durch den Forst Weiße Krug bei Warin

Überwiegend sandige Nadelwälder dominieren den Forst Weiße Krug bei Warin, durch den unsere heutige Frühlingswanderung führte.

Die zweite Pilzwanderung der Saison führte uns durch den Forst Weiße Krug, nicht zu verwechseln mit dem Revier Weiße Krug zwischen Warin und Blankenberg. Er steht auf sandigen Böden und ist überwiegend mit Kiefern, Fichten, Eichen, Buchen und Birken bewachsen. Teilweise trägt das Gebiet auch heideartigen Charakter. Hier begegneten uns heute überraschend viele Frischpilzarten und auch die hier zu erwartenden Frühjahrslorcheln waren dabei. Sie sind Mitte April in der Regel bereits auf dem Höhepunkt ihrer Entwicklung, während es für die bienenwabenhütigen Morcheln meist noch einige Tage zu früh ist. Nicht so in diesem Jahr. Die Natur hat etwa einen 14 – tägigen Vorsprung und einige warme Tage in den zurückliegenden Wochen sowie ausreichende Niederschläge haben auch sie inzwischen aus der Reserve gelockt. Auch die Anzahl weiterer Frischpilzarten war für die noch frühe Jahreszeit recht beachtlich und auch einige essbare wie Stockschwämmchen oder Zapfen – Rüblinge waren dabei. So können wir am Ende  auf eine lehrreiche und erfolgreiche Frühlingswanderung zurück blicken, trotz des feuchten und teils regnerischen Wetters. Hier einige Bilder von heute:

Gleich zu Beginn stimmte uns Pilzberater Klaus Warning aus Bützow wie so oft mit einigen Frischpilzen auf die Wanderung ein. Diese wunderschöne Speisemorchel (Morchella esculenta) hat er auf der Anfahrt während eines kurzen Zwischenstopps in Sternberg gefunden.

Neben weiteren Morcheln hatte er auch einige Morchelbecherlinge (Disciotes venosa) dabei. Die großen, mit den Morcheln nah verwandten, becherlingsartigen Schlauchpilze riechen roh charakteristisch nach Chlor. Der unangenehme Geruch geht bei der Zubereitung verloren und man darf sich auf ein zartfleisches Pilzgericht von feinem Aroma freuen.

Auf geht`s in den nebligtrüben, feuchten Frühlingswald. Ansich Pilzwetter vom feinsten!

Was sich auch schnell bestätigte. Die Truppe hat etwas entdeckt!

Ein taufrischer Rötel – Ritterling! Ja, was sucht denn der jetzt hier, es ist doch nicht Herbst? Das macht nichts, Herbstpilze können gelegentlich auch im Frühling wachsen. Es handelt sich um den Schmutzigen Rötel – Ritterling (Lepista sordida). Ein nah Verwandter des Violetten Rötel – Ritterlings, ihm fehlt aber u. a. der süßlich aromatische Geruch. Essbar ist aber auch er.

Nur wenig später büschelweise weitere Frischpilze, die wir durchaus auch aus dem Herbst kennen. Giftige Grünblättrige Schwefelköpfe (Hypholoma fasciculare). Wir können sie fast ganzjährig an Laub- und Nadelholzstubben und deren Wurzelausläufer finden.

Essbare Zapfen – Rüblinge (Strobilurus spec.) tauchten heute sowohl an modrigen Fichten- wie auch Kiefernzapfen auf. Besonders den Fichten – Zapfenrübling finden wir mitunter in Massen im Herbst und dann wieder im zeitigen Frühling. Die an Kiefernzapfen vorwiegend im Frühling und Frühsommer.

Am Wegrand zu einer Wiese dieser Düngerling, bei dem es sich sehr wahrscheinlich um den häufigen und auch schon früh im Jahr auftauchenden Rußbraunen Düngerling (Panaeolus firmicola) handelt.

Düngerlinge gehören zu den Dunkelsporern und ähneln den essbaren Mürblingen. Die Lamellen sind aber im Schnitt meist gescheckt oder fast marmoriert, da die Sporen an ihnen unterschiedlich reifen. Zum anderen können sie giftig sein, so wurde laut Erhard Ludwig auch in dieser Art bei einigen Kolektionen die Rauschgifte Psilocybin und Psilocin gefunden.

Am Wegesrand im Mischwald dann auch schon die ersten jungen Maipilze (Calocybe gambosa). Geht es in den nächsten Wochen eher feucht weiter, dürfen wir in diesem Jahr mit einer guten Maipilz – Ernte rechnen.

Nicht nur Zapfenrüblinge, auch diese Ohrlöffelpilze (Auriscalpium vulgare) besiedeln gerne die alten, bereits im Waldboden verborgenen Kiefernzapfen. Die Ohrförmigen, bis max. 2 cm breiten, dunkelbraunen Hüte und die Stacheln auf deren Unterseite lassen diesen im Detail sehr schönen Pilz leicht erkennen. Ungenießbar.

Einer der häufigsten Frühlingsarten ist in feuchteren Laubwäldern der Schmalblättrige- oder Frühlingsmürbling (Psathyrella spadiceogrisea). Essbar.

Sie waren heute in besonders schönen und üppigen Exemplaren vertreten und landten dadurch auch in den Sammelbehältnissen.

Und boten sich auch für ein nettes Fotomotiv nicht nur für mich an.

Auch als stimmungsvolles Standortfoto. Frühlingsmürbling (Psathyrella spadiceogrisea).

Da muß auch Ulrich Klein nochmal draufhalten.

An altem Laubholz einige auch nicht mehr ganz so frische Herbe Zwergknäulinge (Panellus stypticus). Die kleinen, zähfleischen Holzpilze mit den dicht gedrängten Lamellen schmecken bitter und sind daher zum Verspeisen untauglich.

Und weiter führt uns der Weg durch den Kiefern – Jungwald.

Eine doch schon für diesen dünnen Birkenast ungewöhnliche Größe erzielte dieser Echte Zunderschwamm (Fomes fomentarius).

Auf den ersten Blick vermuteten wir hier das Frühlings – Samthäubchen, aber es ist keine Ringzone vorhanden. Folglich handelt es sich um eine andere Art dieser Gattung.

Nur wenige Minuten später dann aber das echte Frühlings – Samthäubchen (Conocybe aporos), mitten auf dem grasigen Waldweg. Die Ringzone ist mehr als deutlich zu erkennen. Giftig oder zumindest verdächtig.

Diese einzeln an einem grasigen Nadelwaldweg wachsenden Helmling rochen stark alkalisch oder jodartig. Die gehören also in die schwach giftige Gruppe der Nitrathelmlinge, von denen es mehrere Arten gibt. Hier könnte es sich um den Nitrathelmling (Mycena capillaripes) handeln. Nach Bon eine seltene Rote Liste Art.

Und dann war es soweit. Der Star der heutigen Pilzwanderung ist gefunden. Die giftige Frühjahrslorchel (Gyromitra esculenta). Hirnartig gewundene Hutstrukturen unterscheiden sie deutlich von den Wabenstrukturen der essbaren Morcheln.

In Gesellschaft von Grünblättrigen Schwefelköpfen wagte sich ein einzelner, noch sehr junger Ziegelroter Schwefelkopf (Hypholoma lateritium) heraus. Auch ihn kennen wir hauptsächlich aus dem Herbst. Ohne Speisewert.

An alten Eichenästen finden wir häufig den resupinaten Eichen – Zystidenrindenpilz (Peniophora quercina).

Auch dieser Gemeine Violettporling (Trichaptum abietinum) hat in diesem Fall ein resupinates Wachstum, was bedeutet, dass er flächig dem Substrat aufliegt.

Viel häufiger finden wir ihn aber in dieser Form, mit deutlich ausgebideten, abstehenden Hutkannten an Nadelholz.

Und dann in einem feuchteren Weidengebüsch mehrere kleinere Büschel der leckeren Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis). Die rissig schuppige Hutstruktur ist dem starken Wind der letzten Tage geschuldet und gehört nicht zu den typischen Mermalen dieses Edelpilzes.

An den alten Weidenästen wiederum flächige, resupinate Überzüge. In diesem Fall vom Tabakbraunen Borstenscheibling (Hymenochaete tabacina).

Der Kreis unserer Rundwanderung hat sich geschlossen und wir sehen dem Ende entgegen.

Und da Ostern ist hat unsere gute Seele Irena zum Schluß noch für jeden ein oder auch zwei Stückchen Früchtekuchen und warmen Kaffee im Angebot.

Gegen Mittag endete unsere Ostertour und alle stellten sich beim inzwischen wieder einsetztenden Regen zu unserem obligatorischen Gruppenfoto zusammen. Ich denke, wir erlebten heute für die frühe Jahreszeit eine wirklich sehr interessante und vielseitige Pilzwanderung.

Mit diesem tollen Morchel – Arrangement, das Irena und Jonas für uns zusammen gestellt haben, möchten wir allen Pilzfreunden ein schönes Osterfest wünschen. Es handelt sich um Spitzmorcheln (Morchella elata).

  • Wann startet die nächste Pilzwanderung? – Siehe unter Termine!

01. April 2017 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Sie führte durch den Forst Farpen bei Neuburg

Aufbruch in die neue Pilzsaison. Es geht die Stufen des Burgwalls hinauf.

Aufbruch in die neue Pilzsaison. Es geht die Stufen des Burgwalls hinauf.

Wie man sieht, es war kein Aprilscherz. Die Winterpause lag hinter uns und die neue Saison begann gleich pünktlich mit der ersten öffentlichen Wanderung des Jahres. Die Erwartungen waren nicht allzuhoch angesetzt und das war auch gut so, denn um so freudiger waren wir überrascht, dass doch schon einiges an Frischpilzen erschienen war. Für diejenigen, die nicht nur kulinarische Ambitionen mit einer Pilzwanderung verbinden, gibt es immer etwas interessantes zu entdecken. So geht es auf unseren Wanderungen nicht vordergründig um den Kochtopf, vielmehr soll die heimische Pilzflora etwas näher beleuchtet und die große Aufgabe, die das Reich der Pilze im Gesamthaushalt der Natur zu erfüllen hat, heraus gestellt werden. Leider belächeln viele Zeitgenossen Pilze nur von oben herab, ohne das ihnen bewußt wäre, dass diese vielseitigen Organismen die eigene Existenz erst ermöglichen. Pilze sind weit mehr als nur essbar, ungenießbar oder giftig! Ihnen kommt eine fundamentale Bedeutung im Naturhaushalt zu und jeder von uns ist täglich von ihnen abhängig. Ein weiterer Aspekt einer geführten Wanderung ist die Erlangung von mehr Sicherheit im Umgang mit heimischen Wildpilzen, um dadurch eventuelle gesundheitliche Schäden zu vermeiden und vieleicht auch ganz besondere Leckerbissen kennenzulernen, an die man sich als Laie sonst nicht heran getraut hätte. Jede Jahreszeit hat ihre spezielle Myko – Flora. Wer mit uns durch das Pilzjahr wandert, wird auch in diesem Jahr sicher wieder einiges geboten bekommen. Hier einige Impressionen von heute.

Die erste Pilzart, die uns unter kam waren Judasohren (Hirneola auricula - judae). Besser konnte der Einstieg in das neue Pilzjahr kaum ausfallen, denn dieser beliebte Speisepilz, dem gesundheitsfördernde Eigenschaften zugesagt werden, ist der Pilz des Jahres 2017!

Die ersten Pilze, die uns unter kamen, waren Judasohren (Hirneola auricula - judae). Besser konnte der Einstieg in das neue Pilzjahr kaum ausfallen, denn dieser beliebte Speisepilz, dem auch gesundheitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben werden, ist der Pilz des Jahres 2017!

Wenig später, am Wegesrand zu einem Fichtenbestand richtige, ansehnliche Pilze mit Hut und Stiel. Der Frühlings - Weichritterling (Melanoleuca cognata) wächst im März und April und dann auch wieder im Herbst. Im Gegensatz zu vielen anderen Vertretern seiner Gattung läßt er sich relativ leicht bestimmen. Die beige bis cognacfarbenen Lamellen sind gute Unterscheidungsmerkmale zu anderen Weichritterlingen, die meist ein grauweißliches Fruchtlager aufweisen. Essbar und am Standort fotografiert..

Wenig später, am Wegesrand zu einem Fichtenbestand, richtige, ansehnliche Blätterpilze mit Hut und Stiel. Der Frühlings - Weichritterling (Melanoleuca cognata) wächst im März und April und dann auch wieder im Herbst unter oder in direkter Nähe zu Nadelbäumen. Im Gegensatz zu vielen anderen Vertretern seiner Gattung läßt er sich relativ leicht bestimmen. Die beige bis cognacfarbenen Lamellen sind gute Unterscheidungsmerkmale zu anderen Weichritterlingen, die meist ein grauweißliches Fruchtlager aufweisen. Essbar und am Standort fotografiert.

Gleich neben den anshnlichen Weichritterlingen und fat schon zu übersehen, ein kleiner, zarter und gebrechlicher Mürbling. Es handelt sich allerdings nicht um den Frühlingsmürbling, sonern um den Wegzärtling oder auch Weißschneidiger Strohdung - Mürbling (Psathyrella prona). Eine häufige Mürblingsart vom Frühling bis zum Spätherbst. Auch bei den Mürblingen sind keine Giftpilze bekannt, aber bei den nah verwandten Düngerlingen und Kahlköpfen.

Gleich neben den ansehnlichen Weichritterlingen und leicht zu übersehen, ein kleiner, zarter und gebrechlicher Mürbling. Es handelt sich nicht um den Frühlingsmürbling, sondern um den Wegzärtling oder auch Weißschneidigen Strohdung - Mürbling (Psathyrella prona). Eine häufige Art. Wächst vom Frühling bis zum Spätherbst an Wegrändern, einzeln oder sogar büschellig. Auch auf Grasplätzen, Äckern, Gärten, Parks. Gern auch auf verottendem Stroh und Mist. Auch bei den Mürblingen sind keine Giftpilze bekannt, allerdings bei den nah verwandten Düngerlingen und Kahlköpfen!

Häufig ist auch das Flächige Eckenscheibchen (Diatrype stigma) an Laubholzästen, auf denen er flächige Überzüge bildet, von rotbrauner bis schwarzer Färbung. Er gehört zur den Pyrenomyceten, die ihrerseits zu den Schlauchpilzen gehören. Also irgendwie verwandt mit unseren Morcheln und Lorcheln.

Häufig ist auch das Flächige Eckenscheibchen (Diatrype stigma) an Laubholzästen, auf denen es flächige Überzüge bildet, von rotbrauner bis schwarzer Färbung. Es gehört zur den Pyrenomyceten, die ihrerseits zu den Schlauchpilzen gerechnet werden. Also irgendwie verwandt mit unseren Morcheln und Lorcheln.

Frische Fruchtkörperkonsolen des Angebrannten Rauchporlings (Bjerkandera adusta). Die Porenschicht auf der Unterseite ist charakteristisch rauchgrau gefärbt. Der häufige Porling besiedelt sowohl Laub-, wie auch Nadelholz.

Frische Fruchtkörperkonsolen des Angebrannten Rauchporlings (Bjerkandera adusta). Die Porenschicht auf der Unterseite ist charakteristisch rauchgrau gefärbt. Der häufige Porling besiedelt sowohl Laub-, wie auch Nadelholz.

Auf alten, verrottenden Fichtenzapfen finden wir vom Herbst bis zum Frühling mitunter in großen Mengen den Fichten - Zapfenrübling (Strobilurus esculentus). Wie der wissenschaftliche Name vermuten läßt, handelt es sich um einen Speisepilz. Aber nicht immer kann der Übersetzung des wissenschaftlichen Namens getraut werden, die giftige Frühjahrslorchel führt ebenfalls die Bezeichnung esculentus im Namen!

Auf alten, verrottenden Fichtenzapfen finden wir vom Herbst bis zum Frühling mitunter in großen Mengen den Fichten - Zapfenrübling (Strobilurus esculentus). Wie der wissenschaftliche Name vermuten läßt, handelt es sich um einen Speisepilz. Aber nicht immer kann der Übersetzung des wissenschaftlichen Namens getraut werden. Die giftige Frühjahrslorchel führt ebenfalls die Bezeichnung esculentus in ihrem Namen!

Besagte Art war dann auch nicht mehr weit. In einem moosreichen Jungfichtenwald standen etliche Exemplare der vermeindlich essbaren Gift- oder Frühjahrslorchel (Gyromitra esculenta). Das flüchtige Gift kann bereits bei warmen Wetter und bei intensiver Sonneneinstrahlung beginnen zu verdunsten. Das erklärt auch die potentielle Gefährlichkeit dieses in Finnland und Russland immer noch geschätzten Speisepilzes, der in Deutschland zu den gefährlichsten und im schlimsten Fall sogar tödlichen Giftpilzen gerechnet wird.

Besagte Art war dann auch nicht mehr weit. In einem Jungfichtenforst standen etliche Exemplare der vermeindlich essbaren Gift- oder Frühjahrslorchel (Gyromitra esculenta). Das flüchtige Toxin kann bereits bei warmem Wetter und bei intensiver Sonneneinstrahlung beginnen zu verdunsten. Das erklärt auch die potentielle Gefährlichkeit dieses in Finnland und Russland immer noch geschätzten Speisepilzes, der in Deutschland zu den gefährlichsten und im schlimsten Fall sogar tödlichen Giftpilzen gerechnet wird. Standortfoto.

Ulrich Klein in Gesellschaft etlicher Gift - Lorcheln.

Ulrich Klein in Gesellschaft etlicher Gift - Lorcheln.

Und gleich der nächste tolle Fund. Ein vorjähriges Exemplar des Kamm - Erdsterns (Geastrum pectinatum). Eine der selteneren Erdsternarten in unsere Region. Die Fundorte sind sehr zerstreut.n

Und gleich der nächste tolle Fund. Ein vorjähriges Exemplar des Kamm - Erdsterns (Geastrum pectinatum). Eine der selteneren Erdsternarten in unserer Region. Die Fundorte sind sehr zerstreut.

Auch die Schildförmige Scheibenlorchel (Gyromitra ancilis) durfte hier natürlich nicht fehlen. Die Fruchtkörper ähneln eher becherlingen als herkömmlichen Lorcheln mit deutlich abgesetztem Stiel- und Kopfbereich. Sie besiedelt mumiges Holz von Kiefern und Fichten. Roh giftig, gut erhitzt essbar.

Auch die Schildförmige Scheibenlorchel (Gyromitra ancilis) durfte hier natürlich nicht fehlen. Die Fruchtkörper ähneln eher Becherlingen als herkömmlichen Lorcheln mit deutlich abgesetztem Stiel- und Kopfbereich. Sie besiedelt mulmiges Holz von Kiefern und Fichten. Roh giftig, gut erhitzt essbar.

Der Winterstielporling (Polyporus brumalis), mit seinen weiten Poren, wird nun bald vom engporigen Maistielporling abgelöst. Ungenießbar.

Der Winterstielporling (Polyporus brumalis), mit seinen weit geöffneten Poren, wird nun bald vom engporigen Maistielporling abgelöst. Ungenießbar.

Die Geweihförmige Holzkeule (Xylaria hypoxylon) wird nun auch bald verschwinden, um im Spätherbst wieder massenhaft an Laubholz zu erscheinen.

Die Geweihförmige Holzkeule (Xylaria hypoxylon) wird nun auch bald verschwinden, um im Spätherbst wieder massenhaft an Laubholz zu erscheinen.

Die Rotbraune Kohlenbeere (Hypoxylon fuscum) besiedelt ganzjährig totes Laubholz, insbesondere von Rotbuchen.

Die Rotbraune Kohlenbeere (Hypoxylon fuscum) besiedelt ganzjährig totes Laubholz, insbesondere von Rotbuchen.

Bestimmungsversuche im Feld.

Bestimmungsarbeit im Feld.

Ein schönes Stimmungsfoto eines jungen Graublättrigen Schwefelkopfes (Hypholoma capnoides).

Schönes Stimmungsfoto eines jungen Graublättrigen Schwefelkopfes (Hypholoma capnoides).

Der Graublättrige Schwefelkopf (Hypholoma capnoides) zählt zu unseren schmackhaftesten Speisepilzen. Auch er stellt sein Wachstum in Kürze ein. Ab Oktober dürfen wir ihn dann wieder an Nadelholz - Stubben erwarten.

Der Graublättrige Schwefelkopf (Hypholoma capnoides) zählt zu unseren schmackhaftesten Speisepilzen. Auch er stellt sein Wachstum in Kürze ein. Ab Oktober dürfen wir ihn dann wieder an Nadelholz - Stubben erwarten.

Es gibt aber auch Pilzarten, die eignen sich bestens zu Schreibübungen. Zu ihnen gehört auch der Flache Lackporling.

Es gibt aber auch Pilzarten, die eignen sich bestens zu Schreibübungen. Zu ihnen gehört der Flache Lackporling.

Und zum Schluß waren noch wenige, kleine Morchelbecherlinge an einer Wegböschung zu bewundern. Beeindruckend ist ihr Chlorgeruch, welcher bei der Zubereitung allerdings verschwindet. Er stellt gut durchgegart einen zarten und schmackhaften Frühlingspilz dar, der nah mit den beliebten Morcheln verwandt ist..

Und zum Schluß waren noch wenige, kleine Morchelbecherlinge (Disciotes venosa) an einer Wegböschung zu bewundern. Beeindruckend ist ihr Chlorgeruch, welcher bei der Zubereitung allerdings verschwindet. Er stellt, gut durchgegart, einen zarten und schmackhaften Frühlingspilz dar, der nah mit den beliebten Morcheln verwandt ist.

Und das war die 10köpfige Truppe, die heute mit einer Pilzwanderung durch den Forst Farpen die Pilzsaison 2017 eröffnete.

Und das war die 10köpfige Truppe, die heute mit einer Pilzwanderung durch den Forst Farpen die Pilzsaison 2017 eröffnete.

  • Wann startet die nächste Wanderung? – Siehe unter Termine!.

28. März 2017 – Treffen der Pilzfreunde

Treffen der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e. V. – Gruppe der Pilzfreunde

Thema: Pilz des Jahres 2017

Das Judasohr (Hirneola auricula - judae) wurde von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie zum Pilz des Jahres 2017 gekührt. Wie finden diesen gallertartigen Ohrenpilz nahezu ganzjährig an vielen Laubhölzern. Mit Abstand am häufigsten aber an Schwarzem Holunder im Winterhalbjahr. In der asiastischen Küche darf er praktisch bei keinem guten Gericht fehlen. Ihm werden auch gesundheitsfördernde Eigenschaft zugeschrieben. Ein asiatische Form des Pilzes ist im Handel unter der Bezeichnung Mu - Err erhältlich.

Das Judasohr (Hirneola auricula - judae) wurde von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie zum Pilz des Jahres 2017 gekührt. Wir finden diesen gallertartigen Ohrenpilz nahezu ganzjährig an vielen Laubhölzern. Mit Abstand am häufigsten aber an Schwarzem Holunder im Winterhalbjahr. In der asiastischen Küche darf er praktisch in keinem guten Gericht fehlen. Ihm werden auch gesundheitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben. Eine asiatische Form des Pilzes ist im Handel unter der Bezeichnung Mu - Err erhältlich.

Treff: Dienstag, der 28. März 2017, um 18.00 Uhr in der Wismarer ABC Straße 21.

Heute Abend stand wie immer im März eine kurze Vorstellung des Pilz des Jahres an. Außerdem haben wir den Veranstaltungsplan für die in kürze beginnende Pilzsaison 2017 ausführlich vorgestellt. Auch in diesem Jahr stehen wieder vielfältige Aktivitäten auf dem Programm, zu denen natürlich nicht nur die Pilzfreunde der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V. sehr herzlich eingeladen sind.

Verbreitungskarte des Judasohrs im Jahre 1980 in Mecklenburg - Vorpommern.

Verbreitungskarte des Judasohrs im Jahre 1980 in Mecklenburg - Vorpommern.

Die Verbreitungsnachweise 30 Jahre später, im Jahr 2010.

Die Verbreitungsnachweise 30 Jahre später, im Jahre 2010.

Die beiden Verbreitungskarten habe ich aus der Arbeit von Margitta Schönfeld & Brigitte Schurig „Zur Verbreitung und dem Wirtsspektrum von Auricula auricularia – judae (Judasohr) in Mecklenburg – Vorpommern“ aus dem Jahre 2010 entnommen. Erschienen in den „Mitteilungen der Naturforschenden Gesellschaft Mecklenburg“.

Wann treffen sich die Pilzfreunde wieder – Siehe unter Termine!

04. – 18.02.2017 – Lehrgang zum Fischereischein

Lehrgang zum Fischereischein in Keez

Die Teilnehmer unseres Winterlehrgangs am 18.02.2017 nach glücklich bestandener Prüfung in Keez.

Die Teilnehmer unseres Winterlehrgangs am 18.02.2017 nach glücklich bestandener Prüfung in Keez.

Unser diesjährige Winterlehrgang zum Erwerb des Fischereischeins auf Lebenzeit fand vom 04. – 18. Februar 2017 bei Irena Dombrowa in 19412 Keez, bei Brüel (Keezer Schmiede), Dorfstraße 1, statt. Das Grundstück liegt direkt an der B 104. Aus Richtung Brüel kommend, ist es nach der Ortschaft Thurow gleich das 1. Grundstück rechts zur Straße, etwa 100 m vor dem Abzweig nach Keez b. z. w. Golchen. Aus Richtung Schwerin kommend, das letzte Grundstück links zur Fahrbahn. Auf dem Grundstücksgelände sind in begrenzter Zahl PKW – Stellplätze vorhanden. Ansonsten können Fahrzeuge auch am Abzweig Keez/Golchen geparkt werden.

Die Lehrgangszeiten

Sonnabend, der 04.02. von 10.00 – 16.00 Uhr

Sonntag, der 05.02. von 10.00 – 16.00 Uhr

Sonnabend, der 11.02. von 10.00 – 16.00 Uhr

Sonntag, der 12.02. von 10.00 – 16.00 Uhr

Die Prüfung fand am Sonnabend, dem 18.02.2017 um 11.00 Uhr ebend dort statt.

Um auch zukünftig Schreibfehler bei der Ausstellung der Fischereidokumente durch die zuständige Behörde zu vermeiden, wird darum geben, genauestens auf die Fehlerfreiheit der angegebenen Daten zu achten. Die Behörde besteht darauf, eine Kopie des Personalausweises oder der Geburtsurkunde der Anmeldung beizufügen. Ist kein Dokument vorhanden, wird eine schriftliche Bestätigung der Richtigkeit der jeweiligen Angaben, insbesondere bei Kindern, gefordet. Kommt es trotzdem vor, das Fehler in den Daten enthalten sind, wird eine zusätzliche Bearbeitungsgebühr von 10.00 € erhoben. Die Anmeldungen müssen den Vor- und Familiennamen, das Geburtsdatum und wo geboren sowie die aktuelle Anschrift enthalten. Möglichst mit Angabe einer Telefon- oder Handy – Nummer.

Die Lehrgangskosten belaufen sich auf 65.00 € bis Vollendung des 14. Lebensjahres und nach dem 14. Geburtstag auf 85.00 €. Darin enthalten sind die jeweiligen Prüfungsgebühren (15.00 b.z.w. 25.00 €).

Zu Mittag wird ein kleiner Imbiss angeboten z. B. Nudeln mit Tomatensoße oder Bockwurst, Kaffee und Tee sowie Erfrischungsgetränke und möglicherweise frische Waffeln oder ein Stück Kuchen (Nicht in den Lehrgangskosten enthalten!).

Anmeldungen können sowohl schriftlich bei Frau Irena Dombrowa, Dorfstraße 1, 19412 Keez oder per E – Mail unter steinpilz.wismar@t-online.de erfolgen. Anfragen unter folgenden Telefon b.z.w. Handy Nummern: 0172/7339226 oder 03841/228917.

Übungsunterlagen können käuflich erworben werden.

Wann findet der nächste Lehrgang statt? – Siehe unter Termine!

28. Februar 2017 – Treffen der Pilzfreunde

Treffen der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Themabend: Pilze in Kroatien

Am Dienstag, dem 28. Februar 2017, ludt die Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e. V. wieder ihre Pilzfreunde zu einem Vereinsabend ganz herzlich in den Steinpilz – Wismar ein. Treff war um 18.00 Uhr. Es stand nochmals eine Power – Point – Präsentation unseres Pilzfreundes Ulrich Klein an. Er war mit Lebensgefährtin Anke nicht nur privat in Kroatien unterwegs, sondern nahm auch an einem Mykologen – Treffen dort teil und wird uns heute davon berichten. Während im Januar Land und Leute thematisiert wurden, waren es heute die Pilze. Wir erlebten wieder einen sehr interessanter und kurzweiliger Vortrag, so wie wir es von Ulrich gewohnt sind, nähmlich in hoher Qualität. Dazu wurde eine herzhafte Waldpilzsuppe gereicht.

Wann treffen sich die Pilzfreunde wieder? – Siehe unter Termine!

31. Januar 2017 – Treffen der Pilzfreunde

Neujahrstreffen der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Power – Point – Vortrag zum Thema Kroatien

Keine Pilze, aber teils abenteuerliche und atemberaubend schöne Urlaubsbilder zeigte uns heute Abend Ulrich Klein in seinem Power - Point - Vortag aus dem Frühsommer 2016 von Kroatien.

Bevor es richtig los ging zunächst einiges Grundsätzliches zum Land an der Adria, das bis zum politischen Umbruch um 1990 herum zum Vielvölkerstaat Jugoslawien gehörte.

Am Dienstag, dem 31. Januar 2017, waren die Pilzfreunde der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V. um 18.00 Uhr in das mykologische Informationszentrum Steinpilz – Wismar, in die ABC Straße 21, ganz herzlich eingeladen. Seit dem Jahreswechsel waren nun schon einige Wochen in`s Land gezogen und daher wurde es Zeit, dass wir uns zum ersten mal in diesem Jahr zu einem Themenabend trafen. Auf dem Programm stand ein Power – Point – Vortrag unseres Vereinsmitgliedes Ulrich Klein. Thema war Kroatien. Er zeigte uns Land und Leute, vor allem aber wunderschöne Impressionen aus dem Hinterland mit Gebirgen und wildromantischen Landschaften und deren verschlafenen Küstenorten. Die eindrucksvollen Bilder entstanden im vergangenen Frühsommer während einer Urlaubsreise in die Adria – Region, die er mit seiner Lebensgefährtin Anke Weselow unternahm. Wir danken ganz herzlich, es war wirklich beeindruckend mitten im tristen Wintergrau solch schöne Bilder zu sehen!

Anke und Ulrich kurz vor Beginn ihres Vortrages.

Anke und Ulrich kurz vor Beginn ihres Vortrages.

Gespannte Zuhörer während des Vortrages.

Gespannte Zuhörer während der Power - Point - Präsentation.

Im Februar geht es in einem zweiten Teil speziell um die dortige Pilzflora. Es wurden Anregungen und Ideen zur neuen Saison besprochen und auch der Jahresbeitrag konnte bei Vereinsfreundin Ingrid Rieck entrichtet werden. Neugierige Gäste waren ebenfalls herzlich willkommen. Für das leibliche Wohl wurde dieses mal bestens gesorgt. Gleich mehrere Pilzfreunde meinten es gut und gaben zu ihren Geburtstagen belegte Brötchen und sogar Pilzspezialitäten aus. So begeisterte Anke Weselow mit einer Steinpilz – Rolle. Pilzfreund Dr. Jochen Sperber brachte einen Imbiss und Getränke anläßlich seines Ausstandes mit, denn er verläßt uns im Frühling leider in Richtung Lüneburger Heide. Danke auch den Schweriner Pilzfreunden für ihre belegten Brote und den Tafeläpfeln. Ein herzliches Dankeschön an Alfred Wroblewski aus Wismar für seine Sekt – Runde, so dass wir alle auf das neue und hoffentlich erfolgreiche Pilzjahr 2017 anstoßen konnten.

Liebevoll hergerichtet Imbiss - Häppchen von Jochen, der damit seinen Ausstand bei den Wismarer Pilzfreunden gab.

Liebevoll hergerichtete Imbiss - Häppchen von Jochen, der damit seinen Ausstand bei den Wismarer Pilzfreunden gab.

Auch sonnst brauchte niemand zu hungern, für das leibliche Wohl war diesesmal bestens gesorgt.

Auch sonnst brauchte niemand zu hungern, für das leibliche Wohl war bestens gesorgt.

Wann treffen sich die Pilzfreunde wieder? – Siehe unter Termine!

10. Dezember 2016 – Weihnachtsfeier der Pilzfreunde

Weihnachtsfeier der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Traditionelle Weihnachtsfeier in Keez, bei Brüel

Kleiner Weihnachtswald in unserem Seminarraum in Keez, natürlich auch mit Pilzen.

Kleiner Weihnachtswald in unserem Seminarraum in Keez.

Am Sonnabend, dem 10. Dezember 2016, waren die Pilzfreunde der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V. wieder sehr herzlich nach Keez eingeladen. Auf dem Programm stand unsere traditionelle Weihnachtsfeier, die in diesem Jahr bereits um 16.00 Uhr begann. Es gab zunächst eine Kaffee – Tafel und im Anschluß daran einen satirischen Jahresrückblick in Power – Point – Präsentation unseres Pilzfreundes Ulrich Klein. Im Anschluß servierte uns unsere gute Seele Irena ein ausgiebiges Abendbrot. In gemütlicher Runde bei Glühwein oder Pils ließen wir schließlich das Pilzjahr ausklingen. Dazu liefen in chronologischer Reihenfolge die Bilder des Jahres auf unserer Leinwand ab. Wir konnten auch wieder den Adalbert Ricken Preisträger und Mecklenburgs Chef – Kartierer Benno Westphal sowie die Kräutergruppe aus Schwerin, die schon seit vielen Jahren irgendwie dazu gehört, begrüßen. Pilzfreundin Agelika Boniakowski und ihr Mann Wilhelm waren das erste mal dabei.

Zur begrüßung der Gäste war auf der Veranda eine kleine Pilzausstellung mit weihnachtlichen Akzenten aufgebaut.

Zur Begrüßung der Gäste war auf der Veranda eine kleine Pilzausstellung mit weihnachtlichen Akzenten aufgebaut.

Ein festlich geschmückter und eingedeckter Seminarraum erwartet seine Gäste.

Ein festlich geschmückter und eingedeckter Seminarraum erwartet seine Gäste.

Allen voran Ulrich Klein mit seiner Technik. Der etwas finstere Mine hellte sich aber bald zu seinem satirischen, aber auch besinnlichen und anrührenden Rückblick auf das zurückliegende Pilzjahr schnell auf.

Allen voran Ulrich Klein mit seiner Technik. Der etwas finstere Blick hellte sich aber bald während seines satirischen wie auch besinnlichen und anrührenden Rückblicks auf das zurückliegende Pilzjahr schnell auf.