Tagebuch

Ein Rückblick auf Ereignisse und Veranstaltungen.

08. Dezember 2018 – Weihnachtsfeier der Pilzfreunde

Weihnachtsfeier der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Der Treff im Lindengarten e.V. (Til), oben links, war in diesem Jahr Austragungsstätte unserer Weihnachtsfeier zum Saisonausklang. Nicht weit weg vom Steinpilz – Wismar, links unten. Der Til befindet sich am Rande der Parkanlage Lindengarten und in unmittelbarer Nähe des alten Wasserturms, der bis in das 19. Jahrhundert hinein unsere Hansestadt mit Wasser versorgte und der Persil – Uhr. Fotomontage: Ulrich Klein.

Die ersten Weihnachtfeiern fanden in den Anfangszeiten des Steinpilz – Wismar auch in dessen Räumlichkeiten statt. Diese erwiesen sich aber als zu beengt und wir zogen nach Keez um. Der dortige Schulungs- und Partyraum bot sich bestens dafür an. Der Nachteil war, dass es für einige, unmotorisierte Vereinsfreunde aus Wismar, nicht ganz leicht war, dort hin zu gelangen. Im letzten Jahr waren wir bei Anke und Ulrich in Arpshagen und dieses Jahr wollten wir einmal wieder zentral in Wismar, unweit des Mykologischen Informationszentrums, im Treff im Lindengarten, den feierlichen Jahresausklang begehen. 

Wir hatten für 25 Pilzfreunde festlich eingedeckt und der Til füllte sich auch bis zum letzten Platz.

Nach dem ich einige Worte zur Begrüßung verlor und das Programm kurz vorstellte, war Kaffeezeit angesagt. Wem fröstelte, der konnte sich auch mit einem würzigen und heißen Glühwein auf Betriebstemperatur bringen. Foto: Ulrich Klein.

Es gab natürlich selbstgebackene Plätzchen und Pfeffernüsse, zur Sicherheit wurde aber zusätzlich reichlich Naschwerk zugekauft.

Es schloß sich, wie gewohnt, ein satirisch, besinnlicher Jahresrückblick von Ulrich Klein an, der sich in PowerPoint – Präsentation zu einem Erlebnis für uns gestaltete!

Ulrich, bereits etwas verträumt und besinnlich, während unseres Herbst – Seminars in Keez. Ich hatte leider versäumt, ihn bei der aktuellen Veranstaltung im Bild festzuhalten. Ich war einfach zu sehr in seinem Jahresrückblick versunken.

Im Anschluß b.z.w. während einer Pause des Jahresrückblickes wurde von unseren guten Seelen Irena und Monika ein warmes und herzhaftes Abendbrot serviert.

Neben leckerer Waldpilzsuppe hatten Irena und Monika auch noch Pfundstopf und einen sehr herzhaften Trompeten – Pfifferlings – Gulasch mit Rindfleisch vorbereitet und es wurde kräftig reingehauen.

Pilzfreundin Karola Friedrich aus Schwerin überreichte mir einen Wandschmuck mit Pilz – Motiv, den sie auf einer Keramik – Ausstellung exklusiv für den Steinpilz – Wismar ergattern konnte. Ganz herzlichen Dank und er hängt schon an der Wand!

Zu guter letzt bat uns Vereinsmitglied Christopher Engelhardt aus Lübeck noch um ein halbes Stündchen Aufmerksamkeit. Er präsentierte ebenfalls per Beamer seine für ihn schönsten und bedeutsamsten Pilzfunde des Jahres 2018. Dabei vieles außergewöhnliches, dass von den allermeisten Pilzsuchern kaum bis null Beachtung findet. Vieles davon wurde auf Exkursionen mit dem Vorsitzenden des Rehnaer Pilzvereins, Torsten Richter, in ganz speziellen Biotopen und auch an ganz besonderen Substraten endeckt. Deratige Beiträge blicken also weit über den Tellerrand hinaus und lassen erahnen, wie vielfältig und interessant unsere heimische Pilzflora sein kann, wenn sie nicht nur auf das leidliche Thema essbar oder giftig reduziert wird.

Chris Engelhardt während seines Vortages. Hier sehen wir eine Folie mit Mennigroten Borstlingen aus der Verwandtschaft der Feuerkissen. Er hat die Pilze in der Wohlenberger Wiek bei Wismar gefunden.

Wir wünschen allen Pilzfreunden in Nah und fern:

Wann treffen sich die Pilzfreunde wieder? – Siehe unter Termine!

24. November 2018 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Sie führte durch den Großherzoglichen Forst Moidentin

Der Samtfuß – Winterpilz (Flammulina velutipes) zählt zu unseren delikatesten Speisepilzen. Er bevorzugt eindeutig die kalte Jahreszeit. Besonders wenn es schon Frost gegeben hat, wird er zum Wachstum animiert. Wir finden ihn dann von Mitte November bis zum Frühling. Am ergiebigsten ist er oft um den Jahreswechsel herum an verschiedenen Laubhölzern. Gegessen werden nur die Hüte. Auch heute war er mit dabei!

Mit der heutigen Pilzwanderung beendeten wir die aktive Pilzsaison 2018. Das gilt natürlich nur für unserere offiziellen Lehrwanderungen. Wie wir oben erfahren haben, macht es durchaus Sinn in den nächsten Wochen und Monaten in milden Wetterphasen nach Speisepilzen Ausschau zu halten. Samtfuß – Winterrüblinge finden wir besonders an Weiden oder Eschen, aber auch an einigen weiteren Laubhölzern. Vor allem an Buchen- und Pappelholz können die noch ergiebigeren Austern – Seitlinge so manchen Sammlerkorb füllen. An Schwarzem Holunder gibt oft in großen Mengen Judasohren. In der asiatischen Küche unverzichtbar und im Handel unter der Bezeichnung „Mu – Err“ erhältlich. Zudem wird das „Baumohr“ auch in der Naturmedizin als Vitalpilz verwendet. An Nadelholzstubben kann es weiterhin die sehr wohlschmeckenden Graublättrigen Schwefelköpfe geben. Jetzt  können aber noch einige weitere Pilzarten für eine schmackhafte Mahlzeit sorgen, denn einige Spätherbstarten sind durchaus noch bis in den beginnenden Winter hinein vertreten. Durch die immer noch trockenen Verhältnisse hielt sich das Aufgebot an Frischpilzen, wie schon das ganze Jahr meist auch, sehr in Grenzen, aber immerhin konnten wir bis auf Judasohren die wichtigsten Winterpilze finden und vorstellen und auch sonst war noch dies und jenes mit dabei. Hier einige Bilder von der letzten Tour des Jahres:

Ausgehend vom Bahnhof Moidentin ging es den Buchenberg hinauf.

An einem liegenden Birkenstamm wuchs ein Birken – Zungenporling (Piptoporus betulinus). Bekannt auch als Ötzi – Pilz. Die über fünftausend Jahre alte Mummie aus den Ötztaler Alpen führte zwei Fruchtkörper dieser Art mit sich, um sie offensichtlich als Antibiotikum zu verwenden. Der Pilz wurde früher zur Wundheilung benutzt und manche Menschen stellen aus ihm heutzutage einen Tee her und hoffen auf Linderung bei Magenbeschwerden. Ansonsten ist der bittere und gummiartige Pilz komplett ungenießbar.

Schon etwas betagte Exemplare des Sparrigen Schüpplings (Pholiota squarrosa), der gerne mit dem Hallimasch verwechselt wird. Dieses wäre aber ungefährlich, da auch diese Art essbar ist aber weit weniger lecker als der Hallimasch.

Jüngere, noch weiße, und ältere, stark veralgte Konsollen der Buckel – Tramete (Trametes gibbosa) an einem Buchenstubben. Allenfalls zu Dekorationszwecken zu gebrauchen. Allerdings halten sie nicht lange, denn Insekten lassen sie schnell in griesartiges Material zerbröseln.

Sehr schöne Laubholz – Harzporlinge (Ischnoderma resinosum) an einem alten Buchenstubben. Mitunter entströhmt dem ungenießbaren Pilz ein feiner Anis – Duft.

Diese, bereits etwas trockenen Seitlinge, wuchsen aus einer Spalte eines Buchenstammes heraus. Leicht ist man geneigt, daraus Austern – Seitlinge zu machen. Aber im Bild ist ein grüngelblicher Schimmer zu erkennen, der den Gelbstieligen Muschelseitling (Sarcomyxa serotina) verrät. Er ist durch seine Bitterstoffe eher ungenießbar.

Ein von vielen geschätzter und schmackhafter Speisepilz ist hingegen der Violette – Rötel – Ritterling (Lepista nuda). Er kann mitunter individuenreiche Hesenringe bilden und ist in Laub- und Nadelwäldern, aber auch auf Wiesen und Viehweiden zu finden. Gerne auch in der Nadelstreu von Fichtenforsten. Roh ist er giftig und muss gut durchgegart werden.

Sehr ähnlich ist der Schmutzige- oder Fleischbraune Rötel – Ritterling (Lepista sordida). Er ist meist von schmächtigerer Statur und besitzt nicht den süßlich, aromatschen Duft nach Kuchengewürz, den wie beim Violetten Rötel – Ritterling wahrnehmen können. Eine Verwechslung ist nicht weiter tragisch, da auch er essbar ist.

Wir tangierten auch den Waldfriedhof, auf dem kurz nach dem zweiten Weltkrieg vertriebene Flüchtlinge aus den ehemals deutschen Ostgebieten bestattet wurden. 253 Erwachsene und 38 Kinder fanden hier ihre letzte Ruhe. Sie sind an Krankheiten und Entkräftung gestorben, nach dem sie im völlig überfüllten Quarantäne – Lager Losten aufgenommen wurden. Auch zwei ehemalige Pilzfreunde unserer Gruppe durchlebten und überlebten die damaligen Strapazen im Lager Losten.

Weiter führt uns der Weg am Waldfriedhof vorbei in Richtung Lostener See.

Der Geflecktblättrige Flämmling (Gymnopilus penetrans) ist oft ein Massenpilz an Kiefernholz. Der gallebittere Geschmack verbietet eine kulinarische Verwendung.

Ein Symbiosepilz der Kiefer ist der Späte- oder Leberbraune Milchling (Lactarius hepaticus). Sein weißer Milchsaft, der an der Luft nach kurzer Zeit gelb verfärbt und scharf schmeckt, macht auch diesen Pilz ungenießbar.

Hier sollte man sich nicht täuschen lassen. Die Lamellen sehen eher grau als grün aus. Trotzdem ist ein grünlicher Unterton auszumachen und auch der Stiel ist schwefelgelb. Letzte Gewissheit kann eine Kostprobe geben, denn die dürfte sehr bitter ausfallen. Der essbare Graublättrige Schwefelkopf wäre hingegen mild. Giftig!

Den ergiebigsten Pilzstandort stellte dieser schon seit längererm liegende Laubholz – Stapel dar. Verschiedene Pilzarten haben sich inzwischen an`s Werk gemacht, um den „Müll“ zu beseitigen.

Hier sind es beispielsweise leckere Samtfuß – Winterpilze (Flammulina velutipes) und ungenießbare Schmetterlings – Trameten (Trametes versicolor).

Auch die beliebten Austern – Seitlinge (Pleurotus ostreatus) haben sich ihren Anteil gesichert.

Gemeine Trompetenschmitzlinge (Tubaria furfuracea) sind ebenfalls Holzbewohner und bevorzugen die Wintermonate. Sie sind nicht sonderlich ergiebig, aber essbar sollen sie zumindest sein.

Der Holzstapel erweckte also das höchste Interesse aller Teilnehmer.

Eine weitere Art, die an ihm ein gefundenes Fressen fand, war das Gallertfleischige Stummelfüßchen (Crepidotus mollis). Allerdings für Mykophagen ohne Bedeutung, da ungenießbar.

Bei diesen jungen Weißstieligen Stockschwämmchen (Psathyrella hydrohila) ist gut die hygrophane, und daher dunklere Randzone zu erkennen, welche es mit dem echten Stockschwämmchen gemeinsam hat. Essbar.

Hier sehen wir die selbe Art nochmals. Die durchfeuchteten Bereiche der Hüte sind uneinheitlicher und es entsteht eher ein gescheckter Eindruck. Derartiges ist beim herkömmlichen Stockschwämmchen allerdings nicht zu beobachten. Es handelt sich trotz der Namens – Ähnlichkeit auch um einen Vertreter einer ganz anderen Gattung, nähmlich der Mürblinge.

Still ruht der Lostener See.

Und wir wandern nun an seinem Ufer entlang zurück zum Ausgangspunkt.

Aus dem tiefen Buchenlaub schaute ein Großer Blutchampignon (Agaricus langei) heraus. Er gehört zu den echten Wald – Champignons und darf natürlich auch gegessen werden.

Am südexponierten Ufer des Lostener Sees konnten wir auch noch zwei Flockenstielige Hexen – Röhrlinge (Boletus luridiformis) im Fallaub entdecken. Dieses kapitale Exemplar war noch festfleischig und ist schon eine Pilzmahlzeit für sich allein.

Eine Dreier – Gruppe recht stattlicher Fälblinge (Hebeloma spec.) schiebt sich durch das Falllaub. Ausschließen konnten wir den Marzipan – Fälbling und auch den Großen Rettich – Fälbling. Die Pilze rochen eher honigartig.

Denkbar wäre der Bräunende Fälbling (Hebeloma edurum), den ich vor vielen Jahren schon einmal an einem kalkhaltigen Standort im Kaarzer Holz gefunden habe. Er soll nach Kakao riechen. Nun kann es aber sein, das die leichten Fröste auch den Geruch etwas verändert haben und wir ihn eher honigartig wahr genommen haben.

Gut kommen die kräftigen Baumwurzeln dieser Rotbuche im kurzen Moos am Hang zum Lostener See zur Geltung.

Einen bizarren Anblick bietet auch diese knorrige Hainbuche.

Sie ist zudem von Fußpilz befallen.

Ein Büschel Honnigelber Hallimasch (Armillaria mellea) hat es sich an ihrem Fuß gemütlich gemacht.

Sozusagen als Abschiedsgruß noch ein Büschel Glimmer – Tintlinge (Coprinus micaceus) am Bahnhof Moidentin. Mit etwas Glück, kann uns diese Pilzart auch schon wieder zur ersten Pilzwanderung des neuen Jahres, im April begegnen.

Unser Erinnerungsfoto der letzten Wanderung des Jahres 2018 haben wir bereits am Moidentiner Ehrenfriedhof aufgenommen. 24. November 2018.

Wann startet die nächste Pilzwanderung? – Siehe unter Termine!

18. November 2018 – Vereins- und Kartierungsexkursion

Vereinexkursion der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Es ging durch das Heidenholz bei Selmsdorf

Das sonnige Heidenholz am Volkstrauertag 2018. Foto: Ulrich Klein.

Das Pilzjahr neigt sich dem Ende zu und wir sind heute zu unserer letzten Vereins- und Kartierungsexkursion in diesem Jahr aufgebrochen. Ich habe ein kleineres Waldgebiet ganz im Nordwesten unseres Bundeslandes ausgesucht. Ein meist von Laubbäumen bestandenes Waldstück bei Selmsdorf. Wir haben heute ein wenig kartiert, also eine kleine Inventur der Natur in Bezug auf Großpilzarten durchgeführt. 10 Pilzfreunde, einschließlich Gäste mit Kinder, durchstreiften das Gebiet. Der Großraum Nordwestmecklenburg ist das im Hinblick auf Großpilze mykologisch am besten untersuchte Gebiet in M-V und vieleicht auch in Deutschland. Fast drei Jahrzehnte waren besonders Benno Westphal, Jürgen Schwik und Reinhold Krakow unermüdlich auf Achse, um unsere Heimatregion pilzfloristisch zu erforschen. Aber so eine Aufgabe endet praktisch nie. Wir können nur hoffen, dass nachfolgende Generationen mit unserem Datenschatz (Siehe unter „Pilzkartierung M-V“) etwas anzufangen wissen und an unsere Aktivitäten anknüpfen können. Richtig interessant werden die Funddaten erst mit zeitlichem Abstand und können dann über Veränderungen in unserer Natur Aufschluß geben. In diesem Sinne konnten wir auch heute wieder einige neue Fundpunkte auf unseren Verbreitungskarten setzen. Natürlich waren auch ganz normale Pilzsucher angesprochen, sich uns anzuschließen. So eine Exkursion ist immer eine Mischung aus wissenschaftlicher und volkstümlicher Pilzkunde.

Unser Ausgangs- und Endpunkt an der Wanderhütte in Hof Selmsdorf. Hier begrüßten uns auch gleich die ersten Pilze. Aber nicht auf dem Erdboden, sondern auf dem bemoosten Dach der Hütte.

Es handelt sich sehr wahrscheinlich um die Gattung Crepidotus (Stummelfüßchen).

Hier nochmal eine Nahaufnahme. Für das Gallertfleischige Stummelfüßchen ist mir der Stiel zu sehr ausgebildet und ein Gelantine – Huthauttest war am Standort nicht möglich, da die Pilze hart gefroren waren.

Und die Draufsicht fotografiert vom Ulrich Klein.

Bei diesem schwarz- und hochbeinigen Bodenbewohner war natürlich alles klar, der Langstielige Knoblauch – Schwindling (Marasmius alliaceus). Er war einer der häufigsten Blätterpilze heute.

Stockschwämmchen gab es heute keine, dafür aber sehr schöne Fruchtkörper seines tödlich wirkenden Doppelgängers, des Gift – Häublings (Galerina marginata).

Das Weißstielige Stockschwämmchen (Psathyrella hydrophila) war hingegen des öfteren Vertreten.

An totem Buchenholz findet sich zu dieser Jahreszeit häufig dieser unverwechselbare Pilz, der Gallertfleischige Fältling (Merulius tremellosus).

Wesentlich seltener können wir im Sommer und Herbst diesem imposanten Gebilde aus der Pilzwelt begegnen, dem Ästigen Stachelbart (Hericium clathroides). Er siedelt sich an bereits stark vermorschtem Buchenholz an und ist praktisch ebenfalls unverwechselbar. Sehr ähnlich ist höchstens der Tannen – Stachelbart, der bei uns in Mecklenburg aber kaum vorkommen dürfte.

Aus der Ferne können unkundige ihn allerdings auch für eine Krause Glucke halten. Die wächst aber niemals auf Buchenholz und bestitzt auch keine mit unzähligen Stacheln besetzten Äste.

Die letzten Hallimasch brechen langsam zusammen. Sie haben in diesem Herbst großes geleistet. Selten gab es so lange, so viele von ihnen.

Insbesondere Stubben und totes, liegendes Starkholz sind zu dieser Jahreszeit oft lohnende Ziele, die es auf- und abzusuchen gilt.

Hier ist es das Buchen – Eckenscheibchen (Diatrype disciformis), ein Pyrenomycet und entfernt mit Morcheln und Lorcheln verwandt.

Nah mit dem Falschen Pfifferling verwandt ist der in Buchenwäldern viel seltener vorkommende Braunsamtige Afterleistling (Hygrophoropsis fuscosquamula). Seine Hutoberfläche ist oft deutlich braunsamtig.

Und so sah es aus, als obiges Foto entstand. Da brauche ich mich auch nicht wundern, dass mich im Sommer die Mücken gerne auf dem Kopf anzapfen. Die Haare gehen allmählich aus. Das ist der Zahn der Zeit und eine Kopfbedeckung wird bald wohl empfehlenswert sein. Auch im Hinblick manch anderer Gefahren, die über einem kreisen könnten! Foto: Ulrich Klein.

Und die Pilze nochmals aus einer anderen Perspektive von Ulrich Klein fotografiert.

An Laubholz – Ästen tritt nun immer häufiger der Winter – Stielporling (Polyporus brumalis) in Erscheinung. Rechts unten bildet sich ein neuer Fruchtkörper heraus. Es beginnt immer in Form eines keilförmigen Zapfens, der sich schließlich zum vollständigen Fruchtkörper entwickelt.

Sehr farbenfroh ziegten sich heute diese Birken – Blättlinge (Lenzites betulinus) und dazu noch von Reif angezuckert.

Obwohl zu den Porlingen gehörend, finden wir bei ihm auf der Unterseite lamellenartige Strukturen. Auch wächst er keineswegs nur an Birkenholz, sondern bei uns sogar häufiger an Buche.

Hier treffen wir noch etwas häufiger die Striegelige Tramete (Trametes hirsuta) an. Auf dem ersten Blick können sich beide ähneln, aber die Fruchtschicht ist deutlich rundporig.

Die Buckel – Tramete (Trametes gibbosa) treffen wir meist auf Buchenstubben an. Hier wuchs sie ausnahmsweise auf einem relativ dünnen Buchenast. Auch sie besitzt ein eher lamelliges Fruchtlager.

Der Hit unserer heutigen Exkursion könnte dieser Champignon werden, falls ich ihn zuordnen kann. Das es ein ganz besonderer ist, war uns schon im Wald klar. Obwohl sein Habitus einen Anis – Champignon vermuten lassen würde, gehört er keinesfalls in diese Gruppe. Er steht eher dem Frühlings – Champignons b.z.w. Sommer – Champignon (A. altipes) nahe. Aber dieser dürfte nicht nur wegen der fortgeschrittenen Jahreszeit ausscheiden. Nach E. Ludwig kommt am ehesten der Schwachverfärbende Champignon (Agaricus perturbans) in Betracht. Eine extrem seltene und in Deutschland als verschollen geltende Art. Hier würde auch die Jahreszeit und das Habitat stimmen. Ich werde den jungen Pilz beobachten und gegebenenfalls ein Exikat anfertigen.

Und hier noch ein Belegfoto von Ulrich Klein.

Der Champignon im Schnitt. Die Hutform soll nach Ludwig zunächst eher eiförmig sein, hier allerdings halbkugelig. Der Stiel sollte sich abwärts allmählich erweitern. Besonders im oberen Bereich trifft das zu. Das Fleisch soll sich im Schnitt im oberen Stielbereich schwach fleischfarben – bräunlich verfärben. Das tat es auch nach drei Tagen nicht! Die Lamellen sind allerdings schön rosa oder wenigstens rosa – fleischfarben. Die Schäffer – Reaktion konnte ich leider noch nicht durchführen, da meine Chemikalien derzeit in Keez liegen. Es wird wohl nicht einfach, die Identität dieses zweifellos seltenen Egerlings zu klären.

Der weiße Hut soll zum Rand hin unauffällig flockig – schuppig sein. Von Velumresten fein gezähnelt. Die Huthaut soll bei Reibung oder Druck zunächst unveränderlich sein, später aber an diesen Stellen leicht bräunen. Diese Merkmale, so denke ich, sind hier deutlich ersichtlich.

Sehr häufig treffen wir in Moospolstern den Heftel – Nabeling (Rickenella fibula) an. Ein kleines, aber hübsches Pilzchen, dass leider gerne übersehen wird.

Zwar auch recht klein, aber deutlich größer als der Heftel – Nabeling ist der Blaue Träuschling. Er fällt insbesondere durch seine ungewöhnliche Färbung in `s Auge. Zusammen mit dem ähnlichen Grünspan – Träuschling kann er ein Mischgericht bereichern. Huthaut aber abziehen!

Ein Kaffeebrauner Scheintrichterling (Pseudoclitocybe cyathiformis) schiebt sich durch das frisch gefallene Buchenlaub.

Hier erscheint er eher milchkaffeefarben. Der hochbeinige Herbstpilz ist durchaus essbar und darf vom Kenner zu Speisezwecken eingesammelt werden.

Herrlich stimmungsvoll. Vom Wetter her der schönste Moment unserer Wanderung.

Deshalb auch ein Zwischenfoto im Sonnelicht, von Ulrich Klein geschossen.

Dazu auch noch die schönsten Austern – Seitlinge (Pleurotus ostreatus).

Frieder Gröger schreibt in Pilze und Wildfrüchte: „Schmackhaft, sehr ergiebig, fleischähnlich, bald zäh und dann nur noch die Ränder zu gebrauchen. Als Pilzgemüse schmoren, auch für Pilzklops und Salate. Ganze Hüte als Pilzschnitzel braten oder in Aspik einlegen. Alt nur noch auskochen“. Ergibt dann eine schmackafte Brühe.

Das selbe Motiv noch einmal von Ulrich Klein im Bild festgehalten. Ein sehr schönes Stimmungsfoto! Zu sehen ist bei diesen Pilzen auch, dass die Lamellen auch beim Austern – Seitling weit am Stiel herblaufen können, ohne das wir es gleich mit dem Rillstieligen Seitling zu tun haben.

Pilzfreundin Monika ist fündig geworden. Foto: Ulrich Klein.

Zwei Specht – Tintlinge (Coprinus picaceus) im Sonnenlicht, von Ulrich Klein in Szene gesetzt.

Ein Fall für das Guinness – Buch der Rekorde. Ich glaube kaum, dass bisher jemand einen Gelbmilchenden Helmling (Mycena crocata) mit einer Stiellänge von etwa 30 cm gesehen hat! Wir könnten ihn in Schlangenstieligen- oder Spaghetti – Helmling umbebennen.

Und noch einmal ein schönes Stimmungsfoto vom Weißstieligen Stockschwämmchen (Psathyrella hydrophila). Die Ähnlichkeit mit dem Stockschwämmchen ist hier besonders gut zu sehen. Schaut man sich die Pilze allerings näher an, fällt natürlich der weiße und brüchige Stiel auf.

Und wie immer zum Schluß unser Gruppen- und Erinnerungsfoto an eine durchaus schöne Exkursion durch das Heidenholz, bei Hof Selmsdorf, am 18. November 2018.

Wann startet die nächste Vereinsexkursion? – Siehe unter Termine!

10. November 2018 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Sie führte durch den Großen Wohld

Der Große Wohld am 10. November 2018.

Die Jahreszeit ist bereits fortgeschritten, aber dennoch geht es immer noch in die Pilze. Pilzesuchen kann man bekanntlich ganzjährig und auch für die Küche finden sich zu jeder Jahreszeit entsprechende Leckerbissen. Wichtig zu wissen ist jedoch „Wo kann ich zu welcher Jahreszeit am ehesten fündig werden“. Im Frühling vor allem an Seeuferbereichen und in Bachtälern mit Erlen und Eschen (Morcheln) oder in Wäldern und Parkanlagen unterschiedlichster Ausprägung (Maipilze). Im Sommer bei genügend Feuchteangebot in Parkanlagen, unter Eichen und Buchen (Sommersteinpilz, Hexen – Röhrlinge u. v. a.). In sauren Laub- und Nadelwäldern besonders in regenreichen Sommern viele Pfifferlinge. Im Herbst gibt es praktisch überall etwas zu ernten und für jeden Geschmack ist etwas dabei. Im Winter suchen wir an Laubhölzern leckere Samtfuß – Winterrüblinge und Austernseitlinge. An Holunder gibt es viele Judasohren. Zur Zeit befinden wir uns am Übergang vom Herbst zum Winter. Wir können sowohl noch allerlei Herbst- und Spätherbstarten antreffen, genauso wie erste schmackhafte Winterpilze. Im Jahre 2013 waren wir beispielsweise schon einmal zur selben Jahreszeit im Zuge einer geführten Pilzlehrwanderung in diesem Gebiet und das Artenaufkommen war noch sehr vielseitg. Siehe unter „Pilzwanderung im Großen Wohld“. Bis hin zu frischen Steinpilzen war einiges im Angebot.

So gut sah es heute leider nicht aus. Die große Trockenheit, die uns durch die gesamte Saison begleitete, hatte noch kein Ende gefunden. Dem entsrechend war die Artenvielfalt deutlich eingeschränkter. Trotzdem war es eine durchaus erfolgreiche Wanderung und sowohl der Wissbegierige, wie auch der Kochtopf – Mykologe kam auf seine Kosten. Hier ein kleiner, bebilderter Rückblick.

Gleich zu Beginn, am trockenen Waldrand, begrüßten uns diese beiden Pilzarten. Ein Schimmelpilz und ein Dickröhrling. Bei den Röhrlingen dürfte es sich um Netzstielige Hexen – Röhrlinge handeln, die hier vom Schimmelpilz völlig mumufiziert wurden. Netzstielige Hexen werden häufig von diesem Schimmel befallen, bei dem es sich allerdings nicht um den auf Röhrlinge spezialisierten Goldschimmel handelt.

Wenige Meter daneben diese frischen und gesunden Kahlen Kremplinge (Paxillus involutus). Da sie zu den Röhrlingen gehören, werden sie oft vom Goldschimmel befallen.

Gleich daneben brechen diese Stadt – Champignons (Agaricus bitorquis) aus dem harten Mergelboden. Sie sind ausgezeichnete Speisepilze, zumindest wenn sie nicht direkt an stark befahrenen Straßen oder anderen, belasteten Orten innerhalb der Städte wachsen.

An toten Buchen – Ästen wuchsen diese Knotigen Schillerporlinge (Inonotus nodulosus). Ungenießbar.

Der geringwertige Sparrige Schüppling (Pholiota squarrosa) ist der klassische Verwechlungspartner des Hallimasch. Dieser hat aber nicht so grobe, abstehende Schuppen, kein gelbes Fleisch und auch kein braunes Sporenpulver.

Der glasigweiße Buchen – Schleimrübling (Oudemansiella mucida) ist eine kaum zu verwechselnde Pilzart luftfeuchter Buchenwald – Standorte. Mitunter wächst er sogar hoch am Stamm. Hier war es liegendes Buchenholz. Geringwertig für die Küche.

Diese Buckel – Tramete (Trametes gibbosa) macht ihrem Namen alle Ehre. Sie kann vielfältige Formen annehmen bis hin zu kugeligem Wachstum.

Hier sehen wir sie in ihrer klassischen Ausprägung.

Etwas ungewöhnlich für den Birnen – Stäubling (Lycoperdon pyriforme) sind die dekorativen Flöckchen auf den Fruchtkörpern. Sicher der trockenen Witterung geschuldet, denn sie standen an der windigen Waldkannte.

Laubholz – Harzporlinge (Ischnoderma resinosum) besiedeln alte Buchenstubben und liegende Stämme. Mitunter enströhmt ihnen ein angenehmer Anis – Duft. Ungenießbar.

Große, aufgeschirmte Honiggelbe Hallimasch (Armillaria mellea). Ich wurde angesichts der Größe heute des öfteren gefragt, ob diese noch gut oder bereits überständig seien. Die Größe spielt in der Regel keine Rolle, sondern das Alter. Im Fall von Hallimasch empfiehlt es sich mit dem Finger auf die Hutmitte zu drücken. Ist diese noch fest, so ist er noch jung und darf gesammelt werden. Ist sie weich und läßt sich leicht eindrücken, sind die Fruchtkörper in der Regel bereits überständig.

Ein großes Büschel Honiggelber Hallimasch. Die Hutmitte war druckfest und so landeten die Pilze im Sammelkorb.

Auch von unter her gibt es keine Beanstandungen. Die Stiele werden allerdings bis zur Ringzone entfernt.

Auch diese recht großen und kräftigen Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabils) sind noch jung und dürfen gegessen werden. Gut ist die hygrophane Randzone ausgebildet, die so typisch für diesen Edelpilz ist.

Auch der Blick auf die Unterseite bestätigt uns, dass sie noch im besten Alter sind. Allerdings können hier die wichtigen Stielschüppchen schon schütterer werden und sie können beim Anfassen auch abgegriffen werden. Auf diese Schüppchen ist unbedingt zu achten!

Hier der tödlich wirkende Doppelgänger des Stockschwämmchens, der Gift – Häubling (Galerina marginata). Ebenfalls oft mit hygrophaner Randzone ausgestattet, aber unterhalb der Ringzone des Stieles keine Schüppchen, dafür seidig glänzend.

Und noch einmal zum Vergleich. Links der Gift – Häubling (Galerina marginata), rechts die leckeren Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis).

Weiter fürhrt uns der Weg durch den goldenen Herbstwald.

Das es mit riesen Schritten in Richtung Winter geht, ist auch am Wandel der Pilzflora zu erkennen. Immer öfters trifft man jetzt schon auf typische Pilzarten der kalten Jahreszeit. Hier sind es sehr wohlschmeckende Samtfuß – Winterpilze (Flammulina velutipes). Ein entscheidendes Merkmal dieses Holzbewohners ist sein braunsamtiger Stielüberzug.

Ein schönes Stimmungsfoto eines weiteren Holz- und Stubbenbewohners, des giftigen Grünblättrigen Schwefelkopfes. Er könnte zu Verwechslungen mit dem Winterpilz Anlaß geben, da er auch in milden Wintern auftreten kann. Er besitz aber einen nackten, schwefelgelben Stiel, grünliche Lamellen und schmeckt bitter.

Elegant zeigt sich der Specht – Tintling (Coprinus picaceus). Der ungenießbare und kaum verwechselbare Herbstpilz ist eine Charakterart gehaltvollerer Buchenwälder in Mecklenburg – Vorpommern.

Das Weißstielige Stockschwämmchen (Psathyrella hydrophila) hat mit dem eigentlichen Stockschwämmchen nur das Substrat und die büschelige Wuchsform gemein. Ansonsten gehört er zu den Mürblingen, von denen keine giftigen Arten bekannt sind. So ist auch dieser Dunkelsporer durchaus essbar, steht dem Stockschwämmchen aber an Speisewert deutlich nach.

Geotropismus ist hier am Werk. Fruchtkörper, die schon am Buchenstamm wuchsen, als dieser noch stand, haben nach dem Fall schlechte Karten um ihre Sporen auszustreuen. Deshalb muß der Fruchtkörper umgebildet werden, damit dass das Fruchtlager wieder nach unten zeigt. Echter Zunderschwamm (Fomes fomentarius).

Den Violetten Knorpelschichtpilz (Chondrostereum purpureum) finden wir im Winterhalbjahr häufig an feucht liegendem Laubholz. Hier war es ein Holzstapel, der von der Forst mit blauer Farbe gekennzeichnet wurde. Es wird höchste Eisenbahn, soll das Holz noch einer Verwertung zugeführt werden.

Mitten auf einem Waldweg büschelweise junge Strohblasse Schüpplinge (Pholiota gummosa). Ihre gummiartige Huthaut soll sich in einem Zug abziehen lassen. Aber wozu eigentlich, der Pilz ist ungenießbar.

Gleich daneben dieser wunderschöne Farbtupfen, der streng genommen essbar wäre, was sich aber aufgrund seiner Unergiebigkeit und Schönheit ohnehin verbietet. Der Orange – Becherling (Aleuria aurantia). Vor fünf Jahren fanden wir ihn schon einmal während einer Pilzwanderung zur selben Zeit, am selben Weg. Er ist also Standortstreu!

Zur Erinnerung an unsere spätherbstliche Pilzwanderung durch den Großen Wohld am 10. November 2018.

Wann startet die nächste Pilzwanderung? – Siehe unter Termine!

06. November 2018 – Treffen der Pilzfreunde

Treffen der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Reisebericht aus Sri Lanka

Yala Nationalpark. Foto: Chris Engelhardt.

Am Dienstag, dem 06. November 2018, um 18.00 Uhr im Steinpilz – Wismar, ABC Straße 21.

Unser Vereinsmitglied und Universalgelehrte in punkto Naturwissen, Christopher Engelhardt aus Lübeck, nahm uns heute Abend mit auf eine exotische Bildungs- und Bilderreise auf das andere Ende der Erde. Chris war als naturkundlicher Reiseleiter für Birdingtours auf dem gesamten Globus unterwegs. Hier hat er viel erlebt und  kennengelernt. Entsprechendes Wissen über Flora und Fauna der jeweilig bereisten Regionen gab er an seine wissbegierigen Teilnehmer weiter. Heute Abend durften wir uns auf einen faszinierenden Vortrag von ihm freuen.

Andrea und Chris während ihrer Präsentation. Voller Begeisterung berichteten uns beide von ihrer erlebnisreichen Naturreise durch eine exotische Landschaft am anderen Ende der Welt.

Knorriger Kina – Baum (Calophyllum walkeri) mit seiner schirmartigen Krone und den oft bemoosten Ästen.

Chris schreibt dazu: Sri Lanka, die Tropeninsel vor der Südspitze Indiens, ist ein besonderes Ziel für Naturbeobachter. Wie viele andere Inseln auch, ist sie aufgrund ihrer Besonderheit Heimat vieler endemischer, also exklusiv nur dort vorkommender Tier- und Pflanzenarten. Dabei beherbergt Sri Lanka aufgrund seines tropischen Charakters und der relativen Nähe zum indischen Subkontinent eine ungewöhnlich reiche Biodiversität. Dazu kommt, dass es hier auf kleinem Raum sehr unterschiedliche klimatische Bedingungen gibt, was eine weitere Differenzierung der Arten mit verschiedenen Anpassungen zur Folge hat. Diese Bilderreise führt uns zunächst in das zentrale Bergland der Insel, wo sich bei angenehmen Temperaturen urige Rhododendren und Baumfarne in die Höhe recken, endemische Bülbüs und Brillenvögel durchs Geäst turnen und speziell angepaßte Amphibien und Reptilien leben.

Nasenpeitschnatter (Ahnetulla nasuta). Die dünne Schlange bewegt sich langsam im grünen Geäst der Bäume und ist hier gut getarnt. Sie ernährt sich von Fröschen, Eidechsen und Vögeln. Ein Biss der schwach giftigen Natter verursacht Schwellungen.

Im Regenwald suchen wir die versteckt lebende, erst 2001 entdeckte endemische Serendip – Zwergohreule und begegnen nachts Vogelspinnen und Schlangen in ihrem Lebensraum. In den schwülheißen, tief liegenden Küstenregionen leben Millionen von Wasservögeln, an den Blüten fliegen farbenprächtige Schmetterlinge, und der Yala Nationalpark beherbergt die größte Dichte an Leoparden weltweit.“

Düstere Rose könnte die deutsche Bezeichnung für diesen nur in Indien und Sri Lanka vorkommenden und Crimson Rose genannten Schmetterling sein. Wissenschaftlich (Pachliopa hector).

Ceylon – Hufaffe. Viel klangvoller ist da aber seine wissenschaftliche Bezeichnung Maca sinaca. Ein Schelm, der böses dabei denkt!

Alle Fotos von Christopher Engelhardt.

Wann treffen sich die Pilzfreunde wieder? – Siehe unter Termine!

27. Oktober 2018 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Ziel war der Wald bei Ravensruh

Der Spätherbst ist die Zeit vieler Stockschwämme. Hier sehen wir allerdings nicht das beliebte Stockschwämmchen, sondern dessen tödlich giftigen Doppelgänger, den Gift – Häubling (Galerina marginata). Glatte, oft silbrig glänzende, etwas genattert wirkende Stiele grenzen ihn zu allererst vom Stockschwämmchen ab, das unterhalb der häutigen Ringzone mit zahreichen, kleinen, bräunlichen Schüppchen besetzt ist.

Das in älteren Karten offensichtlich als Luisenholz bezeichnete Waldgebiet steht überwiegend auf  besseren Böden. Es wechseln sich Laub- und Nadelforste ab. Teils ist das Revier sehr urwüchsig und naturbelassen. Hier kann uns bei günstigen Witterungsbedingungen eine abwechslungsreiche und vielseitige Pilzflora geboten werden. Natürlich gibt es auch Stockschwämmchen und oben gezeigte Gifthäublinge. Vor allem aber war es Hallimasch, der heute die Körbe der Pilzfreunde füllte. Aufgrund des trockenen Jahres war die Artenvielfalt nicht so üppig wie gewohnt, aber trotzdem gab es außer erwähnten Speisepilzen noch reichlich anderes zu entdecken. Hier wie immer einige Impressionen:

Gleich zu Beginn und genau an der Stelle, an der ich im September eine sechser – Gruppe von Steinpilzen fand, wuchsen heute diese Rosa- oder Morgenrot – Täublinge (Russula aurora, früher Russula rosea). Die Pilze sind zwar essbar, als alleiniges Gericht aber nicht empfehlenswert.

Neben Unmengen von Hallimasch gab es an den vielen Laubholz – Stubben auch wertvolle Stockschwämmchen. Zu beachten sind immer die kleinen Schüppchen unterhalb der Ringzone. Der giftige Doppelgänger besitzt einen glatten Stiel (siehe oben).

Noch sehr junge Stockschwämmchen. Die Schüppchen am Stiel sind gut zu erkennen.

Voll entwickelte Stockschwämmchen mit starker Durchfeuchtung der Hüte (Hygrophan).

Reich besetzter Laubholz – Stubben mit Edelpilzen (Stockschwämmchen).

Im angrenzenden Fichtenforst auch einige Maronen – Röhrlinge (Xerocomus badius).

In der dunklen Nadelstreu des Fichtenwaldes fallen diese ansehnlichen, weißlich gefärbten und oft in größeren Trupps stehenden Gefleckten Rüblinge (Collybia maculata) oft schon von weiten auf. Zwar sehen sie durchaus appetitlich aus, aber schon eine kleine Kostprobe offenbart ihre Bitterkeit. Ungenießbar.

Dunkler Hallimasch (Armillaria obscura) besiedelt in erster Linie Nadelholz und hier vorwiegend das von Fichten. In diesem Fall wuchsen sie aber im Lärchenwald.

Der Dunkle Hallimasch wird von einigen Pilzbuch – Autoren als der beste und einzig empfehlenswerte Vertreter seiner Gattung angesehen. Roh ist er giftig und muss gut durchgegart werden.

Es wird von diesen Autoren also nur Hallimasch empfohlen, der an Nadelholz wächst. Hier sehen wir den Gelbschuppigen Hallimasch (Armillaria lutea). Er wäre demzufolge nicht zu empfehlen, da er an Laubholz vorkommt. Ich halte eine derartige Differenzierung des Speisewertes für unangebracht. Hallimasch ist generell roh giftig, und ausreichend gegart ein guter, schmackhafter Speisepilz, ganz gleich um welche Art es sich handelt!

Hier sind es wieder junge Dunkle Hallimasch (Armillaria obscura), die sich in Reih und Glied zwischen Kernholz und Borke eines Fichtenstumpfes heraus schieben.

Und noch einmal Hallimasch. Hier sehen wir den Honniggelben Hallimasch (Armillaria mellea). Er soll der giftigste aller Hallimasch – Arten  sein. Gleichzeitig ist er mir sogar der liebste, weil seine oft üppigen, großen, gebündelten Büschel ein leichtes, sauberes Ernten erlauben und auch seine Ergiebigkeit ist durch die oft recht großen, fleischigen Hüte recht hoch. Fast unsere gesamte, diesjährige, inzwischen tiefgekühlte Ernte für unsere Imbissgeschäfte, besteht  aus Honnigelben Hallimasch!

Weiter geht es durch den spätherbstlichen Buchenwald.

Der Kaffeebraune Scheintrichterling (Pseudoclitocybe cyathiformis) kann vom Kenner zu den Speisepilzen gelegt werden. Er bereichert dann ein Mischpilzgericht.

Der Buchen – Klumpfuß (Cortinarius amoenolens) ist zwar fleischiger, sollte aber nicht gegessen werden. Es gibt zwar unter den Schleierlingen durchaus leckere Speisepilze, aber viele von ihnen sind selten und schwierig zu bestimmen. Leider enthält diese riesige Blätterpilzgattung auch tödlich giftige Arten!

Der Buchen – Klumpfuß (Cortinarius amoenolens) in der draufsicht.

Ein Nachteil im Spätherbst. Das frisch gefallene Laub erschwert die Suche erheblich.

Der Hornbraue Rübling (Collybia asema) bevölkert im Spätherbst oft als Massenpilz den Waldboden. Durch die Trockenheit ist aber auch er nicht sonderlich oft zu finden. Essbar.

Die weiße Milch des Mordschwamms schmeckt brennend scharf, so dass der Pilz komplett ungenießbar ist. Sein angsteinflößender Volksnamen dürfte trotz seines widerlichen Geschmackes eine Beleidigung für ihn darstellen, denn er hat noch keinen einzigen Menschen auf dem Gewissen. Er ist ungiftig und nennt sich mit bürgerlichem Namen Olivgrüner Milchling (Lactarius turpis).

Auf einer lichten Waldschneise stehen junge Nadelbäume, insbesondere Blaufichten.

Darunter wuchsen nicht nur die ebenfalls sehr scharf schmeckenden Rotbraunen Milchlinge (Lactarius rufus).

Sondern auch eine Gruppe Ziegenlippen (Xerocomus subtomentosus).

Die „Grieskörnchen“ des jungen Flaschen Stäublings (Lycoperdon perlatum) fallen bei der geringsten Berührung ab. Ist der Bauchpilz noch weiß und druckfest, darf er in den Sammelkob gelegt werden.

Das Mäuseschwänzchen oder Mäuseöhrchen (Baeospora myosura) besiedelt vor allem im Spätherbst ältere Fichtenzapfen, auch auf Kiefernzapfen zu finden. Die dichten, grauen Lamellen und der grau bereifte Stiel erinnern in ihrer Färbung an ein Mäuseschwänzchen oder überhaupt an ein Mäusefell. Ohne Speisewert.

Ein Fleischroter Speise – Täubling (Russula vesca). Weißer Stiel, weiße Lamellen, fleichrötlicher Hut mit vertiefer Mitte und nicht bis an den Rand heran reichende Huthaut. Dazu milder, nussartiger Geschmack. Der Speisetäubling ist ein Leckerbissen!

Den Orangeroten Kammpilz (Phlebia radiata) finden wir recht häufig vom Spätherbst bis zum Frühling auf totem Laubholz.

Rote Fliegenpilze (Amanita muscaria) können zu orangegelb ausblassen.

Und nochmal frische Röhrlinge. Hier sind es Rotfüßchen (Xerocomus chrysentheron). Es sind Speisepilze, aber mit einem säuerlichen Aroma, dass nicht jedem zusagt.

Auf dem Waldboden liegende Laubholz – Zweige sind das zuhause dieses Blätterpilzes, des bei feuchtem Wetter sehr schleimigen Tonfalben Schüpplings (Pholiota lenta). Nach dem Abziehen der schleimigen Huthaut könnte er im Mischpilz – Gericht Verwendung finden.

Holzbewohnende Krüppelfüßchen. Wahrscheinlich handelt es sich um das Kugelsporige Stummelfüßchen (Crepidotus cesatii).

Ganz frische Schmetterlings – Trameten (Trametes versicolor). Wär das nicht etwas für`s Adventsgesteck oder zur Unterstützung von Heilprozessen im Körper in Form von Pülverchen oder Tee?

So hat es sich am Ende für so manchen, fleißigen Pilzsammler doch gelohnt. Etwas gelernt und dazu noch reichlich Waldpilze für den sonntäglichen Mittagstisch und darüber hinaus. Vorbildlich gesammelte Hallimasch in Top – Qualität!.

Auch wenn einige bereits aufgebrochen waren, am Ende einer schönen und erfolgreichen Tour wie immer unser Erinnerungsfoto, dass von Christopher Engelhardt in Szene gesetzt wurde.

Wann startet die nächste Wanderung? – Siehe unter Termine!

19. – 21. Oktober 2018 – Pilzseminar in Mecklenburg

Ein Pilzwochenende in Mecklenburg

Herbstseminar in der Keezer Schmiede, bei Brüel

Sparrige Schüpplinge (Pholiota squarosa) im Schlemminer Staatsforst.

Freitag, der 19.10. – Theorietag mit Ulrich Klein

Sonnabend, der 20.10. – Exkursionstag

Sonntag, der 21.10. – Pilzbestimmungen und Abschlußexkursion

Soweit das wichtigste in Stichpunkten. Wo liegt Keez? – Keez ist ein Ortsteil der mecklenburgischen Kleinstadt Brüel, im Landkreis Ludwigslust – Parchim. Zwischen Schwerin und Sternberg, direkt an der B 104 gelegen. Von Schwerin kommend, das letzte Grundstück links, nach den Straßenabzweigen nach Keez und Golchen, ca 3 Km vor Brüel. Leider ist hier kein Ortsschild vorhanden. Die Häuser an der Bundesstraße sind die Keezer Schmiede. Die genaue Adresse. 19412 Brüel, Ortsteil Keez, Dorfstraße 1. Bitte nicht in den eigentlichen Ort Keez fahren!

Dieses Schild ist zwar im vorbeifahren leicht zu übersehen, soll aber die richtige Adresse signalisieren. Einer der großen Pilze ist leider beim letzten, schweren Sturm gestürtzt.

Auch der Steinpilz – Aufsteller wies auf unseren Außenstandort hin.

Zur Begrüßung und Einstimmung hatte ich wieder eine Pilzausstellung vorbereitet.

Weit gereiste Gäste aus dem Brandenburgischen haben während der Anfahrt diese Parasole eingesammelt. Sie wurden der Ausstellung beigefügt.

Unsere Teilnehmerin aus Hamburg übereicht Gastgeberin Irena ein Blumenpräsent. Ganz herzlichen Dank dafür! Irena hat wie immer alles im Griff, damit niemand hungern und dursten braucht. Im Hintergrund sehen wir Pilzfreundin Monika aus Wismar.

  • Freitag, der 19.10. – Ab 12.00 Uhr Anreise. 14.00 – 18.00 Uhr Theorieteil durch Powerpoint – Präsentationen unseres Pilzexperten Ulrich Klein. Zwischendurch gab es Kaffee und Kuchen. Abendbrot wurde ebenfalls serviert und im Anschluß stand gemütliches Beisammensein und Festlegung der morgigen Exkursionsgebiete auf dem Programm.

Der Startschuß ist gefallen. Ulrich hat das Wort.

Hier sehen wir ihn in Aktion. Wie immer vermittelte er den Teilnehmern umfängliches Wissen rund um unsere Großpilze und immer werden dabei auch neue Aspekte beleuchtet.

Wie gewohnt überreichte ich Ulrich und Lebensgefärtin Anke ein kleines Dankeschön für ihre Mühen und dem theoretisch vermittelten Pilzwissen.

  • Sonnabend, der 20.10. – 08.00 Uhr Frühstück und gegen 09.00 Uhr Aufbruch zu unseren Exkursion. Ich suchte dafür zunächst den Kreuzgrund mit seinem berühmten Steintanz aus.

Der Steintanz von Boitin. Foto: Ulrich Klein.

Auf einer Informationstafel finden sich ausführliche Erläuterungen zu diesem Bodendenkmal. Foto: Ulrich Klein.

Und noch ein schönes Foto von Ulrich.

Nun aber zu den Pilzen. Der häufige Rotfuß – Röhrling (Xerocomus chrysenteron) zeichnet sich durch eine trockene, filzige und felderig aufgerissene Hutoberfläche, einem meist rötlichen Stiel, grüngelbe Röhren, die auf Druck blauen und säuerlichem Geruch und Geschmack aus. Essbar.

Die Gattung der Schwefelköpfe enthält büschelig wachsende Stubbenpilze, aber auch einzeln auf den verschiedenen Waldböden, Hölzern oder Moosen stehende Arten. Die häufigsten und bekanntesten sind der vorzügliche Graublättrige Schwefelkopf, der ungenießbare Ziegelrote Schwefelkopf und der hier zu sehende, giftige Grünblättrige Schwefelkopf.

Auch der Hallimasch ist eine Blätterpilz – Gattung von verschiedenen Arten. Essbar, aber roh giftig sind sie alle. Hallimasch ist ein Weißsporer, was ihn von anderen Stockschwämmen unterscheidet. Hier sehen wir den Gelbschuppigen Hallimasch (Armillaria lutea).

Interessiert werden die gefundenen Pilze begutachtet.

Die etwas kleineren Grobscholligen Riesenschirmpilze (Macrolepiota konradii) bevorzugen eher das Waldesinnere, währen die großen Riesenschirmpilze meistens an lichten Stellen erscheinen. Hüte essbar.

Steinpilze (Boletus edulis) haben es in diesem extrem trockenen Jahr schwer. Er sollte der einzige an diesem Wochenende bleiben.

Der Hochthronende Schüppling (Pholiota aurivella) findet sich oft hoch oben am Stamm von alten Bäumen, bevorzugt an Rotbuche. Er ähnelt etwas dem Sparrigen Schüppling, dieser hat aber niemals einen schmierigen Hut. Der ebenfalls ähnliche Pinsel – Schüppling bildet große Büschel um Laubbäume b.z.w. Stubben herum und wächst scheinbar aus der Erde heraus. Ungenießbar.

Seine holzgelben Lamellen werden frühzeitig durch die Sporen braun gefärbt.

Stimmungsfoto im Kreuzgrund mit Grünblättrigen Schwefelköpfen (Hypholoma fasciculare). Giftig!

Ein dankbares Fotomotiv nicht nur für mich.

Gerne kann auch ein Büschel für die Bestimmungsarbeit mitgenommen werden.

Während Hallimasch ein Weißsporer ist, Stockschwämmchen braunen Sporenstaub abwerfen, sind die Hüte der weiter unten stehenden Schwefelköpfe von schwarzem Sporenpulver bedeckt.

Eine besonders farbintensive Variante des Rotfüßchen (Xerocomus chrysentheron).

Schnecklinge und Saftlinge gehören zu den Wachsblättlern. Hier sehen wir den Verfärbenden Schneckling (Hygrophorus cossus).Er ähnelt zunächst dem am gleichen Standort unter Rotbuchen vorkommenden und viel häufigeren Elfenbein – Schneckling. Während dieser auch im Alter immer reinweiß bleibt, verfärbt sich die hier gezeigte Art besonders zu den Huträndern im Verlauf orangebräunlich. Essbar, aber wohl wenig schmackhaft.

Dieser Nördliche Zinnoberschwamm (Pycnoporus cinnabarinus) ist eine kaum zu verwechselnde Porlingsart trockener, sonniger Laubwaldstandorte. Besonders an totem Buchen- und Birkenholz.

Bauchpilze bilden ihre Sporen im inneren des Fruchtkörpers aus. Sie werden durch mechanische Reize an die Luft befördert. Deshalb bildet sich am Scheitel dieser Braunen Stäublinge (Lycoperdon umbrinum) eine kleine Öffnung. Treffen jetzt beispielsweise Regentropfen auf den reifen Fruchtkörper, werden die Sporenwolken heraus geschleudert.

Nah Verwandt mit den Bauchpilzen sind die Nestlinge. Hier sehen wir den Gestreiften Teuerling (Cyathus striatus). Die linsenförmigen „Eierchen“ im Nest nennen sich Peridiolen. In ihnen reifen die Sporen.

Das ganze noch einmal etwas näher betrachtet auf diesem Foto von Chris Engelhardt.

Hier sehen wir keine Rißpilze, sondern die großen, fleischigen Hüte des Veilchen – Rötelritterlings (Lepista irina). Die Trockenheit kann die Huthaut derart in Mitleidenschaft ziehen, dass für die jeweilige Art untypische Strukuren entstehen können. Guter Speisepilz.

Zwei sehr ähnliche Sprödblättler, die oft im Buchenwald in unmittelbarer Nachbarschaft wachsen, sind der komplett ungenießbare Gallen – Täubling (Russula fellea), links, und der essbare Zitronen – Täubling (Russula ochroleuca) rechts.

Hier die farblichen Unterschiede beider Arten von oben betrachtet. Beim linken Gallen – Täubling muss der Randbereich nicht immer so aufgehellt sein. Er besitz am gesamten Fruchtkörper einen beige Farb- b.z.w. Unterton.

Ein besonders schönes Fotomotiv bot sich uns mit dieser Gelben Lohblüte (Fuligo septica). Schleimpilze stellen das Bindeglied zwischen dem Tier- und Pilzreich dar. Es sind Einzeller, die sich von organischen Substanzen ernähren, u. a. auch von echten Pilzen.

Es gibt diesen Myxomyceten auch in weiß. Schleimpilze können sich fortbewegen und neue Nahrungsquellen erschließen. Hier kriecht er am Baum hoch.

Weiße Lohblüte (Fuligo candida).

Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabils). Es sind schon etwas ältere Fruchtkörper, so dass die charakteristischen Schüppchen unterhalb der hier auch nur noch als Fragment zu sehenden Ringzone schon etwas schütter geworden sind.

Aus einem Nadelholzstubben wuchsen diese nitrös riechenden Helmlinge heraus. Christoper Engelhard hat sie sich unter dem Mikroskop angeschaut. Es handelt sich demzufolge um den Viersporigen Nitrat – Helmling (Mycena stipata).

Der Staubfüßige Trichterling (Clitocybe metachroa) ist ein häufiger Herbstpilz in der Nadelstreu vieler Wälder. Er gehört in eine Gruppe grauer b.z.w. weißlicher Trichterlinge, die giftig sein können.

Dazu hat uns Christopher Engelhardt diese Dokumentation mit Mikro- und Makromerkmalen zusammengestellt.

Der große, häufige und leicht bestimmbare Dickblättrige Schwarz- oder Kohlentäubling (Russula nigricans) ist in vielen Buchenwäldern zu hause. Der zunächst blasse Pilz verfärbt sich zunehmend schwärzlich. Markant sind auch seine dicklichen, entfernt sterhenden und sehr brüchigen Lamellen. Als Speisepilz minderwertig.

Dieses Ahornblatt ist vom Ahorn – Runzelschorf (Rhytisma acerinum) befallen, auch Teerfleckenkrankheit genannt.

Der Pilzbefall ist für den Baum nicht gefährlich, da die Blätter erst kurz vor ihrem Fall besiedelt werden. Runzelschorfe gehören zu den Schlauchpilzen.

Im Buchenwald fanden wir diese schönen Haarschleierlinge. Es könnte sich um den Fuchsbraunen Schleimkopf oder Gilbenden Fuchs – Seidenkopf (Cortinarius vulpinus) handeln. Zumindest dürfte er im Umfeld dieser Art zu suchen sein.

Der Rosa- oder Morgenrot – Täubling (Russula aurora) ist ein recht großer Vertreter seiner Gattung in Buchenwäldern auf besseren Böden. Der oft lange Stiel ist weißlich und etwas netzflockig Strukturiert. Er ist nicht so hartfleischig wie der ähnliche und am selben Standort vorkommende Zinnober – Täubling. Sein Geschmack ist mild und er kann zumindest ein Mischpilz – Gericht bereichern.

Christopher Engelhardt beim fotografieren eines ganz besonders schönen Blätterpilzes.

Nähmlich des Schwarzflockiger Dachpilzes (Pluteus umbosus).

Nicht nur auf dem Hut ist dieser hübsche Dachpilz netzaderig flockig, auch die Schneiden seiner Lamellen sind mit schwarzen Flocken besetzt. Foto: Chris Engelhardt.

Und auf dieser Foto – Montage hat Chris die Schönheit dieses nicht häufigen Freiblättlers in ganz hervorragender Weise dokumentiert.

Die Grau- oder Nebelkappe (Clitocybe nebularis) ist einer der häufigsten, bekanntesten und umstrittensten Speisepilze des Spätherbstes. Sie wächst in der Humusschicht in großen Gruppen, Halbkreisen oder voll ausgebildeten Hexenringen. Trotz ihres aufdringlichen Geruches gibt es Liebhaber dieses Pilzes, der schon den Rötel – Ritterlingen angehörte, aktuell aber wieder bei den Trichterlingen gelandet ist.

Eine auffällige Pilzgestalt ist der Erdschieber oder Wollige Milchling (Lactarius vellereus). Seine Größe, der wollig – filzige Hut und die weiße, brennend scharf schmeckende Milch kennzeichnen ihn recht gut. Unter Pappeln kann der ähnliche Rosascheckige Milchling zu Verwechlungen Anlaß geben. Sehr ähnlich ist auch der Blaublättrige Täubling, mit bläulichem Schimmer besonders am Stielansatz und in den Lamellen. Er sondert keinen Milchsaft ab.

Dieser große Buchenstubben war in unglaublicherweise von Pilzfruchtkörpern unterschiedlicher Arten besetzt.

Hier sind es Stockschwämmchen und Hallimasch.

Einfach gigantisch, was hier abging.

Das nützt alles nichts, das Überangebot an Hallimasch in Top – Qualität mußte mitgenommen werden. Foto: Chris Engelhardt.

Ein Porling hat großflächig einen alten Baumstumpf überzogen.

Chris hat ihn herausbekommen und dieses schöne Erläuterungsfoto dazu gebastelt.

Schön sind die weiten und etwas eckigen Röhren der Ziegenlippe (Xerocomus subtomentosus) auf diesem Foto zu erkennen. Am Stiel sehen wir keine Rottöne und der Pilz blaut auch nur selten.

Immer wieder werden wir auf unserem Weg zum Steintanz durch interessante Pilzfunde aufgehalten.

Hier handelt es sich um einen Schlauchpilz der Gattung Peziza, nähmlich um den Buchenwald – Becherling (Peziza arvernensis). Ein vom Frühling bis in den Herbst häufiger Großbecherling unserer Buchenwälder und besonders an Wegrändern zu finden.

Dazu noch ein Mikro – Foto von Chris Engelgardt. Gut sind die Sporenschläuche zu erkennen. Einige Sporen befinden sich allerdings außerhalb, dass kann bei der Herstellung des Präparates schon mal passieren.

Die Apothezien können durchaus auch kurz gestielt sein.

Wir bekommen Besuch.

Anke und Ulrich haben sich von Arpshagen aus auf den Weg zu uns gemacht. Natürlich bis zum Waldrand mit dem Auto und dann erst auf Schusters Rappen.

Wir erreichen den Boitiner Steintanz.

Neben Pilze kennen lernen, füllten sich auch einige Körbe allmählich mit leckeren Speisepilzen.

So auch beispielsweise mit dieser schönen Dreier – Gruppe von Maronen – Röhrlingen (Xerocomus badius).

Die in diesem Jahr in besonders großen Mengen wachsenden Falschen Pfifferlinge (Hygrophoropsis aurantiaca) sind zwar unschädlich, brauchen aber als mindertige Pilze bei reichlich Angebot an guten Speisepilzen nicht unbedingt den Sammelkorb und später den Magen belasten. Der Echte Pfifferling, der niemals Orangetöne erkennen läßt, bildet in diesem trockenen Jahr die absolute Außnahme. Es loht nicht auf Pfifferlingspirsch zu gehen!

Der Ziegelrote Schwefelkopf (Hypholoma sublateritium) ist ein minderwertiger bis ungenießbarer Stubbenpilz. Er steht zwischen seinen beiden häufigen Verwandten, dem giftigen Grünblättrigen Schwefelkopf und dem vorzüglichen Graublättrigen Schwefelkopf.

Der hübsche Gelbstielige Dachpilz (Pluteus romelii) ist kein seltener Laubholz – Besiedler. Der warmbraune Hut und der oft deutlich gelb gefärbte Stiel sind gute Erkennungsmerkmale. Auf Schredderholz kann er recht ansehliche Fruchtkörpergrößen an den Tag legen und zahlreich auftauchen. Ohne Speisewert.

Weiße Polsterpilze (Oligoporus ptychogaster) sind häufige Saftporlinge auf Stubben oder Reisig von Fichten oder Kiefern. Von manchen Autoren werden sie in die Nähe der Schleimpilze (Myxomyceten) gestellt, sind aber Basidiomyceten (Ständerpilze). Ständerpilze bilden ihre Sporen auf einem Ständer (Mikroskop) aus und stehen nicht etwa auf dem selben (Stiel).

Der Rote Fliegenpilz (Amanita muscaria) ist das Glückssymbol aus dem Pilzreich schlechthin. Er gehört zu den Wustlingen (Knollenblätterpilzen) und ist bekanntlich giftig!

Leberpilze oder Ochsenzungen (Fistulina hepatica) wachsen am Fuße alter Eichen. Der eigenartige Pilz gehört zu den Porlingen, obwohl er keine klassische Röhrenschicht bildet, sondern die einzelnen Röhren stehen frei, sind also nicht wie üblich in eine Röhren b.z.w. Porenschicht eingebunden.

Seine Konsistenz erinnert an rohes Fleisch oder Leber. Auch sein in der Jugend reichlich austretender Saft trägt dazu bei und weckt Assoziationen zu Blut. So animiert er doch immer wieder einige Pilzfreunde zum Speiseversuch. Allerdings empfiehlt sich vorheriges Wässern um mögliche Gerbstoffe seines Wirtes abzumildern. Dennoch dürfte er ganz sicher keine Delikatesse darstellen.

Da wir nun schon beim Thema essen sind, auch hier ist ein bekannter Porling im „Hühnerfrikasse für Vegetarier“ enthalten, nähmlich der Schwefelporling.

Das Wetter war gut und Irena brachte uns das Mittag hinaus, dass an frischer Waldluft doppelt so gut mundete.

Sie hat an alles gedacht, selbst für Wasser zum Händewaschen.

Und sogar an Kisten dachte sie, damit die teilweise schon gut gefüllten Körbe wieder frei für die zweite Tour werden konnten.

Im Anschluß setzten wir in ein anderes Gebiet um, nähmlich in die Vierburg Waldung bei Bützow. Hier folgten wir dem von Klaus Warning im Auftrag der Stadt vor einigen Jahren angelegten Pilzlehrpfad.

Eine Karte zu Beginn des Wanderweges weißt auf den Pilzlehrpfad hin.

Wir folgten den Wegweisern.

Auf geht`s zur vornehmen Jagd, wie das Pilzsesuchen auch genannt wird.

Chris Engelhardt aus Lübeck auf der Suche nach dem Adlerfarn – Sklerotienkeulchen. Finden konnte er aber nur den Adlerfarn – Fleckenpilz.

Eine Informationstafel vermittelt Pilzwissen.

Flatter – Milchlinge (Lactarius tabidus) gehören zu einer Gruppe bräunlicher, mittelgroßer Milchlinge, bei denen die Baumart, unter denen sie gefunden werden, bei der Bestimmung oft eine wichtige Rolle spielt. Leider beachten viele Pilzsucher nicht die Ökologie des Fundortes. Dieser geringwertige und oft häufige Massenpilz ist in der Regel unter Birken und Fichten anzutreffen.

Der Fliegenpilz (Amanita muscaria) ist genau so wie der Flatter – Milchling  gerne unter Birken und Fichten zu hause. Kann aber auch unter Kiefern und Buchen auftauchen. Hier sehen wir eine orange – Form des Roten Fliegenpilzes. Giftig!

Das Derbe Rotfüßchen (Xerocomus pruinatus) ist besonders unter Buchen ein häufiger Massenpilz. Hier wuchsen sie zahlreich unter Birken. Sie werden auf den Hüten nur selten einmal rissig. Meist überwiegen bräunlich bis weinbräunlich gefärbte Hüte. Bei manchen Kollektionen kann aber auch der weinrote Farbstoff dominieren. Auch völlig rote Exemplare sind möglich und können dann mit dem Blutroten Röhrling verwechselt werden. Essbar.

Hier wuchsen sie auch reichlich im Fichtenforst, gemeinsam mit Maronen – Röhrlingen. Beim Sammeln dieser guten Speisepilze ist darauf zu achten, dass sie nicht vom Goldschimmel befallen sind, der die Pilze giftig macht. Dieser spezielle Schimmelpilz ist nur auf Röhrlinge spezialisiert. Also schon beim Sammeln darauf achten, dass solche Exemplare gar nicht erst in den Korb wandern!

Der Rotbraune Milchling (Lactarius rufus) ist in der Regel im Nadelwald zu hause. Gern unter Fichten, aber auch Kiefern. Außnahmsweise habe ich ihn auch schon im reinen Jungeichenwald und unter Moorbirken gefunden. Sein rotbrauner, fester Frucktkörper mit dem kleinen Buckel in der Mitte und die weiße, brennend scharfe Milch, lassen ihn leicht erkennen. Für herkömmliche Zubereitungsmethoden ungenießbar.

In diesem, etwas trist wirkenden, kürzlich ausgelichteten Fichtenbestand wimmelte es in Nadelstreu und Moos nur so vor Pilzen. Vor allem von Falschen Pfifferlingen, Kahlen Kremplingen, Maronen und Derben Rotfüßchen.

In trockener Nadelstreu sind die Maronen – Röhrlinge (Xerocomus badius) oft recht kompakt und feinsamtig auf der Hutoberfläche.

Wuchsen in trauter Eintracht: Maronen – Röhrlinge, Derbes Rotfüßchen und Rotbrauner Milchling.

Das Löwenfrüchtchen (Leocarpus fragilis) ist ein Schleimpilz der Reisig von Nadelhözern, aber auch Krautstängel besiedeln kann. Er erinnert etwas an Insekten – Eier, ist ansonsten aber kaum zu verwechseln.

Und noch einmal Falsche Pfifferlinge (Hygrophorus aurantiaca). Sie gehören der Gattung der After – Leistlinge an. Im Gegensatz zum echten Pfifferling sehen wir hier statt Leisten echte Blätter oder Lamellen. Paradox ist hingegen, dass er näher mit den Röhrlingen als mit den eigentlichen Blätterpilzen verwandt ist.

An liegendem Eichholz fanden wir ganz frische Fruchtkörper des Zweifarbigen Knorpelporlings (Gloeoporus dichrous).

Zum Abendbrot kehrten wir wieder in Keez ein und wurden sogleich auch zu einem Interview von der Schweriner Volkszeitung erwartet. Im Anschluß wurden die Pilzfunde sortiert und auf Pappteller nach Arten ausgelegt. Nun konnte die Teilnehmer mit Hilfe reichlich vorhandener Fachbücher an die Bestimmungsarbeit gehen. Schließlich stellte ich das vorhandene Material noch ausführlich vor und wies auf die wichtigsten Merkmale und andere Eigenschaften der jeweiligen Arten und Gattungen hin. Auch reichlich Speisepilze mußten noch bis in den Morgen hinein in gemütlicher Runde der Verwertung zugeführt werden.

Irena hatte inzwischen schon festlich für uns eingedeckt.

Und wir kehrten mit inzwischen wieder vollen Körben ein.

Das muss alles noch heute verarbeitet werden.

Aber erstmal abstellen und Abendbrot essen.

Im Anschluß ging es an die Bestimmungsarbeit.

Vieles hatten wir schon im Wald vorgestellt und besprochen. Nun zeigt sich bei der selbsttändigen Bestimmung der Arten, was davon hängen geblieben ist. Selbstverständlich ging ich im Anschluß das ausliegende Material durch und stellte die Fundstücke nochmals ausführlich vor.

Die bestimmten Arten bekamen ein rotes Zettelchen mit dem möglichen Namen.

Einige Schwierigkeiten bei der Bestimmung bereitete den Teilnehmern dieser nicht gerade häufige, maronenähnliche Röhrling. Es handelt sich um den Schwarzblauenden Röhrling (Boletus pulverulentus). Die Marone blaut zwar ebenfalls, aber bei weiten nicht so intensiv wie bei desem Vertreter der Röhrlinge.

Schließlich mußten auch noch die Speisepilze der Verwertung zugeführt werden.

Die Röhrlinge landeten auf dem Trockner.

Die Hallimasch wurden mittel`s Schere enthauptet und in den Kochtopf verbracht.

Voll ist dieser und das sieht schon mal richtig gut aus.

Kurz ins Wasserbad und dann mit etwas Speiseöl zurück in den Topf. Neben Hallimasch sorgen auch einige Violette – Rötelritterlinge und der eine oder andere Röhrling für einen interessanten Farbaspekt. Ohne zusätzliches Wasser  aufgesetzt und gut eine halbe Stunde unter häufigem Umrühren köcheln lassen, abkühlen und später portionsweise in den Gefrierschrank.

  • Sonntag, der 21.10. – Vormittags haben wir weitere Fundauswertungen vorgenommen und anschließend brachen alle zur Abschlußexkursion auf.

Sonnenaufgang in Keez. Der Tag scheint schön zu werden und er hielt sein Versprechen auch bis zum Abend.

Bereits beim Öffnen der Autotür hatten diese Hallimasch verspielt.

Fast genau an der Stelle, wo wir Ende September unseren monströsen Riesenporling als Blickfang für die Großpilzausstellung ernteten, wuchs ein neues, weniger großes Exemplar. Riesenporling (Meripilus giganteus).

Gleich daneben mehrere große Büschel des Honiggelben Hallimasch (Armillaria mellea).

Und los geht es. Zum Abschluß hatte ich das Klaasbachtal bei Neukloster ausgesucht.

Unter Randfichten wuchsen diese Milchlinge. Ihr roter Milchsaft und das grünen der Fruchtkörper sowie sein Wirtsbaum lassen kaum eine Verwechslung zu. Es handelt sich um den Fichten – Reizker (Lactarius deterrimus). Er gehört der Gruppe der essbaren Edel – Reizker an.

Durch das frisch gefallene Buchenlaub schiebt sich ein Pantherpilz (Amanita pantherina) empor. Zwei wichtige Merkmale dieses gefährlichen Giftpilzes sind hier zu erkennen. Die weißen, flockigen Hüllreste und der geriefte Hutrand! Auch können die Tiere des Waldes giftige Pilze ohne weiteres anknabbern, ohne für sie negative Folgen!

Die weißen Lamellen des Pantherpilzes stehen frei, die oft dürftige Manschette ist oberseits ungerieft und die Stielknolle besitzt einen ringartigen Wulst. Das Fleisch bleibt immer weiß.

Der essbare Graue Wulstling (Amanita excelsa), links, und der giftige Pantherpilz (Amanita pantherina), rechts, haben unterschiedlich gefärbte Hüllreste (grau/weiß) auf dem Hut. Diese können aber bei Regenwetter abgespült werden.

Beim Pantherpilz sehen wir weiße Farben am Stiel und beim Grauen Wulsling überwiegen Grautöne. Die Manschette des essbaren Wulstlings ist oberseits gerieft (hier nur ansatzweise zu sehen) und die Stielbasis besitzt eine enfache, ungerandete Knolle.

Der Tonblasse Dickfuß (Cortinarius turgidus) liebt, wie viele Haarschleierlinge, offensichtlich basischen Untergrund mit Laubbäumen, insbesondere Buche, und gilt in Deutschland als selten. In Mecklenburg scheint er mir hingegen nicht die große Rarität zu sein, es gibt aber weite Landstriche in Deutschland, wo er noch nicht nachgewiesen wurde. Insbesondere in den sandigen Regionen Nord- und Mitteldeutschlands. Kein Speisepilz.

Dafür stellt in diesem Jahr der weit verbreitete und häufige Echte Pfifferling (Cantharellus cibarius) eine Seltenheit dar. Er liebt feuchte, verregnete Sommer und kann sich bei Dauer – Dürre nicht entwickeln.

Der Harte Zinnobertäubling (Russula rosacea) ist einer der farbenfrohesten und markantesten Pilzgestalten unserer besseren Buchenwälder. Sein typisches, oft wie bereift wirkendes Zinnoberrot kann auch stark entfärben und zu gelblichweiß ausblassen. Man erkennt ihn aber immer an seinem pochharten Fleisch. Er ist also hart und fest wie kein anderer Täubling. Die Risse auf dem Hut sind der trockenen Witterung geschuldet. Geringwertig.

Oft ist sein Stiel auch intensiv zinnoberrot überlaufen. Hier ist er nur zart angehaucht.

Stark herangezoomt können wir hier Erlen – Schillerporlinge (Inonotus radiatus) erkennen, die sich dachziegelartig am Stamm einer Erle anordnen.

Unterhalb des Baumes jede Menge Hallimasch, nach oben zu viele Konsolen des Strahligen Schillerporlings, wie der Erlen – Schillerporling auch genannt wird.

Der Scharfblättrige Täubling (Russula acrifolia) gehört in die Gruppe der schwärzenden Täublinge (Kohlentäublinge). Er ist ungenießbar, wie schon seine Name vermuten läßt.

Dieser Flache Lackporling (Ganoderma lipsiense) hat die Umgebung mit seinem zimtbraunen Sporenpulver bestreut.

Bei diesen Buchen – Klumpfüßen (Cortinarius amoenolens) ist gut zu sehen, wie sich die ebenfalls braunen Sporen in die Reste des ehemals zwischen Hutrand und Stiel gespannten Haarschleiers verfangen haben.

Hier noch ein etwas jüngeres Exemplar der selben Art. Teile des Haarschleiers sind noch mit dem Hutrand verbunden. Obwohl die Lamellen noch blau gefärbt sind, haben sie schon reichlich Sporenpulver auf die Schleierreste fallen lassen.

Junge Buchen – Schleimrüblinge (Oudemansiella mucida) wachsen aus der Bruchstelle einer gestürtzten Rotbuche heraus. Eine markante, unverwechselbare Pilzgestalt luftfeuchter Laubwald – Standorte.

Sohn Jonas hat mitgedacht. Bald ist wieder Advents – Basteln angesagt und dafür ist dieser kapitale Rotrandige Baumschwamm (Fomitopsis pinicola) bestens geeignet.

Zu den Ockersporern unter den Täublingen zählen die Leder – Täublinge. Hier sehen wir den in Buchenwäldern auf besseren Böden nicht seltenen Rotstieligen Leder – Täubling (Russula olivacea). Durch den rötlich angehauchten Stiel, besonders nach oben zu, läßt er sich leicht vom am selben Standort vorkommenden Weißstieligen Leder – Täubling unterscheiden. Leder – Täublinge gehören zu den besten Speisepilzen unter den Täublingen, können aber gelegentlich auch Unverträglichkeiten hervorrufen.

Umgestürtzte Bäume dürfen hier zum Glück auch liegen bleiben und bieten  vielen Arten einen neuen Lebensraum, nicht zuletzt auch zahlreichen Pilzen.

Zur Gruppe der Weißtäublinge gehört der Blaublättrige Täubling (Russula delica). Der große Sprödblättler wird auch Erdschieber genannt und kann mit dem gleichnamigen Wolligen Milchling verwechselt werden. Dieser würde aber scharf schmeckenden, weißen Milchsaft absondern, während dieser Täubling eher mit seinen bläulichen Reflexen am Stielansatz und in den Lamellen auffält. Als Speisepilz geringwertig.

Der Tauben – Täubling (Russula grisea) wächst in Laubwäldern und Parkanlagen auf neutralen bis kalkhaltigen Böden. Er ähnelt sehr dem Frauen – Täubling, hat aber gemeinsam mit weiteren blauvioletten Täublingen, wie dem Papagei – Täubling und dem Blaugrauen Wolken – Täubling, splitternde Lamellen. Außerdem ist sein Stiel öfters bläulich überlaufen und er ist gegenüber den beiden letztgenannten Arten etwas festfleischiger. Essbar.

Der Weinrötliche Zwerg – Champignon (Agaricus semotus) ist mit seinen bis zu 4 cm breiten, dünnfleischigen, im Zentrum oft weinrötlichen Hüten ein kleiner Pilz, der gern längst der Waldwege anzutreffen ist. Bevorzugt bei Nadelbäumen. Auf Druck gilbt er stark und sondert einen sehr intensiven Anis – Duft ab. Guter, aber wenig lohnender Speisepilz.

Von Juli bis Oktober, vorwiegend in Buchenwäldern, auf nährstoffreichen Böden und hier Truppweise wächst der Rotgegürtelte Milchling (Lactarius rubrocinctus). Der Pilz ist recht selten und erreicht aufgrund unserer langjährigen Kartierungsarbeit in Mecklenburg seinen Norddeutschen Verbreitungsschwerpunkt. In den Sandergebieten fehlt er und wird erst ab der Mittelgebirgsschwelle nach Süden hin wieder etwas häufiger. Seine weißliche Milch schmeckt zunächst mild, dann bitter und schließlich brennend scharf, daher ungenießbar. Typisch ist der rotbraune Gürtel zur Stielpitze hin.

Ein riesiges Büschel von Stubbenpilzen und sofort ist alles klar, um welche Art b.z.w. Gattung es sich handelt. Viele Hüte sind von weißem Sporenpulver bedeckt, dass kann nur Hallimasch sein. In diesem Fall ist es Honiggelber Hallimasch (Armillaria mellea).

Die Hüte sind nur mit wenigen Schüppchen bedeckt und der Ring ist beim Honiggelben Hallimasch sehr deutlich und lange häutig abstehend. Die Stiele sind lang und kommen büschelig aus einem gemeinsamen Strunk. Oft sogar wurzelnd.

Der Igelstäubling (Lycoperdon echinatum) ist eine kaum zu verwechselnde Art der Bauchpilze. Im Alter können seine Stacheln allerdings ausfallen und er steht dann mit Glatze dar. Warum soll es den Pilzen anders ergehen wie den Menschen. Jung essbar.

Noch merkwürdiger verhält es sich mit den hier fotografierten Stäubenden Zwitterlingen (Asterophora lycoperdoides). Sie befallen absterbende Schwarztäublinge und entwickeln ihre Fruchtkörper auf deren Hüten. Zwitterlinge bilden keine herkömmlichen Sporen aus, sondern Konidien. Diese Konidien nennen sich bei Pilzen Mitosporen und sind ungeschlechtlich.

Fast meterlang erstreckt sich hier eine Fläche von Gallertfleischigen Fältlingen (Merulius tremellosus) auf einem liegenden Buchenstamm. Mit seiner faltigen Unterseite, der behaarten Oberfläche und seiner gallertartigen Konsistenz ist dieser Fältlingsverwandte kaum zu verwechseln. Die Haupterscheinungszeit ist der Herbst.

Eine Schönheit, nicht nur von oben betrachtet, stellt der elegante Wollstiel – Schirmling (Lepiota clypeolaria) dar. Er gehört zu den echten Schirmpilzen, die im Vergleich zu den bekannten Riesenschirmlingen meist viel kleinere Fruchtkörper ausbilden.

Typisch ist der wollig gestiefelte Stiel unterhalb einer angedeuteten Ringzone. Sehr ähnlich kann der Gelbgestiefelte Schirmling aussehen. Ungenießbar. Zu den echten Schirmpilzen gehören auch gefährlich giftige Arten!

Ein klassischer Spätherbstpilz längst der Waldwege ist der hochbeinige Kaffeebraune Schein- oder Gabeltrichterling (Pseudoclitocybe syathiformis). Essbar.

Hier sehen wir drei markante Vertreter von den Täublingen. Links den am Rande gerieften Mandel – Täubling (Russula laurocerasi), aus der Gruppe der ungenießbaren Stink – Täublinge. Gut zu erkennen an seinem angenehmen Mandelgeruch. In der Mitte der köstlich nussartig schmeckende Fleischrote Speise – Täubling (Russula vesca). Typisch ist die vom Hutrand etwas bis deutlich zurückgezogene, fleischrötliche Huthaut. Er gehört zu unseren besten Speisepilzen. Rechts der ebenfalls essbare Rotstielige Leder – Täubling (Russula olivacea) – siehe weiter oben.

Und diese schönen, jungen Honiggelben Hallimasch mußten natürlich noch mit für zu hause, denn nun endete unser Pilzwochenende am Waldhotel bei Neukloster.

Auch hier hatte es nochmal gelohnt. Die beiden Körbe sind voll mit Hallimasch. Es sind gleich drei verschiedene Arten dieser Speisepilz – Gattung.

Zum Abschied hatte Irena noch für alle einen Imbiss und ein kleines Abschiedsgeschenk parat.

Es handelt sich bei unseren Pilzwochenenden in Mecklenburg nicht um  hochwissenschaftliche Mykologen – Seminare, sondern alles dreht sich um   Pilzkunde für Jedermann, der seinen Horizont erweitern möchte. Das es dabei weit über Steinpilz, Pfifferling, Champignon und Co. hinaus geht, versteht sich von selbst.

Anmeldungen zu weiteren Seminaren (Siehe unter „Termine“) können entweder schriftlich oder per E- Mail unter folgenden Adressen: Steinpilz-Wismar, ABC Straße 21, 23966 Wismar oder E- Mail: steinpilz.wismar@t-online.de erfolgen.

Unser Teilnehmerfoto entstand zum Abschluß unseres Exkursionstages am Abend des 20. Oktober 2018 am Rande der Vierburg Waldung bei Bützow. Leider sind die hinten stehenden Pilzfreunde etwas abgeschattet, wofür ich um Entschuldigung bitten möchte. Foto: Chris Engelhadt.

Der Steinpilz – Wismar, mit seiner Außenstelle in der Keezer Schmiede, freut sich auf das Jahr 2019, in dem wir wieder zu zwei „Pilzwochenenden in Mecklenburg“ einladen möchten!

14. Oktober 2018 – Tagesausflug der Pilzfreunde

Tagesausflug der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Es geht in die Lüneburger Heide

Achtung! Wegen der extremen Trockenheit und des daraus resultierenden Totalausfalls der Pilzflora in der Heide, haben wir uns entschloßen, unseren Ausflug abzusagen.

Die Heideblüte wird Mitte Oktober sicher vorbei sein, aber dass soll uns nicht davon abhalten, hier heute auf Pilzpirsch zu gehen. Hier sehen wir allerdings nicht die Lüneburger, sondern die Ueckermünder Heide im September 2017.

Treff am Sonntag, dem 14. Oktober 2018, um 08.00 Uhr auf dem schmalen Parkplatz vor dem Zeughaus in Wismar, Ulmenstraße. Es können je nach Möglichkeit auch Fahrgemeinschaften gebildet werden.

Als unser Pilzfreund Dr. Jochen Sperber im vergangenen Jahr von Wismar nach Embsen in die Elbtalauen b.z.w. Lüneburger Heide, zwischen Hitzacker und Lüneburg zog, war klar, wir werden uns hier im Verlauf auch einmal zu einem Tagesausflug treffen und die Wälder dort unsicher machen. Anfang des Jahres konkretisierten wir dieses Vorhaben und einigten uns auf den heutigen Termin. Jochen schreibt dazu folgendes (Auszüge):

„Ich stelle mir vor, dass es sich um einen Tagesausflug handelt. Die Anfahrt dauert etwa 1 1/2 Stunden. Eine Unterbrechung kann an der Abzweigung nach Dömitz, kurz vor der Dömitzer Brücke, sein. Hier könnten wir uns gegen 10.00 Uhr treffen. Ich würde mit euch dann in den Wald bei Splietau gehen.“

Nach 2 stündiger Exkursion ist Mittagspause in einem Restaurant in Hitzacker angesagt. Wenn Bedarf besteht, können wir uns auch das Städtchen Hitzacker anschauen. Danach geht es zur Abschiedsexkursion in ein Waldgebiet bei Seerau. Es sind von Hitzacker nur 5 Minuten zu fahren. Es handelt sich um ein großes Waldareal. Das Gebiet ist, wie für die Elbdünen typisch, etwas wellig. Von dort aus geht es am späten Nachmittag wieder in Richtung Heimat. Soweit die Planung.

Hoffen wir auf gutes Wetter und viele Pilze.


13. Oktober 2018 – Öffentliche Pilzwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Durch den Wald bei Dümmerhütte

Dieser Baum hat im wahrsten Sinne des Wortes Fußpilz. Er ist von unzähligen Fruchtkörpern des Honiggelben Hallimasch (Armillaria mellea) umzingelt. Hallimasch ist der einzige Stockschwamm, der weißes Sporenpulver abwirft. Es sind also nicht Rauhreif oder Schnee, sondern Sporen, die den weißen Belag auf den Hüten hier bilden. Guter Speisepilz, roh aber giftig!

Inzwischen befinden wir uns im Vollherst und der Wachstumsaspekt der Großpilze tendiert jetzt immer mehr zu Holz- und Streubewohnern. Der Spätherbst schleicht sich also heran. Die Mykorrhizapilze sind zwar weiterhin zahlreich vertreten, werden in den nächsten Wochen aber immer seltener. Um diese Zeit sollte allerdings von allem noch reichlich vertreten sein.

Warum ist gerade der Herbst und Spätherbst so reich an saprophytischen, Streu liebenden Pilzarten? Ganz einfach. Insbesondere die Laubbäume werfen jetzt ihre Blätter ab, die Laubstreu. Viele Pflanzen und Gräser verwelken. Diese ausgedienten Planzenreste müssen schließlich irgendwann verschwinden, damit der Wald nicht an seinem eigenen „Abfall“ erstickt. Daran sind maßgelblich Pilze beteiligt. Sie schieben jetzt verstärkt ihre Fruchtkörper aus der Rohhumusauflage des letzten Jahres heraus und bestreuen dadurch gleich das frisch gefallene Laub mit ihren Sporen. Bis zum nächsten Herbst breitet sich das Mycel, der eigentliche Pilz, in der Laubstreu neuerlich aus und das ganze Spiel beginnt von vorne. Der Kreis schließt sich. Ein Hauptgrund, warum es besonders im Herbst so viele Pilze gibt.

 In diesem Jahr ist es allerdings ganz anders. Nur regional gab es seit September reichlich Frischpilze. In vielen Regionen ist nicht viel los und in den Sandergebieten im Süden Mecklenburgs wächst so gut wie garnichts. Unser Waldgebiet befindet sich dazwischen. Es gab Pilze, aber die beliebten Röhrlinge haben derzeit Sendepause. Dafür kann Hallimsch die Körbe füllen. Hier ein kleiner Rückblick von heute:

Aufbruch bei sonnigem Oktober – Wetter.

Goldener Oktober vom feinsten.

Der Grünblättrige Schwefelkopf (Hypholoma fasciculare) produziert schwarzes Sporenpulver. Daher können die Lamellen bei älteren Fruchtkörpern auch nicht mehr grünlich, sondern grauschwärzlich aussehen. Jetzt besteht hohe Verwechslungsgefahr mit dem leckeren Graublättrigen Schwefelkopf. Dieser besitzt aber weißliche und keine schwefelgelben Stiele. Im Zweifel kosten. Der giftige schmeckt sehr bitter!

Dafür kann der ungenießbare Ziegelrote Schwefelkopf (Hypholoma sublateritium) mit grünlichen Lamellen daher kommen.

Der Gemeine Wurzel – Rübling kann eine bis zu einem halben Meter lange Pfahlwurzel besitzen und ist damit kaum zu verwechseln. Essbar, aber minderwertig.

Täublinge und Milchlinge sind nah miteinander verwandt und gehören zu den Sprödblättlern. Schmecken die Lamellen bei einer Kostprobe unangenehm bis brennend scharf (auch die Milch), so gelten sie als ungenießbar. Mild schmeckende Pilze dürften gegessen werden. Hier sehen wir oben denn essbaren Süßlichen – Buchenmilchling (Lactarius subdulcis) und den ungenießbaren, sehr scharfen und bitteren Gallen – Täubling (Russula fellea).

Der Kahle Krempling (Paxillus involutus) bekommt auf Berührung braune Flecken. Deshalb wird er auch Empfindlicher Krempling genannt. Roh stark giftig, gekocht kann er schwere, allergische Reaktionen auslösen.

Hier und da lehrreiche Schautafeln entlang des Wanderweges, sogar mit Quiz.

Gern längst der Waldwege, aber nicht sehr häufig, findet sich der Blutblättrige Zwergschirmling (Melanophyllum haematospermum). Von oben unscheinbar grau, bilden die Lamellen einen überraschenden und schönen Farbaspekt, der immer wieder erstaunen auslöst, nimmt man den Pilz das erste mal auf. Ungenießbar.

Weil er so schön ist, nochmal etwas näher in der Betrachtung.

Zwei Helmlingsarten: Oben der Buntstielige Helmling (Mycena inclinata) und unten der Rillstielige Helmling (Mycena polygramma). Ungenießbar.

Mit der heutigen Wanderung haben wir auch mykologische Geschichte geschrieben. Noch nie wurde dieser Pilz in Mecklenburg – Vorpommern gefunden b.z.w. belegt. Es handelt sich um den Fuchsroten- oder Runzeligen Zähling (Lentinellus vulpinus). Natürlich kein Speisepilz!

Ein filigraner Scheibchen – Tintling (Coprinus spec.).

Der eigentlich pochharte Zinnobertäubling (Russula rosacea) war in diesem Fall allerdings butterweich, durch starken Madenbefall. Der Buchenwald – Pilz ist wenig schmackhaft.

Sein Stiel ist keineswegs immer weiß, sondern häufig auch mehr oder weniger zinnoberrot überlaufen.

Wie im Bilderbuch stand dieser schöne Schlanke Riesenschirmling (Macrolepiota gracilenta) vor uns, mitten auf dem Waldweg. Er darf natürlich zum essen mitgenommen werden.

Sehr dekorativ sehen diese Stummelfüßchen (Crepidotus spec.) an Laubholz – Ästchen aus. Zum Essen zu klein, genaue Bestimmung im Feld ohne Mikroskop nicht möglich.

Eine imposante Gestalt ist der größte aller Weichritterlinge, der Rillstielige Weichritterling (Melanoleuca grammopodia). Essbar, soll aber wenig schmackhaft sein.

Das Weißstielige Stockschwämmchen nennt sich auch Wässriger Mürbling (Psathyrella hydrophila). Oft in großen Büscheln an Laubholz – Stubben. Der essbare Pilz steht dem echten Stockschwämmchen an Speisewert deutlich nach.

Der Korb füllt sich allmählich. Allerdings müssen die Stiele des Hallimsch noch entfernt werden, denn sie sind recht zäh und strohig.

Hallimasch (Armillaria spec.) ist eine vielgestaltige Pilzgattung. Hier sind es ganz junge Pilze mit weißlichen Schüppchen auf den Hüten.

Dieser Hallimasch ist gelb beschuppt.

Hier sehen wir den Dunklen Hallimasch (Armillaria ostoyae), mit dunkelbräunlichen Schüppchen. Er wächst vorwiegend an Nadelholz.

Ein Schmuck unserer Wälder ist der Orangebecherling (Aleuria aurantia). Der Pilz ist zwar essbar, aber für solch banale Dinge viel zu schön und außerdem ist er unergiebig.

Es wird Zeit, dass wir dem Ende zu wandern, denn allmählich wird es uns zu warm. Mit bis zu 28 Grad im Schatten wurde es einer der wärmsten Oktobertage in Norddeutschland seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Fast schon eine Bullenhitze!

Am Ende war doch der eine oder andere Korb ganz gut gefüllt.

Für unser Erinnerungsfoto bot sich ein Rastplatz für Wanderer mit Bank an. Alle sind gut gelaunt und ich finde es war eine sehr Tour schöne Wanderung bei bestem Spätsommerwetter. 13.Oktober 2018 im Wald bei Dümmerhütte.

Wann startet die nächste Wanderung? – Siehe unter Termine!

06. – 07. Oktober 2018 – Tage der Pilze in Rehna

19. Tage der Pilze in Rehna

Pilzverein Heinrich Sternberg e.V.

Die Kreuzgänge der historischen Klosteranlage sind immer wieder im Herbst Schauplatz einer der größten Pilzausstellungen im Norddeutschen Raum.

Aufgrund der Trockenheit müssen die Tage der Pilze in diesem Jahr leider abgesagt werden!

Angedacht ist ein Tag der Pilze zu einem späteren Zeitpunkt. Der Termin steht allerdings noch nicht fest. Die Mitglieder des einzigen Pilzvereins Mecklenburg – Vorpommerns bitten um Verständnis!

Dann werden sicher nicht nur Steinpilze und Maronen, sondern auch viele weitere Großpilzarten entsprechend ausgeschildert päsentiert werden.

Außer zahlreichen Sponsoren aus Rehna und Umgebung wird diese Veranstaltung auch vom „Steinpilz-Wismar“ tatkräftig unterstützt.

28.09. – 01.10.2018 – Großpilzausstellung in Wismar

26. Großpilzausstellung in Wismar

Im Mykologischen Informationszentrum ABC Straße 21

Trotz eher geringem Pilzaufkommens durch die monatelange Trockenheit ist es uns gelungen eine sehr sehenswerte und voll ausgefüllte Ausstellung zu präsentieren. 30.09.2018.

Die Öffnungszeiten

Freitag, der 28.09. von 14.00 – 18.00 Uhr

Sonnabend, der 29.09. von 10.00 – 18.00 Uhr

Sonntag, der 30.09. von 10.00 – 18.00 Uhr

Montag, der 01.10. von 09.00 – 18.00 Uhr – dieser Tag ist besonders auch interessierten Schulklassen vorbehalten.

Wie jedes Jahr zur besten Pilzzeit luden die Pilzfreunde der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V. wieder zur großen Pilzschau in die ABC Straße 21, in den „Steinpilz – Wismar“ ein.

Zunächst waren wir an den Vortagen in Wald und Flur unterwegs, um reichlich Frischpilz – Material zu besorgen.

Mit Grünblättrigen Schwefelköpfen (Hypholoma fasciculare) konnten wir uns reichlich eindecken. Giftig!

Der Bittermandel – Rißpilz (Inocybe hirtella) ist recht leicht an seinem Geruch zu erkennen. Giftig! Er wuchs im Züsower Forst.

Der Gallertfleischige Fältling (Merulius tremellosus) ist ein häufiger Herbstpilz auf altem Buchenholz. Standortfoto im Züsower Forst. Ungenießbar.

Das Weißstielige Stockschwämmchen (Psathyrella hydrophila) ist ein Mürbling und wächst oft in großen Büscheln an Laubholz. Essbar, aber erreicht das Stockschwämmchen nicht an Wohlgeschmack. Standortfoto im Züsower Forst.

Der Erlengrübling (Gyrodon lividus) ist ein essbarer Röhrling, der nicht selten in großen Trupps in und am Rande von Erlenbrüchen wächst. Immer im August oder September!. Standortfoto im Züsower Forst.

Komplett ungenießbar durch seine beißende Schärfe ist der Wechselfarbige Spei – Täubling (Russula fragilis). Standortfoto im Züsower Forst.

Ein Moorbirkenpilz (Leccinum holopus) im Moor des Züsower Forstes. Essbar. Ganz in der Nähe wuchs auch ein weißhütiges Exemplar.

Giftige Dickschalige Kartoffel – Hartboviste (Scleroderma citrinum) gab es reichlich im Züsower Moor. Diese fand ich besonders fotogen.

Über eine größere Gruppe von ungenießbaren Birken – Reizkern (Lactarius torminosus) habe ich mich riesig gefreut. Ist der Pilz doch nicht häufig und außerdem noch sehr schön. Er gehört zu meinen persöhnlichen Lieblingen aus dem Pilzreich. Standortfoto bei Perniek.

Dieses gewaltige Prachtstück von Riesenporling (Meripilus giganteus) stand direkt am Wegesrand beim Waldhotel Neukloster. Unsere Pilzfreunde Thomas, Peter und Hans – Jürgen besorgten sich einen Spaten, luden das gut 30 Kg schwere Teil auf ein Holzbrett und transportierten es per Auto nach Wismar.

Direkt daneben, in einem Gebüsch, wachsen schon seit vielen Jahren standortstreu diese seltenen Rotstieligen Rüblinge (Collybia marasmioides). Ungenießbar.

Ein ganz herzliches Dankeschön an unsere Pilzfreunde Thomas Harm, Helga Köster, Hans – Jürgen Willsch und Peter Kofahl für ihren Einsatz zur Besorgung der Ausstellungsexponate. An dieser Stelle, gleich daneben, wuchs der imposante Riesenporling.

Während sich die Pilzfreunde um den Abtransport des Riesenporlings kümmerten, brach ich noch zu einer Tour durch das wildromantische Klaasbachtal auf. Eine vom Sturm geworfene Buche war überzogen von frischen Knotigen Schillerporlingen (Inonotus nodulosus).

Das Klaasbachtal ist bekannt für seine vielseitige und außergewöhnliche Pilzflora und somit ein muss bei der Vorbereitung von großen Ausstellungen. Hier sehen wir Niedergedrückte Rötlinge (Entoloma nidorosum). Giftig!

Zu den weniger häufigen Milchlingen in unserer Region zählt der Rotgegürtelte Milchling (Lactarius rubrocinctus). Er lief im Klaasbachtal zum Massenwachstum auf und ich nahm eine ansehliche Kollektion mit. Ungenießbar.

Diese prachtvollen Buchen – Klumpfüße (Cortinarius amoenolens) erfreuten mich auf das äußerste. Tolle Pilze im Klaasbachtal.

Auch diese jungen Sparrigen Schüpplinge (Pholiota squarrosa), die häufig mit dem Hallimasch verwechselt werden, sind eine Augenweide. Essbar, aber minderwertig.

Am zweiten Exkursionstag fuhr ich gemeinsam mit Thomas und Peter einige Wälder ganz im Westen bei Lübeck und in der Schalseeregion an. Bei der Ankunft im Heidenholz und bei der Öffnung der Autotür trat ich beinahe auf diesen schönen Gelbstieligen Dachpilz (Pluteus romellii).

Das Heidenholz erfreute uns mit zahlreichen Ästigen Stachelbärten (Hericium clathroides), so dass wir einen weiteren Hingucker für unsere Ausstellung einsammeln konnten.

In der Palinger Heide freute ich mich über diese Leberbraunen Milchlinge (Lactarius hepaticus).

Auch schöne, frische Maronen – Röhrlinge (Xerocomus badius) erfreuten uns, denn es gab sogar genügend für ein Abendbrot von ihnen.

Junge Buchen – Schleimrüblinge (Oudemannsiella mucida) im Woitendorfer Wald. Ansonsten entäuschte uns dieses zu dieser Jahreszeit eigentlich artenreiche Waldgebiet sehr.

Voll entwickelte Exemplare der selben Art.

Dekorative Zunderschwämme (Fomes fomentarius) im Staatsforst Rehna.

Süßriechende Rettich – Fälblinge (Hebeloma sacchariolens) im inzwischen wieder trocken gefallenen Roggendorfer Moor.

Freude auch über diese giftigen Gefeckten Rißpilze (Inocybe maculata) am aufgeschütteten Wegesrand des Roggendorfer Moores unter Eichen. Jede Art zählt!

Auch diese dicht büschellig auf Eichen – Stubben wachsenden Gefleckten Helmlinge (Mycena maculata) fehlten uns noch in der Sammlung. Gefunden und fotografiert im Lübschen Forst Ritzerau.

Die Pilzfunde wurden in mehreren Kühlschränken eingelagert und ab Donnerstag begann der Aufbau der Ausstellung. Sie wurde ständig erneuert, so dass sie auch am Montag noch sehenswert war.

Zusammen mit Ulrich Klein begann am Donnerstag der Aufbau der Pilzschau. Zunächst gelangten unsere Blickfänge in`s Zentrum des Geschehens, um dass sich alles andere gesellte.

Ästige Stachelbärte werden von vielen auf den ersten Blick für Krause Glucken gehalten.

Der Riesenporling vom Waldhotel ist wirklich gewaltig. Er ist der Star unserer diesjährigen Pilzausstellung.

Ulrich bereitet seine Kamera für einige Video – Sequenzen vor.

Lebensgefährtin Anke entdeckte inzwischen im Lenorenwald diese schönen Farbtupfer für uns und brachte sie auch umgehend mit. Orangebecherlinge (Aleuria aurantia).

Wir fertigten davon umgehend ein Präparat für unser neues Schülermikroskop mit Bildschirm an. So konnte jeder im Display Zellstrukturen und Sporen – Schläuche dieses hübschen Ascomyceten bewundern. Das Mikroskop haben wir durch eine Förderung der Ehrenamtsstiftung MV für unser Schülerprojekt am 01.10. finanziert bekommen.

Der Pilzberater aus Hamburg/Mölln, Alexander Glomb, klärt einen wissenbegierigen Pilzfreund über die Unterschiede zwischen dem Butterpilz und dem Ringlosen Butterpilz auf. Ich danke Alex ganz herzlich für seine Mitbringsel und auch für die Zeit, die er für uns opferte!

Die große Moosfläche in der Mitte mit den imposantetes Ausstellungstücken ist bereits gut ausgelastet.

Ein Bündel Hochthronende Schüpplinge (Pholiota aurivella) wie eine Deckenlampe im Wohnzimmer. Die Pilze wuchsen unterhalb eines erhöht liegenden Baumstammes. Stiele also oben, Hüte unten. Ein schöner Fund von Alexander Glomb.

Noch einmal die Mittelfläche.

Ein Pilzfreund im Gespräch mit einer älteren Dame, die es seit vielen Jahren nicht versäumt hat, sich unsere Ausstellung anzuschauen. Wir hoffen im nächsten Jahr auf ein Wiedersehen.

Die verwechselbaren Reizker zum Vergleich.

Die Röhrlingsecke.

Der obligatorische Pilzimbiss mußte allerdings in diesem Jahr entfallen. Wir boten jedoch frische Waffeln, Kaffee und Tee an.

Die aktiven Pilzfreunde trafen sich am Freitag gegen 14.00 Uhr in der ABC Straße 21, um bei einer gemütlichen Kaffeetafel zusammen zu sitzen.

Dieses Team sicherte den laufenden Ausstellungs – Betrieb ab. Ganz herlichen Dank für euren Einsatz!!!

Frische Waffeln erfreuen sich wieder großer Beliebtheit.

Während der gesamten Ausstellung konnten Pilzsucher ihre gesammelten Werke  prüfen lassen.

Und von diesem Angebot wurde auch Gebrauch gemacht. Pilzkontrolle ist hier gewünscht und das sieht doch ganz gut aus!

Der Eintritt zur Austtellung betrug 2.00 € pro Person.

Wer kennt die Pilze unserer Heimat?

Schülerprojekt am 01. Oktober

Mit Unterstützung der Ehrenamtsstiftung Mecklenburg – Vorpommerns fand am Montag, dem 01. Oktober 2018, ein Pojektag für Schüler im Zuge unserer Großpilzausstellung statt. Drei Klassen wurden im Wechsel durch die Ausstellung geführt. Dabei wurde viel wissenswertes zum Thema Großpilze und ihrer Bedeutung im Haushalt der Natur den Schülern näher gebracht. Diesbezüglich gab es auch ein Pilz – Quizz, in dem das vermittelte Wissen nochmal abgefragt wurde. Die Besten konnten einen Preis gewinnen, u. a. tolle Pilz – Bestimmungsbücher.

Volles Haus in unserem Info – Zentrum. Die 4. Klässler sind begeistert!

Und nun das Pilz – Quizz!

Die Gewinner können sich einen Preis aussuchen.

Frau Montag wird sich freuen. Tintlinge stehen hoch im Kurs!

Und für die allerbesten ein gutes Pilzbuch! Jetzt kann es los gehen, aber im Zweifel lieber noch zur Pilzberatung!

Die Preise.

Wir Danken den Wismarer Buchhandlungen Inge Peplau und Hugendubel für die gesponserten Bücher und natürlich auch dem Tintlings – Verlag von Frau Karin Montag aus dem Saarland!

23. September 2018 – Im Lübschen Forst Ritzerau

Pilztag im Lübschen Forst Ritzerau

Naturkundliche Pilzexkursion des BUND

Der Lübsche Forst Ritzerau am Herbstanfang 2018.

Treff war am Sonntag, dem 23. September 2018, um 10.00 Uhr am Forsthof in Ritzerau (Alte Köhlerhütte) in Schleswig – Holstein.

Organisiert wird diese Veranstaltung seit vielen Jahren von der Ortsgruppe des BUND im Kreis Herzogtum Lauenburg. Nach einführenden Worten der Organisatoren und der anwesenden Pilzsachverständigen werden mehrere Guppen gebildet, die jeweils mit einem Pilzberater einen anderen Bereich des Waldgebietes durchstreifen und viel wissenswertes über die Funktion der Großpilze erfahren können. Ohne deren vielfältiges Wirken wäre der Wald zum Sterben verurteilt. Das die Fruchtkörper einiger Arten unseren Speiseplan bereichern, ist ein willkommener Nebeneffekt. In Kriegs- und Hungerjahren waren sie sogar für einige Menschen überlenswichtig, bei anderen endete ihr Verzehr, ohne das nötige Fachwissen, tragisch. Das System von Pilzberatung und Aufklärung wurde in`s Leben gerufen!

Es geht heute nicht mehr darum, das Überleben zu sichern. Pilzsesuchen ist ein beliebter Freizeitsport geworden. Die Menschen sollten allerdings mehr über die Bedeutung unserer Großpilze wissen und erfahren. Es gilt zu sensibilisieren und auch scheinbar nutzlose Giftpilze sowie ungenießbare Arten zu achten. Jede Pilzart, wie auch alles andere in der Natur, hat eine von der Evolution zugedachte Aufgabe zu erfüllen. Sicher meist wichtiger als unsere, also die des Menschen! Manchmal frage ich mich, wo zu wir Menschen überhaupt nutze sind und weshalb die Natur uns mit Intelligenz ausgestattet hat? Diese wird dann oft nur dafür verwendet, die Natur, unsere Schöpferin, auszubeuten und zu schädigen! Ja, der Mensch ist nicht einmal in der Lage untereinander Frieden zu schließen und sich zu achten! Wir können und müssen von der Natur noch viel lernen, wollen wir längerfristig auf diesem Planeten überleben!

Die ersten Interessenten treffen an der Köhlerhütte ein.

Der Breitblättrige Rübling (Megacollybia platyphylla) hat mit seinen kräftigen Myzel – Strängen diesen Laubholz – Zweig fest im Griff. Der Pilz ist nicht empfehlswert für den Kochtopf.

Der äußerst häufige Rotfuß – Röhrling (Xerocomus chrysentheron) blaut wie viele andere Röhrlinge auf Druck oder im Schnitt. Es handelt sich dabei um einen Oxydations – Prozeß in Verbindung mit dem Luftsauerstoff und sagt nichts über die Genießbarkeit aus. Die hier gezeigte Art ist essbar.

Noch intensiver blauen die Hexen – Röhrlinge. Hier sehen wir den Netzstieligen Hexen – Röhrling (Boletus luridus). Roh und in Verbindung mit Alkohol soll er giftig sein, gut durchgegart allerdings ein schmackhafter Speisepilz.

Am heftigsten blaut b. z. w. schwärzt der Schwarzblauende Röhrling (Boletus pulverulentus). Im Gegensatz zu obigen ist er relativ selten, kann aber auch zu den Speisepilzen in den Korb wandern. Übrigens verschwindet das blauen bei der Zubereiting wieder, zumindest bei den Hexen – Röhrlingen.

Der winzige Halsband – Schwindling (Marasmius rotula) besiedelt oft in großen Mengen am Waldboden liegende Laubholz – Ästchen. Die Lamellen sind ringförmig von einem Collar zum Stiel hin abgegenzt. Ohne Speisewert.

Ein Hexenei im Längsschnitt. Hier ist die Anlage der späteren Stinkmorchel (Phallus impudicus) bereits zu erkennen. Manche lieben den Pilz in diesem Stadium und schwärmen scharf gebraten von einer Delikatesse! Aber das ist Geschmackssache, wie so vieles im Leben.

Der Getropfte Saftporling (Oligoporus guttulatus) ist vorzugsweise an altem Fichtenholz zu finden. Er galt ursprüglich als selten, scheint aber in letzter Zeit immer häufiger zu werden. Ungenießbar.

Beim Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis) ist unbedingt auf die Schüppchen unterhalb seiner Ringzone am Stiel zu achten. Fehlen diese, so müssen die Pilze im Wald bleiben, denn es könnte sich um hochgiftige Nadelholz- oder Gifthäublinge handeln. Ansonsten zählt das Stockschwämmchen zu den schmackhaftesten Speisepilzen überhaupt.

Der Harte Zinnobertäubling (Russula rosacea) zählt zu den farbenfreudigsten Pilzgestalten des Buchenwaldes. Gegenüber anderen, roten Täublingen, besitzt er ein ausnehmend hartes Fleich. Nicht schmackhaft, wenn auch ungiftig.

Eine Augenweide ist gleichfalls der kleine, leuchtend schwefelgelbe Feuerschüppling (Pholiota flammans), den wir an bereits stark vermorschtem Fichtenholz antreffen. Der ungenießbare Pilz soll die kleinsten Sporen aller Blätterpilze besitzen.

Dieser Schwefelporling (Laetiporus sulphureus) ist zum verspeisen einfach schon zu alt und zu zäh.

Gleiches gilt für diesen kontrastreich gefärbten Riesenporling (Meripilus giganteus).

Der Zweifarbige Knorpelporling (Gloeoporus dichrous) ist von vornherein ungenießbar und außerdem ist an ihm nichts dran.

Der Kiefern – Braunporling (Phaeolus schweinitzii) bringt hingegen durchaus wieder Masse, ist aber als Speisepilz vollkommen ungeeignet.

Ehrfurchtsvoll kniet der Revierförster des naturnah bewirtschafteten Waldes vor den imposdanten Riesenporlingen nieder. Foto Ulrich Klein.

In gemütlicher Runde ist nun großes Pilzebraten angesagt. Der Koch hat zuvor im Großhandel Edelpilze eingekauft und die Teilnehmer können dazu (wer möchte), ihre gerade frisch gefundenen Waldpilze beisteuern. Das nur bekömmliche Arten in die Pfanne wandern, darauf geben die Pilzberater acht. Kaffee, Kuchen, alkoholfreie, wie auch alkoholische Pilsgetränke sorgen dafür, dass niemand verdursten muss.

Unter der Regie von Chefkoch, Herrn Zeh (Mitte), wird die Pilzpfanne vorbereitet. Foto: Ulrich Klein.

Verschiedene, schmackhafte Kulturpilze wurden zuvor im Großmarkt eingekauft und mit frisch gesammelten Waldpilzen zu einer schmackhaften Pilzpfanne verarbeitet.

Darunter befanden sich auch die sehr dekorativen Limonenseitlinge, eine gelbe Zuchtform des Rillstieligen Seitlings.

Während links noch die Fundstücke bezüglich ihrer Genießbarkeit geprüft werden, lassen es sich rechts die hungrigen Pilzsucher bereits schmecken. Foto: Ulrich Klein.

Zu beachten wäre auf jeden Fall, dass dieses keine vom Steinpilz-Wismar organisierte Veranstaltung ist. Wir begleiten den Pilztag nur mit unserem Fachwissen. Wer im nächsten Jahr daran Teilnehmen möchte, muss sich verbindlich bei den Organisatoren anmelden.

Siehe unter: www.bund-herzogtum-lauenburg.de

22. September 2018 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Wiesen – Champignons

Durch die Kobander Tannen bei Venzkow

Am 3. Europäischen Pilztag

Rotmilchende Milchlinge werden als Reizker bezeichnet. Sie sind essbar und einige von ihnen, wie der Blut – oder Edel – Reizker, wahre Leckerbissen. Hier sehen wird den etwas minderwertigeren Fichten – Reizker. Er wächst vom Sommer bis in den Herbst ausschließlich unter Fichten, besonders wo der Boden etwas basenreicher ist.

Die Kobander Tannen gehören zu den früheren, großen Waldflächen des Staatsforst Turloff. Zu DDR – Zeiten war das Gebiet Militärstandort. Davon ist heute kaum noch etwas zu bemerken. Es erwarten uns hier sandige Mischwälder, wobei Nadelforste überwiegen. Durchaus für Speisepilz – Fans ein vielversprechendes Gebiet. Überhaupt ist es zu dieser Zeit meist kein Problem, eine frische Waldpilzpfanne zu organisieren. Die Artenvielfalt kann jetzt enorm sein, so dass eine Lehrwanderung ihrem Anspruch mehr als gerecht werden kann. Anders am heutigen 3. Pilztag. Der trockene Sommer und die zu geringen Niederschläge haben es sehr bescheiden in punkto Frischpilze aussehen lassen. An eine Pilzmahlzeit war bei niemanden der zeiweise etwa 20 Teilnehmer zu denken. Mit ach und krach konnte gerade noch der Anspruch einer Lehrwanderung so liedlich erfüllt werden. Begleitet wurden wir bei unserer Tour vom NDR – Radio M-V.

Gleizeitig haben wir mit dieser Wanderung den vor drei Jahren von Karin Montag (Herausgeberin der Pilzzeitung „Der Tintling“ und vieler weiterer Publikationen zum Thema) in`s Leben gerufenen Europäischen Pilztag gebührend gewürdigt. Wir begehen ihn in diesem Jahr zum dritten mal. Schön, dass die Pilze nun auch ihren Ehrentag bekommen haben!

Hier einige Bilder von heute:

Es geht los!

Ein Schopf – Tintling (Coprinus comatus) am Wegesrand. Dieser Blätterpilz, der in Autolyse übergeht, wie fast alle Vertreter seiner Gattung, ist sehr markant und ein schmackhafter und beliebter Speisepilz. Man achte darauf, dass nur junge, noch geschlossene Fruchtkörper eingesammelt werden. Dieses Exemplar wird bereits vom Rand her schwarz. Es beginnt sich also aufzulösen (Autolyse) und wird dadurch ungenießbar.

Eine Pilzsucherin kam uns frustriert entgegen. Neben Falschen Pfifferlingen fanden sich in ihrem Korb nur dieser schmackhafte Flockenstielige Hexen – Röhrling und ein geringwertiger Samtfuß – Krempling.

Dieser junge Birkenporling (Piptoporus betulinus) wird nicht gegessen, aber zu Tee verarbeitet. In Scheiben schneiden, trocknen und pulverisieren.

Der Schlanke Riesenschirmpilz (Macrolepiota gracilenta) gehört zusammen mit dem Grobscholligen Riesenschirmpilz zu den nächsten und kleineren Verwandten des großen Riesenschirmpilzes. Sie bevorzugen mehr das Waldesinnere und sind ebenfalls sehr gute Speisepilze (Hut). Man achte auf den dicken, verschiebbaren Ring!

Im Gegensatz zum Grobscholligen Riesenschirmpilz, mit nur wenigen, groben, sternförmig angeordneten Hutschuppen, finden sich auf dem Hut des Schlanken Riesenschirmpilzes zahlreiche, graubräunliche Schuppen.

Eine kleine Krause Glucke, eher noch ein Kücken (Sparassis crispa), darf in den Sammelkorb gelegt werden. Viel Spaß beim säubern.

Grünliche Lamellen, schwefelgelber Stiel und bitterer Geschmack sowie sein büschelliges Vorkommen an Laub- und Nadeholz – Stubben sind die wichtigste Merkmals – Kombination dieses überaus häufigen Giftpilzes.

Oft in der Fichten – Nadelstreu findet sich der Fuchsige -, oder wie hier, der Wasserfleckige – b.z.w. Fahlgelbe Rötel – Trichterling (Lepista gilva). Genau genommen ist er natürlich kein – Trichterling, sondern ein Rötelritterling, und dass trotz der weit herablaufenden Lamellen. Essbar.

Ein prächtiger Samtfuß – Krempling (Paxillus atrotomentosus). Gut ist der dicke, dunkelbraune, samtige Stiel zu erkennen. Der Pilz wächst von Juni bis zum späten Herbst an Nadelholz, meist Fichte. Minderwertig.

Durch den gestrigen Regen aufgequollen ist dieser Stopplige Drüsling (Exidia truncata). Wir finden den schwarzen Gallertpilz hauptsächlich in den feuchten Wintermonaten an Laubholz – Zweigen. Ohne Speisewert.

Unser Erinnerungsfoto vom 22. September 2018 in den Kobander Tannen. Zeitweise waren wir 20 Pilzfreunde. Vielen Dank an unsere nette Fotografin, die hier namentlich nicht erwähnt werden möchte.

Wann wird wieder gewandert? – Siehe unter Termine!

11. September 2018 – Treffen der Pilzfreunde

Treffen der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

15 Jahre Steinpilz – Wismar

Im September 2003 öffnete der Steinpilz – Wismar in Nachfolge der langjährigen, städtischen Pilzberatungsstelle in der ABC Straße 28 seine Pforten.

Treff war am Dienstag, dem 11. September 2018, um 18.00 Uhr im Steinpilz – Wismar, in der ABC Straße 21.

Wie die Zeit doch vergeht! Genau 15 Jahre ist es her, als ich aus der Not heraus in die Offensive ging, meine wenigen Ersparnisse zusammen nahm und mit Unterstützung der sogenannten „Ich – AG“ der Bundesagentur für Arbeit die Ende 2002 geschlossene Pilzberatungsstelle in Wismar wieder eröffnete. Weder ich noch irgend jemand anderes hätte zu diesem Zeitpunkt gedacht, dass es diese Einrichtung in 10 oder gar 15 Jahren noch geben würde. Insgeheim wurde ich von vielen sicher als Spinner belächelt. Es war ein schwerer und steiniger Weg bis zu diesem Jubiläum und auch nach wie vor gestaltet sich der Erhalt dieser einmaligen Einrichtung als Gratwanderung. Privatinteressen und geldverdienen müssen zurück gestellt werden. Es dreht sich alles darum, so viel Eigenmittel zu erwirtschaften, dass die laufenden Kosten gedeckt werden können. Selbst die wenigen Euro als Auftockender Hartz IV – Bezieher gehen meinerseits größtenteils in die laufenden Betriebskosten mit ein!

 Nicht zu vergessen ist aber auch die Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V., die zur selben Zeit in`s Leben gerufen wurde und von Anfang an das mykologische Informationszentrum unterstützte. Ich wurde Mitglied und mit mir weitere Natur- und Pilzbegeisterte. Sie bilden seit dem die Gruppe der Pilzfreunde innerhalb der Gemeinnützigen Gersellschaft Wismar e.V. Ohne die fleißigen Hände ihrer Mitglieder, deren Vereinsbeiträge und Spenden, wäre es nicht möglich gewesen, so lange zu überleben. Ein dickes Dankeschön!

Ganz herzlichen Dank gebührt auch dem städtischen Wohnungsbau – Unternehmen Wobau – Wismar, das uns seit vielen Jahren mit einem reduzierten Mietzins unterstützt und auch dem Rechtsanwalt Hartmut Perlebach, der mich immer wieder aus schwerem Fahrwasser gegenüber behördenrechtlicher Entscheidungen heraus manövrierte. Auch allen anderen, die den Steinpilz – Wismar seither unterstützt haben und hoffentlich auch weiter unterstützen, ein ganz großes Dankeschön! Siehe unter „Förderer und Sponsoren“.

Na dann Prost auf die nächsten 15 Jahre! Foto: Ulrich Klein.

So haben wir heute Abend in gemütlicher Runde auf das kleine Jubiläum mit einem Gläschen Sekt angestoßen und uns an belegten Brötchen, die uns das „Spiegelei“ von der Gaststätte Gleisbett in Wismar servierte.

Vielen Dank an den Catering – Service „Spiegelei“ für die Freihauslieferung der leckeren Brötchenplatten. Drei waren es an der Zahl!

Natürlich stand auch die Planung unserer großen Pilzausstellung am Ende des Monats auf dem Plan. Wer fährt in Wald und Flur um Frischpilze zu besorgen? Wer hilft beim Aufbau der Pilzausstellung und wer beim Imbissgeschäft? Alles Fragen, die heute Abend geklärt werden sollen.

Wann treffen sich die Pilzfreunde wieder? – Siehe unter Termine!

08. September 2018 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Wiesen – Champignons

Durch die Cossenheide bei Krakow am See

Gleich bei der Ankunft begrüßte uns dieser Pauckenschlegel. So bezeichnet man junge, noch geschlossene Riesen – Schirmpilze (Macrolepiota procera). Standortfoto.

Heute fuhren wir von der Hansestadt Wismar in den Landkreis der Hansestadt Rostock, unweit von Krakow am See. Von Wismar aus ging es zunächst nach Sternberg. Von hier aus weiter in Richtung Goldberg. Kurz vor Dobbertin links ab auf die L 17 nach Lohmen. Von hier aus weiter auf der L 11 über Oldenstorf bis zur Ortschaft Reimershagen. Hier erwarteten uns noch Interessierte aus der Region Rostock und Schwerin. Die Cossenheide ist ein Ausläufer der Nossentiner/Schwinzer Heide, die zu unseren ergiebigsten Speisepilz – Regionen zählt. Aber auch die weitere Pilzflora kann äußerst interessant sein. Seit Jahren fahre ich in die Schwinzer Heide, um unsere alljährliche Großpilzausstellung Ende September mit vielfältigem Frischpilzmaterial zu versorgen. So waren auch heute Menschen sehr herzlich eingeladen, die mit dem Fachmann die Cossenheide nach Leckerbissen für den Kochtopf  durchstreifen mochten oder ihren Horizont  erweitern wollen. Beides wurde erreicht, nur fehlten die wirklich wichtigen Giftpilze. Hier noch einige Bilder von heute:

Wir folgten zunächst diesem Waldweg, der links und rechts einige Krause Glucken im Angebot hatte.

Schuppiger Sägeblättlinge (Lentinus lepideus) auf einem alten, bemoosten Kiefernstamm. Die Schnecken taten sich an diesen zähen und für uns ungenießbaren Holzbewohnen gütlich.

Ein taufrischer Täubling. Die Lamellen splittern leicht, daher trotz der graublauen Hutfärbung kein Frauen – Täubling.

Es handelt sich um den essbaren Graublauen Täubling (Russula parazurea), den wir gerne unter Eichen finden.

Der auf Holz wachsende Rehbraune Dachpilz (Pluteus atricapillus) war heute mehrfach dabei und wanderte zu den Speise – Mischpilzen.

Durchscheinend ist der dünnfleischige Hut des Wurzel – Schleimrüblings (Xerula radicata).

Die herzhaft – würzigen Krausen Glucken (Sparassis crispa) gab es heute gleich mehrfach.

Rotfüßchen (Xerocomus chrysentheron) zählten zu den wenigen Röhrlingen, die hier heute wuchsen. Essbar, aber mit säuerlichem Aroma.

Einem Champignon ähnlich, aber mit lange weiß bleibenden Lamellen sieht der Rosablättrige Egerlings – Schirmpilz (Leucoagaricus leucothites). Essbar.

Ideales Wanderwetter heute, aber leider mit harten Schlagschatten durch die intensive Sonnenstrahlung.

An den Wegrändern unter Kiefern wuchsen einige Trupps von Körnchen – Röhrlingen (Suillus granulatus). Guter Speisepilz aus der Verwandschaft des Butterpilzes, auch Schmerling genannt, wegen seines schmierigen Hutes.

Insgesamt waren wir sechs Pilzwanderer, aber zwei wollten nicht mit auf das Erinnerungsfoto. 08.September 2018 in der Cossenheide.

Wann starten wir zur nächsten Wanderung? – Siehe unter Termine!

01. September 2018 – Vereinstreffen am Roten See

 14. Vereinstreffen am Roten See

Pilzverein Heinrich Sternberg Rehna e.V.

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Strand- und Gaststättenkomplex am Roten See. Leider ist die Gastronomie derzeit geschlossen.

Achtung! Aufgrund der kastastrophalen Lage an der Pilzfront und auch der Tatsache, dass am Roten See keine Gastronomie mehr angeboten wird, muss diese Veranstaltung leider abgesagt werden. Der Vorsitzende des Rehnarer Pilzvereins, Torsten Richter und Reinhold Krakow von der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V. bitten um Verständnis!

An dieser Stelle ein ganz großes Dankeschön an Jörg – Peter Krüger, der viele Jahre unser Gastgeber an der Blockhütte am Roten See war.

Von links: Jörg – Peter Krüger, Reinhold Krakow und Torsten Richter.

Alles Gute hat einmal ein Ende!

Es war eine schöne Zeit, an die wir uns gern erinnern werden!

26. August 2018 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Wiesen – Champignons

Sie führte durch das Revier Weiße Krug

Umgeben von weiten Wäldern, Seen und Wiesen befindet sich der kleine Ort Weiße Krug im Naturpark Sternberger Seenland. Foto am 26.08.2018.

Zum Revier Weiße Krug gehören ausgedehnte Waldgebiete auf meist sandigen Böden. Dominant sind hier oft Kiefern- und Fichtenforste, aber auch größere Buchenwaldbereiche. Eingebettet kleinere und größere Seen. Auch das vielseitige Radebachtal gehört zum Revier Weiße Krug. Dieses stand heute aber nicht auf dem Programm, sondern die weitläufigen Waldflächen um die Orte Weiße Krug und Friedrichswalde herum. Eine vielfältige Pilzflora kann uns hier um diese Jahreszeit  geboten werden. Zumindest wenn wir uns nicht gerade in der so häufigen August – Depression befinden. Das ist eine immer wiederkehrende Phase im August, an denen auf Grund von hochsommerlicher Hitze und Trockenheit kaum Frischpilze zu finden sind. Leider hat sich diese Depression bereits ab Mai eingestellt und ein Ende ist nicht in Sicht! Aber auch wenn man meinen könnte, die Wachstumsbedingungen müßten ideal sein, kann es vorübergehend um diese Zeit sehr dürftig an der Pilzfront zugehen, als ob sich die Mycelien sammeln möchten, um im September und Oktober zum großen Halali zu blasen. Es kann aber auch ganz anders sein. Es gab Jahre, da war der Maximal – Aspekt um diese Zeit schon voll im gange.

Frischpilze waren heute kaum zu erwarten und das wußten die meisten Pilzfreunde auch. Wir brauchen dringend ergiebigen Regen! So fand sich außer meiner Wenigkeit niemand weiter  ein, so dass ich eine Solo – Tour unternahm. Bei angenehmem Wanderwetter drehte ich eine wunderschöne Runde durch die spätsommerliche Natur, die in diesem Jahr bereits frühherbstliche Züge zeigt. Hier einige Impressionen:

Die Naturpark – Verwaltung hat für Wanderer und Spaziergänger am Orts- und Waldrand einige Informations – Tafeln aufgestellt.

Ich folgte zunächst diesem Hohlweg mit herrlichem Buchenwald links und rechts der Böschung. Ein ansich artenreiches Gebiet.

Es dauerte nicht lange und ich erreichte ein Nadelwaldgebiet. Ein erster Höhepunkt war dieser Kiefern – Braunporling (Phaeolus schweinitzii) am Stamm einer Fichte. Das ist etwas ungewöhnlich, finden wir diesen Pilz doch in der Regel am Fuße der Bäume, oft scheinbar auf dem Waldboden. Der Wirt ist allerdings nicht ungewöhnlich. Neben der Kiefer werden auch andere Nadelbäume von diesem Parasiten befallen, der im Stamm eine Braunfäule hervorruft. Befallene Bäume gehen im Verlauf zugrunde. Ungenießbar.

Nicht nur längst der Wegböschung bin ich hier eigetlich die schönsten Stein- und Fliegenpilze gewohnt. Heute herrschte gähnende Leere!

Eichen haben hingegen in diesem Jahr eine reiche Mast angesetzt.

Auch die Holunderbüsche haben reichlich Früchte hervorgebracht, die bereits ausreifen.

Allerdings bot sich mir auch oft dieser Anblick. Die Holunderbeeren sind einfach vertrocknet. Auch hier macht sich der Wassermangel dramatisch bemerkbar.

Auch die Früchte des Weißdorns sind am reifen.

In unmittelbarer Nachbarschaft reifen die Beeren des Schwarzdorns, besser bekannt unter der Bezeichnung Schlehe. Geerntet werden sie allerdings erst nach dem es gefroren hat.

Ein idyllischer Waldsee liegt vor mir.

Hier fühlt sich offensichtlich auch der Biber sehr wohl. Gerade kürzlich war er hier fließig am Hobeln.

Diese jagdliche Einrichtung erscheint nicht mehr besonders vertrauenswürdig.

Im trockenen Kiefernwald ist derzeit wirklich nichts zu erwarten.

Die kleine Ansiedlung Friedrichswalde.

Durch die anhaltende Dürre legen immer mehr Bäume ihr Herbstkleid an, so wie diese Birke.

An einer mir bekannten Kopf – Weiden Reihe suchte ich gezielt nach diesem Porling, den ich hier schon des öfteren fand. Es handelt sich um die Anis – Tramete (Trametes suaveolens). Der Fruchtkörper ist aber nicht mehr frisch, so dass der typische Anis – Duft kaum noch wahrzunehmen war.

Ein Überbleibsel der Tornado – Serie vom 5. Mai 2015. Die Krone des Baumes wurde abgedreht und viele andere abgebrochen oder entwurzelt. Am schlimmsten traf es damals die Stadt Bützow, etwa 20 Km von hier entfernt.

Hier ist inzwischen eine neue Vegetation erschienen. Auch ein kleines, pilzartenreiches Buchenstück, etwa 500 m entfernt, wurde damals zerstört. Der Tornado hat hier keine durchgängige Schneise gezogen, sondern hatte nur hier und da mal Bodenkontakt.

Der Hopfen gedeiht offensichtlich prächtig. Er ist beim Bier – Brauen unerläßlich und gehört zu den Hanf – Gewächsen (Cannabaceae).

Dieser Eichen – Stubben trägt eine Krone von frischem Schwefel – Porling (Laetiporus sulphureus). Wer sich vegetarisch ernährt und auf den Geschmack von Hünchenfleisch nicht verzichten möchte, ist bei ihm an der richtigen Adresse. Allerdings kann er auf Eiche etwas herb schmecken, daher ist vorheriges Wässern anzuraten und gutes durchgaren, da roh giftig!

Und schon wieder ein Gewässer mit reichlich Teichrosen verziert. Mecklenburg – das Land der Seen und Wälder!

Der Höhepunkt der heutigen Wanderung war der Fund dieses Holzbewohners. Auf toten Eichen – Ästen, teils resupinat, teils konsolenförmig mehrere Fruchtkörper des nicht häufigen Zweifarbigen Knorpelporlings (Gloeoporus dichrous). Weißlicher Rand und ockerorange bis weinrötliche Fruchtschicht zeichnen diesen Saprophyten aus.

Hier herrscht deutsche Ordnung. Die Fichten stehen in Reih und Glied entlang der Hochleitung. Als sie und ich noch jünder waren, bin ich hier öfters Steinpilze suchen gewesen.

Die Runde schließt sich allmählich. Eigentlich durchaus eine schöne Eichenkannte für Feinschmecker. Die schönsten Parsol – Schirme können hier das Herz des Mykophagen beglücken, wenn es nur nicht so staubig und trocken wäre.

Schließen möchte ich mit einem Panorama – Schwenk über den Wasser – Rosen – Teich bei Friedrichswalde.

Wann startet die nächste Pilzwanderung? – Siehe unter Termine!

24. August 2018 – Nachtwanderung bei Dabel

Nachtwanderung 2018

Rund um den alten Forsthof Turloff

Mond und Sterne leuchten am Nachthimmel und im Schein der Stirnlampe die herrlichsten Riesenschirmpilze (Macrolepiota procera) im August 2017.

Zum 7. mal in Folge ludt das Mykologische Informationszentrum Steinpilz – Wismar zu einer Pilzwanderung bei Nacht ein. Nach den Turbulenzen im vergangenen Jahr bezüglich der Genehmigung einer solchen, etwas ungewöhlichen Veranstaltung, ging in diesem Jahr alles problemlos über die Bühne. Großer Dank gilt dem Forstamt Gädebehn, das uns die Erlaubniss trotz großer Waldbrandgefahr mit entsprechenen Auflagen erteilt hat. Immerhin steht bei dieser, inzwischen schon traditionellen Veranstaltung, nicht nur die Suche nach Pilzen im Vordergrund, sondern es gilt auch die einmalige und unvergeßliche, nächtliche Stimmung auf sich einwirken zu lassen. Wir kennen es noch aus Kindertagen, als Nachtwanderungen durch Wald und Flur zum Ferienprogramm gehörten. Die heimatliche Natur wird mit ganz anderen Sinnen wahrgenommen. Allein die geheimisvolle Stille des nächtlichen Waldes ist beeindruckend. Besonders stimmungsvoll wird es zu fortgeschrittener Stunde, wenn die Rufe der Nachtvögel eine schaurig schöne Aura schaffen. Im letzten Jahr gaben sie sich besonders viel Mühe, in diesem Jahr herrschte allerdings totenstille! Besonders schön und spannend wird es dann, wenn im Lichtkegel unserer Lampen tatsächlich die tollsten Pilze erscheinen. Die extreme Trockenheit verhinderte in diesem Jahr allerdings die Aussichten auf reichlich Frischpilze. Ganz ohne ging es dennoch nicht ab. Hier einige Bilder:

Ankunft auf dem Parkplatz am Holzendorfer See.

Zunächst mußte ich auf die Auflagen des Forstamtes wegen der großen Waldbrandgefahr hinweisen. Foto: Irena Dombrowa.

Bevor wir starteten, schnell noch einen Kräuter zur Brust genommen.

Wir haben heute eine größere Runde um den Forsthoff Turloff gedreht. Auf alten Karten aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert ist ersichtlich, dass dieser Forsthof für mecklenburgische Verhältnisse riesige Waldflächen bewirtschaftete. Die großen Waldgebiete um Crivitz und Sternberg herum gehörten genauso zum Staatsforst Turloff wie das heutige Exkursionsgebiet. Es stehen hier auf weiten Strecken Nadelwälder mit Kiefern und Fichten, aber auch größere Buchenbereiche, heideartige Flächen genauso wie Moore. Auch auf der heutigen Strecke haben wir von allem etwas dabei. Vielseitig war das Aufkommen an Frischpilzen in diesem Jahr allerdings nicht, geschuldet der monatelangen Trockenheit.

Noch ist es hell, dass sollte sich aber bald ändern.

Bereits nach wenigen Minuten wurden wir fündig – Schuppige Sägeblättlinge, der einzige Frischpilz auf unserer heutigen Nachtwanderung.

Langsam wird es schummrig, aber noch geht es ohne Beleuchtung.

Immer wieder angeregte Unterhaltungen zum Thema Wildkräuter.

Es gibt derzeit aufgrund der Trockenheit keine Pilze! Das ist eigentlich falsch, sie können wegen des Wassermangels nur keine Fruchtkörper ausbilden und warten auf bessere Zeiten. Hier sehen wir einen Pilz (Myzel), der an einem Kiefernstumpf unter der Rinde gewachsen ist. Um welche Art es sich handelt, kann nur an seinen Fruchtkörpern erkannt werden.

Kleine Verschnauftause.

Ein Baumpilz in luftiger Höhe erregt die Aufmerksamkeit der Naturfreunde.

Alle hier vorgestellten Pilze entdeckte unser jüngster Pilzfreund, so auch diesen. Es ist wieder ein Schuppiger Sägeblättling.

Bis auf eine Ausnahme. Diese Schuppigen Sägeblättlinge hatte unsere Pilzfreundin Angelika im Visier. Ganz frisch schieben sie aus einem alten Kiefern – Stubben. Ungenießbar.

Gut sind die sägeblattartigen Lamellen – Schneiden zu erkennen.

Informationen zu gefundene Wildkräutern werden im Netz abgerufen.

Auf besonders trocken liegenden Laubholz – Ästen finden wir nicht selten zahlreiche Konsolen der Striegeligen Tramete (Trametes hirsuta). Dieser Fruchtkörper ist schon recht betagt, denn der reichliche Algenbewuchs erinnert an feuchtere Zeiten.

Zum Schluß setzten wir uns wieder zum Mitternachtsimbiss zusammen. An der Badestelle b.z.w. auf dem Festplatz am Holzendorfer See gibt es reichlich Möglichkeit dazu.

Zu fortgeschrittener Stunde wurde reichlich von unsere guten Seele Irena aufgetischt. Besonders eine herzhafte Waldpilz – Suppe aus Hallimasch, Stockschwämmchen und Maipilzen hatte es uns angetan. Wir sagen ganz herzlich Dankeschön. Es hat vorzüglich gemundet!

Unser Abschlußfoto zeigt, bis auf die Fotografin, die nichts dagen hatte, nicht mit auf`s Bild zu kommen, alle Teilnehmer der diesjährigen Nachtwanderung. Ich möchte allerdings um Entschuldigung bitten, da einige Gesichter leider von einem Ast verdeckt sind. Tut mir leid!

Hoffen wir, es hat allen wieder gut gefallen und auf ein neues im nächsten Jahr!

Und so sind wir gewandert – Die Route bei Tageslicht

Wir starteten am sogenannten Buchenberg. Herrliche Buchenbereiche links und rechts des Weges.

Es schloß sich ein Jungkieferngebiet an.

Selbst den anspruchslosen Kiefern geht die Dürre allmählich zu weit.

Mit der Heide – Blüte wird es dieses Jahr wohl nicht so doll!

Und wieder Buchenwald. Hier ist sogar noch etwas grün präsent.

Wir erreichten einen ausgetrockneten Waldrand. Vor einigen Jahren konnten wir während einer Pilzwanderung bei besseren Bedingungen hier schöne Pfifferlinge finden.

Auch die angrenzende Wiese ist vollkommen vertrocknet.

Selbst die Buchen werfen bereits ihr Laub ab!

Moos und Heidelbeerflächen sind braun.

Blaubeergestrüpp vollkommen vertrocknet.

Weiter führte uns der Weg durch lichte Bestände und auf eine Kiefernschonung zu, an der wir links abbogen.

Wir sind links abgebogen. Eine schöne Wegkannte für leckere Speisepilze, so sie denn die Möglichkeit zu wachsen hätten!

Nach einer Kreuzung geht es geradeaus weiter. Es wird etwas grüner.

Grund sind etwas feuchtere Böden in der Nähe eines kleinen Bachlaufs.

Eine interessante Lichtung.

Vielversprechender Buchenwald schließt sich an.

Ein Pilzrevier vom feinsten!

Irgendwann wird hier wieder die Post abgehen!

Dieser Fichten – Stangenwald hat seine besten Jahre hinter sich, zumindest in punkto Steinpilz – Aufkommen.

Eine größere, Buchenumstandene Waldlichtung.

Nach einer T – Wegkreuzung schlugen wir nach links ein und erreichten ein vielschichtiges Mischwaldgebiet mit Nadelholz – Dominanz.

Ein märchenmhaftes Gebiet!

Nach dem wir eine Straße überquert haben, erreichten wir ein Stück mit frisch durchforstetem Kiefernwald links und Buchenwald rechts.

Im Anschluß ein Steinpilz – Weg wie er im Buche steht an.

Er führt von west nach ost. Die Schonung befindet sich zur Sonnenseite, so dass auch im Spätherbst die Sonne noch die Buchenkannte erwärmen kann. Steinpilzzeit ist schließlich bis Ende November!

Die Runde schließt sich allmählich.

Auch hier sieht es wieder vielversprechend aus.

Inzwischen standen wir unter Beobachtung. Jeder unserer Schritte wurde aufmerksam verfolgt. Natürlich auch in der Dunkelheit.

Der ehemalige Forsthof Turloff ist erreicht. Noch ein Stückchen Straße und wir konnten uns auf den Mitternachtsimbiss freuen.

14. August 2018 – Abendwanderung der Pilzfreunde

Abendwanderung der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Abendwanderung durch das Köppernitztal

Das bewaldete Köppernitztal. Ein Stück wilder Natur mitten in der Stadt.

Traditionell trafen sich leider nur drei Pilzfreunde im Vorfeld unserer großen Nachtwanderung zu einem kleineren Abendspaziergang durch die grünen Lungen der Hansestadt Wismar.  Ging es im letzten Jahr durch den Prosekener Grund, so war dieses Jahr das Köppernitztal in Wismar das Ziel unserer abendlichen Pilzwanderung. Die Köppernitz ist ein kleines Flüßchen, das bei Krönkenhagen/ Barnekow entspringt und in nordöstlicher Richtung bei Wismar in die Ostsee mündet. Es hat das naturnahe Köppernitztal geschaffen. Die teils steilen Hangterrassen sind bewaldet. Hauptsächlich mit Laubbbäumen. Eine echte Wildnis mitten in der Stadt! Angrenzend befindet sich der Wismarer Tierpark und der Bürgerpark. Vom Weidendamm wanderten wir zunächst an der Köppernitz und dem Gehölzgarten entlang weiter durch den Park der Solidarität und schließlich durch das Köppernitztal. Hier einige Impressionen von heute Abend:

Am Weidendamm starteten wir, immer an der Köppernitz entlang.

Der letzte Sturm hat diese Weide zerbrechen lassen. Pilzbefall hat es möglich gemacht.

Neben dem Schuppigen Schwarzfuß – Porling (Polyporus squamosus) konnten wir auch noch Überreste des Schwefelporlings an ihr feststellen.

Der schwarze Fuß ist typisch für diesen Stielporling.

Wir erreichen den Gehölzgarten, unweit der Hochschule. Er wurde in den 1990er Jahren vom städtischen Grünflächenamt angelegt und beherbergt zahlreiche verschiedene Bäume und Sträucher. Leider sind die Beschriftungen zu den verschiedenen Bäumen oft nicht mehr vorhanden. Hier sollte man meiner Meinung nach noch mal einige Euro in die Hand nehmen, denn ich hätte gerne gewußt, welche Gewächse mich hier erfreuen.

So wie dieser Baum mit bunt gefärbtem Herbstlaub.

Oder um welche Eiche es sich hier handelt.

Anhand der markanten Fruchtschalen könnte es sich um die Valoneneiche, Knoppereiche oder Arkadische Eiche (Quercus ithaburensis) handeln. Sie kommt ursprünglich in Südwestasien vor.

Nah verwandt mit den Eichen ist die Edel – Kastanie (Castanea sativa). Sie trägt hier reichliche Früchte.

Typisch, ihre langen, sehr wehrhaften Stacheln. Die Früchte sind auf den Weihnachtsmärkten in gerösteter Form kaum wegzudenken. Die echten Maronen!

Es dürfte ein Lebensbaum sein (Thuja occidentalis).

Wir erreichen den Zigeleipark oder den Park der Solidarität.

Die Stockenten (Anas platyrhynchos) fühlen sich auf und am Ziegeleiteich sehr wohl.

Die Natur wird urwüchsiger. Wir haben das Köppernitztal erreicht.

Ein monströser, etwas betagter Schwefelporling (Laetiporus sulphureus).

Schließlich erreichen wir das Eingansportal des Wismarer Tierparks. Ab jetzt kostet es Eintritt, aber um diese Zeit ist hier bereits feierabend.

Ein Lackporling (Ganoderma spec.) bekommt zuwachs.

Eine altehrwürdige Brücke uberspannt die Köppernitz.

Unser Erinnerungsfoto von einer schönen Runde durch Wismar`s grüne Lungen. Leider waren wir nur drei, wir brauchen dringend Nachwuchs! 14.August 2018.

Wann startet die nächste Vereinsexkursion? – Siehe unter Termine!

11. August 2018 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Wiesen – Champignons

Sie führte durch die Blockkoppel bei Lübz

Nicht nur Nadelforste, nein, auch vielversprechenden Buchenwald finden wir in der Blockkoppel, unweit der mecklenburgischen Bierbrauerstadt Lübz vor.

Mitte August beginnt bereits in der Aspektabfolge eines durchschnittlichen Pilzjahres der Herbst (Mitte August – Mitte Oktober). Er ist die Hochzeit vieler heimischer Großpilze. Die Witterungsbedingungen müssen allerdings stimmen, um unsere Lieblinge jetzt schon reichlicher sprießen zu lassen. Trockenheit und hochsommerliche Hitze, so wie auch in diesem Jahr, können aber die Erwartungen dämpfen. Seit Ostern hat es meist nicht mehr nennenswert geregt. Das Frühjahr äußerst bescheiden und seit dem kaum noch ein Frischpilz. Die Landschaft ist verdorrt. Nur punktuell mal kräftigere Gewitterschauer, die dann mal einen ganz vereinzelten Frischpilz zulassen. So war es auch heute. Hier einige Bilder:

Wir starten.

Ein Rotrandiger Baumschwamm (Fomitopsis pinicola) mit üppiger Zuwachskannte.

In jedem Wald, der was auf sich hält, finden wir auch die „deutsche“ Eiche.

An abgebrochenen Eichen – Ästen können wir sehr oft den Eichen – Rindensprenger (Vuilleminia comedens) finden. Er entwickelt sich als wachsartige Kruste unter der Rinde und sprengt diese schließlich auf. Der Rindensprenger ist ein Ständerpilz und gehört zu den Prachtrindenpilzen.

Sabine aus Schwerin hat an diesem Eichen – Rundholz weiteres, pilzliches Leben entdeckt.

Nähmlich den Rotbraunen Borstenscheibling (Hymenochaete rubiginosa). Wir finden diesen rindenartigen Ständerpilz fast außschließlich an totem Eichenholz, allenfalls in Südeuropa auch noch an Esskastanie.

Meist aus Buchenwurzeln in der Tiefe des Waldbodens ausgehend, arbeitet sich der Wurzel – Schleimrübling (Xerula radicata) an das Tageslicht empor. Je tiefer die Wurzel des Wirtes, desto länger die Pfahlwurzel des essbaren Blätterpilzes.

Der braune, dünnfleischige Hut ist von einer Schleimschicht überzogen und oft runzellig gestreift.

Die glasigweißen Lamellen können etwas frei stehen oder mit zahn in den ohnehin gestreiften Stielansatz übergehen.

Die jeweiligen Zuwächse des mehrjährigen Flachen Lackporlings (Ganoderma lipsiense) zeichen eine dekorative Zonierung und Struktur auf der Fruchtkörper – Konsole.

Ein von Hitze und Sonne gezeichneter Fruchtkörper des Kiefern – Braunporlings (Phaeolus schweinitzii). Wir finden ihn nicht nur am Fuß älterer Kiefern, sondern auch an Fichte, Douglasie oder so wie hier, an Lärche. Ungenießbar.

Eine Stinkmorchel (Phallus impudicus) ist frisch geschlüft. Bald werden Assfliegen den dunkelgrünen Sporenschleim auf der Haube abweiden.

Hier ist die Arbeit bereits getan. Auch Ameisen finden offensichtlich Interesse an dem Pilz und werden an ihren Beinchen weitere Sporen davon tragen.

Unter Buchen eine kleine Überraschung: Täublinge. Es handelt sich sehr wahrscheinlich um den Violettstieligen- oder Pfirsich – Täubling (Russula violeipes). Grünliche bis rötliche Farbtöne auf dem Hut lassen aber auch an den Brätlings- oder Samt – Täubling denken. Essbar sind sie aber dennoch, obwohl nicht gerade sehr Delikat.

Nach dem der Buchdrucker auf diesem alten Holzknüppel sein Werk vollendet hat, haben sich Blutmilchpilze (Lycogala epidendron) eingefunden.

Und auch hier haben wir wieder etwas entdeckt.

Es sind frische Waldfreund – Rüblinge (Collybia dryophila). Ansich nichts besonderes und ab Mai einer der häufigsten Waldpilze. Es sind die ersten, die ich in diesem Dürre – Jahr zu Gesicht bekomme. Essbar.

Ein Taschentuch auf einen Ameisehaufen legen, es mit Säure bespritzen lassen, Krabbeltierchen abschütteln und die Nase schnauben. Dass kam mir bekannt vor. Unser Urgestein Helga Köster, die aus gesundheutlichen Gründen leider nicht mehr mitwandern kann, tat es regelmäßig.

Ein herrliches Buchen – Waldstück. Wenn es nur nicht so trocken wäre!

Wenig Pilze – wenig Leute war auch heute wieder das Motto unserer Lehrwanderung. Und zum kennen lernen gab es immerhin einiges. Erinnerungsfoto vom 11. August 2018 in der Blockkoppel bei Lübz.

Wann starten wir zur nächsten Wanderung? – Siehe unter Termine!

Und am Abend noch zur Hansesail

Seit vielen Jahren findet in Rostock/Warnemünde die Hansesail statt. Traditionssegler aus aller Welt geben sich hier ein Stelldichein im Rahmen eines großen, maritimen Volksfestes. Wir (Irena, Jonas und ich) waren noch nie dabei und entschloßen uns heute Abend ganz spontan, dort einmal vorbei zu schauen. Hier einige Impresionen:

Auch das Wetter wußte die feierliche Stimmung zu würdigen. Immer wieder schießen mächtige Gewittertürme über dem warmen Ostseewasser empor. Die Königin aller Wolken!

Sie wachsen zusammen und es entsteht eine viele kilometerlange Gewitterfront. Kein Wunder, wenn höhenkalte Luft über das 20 bis 25 Grad warme Ostseewasser streicht.

Das Riesenrad am Warnemünder Ostseestrand ist weithin in der Abenddämmerung zu sehen.

Die russische Viermastbark Sedov ist mit 117,5 m länge und 14,9 m breite die zweitgrößte Segelyacht der Welt. Gebaut im Jahre 1921 in Kiel.

Immer wieder bilden sich neue Gewitterwolken und sorgen mit ihrem Blitzfeuerwerk und donnergrollen für eine mystische und düster romantische Stimmung. Da das Höhenfeuerwerk in Warnemünde in diesem Jahr abgesagt wurde, sorgte das Wetter für Ausgleich.

Wasser zu Wasser. Diesen Wolkenbruch hätten wir gerne über einem unserer Pilzreviere gehabt!

Besser konnten wir den Zeitpunkt unseres Sail – Besuches wohl kaum wählen. Wir durften dem Auslaufen eines Kreuzfahrtschiffes der Pullmantur – Cruises Rederei beiwohnen. Es schippert unter der Flagge Maltas.

Gute Fahrt und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel würde der Seemann sagen.

Nachdem die Natur in Warnemünde die Aufgabe des Feuerwerks übernahm, fuhren wir noch zum Rostocker Stadthafen. Hier gab es ein wunderschönes  Höhenfeuerwerk.

Wer also noch nicht in Rostock zur Hansesail war, bitte das zweite Wochenende im August 2019 vormerken!

28. Juli 2018 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Wiesen – Champignons

Sie führte durch die Wälder um Groß Labenz

Waldlichtung im sogenannten Wildacker bei Groß Labenz am 28.07.2018.

Viele bunte Täublinge bevölkern im Sommer und Herbst in der Regel unsere Wälder und Parkanlagen. Sie gehören zusammen mit den Milchlingen zu den Sprödblättlern. Ihre Lamellen und oft auch der gesamte Fruchtkörper sind recht brüchig. Ihr Stiel bricht beispielsweise wie ein Stück Apfel. Er fasert nicht auf. Streicht man mit den Fingern über die Lamellen, splittern sie einfach weg. Bei den Milchlingen tritt außerdem eine milchige Flüßigkeit aus. Es gibt sie in hunderten Arten. Für den Speisepilz – Fan sind die milden unter ihnen durchaus interessant, denn alles was nicht bitter oder scharf schmeckt (Lamellen kosten), kann in den Korb und später in die Pfanne wandern. Ein wenig Artenkenntnis wäre aber durchaus angebracht, will man die schmackhaftesten unter ihnen heraus fischen. Und das lohnt durchaus. Ein Speise- oder Frauen Täubling stellt viele der volkstümlichen bekannten Speisepilze geschmacklich in den Schatten. Widerlich sind hingegen die scharfen Arten. Aber auch das Sammeln von Täublingen und Milchlingen setzt voraus, dass man die wichtigsten und gefährlichsten Giftpilze kennt! Eine geführte Lehrwanderung bietet sich dazu bestens an. Anders im Sommer 2018. Täublinge und Milchlinge und auch fast alle anderen Arten sind aufgrund der außergewöhnlichen Trockenheit und der lang anhaltenden Wärmeprioide verschollen. Es gibt kaum Frischpilze. Nur mit sehr viel Gück ist das eine oder andere Exemplar zu finden. Hier einige Fotos von heute. Sonne und Hitze um 30 Grad machten uns allerdings etwas zu schaffen.

Unter dem Motto „Wenig Pilze – wenig Leute“ ist der Startschuss gefallen.

Für den Schuppigen Sägeblättling (Lentinus lepideus), den wir an besonders exponierten Kiefern – Stubben finden können, kann es nicht heiß und trocken genug sein. Der zähfleischige Blätterpilz, mit den sägeblattartigen Lamellenschneiden, ist allerdings ungenießbar.

Der Loofsee ruht still in der Sommerhitze.

Judasohren (Hirneola auricula – judae) hoch oben an einem alten Holunderbusch.

Wie so oft mit dem Holunder – Rindenschichtpilz (Lyomyces sambuci) vergesellschaftet.

In der Grasnarbe eines etwas schattigeren Waldweges ein Exemplar eines zarten, filigranen Blätterpilzes, des Goldmistpilzes (Bolbitius vitellinus). Erhrlich gesagt, mit solchen Eintagsfliegen hätte ich bei diesem trockenen Hitzewetter nicht gerechnet.

Mistpilze stehen den Tintlingen nahe. Diese hätten allerdings keine bräunlichen, sondern grauschwärzliche Lamellen und zerfließen in der Regel in eine schwarze Sporenmasse, sie gehen also in Autolyse über.

Dieser leicht giftige Dickschalige Kartoffel – Hartbobist (Scleroderma citrinum) hat auch schon etwas gelitten.

In vielen Wäldern sind immer noch die Auswirkungen der vergangenen Herbst- und Winterstürme zu sehen.

Der schöne und recht fleischige Samtpfuß – Krempling (Paxillus atrotomentosus) bezieht Feuchtigkeit und Nährstoffe aus dem Holz alter Fichtenstubben. Markant ist sein braunsamtiger, kräftiger und oft seitlich stehender Stiel. Zwar irgendwie essbar, aber kein Hochgenuß. Soll eher muffig schmecken und das Kochwasser blau färben.

Gedenkstein an einen verdienten Forstdirektor.

Und genau vor diesem entstand unser heutiges Erinnerungsfoto. 28. Juli 2018.

  Wann startet die nächste Wanderung? – Siehe unter Termine!

14. Juli 2018 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Wiesen – Champignons

Sie führte durch die Wälder bei Groß Raden

Aufbruch in den Rosenower Wald.

Unweit von Sternberg befindet sich der Ort Groß Raden. Bekannt auch durch das Archäologische Freilichtmuseum mit seinem nachgebildeten Slawendorf und Burganlage. Sommers wie winters einen Besuch wert. Hier kann man viel wissenswertes aus jener Zeit, insbesondere über Siedlungsweise und Bräuche der Slawen, erfahren. Wir haben uns aber in der waldreichen Umgebung nach Großpilzen umgeschaut. Zu Anfangszeiten des Steinpilz – Wismar boten wir von hier aus regelmäßig Pilzwanderungen an. Der Rosenower Wald bietet mit Laub- und Nadelbäumen auf unterschiedlichen, meist aber sandigen Böden, diesbezüglich viel Abwechslung. Insbesondere der klassische Pilzsucher kann hier durchaus fündig werden bezüglich Maronen, Pfifferlingen und Steinpilzen. Heute war, bis auf eine Handvoll Pfifferlinge, nichts von genannten Arten zu sehen. Die lange Trockenheit ließ in den sandigen Nadelforsten kaum Frischpilze zu. Besser sah es in den alten Buchenwäldern auf teils kalkhaltigen Böden in Höhe des  Freilichtmuseums aus. Dort konnte der Tatbestand einer Lehrwanderung zumindest ansatzweise erfüllt werden. Hier einige Impressionen:

Auf den besseren, kalkhaltigen Böden unter mächtigen Buchen war das pilzliche Sommerleben inzwischen erwacht. Allerdings immer noch etwas auf Sparflamme.

Unsere jüngste Teilnehmerin fand auch die meisten Pilze. Gleich zu Beginn ein alter, feucht liegender Holzknüppel mit großen Judasohren. Sie waren durch den letzten Regen wieder aufgefrischt.

Auch eine Handvoll Blasser Laubwald – Pfifferlinge (Cantharellus pallidus), es kamen noch einige hinzu, gingen auf ihr Konto. So gibt es heute Abend Rührei mit Pfifferlingen.

Ein, mit stark zersetztem Buchenholz übersäter Standort, brachte gleich mehrere Pilzarten hervor. Hier sind es etwas reifere Gelbstielige Dachpilze (Pluteus romellii). Aber auch der leicht psychoaktive Graublaue Dachpilz war hier zugegen.

Aber auch junge Korallenpilze wuchsen auf dem stark vermoderten Holz. Es dürfte sich um eine junge Steife Koralle (Ramaria stricta) handeln. Da es auch giftige Bauchweh – Korallen, die ähnlich aussehen können, gibt, sollten diese Pilze in der Küche keine verwendung finden.

Je tiefer die Wurzel der Buche, aus dem der Pilz herauswächst, im Boden steckt, desto länger die Pfahlwurzel des Pilzes. Die Hüte des Buchen – Schleimrüblings (Xerula radicata) können ein Mischpilz – Gericht bereichern.

Angeregt durch die letzten Regenfälle schiebt ein gesunder Perlpilz (Amanita rubescens) aus dem Buchenlaub. Rötendes Fleisch, geriefte Manschette, einfache, ungerandtete Stielknolle und grauschorfige Hüllreste auf dem Hut, sind eine sichere Merkmals – Kombination, um ihn vom giftigen Pantherpilz zu unterscheiden.

In dem kakhaltigen Altbuchenwald war heute der scharfe Honig – Täubling (Russula veternosa) die häugste Art dieser umfangreichen Gattung. Die verwaschenen, rosarötlichen Färbungen, die gelben Lamellen in Kombination ihrer Schärfe sowie der Standort charakterisieren diese nicht sehr häufige Art bestens. Ungenießbar.

Dieser Flache Lackporling (Ganoderma lipsiense) befindet sich in seiner Sporulationsphase. Nicht nur er selber, auch seine nähere Umgebung wird dabei mit einbezogen.

Ein vom Goldschimmel bereits völlig überzogener Filzröhrling. Während obiger Lackporling zimtbraunes Sporenpulver abwirft, ist dieses beim Schimmelpilz goldgelb.

Wunderschön, diese „Eintagsfliegen“ aus der Pilzwelt. Ein Scheibchen – Tintling (Coprinus spec.), aber welcher? Es gibt einen Klein- und einen Großsporigen. Leider hatten wir kein Mikroskop dabei.

Ein Kinderspiel ist hingegen die Bestimmung des leckeren Frauen – Täublings (Russula cyanoxantha) durch seine geschmeidigen, verklebenden Lamellen, geht man mit den Fingern drüber. Pilz des Jahres 1997.

Vielen Dank an unsere Berliner Fotografin, die uns so schön in Szene setzte. Übrigens bestand die kleine Wandertruppe, außer meiner Wenigkeit, außschließlich aus sehr netten Berlinern, die gerade in Sternbeg Urlaub machen. 14. Juli 2018 im Rosenower Wald bei Groß Raden.

Wann starten wir wieder in die Pilze? – Siehe unter Termine!

10. Juli 2018 – Treffen der Pilzfreunde

Treffen der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Thema: Missbildungen und ungewöhnliche Wuchsformen bei Pilzen

Kurioses erlebt man immer mal wieder. Hier sind es zwei Wollige Milchlinge (Lactarius vellereus) übereinander. Der eine macht es sich auf dem anderen gemütlich. Er wurde bei der Streckung einfach mit hochgehoben und wird vom unteren Fruchtkörper miternährt.

Ein Themenabend stand heute wieder auf dem Programm. Wir haben uns um kuriose Wuchsformen und Mißbildungen von Pilzfruchtkörpern gekümmert. In Wort und Bild konnten wir anhand verschiedener Beispiele nach möglichen Ursachen forschen. Wie entsteht Riesenwuchs? Welche Umweltfaktoren spielen eine Rolle?  Können Parasiten- und Virusbefall oder auch genetische Defekte ursächlich sein?  Deformierungen der Fruchtkörper bis zur Unkentlichkeit kommen vor. So kann beispielsweise der allbekannte Lacktrichterling plötzlich zur Morchel werden. Maipilze bilden häufig unförmige Fruchtkörperklumpen aus. Es gibt sowohl Zwergen-, wie auch Riesenwuchs.

  Wann treffen sich die Pilzfreunde wieder? – Siehe unter Termine!

08. Juli 2018 – Vereins- und Kartierungsexkursion

Vereinsexkursion der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Ziel war der Fahrenhorst bei Lübz

In Höhe des Bermuda – Dreiecks, an der Elde – Müritz – Wasserstraße, war Treff.

Unsere Vereinsexkursionen sollen in erster Linie der Pilzkartierung dienen. Wir befinden uns hier im Meßtischblatt – Quadranten 2538/2, also deutlich südlicher als unser herkömmlicher Bereich, den wir uns vor vielen Jahren als Grenze der Nordwest – Kartierung Mecklenburgs gesetzt haben. Das bedeutet aber nicht, dass in diesem Gebiet noch keine Bestandsaufnahmen in punkto Pilzvorkommen gemacht wurden. So erschien bereits im Jahre 1956 das Buch „Grundlagen einer Pilzflora des Kreises Lübz“ von Walter Dahnke. Er war ein großer Heimatforscher und Naturkundler in der Region Parchim/Lübz. Ihm zu Ehren wird heute alljährlich der regionale „Walter Dahnke Umweltpreis“ für herausragende Akivitäten und Leistungen im Bereich Umwelt- und Naturschutz vergeben.

Wie dem auch sei, die Umwelt ist ständigen Veränderungen unterlegen und es macht jederzeit Sinn dieses zu dokumentieren oder bekanntes als noch vorhanden wieder zu entdecken. Neues kommt allemal hinzu. In diesem Sinne unternahmen wir heute einen Streifzug durch für uns noch weitgehend unbekanntes Gebiet. Trotz der großen Trockenheit wurden wir den Umständen entsprechend auch fündig. Hier einige Bilder:

Der Elde – Müritzkanal mit dem Bermuda – Dreick, von der dortigen Brücke aus aufgenommen.

Zunächst ging es den bewaldeten Damm an der Wasserstraße entlang.

Es dauerte nicht lange und der erste Frischpilz lachte uns an. Ein Wurzel – Schleimrübling (Xerula radicata) schiebt sich durch das Buchenlaub an`s Tageslicht.

Mit seiner mehr oder weniger langen Pfahlwurzel entspringt er der Pflanzenwurzel seines Wirtsbaumes, der Rotbuche. Kein Wunder, dass er auch bei Trockenheit erscheinen kann. Hüte essbar.

Obwohl er ein Weißsporer ist, verfärben sich die Lamellen bei alten Fruchtkörpern mitunter rosa. Damit könnte er von weniger kundigen Pilzfreunden möglicherweise den Dachpilzen zugeordnet werden. Der Wurzel – Rübling war heute allgegenwertig und damit Aspektbildend.

Hochgewachsene Buchenwälder säumen den Kanal. Sohn Jonas ist inzwischen auch hochgewachsen. Als er noch klein war, hat er hier bereits Pilze gesucht und damals sogar noch mit Begeisterung. Ich habe im Archiv ein Foto, wie er stolz mit einem riesigen Steinpilz posiert, denn er hier gefunden hat.

Aber so richtig ist ihm der damalige Fund wohl nicht mehr bewußt.

Diese Rotbraunen Riesenträuschlinge (Stropharia rugosoannulata) sind bereits jehnseits von gut und böse. Sie wuchsen am Rande eines großen Haufens von Holzhäcksel, direkt am Kanal.

Und direkt oben drauf leuchteten noch viele weitere Pilze. Es handelt sich um Seidige Dachpilze (Pluteus petasatus). Die nicht häufige Art wuchs hier in allen Altersstadien aus dem Häcksel heraus. Gut ist der seidige Glanz auf der weißen Huthaut der ausgereiften Pilze zu sehen.

Ganz jung sind die Fruchtkörper – Anlagen schokoladenbraun. Bei der Streckung zerfällt das braune Velum in zahlreiche Schüppchen. Im weiteren Verlauf vereinzeln diese immer mehr und der seidig – weiße Untergrund wird dominanter. Ein zweiter deutscher Name lautet daher auch Braunschuppiger Dachpilz.

Eine blasse Form der Gelben Lohblüte (Fuligo septica) auf einem liegenden Buchenstamm.

Die gleiche Schleimpilz – Art im fortgeschrittenen Entwicklungsstadium.

Und etwas später nochmals ein Seidiger Dachpilz (Pluteus petasatus). Dieses mal wie es sich gehört, an einem Baumstumpf. Es gibt Jahre, da bekomme ich die Pilzart kaum zu Gesicht. So häufig wie in diesem trockenwarmen Frühling und Sommer fand ich den Pilz noch nie! Möglicherweise handelt es sich um eine thermophile Art.

Dachpilze gehören zu den Freiblättlern. Das heißt, die Lamellen erreichen nicht den Stiel. Sie stehen frei. Außerdem produzieren sie ein fleischrötliches Sporenpulver, das im laufe ihrer Entwicklung auch die zunächst weißen Lamellen entsprechend verfärbt.

Ein alter, mumifizierter Stielporling (Polyporus specc.). Für mich nicht mehr eindeutig zuzuordnen, aber dennoch schön und ein Foto wert.

Solche Kahlschläge erinnern an die wirtschaftsweise zu DDR – Zeiten. Hektarweise wurde abgeholzt und neu aufgeforstet. Das hatte für uns Pilzfreunde negative wie positive Seiten. Ein langjähriges Pilzrevier verschwindet zwar plötzlich, aber aufgeforstete Jungbestände können Jahre später reich an bestimmten Speisepilzen sein und zuvor können solche Kahlschläge im Herbst zentnerweise Hallimasch produzieren.

Und das war unsere kleine Truppe heute: Irena, Robert, Jonas und Reinhold. 08. Juli 2018 im Fahrenhorst.

Wann starten die Pilzfreunde zur nächsten Exkursion? – Siehe unter Termine!

30. Juni 2018 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Wiesen – Champignons

Durch die Jager Tannen bei Dobbertin

Weniger Tannen, vielmehr Kiefern, aber auch Fichten, Birken, Buchen und Eichen finden wir in den Jager Tannen am Dobbertiner See vor. Der Begriff Tannen stammt ursprünglich von der Landbevölkerung, für die ein Nadelwald umgangssprachlich die „Dannen“ waren.

In der Aspektabfolge eines Pilzjahres endet heute der Zeitraum des Frühsommers. Am 01. Juli beginnt also schon der Hochsommer – Aspekt. Bei günstigen Bedingungen kann es an der Pilzfront jetzt schon sehr vielseitig und auch vielverprechend werden. Leider ist dieses zur Zeit nicht der Fall. Monatelange Trockenheit verhindert ein nennenswertes Frischpilzaufkommen. Eigentlich könnten nun immer häufiger wärmeliebende Röhrlingsarten auftauchen. Auch Täublinge und Milchlinge sowie Champignons sind nach kräftigen Regenfällen fast überall präsent und die gesuchten Pfifferlinge können zur Hochform auflaufen. Sie lieben allerdings nasse Sommer, wie den von 2017. Wie dem auch sei, es ist eine Lehrwanderung und zum lernen gibt es immer etwas zu entdecken. Das Waldgebiet grenzt im übrigen an den idyllisch gelegenen Dobbertiner See. Hier einige Impressionen von unserer pilzarmen, dafür aber landschaftlich reizvollen Wanderung:

Zur Einstimmung brachte uns Pilzfreund Robert gleich ein Prachtstück von Wurzel – Rübling (Xerula radicata) mit Korkenzieher aus einem Wald bei Banzkow mit.

Auf geht es! Wir waren heute allerdings nur vier Leute, dem geringen Pilzaufkommen angepaßt.

Dieser Flache Lackporling (Ganoderma lipsiense) hat Hindernisse während seines Wachstums mit eingeschlossen.

Goldschimmel (Hypomyces chrysospermus). Er befällt ausschließlich Röhrlinge, vor allem Rotfüßchen, Ziegenlippen, Maronen – Röhrlinge und Kahle Kremplinge. Giftig!

An einer schattigen Stelle im Gebüsch unzählige, kleine und zarte Blätterpilze. Es sind Gesäte Tintlinge (Coprinus disseminatus). Ohne Speisewert.

An Schlehdorn (Prunus spinosa) finden wir häufig den Pflauen – Feuerschwamm (Phellinus tuberculosus). Er verursacht in den Gehölzen eine wenig aggressive Weißfäule.

Feriensiedlung am Dobbertiner See.

Der Schiefe Schillerporling (Inonotus obliquus), besser bekannt unter der Bezeichnung Chaga, ist ein sehr beliebter Vitalpilz. Das holzig/korkige Innenleben des an Birken vorkommenden Porlings wird zerbröselt und als Tee – Aufguß getrunken. Schade, dass unser einstmals sehr aktive Pilzfreund Jürgen, der kaum eine Wanderung ausließ, verzogen ist. Er gilt als Liebhaber dieses Pilzes und trinkt fast täglich einen Aufguß. Hier hätte er sich bevorraten können. Viele alte Birken und häufig auch vom Tschaga besiedelt. Lieber Jürgen, falls du diese Zeilen lesen solltest, wir haben an dich gedacht und herzliche Grüße nach Brandenburg!

Eine kleine Einbuchtung des Dobbertiner Sees. Mecklenburg ist reich an idyllisch gelegenen Seen und Wäldern! Nicht nur der Ostseestrand bietet Erholung, wer die Ruhe genießen möchte, macht an solchen Orten Urlaub.

Auch eine Boots- und Angeltour bietet sich an. Der Dobbertiner See soll ein klasisches Zander – Gewässer sein. Am besten geht es mit Boot und Echolot hinaus.

Natürlich darf auch gebadet werden.

Zu besseren Zeiten dürfte unter diesen Eichen wohl auch der Pilzfreund auf seine kosten kommen.

Nicht nur der Schiefe Schillerporling war an den alten Birken des öfteren zu sehen, auch Zunderschwämme (Fomes fomentarius) lieben diese Baumart.

Zwischen den älteren Kiefern wird mit Douglasien aufgeforstet. Um die jungen Bäume vor Wildverbiss zu schützen, wurde ein Zaun gezogen.

Der Eichen – Mehltau (Microshaera alphitoides) war auf vielen Blättern zu sehen.

Ein Büschel Glimmer – Tintlinge (Coprinus micaceus) am Fuß einer alten Birke.

Aus technischen Gründen gibt es heute leider kein Gruppen – Foto. Dafür noch ein letzter Blick auf den 400 ha großen und bis zu 11 m tiefen Dobbertiner See. 30. Juni 2018.

Danach begaben wir uns in das beliebte Eiskaffee Kentzler in Dobbertin zum Eisbecher vernaschen. Immer wenn ich hier unterwegs bin, komme ich an dieser Oase nicht vorbei. Hier werden leckerer Kuchen und Torten in Spitzenqualität sowie köstliche Eis – Spezialitäten zu sehr moderaten Preisen angeboten. Ein Besuch lohnt sich immer!

Wann startet die nächste Wanderung? – Siehe unter Termine!

16. Juni 2018 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Wiesen – Champignons

Die Wanderung führte durch den Jassewitzer Busch

Mit einem Alter von bis zu 250 Jahren ist der Jassewitzer Hainbuchenbestand einmalig in unserem Bundesland. 16.06.2018.

Der Jassewitzer Busch ist ein Teilbereich der ehemaligen Staatsforst Jamel. Mit einem Alter von bis zu 250 Jahren sind diese Hainbuchen bereits deutlich über die natürliche Lebenserwartung dieser Baumart hinaus. Im Juni 2001 wurde der märchenhaft anmutende Wald zum Schutzwald erklärt. Ursprünglich dienten die Kopfhainbuchen der bäuerlichen Wirtschaft (Bauernwald) zur Laubheu- und Brennholzgewinnung. Auch wird das Holz der Hainbuche in verschiedenen Handwerksbetrieben gerne verarbeitet. Alle 3 – 4 Jahre wurden diese Bäume beschnitten, so dass sie eine an Kopfweiden erinnernde Erscheinungsform annahmen. Der Jessewitzer Busch nimmt etwa 22 ha ein. Er ist umrandet mit natürlich belassenen Mischwäldern. Im weiteren Umfeld finden wir vor allem Buchen- und Fichtenforste. Siehe auch unter: www.stiftung-naturschutz-mv.de

Es ist zwar erst Mitte Juni, aber wenn die Vorwitterung mitgespielt hätte, währen heute vieleicht auch schon erste, typische Begleitpilze der Hainbuche zu entdecken gewesen. Aber wochenlange Hitze und Trockenheit ließen nur ein Minimum an Frischpilzen zu, davon leider keine typischen Hainbuchen – Begleiter. Ansonsten können im Sommer die nicht seltenen Hainbuchen – Röhrlinge, die von unerfahrenen Pilzsuchern gerne als Birkenpilze mitgenommen werden, auftauchen. Auf den ersten Blick sehen sie auch aus wie ein Kapuziner, sind aber meist etwas kleinwüchsiger und ihr Fleisch verfärbt sich bei Verletzung rasch violettschwärzlich, ähnlich den Rotkappen. Außerdem sind Hainbuchen – Röhrlinge festfleischiger und wohlschmeckender als Birkenpilze. Es gibt noch weitere Begleiter der zu den Birkengewächsen gehörenden Weißbuche, wie sie auch genannt wird. Natürlich wachsen unter ihr auch Allerweltsarten wie Perlpilze oder Speise – Täublinge. Ja, es soll sogar einen speziellen Steinpilz geben, den Hainbuchen – Steinpilz. Heute war von genannten Arten allerdings nichts zu sehen. Hier einige Bilder:

Nur eine Handvoll Pilz- und Naturfreunde versammelten sich bei schwülwarmem Frühsommer – Wetter am Wanderweg zum Jassewitzer Busch.

Rechts des beginnenden Wanderweges informiert eine Schautafel über den einzigartigen Schutzwald.

Die Schautafel mit vielen, wichtigen Informationen.

Wir brechen auf!

Begrüßungs – Logo am Eingang zum Kernbereich des Schutzwaldes. Foto: Ulrich Klerin.

Dieser Phallus ist aufgrund des Wassermangels bereits erschlafft. Gemeine Stinkmorchel (Phallus impudicus).

Die Herbst- und Winterstürme haben auch hier stellenweise für Verwüstungen gesorgt. Nahrung nicht nur für Holzpilze.

Typisch für den Gemeinen Wurzelrübling (Xerula radicata), sind nicht nur seine lange Pfahlwurzel, sondern auch der oft gerunzelte Hut und die Schleimschicht auf selbigem.

Die glasigweißen Lamellen stehen frei und der Hut besitzt wenig Fleisch. Sein Stiel ist steif und brüchig, so dass wir seine Wurzel nicht mit heraus bekommen haben. Essbar, aber minderwertig.

Als teils tierischer Vertreter aus dem Pilzreich oder Zwischenreich von Tier und Pilz (Myxomycet), kann die Gelbe Lohblüte (Fuligo septica) sich fortbewegen. Gut an der Schleimspur zu erkennen, ähnlich einer Schnecke.

Zu dieser Jahreszeit findet man nur alte, abgestorbene Fruchtkörper des Birken – Zungenporlings (Piptoporus betulinus). Der einjährige Porling bildet ab August wieder neue Konsolen aus.

Zweimal im Jahr treibt der Schwefelporling (Laetiporus sulphureus) aus. Zum einen von Ende April bis Mitte Juni und dann wieder von Mitte August bis Anfang Oktober. Aber meist nicht am selben Baum.

Wir erreichen den Jassewitzer Busch. Foto: Ulrich Klein.

Durch beschneiden erhalten die alten Hainbuchen ihr Erscheinungsbild und erinnern an Kopfweiden.

Weit lädt das Kronendach dieser urwüchsigen Bäume aus. Foro: Ulrich Klein.

Ein verwunschener Märchenwald.

Wilde Urwüchsigkeit!

Auch die Rotbuchen am Randbereich können sich sehen lassen! Ulrich Klein war der Fotograf.

Ein schon zähfleischiger Schuppiger Stielporling (Polyporus squamosus) auf einem liegenden Baumstamm.

Auch Feuchtbereiche sind hier vorhanden.

Charakteristisch für die Hainbuche sind ihre knorrig- wulstig geaderten Stamm – Strukturen.

Ein Fall für unseren nächsten Themenabend im Juli – „Ungewöhnliche Wuchsformen bei Pilzen“. So habe ich es beim Rotrandigen Baumschwamm (Fomitopsis pinicola) auch noch nicht gesehen. Dieser Fruchtkörper bildet kugeligen Zuwachs auf der Oberseite aus!

Am selben Stamm etwas höher ein weiterer Fruchtkörper dieser schönen Art. Wir verwenden sie gerne zum Basteln für Adventsgestecke, aber bis dahin ist ja noch ein wenig Zeit!

Junge Flockenstielige Hexen – Röhrlinge (Boletus luridiformis) drängen aus dem vermeintlich trockenen Waldboden. Diese Dickröhrlinge wachsen auch noch bei großer Trockenheit. Sie waren ausgesprochen frisch und saftig. Beim beiseite Zupfen von Gräsern wegen des fotografierens, habe ich sie leider am Hut und Stiel etwas berührt und sie blauten umgehend. Ausgezeichneter Speisepilz. – Will man wirklich bildschöne Schusterpilze finden, so ist das derzeitige Wetter geradezu ideal. Die Pilze werden nicht von Schnecken angefressen, ihre Hüte sind schön samtig und auch die Stiele sind ausgesprochen sauber und farbenfroh. Sie sollten allerdings nicht direkt dem Wind und der Sonne ausgesetzt sein.

Und noch ein Hexenpilz, er wird von Papa, wie es sich gehört, herausgedreht.

Er ist leider nicht mehr der Jüngste, damit es aber für eine Mahlzeit reicht, kann er ausnahmsweise noch mitgenommen werden. Schließlich kam noch ein vierter, größerer, aber jüngerer, hinzu und die Mahlzeit ist gesichert.

Gleich daneben dann der Top – Fund der heutigen Wanderung – der Glänzende Lackporling (Ganoderma lucidum). In einem chinesischen Buch über Heil – und Vitalpilze habe ich gelesen, einen Reishi in natura zu finden, gleicht einem Hauptgewinn im Lotto! Ihm werden unzählige gesundheitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben. Er wird beispielsweise in Kapsel – Form oder als Extrakt im Handel angeboten. Auch Pilzbrut zum selber züchten ist im Angebot. Immerhin gilt er als Pilz der Unsterblichkeit – aber bitte nicht weitersagen!

Der Lotto – Gewinn noch einmal von Ulrich Klein aus einer anderen Perspektive in Szene gesetzt.

Vom Eichenwirrling (Daedalea quercina) sind mir derartige Eigenschaften nicht bekannt. Nur soviel, wer Pilze als Dekoration und zum Basteln verwenden möchte, ist bei dieser Art an der besten Adresse. Die Konsolen erhalten sich nahezu ewig, auch ohne chemischen Behandlung!

Ein Methusalem von Hainbuche oder auch Weißbuche genannt. Die Baumart ist allerdings nicht mit der Rotbuche, sondern mit Birke verwandt!

Eine Feuerstelle lädt zum verweilen ein. Wir entfachten es heute aber nicht. Foto: Ulrich Klein.

Dafür nutzten wir sie für unser Erinnerungsfoto. Geschossen von Ulrich`s toller Kamera. 16. Juni 2018 im Jassewitzer Busch.

  Wann startet die nächste Wanderung? – Siehe unter Termine!

10. Juni 2018 – Vereins- und Kartierungsexkursion

Vereinsexkursion der Pilzfreunde

Sie führte durch den Haushalt Forst bei Zickhusen/Drispeth

In den Buchenwäldern des Haushalt Forstes sind zahlreiche Feuchtbiotope integriert, die noch reichlich Wasser aus den zurückliegenden, niederschalgsreichen Sommer-, Herbst- und Wintermonaten gespeichert haben. Rund um diese Waldttümpel und Gräben herrscht in manchen Jahren eine besonders große Artenvielfalt.

Noch einmal war ein Teilbereich der Haushalt Forst Ziel einer unserer Exkursionen. Es ist sozusagen das Filetstück der drei Forstbereiche, die in alten Flurkarten diesen Namen tragen. Leider gab es hier, wie in fast allen unserer Wälder, forstwirtschaftliche Aktivitäten mit den einhergehenden Störungen für das Pilzaufkommen. Dieses ist besonders hier mit einem lachenden und einem weinenden Auge zu sehen. Viele seltene Arten haben hier ein zuhause gefunden. Insbesondere auch wärmeliebende Pilze. Diese könnten längerfristig vom erhöhten Lichteinfall profitieren. Hier wächst nicht nur der häufige Sommersteinpilz, sondern auch sein naher Verwandter, der Schwarzhütige Steinpilz oder Bronze – Röhrling. Anhängsel – Röhrlinge, Fahle Röhrlinge, Gelbe Rauhfuß – Röhrlinge und Hasen – Röhrlinge sind hier zu hause. Es gibt interessante Täublinge und Milchlinge. Im Herbst Schleierlinge, seltene Korallenpilze, Saftlinge und Schnecklinge. Man könnte die Reihe beliebig forsetzen.

Nun ist es aber noch reichlich früh für die Eröffnung des Raritäten – Kabinets und außerdem sind die Wachstumsbedingungen für Frischpilze aktuell äußerst schlecht, durch die schon monatelange Trockenheit und zeitweilige, hochsommerliche Hitze. Aber gerade derartige Jahre, so unsere Erfahrung, können hier einen Boom auslösen. In heißen Sommern kann es sehr vielseitig werden. Da wir uns aber fast noch im Frühling befinden, und die große Zeit hier von Juli bis September, zumindest was die Sommerarten betrifft, stattfindet, war es heute noch etwas zeitig. Regen ist aber auch hier unabdingbar, um das pilzliche Leben aus der Reserve zu locken. Vorhandene Feuchtigkeit der Sümpfe und Moor – Seen alleine reicht nicht aus. Es erfordert Wasser von oben! Ist es aber einmal losgegangen, so geht es auch ncht so schnell zu Ende. Ganz anders in den Sandwäldern. Hier versickert gefallener Regen ziemlich schnell und die Wachstumssschübe sind kürzer. Wir wollten trotzdem mal schauen, was es heute hier zu entdecken gibt. Das wir muss allerdings in ein ich umgewandelt werden. Es hatte leider keiner Lust, Zeit oder Interesse an diesem heißen Frühsommertag auf eine Waldexkursion zu gehen. Unser langjähriger, harter Kern, der sicher gekommen wäre, ist leider nicht mehr so gut zu Fuß, so dass ich alleine eine kleine Runde durch dieses herrliche Gebiet drehte. Das Frischpilzaufkommen war äußerst gering. Nur an den Rändern der Waassergräben und Tümpel gab es ganz vereinzelte Täublinge. Hier einige Fotos von heute:

Ein toter Buchenstamm wird u. a. vom Echten Zuderschwamm (Fomes fomentarius) abgebaut.

Die Verbindungsgräben zu den einzelnen Waldtümpeln sind noch gut gefüllt. In manchen Jahren führten sie kaum noch Wasser. An ihren Böschungskannten gab es die einzigen Frischpilze, die ich heute entdecken konnte.

So diese jungen und frischen Fleischroten Speise – Täublinge (Russula vesca). Besonders beim linken Exemplar ist die vom Hutrand zurückgezogenen Huthaut zu erkennen. Der Pilz ist eine Köstlichkeit, auch roh genossen.

Wie immer kniete ich mich zum fotografieren hin. Auf die Böschung am Wassergraben. Alles wirkte raschelltrocken, aber sofort war die Hose am Knie durchgeweicht. Ich dachte zunächst, ich hätte eine Schnecke zerdrückt, aber Fehlanzeide! Der augenscheinlich knochentrockene Waldboden war nicht nur feucht, sondern klitschnass. Kein Wunder, dass die Täublinge so frisch waren!

Die zurückliegenden Herbst- und Winterstürme haben auch hier ihre Spuren hinterlassen. Man kann auch den hohen Grundwasserstand erahnen, denn im Wurzelloch steht das Wasser.

Trotz des trockenheißen Sommerwetters haben die Schnecken ihre Spuren hinterlassen. Frauen – Täubling (Russula cyanoxantha).

Nachdem ich unser wichtigstes Kerngebiet umrundet hatte, brach ich ab und trat die Heimfahrt an. In Wismar angelangt, merkte ich am Hafen, wo ich mein Fahrzeug immer parke, dass der Wind auf Nord/Nordwest gedreht hatte. Morgens wehte er noch aus östlicherer Richtung. Das ist hier meist gut wahrnehmbar, da bei dieser Windrichtung von der Holzindustrie am Haffeld her die „Holzfahne“ weht. Allerdings riecht es nicht so angenehm, wie man es sich bei frisch geschlagenem Wald vorstellt. Ein Zeichen für mich, dass in punkto Niederschlag in Wismar wohl nicht mehr viel passieren dürfte. Die Konvergenz ist ohne große Auffälligkeiten unbemerkt durchgezogen und machte nur durch Windsprung auf sich aufmerksam. Mich interessierte aber, was vor dem Windsprung noch möglich sein kann. Nach dem Mittag zog ich mir die aktuellen Daten des HD Wettermodels bezüglich Gewitterbildung bei Kachelmannwetter herein und entschloß mich umgehend, in die südöstlicheren Regionen zu fahren, wo es noch zünden könnte. Hier mein Bericht zur

Gewitterlage am 10. Juni 2018 in MV

Kaum aus Wismar raus, ging es wie an einer Perlenschnur an der Konvergenzlinie in südöstlicher Richtung wie berechnet hoch. Das Foto enstand gegen 12.45 Uhr bei Lübow.

Etwa 10 Minuten später von Jesendorf aus aufgenommen. Ich war schon etwas näher dran und im Hintergrund wird der Himmel milchig. Das ist bereits der Eisschirm eines aktiven Gewitters weiter südlich. Wir werden uns noch begegnen!

Von gleicher Stelle ein Blick in Richtung Westen. Auch hier beginnt es zu quellen, aber nur flach, ohne den nötigen Auftrieb. Hier ist die Luft raus, die Konvergens durch und die Verhältnisse stabiler!

Eine viertel Stunde später aus der Region am Keezer See fotografiert. Langsam wird es ernst, die Quellungen werden mächtiger und bilden eine solide Basis aus. Das ganze beginnt sich zu einer Gewitterlinie zu organisieren. Das es etwas weiter weg schon zur Sache gehen dürfte, lassen die höheren Eiswolken erahnen.

Nach weiteren 20 Minuten stehe ich am Ortseingang der mecklenburgischen Kleinstadt Crivitz. Die Reise endet hier ersteinmal. Ein gigantisches Wolkengebirge hat sich vor und über mir aufgetürmt und massiv mit Feuchtigkeit aufgeplustert. Der Gewitterausbruch steht unmittelbar bevor und ich suchte Schutz bei der dortigen Tankstelle. Bevor sich das Gewitter weiter organsiert und es in kürze zur Sache gehen wird, schnell noch ein Eis geschleckt. Immerhin ist es noch drückend heiß und schwül.

Auch gegenüber, in Richtung Nordosten, geht es jetzt hoch!

Immer besser organisierte Wolkenstrukturen bilden sich heraus und lassen den Unwettercharakter eines Schwergewitters bereits erkennen.

Wilde Strukturen am Böenkragen zeugen von starken Turbulenzen. Von solchen Formationen können auch Tornados ausgehen!

Manche Wolkenfetzen scheinen fast den Erdboden zu berühren.

Die Regen- und Hagelwand kommt bedrohlich nahe. Der Wind frischt stürmisch auf, Blitze erhellen das mystische Spiel und schwere Donnerschläge signalisieren einem, sich unverzüglich in Sicherheit zu bringen.

Der Gewittersturm peitsch den ersten Regen waagerecht durchs Gelände. Die Bäume sind dem Toben der Naturgewalten schutzlos aufgeliefert.

Der Regen erlaubt nur noch wenige Meter Sicht und verschluckt die Landschaft. Ein dicker, gleißend weißer „Hausrüttler“ schlägt kurz nach dem Foto direkt in Blickrichtung auf dem Acker ein.

Im Handumdrehen steht der gesamte Außenbereich der Tankstelle unter Wasser. Es droht in den Verkaufsraum einzudringen!

Das Gewitter zieht in nordöstlicher Richtung ab. Es bewegte sich als geschlossene Gewitterfront auf die Hansestadt Rostock zu. Auch in Vorpommern waren zu diesem Zeitpunkt zahlreiche Gewitterzellen entstanden, die sich verclusterten und zu einer großflächigeren Überregnung führten. Für das Getreide kam der Regen zu spät. Es scheint bereits ausgereift zu sein.

Der Gewitteraufzug in Keez. Foto: Irena Dombrowa.

Große Pfützen auf den Waldwegen der Barniner Tannen bei Crivitz. Das Wasser versickert auf den sandigen Böden fast so schnell, wie es gekommen ist.

Oder verdunstet sogleich wieder, so wie hier im Revier Weiße Krug bei Groß Görnow.

Man könnte fast meinen, im Wald bei Graupenmühle wäre ein Brand ausgebrochen.

Und hier, weil es so schön ist, noch ein Panorama Blick auf das aufziehende Gewitter bei Crivitz. Schön ist auch die Shelfcloud ausgebildet. Ganz herzlichen Dank an Mutter Natur für diesen herrlichen Sommertag mit Musik! 10. Juni 2018.

Wann startet die nächste Vereinsexkursion? – Siehe unter Termine!

02. Juni 2018 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Wiesen – Champignons

Das Haselholz bei Schwerin war unser Zielgebiet

Der 2. Juni gilt bei mir als Stichtag für die ersten, kleinen Pfifferlinge. So wurde es mir von meiner früheren Lehrerin Annalotte Heinrich schon als Kind beigebracht und es stimmt! Lohnen tut sich ein diesbezüglicher Pilzgang mit Erfolgsaussichten aber meist erst ab Mitte des Monats. Hier sehen wir die gelbe Normalform des Eierschwamms (Cantharellus cibarius) gemeinsam mit einer seltenen Albino – Form.

Aufgrund der langanhaltenden, trockwarmen Witterung, war von Pfifferlingsbrut leider nichts zu sehen. Und es kam noch schlimmer, nicht einen einzigen Frischpilz konnten wir ausfindig machen! 

In der Aspektabfolge des Pilzjahres befinden wir uns immer noch im Frühling. Die wichtigsten Vertreter dieser Jahreszeit sind nun aber schon verschwunden. Fans von Morcheln brauchten sich also keine Hoffnungen mehr machen. Andererseits hätten wenigstens Schuppige Porlinge oder die leuchtend gelben Schwefelporlinge noch ergiebig sein können, aber auch die zeigten sich uns heute nicht. Das eigentliche Anliegen einer geführten Lehrwanderung konnte aber wenigstens ansatzweise erreicht werden, denn Holzpilze gibt es immer. Es muss ja nicht gleich alles nur für die Pfanne tauglich sein! Hier einige Bilder:

Diese beiden Löwen begrüßten uns am Eingang des Waldfriedhofs am Haselholz, der gleichzeitig Anfangs – und Endpunkt der heutigen Pilzwanderung war.

Durch diese hohle Gasse muss er kommen – der Eingang zum Haselholz.

Der Friedhof am Haselholz ist Schwerins größter Bestattungsort. Ein weitläufiges Gelände mit einem vielseitigen und pilzfreundlichen Baumbestand. Auf den moosreichen Parkrasen unter Kiefern, Fichten, Birken, Eichen und Buchen dürfte es bei entsrechenden Bedingungen im Sommer und Herbst nur so vor Frischpilzen wimmeln!

Wir mußten uns aber mit Holzpilzen begnügen, die ganzjährig und bei jeder Witterung anzutreffen sind. Hier ist es das überaus häufige Flächige Eckenscheibchen (Diatrype stigma) an einem abgestorbenen Birken – Ast. Der rotbraun bis schwarz gefärbte, resupinate Pyrenomycet, entwickelt sich unter der Rinde und bricht diese schließlich auf.

In der Nacht hatte es etwas geregnet und es war nicht ganz so staubtrocken wie in den meisten anderen Regionen derzeit.

Eigentlich ein vielversprechendes Areal, längst dieses Waldweges mit seiner attraktiven Buchenkannte.

Der Wurzelschwamm (Heterobasidion annosum) ist ein beachtlicher Forstschädling. Inbesondere in Fichten – Monokulturen kann er große Schäden anrichten. Hier wächst er am Fuße einer alten Rotbuche. Er dringt durch die Wurzeln in die Bäume ein und erzeugt eine Stammfäule. Besonders  Ackeraufforstungen können betroffen sein. Es wird auch versucht, mit Phelbiopsis gigantea, dem Großen Zystidenkammpilz, gegenzusteuern. Ein Holzpilz, der auf Kriegsfuß mit dem Wurzelschwamm steht.

Der Korb bleibt heute leider leer.

Der Striegelige Schichtpilz (Stereuem hirsutum) ist einer der häufigsten Holzpilze überhaupt. In nahezu keinem, etwas älteren Laubholz – Bestand, dürfte er fehlen. Seine striegelig – filzige Oberseite und die glatte Unterseite sind typisch für die Art. Diese Konsolen stammen aus der letzten Saison und haben schon reichlich Algen angesetzt.

Ebenfalls sehr häufig kommt der Flache Lackporling (Ganoderma lipsiense) an Laubholzstümpfen und alten Bäumen vor. Hier sehen wir anhand seiner wulstigen Struktur die einzelnen Wachstumsschübe seiner Entwicklung. Links unten wird gerade wieder frisch angebaut (weiß).

Echter Zunderschwamm (Fomes fomentarius) an einem liegenden Birkenstamm. Da aus der Fruchtschicht in dieser Position die Sporen nicht mehr ausgeworfen werden können, wurde sie versiegelt. Bei genug Nährstoffen im Holz, bildet der Pilz oft sogar den ganzen Fruchtkörper um und baut eine neue Fruchtschicht auf. Geotropismus wird das dann genannt.

Wir wanderten auf alten Spuren!

Diese Spur führt nach Parchim.

Dieser Ort kam mir bekannt vor. Sohn Jonas spielte hier gerne in seiner Kindergartenzeit im Schweriner Stadtteil Krebsförden. Erst wenige Jahre her, inzwischen ist er uns über die Köpfe gewachsen. Heute hätte er wohl dafür nur ein müdes Lächeln übrig gehabt, wäre er mit dabei gewesen. Wie doch die Zeit vergeht!

Auch wenn Jonas nicht mehr kommt, die kleinen Frischlinge scheinen trotzdem gut gelaunt zu sein.

Kein Wunder, denn Mama Sau ist ja bei ihnen und gibt ihren Sprößlingen anscheinend Lebensweisheiten zum Besten.

Auch wenn die Körbe leer geblieben sind, die Laune war trotzdem gut und wir hatten eine schöne Wanderung an frischer Waldluft. Das ist ja auch etwas wert. 02. Juni 2018 im Haselholz.

Wann starten wir zu unserer nächsten Wanderung? – Siehe unter Termine!

27. Mai 2018 – Vereins- und Kartierungsexkursion

Vereinsexkursion der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Sie führte durch den Haushalt Forst bei Wiligrad

Eine der in unseren Breiten seltensten Wulstlingarten konnte vor einigen Jahren Raritäten – Jäger Andreas Okrent und meine Wenigkeit unter einer Solitär – Eiche in Wiligrad entdecken. Den Rauhen Wulstling (Amanita franchetii). Auf den ersten Blick könnte man ihn für einen etwas zu klein geratenen Perlpilz halten. Aber Achtung! Keinerlei Röten des Fleisches, dafür gelbliche Flocken am Fruchtkörper und obendrein ist er zumindest giftverdächtig!

Ob wir obige Rarität auch heute zu Gesicht bekommen, denn der Rauhe Wulstling kann schon ab Frühsommer vorkommen? Leider nicht! Heute war es dafür unter besagter Solitär – Eiche viel zu trocken. Interessante Neufunde für dieses Gebiet gab es auch nicht. Wochenlanges Sommerwetter und kaum Regen sowie die noch frühe Jahreszeit erlaubten einfach nichts großartiges. Aber der Haushalt Forst gehört ohnehin zu den am besten untersuchten Wäldern in unserem Einzugsgebiet. Zum Haushalt Forst zählen die drei Waldgebiete Bad Kleinen, Lübstorf/Wiligrad und Zickhusen/Drispeth. Sie sind in manchen Jahren wahre Raritäten – Fundgruben und stets für Überraschungen gut. Insbesondere im Hochsommer und Herbst kann hier richtig die Post abgehen, oder auch nicht! Nicht selten halten die Wälder ihre Schätze tief verborgen, um sie in anderen Jahren im Überfluß darzubieten. Eine wunderschöne Frühlingsexkursion hatten die zwei Pilzfreunde heute aber allemal. Es war eine Wohltat unter dem schattigen Laubdach des mächtigen Buchenwaldes bei schönstem Frühsommerwetter zu wandern. Hier einige Bilder:

Start und Endpunkt war der Schloßpark Wiligrad mit seinen reichhaltigen Rhododendren – Pflanzungen.

Wie auch andere, mehrjährige Porlingsarten, befindet sich der Flache Lackporling (Ganoderma lipsiense) derzeit in seiner Sporulations – Phase.

An vielen alten Buchenstümpfen, sind noch Fruchtkörperfragemente der Geweihförmigen Holzkeule (Xylaria polymorpha) aus dem letzten Spätherbst vorhanden.

Dekorativ, auch wegen des Algen – Ansatzes, kommt dieser Eichen – Wirrling (Daedalea quercina) daher.

Aus größerer Entfernung heran gezoomt habe ich diese Porlinge (Polyporus specc.), um zu klären, um welche Art es sich handelt. Aber das Foto belegt es nicht eindeutig. Ich tendierte zu Sklerotien – Porling. Sehr ähnlich kann nähmlich der Schuppige Porling ausschauen. Zwischen uns und den Pilzen befand sich ein schwer zu überwindender Wassergraben.

Der Sklerotien – Porling (Polyporus tuberaster). Wir fanden ihn etwas später. Leider ist das Exemplar schon ziemlich verwelkt. Oberseits besitzen beide auf gelbbräunlichem Untergrund braune Schuppen.

Hier die Unterseite des Sklerotien – Porlings. Ihm fehlt u. a. der Gurkengeruch, der dem Schuppigen Porling eigen ist. Jung sind beide Arten essbar.

Der Wald ist hier, besonders zu den Hangterrassen zum Schweriner Außensee hin, recht naturbelassen, mit vielen, alten Baumruinen.

Frische Grünblättrige Schwefelkköpfe (Hypholoma fasciculare) und mumifizierte Überreste der selben Art aus dem letzten Herbst. Giftig!

An einer Frischpilz – Oase zahlreiche Breitblättrige Rüblinge (Megacollybia platyphylla). Nur die Pilze, die schon seit gestern aus der Laubstreu empor ragten, haben leichte Trockschäden.

Ein besonders schönes, ungewöhlich gewachsenes Exemplar des Echten Zunderschwamms (Fomes fomentarius). Er ist im Gegensatz zu oben gezeigtem Flachen Lackporling ein Weißsporer.

Kraftvoll verankern sich die Wurzeln dieser Rotbuche (Fagus silvatica) an den steilen Hangterrassen, die unterhalb von Wiligrad zum Schweriner See hin abfallen.

Dieser lag heute fast spiegelglatt in der warmen Sommerluft. Einfach herrlich!

Im Schloßpark Wiligrad sind auch einige Kunsterwerke zu bewundern. Hier sehen wir die Titanic, geschaffen von einem Berliner Künstler.

Und immer wieder Rhododendron.

Schloß Wiligrad in der Mittagssonne.

Der kleine Schloßteich ludt beim Konzert der Frösche und dem Summen der Hummeln zum verweilen ein.

Wann startet die nächste Vereinsexkursion? – Siehe unter Termine!

19. Mai 2018 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Wiesen – Champignons

Es ging durch den Rögebruch bei Pingelshagen

Mit seinen vielen Waldtümpeln und dem alten Baumbestand ist der Rögebruch ein Paradies für Liebhaber natürlicherer Waldgesellschaften. Mitte rechts ist ein Langholz zu sehen, dass mit zahlreichen Getigerten Sägeblättlingen besetzt war.

Pingelshagen ist gleich die erste Ortschaft aus Schwerin – Lankow kommend in Richtung Grevesmühlen. Der Rögebruch liegt linker Hand zur Ortschaft und wird vom Aubach durchflossen. Er ist ein kleineres Waldgebiet, mit überwiegendem Laubholz – Anteil. Während unserer langjährigen Kartierungen konnten wir hier schon allerhand Großpilzarten ausmachen und in unseren Datenbestand aufnehmen. Das Anliegen einer Lehrwanderung wurde zu dieser, noch frühen Jahreszeit, durchaus erfüllt. Für die Küche war zwar nichts dabei, aber einige jahreszeittypische Pilzarten konnten gefunden und erläutert werden. Natürlich spielte wie immer auch die Vorwitterung eine Rolle. So waren durch hohe Niederschläge im letzten Sommer, Herbst und Winter gute Voraussetzungen vorhanden, denn der schwere Boden hatte trotz des derzeit trockenen Sommerwetters noch reichlich Feuchtigkeit gespeichert. Zu dem sind hier zahlreiche Waldtümpel vorhanden, die zusätzlich für feuchte Verhältnisse sorgen. So hatte die kleine Truppe Pilzwanderer heute eine durchaus kurzweilige Pfingsttour bei schönstem Frühsommerwetter. Hier einige Impressionen:

Am Waldeingang begrüßte uns ein schon seit geraumer Zeit liegender Holzstapel. Geschlagen und nicht abgeholt. Ein gefundenes Fressen für Holzpilze!

In diesem Fall sind es Schmetterlings – Trameten (Trametes versicolor), die sich nahezu über den gesamten Stapel hergemacht haben. Sie gehören zu den Müllwerkern des Waldes und werden, sollte das Holz nicht doch noch abgeholt werden, es in den nächsten Jahren völlig entwerten und im Zusammenspiel mit weiteren Pilzarten und Insekten dafür sorgen, dass der Stapel irgendwann zu wertvollem Humus umgewandelt wird.

Inzwischen sind unsere Laubwälder voll ergrünt und auch die Krautschicht hat sich schon üppig entwickelt.

Der Brandkrustenpilz (Hypoxylon deustum) gehört zu den Schlauchpilzen und ist ausgesprochen häufig an Laubholzstubben und teils noch lebenden, alten Bäumen am Stammgrund anzutreffen. Links sehen wir einen schwarzen, ausgereiften Fruchtkörper, rechts ein frischer in grauweißer Färbung.

Der erste Hutpilz ist entdeckt, ein Breitblättriger Rübling (Megacollybia platyphylla).

Weitere Exemplare dieser Großrüblinge sollten folgen. Da ist die wichtigste Frage „Kann man die essen?“ – Ja und nein. Zitat: Handbuch für Pilzfreunde von Michael, Hennig, Kreisel, ältere Auflage vor 1981: „Essbar und von gutem Geschmack“. Nachauflage ab 1981: „giftig!“ – Von einem Extrem zum anderen. Fakt ist, der Pilz ist im wesentlichen ungefährlich, aber nicht empfehlenswert, da nicht schmackhaft! Aber über Geschmack läßt sich bekanntlich streiten.

Sehr ähnlich, aber wesentlich kleiner, kommt der Buchenwald – Wasserfuß (Hydropus subalpinus) daher. Bricht man die Stiele durch, so soll eine wässrige Flüßigkeit austreten – Wasserfuß! – Ohne Speisewert. Wächst auf kleinen, im Boden liegenden Buchen – Ästchen.

Der Grünblättrige Schwefelkopf (Hypholoma fasciculare) gehört zu den anspruchlosesten und häufigsten Stubbenpilzen. Fast ganzjährig können wir ihn an und auf Nadel- und Laubholzstubben und deren Wurzelausläufern finden. Schwefelgelbe Stiele, grünliche Lamellen und bitterer Geschmack kennzeichnen diesen Giftpilz. In Ostasien soll er für viele Pilzvergiftungen verantwortlich gemacht werden, da speziell die Japaner Bitterstoffe lieben.

Immer wieder schwimmen in den Waldtümpeln Holzstücke, die mit zahlreichen Pilzfruchtkörpern besetzt sind. Es handelt sich um Getigerte Sägeblättlinge. Auf diesem Langholz sind rechts die Reste der bereits vergangenen Vorgänger – Generation zu erkennen und links die frischen Fruchtkörper.

Der Getigerte Sägeblättling (Lentinus tigrinus) ist auf feuchte Standorte angewiesen und fruktifiziert fast immer in Gewässernähe, oft auf Holz, dass völlig und frei im Wasser schwimmt. Der schuppige Hut und die gesägten Lamellenschneiden sowie sein Habitat auf Laubholz kennzeichnen diesen nicht sonderlich häufigen und ungenießbaren Blätterpilz sehr gut.

Ein recht hoher Anteil von Altholz bietet vielen Organismen eine Lebensgrundlage. Im Hintergrund sehen wir Fruchtkörper des Echten Zunderschwamms am liegenden Buchenstamm.

Wirklich ein kleines Paradies!

Leider sind diese Schwefelporlinge zum essen schon etwas zu weit, riechen tun sie aber mimmer noch sehr appetitlich.

Besonders auf der Unterseite ist das namensgebende Schwefelgelb gut ausgeprägt, während auf der Oberseite eher orange Farbtöne überwiegen. Ist er noch weichfleischig und saftig, kann er in Scheiben geschnitten und panniert wie Schnitzel gebraten werden. Roh ist der Pilz hingegen giftig!

Der essbare Frühlings – Ackerling (Agrocybe praecox) gehört zu den Dunkelsporern.

Dieser Flache Lackporling (Ganoderma lipsiense) befindet sich in der Sporulations – Phase. Er streut zimtfarbenes Sporenpulver ab. Ein junger Baumtrieb wurde beim Wachstum mit eingeschlossen und nicht bei Seite geschoben.

Auf diesem alten Stubben ist kein Bauchpilz gewachsen, sondern ein Porling, der etwas aus der Art geschlagen ist. Ein unerfahrener Pilzfreund hätte wohl kaum eine Chance, diesen Pilz korrekt bestimmt zu bekommen, denn so ist er in keinem Pilzbuch abgebildet. Es handelt sich um eine Buckel – Tramete (Trametes gibbosa). Standortfoto im Rögebruch.

Leicht zu bestimmen und unverkennbar sind diese, wenn auch schon ziemlich alten Konsolen des Eichen – Wirrlings (Daedalea quercina).

Unser Gruppenfoto von heute – eine wahrlich kleine Truppe, aber dafür war es um so schöner! 19. Mai 2018 im Rögebruch.

Für die schlechte Bildqualität bitte ich um Entschuldigung. Meine Kamera kommt wohl in die Jahre!

Wann startet die nächste Pilzwanderung? – Siehe unter Termine! 

15. Mai 2018 – Treffen der Pilzfreunde

Treffen der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

 Filmbeiträge aus den 1990er Jahren

Pilzausstellung in den 1990er Jahren im Wismarer Rathaus.

Am heutigen Abend haben wir uns Filmbeitrage aus den 1990er Jahren angeschau, die während meiner Zeit als städtischer Pilzberater beim Umweltamt der Hansestadt Wismar entstanden. Kameramann Eberhard Welz hat damals so einiges in Wort und Bild festgehalten und mir das Material im vergangegen Jahr zur Verfügung gestellt. Ob mit Schülern im Wald, in der Pilzberatung oder während unserer alljährlichen Großpilzausstellungen, die damals im Raum 28 des Wismarer Rathauses stattfanden, es ist einiges zusammengekommen. Nun sind es schon fast historische Aufnahmen.

Wann trefen sich die Pilzfreunde wieder? – Siehe unter Termine!

05. Mai 2018 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Wiesen – Champignons

Sie führte den Franzosenweg in Schwerin entlang

In Höhe des Schweriner Märchenschlosses, dem schönsten, deutschen Landtagssitz, starteten wir zu unserer heutigen Pilzwanderung.

Der Franzosenweg zieht sich in unmittelbarer Nähe des Schweriner Innensees entlang. Er ist teils bewaldet, teils von parkartigem Charakter und führt vom Schloßpark bis zum Zippendorfer Strand. Den Franzosenweg im Rahmen einer Pilzwanderung zu begehen, war schon lange ein Wunsch von mir. Heute wurde er Wirklichkeit. Ich wußte, dass es hier im Frühling durchaus Interessant sein kann, da sowohl Morcheln wie auch Maipilze vorkommen können. Beide Arten waren neben weiteren Frischpilzen vertreten, die Mengen hielten sich jedoch sehr in Grenzen. Dafür hatten wir schönstes Frühlingswetter und die ergrünende und erblühende Natur entschädigte allemal. Hier einige Bilder von heute:

Wo die napolionischen Soldaten einst marschierten und sicher alles andere als Pilzsesuchen im Kopf hatten, wanderten wir bei schönstem Wetter immer entlang am Ufer des Schweriner Innensees, durch Wälder, Parks, Villenviertel und dem Zoo.

Sieht man sie in anderen Regionen Mecklenburgs eher selten, so sind rund um den Schweriner See, speziell um die Landeshauptstadt herum, zahlreiche Misteln auf vielen Bäumen angesiedelt.

Seeblick auf einen Teil der Landeshauptstadt.

Unser jüngster Teilnehmer hat Pilze entdeckt.

Es sind Gemeine Feuerschwämme (Phellinus igniarius), die gerne an alten Weiden in Gewässernähe zu finden sind.

Der auch Falscher Zunder- oder Feuerschwamm genannte, harte, mehrjährige Porling, ist außer an Weiden auch von Ahorn, Erle, Birke, Buche, Esche, Pappel, Linde u. a. Laubhölzern nachgewiesen. Als Wundparasit erzeugt er im Holz eine Weißfäule.

Der Schmalblättrige- oder Frühlingsmürbling (Psathyrella spadiceogrisea) ist von März bis Juni häufig in feuchten Wäldern zu finden. Hier wuchsen sie auf einer Rasenfläche in unmittelbarer Seenähe. Essbar.

Eine köstliche Speisemorchel (Morchella esculenta) auf der Rasenfläche am See.

Auf im Boden versteckter Holzunterlage wuchsen diese Samtfuß – Winterpilze (Flammulina velutipes). Der beste und schmackhafteste Speisepilz der Wintermonate. Vereinzelt kann er auch ganzjährig, selbst im Hochsommer gefunden werden.

Hier gibt es immer etwas zu entdecken!

In diesem Fall sind es Glimmer – Tintlinge (Coprinus micaceus). In Verbindung mit Alkohol giftig!

Die Schwefelporlinge an dieser umgestürtzten Weide waren leider schon abgeschnitten, aber zum Turnen ist sie allemal noch zu gebrauchen.

Bei Rötlingen unter Rosengewächsen handelt es sich um diese Jahreszeit meist um Schild- oder Schlehen – Rötlinge. Hier standen aber noch andere Gehölze dazwischen und der schmächtige Habitus spricht eher für den April – Rötling (Entoloma aprile). Essbar sind alle drei genannten Arten, allerdings roh giftig!

Wenige Schritte weiter die nächsten Speisemorcheln (Morchella esculenta). April – Rötlinge und Morcheln teilen meiner Erfahrung nach gerne den Standort.

Ein noch butterweicher und dickwulstiger Schwefelporling (Laetiporus sulphureus) quillt aus einem liegenden Baumstamm. Jung ein beliebter Speisepilz, das Hähnchenfleisch für Vegetarier. Aber auch hier gilt: gut durchgaren!

Blick über den Faulen See.

Endlich die ersten Maipilze (Calocybe gambosa). Leider waren die meisten mir bekannten Standorte auf Rasenflächen stark geschädigt. Während der Rasenmahd wurde gleichzeitig der Boden fast umgepflügt und die Pilze vernichtet. Nur an den Rändern zu den Gehölzen waren noch Maipilze zu finden. Die meisten waren aber vertrocknet oder stark vermadet.

Blasenförmige Becherlinge (Peziza vesiculosa) finden wir auf Stroh und anderen, faulenden Pflanzenresten. Die Außenseiten der blasigen Apothezien sind deutlich weißkleiig und die innere Fruchtschicht ist glatt und glänzend. Hier zusätzlich mit Schnecke. Essbar, aber minderwertig.

Aus der Schnittfläche eines Baumstumpfes wachsen zahlreiche Schuppige Porlinge (Polyporus squamosus) heraus. Sie sind noch jung und zart und können somit der kulinarschen Nutzung zugeführt werden.

Am Ende war wenigstens ein Körbchen halbwegs mit Esspilzen gefüllt. Guten Appetit!

An der Schleifmühle schloß sich der Kreis.

Eine Handvoll Pilzfreunde auf unserem Erinnerungsfoto. Wenig Leute, einige Pilze und wunderbares Wetter prägten diese Wanderung in herrlicher Umgebung.

Wann startet die nächste Pilzwanderung? – Siehe unter Termine!

27. – 29. April 2018 – Pilzseminar in Mecklenburg

Ein Pilzwochenende in Mecklenburg

Frühlingsseminar 2018

Speisemorchel (Morchella esculenta) im April 2017.

27. – 29. April 2018 in Keez (Keezer Schmiede), bei Brüel (19412). Das Grundstück liegt direkt an der B 104. Etwa 3 Km aus Richtung Brüel, rechter Hand zur Straße, etwa 100 m vor der Einfahrt zum Dorf Keez, Dorfstraße 1 . Aus Richtung Schwerin kommend, das letzte Grundstück links zur Fahrbahn. Bitte nicht in den eigentlichen Ort Keez fahren! Die Häuser am Abzweig von der Bundesstraße nach Keez sind die Keezer Schmiede! In begrenzter Anzahl sind Parkmöglichkeiten auf dem Grundstück vorhanden. Ansonsten können Fahrzeuge auch an den Abzweigen nach Keez oder Golchen geparkt werden.

Wie schon in den Jahren zuvor, haben wir auch in diesem Frühjahr wieder zu einem „Pilzwochenende in Mecklenburg“ eingeladen. Sowohl Theorie wie auch Praxis standen auf dem Programm. Schwerpunkt bildeten Exkursionen durch die waldreiche Umgebung bis hin an die Ostseeküste, um die begehrten Frühlingspilze in ihrer natürlichen Umgebung aufzuspüren und auch neues kennenzulernen. Mit 25 gemeldeten Teilnehmern + Veranstalter und Referenten waren wir voll ausgebucht.

Der Steinpilz – Aufsteller signalisierte den Anreisenden unsere Außenstelle in Keez und den Ort des Geschehens.

Hier das Programm:

  • Freitag, der 27. April – Theorietag. Ab 12.00 Uhr Anreise. 14.00 – 20.00 Theorieteil mit unserem Pilzexperten Ulrich Klein. Nach dem Abendbrot gemütliches beisammensein und besprechung der Exkursionsgebiete.

Ulrich Klein während seiner Erläuterungen und Ausführungen.

Viele gespannte Zuhörer. Foto: Heike Bunk.

Nicht nur ich habe wieder einiges dazugelernt. Beispielsweise das wir in Zukunft unsere Pilzwanderungen unter dem Oberbegriff „Wald – Baden“ stellen sollten.

Fachsimpeln während der Vortragspause. Foto: Heike Bunk.

Zum Schluß seiner Präsentation erhielt Ulrich wie immer ein kleines Dankeschön. Unter anderem eine flauschig weiche Stoffmatte mit Steinpilz – Motiv. Rechts von ihm Lebensgefährtin Anke und links Gastgeber Reinhold Krakow.

Wie immer hatte ich im Außenbereich eine kleine Ausstellung vorbereitet. Foto: Heike Bunk.

  • Sonnabend, der 28. April – Exkusionstag. Nach dem Frühstück brachen wir gegen 09.00 Uhr zu einer Tagesexkursion an die Ostseeküste am Klützer Winkel auf. Hier mußten noch Autos von A nach B umgesetzt werden. Am späten Nachmittag kehrten wir bei Anke und Ulrich in Arpshagen ein. Anke hatte für uns eine festliche Kaffee – Tafel vorbereitet. Im Anschluß fuhren alle wieder nach Keez. Irena servierte mit Hilfe ihrer Schwester ein warmes Abendbrot. In gemütlicher Runde ließen wir den schönen Tag ausklingen, denn auch das Wetter zeigte sich von seiner freundlichen Seite.

Ankunft auf dem Strandparkplatz bei Groß Schwansee.

Aufbruch in Richtung Strand.

Die fast 30- köpfige Gruppe sollte sich bald zerstreuen.

Es dauerte nicht lange und die erste Morchel wurde entdeckt. Sie wurde ein beliebtes Foto – Motiv.

Und auch ich möchte natürlich ein Standortfoto für den Bericht schießen. Silja Petersen aus Hamburg erzielte während dessen diesen Schnappschuß.

Käppchen – Morchel (Morchella gigas). Leider waren, im Gegensatz zu anderen Jahren, heute nicht viele von ihnen vertreten.

Mehrfach waren diese kleinen, warmbraunen Blätterpilze zu finden. Es dürfte sich mit großer Wahrscheinlichkeit um das Frühlings – Samthäubchen (Conocybe aporos) handeln. Da es weitere, ähnliche, beringte Arten in der Gattung gibt, sollten sie sicherheitshalber mikroskopiert werden. Vor allem zu anderen Jahreszeiten. Giftverdächtig!

Das Wetter und die Landschaft sind herrlich.

Es dauerte nicht lange und die ersten Maipilze (Calocybe gambosa) der Saison wurden entdeckt.

Eine gepfleckte Lindenallee führt hinauf zum Schloss Groß Schwansee.

An feuchteren Stellen des Erlen/Eschenwaldes wuchsen hier und da einige Schmalblättrige oder Frühlings – Mürblinge (Psathyrella spadiceogrisea). Sie sind essbar, aber meist wenig ergiebig.

Drei Herrn unter Buchen im Trio. Foto: Heike Bunk.

Unter diesen erregten schwarzen Mumien von Blätterpilzen, sozusagen im Trauergewand, das Interesse der Pilzfreunde. Es handelt sich um vorjährige Sprödblättler, nähmlich um Dickblättrige Kohlentäublinge (Russula nigricans).

Diese Judasohren (Hirneola auricula – judae) waren dem frischen Seewind ausgesetzt. Ihre Ränder sind eingetrocknet.

Annemonen – Becherlinge (Dumontinia tuberosa) gab es stellenweise als Massenpilze. Hier wuchsen sie sowohl bei Scharbockskraut, als auch bei Buschwindröschen. Standortfoto.

Oliver Justus aus Berlin versuchte mit diesem Schnappschuß das Massenvorkommen, welches sich über ein größeres Gebiet erstreckte, erahnen zu lassen.

Diese Gugelhupf – Maipilze hatte uns Pilz – Tommi aus Berlin mitgebracht. Wir ließen sie uns auf der Zwischenrast schmecken.

Eigenartige Strukturen auf der Unterseite dieses Flachen Lackporlings (Ganoderma lipsiense).

Wunderschöne Farben und Zonierungen auf der Oberseite. Der grünliche Belag wird durch Algenbewuchs hervorgerufen.

Auf modernden Pflanzenresten wie Heu und Stroh, hier war es altes Laub, findet sich vom Frühling bis zum Herbst der Gold – Mistpilz (Bolbitius vitellinus) ein. Der hübsche Blätterpilz, der den Tintlingen nahe steht, besitzt keinen Speisewert.

Schuppige Porlinge (Polyporus squamosus). Wir finden sie an altem Laubholz. Ihre Größe und der Geruch nach frischen Gurken kennzeichnen diesen jung essbaren Holzbewohner.

Und es gab sie doch – Speisemorcheln (Morchella esculenta) unter Eschen. Jung und frisch! Standortfoto Silja Petersen.

Zwar nur drei Stück, aber dafür wunderbar frisch. So wie es aussieht, handelt es sich um junge Dickfuß – Morcheln (Morchella esculenta, var. crassipes). Sie können riesig groß werden. In der Vegetation waren sicher noch etliche versteckt und werden sich in den nächsten Tagen strecken.

Blick auf die Lübecker Bucht. Zeitweise brauten sich dunkle Wolken zusammen, die aber nur wenige Tropfen fallen ließen.

Eine verdiente Pause der Vorhut! Wo bleiben nur die anderen? Foto: Pilzfreunde Leipzig.

Oliver und Tommi aus Berlin setzen zum Endspurt an.

In diesem Bereich fanden wir vor Jahren, während einer öffentlichen Pilzlehrwanderung, nahezu monströse Dickfuß Morcheln. Heute leider Fehlanzeige!

Dafür konnte Sohn Jonas direkt am Strand diese schönen Seesterne (Asterias rubens) entdecken.

Auch Fingerhut – Verpel (Verpa conica) sind hier traditionell zu hause. Sie sind essbar, aber nicht sonderlich ergiebig.

Endlich geschafft. Nun heißt es warten, bis die restlichen Autos vom Parkplatz Groß Schwansee geholt sind. Danach fuhren wir alle nach Arpshagen wo uns eine festlich gedeckte Kaffee – Tafel erwartete.

Es kann nicht mehr lange dauern. Foto: Heike Bunk.

Dieses steinpilzige – Logo begrüßt alle Gäste auf der Grundstückseinfahrt bei Anke und Ulrich.

Stellvertretend für weitere, leckere Tortenkreationen, soll dieses Foto stehen, die unsere Gastgeberin Anke Weselow extra für uns gezaubert und serviert hat.

Wir danken Anke (Im Hintergrund links stehend, neben Heike Bunk von den Sächsischen Pilzfreunden) sehr herzlich!

Wieder zurück in Keez wartete auf uns ein warmes Abendessen, dass sich alle redlich verdient hatten. Zwar war es sehr schön an der Ostsee, aber für manchen waren die 9 Km eine nicht alltägliche Herausforderung. Foto: Heike Bunk.

Für die liebevolle und köstliche Bewirtung an allen drei Tagen gebührt Gastgeberin Irena Dombrowa der herzlichste Dank aller Teilnehmer! Foto: Heike Bunk.

  • Sonntag, der 29. April – Nach dem Frühstück gab es einen Beamer – Vortrag von Christopher Engelhardt aus Lübeck. Dabei standen Schlauchpilze im Mittelpunkt. Hier vor allen Kleinarten auf Pflanzenresten und auch Kot! Wunderbare Mikro – Aufnahmen von Sporen, Schläuchen, Septen und Zystiden begeisterten die Teilnehmer. Ein wenig beachtetes Feld der Mykologie bei den meisten Pilzfreunden.

Gespannte Zuhörer und Zuschauer während des Vortages von Chris in unserem Schulungsraum in Keez.

Wie bereits Ulrich am Freitag, überreichte ich auch Christopher eine flauschig weiche Matte mit Naturmotiven als Dankeschön für seine Mühen und den überaus interessanten Vortrag.

Ich hatte auch einen Tisch mit Info – Material und teils antiquarischen Pilzbüchern vorbereitet, der reges Interesse fand.

Im Anschluß zeigte ich noch einen Film zur allgemeinen Pilzkunde und Verhütung von Vergiftungen. Am späten Vormittag starteten dann alle zu unserer Abschlußexkursion. Dafür hatte ich die Wälder um Tarzow und Jesendorf ausgesucht.

Bei unserer Ankunft im Wald gab es zunächst Mittag an frischer Luft.

Oder man entspannte als begleitender Vierbeiner auf dem warmen Sand.

Dann ging es aber los.

Hier und da in den Kiefern einige Bittere Zapfenrüblinge (Strobilurus tenacellus). Bittere Würzpilze.

In fetter Krautschicht einige Maipilze (Calocybe gambosa).

Der Rehbraune Dachpilz (Pluteus atricapilus) wirft fleischfarbenes Sporenpulver ab, wächst vorwiegend auf Laubholz und gehört zu den Freiblättlern. Außerdem ist er essbar.

Sind ansonsten die kleinsten der Großen für Chris Engelhardt von Bedeutung, so kann er sich aber auch von den größten des Pilzreiches begeistern lassen. Hier sind es Schuppige Porlinge (Polyporus squamosus).

Aber auch diese starten zunächst relativ klein.

Hoch an einer alten Birke erfreute der Schiefe Schillerporling (Inonotus obliquus), besser bekannt als Chaga. Er wird einen gesunden Tee – Aufguß liefern.

Geotropismus nennt man die Fähigkeit mancher Porlinge ihre Fruchtkörper bei Schieflage derart umzubauen, dass die Fruchtschicht wieder nach unten zeigt um den Sporenabwurf zu gewährleisten. Hier beim Echten Zunderschwamm (Fomes fomentarius).

Kiefern und Birken auf grobkörnigen Kiesböden. Auch im Frühling schon eine gute Adresse. Heute zwar nicht, aber in günstigeren Jahren gibt es hier um diese Zeit sogar schon Butterpilze.

Heute waren nur einige Bittere Zapfenrüblinge (Strobilurus tenecellus) vertreten.

Kaum zu glauben, aber vor wenigen Jahren hatte ich in dieser kargen Kieferngegend mit Raritäten – Jäger Andreas Okrent sogar Speise – Morcheln gefunden!

Heute waren es nur sterile Unterteile von Beutel – Stäublingen (Calvatia excipuliforme) vom letzten Jahr.

Schließlich gab es noch Kaffee und Kuchen von unserer guten Seele Irena (im Hintergrund) und Schwester Betty (links) serviert.

Viele unserer weitgereisten Gäste traten danach die Heimfahrt an. Der Rest vom Schützenfest schaute noch einmal für ein Stündchen in den Jesendorfer Wald und das sollte sich durchaus lohnen!

Zunächst waren es zwei Rötlinge. Wir vermuteten den Scherbengelben Rötling (Entoloma cetratum).

Chris legte sie unter das Mikroskop und sandte mir diese Aufnahme zu. Die Mikromerkmale bestätigen im großen und ganzen unsere Vermutung, nur die Hutoberfläche mit ihren Schüppchen ist etwas irritierend.

Es dauerte nicht lange und die ersten Nester von Frühjahrs – Lorcheln (Gyromitra esculenta) wurden entdeckt. Der wichtigste Unterschied zu den Morcheln sind die hirnarigen Windungen des Hutes.

Teils üppig ausgebildete Fruchtkörper von Schildförmigen Scheibenlorcheln (Gyromitra ancilis) sollten folgen.

Pilzfreund Jürgen Horn fand sogar beide Arten eng miteinander verbunden. Sie teilen also gerne ihren Standort, zumindest dort, wo reichlich modriges Nadelholz im Waldboden vorhanden ist. Das Foto symbolisiert auch ihre nahe Verwandtschaft. Während die Frühjahrs – Lorchel bei uns in Mitteleuropa nach wie vor als unberechenbarer Giftpilz gilt, wird sie in Nordosteuropa als wertvoller Speisepilz geschätzt, natürlich nur bei Beachtung aller erforderlichen Vorsichtsmaßnahmen. Auch die Scheibenlorchel ist zumindest roh giftig, wurde gut durchgegart von uns aber ohne Folgen des öfteren verspeist.

Nun gab es kein halten mehr. Nach so langen Suchen konnte nun endlich gesammelt werden.

Auch Betty Mews, die Schwester von Irena, war verblüfft und begeistert über diese, ihr bisher völlig unbekannten Pilze.

Pilz – Tommi aus Berlin hatte doppelt Glück. Zum einen über die vielen Pilze, zum anderen, dass ihm jemand einen Korb dafür geliehen hatte.

Mit knapp 30 Pilzfreunden aus nah und fern, darunter allein 11 Mitglieder der Fachgruppe Mykologie Leipzig, war unser diesjähriges Frühlingsseminar das bisher bestbesuchteste überhaupt. Dafür danke ich allen Teilnehmer auf das herzlichste! Sie haben dem Steinpilz – Wismar für drei Monate das Überleben gesichert und hoffentlich auch viele gute Eindrücke, neues Wissen und Erfahrungen mit heim genommen. 28.04.2018 am Ostseestrand von Groß Schwansee.

Wir möchten uns außerdem bei Anke Weselow und unseren Referenten Ulrich Klein und Christopher Engelhardt sowie auch bei allen anderen ganz herzlich bedanken, die uns eine zusätzliche Spende oder das eine oder andere Geschenk mitbrachten!

Teilnahmegebühr war: 50.00 €

Hinzu kamen 35,00 € für unser Verpflegungsangebot. Das waren jeweils 2 – 3 mal Kaffee + Kuchen, 2 mal Abendbrot und 2 mal Mittag.

Anmeldung zu weiteren Seminaren (Siehe unter Termine) können schriftlich unter Steinpilz – Wismar, ABC Straße 21 in 23966 Wismar erfolgen oder per E – Mail unter steinpilz.wismar@t-online.de

Anfragen unter Tel: 03841/228917 oder Handy: 0173/6977219

Übernachtungsmöglichkeiten können in Zukunft wieder im begrenzten Umfang angeboten werden.

Wer also Lust hat mit uns ein hoffentlich schönes Pilzwochende in Mecklenburg zu verbringen, ist auch weiterhin sehr herzlich eingeladen.

21. April 2018 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Wiesen – Champignons

Am Ufer des Schweriner Sees von Gallentin bis Wiligrad

Still lag der Schweriner See heute im strahlenden Sonnenschein und die mächtigen Buchen an seinem Saum lassen die Knospen platzen.

Heute wanderten wir einmal mehr unsere schon so oft begangene Route am Ufer des Schweriner Sees, von Gallentin bis Wiligrad, entlang. Also die klassische Morchelstrecke. Der Zeitpunkt dafür war fast richtig gewählt. Aber ebend nur fast! Der lange Winter hat die Entwicklung etwas verzögert. Die Natur tut derzeit alles, um den Rückstand aufzuholen, beispielsweise mit herrlichem Sommerwetter mitten im April. Aber wir waren dann doch einige Tage zu früh. In punkto Morcheln und auch sonst in Bezug auf Frischpilze war kaum etwas auszumachen. Mitte April bis Mitte Mai erleben diese leckeren und teuren Delikatessen ihren kurzen Jahresauftritt. Da ist es nicht ganz einfach, bei der Terminfestlegung im Januar, genau den richtigen Zeitpunkt zu erwischen. Wenn der Löwenzahn die Landschaft in einem üppigen Gelb erstrahlen läßt, ist der Morchel – Aspekt auf dem Höhepunkt angelangt. Dieser beginnt aber gerade erst seine Blühphase. Wie dem auch sei, das Wetter jedenfalls war traumhaft und entschädigte allemal. Schöner kann man sich einen Frühlingstag nicht wünschen. Kaiserwetter vom feinsten! Hier einige Impressionen:

Start in Gallentin.

Etwas kritisch wird der erste Fund in Augenschein genommen. Ein Flacher Lackporling ist natürlich nichts für den Kochtopf des Feinschmeckers.

Still ruht der See an diesem wunderschönen Frühlingstag.

Der Brandkrustenpilz (Hypoxylon deustum) bekommt zuwachs!

Das Scharbockskraut (Ficaria verna) streckt seine gelben Blütenstände der Sonne entgegen und wartet auf Gäste um ihren Pollen los zu werden. Eine Vitalpflanze der Seeleute in früheren Zeiten, da die Blätter vorbeugend gegen Skorbut (Vitamine C – Mangel) eingenommen wurden. Setzt die Blühphase ein, wird die Pflanze in allen Teilen giftig!

Die Schmetterlingstramete (Trametes versicolor) wird als Vitalpilz genutzt. So beispielsweise in der Naturheilkunde unterstützend in der Krebstherapie.

Die Tage dieser mächtigen Buche sind gezählt. Sie ist bereits weitgehend abgestorben und wird sicher einem der nächsten Stürme zum Opfer fallen. Obwohl, sie ist eigentlich schon den Pilzen zum Opfer gefallen, wie bereits von weitem zu sehen.

Der Echte Zunderschwamm (Fomes fomentarius) hat ihr schon mächtig zugesetzt. Der Schwächeparasit baut das Lignin im Holz ab (Weißfäule).

Obwohl an geschützten, sonnigen Stellen, immer mehr Blüten des Löwenzahns erscheinen, war heute leider keine Morchel ausfindig zu machen.

Neben unzähligen weißen und gelben Blüten erfreuten uns auch immer wieder diese Waldpfeilchen (Viola reichenbachiana) mit ihrem Violettblau.

Durch Luft- und Sonnentrocknung gut konservierte Winter – Stielporlinge (Polyporus brumalis). Ungenießbar.

Relikt aus dem Spätherbst. Die Geweihförmige Holzkeule (Xylaria hypoxylon).

Der Rotrandige Baumschwamm (Fomitopsis pinicola) befindet sich in der Sporulations – Phase und wirkt daher wie bemehlt.

Im Wurzelbereich einer alten Buche brechen unzählige, kleine, zarte Blätterpilzchen hervor – Gesäte Tintlinge (Coprinus disseminatus). Ohne Speisewert.

Der Laubholz – Harzporling (Ischnoderma resinosum) bildet normalerweise vom Stamm oder Stubben abstehende Konsolen, kann gelegentlich aber auch großflächig resupinat auftreten, mit nur kleineren Hutkannten. Oft ist bei ihm ein anisartiger Duft wahrnehmbar. Ungenießbar.

Die auf Buchen – Stubben häufige Buckel – Tramete (Trametes gibbosa) neigt im laufe ihres Daseins dazu, von Algen besiedelt zu werden.

Dieser Weichritterling (Melanoleuca specc.) war bereits stark vertrocknet. Für einen möglichen Kurzstieligen Weichritterling ist mir der Stiel dann doch etwas zu lang. Obwohl die Stiellänge dann doch eher ein subtiles Merkmal darstellen dürfte. Weichritterlinge sind im Prinzip alle essbar.

In Höhe Wiligrad geht es die steilen Hangterrassen hinauf mit einem letzten Blick auf den Schweriner See mit der sogenannten Liebesinsel in der Bildmitte.

Und Schloß Wiligrad thront majestätisch hoch oben.

Im neu gestalteten Schloßpark erwartet den Besucher eine Blütenpracht. Standesgemäß dabei natürlich auch die Kaiserkrone (Fritillaria imperialis), obwohl hier nur mecklenburgische Großherzöge residierten. Allerdings soll auch Kaiser Wilhelm  zu Gast gewesen sein. Das paßt dann ja! Die Pflanze stammt ursprünglich aus dem Nahen Osten und Asien.

Auch diese besonders schöne Zuchtform des Gänseblümchens (Bellis perennis) besticht zwischen vielen anderen Frühblühern wie Vergißmeinnicht.

Ja, es war eine sehr schöne, sonnige Tour bei bestem Wohlfühlwetter, aber die erhofften Delikatessen hielten sich unseren Augen verborgen. 21.April 2018 am Ufer des Schweriner Sees bei Schloß Wiligrad.

Wann findet die nächste Wanderung statt? – Siehe unter Termine!

15. April 2018 – Vereins- und Kartierungsexkursion

Vereinsexkursion durch den Haushalt Forst

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Der Haushalt Forst bei Bad Kleinen am 15. April 2018.

Heute haben wir auch im Rahmen einer Vereins- und Kartierungsexkursion die neue Pilzsaison eröffnet. Dazu hatte ich den Haushalt Forst bei Bad Kleinen ausgesucht. Laub- und Nadelforste unterschiedlicher Altersstruktur auf besseren Böden. Im Sommer und Herbst mitunter eine unserer interessantesten Waldgesellschaften. Gerade im letzten Herbst gab es hier beispielsweise eine Schwämme von Herbsttrompeten. Jetzt ist aber Frühling und nach dem späten Winter hielten sich typische Frühlingsarten noch zurück. Dennoch konnte einiges an Holzpilzen gefunden und unseren Gästen vorgestellt werden. Hier wie immer einige Impressionen von der heutigen Tour:

Flächenweise bedeckten ganze Teppiche von blühenden Annemonen den Waldboden.

Das Flächige Eckenscheibchen (Diatrype stigma) entwickelt sich zunächst unter der Rinde von toten Laubholzästen. Diese platzt schließlich weg und legt den flächigen Pyrenomycet frei.

Da wir uns zu Beginn der Tour in einem Bereich mit viel Totholz befanden, konnten hier auch zahlreiche „Müllwerker“ festgestellt werden. Das sind Pilzarten, die dafür sorgen, dass das Altholz über kurz oder lang zu wertvollem Humus zersetzt wird. Einer der häufigsten, saprophytisch lebenden Arten, ist an Laubholz der Striegelige Schichtpilz (Stereum hirsutum).

Auch der Sichelsporige Pustelpilz (Melogramma campylosporum) gehört zu diesen Müllwerkern. Er zeigt in der Anordnung seiner Frucktkörper typisch deutsche Ordnung. Meist schön in reih und glied! Unter dem Mikroskop besticht er durch die Sichelform seiner Sporen. Siehe unter „Auftaktwanderung auf Schelfwerder“.

An abgestorbenen Buchenholz erscheint oft in großen Mengen auf der Rinde die Rötliche Kohlenbeere (Hypoxylon fragiforme). Die Oberfläche der Fruchtkörper ist duch zahreiche Perithezien – Öffnungen rauh punktiert.

Hier sehen wir nochmals Exemplare der Rötlichen Kohlenbeere (Hypoxylon fragiforme) am selben Ast, obwohl sich dort bereits eine andere Pilzart breit gemacht hat. Die Kohlenbeeren haben offensichtlich den Fruchtkörperbereich des flächig – resupinaten Veränderlichen Spaltporlings (Schizopora paradoxa) durchbrochen oder der Spaltporling hat sie in seinem Wachstum umschlossen.

Die Ockerfarbene Zonentramete (Trametes ochraceum) ähnelt der Schmetterlingstramete, ist aber etwas dickfleischiger und heller gefärbt sowie seltener an Laubholz anzutreffen. Hier sehen wir schon recht alte Fruchtkörper, die bereits von Algen besiedelt wurden.

Hier wird ein weiterer Holzbewohner freudig begutachtet.

Es handelt sich um den Spaltblättling (Schizophyllum comune), der seine gespaltenen Lamellen je nach Bedarf öffnen oder schließen kann. Bei dem kühlen und feuchten Wetter heute sind sie geöffnet. Bei Sonne und Trockenheit werden sie geschlossen.

Der Brandkrustenpilz (Hypoxylon deustum) überzieht fast diesen gesamten Stubben. Dieser überaus häufige Ascomycet bildet jetzt im Frühling wieder neue Generationen aus, die zunächst als grauweißliche, fleckenartige Beläge an Laubholzstubben erscheinen und später schwarz und bröcklig, wie angebranntes, verkohltes Holz, werden.

Manche Baumpilze, obwohl zu den Porlingen zählend, bilden statt diesen auf der Hutunterseite lamellenartige Strukturen aus. Zu ihnen zählt auch die Rötende Tramete (Daedaleopsis confragosa). Ein einjähriger, häufiger Porling an Laubholz. Charakteristisch ist auch die braunrote Verfärbung der Fruchtschicht bei Berührung, wie selbst noch bei diesem vorjährigen Exemplar festzustellen ist.

Eine labyrintisch verworrene, dickliche, lamellenartige Fruchtschicht besitzt auch der Eichenwirrling (Daedalea quercina). Damit ist der nur an totem Eichenholz vorkommende Porling praktisch unverwechselbar.

Ein weiterer Holzbewohner erregt das Interesse.

Es ist der an Laubholz überaus häufige Echte Zunderschwamm (Fomes fomentarius). Wer kennt nicht den Spruch „Es brennt wie Zunder“, der auf ihn zurückzuführen ist.

Im Moos des Fichtenforstes beglückten den Kochtopf – Mykologen diese frischen Fichtenzapfenrüblinge (Strobilurus esculentus). Esculentus bedeutet bekanntlich essbar. Es ist zwar recht mühselig die kleinen Pilzhütchen einzusammeln, aber für den sonntäglichen Gulasch oder für ein Pilzsüppchen durchaus empfehlenswert, da recht schmackhaft.

Hier in den Buchenwald mit eingestreut einige Lebensbäume.

Jetzt wieder an fast jedem alten, vorjährigen Brennnesselstengel zu finden: das Orangefarbene Brennnesselbecherchen (Calorina fusarioides).

Unser Abschlußfoto am 15. April 2018 im Haushalt Forst bei Bad Kleinen.

  Wann startet die nächste Vereinsexkursion? – Siehe unter Termine!

07. April 2018 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Wiesen – Champignons

Sie führte auf die Halbinsel Schelfwerder bei Schwerin

Ursprünglich sollte es durch das Paradies gehen. Der Eigentümer des Waldes erteilte uns aber keine Genehmigung!

Laubwälder mit vielen Feuchtbiotopen auf der Halbinsel Schelfwerder, am Schweriner See.

Fünf Pilz- und Naturfreunde trafen sich heute zur Saisoneröffnung auf  Schelfwerder, am Schweriner See. Die bewaldete Halbinsel hat besonders auch jetzt im Frühling ihre Reize. Im noch lichtdurchfluteten Wald regt sich das Leben. Erste Insekten Fliegen und Käfer sind unterwegs. Anemonen beginnen zaghaft zu blühen und andere Kräuter sprießen. Waren wir noch vor einer Woche im tiefsten Winter, so ist nun doch schon der Frühling zu spüren. Auch das Wetter war dem entsrechend sonnig und angenehm mild. Natürlich waren die Erwartungen noch nicht hoch angesetzt. Frischpilze waren kaum auszumachen, aber zu entdecken gibt es für uns Hobby – Mykologen immer etwas. Hier einige Impressionen:

Gleich zu Beginn etwas Kräuterkunde. Zum Glück war Chris Engehardt aus Lübeck dabei, der uns diese Wiese richtig deuten konnte. Wunder – Lauch, Seltsammer Lauch oder Berliner Lauch (Allium paradoxum) hat sich hier angesiedelt. Die Pflanze macht sich invasiv in Mitteleuropa breit. Sie stammt ursrünglich aus dem Kaukasus, Zentralasien und dem nördlichen Iran. Sie kann ähnlich wie Bärlauch verwendet werden und duftet intensiv nach Lauch.

Der Schwarzblaue Ölkäfer (Meloe proscarabaeus) ist durch die warmen Sonnenstrahlen munter geworden. Foto und Bestimmung: Chris Engelhardt.

Jung ein guter Speisepilz, jetzt aber überständig, ist der Austern – Seitling (Pleurotus ostreatus). Neben dem Samtfuß – Winterrübling, den wir heute auch in überständiger Form fanden, der wichtigste Speisepilz der Wintermonate.

Sehr häufig und ganzjährig an alten Eichenstubben zu finden ist der Umberbraune oder Rotbraune Borstenscheibling (Hymenochaete rubiginosa).

An alten Buchenfruchtschalen im tiefen Fallaub ist ausgesprochen häufig die Buchenfruchtschalen – Holzkeule (Xylaria carpophila) zu finden. Die schwarzen, fadenförmigen Gebildet sind zur Spitze hin zunehmend weißlich gefärbt.

An alten Buchenstämmen fanden wir Konsolen des Birken – Blättlings (Lenzites betulinus), der keineswegs nur an Birke fruktifiziert, wie sein Name vermuten lassen könnte. Sehr oft besiedelt er Buchenholz. Typisch für diesen leicht kenntlichen Porling ist seine lamellenartige Fruchtschicht auf der Unterseite.

An toten Buchenästen und Stämmen finden wir ausnehmend häufig die Rötliche Kohlenbeere (Hypoxylon fragiforme). Sie gehört zu den Pyrenomyceten oder Kernpilzen. Diese gehören den Schlauchpilzen an und sind dadurch mit den Lorcheln und Morcheln verwandt.

Das sogenannte Giraffenholz soll seine markante Zeichnung ebenfalls von bestimmten Schlauchpilzen bekommen, nähmlich vom Myzel der Holzkeulen.

Solche, genauer gesagt die Geweihförmige Holzkeule, erläutert hier gerade Christopher Engelhardt (rechts).

Der Flache Lackporling (Ganoderma lipsiense) gehört zu unseren größten, häufigsten und auffälligsten Porlingen. Er besiedelt meist Laubholz und kann  sehr große, flache Konsolen ausbilden. Sein Sporenpulver ist zimtbraun, während dieses bei ähnlichen Porlingen, wie beispielsweise dem Zunderschwamm, weiß sein kann.

Interessant ist auch sein Innenaufbau, wie hier im Bruch gut zu erkennen. Das lebende Fruchtlager (Röhrenschicht) zeichnet sich deutlich vom Hutfleisch b.z.w. älteren, nicht mehr produktiven Fruchtlagern, ab.

Hier ein weiterer Pyrenomycet, das an Weide, Erle oder Pappel recht häufige Blasige Eckenscheibchen (Diatrype bullata).

Der Sichelsporige Pustelpilz (Melogramma campylosporum) zeichnet sich durch ein charakteristisches, reihiges Wachstum auf toten Laubholsästen aus. Foto: Christopher Engelhardt.

Chris hat sie natürlich zur Bestätigung unserer Vermutung Mikroskopiert. Die Sichelform der Sporen ist eindeutig und Namensgeber dieses Pustelpilzes.

Freiliegende, schwarze Myzel – Stränge verraten die Anwesenheit vom Hallimasch.

Große, weite Poren besitzt der Winter – Stielporling (Polyporus brumalis). Er wird in Kürze vom dichtporigen Mai – Stielporling an Laubholzästen abgelöst.

Schnecken sind nicht unbedingt die Freunde der Pilzsucher, da ernst zu nehmende Nahrungskonkurenten. Auch diese Gefleckte Schüsselschnecke (Discus rotundatus) verschmäht Pilze keinesfalls. Gefunden beim umdrehen von Totholz auf der Suche nach Pilzen. Bestimmung und Foto wieder von Christopher Engelhardt.

Unser Abschlußfoto am 07. April 2018 im Schelfwerder Wald.

Auch dieses schöne Foto von Chris möchte ich den Pilzfreunden nicht vorenthalten. Er fuhr im Anschluß an unsere Wanderung noch in das Kiebitzmoor, um sich dort mit einer Biologin zu treffen. Ziel war die Beobachtung der Moorfrösche (Rana arvalis), die nur an drei Tagen im Jahr in ihrem blauen Kostüm zu bewundern sind. Die Männchen möchten mit ihrer Bläue die Danmenwelt beeindrucken und für sich gewinnen, welches in der Menschenwelt wohl eher nur bedingt möglich sein dürfte.

Wann startet die nächste Wanderung? – Siehe unter Termine!

27. März 2018 – Treffen der Pilzfreunde

Treffen der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Thema: Pilz des Jahres 2018

Neben einer kurzen Vorstellung des „Pilz des Jahres 2018“, gab es eine auführliche Erläuterung unserer Jahresplanung per Beamer.

Dienstag, der 27. März 2018, um 18.00 Uhr in der ABC Straße 21.

Heute Abend stellten wir traditionell, kurz vor Beginn der neuen Saison, den „Pilz des Jahres“ in Wort und Bild vor. Im Anschluß folgte per Beamer und in aller ausführlichkeit die Vorstellung unserer aktuellen Terminplanung für die nächsten 12 Monate in chronologischer Reihenfolge, so wie es auf unserer Internetseite veröffentlicht ist, mit zusätzlichen Anmerkungen und Hinweisen meinerseits. Der Terminplan lag auch in schriftlicher Kurzform vor und wurde verteilt.

Wir gratulierten unserem dienstältesten Pilzfreund Hans – Jürgen Willsch zum 80. Geburtstag und wünschten ihm alles Gute, Glück und Gesundheit sowie viele, weitere Jahre in unserer Mitte.

Lieber Hans – Jürgen, acht Jahrzehnte sind eine annerkennswerte Leistung! Bleibe Gesund und behalte deinen Humor!

Belegte Brötchen gab es deshalb auch heute wieder, spendiert von unserem Geburtstagskind! Wir bedanken uns, es hat vortrefflich gemundet!

Alle Fotos von Ulrich Klein.

  • Die Veranstaltung endete gegen 20.00 Uhr.

Wann treffen sich die Pilzfreunde wieder? – Siehe unter Termine!

27. Februar 2018 – Treffen der Pilzfreunde

Treffen der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Mit der Hurtigruten zum Nordkap

Die schönste Seereise der Welt soll sie sein. Die Tour mit der Hutugruten an Norwegens Fjordküste von Bergen bis nach Kirgeness. Unzählige Fjorde und die einzigartige Bergwelt machen die Reise zu einem unvergeßlichen Erlebnis.

Die schönste Seereise der Welt soll sie sein. Die Tour mit der Hurtigruten an Norwegens Fjordküste entlang von Bergen bis nach Kirkenes, nördlich des Polarkreises. Unzählige Fjorde und die einzigartige Bergwelt machen die Reise zu einem unvergeßlichen Erlebnis.

Auch heute berichtete uns Ulrich Klein von seinen Ausflügen b.z.w. Urlaubsreisen des vergangenen Sommers, die er gemeinsam mit Lebensgefährtin Anke unternahm. Nach dem im Januar Südengland Thema war, stand heute Norwegen auf dem Programm. Genauer gesagt vermittelte er uns Eindrücke von einer ca. 2700.00 Km langen Schiffsreise, die an der zerklüfteten Fjordküste Norwegens entlang führte. Auf den Spuren der alten Postschifffahrtslinie, dessen Betrieb im Jahre 1984 eingestellt wurde und die heute nahezu ausschließlich touristisch genutzt wird. Es ging beispielsweise durch den Trollfjord und den Geirangerfjord, an den Lofoten vorbei bis zur nördlichsten Spitze Europas. In Kirkenes, unweit der Grenze zu Russland, endete die Hinfahrfahrt. Wir haben wieder wunderschöne Bilder in seiner Power Point-Präsentation zu Gesicht bekommen, die aber höchstens ansatzweise das wiedergeben können, was an grandioser Natur und an Empfindungen im Original auf den Betrachter einwirkt.

Zunächst gab es eine Kaffee und Imbisstafel und der „Steinpilz- Wismar“ konnte ein volles Haus verbuchen. Sogar unser Pilz- und Vereinsfreund Jürgen Horn in Begleitung seiner besseren Hälfte (links) schreckten nicht vor dem derzeit schneereichen und bitterkalten Hochwinterwetter zurück, um aus Brandenburg an der Hafel zu uns zu stoßen. Sie verbanden es aber mit einem Verwandtschaftsbesuch.

Pilzfreundin Anke servierte uns ein Früchtebrot mit allerlei exotischen Zutaten.

Eine leckere Torte Marke Eigenproktion steuerte Monika bei.

Herzhateres lieferten uns Inge und unsere Schweriner Vereinsmitglieder.

So brauchte niemand hungern und konnte per Wort und Bild während des verdauens auf die Reise zum Nordkap gehen.

Durch das Land der Trolle! Auf der Karte links sehen wir die Haltepunkte der Postschifffahrtsrute eingezeichnet. Hier können von den Reisenden zusätzliche Angebote wahrgenommen werden.

Wann treffen sich die Pilzfreunde wieder? – Siehe unter Termine!

30. Januar 2018 – Treffen der Pilzfreunde

Neujahrstreffen der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Vortragsabend mit Ulrich Klein

„Von London bis Cornwall“

Feuerwerk über dem Wismarer Hafen.

Feuerwerk über dem Wismarer Hafen.

Treff war am Dienstag, dem 30. Januar 2018, um 18.00 Uhr im Steinpilz – Wismar, in der ABC Straße 21.

Der erste Monat des neuen Jahres neigte sich bereits dem Ende zu. Zeit um sich das erste mal zu einem Vereinsabend zu treffen. Wie schon in den Vorjahren, durften wir uns auf einen sehr interessanten PowerPoint – Vortrag unseres Pilzfreundes Ulrich Klein freuen. Er war im vergangenen Sommer mit Lebensgefährtin Anke in England unterwegs und berichtete uns davon. Der Votrag führte uns von London weiter über Oxford, Stonehenge bis Land`s End. Wir durften anhand beeindruckend schöner Bilder von Land und Leuten, Sehenswürdurgkeiten von Städten und Dörfern und auch der Natur an dieser Reise teilnehmen. Interessante Grafiken zu wissenswertem über das Vereinigte Königreich durften natürlich nicht fehlen.  Dafür danken wir beiden sehr herzlich!

Die Stationen, an denen wir in Wort und Bild halt machten.

Genussvoll und gut gelaunt schweiften alle Blicke auf die Leinwand.

Während es ein Augenschmaus war, den herrlichen Bildern zu folgen, gab es genüssliches auch in Form von belegten Brötchen, die uns Pilzfreundin Inge anläßlich ihres kürzlich begangenen Geburtstages vom Catering – Service Spiegelei servieren ließ.

Vereinsfreundin Monika steuerte eine herrliche Torte nach altem DDR – Rezept bei – einfach lecker! Vielen herzlichen Dank!

Und wie es sich für ein Neujahrstreffen gehört, zündete Sohn Jonas uns diesen Glückspilz. Auf ein super Pilzjahr 2018!

Wie immer an unserem ersten Treffen im Jahr konnte bei dieser Gelegenheit auch der Jahresbeitrag für die Gruppe der Pilzfreunde in der Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. entrichtet werden. Wir besprachen Anregungen und Vorschläge für die Gestaltung der neuen Saison.

  • Die Veranstaltung endete gegen 20.00 Uhr

09. Dezember 2017 – Weihnachtsfeier der Pilzfreunde

Weihnachtsfeier der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Vorweihnachtliches Jahresabschlußtreffen

In Arpshagen bei Klütz

Leider konnte die diesjährige Weihnachtsfeier der Pilzfreunde nicht wie geplant in Keez stattfinden, da Gastgeberin Irena erkrankt war. So haben sich Anke und Ulrich bereit erklärt, das diesjährige, vorweihnachtliche Abschlußtreffen der Pilzfreunde in Arpshaben, einem Ortsteil von Klütz,  stattfinden zu lassen.

Begrüßt wurden wir nicht nur von unseren Gastgebern ganz herzlich, sondern auch von wunderschöner Advents – Dekoration. Wie es sich gehört mit Pilzen, Tannengrün und Zapfen vom Mammutbaum. 

Mit einem Gläschen Sekt eröffnen Anke und Ulrich mit uns den gemütlichen Abend.

Gleich im Anschluß luden die Gastgeber zu einer Kaffeetafel mit leckeren Köstlichkeiten ein. Es gab natürlich auch selbstgebackenes nach Art des Hauses. So wurde diese Schwarzwälder Kirschtorte nach einem ganz besonderen Rezept gebacken und zu einer regelrechten Gaumenfreude. Danke Anke!

Nach der reichhaltig gedeckten Kaffeetafel gab es wieder einen heiter besinnlichen Jahresrückblick von Ulrich Klein in Power – Point Qualität.

Die beiden Initiatoren des Steinpilz – Wismar durften zu Beginn seiner Präsentation natürlich nicht fehlen und auch der Nachwuchs scheint schon in Weihnachtsstimmung zu sein.

Gespannt lauschen alle, was da wohl kommen mag, und das war nicht nur eine Reise durch das Pilzjahr in der viele unserer Aktivitäten teils satirisch beleuchtet wurden,  sondern zwischendurch gab es auch immer wieder heiteres und besinnliches zur Weihnachtszeit.

Und dazu gehört natürlich stimmungsvolles Kerzenlicht in den verschiedensten Variationen.

Im Anschluß servierte uns Anke ein lecker/herzhaftes Abendbrot und anknüpfend blätterte sich unser naturkundlich universell gelehrter Pilzfreund Christopher Engelhardt mit uns in digitaler Form durch sein neuestes Büchlein „Naturbeobachtung durch das Jahr“. Eine vielseitige Reise durch das Naturjahr. Zwischenzeitlich liefen auf unserer Video – Leinwand die Bilder des Jahres ab, während man bei Pils und Wein fachsimpelte.

Das wünschen wir natürlich auch allen Fans vom Steinpilz-Wismar, die nicht dabei sein konnten!

Im Namen aller Pilzfreunde ein ganz herzliches Dankeschön an Anke Weselow und Ulrich Klein für den mehr als gelungenen Jahresabschluß 2017!

Wann treffen sich die Pilzfreunde wieder? – Siehe unter Termine!

26. November 2017 – Vereinsexkursion der Pilzfreunde

Vereins- und Kartierungsexkursionexkursion

Das Löwitzer Holz bei Rehna war unser Zielgebiet

Das Löwitzer Holz am Totensonntag des Jahres 2017. Ein überschaubares, abwechslungsreiches Waldgebiet weit im Westen Mecklenburgs.

Das Löwitzer Holz ist ein kleines Waldgebiet bei Rehna, zwischen den Ortschaften Löwitz, Falkenhagen und Klein Rünz. Für uns neu, für Mtglieder des Pilzvereins Rehna, speziell für Torsten Richter und Christopher Engelhardt, der auch den Wismarer Pilzfreunden angehört, alles andere als unbekannt. Die beiden haben hier bereits intensive Untersuchungen und Kartierungen vorgenommen und darüber auch schon eine Veröffentlichung herausgebracht. Wir werden wohl nicht viel neues entdecken. Das sollte uns nicht davon abhalten, hier in aller Gemütlichkeit und Ruhe unsere letzte Vereinsexkursion in diesem Jahr zu absolvieren, zumal Diplombiologe Torsten Richter sich vor allem auf kleine Asco`s spezialisiert hat und inzwischen sogar viele Erstfunde b. z. w. Erstnachweise für unser Bundesland tätigen konnte. Und nicht nur das, er hat sogar ganz neue Arten entdeckt, die bisher noch niemandem bekannt waren und von denen er der Erstbeschreiber ist! Ein wunderbares Betätigungsfeld und eine phantastische Miniaturwelt, die sich dem Betrachter erst unter der Lupe und dem Mikroskop richtig erschließt. So speziell ging es bei uns zwar nicht zu, aber dennoch konnten wir am Ende auf eine artenreiche Kartierungsaktion zurück blicken. Die Tour endete am frühen Nachmittag. Hier wie immer ein kleiner Rückblick:

Christopher Engelhardt aus Lübeck, Mitglied der Wismarer und auch der Rehnaer Pilzfreunde, erwartete uns schon bei der Ankunft mit einem kritischen Blick auf stattliche Blätterpilze, die er schon am Vortag in einem anderen Gebiet gefunden hatte und uns zur Begutachtung mitbrachte.

Es handelt sich um schon etwas betagte Exemplare des Strohblassen Ritterlings (Tricholoma stiparophyllum). Ein ungenießbarer Ritterling mit aufdringlichem Geruch, der gerne unter Birken wächst, in diesem Falle aber unter Eichen gefunden wurde.

Zwei kleine Helmlinge (Mycena spec.) entspringen einem Lärchen – Zapfen.

Junge Fuchsige Rötel – Trichterlinge (Lepista flaccida) wuchsen aus der dick liegenden Laubstreu. Sie wirken hier sehr hell und könnten für den Fahlgelben Rötel – Trichterling gehalten werden. Da aber auch ältere, typisch fuchsrötliche Exemplare am Standort vorhanden waren, halte ich sie für Fuchsige R. – Trichterlinge. Es ist ohnehin nicht ganz unumstritten, in ihnen zwei verschiedene Arten zu sehen. Essbar.

Der Lederig – häutige Fältling (Byssomerulius corium) überzieht größtenteils resupinat die Unterseiten von liegenden Laubholzästen und nur die Hutkannten lösen sich charakteristisch ab. Die Oberfläcke b.z.w. Unterseite wirkt runzlig – faltig.

Der Widerliche Ritterling (Tricholoma lascivum) riecht ähnlich unangenehm wie der oben vorgestellte Strohblasse Ritterling und ist ebenfalls ungenießbar. Er ist meist etwas kleiner und wächst im Buchenwald. Hier sehen wir allerdings ein wenig aussagekräftiges, altes Exemplar, welches ich aber wegen seiner strukturellen „Schönheit“ trotzdem an dieser Stelle zeigen möchte.

Der Süßliche Milchling (Lactarius subdulcis) ist als Mischpilz brauchbar und darf in keinem Buchenwald fehlen.

Immer wieder wird neues entdeckt.

Hier ist es zum Beispiel der Graue Korallenpilz (Clavulina cinerea). Kein Speisepilz.

Der essbare Winter – Trompetenschnitzling (Tubaria furfuracea) ist den gesamten Winter über an Laubholzresten zu finden. Gern auch in Mengen auf Schredderbeeten in städtischen Anlagen.

Ähnlich dem Süßlichen Milchling ist auch der Graugrüne Milchling (Lactarius blennius) mit seiner weißen, brennend scharf schmeckenden Milch ist in fast jedem Buchenwald zu hause.

Der jung weiße und festfleige Flaschen – Stäubling (Lycoperdon perlatum) ist zunächst essbar, wird aber bald olivgrünlich, matschig und schließlich leicht, weich und graubräunlich. Noch sind einige seiner typischen Grieskörnchen zu sehen. Wo diese bereits abgefallen sind, entsteht ein typisch mosaikartiges oder netziges Muster auf der Oberfläche. Auf dem Scheitel bildet sich eine Öffnung, wo durch mechanische Reize die Sporen ausgestäubt werden (Stäubling!).

Der Papagei – Täubling (Russula ionochlora) wird auch kleiner Frauen – Täubling genannt. Tatsächlich ist er kleinwüchsiger und vor allem spröder als der größere und geschmeidigere Frauen – Täubling. Beiden sind die blauen, violetten und grünlichen Mischfarben auf dem Hut gemein. Essbar.

Nicht selten und keineswegs nur an Birkenholz finden wir den Birken – Blättling (Lenzites betulinus). Hier war es ein Buchenstubben, an dem seine bunt gezonten Konsolen dachziegelig übereinander angeordnet waren. Auf der Unterseite befinden sich lamellenartige Strukturen, die aber eher seltener so wirrlingsartig erscheinen wie bei diesem Exemplar. Ungenießbar.

Der Niedergedrückte Rötling (Entoloma rhodopolium) ist ein oft gesellig wachsender Rötling unserer Wälder. Er gilt zumindest als giftverdächtig.

Etliche Semmelstoppelpilze (Hydnum repandum) leuchteten im Buchenlaub. Leider waren sie aber nicht mehr jung und blieben stehen, denn im Alter können sie bitter schmecken!

Die Stoppeln oder Stacheln auf der Unterseite erfüllen die gleiche Aufgabe wie Lamellen, Poren oder Röhren, nähmlich die Oberfläche zur maximalen Sporenproduktion zu vergrößern. Es handelt also um die Fruchtschicht der Pilzfruchtkörper, die vom darüber liegenden Hutfleisch geschützt wird.  Auch befinden sich in ihr die meisten Nährstoffe, was bei essbaren bei essbaren Arten vieleicht von Bedeutung ist.

Der gallertartige Schlauchzitterling (Ascotremella vaginea) gehört nicht, wie man vermuten könnte, zu den Gallertpilzen, sondern ist ein Vertreter der Schlauchpilze. Wir finden ihn an Buchenästen bevorzugt im feuchten Herbst und Winter.

Hier sehen wir den großen, in Buchenwäldern überaus häufigen Dickblättrigen Kohlentäubling (Russula nigricans) in allen seinen Entwicklungsstufen. Schwarz, wie verkohlt, bleibt er mumifiziert noch Monate am Standort und kann so im folgenden Sommer noch gefunden werden. Geringwertiger Speisepilz.

Tief im Buchenlaub versteckt war dieser Perlpilz (Amanita rubescens). Er ist überständig und darf so nicht mehr gegessen werden. Das hier besonders intensiv zutage tretende Röten des Fruchtkörpers ist eines seiner wichtigsten Erkennungsmerkmale.

Der Gelbweiße Täubling (Russula ochroleuca) ist der häufigste aller Täublinge und wächst vom Sommer bis zum Winterbeginn oft als Massenpilz in Laub- und Nadelwäldern. Er ist ein minderwertiger Speisepilz und sollte nur in Mischung mit besseren Pilzen verwendet werden und wenn es ausreichend von diesen gibt, kann ganz auf ihn verzichtet werden.

Er darf allerdings nicht mit ähnlichen, scharf schmeckenden Arten verwechselt werden, so wie mit diesem kleineren Sonnen – Täubling (Russula solaris). Er schmeckt beißend scharf und riecht nach Senfsoße.

Der düstere, Purpurbraune Rübling (Collybia fuscopurpureus) gilt eigentlich als selten, ist es aber nicht. Er braucht basische Standorte unter Buchen und scheint in diesem Herbst besonders häufig zu sein. Seine Trama soll sich auffallend grün verfärben, wenn man Laugen darauf gibt. Kein Speisepilz.

Die Typusart der Gruppe der Rettich – Helmling, der Rettich – Helmling (Mycena pura). Leicht giftig!

Wer Lacktrichterlinge zum Essen sammelt, sollte die Rettich – Helmlinge als giftige Doppelgänger kennen und unterscheiden können. Das ist auch nicht schwer. Sie sind gebrechlich, nicht biegsam zäh. Sind auf dem Hut nicht eingedellt, sondern eher leicht gebuckelt und riechen deutlich rettichartig.

Der Birnen – Stäubling (Lycoperdon pyriforme) besiedelt altes, vermorschtes Laubholz. Er ist gummiartig zäh und gilt auch jung als ungenießbar.

Auf Buchenstubben, wie man sieht vergesellschaftet mit anderen Arten, wuchsen diese Großsporigen Gallertbecher (Ascocoryne cylichnium). Er sieht optisch dem Fleischfarbenen Gallertbecher (Ascocoryne sarcoides) sehr ähnlich und ist von diesem nur mikroskopisch sicher zu unterscheiden. Foto und Befund haben wir Chris Engelhardt zu verdanken.

Hier die zugehörigen Sporen (21 – 28 / 5-6 Mikromilimeter). Danke Chris Engelhardt!

Auch diese roten Pustelpilze hat Chris für uns fotografiert und untersucht. Heraus gekommen ist ein Cosmospora spec – Pustelpilzchen. Optisch von Chris zunächst als Dialonectria episphaeria angesprochen. Auch bei den Pustelpilzen ist ein Mikroskop wohl unerläßlch, um genaueres zu erfahren.

Hier das zugehörige Mikrofoto von Chris. Es zeigt die bis zu 13 Mikromilimeter großen, einfach septierten Sporen im Ascus = Schlauch.

Der Winter läßt Grüßen. Auch wenn die Pilze auf diesem Foto etwas braun wirken, es sind Austern – Seitlinge (Pleurotus ostreatus). Einer der ergiebigsten und besten Speisepilze der bevor stehenden Monate. Foto: Chris Engelhardt.

Nicht zu verwechseln mit dem oft bitterlich schmeckenden Gelbstieligen Muschelseitling (Sarcomyxa serotina). Foto ebenfalls Chris Engelhardt.

Ganz zum Schluß fanden wir noch an einem Buchenstubben diesen Helmling. Chris untersuchte auch ihn und er konnte den Voreilenden Helmling (Mycena abramsii) ermitteln. Einer der ersten Pilze im Frühjahr, der aber auch im Herbst wachsen kann. Auch dieses Bild stammt von Christopher.

Diese tolle Aufnahme stammt noch mal von ihm. Es zeigt die Cheilozystiden des Voreilenden Helmlings. Es sind sterile, unförmige Zellen an der Lamellenschneide, die bei Mycena abramsii nur bis 55 Mikromilimeter groß werden.

Im Winter und Frühling brechen an alten Haselsträuchern häufig diese Kleiigen Haselbecherchen (Encoelia furfuracea) heraus. Auch sie scheinen ihrer eigentlichen Zeit voraus zu eilen. Standortfoto Christopher Engelhardt.

Unser Abschlußfoto. Es zeigt die kleine Kartierungsgruppe vom 26.11.2017. Von links nach rechts Reinhold Krakow, Monika Peter, Christopher Engelhardt und Robert Grieben. Das schöne Foto schoß für uns Roland Lebendig vom Rehnaer Pilzverein!

Das war`s für dieses Jahr!

18. November 2017 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Es ging durch den Buldt bei Warkstorf

Der Buldt bei Warkstorf/Goldebee ist ein hügeliges, eiszeitlich geprägtes Endmoränen – Gebiet, das von Wäldern überzogen ist. Größtenteils sind es Rotbuchenbestände. Ein idelaler Lebensraum für viele Großpilze, da  Buchenwälder in Mecklenburg in der Regel die vielseitigste Pilzflora zu bieten haben. 18.11.2017.

Schon neigt sich wieder ein Pilzjahr dem Ende zu und der Steinpilz – Wismar ludt zur letzten öffentlichen Pilzwanderung der Saison ein, bevor am nächsten Wochenende mit einer Vereinsexkursion, an der natürlich auch Nichtvereinsmitglieder als Gäste willkommen sind, der endgültige Schlußstrich in punkto Wanderungen und Exkursionen in diesem Jahr gezogen wird. Für heute hatte ich ein sehr hügeliges, ja schon fast mittelgebirgsähnliches Waldgebiet auf einer Endmoränen – Landschaft ausgesucht, dass nur wenige Kilometer von Wismar entfernt liegt. Den Hexenberg und den Buldt zwischen den Ortschaften Warkstorf und Goldebee. Buchenwälder, Erlenbrüche, aber auch etwas Nadelwald sorgen hier für Abwechslung. Die Wanderung war gut besucht, dass Wetter ließ hingegen zu wünschen übrig. Es wehte ein strammer Wind und im Verlauf wurde es zunahmend regnerisch, so dass wir den Hexenberg nicht mehr in Angriff nahmen. Dennoch war es für die vorgerückte Jahreszeit noch eine recht vielseitige Wanderung, was das Artenangebot anbelangt. Bei dem einen oder anderen Pilzfreund stand danach sogar noch ein hoffentlich schmackhates Waldpilz – Gericht auf dem Speiseplan. Hier wie gewohnt einige Bilder von der heutigen Tour:

Fröhliche Aufbruchstimmung. Noch sind Körbe und Eimer ler, aber bei einigen Pilzfreunden sollte sich das schnell ändern.

Es waren heute auch wieder Kinder mit dabei und sie wurden als erstes fündig. Hier sehen wir den Spindelstieligen Wasserkopf (Cortinarius duracinus). Leider kein Speisepilz, aber durch seine spindelig zugespitzte Stielbasis ein relativ leicht kenntlicher, aber nicht sehr häufiger Haarschleierling. Voraussetzung ist allerdings, das man ihn zur Gattung Cortinarius zugehörig ansprechen kann.

Einer der häufigsten Blätterpilze des Herbstes, der bis in den tiefsten Winter hinein gefunden werden kann, ist der Horngraue Rübling (Collybia peronata). Seine hellgraubraunen bis nahezu schwarzbraunen Hüte glänzen wie mit Fett eingestrichen, was auf dem Bild leider nicht sogut zu erkennen ist.

Die Lamellen des Horngrauen Rüblings sind grauweißlich gefärbt und bauchig abgerundet zum Stielansatz. Der graubräunliche Stiel ist schwammig und zur Basis hin, besonders bei jungen Fruchtkörpern, keulig aufgeblasen. Als Mischpilz kann er Verwendung finden.

Immer wieder bringen nicht nur Kinderhände mir neues Material zur Bestimmung und vor allem zur Klärung der alles entscheidenden Frage essbar oder giftig. Hier ist von allem etwas dabei. Links ein ungenießbarer Spindelstielige Wasserkopf, in der Mitte der roh giftige und auch sonst ungenießbare Gemeine Fälbling und schließlich der essbare Violette Lacktrichterling.

Ein junger Specht – Tintling (Coprinus picaceus). Im Gegensatz zum ähnlichen Schopf – Tintling gilt dieser nicht als Speisepilz.

Das frisch gefallene Laub macht die Suche nach den begehrten Objekten nicht ganz einfach.

Trotz der Schärfe seiner weißen Milch scheint der Wollige Milchling (Lactarius vellereus) bei Schnecken recht beliebt zu sein. Sie mögen es anscheinend durchaus pikant. Für den menschlichen Gaumen wäre es aber etwas zuviel des guten, obgleich er in Osteuropra und Sibirien gern nach aufwendigen Zubereitungsmethoden gegessen wird.

Diese Art sondert bei Verletzung keinen Milchsaft ab und schmeckt mild. Es ist der Trockene Schneckling (Hygrophorus penarius), den wir relativ häufig in besseren Buchenwäldern antreffen können. Er kann auch gegessen werden, soll aber nicht gerade die große Delikatesse sein. Er gehört wie alle anderen Schnecklinge, Ellerlinge und Saftlinge zu den sogenannten Wachsblättlern.

Der Milde Milchling (Lactarius mitissimus) sondert reichlich weißen Milchsaft ab, der mild schmeckt, so dass man ihn als Mischpilz verwenden kann.

Gleiches gilt für den in Buchenwäldern weitaus häufigeren Süßlichen Milchling (Lactarius subdulcis). Sein Milchsaft schmeckt etwas süßlich – herb.

Nah verwandt mit den Milchlingen sind die Täublinge. Auch hier gilt der Geschmackstest der Lamellen, um die Genießbarkeit abzuklären. Milchsaft sondern sie nicht ab. Eine Kostprobe würde hier sehr schnell die Frage der Essbarkeit klären und den typischen Reflex auslösen, der dieser Täublings – Gruppe ihren Namen gab: Spei – Täublinge. Hier ist es der Buchen Spei – Täubling (Russula mairei).

Nahezu stiellose Blätterpilz – Hütchen an einem Laubholzzweig. Der Kenner ist schnell mit der Diagnose Gemeines Stummelfüßchen dabei. Aber so einfach geht es leider nicht.

Christopher Engelhardt aus Lübeck legte sie für uns unter`s Mikroskop. Heraus kam dabei das Kugelsporige Stummelfüßchen (Crepidotus cesattii), wie wir es bereits vermuteten. Chris schreibt dazu: „typische rundliche, feinwarzige Sporen bis 9 Mikromilimeter – darum heißt der Pilz auf deutsch auch Kugelsporiges Stummelfüßchen.“

Der Blaugraue Dachpilz (Pluteus salicinus) gilt als leicht giftig. Er soll den haluzinogenen Stoff Psilocybin enthalten. Allerdings wohl nur in geringen Mengen, so dass der Verzehr dieses Einzelexemplars wohl keine nennenswerte Aufhellung oder Verfinsterung des Geistes nach sich ziehen dürfte.

Hier sehen wir den Purpurbraunen Rübling (Gymnopus fuscopurpureus). Laut Verbreitungskarte der DGfM in MV außerordentlich selten (nur zwei Fundpunkte). Das wundert mich ein wenig, da die Art zwar nicht häufig bei uns ist, aber keinesfalls derart selten! Sicher werden im laufe der Zeit noch Fundpunkte hinzu kommen. Ungenießbar.

Weitaus häufiger finden wir den Knopfstieligen Rübling (Collybia confluens) mit seinen sehr dicht stehenden Lamellen, dem meist bereift wirkenden Stiel, seinem oft büscheligem Wachstum und der Neigung zur Bildung von Hexenringen. Auch er ist ungenießbar.

Zieht man sein dünnfleischiges Hütchen nach oben ab, bleibt der Sockel eines Druckknöpfchens zurück.

Ein Charakterpilz fast aller Buchenwälder ist der Graugrüne Milchling (Lactarius blennius). Sein weißer Milchsaft ist brennend scharf, daher ist auch er ungenießbar.

Genauso wie der nah verwandte und sehr ähnliche Braunfleckende Milchling (Lactarius fluens). Er bevorzugt aber gehaltvollere Böden, während der Graugrüne Milchling auch auf sandigem Untergrund Massenbestände ausbilden kann. Trocknet der weiße Milchsaft ein, entstehen die typischen braunen Flecken.

Zu der leicht giftigen Gruppe der Rettich – Helmlinge gehört auch der Süßriechende Rettich – Helmling (Mycena diosma). Wir finden ihn oft im Spätherbst im tiefen Falllaub und hier kann er gerne büschellig wachsen. Aus diesem Grunde bildet er auch meist sehr lange Stiele aus. Sein Geruch ist typisch süßlich/lieblich nach Rettichen.

Hier sehen wir zwei  Täublinge, die mild und damit essbar sind. Sie ähneln den Frauen – Täublingen, besitzen aber brüchige Lamellen. Somit gehören sie in eine Gruppe weiterer, violettblauer Arten wie dem Papagei- oder Tauben – Täubling. Von Papagei – Täublingen kenne ich allerdings keine violett überlaufennen Stiele, daher dürften die Pilze eher zu den Tauben – Täublingen gehören. Für den Speisepilz – Freund spielt es aber keine Rolle, der beide essbar sind.

Gute Speisepilze sind die Semmelstoppelpilze (Hydnum repandum). Allerdings fanden wir von ihnen heute leider nur alte Exemplare, die bitter schmecken können. Auch zahlreiche Rotgelbe Stoppelpilze waren vertreten, aber leider auch überständig.

In den Tälern haben sich Feuchtbiotope gebildet.

Der schwach giftige Gelbe Knollenblätterpilz (Amanita citrina) riecht muffig nach rohen Kartoffeln.

Auch der aufdringliche Geruch der Graukappe (Clitocybe nebularis) ist nicht jedem angenehm. Daher ist der häufige Herbstpilz in seinem Speisewert sehr umstritten. Es gibt befürworter, die ihn sehr schätzen, aber auch viele, die ihn ablehnen und bei manchen kann er sogar Unverträglichkeiten auslösen.

Auch dieser Maronen – Röhrling (Xerocomus badius) sollte nicht mehr gegessen werden. Er steht schon zu lange im Wald, ist also überständig und kann sogenannte unechte Pilzvergiftungen auslösen.

Gut in der tiefen Laubstreu getarnt ganze Straßen von Trompeten – Pfifferlingen. Jetzt hat die beste Zeit für diese schmackhaften Pfifferlinge begonnen, da sie nun besonders groß und üppig werden. Sie wollen durch die Laubschicht noch oben um ihre Sporen besser dem Wind anvertrauen zu können und sind deshalb besonders ergiebig. Nun heißt es zugreifen!

Dicht an dicht durchbrechen sie die Laubschicht. Trompeten – Pfifferlinge (Cantharellus tubaeformis).

Kritisch sollte man sich die Pfifferlinge allerdings schon anschauen. Das linke Exemplar ist bereits überständig. Das zeigt sich wie beim Echten Pfifferling auch durch bräunliche, glasige Verfärbung der Fruchtkörper, die gleichzeitig auch weich und matschig werden.

Nun hat das Sammel – Fieber um sich gegriffen und so mancher Korb oder Tasche füllt sich.

Während die einen die relativ kleinen Pfifferlinge sammeln, haben sich bei anderen Körbe und Eimer mit mastigen Steinpilzen (Boletus edulis) gefüllt. Leider waren nicht mehr viele zu gebrauchen, da überständig oder Frost – geschädigt.

Die Steinpilze wurden in ihrer Entwicklung durch den Frost gestört und werden weich und notreif. Solche Pilze sollten nicht mehr verzehrt werden.

Ein junger Pantherpilz (Amanita pantherina) wie aus dem Bilderbuch. Gattung Amanita = Knollenblätterpilz und stark giftig! Typisch die umrandete Stielknolle (Bergsteigersöckchen), die ungeriefte Manschette, der geriefte Hutrand und weiße Hüllreste auf dunkelbraunem bis fast weißem Hut, die aber auch fehlen können.

Graukappen und wieder, auf den ersten Blick schöne, junge Steinpilze.

Aber auch sie waren bereits weich und schwammig. Eindeutig Frostschäden!

In diesem Stadium sollten Steinpilze ohnehin nicht mehr mit nach hause genommen werden. Sie dürfen den Rest ihres kurzen Lebens noch ihre letzten Sporen  abwerfen, um ihrer Aufgabe der Arterhaltung nachzukommen.

Der Goldfellschüppling (Pholiota aurivella) ist eine große, auffällige Blätterpilzart an altem Laubholz und teils noch lebenden Bäumen. Im schleimigen Hut schwimmen bräunliche Schüppchen, die durch Regen abgespült sein können.

Die Lamellen streuen braunen Sporenstaub ab und das gelbe Fleisch schmeckt bitter, so dass er nicht gegessen werden kann.

Auch der hier etwas blass erscheinende Ziegelrote Schwefelkopf (Hypholoma sublateritium) hat bitterliches Fleisch und ist daher ebenfalls nicht für den Kochtopf geeignet.

Diesen Flockenstieligen Hexen – Röhrlingen (Boletus luridiformis) konnte der leichte Nachtfrost nichts anhaben. Sie waren knackig und fest und durften in den Sammelkorb wandern. Immerhin sollen sie sogar den nah verwandten Steinpilzen geschmacklich überlegen sein.

Letzte, altgoldene Farbtöne trotzen dem bereits winterergrauten Buchenwald.

Spätherbstliche Romantik. Das Naturjahr neigt sich seinem Ende entgegen.

Der an Laubholz vorkommenden Grauweiße Saftporling (Oligoporus tephroleucus) ist ungenießbar.

Der Violette Lacktrichterling (Laccaria ametystea) kann auf eine für ihn erfolgreiche Saison zurückblicken. Aufgrund des feuchten Sommer`s lief er zur Höchstform auf und war zeitweise fast ein Bodendecker in unseren Buchenwäldern. Er wird auch gerne, da leicht kenntlich, zum Essen mitgenommen.

Der Gelbstielige Muschelseitling (Sarcomyxa serotina) wird gerne mit dem Austern – Seitling verwechselt. Manchmal kommen beide sogar an einem Stamm vor. Das ist aber ungefährlich, da er nicht giftig ist und praktisch auch essbar wäre, wenn er nur nicht des öfteren recht bitter schmecken würde. Austern – Seitlinge haben niemals gelblichgüne Farben auf ihren Fruchtkörpern!

Und wieder ein herrlich strammer Flockenstieliger Hexen – Röhrling (Boletus luridiformis). Gut durchgaren, da er roh giftig ist!

Hauchdünn überzieht der Eichen – Zystidenrindenpilz (Peniophora quercina) tote Eichenäste. Seine äußeren Ränder lösen sich allmählich von der Baumrinde ab.

Ich danke Chris Engelhardt (zweiter von links) für seine mikroskopischen Untersuchungen und den zugehörigen Mikrobildern!

Noch ein letzter Hügel und die Wanderung ist Geschichte. Der Regen wird nun stärker!

Aber es gibt noch Pilze zu entdecken. Hier ist es ein Frauen – Täubling (Russula cyanoxantha). Für viele Pilzarten ist anscheinend Tageslicht wichtig um ihre Farbpigmente zu entwickeln. Hier ist gut zu sehen, wo Blätter den Hut bedeckten. Der Frauen – Täubling zählt zu unseren wertvollsten Speisepilzen und er wächst von Mai – November unter Buchen und Eichen.

Und zum Schluß noch ein echtes Highlight, der Geschichtete Zähling (Lentinellus ursinus) zahlreich und dachziegelig übereinander an einem liegenden Buchenstamm. Der Pilz ist nicht nur in Mecklenburg recht selten. Für die Küche ist er nicht geeignet! Standortfoto Christopher Engelhardt.

Übersetzt man die wissenschaftliche Bezeichnung ins deutsche müßte er eigentlich Bärenfell – Zähling heißen. Er besitzt auf dem Hut nähmlich einen striegeligen Filz, der nicht zuletzt wegen seiner Färbung an ein Bärenfell erinnert. Chris Engelhardt haben wir diese Vergrößerung zu danken!

Auf der Unterseite finden wir Lamellen.

Diese sind an ihrer Schneide gattungstypisch schartig gezähnelt, ähnlich einem Sägeblatt. Für das stark vergrößerte Foto herzlichen Dank an Christopher Engelhardt!

Das hat sich doch gelohnt. Eine schöne Pfifferlingspfanne für den sonntäglichen Mittagstisch!

Zur Erinnerung wie immer unser Abschlußbild. Leider waren auch heute nicht mehr alle dabei. 18. November 2017 im Buldt.

Wenn nichts dazwischen kommt, starten wir wieder im April 2018 zu unseren Pilzwanderungen. Siehe dazu unter „Termine“!

07. November 2017 – Treffen der Pilzfreunde

Treffen der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Dia – Abend

Bilder aus vergangenen Tagen wollen wir uns heute anschauen. Hier der alte Seemann Alfred Haase um die Jahrtausendwende während eines Pfigstausfluges durch die Rohlstorfer Tannen - Rienenboviste satt und das im Frühling. Die Regionalzeitung war dankbar für ein tolles Motiv.

Bilder aus vergangenen Tagen haben wir uns heute per Diaprojektor angeschaut. Hier der alte Seemann Alfred Haase um die Jahrtausendwende während eines Pfingstausfluges durch die Rohlstorfer Tannen – Riesenboviste satt und das im Frühling!

Noch vor nicht allzulanger Zeit stellte sich mir immer wieder die Frage, soll ich einen 36er Dia – Film in meine Kamera einlegen oder doch lieber einen für Papierbilder. Aus heutiger Sicht kaum noch vorstellbar. Digitale Fotografie hat alles verändert, sehr zum positiven. Die Gestaltung einer Internetseite wie dieser mit teils tagesaktuellen Bildern wäre mit der alten Technik undenkbar. Nun liegen die Dias von damals im Keller und niemand beachtet sie mehr. Das sollte sich heute Abend ändern. Seit langer Zeit stand mal wieder ein Dia – Abend auf dem Programm. Nicht zuletzt auch deshalb, weil wir in diesem Jahr auf über sieben Jahrzehnte Pilzberatung in Wismar zurückblicken. Es sind auch viele eingerahmte, historische Aufnahmen aus den 1950er und 1960er Jahren dabei, aber auch aus den 1980er und 1990er Jahren, als ich in die Pilzberatung mit einstieg. Wir haben uns heute eine Auswahl angeschaut und in Nostalgie geschwelgt. Es waren zwei kurzweilige Stunden. Ganz herzlichen Dank gilt unserer Pilzfreundin Monika, die einen sehr leckeren Kuchen für uns gebacken hatte. Auch konnte wir Gäste in unserer Mitte begrüßen

Wann treffen sich die Pilzfreunde wieder? – Siehe unter Termine!</