Tagebuch

Ein Rückblick auf Ereignisse und Veranstaltungen.

17. April 2021 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Grünlings

Sie führte in die Gemeinde Schildetal

Die 2. Lehrwanderung des Jahres führte in die Gemeinde Schildetal, westlich der Landeshauptstadt Schwerin. Ich war hier vor einigen Jahren bereits im Rahmen der Mittwochsexkursionen unterwegs, aber eine vom Steinpilz – Wismar organisierte Lehrwanderung stellte für dieses Gebiet eine Prämiere dar. Das langgezogene Waldgebiet nördlich der Ortschaft Renzow wird von der L 05 im Osten und des Flüsschens Schilde im Westen begrenzt. An Frischpilzen waren vor allen Glimmer – Tintlinge, Frühlings – Mürblinge, Österreichische Kelchbecherlinge und giftige Frühjahrs – Lorcheln   vertreten. Das Wetter war bestens und die Corona – bedingt maximal möglichen fünf Teilnehmer erlebten eine wunderschöne Frühlingswanderung. Ein besonderes Dankeschön gilt unserem Pilzfreund Phillip Müller, der uns durch dieses landschaftlich sehr reizvolle Gebiet führte. Hier einige Impressionen:

Start- und Zielpunkt der Wanderung am Ortsausgang Renzow.

Ein alter Laubholz – Stubben am Wegesrand erweckte unser Interesse. Er war von zahlreichen Konsolen verschiedener Porlinge besetzt. Hier ist es die Striegelige Tramete (Trametes hirsuta).

Hier ein Fruchtkörper der Buckel – Tramete (Trametes gibbosa).

Ein offenes, fast schon parkartiges Waldareal.

Dort fanden sich auf totem Birkenstamm einige Fruchtkörper des Winter – Stielporlings (Polyporus brumalis). Aufgrund seiner zähfleischigen Konsistenz ungenießbar.

Auch dieser Tennisball fand sich auf einem alten Birkenstamm. Es ist ein kugeliges Exemplar des Birken – Zungenporlings (Piptoporus betulinus). Der Wuchsform wegen wohl eher Birken – Kugelporling.

So kennen wir ihn schon eher, den Birken – Zungenporling (Piptoporus betulinus).

Es geht hinunter in das Schildetal.

Das Blasige Eckenscheibchen (Diatrype bullata) findet sich dicht gedrängt an trockenen Ästen von Weide und Erle, besonders im Winter und Frühling.

Wir erreichen einen moosreichen Fichtenforst.

In Gedanken hoffte ich auf den Fund eines ganz speziellen, schwarzen Ascomyceten und es dauerte nicht lange, bis wir ihn tatsächlich fanden, den Glänzenden Schwarzborstling (Pseudoplectania nigrella.

Dieses Foto stammt vom Vorsitzenden des Rahnaer Pilzvereins, Torsten Richter, dem wir zufällig hier im Schildetal zusammen mit seiner Frau Katrin begegneten. Auch Torsten war begeistert von diesem Fund!

Und es kam noch besser. Niemand hatte hier mit Frühjahrs – Lorcheln (Gyromitra esculenta) gerechnet, da die Böden nicht zu den sandigsten Mecklenburgs gehören und dazu noch im reinen Fichtenforst.

Frühjahrs – Lorchel (Gyromitra esculenta). Mehr oder weniger giftig! Von nahezu giftfrei bis tödlich kann ihre toxische Dosierung ausfallen!

Obwohl zu den Porlingen zugehörig, besitzt der Eichen – Wirrling (Daedalea quercina) lamellenartiges, labyrinthisch angeordnetes Hymenophor, welches den Pilz praktisch unverwechselbar macht. Er findet sich ausschließlich an totem Eichenholz.

Rechts noch Fichten – Monokultur, links entwickelt sich eine vielseitigere Waldgesellschaft.

Eine besondere Vorliebe für Birkenholz hegt offensichtlich die Ockergelbe Zonentramete (Trametes ochraceum).

Einen weiteren Höhepunkt unserer Pilzwanderung bildete ein Areal mit zahlreichen, leuchtend roten Farbtupfen.

Da es mindestens drei optisch kaum zu unterscheidende Arten dieser prachtvollen Becherlinge gibt, waren wir froh, dass uns Torsten Richter diesen Fund unter sein Mikroskop legte. Es handelt sich ganz eindeutig, so Torsten, um den bei uns mit Abstand häufigsten Vertreter dieser Gattung, dem Österreichischen Kelchbecherling (Sarcascypha austriaca). Ein herzliches Dankeschön geht nach Rehna!

Alte, von Wind und Wetter bereits ausgeblasste Konsolen der Rötenden Tramete (Daedaleopsis confragosa).

Immer an totem Eichenholz, der Rotbraune Borstenscheibling (Hymenochaete rubiginosa).

Die essbaren Frühlings – Mürblinge (Psathyrella spadiceogrisea) gehören zu den hygrophanen Pilzarten, die bei Feuchtigkeit deutlich dunkler gefärbte Hüte aufweisen. Hier trocknen sie unterschiedlich ab, weshalb sie so gescheckt aussehen.

Und hier könnte man fast meinen, Stockschwämmchen vor sich zu haben.

Am Fuße einer mächtigen Baumruine brechen zahlreiche Büschel mit unzähligen Fruchtkörpern des Glimmer – Tintlings heraus.

Da sie jung und ohne Alkohol essbar sein sollen, entschied sich ein Teilnehmer der Wanderung zu einem Speiseversuch und nahm die jüngsten Büschel mit nach hause. Sofortiges Zubereiten ist aber Pflicht, genauso wie der Verzicht auf alkoholische Getränke mindestens drei Tage lang!

Anemonen – Becherlinge bei Scharbockskraut?

Torsten Richter klärt uns auf!

Es müssen ja nicht immer Pilze sein. Torsten ist Diplom – Biologe zum Thema Moose. Also eigentlich ein Moos – Fachmann. Aber so weit sind die Moose ja nicht von den Pilzen entfernt und gehören ebenfalls zu den Sporenträgern. Hier sehen wir das Linealblättrige Geradzahnmoos (Orthodontium lineare).

Und hier Plagothecium succulentum von Torsten Richter bestimmt und fotografiert. Eine in Wäldern nicht selten vorkommende Laubmoosart.

Und nun wieder etwas pilziges und ausgesprochen exotisches, welches offensichtlich zu finden ist, wenn man mit Gummistiefel ausgestattet durch die Schilde schreitet und mit Kennerblick ausgestattet ist. Blassgelbes Spinnwebbecherchen (Arachnopeziza aurata). Foto und Bestimmung Torsten Richter. Die Natur hält so viele Wunder bereit und nur die wenigsten Menschen bekommen davon etwas mit!

Und zum Schluss noch ein Blick in die Glaskugel. Das Pilzjahr steht noch am Anfang, wie mag es wohl werden? Foto und zugehörige Gedanken von Torsten Richter.

Wann startet die nächste Wanderung? – Siehe unter Termine!

14. April 2021 – Kartierungsexkursion am Mittwoch

Mittwochsexkursion im Tarnewitzer Urwald

Auch für interessierte Gäste

Das Messtischblatt 2033 = Boltenhagen

Wir begannen heute mit einem neuen Messtischblatt im Maßstab 1:25 000. Dieses wurde geviertelt, so dass 4 Quadranten entstanden, die jeweils an einem Mittwoch abgearbeitet werden sollen. Die Exkursionen dienen vordergründig unserer Großpilzkartierung. Dabei besteht die Möglichkeit für Pilzbegeisterte Menschen daran teilzunehmen um etwas dazu zu lernen und wenn alles gut läuft, kann sogar am Ende eine leckere Pilzmahlzeit mit nach hause genommen werden. Das Ziel im MTB 2033/1 war der Tarnewitzer Urwald. Er ist beispielsweise die Heimat der Holzkohlenpilze.

Holzkohlenpilz (Daldinia concentrica).

Die markante Schlauchpilzart ist in der Umgebung von Boltenhagen weit verbreitet und häufig, während man den Pilz im großen Rest von Nordwestmecklenburg eher selten zu Gesicht bekommt. 

Immer wieder boten sich wunderbare Motive um diesen etwas eigentümlichen Vertreter aus dem Pilzreich im Bild festzuhalten.

Das Wetter war zwar sehr aprilfrisch, aber die schon starke Frühlingssonne strahlte ungehindert, so dass die heutige Bestandsaufnahme im Tarnewitzer Urwald für alle drei Beteiligten ein wunderbares Erlebnis war.

Im Längsschnitt zeigen sich die für diesen Schlauchpilz so typischen und namensgebenden, konzentrisch gezonten Srukturen – Daldinia concentrica.

Immer an alten Eichenstubben zu finden und ausnehmend häufig ist der Rotbraune Borstenscheibling (Hymenochaete rubiginosa). 14.04.2021 im Tarnewitzer Urwald.

Auf morschem Laubholz alte Stäublinge aus dem vergangenen Herbst. Sehr wahrscheinlich handelt es sich um Birnen – Stäublinge (Lycoperdon pyriforme).

 

Dort, wo die jetzt blühenden Buschwindröschen etwas schütter stehen und schwachbrüstiger wirken, ist nicht selten der Anemonen – Becherling (Dumontinia tuberosa) zu finden. Er schmarotzt an den Pflanzen und schwächt sie dadurch.

 

Die Anemonen waren heute voll erblüht und bildeten prachtvolle Blütenteppiche aus, so weit das Auge reichte.

 

Aspektbildend und damit recht häufig war heute der essbare Frühlings – Mürbling (Psathyrella spadiceogrisea) vertreten.

 

Immer wieder urige und Phantasie anregende Baumgestalten im Tarnewitzer Urwald.

 

Umgestürzte Bäume sind ein gefundenes Fressen für viele Pilzarten. Hier ist es der Gemeine Feuerschwamm (Phellinus igniarius), den wir vorzugsweise an alten, lebenden, wie auch toten Weiden in Gewässernähe finden. 

 

Hier eine besonders gesellige, fast schon büschellige Gruppe von Frühlings – Mürblingen (Psathyrella spadiceogrisea). Das sie zu den Dunkelsporern zählen, ist hier unverkennbar.

 

Hier sehen wir die Buchen – Kohlenbeere (Hypoxylon fragiforme).

 

Ein weiterer Pyrenomycet auf toten, noch berindeten Buchenästen, ist das Buchen – Eckenscheibchen (Diatrype disciformis). Die Perithecien entwickeln sich zunächst unter der Rinde und brechen dann aus ihr hervor.

 

Hier entfaltet sich der Gundermann und schiebt seine frischen Blätter und Blüten aus dem gehaltvollen und feuchten Boden des Erlen – Bruchwaldes.

 

Auch die Waldveilchen sind erblüht.

 

Die Stämme vom Schwarzen Holunder wirkten vielfach kalkweis angestrichen. Hier war aber kein Maler am Werk, sondern es handelt sich um den Holunder – Rindenschichtpilz (Lyomyces samcuci).

 

Von besonderer Freude gekrönt war der Fund dieses Geastromyceten. Es handelt sich um den Kamm – Erdstern (Geastrum pectinatum).

 

Eigentlich hätten wir zu dieser Jahreszeit den äußerst feinporigen Mai – Stielporling an Laubholz erwartet. Statt dessen sind noch einmal die grobporigen Winter – Stielporlinge (Polyporus brumals) erschienen. Der Kälte sei dank!

 

An Laubholz – Ästen häufig zu beobachten, der Ablösende Rindenpilz (Cylindrobasidion evolvens).

 

Diesen Phytoparasiten hat Christopher Engelhardt für uns fotografiert und bestimmt. Es handelt sich um den Hahnenfuß – Rispengrasrost (Uromyces poae).

 

Auch dieses Krabbeltier hat uns Chris im Bild festgehalten. Wir sehen den Violetten Ölkäfer (Meloe violaceus). Die Käfer ernähren sich von Pflanzen und parasitieren Wildbienen. Sie enthalten das Toxin Cantharidin, dass sie aus ihren Beinen ausscheiden können und auf der menschlichen Haut Blasen und Nekrosen verursachen kann. Der Stoff gilt seit alters her als Aphrodisiakum. Von diesbezüglichen Experimenten ist jedoch dringend abzuraten, denn bei Überdosierung droht der Tod! Der Giftstoff soll früher neben dem Schierling auf Hinrichtungen eingesetzt worden sein. Also ein potenziell tödlich giftiger Käfer!

 

Sehr filigran zeigt sich die Buchenfruchtschalen – Holzkeule (Xylaria carbophila).

 

Ahorn – Holzkeule (Xylaria longipes).

Hier die Pilzartenliste von MTB: 2033/1 = Tarnewitzer Urwald: Orangefarbenes Brennnesselbecherchen, Zugespitzter Kugelpilz, Striegeliger Schichtpilz, Birkenblättling, Rotbrauner Borstenscheibling, Schneeweißes Haarbecherchen, Brauner Scharbockskrautrost, Brandkrustenpilz, Grünspan – Becherling, Flacher Lackporling, Birnen – Stäubling, Ahorn – Holzkeule, Anemonen – Becherling, Frühlings – Mürbling, Holzkohlenpilz, Schmetterlings – Tramete, Rotrandiger Baumschwamm, Gemeiner Feuerschwamm, Geweihförmige Holzkeule, Goldgelber Zitterling, Rötliche Buchen – Kohlenbeere, Buchenfruchtschalen – Holzkeule, Buchen – Eckenscheibchen, Stoppliger Drüsling, Holunder – Rindenschichtpilz, Judasohr, Eichen – Rindensprenger, Kamm – Erdstern und Ablösender Rindenpilz.

Wir verabschieden uns vom Tarnewitzer Urwald und einer wunderbaren Mittwochsexkursion.


Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine! 

07. April 2021 – Exkursion am Mittwoch

Mittwochsexkursion in den Belower Tannen

Auch für interessierte Gäste

Ziel ist der vierte Quadrant des MTB 2337

Heute starteten nun auch wieder unsere Mittwochsexkursionen. Im Spätherbst 2020 waren wir bereits im Messtischblatt Dabel unterwegs und haben die ersten drei Quadranten abgearbeitet. Heute stand nun das letzte Viertel auf dem Programm. Natürlich ist es noch nicht so interessant und vielseitig wie im November, aber das soll nicht weiter stören. Ziel ist es auch nicht, den Korb voller Speisepilze zu sammeln, sondern es soll sozusagen eine kleine Bestandsaufnahme des aktuellen Pilzwachstums erfolgen. Zur Auswahl standen die Kukuksbuchen und ein umfangreiches Waldgebiet im Nordosten des Quadranten, zu dem die Belower Tannen gehören. Ich denke, letzteres Gebiet ist zu dieser Jahreszeit etwas vielversprechender als der Buchenwald, da hier, wie der Name schon vermuten lässt, reichlich Nadelforst vorhanden ist. Frühlingspilze wie Lorcheln könnten dort entdeckt werden. Ansonsten interessiert uns alles, was im Feld ansprechbar ist. Das wir hier in Bezug auf Lorcheln genau richtig waren, sollte sich bereits nach kurzer Zeit herausstellen. Wir, dass waren Vereinsmitglied Philipp Müller und meine Wenigkeit.

Winter – Trompetenschnitzling (Tubaria furfuracea) in seinem Element. Das April – Wetter der letzten Tage sorgte für spätwinterliche Rückstände.

Aschgraue Poren auf der Unterseite der dünnfleischigen Konsolen, die oft dachziegelartig übereinander an totem Laub- und Nadelholz zu finden sind, charakterisieren den Angebrannten Rauchporling (Bjerkandera adusta) bestens.

Es dauerte nicht lange und die ersten Scheibenlorcheln (Gyromitra incillis) waren entdeckt, wurden fotografiert und notiert.

Ähnlich einem Warzigen Drüsling, den wir an Laubholz finden können, kommt der Teerfleckenpilz (Exidia pithya) daher. Er benötigt Nadelholz als Substrat. Hier ist es ein am Waldboden liegender Kiefernstamm.

Ausgereifte Fruchtkörper des Flaschen – Stäublings (Lycoperdon perlatum). Frisch wuchsen sie im vergangenen Herbst und können Monate am Standort überdauern. Durch mechanische Reize wie Regentropfen, werden über die Scheitelöffnung ihre Sporen freigesetzt.

Hier sehen wir zwei Fichten – Zapfenrüblinge (Strobilurus esculentus). Esculentus = essbar! Noch vielfach ein Massenpilz in M-V, in einigen Jahrzehnten wohl vom Aussterben bedroht, da kaum noch Fichten aufgeforstet werden.

Die hirnartig gewundenen Hüte der Frühjahrslorcheln (Gyromitra esculenta) waren heute teils zahlreich zu sehen. Bei dieser Art ist der wissenschaftliche Begriff „essbar“ mit Vorsicht zu genießen!

An totem Nadelholz, insbesondere auch Fichte, ist nicht selten der Zaunblättling (Gloeophyllum sepiarium) anzutreffen. Selbst vor verbautem Holz schreckt er nicht zurück und erzeugt eine aggressive Braunfäule.

Zwar den Porlingen angehörig, findet sich auf der Unterseite des Zaunblättlings jedoch eine lamellenartige Fruchtschicht, es ist ja ein Blättling!

Hier noch die Artenliste von MTB: 2337/4 – Belower Tannen: Schmetterlings – Tramete, Flacher Lackporling, Orangefarbenes Brennnesselbecherchen, Zugespitzter Kugelpilz, Gemeiner Trompetenschnitzling, Angebrannter Rauchporling, Flaschen – Stäubling, Scheibenlorchel, Gemeiner Violettporling, Rötlicher Pustelpilz, Stoppliger Drüsling, Fichten – Zapfenrübling, Frühjahrs – Lorchel, Zaunblättling, Orangeporiger Knorpelporling, Echter Zunderschwamm, Winter – Stielporling, Birken – Zungenporling, Brandkrustenpilz, Geweihförmige Holzkeule und Teerfleckenpilz.

Neben der Rotbuche besiedelt der „Pilz des Jahres 1995“, der Echte Zunderschwamm (Fomes fomentarius), mit Vorliebe auch die Birke. 

Rechts noch reichlich Altfichten, links wird mit Douglasien aufgeforstet. Wir verabschieden uns von den Belower Tannen.

Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

03. April 2021 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Grünlings

Sie führte durch das Pröbower Holz

Das Pröbower Holz am 03. April 2021. Es besteht b. z. w. bestand zum großen Teil aus Fichten. Die Dürre der letzten Jahre ließ diesen Nadelbaum inselweise absterben und entsprechend wurde auch hier massiv abgeholzt.

Aber es gibt auch positives zu vermelden. Wo sieht man heut zu Tage in unseren Wäldern noch eine junge Fichtenschonung? Möge sie prächtig gedeihen!

Die Kontaktbeschränkungen im Zuge der Corona – Krise ließen nur einen sehr kleinen Kreis an Teilnehmern zu, so dass wir heute nur mit 4 Pilzfreunden in die neue Saison starteten. Ausgesucht hatte ich das Pröbower Holz, nördlich von Jesendorf und Trams. Integriert und flankierend befinden sich mehrere Seen, so der Pröbower und der Tramser See. Deren Uferbereiche können auch für Pilzfreunde interessant sein, insbesondere im Sommer und Herbst. Neben Laubwäldern gibt es hier auch Fichtenforste und diese können schon im Frühling durchaus für uns Pilzfreunde etwas zu bieten haben. So findet sich in diesen nicht selten zu dieser Jahreszeit die Scheibenlorchel. Sie besiedelt morsches Fichten, aber auch Kiefernholz. So füllte sie beispielsweise die Körbe der Pilzfreunde vor genau zwei Jahren, als wir ebenfalls im Raum Jesendorf mit einer öffentliche Lehrwanderung in die Saison starteten. Es war damals über Monate hinweg die erfolgreichste Pilzwanderung, an der es nicht nur etwas zu lernen gab, sondern auch eine ausgiebige Pilzmahlzeit zu Buche stand. An die damalige Üppigkeit konnten wir heute leider nicht anknüpfen, aber einige Scheibenlorcheln waren uns dann doch im Jesendorfer Kiefernforst vergönnt. Zuvor waren wir jedoch im Pröbower Holz unterwegs. Leider wurde hier massiv abgeholzt, da die Fichten, wie anderen Ortes auch, stark durch die letzten Dürrejahre geschädigt wurden. Dennoch fanden wir einen Bereich mit Jungfichten, eine dichte Fichtenschonung, wie sie heute eigentlich kaum noch angelegt wird. Hoffen wir, dass dieser Nadelbaum zumindest in diesem Revier nach wie vor eine Chance bekommt. Es wäre sehr schade, wenn spätere Generationen diesen Waldbaum gar nicht mehr in den Mecklenburgischen Wäldern vorfinden würden. Aber der Trend geht eindeutig weg von der Fichte und beispielsweise zur Douglasie hin. Wir Pilzfreunde finden das sehr schade. Der Baum darf nicht völlig aus unseren Wäldern verschwinden! 

An toten Eichenästen findet sich häufig der Eichen – Zystidenrindenpilz (Peniophora quercina).

Genau so wie der Eichen – Rindensprenger (Vuilemminia comedens).

Ein weiterer Eichenspezialist ist der Rotbraune Borstenscheibling (Hymenochaete rubiginosa).

Der Rotrandige Baumschwamm (Fomitopsis pinicola) muss keineswegs immer rotrandig sein. Er wird auch unter dem deutschen Namen Fichtenporling geführt. Obwohl im Pröbower Holz reichlich Fichte zu finden ist, wuchs er hier an Totholz von Erle. Sein Wirtspektrum ist keinesfalls nur auf die Fichte beschränkt.

Ausschließlich Nadelholz (Kiefer, Fichte) steht auf dem Speiseplan des Gemeinen Violettporlings (Trichaptum abietinum).

Moosreicher Fichtenforst. Im Herbst sicher eine gute Adresse für Maronen – Röhrlinge!

Fichten – Monokulturen sind nicht nur anfällig für Trockenschäden und Borkenkäfer, auch der Fichten – Wurzelschwamm (Heterobasidion annosum) kann ihnen stark zusetzen und das Holz ganzer Fichtenschläge, vom Wurzelbereich ausgehend, bis weit hinauf im Stamm schädigen und minderwertig machen.

Einer der häufigsten Frühlingspilze unter Kiefern ist der Bittere Nagelschwamm (Strobilurus tenacellus). Während der optisch nahezu identische Kiefern – Nagelschwamm (Strobilurus stephanocystis) durchaus essbar ist, dürfte dieser Vertreter doch etwas zu herb schmecken.

Bitterer Zapfenrübling (Strobilurus tenacellus) von unten.

Schließlich sorgten einige Scheibenlorcheln (Gyromitra ancillis) dafür, das auch die kulinarischen Ambitionen der Pilzfreunde zumindest ansatzweise befriedigt werden konnten.

Wir verabschieden uns vom Pröbower Holz an diesen zwar sonnigen, aber aprilfrischen Karsamstag des Jahres 2021.

Wann startet die nächste Pilzwanderung? – Siehe unter Termine!

23. März 2021 – Treffen der Pilzfreunde

Treffen der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Themenabend zum Pilz des Jahres 2021

Dieser Termin musste leider abgesagt werden!

Treff am Dienstag, dem 23. März 2021, um 18.00 Uhr in der ABC Straße 21.

Zur letzten Zusammenkunft in der Winterpause und kurz vor Saisonbeginn wollten sich heute die Pilzfreunde der Gemeinnützigen Gesellschaft e. V. wieder im Mykologische Informationszentrum Steinpilz – Wismar einfinden. Wie immer im März sollte kurz der Pilz des Jahres vorgestellt werden und im Anschluss war eine Vorschau auf Termine in der neuen Pilzsaison geplant. Leider hat uns die Corona – Pandemie wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Wann treffen sich die Pilzfreunde wieder? – Siehe unter Termine!

23. Februar 2020 – Treffen der Pilzfreunde

Treffen der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Themenabend

Aufgrund der Corona – Krise fiel dieser Termin leider aus!

Zum 2. Themenabend des Jahres waren die Pilzfreunde der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V. und interessierte Gäste wieder in das Mykologische Informationszentrum sehr herzlich eingeladen. Leider war es auch heute nicht möglich, durch die aktuell strengen Kontaktbeschränkungen, uns zu diesem Vereinsabend zu treffen.

Auch das für März geplante Treffen im Steinpilz – Wismar muss leider ausfallen!

26. Januar 2021 – Treffen der Pilzfreunde

Neujahrstreffen der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Themenabend mit Christopher Engelhardt

Dieser Termin fiel leider auch der Corona – Pandemie zum Opfer!

Wie jedes Jahr wollten wir uns Ende Januar zum Neujahrstreffen im Steinpilz – Wismar einfinden. Mit einem Gläschen Sekt auf ein hoffentlich gutes Pilzjahr 2021 anstoßen. Es hätte der Jahresbeitrag entrichtet sowie Vorschläge für die neue Saison diskutiert werden können.

Eigentlich bestreitet seit Jahren Ulrich Klein den ersten Abend im Jahr. Ulrich bat allerdings darum, terminlich nicht mehr fest eingebunden zu werden. Das bedeutet hoffentlich nicht, dass er uns nicht mehr mit seinen tollen PowerPoint – Präsentationen beglücken wird. Es wäre sehr schade! So sollte im Mittelpunkt des Abends ein Beamer – Vortrag von Christopher Engelhardt aus Lübeck stehen. Thematisch wollte er sich noch nicht festlegen, aber Chris ist in punkto Naturkunde auf der ganzen Welt mit seiner Kamera unterwegs und hätte sicher etwas interessantes aus seinem umfangreichen Fundus zum besten geben.

Auch interessierte Gäste sind herzlich willkommen.

Wann treffen sich die Pilzfreunde wieder? – Siehe unter Termine!

05. Dezember 2020 – Jahresabschluß der Pilzfreunde

Weihnachtsfeier der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Gemütlicher Jahresabschluß

Aufgrund der Corona – Krise mussten wir leider in diesem Jahr auf unseren gemütlichen Jahresausklang verzichten!

Wie jedes Jahr, so wollten sich die Pilzfreunde der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V. in gemütlicher Runde zum vorweihnachtlichen Jahresausklang einfinden. Leider stellt sich uns die Corona – Krise in diesem Jahr entgegen und sorgte für viele Absagen unserer Aktivitäten. Nun fällt auch unsere Weihnachtsfeier dem Virus – Geschehen zum Opfer.

Hoffen wir auf das kommende Jahr und das endlich wieder Normalität einkehren möge.

Allen Pilzfreunden ein schönes, besinnliches Weihnachtsfest und ein gutes, gesundes Pilzjahr 2021!

Der Steinpilz – Wismar hätte sich gern im Treff im Lindengarten, direkt hinter der Persil – Uhr, und neben dem alten Wasserturm zum Jahresabschluss eingefunden.

Wann treffen sich die Pilzfreunde wieder? – Siehe unter Termine!

21. November 2020 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr der Gemeinen Stinkmorchel

Ziel wäre der Züsower Forst gewesen

Aufgrund der aktuellen Corona – Regellungen musste diese Veranstaltung leider ausfallen.

Zum letzten mal wollten wir im alten Jahr zu einer öffentlichen Lehrwanderung starten. In der Aspektabfolge des Pilz – Jahreskalenders befinden wir uns bereits im Winter (Mitte November – Januar). Die Klassiker, was Speisepilze betrifft, sind zu dieser Zeit Austern – Seitling und Samtfuß – Winterrübling. An Holunder kann man die Chinesischen Morcheln ernten, besser bekannt unter der Bezeichnung Mu- Err oder Judasohr. Aber es wachsen natürlich noch eine ganze Reihe verschiedener Großpilze, die teils auch in der Küche Verwendung finden können. Außerdem sind um diese Zeit meist noch reichlich Spätherbstarten vertreten. So war unsere letzte Wanderung vor genau einem Jahr noch sehr pilz- und lehrreich. Da der Winter damals ohnehin ausblieb, ging die Saison schlicht weiter und bereits ab Ende Januar/Anfang Februar starteten die ersten Frühlingspilze durch. Wie dem auch sei, hoffen wir, dass zum Saisonstart, im April des kommenden Jahres, die Rahmenbedingungen für Veranstaltungen wieder besser sein mögen und wir wie geplant die Pilzsaison 2021 eröffnen können.

Wann wird das sein? – Siehe unter Termine!

18. November 2020 – Exkursion am Mittwoch

Mittwochsexkursion

Auch für interessierte Gäste

Achtung! Dieser Termin wurde auf den 17.11.2020 vorverlegt!

Es ging in das MTB: 2337/3 – Buchenberg/Kiefernheide

Ein letztes mal in diesem Jahr ging es auf Mittwochsexkursion. Der dritte Quadrant der Topographischen Karte Dabel = 2337, im Maßstab 1 : 25 000, war an der Reihe. Die überwiegend sandigen Laub- und Nadelwälder nordwestlich des Ortes Hohen Pritz waren angesagt. Im Dürresommer 2018 fand hier eine unserer Nachtwanderung statt. Es gab aufgrund der Trockenheit kaum Frischpilze. Das sah heute natürlich anders aus. Wir starteten gegenüber der früheren Militärkaserne am Buchenberg und kartierten weiter auf dem ehemaligen Übungsgelände, auf dem sich inzwischen Jungkiefern breit gemacht haben und teilweise entstand hier eine wunderbare Heidelandschaft. Solche Sonderstandorte sind für uns besonders interessant und hier gab es auch einige Überraschungen.

Am Buchenberg einige Gelbe Knollenblätterpilze (Amanita citrina). Mitunter bleibt das Velum partiale nicht als Ring am Stiel hängen, sondert bildet Fransen am Hutrand aus.

Der Süßliche Milchling (Lactarius subdulcis) ist im Buchenwald zuhause. Deshalb mitunter auch Buchen – Milchling genannt.

Buchen und Fichtenwälder bevorzugt der Gelbweiße Täubling (Russula ochroleuca).

Die große Zeit der beliebten Pfifferlinge (Cantharellus cibarius) ist der Hochsommer. Wir finden den Eierschwamm allerdings vom Spätfrühling bis in den Frühwinter in Laub- und Nadelwäldern.

Einer der häufigsten Porlinge an Laub- und Nadelholzstubben ist der Angebrannte Rauchporling (Bjerkandera adusta).

Biotopwechsel. Vom Buchenberg in das sandige Kiefern- und Heidegebiet des ehemaligen Truppenübungsplatzes bei Dabel. Da durch frühere, militärische Anlagen wie Plattenwege, Kalk in den Sandboden gelangt ist, findet sich hier auch der leckere Edel – Reizker (Lactarius deliciosus). Natürlich muss immer zumindest eine Kiefer in der Nähe sein.

Der Stiel des delikaten Reizkers ist hohl und sondert im Schnitt einen rötlichen Milchsaft ab.

Blutblättriger Hautkopf (Cortinarius semisanguineus).

Ein weiterer Hautkopf, welcher mag es sein?

Ein Blick unter den Hut beantwortet die Frage: Gelbblättriger Hautkopf (Cortinarius cinnamomeoluteus).

Wunderschöne Farbtupfen zwischen Moosen.

Wie Chris Engelhardt heraus bekommen hat, handelt es sich um das Warzigsporige Moosschälchen (Neotiella vivida). Foto: C. Engelhardt.

Vielen Dank an Christopher Engelhardt aus Lübeck für diese wunderbare Bestimmungstafel zu unserem Moosschälchen.

Besonders weite Röhrenöffnungen finden wir bei diesem jungen Kuh – Röhrling (Suillus bovinus).

Ein etwas älterer Kuhpilz. Die Röhren sind nicht mehr olivgrünlich sondern bräunlich gefärbt.

Kuh – Röhrlinge (Suillus bovinus) gehören zu den Schmierröhrlingen, sind also mit dem Butterpilz verwandt. Durch ihre zähe, gummiartige Konsistenz, sind sie sehr minderwertige Speisepilze und unterliegen in den letzten Jahrzehnten durch Eutrophierung unserer armen Sandstandorte einer Rückgangstendenz.

Wo der Kuhpilz wächst, ist der Rosenrote Schmierling (Gomphidius roseus) nicht weit. Beide Myzelien sind durch eine Art Symbiose miteinander Verbunden.

Der Rosenrote Schmierling (Gomphidius roseus) ist zwar auch essbar, allerdings wenig ergiebig und sollte lieber stehen bleiben. Er ist nah mit dem Kuhmaul und dem Kupferroten Gelbfuß verwandt.

Einen farbenfrohen Anblick liefern unzählige Löwenfrüchtchen (Leocarpus fragilis).

Es handelt sich um Myxomyceten, also Schleimpilze.

Zweifarbiger Lacktrichterling (Laccaria bicolor) von oben betrachtet.

Im besten kommt die Zweifarbigkeit im Kontrast von Hutoberfläche und  Lamellenfarbe zum tragen. Essbar, wie alle Lacktrichterlinge oder Bläulinge.

Da kommt man nicht dran vorbei: Roter Fliegenpilz (Amanita muscaria).

Man könnte Denken, der Maronen – Röhrling (Xerocomus badius) gehöre den Schmierröhrlingen an. Tatsächlich aber steht er den Filzröhrlingen nahe.

Der Butterpilz (Suillus luteus) ist hingegen die Typusart aller Schierröhrlinge.

Rotbraune Milchlinge (Lactarius rufus) werden aufgrund ihrer Schärfe auch Paprikapilz genannt. In Osteuropa beliebte Speisepilze, aber nur nach besonderer Zubereitung. Charakteristisch ist auch der kleine, spitze Buckel in der Hutmitte.

Nahezu ein Massenpilz in den feuchten Moosen war heute der Klebrige Helmling (Mycena vulgaris).

Typisch für dieses heideartige Gebiet scheint die Heidekeule (Clavaria argillacea) zu sein. Ein schöner Fund, den Chris Engelhardt für uns bestimmt hat.

Hier noch zwei Arten aus dem Buchenwald: Graugrüner Milchling (Lactarius blennius) und Rotfuß – Röhrling (Xerocomus chrysenteron).

Maronen – Röhrlinge (Xerocomus badius) und Klebrige Helmlinge (Mycena vulgaris).


Die Artenliste von MTB: 2337/3 – Buchenberg/Kiefernheide: Buckel – Tramete, Schmetterlings – Tramete, Flaschen – Stäubling, Violetter Lacktrichterling, Horngrauer Rübling, Gelber Knollenblätterpilz, Buchen – Speitäubling, Langstieliger Knoblauchschwindling, Süßlicher Milchling, Graugrüner Milchling, Klebriger Hörnling, Gelbweißer Täubling, Geweihförmige Holzkeule, Falscher Pfifferling, Gemeiner Trompetenschnitzling, Echter Pfifferling, Grünblättriger Schwefelkopf, Weinrötlicher Zwergchampignon, Derbes Rotfüßchen, Goldschimmel, Striegelige Tramete, Kugelschneller, Laubholz – Hörnling, Gemeiner Spaltblättling, Geflecktblättriger Flämmling, Striegeliger Schichtpilz, Angebrannter Rauchporling, Orangeroter Kammpilz, Laubholz – Harzporling, Buchenrindenschorf, Rillstieliger Helmling, Tintenstrichpilz, Veränderlicher Spaltporling, Grauer Erdritterling, Wohlriechender Schneckling, Winter – Stielporling, Bleiweißer Trichterling, Frostschneckling, Mäuseschwänzchen, Amiant – Körnchenschirmling, Weißflockiger Gürtelfuß, Duft – Trichterling, Dunkelscheibiger Fälbling, Edel – Reizker, Heftel – Nabeling, Blutblättriger Hautkopf, Rotbrauner Milchling, Weißbrauner Ritterling, Kuhpilz, Zweifarbiger Lacktrichterling, Fleischroter Lacktrichterling, Warzigsporiges Moosschälchen, Löwenfrüchtchen, Butterpilz, Roter Fliegenpilz, Erdwarzenpilz, Kahler Krempling, Gelbblättriger Hautkopf, Zimt – Hautkopf, Glockiger Häubling, Nadelholz – Hörnling, Gemeiner Violettporling, Rosenroter Schmierling, Dickschaliger Kartoffel – Hartbovist, Schwefel –  Ritterling, Grobscholliger Riesenschirmpilz, Kugelsporiges Stummelfüßchen, Graukappe, Rosa – Helmling, Gelbe Mooskeule, Gelbschuppiger Tintling und Klebriger Helmling


Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

 Einfach anrufen oder eine Mail zusenden.

Tel.: 03841/228917 oder Handy: 0173/6977219

E- Mail: steinpilz.wismar@t-online.de

15. November 2020 – Vereins- und Kartierungsexkursion

Vereinsexkursion

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Es sollte durch den Wald bei Roggow gehen

Wegen der aktuell gültigen Corona – Beschränkungen muss diese Veranstaltung leider entfallen.

 Über viele Jahre war der Wald bei Roggow im November bei mir eine Standart – Adresse. Grund: mehrere Hexenringe von Mönchsköpfen, welche ich sehr gerne zum trocknen verwendete. Im Januar 2019 waren wir hier mit einem Drehteam des NDR – Fernsehens zum Thema Winterpilze unterwegs und konnten auch Kamera – tauglich fündig werden. Der Beitrag lief inzwischen wohl in ganz Deutschland in den Regionalen Fernsehprogrammen, selbst im Winter 2020 soll er wieder in Bayern ausgestrahlt worden sein. Nun befinden wir uns am Übergang vom Spätherbst zum Winter, so dass wir aus beiden Aspekten heraus mit einer interessanten Tour hätten rechnen dürfen.

Wann startet die nächste Vereinsexkursion? – Siehe unter Termine!

11. November 2020 – Exkursion am Mittwoch

Mittwochsexkursion

Auch für interessierte Gäste

Es geht in das MTB: 2337/2 – Hoher Berg

Die zweite Runde im Messtischblatt Dabel war heute an der Reihe. Besonders im südlichen Bereich des Quadranten gibt es viel Wald. Angefangen von den Seetannen am Dabeler See über Borkow und südlich des Borkower Sees. Hier gibt es auch einen schönen Waldlehrpfad des Naturparkes Sternberger Seenland. Im vergangenen Jahr absolvierten wir hier unsere Nachtwanderung und in den Seetannen war ich im trockenen Jahr 2018 im Rahmen einer Mittwochsexkursion unterwegs. Es gibt aber auch im nördlichen Bereich des Meßtischblatt – Quadranten zwei kleinere, isolierte Wälder, die mich eventuell mehr reizen würden. Zum einen die Rothener Tannen und zum anderen der Wald am hohen Berg, südwestlich des Bolzer Sees. Hier besticht beispielsweise der südwestliche Hang mit seiner wärmebegünstigten und ausgehagerten Buchenkannte. Er war das Ziel meiner heutigen Exkursion.

Junge Flaschen – Stäublinge (Lycoperdon perlatum). Typisch sind die vielen „Grieskörnchen“ auf der Oberfläche.

Diese Champignons (Agaricus spec.) wuchsen am Waldrand unter Eichen und Buchen.

Dickblättriger Schwarztäubling (Russula nigricans). Bevor der Sprödblättler bei Verletzung und im Alter schwärzt, rötet er zunächst.

Rotrandiger Baumschwamm (Fomitopsis pinicola). Er musste mit, denn die Adventszeit steht bevor, wofür er sich besonders gut zu Gestecken eignet.

Frische Zuwachsränder des Rotrandigen Baumschwamms sind zunächst grauweiß, dann gelblich und erst später rotbräunlich bis schließlich fast grauschwärzlich.

Mitunter ein Massenpilz der Buchenwäldern im Herbst ist der völlig schleimige Elfenbein – Schneckling (Hygrophorus eburneus).

Ebenfalls in Buchenwäldern, aber meist nur einzeln oder in wenigen Exemplaren, findet sich der viel größere und kompaktere Trockene Schneckling (Hygrophorus penarius).

Ziemlich hochbeinig und elegant kommt der Kaffeebraune Gabeltrichterling (Pseudoclitocybe cyathiformis) daher.

Judas hat seine Lauscher zwar nicht überall, aber besonders am Schwarzen Holunder setzt er vor allem im feuchteren Winterhalbjahr zum großen Lauschangriff an. Judasohr (Hirneola auricula – judae).

Eine imposante Gestalt des Herbstwaldes ist der Mönchskopf (Clitocybe geotropa). Besonders wenn der große Trichterling in auffälligen Hexenringen daher kommt.

Den Trichter dieses Trichterlings sucht man allerdings vergeblich. Typisch ist ein kleiner Buckel in der Hutmitte. Der Mönchskopf ist Essbar.

Der Rostbraune Feuerschwamm (Phellinus ferruginosus) bildet resupinate, polsterförmige Fruchtkörper auf totem Laubholz aus. Hier ist es Haselholz.

Unterwegs begegnete ich einem Herbstlorchel – Sammler. Aus dem Körbchen auf seinem mitgeführten Fahrrad, blickten mich diese Augen an. Ob das Schnüffelnäschen wohl auf Lorcheln oder gar Trüffel abgerichtet ist? Ich vergaß zu fragen.

Gilbender Erdritterling (Tricholoma argyraceum). Essbar.

Essbar ist auch der Schmutzige- oder Fleischbraune Rötel – Ritterling (Lepista sordida). Er ist ein Pilz der Übergangsjahreszeiten und wächst demnach im Frühling und Herbst. Seltener im Winter und kaum im Sommer.


Die Artenliste von MTB 2337/2 – Wald am Hohen Berg: Gemeiner Rettich – Fälbling, Horngrauer Rübling, Gelber Knollenblätterpilz, Violetter Lacktrichterling, Gallen – Täubling, Geweihförmige Holzkeule, Graukappe, Schwefel – Ritterling, Flaschen – Stäubling, Graugrüner Milchling, Süßlicher Milchling, Schlanker Riesenschirmpilz, Maronen – Röhrling, Gemeiner Steinpilz, Gefleckter Rübling, Grünblättriger Schwefelkopf, Dickblättriger Schwarztäubling, Buchen – Speitäubling, Perlpilz, Gelbweißer Täubling, Langstieliger Knoblauchschwindling, Orangeroter Kammpilz, Violetter Rötel – Ritterling, Rotrandiger Baumschwamm, Schmetterlings – Tramete, Roter Fliegenpilz, Grauweißer Saftporling, Geflecktblättriger Flämmling, Kiefern – Braunporling, Echter Zunderschwamm, Goldschimmel, Derbes Rotfüßchen, Trockener Schneckling, Kaffeebrauner Scheintrichterling, Rosablättriger Helmling, Fichten – Wurzelschwamm, Elfenbein – Schneckling, Fichten – Zapfenrübling, Gallertfleischiges Stummelfüßchen, Halbresupinater Weichporling, Rosa – Helmling, Judasohr, Zitronengelbes Reisigbecherchen, Mönchskopf, Rostbrauner Feuerschwamm, Striegeliger Schichtpilz, Flächiges Eckenscheibchen, Buckel – Tramete, Angebrannter Rauchporling, Gilbender Erdritterling, Rillstieliger Helmling, Birken – Blättling, Striegelige Tramete und Schmutziger Rötelritterling.


  Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

Bei Interesse einfach anrufen oder eine E – Mail zusenden. Tel.: 03841/228917 oder Handy: 0173/6977219

E – Mail: steinpilz.wismar@t-online.de 

07. November 2020 – Öffentliche Lehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr der Gemeinen Stinkmorchel

Es sollte in`s Westenbrügger Holz gehen

Aufgrund der aktuellen Corona – Beschränkungen musste  diese Veranstaltung leider abgesagt werden.

Allmählich kehrt Winterruhe in Wald und Flur ein. Die letzten Blätter erreichen bald den Waldboden und es ist mitunter schwierig, unsere gesuchten Kobolde unter diesen Bedingungen ausfindig zu machen. Aber es lohnt sich durchaus, denn Blick zu schärfen, denn auch zu dieser fortgeschrittenen Jahreszeit kann noch allerhand entdeckt werden. Selbst solch ein kapitaler Steinpilz, wie oben zu sehen, kann das Herz des Pilzsucher`s noch höher schlagen lassen. Das Foto stammt von einer November – Wanderung im letzten Jahr. Leider war es uns nun nicht mehr möglich, eine geführte Lehrwanderung unter verschärften Corona – Auflagen durchzuführen.

Wann startet die nächste Pilzwanderung? – Siehe unter Termine!

04. November 2020 – Exkursion am Mittwoch

Mittwochsexkursion

Auch für interessierte Natur- und Pilzfreunde

Das MTB: 2337/1 – Dabel war an der Reihe

Im trockenen Sommer des Jahres 2018 stand das Dabeler Meßtischblatt schon einmal während meiner Mittwochsexkursionen auf dem Programm. Damals reichlich unergiebig. Natürlich können wir heute kaum noch Sommerarten erwarten, aber artenreicher als damals wird es allemal, denn der November zählt immer noch zu den attraktivsten Pilzmonaten des Jahres. Im 1. Quadranten finden wir reichlich Wald vor. In den Peeschen Tannen waren wir gerade zur Vereinsexkursion, so dass ich einem anderen Revier den Vorzug geben möchte. In frage kommen die Waldbereiche um den Buchenberg bis in Höhe des Holzendorfer Sees, aber auch die Achtertannen, südlich des Dabeler Sees. Wir entschieden uns für die Waldflächen am Holzendorfer See. Wir, das waren außer meiner Wenigkeit noch interessierte, junge Pilz- und Vereinsfreunde aus der mecklenburgischen Kleinstadt Warin.

Schon auf dem Parkplatz der Badestelle am Holzendorfer See wurden wir fündig. Wir sehen einen Fruchtkörper des Trockenen Kahlkopfes (Psilocybe montana).

Ein Birkenporling gegen Magenbeschwerden?

Eine Peniophora an Betula. Wahrscheinlich handelt es sich um den Fleischroten Zystidenrindenpilz (Peniophora incarnata). Allerdings erscheint mir der resupinate Überzug recht dick und er löst auch etwas vom Substrat ab, welches bei Peniophora incarnata nur selten zu beobachten ist.

Der Geschichtete Zähling (Lentinellus ursinus) wächst an totem Laubholz und gehört nicht zu den häufigsten Arten bei uns.

Lentinellus ursinus.

Meist sehr gesellig unter Eichen findet sich im Herbst der Große Knoblauch – Schwindling (Marasmius prasiosmus).

Auch der Blaugraue Reiftäubling (Russula parazurea) ist vorzugsweise unter Eiche anzutreffen. Er geht mit dem Baum eine Symbiose ein, während der Schwindling eine saprophytische Lebensweise besitzt. Essbar.

Dekorative Verzierungen auf bemooster Baumrinde.

Verantwortlich für den farbenfrohen Anblick zeichnet der Orangerote Kammpilz (Phebia radiata).

Niedergedrückte Rötlinge (Entoloma nidorosum) sind schwach giftig!

Junge Pappel – Schüpplinge (Pholiota destruens) an der Schnittfläche frisch gefällter Pappeln.

Süd exponiert ausgerichtet wärmt sich eine Libelle am Holzstapel der gefällten Pappeln.

Wunderbar frische und fleischige Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis) drängen aus den Resten alter und modriger Birkenstubben heraus.

Fachgerecht werden sie geerntet.

Aber beim Ernten immer auf die Stielschüppchen achten! Hier sind sie mehr als deutlich zu sehen.

Lecker sind natürlich auch diese etwas verfrühten Samtfuß – Winterpilze (Flammulina velutipes). Wichtig sind hier die fettig glänzenden Hüte und die braunsamtigen Stiele.

Hier sehen wir den Glasigweißen Höckerschwamm (Physisporinus vitreus).

Das Glückssymbol schlecht hin. Fliegenpilze (Amanita muscaria) machen einfach glücklich!

Dieses Exemplar eines Roten Fliegenpilzes (Amanita muscaria) hat sich gerade gehäutet. Moos und Gräser, durch die er sich empor schiebt, haben die weißen Hüllreste abgezogen.

Nicht nur Fliegenpilze gehen besonders gerne mit Birken eine Partnerschaft zum gegenseitigen Nutzen ein. Ausschließlich unter diesem freundlichen Laubbaum findet sich auch der Blasse Duftmilchling (Lactarius glyciosmus). Durch seinen leckeren Kokosduft gehört er zu den leicht zu bestimmenden Milchlingen. Allerdings schmeckt er nicht so gut wie er riecht und ist daher minderwertig.

Dieser Milchling hat sich hingegen die Kiefer als Symbiosepartner ausgesucht. Der Späte- oder Leberbraune Milchling (Lactarius hepaticus) ist stellenweise in größeren Mengen in sandigen Kiefernwäldern anzutreffen. Sein weißlicher Milchsaft verfärbt sich an der Luft nach einiger Zeit gelb.

Wegen seiner Schärfe absolut ungenießbar ist der Kiefern – Speitäubling (Russula emetica var. silvestris).

Maronen – Röhrling (Xerocomus badius).

Recht veränderlich in Habitus und Färbung ist der schwach giftige Seifen – Ritterling (Tricholoma saponaceum). Er riecht nach Waschküche und rötet meist irgendwo am Fruchtkörper. Wir finden ihn in Laub- und Nadelwäldern.

Ausschließlich unter Kiefern zu hause ist der Zitronenblättrige- oder Tränen – Täubling (Russula sardonia). Sehr scharf schmeckende und daher ungenießbare Art des Herbstwaldes.


Die Artenliste von MTB 2337 – Wald bei Dabel/ Holzendorfer See: Trockener Kahlkopf, Nelkenschwindling, Schmutziger Rötel – Ritterling, Flacher Lackporling, Geweihförmige Holzkeule, Roter Fliegenpilz, Dunkelscheibiger Fälbling, Kahler Krempling, Rehbrauner Dachpilz, Fuchsiger Röteltrichterling, Verschiedenfarbiger Dachpilz, Gemeiner Rettich – Fälbling, Birken – Zungenporling, Echter Zunderschwamm, Fleischroter Zystidenrindenpilz, Pappel – Schüppling, Glimmer – Tintling, Geschichteter Zähling, Weißflockiger Gürtelfuß, Rosa – Helmling, Safran – Schirmpilz, Großer Knoblauchschwindling, Waldfreund – Rübling, Blaugrauer Reiftäubling, Papagei – Täubling, Stockschwämmchen, Graukappe, Eichen – Milchling, Orangeroter Kammpilz, Gemeiner Trompetenschnitzling, Niedergedrückter Rötling, Goldschimmel, Gelbschuppiger Hallimasch, Grünblättriger Schwefelkopf, Riesenschirmpilz, Schmetterlings – Tramete, Hochthronender Schüppling, Fleischroter Lacktrichterling, Samtfuß – Winterpilz, Striegeliger Schichtpilz, Violetter Knorpelschichtpilz, Braunroter Lacktrichterling, Birken – Blättling, Grauweißer Saftporling, Winter – Stielporling, Gallertfleischiges Stummelfüßchen, Zinnoberroter Pustelpilz, Pfriemförmiger Hörnling, Angebrannter Rauchporling, Echter Mehltau, Horngrauer Rübling, Flechtbarer Helmling, Geflecktblättriger Flämmling, Mäuseschwänzchen, Falscher Pfifferling, Flatter – Milchling, Maronen – Röhrling, Olivbrüner Milchling, Grünlicher Schüppling, Steife Koralle, Dickschaliger Kartoffel – Hartbovist, Camembert – Täubling, Ohrlöffel, Dehnbarer Helmling, Frostschneckling, Glockiger Häubling, Zimt – Hautkopf, Mehlpilz, Klebriger Hörnling, Grobscholliger Riesenschirmpilz, Seifen – Ritterling, Roter Heringstäubling, Zitronenblättriger Täubling, Blasser Duftmilchling und Gelbknolliger Sklerotienrübling.


Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

Kontakt unter folgenden Telefonnummern Kontakt aufnehmen: 03841/228917 oder Handy: 0173/6977219

E – Mail: steinpilz.wismar@t-online.de

03. November 2020 – Treffen der Pilzfreunde

Treffen der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Pilzbestimmungs- und Klönabend

Corona – bedingt entfällt dieser Termin!

Treff am Dienstag, dem 03. November 2020, um 18.00 Uhr im Mykologischen Informationszentrum, in der ABC Straße 21.

Es wäre mal wieder Zeit für ein Treffen der Pilzfreunde gewesen. Die Saison läuft allmählich aus und in gemütlicher Runde wollten wir heute aktuelle Pilzfunde des Spätherbstes besprechen und vorstellen. Außerdem sollte es einiges zu erzählen geben und vielleicht hätten wir uns auch noch einen interessanten Filmbeitrag angeschaut. Es sollte die letzte Veranstaltung in den Räumlichkeiten des Steinpilz – Wismar in diesem Jahr sein, denn danach werden die Ausstellungsflächen zurück gebaut, um das Advents- und Weihnachtsgeschäft vorzubereiten.

Wann treffen sich die Pilzfreunde wieder? – Siehe unter Termine!

01. November 2020 – Vereinsexkursion der Pilzfreunde

Vereinsexkursion

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. Gruppe der Pilzfreunde

Sie führte durch die Peeschen Tannen

In den Peeschen Tannen am 01. November 2020.

Es wurde mal wieder Zeit für eine Vereinsexkursion. Ursprünglich standen die Peeschen Tannen bereits zum 24. Oktober im Rahmen einer öffentlichen Lehrwanderung auf meinem Plan. Aber durch diverse Termin – Abstimmungen  und Verschiebungen hinsichtlich der großen Ausstellungen und des Pilzseminars, die dann leider ausfielen, musste dieser Termin verschoben  und auf eine Vereinsexkursion verlegt werden. Gerne waren deshalb auch Gäste eingeladen, denn im wesentlichen geht es auf unseren Vereinsexkursionen nicht viel anders zur Sache, wie bei einer normalen Lehrwanderung. Nur das der Kartierung eine etwas größere Rolle zukommt. Wir finden hier sandige Böden vor, die überwiegend mit Nadelbäumen bestanden sind. Leider hat sich in diesem Gebiet die Spätblühende Traubenkirsche besonders stark ausgebreitet und den Wald „verpestet“. Aber dass sollte uns nicht davon abhalten, heute hier auf Pilzpirsch zu gehen. Das Wetter war für November überaus mild und das nun schon spätherbstliche Pilzaufkommen zeigte sich außerordentlich vielseitig.

Der Rote Fliegenpilz (Amanita muscaria) ist immer ein Blickfang.

Tonfalbe Schüpplinge (Pholiota lenta) finden sich besonders im Spätherbst auf Holzresten. In manchen Jahren auch im März und April. Ihr Fruchtkörper ist von einer dicken Schleimschicht überzogen und wer sich nicht daran stört und ihn sicher zuordnen kann, darf ihn sogar als Mischpilz einsammeln.

Im Spätherbst und Winter finden wir überaus häufig den Orangeroten Kammpilz (Phlebia radiata) meist an Laubholz. Aber er schreckt auch vor Nadelholz nicht zurück, so wie hier an Kiefernstubben als Ausgangspunkt. Der Pilz kann dann auch auf Erdreich oder so wie hier, auf Moos, übergehen.

Ich nenne ihn gerne, wenn ich beispielsweise mit Kindern unterwegs bin, Badekappenpilz. Seine wenig appetitliche, schleimige und spangrüne Huthaut lässt sich in einem Zuge wie eine Badekappe abziehen. Ein Vorteil, will man den essbaren Grünspan – Träuschling (Stropharia aeruginosa) in der Küche verwenden.

Die Natur – Apotheke hat geöffnet. Der Birken – Zungenporling (Piptoporus betulinus) wird von einigen Menschen als Magenbitter verwendet. Er soll  Magenbeschwerden lindern helfen.

Butter- oder Horngrauer Rübling? Schwer zu sagen, eher eine Mischform von beiden Varianten. Vom Stiel her, mit seinen rotbräunlichen Farben, eher ein Butter – Rübling, vom Hut her meiner Auffassung nach eher ein Horngrauer Rübling (Collybia butyracea/asema). Essbar, aber minderwertig, sind sie beide.

Diese Rüblinge neigen dazu, sich bei feuchtem Wetter mit Wasser vollzusaugen (hygrophan) und wirken dann viel dunkler, besonders der Hut.

Ein junger Rotrandiger Baumschwamm (Fomitopsis pinicola). In starken Wachstumsphasen sondert er gerne sogenannte Gutationströpfchen ab, hier sind es allerdings nur Wassertropfen des nächtlichen Regens.

Eine Plantage von Binsen – Röhrenkeulchen (Macrotyhula filiformis), in die sich zwei Mäuseschwänzchen (Baeospora myosura) verirrt haben.

Besonders an den Schnittflächen von Laubholz, gerne an lagernden Holzstapeln längst der Waldwege, findet sich im Spätherbst und Winter der Violette Knorpelschichtpilz (Chondrostereum purpureum).

An Flügel von Faltern erinnern die oft rosettenartigen Konsolen der Schmetterlings – Trameten (Trametes versicolor). Auch dieser sehr häufige Porling wird in der Naturheilkunde verwendet. Es werden ihm positive und unterstützende Effekte in der Krebstherapie nachgesagt.

Immer unter Birke: der Weißflockige Gürtelfuß (Cortinarius hemitrichus). Ungenießbar.

Fototermin am Wegrand.

Auch der Echte Pfifferling (Cantharellus cibarius) stand am bemoosten Waldwegrand. Links oben steht ein Flatter – Milchling.

Schleimpilze (Myxomyceten) in Aktion.

Im feuchten Winterhalbjahr inzwischen ein sehr häufiger Holzbesiedler ist der Krause Aderzähling (Plicatura crispa).

Durch wechselnde Witterungs- und Temperaturverhältnisse schollig aufgesprungen ist hier die Huthaut des Fleischroten Speisetäublings (Russula vesca.

Die vom Rand etwas zurückgezogene Huthaut ist eines der wichtigsten Merkmale dieses Sprödblättlers, der zu unseren schmackhaftesten Spesepilzen gehört. Fleischroter Speisetäubling (Russula vesca).

Ein Steinpilz (Boletus edulis) wie aus dem Bilderbuch, direkt auf dem Mittelstreifen eines Waldweges.

Steinpilze fachgerecht ernten heißt herausdrehen und nicht abschneiden!

Im Fichtenforst einige Korallenpilze. Fichten – Koralle (Ramaria flaccida).

Dehnbare Helmlinge (Mycena epipterygia) senden zarte Antennen aus. Ausgelöst vom Helmlingsschimmel (Spinellus fusiger).

Zimt – Hautkopf (Cortinarius cinnamomeus).

Fuchsiger Röteltrichterling (Lepsta flaccida). Obwohl Trichterlings – Habitus gehört der überaus häufige Streuzersetzer zu den Rötelritterlingen. Essbar.

Aus Nadelholz heraus wächst der Nadelholz – Hörnling (Calocera furcata).

Süßlich – fruchtig, nach Amylazetat, riecht der Gelbe Bonbon – Rötling (Entoloma icterinum). Rote Liste Art, die gerne an Ruderalstellen vorkommt.

Hier sehen wir zwei besonders schöne und farbfreudige Pilzarten des Nadelwaldes. Links den an Kiefernholz wachsenden Purpurfilzigen Holzritterling (Tricholomopsis rutilans) und rechts den auf dem Waldboden vorkommenden Roten Heringstäubling (Russula xerampelina). Beide sind essbar.

Runzlige Korallenpilze (Clavulina rugosa) finden sich oft in größeren Trupps in Wäldern. Ohne Speisewert.

Noch einmal bildschöne Tonfalbe Schüpplinge (Pholiota lenta).

Aber es kommt noch schöner. Wunderbar frische Orangeseitlinge (Phylotopsis nidulans).

Orangefärbung und haarig – filzige Hutoberfläche sind die markantesten Merkmale dieses in Ausbreitung begriffenen Holzzersetzers.

Stiele werden kaum ausgebildet.

Der Orangeseitling ist zwar essbar, sollte aber wegen seines noch recht zerstreuten Vorkommens und wegen seiner Schönheit lieber geschont werden.

Der Maronen – Röhrling (Xerocomus badius) ist hingegen ein volkstümlich gern gesammelter Massenpilz. Gegen seine Verwendung in der Küche ist natürlich nichts einzuwenden, zumal er ohnehin zu den schmackhaftesten Speisepilzen überhaupt gehört.

Dieser gelbbräunliche Häubling ist uns in der letzten Zeit immer wieder im Moos der Nadelwälder aufgefallen. Chris Engelhardt hat sich mit ihm etwas näher beschäftigt und ihn als Glockigen Häubling (Galerina pumila) bestimmt. Foto: Engelhardt.

Hier die Sporen von Galerine pumila. Foto: Engelhardt.

Und noch ein weiteres Foto von Chris Engelhardt mit den teils bauchigen Cheilo – Zystiden, teilweise mit Basalschnallen.

Eine wunderschöne und pilzreiche Vereinsexkursion geht zu Ende. Schnell noch ein Erinnerungsfoto. 01.11.2020 in den Peeschen Tannen.

Wann startet die nächste Vereinsexkursion? – Siehe unter Termine!

31. Oktober 2020 – Pilzwandern im Haushalt Forst

Pilzwanderung am Schweriner See

Interessengemeinschaft Schlossensemble Wiligrad

Themenführung Pilze

Treff am Sonnabend, dem 31. Oktober 2020, gegen 09.00 Uhr vor dem Hofladen und Gartenkaffee in Wiligrad.


Dieser Termin wurde vom Veranstalter wegen der Corona – Krise abgesagt!


Zum letzten mal in diesem Jahr wollten wir uns in der historischen Schlossanlage Wiligrad zu einer Wanderung zum Thema Pilze einfinden. Der Veranstaltung lag eine Initiative der Interessengemeinschaft Schloss Wiligrad zugrunde. Sie sollte auf ausgewiesenen Wanderwegen durch den sogenannten Haushalt Forst bis hinunter an den Schweriner See führen. Gerade auch im Spätherbst ist hier an den oft noch frostfreien Ufern einiges an Herbst- und Spätherbstarten vorhanden und mit etwas Glück kann auch der Kochtopf- Mykologe auf seine Kosten kommen. In erster Linie sollte es aber eine Themenbezogene Lehrwanderung werden. 

Siehe auch unter: http://www.wiligrad-ig.de

http://www.wiligrad.de

28. Oktober 2020 – Exkursion am Mittwoch

Mittwochsexkursion

Auch für interessierte Gäste

MTB: 2338/4 – Schwinzer Heide

Zum letzten mal ging es in das Messtischblatt Dobbertin. Große Bereiche des 4. Quadranten sind bewaldet. Nördlich des Goldberger Sees befinden sich die Lüschower Tannen, die zur Nossentiner/Schwinzer Heide gehören. Die Reviere um Alt Schwinz und Jellen zählen zu unseren beliebtesten Pilzrevieren, wenn es um Speisepilze geht, aber auch die Artenvielfalt ist hier enorm. Neben den klassischen Speisepilzen finden sich auch Pilzarten, die durch ihre armen Standortansprüche anderswo bereits stark rückläufig geworden sind. Ein Pilzrevier vom feinsten! Das war heute auch unser Exkursionsgebiet. Dazu traf ich mich mit weiteren Interessenten aus Warin, Lübeck und Berlin am Vormittag in Alt Schwinz. Das Wetter war die meiste Zeit hervorragend, mit viel goldener Oktobersonne. Nur zum Schluss prasselte noch ein ausgiebiger Starkregenschauer auf uns herunter, der die schöne und pilzreiche Exkursion abrupt beendete. Hier einige Impressionen von einer der schönsten Mittwochsexkursionen des Jahres 2020.

Der Kastanienbraune Schirmpilz (Lepiota castanea) steht im Verdacht Amatoxine zu enthalten, also Knollenblätterpilzgifte.

Echte Waldchampignons (Agaricus silvaticus) dürfen hingegen ohne Bedenken den Weg in die heimische Küche finden.

Ähnlich einem strukturierten Wackelpudding präsentiert sich der Kandisfarbene Drüsling (Tremella foliacea). Er soll unbedenklich sein, dürfte aber keinesfalls den Wohlgeschmack besagtem Puddings erreichen.

Am Wohlgeschmack des Fichten – Steinpilzes (Boletus edulis) dürften hingegen kaum Zweifel aufkommen.

Erdwarzenpilz (Thelephora terrestris).

Eine auffallend farbfreudige Porlingserscheinung ist der Nördliche Zinnoberschwamm (Pycnoporus cinnabarinus). Wir finden ihn an trockenem und besonnt liegendem Totholz von Laubbäumen, insbesondere von Birke und Rotbuche.

Ein vor allem im Spätherbst häufiger und leicht kenntlicher Hellsporer ist der Dehnbare Helmling (Mycena epiterygia). Wir finden ihn oft scharenweise in sauren Nadelwäldern. Der ganze Fruchtkörper ist schleimig und von einer durchsichtigen, dehnbaren Haut überzogen. Ein sicheres Merkmal!

Steinpilze machen irgendwie glücklich. Ganz besonders am Fundort im Wald und später sicherlich auch noch zu hause, als Gaumenschmaus.

Diese Schwefelritterlinge (Tricholoma sulphureus) sehen zwar hübsch aus, aber einen Gaumenschmaus darf man von ihnen nicht erwarten. Schon ihr stechender Leuchtgasgeruch ist eine Beleidigung eines jeden Riechorgans.

Schläfrigkeit, Unruhe, Gehstörungen, Rauschzustände, Erregung bis hin zur sogenannten Berserkerwut und Halluzinationen kann der Pantherpilz (Amanita pantherina) auslösen. Der Giftgehalt soll regional schwanken. Es gibt in Europa Regionen, in denen kaum Toxine in ihm gefunden wurden, anderswo ist er stark giftig! Dieser Wulstling ist einer der wichtigsten Giftpilze und Vergiftungen durch ihn kommen relativ häufig vor.

Pantherpilze (Amanita pantherina) besitzen weiße Hüllreste auf dem Hut, die aber aufgrund mechanischer Vorgänge wie starker Regen oder durch Streckungsprozesse des Fruchtkörpers von Moosen und Gräsern abgewaschen b. z. w. abgestreift sein können.

Natternstielige Schnecklinge (Hygrophorus olivaceo – albus) sind strenge Fichtenbegleiter. Durch das Fichtensterben und aufgrund der Tatsache, das in M-V kaum noch Fichten aufgeforstet werden, wird der Pilz in den kommenden Jahrzehnten aus unserem Bundesland allmählich verschwinden. Essbar.

Geruchsmässig orientiert sich der Küchen – Schwindling (Marasmius scorodonius) an einer beliebsten Pflanze, dem Knoblauch. Das macht ihn seit jeher zu einem der begehrtesten und beliebtesten Würzpilze.

Zur gehobenen Pilzküche zählt auch der Edel – Reizker (Lactarius deliciosus). Er findet sich ausschließlich unter Kiefern, auf basenreicheren Sandböden.

Was dem Edel – Reizker die Kiefer, ist dem Weißflockigen Gürtelfuß (Cortinarius hemitrichus) die Birke. Er ist zwingend auf diesen Laubbaum angewiesen. Aber nicht jede Birke geht mit ihm eine Partnerschaft ein. Birken sind durchaus wählerisch, denn viele Pilzarten buhlen um ihre Gunst.

Zu den stark gerieften Kammtäublingen zählt der unter Eichen häufige Camembert – Täubling (Russula amoenolens). Anders als der namensgebende Käse mit dem Edelschimmel (auch Pilz!), an dessen Geruch dieser Sprödblättler erinnert, ist dieser Pilz aufgrund des widerlichen Geschmacks jedoch ungenießbar.

An einem toten Laubholz – Ast brechen massenweise Kugelsporige Stummelfüßchen (Crepidotus cesatii) heraus.

An der Verbindungsstraße zwischen Dobbertin und Krakow am See schieben zwischen Alt Schwinz und dem Abzweig Jellen stellenweise in größeren Gruppen diese gelben Schleierlinge aus dem Waldboden.

Wirklich massige Teile, diese Klumpfüße. Auffallend sind die weißlichen Hüllreste (Velumreste) auf den Hüten.

Als Symbiosepartner kommen Kiefern und Buchen in frage.

Wir waren beeindruckt!

Die Pilze wuchsen oft dicht gedrängt und büschellig. Chris Engelhardt hat sich ausführlich mit diesem schönen Fund beschäftigt. Dem nach dürfte es sich um den Velumgelben Klumpfuß (Cortinarius xantho – ochraceum) handeln.

Auf der gegenüber liegenden, grasig – offeneren Straßenseite, erfreuten uns diese Schnee – Ellerlinge (Camarophyllus niveus). Sie stehen für nährstoffarme, magere Standorte, die in unserer Landschaft immer seltener werden.

Noch seltener scheint der Gestielte Schütterzahn (Cystotrema confluens) zu sein. Ich war hoch erfreut, ihn hier angetroffen zu haben.

Saure Sandböden unter Kiefern liebt der leicht kenntliche Buckel – Täubling (Russula caerulea).

Das dieses Gebiet eine einzigartige Fundgrube ist, habe ich ja schon im Einführungstext erwähnt. Hier erfreute uns der Prächtige Klumpfuß (Cortinarius aurantioturbinatus).

Wir steigen von unserem erhöhtem Niveau herab zu wieder etwas banalerem, aber dafür einem wirklich bildschönen Birkenpilz (Leccinum scabrum).

Der Frostschneckling (Hygrophorus hypothejus) zählt zu den beliebtesten Speisepilzen des späten Herbstes und frühen Winters. Immer unter Kiefern auf sandigen Böden. Oft sogar in großen Trupps bis Massenhaft.

Inzwischen setzte der Starkregen ein. Wehe dem, der keinen Schirm zur Hand hatte.

Zum Vergleich: links der Riesenschirmpilz (Macrolepiota procera), rechts der Grobschollige Riesenschirmpilz (Macrolepiota konradii). Nicht nur die Größe, sondern auch die Anzahl und Anordnung der Hutschuppen sind gute Trennungsfaktoren beider Arten. Essbar.

Am Ende waren sowohl die Hobby-, wie auch die Kochtopfmykologen, voll und ganz zufrieden.


Die Artenliste von MTB 2338/4 – Schwinzer Heide: Grobscholliger Riesenschirmpilz, Violetter Lacktrichterling, Dehnbarer Helmling, Graugrüner Milchling, Kastanienbrauner Schirmpilz, Wechselfarbiger Spei – Täubling, Echter Wald – Champignon, Gemeiner Rettich – Fälbling, Goldgelber Lärchen – Röhrling, Horngrauer Rübling, Dunkler Hallimasch, Dunkelscheibiger Fälbling, Falscher Pfifferling, Rostfleckiger Helmling, Kahler Krempling, Heftel – Nabeling, Derbes Rotfüßchen, Geflecktblättriger Flämmling, Maronen – Röhrling, Brauner Stäubling, Blut – Helmling, Fleischroter Lacktrichterling, Fuchsiger Röteltrichterling, Grünspan – Träuschling, Rettich – Helmling, Gelbweißer Täubling, Buchen – Speitäubling, Gelber Knollenblätterpilz, Zedernholz – Täubling, Graukappe, Rosa – Helmling, Brauner Leder – Täubling, Flaschen – Stäubling, Schmetterlings – Tramete, Röhrige Keule, Kandisfarbener Drüsling, Striegeliger Schichtpilz, Grünblättriger Schwefelkopf, Schwefel – Ritterling, Grubenlorchel, Weißflockiger Gürtelfuß, Goldschimmel, Kuhmaul, Rotfuß – Röhrling, Butterpilz, Braunroter Lacktrichterling, Nördlicher Zinnoberschwamm, Winter – Stielporling, Erdwarzenpilz, Ziegelroter Schwefelkopf, Rehbrauner Dachpilz, Dickschaliger Kartoffel – Hartbovist, Flatter – Milchling, Pantherpilz, Roter Fliegenpilz, Mehlpilz, Gallen – Täubling, Waldfreund – Rübling, Großer Rettich – Fälbling, Birkenpilz, Purpurfilziger Holzritterling, Krauser Aderzähling, Natternstieliger Schneckling, Echter Steinpilz, Küchen – Schwindling, Grauer Erdritterling, Körnchen – Röhrling, Grüner Anis – Trichterling, Brandiger Ritterling, Keulenfuß – Trichterling, Rotbrauner Milchling, Kugelsporiges Stummelfüßchen, Camembert – Täubling, Klebriger Hörnling, Bitterer Schleimkopf, Fuchsiger Scheidenstreifling, Schnee – Ellerling, Beutel – Stäubling, Gestielter Schütterzahn, Gilbender Erdritterling, Prächtiger Klumpfuß, Welker Milchling, Gelbblättriger Birkenritterling, Flaumiger Milchling, Amiant – Körnchenschirmling, Frostschneckling, Grasgrüner Täubling, Striegelige Tramete, Riesenschirmpilz, Zimthautkopf, Gallertfleischiger Fältling, Rostroter Körnchenschirmling und Velumgelber Klumpfuß 


Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

E- Mail: steinpilz.wismar@t-online.de

23. – 25. Oktober 2020 – Pilzseminar bei Parchim

Ein Pilzwochenende in Mecklenburg

Mykologisches Informationszentrum Wismar

Pilzseminar in den Pfifferlingstannen

Dieser Termin musste leider abgesagt werden

Von Freitag, dem 23. Oktober bis Sonntag, dem 25. Oktober 2020, sollte in der internationalen Freizeit- und Bildungsstätte lüttpütt bei Parchim unser diesjähriges Pilzwochenende stattfinden. Eine Corona – bedingt niedrige Anzahl von Anmeldungen und veränderte Unterkunftsbedingungen führten zur Absage des Termins.

Der Steinpilz – Wismar wollte ein herbstliches Pilzwochenende in den Pfifferlingstannen bei Parchim ausrichten und lud an diesem Oktober – Wochenende herzlich dazu ein. Im vergangenen Jahr waren wir bereits im Frühling hier zu Gast und nun wollten wir zu bester Pilzzeit schauen, was uns hier erwartet. Der Name des Waldes klingt schon verheißungsvoll. Tatsächlich gibt es hier mitunter reichlich dieser gelben Delikatessen, aber natürlich auch viele andere Großpilze, die uns in erster Linie interessieren. So hält sicherlich das naturnahe Wockertal mit den umgebenden Pfifferlingstannen interessantes bereit. Aber auch das nahe Buchholz, am Rande der Kreisstadt Parchim, ist eine gute Adresse. Es gibt hier also reichlich Auswahl.

Unsere Adresse.

Vielleicht sind wir im Herbst 2021 hier zu Gast.

Siehe unter Termine!

17./18. Oktober 2020 – Große Pilzausstellung in Rehna

Tage der Pilze in Rehna

Pilzverein Heinrich Sternberg Rehna e.V.

Pilze soweit das Auge reicht


Wegen der Corona – Pandemie wurde diese Veranstaltung leider abgesagt!

Zum 19. mal wollte der einzige Pilzverein Mecklenburg – Vorpommerns „Heinrich Sternberg Rehna e.V.“ zu seinen Tagen der Pilze einladen. Es wurde leider nichts daraus, da das Corona – Virus größere Veranstaltungen nicht zuließ.

Hier ein Foto aus besseren Zeiten. Torsten Richter (Bildmitte, rechts neben dem Typen mit dem Ostfriesennerz) begrüßt Akteure und Gäste auf dem Parkplatz am Klostergelände sehr herzlich und eröffnet damit ganz offiziell die Tage der Wald- und Wiesenkobolde und gleich im Anschluss hieß es ab in die Pilze!

Im Vorfeld waren die Vereinsmitglieder und Schüler der mecklenburgischen Kleinstadt schon sehr fleißig in den umliegenden Wäldern zugange und haben eine Vielzahl von unterschiedlichen Großpilzarten zusammen getragen, die am Vortag in den Kreuzgängen ausgelegt und beschildert wurden.  So waren in den Vorjahren bis weit über 300 Arten zu bestaunen.

Pilze soweit das Auge reicht!

Auch für das leibliche Wohl wird in der Regel gesorgt. Pilzsucher können während der Ausstellung ihre gesammelten Werke fachmännisch begutachten lassen. Die anwesenden Pilzberater stehen also mit Rat und Tat zur Seite. Wer kurz einmal in den Mikrokosmus unserer Großpilze eintauchen möchte, kann auch einen Blick in das Mikroskop werfen.

Die Rehnaer Pilzfreunde hoffen auf das nächste Jahr.

Unterstützt wird diese Veranstaltung von zahlreichen Sponsoren und natürlich auch vom Steinpilz – Wismar.

14. Oktober 2020 – Exkursion am Mittwoch

Mittwochsexkursion

Auch exklusiv für interessierte Gäste.

Es ging in das MTB: 2338/3 = Dobbertin

Die ersten Exemplare wurden entdeckt.

Reichlich Wald findet sich im dritten Quadranten des Dobbertiner Meßtischblattes, im sogenannten Dobbertiner Seenland. Da wären zunächst die sehr interessanten und pilzreichen, sowie weitläufigen Reviere, beginnend und südlich des NSG Mildenitztal, mit den Hangterrassen zum Schwarzen See und die großen Nadel- und Mischwaldbereiche bis hin zur Ortschaft Dobbin zu nennen. Dort schließt sich ein Waldstreifen zum Dobbertiner See bis hin nach Dobbertin an. Ein weiteres, kompaktes Waldgebiet, die Spendiener Tannen, an. Wer die Wahl hat, hat bekanntlich die Qual. Die weitläufigen Forste südlich des Naturschutzgebietes Mildenitztal waren schließlich das Ziel. Sowohl öffentliche Wanderungen, Vereinsexkursionen und sogar schon 2 Nachtwanderungen absolvierten wir hier. Selbst mit einem Drehteam des NDR – Fernsehens waren wir dort schon unterwegs. So übt dieses herrliche Gebiet immer wieder eine große Anziehungskraft aus. Da heute einige Gäste dabei waren, die durchaus Ambitionen zum Füllen ihrer mitgeführten Pilzgefäße hatten, entschied ich mich für dieses klassische Pilzsucher – Revier.

Die überaus häufigen Waldfreund – Rüblinge (Collybia dryophila) sehen wir hier in einer besonders attraktiven Wuchsform.

Der Wollige Milchling (Lactarius vellereus) sondert bei Verletzung einen weißen Milchsaft ab, der unangenehm schmeckt.

Wohl eher eine blasse Form des Fuchsigen Rötel – Trichterlings stellt dieser Fahlgelbe- oder Wasserfleckige Rötel – Trichterling (Lepista gilva) dar. Trotzdem wird er als eigene Art geführt, obwohl es immer wieder Übergänge zwischen beiden Formen gibt, die eine genaue Zuordnung schwierig gestalten. Essbar sind beide Varianten. Zumindest wenn sie, so wie hier, noch jung und frisch sind.

Ein Stück Totholz ist mit zahlreichen Hörnlingen besetzt.

Nicht nur der Gegabelte Nadelholz – Hörnling (Calocera furcata) findet sich auf diesem Holzknüppel, sondern auch die Zerfließende Gallert – Träne (Dacrymyces stillatus).

An Kiefernholz wächst mitunter büschellig einer der schönsten Blätterpilze überhaupt. Der Purpurfilzige Holzritterling (Tricholomopsis rutilans). Zwar ist er essbar, aber sein Wohlgeschmack reicht in keiner Weise an die optischen Reize heran.

Zwei Raslinge der Gattung Lyophyllum. Um welche Art es sich genau handelt, konnte leider nicht geklärt werden.

An den Wegrändern, unter Kiefern, erfreuten immer wieder junge Butterpilze (Suillus luteus) die Herzen meiner, mich begleitenden Mitmenschen.

Dunkelscheibige Fälblinge (Hebeloma mesophaeum) gehören zu den gemeinsten Blätterpilzen. Wie nahezu alle Vertreter dieser Gattung sind sie ungenießbar.

Entweder an alten, modrigen Laubholz – Stubben, oder an deren Wurzelausläufer brechen scheinbar aus der Erde oft ganze Kolonien von Birnen – Stäublingen (Lycoperdon pyriforme) hervor. Da sie gummiartig zäh sind, geben sie auch jung keine begehrenswerten Speisepilze ab.

Schopf – Tintling (Coprinus comatus).

Rotfuß – Röhrlinge (Xerocomus chrysenteron) wie sie im Buche stehen.

Am Roten Fliegenpilz (Amanita muscaria), insbesondere wenn er so schön ist, kommt man selten vorbei ohne den Foto – Apparat zu zücken.

Der schöne Laubholz Harzporling (Ischnoderma resinosum) findet sich natürlich an Laubholz. An Nadelholz wächst der nahezu identische Schwarzgebänderte Harzporling.

Der besonders im Herbst an Waldwegrändern überaus häufige Rosa – Helmling (Mycena rosea) gehört in die Gruppe der schwach giftigen Rettich – Helmlinge.

Alabaster – Kernlinge (Tremella encephalla) finden wir auf Kiefernholz. Der gallertartige Fruchtkörper bildet im Inneren einen weißlichen Kern aus.


Die Artenliste von MTB 2338/3 = Wald im Mildenitzgebiet/Alte Mühle: Grünende Fichtenkoralle, Fichten – Zapfenrübling, Ahorn – Runzelschorf, Lederbrauner Mürbling, Waldfreund – Rübling, Rosa – Helmling, Rillstieliger Helmling, Graukappe, Grobscholliger Riesenschirmpilz, Bitterer Schleimkopf, Gelbbräunlicher Trichterling, Grüner Anis – Trichterling, Flaschen – Stäubling, Echter Mehltau, Gelber Knollenblätterpilz, Langstieliger Knoblauch – Schwindling, Fleischroter Lacktrichterling, Beutel – Stäubling, Rettich – Helmling, Wohlriechender Gürtelfuß, Seidiger Rißpilz, Gemeiner Rettich – Fälbling, Roter Fliegenpilz, Wolliger Milchling, Rostfleckiger Helmling, Heftel – Nabeling, Grünblättriger Schwefelkopf, Rehbrauner Dachpilz, Schmetterlings – Tramete, Bleiweißer Trichterling, Schwefel – Ritterling, Fahlgelber Röteltrichterling, Falscher Pfifferling, Echter Pfifferling, Brandiger Ritterling, Amiant – Körnchenschirmling, Violetter Lacktrichterling, Weißflockiger Trompetenschnitzling, Perlpilz, Klebriger Hörnling, Zerfließende Gallertträne, Kahler Krempling, Birnen – Stäubling, Weißvioletter Dickfuß, Duft – Trichterling, Geflecktblättriger Flämmling, Keulenfuß – Trichterling, Buchen – Schleimrübling, Goldgelber Lärchenröhrling, Pfeffer – Röhrling, Dehnbarer Helmling, Kurzstieliger Weichritterling, Dunkelscheibiger Fälbling, Mehlpilz, Ohrlöffel, Horngrauer Rübling, Schopf – Tintling, Zitronenblättriger Täubling, Rotfuß – Röhrling, Schwarzgebänderter Harzporling, Dickschaliger Kartoffel – Hartbovist, Flatter – Milchling, Alabaster – Kernling, Blutender Schichtpilz, Gegabelter Nadelholzhörnling


Bei Interesse für eine der nächsten Mittwochsexkursionen einfach anrufen unter: 03841/228917 oder Handy: 0173/6977219 oder

E- Mail: steinpilz.wismar@t-online.de

11. Oktober 2020 – Hundewanderung bei Weberin

Hundewanderung der DOGS Schwerin 2020

Hundeschule Martin Rütter Schwerin

Mykologisches Informationszentrum Steinpilz – Wismar

Pilzwanderung mit Hunden

Es ist schon zu einer kleinen Tradition geworden, einmal im Jahr eine ganz besondere Pilzwanderung für Zwei- und Vierbeiner anzubieten. Zum 4. mal war es heute soweit. Eigentlich wäre es schon die 5. Hundewanderung, aber vor zwei Jahren fiel diese schöne Veranstaltung der damaligen Dürre zum Opfer. So  hofften wir, dass uns dieses Jahr die Witterung nicht im Stich lässt und reichlich Fruchtkörper aus dem Waldboden lockt. Dann würden selbstverständlich nicht nur die Vierbeiner, sondern auch Herrchen und Frauchen nicht zu kurz kommen. Neben der Pilzsuche gilt es doch gleichzeitig das Verhalten der Tiere in Wald und Flur zu trainieren und auch die Verträglichkeit untereinander sowie der Umgang mit den Hunden bezüglich der Wildwitterung zu üben. Trüffelhunde waren zwar keine dabei, aber darauf hatten wir es auch nicht abgesehen. An gängigen Speisepilzen war es zwar nicht besonders üppig, aber für eine Lehrwanderung reichte es allemal. 

Wir starten in den Weberiner Wald.

Der Weißflockige Gürtelfuß (Cortinarius hemitrichus) ist im Herbst ein häufiger Massenpilz unter Birken. Giftig ist er nicht, aber auch kein Speisepilz.

Klassisches Revier für den Maronen – Röhrling. Im vergangenen Herbst nicht nur an dieser Stelle ein Massenpilz, in diesem Jahr musste man ihn eher suchen.

In großen, sternförmigen Schuppen platzt die Huthaut des Grobscholligen Riesenschirmplzes (Macrolepiota konradii) auf.

Ein Prachtkerl von Steinpilz (Boletus edulis).

Dort, wo der Steinpilz auftritt, ist oft der Rote Fliegenpilz (Amanita muscaria) nicht fern.

Ausschließlich unter Kiefern auf saurem Untergrund findet sich im Herbst der Zitronenblättrige Täubling (Russula sardonia). Weitere, deutsche Namen dieses sehr scharfen Sprödblättlers lauten: Tränen – Täubling oder Säufernase.

In der jungen, noch geschlossenen Form, wird der Riesenschirmpilz (Macrolepiota procera) auch als Paukenschlegel bezeichnet. Das er einer der besten Speisepilze ist, bräuchte an dieser Stelle eigentlich nicht weiter erwähnt werden.

Als Bodendecker in sauren Kiefernwäldern tritt in jedem Herbst der Rostfleckige Helmling in Erscheinung.

Rostfleckiger Helmling (Mycena zephirus). Die typischen, rostigen Flecken treten erst bei älteren Exemplaren auf. Trotz seiner Masse ist der zarte Pilz für Speisezwecke bedeutungslos.

Ein Massenpilz ist häufig, besonders auch in Buchenwäldern, der Violette Bläuling oder Lacktrichterling (Laccaria ametystina). Er wird gerne mitgenommen. Man sollte ihn allerdings nicht zu oft verspeisen, da er in der Lage ist, besonders viel Caesium anzureichern.

Ein Phytoparasit auf den Blättern der Spätblühenden Traubenkirsche.

Ein noch junger Butterpilz (Suillus luteus). Das gelbe Röhrenfutter ist noch hinter einem weißen Häutchen versteckt, dass bei älteren Fruchtkörpern noch als braune Ringzone am Stiel zu erkennen ist.

Sowohl der Butterpilz, wie auch der Feinschuppige Ritterling (Tricholoma imbricatum) sind zwingend auf das Vorhandensein von Kiefern angewiesen. Mit ihnen gehen sie eine Symbiose ein. Dieser Ritterling ist grundsätzlich essbar, kann aber oft Bitterstoffe enthalten.

Der Echte Pfifferling (Cantharellus cibarius) besitzt nur angedeutete Lamellen, die wir als Leisten bezeichnen. Er ist also ein Leistling.

Ein ganz besonderer Fund gelang mir schließlich noch am ehemaligen Cafe Naschwerk in Weberin. Ein reichliches Vorkommen des Kragen – Erdsterns (Geastrum striatum). Er gehört zu den weniger häufigen Erdsternen.

Wir verabschieden uns vom ehemaligen Staatsforst Turloff.


Anmeldungen zur Hundewanderung 2021 unter DOGS Hundeschule Martin Rütter Schwerin, bei Herrn Sven Kunkel, Pokrenter Straße 15 in 19209 Renzow. Tel.: 038874/219743 – Handy: 0162/5783639.

10. Oktober 2020 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr der Gemeinen Stinkmorchel

Sie führte durch den Schlemminer Staatsforst

Der Funkturm im Schlemminer Forst war Treff- und Ausganspunkt einer der wichtigsten Lehrwanderung in diesem Jahr.

Der Schlemminer Staatsforst, zumindest hieß er in früherer Zeit so, heute müsste es eher Landesforst heißen, war schon mehrmals Ziel unserer geführten Lehrwanderungen. Das große Waldgebiet ist sehr vielseitig strukturiert und ein beliebtes Revier für Pilzsucher. Auch gerade Mitte Oktober kann es hier sehr artenreich sein. Über Steinpilze, Herbsttrompeten und Hallimasch hinaus gibt es mitunter eine Fülle weiterer Speisepilze zu entdecken. Natürlich auch ungenießbare und giftige Arten, die zu Verwechslungen Anlass geben könnten. Daher ist eine Wanderung unter kompetenter Führung zu bester Pilzzeit durchaus eine sinnvolle Gelegenheit mehr Sicherheit zu erlangen und seinen Horizont zu erweitern. Das dachten sich auch viele Pilz- und Naturliebhaber, so dass die heutige Tour gut besucht war und auch dass Aufgebot an Frischpilzen konnte sich sehen lassen.

Die charakteristische Hutoberfläche des gemeinen Rotfuß – Röhrlings (Xerocomus chrysenteron). Der zu dieser Jahreszeit meist häufigere und bessere Herbst – Rotfuß bricht nicht so schollig auf.

Ein Stapel von Eichen – Stämmen war auf der Rinde mit zahlreichen Schmutzbecherlingen (Bulgaria inquinans) besetzt.

An modrigen Holzresten von Laubbäumen siedelt die Steife Koralle (Ramaria stricta). Sie ist für die Küche von minderer Qualität und es kann zu Verwechslungen mit der giftigen Bauchweh – Koralle kommen.

Wir erreichen den Schwarzen See auf der Hohen Burg. Es handelt sich um den höchst gelegenen See Mecklenburg – Vorpommerns.

Wir wandern an seinem Ufer entlang und umrunden ihn schließlich.

Die Lamellen der stattlichen Gefleckten Rüblinge (Collybia maculata) stehen sehr dicht. Neben den rostroten Flecken auf weißlichem Untergrund, zeichnet sich dieser durchaus attraktive Blätterpilz durch seinen gallebitteren Geschmack aus, welcher ihn natürlich ungenießbar macht.

Freude über den ersten Maronen – Röhrling (Xerocomus badius).

Dickschalige und schwach giftige Kartoffelboviste (Scleroderma citrinum) werden von essbaren Schmarotzer – Röhrlingen (Xerocomus parasiticus) parasitiert.

Ein mastiger Perlpilz (Amanita rubescens). Er darf in den Korb wandern.

Seit der Jahrtausend – Wende zunehmend in M-V in Ausbreitung befindet sich der ungenießbare Laubholz – Harzporling (Ischnoderma resinosum). Wir finden ihn in der Regel an Buchenholz.

Neben essbaren Hallimasch und Stockschwämmchen ist zur Zeit der giftige Grünblättrige Schwefelkopf (Hypholoma fasciculare) der häufigste Stubbenpilz.

Nahezu ganzjährig findet sich der jung essbare Glimmertintling (Coprinus micaceus). Das Einsammeln lohnt meist kaum, wenn er nicht unverzüglich zubereitet werden kann. Falls es doch sein soll, dann bitte auf Alkohol verzichten!

Hier sehen wir einen Herbst – Rotfuß oder Derbes Rotfüßchen (Xerocomus pruinatus). Bei jungen Exemplaren fehlt oft jede Spur von rot am Stiel.

Nicht alle Porlinge weisen auf der Unterseite eine porige Fruchtschicht auf. Wie hier zu sehen, kann diese durchaus auch lamellig sein. Birken – Blättling (Lenzites betulinus). Wir finden ihn nicht nur, wie der Name vermuten lässt, an Birke. Auffallend häufig kommt er in Mecklenburg auch an totem Buchenholz vor.

Eine dunklere Buchenwaldform des Falschen Pfifferlings ist der Braunsamtige Afterleistling (Hygrophorus aurantiaca var. rufa).

Essbar ist das Weißstielige Stockschwämmchen (Psathyrella hydrophila). Eine weitere, deutsche Bezeichnung lautet: Wässriger Mürbling.

Von diesem fetten Steinpilz (Boletus edulis) haben die Schnecken nicht mehr viel übrig gelassen.

Myxomyceten = Schleimpilze. Hier sehen wir höchst interessante Zusammenfließende Fadenstäubchen (Stemonites spendens).

Der Maipilz des Herbstes: Veilchen Rötelritterling (Lepista irina). Sein feiner Duft nach Veilchenwurzel der Deutschen Schwertlilie (Iris germanica „Florentina“) und sein Wachstumsbild, meist in Hexenringen, sind zwei wichtige Erkennungsmerkmale dieses guten Speisepilzes.

Old man of the woods nennen die Engländer den Strobilomyces floccopus.

Strubbelkopf wird er im deutschsprachigen Raum genannt, der alte Mann des Waldes. Nicht giftig, aber so wie er aussieht, dürfte er auch schmecken.

Und auch das Wetter präsentiert sich mit seinem nebligen Dunst, der hier von einigen Sonnenstrahlen durchbrochen wird, durchaus englisch. Der Schwarze See neigt zum verlanden und bildet eine einzigartige Moor- und Sumpflandschaft aus. Im Jahre 1936 wurde er unter Naturschutz gestellt.

Zimt – Hautkopf (Cortinarius cinnamomeus) im Moos des Fichtenforstes. Die Farbstoffe der Hautköpfe werden gerne zum Färben von Wolle benutzt.

Zu den umstrittensten Speisepilzen, nicht zuletzt wegen des aufdringlichen Geruchs, zählt die Nebel- oder Graukappe (Clitocybe nebularis). Außerdem enthält der Nebelgraue Trichterling den Stoff Nebularin, der im Verdacht steht, Krebs zu begünstigen.

Wieder am Ausgangspunkt angelangt, wurden die Fundstücke auf Tischen großzügig ausgebreitet und ich stellte nochmal die wichtigsten Pilze vor und sortierte kritische Exemplare aus.

Dieses Pärchen war begeistert das erste mal mit dabei und freute sich bereits auf die nächste Wanderung, die leider wegen der sich wieder zuspitzenden Corona – Lage ausfallen musste.

Wann startet die nächste Wanderung? – Siehe unter Termine!

07. Oktober 2020 – Exkursion am Mittwoch

Mittwochsexkursion

Auch für interessierte Gäste.

MTB: 2338/2 – Seeblickregion bei Lohmen

Drei Exkursionsgebiete standen im 2. Quadranten des Dobbertiner Meßtischblattes zur Auswahl. Zum einen die waldreiche Umgebung von Lohmen, einschließlich der Lohmener Stüde und dem Lohmener See, des weiteren der Wald am Wadelsberg und schließlich ein Waldgebiet nördlich von Groß Bresen. In der Lohmener Stüde, das Gebiet gehört übrigens zur Seeblickregion Lohmen, gibt es auch einen Archäologischen Lehrpfad und einen Kalkofen, in dem vermutlich im 19. Jahrhundert eine Kalkbrennerei betrieben wurde. Auch ein Gräberfeld soll es hier geben. Auf diese Anlage stieß ich dann auch rein zufällig, als ich vor zwei Jahren schon einmal im Rahmen einer Mittwochsexkursion hier unterwegs war. Wir finden hier hauptsächlich arme Sandböden vor, stellenweise aber auch etwas bessere Standorte. Die Lohmener Stünde und das Südufer des Lohmener Sees war dann auch das heutige Exkursionsgebiet. Dazu hatte sich auch ein Gast eingefunden.

Schmutziger Rötel – Ritterling (Lepista sordida). Essbar.

Der beste Fund der heutigen Tour waren diese Rosablättrigen Krempentrichterlinge (Leucopaxillus rhodoleucus). Standortfoto: Johanna Davids.

Krause Glucke (Sparassis crispa).

Etwas versteckt, am Waldrand und am Fuße einer alten Kiefer, beglückte sie uns, die mächtige Fette Henne. Sie war, wie man sieht, wirklich fett und behutsam musste ich die Glucke in meinen Weidenkorb verfrachten, denn das Prachtstück sollte in voller Schönheit meine Dauerausstellung im Info – Zentrum bereichern. Die Aktion hielt Johanna Davids im Bild fest.


Die Artenliste von MTB: 2338/2 – Lohmener See/Lohmener Stüde: Rostfleckiger Helmling, Roter Fliegenpilz, Flaschen – Stäubling, Mäuseschwänzchen, Ahorn – Runzelschorf, Riesenschirmpilz, Gilbender Erdritterling, Kastanienbrauner Stäubling, Gemeiner Trompetenschnitzling, Nelkenschwindling, Rosablättriger Krempentrichterling, Grauer Faltentintling, Schmutziger Rötel – Ritterling, Stink – Schirmling, Gemeiner Violettporling, Waldfreund – Rübling, Wiesen – Staubbecher, Pantherpilz, Papagei – Täubling, Echter Mehltau, Rotrandiger Baumschwamm, Weißmilchender Helmling, Steife Koralle, Rötende Tramete, Knopfstieliger Rübling, Fuchsiger Rötel – Trichterling, Flacher Lackporling, Grünblättriger Schwefelkopf, Falscher Pfifferling, Klebriger Hörnling, Heftel – Nabeling, Kahler Krempling, Rehbrauner Dachpilz, Gelber Knollenblätterpilz, Fuchsiger Scheidenstreifling und Krause Glucke.


Wer also Lust hat mit dem Fachmann auf eine mykologische Entdeckungstour zu gehen, ist herzlich eingeladen. Einfach anrufen oder eine Mail zusenden.

Telefon: 03841/228917 oder Handy: 0173/6977219

E- Mail: steinpilz.wismar@t-online.de

02. – 05. Oktober 2020 – Großpilzausstellung in Wismar

28. Großpilzausstellung in Wismar

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Im Mykologischen Informationszentrum, ABC Straße 21

Die Veranstaltung muss leider abgesagt werden!

Am ersten Oktoberwochenende wäre es wieder soweit gewesen. Die Pilzfreunde der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V. hätten mehrere Tage die mecklenburgischen Wälder auf der Suche nach allen möglichen Frischpilzen durchforstet und wollten ihre Ergebnisse wieder in Form einer großen Pilzschau der Öffentlichkeit präsentieren. Es wäre immerhin die 28. Großpilzausstellung in der Hansestadt Wismar nach der Wende im Jahre 1990 gewesen. Bis zu 300 einheimische Großpilzarten hätten bei günstigen Wachstumsbedingungen in Augenschein genommen werden können. Die Ausstellung war über 4 Tage geplant und um an allen Tagen möglichst frische Exponate zu zeigen, hätten wir die gesammelten Frischpilze in mehreren Kühlschränken zwischengelagert und während der Dauer der Ausstellung ständig erneuert b.z.w. aufgefrischt.

Viele Körbe voll bunt gemischter Pilze müssen an den Tagen zuvor gesammelt und in unseren Kühlschränken eingelagert werden.

Diese Öffnungszeiten entfallen

Freitag, der 02.10. von 14.00 – 18.00 Uhr

Sonnabend, der 03.10. von 10.00 – 18.00 Uhr

Sonntag, der 04.10 von 10.00 – 18.00 Uhr

Montag, der 05.10. von 09.00 – 18.00 Uhr

Wild – Champignons zu unserem Imbiss im vergangenen Jahr.

Am Sonnabend und Sonntag wäre dazu auch wieder unser Imbissstand vor dem Info – Zentrum aufgebaut worden. Hier hätten wir gerne für das leibliche Wohl unserer Besucher gesorgt, natürlich mit Pilzgerichten aus Wald und Flur. So beispielsweise mit unserer beliebten Waldpilzsuppe und einer leckeren Pilzpfanne.

An unserer herzhaft duftenden und dampfenden Wildpilzpfanne kommt man nur schwerlich vorbei, ohne sie gekostet zu haben. Der Inhalt setzt sich je nach aktuellem Angebot zusammen. Hier ist es eine Maipilz – Möhren Pfanne anläßlich eines unserer früheren Maipilz – Wochenenden.

Auch frische Waffeln, Kaffee und Tee wären wieder im Angebot gewesen.

Der Duft unsrere frisch gebackenen Waffeln ist unwiderstehlich.

Der Imbiss war für Sonnabend und Sonntag  jeweils von 11.00 Uhr bis 18.00 Uhr geplant.

Die Pilzberatung hätte in Anspruch genommen werden können.

Die Pilzfreunde der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V. freuen sich auf ihren Besuch im nächsten Jahr.

Großpilzausstellung 2021? – Siehe unter Termine!

30. September 2020 – Exkursion am Mittwoch

Mittwochsexkursion

MTB: 2338/1 = NSG Kläden/Woseriner See

Auch für interessierte Gäste

Mit meinen Mittwochsexkursionen verfolge ich in der Regel zwei Hauptziele. Zum einen geht es darum, meine Datenbank zur Pilzkartierung in Mecklenburg zu vervollständigen und zum anderen Frischpilze für unsere Dauerausstellung zu organisieren. Die heutige Mittwochsexkursion führte in den 1. Quadranten von MTB: 2338 (Dobbertin). Hervorragende Pilzreviere finden sich im Dobbertiner Messtischblatt und angrenzend beginnt bereits die Nossentiner/Schwinzer Heide. Im heutigen ersten Quadranten befinden sich größere Waldflächen am Woseriner See und das Naturschutzgebiet Kläden. Sehr abwechslungsreich und eine regelrechte Fundgrube in Bezug der Artenvielfalt. Aufgrund wochenlanger Trockenheit blieb das Resultat der heutigen Exkursion aber weit unter den Möglichkeiten zu dieser Jahreszeit. Trotzdem hatten sich dazu 3 Pilzinteressierte eingefunden und wir zogen im NSG Kläden und den umgrenzenden Waldflächen unsere Runden. Auch tangierten wir kurz das Ufer des Woseriner Sees.

Wer in Zukunft mit dabei sein möchte, kann sich gerne telefonisch anmelden oder eine E- Mail zusenden:

Tel.: 03841/228917

E – Mail: steinpilz.wismar@t-online.de

Kostenpunkt: 20.00 € p. P, Vereinsmitglieder kostenfrei. Dauer der Tour zwischen 3 und 5 Stunden.

Ein junger und schöner Maronen – Röhrling (Xerocomus badius) im Moos eines Waldweges. Er sollte heute der Einzige seiner Art bleiben.

Die grünliche Variante des Frauen – Täublings (Russula cyanoxantha).

Über den Fund des Hasen – Röhrlings (Gyroporus castaneus) habe ich mich sehr gefreut. Er zählt nicht zu den häufigeren Vertretern der beliebten Röhrlinge. Zwar ist er durchaus essbar, sollte aber wegen seines seltenen Auftretens  geschont werden.

Etwas häufiger findet sich dann schon der Breitschuppige Champignon (Agaricus lanipes). Ein typischer Waldpilz, der auch essbar ist.

Auf dem Mittelstreifen eines Waldweges am Woseriner See begeisterte uns dieser noch junge Riesenschirmpilz (Macrolepiota procera).

Obwohl ebenfalls recht stattlich, gehört der Spitzkegelige Schirmpilz (Lepiota aspera) nicht zur Gattung der Riesenschirmpilze, sondern zu den echten Schirmpilzen. Zwischen Hutrand und Stiel ist ein feines, spinnwebartiges Häutchen gespannt, während die Riesenschirmpilze mit einem dicken, beweglichen Ring aufwarten. Ungenießbar.

Das Fleisch des Wohlriechenden Gürtelfußes (Cortinarius torvus) duftet dezent fruchtig. Trotzdem ist er minderwertig und nicht empfehlenswert.

Ledertäublinge (Russula spec.) zeichnen sich durch ockerfarbenen Sporenstaub aus, sind oft sehr stattliche Erscheinungen und sind essbar und zählen sogar zu den besten Speisepilzen unter den Täublingen.

Während Täublinge eine Symbiose mit Bäumen eingehen, sind diese Braunen Raslinge (Lyophyllum fumosum) nicht unbedingt auf Bäume angewiesen, finden sich aber trotzdem meist in Wäldern unterschiedlichen Typs. Gute und oft ergiebige Speisepilze.

Nicht selten mit ihm zusammen tritt sein weißer Bruder in Erscheinung. Der Weiße Rasling (Lyophyllum connatum). Er ist in Verruf gekommen, da er das Erbgut verändern soll.


Die Artenliste von MTB 23381 = NSG Kläden/Woseriner See: Nadel – Schwindling, Gemeiner Wurzelrübling, Grünblättriger Schwefelkopf, Schmetterlings – Tramete, Gemeiner Violettporling, Gegabelter Nadelwaldhörnling, Zerließende Gallertträne, Echter Zunderschwamm, Klebriger Hörnling, Stockschwämmchen, Brennender Rübling, Gelbweißer Täubling, Dickschaliger Kartoffel – Hartbovist, Waldfreund – Rübling, Maronen – Röhrling, Zedernholz – Täubling, Buckel – Täubling, Goldgelber Lärchenröhrling, Riesenporling, Langstieliger Knoblauschwindling, Flacher Lackporling, Gelber Knollenblätterpilz, Gelbräunlicher Trichterling, Fleischroter Speisetäubling, Gelbe Lohblüte, Rehbrauner Dachpilz, Schuppiger Träuschling, Gemeiner Spaltblättling, Rosablättriger Helmling, Knopfstieliger Rübling, Goldschimmel, Roter Fliegenpilz, Trockener Schneckling, Perlpilz, Schlanker Riesenschirmpilz, Hasen – Röhrling, Striegeliger Schichtpilz, Dünnschaliger Kartoffel – Hartbovist, Gallertfleischiger Fältling, Kiefern – Braunporling, Angebrannter Rauchporling, Spitzkegeliger Schirmpilz, Brennreizker, Weißmilchender Helmling, Lederbrauner Mürbling, Wohlriechender Gürtelfuß, Halsband – Schwindling, Weißstieliger Leder – Täubling, Striegelige Tramete, Rotbraune Buchen – Kohlenbeere, Brauner Ledertäubling, Rosa – Helmling, Birken – Zungenporling, Pantherpilz, Rotfuß – Röhrling, Schopftintling, Brauner Rasling, Weißer Rasling, Wimpern – Erdstern, Echter Mehltau


Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine! 

23. September 2020 – Exkursion am Mittwoch

Mittwochsexkursion

Auch für interessierte Gäste

MTB: 2332/4 – Wald bei Alt Steinbeck

Ein letztes mal ging es heute in das Messtischblatt 2332 = Roggendorf. Zur Auswahl standen zwei Reviere. Zum einen das kompakte Laub- und Nadelwaldgebiet bei Alt Steinbeck oder der bewaldete Bereich des Schildetals bei Renzow. Vor zwei Jahren war ich schon einmal im Wald bei Alt Steinbeck im Rahmen meiner Mittwochsexkursion unterwegs. Es herrschte Dauerdürre und das einzige an frischen Großpilzen, waren mehrere Rosetten von jungen Riesenporlingen. Dabei sollte dieses durchaus attraktive Waldstück einiges mehr zu bieten haben. Darauf war ich gespannt und hoffte, die Witterung spielt in diesem Jahr mit. Leider ist es inzwischen wieder sehr trocken geworden. Die Jahreszeit war allerdings fortgeschrittener und Wochen zurückliegende Niederschläge hatten zumindest vereinzelt einige Frischpilze sprießen lassen.  Zu dieser Exkursion durch den Wald bei Alt Steinbeck konnte ich drei weitere Pilzfreunde begrüßen. Zum einen Pilzfreundin Bernadette aus Bobitz und ein älteres, sehr interessierte Ehepaar aus dem Hamburger Raum. Trotz des dürftigen Angebotes an Frischpilzen war es für uns alle eine sehr schöne Tour.

Im Moos des Fichtenforstes vereinzelte Maronen – Röhrlinge (Xerocomus badius). Das trockene Wetter hat seine Spuren hinterlassen.

Vereinzelt einige leicht giftige Rettich – Fälblinge (Mycena pura).

Safran – Schirmpilz (Macrolepiota rhacodes) aus dem Fichtenforst. Er ist nach wie vor ein guter Speisepilz, während die üppigere Gartenform lieber gemieden werden sollte.

Ein häufiger Porling an Fichtenholz ist der Blauende Saftporling (Oligoporus caesius). Trotz seiner Weichfleischigkeit ungenießbar.

Das beliebte Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis) gibt sich nur selten einmal mit Fichtenholz zufrieden. Wir finden es in der Regel an totem Laubholz, besonders häufig an alten Buchenstubben.

An einer geschützten Stelle zahlreiche Kerbrandige Trichterlinge (Clitocybe incillis). Sie ähneln sehr dem Gelbraunen Trichterling und unterscheiden sich optisch meist nur durch den gekerbten Hutrand. Essbar.

Unweit der Trichterlinge eine größere Gruppe von Strubbelköpfen (Strobilomyces floccopus). Der Höhepunkt der heutigen Mittwochsexkursion.

Stark gezeichnet von spätsommerlicher Trockenheit und Wärme sind diese Harten Zinnobertäublinge (Russula rosacea).

Aus dem blanken, trockenen Sand eines Waldweges brechen zahlreiche Schopf – Tintlinge (Coprinus comatus) heraus.

Bevor sie in Autolyse übergehen, sind sie gute, zartfleischige Speisepilze.

Das es trotz der momentanen Trockenheit, hier vor einiger Zeit kräftig geregnet haben musste, zeugten große Pfützen auf diesem, wohl von Haus aus feuchteren Waldweg.

Riesenporlinge erweckten das Interesse meiner Gäste.

Jung sind sie ergiebige Speisepilze. Riesenporlinge (Meripilus giganteus).

Insbesondere wenn sie noch so dickwulstig und butterweich sind. Ein Nachteil, sie schwärzen sehr schnell.


Die Artenliste von MTB 2332/4 – Wald bei Alt Steinbeck: Birken – Zungenporling, Echter Mehltau, Maronen – Röhrling, Schwarzgezähnelter Helmling, Geriefter Weichtäubling, Rettich – Helmling, Safran – Schirmpilz, Blauender Saftporling, Grünblättriger Schwefelkopf, Keulenfuß – Trichterling, Gelber Knollenblätterpilz, Stockschwämmchen, Breitblättriger Rübling, Kerbrandiger Trichterling, Birken – Blättling, Strubbelkopf, Braunfleckender Milchling, Gemeiner Wurzel – Schleimrübling, Frauen – Täubling, Dickblättriger Schwarztäubling, Grauer Scheidenstreifling, Dickschaliger Kartoffel – Hartbovist, Angebrannter Rauchporling, Striegeliger Schichtpilz, Harter Zinnobertäubling, Schopf – Tintling, Violettstieliger Pfirsichtäubling, Mäuseschwänzchen, Papagei – Täubling, Rehbrauner Dachpilz, Halbresupinater Weichporling, Dünnschaliger Kartoffel – Hartbovist und Rosa – Helmling


Wald bei Alt Steinbeck am 23.09.2020.

Wer mich begleiten möchte, sollte sich rechtzeitig melden. Einfach anrufen oder eine Mail zusenden. Tel.: 03841/228917 oder Handy: 0173/6977219

E- Mail: steinpilz.wismar@t-online.de

Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

20. September 2020 – Pilzwandern im Lübschen Forst

Pilzwanderung ohne Verköstigung

BUND – Kreisgruppe Herzogtum Lauenburg

Mykologisches Informationszentrum Steinpilz – Wismar

Sonntag, der 20. September 2020, um 10.00 Uhr Forstgehöft an der Kohlerhütte im Lübschen Forst Ritzerau.

Der BUND im Kreis Herzogtum Lauenburg lud heute wieder zu seiner traditionellen Pilzwanderung ein. Unter fachkundiger Leitung der anwesenden Pilzberater, einiger Mitglieder des BUND sowie Forstleute wurde die Vielfalt der Großpilze und ihre ökologische Bedeutung und Wertigkeit für das Ökosystem Wald und Flur aufgezeigt. Gerade in unseren Wäldern spielen die Pilze eine unersetzliche Rolle. Ohne ihre, meist versteckte Anwesenheit und Tätigkeit, wäre der Wald nicht lebensfähig. Indirekt gilt dieses auch für uns Menschen. Dennoch steht für die meisten Teilnehmer derartiger Veranstaltungen der Aspekt essbar oder giftig im Mittelpunkt. Im Vergleich zu ihrer wahren Bedeutung ist dieses allerdings eher belanglos. Dennoch sind wir heute schwerpunktmäßig darauf zurückgekommen. Die große Pilzverköstigung fand in diesem Jahr leider nicht statt!

Die Veranstaltung stand wie immer unter der Schirmherrschaft des BUND im Kreis Herzogtum Lauenburg.-

Der Ablauf: 10.00 Uhr Begrüßung der Teilnehmer und kurze Einweisung. Danach Start in mehreren Gruppen zu den Pilzwanderungen. Gegen 13.00 Uhr trafen alle Gruppen wieder an der Köhlerhütte ein und die gesammelten Werke wurden auf den Sortiertischen ausgebreitet, mit gleichzeitigen Erläuterungen und Beratungen zu den Fundstücken.

Der wichtigste und gefährlichste aller Giftpilze, der Grüne Knollenblätterpilz (Amanita phalloides).

Auch giftig, aber vor allem ungenießbar, da sehr bitter im Geschmack, ist der Grünblättrige Schwefelkopf (Hypholoma fasciculare). Der Grüne Knollenblätterpilz soll hingegen lecker schmecken und das macht ihn um so gefährlicher.

Unter den Röhrlingen gibt es keine ernst zunehmenden Giftpilze. Rote Farben und Blauverfärbungen bei Berührung oder des Fleisches sind keine Signale für Giftigkeit. Hier sehen wir Netzstielige Hexen – Röhrlinge (Boletus luridus). Sie sind allenfalls roh giftig und nach intensiven Erhitzen gute Speisepilze.

Ein Porling im Längsschnitt. Oben die Deckschicht, das sogenannte Hutfleisch als Schutzschicht für das darunter liegende Fruchtlager, der Röhrenschicht. Hier mit frischer Zuwachszone.

Junge Aussternseitlinge (Pleurotus ostreatus). Sie gehören eher in den Winter.

Da wird natürlich zugegriffen.

Austernpilze gehören zu unseren besten Speisepilzen.

Auch der Perlpilz (Amanita rubescens) ist bei Kennern sehr beliebt.

Stark geriefte Hutränder sind typisch für die verschiedenen Scheidenstreiflinge. Essbar.

Leuchtende Schwefelfarbe und stechender, leuchtgasartiger Geruch sind die wichtigsten Erkennungszeichen des ungenießbaren Schwefel – Ritterlings (Tricholoma sulphureus).

Buntstielige Helmlinge (Mycena inclinata). Ohne Speisewert, dafür ein Augenschmaus.

Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabils) sind hingegen ein Festtagsschmaus, sollten aber etwas jünger sein. Die Hüte sind braun vom eigenen Sporenabwurf. Ein Indiz für einen geschützten Standort oder für eine windschwache Wetterlage.

Ein junger Marzipan – Fälbling (Hebeloma radicosum). Wie der wissenschaftliche Name schon verrät, besitzt er eine wurzelartige Stielverlängerung, die immer von einem verlassenen Mäusebau ausgehen soll. Der Pilz riecht zwar zum reinbeißen, gilt aber eher als minderwertig.

Junge Buchenwald – Klumpfüße (Cortinarius amoenolens).

Buchenwald – Klumpfuß im Längsschnitt. Kein Speisepilz.

Der Gold – Röhrling (Suillus flavus) ist immer mit der Lärche vergesellschaftet. Als Schmierröhrling gehört er in den Verwandtschaftskreis des Butterpilzes.

Ankunft auf dem Forsthof zur Durchsicht der Fundstücke.

Eine leckere Mischpilz – Pfanne ist gesichert.

Anmeldungen für nächstes Jahr unter E – Mail: hans-heinrich.stamer@bund-rz.de

Voraussichtlicher Termin: 26.September 2021

19. September 2020 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr der Gemeinen Stinkmorchel

Sie führte durch das Schulzenholz

Netzstieliger Hexen – Röhrling (Boletus luridus). Die Pilze begrüßten uns unter Linden am Straßenrand.

Das Schulzenholz gehörte früher zum Staatsforst Ivendorf und ist ein recht vielseitiges Waldgebiet mit Laub- und Nadelholzbestständen, kleineren Seen und Feuchtgebieten. In den 1990er Jahren war dieses Revier eine Fundgrube während unserer Intensivkartierungen. Der Staatsforst Ivendorf wurde für uns zum Kultwald, da wir an einem einzigen Herbstwochenende, während eines guten Pilzjahres, hunderte Arten für unsere Datenbank notieren konnten. Ich hoffte, dass der positive Eindruck von damals auch heute noch möglich sein kann. Leider ist es derzeit schon wieder recht trocken geworden, was die Erwartungen durchaus dämpfen könnte. Man musste zwar suchen, aber schließlich kam am Ende doch wieder einiges zusammen.

Dieses Rotfüßchen (Xerocomus chrysenteron) ist leider nicht mehr ganz jung.

Ein Phallus streckt sich empor. Der Pilz des Jahres 2020, die Gemeine Stinkmorchel (Phallus impudicus). Unter ihrer Schirmherrschaft stehen alle unsere Pilzwanderungen in diesem Jahr.

Wunderbare Maronen – Röhrlinge (Xerocomus badius) lassen das Herz des Pilzsuchers höher schlagen.

Prall mit orange gefärbter Flüssigkeit sind die Stiele dieser Gelbmilchenden Helmlinge (Mycena crocata) gefüllt.

Dieser Gedenkstein soll an den verdienten Oberförster Max Lüders erinnern.

Breitblättrige Rüblinge (Megacollybia platyphylla) sind für die Küche nicht besonders empfehlenswert.

Dann schon eher diese jungen Riesenporlinge (Meripilus giganteus).

Der junge Rehbraune Dachpilz (Pluteus atricapillus) gehört zu den Freiblättlern. Das heißt, die Lamellen erreichen nicht den Stiel. Sie stehen frei. Essbar.

Gemeine Steinpilze (Boletus edulis), so wie es sich gehört, unter Fichten. Schließlich handelt es sich ja auch um den Fichten – Steinpilz.

Die Ziegenlippe (Xerocomus subtomentosus) wird auch als Filziger Röhrling bezeichnet. Ist natürlich essbar.

Der essbare Graue Wulstling (Amanita excelsa) ist gerne unter Fichte zu hause.

Und Fichtenforste gibt es hier noch reichlich.

An einen Laubholz – Stubben sind Buntstielige Helmlinge (Mycena inclinata) erscheinen.

Gelbe Knollenblätterpilze (Amanita citrina) riechen muffig nach Kartoffelkeller und sind nicht schmackhaft. Außerdem können sie mit dem tödlich giftigen Grünen Knollenblätterpilz verwechselt werden.

Grüner Knollenblätterpilz (Amanita phalloides). Gefährlichster Giftpilz!

Minderwertige Birnen – Stäublinge (Lycoperdon pyriforme) brechen aus einem alten Laubholz – Stubben heraus.

Ganz wichtig beim sammeln von Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabils) ist das Beachten der kleinen Stielschüppchen, die seinem gefährlichen Doppelgänger, dem Gift – Häubling, fehlen.

Keine Alltäglichkeit stellt der Fund dieser schönen Rötenden Saftwirrlinge (Abortiporus biennis) dar. Zwar ungenießbar, aber dennoch für den mykologisch interessierten Pilzfreund der Top – Fund der heutigen Wanderung.

Was in diesem Frosch wohl beim Anblick meiner Kamera vorgeht. Es wird sein Geheimnis bleiben.

Diese jungen und schmackhaften Büschel – Raslinge (Lyophyllum fumosum) waren bei den Kochtopfsammlern sehr willkommen.

Jung gute Speisepilze sind hingegen diese Schopf – Tintlinge (Coprinus comatus).

Auch der Hallimasch (Armillaria spec.) gehört zu den schmackhaftesten und dazu noch ergiebigsten Speisepilzen. Roh allerdings giftig!

Wann startet die nächste Pilzwanderung? – Siehe unter Termine!

15. September 2020 – Mittwochsexkursion am Dienstag

Dienstagsexkursion

Auch für interessierte Gäste

Es geht in das Drönnewitzer Holz

Im Juni des Jahres 2018 war ich schon einmal während meiner Mittwochsexkursionen im Drönnewitzer Holz unterwegs. Der teils alte Baumbestand begeisterte mich. Damals entstand das obige Foto. Ich hoffe, die Motorsäge hat inzwischen nicht all zu viel Schaden angerichtet, aber es ist ja ein Naturschutzgebiet. Bis auf wenige Frauen – Täublinge, einem knackigen Stadt – Champignon und Schuppigen Porlingen waren im Juni 2018 kaum Frischpilze vertreten. Das sollte heute selbst bei trockneren Verhältnissen besser aussehen.

Und die Verhältnisse sahen auch recht trocken aus, aber wir konnten dennoch eine abwechslungs- und individuenreiche Großpilzflora antreffen. Wir, dass waren außer meiner Wenigkeit noch Christopher Engelhardt und Phillip Müller, von den Wismarer Pilzfreunden. Damit stand heute der 3. Quadrant des Messtischblattes 2332 – Roggendorf auf dem Programm.

Gleich zu Beginn begrüßte uns ein größerer Trupp von Schwarzgezähnelten Helmlingen (Mycena palianthina).

Ein häufiger Buchenbegleiter im Hoch- und Spätsommer ist der Harte Zinnobertäubling (Russula rosacea).

Die mächtigen und alten Rotbuchen stehen noch. Sicher nur der Tatsache zu verdanken, dass der Wald unter Schutz gestellt wurde.

Junge Riesenporlinge (Meripilus giganteus) brechen am Fuß einer toten Rotbuche heraus.

Dem Geotropismus verdankt dieser Rotrandige Baumschwamm (Fomitopsis pinicola) seine urwüchsige Erscheinung.

Hier sehen wir den Buchen – Schleimrübling (Oudemansiella mucida). Meist ein sehr dankbares Fotomotiv.

Diesem jungen und kernigen Steinpilz (Boletus edulis) ist das trockenwarme Wetter anzusehen.

Diese jungen Grünen Knollenblätterpilze (Amanita phalloides) hatte Phillip entdeckt. Welch ein Glück, denn die kommen mir gerade recht. Einer von ihnen wird noch in der NDR – Fernsehsendung “ Mein Nachmittag“ seinen großen Auftritt haben. Wir testeten ihn im Studio mit einer Pilzbestimmungs – App, die den Gelben Knollenblätterpilz heraus fand. Ein tödlicher Irrtum!

Einer der wichtigsten Funde der heutigen Exkursion ist der Häutige Schillerporling (Inonotus cuticularis). Wir finden ihn an geschädigten Rotbuchen.

Junge Frauen – Täublinge (Russula cyanoxantha). Charakterart etwas besserer Buchen – Standorte und sehr guter Speisepilz.

Purpurschwarze Täublinge (Russula atropurpurea) traten hier heute als Massenpilze in Erscheinung. Wir finden sie unter Eichen und Buchen. Im Vergleich zum am selben Standort vorkommenden Frauen – Täubling, ist ihr Speisewert eher als gering einzuschätzen.


Hier die Artenliste von MTB 2332/3 – NSG Drönnewitzer Holz: Tränender Saumpilz, Schwarzgezähnelter Helmling, Flaschen – Stäubling, Breitblättriger Rübling, Kahler Krempling, Maronen – Röhrling, Ziegenlippe, Blutroter Röhrling, Birken – Zungenporling, Echter Zunderschwamm, Lilablättriger Mürbling, Buchen – Schleimrübling, Schiefknolliger Anis – Champignon, Harter Zinnobertäubling, Dickschaliger Kartoffel – Hartbovist, Gelber Knollenblätterpilz, Violetter Lacktrichterling, Rotfuß – Röhrling, Perlpilz, Gelbe Lohblüte, Derbes Rotfüßchen, Flächiges Eckenscheibchen, Buckel – Tramete, Glimmertintling, Rötliche Buchenkohlenbeere, Zusammenfließende Kohlenbeere, Fleischroter Speise – Täubling, Blaugrauer Reiftäubling, Gemeiner Wurzelrübling, Echter Mehltau, Waldfreund Rübling, Frauen – Täubling, Dickblättriger Kohlentäubling, Riesenporling, Rotrandiger Baumschwamm, Schmetterlings – Tramete, Rehbrauner Dachpilz, Gemeine Stinkmorchel, Eichenwirrling, Veränderlicher Spaltporling, Dünnschaliger Kartoffel – Hartbovist, Flacher Lackporling, Echter Steinpilz, Graugrüner Milchling, Häutiger Schillerporling, Halsband – Schwindling, Sklerotien – Porling, Morgenrot – Täubling, Grauer Wulstling, Löwengelber Porling, Safran – Schirmpilz, Spindeliger Rübling, Buchen – Runzelschorf, Rosa – Helmling, Grauweißer Saftporling, Gelbbräunlicher Trichterling, Austern – Seitling, Cosmospora arxii, Süßlicher Milchling, Fleischroter Lacktrichterling, Rosablättriger Helmling, Buchenwald – Wasserfuß, Dünnstieliger Helmkreisling, Braunvioletter Täubling und Grüner Knollenblätterpilz


Das Drönnewitzer Holz am sonnigen und spätsommerlich warmen 15. September 2020.

Wer an einer Mittwochsexkursion mit dabei sein möchte, sollte sich rechtzeitig melden. Einfach anrufen oder eine Mail zusenden. Siehe unter „Termine“!

Tel: 03847/228917 oder Handy: 0173/6977219

E – Mail: steinpilz.wismar@t-online.de

12. September 2020 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr der Gemeinen Stinkmorchel

Sie führte durch den Rosenower Wald

Der Rosenower Wald an diesem sonnigen Septembertag.

Treff war am Sonnabend, dem 12. September 2020, um 08.00 Uhr auf den unterteilten Parkflächen am ZOB in Wismar, Wasserstraße/Ecke Kopenhagener Straße. Zweittreffpunkt gegen 09.15 Uhr in Lioz (Raum Sternberg/Witzin, im Landkreis Ludwigslust – Parchim) in Waldrandnähe, an der Weggabelung Bungalowsiedlung /Lindenweg.

Der Rosenower Wald ist nicht zu verwechseln mit den Rosenower Fichten, in denen wir im August unterwegs waren, und die zwischen Schwerin und Rehna liegen. Unser Zielgebiet war im Raum Sternberg zu finden. In früheren Zeiten gehörte das überwiegend sandige Revier zum damaligen Großkomplex der Staatsforst Turloff. Auch das Archäologische Freilichtmuseum Groß Raden grenzt an das Waldgebiet. Vor Jahren war es Ziel mehrerer  Lehrwanderungen, die am Freilichtmuseum ihren Anfang nahmen und ihr Ende fanden. Wir finden hier klassische Pilzsucher – Reviere vor. Kiefernforste können reich an Maronen sein. Besonders unter den Eichen, Buchen und Fichten sind Steinpilze zu hause. Aber da es eine Lehrwanderung ist, soll unser Augenmerk nicht nur diesen Klassikern gelten, sondern allem, was für den Pilzfreund wichtig und interessant sein kann. Unter dem Motto viele Leute und auch recht viele Pilze erlebten wir heute die beste Lehrwanderung des Jahres bisher. Sowohl die Kochtopf – Mykologen, wie auch die wissbegierigen Lehrlinge kamen auf ihre Kosten.

Ein typischer Perlpilz (Amanita rubescens). Er darf in der Küche Verwendung finden. Gut durchgaren, da roh giftig!

Besonders in den sandigen Kiefernforsten starteten hier die Steinpilze (Boletus edulis) durch.

Sie schoben einfach die dicken Moospolster beiseite und machten sich Luft. Standortfoto im Rosenower Wald bei Loiz.

Da gab es kein halten mehr. Aufmerksam wird der Wald nach Steinpilz und Co. abgesucht.

Dekorative Klebrige Hörnlinge (Calocera viscosa). Bei einigen Mykophagen durchaus beliebt, obwohl eher von der minderwertigen Fraktion, was den Speisewert anbelangt. Eher etwas für`s Auge.

Dann schon eher ein Birkenpilz (Leccinum scabrum), wenn er nur nicht so betagt wäre!

Auch der Falsche Pfifferling (Hygrophoropsis aurantiaca) gibt nicht viel her.

Der Graublaue Reiftäubling (Russula parazurea) ist im Mischgericht durchaus willkommen.

Glücklich, wer so schöne und junge Maronen – Röhrlinge (Xerocomus badius) in den Korb legen konnte. Sie gehören zu den volkstümlichsten und auch geschmackvollsten Pilzarten unserer Laub- und Nadelwälder.

In den klassischen und sauren Kiefern- und Fichtenforsten sind zwischen den Maronen auch leckere Täublinge zu finden, so wie dieser Orangeroten Graustiel – Täubling (Russula claroflava).

Zwischen den ursprünglich monotonen Kiefernforsten wächst zunehmend ein vielseitigerer Baumbestand heran.

Auf einem alten, bemoosten Laubholzstubben, erfreuten uns einige frische Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis). Mit das Leckerste, was unsere Wälder zu bieten haben.

Immer wieder schön, die kleinen Scheibchen – Tintlinge (Coprinus spec.).

Auch der Ohrlöffel – Stacheling (Aurisscalpium vulgare) ist einer näheren Betrachtung wert. Leider ist er meist so unscheinbar, das er oft übersehen wird.

In den Körben der fast 30 Teilnehmer sieht es am Ende oft recht bunt aus.

Hier ist nichts gefährliches dabei.

Trotzdem muss am Ende der Wanderung jeder noch einmal seine Beute vorlegen, da mit ich sicherstellen kann, dass das auch bei jedem so ist.

Wann startet die nächste Pilzwanderung? – Siehe unter Termine!

11. – 13. September 2020 – Weiterbildung für Pilzberater

Herbsttagung der Pilzberater

Landesgesundheitsamt Mecklenburg – Vorpommern

Brigitte Schurig (Bildmitte) war lange Jahre Bezirksachverständige des ehemaligen Bezirkes Schwerin und nach der Wende als Landespilzsachverständige für den Mecklenburger Bereich zuständig. Bis heute ist sie in der Pilzberatung und Kartierung der Großpilze aktiv. In wenigen Wochen feiert sie einen runden Geburtstag. Das Foto entstand vor einigen Jahren auf einer Hersttagung der Pilzberater in Plau am See.

Vom 11. – 13. September 2020 fand die diesjährige Herbsttagung der Pilzberater des Landes Mecklenburg – Vorpommern statt. Der Tagungsort war der Hasenberg bei Gützkow. Jeweils einmal im Frühjahr und einmal im Herbst sind die Pilzberater unseres Bundeslandes zu ihren Weiterbildungsveranstaltungen eingeladen. Heute ist in Nachfolge von Frau Dr. Ingeborg Schmidt, Herrn Dr. Lutz – Werner Schröder und Frau Brigitte Schurig, Dr. med. Oliver Duty für die koordinierenden Aufgaben und für die Weiterbildungsveranstaltungen aller Pilzberater in M-V zuständig. Mecklenburg – Vorpommern ist das einzige Bundesland, in dem die Pilzberatung als Gesundheitsvorsorge im Aufgabenbereich des Landesgesundheitsamtes angesiedelt ist. Für den Rest der Bundesrepublik ist in der Regel die Deutsche Gesellschaft für Mykologie für zuständig.

09. September 2020 – Kartierungsexkursion am Mittwoch

Mittwochsexkursion

Auch für interessierte Gäste

Es ging in den 2. Quadranten von MTB: 2332 – Roggendorf

Auf dem Weg zur Gabeler Heide. Chris stellt einen kleinen Bauchpilz unseren Gästen vor, der in der Grasnarbe des Weges gefunden wurde.

Im 2. Quadranten des Messtischblattes Roggendorf gibt es mehrere Möglichkeiten. Ein landschaftlich besonders reizvolles Gebiet ist das NSG Neuendorfer Moor. Anders als im Roggendorfer Moor, steht dieses einzigartige Naturparadies größtenteils unter Wasser. Aber da es ohnehin als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist, sollten die Wanderwege sowieso nicht verlassen werden. Vor gut zwei Jahren war es schon einmal Ziel einer Mittwochsexkursion. Daher würde ich heute einem anderen Revier den Vorzug geben. Zur Auswahl stehen hier noch die Gabeler Heide oder kleinere Waldgebiete bei Wakenstädt mit dem Sonnenberg oder auch nördlich von Pokrent. Icvh entschied mich für die Gabeler Heide. Nun, mit Heide hat das Revier wenig zu tun. Es ist ein kleineres Waldgebiet mit Laub- und Nadelbäumen. Es kann mykologisch durchaus etwas zu bieten haben, heute jedoch erschien es hier recht trocken und es gab kaum Frischpilze. Angrenzend befindet sich eine Weidefläche. Hier waren zumindest Champignons, Vertreter der Riesenschirmpilze und Bauchpilze vertreten. Mich begleiteten Christopher Engelhardt und Phillip Müller von den Wismarer Pilzfreunden, sowie ein Urlauber – Pärchen, welches sich allerdings etwas mehr versprochen hatte und vorzeitig die Heimfahrt antrat.

Hier sehen wir den Wollstiel – Schirmling (Lepiota clypeolaria).

Verschiedene Holzpilze an der Schnittfläche eines Buchenstammes. Interessant sind die schwarzen Strukturen. Es handelt sich um den Tintenstrichpilz (Bispora antennata).

Ein Scheibchentintling (Coprinus spec.).

Als resupinate Belege findet sich hier der Eschen – Zystidenrindenpilz (Peniophora limitata).

Ebenfalls in flächiger und resupinater Ausbildung ist der Rostbraune Feuerschwamm (Phellinus ferruginosus) anzutreffen.

Von diesen leckeren Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabils) kann niemand satt werden, zumindest kein Pilzsucher.

An die Gabeler Heide angrenzend, befand sich eine große Wiesen- und Weidefläche. Hier wuchsen u. a. diese Gedrungenen Champignons (Agaricus spissicaulis). Gute Speisepilze.

Und auch einige, junge Acker – Schirmpilze (Macrolepiota excoriata). Essbar.

Bauchpilze waren vor allem durch junge und alte Hasenstäublinge (Calvatia untriformis) vertreten. Jung essbar.


Die Artenliste der Gabeler Heide mit angrenzender Weide – und Wiesenfläche – MTB 2332/2: Wiesen – Champignon, Holunder – Rindenschichtpilz, Bleigrauer Bovist, Echter Mehltau, Rehbrauner Dachpilz, Rötliche Buchen – Kohlenbeere, Schmetterlings – Tramete, Waldfreund – Rübling, Wollstiel – Schirmling, Angebrannter Rauchporling, Tintenstrichpilz, Birken – Zungenporling, Echter Zunderschwamm, Gemeiner Spaltblättling, Scheibchen – Tintling, Rötlicher Borstenscheibling, Rosshaar – Schwindling, Eschen – Zystidenrindenpilz, Rostbrauner Feuerschwamm, Glimmer – Tintling, Stockschwämmchen, Heftel – Nabeling, Grauer Wulstling, Langstieliger Knoblauch – Schwindling, Stadt – Champignon, Gedrungener Champignon, Grobscholliger Riesenschirmpilz, Hasen – Stäubling, Weißer Broombeerrost, Erysiphe galeopidis an Wald – Ziest


Mit diesem Bild verabschieden wir uns von der Gabeler Heide. 09.09.2020.


Wer also Lust zu einer mykologischen Bestandsaufnahme hat und dabei durchaus seinen Horizont erweitern möchte, ist herzlich eingeladen. Einfach anrufen oder eine E – Mail zusenden.

Tel.: 03841/228917 oder Handy: 0173/6977219

E – Mail: steinpilz.wismar@t-online.de

Siehe unter Termine!

08. September 2020 – Treffen der Pilzfreunde

Treffen der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Unser Vorbereitungstreffen zur 28. Großpilzausstellung

fällt leider aus!

Treff am Dienstag, dem 08. September 2020, um 18.00 Uhr in der ABC Straße 21 – Mykologisches Informationszentrum Steinpilz – Wismar.

Wie jedes Jahr, so wollten wir uns im Vorfeld und zur Vorbereitung unserer Großpilzausstellung heute Abend zusammensetzen, um wichtige, organisatorische Fragen zu erörtern. Es galt zu klären, wer an welchen Tagen Zeit hat hinaus in Wald und Flur zu fahren, um das notwendige Frischpilz – Material zu besorgen. Wer hilft mit bei der Vorbereitung unseres Imbissgeschäftes und wer kann die Ausstellung mit betreuen und unseren Imbissstand mit absichern. Wichtige Fragen, die heute Abend geklärt werden sollten. Da uns die Corona – Krise immer noch in Atem hält, b.z.w. wir mit unserem Atem vorsichtig umgehen müssen und einige Pilzfreunde zur Risikogruppe gehören, muss unserer Treffen und auch die große Ausstellung in diesem Jahr leider ausfallen!

Wann treffen sich die Pilzfreunde wieder? – Siehe unter Termine!

04. – 06. September – Pilzseminar in Buckow

Pilzseminar in der Märkischen Schweiz

Von Freitag, dem 04.09. bis Sonntag, dem 06.09.2020 in 15377 Buckow (Märkisch Oderland).

Während wir im vergangenen Jahr bei hochsommerlicher Hitze und Trockenheit zu einem kleinen Pilzseminar in Märkisch Oderland (Worin) zu Gast waren, hatte Organisator Oliver Justus uns in diesem Jahr nach Buckow (Drei Eichen) eingeladen.http://www.dreichen.de

Das Seminar setzte sich aus Theorie und Praxis zusammen. Der theoretische Teil wurde in Form einer Beamer – Präsentation von Christopher Engelhardt aus Lübeck bestritten. Praktisch ging es anschließend in den Wald. Dafür stand beispielsweise die hügelige und bewaldete Landschaft der Märkischen Schweiz zu Verfügung. Ein Teil des Landschaftsschutzgebietes steht allerdings unter Naturschutz und hier dürfen die Wanderwege nicht verlassen werden, wie Oliver bei einem Zusammentreffen mit einem Vertreter der unteren Naturschutzbehörde erfahren hat. Es gab aber genug Möglichkeiten, entsprechende Exkursionsgebiete aufzusuchen. Zur Einführung gab es einen speziellen Vortag der unteren Naturschutzbehörde zum Thema Naturschutzgebiet und Pilze sammeln.

Foto: Beatrice Petzka.

Das Eingangsportal…

zum Stützpunkt Wildniswissen.

Die Futterkrippe!

Das Haus für die Theorie. Foto: B. Petzka.

Das Haus zum nächtigen. B. Petzka.

Abenteuer „Trolleburg“ für die Jüngsten.

Zur Einführung ein kleiner Beamer Vortrag eines Mitarbeiters der Unteren Naturschutzbehörde zum Thema Pilze sammeln und Naturschutz. Foto: Beatrice Petzka.

Gut zu wissen!

Interessierte Zuhörer, zumeist in Corona – Abstand, wenn nicht familier verbunden. Bild von Beatrice Petzka.

Christopher Engelhardt aus Lübeck gab mit mehreren Beamer – Präsentationen einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Gattungen und Vertreter im Reich der Großpilze. Foto: Petzka.

Dollores Seifert (Mitte) von den Leipziger Pilzfreunden gibt Erläuterungen zu aktuellen Pilzfunden.

Tag 2

Chris, Olli und Christian sind startklar, aber warum muss es nun gerade anfangen zu regnen?

So, endlich sind alle da, es kann losgehen zur ersten Runde durch den Wald.

Der Aufbruch!

Am Wegesrand entfaltet sich ein Rotbrauner Erdstern (Geastrum rufescens).

Wir folgten zunächst dem Alten Schulsteig und dem Tierspur – Lehrpfad. Foto: Beatrice Petzka.

Ziel war der Uferbereich eines idyllisch gelegenen Waldsees. Foto: Petzka.

Nicht nur als Foto – Objekte begeisterten hier etliche, junge Steinpilze. Foto B. Petzka.

Herrliche und taufrische Exemplare (Boletus edulis).

Ein wundervolles Revier, nicht nur für Steinpilze.

Auf Pappteller wurden die gefundenen Objekte sortiert und zur Bestimmung  ausgelegt. Foto: Beatrice Petzka.

Bei der Fundauswertung.

Es ist eine ganze Menge zusammen gekommen. Foto: Beatrice Petzka.

Tolle Steinpilze! Von Beatrice Petzka fotografiert.

Pilzbestimmung beim Pils.

Der „Pilz des Jahres 2020“ steht wie eine eins. Gemeine Stinkmorchel (Phallus impudicus). Foto: Beatrice Petzka.

Beatrice hat für uns den Standort des folgenden Douglasien – Röhrlings im Bild festgehalten.

Douglasien – Röhrling (Suillus lakei). Foto: Christopher Engelhardt. Ein Art, die sich durch das zunehmendes Aufforsten von Douglasien ausbreiten könnte. Allerdings scheint sie parkartiges Gelände zu bevorzugen.

Zapfen der Douglasie.

Hier gab es Vegetarisches zum Frühstück, Mittag und Abendbrot. Foto B. Petzka.

Die drei Eichen mit ihrem Bewacher. Foto: Beatrice Petzka.

Aufbruch zur 2. Exkursion am Sonnabend.

Kurze Einführung mit Kartenstudium durch Organisator Oliver Justus (Bildmitte).

Interessante Kiefern bei den Flugsanddünen. Foto: Beatrice Petzka.

Insbesondere die Orchideenwiese, rechts, sollte noch von besonderem Interesse werden.

In den Sanddünen gab es nur vereinzelt Frischpilze.

Beispielsweise Perlpilze mit ungewöhnlichem Aussehen. Foto: Beatrice Petzka.

So wie hier mit olivgrünlichen Hüten, der Grüne Knollenblätterpilz lässt grüßen! Aber ein weinroter Streifen ist schon auf dem Hut zu erkennen und entlarvt den ungewöhnlichen Perlpilz (Amanita rubescens).

Am Stiel und auf der Hutunterseite ist hingegen nichts weinrotes zu erkennen, aber dafür ist die Manschette gerieft.

Ja, diese schmächtigen Perlpilze, auf dem armen Sandboden, sorgten für Diskusionen.

Ein Ohrlöffel (Auriscalpium vulgare) wächst aus einem Kiefernzapfen heraus.

Trompetenschnitzlinge (Tubaria spec.).

Charakteristisch für sandige Kiefernstandorte ist der Fliederweiße Rißpilz (Inocybe sambucina).

Trockenrasen und Orchideen – Wiese, sowie ein außergewöhnlicher Standort ganz toller, teils seltener Pilzarten. Foto: Beatrice Petzka.

Beispielsweise von Saftlingen. Foto: Beatrice Petzka.

Hier sind es Saftlinge und Rötlinge.

Und diese Rötlinge begeisterten nicht nur mich. Es handelt sich um den Pilz des Jahres 2013, dem Mäuseklopilz oder Braungrünen Zärtling (Entoloma incanum) . Die lebhaften Färbungen und sein intensiver Geruch nach Mäuse – Urin machen ihn praktisch unverwechselbar.

Am selben Standort die Schwarze Lorchel (Helvella atra). Ebenfalls eine recht seltene Art.

Hier sehen wir den Schuppenlosen Riesenschirmpilz (Macrolepiota heimii).

Wurzeltrüffeln besitzen die Eigenschaft, nur halbunterirdisch zu wachsen. Deshalb sind sie recht leicht zu finden. Hier könnte es sich um die Rötliche Wurzeltrüffel (Rhizopogon luteolus) handeln. Sicher wohl nur unter dem Mikroskop bestimmbar, da Rhizopogon vulgars ein sehr ähnliches Aussehen besitzt. Wurzeltrüffeln gehören zu den Röhrlingen und sind jung essbar, aber keinesfalls mit echten Trüffeln vergleichbar. Wir finden sie, so wie auch hier, unter Kiefern auf Sandböden.

Am trockenen Kiefern – Waldrand, angrenzend an diese Wiese, fanden wir  seltene Geastromyceten. Chris Engelhardt, der hier auch fotografierte, hat sie als Kleinste Erdsterne (Geastrum minimum) bestimmt. Ein toller Fund!

Eine interessante Waldschneise.

Von links: Johanna, Chris, Beatrice und Oliver.

Charakteristisch für etwas basenreichere Kiefernstandorte sind der Kupferrote Gelbfuß (Chroogomphus rutilus) und die hier noch kleinen und jungen Körnchen – Röhrlinge.

Zahlreiche Tiegel – Teuerlinge (Crucibulum laeve) säumten einen Waldweg auf unserer Abschluss – Exkursion am Sonntag. Standortfoto von Chris Engelhardt.

Ein toller Fund gelang uns mit dem Vollgestopften Nestling (Nidularia deformis). Er wuchs in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Tigel – Teuerlingen und wurde hier von Christopher Engelhardt bestimmt und fotografiert.

Die Gesundheitshunde von Pilzfreundin Andrea warten aus ein Leckerli.

Dolly aus Leipzig und Egon aus Berlin halten sich auch beim Päuschen im Wald an den gebotenen Corona – Sicherheitsabstand.

Integriert in unsere Exkursionsgebiete durch die Märkische Schweiz sind auch einzelne Schutzbereiche.

Oliver Justus hatte die Idee zu dieser Veranstaltung und natürlich auch den Hut auf. Foto: Ulrich Klein.

Lieber Olli, wir danken dir für dieses wunderbare Pilzwochenende in der Märkischen Schweiz!

Hoffen wir auf eine Neuauflage im nächsten Jahr.

Nähere Info`s hier:

Pilzseminar-im-Herzen-der-märkischen-Schweiz_04-06.09.2020

02. September 2020 – Kartierungsexkursion am Mittwoch

Mittwochsexkursion

Auch für interessierte Gäste

Es ging in das Meßtischblatt 2332 = Roggendorf

Das Roggendorfer Moor am sonnigen Mittwoch, dem 02. September 2020.

Pünktlich zum Monatsbeginn habe ich heute mit einer neuen Topographischen Karte im Maßstab 1 : 25 000 begonnen. 2332 = Roggendorf, ganz im Westen Mecklenburgs. Die Karte wurde noch einmal geviertelt, so dass es in den 1. Quadranten ging. Dieses Meßtischblatt hatte ich im Sommer 2018 schon einmal im Rahmen der Mittwochsexkursionen in Arbeit. Damals während der langen Trockenheit, so dass nur wenige Frischpilze im Angebot waren. Nun haben wir September und damit einen der pilzreichsten Monate des Jahres. Ziel war das Roggendorfer Moor. Auch bei geringem Pilzaufkommen ein sehr beeindruckendes Gebiet. Umgeben von Feuchtwäldern finden wir im inneren eine Moorheide mit Birken, Heidekraut und Blaubeeren vor. Die ehemaligen Torfstiche haben sich in eine Seenlandschaft verwandelt. Inzwischen hat man begonnen, das Große Moor, wie es offiziell auf der Karte bezeichnet wird, zu rekultivieren und den Wasserstand anzuheben. Trotzdem kamen wir trockenen Fußes durch dieses einmalig schöne Gebiet zur Bestandsaufnahme. Einzig der dort hinein führende Waldweg ist in der letzten Zeit derart zugewuchert, dass es schon zu einem kleinen Abenteuer wurde, in das Kerngebiet zu gelangen. Außer meiner Wenigkeit waren Vereinsmitglied Christopher Engelhardt und zwei Urlauber aus Süddeutschland mit dabei. Hier einige Bilder:

Chris Engelhardt beim fotografieren.

Graugrüner Dachpilz (Pluteus salicinus) an feuchtem Laubholz.

Ein junger Behangener Faserling oder Lilablättriger Mürbling (Psathyrella candolleana).

An Laubholz findet sich gelegentlich die Großporige Datronie (Datronia nollis).

Selbst die Blätter der Jungeiche sind vom zimtfarbenen Sporenstaub des Flachen Lackporlings (Ganoderema lipsiense) bedeckt.

Der Mehlpilz (Clitopilus prunulus) signalisiert Steinpilz – Alarm.

Nicht weit weg fand sich unüblicherweise ein Sommersteinpilz (Boletus reticulatus).

Das die schwach giftigen Kartoffelboviste (Scleroderma) nicht zu den Bauchpilzen, also den Stäublingen und Bovisten gehören, beweist der Befall vom Goldschimmel, der nur auf Röhrlingen vorkommt.

Im Kernbereich des Roggendorfer Moores.

Die ehemaligen Torfstiche sind zu einer Seenlandschaft geworden.

Ja, was haben wir denn hier? Ist es vieleicht ein Täubling? Foto Christopher Engelhardt.

Weit gefehlt! Der Fachmann hätte es gleich sehen müssen. Der Blaublättrige Schleimfuß (Cortinarius delibutus) fühlt sich unter den Birken im Roggendorfer Moor offensichtlich wohl, da ich ihn bereits in früheren Jahren hier feststellen konnte.

Das war doch ein sehr schöner Fund, wie mit Freude festgestellt wurde!

Bei so vielen Birken darf natürlich nicht der Birken – Zungenporling (Piptoporus betulinus) fehlen.

Am bemoosten Eichenstamm zwei Helmlinge. Die Nachbestimmung von Chris ergab den Gallen – Helmling (Mycena erubescens). Er gehört in die Sektion lactea und somit zu einer Gruppe von Helmlingen, die einen unterschiedlich gefärbten Milchsaft absondern. Bei dieser Art ist er wässrig und der Pilz schmeckt galle bitter. Für M-V ist es der 3. Nachweis. Ob er wirklich so selten ist? Vieleicht auch übersehen! Standortfoto von Chris Engelhardt.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA – Goldgelber Fadenstachelpilz (Mycoatia aurea) an totem Laubholzstamm. Foto und Bestimmung von Christopher Engelhardt.


Die Artenliste von MTB 2332/1 – Roggendorfer Moor: Graublauer Dachpilz, Goldgelber Fadenstachelpilz, Echter Zunderschwamm, Vielgestaltige Holzkeule, Geweihförmiger Schleimpilz, Halbresupinater Weichporling, Mai – Stielporling, Rosshaarschwindling, Schuppiger Porling, Waldfreund – Rübling, Heftel – Nabeling, Dickschaliger Kartoffel – Hartbovist, Flacher Lackporling, Gallen – Helmling, Knopfstieliger Rübling, Lilablättriger Mürbling, Samtiger Schichtpilz, Gemeiner Spaltblättling, Großporige Datronie, Rotrandiger Baumschwamm, Ockergelbe Tramete, Eichen – Mehltau, Blaublättriger Schleimfuß, Birken – Zungenporling, Sommersteinpilz, Judasohr, Goldschimmel


Wer Lust hat, dabei zu sein, sollte sich unter folgenden Telefon – Nummern melden oder rechtzeitig eine Mail zusenden.

Tel.: 03841/228917 oder Handy: 0173/6977219

E – Mail: steinpilz.wismar@t-online.de

Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

30. August 2020 – Pilzwandern um Schloss Wiligrad

Pilzwandern am Schweriner See

Interessengemeinschaft Schlossensemble Wiligrad

Mykologisches Informationszentrum Wismar

Themenführung Pilze

Treff am Sonntag, dem 30. August 2020, gegen 09.00 Uhr vor dem Garten- und Schlosskaffee in Wiligrad.


Dieser Termin wurde vom Veranstalter aufgrund der Corona – Krise abgesagt.


Zum zweiten mal wollten wir uns heute unweit vom historischen Schloss Wiligrad zu einer geführten Pilzlehrwanderung treffen. Die Veranstaltung ist eine Initiative der Interessengemeinschaft Schloss Wiligrad. Sie sollte auf ausgewiesenen Wanderwegen durch den ehemaligen Haushalt Forst hinunter zum Schweriner See führen. Durch Kalkeinlagerungen an den Hangterrassen zum See ist die Großpilzflora hier ganz besonders abwechslungsreich und interessant. Vorausgesetzt, die Witterung macht es möglich. Dauer der Tour 2 – 3 Stunden. Im Anschluss hätten in gemütlicher Runde am Schlosskaffee die pilzkundliche Veranstaltung ausklingen lassen.

Siehe auch unter: http://www.wiligrad.de

http://www.wiligrad-ig.de

Wir freuen uns auf ihr Interesse.


Sollten für den Zeitraum der Wanderung Unwetterwarnungen bestehen, kann die Veranstaltung kurzfritig abgesagt werden. Bitte informieren Sie sich an dieser Stelle nochmals zeitnah. Siehe auch unter: http://www.unwetterzentrale.de


 

29. August 2020 – Vereinstreffen am Roten See

15. Vereinstreffen am Roten See

Pilzverein Heinrich Sternberg Rehna e.V.

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Zum 15. mal wollten wir heute einen interessanten Pilztag am Roten See, bei Brüel, verbringen. Dazu waren die Mitglieder des Rehnaer Pilzvereins Heinrich Sternberg e.V. und die Pilzfreunde der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V., wieder sehr herzlich eingeladen. Auch interessierte Gäste konnten sich uns  anschließen. Da kaum Hoffnung auf Frischpilze bestand und auch die Auswirkungen der Corona – Beschränkungen weiterhin ihre Kreise ziehen, fanden sich heute leider nur eine Handvoll Pilzfreunde am Roten See ein. Nach kurzer Begrüßung brachen wir wie immer zu einer Exkursion durch die umliegenden Wälder auf. Gegen 13.00 Uhr trudelten wir an der dortigen Blockhütte zum Mittagstisch ein. Das Wetter war einfach herrlich, auch ohne große Ausbeute. Hier wie gewohnt einige Impressionen:

Unser „trauriges“ Grüppchen – Foto gleich zu Beginn. Wie es sich gehört, bis auf unsere Pärchen, mit gebotenem Corona – Sicherheitsabstand. Foto: Chris Engelhardt.

Bereits nach wenigen Schritten, am Beginn unserer Exkursion, signalisierten uns diese jungen Flaschen – Stäublinge (Lycoperdon perlatum), dass der Pilzherbst 2020 in den Startlöchern steht.

Am basenreichen Waldwegrand etwas für den Geruchssinn. Weder ein Hünerstall, noch eine darin Motorad fahrende Oma waren auszumachen, aber diese Ranzigen Trichterlinge (Clitocybe phaeopthalma) schienen geradeswegs aus diesem zu kommen. Geruch, so steht es geschrieben, nach Hühnerstall!

Im Mäusestall duftet es sicherlich noch um einiges penetranter, aber das Mäuseschwänzchen (Baeospora myosura) hat seinen Namen dem Escheingsbild des Stieles zu verdanken.

Essbare Waldfreund – Rüblinge (Collybia dryophila) waren heute immer mal mit dabei.

Klein, filigran, aber stark in seiner Erscheinung, inszeniert sich der Pupurschneidige Bluthelmilng (Mycena sanguinolenta) bei näherer Betrachtung.

Nah verwandt ist der Postament – Helmling (Mycena stylobatis). Leider ist sein namengebendes Fußgesims, das Postament, hier nicht zu sehen. Foto: Chris Engelhardt.

Besonders an Waldwegen eine überaus häufige Pilzgestalt, der Gelbbräunliche Trichterling (Clitocybe gibba). Trotz Trichterling besitzt er in der Hutmitte meist einen kleinen Buckel. Essbar.

Der Klebrige Hörnling (Calocera viscosa) ist auf Nadelholz spezialisiert.

Ein resupinater Feuerschwamm an totem Haselholz. Wahrscheinlich handelt es sich um den Rostbrauen Feuerschwamm (Phellinus ferruginosus).

Ablupen eines mit Pilzen besetzten Knüppels und dabei nicht die Abstandsregel vergessen!

Hasenpfote (Coprinus lagopus). Foto: Chris Engelhardt.

Der Hohlsee heute Vormittag.

Die ansich interessanten Hangterrassen zum Hohlsee waren heute praktisch pilzfrei. Das wird sich in wenigen Tagen rapide ändern.

Chris am Auslöseknopf vor Bauchpilzen.

Es handelt sich um Pomeranzen – Härtlinge. Besser bekannt unter der Bezeichnung Dickschaliger Kartoffel – Hartbovist (Scleroderma citrinum).

Seit dem 18. August sind genau 11 Tage vergangen. Auf den Körnchen – Röhrling (Suillus granulatus) ist verlass.

Dieser junge Wurzel – Schleimrübling (Xerula radicata) schob sich gerade aus dem lockeren Sand einer Wegesböschung heraus. Ausgangspunkt ist eine Buchenwurzel. Je tiefer diese im Waldboden, um so länger wird die Strecke, die der Pilz bis an die Oberfläche zurück legen muss. Das kann bis zu einem halben Meter sein. Wie ein Pfeil schiebt sich der Fruchtkörper an die Oberfläche. Foto wieder von Chris Engelhardt.

Zur Abwechlung mal ein Blick in das Reich der Kleinpilze. Echter Ahorn – Mehltau (Sawadaea tulasnei).

Von den Phytoparasiten zu den Myxomyceten: Geweihförmiger Schleimpilz (Ceratiomyxa fructiculosa). Christopher Engelhardt hat uns diese filigranen Strukturen abgelichtet.

Schleimpilze können sich fortbewegen und hinterlassen dann oftmals eine Kriechspur wie bei den Schnecken. Gefleckte Schüsselschnecke (Discus rotundatus) von Christopher fotografiert und bestimmt.

Ein garnicht so Flacher Lackporling (Ganoderma lipsiense) mit Zuwachsrand.

Wir gehen zum gemütlichen Teil über und streben der Blockhütte zum  Mittagstisch zu. Der Rote See am 29.08.2020.

Wann starten wir zur nächsten Vereinsexkursion? – Siehe unter Termine!

26. August 2020 – Mittwochs- und Kartierungsexkursin

Mittwochsexkursion

Auch für interessierte Pilzfreunde

Es ging in das MTB: 2037/4 – Satow

Dorfteich am Orts- und Waldrand in Klein Belitz am 25.08.2020.

Große Feuchtgebiete des Neukirchener Sees bilden das Zentrum des letzten Quadranten im Meßtischblatt Satow. Größere Wälder sind praktisch nicht vorhanden, nur kleine bis winzige Waldinseln. Die größte dieser Waldinseln befindet sich bei Klein Belitz. Südlich und nördlich des Ortes schlängelt sich die Beke entlang, an der ich schon vor einer Woche unterwegs war und die auch hier teilweise bewaldet ist. Ich entschloß mich für den Wald bei Klein Belitz. Weil für den morgigen Mittwoch Regen und Wind angesagt war, zog ich die Exkursion vor und war am Diestag Abend hier unterwegs. Es handelt sich um einen Laubwald mit unterschiedlichen Baumarten wie beispielsweise auch Platanen. Teils etwas sonderbar und ich glaube, wenn es hier in den letzten Wochen nicht zu trocken gewesen wäre, hätte hier auch eine teils nicht alltägliche Pilzflora angetroffen werden können. Heute war diesbezüglich kaum etwas los, aber dennoch fand ich dieses Gebiet recht kurzweilig.

Zunächst begrüßten mich an einem Holzstapel am Wegesrand etliche Schmutzbecherlinge (Bulgaria inquinans). Sie besiedeln, so auch hier, vorzugsweise Eichenholz, welches noch recht frisch und berindet sein sollte.

Wie ein ausgehölter Zahn waren nur noch die Umrandungen eines dicken Laubholz – Stubbens zu erkennen, der ringsum von bereits abgestorbenen Konsolen eines Lackporlings besiedelt war. Da es am Waldrand war und Wuchs und Erscheinungsbild an den Kupferroten Lackporling (Ganoderma pfeifferi) denken lassen, gehe ich davon aus, dass es sich hier um diese seltene Porlingsart handeln dürfte.

Junge Rötende Tramete (Daedaleopsis confragosa).

Entwicklungsfähige Zunderschwämme (Fomes fomentarius) an Betula.

Diese beiden Halsband – Schwindlinge (Marasmius rotula) waren die einzigen, wirklichen Frischpilze auf der heutigen Exkursion.


Die Artenliste von MTB 2037/4 – Wald bei Klein Belitz: Schmutzbecherling, Kupferroter Lackporling, Schmetterlings – Tramete, Schuppiger Porling, Flächiges Eckenscheibchen, Flacher Lackporling, Rötende Tramete, Echter Zunderschwamm und Halsband – Schwindling.


Wir verabschieden uns vom Klein Belitzer Wald.

Bei Interesse einfach anrufen oder eine Mail zusenden.

Tel.: 03841/228917 – Handy: 0173/6977219

E- Mail: steinpilz.wismar@t-online.de

Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

23. August 2020 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr der Gemeinen Stinkmorchel

Das Ziel waren die Rosenower Fichten

Heute ging es in ein wahrlich geschichtsträchtiges Revier, nähmlich in die Rosenower Fichten. Ein nicht nur mit Fichten bestandenes Waldgebiet zwischen Schwerin und Gadebusch. Der Fahrweg, an dem sich auch unser Zweitreffpunkt im Wald befindet, ist Teil der früheren Poststraße zwischen Lübeck und Schwerin gewesen. Auch der Martensmann nutzte diese Strecke. Auf ihm marschierten die Schweden zur Schlacht gegen Gadebusch und auch die Preußen sollen unter General Blücher nach der Schlacht bei Jena und Auerstedt hier entlang nach Lübeck gezogen sein. Damit nicht genug. Am 26. August des Jahres 1813 erwartete hier der Major von Lützow mit einer Abteilung Kosaken eine Wagenkolonie Napoleons, um sie abzufangen. An diesem Gefecht nahm auch der Schriftsteller Theodor Körner teil und wurde hier tödlich verwundet. Ihm zu Ehren und des Gedenkens an diese historischen Ereignisse wurde hier ein Obelisk aufgestellt. Im Jahre 2000 entstand an dieser Stelle die Theodor Körner Erinnerungstätte, die gleichzeitig eine Gedenkstätte für alle Opfer der Kriege zwischen 1805 und 1815 in Europa sein soll. Info – Quelle u. a. E. Schröder „Mein Mecklenburger Land“. Auch gibt es hier einen naturnahen Waldhof Stadler, der zum Ferienmachen in ungestörter Natur, mitten im Wald, einlädt. Auf dem Wege zu diesem sind auch Naturschautafeln aufgestellt, u. a. zu essbaren und giftigen Pilzen. Siehe auch unter:http://www.waldhof-stadler.m-vp.de

Die Theodor Körner Gedenkstätte war Ausgangs- und Endpunkt der heutigen Wanderung.

Manchmal können auch die grasigen und moosigen Mittelstreifen der Waldwege so manche Überraschung parat halten.

Hier waren es diese wunderbar eleganten Blätterpilze, die uns begeisterten.

Es handelt sich um relativ seltene Orangerote Loreleias (Loreleia postii). Früher zu den Nabelingen gehörig, findet sich diese Pilzart nun in der Gattung Loreleia wieder. Essbar? – Nichts drann und außerdem viel zu schön und zu selten, um einfach so, ohne Not, aufgefressen zu werden.

Immer wieder begegnem dem Wanderer Schautafeln mit Waldwissen, so auch zu Pilzen.

Entgegen der Meinung einiger Pilzfreunde sind auch die schwach giftigen Kartoffelboviste nicht von Anfang an im Inneren violettschwärzlich gefärbt. Ganz jung sind auch sie weißlich, aber nicht fast schneeweiß wie bei den jung essbaren Stäublingen und Bovisten, sondern eher sahneweißlich. Dickschaliger Kartoffel – Hartbovist (Scleroderma citrinum).

Dieses Exemplar ist hingegen voll ausgereift.

Der Pfirsich – Täubling (Russula violeipes) findet sich im Hoch- und Spätsommer unter Buchen. Sein Zweitname Violettstieliger Täubling könnte so manchen Pilzfreund verwirren, da seine Stiele oft nicht die geringste Spur von violett aufweisen. Essbar.

Eine alte Lohblüte (Fuligo septica).

Diese mächtigen Buchenstämme warten schon eine weile auf ihren Abtransport. Die Pilze fallen inzwischen über sie her, gellten sie doch im Naturhaushalt als Abfallprodukt und müssen entsorgt werden.

Daran beteiligt ist auch die Buckel – Tramete (Trametes gibbosa).

Urlaub auf dem Lande und mitten im Wald. Der Waldhof Stadler erwartet seine naturverbundenen Gäste.

Die kleinen Waldfreund – Rüblinge (Collybia dryophila) können vom Kenner eingesammelt werden.

Direkt an der Körner – Gedenkstätte traute ich meinen Augen kaum. Der seltene Orange Scheidenstreifling (Amanita crocea) war ein würdiger Schlußpunkt einer pilzarmen Wanderung und daher um so willkommener. Essbar.

Während des Gefechtes am 26.08.1813 gegen die Truppen Napoleons wurde hier der Schriftsteller Theodor Körner tödlich verwundet.

Ein Obelisk erinnert an die denkwürdigen Ereignisse und speziell an Theodor Körner.

Wenig Pilze, wenig Leute hätte auch der Titel der heutigen Tour lauten können, aber der ist schon an eine andere Veranstaltung vergeben. Außer meiner Wenigkeit waren nur noch zwei nette Damen aus Grevesmühlen und Schwerin dabei.

Wir verabschieden uns aus den Rosenower Fichten am 23.08.2020.

Wann startet die nächste Pilzwanderung? – Siehe unter Termine!

21. August 2020 – Nachtwanderung bei Parchim

Nachtwanderung 2020

Sie soll durch die Pfifferlingstannen führen

Treff am Freitag, dem 21. August 2020, um 18.30 Uhr auf den unterteilten Parkflächen am ZOB in Wismar, Wasserstraße/Ecke Kopenhagener Straße. Falls die Möglichkeit bestehen sollte, können auch Fahrgemeinschaften gebildet werden. Garantiert werden kann dieses jedoch nicht. Zweittreffpunkt für Interessierte aus Parchim und Umgebung kann gegen 19.45 Uhr auf dem Parkplatz an der Internationalen Freizeit- und Bildungsstätte lüttpütt bei Parchim, Dargellützer Weg 15 sein.

Achtung! Die diesjährige Nachtwanderung muss aufgrund einer unbeständigen Wetterlage in der Nacht von Freitag auf Sonnabend abgesagt werden. Regen scheint sicher, Gewitter möglich!

Unsere traditionelle Pilzwanderung bei Nacht soll in diesem Jahr in der Region Parchim stattfinden. Die Pfifferlingstannen und das Wockertal mit seinen kleinen Seen bildet ein wundervolles Areal für diese außergewöhnliche Wanderung. Vor Jahren waren wir hier schon einmal während einer öffentlichen Tageswanderung zu Gast und die Pfifferlingstannen machten damals ihrem Namen alle Ehre. Nun geht es bei Dunkelheit in dieses Revier, aber ausgestattet mit Stirn- und Taschenlampen, ist es ein wahres Vergnügen, wenn die  Kobolde des Waldes im Lichtkegel unserer Lampen keine Chance haben, unseren Blicken zu entgehen. Pilze suchen und finden bei Nacht funktioniert so ganz hervorragend und sogar viel besser als bei Tageslicht, wenn unsere Augen durch vieles andere abgelenkt werden. Hoffen wir auf gute Wachstumsbedingungen und auf eine reichliche Ausbeute. Aber das ist noch nicht einmal das Wichtigste. Eine Waldwanderung bei Nacht hat ihren ganz eigenen Reiz und wird für jeden Teilnnehmer ein unvergeßliches Erlebnis darstellen. Insbesondere wenn die Nachtvögel zu fortgeschrittener Zeit ihr schaurig schönes Konzert anstimmen. Man nimmt unsere schöne Natur und Umwelt ganz anders und viel intensiver wahr.

Hier ist es ein Birkenpilz, der keine Chance hatte den Lichtblicken des glücklichen Finders zu entgehen. Aufgenommen während unserer Nachtwanderung im vergangenen Jahr.

Nach etwa drei stündiger Tour gibt es dann zur Geisterstunde wieder ein leckeres Nachtmahl von unserer guten Seele Irena. Sicherlich auch herzhaftes aus dem Wald. In Aussicht gestellt wurden Pilzbouletten und/oder eine leckere Waldpilzsuppe. Wir dürfen dafür die Rast-, Angler- und Picknickplätze im Wockertal nutzen. Je nach Wetter am Karpfenteich oder an einer überdachten Wandererhütte am benachbarten Angelgewässer.

Mitternachtsmahl. Es  schmeckt erst richtig an frischer Waldluft zu vorgerückter Stunde.

Wichtig ist, dass Sie sich wirklich Zeit für diese Tour nehmen und nicht noch einen späten Termin im Hinterkopf haben. Vor Mitternacht kommen Sie nicht aus dem Wald! Bitte bringen Sie geeignete Leuchtmittel mit. Am besten macht sich eine Stirnlampe, die es in jedem Baumarkt zu kaufen gibt. Ansonsten haben wir auch einige zum Ausleihen mit dabei. Bitte beachten Sie auch, das die Teilnahme eigenverantwortlich erfolgt.

Teilnahmegebühr 5,00 + mögliche Kosten für den Mitternachtsimbiss.


Zu beachten ist zudem die Wetterentwicklung. Sollten für heute Abend/Nacht Vor- oder Akutwarungen vor Unwetter wie beispielsweise Gewitter bestehen, kann die Nachtwanderung kurzfristig abgesagt werden. Informieren Sie sich daher an dieser Stelle nochmals zeitnah. Siehe auch unter: http://www.unwetterzentrale.de


 

19. August 2020 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Auch für interessierte Gäste

Der 3. Qudrant des MTB 2037 – Satow ist an der Reihe

Gewässer am Wasserschloß in Gnemern. dem Ausgangspunkt in das Beketal mit dem Grünen Rad am 19.08.2020.

Zum dritten mal ging es in den Raum Satow. Ein landschaftlich besonders reizvolles Gebiet war heute das Ziel einer mykologischen Bestandsaufnahme, die aber aufgrund der vorherigen, trockenen Hitzewelle, äußerst bescheiden ausfiel. Das Beketal mit dem Grünen Rad, zwischen Gnemern, mit seinem Wasserschloss, bis hinauf in die Umgebung von Klein- und Groß Gischow. Das Flüßchen Beke hat hier ein idylisches Bachtal ausgewaschen, das mit Buchen und Eichen bestanden ist. Teile des Gebietes stehen sogar unter Naturschutz. Selbstverständlich bin ich nicht das erste mal zum kartieren hier. Auch öffentliche Pilzwanderungen führten schon durch dieses Gebiet, dass kartierungstechnisch schon einiges zutage gefördert hat, aber sicher noch Reserven besitzt. Wenn es nicht so trocken gewesen wäre, hätte es durchaus interessant werden können, zumal ich hier bisher nur im Frühling und im späteren Herbst unterwegs war.

Informationstafel zu Beginn des schmalen Wanderweges.

Die Beke führt derzeit wenig Wasser.

Windbruch darf im Naturschutzgebiet selbstverständlich liegen bleiben. Nur der Wanderweg wird freigeschnitten.

Feldahorn – Baumwarzenpilz (Dendrothele acerinum) an Feldahorn.

Rötliche Buchen – Kohlenbeere (Hypoxylon fragiforme).

Zimtfarbener Weichporling (Hapalopilus nidulans). Giftig!

Auch der Winter – Schachtelhalm ist hier zu hause.

Ein weiteres Bächlein hat sich in die Landschaft geschnitten und fließt in die Beke ab.

Ausgehagerter Buchenwald kann bei günstigen Bedingungen sehr interessant sein.

Die Sonne steht schon recht tief.

Es ist Zeit sich auf den Rückweg zu machen.


Die Artenliste von MTB 2037/3 – Beketal/Grünes Rad: Brandkrustenpilz, Rotbräunliche Buchen – Kohlenbeere, Feldahorn – Baumwarzenpilz, Flächiges Eckenscheibchen, Echter Zunderschwamm, Zimtfarbener Weichporling, Stoppliger Drüsling, Rotbrauner Borstenscheibling, Striegelige Tramete, Schmetterlings – Tramete, Halsband – Schgwindling und Striegeliger Schichtpilz.


Bei Interesse einfach anrufen oder eine Mail zusenden.

Tel.: 03841/228917 – Handy: 0173/6977219

E- Mail: steinpilz.wismar@t-online.de

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18. August 2020 – Abendwanderung der Pilzfreunde

Abendwanderung 2020

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Abends am Farpener Stausee

Der Farpener Stausee bei Gewitterstimmung am Abend des 18. August 2020.

Seit vielen Jahren stehen unsere Abendwanderungen im August auf dem Programm. Die erste startete um das Jahr 2005 im Seeblickwäldchen in Wismar – Wendorf. Es gab dort damals sehr viele Frischpilze und Irena servierte uns eine Pilzsuppe von Riesenbovisten. Mit 20 – 25 Teilnehmern waren wir eine große Truppe. Seit dem sind wir fast immer durch die grünen Inseln im Stadtgebiet gewandert. Diese werden leider immer rarer. Allmählich fallen immer mehr naturnahe Flächen der städtischen Bebauung zum Opfer und das wenige Grün wird obendrein durch landschaftsgärtnerische Pflegemaßnahmen drangsaliert. Ein unsäglicher Trend und neue, grüne Oasen haben kaum eine Chance, weil die dazu nötigen Flächen einfach nicht mehr vorhanden sind. Daher werden wir wohl bei unseren Abendwanderungen das weite suchen. Raus aus der Stadt auf`s Land. Dieses machten wir bereits im Jahre 2018. Damals ging es durch den Prosekener Grund und heute an den idylisch gelegenen Farpener Stausee. Dieser ist an seinen Ufern weitläufig bewaldet, so dass wir  auch größere Chancen haben, reichlich Frischpilzen zu begegnen, falls die Witterung es zuläßt. Das tat sie leider nicht. Trockenheit und Dauerhitze in den Vorwochen ließ das zuvor bereits recht ordentliche Pilzwachstum versiegen. Nur einige Kartoffelboviste zeigten sich standhaft. Trotzdem war es ein schöner Abendspaziergang an würziger Wald- und Seeluft. Wir hatten dabei Glück, denn das sich bereits beim Start in Wismar aufbauende Gewitter hatte mit uns ein Einsehen und legte erst los, als wir die Runde in der Abenddämmerung beendet hatten. Neben drei Vereinsfreunden hatten auch zwei Urlauber aus Süddeutschland interesse gezeigt, aber aufgrund der sehr geringen Erfolgsaussichten Frischpilze zu finden, dann doch davon Abstand genommen.

Dickschalige Kartoffel – Hartboviste (Scleroderma citrinum) haben als einizige die Dauerhitze ganz gut überstanden.

Diesen lichten Fichtenforst kenne ich schon seit dem Schonungsalter, als hier der Fichtensteinpilz zu hause war. Inzwischen dominieren Maronen – Röhrlinge, zu gegebener Zeit, versteht sich. Aber Steinpilze sind im weiteren Umfeld immer noch und zeitweise auch zahlreich vertreten. Auch in diesem Jahr war hier schon einiges los.

Aber nun wurde es Zeit, dem Wald und dem Ufer des Farpener Stausees auf Wiedersehen zu sagen, denn Petrus will gleich die Puppen tanzen lassen. Grelle Blitze zuckten in den dunklen Wolken und Donnergrollen sorgte für einen stimmungsvollen Tagesausklang.

Wann starten die Pilzfreunde wieder zu einer Exkursion? – Siehe unter Termine!

15. August 2020 – Pilzwandern am Schweriner See

Pilzwanderung am Schweriner See

Interessengemeinschaft Schlossensemble Wiligrad

Mykologisches Informationszentrum Wismar

Themenführung Pilze

Treff am Sonnabend, dem 15. August 2020, um 09.00 Uhr vor dem Gartenkaffee Schloss Wiligrad.


Aufgrund der Corona – Pandemie hat der Veranstalter diesen Termin abgesagt. Ich bitte um Verständnis!


Die Interessengemeinschaft Schloss Wiligrad trat an den Steinpilz – Wismar mit einer Anfrage heran, ob es eventuell möglich wäre, Pilzwanderungen in die waldreiche Umgebung der Schlossanlage anzubieten, natürlich mit fachlicher Kompetenz in Begleitung  eines Pilzsachverständigen. Wir trafen uns zu einem netten Gespräch im Steinpilz Wismar und legten einige Termine fest. Heute sollte es losgehen. Der ehemals Haushalt Forst genannte Wald, der den Ort Wiligrad weitläufig umgibt, bietet sich dafür förmlich an. Die Tour dauert bis maximal um die Mittagszeit und anschließend kann man im Gartenkaffee in gemütlicher Runde die Wanderung ausklingen lassen.

So haben wir es zunächst angedacht. Inzwischen hat uns allerdings der Eigentümer des privaten Waldgebietes untersagt, eine Wanderung mit mehreren Menschen durch seinen Wald zu veranstalten. Ihm liegt die Ruhe des Wildes am Herzen und wir sollten die Waldwege nicht verlassen. Der Uferweg am Schweriner See ist jedoch ein öffentlicher Wanderweg und dieser ist von jederman nutzbar und außerdem aus pilztechnischer Sicht besonders interessant. 

Wichtig ist zu wissen, dass es nicht verboten ist, die Waldwege zu verlassen. Dieses gilt ganz gleich ob Landesforste, Privatwald oder komunaler Waldbestand. Ausgenommen Naturschutzgebiete!

Sie auch unter: http://www.wiligrad.de

http://www.wiligrad-ig.de

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12. August 2020 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Auch für interessierte Gäste

Es ging in das MTB: 2037/2 – Satow

Attraktiver Perlgras – Laubwald im Heidenholz. Leider ist es viel zu trocken.

Es ging heute in den 2. Quadranten des Meßtischblattes Satow. Neben kleineren Waldarealen und Feuchtgebieten stellt das Heidenholz hier das größte Waldgebiet dar und es war auch das Ziel der heutigen Tour. Es befindet sich knapp südöstlich der A 20 und westlich von Hohen Luckow. Für mich ist das Revier Neuland, aber ich weiß das unser Chef – Kartierer Benno Westphal hier schon unterwegs war. Es gibt also sicher schon einige Funddaten aus diesem Wald b.z.w. aus diesem  Qudranten. Sicher ist jedoch auch, dass im Meßtischblatt Satow noch so manches entdeckt werden kann, da es durch seine Waldarmut nicht zu unseren oft besuchten Gebieten zählt. Heute war allerdings kaum etwas zu holen. Trockenheit ließ kaum einen Frischpilz wachsen und eine Woche Hitze tat ihr übriges. Es war mal wieder eher ein Waldspaziergang. Schade, denn einige Bereiche hätten sicher eine interessante Pilzflora hervorbringen können. Insbesondere dort, wo der Perlgras/Waldmeister Buchenwald, durchsetzt mit Alteichen und Hainbuchen, auf schweren Böden stockt. Große Areale des Gebietes sind aber durch starken Unterwuchs um diese Jahreszeit fast undurchdringlich. Hier würde es allenfalls im Spätherbst, Winter bis zum zeitigen Frühjahr Sinn machen, nach Großpilzen Ausschau zu halten. Auf jedenfall ist das Heidenholz durch das waldarme Gebiet um Satow herum ein wunderbarer Rückzugsort für viele Wildtiere. Das wissen auch die Jäger, wie an zahlreichen Ansitzständen ersichtlich war.

Der Rotbraune Borstenscheibling (Hymenochaete rubiginosa) ist ein häufiger Schichtpilz an alten Eichenstubben.

Noch häufiger findet sich der Dünnschalige Kartoffel – Hartbovist (Scleroderma verrucosum. Leicht giftig.

Auch hier geht es den wenigen Fichten nicht gut. Sie sterben ab. Immerhin sind vereinzelt junge Exemplare dieser wichtigen Waldbaumart gepflanzt worden. Sehr schön, dass anstatt von Douglasien auch mal wieder an die Fichte gedacht wurde. Der Baum muss unseren Wäldern auch in Zukunft erhalten bleiben!

Ein Stubben mit Grünblättrigen Schwefelköpfen (Hypholoma fasciculare) erfreute mich. Neben den Kartoffelbovisten, die einzigen Frischpilze, die ich  heute sah.

Mit einem weiteren Bewohner toten Eichenholzes schließt sich der Kreis. Eichenwirrling (Daedalea quercina).


Die Handvoll Arten von MTB: 2037/2 – Heidenholz: Striegeliger Schichtpilz, Echter Mehltau, Rotbrauner Borstenscheibling, Dünnschaliger Kartoffel – Hartbovist, Grünblättriger Schwefelkopf und Eichenwirrling.


Wer Lust auf eine mykologischen Bestandsaufnahme hat, ist gerne dazu eingeladen.

Einfach anrufen oder eine E – Mail zusenden.

Tel.: 03841/228917 oder Handy: 0173/6977219

E – Mail: steinpilz.wismar@-t-online.de

Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

08. August 2020 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr der Gemeinen Stinkmorchel

Sie führte durch den Staatsforst Tarnow

Pilzwandern im Jahr der Gemeinen Stinkmorchel ist das Motto aller Wanderungen in diesem Jahr, denn die Deutsche Gesellschaft für Mykologie hat diesen unverschämten Rutenpilz zum Pilz des Jahres 2020 erkoren. Jedes Jahr wird eine markante Großpilzart ausgewählt, die jeder aufmerksame Beobachter mit ein wenig Erfahrung erkennen und bestimmen kann, ohne erst tiefer in die wissenschaftliche Pilzkunde einsteigen zu müssen. Oft sind es aber auch seltenere Arten, von denen man sich eventuell neue Funddaten erhoft oder sie sollen für gefährdete Pilzarten und deren Lebensräume sensibilisieren. Dabei spielt es keine Rolle ob essbar, ungenießbar oder giftig. Für die Stinkmorchel treffen zwei Wertigkeiten zu. Sie ist sowohl essbar, wie auch ungenießbar. In der Küche wird nur das embrionale Entwicklungstadium, das sogenante Hexenei der Phallus impudicus verwendet. Der ausgereifte Fruchtkörper, wie oben im Bild zu sehen, ist hingegen für bestimmte Insekten, allen voran Fliegen, unwiderstehlich. Sie haben den sporentragenden, olivgrünen Schleim hier bereits abgeweidet. Auch Ameisen scheinen ein Interesse an ihr zu haben. Ihr starker, aasartiger Geruch lockt die Fliegen in Schwärmen an. Ein Trick der Natur, denn die Insekten sorgen für die Verbreitung ihrer Sporen. Stinkmorcheln haben wir heute jedoch kaum vorgefunden und auch viele andere Großpilze hielten sich zurück. Es hat in den Wochen zuvor zwar immer wieder geregnet, der Sommer war aber bisher sehr unterkühlt. Erst seit wenigen Tagen hat sich hochsommerliches Hitzewetter eingestellt, das unsere besseren Buchenwälder endlich etwas erwärmen kann. Ich denke, dann können wir auch hier in den nächsten Monaten einiges erwarten, ergiebige Niederschläge vorausgesetzt. Bisher gab es eher auf Sandböden einiges an jahrerszeittypischen Großpilzen, bis hin zu Maronen – Röhrlingen.

Ab August setzt die neue Wachstumsphase vieler einjähriger Porlinge ein. Hier ist es der Halbresupinate Weichporling (Skeletocutis nivea) an totem Laubholz. Ungenießbar.

Und hier bilden sich die Konsolen des Grauweißen Saftporlings (Oligoporus tephroleucus) heraus. Ungenießbar.

Der Stiel des Violettstieligen Täublings (Russula violeipes) ist oft mehr oder weniger violett überlaufen, kann aber auch komplett weiß bleiben. Essbar.

Je nach dem, welche Strecke der Fruchtkörper von seinem Ausgangspunkt, einer im Waldboden befindlichen Buchenwurzel, zurück legen muss, dem entsrechend lang es auch die Phahlwurzel des Gemeinen Wurzel – Schleimrüblings (Xerula radicata). Hüte essbar.

Der Rotrandige Baumschwamm (Fomitopsis pinicola) wächst nicht nur, so wie hier, an Fichte, sondern an verschiedenen Tothölzern, auch von Laubbäumen. Daher ist sein zweiter, deutscher Name Fichtenporling etwas irreführend. Ungenießbar.

Die Überreste des Pilz des Jahres 2020 locken viele Waldbewohner an.

Der leicht giftige Gefleckte Rißpilz (Inocybe maculata) ist ab August ein häufiger Pilz etwas basischer Waldwegränder.

Bei dem trockenen Hitze – Wetter sind die typischen Hüllreste (Flecken)  auf dem Hut besonders gut ausgebildet.

Schwefelgelbe Stiele, grünliche Lamellen und bitterer Geschmack ist eine Merkmalskombination, die den giftigen Grünblättrigen Schwefelkopf (Hypholoma fasciculare) leicht erkennen lassen.

Am Fuße eines mächtigen, abgebrochenem Rotbuchenstamms wachsen mehrere Lackporlinge. Ein Flacher Lackporling kommt für mich nicht in betracht. Ich denke, der Kupferrote Lackporling (Ganoderma pfeifferi) wäre am wahrscheinlichsten. Eine recht seltene Art.

Die Volva ist hier leider im Waldboden geblieben, aber der rotbräunliche, stark gereifte Hutrand ist ein weiteres Merkmal des Rotbräunlichen Scheidenstreiflings (Amanita fulva). Essbar, aber roh giftig.

Vereinzelt gab es mal einen Frauen – Täubling (Russula cyanoxantha), sowohl in seiner violettblauen, wie auch grünen Form. Seine Lamellen sind nicht brüchig, sondern anschmiegsam wie eine Frau. Sehr guter Speisepilz.

An Röhrlingen waren nur einige Rotfüßchen (Xerocomus chrysenteron) auszumachen.

Aber neuerdings gehören die giftigen Kartoffelboviste nicht mehr zu den eigentlichen Bauchpilzen, sondern ebenfalls zu den Röhrlingen. Dickschaliger Kartoffel – Hartbovist (Scleroderma citrinum).

Soweit eine kleine Aufarbeitung der heutigen Pilzwanderung, an der 6 Pilzfreunde beteiligt waren. Aus gründen der Corona – Abstandsregelungen verzichteten wir auf ein Gruppenfoto.

Wann startet die nächte Pilzwanderung? – Siehe unter Termine!

05. August 2020 – Mittwochs-und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Auch für interessierte Pilzfreunde

Das Meßtischblatt 2037 – Satow ist an der Reihe

Fichtenforst bei Radegast. Im Hintergrund Buchenwald. 05.08.2020.

Gallen – Röhrling (Tylopilus felleus).

Ein neues Meßtischblatt beginnt. Ich habe es geviertelt und ab heute geht es mittwochs jeweils in einen der vier Quadranten. Leider glänzt dieses MTB nicht gerade durch seinen Waldreichtum. Wir müssen uns jeweils mit kleineren Wäldern und Wäldchen zufrieden geben. Aber ich denke, es muss nicht immer ein riesiges Waldgebiet sein. Manchmal sind gerade diese eher unscheinbaren Reviere sehr interessant und können eine wahre Fundgrube darstellen. So sind im 1. Quadranten eine ganze Reihe kleiner Wäldchen vorhanden. Die etwas größeren davon befinden sich bei Radegast und waren auch mein heutiges Ziel. Teils kraut- und unterwuchsreicher Laub- und Nadelforst, teils aber auch kleinere Bereiche, die besonders im Herbst auch für den Kochtopfmykologen interessant sein könnten. Aufgrund von recht trockenen Verhältnissen war heute leider kaum etwas zu finden. Selbst Holzbewohner wie Porlinge und Schichtpilze konnte ich kaum entdecken. Da das Revier sehr begrenzt war, versuchte ich noch in weitere, kleine Wäldchen in diesem Quadranten auszuweichen, aber sie erschienen mir doch zu sehr verkrautet, so dass ich mich mit dem Wenigen, was die Wälder bei Radegast zu bieten hatten, zufrieden geben mußte.

Der Gemeine Violettporling (Trichaptum abietinum) an einem toten Fichtenstamm.

Er teilt sich das Substrat mit dem Rotrandigem Baumschwamm (Fomitopsis pinicola).

Am rande einer kleinen, asphaltierten Waldstraße konnte ich einige Leopardenfell – Hartboviste (Scleroderma areolatum) entdecken.

Auch diese Gefleckten Rißpilze (Inocybe maculata) waren hier zuhause. Die mikroskopische Untersuchung bestätigte meine Feldbestimmung. Sporen bohnenförmig und dazu ein angenehm würziger Duft, der an den Sommertrüffel erinnern soll. Mich störte zunächst die Gelbverfärbung an den Frasstellen, aber die Art darf gelbliche Fleischtönungen aufweisen. Kaum giftig, aber trotzdem zu meiden.


Hier die Miniatur – Artenliste von MTB 2037/1 – Wald bei Radegast: Angebrannter Rauchporling, Gallen – Röhrling, Eichen – Mehltau, Judasohr, Gemeiner Violettporling, Rotrandiger Baumschwamm, Leopardenfell – Hartbovist und Gefleckter Rißpilz.


Wer Lust hat auf eine fachkundige Pilztour zu gehen, kann sich unter folgenden Telefon – Nummern oder auch per E- Mail mit dem Steinpilz – Wismar in Verbindung setzen.

Tel:: 03841/228917 – Handy: 0173/6977213 oder

E- Mail: steinpilz.wismar@t-online.de

Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

02. August 2020 – Vereins- und Kartierungsexkursion

Vereinsexkursion

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Es geht in die Wälder bei Raben Steinfeld

Treff am Sonntag, dem 02. August 2020, um 08.00 Uhr auf dem Parkplatz gegenüber dem Zeughaus in Wismar, in der Ulmen Straße. Je nach Möglichkeit können auch Fahrgemeinschaften gebildet werden. Garantie dafür besteht allerdings nicht. Zweittreffpunkt für mögliche Gäste könnte gegen 09.15 Uhr in Raben Steinfeld am Findlingsgarten sein.

Nach den Sommerferien in M-V wollen wir wieder auf Vereinsexkursion gehen. Für die heutige Sonntagstour habe ich die waldreiche Umgebung von Raben Steinfeld, unweit der Landeshauptstadt Schwerin, ausgewählt. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten, die wir nutzen können. Am reizvollsten ist natürlich eine Tour am Ufer des Schweriner Sees entlang bis nach Görslow. Hierfür sind aber mindesten zwei Autos von nöten, da wir von A nach B wandern würden und  Fahrzeuge umgesetzt werden müßten, will man nicht retoure laufen. Andererseits stehen das Hohe Holz und die umfangreichen Wälder des ehemaligen Staatsforst Raben Steinfeld zu Verfügung. Auch ein Abstecher an den Pinnower See wäre denkbar. Unter dem Motto „kommt Zeit, kommt Rat“, werden wir kurzfristig entscheiden, wo es hin gehen kann b.z.w. soll.

Die Tour kann bis zum frühen Nachmittag andauern.

Für Nichtvereinsmitglieder wird eine Teilnahme Gebühr von 10,00 € erhoben.


Achtung! Die Unwetterzentrale hat für ganz M-V Vorwarnungen vor kräftigen Gewittern der Stufe rot mit der Gefahr von Starkregen, Hagel und Sturmböen ausgegeben. Beginnend ab heute 5.00 Uhr bis 23.00 Uhr. Siehe auch unter: http://www.unwetterzentrale.de

In der ausführlichen Wetteranalye, die im obigen Wetter – Widged nachzulesen ist, besteht auch gerade wegen der bei uns lagernden trockenen Warmluft die Gefahr von Downburst (schweren Gewitterstürmen) und in Kaltfrontnähe auch vereinzelter Tornados! Keine Wetterlage um in den Wald zu gehen! Die Veranstaltung muss ich unter diesem Gesichtspunkt leider ausfallen lassen!

Die meisten Wettermodelle sehen allerdings die Hautgewitteraktivität in der kommenden Nacht bis in die Frühstunden.


 

29. Juli 2020 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Auch für interessierte Gäste

Sie führte in das MTB: 2339/4 – Krakow am See

Der Bossower Forst gehört zum Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide.

Zum letzten mal ging es in das MTB 2339 – Krakow am See. Der 4. und damit letzte Quadrant stand auf dem Programm. Die Waddingstannen, südöstlich von Krakow am See, hätten das Ziel sein können. Weiter südlich Bereiche der Nossentiner/Schwinzer Heide, westlich des Krakower Obersees. Auch östlich des Sees liegt noch ein Waldareal, welches hätte infrage kommen können. Es gab also reichlich Auswahl. Da sich noch eine Interessentin zu dieser Tour eingefunden hatte, und wir mit zwei Fahrzeugen zum Ziel fuhren, entschied ich mich für den Bossower Forst, gleich an der Bundesstraße. Überwiegend Nadelwald mit älteren Kiefern und Fichten. Das Frischpilzaufkommen hatte im Vergleich zu den Vorwochen zwar etwas nachgelassen, aber sowohl für meine Datensammlung, wie auch für die abendliche Pilzmahlzeit meiner Begleiterin war gesorgt.

Während der Filzröhrling nicht mehr eindeutig zuzuordnen war, so konnte ich immerhin den Goldschimmel (Hypomyces chrysospermus) als Pilzart notieren.

Der Schmerling oder Körnchen – Röhrling (Suillus granulatus) gehört zu den Schmierröhrlingen. Diese werden nicht vom auf Röhrlinge spezialisierten Goldschimmel befallen.

Standen dicht beeinander unter Eiche. Bei beiden laufen hier die Lamellen etwas zum Stiel herunter. Beim oberen, dem Wasserfleckigen Röteltrichterling (Lepista gilva) können diese vom Hut abgelöst werden. Beim unteren Eichenmilchling (Lactarius quietus) funktioniert das nicht, dafür tritt aus ihnen ein weißlicher Milchsaft aus. Beide essbar.

Neben dem weißen, mildem bis leicht herben Milchsaft, ist oft auch ein etwas zonierter Hut und ein charakteristischer Geruch nach Blattwanzen typisch für diesen Eichenbegleiter. Eichen – Milchling (Lactarius quietus).

Violette Lacktrichterlinge (Laccaria ametystea) sind in manchen Jahren als Massenpilze im Buchenwald zu finden. Sie werden gerne mal mit eingesammelt.

Leicht giftig ist der Ranzige Trichterling (Clitocybe phaeopthalma). Er ist gut an seinem charakteristisch unangenehmen Geruch zu erkennen.

Ein intakter, schimmelfreier Filzröhrling, der Filzige Röhrling oder besser bekannt unter der Bezeichnung Ziegenlippe (Xerocomus subtomentosus).

Gelbe Eierschwämme (Cantharellus cibarius) gab es heute reichlich und in satten, ausgewachsenen Exemplaren. Das Abendbrot für meine Begleiterin ist gesichert.

Ein besonders üppiges Exemplar des Gezonten Dauerporlings (Coltricia perennis).

Ein kleines Büschel Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis) an einem alten Buchenstumpf. Gut sind die kleinen Schüppchen am Stiel zu erkennen.

Der Getropfte Saftporling (Oligoporus guttulatus) war vor einiger Zeit noch ein recht seltener Fichtenbesiedler in unseren Breiten. Er ist deutlich häufiger geworden. Die getropften, wasserfleckigen Strukturen werden von sogenannten Guttationströpfchen gebildet.

Guttationströpfchen am Zuwachsrand eines Rotrandigen Baumschwamms (Fomitopsis pinicola). Der Pilz kommt sozusagen ins Schwitzen und durch den erhöhten Wasserdurchlauf werden benötigte Nährstoffen ausgefiltert.

Einfach wunderschöne Farbtupfen, diese Pilztierchen vom Himbeeroten Schleimpilz (Tubifera ferruginosa). Immer an altem Nadelholz (Kiefer, Fichte).

In der Regel um alte Buchenstubben herum findet sich die Vielgestaltige Holzkeule (Xylaria polymorpha). Ein Schlauchpilz!

Damit enden meine Mittwochsexkursionen durch den Naturpark Nossentiner/ Schwinzer Heide.


Die Artenliste von MTB 2339/4 – Bossower Forst (Nossentiner/Schwinzer Heide): Goldschimmel, Perlpilz, Körnchen – Röhrling, Mehlpilz, Wasserfleckiger Röteltrichterling, Eichen – Milchling, Violetter Lacktrichterling, Ranziger Trichterling, Fleischroter Lacktrichterling, Weinroter Graustieltäubling, Echter Mehltau, Birken – Speitäubling, Flatter – Milchling, Grauer Nitrat – Helmling, Blutmilchpilz, Gemeiner Violettporling, Echter Zunderschwamm, Fuchsiger Scheidenstreifling, Herber Saftporling, Maronen – Röhrling, Kahler Krempling, Grasgrüner Täubling, Brennender Rübling, Klebriger Hörnling, Fichten – Wurzelschwamm, Runzliger Schichtpilz, Gelbbräunlicher Trichterling, Heftel – Nabeling, Echter Pfifferling, Weißmilchender Helmling, Ohrlöffel, Gezonter Dauerporling, Stockschwämmchen, Schmetterlings – Tramete, Getropfter Saftporling, Rotrandiger Baumschwamm, Waldfreund – Rübling, Dünnschaliger Kartoffel – Hartbovist, Behangener Trompetenschnitzling, Vielgestaltige Holzkeule, Buckel – Tramete und Schuppiger Sägeblättling


Bei Interesse einfach anrufen oder eine Mail zusenden.

Tel.: 02841/228917 – Handy: 0173/6977219

E – Mail: steinpilz.wismar@t-online.de 

Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

25. Juli 2020 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr der Gemeinen Stinkmorchel

Sie führte durch den Wald Demen/Buerbeck

Sandige Laub- und Nadelwälder prägen dieses Gebiet, in dem ich die ersten Pilze meines Lebens als Kleinkind sammelte und mit vermeintlich giftigen Täublingen Fußball spielen durfte. Hier wurde der Grundstein für meine Zuneigung zu den Pilzen gelegt, die sich wie ein roter Faden durch mein Leben ziehen sollten. Etwa 1 ha des Waldstückes am Beginn der Wanderung liegt immer noch im Privatbesitz unserer Familie. Angesagt waren in meiner Kinderzeit nur Pfifferlinge, die es hier damals noch reichlich gab. Auch in der heutigen Zeit sind sie hier noch zu hause und könnten uns erfreuen. Typisch für diese sandigen Wälder sind im Sommer auch oben zu sehende Pantherpilze. Sie gehören zu unseren wichtigsten und gefährlichsten Giftpilzen! Wer Perlpilze zum essen sammelt, muss diesen, seinen Doppelgänger, gut abgrenzen können. Die Chancen standen nicht schlecht, beiden Arten heute zu begegnen. Und so war es auch. Panther– und Perlpilze gab es reichlich und jeder der zahlreichen Teilnehmer konnte für sich, sofern Interesse bestand, unter den Erläuterungen des Fachmanns die relevanten Unterschiede am lebenden Objekt in allen Entwicklungsstadien, wie auch die Variationsbreite dieser beiden wichtigen Arten, studieren.

So hatte sich heute eine überraschend große Gruppe von Pilzfreunden am Waldrand in Demen zu dieser geführten Lehrwanderung eingefunden. Auch eine Reporterin vom NDR in Schwerin begleitete uns ein Stück weit und wird am Sonntag, dem 02. August 2020, um die Mittagszeit auf NDR 1 – Radio M-V darüber berichten. Die Pilze schienen zu wissen, das wir heute mit einer 26 – köpfigen Gruppe den Wald auf der Suche nach ihnen durchstreifen wollten, denn sie sproßen fast auf Schritt und Tritt. Nicht nur die Anzahl der Teilnehmer, auch das Frischpilz – Aufkommen erinnerte an herbstliche Verhältnisse. Vor allem Täublinge, Milchlinge, Wulstlinge, Riesenschirmpilze und Champignons zeigten sich  zahlreich. Aber auch die beliebten Röhrlinge waren mit von der Partie. Vor allem einige Vertreter der Filz – Röhrlinge, aber auch Schmierröhrlinge und einzelne Rauhfüße sowie Dickröhrlinge, vertreten durch echte Steinpilze.

Zur Einstimmung brachte uns dieser glückliche Pilzfreund gleich einen jungen und druckfesten sowie imposanten Riesenbovist mit. Er macht gleich eine mehrköpfige Familie satt.

Auch diese Großschirmpilze hatte er dabei. Gefunden in einem Gewächshaus auf reicher Gartenerde. Solche rötenden Riesenschirmpilze sollten gemieden werden. Es könnte sich um den Gift – Riesenschirmpilz (Macrolepiota venenata) handeln. Daher ist auch die Gartenform des Safran – Schirmpilzes zu meiden.

Der deutliche hell – dunkel Kontrast auf der beschuppten Hutoberfläche steht für den Garten, wie auch Gift – Riesenschirmpilz. Der essbare Safran – Schirmpilz des Waldes ist viel dichter beschuppt, so das kaum weißliches Hutfleisch auzumachen ist.

Nach kurzer Begrüßung und dem Einsammeln der Kontaktdaten starteten wir zu unserer Tour.

Der erste, stark giftige Pantherpilz (Amanita pantherina) ließ nicht lange auf sich warten. Typisch sind u. a. die weißen Hüllreste auf dem Hut, die allerdings auch fehlen können.

Bei den essbaren Perlpilzen und dem Grauen Wulstlingen sind diese grauschorfig.

Dieser Maronen – Röhrling sollte nicht mehr verzehrt werden und kann gleich im Wald bleiben. Er ist bereits vom parasitischen Goldschimmel befallen, der den Speisepilz giftig macht.

Weiter geht es durch die sandigen Wälder zwischen Demen und Buerbeck.

Der Dickschalige Kartoffel – Hartbovist (Scleroderma citrinum) wurde früher in hauchdünnen Scheiben als Würzpilz, ähnlich wie Tüffeln, verwendet. Manchmal sollen diese Edelpilze von Ganoven mit ihm gefälscht worden sein. Da er Irritationen des Verdauungstraktes auslösen kann, wird dieser Bauchpilz zu den leicht giftigen Pilzarten gestellt. Alle Liebhaber von Bovisten und Stäublingen sollten ihn kennen und von den essbaren Arten abgrenzen können.

Hier nochmal zwei taufrische Exemplare des stark giftigen Pantherpilzes. Keinerlei röten am gesamten Fruchtkörper und wie man sieht, fast ohne weiße Hüllreste auf dem Hut. Dafür eine leicht fragile und vergängliche, oberseits ungeriefte Manschette am oberen Stielbereich und eine umrandete, knollig verdickte Stielbasis.

Ein nicht mehr ganz junger Steinpilz (Boletus edulis) mitten auf dem sandigen Waldweg. Die Tiere des Waldes haben schon mal vorgekostet.

Diesen weichfleischigen und einjährigen Grauweißen Saftporling (Oligoporus tephroleucus) finden wir ab Hochsommer an verschiedenen Laubhölzern, meist von Buche. Hier wuchsen gleich drei imposante Fruchtkörper an einem toten Birkenstamm. Trotz seines eher milden Geschacks ist er ungenießbar. Der ähnliche Herbe Saftporling wächst an Nadelholz und ist gallebitter.

Die Fuchsigen Scheidenstreiflinge (Amanita fulva) waren heute zahlreich vertreten. Sie dürfen in den Sammelkorb gelegt werden. Man achte auf die Hüllreste an der Stielbasis (Scheide) und den stark gerieften (gestreiften) Hutrand. Es gibt noch weitere und auch essbare Arten mit anderen Hutffärbungen.

Genau wie die Scheidenstreiflinge ist auch der Rehbraune Dachpilz ein mässiger Speisepilz und besonders für Mischgerichte geeignet.

Am besten man verwendet nur die Hüte der Dachpilze solange die Lamellen, so wie hier, noch weißlich gefärbt sind. Bei zunehmender Sporenproduktion verfärben sie sich fleischfarben.

Häufig waren heute die nicht empfehlenswerten Kremplinge, wie Samtfuß- und Kahler Kremling (Paxillus involtus), der hier zu sehen ist. Dieser ist auch potentiel gefährlich, da er in seltenen Fällen zu heftigen, allergischen Reaktionen führen kann.

Eine vielversprechende Waldkannte mit Birken- und Steinpilz – Alarm.

Der Birkenpilz (Leccinum scabrum) gehört zu den Rauhfüßen und ist als Mykorhizza – Partner streng an die Birke gebunden.

Echte Steinpilze (Boletus edulis) finden wir vorzugsweise unter Fichten (Fichten – Steinpilz), aber genausogut unter Rotbuchen. Gelegentlich im Kiefernwald oder auch vereinzelt bei Eiche. Die unter Birken vorkommende Form wird von einigen Autoren als eigenständige Art betrachtet.

Im Gegensatz zum Steinpilz, besitzt der Maronen – Röhrling, der gelegentlich auch eine boletiode Erscheinungsform annehmen kann, keine Netzzeichnung auf dem bräunlichen Stiel. Röhren und Fleich blauen meist, während bei Steinpilzen keinerlei Verfärbungen zu beobachten sind.

Ist der Getäfelte- oder Hasen – Stäubling (Calvatia utriformis) innen noch weiß und schnittfest, kann er ähnlich wie der Riesenbovist in Scheiben geschnitten und gebraten werden.

Die Körbe füllen sich allmählich.

Um einen alten Stubben herum büschelweise Glimmer – Tintlinge (Coprinus micaceus). Jung und ohne Alkohol essbar.

Ein Myxomycet = Schleimpilz. Um welches Pilztierchen es sich bei diesem schleimig – schlabbrigen Etwas handelt, konnte ich noch nicht ermitteln.

Ältere Riesenschirmpilze sind daran zu erkennen, das ihre Lamellen nicht mehr weißlich, sondern graubräunlich und fleckig werden. Auch der Hut darf sich nicht verwelkt anfühlen, sondern muss noch Spannung besitzen. Diese Exemplare sollten lieber im Wald bleiben.

Das Fleisch des Maronen – ähnlichen Schwarzblauenden Röhrlings (Boletus pulverulentus) verfärbt sich bei der leisesten Brührung oder Verletzung innerhalb weniger Sekunden über tief blau bis fast zu schwarz. Essbar.

Ein noch junger Riesenschirmpilz (Macrolepiota procera).

Diese farbenfrohen Blutroten Röhrlinge (Boletus rubellus) sind nicht mehr die Jüngsten und sind auch schon vom Goldschimmel befallen. Ansonsten essbar.

Dafür sind diese leckeren Kupferroten Gelbfüße (Chroogomphus rutilus) im besten Stadium. Aber auch bei ihnen muss man auf einen speziellen Schimmel achten, der gerne die Lamellen dieses eigentlichen Röhrlings befällt.

Dieser schöne Schirmpilz muss noch mit!

Die Tour dauerte bis zum frühen Nachmittag an.

Wir verabschieden uns aus dem Wald bei Demen/Buerbeck und bedanken uns ganz herzlich für den unverhofften Pilzsegen.

Wann startet die nächste Lehrwanderung? – Siehe unter Termine!

22. Juli 2020 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Auch für interessierte Gäste

Es ging in das MTB: 2339/3 – Krakow am See

Die Neu Samitter Tannen am 22. Juli 2020.

Der 3. Quadrant des Meßtischblattes Krakow am See besteht fast vollständig aus Wald und Seen. So der Langsee, der Schwarze See, dem Krummen See oder dem Bossower See sowie fast undendlich viel Wald der Nossentiner/Schwinzer Heide, mit den integrierten Neusammiter Tannen. In Neu Sammit gibt es die kleine und liebevoll gestaltete Waldschule „Klaabusterul“. Vor wenigen Jahren führte hier eine erfolgreiche Pilzwanderung hin und das Gebiet war auch das Ziel der heutigen Kartierungsaktion. Für den volkstümlichen Pilzsammler ein klassisches Revier, wo er zu gegebener Zeit auch richtig fündig werden kann. Uns sollte heute aber alles an Großpilzen interessieren, was wir im Feld ansprechen können. Wenn dazu vieleicht auch eine kleine Pilzmahlzeit heraus springen sollte, wäre es ideal und das war auch der Fall. Ich hatte also Gäste dabei, Mutter und Tochter, die sich sehr interessiert zeigten. Nicht nur die Speisepilze, auch alle anderen Pilzfunde ließen sie sich geduldig erklären. Es wurden Fotos und Notitzen gemacht und am Ende war ein kleines Abendbrot sicher und ihr Artenhorizont hat sich sicher etwas erweitert. Eigentlich sind diese sandigen Nadelwälder eher etwas für die Herbstmonate, aber der unterkühlte und zeitweise feuchte Sommer ließ schon einiges sprießen.

Wir starteten an der Waldschule „Klaabusterul“.

Hier wurde u. a. Eichenholz verarbeitet, welches der Eichenwirrling (Daedallea quercina) abzubauen trachtet.

Auf dem Gelände der „Klaabusterul“ zeigte sich auch dieser Eichen – Filzröhrling (Xerocomus quercinus).

Auch diese Trichterlinge wuchsen dort sehr gesellig. Es handelt sich um den Feinschuppigen Trichterling (Clitocybe squamulosa). Eine Art, die eher in Gebirgsregionen und in Skandinavien zu hause sein soll, kommt in Mecklenburg als Begleitart von Fichten und Kiefern allerdings nicht selten vor. Er ist für mich einer der elegantesten und anmutigsten Blätterpilze. Eine sehr schöne Farbzeichnung findet sich in M.H.K., Bd. 3 auf Seite 327. Essbar.

Der große, rote Apfel – Täubling (Russula paludosa) findet sich in den klassischen, sauren Nadelwäldern, in denen der Maronen – Röhrling gerne Massenbestände ausbildet. Er ist ein sehr guter Speisepilz. Aber Vorsicht. Hier gibt es auch ähnliche, scharf schmeckende Täublinge. Vorherige Kostprobe der Lamellen ist anzuraten.

Einen schönen Anblick liefert natürlich auch der Samtfuß – Krempling (Paxillus atrotomentosus). Er ist in diesem Sommer ein sehr häufiger Vertreter in unseren Nadelwäldern und bevorzugt Fichtenholz als Substrat. Geringwertig.

Der gebrechliche, aber farbfreudige Kiefern – Täubling (Russula cessans) ist eigentlich ein Herbstpilz des sandigen Kiefernwaldes. Aber da die Witterung eher herbstlich, als sommerlich daher kommt, hat auch er sich bereits aus dem  Waldboden getraut. Essbar, aber von einem eher unangenehmen Geschmack.

Hin und wieder mal ein Nest sehr schöner Pfifferlinge (Cantharellus cibarius).

In satten Gelbtönen leuchten auch die Gold – Röhrlinge (Suillus greviley). Eine Schmierröhrlingsart die streng an die Lärche gebunden ist.

Während viele Röhrlinge bei Verletzung blauen, zeigen Schmierröhrlinge dieses Verhalten nicht. Ihr Fleisch bleibt entweder unverändert oder es bräunt etwas. Bei diesen Gold – Röhrlingen (Suillus greviley) gut zu sehen. Selbst die Kriechspuren der Schnecke haben sich verfärbt.

Am Hexenwinkel. Das Hexlein war gerade außer Haus.


Die Artenliste von 2339/3 – Neu Samitter Tannen: Eichenwirrling, Schmetterlings – Tramete, Striegelige Tramete, Birken – Blättling, Eichen – Filzröhrling, Feinschuppiger Trichterling, Samtfuß – Krempling, Geriefter Weichtäubling, Breitblättriger Rübling, Zaunblättling, Perlpilz, Himberroter Schleimpilz, Kiefern – Braunporling, Eichen – Mehltau, Narzißengelber Wulstling, Brennender Rübling, Apfel – Täubling, Fuchsiger Scheidenstreißfling, Maronen – Röhrling, Flatter – Milchling, Klebriger Hörnling, Echter Pfifferling, Gallen – Röhrling, Gebänderter Dauerporling, Kahler Krempling, Jodoform – Täubling, Gemeiner Violettporling, Pantherpilz, Kiefern – Täubling, Falscher Pfifferling, Waldfreund – Rübling, Buckel – Täubling, Herber Saftporling, Spindeliger Rübling, Zweisporiger Champignon, Goldgelber Lärchenröhrling, Dünnschaliger Kartoffel – Hartbovist, Flaschen – Stäubling, Gesäter Tintling, Rötlicher Borstenscheibling, Fleischroter Speisetäubling, Weißer Anis – Champignon, Grauer Erdritterling, Goldschimmel, Widerlicher Kammtäubling, Gelbbräunlicher Trichterling und Beutel – Stäubling.


Die Neu Samitter Tannen sind Teil des Naturparks Nossentiner/Schwinzer Heide.

 Wer also Lust zu einer Pilzexkursion hat, kann sich unter folgenden Telefon – Nummern melden oder eine Mail zusenden.

Tel.: 03841/228917 oder Handy: 0173/6977219

oder E – Mail: steinpilz.wismar@t-online.de

Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

15. Juli 2020 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Auch exclusiv für interessierte Gäste

Es ging in das MTB: 2339 – Krakow am See

Das überwiegend von Laubbäumen gebildete Waldgebiet an der Marienhofer Weiche bei Krakow am See am 15.07.2020.

Heute war der 2. Quadrant des Meßtischblattes Krakow am See an der Reihe. Hier sind die Wälder nördlich des Krakower Binnensees  angesagt. Uferbereiche, aber auch flächige Waldstücke mit weiteren Seen. Es herrscht also reichlich Auswahl für eine hoffentlich kurzweilige und interessante Exkursion. Ich suchte das Waldgebiet an der Marienhofer Weiche aus. Hier war ich im Rahmen meiner Mittwochsexkursionen schon einrmal im trockenen Frühjahr 2018 zugange. Trotz Feuchtigkeit und fortgeschrittener Jahreszeit sah es Großpilztechnisch heute leider nicht viel besser aus. Schade eigentlich, denn es sieht hier gut aus und es handelt sich sowohl für Mykophagen als auch für Mykologen um ein vielversprechendes Revier.

Resupinat an liegendem Laubholz der Ockerrötliche Resupinat – Stacheling (Steccherinum ochraceum).

An dünnen, in der Humusschicht liegenden Laubholzzweigen findet sich mitunter zahlreich der Halsband – Schwindling (Marasmius rotula).

Ein untypischer, stark von Schnecken zerfressener Grauer Wulstling (Amanita excelsa). Die Schnecken lassen bei diesem, zur Zeit feuchtem Wetter, in den Laubwäldern kaum etwas unversehrt.

Ein Fuchsiger Scheidenstreifling (Amanita fulva) schiebt sich aus dem Sphagnum eines Moores heraus.

Ein recht lang gestrecktes Birkenmoor und sicher zum Herbst zu ein interessantes Gebiet, nicht nur für Moor – Birkenpilze.

Und bei reichlich Birken – Totholz war auch das Flächige Eckenscheibchen (Diatrype stigma) nicht weit weg. Wir finden es auch an anderen Laubholzarten, aber bei der weißlichen Birkenrinde bilden die sich darunter entwickelnden Pyrenomyceten einen wunderbaren Kontrast, wenn sie die diese erst aufgesprengt haben.

Dieses Rotfüßchen (Xerocomus chrysenteron) soll der einzige Röhrling gewesen sein, den ich heute im Wald an der Marienhofen Weiche finden konnte.

Perlgras – Buchenwälder gehören oft zu unseren artenreichsten Revieren. Heute war davon allerdings nicht zu spüren.

Der nicht besonders häufige Eichen – Schichtpilz (Stereum gausapatum) verfärbt sich bei Reibung innerhalb weniger Sekunden blutrot. Er war für mich heute der beste Fund im Kartierungsgebiet.

Wir finden hier nicht nur besseren Perlgras – Buchenwald vor, sondern auch saure Buchen/Birkenbereiche, die besonders für Kochtopfmykologen sehr interessant sein können. Heute herrschte hier leider Flaute.


Die kleine Artenliste von MTB 2339/2 – Marienhofer Weiche: Echter Zunderschwamm, Schmetterlings – Tramete, Blutmilchpilz, Rotrandiger Baumschwamm, Ockerrötlicher Resupinat – Stacheling, Halsband – Schwindling, Striegelige Tramete, Grauer Wulstling, Birken – Zungenporling, Halbresupinater Weichporling, Fuchsiger Scheidenstreifling, Flächiges Eckenscheibchen, Frauen – Täubling, Perlpilz, Rotfuß – Röhrling, Eichen – Schichtpilz und Rehbrauner Dachpilz


Wer also Lust hat mit dem Fachmann auf Pilzpirsch zu gehen ist herzlich eingeladen.

Einfach anrufen oder eine Mail zusenden.

Tel.: 03841/228917 . Handy: 0173/6977219 oder

E-Mail: steinpilz.wismar@t-online.de

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11. Juli 2020 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr der Gemeinen Stinkmorchel

Ziel war die Vierburg Waldung bei Bützow

Buchenbereich in der Vierburg Waldung am 11. Juli 2020.

Die Vierburgwaldung ist für uns kein unbekanntes Revier. Sowohl zu einer öffentlichen Wanderung, damals unter Führung des Bützower Pilzberaters Klaus Warning, wie auch während eines unserer Herbstseminare oder zur Mittwochs- und weiterer Kartierungsaktionen waren wir hier schon unterwegs. Wir haben den Pilzlehrpfad genutzt, den Klaus Warning in Zusammenarbeit mit der Stadt Bützow vor Jahren hier anlegte. Sanderflächen und zum Großen Peetscher See hin auch Torf und Feuchtbereiche finden wir hier vor. Überwiegend, teils Blaubeer – Nadelwald, aber auch immer wieder von Buchen, Eichen und Birken durchsetzt. Bei guten Wachstumsbedingungen ein durchaus pilzreiches Revier. Heute war es allerdings sehr bescheiden.

Wir folgten den Wegweisern des Pilzlehrpfades. Allerdings sind einige von ihnen schon umgekippt und nur an Bäumen angelehnt, so dass die Wegweisung manchmal ein wenig zweifelhaft erscheint.

Wir starten.

Studium der ersten Info – Tafel.

Auf ihr fand ich sogar ein altes Foto von mir wieder, dass ich vor vielen Jahren bei Bad Doberan aufgenommen hatte. Es waren Zunderschwämme.

Der erste Frischpilz wurde entdeckt. Ein Zäher Fadenhelmling (Mycena vitilis). Wie bei einem Faden auch, kann man seinen Stiel verknoten.

Ein Gelege von Blutmilchpilzen (Lycogala epidendron) auf der Schnittfläche eines Kiefernstubbens.

Gut ist die Riefung des Hutrandes bei diesem Gelbbräunlichen Scheidenstreifling (Amanita fulva) zu erkennen. Das er ein Speisepilz ist, wissen auch die Schnecken. Allerdings fressen sie genau so gerne an Giftpilzen!

Leider suchten wir heute die meisten Pilze, die Klaus Warning hier in Form seiner schönen Fotos vorstellte, vergebens.

Einzig einige Mini – Pfifferlinge oder auch mal einen Täubling bekamen wir heute zu Gesicht.

Dafür gab es reichlich Blaubeeren.

Ein essbarer Rehbrauner Dachpilz (Pluteus atricapillus) schiebt sich neben einem alten Baumstumpf empor.

Es war ein Eichenstubben, wie uns diese daran befindlichen Porlinge eindeutig bestätigten. Eichenwirrling (Daedalea quercina).

An Nadelholz findet sich dieser minderwertige Klebrige Hörnling (Calocera viscosa).

Ein Info – Schild zu speziellen Pilzarten, die in diesem Areal auftauchen können.

Insbesondere Birken begleitende Arten, von denen einige außschließlich unter Birken auftreten, andere aber auch bei weiteren Wald- und Parkbäumen wachsen können.

Der Pilz des Jahres 2020 in seiner Jungform als Hexenei. Unter der Schirmherrschaft der Gemeinen Stinkmorchel (Phallus impudicus) stehen alle unsere öffentlichen Wanderungen in diesem Jahr.

Das Röhrenpolster des Gallen – Röhrlings (Tylopilus felleus) ist zunächst weiß und später rosa b. z. w. schmutzig rosa bei Druck. Der Geschmack ist galle bitter, so dass er selbst von Maden verschmäht wird. Anderen Waldbewohnern scheint er aber durchaus zu munden.

Ein Hautkopf im moosreichen Fichtenwald.

Mit etwas Übung sind Hautköpfe, eine Untergattung der Haarschleirlinge, leicht als solches zu erkennen. Die genaue Artbenennung ist aber bei einigen Kollektionen mit gelbräunlichen bis orange Lamellen auch für den Fachmann nicht immer einfach. So tendiere ich bei unserem Fund zum Zimtblättrigen Hautkopf (Cortinarius cinnamomeus). Giftverdächtig.

Hier scheint etwas interessantes entdeckt worden zu sein. Der Fachmann muss her!

Es war leider nur ein herrkömmlicher Perlpilz (Amanita rubescens). Natürlich darf er in den Sammelkorb gelegt werden, denn Perlpilze sind gute Speisepilze.

Gleich daneben ein Blaugrauer Reiftäubling (Russula parazurea). Auch er ist essbar.

Die Tour endete am Mittag.

Wann starten wir zur nächsten Pilzwanderung? – Siehe unter Termine!

08. Juli 2020 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Auch exklusiv für interessierte Gäste

MTB: 2339 – Krakow am See ging an den Start

Start durch die Cossenheide.

Das Meßtischblatt Krakow am See stand im Jahre 2018 schon einmal im Zuge meiner Mittwochsexkursionen auf dem Programm. Damals im April/Mai, also während des Frühlingsaspektes. Damals gab es aufgrund der gerade beginnenden  Trockenheit, die nahezu die gesamte Pilzsaison andauern sollte, nur wenige Frischpilze. Natürlich war es auch der frühen Jahreszeit geschuldet. Nun befinden wir uns im Sommeraspekt und der kann durchaus schon recht vielseitig sein. Zumindest wenn es nicht zu trocken sein sollte. Im 1. Quadranten befindet sich die Cossenheide als größtes und zentrales Waldgebiet. Auch weiter nördlich schließen sich noch Wälder an, wie die Stüde. Ich habe die Cossenheide, ein Ausläufer der Nossentiner/Schwinzer Heide, auch dieses mal als Zielgebiet gewählt. Dazu begleitete mich auch Irena. Von echter Heide sind wir hier allerdings weit entfernt. Es handelt sich im wesentlichen um einen ganz normalen Forst auf sandigem Untergrund, der zum Teil in den letzten Jahren stark forstwirtschaftlich genutzt wurde. Das Frischpilzaufkommen war allerdings recht bescheiden.

Gleich zu Beginn entdeckte Irena eine Stelle mit ansehnlichen Pfifferlingen (Cantharellus cibarius). Die Art sollte unser ständiger Begleiter werden und entpuppte sich heute als die häufigste Frischpilzart neben zahlreichen Waldfreund – Rüblingen.

Junge Wurzel – Schleimrüblinge (Xerula radicata) schoben neben einem alten, morschen Laubholzstubben an die Oberfläche.

Ein aufziehender Schauer sorgte zwischenzeitlich für feuchte Verhältnisse.

Als Erdschieber betätigt sich hier ein Papagei – Täubling (Russula ionochlora) am Wegesrand.

Auf dem Mittelstreifen eines bemoosten Kiefernwaldweges erfreuten uns diese Ohrlöffel (Auriscalpium vulgare).

Nicht weit davon entfernt ganze Inseln von frischen Waldfreund – Rüblingen (Collybia dryophila) in der Nadelstreu von Waldkiefern.

Links verbuschter Kiefernforst, rechts Jungeichen – Busch.

Rustikaler Hinweiß auf eine nicht nur für Radler willkommene Rast- und Schutzhütte.

Das wäre auch für eine unserer Nachtwanderungen genau das Richtige.

Zwei Wulstlinge am Rande eines Fichtenforstes. Vorne der Graue Wulstling (Amanita excelsa) und dahinter der Narzißengelbe Wulstling (Amanita gemmata).

Zum Schluß reichte es sogar für eine kleine Pfifferlingspfanne zum Abendbrot.


Die Artenliste von MTB 2339/1 – Cossenheide: Waldfreund – Rübling, Perlpilz, Echter Pfifferling, Striegeliger Schichtpilz, Klebriger Hörnling, Brandkrustenpilz, Papagei – Täubling, Rotfuß – Röhrling, Buckel – Tramete, Wurzel – Schleimrübling, Schmetterlings – Tramete, Frauen – Täubling, Löwengelber Stielporling, Breitblättriger Rübling, Rötliche Buchenkohlenbeere, Fuchsiger Scheidenstreifling, Echter Mehltau, Schwefelporling, Bitterer Zapfenrübling, Ohrlöffel, Gelbblättriger Rübling, Rehbrauner Dachpilz, Flächiges Eckenscheibchen, Gemeine Stinkmorchel, Flacher Lackporling, Grauer Wulstling, Narzißengelber Wulstling, Bleigrauer Bovist, Lilablättriger Mürbling, Gelbbräunlicher Trichterling


Die Sonne steht schon tief und wir verabschieden uns von der Cossenheide am 08.07.2020.

Wer also Lust zu einer Exkursion mit dem Fachmann bekommen hat, kann sich gerne anschließen. Einfach anrufen oder eine Mail zusenden.

Tel.: 03841/228917 – Handy: 0173/6977219 oder

E- Mail: steinpilz.wismar @t-online.de

Wann steht die nächste Mittwochsexkursion auf dem Programm? – Siehe unter Termine!

01. Juli 2020 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Auch exklusiv für interessierte Pilzfreunde

Sie führte in den 4. Quadranten des MTB: 2539 – Plau am See

Buchenbestand im Naturschutzgebiet Plauer Stadtwald am 01.07.2020.

Zum letzten mal ging es in die Region Plau am See. Im 4. Quadranten finden wir den Südteil des Plauer Sees, der mit reichlich Wald umsäumt ist. So beispielsweise der Plauer Stadtwald mit integriertem Naturschutzgebiet, die Bürgertannen am Westufer und östlich Wälder zwischen dem Plauer See und um den Großen Pätschsee sowie um die Ortschaft Suckow herum. Es standen also umfangreiche und abwechslungsreiche Exkursionsgebiete zur Auswahl. Laub- und Nadelwälder, parkartiges Gelände, Seeuferbereiche sowie weitere Feuchtgebiete und Moore. Das Areal dürfte nicht nur für Hobby – Mykologen sehr interessant sein. Ich entschied mich für den Plauer Stadtwald und die Parkanlage auf dem Klüschenberg. Das Wetter war leicht regnerisch und die wenigen Frischpilze des Waldes hatten sich viele Schnecken als Nahrungsquelle erschlossen. Es gibt teilsweise bessere, teils kalkhaltige Böden, aber auch leichtere, saure Waldbereiche.

Gleich zu Beginn begrüßte mich auf der Grasnarbe des Mittelstreifens eines Waldweges ein Einzelexemplar des Eichen – Filzröhrlings (Xerocomus quercinus).

Hungrige Nacktschnecken haben von diesem Netzstieligen Hexen – Röhrling (Boletus luridus) nicht mehr viel übrig gelassen.

Der Nährstoffeintrag in diesen kleinen Waldsee scheint nicht unerheblich zu sein.

Das Ufer des Gewässers säumt eine vielversprechende Mooskannte mit Eichen und Buchen. Neben überständigen Sommersteinpilzen wuchsen hier auch etliche Rotstielige Leder – Täublinge (Russula olivacea). Leider ist hier die meist rötlich überhauchte Stielspitze nur ansatzweise zu erahnen. Sehr guter Speisepilz, kann aber bei einzelnen Personen Unverträglichkeitsreaktionen auslösen.

Durch das Naturschutzgebiet führt ein Lehrpfad mit zahlreichen Info – Tafeln.

Oberhalb des Kletterparks am Klüschenberg befindet sich eine interessante Parkanlage. Genau die richtige Adresse im Hochsommer.

Gelbbräunliche Trichterlinge (Clitocybe gibba) in der Rassenfläche. Ansich ein typischer Wegrandpilz längst vieler Waldwege. Essbar.

Kurzgrasige Plätze liebt der häufige Halbkugelige Ackerling (Agrocybe semiorbicularis).

Der kleinere Bruder des Frauen – Täublings, der Papagei – Täubling (Russula ionochlora), ist sowohl in Parkanlagen wie auch in Laub- und Nadelwäldern ein häufiger und essbarer Sprödblättler.

Ein besonders schmackhafter Leckerbissen ist der Fleischrote Speisetäubling (Russula vesca), mit seiner meist nicht bis zum Hutrand heranreichenden Huthaut.

Eine Insel mit Alteichen zog mein Interesse auf sich.

Auf den Parkrasen ausgreifend wuchsen unter ihnen zahreiche Hexen – Röhlinge. Viele waren bereits überständig.

Es waren aber auch noch genügend jüngere Fruchtkörper vorhanden, die schließlich meinen mitgeführten Weidenkorb halb füllten. Flockenstieliger Hexen – Röhrling (Boletus luridiformis).

Auf einem feucht über den Waldweg liegenden Buchenstamm breitete sich der Wilde Hausschwamm (Serpula himantioides) aus.

Wer möchte, kann sich hier auf die Spur der Zaubersteine begeben. Ich folgte lieber der Spur der Pilze.

Plaulina ist eine gute Hexe und das Maskottchen der Stadt Plau am See.


Die Artenliste von 2539/4 – NSG Plauer Stadtwald, Park am Klüschenberg: Eichen – Filzröhrling, Echter Zunderschwamm, Rotfuß – Röhrling, Rotrandiger Baumschwamm, Rotstieliger Leder – Täubling, Schmetterlings – Tramete, Striegelige Tramete, Brandkrustenpilz, Angebrannter Rauchporling, Netzstieliger Hexen – Röhrling, Sommersteinpilz, Grauer Wulstling, Pflaumen – Feuerschwamm, Schuppiger Stielporling, Gemeine Stinkmorchel, Gelbbräunlicher Trichterling, Halbkugeliger Ackerling, Perlpilz, Papagei – Täubling, Graublauer Reiftäubling, Fleischroter Speise – Täubling, Flockenstieliger Hexen – Röhrling, Striegeliger Schichtpilz, Frauen – Täubling, Birken – Zungenporling, Halsband – Schwindling, Stadt – Champignon und Wilder Hausschwamm.


Wer Interesse hat, unter fachkundiger Begleitung auf der Suche nach allen möglichen Großpilzen die Natur zu durchstreifen, ist herzlich eingeladen.

Einfach anrufen oder eine Mail zusenden. Tel.: 03841/228917 – Handy: 0173/6977219

E – Mail: steinpilz.wismar@t-online.de

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27. Juni 2020 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr der Gemeinen Stinkmorchel

Sie führte durch das Heidenholz bei Reddelich und den Panzower Tannen

Originelles Hinweisschild zur Müllvermeidung am Eingang zum Heidenholz bei Glashagen.

Heidenhölzer gibt es mehrfach in Mecklenburg, so bei Ventschow oder auch bei Dassow. In beiden waren wir schon unterwegs. Das heutige Heidenholz war für uns eine Prämiere. Es ist in seiner Ausdehnung deutlich größer als seine genannten Verwandten. Laub – und Nadelwald wechseln sich hier ab. Der Boden ist teils gehaltvoller und es gibt immer wieder auch Feuchtbereiche mit kleinen Waldtümpeln oder Teichen b.z.w. kleinen Waldseen. Vor wenigen Jahren war ich hier einmal zu einer kleinen Stippvisite unterwegs und fand das Revier durchaus interessant hinsichtlich einer abwechsungsreichen Pilzflora. Diese könnte bei entsprechender Witterung um diese Jahreszeit durchaus schon einiges zu bieten haben, denn der Aspekt des Frühsommers, der den Übergang vom Frühlings- zum Sommeraspekt bildet, geht dem Ende entgegen. Leider enttäuschte uns dieses Revier heute, so dass ich den teilnehmenden Damen eine Umsetzung in die sandigeren Panzower Tannen bei Neubukow empfahl, die auch dankend angenommen wurde.

Im Heidenholz

Ein noch junger Fichtenporling (Fomitopsis pinicola) an einem alten Fichtenstamm. Die Bezeichnung Fichtenporling ist denkbar unglücklich gewählt, da wir diesen markanten Porling genauso häufig an anderen Hölzern, insbesondere Buche, Erle und Birke antreffen können. Rotrandiger Baumschwamm ist daher vorzuziehen, auch wenn sein Rand nicht immer rot sein muss, so wie hier in der Zuwachsphase.

Einer der auffälligsten Schleimpilze, der Drachendreck oder Gelbe Lohblüte (Fuligo septica).

In den Panzower Tannen

Der Lilablättriger Mürbling (Psathyrella candolleana) ist durch trockene Luft dekorativ vom Rande her eingerissen, ähnlich einem Rißpilz. Er wuchs hier in großen Scharen um modrige Holzreste herum.

Seine Lamellen sind zunächst blass und später lilagrau gefärbt. Das Fleisch ist charakteritisch brüchig und fäßt sich wachsartig an.

Da es sich um leckere Suppenpilze handelt, wurden die Lilablättrigen Mürblinge gerne eingesammelt.

Essbar ist auch der gelegentlich in Buchenwäldern anzutreffende Braunviolette Täubling (Russula brunneoviolacea).

Nach dem uns ein junger Mann mit den herrlichsten Sommersteinpilzen entgegen kam, gab es kein halten mehr, denn niemand sieht und findet alles. So waren auch für uns noch einige übrig geblieben. Sommersteinpilz (Boletus reticulatus).

In trauter Gesellschaft zu den Steinpilzen auch einige Pfifferlinge (Cantharellus cibarius).

Hier schiebt sich der Pilz des Jahres 1997 aus dem Waldboden. Der leckere Frauen – Täubling (Russula cyanoxantha).

Der nach Phenol „duftende“ Fahle Röhrling (Boletus impolitus) bestätigte seine seit vielen Jahren bekannte Anwesenheit. Speisepilz von ganz besonderem Wohlgeschmack.

Ein harter, kompakter Täubling im Eichen/Buchenwald bereitete mir zunächst Kopfzerbrechen. Er bräunt am Stiel ähnlich eines Heringstäublings, aber kein  Fischgeruch vorhanden und Heringstäublinge sind auch nicht so festfleischig.

Sein weißliches Fleisch färbt sich im Schnitt rasch bräunlich. Ich habe einen Verdacht, den ich mit Chemie bestätigt wissen wollte.

Mit Guajak dunkelgrün, mit Phenol weinbraun und mit FeSo 4 graurosa. Es handelt sich um den recht seltenen Lederstiel – Täubling (Russula viscida). Nördlich der Mittelgebirgsschwelle sehr selten, nur in Mecklenburg einige, wenige Nachweise. Essbar, aber es soll auch scharf schmeckende Formen geben.

Auch einige schöne Perlpilze (Amanita rubescens) luden zum einsammeln ein.

Auch sein giftiger Doppelgänger, der Pantherpilz (Amanita pantherina) war anwesend, so dass die Unterschiede mehr als augenfällig studiert werden konnten.

Am trockenen Waldrand erfreuten uns die schönsten Ziegenlippen (Xerocomus subtomentosus). Essbar. Im Gegensatz zum viel häufigeren Rotfüßchen finden wir am Stiel keine Spur von rot, die Röhren leuchten im satten gelb und der Hut wird nicht rissig.

So wurde die heutige Wanderung doch noch zu einer gelungenen Tour und auch die Pilzmahlzeit war gesichert. Hier noch schnell einen Mürbling zum Abschluß, der noch mit mußte.

Aufgrund der Corona – Abstandsregelung verzichten wir bis auf weiteres auf unsere obligatorischen Gruppenfotos.

Wann starten wir zur nächsten Pilzwanderung? – Siehe unter Termine!

24. Juni 2020 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Auch für interessierte Pilz- und Naturfreunde

MTB: Plau am See – 2539/3

Das Mühlenholz bei Plau am See.

Ein sattes und kompaktes Waldgebiet wurde uns im dritten Quadranten des Meßtischblattes 2539 angeboten – das Mühlenholz mit dem Rauhen Berg. Uns, das waren Irena, Jonas und Reinhold vom Steinpilz – Wismar. Wir waren auch nicht am Mittwoch, dem 24. Juni hier, sondern holten die Mittwochsexkursion am Sonntag, dem 28. Juni nach. Zwar überwiegen laut Karte Nadelforste, es ist aber auch ein größeres Laubwald – Areal eingezeichnet. Hier könnte man sich gut und gerne den ganzen Tag herumtreiben, aber wir wollen es ja nicht übertreiben. Kurzweilig ist es, wenn die Witterungsbedingungen ein nennenswertes Frischpilzaufkommen zulassen. Wir suchten uns den nordöstlichen Bereich aus, der überwiegend von Buchenwäldern bestanden ist. Nach den Regenfällen der letzten Zeit erwachte das Frischpilzaufkommen auch hier, wenn auch noch recht zaghaft.

Am Straßenrand begrüßten uns zwei junge Stadt – Champignons (Agaricus bitorquis).

Eine schwarze Nacktschnecke versucht sich am lederig – zähen Striegeligen Schichtpilz (Stereum hirsutum).

Auf einem alten, bemoosten Buchenstamm zwei Rehbraune Dachpilze (Pluteus atricapillus).

Unter Eichen und Buchen eine Gruppe Blaugrauer Reiftäublinge (Russula parazurea).

Der beste Fund der heutigen Exkursion an einer alten, gestürtzten Rotbuche: der Lungen – Seitling (Pleurotus pulmonarius).

Leckere Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis) landeten im Sammelbehältnis für Speisepilze.

Die ebenfalls essbaren Perlpilze (Amanita rubescens) sind momentan leider stark vermadet.

Diese kaum rotstieligen Rotfüßchen (Xerocomus chrysenteron) waren die einzigen Röhrlinge die wir heute im Mühlenholz entdecken konnten.


Die Artenliste von MTB: 2539/3 – Mühlenholz: Stadt – Champignon, Schmetterlings – Tramete, Frauen – Täubling, Angebrannter Rauchporling, Echter Zunderschwamm, Striegeliger Schichtpilz, Rehbrauner Dachpilz, Brandkrustenpilz, Rotfuß – Röhrling, Goldschimmel, Blaugrauer Reiftäubling, Perlpilz, Papagei – Täubling, Breitblättriger Rübling, Lungen – Seitling, Birken – Zungenporling, Sklerotien – Stielporling, Flächiges Eckenscheibchen, Pantherpilz, Stockschwämmchen und Geweihförmige Holzkeule.


Bei Interesse einfach anrufen oder eine Mail zusenden.

Tel.: 08841/228917 – Handy: 0173/6977219

E – Mail: steinpilz.wismar@t-online.de

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21. Juni – Vereins- und Kartierungsexkursion

Vereinsexkursion

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Ziel war der Gadebuscher Stadtwald

Spindelige Rüblinge (Collybia fusipes) heute am Standort fotografiert. Minderwertiger Küchenpilz.

Nicht zum ersten mal war der Gadebuscher Stadtwald Ziel einer Wanderung, die vom Steinpilz – Wismar organisiert wurde. Wir waren hier schon einmal im November und auch zu dieser Jahreszeit unterwegs. Obwohl stadtnah, ist das Waldgebiet durchaus artenreich und für Pilzfreunde oft eine gute Adresse. Zwar werden die Standorte der besten Speisepilze den Einheimischen nicht unbekannt sein, aber das soll uns nicht weiter stören. Wir haben uns für alle Großpilze interessiert, die wir heute vorfinden konnten. Und für die Kartierung kann immer neues dabei sein, auch wenn viele geläufige Arten  längst in den Datenbanken Eingang gefunden haben. Insgesamt war es noch recht dürftig, was die fünf Pilzfreunde heute geboten bekamen. Hier noch einige Fotos.

An diesem Rotfüßchen (Xerocomus chrysenteron) haben sich die Tiere des Waldes bereits gesättigt und nicht viel für den Pilzfreund übrig gelassen.

Ein besonders eleganter Löwengelber Schwarzfuß – Stielporling (Polyporus varius) an einem Laubholz – Ast.

Ein junger Fuchsiger Scheidenstreifling (Amanita fulva) schiebt sich durch die Volva.

Der beste Fund der heutigen Exkursion waren einige Exemplare des Kurzstieligen Leder – Täublings (Russula curtipes).

Soweit, einige, wenige Bilder von unserer ersten, möglichen Vereinsexkursion in diesem Jahr. Wegen der weiterhin geltenden Abstandsregelungen im Zuge der Vorsichtsmaßnahmen im Rahmen der Corona – Pandemie verzichten wir bis auf weiteres auf unsere obligatorischen Gruppenfotos.

Wann startet die nächste Vereinsexkursion? – Siehe unter Termine!

17. Juni 2020 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Auch exklusiv für interessierte Pilzfreunde

Es ging in MTB: Plau am See – 2539/2

…und dieser Wald war tatsächlich anders.

Einen Großteil des Quadranten nimmt der Plauer See und die Ortschaft Plau am See ein. Das einzig nennenswerte Waldgebiet befindet sich westlich des Plauer Sees und des dortigen Fachkrankenhauses. Die Quetziner Tannen. So handelt es sich auch weitgehend um Nadelholz, allerdings Kiefern. An den Rändern auch etwas Laubwald mit recht hohen Totholz – Anteil. Anders ist der Wald nicht nur durch eine besondere Bewirtschaftung, sondern auch wegen eines integrierten Naturlehrpfades mit Trimmdich – Geräten. Der sandige Kiefernforst ist allerdings für potentielle Pilzsucher größtenteils unzugänglich. Das Unkraut des Waldes, die Spätblühende Traubenkirsche sowie Himbeer- und Brombeergestrüpp machen ein Pilzesuchen allenfalls an den Wegrändern möglich. Angesichts dessen und wegen der hier herrschenden Trockenheit hielt sich mein Artenspektrum sehr in Grenzen.

An derart dünnen Stängeln, fast wie eine Blüte, findet man die Schmetterlings – Tramete (Trametes versicolor) auch nicht allzuoft.

Der Echte Zunderschwamm (Fomes fomentarius) an Totholz von Birke.

Allenfalls die Waldwegränder und der Mittelstreifen könnten zu besseren Zeiten etwas für Pilzsucher zu bieten haben.

Ein schöner Rehbrauner Dachpilz (Pluteus atricapillus) sollte der einzige Frischpilz der heutigen Inventur der Quetziner Tannen sein.

Im Hintergrund der Plauer See, ein beliebtes Ferien – Domiziel an der mecklenburgischen Seenplatte.

Der kleine Friedhof des Ortes Quetzin mit seinen Alteichen. Bis auf einen überständigen Schwefelporling, war auch hier nichts zu finden. Einfach zu trocken.

Ein beschauliches Örtchen. Ziegen auf der Weide und im Hintergrund ein Fachwerkkomplex des Landhotels Rosenhof.

Wieder im Wald angelangt heißt es, Alt- und Totholz abzusuchen. Hier sehen wir die Oberseite eines vorjährigen Fruchtkörpers der Rötenden Tramete (Daedaleopsis confragosa).

Ein Porling, dessen Fruchtschicht aber lamelloide Strukturen aufweist.

Eine gealterte Lohblüte (Fuligo septica).

Ein weiterer Myxomycet, nähmlich der Büschelschleimpilz (Stemonites axifera).

An einem toten Laubholz – Ast sehen wir hier in resupinater Wuchsform den Feinborstigen Rindenpilz (Hyphoderma setigerum).

Ein Pavillion zum Verweilen innerhalb des Naturlehrpfades.

Die Lehmwand auf einer Feldsteinmauer.

Inmitten des lichten Kiefernbestandes.

Wie schon erwähnt. Möchte man hier auf Pilzpirsch gehen, sollte das Buschmesser nicht vergessen werden.

Hier darf sich sportlich betätigt werden.

Info – Tafel zum Unkraut des Waldes. Die Späte Traubenkirsche wurde von Nordamerika nach Europa gebracht und hier aufgeforstet, in der Hoffnung, das wertvolle Holz, dass sie in ihrer kanadischen Heimat bildet, nutzen und vermarkten zu können. Dort wird sie zum ansehnlichen Baum. Bei uns ist das Klima zu mild, so dass die Pflanze sehr schnell wächst und verbuscht, ohne das wertvolle Holz zu bilden, welches sie im nördlichen Kontinentalklima hervorbringt. So verpestet sie nun zunehmend unsere Kiefernwälder.

Die Sonne steht schon recht tief, so dass es an der Zeit ist die Heimfahrt anzutreten. Wir verabschieden uns von den Quetziner Tannen bei Plau am See.


Hier die Handvoll Großpilzarten, die ich hier heute notiert habe. MTB 2539/2 Quetziner Tannen: Zugespitzter Kugelpilz, Orangefarbiges Brennnesselbecherchen, Schmetterlings – Tramete, Flächiges Eckenscheibchen, Echter Zunderschwamm, Birken – Zungenporling, Rehbrauner Dachpilz, Eichen – Rindensprenger, Schwefelporling, Rötende Tramete, Gelbe Lohblüte, Büschelschleimpilz und  Feinborstiger Rindenpilz.


Wer Lust hat mit dem Fachmann auf Pilzpirsch zu gehen, ist herzlich eingeladen. Einfach anrufen oder eine E – Mail zusenden.

Tel.: 03841/228917 – Handy: 0173/6977219

E – Mail: steinpilz.wismar@t-online.de

Wann wird Mittwochs wieder exkursiert? – Siehe unter Termine!

13. Juni 2020 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr der Gemeinen Stinkmorchel

Ziel war das Hohe Holz

Nach dem ein erstes Gewitter am morgen gerade abgezogen war, nutzten wir das knappe Zeitfenster von 08.00 -12.00 Uhr, dass von der Unwetterzentrale nicht von Gewitter – Vorwarnungen belegt war.

Da es die erste Wanderung nach so langer Corona – Auszeit in diesem Jahr war, die wir nach den Lockerungen der Kontaktsperre durchführen konnten, wollte ich die wenigen Interessenten nicht enttäuschen, die sich am morgen trotz der brenzligen Wetterlage eingefunden haben. Wir nutzten also das knapp vorgegebene Zeitfenster um möglichst unwetterfrei durch das Hohe Holz zu kommen. Das war allerdings Präzisionsarbeit, denn bereits gegen 11.00 Uhr grummelte es schon wieder. Punkt 12.00 Uhr waren wir durch und das Gewitter zur Stelle. Trotz etwas mehr Regen, dass dieses Waldgebiet im Vergleich zu anderen Regionen in den letzten Wochen abbekommen hatte, war das Frischpilzaufkommen nicht der Rede wert. Immerhin fanden wir den für mich ersten Täubling des Jahres, ein Papagei – Täubling!

Da ich mit meinen Zweirad angereist war, sputete ich mich so schnell wie möglich in Richtung Norden, also nach Wismar zu kommen, weil sich die Gewitterzone offensichtlich aus süd/südwest bereit machte. Aber es war aussichtslos, da sich auf breiter Front neue Zellen bildeten und in Wismar zu diesem Zeitpunkt schon richtig die Post abging. Ich erwog kurz, dass schlimmste in einem Buswartehäuschen abzuwarten, überlegte mir aber, dass angesichts der nahezu stationären Konvergens ein schneller Durchzug der Gewitter nicht zu erwarten sei und fuhr durch die heftigen Regengüsse mit kleinkörnigem Hagel bis nach Wismar, wo das „Wasserbomben – Gewitter“ sich gerade anschickte, die halbe Stadt unter Wasser zu setzen. Selbst das recht hoch gelegene Rathaus auf dem Marktplatz bekam nasse Füße in Form vollgelaufener Kellerräume. Bei der Gelegenheit bekam ich das erste mal ein Gefühl von Aquaplaning, weil ich doch etwas zu zügig unterwes war. Und das waren nicht mehr als 70 – 80 kmh. Kein wunder, dass es bei derartigen Starkregen – Ereignissen immer wieder zu Unfällen, insbesondere auch auf Autobahnen kommt. Das war natürlich auch heute der Fall.

Das Hohe Holz ist uns nicht unbekannt. Vor fast 10 Jahren, am 12. September 2010, waren wir schon einmal von Wismar aus in diesem Revier. Es war damals eine der erfolgreichsten Pilzexkursionen überhaupt. Eine große Artenvielfalt und auch Speisepilze noch und noch. Die Körbe waren einfach zu klein, um die Schätze überhaupt alle mitzubekommen. Aber das machte garnichts. Jeder nahm soviel mit nach hause, wie er verwerten konnte. Und die Wanderung hatte einen hohen Lerneffekt. Siehe auch unter „Viele Pilze im Hohen Holz“. 

Gleich zu Beginn, direkt bei unseren abgestellten Fahrzeugen, eine Gruppe älterer Maipilze (Calocybe gambosa). Ein letzter Gruß des zu Ende gehenden Pilzfrühlings.

Diesen nicht näher bestimmten Weichritterling (Melanoleuca spec.) hatte Pilzfreund Robert zum zeigen mitgebracht. Er soll auf einer Art Komposthaufen gewachsen sein. Weichritterlinge haben eine saprophytische Lebensweise, ernähren sich als von Pflanzenresten. Unter ihnen soll es keine Giftpilze geben und praktisch wären alle Vertreter dieser diffusen Gattung essbar, sofern man sie auch als zugehörig zu den Weichritterlingen erkennen kann.

Embryonale Stinkmorcheln (Phallus impudicus). Der Pilz der Jahres 2020!

Vereinzelt einige giftige Grünblättrige Schwefelköpfe (Hypholoma fasciculare).

Ein toter Birkenast mit orangefarbener Dekoration. Es handelt sich um Striegelige Schichtpilze (Stereum hirsutum).

Die bereits vor gut zwei Jahren entdeckten Eichen – Feuerschwämme (Phellinus robustus) befinden sich immernoch in luftiger Höhe an einer älteren Roteiche.

Die nun feuchtwarme Witterung gefällt den Schleimpilzen gut. Hier ist es eine Gelbe Lohblüte (Fuligo septica), auch Drachendreck genannt.

Und hier sind es Blutmilchpilze (Lycogala epidendron).

Ausschließlich an alten, toten Eichenstämmen und Stubben finden wir den Rotbraunen Borstenscheibling (Hymenochaete rubiginosa).

So wie schon vor wenigen Wochen, während meiner Mittwochsexkursion, war ein llter Holzstapel mit allerlei Pilzfruchtkörpern besetzt. So auch diese jungen Rehbraunen Dachpilze (Pluteus atricapillus). Essbar.

Aus wettertechnischen Gründen, gibt es heute kein Gruppenfoto.

Wann steht die nächste Wanderung auf dem Plan? – Siehe unter Termine!

10. Juni 2020 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Auch exklusiv für Interessierte

Es ging in das MTB: 2539 – Plau am See

Die Lalchower Tannen.

Heute und an den kommenden 3 Mittwochentagen ist die Topografische Karte im Maßstab 1:25 000 – Plau am See –  abzuarbeiten. Heute ging es in den ersten Quadranten. Ziel waren die Lalchower Tannen. Es ist ein kompaktes, relativ kleines, aber dennoch das größte Waldgebiet im Quadranten. Es liegt südlich der Elde – Müritz – Wasserstraße und ist weitgehend mit Nadelholz (Kiefern- und Fichtenforste) bestanden. Das wird auf Dauer etwas eintönig und war nicht zuletzt auch durch die relative Trockenheit  auch sehr artenarm. Das Waldgebiet wird von der B 191 tangiert.

Aber ganz ohne Laubbäume geht es wohl nirgens und gleich am Eingang des Waldes begrüßte mich diese urwüchsige und märchenhaft verwachsene und gewundene Eiche.

Und natürlich gab es auch einige Birken. Hier sehen wir vorjährige Fruchtkörper der Rötenden Tramete (Daedaleopsis confragosa) an einem toten, liegenden Birkenstamm.

Einige Altkiefern tragen noch Zeugnisse aus vergangenen Tagen. Zu DDR – Zeiten wurden viele Kiefern „gemolken“, um Harz zu gewinnen. Unterhalb der Einkärbungen wurden Blumenrtöpfe befestigt.

Kiefern – Stangenwald mit einigen Fichten und etwas Unterbewuchs auf sandigem Untergrund.

An der Schnittfläche eines Kiefernstammes finden sich schwarze, eingetrocknete Krusten. Es handelt sich um einen Gallertpilz, nähmlich dem Teerfleckenpilz (Exidia pythia).

Resupinat, an der Unterseite eines liegenden Kiefernstammes, fand ich diese interessanten Gebilde. Um welche Art es sich handelt, konnte ich zunächst nicht klären.

Einige Hüte eines Büschels Grünblättriger Schwefelköpfe (Hypholoma fasciculare) sahen nicht mehr grüngelblich, sondern schwarz aus. Es ist Sporenbelag. Schwefelköpfe sind also Dunkelsporer.

Vorjährige Fruchtkörper des Birken – Zungenporlings (Piptoporus betulinus). Manche Menschen nutzen sie als Mittel gegen Magenbeschwerden. Dazu sollte man allerdings nur frische, noch lebende Konsolen verwenden, die ab Spätsommer wieder zu finden sind.

Anstatt kaum vorhandener Pilze sammelte ich frisch gefallene Kiefernzapfen ein. Der Winter ist zwar noch ein bischen hin, aber zum Adventsbasteln sind sie unentbehrlich.


Die Artenliste von MTB 2539/1 – Lalchower Tannen: Eichen – Zystidenrindenpilz, Rötende Tramete, Gemeiner Violettporling, Angebrannter Rauchporling, Zugespitzter Kugelpilz, Orangefarbenes Brennnesselbecherchen, Schmetterlings – Tramete, Striegeliger Schichtpilz, Grünblättriger Schwefelkopf, Gemeine Stinkmorchel, Herber Zwergknäuling, Birken – Zungenporling und Teerfleckenpilz.


Wer also Lust zu einer Kartierungsexkursion hat, sollte sich entweder per E – Mail oder telefonisch melden.

Tel:: 03841/228917 oder Handy: 0173/6977219

E- Mail: steinpilz.wismar@t-online.de

Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

06. Juni 2020 – Imbisstag im Steinpilz – Wismar

Imbisstag zur Stuhlparade

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Am Sonnabend, dem 06. Juni 2020, von 11.00 Uhr und solange der Vorrat reicht (maximal bis 17.00 Uhr) in der ABC Straße 21, vor dem mykologischen Informationszentrum Steinpilz – Wismar.


Vor wenigen Tagen (20. Mai 2020) ist eine Allgemeinverfügung zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen durch den Landkreis Nordwestmecklenburg in Bezug auf die Durchführung von öffentlichen Veranstaltungen in Kraft getreten. Diese müssen spätestens 1 Woche vor Termin beim Ordnungsamt oder der Gesundsheitsbehörde angemeldet werden. Hierin heißt es unter Punkt d) – Das Angebot von Speisen und Getränken ist untersagt. Folglich dürfen wir unseren Imbisstag leider nicht durchführen! Siehe unter:

200522_allgemeinverfuegung_lk_nwm_veranstaltungen_neufassung


Die wohl einzigartige Stuhlparade, organisiert von dem Kunstverein KaSo e.V. Wismar, findet an diesem Juni – Sonnabend bereits das 10. mal in Folge statt. Ein Jubiläum, dass der Steinpilz – Wismar immerhin in einigen Jahren auch mit seinem beliebten Pilz – Imbiss bereicherte. Der Verein arbeitet alte Stühle, die man dort abgeben kann, wieder zu richtigen Schaustücken auf, welche dann die Straßenränder der ABC Straße in reih und glied schmücken. Hier darf sich  jeder der möchte, einen oder auch mehrere Stühle aussuchen und gegen eine Spende mit nach hause nehmen. Eine originelle Idee und auf jedenfall ein Hingucker der ganz besonderen Art.

Stuhlparade im letzten Jahr bei schönstem Sommerwetter.

Der KaSo – Verein bietet sicher auch wieder einiges für das leibliche Wohl an, vornehmlich selbstgebackenen Kuchen + Kaffee. Wer es herzhafter mag, der kann sich bei uns mindestens mit einer leckeren Waldpilz – Suppe stärken. So war es jedenfalls im letzten Jahr, als ich den Imbiss im Ein – Mann Betrieb servieren mußte. Sollten sich mehrere Pilzfreunde bereit finden zu helfen, kann es auch Pilzpfanne und frische Waffeln geben.

Die Waldpilzsuppe des letzten Jahres war einfach köstlich und so mancher holte sich Nachschlag. Ich war ein wenig stolz auf mich, da ich sie ganz alleine, ohne unsere weiblichen Star – Köchinen, so gut hinbekam.

Hoffen wir wieder auf schönes Wetter und regen Zuspruch. Den Mitgliedern des KaSo – Vereins sei es herzlichst gewünscht.

Selbstverständlich steht auch die Tür des Info – Zentrums offen und im inneren kann man sich in unserer Dauerausstellung über das aktuelle Pilzaufkommen in Wald und Flur für 2 € Eintritt informieren. Selbstverständlich kann auch die Pilzberatung in Anspruch genommen werden.

Die Pilzfreunde der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V. freuen sich auf ihren Besuch.

Siehe auch unter: http://www.kaso-wismar.de

03. Juni 2020 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Auch für interessierte Naturfreunde

Es ging letztmalig in das MTB Langen Brütz

Das Warnowtal bei Gädebehn gehört zum Naturpark Sternberger Seenland.

Im vierten und damit letzten Quadranten des Meßtischblattes Langen Brütz sind weitläufige Waldgebiete vorhanden. Sie ziehen sich von Vorbeck über Basthorst bis südlich Weberin von west nach ost und im südlichen Bereich schließen sich große Waldflächen im Raum Gädebehn an. Früher zählten die Reviere zur Stattsforst Turloff. Heute gehören sie zum Forstamt Gädebehn. Es überwiegen Sanderflächen, die vielfach mit Nadelbäumen bewachsen sind. In jüngster Zeit ist man aber auch hier dazu übergegangen, Kiefern – Monokulturen mit Laubhölzer zu untermischen und damit weniger Anfällig gegenüber Umweltveränderungen und dem Klimawandel zu machen. Zu den besonders interesanten Bereichen gehört hier beispielsweise auch das Warnowtal bei Gedebähn. Es war dann auch Ziel meiner heutigen Mittwochsexkursion. Aufgrund der trockenen Verhältnisse waren Frischpilze wie erwartet Magelware. So konnte ich heute leider nur eine Handvoll Arten notieren und neues dürfte kaum dabei gewesen sein.

Die Warnow bei Gädebehn.

Mit Rotbuchen bestandene Hangterrasse.

Es war ein warmer Frühsommertag und von Süden nährte sich eine Gewitterzone, die Mecklenburg aber nicht mehr erreichen konnte und sich am Abend auflöste.

Überall im Warnowgebiet sind die Biber zugange. Auch diese Eiche wurde nicht verschont, ist dann aber wohl doch eine Nummer zu groß für diese Flußbaumeister.

Endlich auch ein Frischpilz. Der „Pilz des Jahres“ gab sich die Ehre. Gemeine Stinkmorchel (Phallus impudicus). Somit der wichtigste Großpilz des Jahres 2020 überhaupt!

Gut bewacht von einem Ameisenvolk schoben sich hier einige Grünblättrige Schwefelköpfe (Hypholoma fasciculare) aus einem toten Buchenstamm.

Ein alter Bunker ist in die Böschung eingelassen. Zusammen mit den alten Buchen bot er doch ein tolles Motiv für ein Foto.


Hier die Artenliste von MTB 2335/4 – Warnowtal bei Gädebehn: Orangefarbiges Brennnesselbecherchen, Echter Zunderschwamm, Striegeliger Schichtpilz, Schmetterlings – Tramete, Striegelige Tramete, Schwefelporling, Bovistähnlicher Schleimpilz, Judasohr, Brandkrustenpilz, Gemeiner Spaltblättling, Zugespitzter Kugelpilz, Rotrandiger Baumschwamm, Rotbuchen – Rindenkugelpilz, Angebrannter Rauchporling, Gemeine Stinkmorchel und Grünblättriger Schwefelkopf.


Wer also Lust zu einer exklusiven Wanderung zum Thema Großpilze bekommen hat, ist herzlich eingeladen. Einfach anrufen oder eine E – Mail zusenden.

Tel.: 03841/228917 – Handy: 0173/6977219 oder

E – Mail: steinpilz.wismar@t-online.de

Wann startet die nächste Mittwochesexkursion? – Siehe unter Termine!

30. Mai 2020 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr der Gemeinen Stinkmorchel

Sie sollte durch das Mustiner Holz führen


Ich habe mich entschlossen, auch diese Wanderung im Zuge der Corona – Vorsorge abzusagen. Eine Anfrage beim zuständigen Landespilzberater im Landesgesundheitsamt Mecklenburg – Vorpommerns, über die Vorgehensweise öffentlicher Lehrwanderungen, ergab nun, dass jede Veranstaltung mindestens eine Woche vorher bei der zuständigen Ordnungsbehörde oder dem Gesundheitsamt anzumelden ist. Die Verordnung trat rückwirkend zum 20.05.2020 in kraft. Am 25.05.2020 wurde ich darüber informiert. Eine Anmeldung würde demnach zu spät kommen. Die Verordnung ist zunächst bis zum 10.06.2020 befristet. Die nächste öffentliche Lehrwanderung am 10.06.2020 werde ich anmelden und hoffe, dass es dann endlich los gehen kann.


Zum 2. mal wollten wir heute dem Mustiner Holz im Rahmen einer geführten Lehrwanderung einen Besuch abstatten. Vor einigen Jahren waren wir schon einmal im Spätherbst in diesem Gebiet und konnten damals eine ganze Reihe jahreszeittypischer Pilzarten finden, erläutern und teils auch in die Sammelkörbe legen. Nun wären wir im Wonnemonat Mai hier gewesen und wollten schauen, was uns der Frühlings – Aspekt zu bieten hat. Natürlich ist die Artenvielfalt im Mai noch lange nicht so hoch wie im Spätherbst, aber dennoch kann bei günstigen Wachstumsbedingungen schon einiges geboten werden. Auch im obigen Bild gezeigte Sommersteinpilze sind um diese Zeit mitunter schon flott unterwegs. Aber es geht ja nicht in erster Linie um gefüllte Körbe, sondern darum, Wissen zu Vermitteln und auch neues kennen zu lernen. Immerhin ist das Pilzreich unverzichtbar im Gefüge der Natur und machte es im Zusammenspiel mit allen anderen Abläufen der Evolution erst möglich, dass wir Menschen uns im laufe der Jahrmillionen entwickeln konnten und das wir auch weiterhin Atmen und Leben dürfen. Pilze haben eine herausragende Bedeutung für uns. Im täglichen Leben läuft kaum etwas, ohne ihre heimlichen Aktivitäten. Dabei kommt dem anscheinend so wichtigem Aspekt „essbar oder giftig“ im Grunde die geringste Bedeutung zu. Dennoch sollte diese Geringfügigkeit auch heute für uns eine wichtige Rolle spielen.

Wann wollen wir wieder öffentlich in die Pilze wandern? – Siehe unter Termine!

27. Mai – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Auch für interessierte Naturfreunde

Es ging in das MTB: 2335 – Langen Brütz

Das Hohe Holz, östlich des Schweriner Sees bei Görslow.

Heute ging es in den dritten Quadranten vom Meßtischblatt Langen Brütz, also in 2335/3. Auch im heutigen Bereich fanden sich sehr schöne Exkursionsgebiete mit reichlich Wald und Seeuferbereichen. Das größte und kompakteste Waldgebiet ist das Hohe Holz. Hier war ich gleich zum Saisonbeginn des Jahres 2018 zu einer Mittwochsexkursion unterwegs. Es war ein Frühlingshaft milder Tag und stellenweise lagen sogar noch Schneereste vom damaligen Osterschnee. Auch in diesem Jahr ist nun wieder zur Frühlingszeit zufälligerweise dieses Gebiet an der Reihe. Allerdings doch schon zur fortgeschritteneren Jahreszeit, an der Schwelle zum Sommer. Die Artenzusammensetzung war trotzdem recht ähnlich, da aufgrund der relativen Trockenheit nur wenige Frischpilze auszumachen waren.

Die Echten Zunderschwämme (Fomes fomentarius) befanden sich genau wie vor zwei Jahren am Waldrand, eingangs meiner Exkursion, an alten Birken.

Auf den Waldwegen zeugten die Reste großer Pfützen vom Niederschlag des vergangenen Wochenendes. Da zog nähmlich ein heftiges Hagelgewitter über das Hohe Holz.

Ein Sklerotien – Stielporling (Polyporus tuberaster) an totem Buchenholz.

Den Roteichen links im Bild geht es nicht gut.

Der Schwefelporling (Laetiporus sulphureus) treibt an ihnen sein Unwesen und verursacht eine Braunfäule des Kernholzes.

An den abgefallenen Ästen tut sich das Flächige Eckenscheibchen (Diatrype stigma) gütlich.

Wunderschön erfreut uns dieser filigrane Tintling (Coprinus spec.) aus der Gruppe der Scheibchen – Tintlinge. Das zerbrechliche Teil habe ich allerdings im Wald gelassen, es hätte mikroskopiert werden müssen.

Und hier noch schnell ein Blick auf die Unterseite.

Auffallend war, dass besonders die frischen Blätter der Roteichen dem Hagel nicht gewachsen waren und zahlreich den Waldboden übersäten und natürlich auch in den Pfützen zu finden waren.

An einem schon lange am Wegesrand liegenden Holzstapel machten sich gleich mehrere Arten zu schaffen. So auch diese giftigen Grünblättrigen Schwefelköpfe (Hypholoma fasciculare).

Dieser überständige Rehbraune Dachpilz (Pluteus atricapillus) hatte sich ganz oben postiert.

Um das eingeschlagene Holz besser abtransportieren zu können, wurde eine frische Schotterpiste angelegt. Das hat auch etwas gutes für uns, denn der Kalkeintrag erhöht die Artenvielfalt an den Wegen.

Und geholzt wurde reichlich. Wahrscheinlich trockengeschädigte und Borkenkäfer anfällige Fichten. Im unteren Stockwerk wachsen Laubbäume nach.

Am Rande des Waldweges einige, wenige Maipilze (Calocybe gambosa), von denen dieses Exemplar das Schönste war.

Diese Nagelschwämme mußten dann doch mit zur Mikroskopie. Sie waren mir nicht bitter genug, so dass ich Klarheit haben wollte. Trotz recht geringer Bitterkeit, handelt es sich doch um den Bitteren Zapfenrübling (Strobilurus tenacellus). Essbarer Würzpilz und ganz groß als Fungizit herausgekommen.

Und nochmals ein junger Schwefelporling (Laetiporus sulphureus) und wieder war es Eiche. Fruchtkörper von Eichen sollen etwas herb schmecken und es wird empfohlen, sie vor der Zubereitung zu wässern.

Diesen ungenießbaren Porling finden wir nahezu ausschließlich an totem Fichtenholz, insbesondere an ihren Schnittflächen. Reihige Tramete (Antrodia serialis).


Hier die Artenliste von MTB 2335/3 – Hohes Holz: Echter Zunderschwamm, Schmetterlings – Tramete, Striegelige Tramete, Sklerotien – Stielporling, Rotbuchen – Rindenkugelpilz, Orangefarbiges Brennnesselbecherchen, Zugespitzter Kugelpilz, Gemeiner Spaltblättling, Eichen – Rindensprenger, Schwefelporling, Flächiges Eckenscheibchen, Striegeliger Schichtpilz, Angebrannter Rauchporling, Rötliche Kohlenbeere, Buckel – Tramete, Eichen – Zystidenrindenpilz, Gemeiner Violettporling, Grünblättriger Schwefelkopf, Rehbrauner Dachpilz, Flacher Lackporling, Warziger Drüsling, Mai – Schönkopf, Bitterer Nagelschwamm, Reihige Tramete und Mai – Stielporling.


Wer Lust hat unter fachlicher Führung allerlei Großpilze zu suchen, zu bestimmen und zu notieren, ist herzlich eingeladen. Einfach anrufen oder eine E – Mail zusenden.

Tel.: 03841/228917 – Handy: 0173/6977219

E – Mail: steinpilz.wismar@t-online.de

Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

20. Mai 2020 – Vereins- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Auch exklusiv für interessierte Pilzfreunde

Es ging in den 2. Quadranten des Meßtischblattes Langen Brütz

Wald- und Wiesenlandschaft bei Kritzow.

Der 2. Quadrant von Langen Brütz MTB: 2335/2, bietet reichlich Auswahl für eine naturkundliche Pilzexkursion. Er enthält viele interessante Biotope und Landschaftsbereiche. Am 22. November des Jahres 2017 war dieser Quadrant schon einmal im Rahmen einer Mittwochsexkursion an der Reihe. Damals durchaus nicht erfolglos. Jetzt befinden wir uns im Frühling und eine andere, wenn auch bescheidenere Artenauswahl dürfte uns erwarten. Wir finden im Gebiet größere Waldflächen, Moore, Seeuferbereiche, Flußniederungen und die sehr abwechslungsreiche und hügelige Landschaft der Kritzower Berge vor. Große Waldflächen zwischen Kritzow und Weberin gehörten in früheren Zeiten zum umfangreichen Staatsforstes Turloff. Ich entschied mich für die Kritzower Berge mit dem Glasermoor. Dazu begleitete mich ein Pilzfreund und Vereinsmitglied aus der mecklenburgischen Kleinstadt Bützow.

Das Exkursionsgebiet gehört zum Naturpark Sternberger Seenland.

Die erste Pilzart an einem Obstbaum auf einem Privat – Grundstück ist endeckt.

Es handelt sich um den Pfaumen – Feuerschwamm (Phellinus tuberculosus).

Wir sind am Glasermoor angelangt.

An dessem Rande zwei Maipilze (Calocybe gambosa).

Am trockenen und sonnigem Moorrand fühlen sich an totem Laubholz diese Spaltblättlinge (Schizophyllum comune) sehr wohl. Je trockener, um so besser für diese an Extremstandorte gut angepaßte Pilzart.

Wissenswertes zum Wohnungsbau des Bibers ist auf dieser Info – Tafel der Naturparkverwaltung zu erfahren.

Alte und mächtige Baumriesen umranden das Glasermoor und können mit ihren Kronen weit ausladen.

Die Böden sind mager und sandig, so dass sich an lichteren Stellen der Besenginster sehr wohl fühlt.

Die verschiedenen Wanderrouten sind gut ausgeschildert.

Hier loderte vor kurzem ein Waldbrand.

Einige Bäume wurden so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass sie gefällt werden mußten.

Auch diese uralte Eiche hat es schwer erwischt. In hunderten von Jahren hat sie sicherlich einiges erlebt. Hoffen wir, dass sie auch dieses übersteht!

Blick in die wellige Landschaft.

Immer wieder urwüchsige und beeindruckende Baumgestalten.

Wissenswertes zum Beginn des Straßenbaus in Mecklenburg ist auf dieser Informationstafel erläutert.


Die Artenliste von MTB: 2335/2 – Glasermoor und Kritzower Berge: Pflaumen – Feuerschwamm, Adlerfarn – Fleckenpilz, Mai – Schönkof, Echter Zunderschwamm, Gemeiner Spaltblättling, Striegelige Tramete, Orangefarbenes Brennnesselbecherchen, Zugespitzter Kugelpilz, Striegeliger Schichtpilz, Runzeliger Schichtpilz, Eichen – Rindensprenger, Gemeiner Violettporling, Brandkrustenpilz, Herber Zwergknäuling und Eichen – Spaltlippe.


Wer also Lust hat zu einer mykologischen Bestandsaufnahme durch die schöne, mecklenburgische Natur zu streifen, ist herzlich eingeladen. Einfach anrufen oder eine E – Mail zusenden.

Tel.: 03841/228917 – Handy: 0173/6977219

E – Mail: steinpilz.wismar@t-online.de

19. Mai 2020 – Treffen der Pilzfreunde

Treffen der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Thema: Heilige Pilze der Schamanen

Blaustieliger Kahlkopf (Psilocybe cyanescens)

Am Dienstag, dem 19. Mai 2020, um 18.00 Uhr in der ABC Straße 21.


Liebe Pilzfreunde und Vereinsmitglieder. Ab dem 18. Mai sollen in M-V die Kontaktbeschränkungen etwas gelockert werden. Es dürfen sich dann Mitglieder aus zwei Familien treffen. Nun, das wird etwas schwierig für uns, so dass auch dieser Termin leider entfallen muss!


Zu einem weiteren Treffen im mykologischen Informationszentrum ludt die Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. ihre Pilzfreunde an diesem Dienstag im Mai ein. In gemütlicher Runde wollten wir uns wieder einem speziellen Thema zuwenden, heute den heiligen Pilzen oder Zauberpilzen. Natürlich werden wir mit ihnen nicht aktiv „Zaubern“, weil der Staat uns dieses untersagt. Sogar der Besitz oben gezeigter Kahlköpfe, die ich vor einigen Jahren in größeren Mengen gefunden habe und auch in unsere Ausstellung integrierte, war ein illegaler Akt. Ich finde der Staat nimmt sich ganz schön viel heraus, dass er den Besitz deratiger, psychaktiver, in heimischer Natur gefundener Pilze, gleich unter Strafe im Zuge des Betäubungsmittelgesetzes stellen möchte. Sicher sind sie nicht ganz ungefährlich, insbesondere für psychisch labile Menschen, aber sie machen nicht abhängig und hinterlassen in der Regel keine gesundheitlichen Folgeschäden. Am gefährlicherem Nikotin und Alkohol wird kräftig verdient!

Leider ist der Standort, an dem ich die Pilze fotografierte, seit Jahren versiegt. Die Art ist in Deutschland selten und tritt nur sporadisch in Erscheinung. Zauberpilze werden aber seit Jahrtausenden von den Menschen zu kulturellen Handlungen genutzt. So wollen wir uns heute einen Filmbeitrag über „Heilige Pilze“ in Südamerika anschauen. Die Zauberpilze dürfen dort nur zu festgelegten Tageszeiten und im Gebet von gottesgläubigen Menschen gesammelt werden. Das sind beispielsweise Schamanen, die in ihren Sitzungen die Pilze verabreichen. Zu ihnen kommen Menschen mit ganz unterschiedlichen Erkrankungen und hoffen auf Heilung oder Linderung nach Verabreichung der „Heiligen Pilze“, im Zusammenspiel mit Gebeten und Gesängen zu Gott b. z. w. Jesus Christus. Hier spielt, wie so oft, der Glaube eine große Rolle.

Wann treffen sich die Pilzfreunde wieder? – Siehe unter Termine!

16. Mai 2020 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr der Gemeinen Stinkmorchel

Ziel war der Haushalt Forst bei Zickhusen

Der Haushalt Forst am 17. Mai 2020.


Aufgrund der weiterhin geltenden Kontakt – Beschränkungen mußte auch diese Pilzwanderung leider ausfallen!


Inzwischen läuft der Frühling auf Hochtouren und wir wollten wieder zu einer geführten Lehrwanderung die Wälder durchstreifen. Heute sollte der Haushalt Forst zwischen Zickhusen, Drispeth und Alt Meteln an der Reihe sein. Ein Filetstück unserer Pilzreviere. Zumindest in einigen Jahren im Hochsommer und natürlich im Herbst. So tolle Raritäten wie Schwarzhütige Steinpilze, Violette Korallen und leuchtend rote Saftlinge, die wir hier schon gefunden haben, sind natürlich noch nicht auf der Bildfläche erschienen. Aber nichtsdestotrotz kann man sich auch zu dieser Jahreszeit mal umschauen. Erste Täublinge, Graue Wulstlinge und Perlpilze, aber auch ein verfrühter Sommersteinpilz oder Flockenstieliger Hexen – Röhrling sind neben anderen Frühaufstehern durchaus schon möglich.

Da die Veranstaltung also ausfiel, fuhren Irena und meine Wenigkeit am folgenden Tag zu einer kleinen Stipvisite hier her, um zu schauen, was uns möglicherweise entgangen wäre. Und das war zum Glück nicht viel, da es in diesem Frühling lange Zeit sehr trocken war und auch viel zu kalt.

Wir drehten eine Runde um die im Gebiet vorhandenen Sümpfe und Moore.

Auf geht`s!

Am Hollerbusch gleich zwei auf einen Streich. Links das Judasohr (Hirneola auricula – judae) und rechts der Holunder – Rindenschichtpilz (Lyomyces sambuci).

Ein ungewöhnlich schönes Prachtstück des Striegeligen Schichtpilzes (Stereum hirsutum).

Massenhaft an totem Buchenholz, die Rötliche Kohlenbeere (Hypoxylon fragiforme.

Der noch stehende, aber tote Buchenstamm wird u. a. vom Echten Zunderschwamm (Fomes fomentarius) abgebaut.

Auch die Striegelige Tramete (Trametes hirsuta) ist besonders auf abgestorbenem Buchenholz anzutreffen, vor allem an trockenen, sonnigen Plätzen.

Ausgesprochen häufig an toten Laubholzästen findet sich das Flächige Eckenscheibchen (Diatrype stigma).

Die Verbindungsgräben zwischen den Sümpfen und Moorseen sind noch leidlich mit Wasser gefüllt. In Dürrezeiten fallen sie trocken.

An einem liegenden, morschen Buchenstamm ein hinreichend verwelkter Rehbrauner Dachpilz (Pluteus cervinus).

Wann startet die nächste Pilzwanderung? – Siehe unter Termine!

14. Mai 2020 – Donnerstags- und Kartierungsexkursion

Donnerstagssexkursion

Das Meßtischblatt Langen Brütz war an der Reihe

Exklusiv auch für interessierte Pilzfreunde

Ziel war das Warnow – Durchbruchstal bei Karnin.

Heute stattete ich dem ersten Quadranten des Meßtischblattes Langen Brütz = 2335/1 im Rahmen meiner Mittwochsexkursionen einen Besuch ab. Außnahmsweise mal an einem Donnerstag, weil mir das regnerische Wetter tags zuvor zu ungemütlich erschien. Im Quadranten sind mehrere kleine Wäldchen oder Waldbereiche und auch sonst recht interessante Flurstücke enthalten. Vor wenigen Jahren hatte ich diese Topographische Karte schon einmal zu meinen Mittwochsexkursionen im Programm. Damals spät im November und früh im April. Da ich mir inzwischen weitere Karten zugelegt habe, wurden die Mittwochsexkursionen nochmals neu ausgelost und dadurch auch anders geordnet. Für die nächsten 7 Jahre steht der Ablaufplan fest. Das interessanteste Gebiet dürfte in diesem Quadranten das NSG Warnowtal bei Karnin sein. Das Gebiet ist eine Fundgrube hinsichtlich vieler Großpilze und wurde selbst schon während mykologischer Fachtagungen begangen und kartiert. Es wird also schwierig wirklich neues zu entdecken. Es sei denn, man spezialisiert sich auf kleine Asco – Myceten, Phytoparasiten oder andere, teils schwierig zu bearbeitende Pilzgruppen, die ohne Mikroskopie kaum auskommen. So weit soll es auf unseren Mittwochsexkursionen in der Regel nicht gehen. Ich habe aber nichts dagegen, wenn sich entsprechende Experten für das Angebot der Mittwochsexkursionen begeistern könnten.

So war der heutige sonnige, aber dank der Eisheiligen unterkühlte Donnerstag, ein Glücksgriff. Die Sonne sorgte im teils tief in die Landschaft eingeschnittenen Warnowtal für angenehme Temperaturen und es grünte und blühte allerorten. Die vielseitige Struktur dieses Naturschutzgebietes im Zusammenhang mit der frisch ergrünten und erblühten Natur machte die heutige Exkursion zu einem ganz besonders schönen und eindrucksvollen Erlebnis. Eine Perle landschaftlicher Schönheit in Mecklenburg und ein Geheimtip, wer Ruhe und Erholung sucht.

Unweit der Ortschaft Kleeberg führt dieser Feldweg hinunter nach Karnin.

Eine Infotafel enthält wissenswerte Erläuterungen und Fakten zum Naturschutzgebiet Warnowtal bei Karnin.

Es geht einen imposanten Hohlweg hinunter.

An totem und liegendem Buchenholz findet sich der Rotbuchen – Rindenkugelpilz (Biscogniauxia nummularia).

Immer weiter geht es in den Grund und die Hänge links und rechts des Hohlweges werden immer höher und steiler.

Eine Buchenruine ist von zahlreichen Zunderschwämmen besetzt.

Der Echte Zunderschwamm (Fomes fomentarius) und das von ihm befallene Buchenholz hatte sogar einmal wirtschaftliche Bedeutung. Aus dem Holz wurden Bleistifte hergestellt, aus dem Zunder beispielsweise Mützen und Hüte. Er soll zur Wundheilung eingesetzt worden sein und er diente zum Feuerentfachen.

Am Ende des Hohlweges erreicht der Wanderer bald die kleine und stille Ortschaft Karnin.

Die Hanglagen sind zunehmend mit Buchen bestanden.

Sicher werden zu gegebener Zeit auch interessante Pilzarten an den Steilhängen auftauchen. Allerdings sind hier bergsteigeriche Fähigkeiten angebracht.

Am Ortseingang Karnin folgte ich linker Hand einem Naturlehrpfad und alsbald wandelte sich das Landschaftsbild. Nach kurzer auwaldartiger Umgebung Übergang zur Besenginsterheide mit Kiefern und Eichen.

Besenginster (Cystisus scoparius). Die Pflanze blüht zwar prächtig, ist aber giftig!

Die Blüten warten auf ihre Bestäuber und erfreuen unser Auge.

Dazwischen immer wieder ausgedehte Bestände vom Maiglöckchen.

Maiglöckchen (Covallaria majalis). Schön, aber ebenfalls giftig!

Weiter führt mich der Weg durch die lichte, helle Landschaft in fast völliger Abgeschiedenheit.

Offenes, extensives Grasland umrandet von Wäldern, Sümpfen und Mooren unweit der Warnow.

Zur Abwechsulng mal ein Frischpilzchen. Bitterer Zapfenrübling (Strobilurus tenacellus). Kaum zu Glauben, das er in der Agrarindustrie zeitweise eine große Rolle spielte, da aus ihm ein Inhaltsstoffe zur Bekämpfung von Getreidepilzen gewonnen wurde, sogenannte Strobilurin – Fungizide.

Das Eschensterben läßt grüßen.

Extensivgrünland mit Weißdorngebüsch. Gerade im Mai eine gute Adresse für Kochtopf – Mykologen, da unter ihnen gleich drei gute Speisepilze gefunden werden können.

Gezielte Nachsuche führte auch schnell zum Erfolg. Schild – Rötling (Entoloma clyppeatum), die häufigste der drei Arten unter Weißdorn und Schlehenhecken sowie unter Obstbäumen in Gärten. Guter Spesepilz, aber gut durchgaren, da roh giftig!

Die artenreiche Gattung der Rötlinge enthält nur wenige Speisepilze. Die Bezeichnung Rötling rührt von demrsosarötlichen bis fleischfarbenen Sporenpulver her, das hier auf den Hüten und Stielen zu erahnen ist. Weitere Arten, die an beschriebenen Standorten auftauchen können und essbar sind, ist der Blasse Pflaumen – Rötling und gelegentlich auch der Maipilz.

Immer wieder sind hier eindrucksvolle Spuren des Bibers zu finden. Er spielt zur Erhaltung der Moore im Naturschutzgebiet Warnowdurchbruchstal Karnin eine gewichtige Rolle und man hofft, dass es auch in Zukunft so bleibt.

Ein herrliches Gebiet nicht nur für oben genannte Frühlingspilze.