Tagebuch

Ein Rückblick auf Ereignisse und Veranstaltungen.

15. Juni 2024 – Öffentliche Pilzwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Schopf – Tintlings

Achtung! Dieser Termin muss wegen Durchzug von Regenfällen und möglichen Gewittern leider abgesagt werden!

Am Großen Steedersee bei Warin/Waldheim

FKK – Badestelle am Großen Steeder See.

Treff am Sonnabend, dem 15. Juni 2024, um 08.00 Uhr, auf den unterteilten Parkplätzen am ZOB in Wismar, Stockholmer Straße. Zweittreffpunkt kann gegen 08.45 Uhr an der Badestelle am Großen Steedersee sein.

Die Wanderung kann bis in den frühen Nachmittag andauern.


Kostenpunkt: 10.00 € p. P., Vereinsmitglieder 5.00 € und Kinder zwischen 6 und 14 Jahren 2,50 €.


Echte Pfifferlinge (Cantharellus cibarius) am 24. Juni 2017 am Steedersee.

Letztmalig waren wir im Jahre 2017 hier zu einer öffentlichen Lehrwanderung unterwegs. Auch damals zur selben Jahreszeit, im Juni. Auf sandigem Untergrund finden sich hier Laub- und Nadelforste, teils aber auch Wiesenflächen und Feuchtreviere. Damals konnten wir hier für eine Lehrwanderung und in Anbetracht der noch frühen Jahreszeit mit dem Ergebnis recht zufrieden sein. Die Körbe der Sammlerinnen und Sammler wurden zwar nicht richtig gefüllt, aber dass muss im Frühsommeraspekt auch nicht unbedingt erwartet werden. Über welche Frühsommerpilze könnten wir uns bei entsprechenden Witterungsbedingungen denn möglicherweise freuen? Da wären Scheidenstreiflinge, Perlpilze, Graue Wulstlinge, einige Täublinge und erste Pfifferlinge zu nennen. Auch Röhrlinge wie Körnchen – Röhrlinge, Hexen – Röhrlinge, Rotkappen oder Sommersteinpilze. Schuppige- oder Schwefelporlinge könnten dabei sein, die dann durchaus auch ergiebig ausfallen könnten. Ansonsten sicher auch einiges mehr, welches eine Lehrwanderung abrunden würde.


Zu beachten wäre das Wetter. Bei Dauerregen oder sogar Unwetterwarnungen kann die Wanderung kurzfristig abgesagt werden. Daher bitte nochmal zeitnah in diese Termin – Ankündigung schauen. Siehe auch unter: Unwetterzentrale


12. Juni 2024 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion im Messtischblatt Camin

Auch für interessierte Natur- und Pilzfreunde*innen

Es geht in das MTB: 2531/3 = Schildfeld

Perlpilz (Amanita rubescens).


Treff und Uhrzeit können individuell abgestimmt werden. Einfach anrufen oder eine Nachricht zusenden. Tel.: 03841/228917 oder Handy: 0173/6977219 – E – Mail: steinpilz.wismar@t-online.de

Dauer der Exkursion zwischen 3 und 5 Stunden.


Kostenpunkt: 20.00 €; Vereinsmitglieder frei


Heute soll es in den dritten Quadranten des Messtischblattes Camin gehen. Auch hier steht uns reichlich Wald zur Verfügung. So rund um die Ortschaft Schildfeld und dem dortigen Forsthof. Hier ist Treffen gegen 16.00 Uhr. Nadel- und Laubwälder bzw. Forste, die durch die Schilde durchtrennt werden. An dessen Rändern auch hier Feuchtbereiche und sogar ein schmaler See. Ob wir nördlich des Schildelaufs oder eher südlich des Flusses unterwegs sein wollen, entscheiden wir zeitnah.


Zu beachten ist wie immer die Wetterentwicklung. Dauerregen oder sogar Unwetterwarnungen können kurzfristig zur Absage des Termins führen. Die Exkursion wird dann zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt. Sie auch unter: http://www.unwetterzentrale.de


05. Juni 2024 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion im Messtischblatt Camin

Auch für interessierte Natur – und Pilzfreunde*innen

Es geht in das MTB 2531/2 = Wälder um Camin

Flockenstieliger Hexen – Röhrling (Boletus luridiformis) einmal anders.


Treff und Uhrzeit können individuell ausgehandelt werden. Einfach anrufen oder eine Nachricht zusenden. Tel.: 03841/228917 oder Handy: 0173/6977219. E – Mail: steinpilz.wismar@t-online.de


Dauer der Exkursion zwischen 3 und 5 Stunden.


Kostenpunkt: 20.00 € p. P., Vereinsmitglieder frei.


Schon geht es in den 2. Quadranten der Topographischen Karte von Camin im Südwesten Mecklenburgs. Er ist der waldreichste des Messtischblattes. Etwa dreiviertel des Gebietes ist bewaldet, so dass wir uns entscheiden müssen, in welcher Ecke wir unterwegs sein möchten. So befindet sich südlich des Ortes Kogel ein Revier, welches fast den gesamten Ostteil des Quadranten überdeckt, östlich von Camin. Laub und Nadelforst und diese werden am Westrand vom Flüsschen Schaale tangiert. An dessen Ränder haben sich Feuchtgebiete etabliert, die teils unter Naturschutz stehen. Der Faule Bach durchfließt das Gebiet und nach Süden in Richtung Nordosten mäandert sich noch die Schilde durch die Landschaft. Ansonsten gibt es im Kartierungsgebiet auch noch den Karkbruch und den Kalkberg. Also mehr als reichlich Fläche, die für eine ganze Woche ausreichen würde. Wir entscheiden zeitnah, wo wir unterwegs sein möchten.


Zu beachten wäre das Wetter. Dauerregen wäre ein Grund die Exkursion auf einen späteren Termin zu verlegen. Gleichfalls wenn Unwetterwarnungen bestehen. Siehe auch unter: Unwetterzentrale


01. Juni 2024 – Öffentliche Pilzwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Schopf – Tintlings

Rund um den Neukloster See

Der Neukloster See im Juni 2023.

Treff am Sonnabend, dem 01. Juni 2024, um 08.00 Uhr, auf den unterteilten Parkflächen am ZOB in Wismar, Stockholmer Straße. Zweittreffpunkt kann gegen 08.45 Uhr auf dem Parkplatz an der Badestelle des Neukloster Sees in Neukloster sein.


Kostenpunkt: 10.00 € p. P., Vereinsfreundinnen und Freunde 5.00 € und Kinder zwischen 6 und 14 Jahren 2.50 €.


Infotafeln der Naturparkverwaltung Sternberger Seenland geben Erläuterungen entlang des Wanderweges.

Heute wird ein wenig Kondition gefragt sein, denn den Neukloster See zu umrunden und dabei auch noch nach den verschiedenen Großpilzen Ausschau halten, ist schon eine kleine Herausforderung. Aber ist ist nicht das erste mal. Vor vielen Jahren umwanderten wir ihn im schon einmal im Rahmen einer öffentlichen Wanderung und bezogen sogar noch die bewaldete Halbinsel mit ein, die in den See herein ragt. Das war für einige ältere Teilnehmerinnen und Teilnehmer schon eine grenzwertige Angelegenheit, zumal bei heißem Sommerwetter, so wie damals. Nun befinden wir uns kalendarisch noch im Frühling, aber meteorologisch beginnt heute bekanntlich der Sommer. Die Sonne hat schon fast ihren Höchststand erreicht und kann natürlich bei entsprechendem Wetter mächtig auf den Pelz brennen. Wer also bereit ist, in wunderschöner Natur diese Wanderung auf sich zu nehmen, der ist sehr herzlich eingeladen. Pilztechnisch geht es nun allmählich vom Frühling in den Frühsommer. Letzte Frühlingspilze wie Maipilze, Schild- und Blasse Pflaumenrötlinge können noch gefunden werden und sind natürlich willkommene und schmackhafte Speisepilze. Schwefel- und Schuppige Porlinge haben Saison, die jung durchaus und oft auch ergiebig den Mykopagen beglücken können. Aber auch nach ersten Sommersteinpilzen und Hexen – Röhrlingen darf Ausschau gehalten werden, die hier durchaus vorkommen. Das Ufer des Neukloster Sees ist über weite Strecken bewaldet, wobei wir auch mal an besiedelten Uferbereichen entlang kommen. An der Badestelle in Neukloster schließt sich der Kreis dann wieder. Dort befindet sich auch eine Speisegaststätte oder auch ein kleiner Imbissstand für ausgehungerte und dürstende Wanderer. 


Zu beachten ist die Wettervorhersage. Sollte Dauerregen auf der Karete stehen oder sogar Unwetterwarnungen für den Zeitraum der Wanderung ausgegeben worden sein, kann die Veranstaltung kurzfristig abgesagt werden. Daher bitte noch mal zeitnah an dieser Stelle informieren. Siehe auch unter: Unwetterzentrale


Die Wanderung dauert bis in den Nachmittag hinein an!

29. Mai 2024 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion im Messtischblatt Camin

Auch für Naturinteressierte Pilzfreunde*innen

Diese Veranstaltung muss leider wegen Regen und Gewitter abgesagt werden!

Es geht in das MTB 2531/1 = Nieklitzer Holz

Schwarzflockiger Dachpilz (Pluteus umbrosus). 31. Mai 2023 während einer Mittwochsexkursion in der Lübberstorfer Forst.

Treff und Uhrzeit können individuell abgestimmt werden. Einfach anrufen oder eine E – Mail zusenden. Tel.: 03841/228917 oder Handy: 0173/6977219, E – Mail: steinpilz.wismar@t-online.de Dauer der Exkursion zwischen 3 und 5 Stunden


Kostenpunkt: 20,00 € p. P., Vereinsmitglieder frei.


Ein neues Messtischblatt ist an der Reihe. Ausgelost wurde die Topographische Karte 2531 = Camin, im Maßstab 1 : 25 000. Somit geht es einmal mehr in die Griese Gegend, im Südwesten von Mecklenburg. Hier war ich bisher kaum unterwegs und somit dürften zumindest für meine Kartei einige Daten zusammen kommen, auch wenn sich die Artenvielfalt an Frischpilzen um diese Jahreszeit noch sehr in Grenzen hält. Der Raum Camin hat sich im vergangenen Sommer dadurch hervorgehoben, dass bei von Südwesten herannahenden Regenfällen und Gewittern besonders diese Region gut bedacht wurde. Das muss sich natürlich nicht so wiederholen, denn schnell fällt gerade die sandige Griese Gegend in den Sommermonaten einer ausgeprägten Trockenheit anheim. Der Quadrant zählt durchaus nicht zu denen von Waldflächen stiefmütterlich ausgestatteten. Hier sticht ganz besonders das umfangreiche Nieklitzer Holz, mit dem 62,1 m „aufragenden“ Jölkenberg  in` s Auge. Es findet sich südlich von Nieklitz, südwestlich von Holzkrug und östlich des Ortes Sternruh. Nadelforste sind, wie so häufig in dieser Region, dominant, aber es ist auch Laubwald in der Karte eingezeichnet. Der südwestliche Rand des Nieklitzer Holzes wird von einem Wassergraben durchflossen, an dessen Rändern sich Feuchtwälder etabliert haben. Das recht große Nieklitzer Holz sollte somit das Ziel der heutigen Mittwochsexkursion sein.


Zu beachten ist das Wetter. Sollte es sehr regnerisch oder sogar Unwetterwarnungen ausgegeben worden sein, kann die Exkursion ausfallen uns zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Siehe auch unter: http://www.unwetterzentrale.de


26. Mai 2024 – Vereins- und Kartierungsexkursion

Vereinsexkursion 

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Dieser Termin muss leider wegen Unwettergefahr abgesagt werden!

Es geht an den Lankower See

Das Ortsschild steht noch mit DDR – Beschriftung. Lankow gibt es aber nicht mehr. Der Ort wurde Opfer der deutschen Teilung.

Treff am Sonntag, dem 26. Mai 2024, um 08.00 Uhr auf dem schmalen Parkplatz gegenüber dem Zeughaus in Wismar, Ulmenstraße. Zweittreffpunkt kann gegen 09.15 Uhr auf dem Parkplatz an der B 208 am Abzweig in Richtung Groß Molzahn sein. Von hier aus fahren wir noch ein kleines Stück bis zum Lankower Holz vor.


Kostenpunkt für Nichtvereinsmitglieder: 10.00 € p. P.


Die heutige Vereinsexkursion soll ganz in den Westen von Mecklenburg gehen. Im ehemaligen Grenzgebiet von DDR/BRD und von Mecklenburg und Schleswig – Holstein. Unweit von Ratzeburg. Das Lankower Holz war bereits mehrfach Ziel von öffentlichen Wanderungen, individuellen Führungen oder auch von einer Mittwochsexkursion. Heute soll es aber in Richtung NSG Lankower See gehen. Am schmalen, nördlichen Ausleger des Sees finden sich Laub- und Nadelwälder an den Hangterrassen. Hier wollen wir mal nach dem rechten schauen, obwohl die Mitglieder des Pilzvereins Heinrich Sternberg Rehna e.V. hier sicherlich schon einiges erkundet haben.


Zu beachten wäre die Wetterentwicklung. Bei Dauerregen oder möglichen Unwettern kann der Termin kurzfristig abgesagt werden. Deshalb bitte an dieser Stelle nochmals zeitnah informieren. Siehe auch unter: http://www.unwetterzentrale.de


Die Exkursion kann bis zum Nachmittag andauern.

22. Mai 2024 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion im Messtischblatt Neuburg

Auch für interessierte Natur- und Pilzliebhaber*innen

Dieser Termin muss wegen Unwettergefahr abgesagt werden!

Es geht in das MTB 2035/4 = Züsower Forst

In der Züsower Forst im September 2022.

Treff und Uhrzeit können individuell ausgehandelt werden. Einfach anrufen oder eine E – Mail unter steinpilz.wismar@t-online.de zusenden. Tel.: 03841/228917 oder Handy: 0173/6977219.

Dauer der Exkursion zwischen 3 und 5 Stunden


Kostenpunkt: 20.00 € p. P., Vereinsmitglieder frei


Siamesischer Frauen – Täubling (Russula cyanoxantha) im September 2022 in der Züsower Forst bei Tollow. Aber auch im Mai können wir ihm bereits begegnen.

Im 4. und somit letzten Quadranten der Topographischen Karte Neuburg finden sich mehrere kleinere Waldgebiete, die über den Quadranten zerstreut liegen und die für uns in Frage kommen könnten. So bei Steinhausen – Neuburg, bei Tatow, das Bachtal bei Gamehl oder der Westteil der Züsower Forst. Ich würde letzteren bevorzugen, da es sich doch um ein größeres Waldrevier handelt. Allerdings zählt die Züsower Forst als eines der am besten kartierten Wälder im Nordwesten Mecklenburgs. Schon Ende der 1990er Jahre hatten sich hunderte Großpilzarten in unseren Karteien und Dateien eingefunden. Es wird also wirklich sehr schwer hier überhaupt noch neues zu entdecken. Zumindest für den Feldkartierer.  Für echte Mykologen, die gerne mikroskopieren oder gar Sequenzieren lassen möchten und das meist sogar müssen, ist es nach wie vor ein großes Betätigungsfeld. Aber die Pilzflora ist ständigen Veränderungen unterworfen. Daher sollte ich vielleicht nicht ganz so pessimistisch sein. Die Züsower Forst steht überwiegend auf schweren Böden, aber auch sandige Einschübe, sowie Moore und Sümpfe prägen das ausgedehnte, teils eiszeitlich geprägte Waldgebiet, welches sich weitläufig in U – Form und den Ort Züsow erstreckt. Wir verbleiben heute im Westteil bei Tollow. 


Zu beachten wäre die Wetterentwicklung. Bei Dauerregen oder bestehenden Unwetterwarnungen kann der Termin ausfallen und auf einen späteren Zeitpunkt verlegt werden. Siehe auch unter: http://www.unwetterzentrale.de


18. Mai 2024 – Öffentliche Pilzwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Schopf – Tintlings

Durch die ehemals Großherzogliche Forst Moidentin

Die Großherzogliche Forst Moidentin im Herbstgewand.

Treff am Pfingstsonnabend, dem 18. Mai 2024, um 08.00 Uhr auf den unterteilten Parkplätzen am ZOB in Wismar, Stockholmer Straße. Zweittreffpunkt kann gegen 8.30 Uhr am Bahnhof Moidentin sein. Dauer der Wanderung bis zum frühen Nachmittag.


Teilnahmegebühr 10.00 € p. P., Vereinsmitglieder 5.00 € und Kinder zwischen dem 6. und 14. Lebensjahr 2.50 €. 


Flockenstieliger Hexen – Röhrling (Boletus luridiformis) auf einer öffentlichen Lehrwanderung am 27. Mai 2023 im Mühlenholz bei Plüschow.

Das Zielgebiet befindet sich unweit der Hansestadt Wismar, südlich von Dorf Mecklenburg und nördlich von Bad Kleinen. Somit zählt es zum Nahbereich der Hansestadt und schon in Kindertagen war ich hier mit gleichaltrigen gerne auf der Suche nach Speisepilzen unterwegs. In Wismar in den Zug gestiegen und nach wenigen Minuten waren wir am Ziel. Neben Maronen, Hexenröhrlingen oder Steinpilzen gab es hier auch oft sehr viel Hallimasch, den ich dann auf dem Markt, bzw. vor die damals städtischen Pilzberatungsstelle verkaufte. Auch war es ein beliebtes Ziel für Wismarer Schulklassen eine Lehrwanderung unter fachmännischer Begleitung durchzuführen. Biologie/Mykologie – Unterricht einmal anders. Wir finden vielseitige Baumbestände auf überwiegend leichteren, sandigen Böden vor. Nun herrscht zwar noch Frühling und bezüglich Speisepilze sollte der Ball noch flach gehalten werden. Es ist ja keine Speisepilz – Sammelaktion, sondern eine Lehrwanderung. Dennoch gibt es auch zu dieser frühen Jahreszeit leckere Speisepilze wie Maipilze oder auch Schild – Rötlinge. Im Buchenwald können erste Hexen – Röhrlinge und Sommersteinpilze auftauchen. Auch Perlpilze oder Täublinge können schon gefunden werden.


Zu beachten ist die Wetterlage. Bei Dauerregen oder Unwetterwarnungen für den Zeitraum der Wanderung kann der Termin kurzfristig abgesagt werden. Deshalb bitte nochmals zeitnah an dieser Stelle informieren. Siehe auch unter: Unwetterzentrale


15. Mai 2024 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion im Messtischblatt Neuburg

Auch für interessierte Natur- und Pilzfreunde*innen

Es geht in das MTB 2035/3 = Rohlstorfer Tannen

Sommersteinpilze (Boletus reticulatus) während einer Mittwochsexkursion durch die Rohlstorfer Tannen am 08. Juni 2016.


Treff und Uhrzeit können wie immer ganz individuell abgestimmt werden. Einfach anrufen oder eine Nachricht zusenden. Tel.: 03841/228917 oder Handy: 0173/6977219; E- Mail: steinpilz.wismar@t-online.de 

Dauer der Exkursion zwischen 3 und 5 Stunden


Kostenpunkt: 20.00 € p. P.; Vereinsmitglieder frei


In den Rohlstorfer Tannen der 1970er Jahre. Auf dem Kahlschlag steht inzwischen schon wieder ein Hochwald. Rechts der Buchenwald, in dem ich obige Sommersteinpilze fotografiert habe. Die gab es auch damals schon dort.

Nun sind die Rohlstorfer Tannen mal wieder an der Reihe. Tannen finden wir hier kaum, aber gemischte Laub- und Nadelforste, sowie feuchtere Erlen/Eschen – Bereiche, aber auch etwas Pappelforst. Die Böden sind eher leicht, teils torfich oder stellenweise auch nährstoffreicherer, eutrophierter Natur. Der Forst tangiert bei Müggenburg auch die Stadtgrenze der Hansestadt Wismar. So ist es nicht verwunderlich, dass meine ersten Gehversuche in die Pilzkunde etwas tiefer (dennoch auf dem Niveau des Kochtopfmykologen) einzudringen, hier ihren Anfang nahmen. Ein Brettspiel zum Thema Pilze auf den Waldboden gelegt und alles eingesammelt, was damals im moosreichen Jungfichtenforst wuchs und versucht danach zu Bestimmen. Zum Glück gab es in Wismar damals schon eine Pilzberatungsstelle, um mich meinen Funden zu Vergewissern. In dieser Tradition steht das Mykologische Informationszentrum Steinpilz – Wismar bis heute. Alles braunhütige mit Schwamm unten drunter waren für mich Butterpilze. Auf dem Brettspiel fanden sich Speisemorcheln, die ich ganz besonders toll fand und die ich gerne auch hier gefunden hätte. Aber es war Herbst und bis zu meinen ersten Morcheln im Prosekener Grund war es noch ein Weilchen hin.

Auch dieses Bild stammt von der Mittwochsexkursion am 08.06.2016 durch die Rohlstorfer Tannen. Es zeigt Runzlige Dachpilze (Pluteus phlebophorus).

Also heute mal wieder back to the roots, wie es so schön heißt. Der Wald hat sich seit dem nachhaltig verändert. Im Juni 2016 war ich hier schon einmal im Rahmen der Mittwochsexkursionen unterwegs. Es war der Juni mit der großen Schwämme von Sommersteinpilzen. Viele Eichen und Buchenwälder standen damals voll dieser beliebten Speisepilze und da es für die allermeisten Sonntagssammler noch viel zu früh war, konnten diese meist ihrer natürlichen Bestimmung nachgehen und nicht in den Pfannen und Töpfen der Mykophagen ihr Leben beschließen. Jetzt haben wir Mitte Mai und mit etwas Glück sind auch diese Dickröhrlinge bereits zu Gange. Aber darum geht es heute nicht. Wir wollen ja Kartieren.


Zu beachten wäre die Wetterentwicklung. Sollte es dauerhaft regnen oder sogar Unwetterwarnungen ausgegeben worden sein, kann die Exkursion abgesagt und zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Siehe auch unter: http://www.unwetterzentrale.de


03. – 05. Mai 2024 – Pilzseminar in Mecklenburg

Ein Pilzwochenende in Mecklenburg

Frühlingsseminar im Klützer Winkel

Wir waren zu Gast im Neusehland Haus in Welzin.

Von Freitag, dem 03. 05. – bis Sonntag, dem 05. 05. 2024.


Kostenpunkt: 80,00 € Seminargebühr + Kosten für Unterkunft und Verpflegung.


Lange habe ich überlegt, wo in diesem Jahr unser Frühlingsseminar stattfinden könnte und begab mich auf die Suche nach geeigneten Objekten, in denen wir möglicherweise einkehren können. Die Wahl fiel schließlich auf das Jugendgästehaus Neusehland – Alte Schule in Welzin, ganz im Nordwesten von Mecklenburg. Im Klützer Winkel und unweit vom Ostseestrand. Auch unmittelbar in Reichweite des größten Waldgebietes dieser Region, dem Lenorenwald. Besonders interessant im Hinblick auf Frühlingspilze sind die teils bewaldeten Küstenstreifen an der Lübecker- und Mecklenburger Bucht. Schon vor einigen Jahren waren wir hier mehrfach und durchaus erfolgreich unterwegs. Teils in Form von öffentlichen Lehrwanderungen, aber auch im Zuge eines unserer Frühlingsseminare. Leider war es für Klassiker wie die beliebten Morcheln schon etwas zu spät, da die Natur in diesem Frühjahr schon sehr weit voraus war. 


Das Programm

  • Freitag, der 03. Mai ab etwa 14.00 Uhr Theorie und im Anschluss eine kleine Abendexkursion. Danach gemütliches Beisammensein mit Bestimmung mitgebrachter und gefundener Pilze sowie Festlegung der morgigen Exkursionsziele.

    Einführende und begrüßende Worte meinerseits zum Seminar Beginn. Foto: Hans – Peter Firniß.

    Wir starten zu einem kleinen Abendspaziergang durch die Wiesen bei Welzin.

    Wunderbar erblüht und duftend betört bereits der Flieder.

    Schmetterlings – Trameten (Trametes versicolor) an einem alten Stubben in Welzin.

    Zwischen Gartenzaun und Wiese.

    Das Wetter wird jedoch immer unbeständiger. Ein zarter Regenbogen zeigt sich uns.

    Am Scheideweg.

    Das Wandern ist nicht nur des Müllers Lust!

    Über unseren Köpfen brodelt es gewaltig und fernes Donnergrollen signalisierte uns, doch lieber dem Dach der Alten Schule zuzustreben.

    Auf einem Wiesengrundstück wurde kürzlich der Rasen gemäht und die darauf stehenden Schild – Rötlinge gleich mit.

    In Kürze bricht ein Gewitter los.

    Diese Frischpilze hatte ich aus Wismar mitgebracht.

  • Sonnabend, 04. Mai – Nach dem Frühstück Aufbruch zu Exkursionen. Abends gemütliches Beisammensein mit weiteren Bestimmungen und Vorstellungen unserer Pilzfunde.

    Wir starten.

    Von Kühlenstein aus ging es in den Lenorenwald.

    Das Gewitter von gestern Abend hatte gut gewässert.

    Am Weges- und Waldrand ein großer Hexenring mit Maipilzen.

    Die Maipilze (Calocybe gambosa) waren durch die trockene Ostwindlage zuvor reichlich welk und wurden durch den Regen wieder aufgefrischt.

    Christopher und Christian mit einem Schlauchpilz.

    Ein Großbecherling der Gattung Peziza.

    Hier sehen wir sehr wahrscheinlich den Blasenförmigen Becherling (Peziza vesiculosa).

    Christian macht ein Bild per Handy.

    Pilzfreundin Monika mit Porlingen (Zunderschwamm).

    Und einem vorjährigen Birkenporling.

    Egon aus Berlin hat etwas gefunden.

    Passend zum Wetter: Buchenwald – Wasserfüße (Hydropus subalpinus).

    Junge Sklerotienporlinge (Polyporus tuberaster).

    Und auch der erste Flockenstielige Hexen – Röhrling (Boletus luridiformis) des Jahres geht auf Egon sein Konto.

    Gleich daneben weitere Leckerbissen. Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis).

    Michael hat aus einem Waldtümpel einen Stock mit Getigerten Sägeblättlingen (Lepideus tigrinus) gefischt.

    Typisch für die Sägeblättlinge sind ihre gesägten Lamellenschneiden.

    Die Sägeblättlinge sind natürlich ein beliebtes Fotomotiv bei uns allen.

    Frühlingsfrischer Lenorenwald.

    Ein Voreilender Ackerling (Agrocybe praecox) mit seinen charakteristischen Myzelfasern an der Steilbasis.

    Nicht mehr ganz so frische Schuppige Porlinge (Polyporus squamosus).

    Der Haustintling (Coprinus domesticus).

    Da muss Chris auch noch mal drauf halten.

    Und noch einmal ein Buchenwald – Wasserfuß. Er besiedelt kleine Buchenästchen, die auf dem Waldboden liegen.

    Auf der Unterseite eines vorjährigen Birken – Zungenporlings hat sich hier der Birkenporling – Kissenpustelpilz (Hypocrea pulvinata) angesiedelt.

    Farbenfroh kommen diese Samtigen Schichtpilze (Stereum subtomentosum) daher.

    Leider sind auch hier inzwischen viele Eschen zu Boden gegangen.

    Noch stehende Eschen am Waldrand, aber für Morcheln ist es leider schon etwas zu spät in diesem Jahr.

    Aber dafür gibt es hier andere Überraschungen.

    Orchideen!

    Der Holzkohlenpilz (Daldinia concentrica) besiedelt das Holz der Esche und ist im Klützer Winkel keine Seltenheit.

    Und hier sehen wir den Gewöhnlichen Schuppenwurz.

    Wir erreichen den Waldrand und schlagen uns durch eine Feldhecke wieder in Richtung Kühlenstein durch.

    Nach einer Pause im Steinbecker Hofladen mit Kaffee und Kuchen starteten wir noch zu einer Kurzexkursion am Küstensaum der Ostsee entlang.

    Auch hier gab es Maipilze (Calocybe gambosa) die durch den trockenen Wind geschädigt waren.

    Ein Ackerling (Agrocybe spec.).

    Sehr wahrscheinlich handelt es sich, so wie hier, um den Halbkugeligen Ackerling (Agrocybe semiorbicularis).

    Die Pusteblume signalisiert uns, dass die Morchel – Zeit ihrem Ende entgegen geht bzw. schon gegangen ist.

    Und wieder wurde etwas entdeckt.

    Es waren Braune Raslinge (Lyophyllum fumosum). Gute Speisepilze, die wir eher in den Herbst verorten würden.

    Und noch einmal Mai – Schönköpfe (Calocybe gambosa) etwas frischer im Erscheinungsbild.

    Risspilze (Inocybe spec.).

    Abgang zum Ostseestrand.

    Wulstige Lackporlinge (Ganoderma adspersum) an einem Linden – Stubben direkt vor dem Neusehland in Welzin.

    Unsere Fundstücke wurden wie immer auf Pappteller ausgelegt, nochmals bestimmt und vorgestellt.

    Bei der Fundauswertung.

    Eine Pilzfreundin aus Lübeck legt den Pinsel an, um ausgewählte Arten zu zeichnen bzw. zu malen.

    Mit großem Talent, wie nicht nur ich finde.

    Im Laufe der Zeit kommt einiges zusammen. Tolle Abbildungen und durchaus für ein Pilzbuch zu gebrauchen.

  • Sonntag, der 05. Mai – Nach dem Frühstück Räumung unserer Quartiere und Aufbruch zur obligatorischen Abschlussexkursion.

    Sie führte uns in `s Gebirge, ein Teil der ehemaligen Staatsforst Jamel.

    Und hier gleich zu Beginn richtige Großpilze: Breitblättriger Rübling (Megacollybia platyphylla).

    Auch hier wurde offensichtlich etwas interessantes gefunden?

    Zapfenrüblinge der Gattung Strobilurus.

    Myxomyceten waren durch Blutmilchpilze (Lycogala epidendron) vertreten.

    Ein junger Sklerotien – Porling (Polyporus tuberaster).

    Am Waldrand unter Eichen und Buchen diese Schleierlinge (Cortinarius spec.).

    Und dann ein Helmling.

    Sehr wahrscheinlich handelt es sich um den Voreilenden Helmling (Mycena abramsii).

    Der Hut in der Draufsicht.

    Im Moos bei Fichten ein weiterer Helmling.

    Blick in die Lamellen des Helmlings.

    Ein toller Fund an Laubholz. Der Schönfarbige Porenschwamm (Junghunia nitida). Auf der Unterseite von totem Laubholz. Soll bei gezielter suche nicht so selten sein.

    Am Rande des Gebirges.

    Nah verwandt mit dem Waldfreund – Rübling ist der Gelbblättrige Rübling (Collybia ocior).

    Zur Abwechslung mal ein Kleinpilz, der Ampferblattrost (Ramularia rubella).

    Catrin hat ein weiteres Fotomotiv gefunden.

    Die Hochgerippte Becherlorchel (Helvella acetabulum).

    Pilzfreund Egon aus Berlin ist wie immer zünftig gekleidet. Er hatte auch an mich gedacht und mir ebenfalls ein entsprechendes Kleidungsstück geschenkt. Dafür an dieser Stelle noch ein ganz herzliches Dankeschön!

    Diesen Baumstumpf hat es mächtig entblättert.

    Am aprilhaft anmutenden Himmel ballen sich mächtige Quellwolken zusammen, die später noch für heftige Regen- und Graupelschauer sorgen sollten.

    Ein beeindruckender Fuß einer Rotbuche am Waldesrand.

    Dieser Buchenrest ist von Zunderschwämmen (Fomes fomentarius) besetzt.

    Ein schöner Erlen – Feuchtwald.

    Zur Erinnerung an unser Frühlingsseminar in Mecklenburg 2024. Es entstand am Sonnabend im Lenorenwald.


Wann startet unser nächstes „Pilzwochenende in Mecklenburg“? – Siehe unter Termine!


01. Mai 2024 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion im Messtischblatt Neuburg

Auch für interessierte Natur- und Pilzfreunde*innen

MTB 2035/1 – Redentiner Tannen

Ausgangs und Endpunkt unserer heutigen Exkursion durch den Hauswald meiner Jugend.


Ausgelost ist ausgelost. Die Topographische Karte Neuburg ist an der Reihe. In kaum einer anderen Region war ich in meinem Leben häufiger unterwegs, als in diesem Nahbereich zur Hansestadt Wismar. Die Redentiner Tannen waren in der Jugend mein Stammrevier. Als ganz normaler Pilzsucher bzw. Sammler und natürlich im Fokus die volkstümlichen Klassiker wie Steinpilze, Pfifferlinge, Birkenpilze usw. Natürlich registrierte ich schon damals einiges mehr, wie verschiedene Täublinge, Milchlinge, Wulstlinge usw. Im Sommer und Herbst war ich hier fast jede Woche mindestens einmal, oft sogar zweimal unterwegs, und ich hatte mir im Laufe der Zeit eine Route zurecht gelegt, in der ich die mir bekannten Steinpilz- und Pfifferlingsstellen vernetzt hatte. Ganz in Ruhe und meistens 4 – 6 oder sogar 8 Stunden. Natürlich mit wechselndem Erfolg, versteht sich. Was habe ich hier Steinpilze raus getragen! Aber es gab hier auch Maipilze und sogar Morcheln! Lange ist es her und der Forst hat sich seit dem auch nachhaltig verändert. Sandige Böden überwiegen, aber die Klasse von damals darf heute hier nicht mehr erwartet werden. Nun ist es auch noch sehr früh im Jahr, so dass genannte Speisepilze, bis auf die Frühlingsarten, ohnehin nicht zu erwarten sein werden. Aber darum ging es ja auch gar nicht. Es soll Kartiert werden, obwohl es schwierig werden dürfte, neues zu entdecken. Und so war es auch. Nicht viel neues und überhaupt nur ein ziemlich geringes Aufkommen von Frischpilzen. Dorit, Christian, Ingo und meine Wenigkeit waren hier heute zur „Mai – Demo“ unterwegs.

Sonnig und angenehm war es im frühlingshaften Mischforst.

Und welch ein „Boletus collosus“ direkt am Wegrand!

Ein strammer Bursche, aber auch schon etwas überständig.

In meiner Jugend war das hier eine Kiefernschonung, mit Jungeichen dazwischen und einigen Birken. Viele Pfifferlinge, auch Steinpilze, Butterpilze, Sandpilze und vereinzelt sogar schon mal eine Marone oder eine Rotkappe. Am Wegesrand später auch mal Wurzellorcheln!

Heute gab es zumindest Bittere Zapfenrüblinge (Strobilurus tennacellus).

Auch der Voreilende Ackerling (Agrocybe praecox) war hin und wieder dabei.

Passend zum Kiefern – Standort einige Schwarzweiße Lorchen (Helvella leucomalaena).

Hier ist es ein Düngerling der Gattung Panaeolus.

Der Maifeiertag zeigt sich von seiner schönsten Seite.

Der Ring offenbart uns, dass der Voreilende Ackerling (Agrocybe praecox) zu den Dunkelsporern gehört.

Der Kreis unserer Mai – Demo schließt sich nun.


Hier die Artenliste von MTB 2035/1 = Redentiner Tannen: Echter Zunderschwamm, Bitterer Zapfenrübling, Eichenwirrling, Brandkrustenpilz, Rotrandiger Baumschwamm, Eichen – Zystidenrindenpilz, Eichen – Spaltlippe, Eichen – Rindensprenger, Eichen – Eckenscheibchen, Striegeliger Schichtpilz, Schmetterlings – Tramete, Frühlings oder Voreilender Ackerling, Schwarzweiße Becherlorchel, Gemeiner Violettporling, Orangefarbenes Brennnesselbecherchen und Zugespitzter Kugelpilz.


Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

24. April 2024 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion im Messtischblatt Lüssow

Auch für interessierte Pilz- und Naturfreunde*innen 

Sie führte in das MTB 2138/4 – südlich Lüssow

Unterwegs am Bützow – Güstrow – Kanal.


Zum letzten mal waren wir heute in der Topographischen Karte von Lüssow, im Maßstab 1 : 25 000, unterwegs. Das bedeutete natürlich, dass der 4. Quadrant auf der Tagesordnung stand. Er ist leider relativ waldarm. Das größte und komplett im Quadranten liegende Revier findet sich südlich des Ortes Lüssow und nordöstlich des Bützow – Güstrow – Kanals. Es war unser Ziel, dass heißt eigentlich mehr der Damm entlang des Kanals. Seeuferbereiche und offensichtlich auch die Ufer von Flüssen und Kanälen, sind bekanntlich gerade zu dieser Jahreszeit oft eine gute Adresse für typische Frühlingspilze, allen voran von Morcheln. Und das sollte sich heute bestätigen. Wir waren fast zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Fast bedeutet, das die hier immer wieder gefundenen Käppchen – Morcheln größtenteils überständig waren, dafür gab es reichlich Maipilze und teils auch Schild – Rötlinge.

Das wir hier genau richtig sind, sah ich gleich bei unserer Ankunft.

So ließ der erste Morchel – Fund auch nicht lange auf sich warten.

Käppchen – Morcheln (Mitropgora semilibera) waren immer wieder am Damm dabei, meist jedoch schon überständig.

Catrin und Michael haben wieder etwas entdeckt.

Es ist ein Frühlingsmürbling (Psathyrella spadiceogrisea).

Spiegeleien im Bützow – Güstrow – Kanal.

Am und auf dem Damm.

Anbebrannter Rauchporling (Bjerkandera adusta) einmal anders?

Maipilze (Calocybe gambosa) waren immer mal dabei.

Und hier wurden wir schon wieder an den Herbst erinnert.

Schmutziger Rötel – Ritterling (Lepista sordida).

Hier sehen wir Zerfließende Gallerttränen (Dacrymyces stillatus).

Und dann hatte Catrin ein Vorkommen von Schild – Rötlingen (Entoloma clypeatum) entdeckt.

Und da konnte die Feinschmeckerin einfach nicht nein sagen.

Schild – Rötlöinge, immer unter Rosengewächsen, gehören zu den besten Speisepilzen im Frühling. Roh sind sie jedoch giftig und müssen gut erhitzt werden.

Im Frühlingswald.

An alten Pappeln siedelt sich auch gerne mal der Echte Zunderschwamm an.

Frühling in der Abend – Sonne.

Die uns hier mal von unten anstrahlt.

Ja, was ist den dieses? Erlenkremplinge (Paxillus filamentosus) kennen wir eigentlich aus dem Hochsommer und Herbst!

Am Wassergrundstück.

Sonniger Frühlingsblick.

Maria freut sich über schöne Maipilze.

Stark entfärbte Schmutzige Rötel – Ritterlinge (Lepista sordida).

Und hier darf nochmal zugeschlagen werden. Schöner können Maipilze (Calocybe gambosa) wohl kaum daher kommen.

Maria und Michael bei der Ernte.

Michael mit seinem originellen Parasol. Parasol = Sonnenschirm.

Der zugleich ein wenig pilzkundliches zu vermitteln im Stande ist.

Wie sich doch auch eine Kiefer gut entfalten kann, steht ihr ausreichend Platz und Licht zu Verfügung.

Im Grünland schließlich noch einige Goldmistpilze (Bolbitius vitellinus).

Ein frühlingsfrischer Korb mit Pilzen und Kräutern, den Maria hier gefüllt und arrangiert hat. So, wie es eigentlich nur die Frauen hinbekommen.

An der Fischtreppe.

Die Sonne steht schon tief und ein letzter Schauer zieht auf. Zeit um zum Ende zu kommen.


Hier die Artenliste von MTB 2138/4 – am Bützow – Güstrow – Kanal: Flacher Lackporling, Käppchenmorchel, Frühlingsmürbling, Schmetterlings – Tramete, Schmutziger Rötel – Ritterling, Erlenblatt – Becherling, Glimmertintling, Zerfließende Gallertträne, Zugespitzter Kugelpilz, Schild – Rötling, Maipilz, Orangefarbenes Brennnesselberchen, Judasohr, Holunder – Rindenschichtpilz, Milder Kiefernzapfenrübling, Goldmistpilz, Erlen – Krempling, Ampferblatt – Rost, Echter Zunderschwamm und Angebrannter Rauchporling.


Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!


20. April 2024 – Öffentliche Pilzwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Schopf – Tintlings

Sie führte um den Vielbecker See bei Grevesmühlen

Der Vielbecker See am 20. April 2024.


Allmählich sollte es soweit sein, dass die hochgeschätzten, teuer gehandelten und leckeren Morcheln für kurze Zeit im Jahr ihre unverkennbaren Fruchtkörper an die Frühlingsluft schieben. Immer wenn unzählige Blüten des Löwenzahn unsere Natur verschönern, ist es soweit. In der Regel in unseren Breiten zwischen Mitte April und Mitte Mai. Dabei bevorzugen diese Edelpilze Seeuferbereiche und Bachtäler, die mit Eschen bestanden sind. Aber auch Streuobstwiesen und Kleingartenanlagen allgemein sind vielversprechende Standorte. Am häufigsten findet sich die Käppchen – Morchel. Auf Rindenmulch von Nadelholz können Spitzmorcheln in Ortschaften häufig Massenbestände bilden. Die wertvollste ist jedoch die Speisemorchel. Da in diesem Jahr der Frühlingsaspekt schon sehr zeitig durchstartete, waren die beliebten Morcheln schon fast durch, und wir konnten, bis auf ein Exemplar, nur noch überständige Reste von Käppchen – Morcheln entdecken. Aber es ist ja in erster Linie eine Lehrwanderung, so dass auch andere Arten mit unserem Interesse rechnen durften. Und das waren dann vor allem auch Maipilze, die an mehreren Stellen wuchsen.

So auch gleich zu Beginn eine größere Ansammlung von Maipilzen (Calocybe gambosa). Allerdings doch ziemlich von Maden durchzogen.

Käppchenmorchel (Mitrophora semilibera). Dieses war das einzige, noch intakte Exemplar von Christian gefunden.

Auch diese Eichen – Zystidenrindenpilze (Peniophora quercina) hatte Christian entdeckt.

Wir folgten dem Wanderweg rund um den Vielbecker See.

Immer wieder interessant erscheinende Bereiche, insbesondere auch für später im Jahr.

Das feuchtkühle Wetter gefiel dem Goldgelben Zitterling (Tremella mesenterica) bestens.

Urwüchsige, märchenhafte Robinien.

Catrin begutachtet Flache Lackporlinge.

Die Fruchtschicht der Konsolen eignen sich nämlich gut zum Bemalen.

Schlanke Ahorn – Holzkeulen (Xylaria longipes).

Weiter geht es über einen Dammweg durch einen Erlenbruch im frischen Frühlingsgrün.

Schönes Mecklenburg!

Die Solitäreiche präsentiert sich uns noch in ihrem Winterkleid.

Sehr gefreut haben wir uns über diese Hochgerippten Becherlorcheln (Helvella acetabulum).

Blutmilchpilze (Lycogala epidendron) einmal anders.

Ein Morchel – Revier, wie man es sich vorstellt.

Judasohren (Hirneola auricula – judae).

Und zum Abschluss nochmal Maipilze (Calocybe gambosa) vom feinsten.

Zur Erinnerung von links: Christian, zwei Damen aus Bad Segeberg, hinter ihnen Catrin, dann Dorit und schließlich meine Wenigkeit.

Anschließend ging es noch in das Info – Zentrum nach Wismar. Catrin hat uns mit Arbeit eingedeckt.

Putzen, Waschen, Blanchieren und Einfrieren war angesagt.


Wann geht es wieder öffentlich in die Pilze? – Siehe unter Termine!

17. April 2024 – Mittwochs – und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion im Messtischblatt Lüssow

Auch für interessierte Pilz- und Naturfreundinnen und Freunde

Sie führte durch das Zepeliner Holz im MTB 2138/3

Heute im sonnigen Zepeliner Holz.

Im dritten Quadranten der Topographischen Karte Lüssow finden sich mehrere Waldgebiete, die heute unser Ziel hätten sein können. Da fällt zunächst das Zepeliner Holz in` s Auge. Es findet sich knapp südöstlich der Mecklenburgischen Kleinstadt Bützow und des Ortes Wolken. Es wird vom Bützow – Güstrow Kanal durchtrennt. Wir finden hier Laub- und Nadelholz vor, welches gebietsweise auf feuchten Böden stockt. Das Flüsschen Nebel schlängelt sich zu dem westlich und südlich des Waldgebietes durch die Landschaft. Wir wählten das Zepeliner Holz zu unserem Ziel aus. Auch südöstlich der Nebel findet sich noch reichlich Wald, teils ebenfalls mit Feuchtrevieren ausgestattet. Im Osten des Quadranten steht ein hügeliges Laubwaldgebiet, nördlich des Bützow – Güstrow – Kanals. Dieses wird jedoch von einer Quadranten – Grenze durchtrennt. Ganz im Süden findet sich noch der Gülzower Bruch. Ein Feuchtwald, der zudem vom Schleusengraben durchtrennt wird. Weitere Termine Steinpilz 2024


Das Flüsschen Nebel tangiert das Zepeliner Holz.

Michael und Christian untersuchen einen Laubholz – Ast.

Hier war schon ein Vorkoster am Werk.

Es handelt sich schließlich um einen Bitteren- oder Milden Zapfenrübling der Gattung Strobilurus. Den Rest des Hutes testete ich aus und empfand ihn recht mild im Geschmack, mit leicht bitterer Komponente im Nachhinein. Also unentschieden. Hier kann nur das Mikroskop Klarheit bringen.

Zwei Vertreter der schwierigen Gattung Hebeloma. Mit hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich um den Braunscheitlingen Fälbling (Hebeloma mesophaeum).

Waldlichtung mit Hochsitz.

Ein kleines Nest von Maipilzen (Calocybe gambosa). Sehr willkommen um das neue Pilzmesser von Maria einzuweihen.

Ja, und der Adlerfarn – Fleckenpilz (Rhopographus filicinus) lässt doch immer wieder das Herz des Pilzfreundes höher schlagen, oder nicht?

Und der Fund des Zweifarbigen Knorpelporlings (Gleoporus dichrous) erst recht!

Rechts Nadel – und Laubmischwald, links ein Moor.

Moorwald mit Heidelbeeren.

Im Sommer und Herbst sicher auch ein interessanter Pilzstandort.

Sklerotienporling (Polyporus tuberaster).

Begutachtung einer Fundstelle.

Ein Schneckling, oder soll es doch eher ein Tintling sein?

Zur Erinnerung: vorne Maria, hinten stehend von links Reinhold, Christian, Ingo, Dorit und Michael. Foto Catrin Berseck.

Maria und Christian in der Fichtenforst.

Und tolle Lichtspiele in der Abendsonne.


Hier die Artenliste von 2138/3 = Zepeliner Holz: Orangefarbenes Brennnesselbecherchen, Zugespitzter Kugelpilz, Tintenstrichpilz, Bovistähnlicher Schleimpilz, Striegeliger Schichtpilz, Herber Saftporling, Eichen – Eckenscheibchen, Rotrandiger Baumschwamm, Buchenfruchtschalen – Holzkeule, Birken – Zungenporling, Gemeiner Violettporling, Echter Zunderschwamm, Ampferblatt – Rostpilz, Bitterer Zapfenrübling, Dunkelscheibiger Fälbling, Flacher Lackporling, Eichenwirrling, Flächiges Eckenscheibchen, Adlerfarn – Fleckenpilz, Striegelige Tramete, Gemeiner Spaltblättling, Maipilz, Eichen – Zystidenrindenpilz, Eichen – Rindensprenger, Angebrannter Rauchporling, Schiefer Schillerporling, Zweifarbiger Knorpelporling, Blutmilchpilz, Weißes Haarbecherchen, Sklerotienporling, Käppchenmorchel, Frühlings – Glockenschüppling, Ockergelbe Zonentramete, Dickschaliger Kartoffel – Hartbovist, Schmetterlings – Tramete, Winter – Stielporling und Frühlingsmürbling.


Wir verabschieden uns vom Zepeliner Holz.

Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

14. April 2024 – Vereins- und Kartierungsexkursion

Vereinsexkursion 

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Ziel waren die Windmühlentannen

Heute in den Windmühlentannen.

Die erste Vereinsexkursion in diesem Jahr führte in den Raum Groß Raden/Sternberger Burg. Die Windmühlentannen sind ein kleineres, kompaktes Waldrevier, nördlich der genannten Ortschaften. Vor vielen Jahren waren wir hier schon einmal im Rahmen einer Wanderung unterwegs. Damals auch mit meinem Pilzfreund Klaus Warning, seines Zeichens langjähriger Pilzsachverständiger der Mecklenburgischen Kleinstadt Bützow. Es war Sommer und in dem überwiegend von Nadelbäumen bestandenem Revier wuchsen für die Jahreszeit so typische Arten wie Sommersteinpilze, Pfifferlinge, Scheidenstreiflinge, verschiedene Täublinge und manches mehr. Leider mussten hier auch größere, forstwirtschaftliche Maßnahmen durchgeführt werden, da viele Fichten (Tannen dürfte es hier kaum geben), gefällt wurden, weil sie besonders die Dürre des Jahres 2018 nicht überlebten. Die Spuren waren heute mehr als deutlich. Frischpilze gab es kaum, so dass wir später noch in das benachbarte Warnowtal wechselten. Wir, das waren Catrin, Angeli, Michael und Reinhold.

Das Wetter spielte heute mit.

Aber immerhin konnte Catrin den ersten Röhrling der Saison finden. Ein Butterpilz (Suillus luteus).

An selbigem Standort unter Kiefern auch Schwarzweiße Becherlorcheln (Hevella leucomelaena).

Auch die Hochgerippte Becherlorchel (Helvella acetabulum) war zugegen.

Hier sehen wir sehr wahrscheinlich Behangene Trompetenschnitzlinge (Tubaria conspersa).

Tintlinge (Coprinus, Coprinellus…). Hier wäre ein Mikroskop und gute Fachliteratur angebracht.

Wir verabschiedeten uns bald von den Windmühlentannen und wechselten in das Warnowtal.

Hügeliges Gelände am Warnow – Durchbruchstal.

Hier scheint jemand ein gesteigertes Interesse an einem Schleimpilz zu haben.

Michael versucht einen beliebten Vitalpilz von einer erhöhten Position an einer Birke abzustoßen, welches ihm auch gelang.

Abschließend machten wir noch einen Abstecher in das nahe Sternberg, wo uns Catrin noch zu einer kürzlich entdeckten Stelle von Käppchen – Morcheln (Mitrophora semilibera) führte. Sie wuchsen hier unter Rosskastanie.

Frühling in Sternberg und ein wenig Wehmut meinerseits, denn im ersten Hauseingang (rechts) wohnte vor nicht all zu langer Zeit Jonas sein inzwischen verstorbener Opa Isidor.

Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine! Termine Steinpilz 2024


10. April 2024 – Exkursion am Mittwoch

Mittwochsexkursion im Messtischblatt Lüssow

Auch für interessierte Pilz- und Naturliebhaberinnen und Liebhaber

Im MTB 2138/2 – Wieker Holz

Unterwegs im Wieker Holz.


Heute ging es in den 2. Quadranten des Messtischblattes Lüssow. Im Nordwestlichen Bereich des Quadranten findet sich das Wieker Holz. Es ist das größte Waldgebiet in Quadrat und bietet reichlich Raum für eine ausgiebige Exkursion. Nordwestlich des Waldes fließt die Warnow. Das Exkursionsgebiet wird von den Ortschaften Werle, Kassow, Hof und Elisabethheim flankiert. Es ist es ein recht hügeliges Revier, welches mit Laub- und Nadelbäumen bestanden ist und auf sauren Böden steht. Ich kannte es noch nicht und das machte es für mich, wie immer in unbekannten Bereichen, besonders interessant. Im Sommer und Herbst ist es sicherlich eine gute Adresse für Blaubeerpflückerinnen und Pflücker, aber auch die Pilzsucherinnen und Sucher dürften hier zu gegebener Zeit auf ihre Kosten kommen. Und was wurde uns heute geboten?

Zunächst schöne Natur.

Hier ist es ein Nagelschwamm, nämlich der Bittere Zapfenrübling (Strobilurus tennacellus).

Schöner Wald und schönes Wetter.

Wunderhübsch anzusehen ist dieser Flockige Trompetenschnitzling (Tubaria conspersa). Eine häufige Art an feucht – humosen Standorten an Holzresten in Wäldern und Gärten.

Hier blicken wir in einen der recht häufigen Nadelwald – Zärtlinge hinein.

Die Zärtlinge sind eine Untergattung (Nolanea) der Rötlinge. Gezeigter Pilz sollte in die Gruppe um den Lederschild – Glöckling (Entoloma cetratum), auch Scherbengelber Rötling genannt, gehören. Nach Ludwig soll der Hut aber kahl sein. Also möglicherweise nur zu Mikroskopieren oder Sequenzieren, um ein eindeutiges Ergebnis liefern können.

Ein hübscher Vertreter der Gattung Panaeolus = Düngerlinge.

Der berühmt, berüchtigte Brandkrustenpilz (Hypoxylon deustum). 

Häufig an alten Eichen – Stubben der Rotbraune Borstenscheibling (Hymenochaete rubiginosa).

Eine von etlichen Frühjahrslorcheln (Gyromitra esculenta), die uns am Waldwegrand unter Kiefern begegneten.

Hier einmal aufgeschnitten.

Und hier noch ein wirklich stolzes Exemplar!

Dieser weißlich überzogene Nadelholz – Stubben erregte schon aus einiger Entfernung unsere Aufmerksamkeit.

Ein toller, wie auch eindrucksvoller und nicht alltäglicher Fund! Die Gelbliche Resupinattramete (Antrodia xantha).

Ein ebenfalls heraus ragender Pilz der heutigen Mittwochsexkursion war dieser Glänzende Lackporling (Ganoderma lucidum).

Ein Giftpilz, der inzwischen ganzjährig zu finden ist, ist der Grünblättrige Schwefelkopf (Hypholoma fasciculare).

Der Winter – Stielporling (Polyporus brumalis) wird in Kürze vom Mai – Stielporling abgelöst.

Eine schöne Entdeckung war auch diese Großporige Datronie (Datronia mollis).

Zur Erinnerung. Unsere Catrin fehlt leider!


Die Artenliste von MTB 2138/2 = Wieker Holz: Birnen – Stäubling, Weißes Haarbecherchen, Buchenfruchtschalen – Holzkeule, Buchenblatthelmling, Rotbrauner Borstenscheibling, Bitterer Zapfenrübling, Wurzelschwamm, Kiefernnadel – Spaltlippe, Ampferblatt – Rostpilz, Dickschaliger Kartoffel – Hartbovist, Zinnoberroter Pustelpilz, Brandkrustenpilz, Eichen – Spaltlippe, Striegelige Tramete, Rotrandiger Baumschwamm, Echter Zunderschwamm, Ahorn – Holzkeule, Ockergelbe Zonentramete, Orangefarbenes Brennnesselbecherchen, Zugespitzter Kugelpilz, Weißgelbliche Resupinattramete, Glänzender Lackporling, Reihige Tramete, Großporige Datronie, Winter – Stielporling, Rehbrauner Dachpilz und Eichenwirrling.


Wir verabschieden uns vom Wieker Holz.

Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

06. April 2024 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzwanderung

Pilzwandern im Jahr des Schopf – Tintlings

Es ging durch die Forste bei Perniek

Bei freundlichem und warmen Frühlingswetter starte heute die erste öffentliche Lehrwanderung des Jahres.


Um es vorweg zu nehmen, die erste Wanderung ist meist keine, um mit reichhaltiger Beute von Speisepilzen heimzukehren. Sicher, auch so zeitig im Jahr gibt es essbare Pilzarten. Der Vorfrühling kann sogar ganz besondere und hochwertige Leckerbissen hervor bringen, so die teuer gehandelten Morcheln. Aber denen müssen wir eigentlich Anfang April noch ein wenig Zeit einräumen, denn erst wenn der Löwenzahn sein gelbes Blütenmeer entfaltet, lohnt es sich nach ihnen Ausschau zu halten. Aber in diesem Jahr ist alles anders. Der Löwenzahn blüht und selbst heute beglückten uns neben zahlreichen Frühjahrslorcheln sogar schon einige Spitzmorcheln. Diese Edelpilze haben jedoch einen prominenten Gegenspieler, eben diese Frühjahrs- oder Giftlorcheln. Dieser Schlauchpilz erscheint bereits etwas früher in sandigen Nadelwäldern, insbesondere unter Kiefern. Im Frühjahr 2023, so wie auch heute, trat sie hier sogar als Massenpilz in Erscheinung. Die potenziell tödliche Art wird in Nord-. und Osteuropa auch heute noch als hochwertiger Speisepilz geschätzt und wird dort auf Märkten gehandelt und in Gourmet – Restaurants angeboten. Warum das so ist und warum der Pilz gleichzeitig als einer der gefährlichsten und unberechenbarsten Giftpilze gilt, darauf konnten wir auf unserer Wanderung näher eingehen. Weniger gefährliche Becherlorcheln, die beispielsweise in brauner Bratensoße, mit Paprika – Schoten und Salzkartoffeln, durchaus ein schmackhaftes Gericht liefern, waren zugegen. Diese ansehnlichen Ascomyceten können hier um diese Jahreszeit sehr zahlreich wachsen.

Hier hatte vor einigen Jahren ein Tornado gewütet und eine imposante Lichtung hinterlassen.

Ein kleiner und hübscher Frühlingspilz ist der Frühlings – Glockenschüppling (Conocybe aporos). Giftig!

In einem Teilbereich der Kieferforst Perniek wuchsen die Gift – Lorcheln (Gyromitra esculenta) heute zu hunderten! Ihre Hutstruktur weist hirnartige Windungen auf.

Und praktischer konnte es kaum kommen. Zu unserer Überraschung, unweit der Lorcheln, diese essbaren Spitz – Morcheln (Morchella elata). Ihre Hüte weisen bienenwabenartige Strukturen auf.

Hier sehen wir Becherlorcheln der Gattung Helvella. Ihre bräunlichen Färbungen lassen die Hochgerippte Becherlorchel vermuten.

Der Glänzende Schwarzborstling (Pseudoplectania nigrella) findet sich im Frühling unter Fichten.

Einer der häufigsten Vertreter seiner Gattung ist in Laub- und Nadelwäldern der Gilbende Erdritterling (Tricholoma argyraceum). Vom Frühling bis in den Herbst. Der Pilz ist essbar.

Unser Erinnerungsfoto an eine schöne Frühlingswanderung bei Perniek. 


Wann startet die nächste Lehrwanderung? – Siehe unter Termine!

03. April 2024 – Kartierungsexkursion am Mittwoch

Mittwochsexkursion im Messtischblatt Lüssow

Auch für interessierte Pilzfreundinnen und Pilzfreunde

MTB 2138/1 – Oetelliner Tannen nordöstlich Bützow

Heute bei Regenwetter im Wald bei Oetellin.

Pünktlich wie jedes Jahr zu Beginn der Saison starteten wir auch wieder unsere Mittwochsexkursionen. Sie dienen der Vervollständigung unserer Kartierungsdaten und können gleichzeitig auch zum Erlangen von Pilzwissen genutzt werden. Also durchaus auch geeignet für Pilz – und Naturfreunde, die etwas tiefer in die wundervolle Welt unserer Großpilze eindringen möchten. Falls vorhanden, zu dieser Jahreszeit aber wohl nur sehr zurückhaltend, können und dürfen natürlich auch Speisepilze gesammelt werden.

Vor wenigen Jahren habe ich meine Messtischblätter von Mecklenburg ausgelost und danach sollen auch in diesem Jahr unterschiedliche Bereiche an der Reihe sein. Wir starten mit der Topographischen Karte im Maßstab 1 : 25 000 von Lüssow, nordöstlich der Stadt Bützow. Das MTB wurde geviertelt und im ersten Quadranten finden sich die Oetelliner Tannen. Es erstreckt sich neben ausgedehnten Feuchtgebieten südöstlich der Warnow und ist laut Karte von Laub- und Nadelbäumen bestanden. Infrage kam aber auch ein teils feuchtes Laubwaldrevier mit Nadelforsten (Dobbin) südlich Oetellin. Wir entschieden uns schließlich für diese Option. Wir, dass waren Catrin aus Bützow, Christian, Ingo und Reinhold aus Wismar.

Hier begannen wir. Ein Kahlschlag, auf dem vorher offensichtlich Fichten standen und nun Buchen aufgeforstet wurden. In den Furchen jede Menge Holzhäcksel und reichlich Frischpilze.

Hier sind es wohl Samthäubchen der Gattung Conocybe.

Trotz markanter Merkmale wie Farbe, Größe und stark geriefter Stiele können sie nicht ohne weiteres im Feld sicher bestimmt werden.

Hier sind es junge Tiegel – Teuerlinge (Crucibulum laeve).

Der mild schmeckende und essbare Fichten – Zapfenrübling (Strobilurus esculentus) bestätigte unseren Verdacht, dass hier (Kahlschlag) vorher Fichten standen.

Schon bevor ich diese Pilze erblickte, hatte ich ihren zarten Anisgeruch bereits in der Nase. Duft – Trichterlinge (Clitocybe fragrans). Trotz des angenehmen Duftes ein Giftpilz!

Glimmertintling (Coprinus micaceus).

Aspekt – bildend an alten Eichenstümpfen waren heute dieser Pilze, die mit schönen Strukturen auf ihren Hüten zu imponieren wussten.

Der Herbe Zwergknäuling (Panellus stipticus).

Der Warzige Drüsling (Exidia plana) befand sich bei dem feuchten Wetter in seinem Element.

Echter Zunderschwamm (Fomes fomentarius) an einem liegenden Pappel – Stamm. Geotropismus hat ihn zur Umgestaltung seines Fruchtkörpers angeregt.

Schlauchpilze der Gattung Peziza haben ebenfalls vom Pappelstamm Besitz ergriffen. Leicht ist man geneigt den Blasigen Becherling zu erkennen. Die Form kommt hin, aber ist das Substrat nicht etwas zu hart für ihn. Es könnten auch Riesenbecherlinge infrage kommen. Die mögen durchaus feuchtes Holz.

Auch diese farbenfrohen Gesellen haben sich am Pappelholz eingefunden. Mit den Wimpern klimpern scheint ihre Stärke zu sein, aber auch die leuchtend rote Farbe. Schildbostlinge aus der Gattung Scutelinia. Die langen Wimpern sprechen für den Bewimperten Schildborstling (Scutellinia crinita). 

Und dann entdeckte Catrin eine ordentliche Versammlung von Anemonenbecherlingen (Dumontinia tuberosa). Sie schmarotzen an Buschwindröschen.

Ob hier wohl die Scheibenlorchel zuhause ist?

Erwischt! Scheibenlorchel (Gyromitra ancilis). An morschem, bemoosten Nadelholz.

Und der darf um diese Jahreszeit natürlich nicht fehlen. Frühlingsmübling (Psathyrella spadiceogrisea).

Das war`s heute im Wald bei Oetellin.


Die Artenliste aus dem Wald bei Oetellin im MTB 2138/1: Tiegel – Teuerling, Fichten – Zapfenrübling, Ampferblatt – Rost, Brombeerrost, Duft – Trichterling, Glimmer – Tintling, Orangefarbenes Brennnesselbecherchen, Zugespitzter Kugelpilz, Brandkrustenpilz, Buckel – Tramete, Striegeliger Schichtpilz, Frühlingsmürbling, Samtiger Schichtpilz, Birkenblättling, Rotbrauner Borstenscheibling, Herber Zwergknäuling, Striegelige Tramete, Schmetterlingstramete, Warziger Drüsling, Echter Zunderschwamm, Eichen – Eckenscheibchen, Riesenbecherling, Bewimperter Schildborstling, Blutmilchpilz, Vielgestaltige Holzkeule, Eichen – Rindensprenger, Anemonenbecherling, Angebrannter Rauchporling, Birken – Zungenporling, Flächiges Eckenscheibchen, Birnen – Stäubling, Ockergelbe Zonentramete, Holunder – Rindenschichtpilz, Buchenfruchtschalen – Holzkeule, Weißes Haarbecherchen, Rehbrauner Dachpilz, Blutender Schichtpilz, Scheibenlorchel, Rotrandiger Baumschwamm und Judasohr.


Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

28. März – 01. April 2024 – Ostern im Vogtland

Österliches Pilzwochenende im Vogtland

Dem März – Scheckling auf der Spur

 Ostereiersuche einmal anders

Diese Veranstaltung fällt leider aus!

März – Schneckling (Hygrophorus marzuolus). Eine Abbildung aus Michael – Hennig – Kreisel, Handbuch für Pilzfreunde, Bd. 3.

„Wenn die Märzsonne den Waldboden getrocknet hat, beginnen wir mit Pilzwanderungen, obwohl der Winter an schattigen Stellen noch einsame Schneestreifen zurück gelassen hat“ Mit diesen Worten beginnt der Artikel  „Im Frühling“ des alten Pilzbuches „Pilzwanderungen“ von Franz Engel in der Auflage von 1973. Dem ersten Pilzbuch, welches ich als junger Mensch mein eigen nennen durfte. Und diese Zeilen habe ich bis heute verinnerlicht. Sie begleiten mich nun schon das ganze Leben. Und die erste Pilzart, die in diesem Zusammenhang Erwähnung findet, ist selbstredend Hygrophorus marzuolus.

Verbreitungskarte der DGfM für den März – Schneckling (Hygrophorus mazuolus) in Deutschland.

Heute suchen wir den Märzellerling. Wir betreten etwa 20 – 30jährigen Fichtenwald, und nun heißt es scharf Umschau halten. Der Gesuchte spielt gut Versteck. Sein Hut hebt sich kaum vom Waldboden ab. Haben wir ihn aber einmal entdeckt, so finden sich ganze Nester“, heißt es hier weiter. Sieht man einmal von einem sporadischen Nachweis aus dem Harz ab, findet sich im Vogtland das nördlichste Vorkommen des März – Schnecklings in Deutschland. Hauptverbreitungsgebiet soll der Südschwarzwald und der Alpenraum sein. Am liebsten scheint er mit der Weißtanne eine Symbiose einzugehen, nimmt aber auch mit Fichte und sogar Kiefer vorlieb. In Tirol soll der März – Schneckling sogar im Buchenwald gefunden worden sein. Der kräftige und damit ergiebige Speisepilz war zumindest in früheren Zeiten auf Märkten in Frankreich, Italien und der Schweiz im Angebot. In Florenz sollen in guten Jahren sogar zwischen 50 000 – 100 000 Kilo auf dem Markt verkauft worden sein. Dieser Sachverhalt deutet auf seine Eigenschaft hin, an geeigneten Fundplätzen große Populationen auszubilden. Uns würde schon eine Handvoll genügen, um diesen, für mich seit Kindertagen auf dem Wunschzettel stehenden Pilz, einmal in der Hand gehalten und fotografiert zu haben. Er steht inzwischen ohnehin auf der Roten Liste der zu schonenden Pilzarten.

Einmal im Leben die Teufelsurne (Urnula craterium) finden. Bei  Bernburg ging der Wunsch in Erfüllung.

Als wie im März vergangenen Jahres zu einer Lokalität von Tulpenbecherlingen und Teufelsurnen bis in die Restauen der Saale bei Bernburg fuhren, um die genannten Pilze einmal am Standort zu sehen und fotografieren zu können, kam auf der Rückfahrt die Idee zu diesem Unterfangen auf. Ich habe hierfür nun das verlängerte Osterwochenende ausgesucht, aber das soll nicht in Stein gemeißelt sein. Gerne darf es auch an einem anderen Wochenende sein. Die Hauptfruktifikationszeit des März – Schnecklings soll von Mitte März bis Anfang April liegen. Ja nach Höhenlage und Witterung kann er aber ganzjährig gefunden werden. Unsere Mitteldeutschen Fundnachweise wurden meist zwischen Januar und Mai getätigt.

Nun wollen wir aber nicht blauäugig sein. Wir kennen keine einzige Lokalität dieses Wachsblättlers dort, aber vielleicht können wir ja beispielsweise über die sozialen Netzwerke Kontakte zu Kennern von Lokalitäten knüpfen, ähnlich wie es mit dem Bernburger Vorkommen möglich wurde. Und für eine Tagesreise wie damals wäre die doppelte Wegstrecke einfach zu weit, um am selben Tag wieder heim zu fahren. Ich denke, wir sollten uns dann auch wirklich Zeit nehmen. Mögliche Unterkünfte finden sich hier:  Natur- und Umweltzentrum Vogtland

Jugendherbergen im Vogtland


Wie bereits erwähnt, wenn tatsächlich Interesse bestehen sollte und wer Ostern lieber im Kreise der Lieben zu hause feiern möchte, wir können gerne auch ein anderes Wochenende in die Planung nehmen.

30. Januar 2024 – Treffen der Pilzfreunde

Neujahrstreffen der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e. V. – Gruppe der Pilzfreunde

Themenabend: Aurora Borealis

Polarlicht am 10.09.2023 am Altofjord von Christopher Engelhard im Bild festgehalten.

Treff war am Dienstag, dem 30. Januar 2024, um 18.00 Uhr im Mykologischen Informationszentrum Steinpilz – Wismar, in der ABC Straße 21. 


Zwar neigte sich der erste Monat des neuen Jahres bereits mit großen Schritten seinem Ende zu, aber trotz dieser Tatsache waren heute Abend die Pilzfreundinnen und Pilzfreunde der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e. V., sowie interessierte Gäste zu unserem traditionellen Neujahrstreffen in den Steinpilz – Wismar sehr herzlich eingeladen. In gemütlicher Runde haben wir mit einem Gläschen Sekt auf das neue Pilzjahr 2024 angestoßen. In der Hoffnung, dass es uns mit reichlich interessanten Funden beglücken möge.

Die Pilzfreundinnen und Freunde der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e. V. und einige Gäste heute Abend zum Neujahrstreffen im Steinpilz – Wismar.

Unser Referent und Vereinsmitglied Chris schaut hier zwar etwas ernst und andächtig drein, aber während seines sehr informativen Bildervortrages war die Begeisterung über die Aurora Boreales wieder voll und ganz bei ihm entbrannt. Als würde er gerade die schönsten Momente noch einmal erleben und ließ uns zumindest erahnen, wie beeindruckend es sein muss, dieses Naturschauspiel in freier Natur zu erleben.

Um den Abend mit Inhalt zu füllen gab es einen interessanten Vortrag unseres Pilz- und Naturfreundes Christopher Engelhardt. Er weilte für einige Wochen im Herbst des vergangenen Jahres im hohen Norden, in Norwegen und Finnland, und hat dort viel Natur im Bild festgehalten. Heute stand die Aurora Borealis, das Nord- oder Polarlicht, im Mittelpunkt seines Vortrages und dazu vermittelte er uns in Wort und Bild viel wissenswertes zu dieser phantastischen Natur – Erscheinung. Chris schreibt dazu: „Der hohe Norden Europas begeistert durch eine großartige Natur, hoch angepasste Lebensformen und durch einen Nachthimmel, der, anders im überall lichtverschmutzen Himmel Mitteleuropas, noch wirklich dunkel und sternenklar ist.

14.09.2023 – Landersfjorden/Norwegen.

Ab und zu erstrahlt dabei ein grandioses Licht- und Farbenspiel am Himmel., dessen Schönheit und Faszination sich niemand entziehen kann, das Polarlicht, die sogenannte Aurora Borealis. Der Bildervortrag nimmt uns mit auf die Reise zu diesen spektakulären Erscheinungen. Im Jahr 2023 gab es mehrfach kurze Phasen extremer Aurora, in denen Nordlichter bis weit südlich in unseren Breiten auftraten. Neben kurzen Informationen zur Entstehung von Polarlichtern erfahren wir auch, wie und wo wir selbst am ehesten Polarlichter sehen und fotografieren können.“

Und für diese, bis zu uns zu beobachtenden Nordlichter, steigen die Chancen sogar noch deutlich an. Insbesondere der Zeitraum von Ende 2024 bis Anfang 2026 soll sehr günstig für die Aurora Borealis werden.

Aber auch für das leibliche Wohl war wieder gesorgt. Vereinsfreundin Maria servierte uns diese liebevoll gebackene, herzhafte Pilztorte.

Außerdem haben wir Vorschläge für unsere Aktivitäten in der neuen Saison diskutiert und es dufte auch der Jahresbeitrag für 2024 entrichtet werden.

Wer es lieblicher mochte (oder beides) konnte sich diese Gugelhupflinge im Munde zergehen lassen. Zu einer Tasse Kaffee oder Tee, versteht sich. In diesem Sinne auf ein erfolgreiches Pilzjahr 2034!

Die Veranstaltung endet gegen 20.00 Uhr

30. Dezember 2023 – Jahresendexkursion

Silvesterexkursion 

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Auch für interessierte Natur- und Pilzfreund*innen

Schloss Wiligrad am 30. Dezember 2023.

Eine offizielle Weihnachtsfeier der Vereinsmitglieder gab es in diesem Jahr nicht. Die Idee von unserer Vereinsfreundin Catrin kam im vergangenen Jahr gut an, am Jahresende noch einmal das alte Pilzjahr mit einer Jahresendexkursion ausklingen zu lassen. Dem wollten wir auch heute genüge tragen. Im vergangenen Jahr trafen sich einige Mitglieder und Gäste dazu im Warnowtal bei Gädebehn. Es wurde eine durchaus pilzreiche Exkursion bei mildem Winterwetter. Dazu wurden wir von Irena reichlich an frischer Luft mit Speis und Trank bewirtet. Dieses Jahr war die Haushalt – Forst am Schweriner See, unterhalb der Hangterrassen von Wiligrad, das Ziel. Damit schlugen wir gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Sinngemäß natürlich, denn von Fliegen wurden wir zu dieser Jahreszeit kaum belästigt. Vielmehr holten wir den letzten Termin unserer diesjährigen Mittwochsexkursionen nach, der wegen eines Wintereinbruchs abgesagt werden musste. Das Wetter zeigte sich zwar nicht sehr begeistert von unserer Idee und weinte sich zeitweise über uns aus. Aber alles hielt sich in Grenzen und so erlebten wir trotz allem noch eine recht ordentliche Abschlussexkursion 2023.

Am Treffpunkt in Wiligrad.

Sehr gefreut habe ich mich über dieses nachträgliche Weihnachtsgeschenk, welches mir Catrin überreichte. Ganz herzlichen Dank dafür, auch an die anderen Pilzfreundinnen und Freunde, die ihren Anteil daran hatten.

Kaum dort angekommen hatte Catrin bereits den ersten Erfolg zu vermelden. Den Rhododendron – Knospenfresser (Pycnostysanus azaleae), ein Phytoparasit.

Sogleich wurden auch andere fündig.

Ein nicht mehr ganz frischer Violetter Rötel – Ritterling (Lepista nuda).

Ebenfalls recht betagte Nebelgraue Trichterlinge (Clitocybe nebularis).

Dieser auch nicht mehr ganz so junge Blätterpilz mit den anastomosierenden Lamellen gab uns ein Rätsel auf.

Zunächst führte uns der Weg durch den Schlosspark.

Dort entdeckten wir ebenfalls schon sehr betagte Fruchtkörper. So von einer Herbstlorchel, oder auch ein ausgereifter Flaschen – Stäubling.

Auch dieser in besseren Buchenwäldern nicht seltene Schärfliche Ritterling (Tricholoma sciodes) hat die besten Tage bereits hinter sich. Eine Kostprobe meinerseits ließ aber seine immerhin noch dezente Schärfe spüren.

Kammkoralle (Clavulina christata).

Chris nimmt einen Fototermin unter reichlich Anteilnahme wahr.

Nun geht es aber endlich hinunter zum Schweriner See.

Die für mich mit Abstand interessanteste Entdeckung in den dicken Rohhumuspaketen am Ufer des Schweriner Sees waren diese Mürblinge. Sehr markant mit ihrer weinroten Grundfärbung und auch recht üppige Fruchtkörper für diese Gattung. Trotz allem gelang mir/uns keine eindeutige Zuordnung innerhalb der durchaus schwierigen Gattung.

Da lob ich mir doch diese Typen, die es uns in ihrer Identifikation einfach machen. Junge Specht – Tintlinge (Coprinus picaceus).

Und hier noch mal die Spechte in Auflösung (Autolyse) begriffen.

Jahresendblick auf den Schweriner Außensee.

Auf dem Wanderweg in Richtung Lübstorf.

Die ersten Winterpilze (Flammulina velutipes) wurden entdeckt.

Und kurz drauf erspähte Catrin hochthronend üppige Büschel dieser leckeren Speisepilze.

Der Samtfuß – Winterpilz (Flammulina velutipes) ist einer der ältesten Kulturpilze der Menschheit. In Ostasien, so habe ich gelesen, soll er schon vor mehr als 1000 Jahren in Kultur genommen worden sein.

Schatten und Lichtspiele am Ende des Jahres. So wie in unserem Leben auch. Ich liebe diese melancholische Stimmung.

Wunderbare Momente am Jahresende.

Fundbesprechung.

Fototermin.

Ein besonders mastiger Häubling (Galerina spec.).

Nicht nur mastig, vor allem riesig ist dieses Teil, welches ein Pilzfreund aus Bad Kleinen hier aufgespürt hat. Es sind überständige Fruchtkörpers des Schuppigen Porlings (Polyporus squamosus).

Und dann große Begeisterung über ein Vorkommen noch frischer, gerade aufgesprungener Halskrausen – Erdsterne (Geastrum triplex).

Gut ausgeprägte Halskrause.

Natürlich durfte der wohl wichtigste und ergiebigste Speisepilz des Winters nicht fehlen. Austern – Seitling (Pleurotus ostreatus).

Und hier noch einmal in Silvesterbunter Szenerie.

Am Vorabend des Jahreswechsels.

Sandra Bernhardt aus Hamburg hatte ihre professionelle Fotoausrüstung mit dabei.

Und damit gelingen ihr natürlich auch ganz besonders schöne Aufnahmen. So diese Grünspan – Becherlinge (Chlorosplemium aeruginascens).

Es sind tatsächlich die Kleinsporigen Grünspanbecherlinge.  Sandra hat sie mikroskopiert.

Und dann pfiff Catrin uns zurück. Wir waren schon alle dran vorbei marschiert. Eine wirklich beeindruckende Plantage von Winter – Helmlingen auf einem liegenden, bemoosten Eichenstamm.

Für die Pilze war es ein gefundenes Fressen im eigentlichen Sinne, für uns eins für unsere Kameras und Handys.

Winter – Helmling (Mycena tintinabulum).

Es sind hunderte Behelmte, die hier dicht an dicht einen Platz an der selten scheinenden Wintersonne suchen. 

Und das Ganze Generationen übergreifend.

Sandra bringt ihre Foto – Ausrüstung in Stellung für unser Gruppenbild. Allerdings hatte der Selbstauslöser irgendwie keine Lust. Da kamen zwei junge Damen zufällig des Weges und wir konnten diese für unser Vorhaben gewinnen.

Zur Erinnerung an unsere Silvesterexkursion am Schweriner See. 30. Dezember 2023. Leider fehlen hier bereits drei Menschen, die etwas forscher unterwegs waren.

So setzten auch wir mit letzten Sonnenstrahlen zum Endspurt in Richtung Wiligrad an.

Blau ist die Hoffnung. Ein recht gutes Pilzjahr liegt hinter uns, hoffen wir auf ein zumindest eben solches in 2024.


Und hier noch die Artenliste vom MTB 2234/4 – Haushaltforst Wiligrad/Lübstorf: Rhododendron – Knospenfresser, Violetter Rötel – Ritterling, Gilbender Erdritterling, Nebelgrauer Trichterling, Fichten – Zapfenrübling, Geweihförmige Holzkeule, Striegeliger Schichtpilz, Kaffeebrauner Scheintrichterling, Gemeiner Trompeten – Schnitzling, Schärflicher Ritterling, Krauser Aderzähling, Kammkoralle, Gift – Häubling, Herbst – Lorchel, Flaschen – Stäubling, Birnen – Stäubling, Echter Zunderschwamm, Specht – Tintling, Halskrausen – Erdstern, Röhrenkeule, Laubholz – Harzporling, Winter – Helmling, Judasohr, Samtfuß – Winterrübling, Austern – Seitling, Kleinsporiger Grünspanbecherling, Schuppiger Porling u. a. 


Wie geht es 2024 weiter? – Siehe unter Termine!

29. November 2023 – Exkursion am Mittwoch

Mittwochsexkursion bei Bad Kleinen

Auch für interessierte Pilz- und Naturfreund*innen

MTB: 2234/4 – Haushalt Forst bei Wiligrad

Diese Veranstaltung ist wegen Frau Holle ausgefallen und wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt. Siehe unter „Silvesterexkursion“

Schloss Wiligrad am Schweriner See. Foto: Beatrice Seidel.

Treff und Uhrzeit können individuell abgestimmt werden. Einfach anrufen oder eine Nachricht zusenden. Tel.: 03841/228917 oder Handy: 0173/6977219. E – Mail: steinpilz@t-online.de – Dauer der Tour zwischen 3 und 5 Stunden.


Kostenpunkt: 20,00 € p. P.; Vereinsmitglieder frei.


Goldfell – Schüpplinge (Pholiota aurivella) am Ufer des Schweriner Sees an totem Buchenholz.

Die Pilzsaison 2023 neigt sich dem Ende zu. Heute soll es jedoch noch einmal zu einer Mittwochsexkursion in den letzten Quadranten der Toppgraphischen Karte von Bad Kleinen gehen. Hier findet sich der südwestlichste Bereich der ehemaligen Haushalt Forst, mit seinen steil zum Schweriner See  abfallenden Hangterrassen. In früheren Jahren führte ich hier jedes Jahr im November unsere abschließende Pilzlehrwanderung durch. Damals immer einmal zur Morchelzeit im Mai und dann zur Zeit von Austern – Seitling und Co. im spätherbstlichen bzw. frühwinterlichen November. Kartierungstechnisch ist dieser Quadrant bereits bestens bearbeitet, so dass es schwer werden dürfte, wirklich neues zu entdecken. Aber schauen wir mal. Im Zentrum des Waldgebietes findet sich der kleine Ort Wiligrad mit seinem historischen Schloss Wiligrad. Vielleicht hat das dortige Gartencafe Wiligrad ja auch in dieser tristen Jahreszeit noch geöffnet und wir können noch zu einer Tasse Kaffee und einem Stückchen Kuchen einkehren.

Blick vom Ufer unterhalb von Schloss Wiligrad auf den Schweriner See.


Zu beachten wäre die Wetterlage. Sollte es regnen, schneien oder sogar Unwetterwarnungen ausgegeben worden sein, kann die Exkursion kurzfristig abgesagt und zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Deshalb bitte nochmals zeitnah an dieser Stelle informieren. Siehe auch unter: http://www.unwetterzentrale.de


27. November 2023 – 06. Januar 2024 – Adventsgestecke

Weihnachstube im Steinpilz – Wismar

Advents- und Weihnachtsgestecke

Adventsgesteck mit Rentierflechte, Zapfen und Flachem Lackporling.

Wie seit vielen Jahren schon, gab es auch in dieser Vorweihnachts- und Weihnachtszeit wieder unsere ganz speziellen und individuellen Gestecke für die stimmungsvollste Zeit des Jahres im Mykologischen Informationszentrum Steinpilz – Wismar, in der ABC Straße 21. Von kitschig bis naturnah und oft auch mit echten Pilzen ausgestattet. Auf stabilen Baumrinden, Holzscheiben, Astgabeln, Kränzen oder Brettern, mit Moos, Rentierflechten und Zapfen, aber auch mit mehr oder weniger bunter Weihnachtsdekoration. Die Pilzberatungsstelle verwandelte sich also wieder in eine gemütliche Weihnachtsstube. Und das blieb auch, ganz der Tradition verpflichtet, bis zum Ende der Weihnachtsfeiertage am 6. Januar 2024 so.

Panoramablick in das weihnachtliche Info – Zentrum Steinpilz – Wismar, ABC Straße 21.

Mit dem Erwerb eines unserer Gestecke helfen Sie mit, die Pilzberatungsstelle in Wismar auch weiterhin zu erhalten.

Wir freuen uns auf ihren Besuch.   

22. November 2023 – Exkursion am Buß- und Bettag

Mittwochsexkursion bei Bad Kleinen

Auch für interessierte Pilz- und Naturfreund*innen

MTB 2234/3 – Haushalt Forst bei Rote Flöte

Exkursionsgebiet heute bei Rote Flöte.

Im 3. Quadranten der Topographischen Karte von Bad Kleinen finden sich mehrere Gebiete, die für unsere Kartierungsexkursion hätten in Betracht kommen können. Die Nase vorn hatte der südliche Teil der Haushalt Forst zwischen Zickhusen, Drispeth und Alt Meteln. Eine weitere Möglichkeit wäre der Bereich am und nördlich des Rugensees gewesen. Hier befinden sich Laubwälder, die teils feucht stehen und daher auch Erlenbrüche enthalten dürften. Westlich der B 106 und gleich an Lübstorf anschließend findet sich ein schmales Waldgebiet, welches laut mündlicher Mitteilung aber nicht so sehr viel her geben soll. Im südlichen Bereich des Quadranten finden sich ebenfalls noch interessante Reviere. So bei Klein Trebbow mit dem bewaldeten Ufer des Trebbower Sees oder mit dem Wald am Schlossberg. Nicht zu vergessen wäre der westliche Ausläufer der Haushalt Forst Lübstorf/Wiligrad. Also ein Quadrant, der einiges zu bieten hat. Wir steuerten einen Zipfel der Haushalt Forst bei Rote Flöte an. Wir, dass waren Irena aus Keez, Maria aus Lübstorf sowie Christian und Reinhold aus Wismar. Da sich der erste Wintereinbruch ankündigte und ein eisiger Wind diesen erahnen ließ, wurde unsere Kartierungsrunde nicht all zu groß und zeitlich, auch wegen des Tagesganges, recht begrenzt.

Eigentlich brauche ich ihn nicht näher vorzustellen, denn es kennt ihn ohnehin jeder über den Tellerrand hinaus blickende Pilzfreund bzw. Freundin, den Holunder Rindenschichtpilz (Lyomyces sambuci).

Um es vorweg zu nehmen, Frischpilze gab es satt. Hier sehen wir die für diese Jahreszeit typischen Fuchsigen Rötel – Trichterlinge (Lepista flaccida).

Irena, Maria und Christian.

Solitär stehende Nebelkappe (Clitocybe nebularis) im Herbstlaub.

Hier in Form eines Herbstblattls.

Der Bleiweiße- oder Laubfreund Trichterling (Clitocybe phyllophila) bildet, wie auch einige andere Streuzersetzer, gerne Hexenringe aus. Für den Kochtopf – Mykologen dahin gehend von Interesse, dass er zu den stark giftigen Pilzarten gehört.

Nur schwach giftig ist hingegen der sehr schöne Rosa – Helmling (Mycena rosea).

Rotbraune Borstenscheiblinge (Hymenochaete rubuginosa) finden sich sehr häufig auf der Rinde alter Eichenstubben. Sie wirken meist sehr düster und unscheinbar, werden kaum wahrgenommen. Mit Blitz und vielleicht noch mit einem farbfreudigen Bildmodus, so wie hier, kommt ihre  Schönheit erst richtig zum Tragen.

Da fällt der auf den ersten Blick bereits fotogene Grünspan – Träuschling (Stropharia aeruginosa) schon eher ins Auge.

Auch immer wieder sehr farbfreudig tritt der Violette Lacktrichterling oder Bläuling (Laccaria ametystea) in Erscheinung.

Und noch einmal ordentlich Farbe in das triste Novembergrau. Gelbmilchender Helmling (Mycena crocata).

Und hier am Standort.

Schiefknolliger Anis – Champignon (Agaricus abruptibulbus).

Diese Flämmlinge (Gymnopilus spec.) schoben sich aus einer Spalte eines Laubbaumstammes heraus. Auffällig ist ihr deutlich ausgeprägter, häutiger Ring und die weißfilzige Stielbasis.

Die meisten Vertreter der Stummel- oder Krüppelfüßchen (Crepidotus) sind makroskopisch nicht zu identifizieren. Sie müssen also mikroskopiert werden. Horak führt über 20 Arten an. Die häufigste in unseren Breiten scheint das Kugelsporige Stummelfüßchen zu sein. Ja, die Kugeln sind eben nicht mit dem bloßen Auge erkennbar.

Noch weitaus komplizierter wird es in der hunderte Arten enthaltenen Gattung der Schleierlinge (Cortinarius). Immerhin gibt es hier einige, die durchaus gut im Feld ansprechbar sind. Der hier wird allerdings namenlos bleiben.

Zur Abwechslung mal eine Art der Bauchpilze, die es uns leicht macht. Den Flaschen – Stäubling (Lycoperdon perlatum) kann nun wirklich jeder bestimmen, der mit einem Minimum an Ernsthaftigkeit daran geht.

Die Röhren – Keule (Macrotyphula fistulosa).

Hier war jemand hungrig, der es außerdem recht deftig mag, denn die abgeweideten Grünblättrigen Schwefelköpfe sind doch ziemlich bitter. Ist es Rehwild? Man sieht es ziemlich oft.

Bitter schmeckt auch der Gallen – Täubling (Russula fellea).

Dieser Becherling gehört zur Gattung der Öhrlinge. Er ist ihr bekanntester Vertreter, das Eselsohr (Otidea onotica).

Bereits etwas entfärbte Purpurschwarze Täublinge (Russula atropurpurea).

Immer unter Buchen zu hause ist der Brandige Ritterling (Tricholoma ustale).

Der Hallimasch hat sich in diesem Herbst auffallend zurück gehalten. Nun scheint er doch noch stärker an den Start gehen zu wollen. Der Winter wird ihm einen Strich durch die Rechnung machen. Wir sehen hier jungen Dunklen Hallimasch (Armillaria obscura).

Typische Vertreter des Spätherbstes sind die Kaffeebraunen Schein- oder Gabeltrichterlinge (Pseudoclitocybe cyathiformis).

Während der Wind die Blätter im oberen Stockwerk des Buchenwaldes bereits verweht hat, trägt der Nachwuchs noch sein farbiges Herbstkleid.

Besonders gut auf diesem Panorama – Schwenk zu sehen.

Wie auf einem Präsentierteller hat sich hier ein Scheidenstreifling (Amanita spec.) empor geschoben. Davor ein Milder Milchling (Lactarius mitissimus).

Und hier noch einmal in Schieflage.

Wir verabschieden uns heute mal ohne Gruppenfoto von der Haushalt Forst bei Rote Flöte.


Die Artenliste von MTB 2234/3 Haushalt Forst bei Rote Flöte: Judasohr, Safran – Schirmpilz, Horngrauer Rübling, Goldgelber Zitterling, Schmetterlings – Tramete, Langstieliger Knoblauchschwindling, Weißstieliges Stockschwämmchen, Rosablättriger Helmling, Holunder – Rindenschichtpilz, Nebelgrauer Trichterling, Eichen – Wirrling, Grünblättriger Schwefelkopf, Gelbmilchender Helmling, Zitronengelbes Reisigbecherchen, Gallen – Täubling, Fuchsiger Rötel – Trichterling, Violetter Rötel – Ritterling, Süßlicher Milchling, Rehbrauner Dachpilz, Weißmilchender Helmling, Gelber Knollenblätterpilz, Flaschen – Stäubling, Schlanker Riesenschirmpilz, Bleiweißer Trichterling, Rosa – Helmling, Geweihförmige Holzkeule, Rotbrauner Borstenscheibling, Riesen – Champignon, Derbes Rotfüßchen, Grünspan – Träuschling, Fleischroter Lacktrichterling, Violetter Lacktrichterling, Gift – Häubling, Schiefknolliger Anis – Champignon, Ahorn – Holzkeule, Striegeliger Schichtpilz, Herber Zwergknäuling, Stoppliger Drüsling, Röhren – Keule, Brennender Rübling, Binsen – Keule, Vielgestaltige Holzkeule, Eselsohr, Gemeiner Wurzel – Schleimrübling, Brandiger Ritterling, Widerlicher Ritterling, Buchenwald – Wasserfuß, Purpurschwarzer Täubling, Milder Milchling, Scheidenstreifling und Kaffeebrauner Scheintrichterling.


Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

18. November 2023 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung 

Pilzwandern im Jahr des Sumpf – Haubenpilzes

Sie führte durch das Kröpeliner Stadtholz

Das Kröpeliner Stadtholz zeigte sich heute bei sonnigem Spätherbstwetter von seiner schönsten Seite.

Mit der heutigen Lehrwanderung haben wir den Zyklus der öffentlichen Führungen für dieses Jahr beendet. Immerhin befinden wir uns ab Mitte November bereits im Wachstumsaspekt des Winters. Dennoch sind wir dem Spätherbst noch sehr nahe, so dass die Artenvielfalt noch immer recht hoch sein kann. Und in diesem Jahr ganz besonders hoch. Viele Streubewohner,  aber auch noch reichlich Mykorrhiza – Arten. Im Kröpeliner Stadtholz dominieren Laubwälder, insbesondere Buchenbestände. 

Wir starten und Catrin hat offensichtlich bereits etwas entdeckt.

Hallimasch (Armillaria cf.) gab es besonders entlang des dortigen Radweges in Mengen und in allen Altersstadien.

Hier ist es eine schicke Herbstlorchel (Helvella crispa).

Beringter Flämmling (Gymnopilus junonius). Ungenießbar, da bitter!

Die Lamellen dieses Sprödblättlers schmeckten brennend scharf. Er gehört in die Gruppe der scharfen Weißsporer und hier zu den besonders pikanten Spei – Täublingen.

Nicht minder scharf schmeckt die weiße Milch des Graugrünen Milchlings (Lactarius blennius), den wir stets unter Buchen, mitunter als Massenpilz, antreffen können.

Ebenfalls unter Buchen zu hause und oft auch ein Massenpilz ist der Süßliche Milchling (Lactarius subdulcis). Er kann zumindest ein Mischpilz – Gericht bereichern.

Tolle Lichtspiele und Stimmungen heute.

Es war einmal eine Rotbuche.

So schön kann der November sein.

Hier sehen wir möglicherweise den Breitblättrigen Rußmilchling (Lactarius ruginosus)? Er gehört zu den Korallen – Reizkern, deren Milch im Verlauf rötet.

Der verwandte Falbe Milchling (Lactarius pallidus) besitzt unveränderlich weiße und sehr scharfe Milch.

Catrin gelingen mit ihrem neuen Handy inzwischen auch richtig schöne Bilder.

Ich habe in meiner Exkursionstasche immer einen Schminkspiegel dabei. Nicht für meine kaum vorhandene Eitelkeit, sondern er leistet mir manchmal gute Dienste, steht nur ein Hutträger der jeweiligen Art zur Verfügung. Hier ist es ein Brennreizker (Lactarius pyrogalus), den wir in der Regel unter Hainbuchen finden können.

Elfenbein – Schnecklinge (Hygrophorus eburneus). Der Buchenbegleiter soll essbar sein, aber ein Hit ist er sicherlich nicht.

Ganz anderes habe ich vom Rosablättrigen Helmling (Mycena galericulata) gehört. Seine Hüte sollen sehr gut munden. Wir sehen hier noch sehr junge Exemplare. Erst in der weiteren Reifung färben sich die Lamellen zart rosa.

Im Kröpeliner Stadtholz.

Erst wenn die Fruchtkörper des Gilbenden Erdritterlings (Tricholoma argyraceum) in Zersetzung übergehen bildet sich das bezeichnende Gelb heraus. Jung sind die Pilze essbar.

Unter Buchen, auf besseren Böden, findet sich der Braunfleckende Milchling (Lactarius fluens). Seine weiße Milch schmeckt scharf, er darf also im Wald bleiben.

Im Hintergrund wird Totholz inspiziert.

Das Interesse wurde u. a. von dieser Nebenfruchtform des Fleischroten Gallertbecherlings (Ascocoryne sarcoides) geweckt.

Ein sehr häufiger Laubholz – Besiedler ist der Herbe Zwergknäuling (Panellus stypticus). Besonders gern siedelt er auf Eichenholz. Die Querverbindungen am Lamellengrund nennt man Anastomosen.

Dieses geweihförmige Gebildet hatte Catrin entdeckt. Zwar befinden wir uns nicht auf einer Wiese, aber nichts destotrotz könnte hier durchaus die Geweihförmige Wiesenkeule (Clavaria corniculata) zu sehen sein. Ein toller Fund!

Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis) links, im Vergleich mit seinem tödlichen Doppelgänger, dem Gift – Häubling (Galerina marginata).

Hier darf man auch mal die Schönheit des Ganzen auf sich wirken lassen. Auch wenn es nur ein banaler Gelber Knollenblätterpilz (Amanita citrina) ist.

Hier ist es ein junger Starkriechender Körnchenschirmling (Cystoderma carcharias).

Immer wieder stimmungsvolle Momente.

Tolle Herbstfärbung einer Rotbuche im Kontrast zum blauen Himmel.

Meist sind unsere Blicke jedoch auf den Waldboden gerichtet.

Und hier immer wieder Hexenringe und Reihen der Herbstblattl (Clitocybe nebularis). Wie man sieht, wachsen sie nicht nur bei Nebel.

Ich konnte es einfach nicht lassen, immer mal meinen Blick zu den Baumkronen und in Richtung Himmel schweifen zu lassen. Dieser Tag ist doch ein Geschenk!

Goldener Herbst in seinen letzten Zügen.

Auch diese Gift – Häublinge (Galerina marginata) kommen bei dem traumhaften Wetter ganz besonders feierlich zur Geltung. Was stört uns ihre Giftigkeit, wenn sich das Auge satt sehen kann.

Auch entlang und in diesem Graben gab es allerhand zu entdecken.

Hier sind es Buchen – Speitäublinge (Russula mairei).

Auch gleich daneben schob sich weiteres Rot aus der dicken Laubstreu des Grabens. Ein Glückspilz!

Ist es ein Buchenblatt – Amanita?

Natürlich nur ein ganz gemeiner Fliegenpilz (Amanita muscaria).

Hier sehen wir die Röhrige Keule (Macrotyphula fistulosa).

Steife Koralle (Ramaria stricta).

Welch ein gefräßiger Schneckling!

Einfach schön anzusehen.

Im Falllaub des Spätherbstes, nicht nur von Buchen, besonders gerne auch von Eichen, finden wir sehr gesellig den Großen Knoblauchwindling (Marasmius prasiosmus).

Diese Stockschwämmchen haben offensichtlich einen Gen – Defekt. Sie sind allgemein heller, so auch ihr Sporenstaub. Die Fruchtkörper erscheinen also blasser. Ähnliches lässt sich auch bei Schwefelköpfen beobachten.

Immer noch schiebt der eine oder andere Steinpilz (Boletus edulis).

Allmählich schließt sich der Kreis und die Wanderung geht ihrem Ende entgegen.

Einer der Teilnehmer hatte kurz vor mir diesen Frauen – Täubling (Russula cyanoxantha) versehentlich als Steinpilz abgeschnitten. Da er rasch bemerkte, dass er sich getäuscht hatte, warf er den vermeintlichen Giftpilz wieder weg. Ich hob ihn kurz danach auf und bot ihm diesen als ausgezeichneten Speisepilz an. Also nicht so voreilig handeln, schließlich hat man doch den Fachmann dabei.

Eine Familie von Gruben – Lorcheln (Helvella lacunosa).

Selbst ein letzter Pantherpilz (Amanita pantherina) hat hier noch das Licht der Welt erblickt.

Unter dem Motto: „das Beste zum Schluss“, hat Catrin noch einen imposanten Trupp der äußerst fotogenen Goldfarbenen Glimmerschüpplinge entdeckt.

Ihre Manschette schmückt den Stiel zunächst nicht als herunter hängendes Röckchen, sondern zeigt eher wie eine Halskrause noch oben.

Die festfleischigen und kaum verwechselbaren Pilze sind nie madig. Vielleicht verhindert derartiges die in ihnen enthaltene Blausäure, die, will man die Pilze essen, zunächst verdunstet werden muss. Er soll dann sehr wohlschmeckend sein!

Goldfarbener Glimmerschüppling (Phaeolepiota aurea). Dieser Fund rundete die letzte öffentliche Lehrwanderung des Jahres würdig ab.

Zur Erinnerung an eine spätherbstliche Wanderung durch das Kröpeliner Stadtholz.

Ein großes Dankeschön an die Sonne. Sie hat es heute wirklich gut mit uns gemeint und Licht in das so häufige Novembergrau gebracht.

Wann startet die nächste Pilzwanderung? – Siehe unter Termine!

15. November 2023 – Exkursion am Mittwoch

Mittwochsexkursion bei Bad Kleinen

Auch für interessierte Pilz- und Naturfreund*innen

MTB 2234/2 – Großherzoglicher Forst Moidentin –  Lostener See

Am Lostener See heute Nachmittag.

Heute ging es mit dem 2. Quadranten der Topographischen Karte Bad Kleinen im Maßstab 1 : 25 000 weiter. Im Quadrant befinden sich im wesentlichen 2 Reviere, die für unsere spätherbstliche Exkursion in Frage kamen. Da wäre der nordöstliche Bereich, mit dem Lostener See zu nennen. Das Gebiet gehört zur ehemals Großherzoglichen Forst Moidentin. Das bewaldete Steilufer des See ist durchaus eine vielversprechende Adresse. Der Südostteil wird von einem Zipfel des Schweriner See eingenommen und hier entspringt auch der Wallensteingraben , der sich in Richtung Norden hin zum Lostener See in Bewegung setzt. Von hier aus weiter zum Wismarer Mühlenteich fliest, um schließlich in die Wismar Bucht zu münden. Andererseits findet sich im Herzen des Quadranten ein kompaktes Mischwaldgebiet, nämlich der Bad Kleiner Teil der früheren Haushalt Forst. Auch dieses Revier gehört zu unseren artenreichen Wäldern und hat selbst im Spätherbst noch einiges zu bieten. In manchen Jahren erwarten den Pilzfreund Unmengen von Totentrompeten und Trompeten – Pfifferlingen. Wir entschieden uns für erstere Variante. Dazu trafen sich am Nachmittag Maria aus Lübstorf, Christopher aus Lübeck, Phillip aus Renzow und Reinhold aus Wismar in Bad Kleinen und wir fuhren anschließend in Richtung Hohen Viecheln.

Von hier aus starteten wir unsere Exkursion.

So gleich begrüßten uns etliche Nebelkappen (Clitocybe nebularis).

Auch Violette Rötel – Ritterlinge (Lepista nuda) waren dabei. Beide teilen sich gerne den Standort.

Krauser Aderzähling (Plicatura crispa).

Sehr markant und leicht kenntlich ist der Gurken – Schnitzling (Macrocystidea cucumis). Alleine sein Duft nach frischen Gurken, mit ranziger Nebennote, lassen ihn ziemlich sicher erkennen.

Ein besonders schönes und daher fotogenes Exemplar des Dickschaligen Kartoffel – Hartbovistes (Scleroderma citrinum).

Noch ein kleines Stück und wir erreichen den Lostener See.

Rechts zwei giftige Grünblättrige Schwefelköpfe (Hypholoma fasciculare), links drei delikate Graublättrige Schwefelköpfe (Hypholoma capnoides).

Freude über immer neue Entdeckungen.

Hier sind es Große Blut – Champignons (Agaricus langei) des Laubwaldes. Allerdings unterscheidet Bon beispielsweise noch einen A. haemorrhoidarius. Beide Arten sollen sich im Wesentlichen durch unterschiedliche Sporengrößen unterscheiden.

Chris aus Lübeck beim Ablichten eines Herrenpilzes am Lostener See.

Ein stattliches Exemplar (Boletus edulis). Es durfte stehen bleiben.

Flockenstielige Hexen – Röhrlinge (Boletus luridiformis) setzten zu einem neuen Wachstumsschub in sonnenexponierter Lage, so sie denn scheinen sollte, an.

Nebelkappen (Clitocybe nebularis) in großen Mengen und in besonders mastigen Ausführungen in den mächtigen Laubstreupaketen.

Rotgelbe Stoppelpilze (Hydnum rufescens) an den Hangterrassen zum See.

Schon in Tagen meiner Kindheit bin ich hier auf der Suche nach Speisepilzen unterwegs gewesen. Allerdings kaum für mich selber, sondern für andere. 

Phillip ist fündig geworden.

Eine Kammkoralle (Clavulina christata).

Buchen – Speitäublinge (Russula marei). Gut ist ihre Sprödheit zu erkennen.

Die Graukappe wird auch Herbstblattl genannt.

Mal schauen, was Chris hier so entdeckt hat.

Es ist eine niedliche Gruppe bereits blutender Großer Bluthelmlinge (Mycena haematopus).

Seeblick.

Elfenbein – Schnecklinge (Hygrophorus eburneus) sind hier seit langem zuhause.

Hohe Luftfeuchtigkeit ist wichtig für Gallertpilze wie diese Judasohren (Hirneola auricula – judae).

Phillip war so nett und sammelte mir in Hanglage eine ansehnliche Menge junger Hallimasch ein, die ich für ein mögliches Imbissgeschäft abkochte und einfror.

Und zur Erinnerung von rechts: Maria, Phillip, Chris und Reinhold. 15. November 2023 am Lostener See.

Buchenhang zum Lostener See heute Nachmittag.


Hier die Artenliste von MTB 2234/2 – Großherzoglicher Forst Moidentin/Lostener See: Ahorn – Runzelschorf, Nebelgrauer Trichterling, Eichenwirrling, Rotbrauner Borstenscheibling, Langstieliger Knoblauch – Schwindling, Violetter Rötel – Ritterling, Specht – Tintling, Geweihförmige Holzkeule, Rillstieliger Helmling, Tonfalber Schüppling, Wurzelschwamm, Safran – Schirmpilz, Schwarzgezähnelter Helmling, Horngrauer Rübling, Süßlicher Milchling, Frostschneckling, Rosa – Helmling, Gift – Häubling, Grünblättriger Schwefelkopf, Krauser Aderzähling, Fuchsiger Rötel – Trichterling, Weißmilchender Helmling, Derbes Rotfüßchen, Gurkenschnitzling, Seidiger Rißpilz, Papagei – Täubling, Dickschaliger Kartoffel – Hartbovist, Rostfleckiger Helmling, Ohrlöffel, Mäuseschwänzchen, Blauer Saftporling, Gemeiner Violettporling, Bleiweißer Trichterling, Dunkelscheibiger Fälbling, Grobscholliger Riesenschirmpilz, Gelbweißer Täubling, Violetter Lacktrichterling, Halskrausen – Erdstern, Gelber Knollenblätterpilz, Herbstlorchel, Gemeine Stinkmorchel, Roter Fliegenpilz, Buchen – Speitäubling, Großer Blutchampignon, Echter Steinpilz, Graugrüner Milchling, Blaugrauer Reiftäubling, Glasigweißer Höckerschwamm, Rosablättriger Helmling, Rettich – Helmling, Buchenblatt – Helmling, Flockenstieliger Hexen – Röhrling, Weißes Haarbecherchen, Ziegelroter Schwefelkopf, Rotgelber Stoppelpilz, Gelbmilchender Helmling, Flaschen – Stäubling, Buchen – Klumpfuß, Dickblättriger Schwarztäubling, Brandiger Ritterling, Wechselfarbiger Speitäubling, Kammkoralle, Niedergedrückter Rötling, Violettlicher Schwindling, Honiggelber Hallimasch, Buchen – Kreisling, Buchen – Runzelschorf, Rotbraune Buchen – Kohlenbeere, Striegelige Tramete, Rotbuchen – Rindenkugelpilz, Gallen – Täubling, Gefleckter Helmling, Elfenbein – Schneckling, Großer Bluthelmling, Maronen – Röhrling, Goldschimmel, Beringter Buchen – Schleimrübling und Birken – Zungenporling.


12. November 2023 – Vereins- und Kartierungsexkursion

Vereinsexkursion der Pilzfreude

Auch für interessierte Gästinnen und Gäste

Sie führte durch das Rühner Holz

Heute im spätherbstlichen Rühner Holz.

Der Spätherbst – Aspekt sollte schon fast in seinen letzten Zügen liegen, geht es nach der Aspekt – Abfolge eines durchschnittlichen Pilzjahres. Aber in diesem Jahr ist alles anders. Der Wachstumsschub des Herbstes ist gerade abgeklungen und der eigentlich Mitte November endende Spätherbst startet gerade erst richtig durch. So drehten wir heute unter Führung von Catrin eine interessante Runde durch dieses umfangreiche Revier. Catrin hatte für uns eine tolle Route zurecht gelegt, schließlich ist es auch ihr Hauswald.

Ein in Fachkreisen allseits bekannter und in unseren Laubwäldern ein sehr häufige Sprödblättler ist der Dickblättrige Schwarztäubling (Russula nigricans). Er kann zumindest jung durchaus ein Pilzgericht bereichern.

Das gilt natürlich auch für den Schiefknolligen Anis – Champignon (Agaricus essettei).

Sehr willkommen bei den Feinschmeckern sind natürlich diese Trompeten – Pfifferlinge (Cantharellus tubaeformis).

Der schöne Buchen – Speitäubling (Russula mairei) ist alles andere als Delikat. Wie sein Namen bereits vermuten lässt, eher zum Spucken geeignet.

Hier waren die Feinschmecker unter den Schnecken am Werk. Frauen – Täublinge (Russula cyanoxantha).

Pilzfreund Hanjo aus Bützow betrachtet unter neugierigen Blicken einen Stubbenpilz.

Wahrscheinlich Stockschwämmchen, aber es sind auch Schwefelköpfe an diesem Buchenstubben zu sehen.

Die Steife Koralle (Ramaria stricta) im Buchenlaub.

Gemeine Hundsrute (Mutinus caninus).

Die ungenießbaren Wolligen Milchlinge (Lactarius vellereus) werden auch Erdschieber genannt. Laubschieber würde hier wohl auch nicht verkehrt sein.

Altgolden zeigt sich uns das Rühner Holz.

Die Elfenbein – Schnecklinge (Hygrophorus eburneus) sind unter Rotbuchen zuhause.

Auch der Gallen – Täubling (Russula fellea) ist ein Symbiose – Partner der Buche.

Zum Vergleich, links der essbare, wenn auch mindertwerrtige Gelbweiße Täubling (Russula ochroleuca) und rechts der absolut ungenießbare Gallen – Täubling (Russula fellea).

Der Purpurschwarze Täubling (Russula atropurpurea) geht auch gerne eine Partnerschaft mit der Eiche ein. Wir finden ihn auf sauren bis neutralen Böden.

Und schon wieder wurde etwas entdeckt.

Es ist ein Perlpilz (Amanita rubescens).

Ein Augenschmaus sind diese Gelbstieligen Muschelseitlinge (Sarcomyxa serotina). Für den verwöhnten Gaumen allerdings eher eine Zumutung.

Jetzt starten an Laubholz – Ästen auch wieder in großen Ansammlungen die Krausen Aderzählinge (Plicatura crispa) durch.

Hier sehen wir die verhältnismäßig seltene, weiße Form der Nebelkappe (Chlitocybe nebularis var. alba).

Ein verpilzter Buchenstamm wird in Augenschein genommen.

Es sind Lungen – Seitlinge (Pleurotus pulmonarius) und Beringte Buchen – Schleimrüblinge (Oudemansiella mucida).

Immer wieder schön.

Eine ganz eigene Eleganz.

Auch aus dieser Perspektive ansprechend.

Auch der Flaschen – Stäubling (Lycoperdon perlatum) kann immer wieder ein schönes Fotoobjekt darstellen.

Im Rühner Holz.

Auch Hallimasch (Armillaria cf.) gab es hier heute.

Ein Nest von Herbsttrompeten (Craterellus cornucopioides). Ein Trompeten – Herbst ist es in diesem Jahr allerdings nicht.

Besonders im Spätherbst können die Füllhörner auch recht üppig in Erscheinung treten.

Schwefel – Ritterling (Tricholoma sulphureus).

Über diesen Rotschuppigen Raukopf (Cortinarius bolaris) hat sich besonders Catrin sehr gefreut.

Steinpilze (Boletus edulis) wollten es in diesem Jahr wissen und kommen immer noch nicht so richtig zur Ruhe. 

Gut getarnt und im Laub versteckt ein Büschel von Pinsel – Schüpplingen (Pholiota jahnii).

Hier sehen wir den Gelbgestiefelten Schirmpilz (Lepiota ventriosospora).

Braune Raslinge (Lyophyllum fumosum).

Für viele Liebhaber ein ausgezeichneter Speisepilz.

Zwar stattlich, aber kein Speisepilz ist der Buchen – Klumpfuß (Cortinarius amoenolens).

Die Herkuleskeule (Clavariadelphus pistillaris) soll bitterlich oder pfefferig schmecken.

Besonders gefreut haben wir uns auch über dieses relativ seltene Wurzel – Graublatt (Tephrocybe rancida).

Oft in großen Schaaren an Kalkstandorten im Buchenwald kann im Herbst der Violettliche Schwindling (Marasmius wynnei) angetroffen werden.

Und natürlich durfte heute dieser Glückspilz (Amanita muscaria) nicht fehlen. Auch bekannt unter der Bezeichnung Roter Fliegenpilz.

Und hier sehen wir die Frau- und Herrschaften, die sich heute auf in das Rühner Holz zu einer Vereinsexkursion gemacht hatten. Ganz besonderen Dank an Catrin (2. von links), da sie uns so toll durch ihren Hauswald geführt hat.

Danke an das Rühner Holz, dass wir heute hier unterwegs sein durften. Es hätte ja auch große Jagd sein können.

Wann startet die nächste Vereinsexkursion? – Siehe unter Termine!

08. November 2023 – Exkursion am Mittwoch

Mittwochsexkursion bei Bad Kleinen

Auch für interessierte Pilz- und Naturfreund*innen

MTB 2234/1 – Buchholz (Haushalt Forst)

Goldene Spätherbststimmung im Buchholz heute Nachmittag.

In der Auslosung der Topographischen Karten für die Mittwochsexkursionen sind natürlich auch die Blätter im Nahbereich einbezogen worden. Im Norden ab der 18er Reihe, im Süden bis zur 23er Reihe, im Westen bis zur Landesgrenze und im Osten zur 37er Reihe senkrecht. Das war der Rahmen, den wir uns zu Beginn der Kartierungen um 1990 herum steckten. Das kann man gut auch auf meinen Datensätzen unter „Daten und Verbreitungskarten“ erahnen. Ich habe diesen Ramen für mich in den letzten Jahren deutlich erweitert und er umfasst nun nahezu das gesamte (westlichere) Mecklenburg. Die Messtischblätter der oben erwähnten Grenzen sind besonders gut gefüllt mit Fundpunkten. Dazu gehört auch das MTB Bad Kleinen.

Dieser Bereich der Haushalt Forst nennt sich Buchholz und ist das Filet – Stück schlechthin seit vielen Jahren. Ich/wir waren hier also schon sehr oft unterwegs. So auch heute.

Und da ich hier nicht nur im Rahmen der Kartierungsexkursionen unterwegs war, sondern die Reviere auch zu unseren am häufigsten aufgesuchten bezüglich Speisepilze und zum Besorgen von Ausstellungsarten zählen, ist hier vieles bereits bekannt. Es wird also schwer werden, wirklich neues zu entdecken. Zumindest für uns einfache Feldmykologen. Trotz allem gibt es noch eine Vielzahl von Arten, die hier durchaus reichlich vertreten sein dürften, aber noch nicht den Weg in die Datenbank gefunden haben. Insbesondere wenn man ernsthaft mykologisch Arbeiten möchte, gibt es hier noch vieles zu entdecken. Dabei ist Spezialliteratur und Mikroskop unerlässlich. Aber schauen wir mal. Vielleicht ist ja doch noch das eine oder andere neu für diesen Quadranten in der Haushalt Forst bei Zickhusen, einem unserer „Edel – Wälder“ schlechthin. So trafen sich zu diesem Vorhaben unsere neue Pilzfreundin Maria aus Lübstorf, Dr. Wulf Schultze aus Hamburg, Christopher Engelhardt aus Lübeck, Michael Junge aus Schwerin und Reinhold Krakow aus Wismar am Nachmittag in Zickhusen.

Bereits während unserer ersten Schritte erfreute dieser junge Safran – Schirmpilz (Macrolepiota rhacodes). Seit längerem befindet er sich jedoch in der Gattung Chlorophyllum.

Herbst oder Derbes Rotfüßchen (Xerocomus pruinatus). Aktuell Xerocomellus pruinatus.

Es war heute auch ein Tag für stimmungsvolle Landschafts-, bzw. Waldbilder.

Oder auch für derartige Stillleben. Aber darf man derartiges überhaupt als Stillleben bezeichnen? Ich habe von Kunstbegriffen keine Ahnung. Wikipedia habe ich entnommen, Stillleben sind Abbildungen von leblosen und statischen Objekten und wahrscheinlich auch nur in der Malerei. Hier ist es ein Foto und es ist viel Leben zu sehen. Wie dem auch sei, wir sehen hier Birnen – Stäublinge (Lycoperdon pyriforme) im herbstlichen Umfeld. Neuerdings Apioperdon pyriforme.

Fündig geworden.

Es sind Vertreter der Gattung Hallimasch (Armillaria cf.).

Nebelkappe, Graukappe, Nebelgrauer Trichterling (Clitocybe nebularis). Früher in der Gattung Lepista beheimatet. Also bei den Rötel – Ritterlingen, wo er meiner Meinung nach viel besser aufgehoben wäre.

Junge und besonders mastige Beringte Buchen – Schleimrüblinge (Oudemansiella mucida).

Ja, dass sind schon recht imposante Teile.

Inzwischen ist er in der Gattung Mucidulla beheimatet.

Immer wieder ein dankbares Foto – Motiv.

Dr. Wulf Schultze untersucht einen dünnen Buchenast, der über und über mit gelben Apothezien besetzt ist.

Auch Chris ist sogleich zur Stelle und und tätigt mit seiner Olympus – Unterwasserkamera Makroaufnahmen. Sehr wahrscheinlich sind es aber nur die überaus häufigen Zitronengelben Reisigbecherchen (Bisporella citrina).

Judasohren (Hirneola auricula – judae). Neuerdings Auricularia auricula – judae.

Einfach paradiesisch heute.

Laubholz – Harzporling (Ischnoderma resinosum).

Junge Wollige Milchlinge (Lactarius vellereus). Heute Lactifluus velereus).

Frischer Zuwachs beim Rotrandigen Baumschwamm (Fomitopsis pinicola). Hier ist noch alles beim Alten.

Wie so oft auch hier mal wieder ein Haarschleierling der unter Cortinarius spec. abgeheftet werden musste.

Gift – Häubling (Galerina marginata). Tödlich giftig!

Zum Vergleich hier das leckere Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis). Es steht seit längerem wieder in der Gattung Pholiota = Schüpplinge.

Ein häufiger Buchen – Begleiter ist der Brandige Ritterling (Tricholoma ustale).

Schwarzgezähnelter Helmling (Mycena pelianthina). Er gehört in die Sektion der Rettich – Helmlinge, die leicht giftig sein sollen.

Eine etwas windflüchtige Herbst – Lorchel (Helvella crispa).

Immer wieder gab es etwas zu entdecken.

Bunt sind noch die Wälder.

Ein in Autolyse befindlicher Schopf – Tintling (Coprinus comatus). Der zukünftige Pilz des Jahres 2024.

Seit vielen Jahren immer wieder Standortstreu und an der selben Stelle zu finden ist hier der Große Rettich – Fälbling (Hebeloma sinapizans). Im Längsschnitt ist im oberen Bereich des eng – holen Stieles immer ein dort hineinragender Zapfen zu sehen.

Maria entdeckte voller Freude diese jungen Steinpilze (Boletus edulis).

Ein schönes Bild unterstreicht hier nicht zuletzt der Tintenstrichpilz (Bispora antennata).

Schönes Stimmungsbild von jungen Weißstieligen Stockschwämmchen (Psathyrella hydrophila). Auch Psathyrella piluliformis.

Mitunter einen spektakulären Anblick liefert der Ansehnliche Flämmling (Gymnopilus spectabilis) an, bzw. um altem Laubholz herum.

Auch Beringter Flämmling (Gymnopilus junonius) genannt.

Ein im Herbst mitunter als Massenpilz in Erscheinung tretender Wachsblättler ist der Elfenbein – Schneckling (Hygrophorus eburneus).

Schiefknolliger Anis – Champignon (Agaricus abruptibulbus). Ein Waldbewohner.

Fleischbrauner – oder Schmutziger Rötel – Ritterling (Lepista sordida). Er ist meist schmächtiger als der sehr ähnliche Violette Rötel – Ritterling.

Igel – Stäublinge (Lycoperdon echinatum).

Meist auf Wiesen, mitunter aber auch im Wald findet sich der Schneeweiße Ellerling (Cuphophyllus niveus).

Hallimasch tritt in diesem Herbst vergleichsweise zurückhaltend in Erscheinung. Hier hätte ich aber meinen Korb in guter Qualität mit Honiggelben Hallimasch (Armillaria mellea) füllen können. Nur hatte ich am Ende keine Lust mehr dazu und schließlich lag auch das Tageslicht in letzten Zügen.

Von links waren heute Reinhold, Christopher, Maria, Michael und Wulf im Buchholz zur Mittwochsexkursion erfolgreich unterwegs.


Die Artenliste von MTB 2234/1 – Buchholz (Haushalt Forst): Schopf – Tintling, Violetter Rötel – Ritterling, Horngrauer Rübling, Rosa – Helmling, Safran – Schirmpilz, Graukappe, Brandkrustenpilz, Gelbmilchender Helmling, Grünblättriger Schwefelkopf, Langstieliger Knoblauch – Schwindling, Geweihförmige Holzkeule, Süßriechender Rettich – Helmling, Flaschen – Stäubling, Buchenblatt – Helmling, Süßlicher Milchling, Rotbraune Buchen – Kohlenbeere, Striegeliger Schichtpilz, Großer Bluthelmling, Derbes Rotfüßchen, Fleischroter Lacktrichterling, Violetter Lacktrichterling, Goldschimmel, Gelbweißer Täubling, Flaumiger Liliputseitling, Birnen – Stäubling, Zitronengelbes Reisigbecherchen, Braunfleckender Milchling, Weißstieliges Stockschwämmchen, Dickblättriger Schwarztäubling, Brennender Rübling, Beringter Buchen – Schleimrübling, Ziegelroter Schwefelkopf, Falscher Pfifferling, Braunroter Lacktrichterling, Gemeiner Rettich – Fälbling, Gelber Knollenblätterpilz, Duftender Gürtelfuß, Judasohr, Rotrandiger Baumschwamm, Warziger Drüsling, Schmetterlings – Tramete, Echter Zunderschwamm, Buchen – Speitäubling, Schwefel – Ritterling, Brandiger Ritterling, Graugrüner Milchling, Laubholz – Harzporling, Ansehnlicher Flämmling, Rotstieliger Leder – Täubling, Wolliger Milchling, Rettich – Helmling, Stockschwämmchen, Gallertfleischiger Fältling, Gallen – Täubling, Schärflicher Ritterling, Steife Koralle, Buchen – Runzelschorf, Elfenbein – Schneckling, Heftel – Nabeling, Flockenstieliger Hexen – Röhrling, Grünspan – Träuschling, Wohlriechender Gürtelfuß, Buckel – Tramete, Riesenporling, Schwarzgezähnelter Helmling, Frauen – Täubling, Gilbender Erdritterling, Grüner Anis – Trichterling, Schiefknolliger Anis – Champignon, Striegelige Tramete, Brombeerrost, Weinrötlicher Zwergchampignon,  Echter Steinpilz, Kaffeebrauner Scheintrichterling, Mehlpilz, Eichen – Rindensprenger, Bogenblättriger Helmling, Laubholz – Hörnling, Violettlicher Schwindling, Schmutziger Rötelritterling, Schneeweißer Ellerling, Igel – Stäubling, Verfärbender Schleimkopf und Honiggelber Hallimasch. 


Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

03. – 05. November – AMMV – Herbsttagung

AMMV – Herbsttagung

Sie fand auf der Ostseeinsel Hiddensee statt

Wie schon im Frühling diesen Jahres fand auch die Herbsttagung der Arbeitsgemeinschaft Mykologie Mecklenburg – Vorpommerns im Naturschutzbund Deutschland auf der schönen Ostsee – Insel Hiddensee statt. Sie diente der Kartierung, also der Erforschung der dortigen Pilzflora. Dazu waren die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft und vielleicht auch interessierte Gäste wieder sehr herzlich eingeladen. 

01. November – Kartierungsexkursion am Mittwoch

Mittwochsexkursion Lübtheen – Süd

Auch für interessierte Pilz- und Naturfreund*innen

MTB 2732/4 – Flusslandschaft Elbe bei Vielank

Diese Veranstaltung ist aufgrund ungünstiger Umstände ausgefallen und wird im nächsten Jahr nachgeholt.

Treff und Uhrzeit können individuell abgestimmt werden. Einfach anrufen oder eine Nachricht zusenden. Tel.: 03841/228917 oder Handy: 0173/6977219. E – Mail: steinpilz.wismar@t-online.de – Dauer der Tour zwischen 3 und 5 Stunden.


Kostenpunkt: 20,00 € p. P., Vereinsmitglieder frei.


Heute steht der 4. und damit letzte Quadrant der Topographischen Karte von Lübtheen – Süd auf dem Programm. Im Vergleich zu den ersten drei Quadranten findet sich in diesem ein deutlich geringerer Anteil von Waldflächen. Aber immer noch mehr als ausreichend für eine solide Exkursion. Neben kleineren Waldflächen, die über dem gesamten Quadranten verteilt liegen, findet sich nordöstlich der Ortschaften Benz und Vielank der südwestliche Rest der großflächigen Waldgebiete der Lübtheener Heide. Auch hier dürfte die Kiefer alles dominieren und wir werden sehen, was der Spätherbst hier für und bereit hält.


Zu beachten wäre die Wetterlage. Bei zu ungemütlichem Wetter, Regen, Schnee oder sogar möglicher Unwettergefahr, kann die Exkursion kurzfristig abgesagt und zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Daher möglichst nochmals zeitnah an dieser Stelle informieren. Siehe auch unter: Unwetterzentrale.de


28. Oktober 2023 – Öffentliche Pilzwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Sumpf – Haubenpilzes

Im Gebiet der Oberen Seen bei Sternberg

Landschaftsschutzgebiet Obere Seen bei Sternberg.

Inzwischen befinden wir uns im Ablauf der Aspekt – Abfolge eines Pilzjahres im Spätherbst. Im Gegensatz zu den uns bekannten 4 Jahreszeiten werden die Wachstumsphasen im Pilzreich in 8 Jahreszeiten aufgegliedert. 

  1. Schneeschmelze (Januar bis März)
  2. Vorfrühling (Ende März – Anfang Mai)
  3. Frühling (Anfang Mai – Mitte Juni)
  4. Frühsommer (Mitte – Ende Juni)
  5. Sommer (Juli – Mitte August)
  6. Herbst (Mitte August – Mitte Oktober)
  7. Spätherbst (Mitte Oktober – Mitte November)
  8. Winter (Mitte November – Januar)

Natürlich sind die Übergänge verschwommen und die einzelnen Aspekte können sich je nach Witterung verschieben oder ganz ausfallen. Es handelt sich im Bereich des Oberen- und des Wustrowsees um eine heideartige Landschaft mit locker stehenden Kiefern – und Birkengruppen, dichteren Mischwaldbeständen, aber auch Trockenrasen und Ginster – Heide. Die Böden sind stellenweise sehr arm und mit Flechten, Blaugräsern und Moosen bewachsen. Was können wir hier im Spätherbst erwarten? Typische Pilzarten sind zu dieser Jahreszeit beispielsweise essbare Frostschnecklinge, Maronen – Röhrlinge, Butterpilze, Riesen – Schirmpilze, Schnee – Ritterlinge, Rötel – Ritterlinge oder Perlpilze. Es gibt Giftpilze wie Grünlinge und wunderschöne Fliegenpilze, um nur einige zu nennen. Selbst der eine oder andere Steinpilz kann hier zu später Jahreszeit noch angetroffen werden. Und es wurde ziemlich bunt heute. An der Pilzfront geht gerade in diesen spätherbstlichen Tagen noch einmal richtig die Post ab. So sind vielfach Steinpilze zu einer regelrechten Landplage geworden, wogegen sich so typische Spätherbst – Arten wie Hallimasch doch eher in Bescheidenheit üben.

Wir starten.

Ein wirklich toller Fund gleich nach den ersten Metern, der Blutblättrige Zwergschirmling (Melanophyllum haematospermum).

Erdsterne haben zur Zeit Hochkonjunktur. Hier sehen wir den großen, häufigen und damit besonders auffälligen Halskrausen – Erdstern (Geastrum triplex). Die Stäublings- und Bovist – Verwandten sind keine Speisepilze.

Ein Feld von teils schon vergangenen Schopf – Tintlingen.

So sollen sie aussehen.

Unter Pappeln einige Pappel – Ritterlinge (Tricholoma populinum). Sollen sie der kulinarischen Verwertung zugeführt werden, so ist es ratsam die Huthaut zu entfernen, da sie Bitterstoffe enthält.

Info – Tafeln der Naturpark – Verwaltung.

Fundbesprechung mit Pilzberater Phillip Buchfink, 2. von rechts.

Den Fund des Tages tätigte eine Pilzfreundin von der Insel Poel an einem Hohlweg unter Eichen. Sie entdeckte hier den seltenen Olivgestiefelten Schneckling (Hygrophorus persoonii).

Der genannte Hohlweg.

An der Weg – Böschung auch einige Büschel junger Stockschwämmchen. Klar, dass die Mykophagen zuschlugen.

Auch diese Sparrigen Schüpplinge (Pholiota sqarrosa) fanden wir dort. Sie könnten von Unkundigen für Hallimasch gehalten werden. Eine Verwechslung hätte aber nur einen gewissen Verlust des Wohlgeschmackes zur Folge.

Unter Eichen findet sich nicht selten der Weinrote Heringstäubling (Russula graveolens).

Freude über einen frisch aufgeschirmten Parasol (Macrolepiota procera). Aufgrund des reichlichen Vorkommens der Riesen – Schirmpilze fiel die Bemerkung, das nächste mal nehme ich einen Bollerwagen mit.

Der Gelbe Knollenblätterpilz (Amanita citrina) riecht muffig nach Kartoffelkeller und soll auch so schmecken. Er darf im Wald bleiben.

Höchstens als Würzpilz verwendbar ist der Pfeffer – Röhrling (Chalciporus piperatus).

Hängebirke (Betula pendula) im Herbstkleid.

Trockenrasen, Ginsterheide, Solitär – Bäume, Baumgruppen und Waldbereiche wechseln einander ab.

Schwarze Hutmitte, rot zum Rand hin, glasig weiße, sehr scharfe Lamellen. Schwarzroter Speitäubling (Russula atrorubens).

Nicht nur Riesenschirmpilze, auch der eine oder andere Steinpilz versteckt sich in den Gebüschen.

Phillip gibt Erläuterungen zu einem Milchling.

Das Gebiet ist recht hügelig.

Und die Solitär – Bäume haben viel Platz um sich auszubreiten.

Und immer wieder Riesen – Schirmpilze.

Da geht kaum noch etwas in den Korb. Das nächste mal besser gleich ohne die Stiele.

Noch ein Prachtkerl.

Nicht nur unter Buchen sollst du suchen. Auch Birken können eine gute Adresse für den Kochtopf – Mykologen sein.

Heute weniger Birkenpilze, dafür reichlich Parasole. Die sind allerdings nicht auf die Gunst von Birken angewiesen. Als Streubewohner gedeihen sie überall dort, wo sie geeignetes Substrat vorfinden. Im Wald, auf der Wiese und auf der Heide. vor allen dort, wo es lichter und damit sonniger ist.

Leider heute herbstlich graues Nieselwetter. Bei Sonnenschein hätte sich der Oktober durchaus noch einmal von seiner leuchtend goldenen Seite gezeigt.

Ein Riesen – Schirmpilz (Macrolepiota procera) in herbstlicher Szenerie.

Genau der richtige Standort für den Olivschneidigen Helmling (Mycena olivaceomarginatus).

Und weiter führt uns der Weg durch das Landschaftsschutzgebiet Obere Seen bei Sternberg.

Und hier gleich drei beliebte Speisepilze in unmittelbarer Nähe des Weges: Steinpilz, Körnchen – Röhrling und Edel – Reizker.

Der Rostfleckige Helmling (Mycena zephirus) als Bodendecker unter Kiefern. So gehört es sich im Herbst.

Immer unter Pappeln findet sich der Rosascheckige Milchling (Lactarius controversus).

Willkommen im Mischpilzgericht dürften dann auch noch diese Anis – Champignons sein.

Und diese Steinpilze (Boletus edulis) sowieso.

Recht blasse Kahle Kremplinge (Paxillus involutus) auf einer Rasenfläche und recht weit vom Waldrand entfernt.

Wunderbare Veilchen – Rötelritterlinge (Lepista irina). Die dürften als gute Speisepilze in den Korn wandern.

Noch ein letztes Stück und wir erreichen wieder unseren Ausgangspunkt.

Hier wurde dann der Inhalt der Körbe nochmals auf einem Tisch sortiert und kontrolliert.

Zur Erinnerung an eine erfolgreiche Pilzwanderung im Spätherbst 2023 bei Sternberg.


Wann findet die nächste Pilzwanderung statt? – Siehe unter Termine!

25. Oktober 2023 – Kartierungsexkursion am Mittwoch

Mittwochsexkursion Lübtheen – Süd

Auch für interessierte Natur- und Pilzfreunde*innen

Im MTB: 2732/3 – Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue

Der Start und Endpunkt unserer heutigen Exkursion.

Heute gingen wir fremd. Soll heißen, wir befanden uns im 3. Quadranten des MTB Lübtheen – Süd nicht mehr in Mecklenburg – Vorpommern, sondern in Niedersachsen, im Amt Neuhaus. Das Revier gehört zum Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue. Es ist mir allerdings nicht unbekannt. Seit vielen Jahren war ich hier schon immer mal sporadisch im Oktober unterwegs, um Maronen – Röhrlinge für meine Dörrgeräte zu ernten. Die Frau eines mir bekannten Pilzfreundes stammt aus dem Ort Laave und sie haben mich bereits in den 1990er Jahren hier her mitgenommen und in dieses Revier eingeführt. Versteht sich von selbst, dass mein Augenmerk nicht nur diesen Speisepilzen galt. So lagen inzwischen bereits einige Funddaten aus diesem Abschnitt vor und haben ihren Weg in meine Karteikarten gefunden.  Das sollte uns aber nicht davon abhalten die Augen offen zu halten. So traf ich mich mit Pilzfreundin Dorit aus Ratzeburg wieder in Lübtheen und wir fuhren gemeinsam in Richtung Laave. Das von Kiefern dominierte Elbdünengebiet ist teils extrem nähstoffarm und von Sandhügeln geprägt. So die Zeetzer Berge oder die Stixer Berge.

Fast schon Märchenhaft!

In Reimen einige Verhaltensregeln für den Waldflegel.

Wir haben uns brav verhalten und so hatte Dr. Wald seine Praxis für uns geöffnet. Diesen Spruch muss ich immer mal für einige Menschen kopieren, da er seit Jahren auch in einem meiner beiden Schaufenster zu Lesen ist.

… und haben sie mit dem Schwefelporling beimpft!?

Schwefelporling (Laetiporus sulphureus) bereits etwas betagt und somit verblasst.

Und auch der Leberpilz (Fistulina hepatica) hat sich zum Eichenschmaus eingefunden.

Braunfäule durch den Pilzbefall wird dem Naturdenkmal Grenzen setzen.

Auf grasigem Standort Weiße Schirmpilze (Lepiota alba).

Den rechten Weg gingen wir hinein, um am linken den Kreis zu schließen. Dieser Mischwaldbereich strotze nur so vor Frischpilzen!

Etwas Kalk im Sand und dazu die Eiche, das ruft den Schwefel – Ritterling (Tricholoma sulphureum) auf den Plan.

Und es eröffnete sich uns eine wahre Oase von Erdsternen. Hier ist es ein Halskrausen – Erdstern (Geastrum triplex).

Und hier ein Wimpern – Erdstern (Geastrum fimriatum).

Ein stattlicher, aber noch recht junger Rehbrauner Dachpilz (Pluteus atricapillus).

Herbstlorcheln (Helvella crispa). Folgt man der wissenschaftlichen Bezeichnung müsste sie Krause Lorchel genannt werden.

Unter Buchen, wie es sich gehört, Gallen – Täublinge (Russula fellea).

Dort kann auch der zwar minderwertige, aber dennoch essbare Gelbweise Täubling (Russula ochroleuca) auftauchen.

Die Birke zeichnet für das Erscheinen des Verblassenden Täublings (Russula pulchella) verantwortlich.

Und so schaut er von unten aus.

Der Schmutzige Rötel – Ritterling (Lepista sordida) ist essbar.

Wir hatten schönes Exkursions – Wetter.

Die ohnehin lichte Forst ist von Sonnenlicht durchflutet.

Und die Forst wurde noch lichter gemacht. 

Und hier sehen wir Scheinhelmlinge der Gattung Hemimycena. Sehr wahrscheinlich handelt es sich um den Gipsweißen Scheinhelmling (Hemimycena cuculata). Eine recht markante Art, die auch ohne Mikroskop mit einiger Erfahrung schon im Feld gut ansprechbar sein kann.

Ein guter und oft auch ergiebiger Speisepilz des Herbstes ist der Veilchen – Rötelritterling (Lepista irina).

Auch der Echte Waldchampignon (Agaricus silvaticus) ist in der Küche ein willkommener Speisepilz.

Und die Edel – Reizker (Lactarius deliciosus) dürften bei artgerechter Zubereitung den höchsten Genuss darstellen, den Waldpilze zu bieten haben.

Ob der Spangrüne Edelreizker (Lactarius quieticolor) ähnlich köstliche Geschmacksqualitäten zu bieten hat, muss der Feinschmecker für sich selbst entscheiden.

Wurzeltrüffel (Rhizopogon cf.). Wurzeltrüffen stehen den Schmierröhrlingen und Gelbfüßen nahe. Finden sich dem nach meist unter Nadelbäumen, so auch hier unter Kiefern. In Deutschland sollen bisher 19 Arten nachgewiesen worden sein.

Immer wieder ein Blickfang und eine Augenweide sind die Purpurfilzigen Holzritterlinge (Tricholomopsis rutilans) an Kiefern – Stümpfen.

Zedernholz – Täubling (Russula badia).

Immer unter Kiefern der Leberbraune- oder Späte Milchling (Lactarius hepaticus).

Und Kiefern gibt es hier im Überfluss.

Und zeitweise auch den Maronen – Röhrling (Xerocomus badius).

Auch der Rote Fliegenpilz (Amanita muscaria), wie auch der Gemeine Steinpilz (Boletus edulis) können unter Kiefern angetroffen werden.

Trotz der fortgeschrittenen Jahreszeit waren noch reichlich Heidelbeeren an den Sträuchern.

Besonders auch in Nadelwäldern eine sehr häufige Art im Herbst ist der Fleischfalbe Trichterling (Clitocybe diatreta).

Ein Begleiter der Kiefer ist auch der Jodoform – Täubling (Russula turci). Essbar.

Der Mehlpilz (Clitopilus prunulus) gab das Auchtungszeichen, welches so gleich zum Erfolg führte. Der Herrenpilz (Boletus edulis) stand gleich daneben.

Rosablättriger Helmling (Mycena galericulata). Die Hüte sollen lecker sein.

In Höhe des Heidkruges neigte sich unsere heutige Mittwochsexkursion dem Ende zu.


Die Artenliste von MTB 2732/3 – Niedersächsische Elbtalauen bei Laave: Schwefelporling, Leberpilz, Rosablättriger Helmling, Weißer Schirmling, Grünblättriger Schwefelkopf, Schwefel – Ritterling, Waldfreund – Rübling, Halskrausen – Erdstern, Roter Fliegenpilz, Wimpern – Erdstern, Rostfleckiger Helmling, Rehbrauner Dachpilz, Moos – Häubling, Falscher Pfifferling, Heftel – Nabeling, Herbst – Lorchel, Graugrüner Milchling, Gallen – Täubling, Gelbweißer Täubling, Fuchsiger Rötel – Trichterling, Steife Koralle, Mäuseschwänzchen, Ranziger Trichterling, Fleischfalber Trichterling, Dickschaliger Kartoffel – Hartbovist, Violetter Lacktrichterling, Butterpilz, Flaumiger Milchling, Edel – Reizker, Spangrüner Edelreizker, Blutblättriger Hautkopf, Rotfuß – Röhrling, Gelber Knollenblätterpilz, Schwarzgebänderter Harzporling, Gemeiner Rettich – Fälbling, Gipsweißer Scheinhelmling, Veilchen – Rötelritterling, Dehnbarer Helmling, Jodoform – Täubling, Amiant – Körnchenschirmling, Rotbrauner Milchling, Kahler Krempling, Purpurfilziger Holzritterling, Echter Steinpilz, Olivgrüner Milchling, Zedernholz – Täubling, Sand – Röhrling, Orangeroter Graustieltäubling, Dunkelscheibiger Fälbling, Apfel – Täubling, Gemeiner Violettporling, Echter Pfifferling, Klebriger Hörnling, Grünspan – Träuschling, Fleischroter Lacktrichterling, Flaschen – Stäubling, Grüner Anis – Trichterling, Blutblättriger Hautkopf, Milder Wachstäubling, Mehlpilz, Flatter – Milchling, Flacher Lackporling, Dickblättriger Schwarztäubling, Weißstieliges Stockschwämmchen und Schmetterlings – Tramete 


Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

20. – 22. Oktober 2023 – Pilzseminar in Mecklenburg

Ein Pilzwochenende in Mecklenburg

Herbstliches Pilzseminar in der Mecklenburgischen Schweiz

In der Jugendherberge Teterow

Gleich bei unserer Ankunft auf dem Gelände der Herberge wurden wir standesgemäß begrüßt mit Hundertschaften von Gesäten Tintlingen (Coprinus disseminatus).

Wie bereits im vergangenen Jahr angedacht und diskutiert, sollte es nun Realität werden. Ein Pilzwochenende Mitten im Herzen unseres Bundeslandes Mecklenburg – Vorpommern, in Teterow. In der Mecklenburgischen Schweiz. Teterow ist beispielsweise durch sein Bergringrennen überregional bekannt. Auch finden hier häufig Tagungen der Pilzberater statt, weil es zentral gelegen ist. Warum nicht auch mal ein Pilzwochenende des Steinpilz – Wismar. Eigentlich hatte ich diesbezüglich einen Termin im September angedacht, aber leider war unsere Unterkunft und Tagungsort, die Jugendherberge, bereits ausgebucht. So fanden wir uns auch in diesem Jahr wieder im klassischen Zeit – Fenster unserer Herbstseminare, um den 20. Oktober herum, wieder.

Das Programm

  • Freitag, der 20.10. – Anreise und Zimmerbelegung. Danach Vorträge und nach dem Abendbrot gemütliches Beisammensein, Vorstellung und Bestimmung mitgebrachter Pilzarten sowie Festlegung der morgigen Exkursionsgebiete.
  • Sonnabend, der 21.10. – Ab ca. 09.00 Uhr Aufbruch zu den Exkursionen. Mittag gab es in Form von Lunch – Paketen für unterwegs. Abendbrot mit anschließender Auswertung, Bestimmung und Vorstellung aller Pilzfunde. Der Abend klang dann in gemütlicher Runde aus.

    Nach dem sich Sturm und Regen des Vortages in der Nacht allmählich gelegt hatten, starteten wir bei feucht – nebligem Wetter unsere Exkursion durch den Panstorfer Wald.

    Bea und Christian aus Berlin waren schon am Vortag angereist und hatten einen günstigen Parkplatz am Pansdorfer Wald für uns ausgekundschaftet.

    Und hier stolperten wir gleich über diese ominösen Röhrlinge, die am Ende unbestimmt blieben.

    Mehlpilze (Clitopillus prunulus), die den Rötlingen nahe stehen. Intensiver Mehlgeruch und recht brüchig in ihrer Konsistenz.

    Haarschleierlinge (Cortinarius spec.) in einer moosigen Nadelwaldschonung.

    In der es auch Kiefern gab und der Boden war recht kalkhaltig, welches diese Ringlosen Butterpilze (Suillus collinitus) auf den Plan rief.

    Es überwiegen jedoch Laubwälder im Exkursionsgebiet. Hier sehen wir einen Purpurschwarzen Täubling (Russula atropurpurea).

    Wunderschön die Apothezien der Orangebecherlinge (Aleuria aurantia).

    An einem Nebenweg des Waldes etliche Büschel dieser Blätterpilze. Es sind Häublinge aus dem Formenkreis des tödlich giftigen Gift – Häublings (Gallerina cf.).

    Zwei ausschließlich unter Buchen wachsende Sprödblättler. Links ein ungenießbarer Gallen – Täubling (Russula fellea) und rechts ein Süßlicher Milchling (Lactarius subdulcis), welcher als Mischpilz Verwendung finden kann.

    Im Panstorfer Wald.

    Freude über einen seltenen Fund.

    Zimtbraune Hutoberfläche und deshalb im Volksmund Zimt – Röhrling genannt. Oder Hasen – Steinpilz, weil an das Braun eines Hasenfells erinnernd.

    Am geläufigsten ist jedoch die Bezeichnung Hasen – Röhrling (Gyroporus castaneus).

    Zwar machen die Buchen noch einen sommerlich grünen Eindruck, aber eine Anzahl brauner Blätter am Boden lassen die eigentliche Jahreszeit erahnen.

    Und auch das neblig – trübe Wetter passt bestens zum Herbst.

    Der Bittere Schleimkopf (Cortinarius infractus).

    Der Maronen – Röhrling (Xerocomus badius). Vielen wird aufgefallen sein, dass ich immer noch die alten wissenschaftlichen Bezeichnungen nehme. Das hat seinen Grund. Es ist zu viel im Umbruch und ich habe keine Lust mich jeden Tag zu informieren, wie die jeweilige Art oder Gattung im Moment gerade bezeichnet wird. Bezüglich der Marone wäre derzeit Imleria badia richtig.

    Der größte und imposanteste aller Weichritterlinge, der Rillstielige Weichritterling (Melanoleuca grammopodia).

    Hier noch einmal zum Größenvergleich.

    Beringter Buchen – Schmleimrübling (Oudemansiella mucida).

    Bittermandel – Rißpilz (Inocybe hirtella). Recht gut an seinem, an Marzipan anklingenden Geruch zu erkennen. Giftig!

    Pilzreiche Oase.

    An der umgestürzten Buche im Hintergrund des obigen Bildes u.a. unzählinge Seitlinge. Meist Lungen – Seitlinge, aber offensichtlich auch erste, junge Austern – Seitlinge (Pleurotus ostreatus).

    Ja, da wird gestaunt!

    Lungen – Seitling (Pleurotus pulmonarius). Gut ist seine Neigung zum gilben zu erahnen.

    Auch der Spaltblättling (Schizophyllum comune) hat sich eingefunden. Er bevorzugt lichte und trockene Standorte.

    Diese Gallertpilze brauchen hingegen viel Feuchtigkeit.

    Ein Becherling. Wir haben uns nicht getraut ihm einen Namen zu geben.

    Und nochmals Beringte Buchen – Schleimrüblinge (Oudemansiella mucida).

    Unweit davon, am Fuße einer alten Kiefer, eine prächtige Krause Glucke (Sparassis cirispa).

    Schwarzblauende Röhrlinge (Boletus pulverulentus).

    Kandisfarbene Guttationströpfchen während einer intensiven Wachstumsphase beim Laubholz – Harzporling (Ischnoderma resinosum).

    Imposante Allee, vom Waldrand ausgehend.

    Hella Wobst aus Leer und Dr. Schultze aus Hamburg bei der Sondierung der gesammelten Pilze im Seminarraum.

    Es ist allerhand zusammen gekommen.

    Bei der Auswertung und Fundbesprechung.

    Das Lampenlicht ist im Verhältnis zum Tageslicht nicht gerade optimal bei der Bestimmung einiger Arten.

    Aber irgendwie geht es doch.

    Seit Jahren fast immer dabei, bei unseren Seminaren, Egon aus Berlin.

  • Sonntag, der 22.10. – Nach dem Frühstück Räumung der Quartiere und Aufbruch zur gemeinsamen Abschlussexkursion.

    Kurz vor dem Aufbruch zur Abschlussexkursion deutet Catrin noch auf Pilze hin, die einen Baumstumpf auf dem Gelände der Jugendherberge in Besitz genommen haben.

    So auch diese junge Buckel – Tramete (Trametes gibbosa).

    Unser Gruppen- und Erinnerungsfoto vom Herbstseminar in der Mecklenburgischen Schweiz im Oktober 2023.

    Die Abschlussexkursion führte in die Nossentiner/Schwinzer Heide bei Neu Sammit. Hier die Waldschule Klabüsterul.

    Neben der Waldschule entsteht:

    Dafür wurde diese Fläche abgeholzt, bzw. vorbereitet. Wahrscheinlich standen hier Fichten, die geschädigt waren.

    Am Fuße einer alten Eiche Spindelige Rüblinge (Collybia fusipes).

    Und an einem Kiefernstubben diese prächtigen Purpurfilzigen Holzritterlinge (Tricholomopsis rutilans).

    Dr. Wulf Schultze hielt den denkwürdigen Moment der Entstehung obigen Fotos im Bild fest.

    Der Olivgrüne Milchling (Lactarius turpis) geht eine Symbiose mit Birken und Fichten ein.

    Immer unter Kiefern wächst der essbare Buckel – Täubling (Russula caerulea).

    Gleiches gilt für den ebenfalls essbaren Roten Heringstäubling (Russula xerampelina).

    Der Zweifarbige Lacktrichterling (Laccaria bicolor) ist des weiteren ein Pilz der Nadelwälder unter Kiefern.

    Der Rote Fliegenpilz (Amanita muscaria) ist da nicht so wählerisch. Er bevorzugt zwar die Fichte, ist aber genau so gerne mit der Birke in Partnerschaft. Auch Kiefern und Buchen sind ihm angenehm.

    Wo er auftaucht ist oft auch der Steinpilz (Boletus edulis) nicht fern. So auch hier.

    Standorte unter Fichten liebt der Narzißengelbe Wulstling (Amanita gemmata). Leicht giftige Art, von Mai – November fruktifizierend.

    Ein Schleierling, der nur unter Birken anzutreffen ist. Der Weißflockige Gürtelfuß (Cortinarius hemitrichus). Nur wo sind die weißen Flocken? Sie sind vom starken Regen am Freitag abgewaschen worden!

    Catrin riecht an der Stielbasis eines Heringstäublings. Besonders dort und dazu noch in der warmen Hand ist sein typischer Fischgeruch am deutlichsten wahrnehmbar.

    Der Weißviolette Dickfuß (Cortinarius alboviolaceus) im Nadelwald? Einzelne Birken haben ihn auf den Plan gerufen.

    Pilze des Nadelwaldes sind hingegen diese Blutblättrigen Hautköpfe (Cortinarius semisanguineus).

    Eine Charakterart saurer Kiefernforste ist der sehr scharfe Zedernholz – Täubling (Russula badia).

    Natternstielige Schnecklinge (Hygrophorus olivaceoalbus) sind Mykorrhiza – Pilze der Fichte. Hier etwas Standortversetzt fotografiert.

    Den Roten Fliegenpilz (Amanita muscaria) kann es auch in orangegelb geben.

    So sollte es richtig sein.

    Geflecktblättrige Helmlinge (Gymnopilus penetrans) in Reih und Glied an altem Kiefernholz. Ungenießbar, da Galle bitter im Geschmack.

    Nach Jod „duftende“ Jodoform – Täublinge (Russula turci). Sprödblättler unserer Kiefernforste. Trotz des Geruches essbar.

    Porphyrbrauner Wulstling (Amanita porphyria). Enthält Bufotinin und ist daher schwach giftig!

    Rosshaarschwindlinge (Marasmius androsaceus).

    Überall gibt es etwas zu entdecken und zu fotografieren.

    Ein sonniger Oktobertag. Das Wetter ist im Gegensatz zum gestrigen Novembergrau einfach herrlich.

    Gelbweißer- oder Ockertäubling (Russula ochroleuca). Bevorzugt unter Fichte, aber auch unter anderen Waldbäumen und der häufigste aller Täublinge.

    An Kiefernholz ein Kandisfarbener Drüsling (Exidia saccarina). Ein Gallertpilz, über den wir uns ganz besonders gefreut haben.

    Pilzfreundin Dorit hatte Häublinge an einem Kiefernstubben entdeckt, die uns sehr interessierten. Sollte es sich um den Braunfüßigen Häubling (Galerina badipes) handeln?

    Und hier haben wir den Glockigen Häubling (Galerina pumila) in Verdacht.

    Butterpilze (Suillus luteus).

    Nicht so oft zu Gesicht bekommen wir den Spangrünen Kiefernreizker (Lactarius quieticolor).

    Kleine Verschnaufpause mit Imbiss für die beiden, nicht mehr ganz so jungen Herrn. Links Reinhold Krakow und rechts Dr. Wulf Schultze.

    Aber dann hieß es zu den anderen Aufschließen.

    Rotbraune Flämmlinge (Gymnopilus picreus) finden sich nicht selten an totem Fichtenholz.

    Hier sehen wir sehr wahrscheinlich ein Hasenohr (Otidea leporina). Wie gewohnt unter Fichte. Letzte Gewissheit würde eine mikroskopische Untersuchung geben, denn es gibt noch eine ähnliche Art.

    Auch diesen Röhrlingen, die unter Kiefern wuchsen, konnten wir keinen gültigen Namen geben. Bei der spontanen Feldbestimmung landeten wir zunächst beim Löwengelben Röhrling. Das erwies sich jedoch schnell als abwegig.

    Da lob ich mir doch den Pfeffer – Röhrling (Chalciporus piperatus). Er ist leicht bestimmbar, obwohl auch er ihm ähnelnde Verwandtschaft aufzuweisen hat.

    Auch beim Anblick dieser Gesellen war mir sofort klar, um wen es sich handelt. Obwohl, ich werde Leichtsinnig. Ohne Sequenzierung sollte man sich heut zu Tage nicht mehr so sicher sein.

    Aber der Gesellige Schwefelkopf (Hypholoma marginata) ist als Gattungszugehörig schnell ausgemacht. Standort unter Kiefern in Gruppen, nicht büschellig und der genatterte Stiel sind sehr gute Makromerkmale.

    Allmählich kommen wir zum Ende. Es war ein würdiger Abschluss unseres Pilzwochenendes hier in der Nossentiner/Schwinzer Heide.

    Den schönsten Steinpilz (Boletus edulis) fand Catrin heute auf unserer Abschlussexkursion.

    Und so versammelten wir uns hinter ihm, und ihm zu Ehren, noch für ein Abschlussfoto.

Die abwechslungsreiche Landschaft um Teterow herum mit Seen, Wäldern, Hügeln und Tälern bietet reichlich Möglichkeiten für vielversprechende Exkursionen. Siehe unter: Teterow und Mecklenburgische Schweiz

Anmeldungen und Nachfragen für spätere Termine unter Tel.: 03841/228917, Handy: 0173/6977219 oder E – Mail: steinpilz.wismar@t-online.de

 Jugendherberge Teterow

18. Oktober – Kartierungsexkursion am Mittwoch

Mittwochsexkursion Lübtheen – Süd

Auch für interessierte Pilz- und Naturfreund*innen

MTB 2732/2 – Lübtheen – Süd

Heute südlich von Lübtheen.

Maronen – Röhrlinge (Xerocomus badius) in der Lübtheener Heide.

Etwa drei Viertel des Quadranten sind von Wald- und Heideflächen bedeckt. Insbesondere von Kiefernforsten. So links und rechts der L 061, direkt südlich und südöstlich vom Lübtheen. Flankiert westlich auch von den Ortschaften Jessenitz und Volzrade. Das Revier zieht sich außerdem um das Jessenitz – Werk und die Ortschaft Trebs. Integriert ist der Sisterberg. Riesige Waldflächen also, die keinesfalls alle in Augenschein genommen werden können. Wieder ein 1 A Revier für Kochtopfmykologen und Liebhabern von Maronen – Röhrlingen. Aber jetzt, im späteren Herbst, können auch andere Artern wie Frostschnecklinge oder Schnee – Ritterlinge den Speisezettel bereichern. Aber wir wollten ja nach allen möglichen Großpilzen Ausschauen halten, sie notieren und gegebenenfalls als neue Fundpunkte in meine Verbreitungskarten eintragen. Zu diesem Vorhaben traf ich mich mit zwei  Pilzfreundinnen in Lübtheen. Dorit aus Ratzeburg und einer jungen Dame aus Lübeck. Unser Exkursionsgebiet lag gleich Südlich der Kleinstadt, also zwischen Lübtheen und dem Jessenitz – Werk. Um nicht nur in der monotonen Kiefernforst herum zu streifen, hielten wir uns zeitweise in Waldrandnähe und an Waldwegen mit vielseitigerem Baumbestand auf. Das Frischpilzaufkommen war außerordentlich reich und vielseitig. Besser hätten wir es wohl kaum erwischen können.

Maronen – Röhrlinge (Xerocomus badius) sind hier natürlich der absolute Klassiker. Hier ein besonders mastiges Exemplar.

Hier Cortinarien (Cortinarius spec.).

Tja, leider stoßen wir bei dieser Gattung oft an die Grenzen der Feldmykologie. Auch dieser Schleierling (Cortinarius spec.) blieb leider namenlos.

Ausgesprochen anspruchslos ist hingegen die Bestimmung dieses Kandidaten. Jedes Kind sollte ihn ohne weiteres erkennen, ist er doch der Mörder schlechthin unter unseren Großpilzen. Der Grüne Knollenblätterpilz (Amanita phalloides).

Die Lamellen des Gelbblättrigen Birkenritterlings (Tricholoma fulvum) neigen dazu bräunliche Flecken zu bekommen.

Der Rote Heringstäubling (Russula xerampelina) neigt generell zum bräunen. Essbar.

Edel – Reizker (Lactarius deliciosus).

Wie schon vor einer Woche gab es auch heute immer wieder große Trupps von Sand – Röhrlingen (Suillus varigatus).

Ein klassisches Revier auch für den Heimtückischen- oder Zedernholz – Täubling (Russula badia).

Man könnte meinen, einen Haarschleierling vor sich zu haben.

Aber weit gefehlt. Es handelt sich um den Zinnoberroten Körnchenschirmling (Cystoderma cinnabarina).

Leicht zu übersehen aber dennoch sehr häufig findet sich auf Kiefernnadeln der Ohrlöffel – Stacheling (Auriscalpium vulgare).

Beim Anblick dieses Körnchenschirmlings war mir klar, den habe ich bisher kaum gesehen.

Es soll der Rostrote Körnchenschirmling (Cystoderma granulosum) sein. Ich danke Herrn Dr. Schultze aus Hamburg für die mikroskopische Nachuntersuchung. Die Art ist in Norddeutschland bisher nur selten bis höchstens zerstreut nachgewiesen.

Es scheint ein besonders für Körnchenschirmlinge stimmiges Gebiet zu sein. Zumindest an dem Waldweg, den wir heute abliefen, denn hier sehen wir eine dritte Art dieser Gattung.

Es ist der überaus häufige Amiant – Körnchenschirmling (Cystoderma amianthinum).

Selbst Saftlinge sind hier zu hause. Auch wenn es nur der relativ häufige Kegelige Saftling (Hygrocybe conica) ist.

Auch Schwärzender Saftling (Hygrocybe nigrescens) genannt.

Der leicht giftige Seifen – Ritterling (Tricholoma saponaceum).

Der Gelbbräunliche Wurzeltrüffel (Rhizopogon obtextus). Recht häufige Art in sandigen Kiefernwäldern.

Ja, die Schleierlinge (Cortinarius spec.)!

Gemeiner Steinpilz (Boletus edulis).

Es dürfte sich um den Ledergelben Öhrling (Otidea alutacea) handeln.

Lilaseidiger Rißpilz (Inocybe lilacina).

Unter Eichen und oft auch noch spät im Jahr finden wir gelegentlich einen Milchling, dessen reichliche Milch sich von weiß in goldgelb verfärbt. Der Goldflüßige Milchling (Lactarius chrysorrheus).

An Kiefernholz fruktifiziert der Muschelförmige Krempling (Tapinella panuoides).

Und nochmal die gleiche Art.

Der Weiße Polsterpilz (Oligoporus ptychogaster).

Zweifarbiger Lacktrichterling (Laccaria bicolor).

Ein stattlicher Perlpilz (Amanita muscaria) schiebt sich empor. Er landete bei Dorit in der Pfanne!

Rotschuppiger Raukopf (Cortinarius bolaris).

Auch dieser Steinpilz (Boletus edulis) wurde im Anschluss der kulinarischen Verwertung zugeführt.

Suchten die Nähe. Ein Eierschwamm und ein Körnchenschirmling.

Weißstielige Stockschwämmchen (Psathyrella hydrophila).

Mit elegant gewellten Huträndern.


Hier die Artenliste von MTB 2732/2 – Lübtheen/Jessenitzwerk: Fleischroter Lacktrichterling, Weißer Polsterpilz, Grüner Knollenblätterpilz, Pantherpilz, Gelber Knollenblätterpilz, Violetter Lacktrichterling, Schwefel – Ritterling, Horngrauer Rübling, Gelbblättriger Birken – Ritterling, Birken – Gürtelfuß, Roter Fliegenpilz, Ranziger Trichterling, Eichen – Mehltau, Striegeliger Schichtpilz, Ziegelroter Täubling, Graublauer Reiftäubling, Grauer Erdritterling, Blutblättriger Hautkopf, Gelbweißer Täubling, Mäuseschwänzchen, Rostfleckiger Helmling, Roter Heringstäubling, Dehnbarer Helmling, Eichen – Milchling, Waldfreund – Rübling, Butterpilz, Zedernholz – Täubling, Rehbrauner Dachpilz, Leberbrauner Milchling, Grünblättriger Schwefelkopf, Blutroter Täubling, Echter Steinpilz, Zinnoberroter Körnchenschirmling, Ohrlöffel – Stachelling, Rostbrauner Körnchenschirmling, Grauer Nitrat – Helmling, Dunkelscheibiger Fälbling, Echter Pfifferling, Maronen – Röhrling, Wolliger Milchling, Bitterer Schleimkopf, Kegeliger Saftling, Orangeroter Graustieltäubling, Lachsroter Schleimpilz, Rotbrauner Milchling, Birken – Reizker, Ledergelber Öhrling, Mehlpilz, Edel – Reizker, Muschelkrempling, Perlpilz, Grobscholliger Riesenschirmpilz, Zweifarbiger Lacktrichterling, Flockenstieliger Hexen – Röhrling, Rotschuppiger Raukopf, Dickschaliger Kartoffel – Hartbovist, Kiefernnadel – Spaltlippe, Keulenfuß – Trichterling, Kuhpilz, Graugrüner Milchling, Weißstieliges Stockschwämmchen, Schmetterlings – Tramete, Gelbe Lohblüte, Weinroter Heringstäubling, Dünnschaliger Kartoffel – Hartbovist, Birkenpilz, Amiant – Körnchenschirmling und Gelbbräunlicher Wurzeltrüffel.    


13. – 15. Oktober 2023 – Pilzseminar in Drei Eichen

Pilzseminar in der Märkischen Schweiz

Im Umweltzentrum Drei Eichen

13. – 15. Oktober 2023


Wie in den Vorjahren auch, hatte auch in diesem wieder Oliver Justus den Hut bei der Organisation auf.

Es ist bereits eine kleine Tradition geworden, im Herbst für drei Tage ein  Pilzwochenende in der Märkischen Schweiz durchzuführen. Die Idee keimte während eines vom Steinpilz – Wismar in Mecklenburg veranstalteten Pilzseminars auf. Oliver Justus schlug vor, derartiges vielleicht auch einmal in seiner Heimat, im Kreis Märkisch Oderland auf die Beine zu stellen. Gedacht, getan, schnell wurde daraus Realität und in diesem Jahr geht es sage und schreibe bereits in die fünfte Runde! Zunächst im kleinen Örtchen Worin zogen wir aber bald in das Umweltzentrum Drei Eichen, inmitten der Wälder in der Märkischen Schweiz um. Waren wir hier bisher immer im September zu Gast, so wurde beschlossen, in diesem Jahr mal die spätherbstliche Pilzflora in diesem interessanten Naturraum zu erkunden. So haben wir an den drei Tagen Theorie und Praxis miteinander verbunden. Neben einigen Vorträgen standen vor allem Exkursionen, Fundbesprechungen und Pilzbestimmungen im Mittelpunkt.

Wir haben bereits Mitte Oktober und ich hatte bisher noch keinen einzigen Hallimasch (Armillaria spec.) zu Gesicht bekommen. Auf dem Gelände des Umweltzentrums begrüßte er mich/uns gleich bei der Ankunft.

Bea und Christian aus Berlin versorgten uns gleich zur Begrüßung mit Kaffee und Gebäck.

Hausbackener Kuchen und sehr lecker! Eigentlich wäre es meine Aufgabe gewesen, als gelernter Konditor. Aber meine in die Wiege gelegte Berufung sind die Pilze.

Liebe Bea, ganz herzlichen Dank für Speis und Trank! Bea und ihr Lebenspartner Christian sind über die Jahre so etwas wie die Gute Seele unserer Seminare geworden. Stets umsichtig und hilfsbereit, wo immer es notwendig ist.

Und das ist er, der junge und nette Herr mit Blickrichtung in die Kamera bzw. zu uns. Auch dir ein großes Dankeschön!

Organisator Oliver Justus (rechts) bei der Eröffnung unseres diesjährigen Pilzwochenendes in der Märkischen Schweiz.

Tochter Sarah hält einen dicken und schweren Wälzer hoch in ihren Händen. Alle Achtung!

Sie überreichte mir das gewichtige Werk schließlich als Dankeschön für mein Kommen, obwohl die Vorträge und Exkursionen bzw. Bestimmungsübungen noch gar nicht begonnen haben. Kann ich den damit verbundenen Erwartungen überhaupt gerecht werden?

Dieses umfangreiche und 4,5 Kg schweres Pilzwissen beinhaltende Werk ist brandneu im Schweizer Verlag Haupt, mit Sitz in Bern erschienen. Und es hat auch seinen Preis! Da habt ihr euch aber etwas kosten lassen. Sicher kam  unsere Catrin auf diese Idee? Catrin hatte in letzter Zeit überhaupt viel für mich und den Pilzfreunden getan, deshalb auch ihr ein großes Dankeschön! Natürlich auch allen anderen, die ihren Beitrag dazu geleistet haben!

Nach dem ersten Beamer – Vortrag meinerseits ging es nochmals zum Kaffee unter die Überdachung an frischer Luft.

Und es wurden die mitgebrachten oder auf dem Gelände entdeckten Pilze schon mal ausgebreitet.

Hier sind es beispielsweise die auf Kompost wachsenden Gift – Riesenschirmpilze (Macrolepiota venenata).

Auch die Tischdecken im Speiseraum des Umweltzentrums Drei Eichen waren voll auf unser Anliegen ausgelegt.

Interessante Farbspiele ergaben sich in der Dunkelheit im Schein einer speziellen Nachtsichtlampe. Hier sind es Grünblättrige Schwefelköpfe.

Am Sonnabend Vormittag startete dann unsere Tagesexkursion wie bereits im vergangenen Jahr am Schweizer Haus in Buckow.

Ein Fest haben auch wir gefeiert, nämlich im Wald zusammen mit den Pilzen.

Oliver Justus gibt noch einige Erläuterungen zum Exkursionsgebiet und zum Ablaufplan der Tageswanderung. Rechts im Vordergrund Olli 2, der zusammen mit Oli 1 für die hervorragende Organisation mit verantwortlich zeichnete.

Noch schnell ein Blick auf die Karte.

Wie schon im letzten Jahr begeisterte uns die Pilzflora entlang des Flüsschen Stöbber ganz besonders. Teils kalkreiche Mischwaldbestände haben hier einiges zu bieten. Hier sind es Vertreter der Schleimfüße aus der Gruppe um den Galligen Schleimfuß.

Möglich wäre der Kristall – Schleimfuß (Cortinarius/Thaxtherogaster barbatus). Hutschleim war sehr bitter!

Schleierlinge bestimmen ist eine sehr anspruchsvolle Aufgabe. Also Cortinarius spec.

Schön sind hier am Stiel die spinnwebartigen Schleierreste durch den sich darin verfangenen, braunen Sporenstaub zu erkennen.

Ein attraktiver Klumpfuß (Cortinarius spec.).

Halskrausen Erdstern (Geastrum triplex).

Hier sehen wir keinen Schleierling, sondern einen Fälbling. Wahrscheinlich ist es der Große Kakao oder Bräunende Fälbling (Hebeloma laterinus).

Hier könnte man der Meinung sein, den Amethystblättrigen Klumpfuß (Cortinarius calochrous) vor sich zu haben. Aber Vorsicht, es gibt sehr ähnliche Arten. Chemie, Mikroskop oder gar Sequenzierung kann mehr Sicherheit bringen.

Da Lob ich mir doch diesen seltenen Sprödblättler. Der Gold – Täubling (Russula aurea) ist auch ohne aufwendige Prozeduren gut makroskopisch anzusprechen. Ein toller Fund!

Der Natternstielige Schleimfuß (Cortinarius trivialis) ist ein Birken – Begleiter.

In trauter Eintracht Stink – Schirmlinge (Lepiota chistata) und Steife Koralle (Ramaria stricta).

Fleischroter Lacktrichterling (Laccaria laccata).

Für mich der Fund des Tages, denn noch nie habe ich diesen hübschen Grünblättrigen Zwergschirmling (Melanophyllum eyrei) in freier Wildbahn entdecken können. Ja, ich hatte ihn nie zu vor in natura zu gesehen.

Hübsch auch dieser junge Schwarzblauende Röhrling (Boletus pulverulentus). Da er arsenähnliche Verbindungen besitzen soll, kann er nicht mehr als Speisepilz empfohlen werden. Zumindest sollte eine Jahresdosis für einen erwachsenen Menschen von mehr als 90g nicht überschritten werden.

Noch ein interessanter Klumpfuß (Cortinarius spec.). Etwas für echte Mykologen.

Und so sieht er von oben aus.

Blick über den Großen Tornowsee auf das Haus am Tornowsee.

In der Nacht zum 29. August war im Mittelteil des Hauses ein Feuer ausgebrochen. Es hat einen Millionenschaden am Gebäude angerichtet.

Am Ufer des Sees haben die Kinder diese schönen Rötlinge entdeckt. Unter Buchen. Ob es sich um den Buchen – Zärtling (Entoloma placidum) handelt, hätte wohl nur unter dem Mikroskop geklärt werden können. Es gibt eine ganze Reihe ähnlich gefärbter Rötlinge, die aber durchaus andere Standorte bevorzugen.

Am Großen Tornowsee eine verdiente Verschnaufpause. Olli hatte uns mit Kartoffelsuppe und Getränken versorgt.

Nach der Stärkung ging es weiter und wir wurden gleich mit dem nächsten Highlight belohnt. Die schwach giftigen Perlhuhn – Egerlinge (Agaricus placomyces) gehören zu den seltenen Vertretern der Sektion um den Karbol – Champignon.

Zwar ungleich häufiger, aber dennoch immer wieder ein schönes Foto – Motiv darstellend, sehen wir hier zwei Spitzschuppige Schirmpilze (Lepiota aspera). Ungenießbar, mit stechendem Geruch.

Auf unserem Weg durch die Märkische Schweiz durften wir den höchsten Feldahorn Brandenburgs bewundern.

Waldblick auf den Kleinen Tornowsee.

Junge Specht – Tintlinge (Coprinus picaceus).

Ein Breitschuppiger Champignon (Agaricus lanipes). Immer im Wald anzutreffen, meist in der Nähe von Eichen.

Und hier schloss sich der Kreis wieder.

Und wieder im Umweltzentrum Drei Eichen angelangt, entdeckte Catrin an Fichtenholz am Objektrand diese tollen Schlauchpilze. Bischofsmütze (Gyromitra infula). Diese große Lorchel sieht man nicht alle Tage, denn sie ist relativ selten. Ein toller Fund und dass gleich direkt an unserer Tagungsstätte.

Und nur wenige Meter vom Objekt entfernt stehen steinalte Ulmen. Hier hatten wir während eines früheren Seminars den ebenfalls seltenen Ulmen – Holzrasling (Hypsizygus ulmarius) entdecken können. Wie war die Freude groß, dass er wieder dort war. Zumindest bei mir.

Nach unserer Ankunft in Drei Eichen wurden die gefundenen Exponate dann auf Pappteller ausgelegt und sortiert.

Wie man an den Fensterscheiben erahnen kann, regnet es jetzt in Strömen. Wir hatten Glück, das wir trocken durch den Wald gekommen waren. Es schauerte jedoch nur wenige Minuten.

Es ist wieder allerhand zusammen gekommen.

Auch spezielle Bestimmungsliteratur ist vorhanden und nach dem Abendessen ging es in gemütlicher Runde ans Werk.

Sonntag Vormittag – Aufbruch zur Abschlussexkursion In Richtung der „Magischen Wiese“.

Wie so oft unter Robinie, aber leider ohne die ansonsten so typisch rosa Lamellen. Der Rosablättrige Krempenritterling (Leucopaxillus rhodoleucus). Sehr ähnlich dem Mehlpilz, aber ohne dessen sehr intensivem Mehlgeruch.

Wir haben die Sanddünen an der Magischen Wiese erreicht.

Ausgesprochen armer Sandstandort unter Kiefern. Genau das Richtige für den Heide – Schleimfuß (Cortinarius mucosus). Ausnahmsweise mal ein essbarer Vertreter der Schleierlinge.

Auch die Kinder sind wieder mit Begeisterung dabei.

Kieferndüne mit Magischer Wiese im Hintergrund.

Und dann haben die Kinder etwas ominöses entdeckt.

Es sind Wurzeltrüffel der Gattung Rhizopogon. Hier der Gelbe Wurzeltrüffel (Rhizopogon obtextus). Sie sind in sandigen Kienfernwälder mitunter recht leicht zu finden, da sie mit ihrem Scheitel den Sandboden durchbrechen können.

Es gibt mehrere Arten unter ihnen. Hier ist es die Rötliche Wurzeltrüffel (Rhizopogon roseolus). Die zu den Bauchpilzen gehörenden (die echten Trüffeln sind Schlauchpilze) Pilze sollen gerne von Reh und Schwein gefressen werden. In Spanien werden sie unter der Bezeichnung Nacidas (La Palma) verspeist, schreibt Karin Montag im „Tintling“.

Trotz des Sandbodens, der recht kalkreich erscheint, sind unter eingestreuten Eichen auch Grüne Knollenblätterpilze (Amanita phalloides) zu finden.

Jetzt geht es auf die Magische Wiese.

Ich denke hier sehen wir den Weißen Schirmpilz (Lepiota alba) mit seinem typisch gelblichen Scheitel. Aber es gibt noch andere, sehr ähnliche Arten!

Und hier sehen wir das Fasermützchen oder auch Wiesen – Haarschwindling (Crinipellis stipitarius).

Stielboviste der Gattung Tulostoma.

Brauner Leder – Täubling (Russula integra). Ein essbarer Täubling mit ockerfarbenen Lamellen und unter Kiefern beheimatet.

Am Waldrand, da Mykorrhiza Partner von Laub- und Nadelbäumen, diese essbaren Gilbenden Erdritterlinge (Tricholoma sculpturatum).

Auch hier war der Große- oder Bräunende Kakao – Fälbling (Hebeloma edurum), wie schon bei einem früheren Besuch, am Rande der Magischen Wiese in großen Mengen vertreten.

Wir sehen 4 giftige Birken – Reizker (Lactarius torminosus) und einen delikaten Edel – Reizker (Lactarius deliciosus).

Edel – Reizker links, Birken – Reizker rechts.

Hier sind es 1 Edel – Reizker (Lactarius deliciosus) und 4 Fichten – Reizker (Lactarius deterrimus).

Pilze über Pilze, aber wo bleiben die magischen Arten. Die Saftlinge, Ellerlinge, Erdzungen oder Rötlinge!

Aber wer genau hinschaut, der findet auch. Der Pilz des Jahres 2007, der Braungrüne Rötling (Entoloma incarnum) mit seinen penetranten Geruch nach Mäuseklo.

Hier sehen wir die blasse Form des Wiesen – Ellerlings (Cuphophyllus pratensis var. pallida). Manche Autoren machen auch eine selbsttständige Art daraus. Ellerlinge, Schnecklinge und Saftlinge gehören zu den Wachsblättlern. 

Schön ist auch immer wieder eine Begenung mit dem Rosenroten Schmierling (Gomphidius roseus). Immer auch dort wo es Kuh – Röhrlinge gibt. In armen und sauren Kiefernforsten und Heiden.

Zitronenblättriger Täubling, Tränen – Täubling oder Säufernase, dieser Sprödblättler firmiert unter verschiedenen deutschen Bezeichnungen. Russula sardonia ist sein wissenschaftlicher Name. Kiefernbegleiter im späteren Herbst, der wegen seiner Schärfe ungenießbar ist.

Dieser Steinpilz (Boletus edulis) hat seine besten Zeiten bereits hinter sich. Er ist überständig und bleibt im Wald.

Wie alle Täublinge dieser Sektion neigt auch der essbare Rote Heringstäubling (Russula xerampelina) zum bräunen seines Fleisches.

Kiefern – Täubling (Russula cessans). Relativ kleiner, gebrechlicher und milder Täubling, mit verschieden rötlich gefärbtem Hut und höckerig gerieftem Hutrand.

Hier noch einmal der leicht bestimmbare (Standort unter Kiefern auf armen Sandböden beachten) Heide – Schleimfuß (Cortinarius mucosus). Auch volkstümlich als Brotpilz bezeichnet. 

Ein Bewohner von totem Nadelholz, vorzugsweise von Kiefern, ist der ausgesprochen stattliche und farbschöne Purpurfilzige- oder Rötliche Holzritterling (Tricholomopsis rutilans). Praktisch wäre er essbar, soll aber ein eher muffiges Aroma aufweisen. Ich habe aber diesbezüglich auch schon positiveres vernommen.

Ebenfalls an Kiefernholz findet sich gelegentlich der Schwarzschneidige Dachpilz (Pluteus atromarginatus).

Ich hoffe, es hat auch allen anderen so viel Freude und Spaß gemacht wie mir und bedankte mich nochmals bei Oli und Olli aus Berlin für die Organisation dieser erlebnisreichen Pilztage in der Märkischen Schweiz. Vielleicht sehen wir uns ja im nächsten Jahr gesund und munter wieder. 14. Oktober 2023.

Umweltzentrum Drei Eichen

11. Oktober 2023 – Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion Lübtheen – Süd

Auch für interessierte Pilz – und Naturfreund*innen

MTB 2732/1 – Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe – Rens

Es dominieren Kiefern – Forste.

In der Reihenfolge meiner Auslosung der Exkursionsgebiete für Mittwoch, vor knapp 3 Jahren, ist nun die Topographische Karte von Lübtheen – Süd an der Reihe. Großflächige Wald- und heideartige Gebiete finden sich in diesem Messtischblatt. Das Gebiet gehört zur Griesen Gegend und ist daher von nähstoffarmen Sandböden dominiert. Auf Grund dessen finden wir hier meist die  Waldkiefer vor. Die Griese Gegend ist vor allem im Herbst ein Paradies für den Kochtopf – Mykologen. Allen Speisepilzen voran gedeiht der Maronen – Röhrling hier besonders im Oktober nicht selten als Bodendecker. Nicht Suchen, sondern Aussuchen ist die Devise. Heute gab es zwar auch reichlich von ihnen, aber in einer unwürdigen Qualtät für den Kochtopf. Im Vordergrund soll natürlich die Kartierung stehen. Auch gehören Teile des heutigen Gebietes zur Kernzone des Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe Mecklenburg – Vorpommern – Flusslandschaft Elbe – und besitzen daher einen erhöhten Schutzstatus, ähnlich einem Naturschutzgebiet. Das heutige Revier findet sich südwestlich der Mecklenburgischen Kleinstadt Lübtheen und nennt sich Rens, mit dem kleinen Anwesen Grüner Jäger. Weite Bereiche des Quadranten werden aber auch von Feuchtgebieten eingenommen. Ich fuhr zusammen mit meinem Wismarer Pilzfreund Hartmut runter nach Lübtheen. Dort trafen wir und mit Irena uns starteten unsere Tour. Später stieß noch Michael aus Schwerin zu uns.

Über diesen, recht seltenen, aber relativ leicht bestimmbaren Rißpilz habe ich mich gleich zu Beginn gefreut. Rötender Rißpilz (Inocybe whitei). Giftig, enthält wie viele Rißpilze Muscarin!

In der Regel ohne weiteres makroskopisch bestimmbar ist auch der Blutblättrige Hautkopf (Cortinarius semisanguinea).

Gern und nicht selten an toten Eichenästen zu beobachten und ebenfalls leicht bestimmbar ist der Zweifarbige Knorpelporling (Oligoporus dichrous).

Mehlpilz (Clitopilus prunulus).

Schön zoniert sind diese Edel – Reizker (Lactarius deliciosus).

Eine Augenweide ist immer wieder der Rote Heringstäubling (Russula xerampelina). Ein essbarer Pilz.

Nicht zu verwechseln mit dem Roten Fliegenpilz (Amanita muscaria). Dieser kann durchaus auch ohne seine typisch weißen Hüllreste auf dem Hut vorkommen. Sein Verzehr kann teils angenehme, teils aber auch sehr unangenehme Folgen nach sich ziehen. Er ist ein Giftpilz, welches bereits jedes Kind weiß.

Auch dieser Pilz ist zumindest leicht giftig und kann heftiges Erbrechen erzeugen. Getrocknet und als Pilzwürze verwendet ist er jedoch hervorragend. Maggipilz oder Bruchreizker (Lactarius helvus).

Noch nie in meinem Leben habe ich derartige Massenbestände vom Sand – Röhrling (Suillus varigatus) gesehen wie heute. Und oft in bester Qualität.

Ich sammelte reichlich von ihnen ein. So vorbereitet landeten sie auf dem Dörrgerät, denn getrocknet und zu Pulver gemahlen sollen auch sie ein sehr gutes, herzhaftes Aroma in Suppen und Soßen ergeben.

Junger Maronen – Röhrling (Xerocomus badius). Sie waren meist von schlechter Qualität und ich ignorierte sie weitgehend. Ich bückte mich erst gar nicht nach ihnen. Es sei denn für ein Foto.

Auch der schwach giftige Gelbe Knollenblätterpilz (Amanita citrina) war reichlich zugegen. Überhaupt gab es heute hier eine allgemeine Pilzschwämme, wie man sie nur selten zu Gesicht bekommt.

Auch der Perlpilz (Amanita citrina) ist ein Knollenblätterpilz. Er darf aber als Speisepilz in den Korb wandern.

Auch der Gummiartig biegsame Kuhpilz (Suillus bovinus) war hier heute inselweise gut zu Gange.

Er geht eine Lebensgemeinschaft mit dem Rosenroten Schmierling (Gomphidius roseus) ein.

Im Kiefernforst findet sich häufig der essbare Jodoform – Täubling (Russula turci).

Ebenfalls der Orangerote Graustiel – Täubling (Russula decolorans). Ein guter Speisepilz.

Immer wieder ein schönes Fotomotiv und oft auch ein Hinweisgeber für Steinpilze.

Zumal hier auch noch Jungfichten unter die Kiefern gepflanzt worden waren.

Da war der Herrenpilz (Boletus edulis) freilich gleich zur Stelle.

Erhaben hebt sich dieses Exemplar über den Moosteppich des sauren Nadelwaldes.

Einer der stattlichsten und schönsten Täublinge an solchen Standorten ist der sehr scharfe Zedernholz – Täubling (Russula badia).

Ein Fliegenpilz (Amanita muscaria) der schon aus einiger Entfernung, mitten auf einem Waldweg, die Blicke auf sich zog. Ich habe ihn mit meiner Kamera mal heran gezoomt.

Ja, Steinpilz und Fliegenpilz teilen sich gerne mal den Standort. Zumindest unter Fichten, Kiefern und Buchen.

Inzwischen gewinnt mein Korb auch schon einiges an Gewicht.

Zwischendurch sorgte Irena für ein Picknick an frischer Waldluft.

Gestärkt ging es dann noch an eine 2. Runde.

Stets unter Kiefern finden wir den Späten- oder Leberbraunen Milchling (Lactarius hepaticus). Seine weiße und scharfe Milch färbt sich nach wenigen Minuten an der Luft gelb.

Der Schwarzschneidige Dachpilz (Pluteus atromarginatus) wächst immer auf totem Nadelholz.

Welch eine Freude für den Kochtopf – Mykologen. So frische und vor allem saubere Krause Glucken (Sparassis crispa) findet man nicht alle Tage.

Diesen schicken, dunkelhütigen Steinpilz, fand Michael. Man durfte ihn nicht scharf anschauen, denn er lebte von innen förmlich und war kurz vor dem Zusammenbrechen.

Noch ein schönes Stimmungsbild von Glückspilzen in der Abendsonne.

Am Ende waren alle zufrieden. Hier Irena mit vollen Korb.


Die Artenliste von MTB 2732/1 = Lübtheen – Süd: Rostfleckiger Helmling, Fleischroter Lacktrichterling, Butterpilz, Edel – Reizker, Heftel – Nabeling, Dickschaliger Kartoffel – Hartbovist, Bruchreizker, Ohrlöffel, Weißmilchender Helmling, Zedernholz – Täubling, Geflecktblättriger Flämmling, Rosablättriger Helmling, Rötender Rißpilz, Fuchsiger Scheidenstreifling, Eichen – Milchling, Gelbweißer Täubling, Leberbrauner Milchling, Perlpilz, Maronen – Röhrling, Goldschimmel, Grünblättriger Schwefelkopf, Krause Glucke, Olivgrüner Milchling, Blutblättriger Hautkopf, Samtfuß – Krempling, Rotbrauner Milchling, Zweifarbiger Knorpelporling, Mehlpilz, Mäuseschwänzchen, Keulenfuß – Trichterling, Amiant – Körnchenschirmling, Buckel – Täubling, Blaustieliger Heftel – Nabeling, Kiefern – Täubling, Roter Heringstäubling, Dehnbarer Helmling, Roter Fliegenpilz, Dünnschaliger Kartoffel – Hartbovist, Orangeroter Graustiel – Täubling, Falscher Pfifferling, Gelber Knollenblätterpilz, Scherbengelber Rötling, Kirschroter Speitäubling, Kuh – Röhrling, Rosenroter Schmierling, Eichen – Mehltau, Getropfter Saftporling, Kahler Krempling, Jodoform – Täubling, Braunroter Lacktrichterling, Grasgrüner Täubling, Pantherpilz, Blaugrauer Reiftäubling, Apfel – Täubling, Erdwarzenpilz, Gelbblättriger Hautkopf, Narzißengelber Wulstling, Gebänderter Dauerporling, Widerlicher Kammtäubling, Olivgelber Rißpilz, Gemeiner Rettich – Fälbling, Buchen – Speitäubling, Waldfreund – Rübling, Steife Koralle, Graugrüner Milchling, Breitblättriger Rübling, Weißer Knorpelporling, Flatter – Milchling, Echter Zunderschwamm, Angebrannter Rauchporling, Striegeliger Schichtpilz, Schmetterlings – Tramete, Laubholz – Hörnling, Gelbbrauner Trichterling, Polsterförmiger Schleimpilz, Gefleckter Rübling, Ziegelroter Täubling, Zweifarbiger Lacktrichterling, Schwarzschneidiger Dachpilz, Pfeffer – Röhrling, Ziegenlippe, Sommersteinpilz und Ahorn – Runzelschorf.


Wann startet die nächste Mittwochsexkursion – Siehe unter Termine!


07. Oktober 2023 – Öffentliche Lehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Sumpf – Haubenpilzes

Sie führte durch das Kaarzer Holz

Im Nadelwald des Kaarzer Holzes am verregneten 07. Oktober 2023.

An der Pilzfront herrscht Hochsaison. Deshalb lud das Mykologische Informationszentrum Steinpilz – Wismar wieder zu einer geführten Lehrwanderung ein. Ziel war das Kaarzer Holz, zwischen Sternberg und Crivitz. Ein größeres, zusammenhängendes Waldgebiet, dass über viele Jahre wegen militärischer Nutzung als Sperrgebiet für Pilzsucher tabu war. Ich kenne es noch aus meiner Kinderzeit, als ich mit dem Fahrrad von Weitendorf 10 Km durch dieses, für mich damals riesige Waldgebiet, bis nach Demen radelte, um dort meine Oma zu besuchen. Und schon damals begeisterten mich nicht nur die Ringelnattern, die meinen Weg kreuzten, sondern auch schon die Pilze.

Das Kaarzer Holz mit einem hohen Totholzanteil.

Das Kaarzer Holz gehört inzwischen der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und wird  zunehmend sich selbst überlassen. Vor einigen Jahren kartierte ich mit weiteren Hobby – Mykologen ausgewählte Flächen im Kaarzer Holz im Auftrag der DBU. Noch etwa bis zur Jahrtausend – Wende gab es in diesem Revier große Fichtenschonungen in Monokultur, die ihrerseits in manchen Jahren nur so vor Steinpilzen strotzten. Diese Zeiten sind vorbei, aber dennoch zählt das Kaarzer Holz zu den besonders pilzreichen Revieren, nicht zuletzt auch wegen seiner zunehmenden Natürlichkeit. Auch der Wolf ist hier inzwischen heimisch geworden und durchstreift mit mindestens einem Rudel dieses urwüchsige Revier. Nun, diese klugen und scheuen Tiere werden wir heute sicher nicht zu Gesicht bekommen, aber ich hoffe auf eine bunte Vielfalt verschiedenster Großpilze und sicher auch reichlich essbarer Arten, die zum Schluss in den Körben der Teilnehmerinnen und Teilnehmer landen könnten und schließlich den Sonntagsbraten bereichern dürften. Aber das Wetter war nicht auf unserer Seite. Dauerregen war angesagt und ich war drauf und dran die Veranstaltung abzusagen, welches ich eigentlich auch schon am Vorabend tat. Aber beste Pilzzeit und Ankündigungen in der Tagespresse werden sicher einige Menschen mobilisieren und trotzt des ungemütlichen Wetters auf der Matte stehen werden. Die Matte befand sich vor der Gaststätte Winkelkrug in Demen und tatsächlich erwartete mich hier eine ansehnlichen Traube interessierte Leute.  So ging es dann doch zu einem pilzkundlichen Waldbad in das Kaarzer Holz, zwischen Venzkow und Demen. Siehe auch unter: Kaarzer Holz  

Zunächst durfte sich jeder in die Teilnehmerliste eintragen und die Teilnahmegebühr entrichten.

Der Regen setzte ein und wir in den Wald hinein.

Es dauerte nicht lange und jeder hatte bereits etwas entdeckt. Hier ist es ein roter Täubling.

Die ersten Speisepilze wurden in die Körbe gelegt. Es scheint bunt zu werden, denn bis auf obigen Butterpilz wären die unteren Exemplare ohne Fachmann sicher im Wald geblieben.

Auch dieser ausgezeichnete Speisepilz hätte keine Beachtung erfahren und wäre als vermeintlicher Giftpilz stehen geblieben. Dabei gibt es kaum etwas besseres, geht es um die gehobene Küche bezüglich Pilze. Edel – Reizker gebraten – ganz vorzüglich!

Hier sehen wir zwei Filzröhrlinge. Der obere ist bereits ungenießbar, wenn nicht sogar giftig. Er ist im Anfangsstadium vom Goldschimmel befallen. Beim Sammeln von Röhrlingen, insbesondere Filzröhrlingen, ist immer ein kritischer Blick erforderlich, damit solche Exemplare erst gar nicht in den Korb wandern.

Diese Tränen – Täublinge (Russula sardonia) sollten auch außen vor bleiben. Sie sind sehr scharf im Geschmack und machen das Gericht ungenießbar.

Gegen einen Steinpilz ist natürlich nichts einzuwenden.

Auch dieser besonders blasse Grasgrüne Täubling darf in den Korb gelegt werden. Zumindest als Mischpilz ist er brauchbar.

Und der Fleischrote Speise – Täubling ist auch im Reingericht ganz ausgezeichnet!

Ein junger Boletus edulis.

Der ehemalige Schießplatz.

Lecker ist selbstverständlich auch der volkstümliche Maronen – Röhrling, oft unter der Bezeichnung Braunkappe eingesammelt.

Am milden Geschmack und seinem Fischgeruch gut zu erkennen ist der im sauren Kiefernwald häufige Rote Heringstäubling (Russula xerampelina). Einer der farbenfrohesten und schönsten Pilze unserer Kieferwälder bzw. Forste. Er darf also in den Korb gelegt werden.

Ja, ein knallroter Pilz des Nadelwaldes und trotz dem ein guter Speisepilz. Rot ist keine Warnfarbe im Pilzreich!

Die Gruppe hat sich etwas verteilt.

Der Seifen – Ritterling (Tricholoma saponaceum) duftet nach Waschküche. Aber wer wäscht heut zu Tage noch Wäsche in einer Waschküche? Also riecht er wohl eher nach Waschmaschine? Wie dem auch sei, der Pilz ist jedenfalls schwach giftig!

Am Ende waren nicht nur die Pilze triefend nass, sondern auch wir. Zumindest hat es sich doch für die allermeisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer gelohnt. Stellvertretend ein Blick in diesen Korb.


Ein Gruppenbild war heute leider nicht möglich. Es regnete in Strömen.

Wann startet die nächste Pilzwanderung? – Siehe unter Termine!

04. Oktober 2023 – Mittwochsexkursion

Mittwochsexkursion bei Wöbbelin

Auch für interessierte Pilz- und Naturfreund*innen

MTB 2535/4: südlich der Neuhöfer Karpfenteiche

Reiß Aus zu hochdeutsch nennt sich der Ort, an dem unser heutiges Exkursionsgebiet grenzt.

Wir sind nun im 4. und damit letzten Quadranten der Topographischen Karte von Wöbbelin angelangt. Die Lewitz – Region stand und steht heute noch einmal im Mittelpunkt unserer Mittwochsexkursion. Dieser Quadrant wird von den Fischteichen in der Lewitz eingenommen. So die Friedrichsmoorer Karpfenteiche und nach Süden von den Neuhöfer Karpfenteichen. Kleine Waldflächen, die für uns in Frage kommen, gibt es am südlichen Kartenrand, südlich der Fischteiche. Sie ragen als Zipfel in unseren Kartierungsausschnitt hinein. So auch zwischen den kleinen Orten Riet Ut und Krim sowie dem Hauptort Neustadt – Glewe. Da war Timur doch etwas verwundert, denn die Krim gehörte bis vor einigen Jahren noch zu seinem Heimatland, der Ukraine. Bis hier haben es die Russen jedoch noch nicht geschafft. Aber wer weiß, bis vor einiger Zeit gehörte ja der Osten Deutschlands zum Machtbereich Moskaus. Warten wir`s ab! Timur lebt schon seit vielen Jahren in Deutschland und er ist auch Mitglied in der Gruppe der Pilzfreunde innerhalb der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V. Wir trafen uns in Riet Ut gegen 16.00 Uhr und drehten eine Runde durch den vielschichtigen und abwechslungsreichen Wald.

Bereits nach den ersten Schritten wurde Timur fündig.  

An windiger Waldkannte waren diese Rosa – Helmlinge (Mycena rosea) ziemlich vertrocknet.

Keine Tomate, ein Roter Fliegenpilz (Amanita muscaria) ohne die charakteristischen Hüllreste auf seinem Hut.

Violette Lacktrichterlinge (Laccaria ametystea).

Hat Braunfäule diesen Buchenstamm ausgehöhlt?

Sicher ein ertragreicher Dammweg am Waldrand entlang, mit seinen alten Eichen und Buchen. Heute zwar nicht, aber sicher zu besseren Zeiten.

Nur einige ältere und auch schon vom Goldschimmel in Besitz genommene Rotfuß – Röhrlinge (Xerocomus chrysenteron).

Der ausschließlich unter Eichen vorkommende, nach Blattwanzen duftende Eichen – Milchling (Lactarius quietus) kann als Mischpilz Verwendung finden.

Der leicht giftige Ranzige Trichterling (Clitocybe phaeopthalma) besticht durch seinen Duft nach Hühnerstall.

Im vielseitigen Baumbestand, mit dichtem Jungwuchs, immer mal die eine oder andere, durchaus mastige Marone (Xerocomus badius), worüber Timur sich besonders freute, wollte er doch eine schmackhafte Mahlzeit mit nach Lübeck nehmen.

Unter Eiche ein Purpurschwarzer Täubling (Russula atropurpurea).

Die weißlichen, etwas scharfen Lamellen, weisen einen leichten Gelbstich auf und im Alter kann dieser Täubling grauen.

Tote Nadelbäume standen leider auch hier, aber der Wald strotzt vor Vitalität. Reichlich Jungwuchs ist am kommen. Laub-, wie auch Nadelholz.

Blutmilchpilze (Lycogala epidendron).

Timur sucht nach Maronen unter Altfichten.

Aber der Wald, und das ist hier ein Revier, das diesen Titel durchaus verdient, ist hinreichend Licht und Nachwuchs kann sich gut entwickeln.

Hier sehen wir nochmals den Purpurschwarzen.

Und hier ist es der Buchen – Speitäubling (Russula marei).

Die Gelbe Lohblüte (Fuligo septica) ist kaum zu übersehen.

Ja, es ist Herbst geworden. Die Gallertfleischigen Fältlinge (Merulius tremellosus) gehen an den Start.

Na, wie sieht es aus? Was wollen uns diese Orakel verraten. Gibt es eine Teuerung? aber die haben wir ja schon längst! Gestreifte Teuerlinge (Cyathus striatus).

Breitblättriger Rübling (Megacollybia platyphylla).

Viele Stockschwämme an einen alten Buchenstubben, aber es sind längst nicht alles Stockschwämmchen!

Die waren natürlich auch mit dabei.

In der Überzahl waren es jedoch giftige Grünblättrige Schwefelköpfe (Hypholoma fasciculare), rechts im Bild.

Die leckeren Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis) wanderten in den Speisepilz – Korb von Timur.

Die an sich sehr farbfreudigen Lacktrichterlinge können bei Trockenheit ziemlich entfärben. Hier sehen wir Fleischrötliche Lacktrichterlinge (Laccaria laccata).


Die Artenliste von MTB 2535/4 – Riet Ut: Pantherpilz, Gelber Knollenblätterpilz, Rosa – Helmling, Rosablättriger Helmling, Flatter – Milchling, Schmetterlings – Tramete, Buckel – Tramete, Amiant – Körnchenschirmling, Kahler Krempling, Blutmilchpilz, Vielgestaltige Kohlenbeere, Gelbweißer Täubling, Geflecktblättriger Flämmling, Fichten – Zapfenrübling, Eichen – Mehltau, Buchen – Speitäubling, Heftel – Nabeling, Gelbe Lohblüte, Brandkrustenpilz, Rehbrauner Dachpilz, Gallertfleischiger Fältling, Rotfuß – Röhrling, Goldschimmel, Gestreifter Teuerling, Wurzelschwamm, Gemeine Stinkmorchel, Dickschaliger Kartoffel – Hartbovist, Roter Fliegenpilz, Violetter Lacktrichterling, Purpurschwarzer Täubling, Birken – Zungenporling, Samtiger Schichtpilz, Birken – Speitäubling, Rostfleckiger Helmling, Blaugrauer Täubling, Ranziger Trichterling, Breitblättriger Rübling, Maronen – Röhrling, Waldfreund – Rübling, Klebriger Hörnling, Herber Saftporling, Erdwarzenpilz, Grünblättriger Schwefelkopf, Weißstieliges Stockschwämmchen, Stockschwämmchen, Flaschen – Stäubling, Birkenblättling und Herber Zwergknäuling.


Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

30.09. – 03.10.2023 Großpilzausstellung in Wismar

30. Großpilzausstellung in Wismar

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Im Mykologischen Informationszentrum ABC Straße 21

Blick auf unsere Großpilzausstellung 2023.

Die Öffnungszeiten

Sonnabend, der 30.09.2023   10.00 – 18.00 Uhr (mit Imbiss)

Sonntag,      der 01.10.2023   10.00 – 18.00 Uhr (mit Imbiss)

Montag,       der 02.10.2023   10.00 – 18.00 Uhr

Dienstag,     der 03.10.2023   10.00 – 18.00 Uhr


Eintritt: 2.00 €


Auch in diesem Jahr luden die Pilzfreundinnen und Freunde der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V. wieder zu ihrer Großpilzausstellung in das historische Nikolaiviertel der Hansestadt Wismar sehr herzlich ein. Wie seit vielen Jahren wieder in das Mykologische Informationszentrum Steinpilz – Wismar, ABC Straße 21.

Pilzausstellung am 30. September 1993 auf dem Fußgängerbereich vor dem Karstadt – Stammhaus und der damaligen, städtischen Pilzberatungsstelle.

Ausstellung Ende der 1990er Jahre im Raum 28 des Wismarer Rathauses.

Angefangen hat alles im Jahre 1992, als das neu gegründete Umweltamt der Stadt an mich heran trat, in den Amtsstuben eine öffentliche Pilzausstellung zu organisieren. Später zogen wir für 2 Jahre auf die Fußgängerzone, dann in das Rathaus und schließlich in die Räumlichkeiten der privaten Pilzberatungsstelle in der ABC Straße. Ab jetzt zusätzlich mit Verköstigung. Pilzsuppe- und Pfanne bis zum satt essen standen immer wieder für die Besucher bereit und der unwiderstehliche Duft von frischen Waffeln lockte zusätzliche Gäste an.  Drei Jahrzehnte liegen nun schon hinter uns und wir hofften, dass die Natur dieses Jubiläum entsprechend zu würdigen weis. Soll heißen, für uns ein vielfältiges und reichhaltiges Frischpilzaufkommen in Wald und Flur bereit halten möge. Leider war es mal wieder recht grenzwertig. Der wärmste September seit Begin der Wetterauszeichnungen, einher gehend mit sehr trockenem Wetter, zumindest in der ersten Hälfte des Monats, ließ die benötigen Frischpilze nur recht spärlich sprießen. Es gab zum Glück aber auch Regionen, wo stärkere Schauer schon ein recht ordentliches Pilzaufkommen aus den Böden kitzelten, so dass schließlich wieder eine sehr sehenswerte Pilzausstellung zu Stande kam.

Mehrere Tage waren einige Pilzfreundinnen und Freunde in Wald und Flur unterwegs, um Frischpilze zu besorgen. Ich fuhr zunächst nochmals in die Waldlewitz, weil es hier vor 2 Wochen an die 30 Liter geregnet hatte. Die Resultate zeigten sich bei diesen Garten – Riesenschirmpilzen (Macrolepiota rhacodes var. hortensis). Den Standort hatte Catrin vor zwei Wochen hier entdeckt. Damals waren die Pilze überständig, heute schoben sie frisch. Gerade richtig für eine Pilzausstellung.

Auch die damals noch sehr kleinen Schmarotzer – Röhrlinge (Xerocomus parasiticus) waren zu ansehnlichen Pilzen heran gewachsen.

Und direkt in Friedrichsmoor begrüßten mich protzig einige Riesenschirmpilze (Macrolepiota procera). Die kamen mir gerade recht, können aber auf dem Motorrad schnell meine Transportmöglichkeiten einschränken. Vorsichtig die halbwegs geschlossenen unter der Sitzbank verstaut, sollte es schon gehen.

Anschließend fuhr ich in die Venzkower/Kobander Tannen. Hier bekam ich fast eine Krise. Bis auf einige Pfifferlinge (Cantharellus cibarius) kaum mal ein Frischpilz. Über weite Strecken trostlos!

Nach langem Suchen endlich mal eine Gruppe von Keulenfuß – Trichterlingen (Clitocybe clavipes).

Auch dieser junge Beutel – Stäubling (Calvatia excipuliformis) war sehr willkommen. Die meisten waren noch sehr winzig, aber sie zeigten an, dass es hier bald besser werden sollte.

An den Waldwegen gelegentlich mal einige Weichritterlinge der Gattung Melanoleuca.

Das Fichtensterben geht auch in den Kobander Tannen weiter. Erinnerungen an bessere Tage werden wach, wo unter ihnen noch die schönsten Steinpilze wuchsen.

Und diese Vertreter hatte ich seit Stunden gesucht. Zeigen sie sich gerade auch im September als Bodendecker in unseren Kiefernwäldern. Erst ganz zum Schluss eine kleinere Gruppe der Rostfleckigen Helmlinge (Mycena zephirus). Die Pilzausstellung scheint gerettet, schrieb mir unser Pilzfreund Phillip Buchfink und beglückwünschte mich. Eine große Pilzausstellung ohne diese überaus häufige Art, undenkbar!

Am Folgetag startete ich meine Rundtour durch verschiedene Wälder bei Jesendorf. Eigentlich immer eine gute Adresse für eine interessante Artenvielfalt. Ich war froh, dass ich hier diese Mehlschirmlinge (Cystolepiota sistrata) einsammeln konnte. Ansonsten auch hier so ziemlich tot!

Die nächste Station war Perniek. Hier beglückte mich zumindest eine Espen – Rotkappe (Leccinum auratiacum), wo sonst dutzende stehen.

Aber auch die standortstreuen Gestielten Schütterzähne (Sistotrema confluens) waren willkommen.

Auch die Körnchen – Röhrlinge (Suillus granulatus) sind Standard hier und durften nicht fehlen.

Anschließend traf ich mich mit Pilzfreund Christian Boss und wir durchsuchten die Neukloster Forst bei Klein Warin nach Ausstellungspilzen. Hier freuten wir uns zunächst über diese Erdsterne (Geastrum).

Eine noch ungeöffnete „Zwiebel“.

Ungewöhnliches Exemplar aus dem Formenkreis der Herbstlorchel (Helvella crispa).

Und wie so oft an mehr oder weniger kalkreichen Waldwegen schoben einige Schleierlinge (Cortinarius spec.).

Es handelt sich um Dickfüße, wahrscheinlich aus der Verwandtschaft des Tonweißen Dickfuß.

Sehr gefreut haben wir uns über diese markanten Kohlen – Trichterlinge (Clitocybe carbonaria). Ihr Mehlgeruch erinnert sehr an den des Maipilzes.

Die nur unter Lärchen wachsenden Gold – Röhrlinge (Suillus flavus) dürfen nach Möglichkeit auch nicht fehlen.

Und der Maronen – Röhling (Xerocomus badius) schon gar nicht.

Leuchtend rote Apothezien aus der Verwandtschaft der Feuerkissen müssen zur genauen Bestimmung einer mikroskopischen Untersuchen zugeführt werden.

Diese Prozedur ist zum bestimmen des Butterpilzes (Suillus luteus) natürlich nicht notwendig. Gefunden und fotografiert in den Wäldern bei Weberin. Ich konnte Sohn Jonas überreden, mit mir am Abend dort noch eine Runde zu drehen und den Brunftschreien der Rothirsche zu lauschen. Nur hatten sie nicht so recht Lust dazu. Es war doch ziemlich dürftig. 

Aber es ging ja auch um Ausstellungsmaterial. Flockenstieliger Hexen – Röhrling (Boletus luridiformis) wie aus dem Bilderbuch.

Das der leicht giftige Porphyrbraune Wulstling zu den Knollenblätterpilzen zählt, dürfte auf der Hand liegen.

Ein sehr schöner Fund sind diese Weinroten Graustiel – Täublinge (Russula vinosa). Dieser Sprödblättler wird angesichts des Fichten – Sterbens und fehlender Neuaufforstungen wohl irgendwann auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Arten zumindest in M-V landen.

Und am Donnerstag war ich dann noch mit Irena in der Nossentiner/Schwinzer Heide unterwegs. Hie ein Blick auf den Krakower See.

Aus dem Sand einer aufgeschütteten Straßenböschung schieben Zweisporige Champignons (Agaricus bisporus). Hier müsste vielleicht das Mikroskop befragt werden, ob dem auch so sei. Aber da bin ich mir ziemlich sicher, dass dem auch so ist, denn auch ohne zu mikroskopieren ist die Wildform des Zucht – Champignons leicht zu erkennen.

Und Irena hat gleich noch für den Pilz – Imbiss wunderbar frische Körnchen – Röhrlinge eingesammelt.

Diese wunderschönen Birkenpilze (Leccinum scabrum) landen selbstredend auf der Moosfläche unserer 30. Großpilzausstellung.

Auch der Kahle Krempling (Paxillus involutus) ist wichtig. Galt er doch in schlechten Zeiten als einer der wichtigsten Speisepilze. Heut gilt die Regel „Hände weg vom Kahlen Krempling“.

Wunderschön und gerade richtig für ein Pilzschnitzel.

Und die Abenddämmerung brach bereits herein. Noch schnell an einem Sonderstandort bei Sternberg nachgeschaut. Hier ein Fahler – Röhrling (Boletus impolitus). Der fehlte auch noch in der Sammlung.

Noch viel wichtiger, der Edel – Reizker (Lactarius deliciosus).

Den Olivgelben Rißpilz (Inocybe dulcamara) würde wohl kaum jemand vermissen, aber auch er ist willkommen in einer umfänglichen Pilzschau.

Auch der Gilbende Erdritterling (Tricholoma argyraceum) wandert in meine Sammelbehältnisse und anschließend in Frischaltebehälter in den Kühlschrank.

Links drei Exemplare des Ringlosen Butterpilzes (Suillus collinitus) und rechts drei des Butterpilzes (Suillus luteus).

Der Mond ist aufgegangen und die goldenen Sternlein sprangen, oder hieß es prangen? Die sind nicht zu sehen, es ist zu dunstig, aber es ist Vollmond, die Pilze haben es noch nicht überall mitbekommen!

Noch herrscht gähnende Leere auf unseren Ausstellungsflächen. Das wird sich nun aber ändern.

Während ich am Freitag dann mit dem Aufbau der Ausstellung begann, waren einige weitere Vereinsmitglieder unter der Leitung von Monika Peter mit der Vorbereitung des Imbisses beschäftigt.

Wobei das Zwiebeln Pellen schon mal recht traurig machen kann.

Aber die Möhren bringen wieder Farbe und Heiterkeit in die Tränenden Augen.

Monika, in der Bildmitte stehend, hatte zusammen mit ihrer besseren Hälfte Hans – Peter (davor sitzend) den Hut auf, was die Organisation des Imbisses und auch aller anderen Formalitäten der Organisation betraf. Es hat wieder ausgezeichnet geklappt und es war mal wieder ein Kraftakt. Auch allen anderen fleißigen Helfern ein ganz großes Dankeschön!

Nach getaner Arbeit servierte Monika hausgebackenen und sehr leckeren Kuchen zum Kaffee für die Gaumen der fleißigen Helferinnen und Helfer.

Inzwischen nimmt die Ausstellung allmählich Gestalt an. Pfifferlinge gibt es dieses Jahr reichlich. Im vergangenen Jahr waren wir froh, dass wir wenigstens ein einziges Exemplar zeigen konnten.

Einer der absoluten Hingucker in diesem Jahr war dieser wirklich gigantische Riesenbovist, den Irena gefunden hatte und noch schnell vorbei brachte.

Und auch diese liebevoll gestalteten Dekorationsschälchen reichte sie herein.