Tagebuch

Ein Rückblick auf Ereignisse und Veranstaltungen.

30. Januar 2024 – Treffen der Pilzfreunde

Neujahrstreffen der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e. V. – Gruppe der Pilzfreunde

Themenabend: Aurora Borealis

Polarlicht am 10.09.2023 am Altofjord von Christopher Engelhard im Bild festgehalten.

Treff war am Dienstag, dem 30. Januar 2024, um 18.00 Uhr im Mykologischen Informationszentrum Steinpilz – Wismar, in der ABC Straße 21. 


Zwar neigte sich der erste Monat des neuen Jahres bereits mit großen Schritten seinem Ende zu, aber trotz dieser Tatsache waren heute Abend die Pilzfreundinnen und Pilzfreunde der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e. V., sowie interessierte Gäste zu unserem traditionellen Neujahrstreffen in den Steinpilz – Wismar sehr herzlich eingeladen. In gemütlicher Runde haben wir mit einem Gläschen Sekt auf das neue Pilzjahr 2024 angestoßen. In der Hoffnung, dass es uns mit reichlich interessanten Funden beglücken möge.

Die Pilzfreundinnen und Freunde der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e. V. und einige Gäste heute Abend zum Neujahrstreffen im Steinpilz – Wismar.

Unser Referent und Vereinsmitglied Chris schaut hier zwar etwas ernst und andächtig drein, aber während seines sehr informativen Bildervortrages war die Begeisterung über die Aurora Boreales wieder voll und ganz bei ihm entbrannt. Als würde er gerade die schönsten Momente noch einmal erleben und ließ uns zumindest erahnen, wie beeindruckend es sein muss, dieses Naturschauspiel in freier Natur zu erleben.

Um den Abend mit Inhalt zu füllen gab es einen interessanten Vortrag unseres Pilz- und Naturfreundes Christopher Engelhardt. Er weilte für einige Wochen im Herbst des vergangenen Jahres im hohen Norden, in Norwegen und Finnland, und hat dort viel Natur im Bild festgehalten. Heute stand die Aurora Borealis, das Nord- oder Polarlicht, im Mittelpunkt seines Vortrages und dazu vermittelte er uns in Wort und Bild viel wissenswertes zu dieser phantastischen Natur – Erscheinung. Chris schreibt dazu: „Der hohe Norden Europas begeistert durch eine großartige Natur, hoch angepasste Lebensformen und durch einen Nachthimmel, der, anders im überall lichtverschmutzen Himmel Mitteleuropas, noch wirklich dunkel und sternenklar ist.

14.09.2023 – Landersfjorden/Norwegen.

Ab und zu erstrahlt dabei ein grandioses Licht- und Farbenspiel am Himmel., dessen Schönheit und Faszination sich niemand entziehen kann, das Polarlicht, die sogenannte Aurora Borealis. Der Bildervortrag nimmt uns mit auf die Reise zu diesen spektakulären Erscheinungen. Im Jahr 2023 gab es mehrfach kurze Phasen extremer Aurora, in denen Nordlichter bis weit südlich in unseren Breiten auftraten. Neben kurzen Informationen zur Entstehung von Polarlichtern erfahren wir auch, wie und wo wir selbst am ehesten Polarlichter sehen und fotografieren können.“

Und für diese, bis zu uns zu beobachtenden Nordlichter, steigen die Chancen sogar noch deutlich an. Insbesondere der Zeitraum von Ende 2024 bis Anfang 2026 soll sehr günstig für die Aurora Borealis werden.

Aber auch für das leibliche Wohl war wieder gesorgt. Vereinsfreundin Maria servierte uns diese liebevoll gebackene, herzhafte Pilztorte.

Außerdem haben wir Vorschläge für unsere Aktivitäten in der neuen Saison diskutiert und es dufte auch der Jahresbeitrag für 2024 entrichtet werden.

Wer es lieblicher mochte (oder beides) konnte sich diese Gugelhupflinge im Munde zergehen lassen. Zu einer Tasse Kaffee oder Tee, versteht sich. In diesem Sinne auf ein erfolgreiches Pilzjahr 2034!

Die Veranstaltung endet gegen 20.00 Uhr

30. Dezember 2023 – Jahresendexkursion

Silvesterexkursion 

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Auch für interessierte Natur- und Pilzfreund*innen

Schloss Wiligrad am 30. Dezember 2023.

Eine offizielle Weihnachtsfeier der Vereinsmitglieder gab es in diesem Jahr nicht. Die Idee von unserer Vereinsfreundin Catrin kam im vergangenen Jahr gut an, am Jahresende noch einmal das alte Pilzjahr mit einer Jahresendexkursion ausklingen zu lassen. Dem wollten wir auch heute genüge tragen. Im vergangenen Jahr trafen sich einige Mitglieder und Gäste dazu im Warnowtal bei Gädebehn. Es wurde eine durchaus pilzreiche Exkursion bei mildem Winterwetter. Dazu wurden wir von Irena reichlich an frischer Luft mit Speis und Trank bewirtet. Dieses Jahr war die Haushalt – Forst am Schweriner See, unterhalb der Hangterrassen von Wiligrad, das Ziel. Damit schlugen wir gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Sinngemäß natürlich, denn von Fliegen wurden wir zu dieser Jahreszeit kaum belästigt. Vielmehr holten wir den letzten Termin unserer diesjährigen Mittwochsexkursionen nach, der wegen eines Wintereinbruchs abgesagt werden musste. Das Wetter zeigte sich zwar nicht sehr begeistert von unserer Idee und weinte sich zeitweise über uns aus. Aber alles hielt sich in Grenzen und so erlebten wir trotz allem noch eine recht ordentliche Abschlussexkursion 2023.

Am Treffpunkt in Wiligrad.

Sehr gefreut habe ich mich über dieses nachträgliche Weihnachtsgeschenk, welches mir Catrin überreichte. Ganz herzlichen Dank dafür, auch an die anderen Pilzfreundinnen und Freunde, die ihren Anteil daran hatten.

Kaum dort angekommen hatte Catrin bereits den ersten Erfolg zu vermelden. Den Rhododendron – Knospenfresser (Pycnostysanus azaleae), ein Phytoparasit.

Sogleich wurden auch andere fündig.

Ein nicht mehr ganz frischer Violetter Rötel – Ritterling (Lepista nuda).

Ebenfalls recht betagte Nebelgraue Trichterlinge (Clitocybe nebularis).

Dieser auch nicht mehr ganz so junge Blätterpilz mit den anastomosierenden Lamellen gab uns ein Rätsel auf.

Zunächst führte uns der Weg durch den Schlosspark.

Dort entdeckten wir ebenfalls schon sehr betagte Fruchtkörper. So von einer Herbstlorchel, oder auch ein ausgereifter Flaschen – Stäubling.

Auch dieser in besseren Buchenwäldern nicht seltene Schärfliche Ritterling (Tricholoma sciodes) hat die besten Tage bereits hinter sich. Eine Kostprobe meinerseits ließ aber seine immerhin noch dezente Schärfe spüren.

Kammkoralle (Clavulina christata).

Chris nimmt einen Fototermin unter reichlich Anteilnahme wahr.

Nun geht es aber endlich hinunter zum Schweriner See.

Die für mich mit Abstand interessanteste Entdeckung in den dicken Rohhumuspaketen am Ufer des Schweriner Sees waren diese Mürblinge. Sehr markant mit ihrer weinroten Grundfärbung und auch recht üppige Fruchtkörper für diese Gattung. Trotz allem gelang mir/uns keine eindeutige Zuordnung innerhalb der durchaus schwierigen Gattung.

Da lob ich mir doch diese Typen, die es uns in ihrer Identifikation einfach machen. Junge Specht – Tintlinge (Coprinus picaceus).

Und hier noch mal die Spechte in Auflösung (Autolyse) begriffen.

Jahresendblick auf den Schweriner Außensee.

Auf dem Wanderweg in Richtung Lübstorf.

Die ersten Winterpilze (Flammulina velutipes) wurden entdeckt.

Und kurz drauf erspähte Catrin hochthronend üppige Büschel dieser leckeren Speisepilze.

Der Samtfuß – Winterpilz (Flammulina velutipes) ist einer der ältesten Kulturpilze der Menschheit. In Ostasien, so habe ich gelesen, soll er schon vor mehr als 1000 Jahren in Kultur genommen worden sein.

Schatten und Lichtspiele am Ende des Jahres. So wie in unserem Leben auch. Ich liebe diese melancholische Stimmung.

Wunderbare Momente am Jahresende.

Fundbesprechung.

Fototermin.

Ein besonders mastiger Häubling (Galerina spec.).

Nicht nur mastig, vor allem riesig ist dieses Teil, welches ein Pilzfreund aus Bad Kleinen hier aufgespürt hat. Es sind überständige Fruchtkörpers des Schuppigen Porlings (Polyporus squamosus).

Und dann große Begeisterung über ein Vorkommen noch frischer, gerade aufgesprungener Halskrausen – Erdsterne (Geastrum triplex).

Gut ausgeprägte Halskrause.

Natürlich durfte der wohl wichtigste und ergiebigste Speisepilz des Winters nicht fehlen. Austern – Seitling (Pleurotus ostreatus).

Und hier noch einmal in Silvesterbunter Szenerie.

Am Vorabend des Jahreswechsels.

Sandra Bernhardt aus Hamburg hatte ihre professionelle Fotoausrüstung mit dabei.

Und damit gelingen ihr natürlich auch ganz besonders schöne Aufnahmen. So diese Grünspan – Becherlinge (Chlorosplemium aeruginascens).

Es sind tatsächlich die Kleinsporigen Grünspanbecherlinge.  Sandra hat sie mikroskopiert.

Und dann pfiff Catrin uns zurück. Wir waren schon alle dran vorbei marschiert. Eine wirklich beeindruckende Plantage von Winter – Helmlingen auf einem liegenden, bemoosten Eichenstamm.

Für die Pilze war es ein gefundenes Fressen im eigentlichen Sinne, für uns eins für unsere Kameras und Handys.

Winter – Helmling (Mycena tintinabulum).

Es sind hunderte Behelmte, die hier dicht an dicht einen Platz an der selten scheinenden Wintersonne suchen. 

Und das Ganze Generationen übergreifend.

Sandra bringt ihre Foto – Ausrüstung in Stellung für unser Gruppenbild. Allerdings hatte der Selbstauslöser irgendwie keine Lust. Da kamen zwei junge Damen zufällig des Weges und wir konnten diese für unser Vorhaben gewinnen.

Zur Erinnerung an unsere Silvesterexkursion am Schweriner See. 30. Dezember 2023. Leider fehlen hier bereits drei Menschen, die etwas forscher unterwegs waren.

So setzten auch wir mit letzten Sonnenstrahlen zum Endspurt in Richtung Wiligrad an.

Blau ist die Hoffnung. Ein recht gutes Pilzjahr liegt hinter uns, hoffen wir auf ein zumindest eben solches in 2024.


Und hier noch die Artenliste vom MTB 2234/4 – Haushaltforst Wiligrad/Lübstorf: Rhododendron – Knospenfresser, Violetter Rötel – Ritterling, Gilbender Erdritterling, Nebelgrauer Trichterling, Fichten – Zapfenrübling, Geweihförmige Holzkeule, Striegeliger Schichtpilz, Kaffeebrauner Scheintrichterling, Gemeiner Trompeten – Schnitzling, Schärflicher Ritterling, Krauser Aderzähling, Kammkoralle, Gift – Häubling, Herbst – Lorchel, Flaschen – Stäubling, Birnen – Stäubling, Echter Zunderschwamm, Specht – Tintling, Halskrausen – Erdstern, Röhrenkeule, Laubholz – Harzporling, Winter – Helmling, Judasohr, Samtfuß – Winterrübling, Austern – Seitling, Kleinsporiger Grünspanbecherling, Schuppiger Porling u. a. 


Wie geht es 2024 weiter? – Siehe unter Termine!

29. November 2023 – Exkursion am Mittwoch

Mittwochsexkursion bei Bad Kleinen

Auch für interessierte Pilz- und Naturfreund*innen

MTB: 2234/4 – Haushalt Forst bei Wiligrad

Diese Veranstaltung ist wegen Frau Holle ausgefallen und wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt. Siehe unter „Silvesterexkursion“

Schloss Wiligrad am Schweriner See. Foto: Beatrice Seidel.

Treff und Uhrzeit können individuell abgestimmt werden. Einfach anrufen oder eine Nachricht zusenden. Tel.: 03841/228917 oder Handy: 0173/6977219. E – Mail: steinpilz@t-online.de – Dauer der Tour zwischen 3 und 5 Stunden.


Kostenpunkt: 20,00 € p. P.; Vereinsmitglieder frei.


Goldfell – Schüpplinge (Pholiota aurivella) am Ufer des Schweriner Sees an totem Buchenholz.

Die Pilzsaison 2023 neigt sich dem Ende zu. Heute soll es jedoch noch einmal zu einer Mittwochsexkursion in den letzten Quadranten der Toppgraphischen Karte von Bad Kleinen gehen. Hier findet sich der südwestlichste Bereich der ehemaligen Haushalt Forst, mit seinen steil zum Schweriner See  abfallenden Hangterrassen. In früheren Jahren führte ich hier jedes Jahr im November unsere abschließende Pilzlehrwanderung durch. Damals immer einmal zur Morchelzeit im Mai und dann zur Zeit von Austern – Seitling und Co. im spätherbstlichen bzw. frühwinterlichen November. Kartierungstechnisch ist dieser Quadrant bereits bestens bearbeitet, so dass es schwer werden dürfte, wirklich neues zu entdecken. Aber schauen wir mal. Im Zentrum des Waldgebietes findet sich der kleine Ort Wiligrad mit seinem historischen Schloss Wiligrad. Vielleicht hat das dortige Gartencafe Wiligrad ja auch in dieser tristen Jahreszeit noch geöffnet und wir können noch zu einer Tasse Kaffee und einem Stückchen Kuchen einkehren.

Blick vom Ufer unterhalb von Schloss Wiligrad auf den Schweriner See.


Zu beachten wäre die Wetterlage. Sollte es regnen, schneien oder sogar Unwetterwarnungen ausgegeben worden sein, kann die Exkursion kurzfristig abgesagt und zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Deshalb bitte nochmals zeitnah an dieser Stelle informieren. Siehe auch unter: http://www.unwetterzentrale.de


27. November 2023 – 06. Januar 2024 – Adventsgestecke

Weihnachstube im Steinpilz – Wismar

Advents- und Weihnachtsgestecke

Adventsgesteck mit Rentierflechte, Zapfen und Flachem Lackporling.

Wie seit vielen Jahren schon, gab es auch in dieser Vorweihnachts- und Weihnachtszeit wieder unsere ganz speziellen und individuellen Gestecke für die stimmungsvollste Zeit des Jahres im Mykologischen Informationszentrum Steinpilz – Wismar, in der ABC Straße 21. Von kitschig bis naturnah und oft auch mit echten Pilzen ausgestattet. Auf stabilen Baumrinden, Holzscheiben, Astgabeln, Kränzen oder Brettern, mit Moos, Rentierflechten und Zapfen, aber auch mit mehr oder weniger bunter Weihnachtsdekoration. Die Pilzberatungsstelle verwandelte sich also wieder in eine gemütliche Weihnachtsstube. Und das blieb auch, ganz der Tradition verpflichtet, bis zum Ende der Weihnachtsfeiertage am 6. Januar 2024 so.

Panoramablick in das weihnachtliche Info – Zentrum Steinpilz – Wismar, ABC Straße 21.

Mit dem Erwerb eines unserer Gestecke helfen Sie mit, die Pilzberatungsstelle in Wismar auch weiterhin zu erhalten.

Wir freuen uns auf ihren Besuch.   

22. November 2023 – Exkursion am Buß- und Bettag

Mittwochsexkursion bei Bad Kleinen

Auch für interessierte Pilz- und Naturfreund*innen

MTB 2234/3 – Haushalt Forst bei Rote Flöte

Exkursionsgebiet heute bei Rote Flöte.

Im 3. Quadranten der Topographischen Karte von Bad Kleinen finden sich mehrere Gebiete, die für unsere Kartierungsexkursion hätten in Betracht kommen können. Die Nase vorn hatte der südliche Teil der Haushalt Forst zwischen Zickhusen, Drispeth und Alt Meteln. Eine weitere Möglichkeit wäre der Bereich am und nördlich des Rugensees gewesen. Hier befinden sich Laubwälder, die teils feucht stehen und daher auch Erlenbrüche enthalten dürften. Westlich der B 106 und gleich an Lübstorf anschließend findet sich ein schmales Waldgebiet, welches laut mündlicher Mitteilung aber nicht so sehr viel her geben soll. Im südlichen Bereich des Quadranten finden sich ebenfalls noch interessante Reviere. So bei Klein Trebbow mit dem bewaldeten Ufer des Trebbower Sees oder mit dem Wald am Schlossberg. Nicht zu vergessen wäre der westliche Ausläufer der Haushalt Forst Lübstorf/Wiligrad. Also ein Quadrant, der einiges zu bieten hat. Wir steuerten einen Zipfel der Haushalt Forst bei Rote Flöte an. Wir, dass waren Irena aus Keez, Maria aus Lübstorf sowie Christian und Reinhold aus Wismar. Da sich der erste Wintereinbruch ankündigte und ein eisiger Wind diesen erahnen ließ, wurde unsere Kartierungsrunde nicht all zu groß und zeitlich, auch wegen des Tagesganges, recht begrenzt.

Eigentlich brauche ich ihn nicht näher vorzustellen, denn es kennt ihn ohnehin jeder über den Tellerrand hinaus blickende Pilzfreund bzw. Freundin, den Holunder Rindenschichtpilz (Lyomyces sambuci).

Um es vorweg zu nehmen, Frischpilze gab es satt. Hier sehen wir die für diese Jahreszeit typischen Fuchsigen Rötel – Trichterlinge (Lepista flaccida).

Irena, Maria und Christian.

Solitär stehende Nebelkappe (Clitocybe nebularis) im Herbstlaub.

Hier in Form eines Herbstblattls.

Der Bleiweiße- oder Laubfreund Trichterling (Clitocybe phyllophila) bildet, wie auch einige andere Streuzersetzer, gerne Hexenringe aus. Für den Kochtopf – Mykologen dahin gehend von Interesse, dass er zu den stark giftigen Pilzarten gehört.

Nur schwach giftig ist hingegen der sehr schöne Rosa – Helmling (Mycena rosea).

Rotbraune Borstenscheiblinge (Hymenochaete rubuginosa) finden sich sehr häufig auf der Rinde alter Eichenstubben. Sie wirken meist sehr düster und unscheinbar, werden kaum wahrgenommen. Mit Blitz und vielleicht noch mit einem farbfreudigen Bildmodus, so wie hier, kommt ihre  Schönheit erst richtig zum Tragen.

Da fällt der auf den ersten Blick bereits fotogene Grünspan – Träuschling (Stropharia aeruginosa) schon eher ins Auge.

Auch immer wieder sehr farbfreudig tritt der Violette Lacktrichterling oder Bläuling (Laccaria ametystea) in Erscheinung.

Und noch einmal ordentlich Farbe in das triste Novembergrau. Gelbmilchender Helmling (Mycena crocata).

Und hier am Standort.

Schiefknolliger Anis – Champignon (Agaricus abruptibulbus).

Diese Flämmlinge (Gymnopilus spec.) schoben sich aus einer Spalte eines Laubbaumstammes heraus. Auffällig ist ihr deutlich ausgeprägter, häutiger Ring und die weißfilzige Stielbasis.

Die meisten Vertreter der Stummel- oder Krüppelfüßchen (Crepidotus) sind makroskopisch nicht zu identifizieren. Sie müssen also mikroskopiert werden. Horak führt über 20 Arten an. Die häufigste in unseren Breiten scheint das Kugelsporige Stummelfüßchen zu sein. Ja, die Kugeln sind eben nicht mit dem bloßen Auge erkennbar.

Noch weitaus komplizierter wird es in der hunderte Arten enthaltenen Gattung der Schleierlinge (Cortinarius). Immerhin gibt es hier einige, die durchaus gut im Feld ansprechbar sind. Der hier wird allerdings namenlos bleiben.

Zur Abwechslung mal eine Art der Bauchpilze, die es uns leicht macht. Den Flaschen – Stäubling (Lycoperdon perlatum) kann nun wirklich jeder bestimmen, der mit einem Minimum an Ernsthaftigkeit daran geht.

Die Röhren – Keule (Macrotyphula fistulosa).

Hier war jemand hungrig, der es außerdem recht deftig mag, denn die abgeweideten Grünblättrigen Schwefelköpfe sind doch ziemlich bitter. Ist es Rehwild? Man sieht es ziemlich oft.

Bitter schmeckt auch der Gallen – Täubling (Russula fellea).

Dieser Becherling gehört zur Gattung der Öhrlinge. Er ist ihr bekanntester Vertreter, das Eselsohr (Otidea onotica).

Bereits etwas entfärbte Purpurschwarze Täublinge (Russula atropurpurea).

Immer unter Buchen zu hause ist der Brandige Ritterling (Tricholoma ustale).

Der Hallimasch hat sich in diesem Herbst auffallend zurück gehalten. Nun scheint er doch noch stärker an den Start gehen zu wollen. Der Winter wird ihm einen Strich durch die Rechnung machen. Wir sehen hier jungen Dunklen Hallimasch (Armillaria obscura).

Typische Vertreter des Spätherbstes sind die Kaffeebraunen Schein- oder Gabeltrichterlinge (Pseudoclitocybe cyathiformis).

Während der Wind die Blätter im oberen Stockwerk des Buchenwaldes bereits verweht hat, trägt der Nachwuchs noch sein farbiges Herbstkleid.

Besonders gut auf diesem Panorama – Schwenk zu sehen.

Wie auf einem Präsentierteller hat sich hier ein Scheidenstreifling (Amanita spec.) empor geschoben. Davor ein Milder Milchling (Lactarius mitissimus).

Und hier noch einmal in Schieflage.

Wir verabschieden uns heute mal ohne Gruppenfoto von der Haushalt Forst bei Rote Flöte.


Die Artenliste von MTB 2234/3 Haushalt Forst bei Rote Flöte: Judasohr, Safran – Schirmpilz, Horngrauer Rübling, Goldgelber Zitterling, Schmetterlings – Tramete, Langstieliger Knoblauchschwindling, Weißstieliges Stockschwämmchen, Rosablättriger Helmling, Holunder – Rindenschichtpilz, Nebelgrauer Trichterling, Eichen – Wirrling, Grünblättriger Schwefelkopf, Gelbmilchender Helmling, Zitronengelbes Reisigbecherchen, Gallen – Täubling, Fuchsiger Rötel – Trichterling, Violetter Rötel – Ritterling, Süßlicher Milchling, Rehbrauner Dachpilz, Weißmilchender Helmling, Gelber Knollenblätterpilz, Flaschen – Stäubling, Schlanker Riesenschirmpilz, Bleiweißer Trichterling, Rosa – Helmling, Geweihförmige Holzkeule, Rotbrauner Borstenscheibling, Riesen – Champignon, Derbes Rotfüßchen, Grünspan – Träuschling, Fleischroter Lacktrichterling, Violetter Lacktrichterling, Gift – Häubling, Schiefknolliger Anis – Champignon, Ahorn – Holzkeule, Striegeliger Schichtpilz, Herber Zwergknäuling, Stoppliger Drüsling, Röhren – Keule, Brennender Rübling, Binsen – Keule, Vielgestaltige Holzkeule, Eselsohr, Gemeiner Wurzel – Schleimrübling, Brandiger Ritterling, Widerlicher Ritterling, Buchenwald – Wasserfuß, Purpurschwarzer Täubling, Milder Milchling, Scheidenstreifling und Kaffeebrauner Scheintrichterling.


Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

18. November 2023 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung 

Pilzwandern im Jahr des Sumpf – Haubenpilzes

Sie führte durch das Kröpeliner Stadtholz

Das Kröpeliner Stadtholz zeigte sich heute bei sonnigem Spätherbstwetter von seiner schönsten Seite.

Mit der heutigen Lehrwanderung haben wir den Zyklus der öffentlichen Führungen für dieses Jahr beendet. Immerhin befinden wir uns ab Mitte November bereits im Wachstumsaspekt des Winters. Dennoch sind wir dem Spätherbst noch sehr nahe, so dass die Artenvielfalt noch immer recht hoch sein kann. Und in diesem Jahr ganz besonders hoch. Viele Streubewohner,  aber auch noch reichlich Mykorrhiza – Arten. Im Kröpeliner Stadtholz dominieren Laubwälder, insbesondere Buchenbestände. 

Wir starten und Catrin hat offensichtlich bereits etwas entdeckt.

Hallimasch (Armillaria cf.) gab es besonders entlang des dortigen Radweges in Mengen und in allen Altersstadien.

Hier ist es eine schicke Herbstlorchel (Helvella crispa).

Beringter Flämmling (Gymnopilus junonius). Ungenießbar, da bitter!

Die Lamellen dieses Sprödblättlers schmeckten brennend scharf. Er gehört in die Gruppe der scharfen Weißsporer und hier zu den besonders pikanten Spei – Täublingen.

Nicht minder scharf schmeckt die weiße Milch des Graugrünen Milchlings (Lactarius blennius), den wir stets unter Buchen, mitunter als Massenpilz, antreffen können.

Ebenfalls unter Buchen zu hause und oft auch ein Massenpilz ist der Süßliche Milchling (Lactarius subdulcis). Er kann zumindest ein Mischpilz – Gericht bereichern.

Tolle Lichtspiele und Stimmungen heute.

Es war einmal eine Rotbuche.

So schön kann der November sein.

Hier sehen wir möglicherweise den Breitblättrigen Rußmilchling (Lactarius ruginosus)? Er gehört zu den Korallen – Reizkern, deren Milch im Verlauf rötet.

Der verwandte Falbe Milchling (Lactarius pallidus) besitzt unveränderlich weiße und sehr scharfe Milch.

Catrin gelingen mit ihrem neuen Handy inzwischen auch richtig schöne Bilder.

Ich habe in meiner Exkursionstasche immer einen Schminkspiegel dabei. Nicht für meine kaum vorhandene Eitelkeit, sondern er leistet mir manchmal gute Dienste, steht nur ein Hutträger der jeweiligen Art zur Verfügung. Hier ist es ein Brennreizker (Lactarius pyrogalus), den wir in der Regel unter Hainbuchen finden können.

Elfenbein – Schnecklinge (Hygrophorus eburneus). Der Buchenbegleiter soll essbar sein, aber ein Hit ist er sicherlich nicht.

Ganz anderes habe ich vom Rosablättrigen Helmling (Mycena galericulata) gehört. Seine Hüte sollen sehr gut munden. Wir sehen hier noch sehr junge Exemplare. Erst in der weiteren Reifung färben sich die Lamellen zart rosa.

Im Kröpeliner Stadtholz.

Erst wenn die Fruchtkörper des Gilbenden Erdritterlings (Tricholoma argyraceum) in Zersetzung übergehen bildet sich das bezeichnende Gelb heraus. Jung sind die Pilze essbar.

Unter Buchen, auf besseren Böden, findet sich der Braunfleckende Milchling (Lactarius fluens). Seine weiße Milch schmeckt scharf, er darf also im Wald bleiben.

Im Hintergrund wird Totholz inspiziert.

Das Interesse wurde u. a. von dieser Nebenfruchtform des Fleischroten Gallertbecherlings (Ascocoryne sarcoides) geweckt.

Ein sehr häufiger Laubholz – Besiedler ist der Herbe Zwergknäuling (Panellus stypticus). Besonders gern siedelt er auf Eichenholz. Die Querverbindungen am Lamellengrund nennt man Anastomosen.

Dieses geweihförmige Gebildet hatte Catrin entdeckt. Zwar befinden wir uns nicht auf einer Wiese, aber nichts destotrotz könnte hier durchaus die Geweihförmige Wiesenkeule (Clavaria corniculata) zu sehen sein. Ein toller Fund!

Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis) links, im Vergleich mit seinem tödlichen Doppelgänger, dem Gift – Häubling (Galerina marginata).

Hier darf man auch mal die Schönheit des Ganzen auf sich wirken lassen. Auch wenn es nur ein banaler Gelber Knollenblätterpilz (Amanita citrina) ist.

Hier ist es ein junger Starkriechender Körnchenschirmling (Cystoderma carcharias).

Immer wieder stimmungsvolle Momente.

Tolle Herbstfärbung einer Rotbuche im Kontrast zum blauen Himmel.

Meist sind unsere Blicke jedoch auf den Waldboden gerichtet.

Und hier immer wieder Hexenringe und Reihen der Herbstblattl (Clitocybe nebularis). Wie man sieht, wachsen sie nicht nur bei Nebel.

Ich konnte es einfach nicht lassen, immer mal meinen Blick zu den Baumkronen und in Richtung Himmel schweifen zu lassen. Dieser Tag ist doch ein Geschenk!

Goldener Herbst in seinen letzten Zügen.

Auch diese Gift – Häublinge (Galerina marginata) kommen bei dem traumhaften Wetter ganz besonders feierlich zur Geltung. Was stört uns ihre Giftigkeit, wenn sich das Auge satt sehen kann.

Auch entlang und in diesem Graben gab es allerhand zu entdecken.

Hier sind es Buchen – Speitäublinge (Russula mairei).

Auch gleich daneben schob sich weiteres Rot aus der dicken Laubstreu des Grabens. Ein Glückspilz!

Ist es ein Buchenblatt – Amanita?

Natürlich nur ein ganz gemeiner Fliegenpilz (Amanita muscaria).

Hier sehen wir die Röhrige Keule (Macrotyphula fistulosa).

Steife Koralle (Ramaria stricta).

Welch ein gefräßiger Schneckling!

Einfach schön anzusehen.

Im Falllaub des Spätherbstes, nicht nur von Buchen, besonders gerne auch von Eichen, finden wir sehr gesellig den Großen Knoblauchwindling (Marasmius prasiosmus).

Diese Stockschwämmchen haben offensichtlich einen Gen – Defekt. Sie sind allgemein heller, so auch ihr Sporenstaub. Die Fruchtkörper erscheinen also blasser. Ähnliches lässt sich auch bei Schwefelköpfen beobachten.

Immer noch schiebt der eine oder andere Steinpilz (Boletus edulis).

Allmählich schließt sich der Kreis und die Wanderung geht ihrem Ende entgegen.

Einer der Teilnehmer hatte kurz vor mir diesen Frauen – Täubling (Russula cyanoxantha) versehentlich als Steinpilz abgeschnitten. Da er rasch bemerkte, dass er sich getäuscht hatte, warf er den vermeintlichen Giftpilz wieder weg. Ich hob ihn kurz danach auf und bot ihm diesen als ausgezeichneten Speisepilz an. Also nicht so voreilig handeln, schließlich hat man doch den Fachmann dabei.

Eine Familie von Gruben – Lorcheln (Helvella lacunosa).

Selbst ein letzter Pantherpilz (Amanita pantherina) hat hier noch das Licht der Welt erblickt.

Unter dem Motto: „das Beste zum Schluss“, hat Catrin noch einen imposanten Trupp der äußerst fotogenen Goldfarbenen Glimmerschüpplinge entdeckt.

Ihre Manschette schmückt den Stiel zunächst nicht als herunter hängendes Röckchen, sondern zeigt eher wie eine Halskrause noch oben.

Die festfleischigen und kaum verwechselbaren Pilze sind nie madig. Vielleicht verhindert derartiges die in ihnen enthaltene Blausäure, die, will man die Pilze essen, zunächst verdunstet werden muss. Er soll dann sehr wohlschmeckend sein!

Goldfarbener Glimmerschüppling (Phaeolepiota aurea). Dieser Fund rundete die letzte öffentliche Lehrwanderung des Jahres würdig ab.

Zur Erinnerung an eine spätherbstliche Wanderung durch das Kröpeliner Stadtholz.

Ein großes Dankeschön an die Sonne. Sie hat es heute wirklich gut mit uns gemeint und Licht in das so häufige Novembergrau gebracht.

Wann startet die nächste Pilzwanderung? – Siehe unter Termine!

15. November 2023 – Exkursion am Mittwoch

Mittwochsexkursion bei Bad Kleinen

Auch für interessierte Pilz- und Naturfreund*innen

MTB 2234/2 – Großherzoglicher Forst Moidentin –  Lostener See

Am Lostener See heute Nachmittag.

Heute ging es mit dem 2. Quadranten der Topographischen Karte Bad Kleinen im Maßstab 1 : 25 000 weiter. Im Quadrant befinden sich im wesentlichen 2 Reviere, die für unsere spätherbstliche Exkursion in Frage kamen. Da wäre der nordöstliche Bereich, mit dem Lostener See zu nennen. Das Gebiet gehört zur ehemals Großherzoglichen Forst Moidentin. Das bewaldete Steilufer des See ist durchaus eine vielversprechende Adresse. Der Südostteil wird von einem Zipfel des Schweriner See eingenommen und hier entspringt auch der Wallensteingraben , der sich in Richtung Norden hin zum Lostener See in Bewegung setzt. Von hier aus weiter zum Wismarer Mühlenteich fliest, um schließlich in die Wismar Bucht zu münden. Andererseits findet sich im Herzen des Quadranten ein kompaktes Mischwaldgebiet, nämlich der Bad Kleiner Teil der früheren Haushalt Forst. Auch dieses Revier gehört zu unseren artenreichen Wäldern und hat selbst im Spätherbst noch einiges zu bieten. In manchen Jahren erwarten den Pilzfreund Unmengen von Totentrompeten und Trompeten – Pfifferlingen. Wir entschieden uns für erstere Variante. Dazu trafen sich am Nachmittag Maria aus Lübstorf, Christopher aus Lübeck, Phillip aus Renzow und Reinhold aus Wismar in Bad Kleinen und wir fuhren anschließend in Richtung Hohen Viecheln.

Von hier aus starteten wir unsere Exkursion.

So gleich begrüßten uns etliche Nebelkappen (Clitocybe nebularis).

Auch Violette Rötel – Ritterlinge (Lepista nuda) waren dabei. Beide teilen sich gerne den Standort.

Krauser Aderzähling (Plicatura crispa).

Sehr markant und leicht kenntlich ist der Gurken – Schnitzling (Macrocystidea cucumis). Alleine sein Duft nach frischen Gurken, mit ranziger Nebennote, lassen ihn ziemlich sicher erkennen.

Ein besonders schönes und daher fotogenes Exemplar des Dickschaligen Kartoffel – Hartbovistes (Scleroderma citrinum).

Noch ein kleines Stück und wir erreichen den Lostener See.

Rechts zwei giftige Grünblättrige Schwefelköpfe (Hypholoma fasciculare), links drei delikate Graublättrige Schwefelköpfe (Hypholoma capnoides).

Freude über immer neue Entdeckungen.

Hier sind es Große Blut – Champignons (Agaricus langei) des Laubwaldes. Allerdings unterscheidet Bon beispielsweise noch einen A. haemorrhoidarius. Beide Arten sollen sich im Wesentlichen durch unterschiedliche Sporengrößen unterscheiden.

Chris aus Lübeck beim Ablichten eines Herrenpilzes am Lostener See.

Ein stattliches Exemplar (Boletus edulis). Es durfte stehen bleiben.

Flockenstielige Hexen – Röhrlinge (Boletus luridiformis) setzten zu einem neuen Wachstumsschub in sonnenexponierter Lage, so sie denn scheinen sollte, an.

Nebelkappen (Clitocybe nebularis) in großen Mengen und in besonders mastigen Ausführungen in den mächtigen Laubstreupaketen.

Rotgelbe Stoppelpilze (Hydnum rufescens) an den Hangterrassen zum See.

Schon in Tagen meiner Kindheit bin ich hier auf der Suche nach Speisepilzen unterwegs gewesen. Allerdings kaum für mich selber, sondern für andere. 

Phillip ist fündig geworden.

Eine Kammkoralle (Clavulina christata).

Buchen – Speitäublinge (Russula marei). Gut ist ihre Sprödheit zu erkennen.

Die Graukappe wird auch Herbstblattl genannt.

Mal schauen, was Chris hier so entdeckt hat.

Es ist eine niedliche Gruppe bereits blutender Großer Bluthelmlinge (Mycena haematopus).

Seeblick.

Elfenbein – Schnecklinge (Hygrophorus eburneus) sind hier seit langem zuhause.

Hohe Luftfeuchtigkeit ist wichtig für Gallertpilze wie diese Judasohren (Hirneola auricula – judae).

Phillip war so nett und sammelte mir in Hanglage eine ansehnliche Menge junger Hallimasch ein, die ich für ein mögliches Imbissgeschäft abkochte und einfror.

Und zur Erinnerung von rechts: Maria, Phillip, Chris und Reinhold. 15. November 2023 am Lostener See.

Buchenhang zum Lostener See heute Nachmittag.


Hier die Artenliste von MTB 2234/2 – Großherzoglicher Forst Moidentin/Lostener See: Ahorn – Runzelschorf, Nebelgrauer Trichterling, Eichenwirrling, Rotbrauner Borstenscheibling, Langstieliger Knoblauch – Schwindling, Violetter Rötel – Ritterling, Specht – Tintling, Geweihförmige Holzkeule, Rillstieliger Helmling, Tonfalber Schüppling, Wurzelschwamm, Safran – Schirmpilz, Schwarzgezähnelter Helmling, Horngrauer Rübling, Süßlicher Milchling, Frostschneckling, Rosa – Helmling, Gift – Häubling, Grünblättriger Schwefelkopf, Krauser Aderzähling, Fuchsiger Rötel – Trichterling, Weißmilchender Helmling, Derbes Rotfüßchen, Gurkenschnitzling, Seidiger Rißpilz, Papagei – Täubling, Dickschaliger Kartoffel – Hartbovist, Rostfleckiger Helmling, Ohrlöffel, Mäuseschwänzchen, Blauer Saftporling, Gemeiner Violettporling, Bleiweißer Trichterling, Dunkelscheibiger Fälbling, Grobscholliger Riesenschirmpilz, Gelbweißer Täubling, Violetter Lacktrichterling, Halskrausen – Erdstern, Gelber Knollenblätterpilz, Herbstlorchel, Gemeine Stinkmorchel, Roter Fliegenpilz, Buchen – Speitäubling, Großer Blutchampignon, Echter Steinpilz, Graugrüner Milchling, Blaugrauer Reiftäubling, Glasigweißer Höckerschwamm, Rosablättriger Helmling, Rettich – Helmling, Buchenblatt – Helmling, Flockenstieliger Hexen – Röhrling, Weißes Haarbecherchen, Ziegelroter Schwefelkopf, Rotgelber Stoppelpilz, Gelbmilchender Helmling, Flaschen – Stäubling, Buchen – Klumpfuß, Dickblättriger Schwarztäubling, Brandiger Ritterling, Wechselfarbiger Speitäubling, Kammkoralle, Niedergedrückter Rötling, Violettlicher Schwindling, Honiggelber Hallimasch, Buchen – Kreisling, Buchen – Runzelschorf, Rotbraune Buchen – Kohlenbeere, Striegelige Tramete, Rotbuchen – Rindenkugelpilz, Gallen – Täubling, Gefleckter Helmling, Elfenbein – Schneckling, Großer Bluthelmling, Maronen – Röhrling, Goldschimmel, Beringter Buchen – Schleimrübling und Birken – Zungenporling.


12. November 2023 – Vereins- und Kartierungsexkursion

Vereinsexkursion der Pilzfreude

Auch für interessierte Gästinnen und Gäste

Sie führte durch das Rühner Holz

Heute im spätherbstlichen Rühner Holz.

Der Spätherbst – Aspekt sollte schon fast in seinen letzten Zügen liegen, geht es nach der Aspekt – Abfolge eines durchschnittlichen Pilzjahres. Aber in diesem Jahr ist alles anders. Der Wachstumsschub des Herbstes ist gerade abgeklungen und der eigentlich Mitte November endende Spätherbst startet gerade erst richtig durch. So drehten wir heute unter Führung von Catrin eine interessante Runde durch dieses umfangreiche Revier. Catrin hatte für uns eine tolle Route zurecht gelegt, schließlich ist es auch ihr Hauswald.

Ein in Fachkreisen allseits bekannter und in unseren Laubwäldern ein sehr häufige Sprödblättler ist der Dickblättrige Schwarztäubling (Russula nigricans). Er kann zumindest jung durchaus ein Pilzgericht bereichern.

Das gilt natürlich auch für den Schiefknolligen Anis – Champignon (Agaricus essettei).

Sehr willkommen bei den Feinschmeckern sind natürlich diese Trompeten – Pfifferlinge (Cantharellus tubaeformis).

Der schöne Buchen – Speitäubling (Russula mairei) ist alles andere als Delikat. Wie sein Namen bereits vermuten lässt, eher zum Spucken geeignet.

Hier waren die Feinschmecker unter den Schnecken am Werk. Frauen – Täublinge (Russula cyanoxantha).

Pilzfreund Hanjo aus Bützow betrachtet unter neugierigen Blicken einen Stubbenpilz.

Wahrscheinlich Stockschwämmchen, aber es sind auch Schwefelköpfe an diesem Buchenstubben zu sehen.

Die Steife Koralle (Ramaria stricta) im Buchenlaub.

Gemeine Hundsrute (Mutinus caninus).

Die ungenießbaren Wolligen Milchlinge (Lactarius vellereus) werden auch Erdschieber genannt. Laubschieber würde hier wohl auch nicht verkehrt sein.

Altgolden zeigt sich uns das Rühner Holz.

Die Elfenbein – Schnecklinge (Hygrophorus eburneus) sind unter Rotbuchen zuhause.

Auch der Gallen – Täubling (Russula fellea) ist ein Symbiose – Partner der Buche.

Zum Vergleich, links der essbare, wenn auch mindertwerrtige Gelbweiße Täubling (Russula ochroleuca) und rechts der absolut ungenießbare Gallen – Täubling (Russula fellea).

Der Purpurschwarze Täubling (Russula atropurpurea) geht auch gerne eine Partnerschaft mit der Eiche ein. Wir finden ihn auf sauren bis neutralen Böden.

Und schon wieder wurde etwas entdeckt.

Es ist ein Perlpilz (Amanita rubescens).

Ein Augenschmaus sind diese Gelbstieligen Muschelseitlinge (Sarcomyxa serotina). Für den verwöhnten Gaumen allerdings eher eine Zumutung.

Jetzt starten an Laubholz – Ästen auch wieder in großen Ansammlungen die Krausen Aderzählinge (Plicatura crispa) durch.

Hier sehen wir die verhältnismäßig seltene, weiße Form der Nebelkappe (Chlitocybe nebularis var. alba).

Ein verpilzter Buchenstamm wird in Augenschein genommen.

Es sind Lungen – Seitlinge (Pleurotus pulmonarius) und Beringte Buchen – Schleimrüblinge (Oudemansiella mucida).

Immer wieder schön.

Eine ganz eigene Eleganz.

Auch aus dieser Perspektive ansprechend.

Auch der Flaschen – Stäubling (Lycoperdon perlatum) kann immer wieder ein schönes Fotoobjekt darstellen.

Im Rühner Holz.

Auch Hallimasch (Armillaria cf.) gab es hier heute.

Ein Nest von Herbsttrompeten (Craterellus cornucopioides). Ein Trompeten – Herbst ist es in diesem Jahr allerdings nicht.

Besonders im Spätherbst können die Füllhörner auch recht üppig in Erscheinung treten.

Schwefel – Ritterling (Tricholoma sulphureus).

Über diesen Rotschuppigen Raukopf (Cortinarius bolaris) hat sich besonders Catrin sehr gefreut.

Steinpilze (Boletus edulis) wollten es in diesem Jahr wissen und kommen immer noch nicht so richtig zur Ruhe. 

Gut getarnt und im Laub versteckt ein Büschel von Pinsel – Schüpplingen (Pholiota jahnii).

Hier sehen wir den Gelbgestiefelten Schirmpilz (Lepiota ventriosospora).

Braune Raslinge (Lyophyllum fumosum).

Für viele Liebhaber ein ausgezeichneter Speisepilz.

Zwar stattlich, aber kein Speisepilz ist der Buchen – Klumpfuß (Cortinarius amoenolens).

Die Herkuleskeule (Clavariadelphus pistillaris) soll bitterlich oder pfefferig schmecken.

Besonders gefreut haben wir uns auch über dieses relativ seltene Wurzel – Graublatt (Tephrocybe rancida).

Oft in großen Schaaren an Kalkstandorten im Buchenwald kann im Herbst der Violettliche Schwindling (Marasmius wynnei) angetroffen werden.

Und natürlich durfte heute dieser Glückspilz (Amanita muscaria) nicht fehlen. Auch bekannt unter der Bezeichnung Roter Fliegenpilz.

Und hier sehen wir die Frau- und Herrschaften, die sich heute auf in das Rühner Holz zu einer Vereinsexkursion gemacht hatten. Ganz besonderen Dank an Catrin (2. von links), da sie uns so toll durch ihren Hauswald geführt hat.

Danke an das Rühner Holz, dass wir heute hier unterwegs sein durften. Es hätte ja auch große Jagd sein können.

Wann startet die nächste Vereinsexkursion? – Siehe unter Termine!

08. November 2023 – Exkursion am Mittwoch

Mittwochsexkursion bei Bad Kleinen

Auch für interessierte Pilz- und Naturfreund*innen

MTB 2234/1 – Buchholz (Haushalt Forst)

Goldene Spätherbststimmung im Buchholz heute Nachmittag.

In der Auslosung der Topographischen Karten für die Mittwochsexkursionen sind natürlich auch die Blätter im Nahbereich einbezogen worden. Im Norden ab der 18er Reihe, im Süden bis zur 23er Reihe, im Westen bis zur Landesgrenze und im Osten zur 37er Reihe senkrecht. Das war der Rahmen, den wir uns zu Beginn der Kartierungen um 1990 herum steckten. Das kann man gut auch auf meinen Datensätzen unter „Daten und Verbreitungskarten“ erahnen. Ich habe diesen Ramen für mich in den letzten Jahren deutlich erweitert und er umfasst nun nahezu das gesamte (westlichere) Mecklenburg. Die Messtischblätter der oben erwähnten Grenzen sind besonders gut gefüllt mit Fundpunkten. Dazu gehört auch das MTB Bad Kleinen.

Dieser Bereich der Haushalt Forst nennt sich Buchholz und ist das Filet – Stück schlechthin seit vielen Jahren. Ich/wir waren hier also schon sehr oft unterwegs. So auch heute.

Und da ich hier nicht nur im Rahmen der Kartierungsexkursionen unterwegs war, sondern die Reviere auch zu unseren am häufigsten aufgesuchten bezüglich Speisepilze und zum Besorgen von Ausstellungsarten zählen, ist hier vieles bereits bekannt. Es wird also schwer werden, wirklich neues zu entdecken. Zumindest für uns einfache Feldmykologen. Trotz allem gibt es noch eine Vielzahl von Arten, die hier durchaus reichlich vertreten sein dürften, aber noch nicht den Weg in die Datenbank gefunden haben. Insbesondere wenn man ernsthaft mykologisch Arbeiten möchte, gibt es hier noch vieles zu entdecken. Dabei ist Spezialliteratur und Mikroskop unerlässlich. Aber schauen wir mal. Vielleicht ist ja doch noch das eine oder andere neu für diesen Quadranten in der Haushalt Forst bei Zickhusen, einem unserer „Edel – Wälder“ schlechthin. So trafen sich zu diesem Vorhaben unsere neue Pilzfreundin Maria aus Lübstorf, Dr. Wulf Schultze aus Hamburg, Christopher Engelhardt aus Lübeck, Michael Junge aus Schwerin und Reinhold Krakow aus Wismar am Nachmittag in Zickhusen.

Bereits während unserer ersten Schritte erfreute dieser junge Safran – Schirmpilz (Macrolepiota rhacodes). Seit längerem befindet er sich jedoch in der Gattung Chlorophyllum.

Herbst oder Derbes Rotfüßchen (Xerocomus pruinatus). Aktuell Xerocomellus pruinatus.

Es war heute auch ein Tag für stimmungsvolle Landschafts-, bzw. Waldbilder.

Oder auch für derartige Stillleben. Aber darf man derartiges überhaupt als Stillleben bezeichnen? Ich habe von Kunstbegriffen keine Ahnung. Wikipedia habe ich entnommen, Stillleben sind Abbildungen von leblosen und statischen Objekten und wahrscheinlich auch nur in der Malerei. Hier ist es ein Foto und es ist viel Leben zu sehen. Wie dem auch sei, wir sehen hier Birnen – Stäublinge (Lycoperdon pyriforme) im herbstlichen Umfeld. Neuerdings Apioperdon pyriforme.

Fündig geworden.

Es sind Vertreter der Gattung Hallimasch (Armillaria cf.).

Nebelkappe, Graukappe, Nebelgrauer Trichterling (Clitocybe nebularis). Früher in der Gattung Lepista beheimatet. Also bei den Rötel – Ritterlingen, wo er meiner Meinung nach viel besser aufgehoben wäre.

Junge und besonders mastige Beringte Buchen – Schleimrüblinge (Oudemansiella mucida).

Ja, dass sind schon recht imposante Teile.

Inzwischen ist er in der Gattung Mucidulla beheimatet.

Immer wieder ein dankbares Foto – Motiv.

Dr. Wulf Schultze untersucht einen dünnen Buchenast, der über und über mit gelben Apothezien besetzt ist.

Auch Chris ist sogleich zur Stelle und und tätigt mit seiner Olympus – Unterwasserkamera Makroaufnahmen. Sehr wahrscheinlich sind es aber nur die überaus häufigen Zitronengelben Reisigbecherchen (Bisporella citrina).

Judasohren (Hirneola auricula – judae). Neuerdings Auricularia auricula – judae.

Einfach paradiesisch heute.

Laubholz – Harzporling (Ischnoderma resinosum).

Junge Wollige Milchlinge (Lactarius vellereus). Heute Lactifluus velereus).

Frischer Zuwachs beim Rotrandigen Baumschwamm (Fomitopsis pinicola). Hier ist noch alles beim Alten.

Wie so oft auch hier mal wieder ein Haarschleierling der unter Cortinarius spec. abgeheftet werden musste.

Gift – Häubling (Galerina marginata). Tödlich giftig!

Zum Vergleich hier das leckere Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis). Es steht seit längerem wieder in der Gattung Pholiota = Schüpplinge.

Ein häufiger Buchen – Begleiter ist der Brandige Ritterling (Tricholoma ustale).

Schwarzgezähnelter Helmling (Mycena pelianthina). Er gehört in die Sektion der Rettich – Helmlinge, die leicht giftig sein sollen.

Eine etwas windflüchtige Herbst – Lorchel (Helvella crispa).

Immer wieder gab es etwas zu entdecken.

Bunt sind noch die Wälder.

Ein in Autolyse befindlicher Schopf – Tintling (Coprinus comatus). Der zukünftige Pilz des Jahres 2024.

Seit vielen Jahren immer wieder Standortstreu und an der selben Stelle zu finden ist hier der Große Rettich – Fälbling (Hebeloma sinapizans). Im Längsschnitt ist im oberen Bereich des eng – holen Stieles immer ein dort hineinragender Zapfen zu sehen.

Maria entdeckte voller Freude diese jungen Steinpilze (Boletus edulis).

Ein schönes Bild unterstreicht hier nicht zuletzt der Tintenstrichpilz (Bispora antennata).

Schönes Stimmungsbild von jungen Weißstieligen Stockschwämmchen (Psathyrella hydrophila). Auch Psathyrella piluliformis.

Mitunter einen spektakulären Anblick liefert der Ansehnliche Flämmling (Gymnopilus spectabilis) an, bzw. um altem Laubholz herum.

Auch Beringter Flämmling (Gymnopilus junonius) genannt.

Ein im Herbst mitunter als Massenpilz in Erscheinung tretender Wachsblättler ist der Elfenbein – Schneckling (Hygrophorus eburneus).

Schiefknolliger Anis – Champignon (Agaricus abruptibulbus). Ein Waldbewohner.

Fleischbrauner – oder Schmutziger Rötel – Ritterling (Lepista sordida). Er ist meist schmächtiger als der sehr ähnliche Violette Rötel – Ritterling.

Igel – Stäublinge (Lycoperdon echinatum).

Meist auf Wiesen, mitunter aber auch im Wald findet sich der Schneeweiße Ellerling (Cuphophyllus niveus).

Hallimasch tritt in diesem Herbst vergleichsweise zurückhaltend in Erscheinung. Hier hätte ich aber meinen Korb in guter Qualität mit Honiggelben Hallimasch (Armillaria mellea) füllen können. Nur hatte ich am Ende keine Lust mehr dazu und schließlich lag auch das Tageslicht in letzten Zügen.

Von links waren heute Reinhold, Christopher, Maria, Michael und Wulf im Buchholz zur Mittwochsexkursion erfolgreich unterwegs.


Die Artenliste von MTB 2234/1 – Buchholz (Haushalt Forst): Schopf – Tintling, Violetter Rötel – Ritterling, Horngrauer Rübling, Rosa – Helmling, Safran – Schirmpilz, Graukappe, Brandkrustenpilz, Gelbmilchender Helmling, Grünblättriger Schwefelkopf, Langstieliger Knoblauch – Schwindling, Geweihförmige Holzkeule, Süßriechender Rettich – Helmling, Flaschen – Stäubling, Buchenblatt – Helmling, Süßlicher Milchling, Rotbraune Buchen – Kohlenbeere, Striegeliger Schichtpilz, Großer Bluthelmling, Derbes Rotfüßchen, Fleischroter Lacktrichterling, Violetter Lacktrichterling, Goldschimmel, Gelbweißer Täubling, Flaumiger Liliputseitling, Birnen – Stäubling, Zitronengelbes Reisigbecherchen, Braunfleckender Milchling, Weißstieliges Stockschwämmchen, Dickblättriger Schwarztäubling, Brennender Rübling, Beringter Buchen – Schleimrübling, Ziegelroter Schwefelkopf, Falscher Pfifferling, Braunroter Lacktrichterling, Gemeiner Rettich – Fälbling, Gelber Knollenblätterpilz, Duftender Gürtelfuß, Judasohr, Rotrandiger Baumschwamm, Warziger Drüsling, Schmetterlings – Tramete, Echter Zunderschwamm, Buchen – Speitäubling, Schwefel – Ritterling, Brandiger Ritterling, Graugrüner Milchling, Laubholz – Harzporling, Ansehnlicher Flämmling, Rotstieliger Leder – Täubling, Wolliger Milchling, Rettich – Helmling, Stockschwämmchen, Gallertfleischiger Fältling, Gallen – Täubling, Schärflicher Ritterling, Steife Koralle, Buchen – Runzelschorf, Elfenbein – Schneckling, Heftel – Nabeling, Flockenstieliger Hexen – Röhrling, Grünspan – Träuschling, Wohlriechender Gürtelfuß, Buckel – Tramete, Riesenporling, Schwarzgezähnelter Helmling, Frauen – Täubling, Gilbender Erdritterling, Grüner Anis – Trichterling, Schiefknolliger Anis – Champignon, Striegelige Tramete, Brombeerrost, Weinrötlicher Zwergchampignon,  Echter Steinpilz, Kaffeebrauner Scheintrichterling, Mehlpilz, Eichen – Rindensprenger, Bogenblättriger Helmling, Laubholz – Hörnling, Violettlicher Schwindling, Schmutziger Rötelritterling, Schneeweißer Ellerling, Igel – Stäubling, Verfärbender Schleimkopf und Honiggelber Hallimasch. 


Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

03. – 05. November – AMMV – Herbsttagung

AMMV – Herbsttagung

Sie fand auf der Ostseeinsel Hiddensee statt

Wie schon im Frühling diesen Jahres fand auch die Herbsttagung der Arbeitsgemeinschaft Mykologie Mecklenburg – Vorpommerns im Naturschutzbund Deutschland auf der schönen Ostsee – Insel Hiddensee statt. Sie diente der Kartierung, also der Erforschung der dortigen Pilzflora. Dazu waren die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft und vielleicht auch interessierte Gäste wieder sehr herzlich eingeladen. 

01. November – Kartierungsexkursion am Mittwoch

Mittwochsexkursion Lübtheen – Süd

Auch für interessierte Pilz- und Naturfreund*innen

MTB 2732/4 – Flusslandschaft Elbe bei Vielank

Diese Veranstaltung ist aufgrund ungünstiger Umstände ausgefallen und wird im nächsten Jahr nachgeholt.

Treff und Uhrzeit können individuell abgestimmt werden. Einfach anrufen oder eine Nachricht zusenden. Tel.: 03841/228917 oder Handy: 0173/6977219. E – Mail: steinpilz.wismar@t-online.de – Dauer der Tour zwischen 3 und 5 Stunden.


Kostenpunkt: 20,00 € p. P., Vereinsmitglieder frei.


Heute steht der 4. und damit letzte Quadrant der Topographischen Karte von Lübtheen – Süd auf dem Programm. Im Vergleich zu den ersten drei Quadranten findet sich in diesem ein deutlich geringerer Anteil von Waldflächen. Aber immer noch mehr als ausreichend für eine solide Exkursion. Neben kleineren Waldflächen, die über dem gesamten Quadranten verteilt liegen, findet sich nordöstlich der Ortschaften Benz und Vielank der südwestliche Rest der großflächigen Waldgebiete der Lübtheener Heide. Auch hier dürfte die Kiefer alles dominieren und wir werden sehen, was der Spätherbst hier für und bereit hält.


Zu beachten wäre die Wetterlage. Bei zu ungemütlichem Wetter, Regen, Schnee oder sogar möglicher Unwettergefahr, kann die Exkursion kurzfristig abgesagt und zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Daher möglichst nochmals zeitnah an dieser Stelle informieren. Siehe auch unter: Unwetterzentrale.de


28. Oktober 2023 – Öffentliche Pilzwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Sumpf – Haubenpilzes

Im Gebiet der Oberen Seen bei Sternberg

Landschaftsschutzgebiet Obere Seen bei Sternberg.

Inzwischen befinden wir uns im Ablauf der Aspekt – Abfolge eines Pilzjahres im Spätherbst. Im Gegensatz zu den uns bekannten 4 Jahreszeiten werden die Wachstumsphasen im Pilzreich in 8 Jahreszeiten aufgegliedert. 

  1. Schneeschmelze (Januar bis März)
  2. Vorfrühling (Ende März – Anfang Mai)
  3. Frühling (Anfang Mai – Mitte Juni)
  4. Frühsommer (Mitte – Ende Juni)
  5. Sommer (Juli – Mitte August)
  6. Herbst (Mitte August – Mitte Oktober)
  7. Spätherbst (Mitte Oktober – Mitte November)
  8. Winter (Mitte November – Januar)

Natürlich sind die Übergänge verschwommen und die einzelnen Aspekte können sich je nach Witterung verschieben oder ganz ausfallen. Es handelt sich im Bereich des Oberen- und des Wustrowsees um eine heideartige Landschaft mit locker stehenden Kiefern – und Birkengruppen, dichteren Mischwaldbeständen, aber auch Trockenrasen und Ginster – Heide. Die Böden sind stellenweise sehr arm und mit Flechten, Blaugräsern und Moosen bewachsen. Was können wir hier im Spätherbst erwarten? Typische Pilzarten sind zu dieser Jahreszeit beispielsweise essbare Frostschnecklinge, Maronen – Röhrlinge, Butterpilze, Riesen – Schirmpilze, Schnee – Ritterlinge, Rötel – Ritterlinge oder Perlpilze. Es gibt Giftpilze wie Grünlinge und wunderschöne Fliegenpilze, um nur einige zu nennen. Selbst der eine oder andere Steinpilz kann hier zu später Jahreszeit noch angetroffen werden. Und es wurde ziemlich bunt heute. An der Pilzfront geht gerade in diesen spätherbstlichen Tagen noch einmal richtig die Post ab. So sind vielfach Steinpilze zu einer regelrechten Landplage geworden, wogegen sich so typische Spätherbst – Arten wie Hallimasch doch eher in Bescheidenheit üben.

Wir starten.

Ein wirklich toller Fund gleich nach den ersten Metern, der Blutblättrige Zwergschirmling (Melanophyllum haematospermum).

Erdsterne haben zur Zeit Hochkonjunktur. Hier sehen wir den großen, häufigen und damit besonders auffälligen Halskrausen – Erdstern (Geastrum triplex). Die Stäublings- und Bovist – Verwandten sind keine Speisepilze.

Ein Feld von teils schon vergangenen Schopf – Tintlingen.

So sollen sie aussehen.

Unter Pappeln einige Pappel – Ritterlinge (Tricholoma populinum). Sollen sie der kulinarischen Verwertung zugeführt werden, so ist es ratsam die Huthaut zu entfernen, da sie Bitterstoffe enthält.

Info – Tafeln der Naturpark – Verwaltung.

Fundbesprechung mit Pilzberater Phillip Buchfink, 2. von rechts.

Den Fund des Tages tätigte eine Pilzfreundin von der Insel Poel an einem Hohlweg unter Eichen. Sie entdeckte hier den seltenen Olivgestiefelten Schneckling (Hygrophorus persoonii).

Der genannte Hohlweg.

An der Weg – Böschung auch einige Büschel junger Stockschwämmchen. Klar, dass die Mykophagen zuschlugen.

Auch diese Sparrigen Schüpplinge (Pholiota sqarrosa) fanden wir dort. Sie könnten von Unkundigen für Hallimasch gehalten werden. Eine Verwechslung hätte aber nur einen gewissen Verlust des Wohlgeschmackes zur Folge.

Unter Eichen findet sich nicht selten der Weinrote Heringstäubling (Russula graveolens).

Freude über einen frisch aufgeschirmten Parasol (Macrolepiota procera). Aufgrund des reichlichen Vorkommens der Riesen – Schirmpilze fiel die Bemerkung, das nächste mal nehme ich einen Bollerwagen mit.

Der Gelbe Knollenblätterpilz (Amanita citrina) riecht muffig nach Kartoffelkeller und soll auch so schmecken. Er darf im Wald bleiben.

Höchstens als Würzpilz verwendbar ist der Pfeffer – Röhrling (Chalciporus piperatus).

Hängebirke (Betula pendula) im Herbstkleid.

Trockenrasen, Ginsterheide, Solitär – Bäume, Baumgruppen und Waldbereiche wechseln einander ab.

Schwarze Hutmitte, rot zum Rand hin, glasig weiße, sehr scharfe Lamellen. Schwarzroter Speitäubling (Russula atrorubens).

Nicht nur Riesenschirmpilze, auch der eine oder andere Steinpilz versteckt sich in den Gebüschen.

Phillip gibt Erläuterungen zu einem Milchling.

Das Gebiet ist recht hügelig.

Und die Solitär – Bäume haben viel Platz um sich auszubreiten.

Und immer wieder Riesen – Schirmpilze.

Da geht kaum noch etwas in den Korb. Das nächste mal besser gleich ohne die Stiele.

Noch ein Prachtkerl.

Nicht nur unter Buchen sollst du suchen. Auch Birken können eine gute Adresse für den Kochtopf – Mykologen sein.

Heute weniger Birkenpilze, dafür reichlich Parasole. Die sind allerdings nicht auf die Gunst von Birken angewiesen. Als Streubewohner gedeihen sie überall dort, wo sie geeignetes Substrat vorfinden. Im Wald, auf der Wiese und auf der Heide. vor allen dort, wo es lichter und damit sonniger ist.

Leider heute herbstlich graues Nieselwetter. Bei Sonnenschein hätte sich der Oktober durchaus noch einmal von seiner leuchtend goldenen Seite gezeigt.

Ein Riesen – Schirmpilz (Macrolepiota procera) in herbstlicher Szenerie.

Genau der richtige Standort für den Olivschneidigen Helmling (Mycena olivaceomarginatus).

Und weiter führt uns der Weg durch das Landschaftsschutzgebiet Obere Seen bei Sternberg.

Und hier gleich drei beliebte Speisepilze in unmittelbarer Nähe des Weges: Steinpilz, Körnchen – Röhrling und Edel – Reizker.

Der Rostfleckige Helmling (Mycena zephirus) als Bodendecker unter Kiefern. So gehört es sich im Herbst.

Immer unter Pappeln findet sich der Rosascheckige Milchling (Lactarius controversus).

Willkommen im Mischpilzgericht dürften dann auch noch diese Anis – Champignons sein.

Und diese Steinpilze (Boletus edulis) sowieso.

Recht blasse Kahle Kremplinge (Paxillus involutus) auf einer Rasenfläche und recht weit vom Waldrand entfernt.

Wunderbare Veilchen – Rötelritterlinge (Lepista irina). Die dürften als gute Speisepilze in den Korn wandern.

Noch ein letztes Stück und wir erreichen wieder unseren Ausgangspunkt.

Hier wurde dann der Inhalt der Körbe nochmals auf einem Tisch sortiert und kontrolliert.

Zur Erinnerung an eine erfolgreiche Pilzwanderung im Spätherbst 2023 bei Sternberg.


Wann findet die nächste Pilzwanderung statt? – Siehe unter Termine!

25. Oktober 2023 – Kartierungsexkursion am Mittwoch

Mittwochsexkursion Lübtheen – Süd

Auch für interessierte Natur- und Pilzfreunde*innen

Im MTB: 2732/3 – Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue

Der Start und Endpunkt unserer heutigen Exkursion.

Heute gingen wir fremd. Soll heißen, wir befanden uns im 3. Quadranten des MTB Lübtheen – Süd nicht mehr in Mecklenburg – Vorpommern, sondern in Niedersachsen, im Amt Neuhaus. Das Revier gehört zum Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue. Es ist mir allerdings nicht unbekannt. Seit vielen Jahren war ich hier schon immer mal sporadisch im Oktober unterwegs, um Maronen – Röhrlinge für meine Dörrgeräte zu ernten. Die Frau eines mir bekannten Pilzfreundes stammt aus dem Ort Laave und sie haben mich bereits in den 1990er Jahren hier her mitgenommen und in dieses Revier eingeführt. Versteht sich von selbst, dass mein Augenmerk nicht nur diesen Speisepilzen galt. So lagen inzwischen bereits einige Funddaten aus diesem Abschnitt vor und haben ihren Weg in meine Karteikarten gefunden.  Das sollte uns aber nicht davon abhalten die Augen offen zu halten. So traf ich mich mit Pilzfreundin Dorit aus Ratzeburg wieder in Lübtheen und wir fuhren gemeinsam in Richtung Laave. Das von Kiefern dominierte Elbdünengebiet ist teils extrem nähstoffarm und von Sandhügeln geprägt. So die Zeetzer Berge oder die Stixer Berge.

Fast schon Märchenhaft!

In Reimen einige Verhaltensregeln für den Waldflegel.

Wir haben uns brav verhalten und so hatte Dr. Wald seine Praxis für uns geöffnet. Diesen Spruch muss ich immer mal für einige Menschen kopieren, da er seit Jahren auch in einem meiner beiden Schaufenster zu Lesen ist.

… und haben sie mit dem Schwefelporling beimpft!?

Schwefelporling (Laetiporus sulphureus) bereits etwas betagt und somit verblasst.

Und auch der Leberpilz (Fistulina hepatica) hat sich zum Eichenschmaus eingefunden.

Braunfäule durch den Pilzbefall wird dem Naturdenkmal Grenzen setzen.

Auf grasigem Standort Weiße Schirmpilze (Lepiota alba).

Den rechten Weg gingen wir hinein, um am linken den Kreis zu schließen. Dieser Mischwaldbereich strotze nur so vor Frischpilzen!

Etwas Kalk im Sand und dazu die Eiche, das ruft den Schwefel – Ritterling (Tricholoma sulphureum) auf den Plan.

Und es eröffnete sich uns eine wahre Oase von Erdsternen. Hier ist es ein Halskrausen – Erdstern (Geastrum triplex).

Und hier ein Wimpern – Erdstern (Geastrum fimriatum).

Ein stattlicher, aber noch recht junger Rehbrauner Dachpilz (Pluteus atricapillus).

Herbstlorcheln (Helvella crispa). Folgt man der wissenschaftlichen Bezeichnung müsste sie Krause Lorchel genannt werden.

Unter Buchen, wie es sich gehört, Gallen – Täublinge (Russula fellea).

Dort kann auch der zwar minderwertige, aber dennoch essbare Gelbweise Täubling (Russula ochroleuca) auftauchen.

Die Birke zeichnet für das Erscheinen des Verblassenden Täublings (Russula pulchella) verantwortlich.

Und so schaut er von unten aus.

Der Schmutzige Rötel – Ritterling (Lepista sordida) ist essbar.

Wir hatten schönes Exkursions – Wetter.

Die ohnehin lichte Forst ist von Sonnenlicht durchflutet.

Und die Forst wurde noch lichter gemacht. 

Und hier sehen wir Scheinhelmlinge der Gattung Hemimycena. Sehr wahrscheinlich handelt es sich um den Gipsweißen Scheinhelmling (Hemimycena cuculata). Eine recht markante Art, die auch ohne Mikroskop mit einiger Erfahrung schon im Feld gut ansprechbar sein kann.

Ein guter und oft auch ergiebiger Speisepilz des Herbstes ist der Veilchen – Rötelritterling (Lepista irina).

Auch der Echte Waldchampignon (Agaricus silvaticus) ist in der Küche ein willkommener Speisepilz.

Und die Edel – Reizker (Lactarius deliciosus) dürften bei artgerechter Zubereitung den höchsten Genuss darstellen, den Waldpilze zu bieten haben.

Ob der Spangrüne Edelreizker (Lactarius quieticolor) ähnlich köstliche Geschmacksqualitäten zu bieten hat, muss der Feinschmecker für sich selbst entscheiden.

Wurzeltrüffel (Rhizopogon cf.). Wurzeltrüffen stehen den Schmierröhrlingen und Gelbfüßen nahe. Finden sich dem nach meist unter Nadelbäumen, so auch hier unter Kiefern. In Deutschland sollen bisher 19 Arten nachgewiesen worden sein.

Immer wieder ein Blickfang und eine Augenweide sind die Purpurfilzigen Holzritterlinge (Tricholomopsis rutilans) an Kiefern – Stümpfen.

Zedernholz – Täubling (Russula badia).

Immer unter Kiefern der Leberbraune- oder Späte Milchling (Lactarius hepaticus).

Und Kiefern gibt es hier im Überfluss.

Und zeitweise auch den Maronen – Röhrling (Xerocomus badius).

Auch der Rote Fliegenpilz (Amanita muscaria), wie auch der Gemeine Steinpilz (Boletus edulis) können unter Kiefern angetroffen werden.

Trotz der fortgeschrittenen Jahreszeit waren noch reichlich Heidelbeeren an den Sträuchern.

Besonders auch in Nadelwäldern eine sehr häufige Art im Herbst ist der Fleischfalbe Trichterling (Clitocybe diatreta).

Ein Begleiter der Kiefer ist auch der Jodoform – Täubling (Russula turci). Essbar.

Der Mehlpilz (Clitopilus prunulus) gab das Auchtungszeichen, welches so gleich zum Erfolg führte. Der Herrenpilz (Boletus edulis) stand gleich daneben.

Rosablättriger Helmling (Mycena galericulata). Die Hüte sollen lecker sein.

In Höhe des Heidkruges neigte sich unsere heutige Mittwochsexkursion dem Ende zu.


Die Artenliste von MTB 2732/3 – Niedersächsische Elbtalauen bei Laave: Schwefelporling, Leberpilz, Rosablättriger Helmling, Weißer Schirmling, Grünblättriger Schwefelkopf, Schwefel – Ritterling, Waldfreund – Rübling, Halskrausen – Erdstern, Roter Fliegenpilz, Wimpern – Erdstern, Rostfleckiger Helmling, Rehbrauner Dachpilz, Moos – Häubling, Falscher Pfifferling, Heftel – Nabeling, Herbst – Lorchel, Graugrüner Milchling, Gallen – Täubling, Gelbweißer Täubling, Fuchsiger Rötel – Trichterling, Steife Koralle, Mäuseschwänzchen, Ranziger Trichterling, Fleischfalber Trichterling, Dickschaliger Kartoffel – Hartbovist, Violetter Lacktrichterling, Butterpilz, Flaumiger Milchling, Edel – Reizker, Spangrüner Edelreizker, Blutblättriger Hautkopf, Rotfuß – Röhrling, Gelber Knollenblätterpilz, Schwarzgebänderter Harzporling, Gemeiner Rettich – Fälbling, Gipsweißer Scheinhelmling, Veilchen – Rötelritterling, Dehnbarer Helmling, Jodoform – Täubling, Amiant – Körnchenschirmling, Rotbrauner Milchling, Kahler Krempling, Purpurfilziger Holzritterling, Echter Steinpilz, Olivgrüner Milchling, Zedernholz – Täubling, Sand – Röhrling, Orangeroter Graustieltäubling, Dunkelscheibiger Fälbling, Apfel – Täubling, Gemeiner Violettporling, Echter Pfifferling, Klebriger Hörnling, Grünspan – Träuschling, Fleischroter Lacktrichterling, Flaschen – Stäubling, Grüner Anis – Trichterling, Blutblättriger Hautkopf, Milder Wachstäubling, Mehlpilz, Flatter – Milchling, Flacher Lackporling, Dickblättriger Schwarztäubling, Weißstieliges Stockschwämmchen und Schmetterlings – Tramete 


Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

20. – 22. Oktober 2023 – Pilzseminar in Mecklenburg

Ein Pilzwochenende in Mecklenburg

Herbstliches Pilzseminar in der Mecklenburgischen Schweiz

In der Jugendherberge Teterow

Gleich bei unserer Ankunft auf dem Gelände der Herberge wurden wir standesgemäß begrüßt mit Hundertschaften von Gesäten Tintlingen (Coprinus disseminatus).

Wie bereits im vergangenen Jahr angedacht und diskutiert, sollte es nun Realität werden. Ein Pilzwochenende Mitten im Herzen unseres Bundeslandes Mecklenburg – Vorpommern, in Teterow. In der Mecklenburgischen Schweiz. Teterow ist beispielsweise durch sein Bergringrennen überregional bekannt. Auch finden hier häufig Tagungen der Pilzberater statt, weil es zentral gelegen ist. Warum nicht auch mal ein Pilzwochenende des Steinpilz – Wismar. Eigentlich hatte ich diesbezüglich einen Termin im September angedacht, aber leider war unsere Unterkunft und Tagungsort, die Jugendherberge, bereits ausgebucht. So fanden wir uns auch in diesem Jahr wieder im klassischen Zeit – Fenster unserer Herbstseminare, um den 20. Oktober herum, wieder.

Das Programm

  • Freitag, der 20.10. – Anreise und Zimmerbelegung. Danach Vorträge und nach dem Abendbrot gemütliches Beisammensein, Vorstellung und Bestimmung mitgebrachter Pilzarten sowie Festlegung der morgigen Exkursionsgebiete.
  • Sonnabend, der 21.10. – Ab ca. 09.00 Uhr Aufbruch zu den Exkursionen. Mittag gab es in Form von Lunch – Paketen für unterwegs. Abendbrot mit anschließender Auswertung, Bestimmung und Vorstellung aller Pilzfunde. Der Abend klang dann in gemütlicher Runde aus.

    Nach dem sich Sturm und Regen des Vortages in der Nacht allmählich gelegt hatten, starteten wir bei feucht – nebligem Wetter unsere Exkursion durch den Panstorfer Wald.

    Bea und Christian aus Berlin waren schon am Vortag angereist und hatten einen günstigen Parkplatz am Pansdorfer Wald für uns ausgekundschaftet.

    Und hier stolperten wir gleich über diese ominösen Röhrlinge, die am Ende unbestimmt blieben.

    Mehlpilze (Clitopillus prunulus), die den Rötlingen nahe stehen. Intensiver Mehlgeruch und recht brüchig in ihrer Konsistenz.

    Haarschleierlinge (Cortinarius spec.) in einer moosigen Nadelwaldschonung.

    In der es auch Kiefern gab und der Boden war recht kalkhaltig, welches diese Ringlosen Butterpilze (Suillus collinitus) auf den Plan rief.

    Es überwiegen jedoch Laubwälder im Exkursionsgebiet. Hier sehen wir einen Purpurschwarzen Täubling (Russula atropurpurea).

    Wunderschön die Apothezien der Orangebecherlinge (Aleuria aurantia).

    An einem Nebenweg des Waldes etliche Büschel dieser Blätterpilze. Es sind Häublinge aus dem Formenkreis des tödlich giftigen Gift – Häublings (Gallerina cf.).

    Zwei ausschließlich unter Buchen wachsende Sprödblättler. Links ein ungenießbarer Gallen – Täubling (Russula fellea) und rechts ein Süßlicher Milchling (Lactarius subdulcis), welcher als Mischpilz Verwendung finden kann.

    Im Panstorfer Wald.

    Freude über einen seltenen Fund.

    Zimtbraune Hutoberfläche und deshalb im Volksmund Zimt – Röhrling genannt. Oder Hasen – Steinpilz, weil an das Braun eines Hasenfells erinnernd.

    Am geläufigsten ist jedoch die Bezeichnung Hasen – Röhrling (Gyroporus castaneus).

    Zwar machen die Buchen noch einen sommerlich grünen Eindruck, aber eine Anzahl brauner Blätter am Boden lassen die eigentliche Jahreszeit erahnen.

    Und auch das neblig – trübe Wetter passt bestens zum Herbst.

    Der Bittere Schleimkopf (Cortinarius infractus).

    Der Maronen – Röhrling (Xerocomus badius). Vielen wird aufgefallen sein, dass ich immer noch die alten wissenschaftlichen Bezeichnungen nehme. Das hat seinen Grund. Es ist zu viel im Umbruch und ich habe keine Lust mich jeden Tag zu informieren, wie die jeweilige Art oder Gattung im Moment gerade bezeichnet wird. Bezüglich der Marone wäre derzeit Imleria badia richtig.

    Der größte und imposanteste aller Weichritterlinge, der Rillstielige Weichritterling (Melanoleuca grammopodia).

    Hier noch einmal zum Größenvergleich.

    Beringter Buchen – Schmleimrübling (Oudemansiella mucida).

    Bittermandel – Rißpilz (Inocybe hirtella). Recht gut an seinem, an Marzipan anklingenden Geruch zu erkennen. Giftig!

    Pilzreiche Oase.

    An der umgestürzten Buche im Hintergrund des obigen Bildes u.a. unzählinge Seitlinge. Meist Lungen – Seitlinge, aber offensichtlich auch erste, junge Austern – Seitlinge (Pleurotus ostreatus).

    Ja, da wird gestaunt!

    Lungen – Seitling (Pleurotus pulmonarius). Gut ist seine Neigung zum gilben zu erahnen.

    Auch der Spaltblättling (Schizophyllum comune) hat sich eingefunden. Er bevorzugt lichte und trockene Standorte.

    Diese Gallertpilze brauchen hingegen viel Feuchtigkeit.

    Ein Becherling. Wir haben uns nicht getraut ihm einen Namen zu geben.

    Und nochmals Beringte Buchen – Schleimrüblinge (Oudemansiella mucida).

    Unweit davon, am Fuße einer alten Kiefer, eine prächtige Krause Glucke (Sparassis cirispa).

    Schwarzblauende Röhrlinge (Boletus pulverulentus).

    Kandisfarbene Guttationströpfchen während einer intensiven Wachstumsphase beim Laubholz – Harzporling (Ischnoderma resinosum).

    Imposante Allee, vom Waldrand ausgehend.

    Hella Wobst aus Leer und Dr. Schultze aus Hamburg bei der Sondierung der gesammelten Pilze im Seminarraum.

    Es ist allerhand zusammen gekommen.

    Bei der Auswertung und Fundbesprechung.

    Das Lampenlicht ist im Verhältnis zum Tageslicht nicht gerade optimal bei der Bestimmung einiger Arten.

    Aber irgendwie geht es doch.

    Seit Jahren fast immer dabei, bei unseren Seminaren, Egon aus Berlin.

  • Sonntag, der 22.10. – Nach dem Frühstück Räumung der Quartiere und Aufbruch zur gemeinsamen Abschlussexkursion.

    Kurz vor dem Aufbruch zur Abschlussexkursion deutet Catrin noch auf Pilze hin, die einen Baumstumpf auf dem Gelände der Jugendherberge in Besitz genommen haben.

    So auch diese junge Buckel – Tramete (Trametes gibbosa).

    Unser Gruppen- und Erinnerungsfoto vom Herbstseminar in der Mecklenburgischen Schweiz im Oktober 2023.

    Die Abschlussexkursion führte in die Nossentiner/Schwinzer Heide bei Neu Sammit. Hier die Waldschule Klabüsterul.

    Neben der Waldschule entsteht:

    Dafür wurde diese Fläche abgeholzt, bzw. vorbereitet. Wahrscheinlich standen hier Fichten, die geschädigt waren.

    Am Fuße einer alten Eiche Spindelige Rüblinge (Collybia fusipes).

    Und an einem Kiefernstubben diese prächtigen Purpurfilzigen Holzritterlinge (Tricholomopsis rutilans).

    Dr. Wulf Schultze hielt den denkwürdigen Moment der Entstehung obigen Fotos im Bild fest.

    Der Olivgrüne Milchling (Lactarius turpis) geht eine Symbiose mit Birken und Fichten ein.

    Immer unter Kiefern wächst der essbare Buckel – Täubling (Russula caerulea).

    Gleiches gilt für den ebenfalls essbaren Roten Heringstäubling (Russula xerampelina).

    Der Zweifarbige Lacktrichterling (Laccaria bicolor) ist des weiteren ein Pilz der Nadelwälder unter Kiefern.

    Der Rote Fliegenpilz (Amanita muscaria) ist da nicht so wählerisch. Er bevorzugt zwar die Fichte, ist aber genau so gerne mit der Birke in Partnerschaft. Auch Kiefern und Buchen sind ihm angenehm.

    Wo er auftaucht ist oft auch der Steinpilz (Boletus edulis) nicht fern. So auch hier.

    Standorte unter Fichten liebt der Narzißengelbe Wulstling (Amanita gemmata). Leicht giftige Art, von Mai – November fruktifizierend.

    Ein Schleierling, der nur unter Birken anzutreffen ist. Der Weißflockige Gürtelfuß (Cortinarius hemitrichus). Nur wo sind die weißen Flocken? Sie sind vom starken Regen am Freitag abgewaschen worden!

    Catrin riecht an der Stielbasis eines Heringstäublings. Besonders dort und dazu noch in der warmen Hand ist sein typischer Fischgeruch am deutlichsten wahrnehmbar.

    Der Weißviolette Dickfuß (Cortinarius alboviolaceus) im Nadelwald? Einzelne Birken haben ihn auf den Plan gerufen.

    Pilze des Nadelwaldes sind hingegen diese Blutblättrigen Hautköpfe (Cortinarius semisanguineus).

    Eine Charakterart saurer Kiefernforste ist der sehr scharfe Zedernholz – Täubling (Russula badia).

    Natternstielige Schnecklinge (Hygrophorus olivaceoalbus) sind Mykorrhiza – Pilze der Fichte. Hier etwas Standortversetzt fotografiert.

    Den Roten Fliegenpilz (Amanita muscaria) kann es auch in orangegelb geben.

    So sollte es richtig sein.

    Geflecktblättrige Helmlinge (Gymnopilus penetrans) in Reih und Glied an altem Kiefernholz. Ungenießbar, da Galle bitter im Geschmack.

    Nach Jod „duftende“ Jodoform – Täublinge (Russula turci). Sprödblättler unserer Kiefernforste. Trotz des Geruches essbar.

    Porphyrbrauner Wulstling (Amanita porphyria). Enthält Bufotinin und ist daher schwach giftig!

    Rosshaarschwindlinge (Marasmius androsaceus).

    Überall gibt es etwas zu entdecken und zu fotografieren.

    Ein sonniger Oktobertag. Das Wetter ist im Gegensatz zum gestrigen Novembergrau einfach herrlich.

    Gelbweißer- oder Ockertäubling (Russula ochroleuca). Bevorzugt unter Fichte, aber auch unter anderen Waldbäumen und der häufigste aller Täublinge.

    An Kiefernholz ein Kandisfarbener Drüsling (Exidia saccarina). Ein Gallertpilz, über den wir uns ganz besonders gefreut haben.

    Pilzfreundin Dorit hatte Häublinge an einem Kiefernstubben entdeckt, die uns sehr interessierten. Sollte es sich um den Braunfüßigen Häubling (Galerina badipes) handeln?

    Und hier haben wir den Glockigen Häubling (Galerina pumila) in Verdacht.

    Butterpilze (Suillus luteus).

    Nicht so oft zu Gesicht bekommen wir den Spangrünen Kiefernreizker (Lactarius quieticolor).

    Kleine Verschnaufpause mit Imbiss für die beiden, nicht mehr ganz so jungen Herrn. Links Reinhold Krakow und rechts Dr. Wulf Schultze.

    Aber dann hieß es zu den anderen Aufschließen.

    Rotbraune Flämmlinge (Gymnopilus picreus) finden sich nicht selten an totem Fichtenholz.

    Hier sehen wir sehr wahrscheinlich ein Hasenohr (Otidea leporina). Wie gewohnt unter Fichte. Letzte Gewissheit würde eine mikroskopische Untersuchung geben, denn es gibt noch eine ähnliche Art.

    Auch diesen Röhrlingen, die unter Kiefern wuchsen, konnten wir keinen gültigen Namen geben. Bei der spontanen Feldbestimmung landeten wir zunächst beim Löwengelben Röhrling. Das erwies sich jedoch schnell als abwegig.

    Da lob ich mir doch den Pfeffer – Röhrling (Chalciporus piperatus). Er ist leicht bestimmbar, obwohl auch er ihm ähnelnde Verwandtschaft aufzuweisen hat.

    Auch beim Anblick dieser Gesellen war mir sofort klar, um wen es sich handelt. Obwohl, ich werde Leichtsinnig. Ohne Sequenzierung sollte man sich heut zu Tage nicht mehr so sicher sein.

    Aber der Gesellige Schwefelkopf (Hypholoma marginata) ist als Gattungszugehörig schnell ausgemacht. Standort unter Kiefern in Gruppen, nicht büschellig und der genatterte Stiel sind sehr gute Makromerkmale.

    Allmählich kommen wir zum Ende. Es war ein würdiger Abschluss unseres Pilzwochenendes hier in der Nossentiner/Schwinzer Heide.

    Den schönsten Steinpilz (Boletus edulis) fand Catrin heute auf unserer Abschlussexkursion.

    Und so versammelten wir uns hinter ihm, und ihm zu Ehren, noch für ein Abschlussfoto.

Die abwechslungsreiche Landschaft um Teterow herum mit Seen, Wäldern, Hügeln und Tälern bietet reichlich Möglichkeiten für vielversprechende Exkursionen. Siehe unter: Teterow und Mecklenburgische Schweiz

Anmeldungen und Nachfragen für spätere Termine unter Tel.: 03841/228917, Handy: 0173/6977219 oder E – Mail: steinpilz.wismar@t-online.de

 Jugendherberge Teterow

18. Oktober – Kartierungsexkursion am Mittwoch

Mittwochsexkursion Lübtheen – Süd

Auch für interessierte Pilz- und Naturfreund*innen

MTB 2732/2 – Lübtheen – Süd

Heute südlich von Lübtheen.

Maronen – Röhrlinge (Xerocomus badius) in der Lübtheener Heide.

Etwa drei Viertel des Quadranten sind von Wald- und Heideflächen bedeckt. Insbesondere von Kiefernforsten. So links und rechts der L 061, direkt südlich und südöstlich vom Lübtheen. Flankiert westlich auch von den Ortschaften Jessenitz und Volzrade. Das Revier zieht sich außerdem um das Jessenitz – Werk und die Ortschaft Trebs. Integriert ist der Sisterberg. Riesige Waldflächen also, die keinesfalls alle in Augenschein genommen werden können. Wieder ein 1 A Revier für Kochtopfmykologen und Liebhabern von Maronen – Röhrlingen. Aber jetzt, im späteren Herbst, können auch andere Artern wie Frostschnecklinge oder Schnee – Ritterlinge den Speisezettel bereichern. Aber wir wollten ja nach allen möglichen Großpilzen Ausschauen halten, sie notieren und gegebenenfalls als neue Fundpunkte in meine Verbreitungskarten eintragen. Zu diesem Vorhaben traf ich mich mit zwei  Pilzfreundinnen in Lübtheen. Dorit aus Ratzeburg und einer jungen Dame aus Lübeck. Unser Exkursionsgebiet lag gleich Südlich der Kleinstadt, also zwischen Lübtheen und dem Jessenitz – Werk. Um nicht nur in der monotonen Kiefernforst herum zu streifen, hielten wir uns zeitweise in Waldrandnähe und an Waldwegen mit vielseitigerem Baumbestand auf. Das Frischpilzaufkommen war außerordentlich reich und vielseitig. Besser hätten wir es wohl kaum erwischen können.

Maronen – Röhrlinge (Xerocomus badius) sind hier natürlich der absolute Klassiker. Hier ein besonders mastiges Exemplar.

Hier Cortinarien (Cortinarius spec.).

Tja, leider stoßen wir bei dieser Gattung oft an die Grenzen der Feldmykologie. Auch dieser Schleierling (Cortinarius spec.) blieb leider namenlos.

Ausgesprochen anspruchslos ist hingegen die Bestimmung dieses Kandidaten. Jedes Kind sollte ihn ohne weiteres erkennen, ist er doch der Mörder schlechthin unter unseren Großpilzen. Der Grüne Knollenblätterpilz (Amanita phalloides).

Die Lamellen des Gelbblättrigen Birkenritterlings (Tricholoma fulvum) neigen dazu bräunliche Flecken zu bekommen.

Der Rote Heringstäubling (Russula xerampelina) neigt generell zum bräunen. Essbar.

Edel – Reizker (Lactarius deliciosus).

Wie schon vor einer Woche gab es auch heute immer wieder große Trupps von Sand – Röhrlingen (Suillus varigatus).

Ein klassisches Revier auch für den Heimtückischen- oder Zedernholz – Täubling (Russula badia).

Man könnte meinen, einen Haarschleierling vor sich zu haben.

Aber weit gefehlt. Es handelt sich um den Zinnoberroten Körnchenschirmling (Cystoderma cinnabarina).

Leicht zu übersehen aber dennoch sehr häufig findet sich auf Kiefernnadeln der Ohrlöffel – Stacheling (Auriscalpium vulgare).

Beim Anblick dieses Körnchenschirmlings war mir klar, den habe ich bisher kaum gesehen.

Es soll der Rostrote Körnchenschirmling (Cystoderma granulosum) sein. Ich danke Herrn Dr. Schultze aus Hamburg für die mikroskopische Nachuntersuchung. Die Art ist in Norddeutschland bisher nur selten bis höchstens zerstreut nachgewiesen.

Es scheint ein besonders für Körnchenschirmlinge stimmiges Gebiet zu sein. Zumindest an dem Waldweg, den wir heute abliefen, denn hier sehen wir eine dritte Art dieser Gattung.

Es ist der überaus häufige Amiant – Körnchenschirmling (Cystoderma amianthinum).

Selbst Saftlinge sind hier zu hause. Auch wenn es nur der relativ häufige Kegelige Saftling (Hygrocybe conica) ist.

Auch Schwärzender Saftling (Hygrocybe nigrescens) genannt.

Der leicht giftige Seifen – Ritterling (Tricholoma saponaceum).

Der Gelbbräunliche Wurzeltrüffel (Rhizopogon obtextus). Recht häufige Art in sandigen Kiefernwäldern.

Ja, die Schleierlinge (Cortinarius spec.)!

Gemeiner Steinpilz (Boletus edulis).

Es dürfte sich um den Ledergelben Öhrling (Otidea alutacea) handeln.

Lilaseidiger Rißpilz (Inocybe lilacina).

Unter Eichen und oft auch noch spät im Jahr finden wir gelegentlich einen Milchling, dessen reichliche Milch sich von weiß in goldgelb verfärbt. Der Goldflüßige Milchling (Lactarius chrysorrheus).

An Kiefernholz fruktifiziert der Muschelförmige Krempling (Tapinella panuoides).

Und nochmal die gleiche Art.

Der Weiße Polsterpilz (Oligoporus ptychogaster).

Zweifarbiger Lacktrichterling (Laccaria bicolor).

Ein stattlicher Perlpilz (Amanita muscaria) schiebt sich empor. Er landete bei Dorit in der Pfanne!

Rotschuppiger Raukopf (Cortinarius bolaris).

Auch dieser Steinpilz (Boletus edulis) wurde im Anschluss der kulinarischen Verwertung zugeführt.

Suchten die Nähe. Ein Eierschwamm und ein Körnchenschirmling.

Weißstielige Stockschwämmchen (Psathyrella hydrophila).

Mit elegant gewellten Huträndern.


Hier die Artenliste von MTB 2732/2 – Lübtheen/Jessenitzwerk: Fleischroter Lacktrichterling, Weißer Polsterpilz, Grüner Knollenblätterpilz, Pantherpilz, Gelber Knollenblätterpilz, Violetter Lacktrichterling, Schwefel – Ritterling, Horngrauer Rübling, Gelbblättriger Birken – Ritterling, Birken – Gürtelfuß, Roter Fliegenpilz, Ranziger Trichterling, Eichen – Mehltau, Striegeliger Schichtpilz, Ziegelroter Täubling, Graublauer Reiftäubling, Grauer Erdritterling, Blutblättriger Hautkopf, Gelbweißer Täubling, Mäuseschwänzchen, Rostfleckiger Helmling, Roter Heringstäubling, Dehnbarer Helmling, Eichen – Milchling, Waldfreund – Rübling, Butterpilz, Zedernholz – Täubling, Rehbrauner Dachpilz, Leberbrauner Milchling, Grünblättriger Schwefelkopf, Blutroter Täubling, Echter Steinpilz, Zinnoberroter Körnchenschirmling, Ohrlöffel – Stachelling, Rostbrauner Körnchenschirmling, Grauer Nitrat – Helmling, Dunkelscheibiger Fälbling, Echter Pfifferling, Maronen – Röhrling, Wolliger Milchling, Bitterer Schleimkopf, Kegeliger Saftling, Orangeroter Graustieltäubling, Lachsroter Schleimpilz, Rotbrauner Milchling, Birken – Reizker, Ledergelber Öhrling, Mehlpilz, Edel – Reizker, Muschelkrempling, Perlpilz, Grobscholliger Riesenschirmpilz, Zweifarbiger Lacktrichterling, Flockenstieliger Hexen – Röhrling, Rotschuppiger Raukopf, Dickschaliger Kartoffel – Hartbovist, Kiefernnadel – Spaltlippe, Keulenfuß – Trichterling, Kuhpilz, Graugrüner Milchling, Weißstieliges Stockschwämmchen, Schmetterlings – Tramete, Gelbe Lohblüte, Weinroter Heringstäubling, Dünnschaliger Kartoffel – Hartbovist, Birkenpilz, Amiant – Körnchenschirmling und Gelbbräunlicher Wurzeltrüffel.    


13. – 15. Oktober 2023 – Pilzseminar in Drei Eichen

Pilzseminar in der Märkischen Schweiz

Im Umweltzentrum Drei Eichen

13. – 15. Oktober 2023


Wie in den Vorjahren auch, hatte auch in diesem wieder Oliver Justus den Hut bei der Organisation auf.

Es ist bereits eine kleine Tradition geworden, im Herbst für drei Tage ein  Pilzwochenende in der Märkischen Schweiz durchzuführen. Die Idee keimte während eines vom Steinpilz – Wismar in Mecklenburg veranstalteten Pilzseminars auf. Oliver Justus schlug vor, derartiges vielleicht auch einmal in seiner Heimat, im Kreis Märkisch Oderland auf die Beine zu stellen. Gedacht, getan, schnell wurde daraus Realität und in diesem Jahr geht es sage und schreibe bereits in die fünfte Runde! Zunächst im kleinen Örtchen Worin zogen wir aber bald in das Umweltzentrum Drei Eichen, inmitten der Wälder in der Märkischen Schweiz um. Waren wir hier bisher immer im September zu Gast, so wurde beschlossen, in diesem Jahr mal die spätherbstliche Pilzflora in diesem interessanten Naturraum zu erkunden. So haben wir an den drei Tagen Theorie und Praxis miteinander verbunden. Neben einigen Vorträgen standen vor allem Exkursionen, Fundbesprechungen und Pilzbestimmungen im Mittelpunkt.

Wir haben bereits Mitte Oktober und ich hatte bisher noch keinen einzigen Hallimasch (Armillaria spec.) zu Gesicht bekommen. Auf dem Gelände des Umweltzentrums begrüßte er mich/uns gleich bei der Ankunft.

Bea und Christian aus Berlin versorgten uns gleich zur Begrüßung mit Kaffee und Gebäck.

Hausbackener Kuchen und sehr lecker! Eigentlich wäre es meine Aufgabe gewesen, als gelernter Konditor. Aber meine in die Wiege gelegte Berufung sind die Pilze.

Liebe Bea, ganz herzlichen Dank für Speis und Trank! Bea und ihr Lebenspartner Christian sind über die Jahre so etwas wie die Gute Seele unserer Seminare geworden. Stets umsichtig und hilfsbereit, wo immer es notwendig ist.

Und das ist er, der junge und nette Herr mit Blickrichtung in die Kamera bzw. zu uns. Auch dir ein großes Dankeschön!

Organisator Oliver Justus (rechts) bei der Eröffnung unseres diesjährigen Pilzwochenendes in der Märkischen Schweiz.

Tochter Sarah hält einen dicken und schweren Wälzer hoch in ihren Händen. Alle Achtung!

Sie überreichte mir das gewichtige Werk schließlich als Dankeschön für mein Kommen, obwohl die Vorträge und Exkursionen bzw. Bestimmungsübungen noch gar nicht begonnen haben. Kann ich den damit verbundenen Erwartungen überhaupt gerecht werden?

Dieses umfangreiche und 4,5 Kg schweres Pilzwissen beinhaltende Werk ist brandneu im Schweizer Verlag Haupt, mit Sitz in Bern erschienen. Und es hat auch seinen Preis! Da habt ihr euch aber etwas kosten lassen. Sicher kam  unsere Catrin auf diese Idee? Catrin hatte in letzter Zeit überhaupt viel für mich und den Pilzfreunden getan, deshalb auch ihr ein großes Dankeschön! Natürlich auch allen anderen, die ihren Beitrag dazu geleistet haben!

Nach dem ersten Beamer – Vortrag meinerseits ging es nochmals zum Kaffee unter die Überdachung an frischer Luft.

Und es wurden die mitgebrachten oder auf dem Gelände entdeckten Pilze schon mal ausgebreitet.

Hier sind es beispielsweise die auf Kompost wachsenden Gift – Riesenschirmpilze (Macrolepiota venenata).

Auch die Tischdecken im Speiseraum des Umweltzentrums Drei Eichen waren voll auf unser Anliegen ausgelegt.

Interessante Farbspiele ergaben sich in der Dunkelheit im Schein einer speziellen Nachtsichtlampe. Hier sind es Grünblättrige Schwefelköpfe.

Am Sonnabend Vormittag startete dann unsere Tagesexkursion wie bereits im vergangenen Jahr am Schweizer Haus in Buckow.

Ein Fest haben auch wir gefeiert, nämlich im Wald zusammen mit den Pilzen.

Oliver Justus gibt noch einige Erläuterungen zum Exkursionsgebiet und zum Ablaufplan der Tageswanderung. Rechts im Vordergrund Olli 2, der zusammen mit Oli 1 für die hervorragende Organisation mit verantwortlich zeichnete.

Noch schnell ein Blick auf die Karte.

Wie schon im letzten Jahr begeisterte uns die Pilzflora entlang des Flüsschen Stöbber ganz besonders. Teils kalkreiche Mischwaldbestände haben hier einiges zu bieten. Hier sind es Vertreter der Schleimfüße aus der Gruppe um den Galligen Schleimfuß.

Möglich wäre der Kristall – Schleimfuß (Cortinarius/Thaxtherogaster barbatus). Hutschleim war sehr bitter!

Schleierlinge bestimmen ist eine sehr anspruchsvolle Aufgabe. Also Cortinarius spec.

Schön sind hier am Stiel die spinnwebartigen Schleierreste durch den sich darin verfangenen, braunen Sporenstaub zu erkennen.

Ein attraktiver Klumpfuß (Cortinarius spec.).

Halskrausen Erdstern (Geastrum triplex).

Hier sehen wir keinen Schleierling, sondern einen Fälbling. Wahrscheinlich ist es der Große Kakao oder Bräunende Fälbling (Hebeloma laterinus).

Hier könnte man der Meinung sein, den Amethystblättrigen Klumpfuß (Cortinarius calochrous) vor sich zu haben. Aber Vorsicht, es gibt sehr ähnliche Arten. Chemie, Mikroskop oder gar Sequenzierung kann mehr Sicherheit bringen.

Da Lob ich mir doch diesen seltenen Sprödblättler. Der Gold – Täubling (Russula aurea) ist auch ohne aufwendige Prozeduren gut makroskopisch anzusprechen. Ein toller Fund!

Der Natternstielige Schleimfuß (Cortinarius trivialis) ist ein Birken – Begleiter.

In trauter Eintracht Stink – Schirmlinge (Lepiota chistata) und Steife Koralle (Ramaria stricta).

Fleischroter Lacktrichterling (Laccaria laccata).

Für mich der Fund des Tages, denn noch nie habe ich diesen hübschen Grünblättrigen Zwergschirmling (Melanophyllum eyrei) in freier Wildbahn entdecken können. Ja, ich hatte ihn nie zu vor in natura zu gesehen.

Hübsch auch dieser junge Schwarzblauende Röhrling (Boletus pulverulentus). Da er arsenähnliche Verbindungen besitzen soll, kann er nicht mehr als Speisepilz empfohlen werden. Zumindest sollte eine Jahresdosis für einen erwachsenen Menschen von mehr als 90g nicht überschritten werden.

Noch ein interessanter Klumpfuß (Cortinarius spec.). Etwas für echte Mykologen.

Und so sieht er von oben aus.

Blick über den Großen Tornowsee auf das Haus am Tornowsee.

In der Nacht zum 29. August war im Mittelteil des Hauses ein Feuer ausgebrochen. Es hat einen Millionenschaden am Gebäude angerichtet.

Am Ufer des Sees haben die Kinder diese schönen Rötlinge entdeckt. Unter Buchen. Ob es sich um den Buchen – Zärtling (Entoloma placidum) handelt, hätte wohl nur unter dem Mikroskop geklärt werden können. Es gibt eine ganze Reihe ähnlich gefärbter Rötlinge, die aber durchaus andere Standorte bevorzugen.

Am Großen Tornowsee eine verdiente Verschnaufpause. Olli hatte uns mit Kartoffelsuppe und Getränken versorgt.

Nach der Stärkung ging es weiter und wir wurden gleich mit dem nächsten Highlight belohnt. Die schwach giftigen Perlhuhn – Egerlinge (Agaricus placomyces) gehören zu den seltenen Vertretern der Sektion um den Karbol – Champignon.

Zwar ungleich häufiger, aber dennoch immer wieder ein schönes Foto – Motiv darstellend, sehen wir hier zwei Spitzschuppige Schirmpilze (Lepiota aspera). Ungenießbar, mit stechendem Geruch.

Auf unserem Weg durch die Märkische Schweiz durften wir den höchsten Feldahorn Brandenburgs bewundern.

Waldblick auf den Kleinen Tornowsee.

Junge Specht – Tintlinge (Coprinus picaceus).

Ein Breitschuppiger Champignon (Agaricus lanipes). Immer im Wald anzutreffen, meist in der Nähe von Eichen.

Und hier schloss sich der Kreis wieder.

Und wieder im Umweltzentrum Drei Eichen angelangt, entdeckte Catrin an Fichtenholz am Objektrand diese tollen Schlauchpilze. Bischofsmütze (Gyromitra infula). Diese große Lorchel sieht man nicht alle Tage, denn sie ist relativ selten. Ein toller Fund und dass gleich direkt an unserer Tagungsstätte.

Und nur wenige Meter vom Objekt entfernt stehen steinalte Ulmen. Hier hatten wir während eines früheren Seminars den ebenfalls seltenen Ulmen – Holzrasling (Hypsizygus ulmarius) entdecken können. Wie war die Freude groß, dass er wieder dort war. Zumindest bei mir.

Nach unserer Ankunft in Drei Eichen wurden die gefundenen Exponate dann auf Pappteller ausgelegt und sortiert.

Wie man an den Fensterscheiben erahnen kann, regnet es jetzt in Strömen. Wir hatten Glück, das wir trocken durch den Wald gekommen waren. Es schauerte jedoch nur wenige Minuten.

Es ist wieder allerhand zusammen gekommen.

Auch spezielle Bestimmungsliteratur ist vorhanden und nach dem Abendessen ging es in gemütlicher Runde ans Werk.

Sonntag Vormittag – Aufbruch zur Abschlussexkursion In Richtung der „Magischen Wiese“.

Wie so oft unter Robinie, aber leider ohne die ansonsten so typisch rosa Lamellen. Der Rosablättrige Krempenritterling (Leucopaxillus rhodoleucus). Sehr ähnlich dem Mehlpilz, aber ohne dessen sehr intensivem Mehlgeruch.

Wir haben die Sanddünen an der Magischen Wiese erreicht.

Ausgesprochen armer Sandstandort unter Kiefern. Genau das Richtige für den Heide – Schleimfuß (Cortinarius mucosus). Ausnahmsweise mal ein essbarer Vertreter der Schleierlinge.

Auch die Kinder sind wieder mit Begeisterung dabei.

Kieferndüne mit Magischer Wiese im Hintergrund.

Und dann haben die Kinder etwas ominöses entdeckt.

Es sind Wurzeltrüffel der Gattung Rhizopogon. Hier der Gelbe Wurzeltrüffel (Rhizopogon obtextus). Sie sind in sandigen Kienfernwälder mitunter recht leicht zu finden, da sie mit ihrem Scheitel den Sandboden durchbrechen können.

Es gibt mehrere Arten unter ihnen. Hier ist es die Rötliche Wurzeltrüffel (Rhizopogon roseolus). Die zu den Bauchpilzen gehörenden (die echten Trüffeln sind Schlauchpilze) Pilze sollen gerne von Reh und Schwein gefressen werden. In Spanien werden sie unter der Bezeichnung Nacidas (La Palma) verspeist, schreibt Karin Montag im „Tintling“.

Trotz des Sandbodens, der recht kalkreich erscheint, sind unter eingestreuten Eichen auch Grüne Knollenblätterpilze (Amanita phalloides) zu finden.

Jetzt geht es auf die Magische Wiese.

Ich denke hier sehen wir den Weißen Schirmpilz (Lepiota alba) mit seinem typisch gelblichen Scheitel. Aber es gibt noch andere, sehr ähnliche Arten!

Und hier sehen wir das Fasermützchen oder auch Wiesen – Haarschwindling (Crinipellis stipitarius).

Stielboviste der Gattung Tulostoma.

Brauner Leder – Täubling (Russula integra). Ein essbarer Täubling mit ockerfarbenen Lamellen und unter Kiefern beheimatet.

Am Waldrand, da Mykorrhiza Partner von Laub- und Nadelbäumen, diese essbaren Gilbenden Erdritterlinge (Tricholoma sculpturatum).

Auch hier war der Große- oder Bräunende Kakao – Fälbling (Hebeloma edurum), wie schon bei einem früheren Besuch, am Rande der Magischen Wiese in großen Mengen vertreten.

Wir sehen 4 giftige Birken – Reizker (Lactarius torminosus) und einen delikaten Edel – Reizker (Lactarius deliciosus).

Edel – Reizker links, Birken – Reizker rechts.

Hier sind es 1 Edel – Reizker (Lactarius deliciosus) und 4 Fichten – Reizker (Lactarius deterrimus).

Pilze über Pilze, aber wo bleiben die magischen Arten. Die Saftlinge, Ellerlinge, Erdzungen oder Rötlinge!

Aber wer genau hinschaut, der findet auch. Der Pilz des Jahres 2007, der Braungrüne Rötling (Entoloma incarnum) mit seinen penetranten Geruch nach Mäuseklo.

Hier sehen wir die blasse Form des Wiesen – Ellerlings (Cuphophyllus pratensis var. pallida). Manche Autoren machen auch eine selbsttständige Art daraus. Ellerlinge, Schnecklinge und Saftlinge gehören zu den Wachsblättlern. 

Schön ist auch immer wieder eine Begenung mit dem Rosenroten Schmierling (Gomphidius roseus). Immer auch dort wo es Kuh – Röhrlinge gibt. In armen und sauren Kiefernforsten und Heiden.

Zitronenblättriger Täubling, Tränen – Täubling oder Säufernase, dieser Sprödblättler firmiert unter verschiedenen deutschen Bezeichnungen. Russula sardonia ist sein wissenschaftlicher Name. Kiefernbegleiter im späteren Herbst, der wegen seiner Schärfe ungenießbar ist.

Dieser Steinpilz (Boletus edulis) hat seine besten Zeiten bereits hinter sich. Er ist überständig und bleibt im Wald.

Wie alle Täublinge dieser Sektion neigt auch der essbare Rote Heringstäubling (Russula xerampelina) zum bräunen seines Fleisches.

Kiefern – Täubling (Russula cessans). Relativ kleiner, gebrechlicher und milder Täubling, mit verschieden rötlich gefärbtem Hut und höckerig gerieftem Hutrand.

Hier noch einmal der leicht bestimmbare (Standort unter Kiefern auf armen Sandböden beachten) Heide – Schleimfuß (Cortinarius mucosus). Auch volkstümlich als Brotpilz bezeichnet. 

Ein Bewohner von totem Nadelholz, vorzugsweise von Kiefern, ist der ausgesprochen stattliche und farbschöne Purpurfilzige- oder Rötliche Holzritterling (Tricholomopsis rutilans). Praktisch wäre er essbar, soll aber ein eher muffiges Aroma aufweisen. Ich habe aber diesbezüglich auch schon positiveres vernommen.

Ebenfalls an Kiefernholz findet sich gelegentlich der Schwarzschneidige Dachpilz (Pluteus atromarginatus).

Ich hoffe, es hat auch allen anderen so viel Freude und Spaß gemacht wie mir und bedankte mich nochmals bei Oli und Olli aus Berlin für die Organisation dieser erlebnisreichen Pilztage in der Märkischen Schweiz. Vielleicht sehen wir uns ja im nächsten Jahr gesund und munter wieder. 14. Oktober 2023.

Umweltzentrum Drei Eichen

11. Oktober 2023 – Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion Lübtheen – Süd

Auch für interessierte Pilz – und Naturfreund*innen

MTB 2732/1 – Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe – Rens

Es dominieren Kiefern – Forste.

In der Reihenfolge meiner Auslosung der Exkursionsgebiete für Mittwoch, vor knapp 3 Jahren, ist nun die Topographische Karte von Lübtheen – Süd an der Reihe. Großflächige Wald- und heideartige Gebiete finden sich in diesem Messtischblatt. Das Gebiet gehört zur Griesen Gegend und ist daher von nähstoffarmen Sandböden dominiert. Auf Grund dessen finden wir hier meist die  Waldkiefer vor. Die Griese Gegend ist vor allem im Herbst ein Paradies für den Kochtopf – Mykologen. Allen Speisepilzen voran gedeiht der Maronen – Röhrling hier besonders im Oktober nicht selten als Bodendecker. Nicht Suchen, sondern Aussuchen ist die Devise. Heute gab es zwar auch reichlich von ihnen, aber in einer unwürdigen Qualtät für den Kochtopf. Im Vordergrund soll natürlich die Kartierung stehen. Auch gehören Teile des heutigen Gebietes zur Kernzone des Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe Mecklenburg – Vorpommern – Flusslandschaft Elbe – und besitzen daher einen erhöhten Schutzstatus, ähnlich einem Naturschutzgebiet. Das heutige Revier findet sich südwestlich der Mecklenburgischen Kleinstadt Lübtheen und nennt sich Rens, mit dem kleinen Anwesen Grüner Jäger. Weite Bereiche des Quadranten werden aber auch von Feuchtgebieten eingenommen. Ich fuhr zusammen mit meinem Wismarer Pilzfreund Hartmut runter nach Lübtheen. Dort trafen wir und mit Irena uns starteten unsere Tour. Später stieß noch Michael aus Schwerin zu uns.

Über diesen, recht seltenen, aber relativ leicht bestimmbaren Rißpilz habe ich mich gleich zu Beginn gefreut. Rötender Rißpilz (Inocybe whitei). Giftig, enthält wie viele Rißpilze Muscarin!

In der Regel ohne weiteres makroskopisch bestimmbar ist auch der Blutblättrige Hautkopf (Cortinarius semisanguinea).

Gern und nicht selten an toten Eichenästen zu beobachten und ebenfalls leicht bestimmbar ist der Zweifarbige Knorpelporling (Oligoporus dichrous).

Mehlpilz (Clitopilus prunulus).

Schön zoniert sind diese Edel – Reizker (Lactarius deliciosus).

Eine Augenweide ist immer wieder der Rote Heringstäubling (Russula xerampelina). Ein essbarer Pilz.

Nicht zu verwechseln mit dem Roten Fliegenpilz (Amanita muscaria). Dieser kann durchaus auch ohne seine typisch weißen Hüllreste auf dem Hut vorkommen. Sein Verzehr kann teils angenehme, teils aber auch sehr unangenehme Folgen nach sich ziehen. Er ist ein Giftpilz, welches bereits jedes Kind weiß.

Auch dieser Pilz ist zumindest leicht giftig und kann heftiges Erbrechen erzeugen. Getrocknet und als Pilzwürze verwendet ist er jedoch hervorragend. Maggipilz oder Bruchreizker (Lactarius helvus).

Noch nie in meinem Leben habe ich derartige Massenbestände vom Sand – Röhrling (Suillus varigatus) gesehen wie heute. Und oft in bester Qualität.

Ich sammelte reichlich von ihnen ein. So vorbereitet landeten sie auf dem Dörrgerät, denn getrocknet und zu Pulver gemahlen sollen auch sie ein sehr gutes, herzhaftes Aroma in Suppen und Soßen ergeben.

Junger Maronen – Röhrling (Xerocomus badius). Sie waren meist von schlechter Qualität und ich ignorierte sie weitgehend. Ich bückte mich erst gar nicht nach ihnen. Es sei denn für ein Foto.

Auch der schwach giftige Gelbe Knollenblätterpilz (Amanita citrina) war reichlich zugegen. Überhaupt gab es heute hier eine allgemeine Pilzschwämme, wie man sie nur selten zu Gesicht bekommt.

Auch der Perlpilz (Amanita citrina) ist ein Knollenblätterpilz. Er darf aber als Speisepilz in den Korb wandern.

Auch der Gummiartig biegsame Kuhpilz (Suillus bovinus) war hier heute inselweise gut zu Gange.

Er geht eine Lebensgemeinschaft mit dem Rosenroten Schmierling (Gomphidius roseus) ein.

Im Kiefernforst findet sich häufig der essbare Jodoform – Täubling (Russula turci).

Ebenfalls der Orangerote Graustiel – Täubling (Russula decolorans). Ein guter Speisepilz.

Immer wieder ein schönes Fotomotiv und oft auch ein Hinweisgeber für Steinpilze.

Zumal hier auch noch Jungfichten unter die Kiefern gepflanzt worden waren.

Da war der Herrenpilz (Boletus edulis) freilich gleich zur Stelle.

Erhaben hebt sich dieses Exemplar über den Moosteppich des sauren Nadelwaldes.

Einer der stattlichsten und schönsten Täublinge an solchen Standorten ist der sehr scharfe Zedernholz – Täubling (Russula badia).

Ein Fliegenpilz (Amanita muscaria) der schon aus einiger Entfernung, mitten auf einem Waldweg, die Blicke auf sich zog. Ich habe ihn mit meiner Kamera mal heran gezoomt.

Ja, Steinpilz und Fliegenpilz teilen sich gerne mal den Standort. Zumindest unter Fichten, Kiefern und Buchen.

Inzwischen gewinnt mein Korb auch schon einiges an Gewicht.

Zwischendurch sorgte Irena für ein Picknick an frischer Waldluft.

Gestärkt ging es dann noch an eine 2. Runde.

Stets unter Kiefern finden wir den Späten- oder Leberbraunen Milchling (Lactarius hepaticus). Seine weiße und scharfe Milch färbt sich nach wenigen Minuten an der Luft gelb.

Der Schwarzschneidige Dachpilz (Pluteus atromarginatus) wächst immer auf totem Nadelholz.

Welch eine Freude für den Kochtopf – Mykologen. So frische und vor allem saubere Krause Glucken (Sparassis crispa) findet man nicht alle Tage.

Diesen schicken, dunkelhütigen Steinpilz, fand Michael. Man durfte ihn nicht scharf anschauen, denn er lebte von innen förmlich und war kurz vor dem Zusammenbrechen.

Noch ein schönes Stimmungsbild von Glückspilzen in der Abendsonne.

Am Ende waren alle zufrieden. Hier Irena mit vollen Korb.


Die Artenliste von MTB 2732/1 = Lübtheen – Süd: Rostfleckiger Helmling, Fleischroter Lacktrichterling, Butterpilz, Edel – Reizker, Heftel – Nabeling, Dickschaliger Kartoffel – Hartbovist, Bruchreizker, Ohrlöffel, Weißmilchender Helmling, Zedernholz – Täubling, Geflecktblättriger Flämmling, Rosablättriger Helmling, Rötender Rißpilz, Fuchsiger Scheidenstreifling, Eichen – Milchling, Gelbweißer Täubling, Leberbrauner Milchling, Perlpilz, Maronen – Röhrling, Goldschimmel, Grünblättriger Schwefelkopf, Krause Glucke, Olivgrüner Milchling, Blutblättriger Hautkopf, Samtfuß – Krempling, Rotbrauner Milchling, Zweifarbiger Knorpelporling, Mehlpilz, Mäuseschwänzchen, Keulenfuß – Trichterling, Amiant – Körnchenschirmling, Buckel – Täubling, Blaustieliger Heftel – Nabeling, Kiefern – Täubling, Roter Heringstäubling, Dehnbarer Helmling, Roter Fliegenpilz, Dünnschaliger Kartoffel – Hartbovist, Orangeroter Graustiel – Täubling, Falscher Pfifferling, Gelber Knollenblätterpilz, Scherbengelber Rötling, Kirschroter Speitäubling, Kuh – Röhrling, Rosenroter Schmierling, Eichen – Mehltau, Getropfter Saftporling, Kahler Krempling, Jodoform – Täubling, Braunroter Lacktrichterling, Grasgrüner Täubling, Pantherpilz, Blaugrauer Reiftäubling, Apfel – Täubling, Erdwarzenpilz, Gelbblättriger Hautkopf, Narzißengelber Wulstling, Gebänderter Dauerporling, Widerlicher Kammtäubling, Olivgelber Rißpilz, Gemeiner Rettich – Fälbling, Buchen – Speitäubling, Waldfreund – Rübling, Steife Koralle, Graugrüner Milchling, Breitblättriger Rübling, Weißer Knorpelporling, Flatter – Milchling, Echter Zunderschwamm, Angebrannter Rauchporling, Striegeliger Schichtpilz, Schmetterlings – Tramete, Laubholz – Hörnling, Gelbbrauner Trichterling, Polsterförmiger Schleimpilz, Gefleckter Rübling, Ziegelroter Täubling, Zweifarbiger Lacktrichterling, Schwarzschneidiger Dachpilz, Pfeffer – Röhrling, Ziegenlippe, Sommersteinpilz und Ahorn – Runzelschorf.


Wann startet die nächste Mittwochsexkursion – Siehe unter Termine!


07. Oktober 2023 – Öffentliche Lehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Sumpf – Haubenpilzes

Sie führte durch das Kaarzer Holz

Im Nadelwald des Kaarzer Holzes am verregneten 07. Oktober 2023.

An der Pilzfront herrscht Hochsaison. Deshalb lud das Mykologische Informationszentrum Steinpilz – Wismar wieder zu einer geführten Lehrwanderung ein. Ziel war das Kaarzer Holz, zwischen Sternberg und Crivitz. Ein größeres, zusammenhängendes Waldgebiet, dass über viele Jahre wegen militärischer Nutzung als Sperrgebiet für Pilzsucher tabu war. Ich kenne es noch aus meiner Kinderzeit, als ich mit dem Fahrrad von Weitendorf 10 Km durch dieses, für mich damals riesige Waldgebiet, bis nach Demen radelte, um dort meine Oma zu besuchen. Und schon damals begeisterten mich nicht nur die Ringelnattern, die meinen Weg kreuzten, sondern auch schon die Pilze.

Das Kaarzer Holz mit einem hohen Totholzanteil.

Das Kaarzer Holz gehört inzwischen der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und wird  zunehmend sich selbst überlassen. Vor einigen Jahren kartierte ich mit weiteren Hobby – Mykologen ausgewählte Flächen im Kaarzer Holz im Auftrag der DBU. Noch etwa bis zur Jahrtausend – Wende gab es in diesem Revier große Fichtenschonungen in Monokultur, die ihrerseits in manchen Jahren nur so vor Steinpilzen strotzten. Diese Zeiten sind vorbei, aber dennoch zählt das Kaarzer Holz zu den besonders pilzreichen Revieren, nicht zuletzt auch wegen seiner zunehmenden Natürlichkeit. Auch der Wolf ist hier inzwischen heimisch geworden und durchstreift mit mindestens einem Rudel dieses urwüchsige Revier. Nun, diese klugen und scheuen Tiere werden wir heute sicher nicht zu Gesicht bekommen, aber ich hoffe auf eine bunte Vielfalt verschiedenster Großpilze und sicher auch reichlich essbarer Arten, die zum Schluss in den Körben der Teilnehmerinnen und Teilnehmer landen könnten und schließlich den Sonntagsbraten bereichern dürften. Aber das Wetter war nicht auf unserer Seite. Dauerregen war angesagt und ich war drauf und dran die Veranstaltung abzusagen, welches ich eigentlich auch schon am Vorabend tat. Aber beste Pilzzeit und Ankündigungen in der Tagespresse werden sicher einige Menschen mobilisieren und trotzt des ungemütlichen Wetters auf der Matte stehen werden. Die Matte befand sich vor der Gaststätte Winkelkrug in Demen und tatsächlich erwartete mich hier eine ansehnlichen Traube interessierte Leute.  So ging es dann doch zu einem pilzkundlichen Waldbad in das Kaarzer Holz, zwischen Venzkow und Demen. Siehe auch unter: Kaarzer Holz  

Zunächst durfte sich jeder in die Teilnehmerliste eintragen und die Teilnahmegebühr entrichten.

Der Regen setzte ein und wir in den Wald hinein.

Es dauerte nicht lange und jeder hatte bereits etwas entdeckt. Hier ist es ein roter Täubling.

Die ersten Speisepilze wurden in die Körbe gelegt. Es scheint bunt zu werden, denn bis auf obigen Butterpilz wären die unteren Exemplare ohne Fachmann sicher im Wald geblieben.

Auch dieser ausgezeichnete Speisepilz hätte keine Beachtung erfahren und wäre als vermeintlicher Giftpilz stehen geblieben. Dabei gibt es kaum etwas besseres, geht es um die gehobene Küche bezüglich Pilze. Edel – Reizker gebraten – ganz vorzüglich!

Hier sehen wir zwei Filzröhrlinge. Der obere ist bereits ungenießbar, wenn nicht sogar giftig. Er ist im Anfangsstadium vom Goldschimmel befallen. Beim Sammeln von Röhrlingen, insbesondere Filzröhrlingen, ist immer ein kritischer Blick erforderlich, damit solche Exemplare erst gar nicht in den Korb wandern.

Diese Tränen – Täublinge (Russula sardonia) sollten auch außen vor bleiben. Sie sind sehr scharf im Geschmack und machen das Gericht ungenießbar.

Gegen einen Steinpilz ist natürlich nichts einzuwenden.

Auch dieser besonders blasse Grasgrüne Täubling darf in den Korb gelegt werden. Zumindest als Mischpilz ist er brauchbar.

Und der Fleischrote Speise – Täubling ist auch im Reingericht ganz ausgezeichnet!

Ein junger Boletus edulis.

Der ehemalige Schießplatz.

Lecker ist selbstverständlich auch der volkstümliche Maronen – Röhrling, oft unter der Bezeichnung Braunkappe eingesammelt.

Am milden Geschmack und seinem Fischgeruch gut zu erkennen ist der im sauren Kiefernwald häufige Rote Heringstäubling (Russula xerampelina). Einer der farbenfrohesten und schönsten Pilze unserer Kieferwälder bzw. Forste. Er darf also in den Korb gelegt werden.

Ja, ein knallroter Pilz des Nadelwaldes und trotz dem ein guter Speisepilz. Rot ist keine Warnfarbe im Pilzreich!

Die Gruppe hat sich etwas verteilt.

Der Seifen – Ritterling (Tricholoma saponaceum) duftet nach Waschküche. Aber wer wäscht heut zu Tage noch Wäsche in einer Waschküche? Also riecht er wohl eher nach Waschmaschine? Wie dem auch sei, der Pilz ist jedenfalls schwach giftig!

Am Ende waren nicht nur die Pilze triefend nass, sondern auch wir. Zumindest hat es sich doch für die allermeisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer gelohnt. Stellvertretend ein Blick in diesen Korb.


Ein Gruppenbild war heute leider nicht möglich. Es regnete in Strömen.

Wann startet die nächste Pilzwanderung? – Siehe unter Termine!

04. Oktober 2023 – Mittwochsexkursion

Mittwochsexkursion bei Wöbbelin

Auch für interessierte Pilz- und Naturfreund*innen

MTB 2535/4: südlich der Neuhöfer Karpfenteiche

Reiß Aus zu hochdeutsch nennt sich der Ort, an dem unser heutiges Exkursionsgebiet grenzt.

Wir sind nun im 4. und damit letzten Quadranten der Topographischen Karte von Wöbbelin angelangt. Die Lewitz – Region stand und steht heute noch einmal im Mittelpunkt unserer Mittwochsexkursion. Dieser Quadrant wird von den Fischteichen in der Lewitz eingenommen. So die Friedrichsmoorer Karpfenteiche und nach Süden von den Neuhöfer Karpfenteichen. Kleine Waldflächen, die für uns in Frage kommen, gibt es am südlichen Kartenrand, südlich der Fischteiche. Sie ragen als Zipfel in unseren Kartierungsausschnitt hinein. So auch zwischen den kleinen Orten Riet Ut und Krim sowie dem Hauptort Neustadt – Glewe. Da war Timur doch etwas verwundert, denn die Krim gehörte bis vor einigen Jahren noch zu seinem Heimatland, der Ukraine. Bis hier haben es die Russen jedoch noch nicht geschafft. Aber wer weiß, bis vor einiger Zeit gehörte ja der Osten Deutschlands zum Machtbereich Moskaus. Warten wir`s ab! Timur lebt schon seit vielen Jahren in Deutschland und er ist auch Mitglied in der Gruppe der Pilzfreunde innerhalb der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V. Wir trafen uns in Riet Ut gegen 16.00 Uhr und drehten eine Runde durch den vielschichtigen und abwechslungsreichen Wald.

Bereits nach den ersten Schritten wurde Timur fündig.  

An windiger Waldkannte waren diese Rosa – Helmlinge (Mycena rosea) ziemlich vertrocknet.

Keine Tomate, ein Roter Fliegenpilz (Amanita muscaria) ohne die charakteristischen Hüllreste auf seinem Hut.

Violette Lacktrichterlinge (Laccaria ametystea).

Hat Braunfäule diesen Buchenstamm ausgehöhlt?

Sicher ein ertragreicher Dammweg am Waldrand entlang, mit seinen alten Eichen und Buchen. Heute zwar nicht, aber sicher zu besseren Zeiten.

Nur einige ältere und auch schon vom Goldschimmel in Besitz genommene Rotfuß – Röhrlinge (Xerocomus chrysenteron).

Der ausschließlich unter Eichen vorkommende, nach Blattwanzen duftende Eichen – Milchling (Lactarius quietus) kann als Mischpilz Verwendung finden.

Der leicht giftige Ranzige Trichterling (Clitocybe phaeopthalma) besticht durch seinen Duft nach Hühnerstall.

Im vielseitigen Baumbestand, mit dichtem Jungwuchs, immer mal die eine oder andere, durchaus mastige Marone (Xerocomus badius), worüber Timur sich besonders freute, wollte er doch eine schmackhafte Mahlzeit mit nach Lübeck nehmen.

Unter Eiche ein Purpurschwarzer Täubling (Russula atropurpurea).

Die weißlichen, etwas scharfen Lamellen, weisen einen leichten Gelbstich auf und im Alter kann dieser Täubling grauen.

Tote Nadelbäume standen leider auch hier, aber der Wald strotzt vor Vitalität. Reichlich Jungwuchs ist am kommen. Laub-, wie auch Nadelholz.

Blutmilchpilze (Lycogala epidendron).

Timur sucht nach Maronen unter Altfichten.

Aber der Wald, und das ist hier ein Revier, das diesen Titel durchaus verdient, ist hinreichend Licht und Nachwuchs kann sich gut entwickeln.

Hier sehen wir nochmals den Purpurschwarzen.

Und hier ist es der Buchen – Speitäubling (Russula marei).

Die Gelbe Lohblüte (Fuligo septica) ist kaum zu übersehen.

Ja, es ist Herbst geworden. Die Gallertfleischigen Fältlinge (Merulius tremellosus) gehen an den Start.

Na, wie sieht es aus? Was wollen uns diese Orakel verraten. Gibt es eine Teuerung? aber die haben wir ja schon längst! Gestreifte Teuerlinge (Cyathus striatus).

Breitblättriger Rübling (Megacollybia platyphylla).

Viele Stockschwämme an einen alten Buchenstubben, aber es sind längst nicht alles Stockschwämmchen!

Die waren natürlich auch mit dabei.

In der Überzahl waren es jedoch giftige Grünblättrige Schwefelköpfe (Hypholoma fasciculare), rechts im Bild.

Die leckeren Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis) wanderten in den Speisepilz – Korb von Timur.

Die an sich sehr farbfreudigen Lacktrichterlinge können bei Trockenheit ziemlich entfärben. Hier sehen wir Fleischrötliche Lacktrichterlinge (Laccaria laccata).


Die Artenliste von MTB 2535/4 – Riet Ut: Pantherpilz, Gelber Knollenblätterpilz, Rosa – Helmling, Rosablättriger Helmling, Flatter – Milchling, Schmetterlings – Tramete, Buckel – Tramete, Amiant – Körnchenschirmling, Kahler Krempling, Blutmilchpilz, Vielgestaltige Kohlenbeere, Gelbweißer Täubling, Geflecktblättriger Flämmling, Fichten – Zapfenrübling, Eichen – Mehltau, Buchen – Speitäubling, Heftel – Nabeling, Gelbe Lohblüte, Brandkrustenpilz, Rehbrauner Dachpilz, Gallertfleischiger Fältling, Rotfuß – Röhrling, Goldschimmel, Gestreifter Teuerling, Wurzelschwamm, Gemeine Stinkmorchel, Dickschaliger Kartoffel – Hartbovist, Roter Fliegenpilz, Violetter Lacktrichterling, Purpurschwarzer Täubling, Birken – Zungenporling, Samtiger Schichtpilz, Birken – Speitäubling, Rostfleckiger Helmling, Blaugrauer Täubling, Ranziger Trichterling, Breitblättriger Rübling, Maronen – Röhrling, Waldfreund – Rübling, Klebriger Hörnling, Herber Saftporling, Erdwarzenpilz, Grünblättriger Schwefelkopf, Weißstieliges Stockschwämmchen, Stockschwämmchen, Flaschen – Stäubling, Birkenblättling und Herber Zwergknäuling.


Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

30.09. – 03.10.2023 Großpilzausstellung in Wismar

30. Großpilzausstellung in Wismar

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Im Mykologischen Informationszentrum ABC Straße 21

Blick auf unsere Großpilzausstellung 2023.

Die Öffnungszeiten

Sonnabend, der 30.09.2023   10.00 – 18.00 Uhr (mit Imbiss)

Sonntag,      der 01.10.2023   10.00 – 18.00 Uhr (mit Imbiss)

Montag,       der 02.10.2023   10.00 – 18.00 Uhr

Dienstag,     der 03.10.2023   10.00 – 18.00 Uhr


Eintritt: 2.00 €


Auch in diesem Jahr luden die Pilzfreundinnen und Freunde der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V. wieder zu ihrer Großpilzausstellung in das historische Nikolaiviertel der Hansestadt Wismar sehr herzlich ein. Wie seit vielen Jahren wieder in das Mykologische Informationszentrum Steinpilz – Wismar, ABC Straße 21.

Pilzausstellung am 30. September 1993 auf dem Fußgängerbereich vor dem Karstadt – Stammhaus und der damaligen, städtischen Pilzberatungsstelle.

Ausstellung Ende der 1990er Jahre im Raum 28 des Wismarer Rathauses.

Angefangen hat alles im Jahre 1992, als das neu gegründete Umweltamt der Stadt an mich heran trat, in den Amtsstuben eine öffentliche Pilzausstellung zu organisieren. Später zogen wir für 2 Jahre auf die Fußgängerzone, dann in das Rathaus und schließlich in die Räumlichkeiten der privaten Pilzberatungsstelle in der ABC Straße. Ab jetzt zusätzlich mit Verköstigung. Pilzsuppe- und Pfanne bis zum satt essen standen immer wieder für die Besucher bereit und der unwiderstehliche Duft von frischen Waffeln lockte zusätzliche Gäste an.  Drei Jahrzehnte liegen nun schon hinter uns und wir hofften, dass die Natur dieses Jubiläum entsprechend zu würdigen weis. Soll heißen, für uns ein vielfältiges und reichhaltiges Frischpilzaufkommen in Wald und Flur bereit halten möge. Leider war es mal wieder recht grenzwertig. Der wärmste September seit Begin der Wetterauszeichnungen, einher gehend mit sehr trockenem Wetter, zumindest in der ersten Hälfte des Monats, ließ die benötigen Frischpilze nur recht spärlich sprießen. Es gab zum Glück aber auch Regionen, wo stärkere Schauer schon ein recht ordentliches Pilzaufkommen aus den Böden kitzelten, so dass schließlich wieder eine sehr sehenswerte Pilzausstellung zu Stande kam.

Mehrere Tage waren einige Pilzfreundinnen und Freunde in Wald und Flur unterwegs, um Frischpilze zu besorgen. Ich fuhr zunächst nochmals in die Waldlewitz, weil es hier vor 2 Wochen an die 30 Liter geregnet hatte. Die Resultate zeigten sich bei diesen Garten – Riesenschirmpilzen (Macrolepiota rhacodes var. hortensis). Den Standort hatte Catrin vor zwei Wochen hier entdeckt. Damals waren die Pilze überständig, heute schoben sie frisch. Gerade richtig für eine Pilzausstellung.

Auch die damals noch sehr kleinen Schmarotzer – Röhrlinge (Xerocomus parasiticus) waren zu ansehnlichen Pilzen heran gewachsen.

Und direkt in Friedrichsmoor begrüßten mich protzig einige Riesenschirmpilze (Macrolepiota procera). Die kamen mir gerade recht, können aber auf dem Motorrad schnell meine Transportmöglichkeiten einschränken. Vorsichtig die halbwegs geschlossenen unter der Sitzbank verstaut, sollte es schon gehen.

Anschließend fuhr ich in die Venzkower/Kobander Tannen. Hier bekam ich fast eine Krise. Bis auf einige Pfifferlinge (Cantharellus cibarius) kaum mal ein Frischpilz. Über weite Strecken trostlos!

Nach langem Suchen endlich mal eine Gruppe von Keulenfuß – Trichterlingen (Clitocybe clavipes).

Auch dieser junge Beutel – Stäubling (Calvatia excipuliformis) war sehr willkommen. Die meisten waren noch sehr winzig, aber sie zeigten an, dass es hier bald besser werden sollte.

An den Waldwegen gelegentlich mal einige Weichritterlinge der Gattung Melanoleuca.

Das Fichtensterben geht auch in den Kobander Tannen weiter. Erinnerungen an bessere Tage werden wach, wo unter ihnen noch die schönsten Steinpilze wuchsen.

Und diese Vertreter hatte ich seit Stunden gesucht. Zeigen sie sich gerade auch im September als Bodendecker in unseren Kiefernwäldern. Erst ganz zum Schluss eine kleinere Gruppe der Rostfleckigen Helmlinge (Mycena zephirus). Die Pilzausstellung scheint gerettet, schrieb mir unser Pilzfreund Phillip Buchfink und beglückwünschte mich. Eine große Pilzausstellung ohne diese überaus häufige Art, undenkbar!

Am Folgetag startete ich meine Rundtour durch verschiedene Wälder bei Jesendorf. Eigentlich immer eine gute Adresse für eine interessante Artenvielfalt. Ich war froh, dass ich hier diese Mehlschirmlinge (Cystolepiota sistrata) einsammeln konnte. Ansonsten auch hier so ziemlich tot!

Die nächste Station war Perniek. Hier beglückte mich zumindest eine Espen – Rotkappe (Leccinum auratiacum), wo sonst dutzende stehen.

Aber auch die standortstreuen Gestielten Schütterzähne (Sistotrema confluens) waren willkommen.

Auch die Körnchen – Röhrlinge (Suillus granulatus) sind Standard hier und durften nicht fehlen.

Anschließend traf ich mich mit Pilzfreund Christian Boss und wir durchsuchten die Neukloster Forst bei Klein Warin nach Ausstellungspilzen. Hier freuten wir uns zunächst über diese Erdsterne (Geastrum).

Eine noch ungeöffnete „Zwiebel“.

Ungewöhnliches Exemplar aus dem Formenkreis der Herbstlorchel (Helvella crispa).

Und wie so oft an mehr oder weniger kalkreichen Waldwegen schoben einige Schleierlinge (Cortinarius spec.).

Es handelt sich um Dickfüße, wahrscheinlich aus der Verwandtschaft des Tonweißen Dickfuß.

Sehr gefreut haben wir uns über diese markanten Kohlen – Trichterlinge (Clitocybe carbonaria). Ihr Mehlgeruch erinnert sehr an den des Maipilzes.

Die nur unter Lärchen wachsenden Gold – Röhrlinge (Suillus flavus) dürfen nach Möglichkeit auch nicht fehlen.

Und der Maronen – Röhling (Xerocomus badius) schon gar nicht.

Leuchtend rote Apothezien aus der Verwandtschaft der Feuerkissen müssen zur genauen Bestimmung einer mikroskopischen Untersuchen zugeführt werden.

Diese Prozedur ist zum bestimmen des Butterpilzes (Suillus luteus) natürlich nicht notwendig. Gefunden und fotografiert in den Wäldern bei Weberin. Ich konnte Sohn Jonas überreden, mit mir am Abend dort noch eine Runde zu drehen und den Brunftschreien der Rothirsche zu lauschen. Nur hatten sie nicht so recht Lust dazu. Es war doch ziemlich dürftig. 

Aber es ging ja auch um Ausstellungsmaterial. Flockenstieliger Hexen – Röhrling (Boletus luridiformis) wie aus dem Bilderbuch.

Das der leicht giftige Porphyrbraune Wulstling zu den Knollenblätterpilzen zählt, dürfte auf der Hand liegen.

Ein sehr schöner Fund sind diese Weinroten Graustiel – Täublinge (Russula vinosa). Dieser Sprödblättler wird angesichts des Fichten – Sterbens und fehlender Neuaufforstungen wohl irgendwann auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Arten zumindest in M-V landen.

Und am Donnerstag war ich dann noch mit Irena in der Nossentiner/Schwinzer Heide unterwegs. Hie ein Blick auf den Krakower See.

Aus dem Sand einer aufgeschütteten Straßenböschung schieben Zweisporige Champignons (Agaricus bisporus). Hier müsste vielleicht das Mikroskop befragt werden, ob dem auch so sei. Aber da bin ich mir ziemlich sicher, dass dem auch so ist, denn auch ohne zu mikroskopieren ist die Wildform des Zucht – Champignons leicht zu erkennen.

Und Irena hat gleich noch für den Pilz – Imbiss wunderbar frische Körnchen – Röhrlinge eingesammelt.

Diese wunderschönen Birkenpilze (Leccinum scabrum) landen selbstredend auf der Moosfläche unserer 30. Großpilzausstellung.

Auch der Kahle Krempling (Paxillus involutus) ist wichtig. Galt er doch in schlechten Zeiten als einer der wichtigsten Speisepilze. Heut gilt die Regel „Hände weg vom Kahlen Krempling“.

Wunderschön und gerade richtig für ein Pilzschnitzel.

Und die Abenddämmerung brach bereits herein. Noch schnell an einem Sonderstandort bei Sternberg nachgeschaut. Hier ein Fahler – Röhrling (Boletus impolitus). Der fehlte auch noch in der Sammlung.

Noch viel wichtiger, der Edel – Reizker (Lactarius deliciosus).

Den Olivgelben Rißpilz (Inocybe dulcamara) würde wohl kaum jemand vermissen, aber auch er ist willkommen in einer umfänglichen Pilzschau.

Auch der Gilbende Erdritterling (Tricholoma argyraceum) wandert in meine Sammelbehältnisse und anschließend in Frischaltebehälter in den Kühlschrank.

Links drei Exemplare des Ringlosen Butterpilzes (Suillus collinitus) und rechts drei des Butterpilzes (Suillus luteus).

Der Mond ist aufgegangen und die goldenen Sternlein sprangen, oder hieß es prangen? Die sind nicht zu sehen, es ist zu dunstig, aber es ist Vollmond, die Pilze haben es noch nicht überall mitbekommen!

Noch herrscht gähnende Leere auf unseren Ausstellungsflächen. Das wird sich nun aber ändern.

Während ich am Freitag dann mit dem Aufbau der Ausstellung begann, waren einige weitere Vereinsmitglieder unter der Leitung von Monika Peter mit der Vorbereitung des Imbisses beschäftigt.

Wobei das Zwiebeln Pellen schon mal recht traurig machen kann.

Aber die Möhren bringen wieder Farbe und Heiterkeit in die Tränenden Augen.

Monika, in der Bildmitte stehend, hatte zusammen mit ihrer besseren Hälfte Hans – Peter (davor sitzend) den Hut auf, was die Organisation des Imbisses und auch aller anderen Formalitäten der Organisation betraf. Es hat wieder ausgezeichnet geklappt und es war mal wieder ein Kraftakt. Auch allen anderen fleißigen Helfern ein ganz großes Dankeschön!

Nach getaner Arbeit servierte Monika hausgebackenen und sehr leckeren Kuchen zum Kaffee für die Gaumen der fleißigen Helferinnen und Helfer.

Inzwischen nimmt die Ausstellung allmählich Gestalt an. Pfifferlinge gibt es dieses Jahr reichlich. Im vergangenen Jahr waren wir froh, dass wir wenigstens ein einziges Exemplar zeigen konnten.

Einer der absoluten Hingucker in diesem Jahr war dieser wirklich gigantische Riesenbovist, den Irena gefunden hatte und noch schnell vorbei brachte.

Und auch diese liebevoll gestalteten Dekorationsschälchen reichte sie herein.

Und das die 30. nicht zum Flopp wurde, haben wir ganz maßgelblich Vereinsfreund Phillip Buchfink zu verdanken. Er war sehr fleißig und gut fündig geworden, da es in seinen Wäldern westlich von Schwerin schon deutlich mehr Frischpilze gab. Hier hatte es schon etwas früher kräftig geregnet und das war unsere Rettung. Ganz herzlichen Dank dafür, lieber Phillip!

Der Stand ist aufgebaut und bevor die ersten Pilzpfannen über den Tresen gehen, schnell noch ein Erinnerungsfoto vor dem Steinpilz – Wismar. Stellvertretend auch für alle anderen, die hier nicht zu sehen sind. Ihr alle habt ein großes Dankeschön verdient und euren Beitrag dazu geleistet, dass die 30. Jubiläumsausstellung zu einer ganz großen werden konnte. Vielleicht ein letztes mal in dieser Form. Danke!!!

Inzwischen geht es auch beim Aufbau der Ausstellung weiter voran. Hier sehen wir Catrin und Phillip bei der Arbeit.

Der Bereich mit den Sprödblättlern.

Inzwischen herrscht auch schon reger Andrang an unserem Stand.

Schnell die Pilzpfanne noch mal durchgerührt.

Nachschub für die Ausstellung wird angelandet.

Hier findet sich aber kaum noch Platz für neues, aber es wird auch immer mal ausgewechselt.

Die Holz-, Bauch-, und Schlauchpilzecke.

Es finden sich immer noch einige Lücken für neues.

Kleine und zarte Arten liegen in Petrischalen.

Das kann sich doch sehen lassen, oder? Dafür können gerne mal 2 Euro investiert werden.

Zwischendurch hilft für die Frische auch mal ein Pflanzenbesprüher nach.

Hanjo aus Bützow bereichert unsere Ausstellung mit einem weiteren Hingucker, einem frischen Schwefelporling.

Ja, es ist wieder bunt und vielfältig auf unserer Großpilzausstellung geworden.

Und dieser Steinpilz scheint sich auf und davon machen zu wollen.

Und ein ganz besonderer und auch wichtiger Pilz ist der Satans – Röhrling, den Phillip für uns ergattern konnte. Er ist sehr selten. Viele Pilzfreunde scheinen diesen Giftpilz gut zu kennen und lassen ihn regelmäßig im Wald.

Und dann freut sich der Kenner, denn diese hier sind hochwertige Speisepilze. Häufig finden wir sie vom Frühling bis in den Spätherbst im Laub- und Nadelwald, die Flockenstieligen Hexen – Röhrlinge. Hier konnte der böse Satan und die gute Hexe mal miteinander verglichen werden.

Auch diese jungen Bauchpilze hat Phillip mitgebracht. Es handelt sich um seltene Sternstäublinge (Mycenastrum corium).

Zwischendurch galt er in unserem Bundesland schon als verschollen. Der Halsband – Ritterling (Tricholoma focale). Bei Wittenburg konnte ihn Phillip aufspüren und eigentlich ist er auch herausragendste Pilz, den wir in diesem Jahr ausstellen konnten.

Auch die Pilzberatung wurde wieder in Anspruch genommen. Hier sieht nicht alles essbar aus.

Wahrhaftig, das nenne ich einen Fransigen Wulstling! Gestern noch geschlossen, heute bereits fransig aufgeschirmt auf der 30. Großpilzausstellung.

Diese Grünlinge legten in der Palinger Heide einen Frühstart hin. Phillip brachte einige mit, da er dort gerade eine Pilzwanderung hatte.

Der Bereich mit den Pfifferlingen und Röhrlingen ist für viele Menschen immer der interessanteste, denn hier können sie auch mal mitreden und eigene Erfahrungen austauschen.

Und wer so eine schöne Krause Glucke entdecken kann, ist ohnehin glücklich.

In diesem Fall waren es gleich drei Stück. Nur die braunen Ränder sollten vor dem Verzehr abrasiert werden.

Insgesamt gelangten über die Tage 284 Arten auf die Moosflächen des Mykologischen Informationszentrums in Wismar, in der ABC Straße 21.

Während der Öffnungszeiten konnte auch die Pilzberatung genutzt werden und besonders schöne Exemplare wurden uns herein gereicht.

Ein ganz herzliches Dankeschön nochmals allen, die zum Gelingen dieser aufwendigen Veranstaltung beigetragen haben.  Nicht zuletzt auch den Besucherinnen und Besuchern, ohne die unsere Mühen ohnehin um sonst gewesen wären.

27. September 2023 – Mittwochsexkursion

Mittwochsexkursion bei Wöbbelin

MTB: 2535/3 = Dreenkrögener Tannen

Die sonnigen, aber pilzarmen Dreenkrögener Tannen am heutigen Sonntag.


Diese Mittwochsexkursion sollte nicht nur der Kartierung, sondern auch der Vorbereitung unserer 30. Großpilzausstellung in der Hansestadt Wismar. Sie soll vom 30.09. – 03.10.2023 im Mykologischen Informationszentrum Steinpilz – Wismar statt finden. Im Vorfeld müssen natürlich reichlich Ausstellungsexponate gesammelt werden. Dazu schwärmen die Mitglieder der Pilzfreunde*innen innerhalb der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V. an den Vortagen in unterschiedliche Habitate aus. Neben Laub- und Nadelwäldern auf leichten und besseren Böden, auf saure und kalkreichere Untergründe. Moore, Trockenrasen und Heidelandschaften werden genau so aufgesucht, wie städtische Parkanlagen oder Wiesen- und Weideflächen. Das heutige Revier befindet sich auf sandigen Böden und ist überwiegend von Nadelforst bestanden. Nur, dass es durch das Vorziehen des Termins, welches durch den Wegfall der Veranstaltung in Ritzerau möglich wurde, wenig Sinn machen würde, jetzt schon viele Frischpilze mitzunehmen. Und das wäre ohnehin nicht möglich gewesen, da es kaum welche gab. Geregnet hatte es hier zwar im Vorfeld durchaus nennenswert, aber es dauert noch einige Tage, bevor es hier wieder lohnen würde. So kartierte ich (ich war heute alleine hier unterwegs) das wenige, welches ich entdecken konnte. Auf jeden Fall ein sehr schönes Revier für Liebhaber klassischer Speisepilze.

Ich starte in Höhe der Badestelle am Silbersee. 

Auf der Rinde eines toten Birkenstammes erblickte ich eine Weiße Lohblüte (Fuligo candida).

Und hier sehen wir Diatrypella favacea, das Birken – Eckenscheibchen, ein sehr häufiger Pyrenomycet, der zu den Ascomyceten = Schlauchpilzen gehört.

Es dürfte nicht mehr lange dauern, bis hier auch die besten Speisepilze wie die Soldaten stehen werden.

Zwischen den älteren Bäumen wird frisch Aufgeforstet.

Aber hin und wieder stolperte ich dann doch über einen Frischpilz. Hier ist es ein Fleischroter Speisetäubling (Russula vesca).

Die bunt gezonten Schmetterlings – Trameten (Trametes versicolor) können schon mal in den Korb wandern für die große Pilzausstellung.

Und hier beglückt mich im Moos unter Birken ein Glanz – Täubling (Russula nitida).

Sein weißer Stiel ist oft mehr oder weniger deutlich rosa überhaucht. Besonders zur Basis zu. Essbar.

Auf dem Mittelstreifen eines feucht moosigen Waldweges schieben frische Maggi – Pilze (Lactarius helvus). Ein Giftpilz, der getrocknet und gemahlen ein sehr intensives Würzpulver für Suppen und Soßen ergibt.

Die Lamellen des Rosablättrigen Egerlings – Schirmpilzes (Leucoagaricus leucothites) bleiben lange weiß und verfärben erst zum Übergang in die Überständigkeit schmutzig rosa. Essbar.

Schade, dass heute hier noch die Ruhe vor dem Sturm herrscht.

Um so willkommener sind dann aber die wenigen Frischpilze. Hier ein Flaumiger Milchling (Lactarius pubescens), den wir stets unter Birken antreffen. Seine weiße Milch schmeckt brennend scharf!

Sehr beglückten mich auch diese Halbkugeligen Träuschlinge (Stropharia semiglobata). Sie wachsen auf Mist, hier vielleicht Dung von Pferden?

Einfach schön, auch wenn überaus häufig, der Dickschalige Kartoffel – Hartbovist (Scleroderma cirtinum).

Ja, da weiß man gleich, warum er Scheidenstreifling genannt wird. Es ist der Fuchsige (Amanita fulva).

Hier kommt jemand ganz schön in` s Schwitzen.

Und sondert Guttationströpfchen ab.

Es sind junge Fruchtkörper des Laubholz – Harzporlings (Ischnoderma resinosum).

Ein Beutel – Stäubling (Calvatia excipuliforme).

Allmählich neigt sich meine Runde durch die Dreenkrögener Tannen seinem Ende zu.

Hoppla, zwei Pfeffer – Röhrlinge (Chalciporus piperatus), aber kein Steinpilz in der Nähe.

Dafür diese Nelkenschwindlinge (Marasmius oreades) die nicht einmal indirekt etwas miteinander zu tun haben.

Dafür dieser Glückspilz um so mehr.

Roter Fliegenpilz (Amanita muscaria).

Und die Wiesen – Staubbecher (Vacsellum pratense) verraten uns dass es bald wieder besser werden möge.


Hier die Artenliste von MTB: 2335/3 – Dreenkrögener Tannen: Weiße Lohblüte, Birken – Eckenscheibchen, Kiefernnadel – Spaltlippe, Fleischroter Speisetäubling, Dickschaliger Kartoffel – Hartbovist, Schmetterlings – Tramete, Glanz – Täubling, Bruch – Reizker, Rosablättriger Egerlings – Schirmpilz, Flaumiger Milchling, Halbkugeliger Träuschling, Fuchsiger Scheidenstreifling, Rehbrauner Dachpilz, Laubholz – Harzporling, Beutel – Stäubling, Pfeffer – Röhrling, Nelkenschwindling, Birken – Zungenporling, Blaugrauer Reiftäubling, Wiesen – Staubbecher, Roter Fliegenpilz, Körnchen – Röhrling, Waldfreund – Rübling und Echter Zunderschwamm.

Bald werden nicht nur die Fans von Maronen – Röhrlingen hier wieder fündig werden.


Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

24. September 2023 – Pilze suchen bei Ritzerau

Pilze suchen im Lübschen Forst Ritzerau

Unter der Regie des BUND im Kreis Herzogtum Lauenburg

Liebe Pilzfreundinnen und Freunde, die Organisatoren dieser Veranstaltung haben sich aufgrund des geringen Frischpilz – Aufkommens entschieden, diesen Termin ersatzlos ausfallen zu lassen.

Am Sonntag, dem 24. September 2023. Anreise bis gegen 09.45 Uhr in der Lübschen Forst bei Ritzerau. In den ausgeschilderten Waldweg einfahren und weiter bis zum Alten Forsthof. Nähere Informationen und Anmeldungen siehe unter BUND Herzogtum Lauenburg


Das hat sich gelohnt. Ob wohl alles essbar ist? Immerhin die wichtigste Frage auf jeder Pilzveranstaltung. Die kritischen Blicke der Sachverständigen werden Aufschluss bringen.

Auch in diesem Jahr lädt der Kreisverband des BUND im Herzogtum Lauenburg wieder zu seiner traditionellen Pilzwanderung ein.  In Zusammenarbeit mit dem Lübecker Forstamt und engagierten Pilzfachleuten sollen heute wieder Führungen zum Thema Pilze durch diesen naturnahen Wald, mit seinem besonderen Forstkonzept, durchgeführt werden. Zunächst gibt es die Begrüßung und eine kleine Einführung zum Wald mit entsprechenden Hinweisen und Verhaltensregeln. Danach werden mehrere Gruppen gebildet und es geht bis ca. 13.00 Uhr in unterschiedliche Bereiche des Waldes auf die fachkundige Pirsch. Danach versammeln sich alle wieder auf dem Alten Forsthof und der zugehörigen Köhlerhütte. Hier stehen Tische zur Verfügung und das Sammelgut wird übersichtlich auf diesen ausgelegt, um noch einmal kritisch von den Fachläuten in Augenschein genommen zu werden. Dabei werden selbstverständlich Fragen beantwortet und besonders wichtige Pilzarten nochmals ausführlich vorgestellt. Ob es, so wie in früheren Jahren, ein Verköstigungsangebot geben wird? Ich würde mich nicht darauf verlassen.

Links Organisator Hans – Heinrich Stamer vom BUND bei seinen Begrüßungsworten.

Informationen zum Lübecker Stadtwald

23. September 2023 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern am Europäischen Pilztag

Auf dem Waldlehrpfad und durch die Schlower Tannen

Waldlehrpfad am Borkower See.

Weitläufige Laub- und Nadelwälder, bzw. Forste, finden sich zwischen Borkow, Schlowe, Klein Pritz und Below. Gerade auch für Liebhaber klassischer und volkstümlicher Speisepilze das Paradies schlechthin. Aber heute wollten wir wie immer etwas weiter über den Tellerrand blicken. Pfifferling, Marone und Steinpilz kennt ja fast jeder. Aber selbst bei diesen unproblematischen Arten kann es nicht selten eine bittere Überraschung geben. Vor einigen Jahren war ich hier ebenfalls im Ramen einer öffentliche Wanderung unterwegs. Uns schloss sich eine Urlauberfamilie aus Süddeutschland an. Einer von ihnen konnte dem äußerst bitteren Gallen – Röhrling, der klassische Verwechslungspartner des Steinpilzes, nichts bitteres während einer allgemeinen Verkostung abgewinnen. Alle anderen haben sofort das Gesicht verzogen und ausgespuckt, er kaute das Fleisch des Bitterlings genüsslich durch. 

Heute wollten wir nicht nur ein buntes Sammelsurium finden und vorstellen bzw. in die Körbe legen, sondern auch einige besonders wichtige Giftpilze erläutern. Schließlich ist heute Europäischer Pilztag. Ein Ehrentag nicht nur für die kulinarischen Leckerbissen unter unseren Großpilzen, sondern er steht für das faszinierende Reich der Pilze schlechthin. Sie erfüllen im gesamten Gefüge der Natur eine fundamentale Aufgabe. Das Leben auf unseren blauen Planeten wäre ohne ihr Zutun undenkbar. Also ohne Pilze auch keine Menschen! Umgekehrt immer. Achten und würdigen wir sie nicht nur heute!

Schon am Treffpunkt in Schlowe fanden wir die ersten Vertreter.

Es handelt sich um Fleischrosa Schirmpilze (Lepiota subincarnata), die Knollenblätterpilz – Gifte enthalten sollen und daher sehr giftig sind.

Gleich daneben auf Parkrasen unter Bäumen ein Papagei – Täubling (Russula ionochlora).

Er darf als erster Speisepilz in den Korb gelegt werden.

Christian hat seinen noch kleinen Sohn dabei gehabt und läßt ihn an einem Pilz schnuppern. Gerüche sind oft auch sehr aufschlussreich und wichtig bei der Bestimmung zahlreicher Pilzarten.

Wir folgten nun dem Waldlehrpfad.

Linker Hand fließt die Mildenitz.

Immer wieder Tafeln (rechts) mit allerhand Erläuterungen zum Thema Wald, der hier besonders schattig daher kommt.

Klar, es ist ein Knollenblätterpilz! Der Gelbe (Amanita citrina). Während beim Grünen schon ein Exemplar zum Abdanken reichen kann, lässt  diese nah verwandte Art diesbezüglich sehr zu wünschen übrig. Wir könnten ihn zentnerweise in uns hinein Löffeln, für` n Friedhof würde es wohl kaum reichen. 

Hier gleich eine ganze Gruppe davon. Er enthält das Krötengift Bufotenin.

Und an diesem Birkenpilz (Leccinum scabrum) ist wohl kaum etwas auszusetzen. Höchstens, dass hier ein Nahrungskonkurrent schon mal kräftig abgebissen hat.

Ähnlich erging es diesem Steinpilz (Boletus edulis).

Insgesamt war es aufgrund der Trockenheit doch schon ein mühseliges Unterfangen überhaupt den einen oder anderen Waldkobold für den Sonntagsbraten ausfindig zu machen.

Und dann unter Birken ein besonders toller Fund. Ein Geschmückter Gürtelfuß (Cortinarius armillatus). Zwar wäre er essbar, aber er landete heute Nachmittag auf der Pilzausstellung im Botanischen Garten Rostock. Phillip Buchfink nahm in mit einigen anderen Arten dort mit hin.

Und die Breitblättrigen Rüblinge (Megacollybia platyphylla) sind aus kulinarischen Erwägungen heraus nicht sehr empfehlenswert.

Wunderschöne Fadenstäubchen aus der Gattung Stemonites. Pilztiere = Schleimpilze = Myxomyceten.

Zumindest mein Korb ist schon ganz gut ausgelastet mit dekorativen Buckel – Trameten. Vorsorge für die 30. Großpilzausstellung in der Hansestadt Wismar.

Samtfuß – Kremplinge (Paxillus atrotomentosus). Zwar ergiebig, aber kaum schmackhaft.

Über diese Gleise dürfte schon lange kein Zug mehr gerollt sein. Die Bahnverbindung Wismar – Karow wurde 1998 eingestellt. Heute rollen hier nur noch Draisinen drauf entlang.

Diese Lilablättrigen Mürblinge (Psathyrella candollena) sind zwar zart und gebrechlich, aber schmecken sollen sie vorzüglich!

Zum Schluss servierte uns Irena nicht nur diesen frischen Salat an der Draisinen – Station in Borkow. Ein Gruppenbild gab es heute leider nicht, denn wir hatten es eilig und fuhren noch mit dem harten Kern der Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die Schwinzer Heide. Aber leider füllten sich die Körbe dort auch nicht. Es muss dringend feuchter werden!


Wann startet die nächste Pilzwanderung? – Siehe unter Termine!

20. September 2023 – Mittwochsexkursion

Mittwochsexkursion bei Wöbbelin

Auch für interessierte Pilz- und Naturfreunde

MTB 2535/2: Waldlewitz

Blick in die Lewitz – Region am heutigen Nachmittag vom Waldrand aus.

Heute ging es in den 2. Quadranten der Topographischen Karte im Maßstab 1 : 25 000 = Wöbbelin. Zentral im Quadranten liegen die nördlichen  Fischteiche. Sie gehören zum Naturschutzgebiet Fischteiche in der Lewitz. Neben den Fischteichen dominiert oft sumpfiges Gelände mit Feuchtwäldern. Flankierend, ausgehend nordöstlich der Ortschaft Friedrichsmoor, gibt es aber auch trocknere Laubwaldbestände. So auch das Klinker Holz. Das Exkursionsgebiet wird vom Störkanal durchquert, der sich hier mit der Elde und dem Elde – Kanal zur Müritz – Elde Wasserstraße vereinigt. Neben kleineren Entwässerungsgräben befindet sich im Gebiet auch noch der Klinkener Kanal. Aber wir haben uns trotz des Wasserreichtums nicht den marinen Pilzen verschreiben, sondern schauten, was uns hier an Land diesbezüglich erwarten wird. Lewitz

So traf ich mich (Reinhold) am Nachmittag mit Catrin aus Bützow und Michael aus Schwerin wieder am Jagdschloss in Friedrichsmoor. Michael teilte mir freudig mit, dass er die Prüfung zum Pilzsachverständigen erfolgreich abgeschlossen hat. So ist der Großraum Schwerin nun wieder um einen Sachverständigen reicher. Es lohnt sich also, an unseren Wanderungen und Exkursionen teil zu nehmen, denn die besten Lehrstunden sind ohne Zweifel die in der Natur.

Wir mussten zunächst ein Stück durch den ersten Quadranten laufen, der am vergangenen Mittwoch an der Reihe war, um in den zweiten zu gelangen. Dieser Dammweg stellte für uns die Quadranten Grenze dar. Ab nun darf gefunden, fotografiert und aufgeschrieben werden.

Reichlich gab es Fleischrote Lacktrichterlinge (Laccaria laccata).

Hier sind es Graubräunliche Dickfüße (Cortinarius anomalus).

Nein, es ist kein Schmarotzer – Röhrling, der hier gleich neben dem Kartoffelbovist wächst. Es handelt sich um einen Eichen – Milchling (Lactarius quercinus).

Hier noch einmal aus einer anderen Perspektive.

Auch der Blaugraue Reiftäubling (Russula parazurea) liebt die Nähe von Eichen.

Die leicht giftigen Halbkugeligen Träuschlinge (Stropharia semiglobata) zählen zu den schönsten Funden der heutigen Exkursion, über die wir uns ganz besonders gefreut haben.

Dagegen ist der Ocker – Täubling (Russula ochroleuca) wesentlich größer häufiger und auffälliger sowie auch auch oft der häufigste unter den Täublingen.

Dieser Rotrandige Baumschwamm (Fomitopsis pinicola) gibt sich dem unerfahrenen Pilzfreund nicht so leicht zu erkennen. Zumal sein dickwulstiger Zuwachsrand alles andere als rot erscheint. Man sollte sich seinen herb – säuerlichen Geruch einprägen, der ihn in all seinen Erscheinungsformen sehr gut charakterisiert.

Catrin und Michael in der urwüchsigen Waldlewitz.

Und beim Anblick dieser frischen Ochsenzunge geriet Catrin außer Rand und Band.

Ja, so einen schönen Leberpilz (Fistulina hepatica) sieht man wirklich nicht alle Tage. Ich glaube, der Pilz landete später noch auf der Landespilzausstellung im Botanischen Garten Rostock.

Der Leberpilz wächst aus alten Eichen heraus. Auch der Große Bluthelmling (Mycena haematopus) entspringt dem toten Holz der Eiche.

Der Tränende Saumpilz (Lacrymaria lacrymabunda) ist besonders in der Jugend recht traurig.

Sagenhafte Lewitz.

Walderlebnispfad Friedrichsmoor

Verschiedene Künstler haben hier zu Märchen und Sagen ihre Skulpturen aufgestellt.

Selbst eine Wetterstation findet sich hier.

Gleich daneben eine Gewitter – Station.

Schnell ein Blick zum Himmel. Es wird sich doch wohl nichts zusammenbrauen? Glück gehabt! Allerdings schwindet das Tageslicht allmählich und es wird Zeit zum Schluss zu kommen.

Kurz zuvor haben wir noch ein Bild von uns dreien zur Erinnerung von meiner Kamera schießen lassen. Das Hube – Rondel bot sich bestens dafür an.


Hier die Artenliste von MTB 2335/2 = Waldlewitz: Rotrandiger Baumschwamm, Striegeliger Schichtpilz, Dickschaliger Kartoffel – Hartbovist, Samtiger Schichtpilz, Echter Zunderschwamm, Roter Fliegenpilz, Camembert – Täubling, Blaugrauer Reiftäubling, Gelbe Lohblüte, Sklerotien – Porling, Dünnschaliger Kartoffel – Hartbovist, Fleischroter Lacktrichterling, Graubrauner Dickfuß, Kiefern – Braunporling, Perlpilz, Eichen – Milchling, Papagei – Täubling, Halbkugeliger Träuschling, Gelbbrauner Trichterling, Klebriger Hörnling, Maronen – Röhrling, Flacher Lackporling, Rehbrauner Dachpilz, Herber Saftporling, Eichen – Rindensprenger, Grünblättriger Schwefelkopf, Waldfreund – Rübling, Keulenfuß – Trichterling, Rosablättriger Helmling, Rotbrauner Borstenscheibling, Leberpilz, Großer Bluthelmling, Angebrannter Rauchporling, Breitblättriger Rübling, Tränender Saumpilz, Erlen – Krempling und Fuchsiger Scheidenstreifling.


Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

13. September 2023 – Mittwochsexkursion Kartierung

Mittwochsexkursion bei Wöbbelin

Exklusiv auch für interessierte Pilz- und Naturfreund*innen

MTB 2535/1: Friedrichsmoor

Der Störkanal bei Banzkow.


Heute begannen wir mit der Topographischen Karte 2535 = Wöbbelin. Erstmals ist dieses Messtischblatt für unsere Mittwochsexkursionen ausgelost worden. Auch sonst war ich im Kartierungsgebiet bisher kaum auf der Pirsch. Dem entsprechend ist das Quadrat in meinen Verbreitungskarten noch weiß. Das wird sich heute und in den kommenden Wochen sicher ändern, zumal wir uns in der Hochsaison befinden. Es ist die Region meiner verehrten Pilzberater Kolleginnen Hanelore Michael und Elfi Ruby, die in diesem Gebiet sicher schon einiges interessantes gefunden und gemeldet haben. Aber wie geschrieben, meine Karte möchte noch bepunktet werden. Das Gebiet gehört zur Lewitz – Niederung zwischen Schwerin, Crivitz, Parchim und Neustadt – Glewe. Weite Wiesen und Felder, durchzogen von Entwässerungsgräben, Wasserstraßen und Fischteichen. Vielfach finden sich hier auch ausgedehnte Moore, die teilweise unter Naturschutz stehen. Knapp die Hälfte des ersten Quadranten ist bewaldet. Meist Laubwälder auf verbreitet feuchten Böden. Vermutlich große Erlenbestände und auf den trockeneren Flächen dürften Birken, Eichen oder Buchen dominieren. Im Nordosten wird die zu kartierende Waldfläche vom Störkanal durchquert. In Friedrichsmoor befindet sich auch das zuständige Forstamt, welches uns vor einigen Jahren sehr wohlwollend eine Nachtwanderung am Störkanal genehmigte. Informationen zum Landschaftsraum: Lewitz

So trafen sich heute Nachmittag Catrin aus Bützow, Christian und Reinhold aus Wismar sowie eine interessierte Urlauberin mit ihren beiden Hunden auf der Parkfläche gegenüber dem alten Jagdschloss des Mecklenburgischen Großherzogs Friedrich Franz.

Dort befindet sich auch diese Informationstafel zur Lewitz – Region.

Zunächst überreichte ich Catrin dieses bereits gefüllte Körbchen anlässlich ihres Ehrentages der Geburt.

Wir starteten am Hochzeitsbaum Friedrichsmoor.

Und über diese Brücke hinweg.

Entlang eines der zahlreichen Kanäle in diesem Revier. Fast ein wenig Spreewald.

Sagenhafte Gestalten begrüßten uns sogleich. Was es mit ihnen auf sich hat? – ganz zum Schluss.

Walderlebnispfad Friedrichsmoor

Eine vergessene Waldjungfrau? Immerhin soll hier auch eine Waldhexe ihr Unwesen treiben!

Der Erlenkrempling (Paxillus filamentosus) war besonders entlang des Kanals Aspekt bildend.

Der Hund wundert sich sicher, was wir hier suchen. Trüffeln wollte er für uns jedoch nicht erschnüffeln, da keine Ausbildung diesbezüglich vorlag.

Konvektive Regenfälle brachten Stunden zuvor etwa 30 Liter in Friedrichsmoor zustande.

Catrin und Christian haben einen Fototermin mit interessanten Bauchpilzen.

Eine Gruppe von Bewimperten Erdsternen (Geastrum fimbriatum) nutzten das feuchte Überangebot für ihre Entfaltung.

Hier in der weiteren Entwicklung.

Nur wenige Schritte weiter, entlang des Dammweges, diese Schlauchpilze. Es dürfte sich der makroskopischen Bestimmung nach um Kerbrandige Napfbecherlinge (Tarzetta cupularis) handeln.

Dickschalige Kartoffel – Hartboviste (Scleroderma citrinum). Hier lohnt es sich gelegentlich mal etwas näher hin zu schauen.

Und auch hier hat es sich gelohnt. Es entwickeln sich aus ihnen heraus gerade die Schmarotzer – Röhrlinge (Xerocomus parasiticus).

Hier sehen wir Milde Kammtäublinge (Russula insignis) mit ihren gelbbräunenden Stielen, insbesondere zur Basis zu.

Der Hexentanzplatz befindet sich doch bei Thale im Harz, oder?

Auf dem Dammweg, in der Grasnarbe, immer wieder Blutrote Röhrlinge (Xerocomus rubellus).

Und, obwohl mitten im Wald, auch hin und wieder mal ein Stadt – Champignon (Agaricus bitorquis). Gut ist der doppelte Ring am Stiel zu erkennen.

Immer wieder schön, der leicht kenntliche und an altem Holz wachsende Große Bluthelmling (Mycena haematopus).

Eichen – Filzröhrlinge (Xerocomus quercinus).

Vom Regen wunderbar aufgefrischte Knopfstielige Rüblinge (Collybia confluens).

Der unangenehm riechende Strohblasse Ritterling (Tricholoma stiparophyllum) ist in der Regel ein Birkenbegleiter, so auch hier.

Hier sehen wir stark verregnete Mehlpilze (Clitopilus prunulus). Der zugehörige Steinpilz war nicht fern.

Ein Scheidenstreifling der Gattung Amanita.

Sollte es sich um Amanita olivaceogrisea handeln?

Catrin hat in Ortsnähe einen eutrophierten Standort mit bereits vergehenden Garten – Riesenschirmpilzen (Macrolepiota rhacodes var. hortensis) entdeckt.

Immer wieder einen schönen Anblick bietet der Ockerrötliche Resupinatstacheling (Steccerinum ochraceum) an alten Laubholz – Ästen.

Unser Erinnerungsfoto zwischen den Märchenfiguren vom Beginn und dem Ende der Exkursion durch den Wald bei Friedrichsmoor.

Es handelt sich um eine Figurengruppe zum Märchen „Das Blaue Licht“, welches von der DEFA oder dem DDR – Fernsehen verfilmt wurde. Diese Produktion befindet sich in meinem umfangreichen Schatz von Märchenverfilmungen, die bei mir zur Weihnachts- und Osterzeit jeden Abend angesagt sind. Auch zwischen Himmelfahrt und Pfingsten gibt es jeden Abend ein Märchen.

Hoffen wir, dass uns bei unseren Funden weniger bekannter Arten immer mal ein Licht aufgeht und sich nicht nur im blauen Dunst verflüchtigt. Es gibt übrigens 2 DDR – Verfilmungen des Märchens. Die bekanntere dürfte „Das Feuerzeig“ sein, in dem drei unterschiedlich große Hunde Geldschätze unterschiedlichen Wertes bewachen, die hier symbolisiert werden.


Hier die Artenliste von MTB 2535/1 = Friedrichsmoor: Halsband – Schwindling, Zinnoberroter Pustelpilz, Gemeiner Spaltblättling, Kammkoralle, Bewimperter Erdstern, Eichen – Filzröhrling, Waldfreund – Rübling, Schmetterlings – Tramete, Kerbrandiger Napfbecherling, Brennender Rübling, Striegeliger Schichtpilz, Gallen – Röhrling, Dickschaliger Kartoffel – Hartbovist, Samtiger Schichtpilz, Rehbrauner Dachpilz, Schmarotzer – Röhrling, Birkenblättling, Ahorn – Runzelschorf, Striegelige Tramete, Breitblättriger Rübling, Goldschimmel, Milder Kammtäubling, Blaugrauer Reiftäubling, Blutroter Röhrling, Ahorn – Holzkeule, Stadt – Champignon, Grünblättriger Schwefelkopf, Knopfstieliger Rübling, Ledergelber Schwindling, Strohblasser Ritterling, Mehlpilz, Echter Steinpilz, Olivgrauer Scheidenstreifling?, Dickblättriger Schwarztäubling, Flatter – Milchling, Perlpilz, Fleischroter Lacktrichterling, Lilablättriger Mürbling, Purpurschwarzer Täubling, Fleischbrauner Giftschirmling, Garten – Riesenschirmpilz, Dünnschaliger Kartoffel – Hartbovist, Echter Zunderschwamm, Buckel – Tramete, Gemeiner Wurzelrübling, Brandiger Ritterling, Weißer Knorpelporling und Raustiel – Weichritterling.


Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

09. September 2023 – Öffentliche Lehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Sumpf – Haubenpilzes

Durch die Neukloster Forst bei Klein Warin/Neumühle

Kapitale Krause Glucken (Sparassis crispa) während einer Pilzwanderung in der Neumühler Forst im September des Dürre – Jahres 2018.

Die Neukloster Forst zwischen Neumühle und Klein Warin ist neben der Jamelner Forst der Anlaufpunkt vieler herbstlicher Sonntagssammler aus Wismar schlechthin. Mit dem Auto nicht weit von der Hansestadt entfernt, ist das Ziel schnell erreicht. Entsprechend überlaufen können solche Standorte aber auch sein. Das sollte uns jedoch nicht stören. Der Fokus liegt schließlich darin, etwas zu lernen und seinen Horizont zu erweitern. Außer Steinpilz und Co., Krauser Glucke und einigen weiteren, wenigen volkstümlichen Speisepilzen, gibt es noch eine ganze Anzahl ebenfalls sehr schmackhafter und wertvoller Hutträger. Um sie kennen zu lernen ist eine Wanderung mit dem Fachmann die beste Gelegenheit. Mit etwas Glück können gleich im Feld ihre ungenießbaren oder sogar giftigen Verwechslungspartner vorgestellt und in Augenschein genommen werden. Aber nicht nur die Augen sind wichtig. Konsistenz und Geruch spielen ebenfalls keine unerhebliche Rolle. Das Revier ist recht vielseitig und kann mit Laub- und Nadelforsten unterschiedlicher Altersstruktur aufwarten. Allerdings ist es nach pilzreichen Wochen im Hochsommer nun wieder ziemlich trocken geworden. Der Sommer hat noch mal richtig aufgedreht, zum Leidwesen der Pilzfreundinnen und Freunde. Entsprechend bescheiden war deshalb auch das Interesse an einer Pilzwanderung teilzunehmen. Aber die Damen, die sich dazu durchringen konnten, waren am Ende doch recht zufrieden.

Obwohl es grundsätzlich schon wieder sehr trocken geworden war, gingen örtlich doch mal einige stärkere Regengüsse nieder. So waren hier heute junge Scheidenstreiflinge (Amanita fulva) in Aufbruchstimmung.

Schmetterlings – Trameten (Trametes versicolor) sind weniger Witterungsabhängig und daher immer zu finden.

Buchenwald mit reichlich Totholz.

Das Zwergenfeuer ist mächtig am glühen! Nein, nein, wir haben Rumpelstilzchen nicht getroffen und hier sehen wir den Klebrigen Hörnling (Calocera viscosa).

Und auch kein Drachen kreuzte unsere Wege, obwohl wir seine Hinterlassenschaft fanden. Drachendreck (Fuligo septica) oder Gelbe Lohblüte. Ein häufiger Myxomycet.

Der Gallen – Röhrling (Tylopilus felleus) sollte lieber nicht in die Speise gelangen.

Und der Dickschalige Kartoffel – Hartbovist (Scleroderma citrinum) ist sogar giftig!

Ebenso der Narzißengelbe Wulstling (Amanita gemmata).

Allerdings gehört er nur zu den schwach giftigen Knollenblätterpilzen.

Weiter geht die Suche.

Auch diese Grünblättrigen Schwefelköpfe (Hypholoma fasciculare) sind leider bitter im Geschmack und auch noch giftig!

Der Maronen – Röhrling (Xerocomus badius) wandert auch ohne fachmännische Begleitung in den Sammelkorb.

Auch das Rotfüßchen (Xerocomus chrysenteron) wird trotz seines säuerlichen Geschmackes gerne mitgenommen.

Während der Streckung der Fruchtkörper können bei dem trockenen und warmen Wetter interessante Strukturen entstehen.

Der Breitblättrige Rübling (Megacollybis platyphylla) kann gerne im Wald bleiben.

Sehr willkommen war auch diese Gruppe von Ziegenlippen (Xerocomus subtomentosus).

Der Spitzschuppige Schirmpilz (Lepiota aspera) besitzt einen stechenden Geruch und ist ungenießbar.

Der Schopf – Tintling (Coprinus comatus) ist an sich sehr lecker, nur ist dieses Exemplar leider schon sehr reif und deshalb bleibt es im Walde stehen.

Ein Vogelhäuschen mal etwas anders.

Flacher Lackporling (Ganoderma lipsiense) mit Zuwachskante.

Das Körbchen füllt sich allmählich.

Immer wieder des genaueren Hinsehens würdig, diese kleinen, filigranen Tintlinge.

Das Wetter macht auf Sommer, aber der Herbst wird sich nicht aufhalten lassen. Das weiß auch diese zeitige Herbstlorchel (Helvella crispa). Als Speisepilz nicht mehr zu empfehlen.

Ein Gelber Knollenblätterpilz (Amanita citrina) ganz in weiß. Schwach giftig!

Giftig ist auch der Ranzige Trichterling (Tricholoma phaeopthalma), mit seinem Hühnerstall – Geruch.

Auch einige Schmierröhrlinge waren heute vertreten. So diese Körnchen – Röhrlinge (Suillus granulatus).

Oder auch diese Goldgelben Lärchen – Röhrlinge (Suillus flavus).

Insbesondere solche relativ lichten und moosreichen Stellen hatten einige Frischpilze zu bieten.

So auch dieser Butterpilz (Suillus luteus), ebenfalls ein Vertreter der Schmierröhrlinge.

So wie der Butterpilz ist auch der Kupferrote Gelbfuß (Chroogomphus rutilus) ein strenger Kiefernbegleiter und ein guter Speisepilz noch dazu.

Hier schiebt gleich eine ganze Gruppe junger Gelbfüße.

Blaugraue Reiftäublinge (Russula parazurea) sind essbar. Zumindest in etwas jüngerer Form.

Gleiches gilt für den Mehlpilz (Clitopilus prunulus), welcher obendrein auch noch als Steinpilz – Anzeiger fungiert. Heute aber erfolglos.

Sehr lecker ist der Fleischrote Speisetäubling (Russula vesca).

Lilablättriger Mürbling (Psathyrella candolleana).Der Hut weist Schattierungen durch sein eigenes Sporenpulver auf.

In größerer Anzahl vorkommend kann er als feiner Suppenpilz genutzt werden.

Der Graue Tintling (Coprinus atramentarius) darf nicht im Zusammenhang mit Alkohol genossen werden.

Aufgrund seiner Verdickung am Stiel wird er auch Knoten – Tintling genannt.

Nur ganz jung, innen weiß und fest, ist der Wiesen – Staubbecher (Vacsellum pratense) essbar.

Zur Erinnerung, Ja, nur drei Menschen waren heute dabei, aber am Ende trotz geringer Erwartungen doch ganz zufrieden.


Wann findet die nächste Wanderung statt? – Siehe unter Termine!

06. September 2023 – Kartierungsexkursion am Mittwoch

Mittwochsexkursion bei Bützow

Auch für interessierte Pilz- und Naturliebhaber*innen

MTB 2137/4 = Vierburg Waldung

In der Vierburg Waldung gibt es einen Pilzlehrpfad.

Klaus Warning, langjähriger Pilzsachverständiger für Bützow und Umgebung, während einer Lehrwanderung durch die Windmühlen Tannen.

Schon sind wir beim 4. und somit letzten Quadranten der Topographischen Karte Bützow im Maßstab 1 : 25 000 angelangt. Auch in diesem Quadranten gibt es weitläufige Wälder und Forste. Insbesondere die Vierburg Waldung sticht hier hervor. Sie liegt südöstlich der Warnow und oberhalb des Großen Peetscher Sees mit seinem angrenzenden Naturschutzgebiet. Auf leichteren Sandböden dominieren vielfach Nadelforste und besonders im südöstlichen Bereich auch Laubwälder. Sehr zu empfehlen ist das Revier auch für Spaziergänger und Pilzsucher, denn der von Klaus Warning in Zusammenarbeit mit der Stadt Bützow angelegte Pilzlehrpfad informiert auch dann, wenn kein leiblicher Fachmann oder eine Fachfrau mit Sachkenntnis zur Verfügung stehen. Und Klaus wird sicher bald Unterstützung von unserer Pilzfreundin Catrin bekommen. Zumindest hat er es sich so gedacht und Catrin ist wirklich ganz doll und Topp bei der Sache. Leider waren heute weder Catrin noch Klaus dabei. Pilz- und Vereinsfreund Egon aus Berlin begleitete mich dafür. Klaus war jedoch viele Jahre auch mit den Wismarer Pilzfreunden auf Wanderschaft. Aber nun zwingt ihn das Alter etwas kürzer zu treten.

Wir folgten selbstverständlich dem Pilzlehrpfad.

Diese Spalten in der Rinde kleiner Eichen – Ästchen werden durch die Eichen – Spaltlippe (Colpoma quercina) verursacht. Ein Schlauchpilz.

Eine alte Buche spendet Schatten und eine Bank lädt zum Verweilen ein. Obendrein wird Pilzwissen vermittelt und Hinweise zum Sauberhalten der Natur.

Der Spätsommer dreht dieser Tage richtig auf. Hitze und Trockenheit haben auf dem Hut dieses Fuchsigen Scheidenstreiflings (Amanita fulva) ihre Spuren hinterlassen.

Schautafel mit Fotos von Klaus Warning.

Ja und hier sehen wir einen der allerbesten Speisepilze überhaupt, den Fleischroten Speise – Täubling (Russula vesca). Selbst roh schon ein Genuss!

Auch der Maronen – Röhrling (Xerocomus badius) ist ein sehr guter Speisepilz. Er sollte jedoch nicht roh probiert werden, da er in diesem Zustand leicht giftig sein soll.

Ein Topp Exemplar. Leider heute nur vereinzelt vertreten.

Den Kaiserling haben wir hier vergebens gesucht. Aber wer weiß, die Klimaerwärmung schreitet voran, dass hat inzwischen jeder mitbekommen, vielleicht irgendwann auch dieser Exot aus dem Süden Europas.

An und auf einem bemoosten Waldweg einige Pfifferlinge (Cantharellus cibarius), worüber sich besonders Egon sehr freute.

Auch wenn es doch sehr dürftig heute war. Es muss wieder regnen!

Und immer wieder wird ein wenig Pilzwissen vermittelt.

Und wir verabschieden uns von der trockenen und Licht durchfluteten Vierburg Waldung.


Hier die Artenliste von MTB 2137/4 – Vierburg Waldung: Eichen – Spaltlippe, Rotfuß – Röhrling, Dünnschaliger Kartoffel – Hartbovist, Gemeiner Violettporling, Gallen – Röhrling, Fuchsiger Scheidenstreifling, Gelbweißer Täubling, Perlpilz, Samtiger Schichtpilz, Dickschaliger Kartoffel – Hartbovist, Rehbrauner Dachpilz, Breitblättriger Rübling, Camenbert – Täubling, Grünblättriger Schwefelkopf, Rotrandiger Baumschwamm, Wurzelschwamm, Flacher Lackporling, Löwengelber Porling, Schmetterlings – Tramete, Spitzschuppiger Schirmpilz, Samtfuß – Krempling, Grauweißer Saftporling, Birkenblättling, Rotschuppiger Raukopf, Birken – Zungenporling, Unförmiger Weichporling, Adlerfarn – Fleckenpilz, Echter Zunderschwamm, Maronen – Röhrling, Fleischroter Speisetäubling, Fleischroter Lacktrichterling, Echter Pfifferling.


Wann startet die nächste Mittwochsexkursion – Siehe unter Termine!

02. September 2023 – Vereinstreffen am Roten See

Auf geht`s zum Roten See

Pilzverein Heinrich Sternberg Rehna e.V.

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Blick auf den gar nicht so Roten See am 02. September 2023.

Wie schon seit fast 2 Jahrzehnten fand ausgangs des Sommers und pünktlich zum Beginn der Hauptpilzzeit wieder das traditionelle Vereinstreffen am Roten See bei Brüel statt. Dazu waren nicht nur die Mitglieder des einzigen Pilzvereins Mecklenburg – Vorpommerns Heinrich Sternberg Rehna e.V. und die Pilzfreunde der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V. sehr herzlich eingeladen. Wie immer konnten sich uns auch Gäste anschließen, die mit uns gemeinsam auf die Suche nach allen möglichen Hut- oder auch nicht Hutträgern aus dem Reich der Großpilze die Wälder der Umgebung durchstreifen wollten.

Nach kurzer Begrüßung starteten wir gegen 10.00 Uhr zu unseren Exkursionen. Da es rund um den Roten See und dem Deichelsee aufgrund schon wieder recht trockener Verhältnisse ziemlich pilzarm aussah, entschlossen wir uns in das nicht ferne Kaarzer Holz zu fahren. In den moosreichen Nadelwäldern waren die Chancen dann doch etwas höher, einigen mehr oder weniger interessanten Frischpilzen begegnen zu können. Gegen 13.00 Uhr trafen sich dann alle wieder an der Blockhütte am Roten See bei Speis und Trank, denn frische Waldluft macht bekanntlich hungrig.

Aufbruch in das Kaarzer Holz bei Demen/Venzkow.

Ein strenger Kiefern Begleiter ist der Kiefern – Täubling (Russula cessans).

Mit seinen Dotter – farbigen Lamellen.

Torsten und Phillip haben etwas interessantes entdeckt.

Einen zarten und filigranen Korallenpilz.

So wie bereits im Feld vermutet, erhärtete sich unser Verdacht in der Nachbestimmung. Es handelt sich um die Zierliche Koralle (Ramaria gracilis). Foto und Bestimmung Torsten Richter aus Rehna.

Immer wieder ein schöner Moment ist der Anblick der Puppen – Kernkeule (Cordiceps militaris), die auf Larven von Schmetterlingen parasitiert.

Nur wenige Meter entfernt, in sandiger Lichtung eines Kiefernforstes, diese interessanten Blätterpilze. Hier schwankten die Meinungen im Feld zunächst zwischen Rötling und Trichterling. In der Nachbestimmung landete Torsten Richter, von dem auch dieses Bild stammt, beim Hügel – Trichterling oder auch Seidiger Mehltrichterling (Clitocybe collina) genannt. Eine recht markante Art mit deutlichem Mehlgeruch.

Kleine Verschnaufpause. Das frisch vermählte Pärchen Buchfink sowie Torsten Richter mit einer Dame vom Pilzverein Rehna können sich auch über Banalitäten wie Pfifferlinge freuen. Schließlich sind sie auch Genussmenschen im kulinarischen Sinne.

Dottergelbe Eierschwämme (Cantharellus cobarius) im Kaarzer Holz.

Aber die wirklichen Knaller beachtet kaum einer, so diese Winzlinge auf der Innenseite von Kiefernrinde des Sitzstammes. Die Apothezien erreichen höchstens einen Millimeter, sind also mit dem bloßen Auge kaum erkennbar, dafür überraschen sie unter dem Mikroskop mit Sporen von 50 – 60 Mikromillimetern! Gigantisch! Gorgoniceps aridula werden diese Schlauchpilze genannt. Leg. et det., sowie das Bild von Torsten Richter.

Allmählich kommen auch die überaus häufigen Ocker – Täublinge (Russula ochroleuca) in Gange. Auch Gelbweißer- oder Zitronen – Täubling genannt.

So stellt man sich einen klassischen Rißpilz der Gattung Inocybe vor. Ich weiß, nach der neuen Rechtschreibung schreibt man Risspilz, aber ich bleibe konservativ beim ß.

Ein Amiant – Körnchenschirmling (Cystoderma amianthinum).

Und seine Hutoberfläche ist wirklich reichlich granuliert.

Das Kaarzer Holz hatte schließlich einiges an Eierschwämmen für die Feinschmecker im Angebot.

Im Restaurant am Roten See eingekehrt, überreichte der Vorsitzende des Rehnaer Pilzvereins, Torsten Richter, dem frisch vermählten Pärchen Buchfink noch ein kleines Hochzeitsgeschenk.

Auch die Wismarer Pilzfreundinnen und Freunde schließen sich den allerbesten Wünschen an. Viel Glück auf eurem Lebensweg!

Restaurant Seeblick am Roten See Das Ende der Vereinstreffens war offen, so dass jeder für sich entscheiden konnte, wann er in Richtung Heimat aufbrechen möchte. Einige Pilzfreundinnen bzw. Freunde drehten schließlich noch eine Runde durch die Wälder der dortigen Seenlandschaft.

Ein Butterpilz (Suillus luteus) unweit der Badestelle am Roten See.

Ebenso junge Filzröhrlinge.

Gestärkt durch Speis und Trank geht es nun für einige nochmals in den Wald.

Unter dem Motto „gemeinsam sind wir stark“ beeindrucken die Gesäten Tintlinge (Coprinus disseminatus) immer wieder.

Phillip reichte mir am Parkplatz schnell mal einen Veilchenblauen Schönkopf herüber.

Aber Pustekuchen! Auf den 2. Blick, den Torsten Richter für uns warf, gab er seine wahre Identität zu erkennen. Violettstieliger Rötling (Entoloma allochroum)!

Ein junges Exemplar, denn die Lamellen sind noch weiß!

Auch die Hutoberfläche ist auffällig strukturiert. Alle drei Fotos von Torsten Richter.

Und hier sehen wir eine weitere Art, die in Norddeutschland bisher nur wenig nachgewiesen wurde.

Hier eine Aufnahme von Torsten Richter, der die Art auch bestimmt hat. Es handelt sich um den Gelbfuchsigen Tellerling (Rhodocybe nitellina).

Und es ging hier am Parkplatz zum Roten See schlag auf schlag. Noch eine sehr interessante Art. Es könnte sich um Mehlschirmlinge der Gattung Cystolepiota handeln. So weit ich weiß, wurde eine Kollektion von diesem Standort möglicherweise zur Sequenzierung gegeben.

Auch wenn es die Gattung Agaricus ebenfalls in sich hat, hier dürfte der Fall auch ohne die Gene Sequenzieren zu lassen, relativ klar sein. Stadt – Champignon (Agaricus bitorquis).

Etwas anders sieht es schon wieder mit diesem Korallenpilz aus. Ich vermute jedoch die Steife Koralle (Ramaria stricta).

Hier sehen wir einen Buchenbegleiter, den Brandigen Ritterling (Tricholoma ustale) oberhalb der Hangterrassen zum Hohlsee.

Ebenfalls dort ein weißlicher, junger und noch recht kompakter Verwandter, der Seidige Ritterling (Tricholoma columbetta). Während obiger kaum einen kulinarischen Wert darstellt, soll dieser durchaus munden.

Auch die hier noch sehr jungen Behangenen- oder Lilablättrigen Faserlinge (Psathyrella candolleana) sollen ein vorzügliches Aroma einer Pilzsuppe verleihen.

Es war wieder ein schöner Tag heute. Das Gruppenfoto entstand im Kaarzer Holz.

Vielleicht bis zum nächsten Jahr wenn es wieder heißen könnte: „Auf zum Roten See“!

Wann findet die nächste Vereinsexkursion statt? – Siehe unter Termine!

30. August 2023 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion bei Bützow

Auch für interessierte Pilz- und Naturfreunde*innen

MTB: 2137/3 =  Rühner Holz

Im Rühner Holz.

Im 3. Quadranten steht reichlich Wald zur Verfügung. In einem großen Bogen um den Ort Baumgarten gehen die Qualitzer Tannen und das Rühner Holz ineinander über. Ganz im Südosten schließt daran noch das Feuchtgebiet Bütelst Hürn an. Das Gebiet ist teilweise hügelig und wird von kleineren Wasserläufen durchzogen. Natürlich auch mit mehr oder weniger großen Waldtümpeln, Sümpfen oder Mooren. Weite Bereiche sind mit Rotbuchen bestanden, aber auch Nadelforste sind enthalten. Als markante Erhebungen im Quadranten wären der Fichtenberg in der Ortslage Katelbogen zu nennen. In den Wäldern dann der Kaplösenberg, der Kiesen- und Kanonenberg am Kiestagebau bei Schependorf, der Sülverbarg, der Schwanningsberg, Töpferberg, Sievertsberg, Ziegelberg sowie der Fuchsberg. Natürlich war ich hier schon mehrmals unterwegs. Teils im Ramen von Lehrwanderungen oder Vereinsexkursionen, aber auch mit dem Ziel der Kartierung. So ist auch hier bereits eine üppige Anzahl von Großpilzen bekannt, aber nicht in dem Maße wie im ersten Quadranten. Mit Catrin, Christian, Michael, Phillip, Hanjo und Reinhold waren wir heute eine recht starke Truppe. Ganz besonders habe ich mich gefreut, dass wir heute auch den langjährigen Pilzberater der Stadt Bützow und meinen langjährigen Pilzfreund Klaus Warning in unserer Mitte begrüßen durften. Das Angebot an Frischpilzen war heute recht gut und einiges bereitete uns durchaus Kopfzerbrechen.

So wie diese Klumpfüße (Cortinarius spec.).

Aber zunächst ein kleiner, feierlicher Akt. Phillip hatte kürzlich geheiratet und deshalb gab es für ihn auch eine kleine Überraschung von uns.

Und so ist Herr ehemals Müller zukünftig anzureden. Müller heißt doch Hinz und Kunz, dacht er sich, aber Buchfink? – Ich denke, der Name passt auch ganz wunderbar zu Phillip, der auch gerne mal unter Buchen sucht. Treu nach dem Motto „Unter Buchen sollst du suchen“.

Und dort kann auch er zu hause sein. Der Mörder unter unseren Großpilzen – Amanita phalliodes!

Ein markanter und häufiger Rißpilz entlang kalkhaltiger Waldwege ist der Gefleckte Rißpilz (Inocybe maculata).

Unter den Netzstieligen Hexen – Röhrlingen (Boletus luridiformis) kann es schon schräge Typen geben. Wirklich sehr originell!

Links der Flockenstielige-, rechts der Netzstielige Hexen – Röhrling.

An einer Waldwegböschung eine Herbsttrompete (Craterellus cornucpioides).

Elastische- oder Sattellorchel? Die Gruppe dieser Schlauchpilze ist sehr heterogen und es gibt einige sehr ähnliche Arten, die auch teilweise unterschiedlich interpretiert werden. Ich denke, obwohl hier im Laubwald, kommt am ehesten die Elastische Lorchel (Leptopodia elastica) zumindest makroskopisch in Betracht.

Wir sehen hier Haarschleierlinge. Sehr wahrscheinlich sind es Blaublättrige Schleimfüße (Cortinarius delibutus).

Diese festen und fleischigen Blätterpilze gehören zu den Raslingen (Lyophyllum spec.).

Verfärbende Schnecklinge (Hygrophorus cossus).

Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis).

Leicht kenntlich ist der Braunfleckende Saftporling (Oligoporus fragilis), den wir an Nadelholz finden.

Fischteiche im Rühner Holz.

Unweit des Ufers großbüschellig diese Blätterpilze, die auf den ersten Blick eine große Ähnlichkeit mit dem Riesen – Rötling aufweisen.

Es handelt sich jedoch um einen Weißssporer. Im Jahre 2004 wurde ein Riesenrötlingsähnlicher Rasling (Lyophyllum pseudosinuatum) neu beschrieben. Dessen Fleisch im Verlauf jedoch schwärzen soll. Gefunden hier unter Buchen/Eichen auf kalkhaltigem Untergrund.

Der Standort bei den Fischteichen scheint ein außergewöhnlicher zu sein. Wir sehen Wachsblättler. Sollen es nur Verfärbende Schnecklinge sein oder soll es doch eher in Richtung Wald – Schneckling gehen?

Auch diese Tricholoma gibt uns Rätsel auf. Der Grüngelbe Ritterling scheint es nicht zu sein. Auch kommt der ebenfalls gelbliche Reflexe aufweisende Schwarzfaserige Ritterling wohl kaum in Betracht, zumal das ein Pilz des späteren Herbstes ist. Einige andere Arten scheint es hier noch zu geben.

Und der Pilz noch einmal.

Hier würde ich zum Blauen Klumpfuß (Cortinarius caerulescens) hin tendieren. Aber auch in dieser Gruppe gibt es verschiedene, sich ähnelnde Arten. Ich glaube ohne Sequenzierung läuft hier wohl nicht mehr viel.

Ja, die Schleierlinge sind nun mal die Königsklasse der Mykologen, also Menschen, die sich sehr ernsthaft mit ihnen auseinandersetzen und dass wohl auch müssen, will man hier zu einer mehr oder weniger deutlichen Antwort kommen. Blaue Klumpfüße sind es aber allemal, wie unschwer zu erkennen ist.

Da lob ich mir doch die Lactarien. Sicher, auch eine sehr umfangreiche Gattung, aber viele von ihnen sind doch etwas leichter zu identifizieren. So auch dieser recht große Falbe Milchling (Lactarius pallidus). Wir finden ihn an kalkhaltigen Standorten unter Buchen und Eichen. Die weiße Milch schmeckt scharf und der Pilz gilt sogar als leicht giftig!

Eine Charakterart guter Buchenwälder ist auch der Anhängsel – Röhrling (Boletus appendiculatus).

Unser Gruppenbild. Ganz besonders habe ich mich gefreut, dass mein langjähriger Pilzfreund Klaus Warning mal wieder mit dabei war. Von links: Reinhold, Michael, Hanjo, Catrin, Klaus und Phillip im Rühner Holz. Ein großes Dankeschön auch an Catrin, die immer bemüht ist, möglichst viele Pilzfreundinnen und Freunde auf unsere Termine aufmerksam zu machen.


Hier die Artenliste von MTB 2137/3 Rühner Holz: Eichen – Filzröhrling, Grüner Knollenblätterpilz, Gefleckter Rißpilz, Pantherpilz, Tränender Saumpilz, Schopf – Tintling, Grünblättriger Schwefelkopf, Blutroter Röhrling, Stinkschirmling, Gestreifter Teuerling, Wolliger Milchling, Samtfuß – Krempling, Gemeine Stinkmorchel, Schwarzgezähnelter Helmling, Maronen – Röhrling, Spitzschuppiger Schirmpilz, Waldfreund – Rübling, Netzstieliger Hexen – Röhrling, Flockenstieliger Hexen – Röhrling, Mehlpilz, Halsband – Schwindling, Birkenblättling, Frauen – Täubling, Gallen – Röhrling, Schmetterlings – Tramete, Buckel – Tramete, Riesenporling, Violetter Lacktrichterling, Dickschaliger Kartoffel – Hartbovist, Braunvioletter Täubling, Grünblättriger Schwefelkopf, Fuchsiger Scheidenstreifling, Grauweißer Saftporling, Gelbweißer Täubling, Papagei – Täubling, Grauer Wulstling, Breitblättriger Rübling, Löwengelber Stielporling, Dickblättriger Schwarztäubling, Porphyr – Röhrling, Fenchel – Tramete, Buchen – Speitäubling, Striegeliger Schichtpilz, Gelber Knollenblätterpilz, Flacher Lackporling, Perlpilz, Vielgestaltige Holzkeule, Heftel – Nabeling, Fleischroter Lacktrichterling, Knopfstieliger Rübling, Echter Zunderschwamm, Brandiger Ritterling, Lilablättriger Mürbling, Goldschimmel, Grüngefelderter Täubling, Harter Zinnobertäubling, Rotbraune Buchen – Kohlenbeere, Lungen – Seitling, Rasling (Lyophyllum agregatum), Herbsttrompete, Scharfblättriger Schwarztäubling, Gelbbrauner Trichterling, Elastische Lorchel, Gemeiner Wurzel – Schleimrübling, Echter Steinpilz, Graubräunlicher Dickfuß, Trockener Schneckling, Würziger Tellerling, Verfärbender Schneckling, Wohlriechender Gürtelfuß, Sonnen – Täubling, Morgenrot – Täubling, Strubbelkopf, Schlanker Riesenschirmpilz, Sklerotien – Porling, Braunfleckender Saftporling, Herber Saftporling, Sommersteinpilz, Goldgelber Lärchen – Röhrling, Narzißengelber Wulstling, Fleischroter Speise – Täubling, Herbstlorchel, Anhängsel – Röhrling, Falber Milchling u. a. Arten. 


Wann startet die nächste Mittwochs – Exkursion? – Siehe unter Termine!

25. August 2023 – Traditionelle Nachtwanderung

Öffentliche Nachtwanderung 2023

Pilzwandern im Jahr des Sumpf – Haubenpilzes

Durch die Forste der Dobbertiner Seenlandschaft

Der Mond ist heute Nacht zwar noch nicht voll, sondern erst knapp über halb, aber gerade auch bei zunehmendem Mond sollen ja die Pilze am besten sprießen? Foto: Christopher Engelhardt.

Es war wieder soweit. Unsere traditionelle Nachtwanderung stand auf dem Veranstaltungsplan. Im vergangen Jahr wurde diese ungewöhnliche Pilzwanderung leider wegen möglicher Unwettergefahr abgesagt. Hoffen wir auf besseres Wetter und ein möglichst reichhaltiges Frischpilzaufkommen. Aber auch heute war die Wanderung bei Nacht wieder auf Kannte genäht, denn auch wieder war gewittriges Wetter angesagt. Aber Petrus hatte mit uns ein Einsehen. Wir waren in den Vorjahren bereits zwei mal in diesem Revier des nachts unterwegs. In guter Erinnerung ist den damaligen Teilnehmerinnen und Teilnehmer noch eine gut besuchte Tour in Begleitung des NDR und einem überwältigenden Frischpilzaufkommen bis hin zu vielen und teils riesigen Steinpilzen. Dazu die Rufe des Waldkauzes im ansonsten stillen und Stock dunklen Wald. Wer nun glaubt in der Dunkelheit ist doch kein einziger Pilz zu finden, der sei eines besseren belehrt. Im Lichtkegel der mitzubringenden Stirnlampen, die in jedem guten Baumarkt erhältlich sind, entgeht uns so gut wie nichts.  Und es herrscht eine einzigartige Stimmung. Auch ohne einen überschwänglichen Pilzsegen ein Vergnügen und ein unvergessliches Abenteuer. Es gab auch in diesem Jahr zum Ende der Tour noch einen Mitternachtsimbiss.

Wir starten.

Zwar abscheulich vom Geschmack her, aber dennoch erfreulich ihr Anblick in der Dämmerung. Die Gallen – Röhrlinge (Tylopilus felleus).

Der Papagei – Täubling (Russula ionochlora) darf natürlich in die Speise.

Aber auch solch allbekannte Supermarkt – Pilze entgingen uns nicht. Echter Pfifferling (Cantharellus cibarius).

Geschmacklich dem Gallen – Röhrling ähnlich, sind die Grünblättrigen Schwefelköpfe (Hypholoma fasciculare) und obendrein auch noch giftig!

Der Samtfuß – Krempling (Paxills involutus) bringt zwar Masse, soll aber muffig schmecken.

Zwei Wulstlings – Arten: ein essbarer Fuchsiger Scheidenstreifling und zwei leicht giftige Gelbe Knollenblätterpilze.

Auch das ist ein Wulstling, der Perlpilz (Amanita rubescens). Guter Speisepilz.