Tagebuch

Ein Rückblick auf Ereignisse und Veranstaltungen.

07. Dezember 2019 – Weihnachtsfeier im Lindengarten

Weihnachtsfeier der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Am Sonnabend, dem 07. Dezember 2019, um 17.00 Uhr im TiL = Treff im Lindengarten.

Wie auch schon im vergangenen Jahr, waren wir zu unserem vorweihnachtlichen Jahresausklang wieder im TiL am Lindengarten zu Gast. In gemütlicher Runde gab es nach einer Kaffee – Tafel  wieder einen heiter – besinnlichen Jahresrückblick von Ulrich Klein in gewohnter PowerPoint – Qualität. Auch blickte er dieses mal retrospektiv in die Vergangenheit und da konnte sich sicher der eine oder andere wieder entdecken und feststellen, welch ein schicker Kerl oder welch ein süßes Mädel er oder sie noch vor wenigen Jahren waren. Nach dem herzhaften Abendbrot, serviert von Irena und Monika, stellte uns Christopher Engelhardt tolle Pilzfunde vor. Und zwar einige Arten, die bei ihm schon lange auf der Wunschliste standen und die er in diesem Jahr tatsächlich entdecken und vor die Foto – Linse bekommen konnte. Zwischenzeitlich dankten wir unserer langjährigen Vereinsfreundin Inge Schelbbach für ihre aktive Teilnahme am Vereinsleben, insbesondere auch wenn Hilfe bei unseren Imbisstagen gebraucht wurde, war sie immer wieder zur Stelle. Sie feierte kürzlich ihren 80. und möchte nun etwas ruhiger treten. Das sei ihr vergönnt. Danke auch für den tollen Stollen zum Ausstand! Ganz zum Schluß gab noch ein amüsantes Puppenspiel für Erwachsene zum Thema zwischenmenschliche Mißverständnisse von Monika und ihrem Freund Peter dargeboten.

Alle verfolgen gespannt der Präsentation von Ulrich.

Maronen – Röhrlinge einmal etwas anders und zum sofortigen Vernaschen.

Chris ist immer noch die Begeisterung anzumerken, die ihm seine Wunschpilze bescherten.

Gut gelaunt habe ich unseren beiden Referenten einen Blumengruß zum Dank überreicht und wurde in ihre Mitte genommen. Zwar hat die Faschingszeit  schon begonnen, die Augenklappe ist aber meiner kürzlichen Augen OP geschuldet.

Zum Schluß gab es, wie bereits erwähnt, noch eine kleine Überraschung.

Monika und Peter hatten für uns ein kleines Puppenspiel eingeübt.

Das die oft kleinen Mißverständnisse im Altag zwischen Männlein und Weiblein thematisierte. Sicher hat sich der eine oder andere in irgendeiner Form darin wiedergefunden. 

Bauhofstraße 17, 23966 Wismar

Wann treffen sich die Pilzfreunde wieder? – Siehe unter Termine!

23. November 2019 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Grünen Knollenblätterpilzes

Jahresabschlußwanderung durch die Kukuksbuchen

Das Pilzjahr neigt sich dem Ende zu und wir beschlossen es mit einer öffentlichen Wanderung durch die Kukuksbuchen. Das Waldgebiet stand im vergangenen Jahr bei mir im Rahmen einer Mittwochsexkursion auf dem Programm. Aufgrund der damaligen Trockenheit bildeten Frischpilze die große Ausnahme. Das war damals im August. Ende November sollte es nicht so trostlos aussehen. So war die letzte Wanderung des Jahres doch deutlich pilzreicher und es hatten sich auch noch einmal recht viele Menschen dazu eingefunden. Zunächst trafen wir uns auf dem Parkplatz an der Badestelle des Holzendorfer Sees. Hier erwartete uns eine Dame von der Schweriner Volkszeitung zu einem Interview und gleichzeitig hatte ein Pilzfreund einige schöne und wichtige Spätherbstarten zum Vorstellen mitgebracht. Im Auto – Konvoi fuhren wir anschließend zum Zielgebiet.

Die ersten essbaren Pilze wurden sogleich an Laubholz entdeckt. Es handelt sich um Weißstielige Stockschwämmchen (Psathyrella hydrophila).

Ebenfalls an totem Laubholz findet sich nahezu ganzjährig der überaus häufige Rosablättrige Helmling (Mycena galericulata). Der einzige essbare Vertreter dieser umfangreichen Gattung. Neben den erst recht spät sich rosa verfärbenden Lamellen sind auch die zahlreichen Querverbindungen in ihren tiefen charakteristisch. Die Pilze sollen sehr gut schmecken.

Ungefährlich, aber wenig empfehlenswert, ist die Steife Koralle.

Die Steife Koralle (Ramaria stricta) am Standort.

Es ist zwar nicht der wertvolle Küchenschwindling, aber auch die stark nach Knoblauch riechenden Hüte des Langstieligen Knoblauchschwindlings (Marasmius alliaceus) können als Würze Verwendung in Pilzsuppen finden.

Und das sind sie, die wirklich echten und geschätzten Knoblauch – oder Küchen – Schwindlinge (Marasmius scorodonius).

Auch der dichtbeschuppte Safran – Schirmpilz (Macrolepiota rhacodes) des Waldes darf in den Korb zu den Speisepilzen gelegt werden.

Die Lamellen sollten noch weißlich sein und das Hutfleisch saftig und nicht pappig – welk.

So sollten sie nicht mehr mitgenomen werden.

Hier noch ein geschlossenes Exemplar. Bei Verletzung oder Reibung verfärbt sich das Fleisch karottenrötlich.

Ein bereits vollkommen vom Goldschimmel überzogenes Exemplar eines Filzröhrlings. Dieser Schimmelpilz ist außschließlich auf Röhrlinge spezialisiert und macht sie giftig.

Der Goldschimmel ist Sporenreif.

Die Graukappe (Lepista nebularis) zählt zu den umstrittensten Speisepilzen. Mit ihrem aufdringlichen Geruch polarisiert sie und es gibt viele, die sie ablehnen und denen sie auch nicht bekömmlich ist. Gleichzeitig gibt es entschiedene Liebhaber, die nichts auf ihre Nebelkappen kommen lassen. Jeder Pilzfreund sollte alleine entscheiden, ob er diesen ergiebigen Herbstpilz verzehren möchte oder nicht. Der Pilz soll auch den Stoff Nebularin enthalten, der im Verdacht steht, Krebserkrankungen zu begünstigen.

Von Kennern kann der Kaffeebraune Gabeltrichterling (Pseudoclitocybe cyathiformis) zum verspeisen mitgenommen werden.

Beispielsweise für die Pilzsuppe.

Gar nicht so Langstieliger Knoblauchschwindling (Marasmius alliaceus).

Der nach Lerchensporn riechende Weiße Raling (Lyophyllum connatum) ist vor einiger Zeit in Verruf geraten, da er die Erbanlagen verändern könnte. Teils wird dieser Sachverhalt neuerdings wieder dementiert. Früher galt der Pilz uneingeschränkt als essbar.

Die Röhrenkeule (Macrotyphula fistulosa) besitzt keinen Speisewert.

Essbar ist hingegen der Papagei – Täubling (Russula ionochlora).

Ein wunderschöner Becherling aus der Gattung Peziza.

Sie waren durchaus ansehnlich und ganz frisch. Möglicherweise Buchenwald – Becherlinge oder Riesenbecherlinge. Die genaue Bestimmung ist nur mikroskopisch möglich.

Auch einige frische Derbe Rotfüßchen (Xerocomus pruinatus) waren noch vertreten.

Auf Buchenholz, an möglichst luftfeuchten Standorten, ist der Buchen – Schleimrübling (Oudemansiella mucida) spezialisiert.

Weißen, süßlich – herben Milchsaft, sondert der Süßliche Milchling (Lactarius subdulcis) des Buchenwaldes ab. Als Mischpilz zu gebrauchen.

Bis zu einem halben Meter kann die Pfahlwurzel des Wurzel – Schleimrüblings (Xerula radicata) in die Tiefen des Waldbodens hinein ragen.

An liegenden Kukuks – Buchenstämmen gehen die Austern – Seitlinge (Pleurotus ostreatus) an den Start.

Die leicht giftigen Karbol – Champignons (Agaricus xanthodermus) können Verdauungstörungen auslösen und andererseits laden sie durch ihren besonders beim Erhitzen auströhmenden Karbol – Geruch keinesfalls zum Verspeisen ein.

Judasohren (Hirneola auricula – judae) dürfen in der asiatischen Küche nicht fehlen.

Und dann der Fund des Tages. Ein alter Buchenstamm mit Ästigen Stachelbärten (Hericium clathroides).

Der glückliche Entdecker des Fundes prüft kritisch, ob noch einige Stücke für eine Kostprobe verwendbar sind, denn die Pilze waren doch schon recht gelblich. Zumindest oberflächlich, was auf ungünstige Witterungseinflüße zurück zu führen wäre.

Der Ästige Stachelbart war Pilz des Jahres 2006.

Am luftigen Waldrand an einer alten Buche ein nicht mehr ganz so junger Schwefelporling (Laetiporus sulphureus).

Obwohl er noch recht farbfreudig ist, war er schon völlig verhärtet durch den ständig wehenden Wind. Die angetrocknete und dadurch abgestorbene Außenhaut beginnt auch schon zu schimmeln. Frisch ist dieser unverwechselbare Baumpilz durchaus küchentauglich und ersetzt dem Vegetarier sein Hähnchenschnitzel.

Während hier im Inneren vor einiger Zeit wohl ein regelrechter Kahlschlag alter Buchen stattgefunden hat, blieb zumindest die Umrandung noch erhalten.

An einem Buchenstumpf Schmetterlings – Trameten (Trametes versicolor) und Laubholz – Harzporlinge (Ischnoderma resinosum) in trauter eintracht.

Essbare Schmutzige Rötel – Ritterlinge (Lepista sordida) ganz sauber und in bester Qualität. Überhaupt waren hier heute viele Arten nochmals frisch erschienen.

Farbfreudiger Anblick am Waldrand. Orangebecherlinge (Aleuria aurantia). Viel zu schade zum essen.

Nicht mehr ganz junge Sparrige Schüpplinge (Pholiota squarrosa) büschelweise am Fuße einer alten Buche.

Ein Prachtstück von einem Rotrandigen Baumschwamm (Fomitopsis pinicola). Groß und schwer und nicht ohne weiteres vom Baumstamm ab zu bekommen. Der ist gerade richtig zum Adventsbasteln. Direkt daneben, am abgebrochenen Rest der alten Buche, weitere, riesige Exemplare. Zum Glück hatte unsere Pilzfreundin Sabine aus Schwerin eine Handsäge dabei, so dass ich ihnen erfolgreich zu Leibe rücken konnte. Wenige Tage später waren sie weihnachtlich geschmückt und mit vier Adventskerzen bestückt.

Liebe Sabine, ganz herzlichen Dank nicht nur für die Säge, sondern auch für diesen tollen Weihnachtsmann und für deine jahrelange Unterstützung zum Erhalt des Steinpilz – Wismar! Foto: Irena Dombrowa.

Zum Schluß noch die gesammelten Werke zur fachkundlichen Begutachtung ausgebreitet.

Und das hatte sich heute für so manchen Pilzfreund nochmal gelohnt.

Bevor am frühen Nachmittag alle die Heimfahrt nach hause und in die Winterpause antraten, noch schnell ein Gruppenfoto zur Erinnerung an eine doch überraschend schöne und pilzreiche Wanderung durch die Kukuksbuchen zum Saisonabschluß. 23. November 2019.

Wann startet die nächste Wanderung? – Siehe unter Termine!

13. November 2019 – Mittwochsexkursion bei Kröpelin

Mittwochsexkursion

Auch exklusiv für interessierte Pilzfreunde

Es ging in den Meßtischblatt – Quadranten 1936/2

Das Westenbrügger Holz an diesem sonnigen November – Vormittag.

Der 2. Quadrant des Kröpeliner Meßtischblattes war heute Ziel einer weiteren Mittwochsexkursion. Im Mittelpunkt standen mögliche, neue Funddaten für unsere Pilzkartierung. Dazu traf ich mich in Sandhagen mit unserem Bützower Pilzfreund Ronny Wahl. Vier Augen sehen mehr als zwei und um seinen mykologischen Horizont zu erweitern war es für ihn eine gute Gelegenheit. Im Kartenbereich sind drei Waldstücke vorhanden, die in Frage kamen. Zum einen das Hundehägener Holz, der Nordteil des Westenbrügger Holzes und der ebenfalls nördliche Zipfel des Kröpeliner Stadtwaldes. Da wir am vorangegangenen Samstag gerade im Hundehägener Holz im Rahmen einer öffentlichen Lehrwanderung unterwegs waren, haben wir uns für das Westenbrügger Holz entschlossen.

Wunderschöne Schmetterlings – Trameten (Trametes versicolor). Sie mußten dran Glauben und wurden für unser Adventsbasteln sichergestellt.

Herber Zwergknäuling (Panellus stypticus).

Frische Gelbweiße-, Ocker- oder Zitronen – Täublinge (Russula ochroleuca) waren im Buchenwald recht zahlreich vertreten.

Fleischrote Gallertbecher (Ascocoryne sarcoides) in der blattartigen Variante.

Braunfleckende Saftporlinge (Oligoporus fragilis) sind an Nadelholz zu finden. Hier war es Fichte.

Der Veilchen – Rötelritterling (Lepista irina) ist ein guter Speisepilz mit süßlicher Geschmackskomponente.

Bei diesen Fichten – Reizkern (Lactarius deterrimus) ist nur noch der Milchsaft rötlich. Aufgrund von Frosteinwirkung haben sich die Fruchtkörper spangrün verfärbt.

Bei feuchtem Wetter besonders gut entwickelt sind die Krausen Aderzählinge (Plicatura crispa).

Gemeine Hundsrute (Mutinus canninus).

Wechselfarbiger Spei – Täubling (Russula fragilis) in der Draufsicht.

Und in Seitenlage.


Hier die Artenliste zu MTB: 1936/2 – Westenbrügger Holz – Nordteil: Violetter Knorpelschichtpilz, Geweihförmige Holzkeule, Striegelige Tramete, Süßlicher Milchling, Knopfstieliger Rübling, Horngrauer Rübling, Gelbweißer Täubling, Gallen – Täubling, Fuchsiger Röteltrichterling, Schwarzpunktierter Schneckling, Weißmilchender Helmling, Gelber Knollenblätterpilz, Milder Zwergknäuling, Herber Zwergknäuling, Gemeine Stinkmorchel, Birkenblättling, Lederighäutiger Fältling, Violetter Lacktrichterling, Dickschaliger Kartoffel – Hartbovist, Graukappe, Krauser Aderzähling, Birken – Zungenporling, Grünblättriger Schwefelkopf, Echter Zunderschwamm, Flaschen – Stäubling, Angebrannter Rauchporling, Buchen – Speitäubling, Rotrandiger Baumschwamm, Stiegeliger Schichtpilz, Gemeine Hundsrute, Winter – Stielporling, Purpurbrauner Rübling, Mehl – Trichterling, Rötlicher Gallertbecher, Adlerfarn – Fleckenpilz, Eichenwirrling, Kahler Krempling, Geflecktblättriger Flämmling, Mäuseschwänzchen, Maronen – Röhrling, Herber Saftporling, Graublättriger Schwefelkopf, Falscher Pfifferling, Braunfleckender Saftporling, Nadel – Schwindling, Flatter – Milchling, Fichten – Zapfenrübling, Fichten – Reizker, Braunroter Lacktrichterling, Veilchen – Rötelritterling, Roter Fliegenpilz, Rötende Tramete, Dickblättriger Kohlentäubling, Flächiges Eckenscheibchen, Waldfreund – Rübling, Rosablättriger Helmling, Seidiger Rißpilz, Gemeiner Rettichfälbling, Wechselfarbiger Speitäubling, Widerlicher Ritterling, Tonfalber Schüppling, Gemeiner Trompetenschnitzling und Lederbrauner Mürbling. – Siehe auch die Artenliste vom Hundehägener Holz.


Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine! 

09. November 2019 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Grünen Knollenblätterpilzes

Ziel war das Hundehägener Holz

Gleich am Ortsschild beginnt das Waldgebiet, das nach dem Ort benannt wurde. Finden sich hier kaum eine Handvoll Häuser, so ist das zugehörige Holz doch recht ansehnlich in seiner Ausdehnung.

Still ist es in Wald und Flur geworden. Die Natur bereitet sich auf den Winter vor. Aber noch ist es nicht soweit. Und deshalb ging es heute auch wieder in den Wald zu einer geführten Lehrwanderung. Im Hundehägener Holz, bei Kröpelin, waren wir vor einigen Jahren schon einmal unterwegs. Damals im Frühsommer. Pilzarten wie Stockschwämmchen, die damals u. a. gefunden wurden, sind auch zu dieser späten Jahreszeit noch vertreten und wurden auch heute wieder gefunden. Überhaupt sind die Stubben- und Streubewohner inzwischen in der Überzahl. Unter ihnen gibt es gute, lohnende Speisepilze: Stockschwämmchen, Hallimasch, Violette Rötel – Ritterlinge oder Schirmpilze können das beispielsweise sein. Von den beliebten Röhrlingen sind vor allem Derbe Rotfüßchen noch typisch bis zum Winterbeginn. Vereinzelt aber auch noch der eine oder andere Steinpilz sowie einige andere Vertreter der „Schwammpilze“. So sollte zumindest unter fachlicher Führung nicht nur die Lehrkomponente, sondern auch der kulinarisch interessierte Pilzfreund durchaus auf seine Kosten kommen. Der Wald tat diesbezüglich auch sein Bestes, nur hatten kaum Menschen Lust das Angebot dieser spätherbstlichen Pilzwanderung zu nutzen. Das kann beispielsweise an dem verregneten Wetter liegen, dass voraus gesagt war. Tatsächlich hat es maximal ein wenig genieselt. Zum anderen sind viele Pilzfreunde in den vergangenen Wochen voll auf ihre Kosten gekommen und hatten ihren Bedarf an frischen Waldpilzen gedeckt. Wie dem auch sei, es war zu zweit dafür um so entspannter, denn es hatten sich nur zwei Pilzfreunde zur heutigen Tour am Wismarer ZOB eingefunden. Da ich mit meinem Leichtkraftroller nur einen mitnehmen konnte, mußte der Zweite leider in den sauren Apfel beißen und in Wismar bleiben.

Das Hundehägener Holz an diesem feuchtkühlen November – Sonnabend.

Mindestens seit den 1970er Jahren gilt die Losung „Hände weg vom Kahlen Krempling“ (Paxillus involutus).

Gemeine Hundsrute (Mutinus canninus). Natürlich ohne Speisewert.

Wegen seines widerlichen Geschmacks ist der Gallen – Täubling (Russula fellea) komplett ungenießbar.

Der Dickblättrige Kohlentäubling (Russula nigricans) kann zumindest als Mischpilz in den Korb wandern.

An Nadelholz finden wir den Blutenden Schichtpilz (Stereum sanguinolentum). Auf Reibung verfärbt er sich rasch blutrot. Schichtpilze sind lederig zäh und keinesfalls für die Küche geeignet.

Ähnlichkeiten des Weißen Raslings (Lyophyllum connatum) mit dem giftigen Bleiweißen Trichterling sind nicht von der Hand zu weisen. Hier spielt vor allem der Geruch eine wichtige Rolle. Die Raslinge riechen charakteristisch nach Lerchensporn. Sie galten früher als essbar, später sollen in ihnen genverändernde Substanzen gefunden worden sein und er steht im Verdacht Krebs zu begünstigen. Nach neueren Auffassungen soll dies aber doch nicht der Fall sein.

Zu den schwach giftigen Rettich – Helmlingen gehört dieser Schwarzgezähnelte Helmling (Mycena patlianthina). Er wächst ab Sommer bis zum späten Herbst in Buchenwäldern und benötigt ein wenig Kalk im Waldboden.

Diese markanten Blätterpilze bereiteten mir ein weing Kopfzerbrechen. Sie dürften im Umfeld von Raslingen zu suchen sein. Hier gibt es ähnliche, schwärzende Arten. Davon war bei diesen Fruchtkörpern allerdings nichts zu bemerken.

Meine Begleiterin beim Einsammeln von Judasohren.

An totem Buchenholz, insbesondere an deren Stubben, sind im Spätherbst unzählige dieser Geweihförmigen Holzkeulen (Xylaria hypoxylon) anzutreffen. Sie gehören zu den Schlauchpilzen.

Zu den Ascomyceten, also den Schlauchpilzen, gehören auch diese schmucken Orangebecherlinge (Aleuria aurantia). Zum essen viel zu schade und ohnehin wenig ergiebig.

Gern an relativ frisch geschlagenem Pappelholz finden wir zu dieser Jahreszeit und im Winter den Violetten Knorpelschichtpilz (Chondrostereum purpureum). Hier völlig resupinat mit Guttationströpfchen.

Nicht zu übersehen waren an einem großen Stapel von Pappelholz diese Pappel – Schüpplinge (Pholota destruens). Der schöne und fleischige Pilz schmeckt leider bitter und kann keine Verwertung als Speisepilz finden.

Um so empfehlenswerter sind hingegen diese Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis).

Fichten müssen in der Nähe stehen, will man dem Schwarzpunktierten Schneckling (Hygrophorus pustulatus) begegnen. Essbar.

Längst der Waldwege immer wieder Trupps von Herbst – Lorcheln (Helvella crispa).

Bei diesem Überangebot landeten sie auch für eine Mahlzeit im Korb. Es ist zwar nicht viel Substanz vorhanden, aber dennoch gibt es Liebhaber dieses Pilzes. Es ist darauf zu achten, dass sie ausreichend erhitzt werden, da wahrscheinlich alle Lorcheln roh giftig sind. Zusammen mit anderen Arten soll die Mahlzeit sehr lecker gewesen sein.

Wir verabschieden uns vom Hundehägener Holz. Trotz des trüben Wetters erlebten wir eine wunderbare Stimmung in diesem schönen Waldgebiet, das weitläufig zur Kühlung gerechnet werden kann.


Da das Hundehägener Holz im MTB 1936/2 liegt und am folgenden Mittwoch zur Mittwochsexkursion an der Reihe ist, habe ich hier schon mal mitgeschrieben, so dass Mitte nächster Woche das im selben Quadranten liegende Westenbrügger Holz an der Reihe sein kann. Das ist insofern sinnvoll, da das heutige Gebiet auf besseren Böden stockt und im Westenbrügger Holz Sandböden dominieren. Hier die Artenliste von MTB: 1936/2 – Hundehägener Holz: Süßlicher Milchling, Gallen – Täubling, Gelbweißer Täubling, Gemeine Hundsrute, Langstieliger Knoblauchschwindling, Geweihförmige Holzkeule, Rosa – Helmling, Krauser Adernzähling, Steife Koralle, Grauer Korallenpilz, Dickblättriger Kohlentäubling, Specht – Tintling, Gallertfleischiger Fältling, Purpurschwarzer Täubling, Flaschen – Stäubling,  Graubräunlicher Dickfuß, Buchen – Speitäubling, Brandiger Ritterling, Gemeiner Trompetenschnitzling, Violetter Lacktrichterling, Blutender Schichtpilz, Grünblättriger Schwefelkopf, Striegelige Tramete, Winter – Stielporling, Goldgelber Zitterling, Lederbrauner Mürbling, Herbst – Lorchel, Weißer Rasling, Rillstieliger Helmling, Trockener Schneckling, Zerfließende Gallertträne, Fuchsiger Röteltrichterling, Schwarzgezähnelter Helmling, Graukappe, Graublauer Reiftäubling, Bewimperter Filzkrempling, Weißmilchender Helmling, Bleiweißer Trichterling, Halsband – Schwindling, Tauben – Täubling, Schmetterlings – Tramete, Sonnen – Täubling, Brennender Rübling, Herber Zwergknäuling, Echter Zunderschwamm, Grüngelbes Gallertkäppchen, Purpurbrauner Rübling, Scharfer Honigtäubling, Gemeiner Rettich – Fälbling, Judasohr, Birnen – Stäubling, Grauweißer Saftporling, Orangebecherling, Violetter Knorpelschichtpilz, Pappel – Schüppling, Gruben – Lorchel, Striegeliger Schichtpilz, Laubholz – Hörnling, Gemeine Stinkmorchel, Weißstieliges Stockschwämmchen, Gemeiner Spaltblättling, Kegelschuppiger Schirmpilz, Stockschwämmchen, Rosablättriger Helmling, Dickschaliger Kartoffelbovist, Dunkler Hallimasch, Buchen – Schleimrübling, Fleischroter Lacktrichterling, Schwarzpunktierter Schneckling, Buckel – Tramete, Schuppiger Träuschling und Braunfleckender Milchling.


Wann wandern wir wieder öffentlich? – Siehe unter Termine!

06. November 2019 – Mittwochsexkursion bei Kröpelin

Mittwochsexkursion

Auch für interessierte Pilzfreunde

Es ging in das Meßtischblatt 1936 = Kröpelin

Die Biendorfer Tannen an diesem trüben und nasskalten November – Nachmittag. Es handelt sich hier aber nicht um Tannen, sondern Fichten!

Heute wurde mit einem neuen Meßtischblatt begonnen. Hierbei geht es nicht nach einer bestimmten Reihenfolge, sondern ich habe zu Beginn meiner, nach Topografischen Karten ausgerichteten Mittwochsexkursionen, einfach ausgelost, damit es nicht immer in die selben Regionen geht. Mal mehr, mal weniger weit entfernt von der Hansestadt Wismar. Als wir mit unseren Intensiv – Kartierungen um 1990 herum begannen, haben wir uns einen Rahmen gesetzt und die 23er Reihe bildete die südliche Grenze.  Ansonsten waren die Bereiche zwischen Lübeck und Rostock und im Norden natürlich die Ostseeküste die Begrenzung. Ich habe meine Bereiche nun deutlich nach Süden ausgeweitet, ansonsten bleibt es wie gehabt. Das jetzt zu bearbeitende Gebiet liegt östlich von Wismar, auf halber Strecke nach Rostock. Hier steht heute der erste Quadrant an: 1936/1. Es ging in das größte Waldgebiet des Quadranten, in die Biendorfer Tannen.

Während ich den ungenießbaren Schwefel – Ritterlingen (Tricholoma sulphureus) in diesem Herbst vergleichsweise selten begegnete, fanden sich hier längst der Wege und der Straße zahlreiche Exemplare unter Eichen.

Dekorativ an toten Laubholzästen ist der Orangerötliche Resupinat – Stacheling (Steccherinum ochraceum).

Zu den häufigsten Helmlingen im Herbst an alten Eichenstubben zählen diese Buntstieligen Helmlinge (Mycena inclinata).

Oft ein Massenpilz in Buchenwäldern ist der Graugrüne Milchling (Lactarius blennius). Sein weißer Milchsaft schmeckt brennend scharf.

So stehen in den Biendorfer Tannen nicht nur Nadelbäume sondern auch ansehliche Buchen – Bereiche auf sandigem Untergrund.


Hier die Artenliste von MTB:  1936/1 – Biendorfer Tannen: Graukappe, Eichen – Milchling, Rosa – Helmling, Narzißengelber Wulstling, Schwefel – Ritterling, Gelber Knollenblätterpilz, Krauser Adernzähling, Eichen – Rindensprenger, Rosablättriger Helmling, Striegeliger Schichtpilz, Grünblättriger Schwefelkopf, Wechselfarbiger Spei – Täubling, Horngrauer Rübling, Herbst – Lorchel, Fleischroter Lacktrichterling, Zweifarbiger Knorpelporling, Geflecktblättriger Flämmling, Küchen – Schwindling, Mäuseschwänzchen, Gemeiner Rettich – Fälbling, Violetter Lacktrichterling, Mehlpilz, Bleiweißer Trichterling, Süßlicher Milchling, Graugrüner Milchling, Brauner Ledertäubling, Herber Zwergknäuling, Gelbweißer Täubling, Schmetterlings – Tramete, Klebriger Hörnling, Buckel – Tramete, Angebrannter Rauchporling, Gallen – Täubling, Fuchsiger Scheidenstreifling, Geweihförmige Holzkeule, Buchen – Speitäubling, Tonfalber Schüppling, Buckel – Täubling, Amiant – Körnchenschirmling, Echter Zunderschwamm, Gallertfleischiger Fältling, Stockschwämmchen, Eichen – Wirrling, Ziegelroter Schwefelkopf, Gift – Häubling, Schiefknolliger Anis – Champignon, Weißstieliges Stockschwämmchen, Maronen – Röhrling, Flatter – Milchling, Fichten – Zapfenrübling, Brennender Rübling, Safran – Schirmpilz, Herber Saftporling, Dunkler Hallimasch, Kahler Krempling, Falscher Pfifferling, Buntstieliger Helmling und Orangerötlicher Resupinat – Stacheling.


Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine! 

05. November 2019 – Treffen der Pilzfreunde

Treffen der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Bestimmungsabend – Spätherbstpilze

Pilzfreund Robert hat allerhand interessantes aus dem spätherbstlichen Wald zusammengetragen und ist hocherfreut. Aber um welche Arten es sich im einzelnen handelt, da ist er sich nicht ganz sicher und legt sie lieber in der Pilzberatung vor.

Seit längerer Zeit stand heute mal wieder ein Pilz – Bestimmungsabend auf dem Programm. Dazu hatte ich an den Vortagen gesammelte Pilze zur Diskusion und Bestimmung präsentiert. Teils wurden sie auf unserer vorangegangenen Vereinsexkursion eingesammelt. Wir gingen sie im einzelnen durch und konnten die wichtigsten Merkmale besprechen und hervorheben. Monika hatte dazu einen leckeren Apfelkuchen gebacken und Irena servierte uns eine herzhafte Pilzsuppe.

Die zuerst vorgestelte und besprochene Art, war sicher auch die markanteste. Der unangehm riechende Dünen – Champignon (Agaricus bernadii). Er wächst auf Salzwiesen im Ostsee – Umfeld und soll im Fleisch röten.

Welches sich sogleich bestätigte. Der dickfleischige Egerling riecht nicht nur unangenehm, er soll auch widerlich schmecken.

Wann treffen sich die Pilzfreunde wieder? – Siehe unter Termine!

03. November 2019 – Vereins- und Kartierungsexkursion

Vereinsexkursion

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Sie führte durch die Neukloster Forst bei Klein Warin

Eine sehr überschaubare Truppe startet in den spätherbstlichen Wald.

Die Pilzfreunde der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V. und interessierte Gäste waren heute wieder zu einer Vereinsexkursion sehr herzlich eingeladen. Wir wollten den spätherbstlichen Wäldern bei Klein Warin einen Besuch abstatten. Das Gebiet gehört zur Neukloster Forst und ist seit vielen Jahren ein beliebstes Sammelrevier bei Wismarer Pilzfreunden. Natürlich durfte heute auch gesammelt werden. Vor allem aber wollten wir schauen, ob wir in diesem schon gut bearbeiteten Gebiet noch einige neue Fundpunkte für unsere Verbreitungskarten der Großpilzkartierung ergattern können. Nicht nur Gäste, sondern auch unsere Mitglieder selbst können dabei immer noch neues entdecken, erfahren und lernen. Im Prinzip ist es nichts anderes wie eine geführte Lehrwanderung, nur das der Schwerpunkt ein wenig auf die Erfassung möglicher, neuer Funddaten liegt. Hier einige Bilder von heute:

Im Buchenwald gab es noch einiges an Täublingen. Hier sind es ungenießbare Gallen – Täublinge (Russula fellea).

Der Narzißengelbe Wulstling (Amanita gemmata) ist gern noch zu später Jahreszeit anzutreffen. Schwach giftig!

Der minderwertige Brandige Ritterling (Tricholoma ustale) ist unter Buchen zuhause.

Hübsch dekorierter Buchenstubben.

Es handelt sich um Schmetterlings – Trameten (Trametes versicolor).

Diese Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis) sind witterungsbedingt etwas außergewöhnlich im Erscheinungsbild.

Bald haben auch die letzten Blätter ihre Pflicht und Schuldigkeit getan.

Ein Weißvioletter Dickfuß (Cortinarius alboviolaceus).

Ein kapitaler Steinpilz (Boletus edulis). Groß, fest, schwer und Madenfrei!

Pilzfreund Ronny (rechts) aus Bützow hatte ihn entdeckt und Robert aus Wismar freut sich gleich mit.

Der Rotschuppige Rauhkopf (Cortinarius bolaris) bevorzugt eher die Sommermonate. Sind diese zu trocken, kann er auch noch spät im Jahr auftreten.

Oft Massenpilz in Buchenwäldern, auch noch sehr spät, ist der Süßliche Milchling (Lactarius subdulcis).

Aber auch die altgoldenen, ausgediehnten Buchenblätter können entzücken!

An Meeresgetier erinnert der Klebrige Hörnling (Calocera viscosa).

Die weißen Hüllflocken, die in der Regel den Hut des Roten Fliegenpilzes (Amanita muscaria) zieren, sind vom Regen weitgehend abgespült.

Im feuchten Spätherbst oft ein Massenpilz in unseren Nadelwäldern ist der filigrane, schleimig – schlüpfrige Dehnbare Helmling (Mycena epipterygia). Gut erkennbar auch an seiner dehnbaren, gummiartigen Huthaut.

Der Gelbe Knollenblätterpilz (Amanita citrina) in seiner weißen Form.

Stellenweise häufig und rassig verwachsen kommt der Erdwarzenpilz (Thelephora terrestris) vor.

Die warzige Struktur auf der Unterseite der Fruchtkörper ist bezeichnend für die Gattung der Warzenpilze (Thelephora).

Der in der Regel orangerötlich gefärbte Falsche Pfifferling (Hygrophoropsis aurantiaca) kann sehr stark ausblassen. Es kommen auch fast komplett weiße Formen vor.

Stellenweise in Massen fanden wir heute entlang des ehemaligen Bahndamms unter Birken den Strohblassen Ritterling (Tricholoma stiparophyllum). Er ist stets unter Birken anzutreffen und gehört in eine Gruppe von Ritterlingen, die durch einen sehr unangenehmen Geruch auffallen. Sie sind ungenießbar.

Würde man den wissenschaftlichen Namen der Herbst – Lorchel (Helvella crispa) auch im deutschen Gebrauch anwenden, so müßte der Schlauchpilz Krause Lorchel heißen, denn crispa bedeutet kraus.

Und bei der Krausen Glucke ist es auch so – Sparassis crispa!

Eine fettig glänzende Hutoberfläche sind typisch für den Horngrauen- und den Butter – Rübling.

Die Steife Koralle (Ramaria stricta) wächst an in der Humusschicht liegenden Holzknüppeln.

Der Zedernholz – Täubling (Russula badia) soll nach Zigarrenkiste riechen. Markanter ist allerdings seine heimtückische Schärfe beim Kosten der Lamellen. Zunächst mild entfaltet sich bald eine unerträgliche Schärfe. Ich liebe ihn dafür und lasse ihn gerne auf unseren Wanderungen kosten. Außerdem ist er einer der hübschesten und erhabensten Täublinge.

Besonders an starkem und toten Buchenholz fällt im Spätherbst oft dieser fleischfalbe, gallertartige Pilz auf, dessen Konsollen dachziegelartig übereinander verwachsen sind. Auf der Unterseite ist er charakteristisch gefaltet. Gallertfleischiger Fältling (Merulius tremellosus).

Zum Schluß noch ein schöner Filzröhrling, ein Rotfüßchen. Obwohl auch recht kompakt im Erscheinungsbild, handelt es sich aber nicht um das Derbe Rotfüßchen sondern um den ganz normalen Rotfuß – Röhrling (Xerocomus chrysentheron).

Und das waren die vier, die heute zu einer recht vielseitigen Pilzexkursion im Neukloster Forst, bei Klein Warin, unterwegs waren. 03. November 2019.

Wann startet die nächste Vereinsexkursion? – Siehe unter Termine!

Das Wetter war wunderbar schön und mild, so dass ich im Anschluß noch in das Luisenholz bei Ravensruh fuhr.

Die Buchenwälder stocken hier auf besseren Böden und können mitunter eine große Artenvielfalt aufweisen. Zu den besten Funden zählten heute diese Verfärbenden Schleimköpfe (Cortinarius nemorensis). Der Pilz soll essbar sein und sogar richtig gut schmecken. Aber bitte nur von Kennern zu probieren!

Essbar, etwas zäh und wenig aromatisch sind diese Mönchsköpfe (Clitocybe geotropa).

Leicht mit dem Elfenbein – Schneckling zu verwechseln ist der Verfärbende Schneckling (Hygrophorus cossus). Seine lange weißen Fruchtkörper neigen im Verlauf dazu, sich orange umzufärben.

Leckere Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis).

Rundherum um einen Holzlagerplatz eines kleinen Sägewerkes hatten sich mächtige Humuspakete von Buchenlaub angesammelt und boten für diese Graukappen (Lepista nebularis) ein gefundenes Fressen. Noch nie hatte ich derart große und kapitale Exemplare von ihnen gefunden. Diese fallen vergleichsweise noch recht moderat aus.

Wirklich tolle und fleischige Pilze! Diese sind noch jung, die größten erreichten einen Hutdurchmesser von etwa 40 cm und einen Stieldruchmesser von bis zu 10 cm!

Goldene Herbststimmung am Nachmittag des 03. Novembers 2019 im Luisenholz.

Soweit noch ein kleiner Nachschlag vom heutigen Exkursionstag.

30. Oktober 2019 – MIttwochsexkursion im Raum Karow

Mittwochsexkursion

Auch für interessierte Gäste

Ziel war der Meßtischblatt – Quadrant 2439/4

Die kleine Heide am sonnigen Nachmittag des 30. Oktober 2019.

Zum letzten mal ging es heute in das Karower Meßtischblatt. Der 4. und letzte Quadrant war an der Reihe. Die Kleine Heide, die zur großen Nossentiner/Schwinzer Heide gehört, nördlich des Plauer Sees gelegen. Integriert ist hier auch der kleinere Samoter See und das Naturschutzgebiet Ziegeleibruch. Ich wanderte zunächst einen Erlenbruch (Ziegeleibruch) entlang und erreichte alsbald arme Kiefern- und Fichtenforste. Auch einen Waldrand mit Trockenrasen tangierte ich, wie auch ein Altkiefern – Gebiet mit Jungbuchen – Unterwuchs. Während das allgemeine Pilzaufkommen schon recht dürftig war, gab es hier noch reichlich Frischpilze, die offensichtlich gerade erst richtig loslegten. Allerdings alles in allem war es heute doch recht artenarm.

Gift – Häubling (Galerina marginata) auf Totholz am Rande des Ziegeleibruchs.

Vom Waldrand austrahlend auf den Trockenrasen hinaus einige Fälblinge. Es dürfte sich um den Kleinen Kakao – Fäkbling (Hebeloma truncatum) handeln.

Während die Maronen – Röhrlinge (Xerocomus badius) in den monotonen Kiefern- und Fichtenforsten weitgehend abgeklungen waren, fanden sich im Bereich mit dem Buchen – Unterwuchs noch richtig schöne und junge Exemplare.

Voraus gegangene Nachtfröste hatten an vielen Pilzen ihre Spuren hinterlassen. Nicht aber im Jungbuchenbereich mit seiner frischen Laubschicht, unter der die Pilze geschützt heran wachsen konnten. Buchen – Speitäublinge (Russula mairei).

Die Sonne stand schon tief, so dass es für mich Zeit wurde an die Heimfahrt zu denken.


Hier die Artenliste von MTB: 2439/4 – Kleine Heide: Grünblättriger Schwefelkopf, Fuchsiger Rötel – Trichterling, Schmutziger Rötel – Ritterling, Duft – Trichterling, Kaffeebrauner Scheintrichterling, Bleiweißer Trichterling, Gallertfleischiger Fältling, Gift – Häubling, Rosablättriger Helmling, Butterpilz, Gedrungener Champignon, Kleiner Kakao – Fälbling, Dunkler Hallimasch, Falscher Pfifferling, Mäuseschwänzchen, Geflecktblättriger Flämmling, Gemeiner Violettporling, Maronen – Röhrling, Purpurfilziger Holzritterling, Gelbweißer Täubling, Amiant – Körnchenschirmling, Horngrauer Rübling, Goldschimmel, Gelber Knollenblätterpilz, Zedernholz – Täubling, Dickschaliger Kartoffel – Hartbovist, Violetter Lacktrichterling, Narzißengelber Wulstling, Fleischroter Lacktrichterling, Schmetterlings – Tramete, Gallen – Täubling, Flatter – Milchling, Kahler Krempling, Eichen – Milchling, Süßlicher Milchling, Buckel – Täubling, Jodoform – Täubling, Leberbrauner Milchling, Rotbrauner Milchling, Gefleckter Rübling, Lilablättriger Mürbling, Gelbschuppiger Hallimasch und Riesenschirmpilz.


Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

26. Oktober 2019 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Grünen Knollenblätterpilzes

Sie führte durch das Seefelder Holz

Wir starten.

Inzwischen befinden wir uns im Wachstumsaspekt des Spätherbstes. Er wird geprägt von vielen Holzbewohnern und Streuzersetzern. Aber auch Mykorrhiza – Pilze können immer noch gefunden werden. Zu ihnen gehören die beliebten Röhrlinge, aber auch Ritterlinge, Täublinge, Milchlinge, Schnecklinge und andere sind zu dieser vorgerückten Jahreszeit noch mit dabei. Viele Sonntagssammler gehen nach dem ersten Nachtfrost nicht mehr in die Pilze, weil sie glauben, denen ist es jetzt schon zu kalt geworden. Wärmeliebende Sommerarten haben sich ohnehin schon zurückgezogen, aber viele Pilzarten des Herbstes benötigen es nicht unbedingt mollig warm. Ihnen geht es bei kühlen Temperaturen viel besser und auch erste Nachtfröste beenden das Pilzwachstum keinesfalls. Im Gegenteil, einige Pilzarten werden dadurch gerade erst motiviert, ihre Sporenträger an die frische Herbstluft zu schieben. So war auch unsere heutige Wanderung recht lehr- und pilzreich. Hier einige Eindrücke von der heutigen Tour durch das Seefelder Holz.

Ein Kahler Krempling (Paxillus involutus) wie aus dem Bilderbuch. Schön ist der namensgebende, umgekrempelte Hutrand zu sehen, welcher bei älteren Exemplaren allerdings entrollt ist. Giftig!

Der Erdigriechende Gürtelfuß (Cortinarius hinnuleus) ist ein Eichenbegleiter und mitunter in zahreichen Exemplaren vertreten. Die recht entfernt stehenden Lamellen und sein erdiger Geruch sind wichtige Merkmale dieses ungenießbaren Schleierlings.

Dieser kleine, hellbräunliche Milchling ist unter Birken zu hause. Sein wunderbarer Duft nach Kokosflocken macht ihn auch für weniger bewanderte Pilzfreunde leicht bestimmbar. Allerdings schmeckt er leider alles andere als gut, so dass wir ihn zu den ungenießbaren Vertretern dieser Sprödblättler – Gattung zählen müssen. Blasser Duft – Milchling (Lactarius glyciosmus).

Am selben Standort unter Birken ist der größere und häufigere Flaumige Milchling (Lactarius pubescebs) oft in großen Trupps anzutreffen. Sein flaumg . watigger Hutrand sowie die weiße, brennnend scharfe Milch lassen die ebenfalls ungenießbare Art leicht erkennen. Sehr ähnlich, aber etwas seltener und saure Böden bevorzugend ist der Birken – Reizker. Er ist intensiver rötlich gefärbt und ähnelt dadurch dem essbaren Edel – Reizker.

Essbare Kaffeebraune Scheintrichterlinge (Pseudoclitocybe cyathiformis) dürfen in den Korb gelegt werden. Wie Kaffee mal dunkler, mal heller gefärbt.

Große Freude über einen essbaren Riesenschirmpilz!

Er gehört zu den rötenden Vertretern. Es ist darauf zu achten, das rötende Riesenschirmpilze im normalen Wald, oft unter Fichten, wachsen sollten und der Hut, so wie hier, dicht beschuppt und nahezu durchgängig graubraun gefärbt ist. Sollten ähnliche Pilze auf Wiesen, in Gewächshäusern oder auf Kompost und Gartenabfällen wachsen und zwischen den gröberen und schütteren Hutschuppen das weiße Hutfleich stark kontrastiert, sollten sie gemieden werden. Verwechslungsgefahr mit dem Gift – Riesenschirmpilz!

Essbar ist auch der Schwarzblauende Röhrling (Boletus pulverulentus). Kein Röhrling blaut so intensiv wie dieser.

Ähnlich ist das viel häufigere Derbe Rotfüßchen (Xerocomus pruinatus). Der Filzröhrling blaut ebenfalls, aber nicht so intensiv.

Für die Küche nicht zu empfehlen ist der Graue Korallenpilz (Clavulina cinerea).

Hallimasch (Armillaris spec.) ist der einzige Stockschwamm, der weißes Sporenpulver abwirft.

Möchte man Prüfen, ob große, aufgeschirmte Hallimasch noch nicht überständig sind, sollte man mit den Fingern auf die Hutmitte drücken. Ist diese noch fest und läßt sich nicht ohne weiteres eindrücken, können die Hüte in den Sammelkorb wandern. Die Größe ist nicht das Kriterium, sondern allein ihr Alter!

Der Drucktest fiel positiv aus, so dass zugegriffen werden konnte.

Es gab immer wieder etwas zu entdecken.

Hier sind es Schiefknollige Anis – Champignons (Agaricus abruptibulbus). Natürlich essbar und lecker!

Insbesondere diese Fruchtkörper werden ihren Artnamen mehr als gerecht.

Die Pilze duften wunderbar nach Anis!

Auch dieser knackige Maronen – Röhrling ist für die sonntägliche Waldpilzpfanne sehr willkommen.

Buchen – Schleimrüblinge (Oudemansiella mucida) gelten zwar als essbar, sind aber durch ihr wässrig – schleimiges Hutfleisch wenig appetitlich und daher kaum empfehlenswert. Um so wertvoller sind sie als Hingucker und Fotomotiv.

Diese Totholz – Bewohner wurden von der Finderin zunächst für Austern – Seitlinge gehalten. Das konnte ich sofort verneinen und siedelte sie unter den Stummelfüßchen an. Dank den Bemühungen von Torsten Richter aus Rehna, der sie mikroskopisch untersuchte, konnten sie als Abgeflachtes Stummelfüßchen (Crepidotus applanatus) bestimmt werden. Ohne Speisewert.

Essbare Stockschwämmchen und ein giftiger Grünblättriger Schwefelkopf.

Wirklich gefährlich können Liebhabern von Stockschwämmchen allerdings die Gift – Häublinge werden. Links Gift – Häubling (Galerina marginata), rechts Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis).

Ein Hügelgrab?

Ursprünglich bei uns seltene Ogange – Seitlinge (Phyllotopsis nidulans). Von wenig schmackhaft bis sehr guter Speisepilz reichen die Bewertungen zum Thema Essbarkeit.

Ungewöhnliche Wuchsform des Nebelgrauen Trichterlings (Clitocybe nebularis).

Glücklich, wer einige der wenigen Steinpilze (Boletus edulis) entdeckte.

Aber auch ein junger Perlpilz (Amanita rubescens) kann erfreuen.

Inzwischen hat sich in den Körben der Sammler eine bunte Mischung von Herbstpilzen angehäuft.

Und deshalb strebten wir langsam, aber sicher, unserem Ausgangs- und Endpunkt zu.

Erinnerungsfoto an eine lehr- und pilzreiche Herbstwanderung durch das Seefelder Holz am 26.Oktober 2019.

Wann startet die nächste Wanderung? – Siehe unter Termine!

23. Oktober 2019 – Mittwochsexkursion bei Karow

Mittwochsexkursion

Es ging in den Meßtischblatt – Quadranten 2439/3

Der dritte Quadrant der Topographischen Karte Karow im Maßstab 1 : 25 000 war heute an der Reihe. Hier standen zwei kleinere Waldgebiete b.z.w. Bereiche zur Auswahl. Zum einen der südliche Zipfel der Nossentiner Heide an der Bundesstraße 191. Auch südlich des ehemaligen Armee – Objektes und der heutigen Draisine Station. Zum anderen ein kleines Laubwaldgebiet am Penzliner See. Wir entschieden uns für den Bereich südlich der Draisinen – Station. Wir, dass waren Christopher Engelhardt aus Lübeck, ein interessiertes Pärchen aus der Region und eine nette, junge Dame aus der Hansestadt Hamburg sowie Reinhold Krakow vom Steinpilz – Wismar. Das Wetter war bestens und auch das Pilzaufkommen zeigte sich recht vielfältig. Hier einige Bilder:

Gleich im sandigen Mischwald an der Draisinen – Station erwartete uns eine Vielfalt von Frischpilzen. So auch dieser wunderbare Violette – Rötel – Ritterling (Lepista nuda).

Chris hat bereits einen weiteren, interessanten Pilz entdeckt.

Trotz des immer noch sehr milden Wetters starten die Winterpilze allmählich durch. Hier sind es junge Austern – Seitlinge (Pleurotus ostreatus).

Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis) sind praktisch ganzjährig zu finden. Schwerpunkt ist allerdings der Herbst.

Besonders an kalkreicheren Weg- und Straßenrändern unserer Wälder ist der farbvariable Seidige Rißpilz (Inocybe geophylla) oft scharenweise anzutreffen. Neben der klassischen weißen Variante gibt es auch eine mehr oder weniger violette Form dieses Giftpilzes.

Unweit der Rißpilze im grasig – moosigen Ambiente eines Straßenrandes einige Schneeweiße Ellerlinge (Camarophyllus niveus).

In einer moosreichen Fichten – Monokultur einige Derbe Rotfüßchen (Xerocomus pruinatus).

Vor allem aber sehr schöne und junge Maronen – Röhrlinge (Xerocomus badius), die unsere Gäste mit Begeisterung einsammelten.

Auch junge Schiefknollige Anis – Champignons (Agaricus abruptibulbus) werden die Pilzmahlzeit unserer Begleitung bereichern und geschmacklich abrunden.

Sobald sich die Hüte der Champignons geöffnet haben, verfärben sich ihre Lamellen über rosalich, schokoladenbräunlich bis schwärzlich. Die Sporenproduktion beginnt.

Während die Champignons schwärzliches Sporenpulver produzieren, werfen Hallimasch weißen Sporenstaub ab. Hier sehen wir den Dunklen Hallimasch (Armillaria obscura).

Ein Winzling, aber oft in größeren Ansammlungen zu finden, ist der Gelbknollige Sklerotien – Rübling (Collybia cookei). Charakteristisch ist das herauswachsen der Fruchtkörper aus dem zuvor und in der Nähe von mumifizierten Großpilzen angelegten und gelblich gefärbtem Sklerotium.

Die Ziegenlippe (Xerocomus subtomentosus) besitzt einen olivbräunlichen Hut, der nicht rissig wird. Goldgelbe Röhren und kein rot auf dem Stiel. Statt dessen kann dieser grobmaschig genetzt sein.

Der Blutrote Täubling (Russula sanguinea) ist streng an die Kiefer gebunden. Der sandige Untergrund sollte allerdings etwas kalkhaltig sein. Daher auch meist an Wald- und Straßenrändern. In diesem Fall waren die Überreste früherer Bebauungen während der militärischen Nutzung des Geländes dafür verantwortlich. Der Sprödblättler schmeckt brennend scharf!

Zum Abschluß war unseren Gästen eine abendliche Pilzpfanne sicher.


Hier die heutige Artenliste MTB: 2339/3 – Karow: Gelber Knollenblätterpilz, Bleiweißer Trichterling, Kahler Krempling, Eichen – Milchling, Mäuseschwänzchen, Horngrauer Rübling, Dehnbarer Helmling, Derbes Rotfüßchen, Grobscholliger Riesenschirmpilz, Weißflockiger Gürtelfuß, Birken – Gürtelfuß, Gelbblättriger Birken – Ritterling, Roter Fliegenpilz, Schmetterlings – Tramete, Austern – Seitling, Birkenpilz, Rosablättriger Helmling, Falscher Pfifferling, Stockschwämmchen, Grünblättriger Schwefelkopf, Gelbgestiefelter Schirmpilz, Fleischroter Lacktrichterling, Maronen – Röhrling, Rosa – Helmling, Zedernholz – Täubling, Grasgrüner Täubling, Seidiger Rißpilz, Amiant – Körnchenschirmling, Schnee – Ellerling, Geweihförmige Holzkeule, Dunkler Hallimasch, Pappel – Ritterling, Orange – Heftelnabeling, Blauender Saftporling, Fuchsiger Rötel – Trichterling, Kleiner Kakao – Fälbling, Erdwarzenpilz, Nadel – Schwindling, Samtfuß – Krempling, Ziegelroter Täubling, Fichten – Zapfenrübling, Graukappe, Safran – Schirmpilz, Striegeliger Schichtpilz, Flatter – Milchling, Mehl – Trichterling, Grobscholliger Riesenschirmpilz, Geflecktblättriger Flämmling, Süßlicher Milchling, Pilzkanone, Breitblättriger Rübling, Rotrandiger Baumschwamm, Rostfleckiger Helmling, Schopf – Tintling, Stink – Schirmling, Schiefknolliger Anis – Champignon, Rillstieliger Helmling, Gelbweißer Täubling, Papagei – Täubling, Ahorn – Runzelschorf, Eichen – Mehltau, Echter Zunderschwamm, Buntstieliger Helmling, Krauser Adernzähling, Graublauer Reiftäubling, Gelbknolliger Sklerotien – Rübling, Tonfalber Schüppling, Brennender Rübling, Pantherpilz, Rettich – Helmling, Binsen – Keule, Grüner Anis – Trichterling, Behangener Trompeten – Schnitzling, Duft – Trichterling, Goldmistpilz, Ziegenlippe, Braunroter Lacktrichterling, Verblassender Täubling, Perlpilz, Camenbert – Täubling, Blutroter Täubling, Gemeiner Rettich – Fälbling, Edel – Reizker, Schwefel – Ritterling, Fleischroter Gallertbecher und Rauhkopf – Schleimpilz.


Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

18. – 20. Oktober 2019 – Pilzseminar in Mecklenburg

Ein Pilzwochenende in Mecklenburg

Herbstseminar 2019 am Schweriner See

Schloß Wiligrad am Schweriner See bei Lübstorf.

Freitag, der 18. Oktober, ab 14.00 Uhr – Einführung in die Pilzkunde von Christopher Engelhardt

Sonnabend, der 19. Oktober – Exkursionstag

Sonntag, der 20. Oktober – Pilzbestimmung und Abschlußexkursion

Unser Herbstseminar haben wir in diesem Jahr von Keez direkt an den Schweriner See ausgelagert. Mitten in einem ausgedehnten Waldgebiet befindet sich die kleine Ortschaft Wiligrad mit ihrem Schloß und der neu gestalteten Parkanlage.

Etwas zur Historie:

Schloß Wiligrad wurde in den Jahren 1896 – 1898 im Auftrag von Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg erbaut. Hier wurde in den folgenden Jahren durchaus auch große Politik gemacht und selbst Kaiser Wilhelm der II. weilte mit Familie und Gefolgschaft an diesem historischen Ort, in herrlicher Landschaft oberhalb der Hangterrassen zum Schweriner See.

Nach dem Ende der Monarchie zog hier eine bäuerliche Schule ein. Kurz nach dem 2. Weltkrieg wurde hier unter Vollmacht des britischen Befehlshabers Montgomery und des sowjetischen Militärführers Rokossowski ein Gebietstausch der britischen und sowjetischen Bestatzungszone ausgehandelt. Dieser mündete im Gadebuscher Abkommen. Dieses hatte zur Folge, dass die östlichen Bereiche vom Schalsee  nun von den sowjetischen Truppen besetzt wurden und schließlich zur späteren DDR gehörten.

1947 wurde im Schloß die Landesparteischule der SED eingerichtet. Später zog die Volkspolizei hier ein und nutzte das Objekt als Ausbildungsstandort.

Nach der Wende ist hier das Landesamt für Kultur- und Denkmalpflege eingezogen. Auch ein Kunstverein ist hier zu hause.

Die Nebengebäude, wie das Waldhaus oder der Marstall, wurden in den letzten Jahren aufwändig saniert und sind über die „erlebnistage Schweriner See – ein Angebot der Gesellschaft zur Förderung der Erlebnispädagogik“ zu mieten. Insbesondere für Jugendgruppen oder Schulklassen, aber auch für spezielle Schulungen oder Seminare zu Natur- und Umweltthemen. Und da passen wir mit unserem Angebot ganz gut rein, wenn auch als jung gebliebene Senioren. Wir dürfen als Unterkunft den Marstall in Anspruch nehmen.

Wir haben folgendes Angebot bekommen:

Unterbringung: Marstall

Verpflegung: kombinierte selbst- und Fremdversorgung (alle Mahlzeiten werden von der Gruppe gestaltet, Lebensmittel werden zur Verfügung gestellt, eine warme Mahlzeit pro Tag kann geliefert werden).

Preis 58.00 € pro Person für das Wochenende

Zuzüglich noch die Seminargebühr von 80.00 € für den Steinpilz – Wismar als Organisator.

Unsere Unterkunft: Der Marstall. Foto vom Anbieter.

Zur Umgebung: Wir befinden uns in einer waldreichen Lage unweit der Landeshauptstadt Schwerin. In unmittelbarer Nähe befinden sich drei größere Waldgebiete, die alle zum Haushalt Forst gehören. So wurden sie zumindest auf alten Karten bezeichnet. Sie gehören zu unseren Edel – Wäldern und haben mit die interessanteste und artenreichste Pilzflora Mecklenburgs zu bieten. Unsere Unterkunft befindet sich mitten in einem der drei Teilbereiche der Haushalt Forst. Unterhalb liegt der Schweriner See, einer der größten Binnenseen Deutschlands. Besser kann der Ort eines herbstlichen Pilzseminars kaum gewählt sein.

Im Marstall sind sowohl Gruppenzimmer, wie auch Einzelzimmer vorhanden. Es besteht  selbstverständlich auch die Möglichkeit sich anderweitig eine Unterkunft zu organisieren.  

erlebnistage schweriner See

Tel.: 03841/228917 oder Handy: 0173/6977219

Hier einige Impressionen von unserem diesjährigen, herbstlichen Pilzwochenende in Mecklenburg.

Direkt vor dem Marstall begrüßten uns nicht nur Schopf – Tintlinge (Coprinus comatus).

Den Theorieteil am Freitag übernahm in diesem Jahr Christopher Engelhardt aus Lübeck. Er gab einen groben Überblick über die Systematik der Großpilze.

Dankbare Zuhörer aus nah und fern.

Bereits am Freitag – Abend kamen reichlich Frischpilze nach einer Kurzexkursion durch den Schloßpark zusammen und wurden auf Pappteller sortiert und im Anschhluß bestimmt und besprochen.

Auf dem Herd stand inzwischen ein Teil des Abendbrotes bereit zum Brutzeln.

Hella aus Niedersachsen und Ronny aus Mecklenburg bei der Bestimmungsarbeit.

Ausgehend vom Marstall und vorbei an einer Solitär – Eiche, die in den zurück liegenden Jahren so manch tollen Pilzfund ermöglichte, starteten wir am Sonnabend zur ersten Exkursion durch Park und Wald bis hinunter zu den Hangterrassen des Schweriner Sees.

Letzte Einweisung zum Exkursionsgebiet. Foto: Beatrice Petzka.

Sogleich ein Foto von einer nichtalltäglichen Art im Schloßpark.

Schwarze Erdzunge (Geoglossum umbratile).

Für ein Foto der seltenen Art wird es sich schon mal im Straßengraben gemütlich gemacht, welches Beatrice Petzka im Bild festhielt.

Chris Engelhardt hat sich mit ihr intensiver beschäftigt und letztendlich für uns bestimmt. Die Art ist im Nordwestmecklenburger Raum gelegentlich gefunden und bestimmt worden. Über weite Strecken gibt es in M-V jedoch kaum Nachweise.

Oliver Justus aus Berlin hat einen weiteren Fund gemacht, der hier kritisch beäugt wird.

Im Kalender geirrt – Maipilze (Calocybe gambosa).

Der Stachelbeer – Täubling (Russula quelettii) gehört zwar in die Jahreszeit, ist aber bei uns ein Einwanderer aus den Bergländern, in denen die Fichte ihre natürliche Heimat hat. Er schmeckt brennend scharf und ist daher ungenießbar.

An einem Stubben der Rotschneidige Helmling (Mycena rubromarginata). Im Raum Nordwestmecklenburg zerstreut nachgewiesen. Auch im östlichen Vorpommern einige Funde, ansonsten selten!

Auf dem Waldboden wimmelt es vor Frischpilzen. Foto: Beatrice Petzka.

Und die Fotografen haben alle Hände voll zu tun, um die besten Fundstücke im Bild fest zu halten. Gleiches machte Beatrice mit diesem Foto.

Immer wieder inselweise hunderte von Binsenkeulen (Macrotyphula filiformis) auf der Rohhumusauflage der Haushalt Forst.

Die Graukappe (Clitocybe nebularis) wird regional auch Herbstblattl genannt.

Hell bemützte Gruben – Lorcheln (Helvella lacunosa).

Meist an Laubholz und wie für Hallimasch üblich, oft in großen Mengen, findet sich im Herbst der Gelbschuppige Hallimasch (Armillaria lutea).

Der gerne an altem Buchenholz, aber auch an anderen Holzarten vorkommende Geschichtete Zähling (Lentinellus vulpinus) zeichnet sich wie seine Verwandten, die Sägeblättlinge der Gattung Lentinus, durch stark gesägte Lamellenschneiden aus. Sie ähneln einem Sägeblatt.

Ein Blick auf den Schweriner See hinaus.

Vom urwüchsigen Ufer unterhalb von Schloß Wiligrad. Das schöne Bild sandte mir wieder Beatrice zu.

Am Seeufer – Bereich im tiefen Falllaub, unterhalb von Wiligrad, eine größere Gruppe der giftigen Karbol – Champignons (Agaricus xanthodermus).

Auf Reibung und bei Verletzung gilben sie meist in kürze sehr auffällig und riechen besonders an den verfärbten Stellen mehr oder weniger stark nach Karbol. Auch essbare Anis – Champignongs gilben auf Reibung. Meist aber langsamer und dann nachhaltiger. Das vordere, senkrecht liegende Exemplar ist ein essbarer Anis – Champignon. Die Nase ist also auch sehr wichtig!

Rätselraten über eine ganze Menge dieser weißen, filigranen Blätterpilze im Buchen – Falllaub. Ich vermutete eine Hemimycena.

Dankeswerterweise beschäftigte sich Chris mit den Pilzen und konnte meine Vermutung bestätigen. Gipsweißer Scheinhelmling (Hemimycena cucullata). OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Kurzes innehalten für einen Schnappschuß.

Große Ähnlichkeit mit dem Violetten Rötel – Ritterling zeigt der hier fotogafierte Schmutzige Rötel – Ritterling (Lepista sordida). Geruch prüfen! Ihm fehlt der charakteristisch parfümierte Duft.

Imposant, nicht nur von der Größe her, ist der Prächtige Klumpfuß (Cortinarius aurantioturbinatus). Wir finden ihn traditionell an mehreren Stellen unterhalb der Hangterrassen zum Schweriner See unter Rotbuchen, auf kalkhaltigem Untergrund.

In unmittelbarer Nachbarschaft eine Kollektion der viel häufigeren Buchen – Klumpfüße (Cortinarius amoenolens).

Beim Wetter hatten wir Glück. Bis auf einen heftigen Gewitter – Schauer am Freitag Abend blieb es weitgehend trocken. Blick auf den Schweriner See mit der kleinen Liebesinsel.

Direkt auf der Wiesenfläche vor unserem Seminar – Objekt wuchsen diese Braunen Raslinge (Lyophyllum fumosum). Ausgezeichnete Spesepilze.

Auslage der Fundstücke unserer Vormittagsexkursion im Seminarraum.

Nach der Mittagspause statteten wir dem Haushalt Forst bei Zickhusen einen Besuch ab. Hier sehen wir wunderbar frische Violette Rötel – Ritterlinge (Lepista nuda). Sie sind gut durchgegart leckere Speisepilze.

Eine Augenweide waren diese Orangebecherlinge (Aleuria aurantia), die uns in größerer Ansammlung beglückten. Essbar, aber wenig ergiebig und viel zu schön zum auffressen!

Erdritterlinge im kalkreichen Buchenwald. Es dürfte sich um Schwarzschuppige Erdritterlinge (Tricholoma atrosquamosus) handeln. Die Pilze sind essbar. Allerdings muss man sich die Erdritterlinge an solchen Standorten genauer ansehen, sollen sie der kulinarischen Verwertbarkeit zugeführt werden. Der seltene, aber stark giftige Tiger – Ritterling, kann hier zu Verwechslungen führen.

Ein Charakterpilz an solchen Buchenwaldstandorten kann im Herbst der in mehr oder weniger großen Büscheln auftretende Pinsel – Schüppling (Pholiota jahnii) sein. Auf den ersten Blick ähnelt er dem Sparrigen Schüppling. Während dieser trocken ist, schwimmen die pinselartigen Schüppchen dieser Art in einer Schleimschicht. Der schöne Pilz ist ungenießbar.

Bei manchen Großpilzen ist allerdings eine Lupe sehr hilfreich, will man sie sich näher anschauen.

Und diese Lichtluppe ist sogar ein besonders luxuriöses Exemplar, um die Gelben Reisigbecherchen (Bisporella citrina) in`s richtige Licht zu tauchen.

Riesengroße Freude bei Silja aus Hamburg über diese Baby – Steinpilze. Immerhin waren es die ersten Steinpilze seit Kindertagen und ein lang gehägter Wunsch ging in Erfüllung.

Eine Gruppe Buchen – Klumpfüße als Fotomodel.

Der Braunsamtige After – Leistling (Hygrophoropsis rufa) von oben.

Und von unten. Eine besonders jung auf dem Hut schön braunsamtige Form des Falschen Pfifferlings in Buchenwäldern.

Zwei Pilzarten, die leicht mit dem Grünling zu verwecheln wären, beachtet man nicht ihre doch deutlichen Unterschiede. Die beiden flankierenden Grünlings – Klumpfüße (Cortinarius spseudosulphureus) haben beispielsweise ihren Klumpfuß und der mittige Schwefel – Ritterling (Tricholoma sulphureus) stinkt abscheulich nach Leuchtgas.

Beatrice Petzka hielt uns bei der abendlichen Bestimmungsarbeit im Bild fest.

Hier wird eine für die Bestimmung von Champignons wichtige Kreuzungsreaktion mit hilfe von Chemikalien durchgeführt.

Reaktion positiv. Wie das genau funktioniert kann unter dem Stichwort Schaeffer – Reaktion nachgelesen werden.

Zum Abendbrot gab es auch frisch gesammelte Pilze zum verkosten. So auch diese Violetten – Rötel – Ritterlinge.

Die Waldpilz – Pfanne brutzelt und ein herzhafter Duft macht sich breit. Im Bild festgehalten von Beatrice.

Die sonntägliche Abschlußexkursion führte uns zunächst in den Kiefernforst bei Perniek.

Wo eine Vielzahl von Edel – Reizkern (Lactarius deliciosus) das Sammelfieber entfachten.

In windeseile war der Korb voll!

Gut konnten die Unterschiede zwischen dem leckeren Graublättrigen- und dem giftigen Grünblättrigen Schwefelkopf studiert werden.

Am Waldrand große Mengen von Pappel – Ritterlingen (Tricholoma populinum), obwohl und aus welchen Gründen auch immer, viele der dafür verantwortlichen Zitterpappeln abgeholzt wurden.

Auch von ihnen wurde reichlich mitgenommen. Sind sie doch recht gute Speisepilze nach Entfernen der Huthaut und obendrein noch hilfreich gegen Pollenallergien.

Pilzbestimmung einmal anders.

Hier ist es ein Nelkenförmiger Warzenpilz (Thelephora cariophyllea). Foto: Beatrice Petzka.

Honiggelber Hallimasch (Armillaria mellea) mit Schnecke. Während nach Perniek ein Teil bereits die Heimreise antrat, fuhr der Rest noch in`s nahe Klaasbachtal bei Neukloster, wo uns diese Pilze begrüßten.

Das wildromatische Klaasbachtal fotografierte Beatrice aus Berlin für uns.

An Schwarzem Hollunder frische Judasohren (Hirneola auricula – judae).

Gruben – Lorcheln (Helvella lacunosa).

Ein frischer Halskrausen – Erdstern (Geastrum triplex) wie aus dem Bilderbuch.

Der kleinere Bruder des Edel – Reizkers, der Fichten – Reizker (Lactarius deterrimus).

Ein Ockersporer mit Sporenbelag auf dem Oberstiel.

Es handelt sich um den milden Dotter – Täubling (Russula lutea).

Der meist an Nadelholz fruchtende Dunkle Hallimasch (Armillaria obscura) rechts und links liegend der Honniggelbe Hallimasch (Armillaria mellea), der an Laubholz fruktifiziert.

Der Buchen – Schleimrübling (Oudemansiella mucida) ist oft ein dankbares Fotomotiv.

Steinpilze natürlich auch.

Und bei der Ernte der selben ist ein Pilzmesser mit Bürste gerade das richtige Handwerkszeug.

Nochmals große Freude bei Silja. Nach den Steinpilz – Babys vom Vortag, sind das schon richtige Prachtkerle!

Die Entstehung obigen Fotos hielt Beatrice Petzka für die Nachwelt im Bild fest.

Genau so wie dieses Foto mit Reinhold Krakow vom Steinpilz – Wismar und Silja aus Hamburg.

Eine tolle Truppe fand sich an diesem Wochenende am Schweriner See ein für unser herbstliches „Pilzwochenende in Mecklenburg“. Es hat zumindest mir sehr viel Spaß gemacht und wenn nichts dazwischen kommt, sind wir im Frühling 2020 wieder hier, zur besten Morchel – Zeit!

Und hier noch einige Impressionen, die Beatrice aus Berlin für uns im Bild festgehalten hat. Beatrice und Christian Petzka weilten noch einen Tag länger am Schweriner See und waren nochmals erfolgreich auf Pilzpirsch im Haushalt Forst.

Hier ist es ein riesiger Milchling, den uns Christian präsentiert.

Aber über eine Stelle von Herbsttrompeten haben sie sich ganz besonders gefreut.

So sehr, dass Christian gleich ein Freudenständchen in den Wald hinaus trompetete.

Und es hatte sich schließlich wirklich gelohnt, so dass die Beiden mit diesem Orchester die Heimfahrt in die Hauptstadt antreten konnten.

Anmeldungen zu weiteren Seminaren unter: steinpilz.wismar@t-online.de

Siehe unter „Termine“

16. Oktober 2019 – Mittwochsexkursion durch die Heide

Mittwochsexkursion

Es ging in die Nossentiner/Schwinzer Heide

Auch exklusiv für interessierte Pilzfreunde

Wir starten.

Der zweite Quadrant des Meßtischblattes 2439 stand heute auf dem Programm. Fast der gesamte Bereich südlich des Krakower Sees ist von Wald bedeckt. Was sind hier 3 – 5 Stunden, eine ganze Woche hätte man hier zubringen können. Das Gebiet gehört zur Nossentiner Heide, ist also sandig und meist von Nadelbäumen bestanden, vorwiegend von Kiefern. Zu dieser Jahreszeit natürlich ein Paradies für Pilzsammler. Wir wollten aber auch über den Tellerand blicken und erfassen, welche Pilzarten wir hier heute antreffen können.

Lust bekommen, mich zu begleiten, hatten vier Pilzfreunde aus Schwerin, Irena aus Keez und ein weiterer Pilzfreund aus Wismar. Während ich mich eher um die Bestandsaufnahme kümmerte, war bei meinen Gästen Maronen – Sammeln angesagt, die es mehr als reichlich gab. Leider spielte das Wetter nicht mit. Es regnete in strömen und das die gesamte Tour über. Trotzdem waren am Ende alle zufrieden.

Ein Zweisporiger Champignon (Agaricus bisporus) begrüßte uns am Straßenrand. Der Urtyp unserer Zucht – Champignons.

Ein kleines Kuriosum sehen wir bei diesem Rotbraunen Milchling (Lactarius rufus). Aus dem Stiel wächst ein weiteres Pilzchen.

Der von Oktober bis April, ausschließlich an Nadelholz – Stubben fruktifizierende Grau- oder Rauchblättrige Schwefelkopf (Hypholoma capnoides) gehört zu unseren schmackhaftesten Speisepilzen.

Inzwichen sind die Körbe meiner Begleiter schon gut mit Klassikern gefüllt – Maronen – Röhrlinge!

Dort, wo die Kiefern mit Buchen untermischt waren, gab es auch reichlich Derbe Rotfüßchen (Xerocomus pruinatus).

Giftpilze waren besonders durch Pantherpilze (Amanita pantherina) vertreten.

Nach drei Stunden Waldbaden, im wahrsten Sinne des Wortes, reicht es auch. Schnell noch ein Erinnerungsfoto.

So schön kann Pilzherbst sein! Wenn es nur nicht so geregnet hätte. Unpraktisch ist bei diesem Wetter, die Pilze mit den Röhren nach oben in den Korb zu legen. Sie können sich dadurch noch mehr mit Wasser vollsaugen und die Regentropfen lassen die Röhren bläulich verfärben.


Hier die Artenliste von 2439/2 – Nossentiner/Schwinzer Heide: Grünblättriger Schwefelkopf, Rosablättriger Egerlings – Schirmpilz, Zweisporiger Champignon, Kastanienbrauner Schirmpilz, Rostfleckiger Helmling, Horngrauer Rübling, Kahler Krempling, Dehnbarer Helmling, Falscher Pfifferling, Mäuseschwänzchen, Rosablättriger Helmling, Weißmilchender Helmling, Amiant – Körnchenschirmling, Maronen – Röhrling, Rotfuß – Röhrling, Rotbrauner Milchling, Keulenfuß – Trichterling, Grünspan – Träuschling, Graublättriger Schwefelkopf, Gelbweißer Täubling, Purpurfilziger Holzritterling, Schwarzgebänderter Harzporling, Violetter Lacktrichterling, Gelber Knollenblätterpilz, Süßlicher Milchling, Derbes Rotfüßchen, Fleischroter Lacktrichterling, Butterpilz, Roter Fliegenpilz, Buckel – Täubling, Leberbrauner Milchling, Dunkler Hallimasch, Kirchroter Spei – Täubling, Echter Steinpilz, Seifen – Ritterling, Breitblättriger Rübling, Edel – Reizker, Fuchsiger Scheidenstreifling, Ziegenlippe, Angebrannter Rauchporling, Gemeine Stinkmorchel, Samptfuß – Krempling, Ziegelroter Täubling, Zitronenblättriger Täubling, Klebriger Hörnling, Weißflockiger Gürtelfuß, Braunroter Lacktrichterling, Flaumiger Milchling, Birken Spei – Täubling, Flatter – Milchling, Grasgrüner Täubling, Pantherpilz und Gemeiner Rettich – Fälbling.


Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

13. Oktober 2019 – Tagesausflug der Pilzfreunde

Tagesausflug der Pilzfreunde

Es ging in die Elberegion bei Hitzacker

Weitläufige KIefernwälder und Heideflächen dominieren in der Elberegion um die Landesgrenze von Mecklenburg – Vorpommern und Niedersachsen.

Als Pilzfreund Dr. Jochen Sperber vor zwei Jahren von Wismar nach Embsen, zwischen Hitzacker und Lüneburg gezogen ist, war klar, wir werden uns in seiner Nähe später auch zu einer Vereinsexkursion treffen. Das sollte schon im Oktober 2018 stattfinden, mußte aber aufgrund der extremen Trockenheit abgesagt werden. So wagten wir heute einen neuen Versuch, denn die Natur meinte es in diesem Jahr besser mit uns.

Jochen schrieb uns dazu seine Vorstellungen, wie der Tag ablaufen könnte: „Ich stelle mir vor, dass es sich um einen Tagesausflug handelt. Die Anfahrt dauert etwa 1 1/2 Stunden. Eine Unterbrechung kann an der Abzweigung Dömitz, kurz vor der Dömitzer Brücke, sein. Hier können wir uns gegen 10.00 Uhr treffen. Ich würde mit euch dann in den Wald bei Splietau gehen.

Nach 2 stündiger Exkursion ist Mittagspause in einem Restaurant in Hitzacker angesagt. Wenn Bedarf besteht, können wir uns auch das Städtchen Hitzacker anschauen. Danach geht es zur Abschiedsexkursion in ein Waldgebiet bei Seerau. Es sind von Hitzacker nur 5 Minuten zu fahren. Es handelt sich um ein großes Waldareal. Das Gebiet ist, wie für alle Elbdünen typisch, etwas wellig. Von dort aus geht es am späten Nachmittag wieder in Richtung Heimat. Soweit seine Planung. Bis auf den Stadtrungang, hielten wir uns an seine Vorgaben. Hier einige Einfrücke von einem schönen Vereinsausflug:

Ankunft und Begrüßung bei Dömitz.

Sehr schöne Maronen (Xerocomus badius) erfreuten und bei der ersten Exkursion durch den Wald bei Splietau.

Bei 20 Grad und Sonnenschein herrschte bestes Ausflugswetter und ideal für eine Kaffee – Runde in Wald und Flur. Dritter von rechts, stehend, unser Pilzfreund und Organisator Dr. Jochen Sperber. Ulrich Klein hielt diesen denkwürdigen Moment für uns im Bild fest.

Zum Mittagessen luden uns Jochen und seine Frau auf die Elbterrassen ein.

Natürlich auch mit Blick auf die Elbe.

Der Hunger ist groß und die Auswahl reichlich, wie wir bei der Sichtung der Speisekarte feststellen konnten.

So wie in Mecklenburg auch, überall längst der grasigen Straßenränder Rosablättrige Egerlings – Schirmpilze (Leucoagaricus leucothites).

Inzwischen befinden wir uns im Kiefernwald bei Seerau. Hier sehen wir Muschelkremplinge (Paxillus panuoides). Bei uns minderwertig, in Osteuropa teilweise ein willkommener Speisepilz.

Während alle anderen meist nur einen Blick für Maronen hatten, begeisterten mich in diesem Kiefernforst große Mengen von Leberbrauen Milchlingen (Lactarius hepaticus). Ungenießbar.

Aber auch Ulrich weiß ungenießbare Pilze zu schätzen, denn für`s Foto können diese durchaus ein Genuss sein.

Und dieses kann der Zedernholz – Täubling (Russula badia) durchaus für sich in Anspruch nehmen. Ein schöner, fester, plastischer Täubling, den wir stets unter Kiefern finden und dessen Geschmackserlebniss so ziemlich alles scharfe, was die Pilzwelt zu bieten hat, in den Schatten stellt. Unbedingt kosten!

Zum Abschied serviert uns Irena noch Melone und Kaffee.

Zur Erinnerung an einen wunderschönen Tag noch schnell ein Abschiedsfoto. 13. Oktober 2019.

Und natürlich hatte es sich auch in Bezug auf die leckeren Maronen – Röhrlinge richtig gelohnt.

Lieber Jochen, ganz herzlichen Dank dir und deiner liebe Frau, für diesen tollen Tag!

Bleibt gesund und vieleicht klappt es irgendwann mit einem Wiedersehen.

12. Oktober 2019 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Grünen Knollenblätterpilzes

Sie führte durch den Sültener Forst

Heute ging es also wieder zu einer Lehrwanderung in den Wald. Steinpilz, Pfifferling und Co sind den meisten Pilzfreunden geläufig und können in der Regel ohne fachmännische Begleitung eingesammelt werden. Aber auch hier gibt es bei nicht wenigen Sonntagssammlern Unsicherheiten. Gelangt der Falsche Pfifferling anstatt des echten Eierschwamms in die Pilzpfanne, ist es nicht weiter schlimm, nur der Geschmack dürfte nicht den Erwartungen entsprechen. Sollte jedoch nur ein vermeindlich als Steinpilz eingesammelter Gallen – Röhrling in die Speise gelangen, so hat es sich mit einer schmackhaften Pilzmahlzeit erledigt. Selbst hier ist die Anwesenheit eines Experten nicht verkehrt.

Grundsätzlich geht es bei einer geführten Wanderung nicht vordergründig darum, die Körbe mit den volkstümlich bekannten Speisepilzen zu füllen, sondern es soll in erster Linie Wissen vermittelt werden, um eine größere Sicherheit auf diesem Gebiet zu erlangen. Daher ist bei unbekannten Pilzfunden nicht zu erst die Frage der Genießbarkeit zu klären, sondern es gibt zuvor Erläuterungen, welche wichtigen Erkennungsmerkmale den gefundenen Pilz auszeichnen. Erst dann wird die Frage der Genießbarkeit geklärt. Leider kommt es all zu oft vor, dass nicht richtig zugehört wird und die gleiche Pilzart nur kurze Zeit später wieder vorgezeigt wird, weil sie schnell weggeworfen wurde, wegen ihrer Unverwertbarkeit oder gar Giftigkeit. Wer also wirklich etwas lernen möchte und am Ende hoffentlich trotzdem mit leckeren Mischpilzen die Heimfahrt antreten möchte, war wieder sehr herzlich eingeladen. Und dieser Einladung folgten über 20 Pilzfreunde, und das bei Dauerregen! So war es etwas ungemütlich und im Verlauf stellte sogar meine Kamera ihren Dienst ein. Bis es soweit war, gelangen mir noch folgende Eindrücke der heutigen Tour.

Gleich zu Beginn stolperten wir über größere Mengen des Gemeinen Rettich – Fälblings (Hebeloma crustuliniforme). Fälblinge sind im großen und ganzen alle ungenießbar oder nicht besonders wohlschmeckend. Dieser ist dazu noch roh giftig!

Lecker, zumindest im Jungstadium, ist hingegen die Espen – Rotkappe (Leccinum aurantiacum).

Dieser Beutel – Stäubling (Calvatia excipuliformis) befindet sich mitten im Reifestadium. Nur jung, schnittfest und weißfleischig, kann er gegessen werden.

Ein Edel – Reizker unter Fichten. Der Fichten – Reizker steht dem echten Edel – Reizker, den wir bei Kiefern finden, geschmacklich nach. Er ist etwas bitterlich.

Die Röhren des Steinpilzes (Boletus edulis) sind zunächst weißlich gefärbt.

Dann hell gelbgrünlich…

…und schließlich verfärben sie sich olivgrün.

Ein frischer, essbarer Perlpilz (Amanita rubescens). Man achte auf die geriefte Manschette und die rötlichen Tönungen irgendwo am Fruchtklörper.

Ein Fichtenzapfen mit zahlreichen Mäuseschwänzchen (Baeospora myosura).

Die Marone (Xerocomus badius) kann bei Berührung blaue Flecken bekommen.

Charakteristisch für den leckeren Fleischroten Speise – Täubling (Russula vesca) ist die nicht bis an den Rand heranreichende Huthaut und natürlich sein milder, nussiger Geschmack.

Der Violette Lacktrichterling (Laccaria ametystea) sollte in Gebieten mit noch erhöhter Strahlenbelastung aufgrund des Tschernobyl – Unfalls nur zurückhaltend verspeist werden. Er reichert auffällig viel Caesium an!

Der Stachelbeer – Täubling (Russula queletii) schmeckt bennend scharf und kann daher keine Verwendung in der Küche finden.

Auf der Stirnfläche dieses dicken Laubholz – Stammes hat sich eine Landkarte gebildet.

Chris Engelhardt hat heraus gefunden, wer hier seine Grenzen abgesteckt hat, nähmlich der Kellerschwamm (Coniophora puteana). Auch das Bild stammt von ihm.

Das Kuriositäten – Kabinet hatte hier geöffnet. Graukappen (Lepista nebularis) als Doppeldecker.

Der Kupferrote Gelbfuß (Chroogomphus rutilus) ist ein leicht erkennbarer Kiefern – Begleiter und ein guter Speisepilz.

Am gleichen Standort ist meist auch der delikate Edel – Reizker (Lactarius deliciosus) anzutreffen.

Ein Dankeschön an Christopher Engelhardt für dieses Gruppenfoto. Leider sind nicht mehr alle Teilnehmer mit drauf, da ihnen das Wetter dann doch zu unangenehm wurde. 12. Oktober 2019 im Sültener Forst.

Während diese Truppe dann die Heimfahrt antrat, wofür ich sie etwas beneidete, war für mich allerdings erst Halbzeit. In Höhe des Brüeler Umspannwerkes erwartete mich eine zweite Gruppe, nähmlich die Gruppe Perlebach, mit denen ich schon seit Jahren einmal in der Saison unterwegs bin. Wir fuhren in die Nossentiner/Schwinzer Heide. Da, wie bereits angemerkt, meine Kamera in den Streik getreten war, danke ich Volker Litty aus Wismar für die folgenden Bilder:

Dieses Stimmungsfoto zeigt einen einsamen Rostfleckigen Helmling (Mycena zephirus). Die Pilze treten im Herbst regelmäßig als Bodendecker in Nadelwäldern in Erscheinung.

Ein Schlanker Riesenschirmpilz (Macrolepiota gracilenta) im Herbstlaub.

Und auch ein Glückspilz (Amanita muscaria) darf nicht fehlen.

Die Damen wurden bereits fündig.

Der Sonntagsbraten ist gesichert.

Ich glaube, hier ist nochmal der Fachmann gefragt.

Der Korb wird auf einer Folie ausgeschüttet und anschließend durchgesehen.

Fundauswertung im Kreise der Interessierten Sucher, in der Hoffnung, das möglichst viel auch essbar ist.

Die Gesichter sind fröhlich, das meiste darf gegessen werden und hat den Weg zurück in die Körbe gefunden.

Eine erfolgreiche Tour durch die Schwinzer Heide findet ihr Ende. Leider ist auch hier ein Teil der Pilzfreunde bereits unterwegs nach hause. 12. Oktober 2019.

Individuelle Wanderungen können jederzeit mit dem Steinpilz – Wismar vereinbart werden.

Siehe auch unter „Termine“ .

09. Oktober 2019 – Mittwochsexkursion bei Karow

Mittwochsexkursion

Auch exklusiv für interessierte Pilzfreunde

Der 1. Quadrant des Meßtischblattes Karow war an der Reihe

Nach einer kleinen Pause wegen unserer Großpilzausstellung wurde heute wieder zu einer Mittwochsexkursion aufgebrochen. Ein neues Meßtischblatt war an der Reihe: 2439 – Karow. Es ging in den 1. Quadranten – 2439/1. Über die Hälfte des Quadranten besteht aus Waldflächen. Eingebettet mehrere Seen sowie ausgdehnte Feuchtbereiche des Naturschutzgebietes Serrahn. Der größte See ist der Damerower See. Kleinere Schutzgebiete sind das NSG Dünenkiefernwald und das NSG Paschensee. Beide liegen in der Wooster Heide. Diese war unser Ziel und ich fuhr mit Irena dort hin.  Alle Großpilze, die im Feld ansprechbar waren, wurden notiert, teils auch fotografiert. Sehenswerte Großpilze  für unsere ständige Frischpilzausstellung mitgenommen und auch reichlich Speisepilze zum trocknen. Allen voran Steinpilze und Maronen sowie die oben zu sehenden Stockschwämmchen, die es in großen Mengen gab.

Eine Augenweide sind die Purpurfilzigen Holzritterlinge (Tricholomopsis rutilans), die an Kiefernholz wachsen.

Ganz frische Violette Rötel – Ritterlinge (Lepista nuda) in der Humusschicht eines Waldweges.

Besonders in den Buchenbereichen gab es einiges an Steinpilzen (Boletus edulis), die sehr willkommen für unsere Dörr – Geräte waren.

Entlang eines etwas kalkhaltigen Weges wuchsen zahlreiche Fichten – Reizker (Lactarius deterrimus). Natürlich bei Fichten.

Auch im Winter laufen die Kosten für unser Info – Zentrum weiter. Da machen sich Trockenpilze als zusätzliches Angebot seit vielen Jahren ganz gut. Die Stockschwämmchen wurden eingeweckt für Pilzsuppe und die Steinpilze gedörrt.

Gesäubert und in Scheiben aus die Siebe geschnitten…

… landeten sie auf, b.z.w. in verschiedenen Dörrgeräten. Dieses Modell ist mit eingebauter Zeitschaltuhr. Ich stelle 12 Stunden bei 50 Grad ein. Das sollte meist ausreichen. Falls die Pilze danach nicht raschelldürr sind, noch etwas nachtrocknen und sogleich in luftdichte Gefäße verschließen.


Hier die Artenliste von MTB: 2439/1 – Wooster Heide: Grünblättriger Schwefelkopf, Waldfreund – Rübling, Gallen – Täubling, Goldgelber Lärchen – Röhrling, Langstieliger Knoblauch – Schwindling, Violetter Lacktrichterling, Buntstieliger Helmling, Gelbmilchender Helmling, Graublauer Reif – Täubling, Weißmilchender Helmling, Stink – Schirmling, Rostfleckiger Helmling, Echter Steinpilz, Horngrauer Rübling, Stockschwämmchen, Buckel – Tramete, Maronen – Röhrling, Rehbrauner Dachpilz, Gemeiner Wurzel – Schleimrübling, Schmetterlings – Tramete, Brennender Rübling, Kahler Krempling, Purpurfilziger Holzritterling, Derbes Rotfüßchen. Rosablättriger Helmling, Weißstieliges Stockschwämmchen, Geflecktblättriger Flämmling, Ziegelroter Schwefelkopf, Schmutziger Rötel – Ritterling, Graublättriger Schwefelkopf, Graukappe, Klebriger Hörnling, Riesenschirmpilz, Gelbblättriger Hautkopf, Jodoform – Täubling, Falscher Pfifferling, Roter Fliegenpilz, Behangener Trompeten – Schnitzling, Gemeiner Rettich – Fälbling, Braunroter Lacktrichterling, Mäuseschwänzchen, Grobscholliger Riesenschirmpilz, Butterpilz, Zweifarbiger Lacktrichterling, Nadel – Schwindling, Dehnbarer Helmling, Flatter – Milchling, Gemeiner Violettporling, Keulenfuß – Trichterling, Pantherpilz, Flockenstieliger Hexen – Röhrling, Mehlpilz, Gelber Knollenblätterpilz, Gift – Häubling, Gemeine Stinkmorchel, Eichen – Milchling, Perlpilz, Dickschaliger Kartoffel – Hartbovist, Echter Zunderschwamm, Angebrannter Rauchporling, Striegelige Tramete, Geweihförmige Holzkeule, Flaschen – Stäubling, Birken Spei – Täubling, Knopfstieliger Rübling, Grüner Anis – Trichterling, Grauer Erdritterling, Flaumiger Milchling, Dunkelscheibiger Fälbling, Pfeffer – Röhrling, Kuhmaul, Fichten – Reizker, Fuchsiger Rötel – Trichterling, Veilchen – Rötelritterling, Zedernholz – Täubling, Birken – Zungenporling, Großer Bluthelmling, Gelbweißer Täubling, Adlerfarn – Fleckenpilz, Weißer Mehlschirmling und Weißvioletter Dickfuß.


Weitere Mittwochsexkursionen? – Siehe unter Termine!

04. – 07. Oktober 2019 – Großpilzausstellung in Wismar

27. Großpilzausstellung in Wismar

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Im Mykologischen Informationszentrum in der ABC Straße 21

Eröffnung war am Freitag, dem 04.10.2019, um 14.00 Uhr.

Die weiteren Öffnungszeiten:

Freitag bis 18.00 Uhr

Sonnabend und Sonntag (05./06.10.) von 10.00 – 18.00 Uhr.

Montag, der 07.10. von 09.00 – 18.00 Uhr.

Eintritt: 2.00 €.

Zum 27. mal luden die Wismarer Pilzfreunde zu ihrer Großpilzschau ein. In den Tagen zuvor ging es in die unterschiedlichsten Wälder, Wiesen und Parkanlagen um eine möglichst breit gefächerte Pallette heimischer Großpilze zusammen zu tragen.

Schon in den letzten September – Tagen stellte ich interessante Pilzarten sicher, so wie diese Wurzelnden Bitter – Röhrlinge (Boletus radicans), die unter Linden im Wismarer Stadtgebiet wuchsen. Sie werden in Frischaltebehälter im Kühlschrank gelagert. Standortfoto.

Diese mastigen Fahlen – Röhrlinge (Hemileccinum impolitum) wuchsen am Straßenrand der B 104 zwischen Weitendorf und Sternberg unter Eichen.

Oberhalb des Fundortes der Fahlen Röhrlinge, in einem kleinen Wäldchen, ein gigantischer Hexenring von Langermannia gigantea, dem Riesenbovist. Einige jüngere Exemplare gingen mit.

Natürlich auch die herrlichsten Fliegenpilze.

Bei meiner Regen – Exkursion am 01. Oktober fand ich im Radebachtal, an Laubholz, diese orangegelben Porlinge. Ich halte sie für Orangegelbe Weichporlinge (Hapalopilus croceus). Bin mir aber nicht ganz sicher, weil es auch noch einen Orangegelben Saftporling (Tyromyces kmetii) geben soll. Beide sind sehr selten und somit war dieser Pilz die mit Abstand größte Rarität der diesjährigen Ausstellung.

Fliegenpilze (Amanita muscaria) waren schließlich in der roten Normalversion, wie auch in der orangegelben Form zu sehen. So fand Irena sie in den Jülchendorfer Buchen.

Fast schon ein wenig kitschig wirken diese Zweifarbigen Lacktrichterlinge (Laccaria bicolor).

Vereinsmitglied Thomas Harm fühlt sich in einen russischen Märchenfilm versetzt. Thomas und meine Wenigkeit waren am Mittwoch vor der Ausstellung den ganzen Tag in verschiedenen Wäldern auf Artenfang.

Am Donnerstag begannen wir (Ulrich Klein und meine Wenigkeit) mit dem Aufbau der Pilzschau und am Freitag sowie an den Folgetagen konnte die Ausstellung von groß und klein in Augenschein genommen werden. Bis zu 300 Pilzarten war unser Ziel. Letztendlich wurden es 278 Gropilzarten und 3 Kleinpilze.

Während wir bereits mit dem Aufbau der Ausstellung beschäftigt waren, besorgte Irena mit Hilfe aus dem Verwandschaftskreis jede Menge Frischpilze für den bevorstehenden Imbiss. Strohgelbe- und Gedrungene Champignons von einer Magerwiese, die voll dieser Egerlinge stand.

Pilzfreund Peter Kofahl macht sich sogleich an die Verarbeitung des Sammelgutes.

Nach unserer gemütlichen Kaffee – Runde am Freitag Nachmittag, ging es mit vereinten Kräften an die Imbiss – Vorbereitungen.

Für die Besucher stand dann am Sonnabend und Sonntag ein Imbiss bereit. Es gab frische Waffeln, Wildpilz – Suppe und Pfanne sowie Kaffee oder Kräutertee.

Bevor die Pfanne dampfte und duftete war wieder reichlich Vorarbeit zu leisten.

Während der gesamten Zeit wurde auch unsere Pilzberatung rege in Anspruch genommen.

Wahre Prachtstücke wurden hier vorgelegt, so wie dieser essbare Fahle Röhrling. Nur einer von etlichen Exemplaren.

Vereinsmitglied Christopher Engelhardt (2. von links) in heiter entspannter  Atmosphäre beim Fachsimpeln mit Ausstellungsbesuchern.

Chris hatte zu all unseren Großpilzen auch einige phytoparasitische Kleinpilze mitgebracht und entsprechen Etikettiert.

Ein wenig verschnaufen ist angesagt. Auch unsere Hamburger Mitglieder Hans – Werner Griffel (links) und Ehefrau Dorothee ließen es sich nicht nehmen, die Ausstellung mit, wie immer, sehr sehenswerten Pilzarten zu bereichern. Ein ganz herzlichen Gruß in die Hansestadt an der Elbe! Besonders danken möchte ich auch unserem dienstältesten Pilzfreund Hans – Jürgen Willsch aus Wismar, der sich im Rahmen seiner Möglichkeiten wieder voll an unserer Veranstaltung beteiligte und somit zum Gelingen nicht unwesentlich beitrug!

Auch Sohn Jonas war wieder mit dabei. Hier bei der Anlieferung vom frischen Möhren. Auch hat er sich um den Waffelteig gekümmert, welches eigentlich meine Aufgabe als ehemaliger Konditor gewesen wäre.

Hier haben neben Hans – Jürgen unsere lieben Pilzfreunde aus dem Spreewald Platz genommen, für einen kleinen Moment des Verschnaufens. Seit Jahren legen sie ihren Ostsee – Urlaub so, dass sie uns bei der Ausstellung voll und ganz unterstützen können. Ganz liebe Grüße und ein riesiges Dankeschön von der Ostsee in den Spreewald!!!

Andrang am Imbissstand.

Viele nutzten, auch auf Grund des herrschenden Pilzreichtums, die Gelegenheit, sich eine der umfänglichsten Frischpilzausstellungen in M – V anzuschauen. Mit ihrem Besuch honorierten Sie eine liebevoll, zeit- und arbeitsintensiv zusammengetragene Pilzschau und es ist gleichzeitig bester Dank und Anerkennung an alle Beteiligten, die sich zum Gelingen dieses alljährlichen Höhepunktes engagiert haben. Und das alles ehrenamtlich um die Wismerer Pilzberatatungsstelle zu erhalten!

Für 2 Euro darf die Ausstellung in Augenschein genommen werden.

Und das loht sich auf jeden Fall!

Natürlich sind auch Steinpilze im Steinpilz – Wismar dabei.

Unsere Schauflächen sind zu 95 % ausgelastet.

Der Eintritt von 2.00 € dient einzig und allein dem Unterhalt des Steinpilz – Wismar!

Mit 281 Arten waren wir gut aufgestellt und das, obwohl vieles fehlte, was ich  gerne noch gezeigt hätte.

Die Pilzfreunde der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V. bedanken für ihren Besuch.

28./29. September 2019 – Tage der Pilze in Rehna

19. Tage der Pilze

Pilzverein Heinrich Sternberg Rehna e.V.

Große Pilzauzsstellung im Kloster Rehna

Diese Veranstaltung fiel wegen Ermangelung ausreichender Frischpilze im Raum Rehna leider aus!

Die Rehnaer Pilzfreunde freuen sich auf das nächste Jahr und hoffen auf bessere Zeiten.

22. September 2019 – Pilzwanderung bei Ritzerau

Pilzwanderung des BUND in Ritzerau

Ökologisch – kulinarische Pilzveranstaltung im Lübschen Forst

Pilzwanderung und Verköstigung im Lübschen Forst Ritzerau

Sonntag, der 22. September 2019, 10.00 – 16.00 Uhr in 23896 Ritzerau, Am Forstgehöft, Köhlerhütte (800 m geradeaus in den Wald).

Leitung: Hans – Heinrich Stamer (BUND), Irena Dombrowa (Keez, bei Brüel in M-V), Reinhold Krakow (Steinpilz – Wismar), Pilzführer Barbara Denker und Eckhard Kropla sowie die Köche Jürgen Zeh und Felix Riffel.

Unter fachkundiger Leitung wurde auf die Bedeutung aller Pilze für den Wald, die Bestimmung der giftigen, der nicht genießbaren und der Speisepilze eingegangen. Viele der gesammelten Pilze wurden in einer Gesamtschau sortiert, die Speisepilze gemeinsam geputzt und von unseren Köchen zum leckeren Pilzmenü verarbeitet und schließlich zur Verköstigung gereicht.

Die Teilnehmerzahl war begrenzt. Kostenumlage: Wanderung 7.00 €, Verköstigung 8.00 € (Kinder bis 13 Jahren die Hälfte). Kaffee, Kuchen und sonstige Getränke extra.

Das erste mal übernahm auch Sohn Jonas eine Gruppe, gemeinsam mit Hans – Heinrich Stamer.

Hans – Heinrich Stamer begrüßt die zahlreich erschienenen Pilz- und Naturfreunde.

Nach der Begrüßung und Einführung wurden wieder mehrere Gruppen gebildet, die dann jeweils in verschiedene Bereiche der Lübschen Forst unterwegs waren.

Zu den ersten Fundstücken in meiner Gruppe zählten etliche Exemplare der minderwertigen Steifen – Koralle (Ramaria stricta).

Der Specht – Tintling (Coprinus picaceus) begeistert immer wieder.

Auch der Igel – Stäubling (Lycoperdon echinaceum) ist eine markannte Gestalt und viel zu schön, um in der Pfanne zu landen.

Diesem Schicksal konnten diese leckeren Blassen Laubwald – Pfifferlinge (Cantharellus pallidus) nur schwerlich entkommen.

Immer wieder interessante Funde.

Der Violette Lacktrichterling (Lacarria ametystea) ist mit seiner eingedellten Hutmitte und den dicklichen, entfernt stehenden Lamellen so wie seiner etwas zähen Konsistenz bestens festgelegt und wird gerne eingesammelt.

Leicht giftige Doppelgänger sind die Vertreter der Rettich – Helmlinge. Hier sehen wir den Schwarzgezähnelten Rettich – Helmling (Mycena pelianthina). Etwas enger stehende Lamellen. Gebuckelte bis gewölbte Hutform und charakteristischer Rettich – Geruch lassen sie gut erkennen und abgrenzen.

Zwei essbare Schopft – Tintlinge (Coprinus comatus) und ein Specht – Tintling (Coprinus picaceus). Als jung essbar gelten nur die Schopf- Tintlinge.

Auch die Glimmer – Tintlinge (Coprinus micaceus) sollen ganz jung essbar sein, aber bitte ohne Alkohol!

Die häufigen Waldfreund – Rüblinge (Collybia dryophila) können von Kennern im Mischgericht Verwendung finden.

Violett, stahlblau oder auch grünlich können die Hüte des Frauen – Täublings (Russula cyanoxantha) aussehen. Die weißen Lamellen sind nicht brüchig. Sehr guter Speisepilz.

An Kiefernholz wächst der Purpurfilzige Holzritterling (Tricholomopsis rutilans). Der hübsche Pilz ist durch seine purpurötliche Färbung an Hut und Stiel sowie seine leuchtend gelben Lamellen und dem gleichfarbigem Hutfleisch bestens gekennzeichnet. Minderwertiger Speisepilz.

Die Grüngelben Gallertkäppchen (Leotia lubrica) sollen zwar auch gegessen werden können, sind aber meist unergiebig und sollten höchstens das Auge erfreuen.

Der kaum giftige, nach muffigem Kartoffelkeller riechende Gelbe Knollenblätterpilz (Amanita citrina) tritt in zwei Farbvarianten auf. Hellgelbgrünlich oder weiß.

Schließlich trafen am frühen Nachmittag wieder alle an der Köhlerhütte ein und die gesammelten Waldpilze wurden auf dem dafür vorgesehenen Tisch ausgelegt, die essbaren gesäubert und dem Koch übergeben. In gemütlicher Runde konnte dann dem Speis und Trank gefröhnt werden.

Damit schließlich auch alle Teilnehmer satt werden können, hatte der Koch bereits im Großmarkt eingekauft. Hier sind es Limonen – Seitlinge. In freier Wildbahn sollen die Pilze in Asien, Afrika und Russland vorkommen.

Auch braune Zuchtchampignons, Pfifferlinge, Semmelstoppelpilze und Shitake waren mit dabei.

Der Termin für`s nächste Jahr:

20. September 2020 um 09.45 Uhr am alten Forsthof im Lübschen Forst Ritzerau.

Voranmeldungen per E – Mail an:

Hans-Heinrich.Stamer@bund-rz.de

21. September 2019 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Grünen Knollenblätterpilzes

Sie führte durch das Kaarzer Holz

Wir starten in Richtung Kaarzer Holz.

Das Kaarzer Holz gehörte früher zum Staatsforst Turloff. Das teils hügelige Waldgebiet ist überwiegend in der Hand der deutschen Bundesstiftung Umwelt und soll in Zukunft weitgehend sich selbst überlassen werden. Es geht in Richtung Naturschutzgebiet. Vor wenigen Jahren führten wir hier im Auftrag der DBU Kartierungen durch. Auch Wölfe sind inzwischen wieder heimisch geworden. Noch sind viele Nadelforste dominant, das wird sich in Zunkunft allmählich ändern, wenn die Natur entscheiden darf, welche Bäume sich schließlich auf den meist sandigen Standorten durchsetzen und behaupten können. Heute gab es hier und auch auf den angrenzden Jülchendorfer Trockenhängen einen teils großen Pilzreichtum. Auf den Trockenwiesen so weit das Auge schauen konnte Riesenschirmpilze. In den noch monotonen Fichtenforsten reichlich Maronen – Röhrlinge. So konnte jeder der wollte mit einer reichen Ausbeute heimkehren und hat obendrein auch noch etwas dazu gelernt. Hier wie immer einige Bilder von der  heutigen Tour durch das Kaarzer Holz.

Zunächst begrüßten uns die Pferde freundlich.

Die ersten Fundstücke tauchen auf. Hier ist es ein gallebitterer und somit ungenießbarer Gefleckter Rübling (Collybia maculata).

Die sauerlich schmeckenden Rotfüßchen (Xerocomus chrysenteron) sind hingegen essbar und dürfen in den Sammelkorb wandern.

Genau so wie diese Butterpilze (Suillus luteus).

Essbar ist auch das häufige und an Laubholz – Stubben büschellig wachsende Weißstielige Stockschwämmchen (Psathyrella hydrophila).

Ergiebig wäre der Samtfuß – Krempling (Paxillus atrotomentosus), soll aber muffig und dumpfig schmecken. Wir finden ihn an Nadelholz – Stubben mit deutlicher Vorliege für Fichtenholz.

Der Widerliche Täubling (Russula pectinatoides) gehört zu den Kamm – Täublingen, mit stark gerieftem Hutrand. Zusammen mit dem ähnlichen und ebenfalls ungenießbaren Camenbert – Täubling finden wir ihn gerne unter Eichen, aber auch bei Linden in Parkanlagen.

Die Eiche ist auch der Lieblingsbaum des stark giftigen Pantherpilzes (Amanita pantherina).

Sowohl auf Trockenrasen wie auch in sandigen Kiefernwäldern wächst der Gedrungene Champignon (Agaricus spissicaulis). Er ähnelt etwas dem Wiesen – Champignon, ist aber kompakter und fleischiger.

Ein großer Becherling der Gattung Peziza am Waldwegrand. Wahrscheinlich handelt es sich um den Buchenwald- oder Riesenbecherling. Ohne Speisewert.

Eine junge Krause Glucke (Sparassis crispa) erblickt das Licht der Welt und bald den heißen Pfannenboden.

Da ist natürlich die Freude groß!

Ein Perlpilz (Amanita rubescens) vom feinsten. Auch er wird sicherlich vortrefflich munden!

Von Unkundigen gerne mit der Krausen Glucke verwechselt werden die Vertreter der Korallenpilze. Hier sehr wir die häufige und minderwertige Steife Koralle (Ramaria stricta).

Junge Grünblättrige Schwefelköpfe (Hypholoma fasciculare) geben ein schönes Bild ab, sind aber giftig und sollten im Wald bleiben.

Leckere Parasole (Macrolepiota procera). Die strohigen Stiele können getrocknet und zu Pilzpulver verarbeitet werden.

Monotoner Fichtenforst mit einer ebenso monotonen Pilzflora.

Die Monotonie bestand hauptsächlich aus Maronen – Röhrlingen (Xerocomus badius) aller erster Wahl. Nun gab es kein halten mehr und die Körbe und Eimer der Mykophagen füllten sich rasant.

Und so gelangte so mancher Korb an seine Kapazitäts – Grenze.

21. September 2019 im Kaarzer Holz.

Wann findet die nächste Pilzwanderung statt? – Siehe unter Termine!

18. September 2019 – Mittwochsexkursion bei Lübz

Mittwochsexkursion

Auch exklusiv für interessierte Pilzfreunde

Es ging in das MTB 2538/4 – Lübz

Der Regen kam für die heutige Exkursion zu spät in den Kreiener Tannen.

Heute war der letzte Quadrant des Meßtischblattes Lübz an der Reihe. Es standen 4 Exkursionsgebiete zur Auswahl: die Blockkoppel, die Kreiener Tannen, im Notstall und die Schlemminer/Vietlübber Tannen. Durch die Blockkoppel verläuft eine Quadranten Grenze und außerdem waren wir hier im vergangenen Jahr schon im Rahmen einer öffentlichen Lehrwanderung unterwegs. So hatte ich mich für die Kreiener Tannen entschieden. Auch weil sich hierzu ein interessierter Pilzfreund aus Bützow angemeldet hatte und wir einen markanten Treffpunkt ausmachen mußten. Dieser war gegen 10.00 Uhr am Ortseingang von Benzin. Von hier aus fuhren wir bis zum nahen Waldrand und begannen unserer Exkursion. Während es beispielsweise in den Wäldern um Weberin herum reichlich Frischpilze gab, war es hier noch sehr trostlos. Ergiebig geregnet hatte es zwar kürzlich auch hier, aber die Niederschläge müssen erst noch einwirken. Hier einige Bilder von der heutigen Tour:

Die Rötende Tramete (Daedaleopsis confragosa) ist ein häufiger Laubholzbewohner. Der einjährige Porling ist nun wieder frisch erschienen und wird noch mehrere Monate am Substrat verweilen, bevor er irgndwann im nächsten Jahr verrottet.

Neben Buchenbereichen gibt es auch Fichten- und Kiefernforste in den Kreiener Tannen.

Zu den bedeutsamsten Funden zählten diese Holzkohlenpilze (Daldinia concentrica) an Betula.

Ausgesprochen gemein ist hingegen der Dickschalige Kartoffel – Hartbovist (Scleroderma citrinum).

Sehr gefreut habe ich mich über den Zweifarbigen Knorpelporling (Gloeoporus dichrous) an einem trockenen Eichen – Ast.

Der Flatter – Milchling (Lactarius tabidus) ist ein Massenpilz unter Birken und Fichten.

Etwas ausgeblasst präsentiert sich hier der an Kiefernholz wachsende Purpurfilzige Holzritterling (Tricholomopsis rutilans).

Zumindest für meinen Begleiter hat sich die Tour hinsichtlich von Speisepilzen mehr als gelohnt.


Hier die Artenliste von MTB 2538/4 – Kreiener Holz: Eichen – Mehltau, Rötende Tramete, Gemeine Stinkmorchel, Klebriger Hörnling, Brennender Rübling, Rosablättriger Helmling, Ahorn – Runzelschorf, Grünblättriger Schwefelkopf, Krause Glucke, Grauweißer Saftporling, Schmetterlings – Tramete, Gelber Knollenblätterpilz, Wurzelschwamm, Mäuseschwänzchen, Adlerfarn – Fleckenpilz, Holzkohlenpilz, Striegeliger Schichtpilz, Dickschaliger Kartoffel – Hartbovist, Rehbrauner Dachpilz, Vielgestaltige Kohlenbeere, Löwengelber Porling, Echter Zunderschwamm, Schwefelporling, Zweifarbiger Knorpelporling, Waldfreund – Rübling, Judasohr, Eichen – Rindensprenger, Birken – Zungenporling, Flatter – Milchling, Fleischroter Lacktrichterling und Purpurfilziger Holzritterling.


Wer also gerne einmal mit dem Fachmann ganz exklusiv durch den Wald auf der Suche nach allen möglichen Großpilzen wandern möchte, ist sehr herzlich eingeladen. Siehe unter „Termine“.

14. September 2019 – Treffen am Roten See

Vereinstreffen am Roten See

Pilzverein Heinrich Sternberg Rehna e.V.

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

14. Vereinstreffen am Roten See bei Brüel

Die Wismarer Pilzfreunde und interessierte Gäste trafen sich am Sonnabend, dem 14. September 2019, gegen 09.45 Uhr mit den Rehnaer Pilzfreunden auf dem Parkplatz am Roten See.

Zu Beginn ein kurzes Gebet an den Pilzgott, dass er uns doch reichlich die Körbe füllen möge. Foto Torsten Richter.

Mit dabei auch Karola Friedrich aus Schwerin, Christopher Engelhardt aus Lübeck und im Hintergrund Robert Grieben aus Wismar.

Nach dem im vergangenen Jahr unser traditionelles Vereinstreffen am Roten See aufgrund der lang anhaltenden Trockenheit und der Tatsache, dass die dortige Blockhhütte geschlossen war, ausfallen mußte, wollten wir uns in diesem Jahr wieder hier zu Exkursionen und anschließendem, gemütlichen Beisammensein bei Speiß und Trank einfinden. Nach kurzer Begrüßung brachen wir zu unseren Exkursionen auf. Eine Gruppe um Torsten Richter umwanderte den Deichelsee und Reinhold Krakow zog mit einer weiteren Truppe durch die Wälder oberhalb des Hohl- und Deichelsees. Während an den Seeufern nicht viel zu holen war, konnten die Pilzfreunde im übrigen Gebiet recht zufrieden sein. Vor allem Rotfuß – Röhrlinge landeten in den Körben.

Der Aufbruch.

Gleich nach dem Start am Wegesrand einige Grünende Fichtenkorallen (Ramaria abietina).

Mit einem guten Objektiv können auch kleinste Pilze, die Torsten Richter hier in den Händen hält, hervorragend abgebildet werden.

Ein stark gilbender und kräftig nach Anis duftender Zwerg – Champignon.

Schön sind die milchigen Tröpfchen auf der Unterseite des Körnchen – Röhrlings zu erkennen.

Bei etwas reiferen Fruchtkörpern sind diese meist nicht mehr vorhanden. Körnchen – Röhrling (Suillus granulatus) am Standort fotografiert.

Rotfuß – Röhrlinge (Xerocomus chrysenteron) landeten heute am häufigsten in der Körben der Sammler.

Der Hohlsee an diesem schönen Spätsommertag.

Die herrlich duftende Fenchel – Tramete (Gloeophyllum odoratum) mit frischem Zuwachs an einem alten Fichtenstubben.

Ein Kegelschuppiger Schirmpilz (Lepiota aspera) mit vergleichsweise wenigen Kegelschuppen. Sehr dicht stehende Lamellen, ein filigraner, wattig – spinnwebartiger Ring (Manschette) und ein stechender Geruch grenzt ihn von den meist essbaren Riesenschirmpilzen deutlich ab.

Essbar sind die mild schmeckenden Ziegelroten Täublinge (Russula velenovskyi).

Ganz besonders lecker sind diese fleischigen Würzigen Tellerlinge (Rhodocybe truncata). Habituell ähneln sie den Maipilzen und kommen auch gern an deren Standorten vor.

Ganz vereinzelt war auch ein Steinpilz (Boletus edulis) mit von der Partie.

Diesen großen, weißen Milchling, finden wir nur unter Pappeln. Es handelt sich um den Rosascheckigen Milchling (Lactarius controversus). Er ist nach herkömmlichen Zubereitungsmethoden ungenießbar.

Die Mahlzeit ist gesichert. Rotfuß – Röhrlinge riechen und schmecken allerdings säuerlich und das ist nicht jedermanns Sache.

Und auch hier hat es gelohnt. „Durchaus gut gefüllte Pilzkörbe und das im trockenen September“ schreibt Torsten Richter zu seinem Foto.

Gegen 13.00 Uhr trudelten wieder alle am Roten See ein und begaben sich zur Blockhütte. Da sie glücklicherweise eine neue Pächterin gefunden hat, durften wir uns hier wie gewohnt zünftig stärken und natürlich auch auf unsere Erfolge mit einem Pils vom Fass anstoßen.

Zur Erinnerung an einen schönen Vereinsausflug an den Roten See im September 2019. Foto ebenfalls Torsten Richter aus Rehna.

Wetter und Wasser waren noch warm genug und wer wollte konnte auch  einen Sprung in die Fluten des Roten Sees wagen. Falls die gefundenen Pilze zum Sonntagsbraten noch nicht ausreichten, bestand auch die Möglichkeit eine Angel in den See zu halten.

Der Rote See an diesem 14. September 2019.

Das Ende der Veranstaltung bestimmte wie immer jeder für sich.

Hoffen wir auch im nächsten Jahr auf ein reges Interesse aller Pilzfreunde in unseren beiden Vereinen wenn es wieder heißt „Auf zum Roten See“.

11. September 2019 – Mittwochsexkursion bei Lübz

Mittwochsexkursion

Exklusiv auch für interessierte Pilzfreunde

Der dritte Quadrant des Meßtischblattes Lübz

Heute ging es in den dritten Quadranten des Lübzer Meßtischblattes 2538/3. Hier standen gleich vier Waldgebiete zur Auswahl: die Burower Tannen, der Tannenkamp, das Kreiener Holz und die Kreiener Tannen. In den Burower Tannen überwiegen laut Karte Nadelholzbestände. Der Tannenkamp und das Kreiener Holz hängen zusammen und bieten sowohl Nadel- wie auch Laubwald sowie Feuchtgebiete. So wurde er der heutige Zielwald. Am Vormittag traf ich mich hier mit Almut Hauschild von Korax – Film Schwerin. Die Produktionsfirma für Naturdokumentationen arbeitet u. a. auch für den NDR. Ihr Anliegen war heute eventuell einige Pilzarten vor die Foto – Linse zu bekommen, die eine mystische Aura besitzen und deshalb im Volksglauben früherer Zeiten mit märchenhaften Bezeichnungen versehen wurden. Hexenpilze und Satans – Röhrlinge waren heute zwar nicht dabei, aber das Hexenei der Stinkmorchel oder in einem Hexenring angeordnete Pilzfruchtkörper passen durchaus in diese Thematik, die einem neuen Filmprojekt zugrunde liegt.

Auf einer Lichtung mit reichlich Totholz begrüßten uns diese Falschen Pfifferlinge (Hygrophoropsis aurantiaca).

Unmittelbar daneben eine Gruppe Nadel – Scheidlinge (Volvariella hypopythis).

Etwas geheimnisvoll und mystisch sind diese Nestlinge. Aus den Gestreiften Teuerlingen (Cyathus striatus) und verwandten Arten wurde in früheren Zeiten über teure oder gute Jahre orakelt.

Ein gefundenes Fressen anscheinend nicht nur für die Fliegen, die so für die Sporenverbreitung sorgen. Nach dem die Hexen ihre Eier in den Waldboden gelegt haben, schlüpfen ein wenig später die Stinkmorcheln (Phallus impudicus).

Ein wenig seltsam geht es auch bei diesen Spaltblättlingen (Schizophyllum comune) zu. Sie können ihre gespaltenen Einzellamellen je nach Witterung öffnen oder schließen.

Und es wird noch verrückter. Dieses Pilztierchen bewegt sich in zwei Welten, einer amöboiden und einer pilzlichen. Fadenstäubchen (Stemonitis fusca).


Hier die Artenliste von 2538/3 = Kreiener Holz: Falscher Pfifferling, Nadel – Scheidling, Flächiges Eckenscheibchen, Schmetterlings – Tramete, Löwengelber Porling, Gelbbräunlicher Trichterling, Riesenporling, Herber Zwergknäuling, Geweihförmige Holzkeule, Gemeine Stinkmorchel, Buckel – Tramete, Waldfreund – Rübling, Gestreifter Teuerling, Striegelige Tramete, Spalblättling, Warziger Drüsling, Striegeliger Schichtpilz, Brandkrustenpilz, Angebrannter Rauchporling, Flacher Lackporling, Rotfuß – Röhrling, Dunkles Fadenstäubchen, Grünblättriger Schwefelkopf und Knopfstieliger Rübling.


Wer also Lust hat, den Fachmann auf einer Entdeckungstour zu begleiten, ist sehr herzlich eingeladen. Siehe unter Termine!

10. September 2019 – Treffen der Pilzfreunde

Treffen der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. Gruppe der Pilzfreunde

Vorbereitungstreffen zur 27. Großpilzausstellung

Wie schnell doch die Zeit vergeht. Schon wieder kamen wir zusammen, um unsere traditionelle Großpilzausstellung vorzubereiten. Aus organisatorischen Gründen haben wir in diesem Jahr unseren langjährigen Termin vom letzten September – Wochenende, auf das erste Obtober – Wochenende gelegt. Damit kommen wir den Rehnaer Pilzfreunden entgegen, die wegen des frühen Beginns der Herbstferien um eine Termin – Verschiebung baten. Somit wird ermöglicht, dass beide Veranstaltungen stattfinden können, da auch der Steinpilz – Wismar nicht unwesentlich zum gelingen der Rehnaer Pilztage beiträgt. Leider wurden die Tage der Pilze kurzfristig wegen Ermangelung an Frischpilzen in der Region um Rehna abgesagt.

Wir haben in diesem Jahr auch den Vorteil des langen Feiertagswochenendes, an dem wesentlich mehr Gäste in der Hansestadt weilen dürften. Es wird an vier Tagen (04. – 07.10.2019) unsere Großpilzschau zu bewundern sein. Unser beliebter Pilz – Imbiss findet auch wieder statt, so dass nicht nur hier für zu klären war, wer am Sonnabend und Sonntag mit dabei sein kann, sondern auch wer im Vorfeld in die Wälder der Umgebung mit wem und wann fahren kann, um eine größtmögliche Bandbreite von Frischpilzen aufzuspüren. Außerdem stand auf der Tagesordnung, wer an den Ausstellungstagen bereit ist, die Standbetreuung und die Absicherung der Ausstellung mit zu gewährleisten! Alle diese Fragen galt es heute Abend zu klären. Leider hielt sich die Teilnahme der Mitglieder in Grenzen. Das muss zukünftig besser werden!

Die Veranstaltung endete gegen 20.00 Uhr. 

08. September 2019 – Hundewanderung bei Weberin

Hundewanderung der DOGS Schwerin 2019

Hundeschule Martin Rütter Schwerin

Treff war am Sonntag, dem 08. September 2019, um 10.00 Uhr in Weberin, am ehemaligen Kaffee Naschwerk.

Nach dem unser Termin im letzten Jahr der Trockenheit zum Opfer gefallen ist, waren in diesem Jahr so viele Anmeldungen eingegangen, dass wir einigen sogar absagen mußten. Mit der Hundeschule Martin Rütter Schwerin, unter der Leitung von Hundeführer und Ausbilder Sven Kunkel und Reinhold Krakow vom Steinpilz – Wismar, ging es heute wieder mit Herrchen und Frauchen sowie den jeweilig zugehörigen Vierbeinern auf Pilzpirsch. Neben dem Aufspüren der Sporenträger galt auch dem Verhalten der Hunde in der Gruppe und im wildreichen Gelände unser Hauptaugenmerk. Das Wetter war ideal. Sonnig und angenehm warm. Der saure Nadelmischwald hatte Ende August kräftig Regen abbekommen, so dass es auch einiges zu entdecken gab.

Gleich nach dem Start der erste Halt.

Ein Gelbbräunlicher Scheidenstreifling (Amanita fulva). Der ist essbar und wanderte in den Korb.

Die magere Ausbeute eines uns entgegen kommenden Pilzsuchers. Der Gallen – Röhrling sollte aber besser nicht im Gericht landen!

Dann schon lieber dieses Hexenei, die Jungform der Stinkmorchel (Phallus impudicus).

Der Samtfuß – Krempling (Paxillus atrotomentosus) kann zwar nicht schaden, lecker ist er jedenfalls nicht!

Auch auf diesen zwar essbaren, aber miderwertigen Sprödblättler kann man gerne verzichten.

Es handelt sich um den Gelbweißen Täubling (Russula ochroleuca).

Gegen diese schönen Pfifferlinge (Cantharellus cibarius) ist hingegen nichts einzuwenden.

Auch der Orangerotet Graustiel- und der Apfel – Täubling sind gute Speisepilze.

In dieser Form sind die jungen Scheidenstreiflinge für den Transport bestens geeignet.

Essbare Orangerote Graustiel – Täublinge (Russula decolorans) in bester Qualität.

Ein sauberes, leuchtendes Gelb besitzt der Chromgelbe Graustiel – Täubling (Russula claroflava). Wir finden ihn etwas seltener unter Birken, gern auch in moorigem Gelände. Wie alle Graustiel – Täublinge ein guter Speisepilz.

Im selben, sauren Nadelwald beheimat, der Heimtückische- oder Zedernholz – Täubling (Russula badia), links, mit unerträglicher Schärfe in den Lamellen und rechts der milde und essbare Apfel – Täubling (Russula paludosa).

Unter Birken findet sich der essbare und durch seine rötlichen Zonen um den Stiel auch gut gekennzeichnete Geschmückte Gürtelfuß (Cortinarius armillatus).

Ein strenger Kiefern – Begleiter ist der Buckel – Täubling (Russula caerulea). Auch er ist als Mischpilz willkommen.

Minderwertig, aber nicht fürs Auge, ist der an Kiefernstubben oder deren Wurzeln wachsende Purpurfilzige Holzritterling (Tricholomopsis rutilans).

In seinen gelben Lamellen haben es sich zahlreiche Springschwänze gemütlich gemacht.

An und um alte Baumstümpfe brechen zahlreiche Büschel des giftigen Grünblättrigen Schwefelkopfes (Hypholoma fasciculare) hervor.

Die Runde durch den Weberiner Wald schließt sich bald.

Gipsy hat alles im Blick.

Hier ist von oben schon alles klar. Fleischrötliche Huthaut, die nicht bis zum äußersten Hutrand heran reicht, zeichnet den Fleischroten Speise – Täubling (Russuala vesca) aus. Einer der schmackhaftesten Täublinge!

Der Rotbraune Flämmling (Gymnopilus picreus) war vor nicht alzulanger Zeit selten in Mecklenburg. In den letzten Jahren breitete er sich immer mehr aus. Wir finden ihn büschelig an Nadelholzstubben, besonders von Fichten. Ungenießbar.

Eine schöne und kurzweilige sowie lehreiche Pilzwanderung mit Hundeführung neigt sich dem Ende zu.

Wer gerne an dieser ganz speziellen Veranstaltung mit Lerneffekt und möglicherweise einer leckeren Pilzpfanne am Abend teilnehmen möchte, sollte sich auch im nächsten Jahr rechtzeitig bei der Hundeschule DOGS in Schwerin anmelden. Die Tour ist für ca. 3 Stunden geplant.

Pokrenter Straße 15, 19209 Renzow, Tel.: 038874/229743, Handy: 0176/51495257

Siehe unter www.martinruetter.com de.

07. September 2019 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Grünen Knollenblätterpilzes

Sie führte durch den Hütter Wohld

Der Parkplatz am Doberaner Münster war Zweittreffpunkt zu unserer Wanderung.

Die Hochsaison hat inzwischen begonnen und ich habe heute wieder zu einer geführten Lehrwanderung sehr herzlich eingeladen. Dieser folgten knapp 20 Pilzfreunde aus nah und fern. Der Hütter Wohld bei Bad Doberan stand auf dem Programm. Es ist nicht das erste mal, dass wir in diesem hügeligen und abwechslungsreichen Waldgebiet unterwegs waren. Das Revier gehört zu unseren artenreichsten Wäldern und ist auch bei vielen Rostockern sehr beliebt. So holen sich die dortigen Pilzberater u. a. auch von hier ihre Ausstellungsexponate zur alljährlichen Landespilzausstellung im Botanischen Garten. Dort sind selbst solche Raritäten wie die sehr seltenen Satans – Röhrlinge zu sehen, die hier regelmäßig gefunden werden können. Natürlich sind sie giftig, aber Giftpilze sind schließlich auch die wichtigsten Großpilze einer jeden Ausstellung, um mögliche Verwechslungen mit ähnlichen Speisepilzen durch Gegenüberstellung im Vergleich auszuschließen. Dieses Anliegen verfolgen wir auch mit unseren Lehrwanderungen. Lernen ist daher auch der tiefere Sinn solcher Veranstaltungen. Springt am Ende  auch noch eine leckere Mahlzeit heraus, ist die Wanderung ein voller Erfolg. So wurde heute sowohl der Lern- wie auch der Küchenaspekt erfüllt, denn es war ein recht vielfältiges Spektrum von frischen Großpilzen im Angebot.

In Parkentin ist der Startschuß gefallen.

Und sogleich begrüßten uns die ersten Pilze. Hier ist es ein leckerer Nelkenschwindling (Marasmius oreades). Gut sind die dicklichen Lamellen zu erkennen, die zum Hutrand hin mit kürzeren Lamelletten untermischt sind.

Bei den wunderbaren Stockschwämmchen ist besonders auf die bräunlichen Schüppchen am Stiel zu achten.

Und natürlich auch auf die hygrophane Randzone.

Der schwach giftige Schwarzgezähnelte Rettich – Helmling (Mycena pelianthina) darf nicht mit ähnlichen Lacktrichterlingen verwechselt werden. Man achte auf die schwärzlichen Lamellen – Schneiden und den Rettich – Geruch.

Ein großer Sprödblättler ist der Dickblättrige Schwarztäubling und somit eigentlich ergiebig. Tatsächlich ist er zwar essbar, gilt aber als minderwertig.

Büscheliges Wachstum um und an Stubben, schwefelgelbe Stiele, grünliche Lamellen und bitterer Geschmack sind die wichtigsten Kennzeichen dieses fast ganzjährig vorkommenden Giftpilzes. Grünblättriger Schwefelkopf (Hypholoma fasciculare).

Giftig ist auch der frühzeit im inneren violettschwarze Dickschalige – Kartoffel – Hartbovist (Scleroderma citrinum).

Der Purpurschwarze Täubling (Russula atropurpurea) ist bestenfalls als Mischpilz zu verwerten, denn er schmeckt etwas schärflich in den Lamellen.

Zieht man den dünnfleischigen Hut nach oben vom Stiel ab, bleibt ein Druckknöpfchen zurück. Knopfstieliger Rübling (Collybia confluens). Ungenießbar.

Der kleine Nadel – Scheidling (Volvariella hypopithes) wirkt wie eine Miniaturausgabe des großes Wolligen Scheidlings. Ohne Speisewert.

Weiße Lamellen und weißer Stiel sowie schmutzig gelbe Hutoberfläche und sein häufiges Massenwachstum in Laub- und Nadelwäldern zeichnen diesen minderwertigen Pilz aus. Gelbweißer-, Ocker- oder Zitronen – Täubling (Russula ochroleuca).

Ein spinnwebartiges Häutchen ist beim jungen Kegelschuppigen Schirmpilz (Lepiota aspera) beim Aufschirmen zwischen Stiel und Hutrand typisch. Auch seine sehr engen Lamellen und ein stechender Geruch. Ungenießbar.

Der giftige Rosa – Rettichhelmling (Mycena rosea) gilt als Verwechlungsart mit Lacktrichterlingen.

Überwiegend an Fichtenstubben ist dieser große und attraktive Blätterpilz, der eigentlich ein Röhrling ist, anzutreffen. Der Samtfuß – Krempling (Paxillus atrotomentosus). Sein samtig brauner Stiel ist das wichtigste Erkennungsmerkmal dieses schönen, aber zu Speisezwecken miderwertigen Pilzes.

Ein ungenießbarer Brandiger Ritterling.

Seine maronenbraune Hutoberfläche ist teis schwärzlich schattiert. Er wirkt wie angebrandt.

Ein kräftiger Täubling mit rotem Hut im Buchenwald.

Die stämmige und festfleischige Art besitzt einen ockergelblichen Schein in den Lamellen. Es handelt sich um den nicht sonderlich häufig vorkommenden Ockerblättrigen Zinnober – Täubling (Russula pseudointegra). Essbar. Der Geschmack des rohen Pilzes ist zunächst äußerst angenehm, entwickelt später aber einen etwas unangenehmen Nachgeschmack. Zumindest beim rohen Pilz.

Ebenfalls im Buchenwald, rothütig, aber im wesentlichen schmächtiger, mit reinweißen Lamellen und giftig scharfem Geschmack findet sich der Buchen – Speitäubling (Russula mairei). Ungenießbar.

Zwei weitere, minderwertige Täublinge des Buchenwaldes. Links der Stinktäubling (Russula foetens) und rechts der Dichtblättrige Täubling (Russula densifolia).

Purpurrote Hutoberfläche…

und schön gelbe Lamellen zeichnen den auf Nadelholz wachsenden und minderwertigen Purpurfilzigen Holzritterling (Tricholomopsis rutilans) aus.

Die Mühe war wohl um sonst, alles Gallen – Röhrlinge!

Kein Wunder, dass er immer wieder gerne eingesammelt wird, ist er doch ein sehr attraktiver Röhrling. Aber wehedem, es gelangt auch nur ein einziges Exemplar in die Speise! Gallen – Röhrling (Tylopilus felleus).

Schön bunt, aber ungenießbar. Klebriger Hörnling, Buchen – Speitäubling und Rotschuppiger Rauhkopf.

Endlich Edelpilze. Die Herbstrompete (Craterellus cornucopioides). Frisch zubereitet nicht schlecht, getrocknet ein Gedicht!

Da gab es kein halten mehr.

Und schon wieder ein Nest mit Waldtrompeten.

Ein kleiner Täubling mit einem besonders leuchtenden Gelb – der Sonnen – Täubling (Russula solaris). Sein brennend scharfer Geschmack ist allerdings weniger freundlich.

Wohlriechende Gürtelfüße (Cortinarius torvus) riechen zwar angenehm, als Speisepilze sind sie jedoch nicht zu empfehlen.

Der weiße und scharfe Milchsaft des Wolligen Milchlings (Lactarius vellereus) macht diesen großen und fleischigen Sprödblätter für uns ungenießbar. In Sibirien wird er hingegen in großen Mengen für den Wintervorrat eingesammelt. Nach spezieller Zubereitung dient er dort als Nahrung um über die langen und harten Wintermonate zu kommen.

Dieser Rotfuß – Röhrling Eichen – Filzröhrling (Xerocomus crysentheron) darf gerne ein Pilzgericht bereichern.

Nicht zu empfehlen ist hingegen die an alten Holzresten wachsende Steife Koralle (Ramaria stricta). Korallen – Pilze sind oft auch für den Mykologen schwer zu bestimmen und da es auch giftige Arten gibt, sollte man generell die Finger von ihnen lassen.

Auch der alte Mann des Waldes, der Strubbelkopf (Strobilomyces floccopus) ist eher etwas fürs Auge als für die Bratpfanne.

Ungenießbar ist auch der an Fichtenholz vorkommende Getropfte Saftporling (Oligoporus guttulatus).

Auch der große Bluthelmling (Mycena haematopus) ist ohne Speisewert.

Erinnerungsfoto an eine durchaus lehrreiche Pilzwanderung durch den Hütter Wohld am 07. September 2019.

Wann startet die nächste Pilzwanderung? – Siehe unter Termine!

04. September 2019 – Kartierungsexkursion am Mittwoch

Mittwochsexkursion

Exklusives Angebot auch für interessierte Pilzfreunde

Es ging in das Meßtischblatt 2538/2

An der Elde – Müritz – Wasserstraße.

Es ging heute also in den zweiten Quadranten des Meßtischblattes Lübz. Ziel war der Fahrenhorst zwichen Broock und Kuppentin. Das Waldgebiet wird von der Müritz – Elde Wasserstraße durchquert. Im vergangenen Jahr führte hier bereits eine Pilzwanderung hin. Damals war es aufgrund der lang anhaltenden Trockenheit recht bescheiden mit Frischpilzen. Heute war es nicht viel anders, nur das es noch weniger gab, da wiederum viel zu trocken! Im Wald befindet sich am Ufer der Wasserstraße auch das Bermuda – Dreieck mit Imbiss. Ein Rastplatz für Wasserwanderer, an dem man sich möglicherweise nach längerer Entdeckungstour auch stärken kann.

Riesig gefreut habe ich mich gleich zu Beginn über ein Wiedersehen mit dem Blassgrünen Knorpelporling (Ceriporiopsis pannocincta). Der nicht häufige, resupinat an totem Buchenholz wachsende Porling, zeichnet sich u. a. durch seinen herbsäuerlichen Geruch aus, der an den Rotrandigen Baumschwamm erinnert. Hier wuchs der Pilz an der Unterseite eines liegenden Baumstammes und griff sogar auf altes Laub über.

Die Art wuchs in etwa in diesem Bereich mit Altbuchen.

Auch über diesen Fund war ich durchaus hoch erfreut. Ein naher Verwandter, nähmlich der Zweifarbige Knorpelporling (Gloeoporus dichrous). Hier an trocken liegenden Eichen – Ästen.

Neben Buchen- und Eichenwäldern wurden in früheren Jahrzehnten im großen Stil Fichten aufgeforstet. Es war sicher vor einiger Zeit ein Eldorado für Fichten – Steinpilze. Auch heute gibt es noch jüngere Bereiche, wo man diesbezüglich  fündig werden dürfte. Natürlich auch unter Eichen und Buchen! Hier dürften allerdings inzwischen eher die Maronen – Röhrlinge Erfolg versprechen.

Die Buchen tragen übrigens in diesem Jahr eine derart fette Mast, dass sich zumindest die schwächeren Äste weit nach unten neigen. Nicht das es noch zu Bucheckern – Bruch kommt!


Hier die kleine Artenliste von MTB: 2538/2 – Fahrenhorst: Echter Zunderschwamm, Blassgrüner Knorpelporling, Gelbe Lohblüte, Schwarzbrauner  Stielporling, Fichten – Wurzelschwamm, Eichen – Wirrling, Brandkrustenpilz, Zweifarbiger Knorpelporling, Eichen – Mehltau, Adlerfarn – Fleckenpilz, Feinschuppiger Trichterling, Flacher Lackporling, Angebrannter Rauchporling, Striegelige Tramete und Schmetterlings – Tramete.


Das Bermuda – Dreieck.

Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

31. August 2019 – Pilztag in Brandenburg

Pilztag in Brandenburg

Kleines Pilzseminar für Anfänger in Worin

Oliver Justus war Initiator und Organisator eines Pilztages im Osten Brandeburgs. Poträtiert von Ulrich Klein.

Dieser Tag vereinte sowohl Theorie, wie auch Praxis für den interessierten Pilzfreund. Am Vormittag gab es einen PowerPoint – Vortag von Ulrich Klein und nach dem Mittagessen starteten wir in den Wald, um erlerntes sogleich in die Praxis umzusetzen.

Deshalb haben sich an diesem heißen August – Wochenende Monika Peter mit Freund, Anke Weselow, Ulrich Klein und Reinhold Krakow vom Steinpilz – Wismar auf den Weg nach Worin, in die Gemeinde Märkisch – Oderland gemacht.

Tagungsstätte war die ehemalige Woriner Wassermühle.

Das denkmalgeschütze Objekt von außen. Foto: Ulrich Klein.

Der Verein „Wassermühle Worin e.V.“ kümmert sich um den Erhalt und Nutzung der historischen Gebäude. Foto: Ulrich Klein.

Ulrich hat auch die Eröffnung der Veranstaltung durch Oliver Justus im Bild festgehalten.

Danach übernahm Ulrich das Zepter und begann in Form einer PowerPoint – Präsentation seine Einführung in das Reich der Pilze.

Gespannte und interessierte Zuhörer.

Trotz des heißen Wetters hat sich der Seminarraum doch noch gut gefüllt.

Zur Einstimmung auf die anschließende Pilzwanderung hatte ich schon einige Frischpilze mitgebracht.

Nach dem Mittagessen ging es dann bei über 30 Grad im Schatten in den ausgetrockneten und aufgeheizten Woriner Wald.

Wider erwarten durchbrachen zwei Frischpilze den knochentrockenen, märkischen Sand.

Es handelte sich um essbare Fransige Wulstlinge (Amanita strobiliformis). Mit ihrem quarkig – flockig behangenen Hutrand sind sie bestens charakterisiert.

Es war auch eine junge Dame dabei, die sich hervorragend mit Kräutern auskannte und diese gab es immerhin reichlicher als Pilze.

Aber hin und wieder konnten wir dann doch fündig werden. Hier ist es ein an Nadelholz – Stümpfen, insbesondere von Fichten, recht häufiger Samtfuß – Krempling (Paxillus atrotomentosus). Gut kenntlich an seinem braunsamtigen Stiel. Als Speisepilz nicht empfehlenswert.

Der Ahorn – Runzelschorf (Rhytisma acerina) ist ein im Herbst überaus häufiger Phytoparasit an Ahorn – Blättern.

Ulrich bei der kritischen Musterung eines soebend gefundenen Großpilzes.

Und hier wird es noch größer. Gut ist die lange Pfahlwurzel des Wurzel – Schleimrüblings (Xerula radicata) zu sehen.

Dem Holzkohlenpilz in diesem sandigen Waldgebiet zu begegnen, hätten wir nicht vermutet. Kennen wir ihn in Nordwestmecklenburg eher aus auwaldartigem Gelände auf schweren Böden. Auch irritiert die schollige Struktur auf den Fruchtkugeln. Möglicherweise ist es eine andere Art aus der Gattung der Holzkohlenpilze (Daldinia spec.), als die bei uns in Mecklenburg.

Na wo stehen sie denn?

Die Ausschau wird belohnt.

Leider ist es nur ein galle bitterer Vertreter der beliebten Röhrlinge, der Gallen – Röhrling (Tylopilus felleus). Die Röhren sind schon rosa, beim Steinpilz wären sie in diesem Stadium grünlichgelb.

Uns fielen diese ungewöhnlich verformten und klebrigen Eicheln auf. Verursacht von der Knopperngallwespe (Andricus quercuscalicis). Die Gallen werden an Stieleichen gebildet. Das Insekt wechselt jedoch von der Stieleiche zur Zerreiche und umgekehrt. Kommt also nur dort vor, wo die aus dem Mittelmeergebiet eingeführte Zerreiche in der Nähe ist. Die Gallen schaden den Eichen kaum.

Ulrich beim fachsimpeln mit der netten Kräuter – Expertin, die etwas mehr über Pilze erfahren wollte.

Auf der grasigen Trifft des Waldweges einige Bauchpilze, nähmlich der Bleigraue Bovist (Boviste plumbea). Jung weiß, bei der Reifung platzt die Exoperidie und legt die bleigraue Fruchtkugel blank, in der sich die Sporen befinden. Der Bovist ist also doppelhäutig und jung essbar.

Giftig ist hingegen der Zimtfarbene Weichporling (Hapalopilus rutilans). Er eignet sich allerdings bestens zum Färben von Wolle. Foto: Ulrich Klein.

Hier erregt die Aufmerksamkeit der Naturfreunde aber kein Pilz.

Sondern diese auffällig gezeichnete Wespen – Spinne (Argiope bruennichi), die gerade fette Beute gemacht hat. Sie ernährt sich hauptsächlich von Grashüpfern und Wespen, aber auch anderen Insekten ähnlicher Größe. Spinne des Jahres 2001!

Nach der Wanderung wurde auf dem Gelände der alten Wassermühle der Grill angeheizt und dazu natürlich ein kühles Pils gereicht.

Nach dem der größte Hunger und Durst gestillt war, stellte ich die mitgebrachten und frisch gefundenen Pilzarten nochmals ausführlich vor, welches Ulrich Klein im Bild festhielt.

Schließlich überreichte Oliver den beiden Referenten noch ein kleines Dankeschön.

Und wir bedanken uns ganz herzlich bei Doren und Oliver, seinen Eltern und allen anderen, die diese Veranstaltung organisiert und ermöglicht haben.

Die Veranstaltung fand in der Woriner Wassermühle, Lösnitzstraße 20, 15306 Vierlinden – OT Worin, statt.

28. August 2019 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexekursion

Exklusiv auch für Interessierte Pilzfreunde

Es stand der 1. Qudrant des Meßtischblattes 2538 – Lübz an

In den Bobziner Tannen gibt es nicht nur Nadelforste, sondern auch wunderschönen, pilzträchtigen Buchenwald. Haute war es allerdings viel zu trocken.

Im ersten Quadranten des Meßtischblattes Lübz befinden sich gleich 4 Waldbereiche, die in Frage kamen:  der Ruthener Zuschlag, der Bobziner Zuschlag, die Bobziner Tannen und das Waldgebiet „Im neuen Teich“. Durch die drei erst genannten Gebiete fließt die Elde – Müritz Wasserstraße und wird hier von ausgedehnten Feuchtgebieten umsäumt, die teils unter Naturschutz stehen. Der Passower See grenzt an den Ruthener Zuschlag. „Im neuen Teich“ ist ein Feuchtrevier, welches von Wäldern umgeben ist. Ich entschied mich für die Bobziner Tannen. Umsäumt von teils krautreichen Kiefern- und Fichtenforsten befindet sich im Zentrum auch ein schönes Buchengebiet. Leider war es durch die derzeit anhaltende Hitzwelle sehr trocken, so dass kaum Frischpilze auszumachen waren. Selten habe ich auf einer Wanderung durch den Wald soviel Wasser verloren, wie an diesem verspäteten Hundstag. Hier einige Bilder von heute:

Diesem Frauen – Täubling (Russula cyanoxantha) am Rande des Buchenwaldes ist das trockene Hitze – Wetter anzusehen.

Auf dem Buchen – Stubben im Vordergrund wächst ein Frischpilz.

Es handelt sich um einen mastigen Sklerotien – Porling (Polyporus tuberaster).

Durch die Hitze ist die ohnehin gefelderte Hutoberfläche des Rotfüßchens noch zusätzlich zerklüftet.

Kellerasseln suchen vor der Hitze Schutz unter dem feuchtkühleren Hut des Rotfuß – Röhrlings (Xerocomus chrysentheron).

Ein Buchenstubben war stufenförmig von bemoosten Porlingen besiedelt. In dieser Form ein äußerst seltener Anblick.

Selten weil der Pilz meist an noch stehenden Stämmen wächst und weil er durchaus nicht häufig zu finden ist. Dank unserer Intensiv – Kartierungen seit den 1990er Jahren konnten wir in Nordwestmecklenburg immerhin einige Fundpunkte zusammentragen. Im großen Rest von M-V scheint der Pilz eine Rarität zu sein!? Auf jedenfall habe ich mich über ein Wiedersehen mit diesem Holzbewohner riesig gefreut und den Anblick genossen. Kaum ein anderer Porling neigt so stark zu bemoosen. Durchaus auch ein Bestimmungskriterium. Treppenförmiger Steifporling (Oxyporus populinus).

Am späteren Nachmittag schoßen im Süden mächtige Gewittertürme in die Höhe, die im Verlauf noch für reichlich Schlagzeilen sorgen sollten. Es wird Zeit die Heimfahrt anzutreten.

Auch in Richtung Norden braut sich etwas zusammen.

Am frühen Abend brechen mehrzellige Schwergewitter los, die beispielsweise die Landeshauptstadt Schwerin unter Wasser setzten. Örtlich fielen bis zu 90 Liter auf den Quadratmeter!


Hier die Artenliste von 2538/1 – Bobziner Tannen: Ziegenlippe, Buckel – Tramete, Wurzel – Schleimrübling, Schmetterlings – Tramete, Frauen – Täubling, Sklerotien – Porling, Treppenförmiger Steifporling, Rotfuß – Röhrling, Gelbe Lohblüte, Echter Zunderschwamm, Rotrandiger Baumschwamm und Eichen – Mehltau.


Nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

25. August 2019 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Grünen Knollenblätterpilzes

Sie führte durch den Höltingsdorfer Forst

Recht vielseitig war das Frischpilzaufkommen heute im Höltingsdorfer Forst, wo auch dieses Foto von einem Wimpern – Erdstern (Geastrum fimbriatum) entstand.

Natürlich ging es auf unserer heutigen Tour nicht nur um korbfüllende Speisepilze, sondern um alle im Feld ansprechbaren Großpilze, ganz gleich ob essbar, ungenießbar oder giftig. Es war ebend eine Lehrwanderung. Und diesbezüglich waren wir im feuchten Höltingsdorfer Forst an der richtigen Adresse. Während es in vielen Wäldern schon wieder zu trocken geworden ist, war es hier gut durchfeuchtet und  reichlich Frischpilze sorgten für Kurzweiligkeit. Sowohl für die Kochtopf – Mykologen, wie auch für den wissbegierigen Pilzfreund. Wir waren zwar nur eine kleine Gruppe, aber das Interesse am Artenangebot war groß, so dass wir eine sehr angenehme und kurzweilige Pilzwanderung absolvierten. Hier wie immer einige Impressionen von heute:

Gleich zu Beginn war der Waldweg von ansehnlichen Blätterpilzen gesäumt.

Es handelte sich um essbare Tränende Saumpilze (Lacrymaria lacrymabunda).

Auch ein weiterer, klassischer Wegrandpilz, war immer wieder vertreten. Der Stinkschirmling (Lepiota cristata). Er riecht stechend und ist ungenießbar.

Hier sehen wir auf bemoosten Holzresten einige Nestlinge. Es sind Gestreifte Teuerlinge (Cyathus striatus).

Diese süßsäuerlich, nach altem Weinfass riechenden Helmlinge, gehören in die Gruppe der leicht giftigen Rettich – Helmlinge. Süßriechender Rettich – Helmling (Mycena diosma).

Einen herrlichen Anblick boten tote Laubholz – Äste und Stämme, die mit zahlreichen, frischen Konsolen des Samtigen Schichtpilzes (Stereum subtomentosum) geschmückt waren.

Beim Sammeln von Filzröhrlingen muß obacht darauf gegeben werden, dass keine vom Goldschimmel befallenen Exemplare in den Sammelkorb gelangen. Diese sind bereits sichtlich grau belegt und dürfen nicht mehr gegessen werden. Rotfüßchen (Xerocomus chrysentheron).

Diese Fruchtkörper sind hingegen gesund und dürfen mitgenommen werden.

Und diese Pilze der selben Art sind aller erste Klasse.

Der Schwarzrote Stielporling (Polyporus badius) ist zäh wie Leder und nur für die Augen ein Schmaus.

Zu den Rettich – Helmlingen zählt auch der Schwarzgezähnelte Helmling (Mycena pelianthina). Seine Lamellenschneiden sind charakteristisch schwarz gezähnelt. Schwach giftig!

Ausgesprochen lecker, sogar roh, ist der Fleischrote Speise – Täubling (Russula vesca).

Ebenfalls sehr lecker, aber dünnfleischig, zart und sehr gebrechlich ist der Lilablättrige Mürbling (Psathyrella candolleana).

Besonderes Interesse rief bei uns dieser Becherling hervor. Dank eines Hinweises von Torsten Richter, der sich wissenschaftlich mit Asco – Myceten befaßt, dürfte es sich um den Hirschbraunen Sandborstling (Geopora cervina) handeln. In M-V gibt es bisher nur wenige Nachweise.

Und hier wieder Zuwachs für die Pfanne. Maronen – Röhrlinge (Xerocomus badius).

Der stets in Symbiose mit der Birke lebende Verblassende Täubling (Russula pulchella) sollte höchstens in wenigen Exemplaren die Mischpilz – Pfanne bereichern, da er nicht sonderlich gut schmeckt.

Sehr zu empfehlen ist hingegen der Würzige Tellerling (Rhodocybe truncata). Er mundet durchaus auf dem Teller, ist aber leider nicht besonders häufig. Auch ist er kaum gezielt zu suchen, da er in fast allen möglichen Wald- und Parkgesellschaften auftauchen kann, ohne eine erkennbaren Vorliebe für ein bestimmtes Biotop. Zumindest gern auch an Maipilz – Standorten, denen er auch habituell sehr ähnlich ist.

Hier wuchs er im Fichtenforst, in Gesellschaft mit Rotfüßchen.

Fotografieren und putzen.

Besonders an den Waldwegen gab es immer wieder neues zu entdecken.

Hier war es eine Gruppe sehr dekorativer Igel – Stäublinge (Lycoperdon echinatum). Zwar jung essbar, aber angesichts ihrer außergewöhnlichen Schönheit verbietet sich ein derartiges Ansinnen von selbst.

Ein ausgesprochen häufiger Wegrändler ist der Weiße Mehlschirmling (Cystolepiota sistrata).

Dieser aufgeschirmte Anis – Champignon (Agaricus spec.) stand in trockener Lage und ist zu den Rändern zu untypischerweise aufgerißen. Essbar.

Hier hat schon ein Waldbewohner vorgekostet. Wer diesen bitteren Gesellen nicht ohne weiteres erkennt, sollte es ihm gleichtun, denn ein einziges Exemplar verdirbt jede Speise! Gallen – Röhrling (Tylopilus felleus).

Ob die Raupe des Mittleren Weinschwärmers (Deilephila elpenor) am Bitterling probiert hat? Sicher nicht, denn sie ernährt sich von Pflanzen und nicht von Pilzen. Und sie ist ein Täuschling. Die Augen sind nur angedeutet, um mehr Respekt einzufordern.

Auch interessant! Zwei Schleimpilze in trauter Eintracht. Blutmilchpilz (Lycogala epidendron) und Weiße Lohblüte (Fuligo candida).

Eine interessante und entspannte Wanderung endet. 25. August 2019.

Wann startet die nächste Pilzwanderung? – Siehe unter Termine!

23. August 2019 – Traditionelle Nachtwanderung

Nachtwanderung 2019

Sie führte durch die Schlower Tannen

Und den Waldlehrpfad am Borkower See entlang.

Die Draisine – Endstation in Borkow war Treff und Endpunkt unserer Nachtwanderung. Zu fortgeschrittener Geisterstunde haben wir hier auch allerlei Köstlichkeiten, nicht nur aus dem Pilzreich, von unserer guten Seele Irena serviert bekommen.

Es war wieder soweit. Die schönste und stimmungsvollste Pilzwanderung des Jahres stand auf dem Programm, unsere traditionelle Nachtwanderung. Mit Stirn- und Taschenlampe ausgestattet starteten wir zur hereinbrechenden Abenddämerung hinein in die finstere Nacht. Je dunkler es wurde, um so deutlicher konnten wir die gesuchten Objekte im Lichtkegel unserer Lampen ausfindig machen. So fanden sich 14 Pilzfreunde und Nachtwanderer in Borkow ein. Das Wetter war optimal. Hochsommerlich warm und trocken, so wie wir es eigentlich auch schon aus den Vorjahren gewohnt waren. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr, wo es so gut wie keine Frischpilze gab, war heute zumindest hin und wieder etwas dabei. Allerdings hätte es durchaus besser sein können.

Treff am Draisinen Bahnhof in Borkow. Hier verkehrte bis in die 1990er Jahre der Personenzug von Wismar in Richtung Karow und zurück.

Und hier wurden wir auch sogleich fündig. Nicht nur dieser, sondern weitere Exemplare des Kupferroten Gelbfußes (Chroogomphus rutilus) wanderten in den Korb, denn er ist ein guter Speisepilz.

Vom nahen Schlowe aus starteten wir schließlich bei hereinbrechender Abenddämmerung.

Diese Katze oder Kater nimmt unseren Aufbruch sichtlich teilnahmslos zur Kenntniss.

Zunächst gibt es ein wenig Kräuterkunde von Irena.

Wir erreichen den Waldlehrpfad.

Inzwischen ist es schon dunkel und die Pilze treten im Schein unserer Lampen immer deutlicher zu „tage“. Hier ist es ein essbarer Gelbbrauner Trichterling.

Und hier ein giftiger Kartoffelbovist.

Und zwar der Dickschalige Kartoffel – Hartbovist.

Hier wurde ein Dickblättriger Schwarztäubling gefunden. Ein essbarer, aber eher minderwertige Speisepilz.

So schön und Steinpilzhaft er auch aussieht. Ein Gallen – Röhrling in der Speise und alles ist hin!

Geruch und Geschmack ist bei der Bestimmung vieler Pilze ein wichtiges Hilfsmittel.

Und weiter führt uns der Weg durch den stockfinsteren Wald. Im Schein dieser Leuchtmittel entgeht uns praktisch nichts, schon garnicht die gesuchten Pilze!

Hier ist es ein Perlpilz, der abgeschnitten wurde. Eigentlich sollte man gerade beim Sammeln von Wulstlingen die gesamten Fruchtkörper heraus drehen oder mit einem Messer heraus heben, um die wichtige Stielknolle zu betrachten. Ist diese aber so wie hier, beim Perlpilz, vermadet, so ist dieses doch ein eindeutiges Indiz für diesen guten Speisepilz. Der giftige Pantherpilz hätte niemals diese Färbung im Fleisch, auch nicht wenn er vermadet wäre.

Diese giftigen Grünblättrigen Schwefelköpfe (Hypholoma fasciculare) sind von Hitze und Trockenheit gezeichnet. Durch die Sporen sind auch die Lamellen eher graugrünlich als grün. Der Graublättrige Schwefelkopf, welcher ein ganz vorzüglicher Speisepilz wäre, würde aber mild schmecken und die hier gezeigte Art ist sehr bitter!

Unverkennbar ein Wurzel – Schleimrübling. Die Hüte wären essbar, aber hier doch schon etwas zu verwelkt.

In der Grasnarbe des Waldweges wuchsen einige Täublinge.

Hier ist es ein Birkenpilz.

Auch dieser schwach giftige und muffig nach Kartoffelkeller riechende Gelbe Knollenblätterpilz (Amanita citrina) entgeht uns nicht.

Dieser Birkenpilz, der sich unter Farnkräutern zu tarnen versuchte, entging weder uns und erst recht nicht einer Nacktschnecke. Sie hatte ihn zuerst entdeckt und wir respektierten es.

Die Uhr bewegte sich schließlich auf Mitternacht zu und es wurde Zeit für unser Nachtmahl. Dafür boten sich die überdachten Sitzgelegenheiten auf dem Draisinen – Bahnhof bestens an und wir richteten uns häuslich ein.

Natürlich auch mit Steh- und Nachttischlampe.

Irena servierte uns leckere Waldpilzsuppe mit Trompeten – Pfifferlingen.

Aber auch Früchtesuppe mit Teigklöschen.

Sowie frisches Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten – voll Bio!

Und zu guter letzt, wie immer, ein Erinnerungsfoto, auf dem allerdings nicht mehr alle Teilnehmer zu sehen sind, da einige bereits schon im Wohnwagen b.z.w. auf der Heimfahrt waren. 23.08.2019 in Borkow.

Wer also Lust bekommen hat, zu einer ganz besonderen Pilzsuche, ist im nächsten Jahr sehr herzlich eingeladen. Es empfiehlt sich die entsprechenden Leuchtmittel mitzubringen. Wie immer können aber auch bei uns Stirnlampen ausgeliehen werden.

Es wird eine kleine Teilnahmegebühr von 10 € erhoben, die der Finanzierung der langjährigen Pilzberatungsstelle in Wismar dienen soll  + mögliche Zusatzkosten für den gereichten Imbiss. Für Vereinsmitglieder 5 €.

Die Schlower Tannen bei Tageslicht, am 18. August während meiner Vorbegehung.

Wann startet die Nachtwanderung 2020? – Siehe unter Termine!


21. August 2019 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Im Meßtischblatt – Quadranten 2132/4

Das Strohkirchener Holz an diesem heißen August – Tag.

Der letzte Quadrant des Meßtischblattes 2132 stand auf dem Programm. Hier kamen praktisch drei Waldbereiche in Frage. Zum einen der südliche Teil des Börzower/Questiner Waldes, das Strohkirchener Holz oder auch ein Teilbereich eines Waldes südlich von Strohkirchen. Da von den genannten Revieren nur das Strohkirchener Holz komplett im Quadranten liegt, habe ich dieses Waldstück bevorzugt. Hier führte vor Jahren auch eine öffentliche Lehrwanderung hin. Allerdings war ich hier nicht wie ursprünglich geplant am 21. sondern am 27. August unterwegs. Einem schwülheißen Hochsommertag. Der Wald war ziemlich ausgetrocknet, so dass es nur sehr wenige Frischpilze gab und sich das Ergebnis sehr in Grenzen hielt.

Auf diesem grasigen Nebenweg gab es einige Mürblinge.

Und zwar diese Tränenden Saumpilze (Lacrymaria lacrymabunda).

Gut ist der gesäumte Hutrand und auch einige Tränen am oberen Stielbereich des essbaren Dunkelsporers zu erkennen.

Dem Rehbraunen Dachpilz (Pluteus atricapillus) ist das Hitzewetter anzusehen.

Der Top – Fund waren diese jungen Orange – Seitlinge (Phylotopsis nidulans). Die Art ist meist im Winter zu beobachten und scheint in M-V häufiger zu werden. Die Pilze wuchsen am selben, liegenden Buchenstamm wie obiger Dachpilz.

Auf verkohltem Holz breitet sich ein gelber Schichtpilz aus, vieleicht aus der Gattung Piloderma?

Ein häufiger Porling an alten Pflaumenbäumen ist der Pflaumen – Feuerschwamm (Phellinus tuberculosus). Sucht man am Waldrand alte Schlehen (Prunus spinosa) nach ihm ab, kann man ebenfalls oft fündig werden.

Blutrote Röhrlinge (Xerocomus rubellus) mit Trockenschäden sowie einer Mißbildung auf dem Hut.

Gleiches bei diesem Exemplar einige Meter entfernt.

Eine Kuriosität. Ein umgehrter Fruchtkörper mit Stiel auf dem Hut eines Artgenossen.

Violettstieliger Pfirsich – Täubling (Russula violeipes). Diese Pilze vereinen die ganze Bandbreite von Färbungen auf dem typischerweise gelblichen Hut, die einige Mykologen dazu verleiten, je nach Farbdominanz, weitere Arten aufzustellen, wie beispielsweise den Samt-Täubling oder den Brätlings – Täubling. Tatsächlich ist mir das ganze Umfeld um R. violeipes recht suspekt, so dass ich hier von der Typus – Art ausgehe.


Hier die Artenliste von 2132/4 – Strohkirchener Holz: Eichen – Mehltau, Striegeliger Schichtpilz, Tränender Saumpilz, Ahorn – Runzelschorf, Echter Zunderschwamm, Rehbrauner Dachpilz, Rotrandiger Baumschwamm, Orangeseitling, Gelbe Lohblüte, Echter Waldchampignon, Löwengelber Porling, Pflaumen – Feuerschwamm, Blutroter Röhrling und Violettstieliger Täubling.


  Wann steht die nächste Mittwochsexkursion auf dem Programm? – Siehe unter Termine!

20. August 2019 – Abenwanderung der Pilzfreunde

Abendwanderung 2019

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Abendwanderung um den Mühlenteich

Der Mühlenteich heute Abend.

Es ist schon ein Weilchen her, als wir zu unserer 2. Abendwanderung die Runde um den Mühlenteich abwanderten. Heute gab es eine Neuauflage. Damals waren wir eine ansehliche Truppe, heute leider nur vier. Das Wetter war bestens, erst als wir wieder im trockenen waren, gab es einen willkommenen Regenguss. In zweieinhalb Stunden genossen wir nicht nur die frische Teichluft, sondern konnten auch einiges an Pilzen und auch sonst interessantes entdecken. Wer nicht dabei war, hatte wirklich etwas versäumt.  Eine Tour um den Mühlenteich, am Wallensteingraben vorbei durch Bruchwälder, Wiesen, Ackerflächen und Kleingarten – Anlagen, ist durchaus ein empfehlenswerter Spaziergang. Es sind mindestens 2 Stunden einzuplanen. Hier einige Impressionen von heute Abend:

Kurz nach dem Start gab es bereits ein interessantes Fotomotiv.

Zwei Kormorane hatten es sich auf dem toten Geäst gemütlich gemacht und ließen sich von uns auch nicht beeindrucken.

Der Fischer wird sie nicht gerne sehen. Er hat seinen Bootsschuppen nicht weit entfernt.

Junge Lilablättrige Mürblinge (Psathyrella candolleana) neben einem Baumstumpf.

Unter Birken einige minderwertige Verblassende Täublinge (Russula pulchella).

Über unseren Köpfen schraubte sich mit wiederholtem Fauchen ein Heißluft – Ballon in die Höhe.

Als Nebengewässer tangierten wir auch den Lenensruher Teich.

In Ufernähe des selben stand und fotografierte ich diesen essbaren Krönchen – Träuschling (Stropharia coronilla).

Hier wurde es wieder spannend und niedlich zu gleich.

Dieses kleine Wühlmäuschen hatte eigenartigerweise keine Angst vor uns und ließ sich ohne weiteres fotografieren.

Wozu glücklicherweise die Pilze immer bereit sind. Hier ist es ein Zweisporiger Champignon (Agaricus bisporus). Der Urtyp des Zucht – Champignons.

Wir haben den Erlenbruch und damit die Südspitze des Mühlteichs erreicht. Die Hälfte ist geschaft.

Die Sonne ist so ebend unter gegangen.

Auch wenn das Tageslicht sich allmählich verabschiedet, die weißen Tupfen der Wiesen – Champignons (Agaricus campestris) sind noch lange im Gelände auszumachen.

Im Bereich der Kleingartenanlagen hatte sich ein Anlieger ein Treppchen und eine Angelstelle eingerichtet. Hier überraschte uns dieser Exot auf organischem Material. Ein Neophyt, der aus den Tropen eingewandert ist und sich bei uns offensichtlich aus Blumentöpfen heraus auf den Weg in die Freiheit gemacht hat. Es dürfte sich um den seltenen Zwiebelfüßigen Faltenschirmling (Leucocoprinus cepistipes) handeln. In M-V bisher kaum nachgewiesen.

Nach dem ich den Pilz aus einer Frischhaltedose vom Kühlschrank auf die Moosfläche meiner Austellung legte, schirmte er innerhalb weniger Stunden vollständig auf. Die Lamellen stehen völlig frei.

Die flockigen Hutschüppchen dunkelten bräunlich nach und lösten sich teilweise bei der Streckung durch Reibung mit dem Moos.

Chromgelbes Anlaufen bei Reibung ist neben dem Desinfektionsgeruch das wichtigste Kennzeichen des giftigen Karbol – Champignons (Agaricus xanthodermus).

Schöne Farbtupfen. Es könnte sich um Mahonie handeln.

Ein junger Riesenbovist (Langermannia gigantea). Da er direkt neben dem Fußweg wuchs, wird er sicher keine gigantischen Ausmaße erreichen. Wir haben ihn jedenfalls stehen gelassen.

Dieser Schwan war äußerst zutraulich und wollte sogar auf unser Erinnerungsfoto.

So haben wir seinem Wunsch entsprochen und nahmen ihn in unsere Mitte. Ich denke aber eher, er erhoffte sich ein kleines Leckerlie von uns, aber wir hatten leider nichts dabei.

Wenn nichts dazwischen kommt, wird auch im nächsten Jahr wieder Abend gewandert. Sie unter Termine!

18. August 2019 – Vereinsexkursion der Pilzfreunde

Vereins- und Kartierungsexkursion

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Ziel waren die Kobander Tannen bei Kölpin

Fichten – Steinpilze (Boletus edulis) sind in den Kobander Tannen traditionell zuhause. Unterliegen hier aber seit Jahren einer Rückgangstendenz.

Endlich stand mal wieder eine Vereinsexkursion auf dem Programm. Die Kobander/Venzkower Tannen sind ein Teilbereich der ehemals großen Waldflächen der Staatsforst Turloff. Sie stehen in Verbindung  mit den Jülchendorfer Buchen und dem Kaarzer Holz. Insgesamt einer der größten, zusammenhängenden Waldflächen in Mecklenburg. Wir haben heute dem Bereich der Kobander Tannen bei Kölpin einen Besuch abgestattet. Wie oben erwähnt, ist bei den hier ehemals reichen Steinpilz – Revieren in den zurückliegenden Jahren eine Rückgangstendenz zu verzeichen. Schuld daran sind allerdings nicht die Pilzsammler, sondern die Umstellung der forstwirtschaftlichen Nutzung. Wurden zu DDR – Zeiten in den genannten Revieren großzügig Fichtenforste gepflanzt, wird diese Nadelbaumart so gut wie nicht mehr aufgeforstet. Noch zur Jahrtausend – Wende gab es in diesen sauren, moosreichen Fichtenplantagen in manchen Jahren eine Steinpilz – Schwämme, dass man mit einem Transporter hätte vorfahren können, so sind diese Bereiche inzwischen in die Jahre gekommen und liefern nur noch schmale Erträge. Zum Glück kommt der Fichten – Steinpilz aber auch mit Buche, Eiche und Kiefer klar, aber das Quantum von damals wird nicht mehr erreicht werden können. Aus Naturschutzgründen sollen beispielsweise Steinpilze in Deutschland nur in kleinen Mengen zum Eigenbedarf gesammelt werden, ansonsten drohen Strafen. Ein völlig falscher und verkehrter Ansatz! Der Steinpilz ist trotz der erwähnten Rückgangstendenz nicht vom Aussterben bedroht und gehört nicht auf Naturschutz – Listen! Wenn es doch in Zukunft dazu kommen sollte, liegt es nicht am Absammeln der Fruchtkörper, sondern an der Wirtschaftsweise in unseren Wäldern! Pflanzt wieder massenhaft Fichten und der Steinpilz wird gemeinsam mit dem hübschen Fliegenpilz zunehmend jeden Pilzsammler und Spaziergänger erfreuen!

Heute erfreuten uns weder Steinpilz noch Fliegenpilz. Es war recht dürftig, aber dies und jenes war an Frischpilzen dann doch vertreten. Leider waren wir heute nur drei Leute. Der Bedarf scheint bei unseren Vereinsmitgliedern nicht mehr vorhanden zu sein. Der harte Kern ist entweder verstorben oder kann diese Touren nicht mehr bewältigen. Nachwuchs ist wie in vielen anderen Vereinen ein Problem. Ich werde dennoch ab und an eine Vereinsexkursion in`s Programm nehmen, vieleicht regeneriert sich das Interesse in Zukunft wieder ein wenig. Hier noch einige Fotos von heute:

Ziemlich zu Beginn stimmte uns dieses Kuhmaul (Gomphidius glutinosus) auf unsere Exkursion ein. Der Gelbfuß ist nah mit den Röhrlingen verwandt, wächst nur unter Fichte und ist jung ein guter Speisepilz.

Ebenfalls ein guter Speisepilz und treuer Fichtenbegleiter ist der Weinrote Graustieltäubling (Russula vinosa).

Hier hatte kürzlich der Feuerteufel sein Unwesen getrieben. In den nächsten Jahren ein durchaus interessanter Bereich für spezielle Brandstellenpilze. Auch Spitzmorcheln kann es im Frühjahr auf Waldbrandflächen teils in großen Mengen geben.

Der Vielfarbige Täubling (Russula versicolor) ist ein scharf schmeckender und somit ungenießbarer Täubling.

Mild und essbar ist der Ziegelrote Täubling (Russula venenovskyi).

Sehr lecker ist der Fleischrote Speisetäubling (Russula vesca). Ein wichtiges Kennzeichen ist die vom Hutrand etwas zurück gezogene Huthaut.

Weinrote Tönungen irgendwo am Fruchtkörper und eine oberseits geriefte Manschette (im Bild leider nicht so gut zu erkennen) sind zwei wichtige Kennzeichen des Perlpilzes (Amanita rubescens).

Im Vergleich, links der giftige Pantherpilz, rechts der essbare Perlpilz.

Ein nahezu unverwechselbarer Kiefernbegleiter ist der Kupferrote Gelbfuß (Chrogomphus rutilus). Der gute Speisepilze verfäbt sich im zubereiteten Pilzgericht violett, welches bereits auf dem Foto angedeutet wird.

Dieser ansich essbare Eichen – Filzröhrling (Xerocomus quercinus) ist inzwischen giftig geworden, denn er ist vom Myzel des Goldschimmels vollkommen über- und durchzogen.

Auch beim Sammeln der beliebten Maronen (Xerocomus badius) ist Vorsicht geboten. Sie werden ebenfalls sehr gerne von diesem toxischen Parasiten befallen. Sobald die geringste Farbveränderung am Pilz (graue Flecken) vorhanden sind, bitte nicht mehr in den Korb legen.

Und zur Erinnerung an diesen Waldspaziergang wie immer ein Abschlußfoto. Ein wenig peinlich ist allerdings der leere Korb, der hätte wirklich nicht mit auf`s Bild gehört.

Wann startet die nächste Vereinsexkursion? – Siehe unter Termine!

14. August 2019 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Auch exklusiv für interessierte Gäste

Nachgeholt am 24.08.2019

Es ging in den Meßtischblatt – Quadranten 2132/3

Das es hier in den letzten Wochen durchaus nennenswert geregnet hatte, ist mit diesem Bild von heute belegt. Der Wald stockt auf schweren, teils verdichteten und wenig wasserdurchlässigen Böden, so dass sich hier zahlreiche Stellen mit Staunässe bildeten. Teils sind aber durchaus von Natur aus feuchte Bereiche vorhanden.

In diesem Quadranten stehen zwei Waldgebiete zur Auswahl. Zum einen das Törber Holz und zum anderen der Hohe Horst. Ich entschied mich für das Törber Holz. Hier hatte es in den zurückliegenden Wochen durchaus auch geregnet, und bereichsweise äußerte sich dieses durch zahlreiche Frischpilze, die aber bei dem inzwischen wieder sonnigem und trocken Hochsommerwetter und leichtem Wind vielfach schon wieder an- oder sogar vertrocknet waren. In anderen Teilen des Waldes herrschte sogar Tote Hose.

Ein Wald von Gesäten Tintlingen (Coprinus desseminatus).

Jedes einzelne der unzähligen Pilzchen ein schnell vergängliches Kunstwerk!

Dafür können die sporenreifen Fruchtkörper des jung essbaren Flaschen – Stäublings (Lycoperdon perlatum) monatelang am Standort ausharren.

Der Dünnfleischige Anis – Champignon (Agaricus silvicola) ist ausschließlich in Gehölzen und Wäldern beheimatet. Der Pilz neigt stark zum gilben und riecht deutlich anisartig.

Recht häufig auf basenreicheren Böden können wir dem schwach giftigen Schwarzgezähnelten Rettich – Helmling (Mycena pelianthina) begegnen. Die schwarzen Zähnchen befinden sich auf den Lamellenschneiden.

Ein recht häufiger Champignon der Wälder ist der von vielen kaum wahrgenommene Weinrötliche Zwerg – Champignon (Agaricus semotus).


Hier die Artenliste von MTB: 2132/3 – Törber Holz: Flaschen – Stäubling, Flächiges Eckenscheibchen, Knopfstieliger Rübling, Rotfuß – Röhrling, Dünnfleischiger Anis – Champignon, Breitblättriger Rübling, Waldfreund – Rübling, Gelbbräunlicher Trichterling, Lilablättriger Mürbling, Schwarzgezähnelter Rettich – Helmling, Dickschaliger Kartoffel – Hartbovist, Rehbrauner Dachpilz, Stink – Stäubling, Gesäter Tintling, Ranziger Trichterling, Angebrannter Rauchporling, Schmetterlings – Tramete, Rötliche Kohlenbeere, Eichen – Mehltau, Weinrötlicher Zwerg – Champignon, Striegeliger Schichtpilz, Buckel – Tramete und Riesenbovist.


Wann steht die nächste Mittwochsexkursion an? – Siehe unter Termine!

10. August 2019 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Grünen Knollenblätterpilzes

Sie führte durch den Holmer Wald

Moosreicher Fichtenforst im Holmer Wald am 10.08.2019.

Vor einigen Jahren war der Holmer Wald schon einmal das Ziel einer geführten Pilzwanderung. Damals waren wir hier im Juni unterwegs. Bei recht trockenen Verhältnissen war das Frischpilzaufkommen seinerzeit mehr als bescheiden. Die Jahreszeit ist inzwischen fortgeschrittener und wir fanden tatsächlich etwas mehr, aber großes war aufgrund der trockenen Vorwochen nicht zu erwarten. Laub- und Nadelforste stehen hier auf leichten, sandigen Böden. Hier einige Impressionen von heute:

Wir starten. Der Korb ist der richtige Begleiter. Wer in Italien auf Pilzpirsch mit Taschen oder Beutel geht, muss mit saftigen Strafen rechnen!

Ein ungewöhnliches Kunstwerk erregt unsere Aufmerksamkeit.

Wirklich originell und sehenswert. Hoffentlich wird die Holz – Skulptur im laufe der Zeit nicht von hungrigen Pilzen aufgefressen.

Dafür verspürten die Teilnehmer der Wanderung ein aufkeimendes Hungergefühl, denn wie so oft lautete die Frage, die ich immer wieder zu beantworten hatte. „Kann man den essen?“. Ja, den Waldfreund – Rübling kann man essen, auch wenn er eher drittklassik ist.

Der Lilablättrige Mürbling ist für den Kenner hingegen aller erste Wahl!

Weniger edel vom Geschmack, dafür aber volkstümlich unproblematisch ist der Eichen – Filzröhrling, der meist unter dem Pseudonym Ziegenlippe oder Rotfüßchen eigesammelt wird.

Auch der Gelbbräunliche Trichterling kann beim kundigen Pilzfreund in der Küche Verwendung finden. Wir hatten ihn auf unserer Urlaubsreise dominant in einer Pilzpfanne und er hat garnicht so schlecht abgeschnitten.

Der Breitblättrige Rübling ist zwar ein stattlicher Faserblätterpilz, besteht aber nur aus Haut und Knochen und besitzt einen muffigen Geschmack. Wir lassen ihn lieber im Wald.

Die Hüte des kleineren, ledergelblichen Nelkenschwindlings sind hingegen wieder aller erste Güte – einer unserer besten Speisepilze!

Gleiches gilt für den Fleischroten Speise – Täubling, der sogar roh verzehrt ein Hochgenuss ist. Aber Vorsicht, die meisten Speisepilze sind roh giftig!

Das Schmeissfliegen die Sporenmasse der Stinkmorcheln (Phallus impudicus) abweiden ist von der Natur so gewollt. Das aber auch Schmetterlinge den Pilz anfliegen wird vieleicht eher ein Zufall sein. Hier ist es wahrscheinlich ein Admiral, der möglicherweise den Geruch interesant findet. Der typische Gestank der Stinkmorchel wird durch den Stoff Phenylethanal hervorgerufen. Wir finden diese Verbindung auch in Schokolade, Buchweizen, Tomaten, Äpfeln u. a. Obstsorten.

Unser Erinnerungsfoto von einer gemütlichen, durchaus nicht uninteressanten Pilzwanderung im Holmer Wald am 10. August 2019. Wir waren zwar noch zwei Pilzfreunde mehr, die hatten aber nicht das Bedürfniss unser Abschlußfoto zu bereichern.

Wir haben noch einige interessante Pilzarten mehr gefunden. Siehe dazu unter „Mittwochsexkursion vom 31.07.2019“

Wann startet die nächste Wanderung? – Siehe unter Termine!

07. August 2019 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Auch für interessierte Pilzfreunde

Achtung! Dieser Termin wurde wegen Urlaub am 21.08.2019 nachgeholt.

Wald bei Börzow/Questin MTB 2132/2

Die meisten Frischpilze gab es heute entlang der Waldbrandschutzstreifen an der dortigen Bahnstrecke.

Ziel war es weitere Daten zu Pilzen aus diesem Meßtischblatt – Quadranten für die Kartierung zu gewinnen. Auch Ausstellungsmaterial für unsere Pilzausstellung war willkommen. Aufgrund nenneswerter Niederschläge und moderateren Temperaturen bei eher durchwachsenem Wetter war heute das Frischpilzaufkommen in diesem sehr sandigen Gebiet recht ordentlich. Besonders entlang des Bahndamms, so dass auch eine recht ansehliche Artenliste heraus kam.

Ansich oft ein Massenpilz, heute stand er mutterselen allein, der Kahle Krempling (Paxillus involutus).

Inselweise fast ein Bodendecker entlang des Bahndamms waren diese Behangenen Trompetenschnitzlinge (Tubaria conspersa).

Täublinge gab es zahlreich. Hier sind es Grasgrüne Täublinge (Russula aeruginea), die wir stets unter Birken oder Fichten antreffen können.

Erheblich seltener ist hingegen der Chromgelbe Graustiel – Täubling (Russula chlaroflava), auch Moor – Täubling genannt. Er wächst ausschließlich unter Birken.

Der kleine Bruder des Frauen – Täublings ersetzt diesen auf leichteren Sandböden. Papagei – Täubling (Russula ionochlora).

Vereinzelt waren Maronen – Röhrlinge (Xerocomus badius) vertreten. Diese standen an einer trockenwarmen Buchenkannte.

Auf der Unterseite von liegenden Nadelhölzern wachsen nicht selten diese Grauweißen Resupinatporlinge (Diplomitoporus lindbladii). Insbesondere von Fichte und so wie hier, Kiefer.

Etwas seltener tritt an Kiefernholz der Weinrötliche Gloeoporling (Gloeoporus taxicola) auf. Hier wuchs er am selben Kiefernstamm.

Ein junger Blutroter Täubling (Russula sanguinea). Er lebt in Symbiose mit der Kiefer und benötigt etwas Kalk im Boden. Daher in den sauren Kiefernwäldern meist an Weg – und Straßenrändern.

Goldschimmel (Hypomyces chrysospermum) auf einem Filzröhrling. Dieser Schimmelpilz befällt sehr häufig einige Röhrlinge, Kremplinge und auch Kartoffelboviste. Daher gehören auch letztere zu den Röhrenpilzen. Insbesondere Rotfüßchen, Eichen – Filzröhrlinge, Maronen und Ziegenlippen werden ausgesprochen häufig von diesem Parasiten befallen. Der Schimmel soll krebserregend sein und im Zusammenspiel mit Zersetzungsgiften können die befallenen Speisepilze sehr gesundheitsschädlich sein und im schlimmsten Fall sogar zum Tode führen!


Hier die heutige Artenliste von MTB: 2132/2 – Wald bei Börzow/Questin: Bleigrauer Bovist, Falscher Pfifferling, Graublauer Wolkentäubling, Heftel – Nabeling, Papagei – Täubling, Flatter – Milchling, Fleischroter Speise – Täubling, Gelber Knollenblätterpilz, Fuchsiger Scheidenstreifling, Waldfreund – Rübling, Breitblättriger Rübling, Eichen – Mehltau, Grasgrüner Täubling, Echter Pfifferling, Kahler Krempling, Perlpilz, Behangener Trompetenschnitzling, Eichen – Milchling, Camenbert – Täubling, Echter Zunderschwamm, Birken – Speitäubling, Geriefter Weichtäubling, Purpurschneidiger Bluthelmling, Dickschaliger Kartoffel – Hartbovist, Widerlicher Täubling, Maronen – Röhrling, Pantherpilz, Kupferroter Gelbfuß, Körnchen – Röhrling, Vielfarbiger Täubling, Flaschen – Stäubling, Olivgelber Rißpilz, Birkenpilz, Verblassender Täubling, Ziegelroter Täubling, Knopfstieliger Rübling, Schmetterlings – Tramete, Chromgelber Graustieltäubling, Sklerotien – Porling, Brennender Rübling, Lilablättriger Mürbling, Gemeiner Violettporling, Dünnschaliger Kartoffel – Hartbovist, Duftender Täubling, Blutroter Täubling, Goldschimmel, Grauweißer Resupinatporling, Weinrötlicher Gloeoporling und Gesäter Tintling.


Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

31. Juli 2019 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Auch exklusiv für interessierte Pilzfreunde

Das MTB: 2132/1 – Holmer Wald

Im Holmer Wald am 10. August 2019.

Am 31.07.2019 wäre der erste Quadrant des Meßtischblattes 2132 an der Reihe gewesen. Hier befindet sich der Holmer Wald, der direkt von der B 105 tangiert wird. Sandige Laub- und Nadelwälder sind hier anzutreffen. Zwar fanden auch hier, wie in nahezu allen Wäldern Mecklenburgs, schon Kartierungsaktionen statt, aber es ist immer mal wieder neues zu entdecken. Vor Jahren waren wir hier schon einmal mit einer öffentlichen Lehrwanderung zu Gast, der in diesem Jahr eine Neuauflage folgte. Gleich nach dem Urlaub ging es am 10. August in dieses Gebiet. So vereinte ich die ursprüngliche für den 31. Juli geplante Mittwochsexkursion mit unserer Pilzwanderung.

Waldfreund – Rübling (Collybia dryophila).

Kleinster Scheidling (Volvariella pusilla).

Weißer Mehlschirmling (Cystolepiota sistrata).

Bis auf einige gängige und häufige Arten ist das Bestimmen seltener Champignons alles andere als einfach. Fest steht, das die hier gezeigten und im Holmer Wald von einem Pilzsucher unserer Truppe gefundenen Pilze sehr selten sind. An der Stielbasis waren wurzelartige Myzelfäden zu sehen. Der Wurzende Champignon scheint nicht in Betracht zu kommen. Dieses Merkmal ist diffus, da es mehrere Arten der Gattung aufweisen können. Die mikroskopischen Möglichkeiten scheinen sich bei dieser Gattung auch sehr in Grenzen zu halten. Ich neige bei diesem tollen Fund zu Agaricus porphyrocephallus. Auch A. cupreo – brunneus scheint möglich zu sein. Dieser wird von einigen Autoren nur als Form des Wiesen – Champignons (A. campestris) gehalten. Dort passen die abgebildeten Pilze jedoch schon anatomisch nicht hin. Hier würde eher A. spissicaulis dem Habitus entsprechen, den meine ich aber gut zu kennen.

Rotfuß – Röhrling (Xerocomus chrysentheron).

Einiges Kopfzerbrechen bereitete mir auch dieser Porlingsfund. Es dürfte sich um einen Filzporling der Gattung Onnia handeln. Der Dreieckige Filzporling (Onnis triqueter) kommt nicht in Frage. Er wächst als einzelner, gestielter Fruchtkörper direkt auf Kiefernstubben. Diese wuchsen im Fichtenforst scheinbar auf dem Waldboden. Die Oberfläche war hellbraunfilzig und dunkler bräunlich zoniert.

Es handelte sich um Sammelfruchtkörper, dessen Hüte und Stiele miteinander verwachsen waren. Auch scheint der Bezug zu Holz dürftig gewesen zu sein, da die Stielbasen eher mit Sand behaftet schienen. Ich halte dennoch für möglich, dass es sich um den Samtigen Filzporling (Onnia tomentosa) handeln könnte. Ebenfalls eine seltene Art.


Hier die Artenliste von heute. MTB 2132/1 – Holmer Wald: Waldfreund – Rübling, Lilablättriger Mürbling,  Nelken – Schwindling, Weißer Mehlschirmling, Schwarzgezähnelter Helmling, Gelbbräunlicher Trichterling, Ranziger Trichterling, Porphyr – Champignon, Dickschaliger Kartoffel – Hartbovist, Dünnschaliger Kartoffel – Hartbovist, Fleischroter Speise – Täubling, Schmetterlings – Tramete, Getropfter Saftporling, Fichten – Wurzelschwamm, Kegelschuppiger Schirmpilz, Blaugauer Wolken – Täubling, Klebriger Hörnling, Rotfuß – Röhrling, Eichen – Filzröhrling, Maronen – Röhrling, Orangeroter Heftelnabeling, Herber Saftporling, Samtfuß – Krempling, Breitblättriger Rübling, Gemeine Stinkmorchel, Brennender Rübling, Gestielter Filzporling, Rehbrauner Dachpilz und Kleinster Scheidling


27. Juli 2019 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Grünen Knollenblätterpilzes

Sie führte durch die Wälder bei Hohen Pritz

Unweit der Dabeler Holländermühle befindet sich der Parkplatz am Holzendorfer See. Er war heute Zweittreffpunkt zu unserer Wanderung.

In wenigen Tagen beginnt der August und somit der erste Monat der Hauptsaison. Die Artenvielfalt nimmt ab jetzt in der Regel merklich zu, günstige Witterung vorausgesetzt. In den Monaten August bis Oktober erreicht sie in der Regel ihr Maximum.  Leider sind die Bedingungen derzeit alles andere als günstig. Es hat zwar in den zurückliegenden Wochen immer mal etwas geregnet, örtlich durchaus ergiebig, aber Sonne, Wind sowie zeitweise große Hitze lassen das Regenwasser schnell wieder verdunsten. So waren die leichten Sandböden auf unserer heutigen Tour auch völlig ausgetrocknet und es gab kaum Frischpilze. Da wir aber zwei angehende Forstwirte b.z.w. Beamte mit dabei hatten, konnten wir auch einiges über die moderne Forstwirtschaft erfahren. Auch Wildspuren an der Vegetation und an Bäumen waren ein Thema, genauso wie der Borkenkäfer und natürlich die Klimaerwärmung.

Stichwort Klimaerwärmung und damit einhergehender Niederschlagsarmut. Der Holzendorfer See hat inzwischen schon viel Wasser verloren, wie diese Aufnahme am Beginn des Badesteges verdeutlicht.

Nach dem wir den Buchenberg rechts liegen gelassen hatten, erreichten wir ein lichtes Jungkieferngebiet mit Heidecharakter. Wir wanderten etwas verkürzt die Route unserer letztjährigen Nachtwanderung ab.

Gab es im vergangenen Dürre – Sommer eine reiche Mast von Eicheln, so sind es in diesem Jahr ungewöhlich viele Bucheckern.

Auch schon die Äste dieser relativ jungen Buchen biegen sich unter der Last der Mast. Sie stehen hier auf besonders trockenen Sandböden. Ein Zeichen, dass es ihnen nicht gut geht. Es ist eine Panik – Reaktion zur Arterhaltung. Ähnliches kann sich an der Pilzfront auch einstellen, sollten sich im Verlauf endlich günstigere Wachstumsbedingungen ergeben.

Eine Waldlichtung. Das Gebiet ist recht vielfältig strukturiert, auch durch militärische Nutzung in früheren Jahrzehnten.

Adlerfarn – Fleckenpilz (Rhopographus filicinus).

Ein schöner und lichter Waldweg mit Buchenmischwald. Das heißt, es waren auch Eichen, Birken und Kiefern eingestreut. Das erhöht die Vielfalt der Pilzarten, die bei besseren Bedingungen hier sicher besonders üppig wachsen dürften.

Schuppige Sägeblättlinge (Lentinus lepideus) durch die Hitze fast zur Unkenntlichkeit zusammen geschnurt. Wir finden sie ausschließlich an totem Kiefernholz und an trockenen, gern sonnigen Standorten.

Malbaum vom Schwarzwild – Fichte.

Ein naturnaher Waldbereich mit Kiefern und Fichten sowie Jungwuchs. Drahtschmiele, Moose und Blaubeeren.

Ein wenig Baumkunde und wissenswertes über Wildverbiss und warum es nicht so einfach ist, Jungeichen aufzuforsten.

Eichenwirrlinge (Daedalea quercina) sind strenge Spezialisten. Wir finden diese Porlinge mit den verwirrenden Lamellen auf der Unterseite ihrer Konsolen nahezu außschließlich an totem Eichenholz. Allerdings wird in M. H. Kreisel  – Handbuch für Pilzfreunde, Bd. 2 auch Edelkastanie, Robinie, Rot- und Hainbuche sowie Kirsche angegeben.

Eine junge Stinkmorchel (Phallus impudicus) hat es schwer im trockenen Fichtenforst. Das Hexenei scheint kurz vor der Streckung, ist aber schon reichlich eingetrocknet.

Die Schützende Gallertschicht ist schon stark zusammen geschnurrt.

Hier war der Buchdrucker am Werk. Besser bekannt unter der Bezeichnung Borkenkäfer. Durch die Trockenheit sind viele Fichtenbestände akut gefährdet. Betroffene Bereiche müssen umgehend abgeholzt werden, um seine Ausbreitung zumindest ein wenig einzudämmen. Aber die Fichte wird nach und nach ohnehin aus den mecklenburgischen Wäldern verschwinden.

Ein Schadbild, dass an vielen Stämmen dieses Fichtenforstes zu sehen war. Verursacht durch Rotwild. Die Bäume, so haben wir gelernt, gehen daran nicht zu grunde, aber der Wuchs des Stammes verändert sich.

Wir erreichen den ehemaligen Forsthof Turloff.

In seiner unmittelbaren Umgebung einige mächtige, alte und unter Naturschutz stehende Eichen.

Und endlich, während der letzten Schritte in Richtung Parkplatz, am grasigen Straßenrand, die ersten und letzten Frischpilze der heutigen Wanderung. Gelbbräunliche Trichterlinge (Clitocybe gibba).

Wenig Pilze – wenig Leute. Unter diesem Motto stand auch die heutige Wanderung mal wieder. Trotz alledem war sie kurzweilig und informativ. 27. Juli 2019 im ehemaligen Staatsforst Turloff bei Hohen Pritz.

Wann startet die nächste Pilzwanderung? – Siehe unter Termine!

24. Juli 2019 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Auch exklusiv für interessierte Naturfreunde

Es ging nochmals in das MTB 1836 – Kühlungsborn

Die Höhenzüge der Kühlung sind mit reichlich Wald bestanden.

Heute war der letzte, also vierte Quadrant des Meßtischblattes 1836 an der Reihe. Die Topographischen Karten, nach denen wir unsere Kartierungen ausrichten, haben den Maßstab 1: 25 000. Es wird ein Kreuz in die Karte gezogen, so dass jeweils vier Quadranten entstehen. In diesen werden dann die Fundpunkte gesetzt, wie auf meinen Datensätzen unter „Daten und Verbreitungskarten“ einzusehen ist. Gleichzeitig nutze ich die Mittwochsexkursionen zur Beschaffung von Frischpilzen für meine Dauerausstellung. Für Gäste ist natürlich auch eine Pilzmahlzeit angestrebt, die aber an das Aufkommen von essbaren Arten gebunden ist. Und dieses war heute praktisch gleich null. Eine Handvoll wenig ergiebiger Waldfreund – Rüblinge und ein schon nicht mehr ganz junger Rehbrauner Dachpilze hätten höchstens ein Süppchen bereichern können. Ansonsten war der Wald durch die Regenfälle der zurück liegenden Tage ganz gut feucht. In den Senken der abschüssigen Waldwege und in den Tälern war es zudem ausgesprochen nass. Vieleicht bringt es in den kommenden Tagen etwas mehr pilzliches Leben auf den Waldboden. Während ich bei heißem Wetter in Wismar gestartet bin, herrschte auf den Höhen der Kühlung, die im Schnitt etwa 100 Meter über dem nur wenige Kilometer entfernt liegenden Meeresspiegel der Ostsee liegt, ein angenemes Klima. Der Wind wehte von See her und die Kühlung machte ihrem Namen alle Ehre.


Hier die kleine Artenliste von heute, MTB: 1836/4 – Kühlung: Zugespitzter Kugelpilz, Eichen – Mehltau, Kiefern – Braunporling, Flächiges Eckenscheibchen, Echter Zunderschwamm, Rotrandiger Baumschwamm, Buckel – Tramete, Rehbrauner Dachpilz, Ahorn – Runzelschorf, Waldfreund – Rübling und Striegeliger Schichtpilz.


Der häufigste Großpilz in den Fichtenforsten war heute der Kiefern – Braunporling (Phaeolus schweintzii), der hier natürlich mal wieder fremd ging.

Und so sieht Phaeolus schweintzii im Jugendstadium aus.

Neben Fichte, Douglasie und Lärche wird die Kühlung auch von Buchenwäldern dominiert.

In den Lamellen dieses schon etwas älteren und von den Regenfällen durchweichten Rehbraunen Dachpilzes (Pluteus atricapillus) haben es sich zahlreiche Springschwänze gemütlich gemacht.

In den Senken und Tälern lief das Wasser zusammen, so dass es streckenweise richtig matschig zuging. Von Trockenheit war hier nichts zu merken.

Vereinzelt gab es einige minderwertige Waldfreund – Rüblinge (Collybia dryophila).

Die zahlreichen Wanderwege sind teilweise gut ausgeschildert. Der Kalkberg liegt 111,6 m über NN. Der Dietrichshagener Berg ist nicht weit davon enfernt und stellt mit 129,7 m über Meeresniveau die höchste Erhebung der Kühlung dar.

Der Klothtstein. Grüße aus der Eiszeit. Ein Mitbringsel aus dem Norwegischen Gebirge.

Wann steht die nächste Mittwochsexkursion an? – Siehe unter Termine!

17. Juli 2019 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Es stand das MTB: 1836 (Kühlungsborn) auf dem Programm

Der vielfach mit Fichten bestandene Bastorfer Holm auf dem Höhenzug der Kühlung am sonnigen Sommerabend des 17. Juli 2019.

Es ging in den Westteil des Landschaftsschutzgebietes Kühlung, östlich Bastorf. In den Meßtischblatt – Quadranten 1836/3. Hier beginnt das langgezogene Waldgebiet der Kühlung. Es zieht sich in südöstlicher Richtung bis südlich von Bad Doberan (Hütter Wohld). Teilsweise kann man von den Höhen der Kühlung bis weit auf die Ostsee hinaus blicken. Buchen, Fichten und Feuchtbereiche in den Senken und Tälern sorgen für Abwechslung. Große Abwechslung an der Pilzfront wurde aufgrund des weiterhin ziemlich trockenen Wetters leider nicht geboten. Dennoch konnten meine pessimistischen Erwartungen in positiver Hinsicht leicht übertroffen werden. Das Wetter war sehr schön. Sonnig und angenehm temperiert.


Hier die Artenliste von MTB: 1836/3 – Bastorfer Holm/Kühlung: Schwefelporling (vorjährig), Gelbe und Weiße Lohblüte, Gemeiner Wurzel – Schleimrübling, Frauen – Täubling, Echter Zunderschwamm, Tropfender Saftporling, Eichen – Mehltau, Gemeiner Violettporling, Veränderlicher Spaltporling, Gallen – Röhrling, Rotrandiger Baumschwamm, Flächiges Eckenscheibchen, Samtfuß – Krempling, Schuppiger Porling, Gemeine Stinkmorchel, Zimtfarbener Weichporling, Birken – Zungenporling, Ockergelbe Zonentramete, Runzliger Schichtpilz, Erlen – Schillerporling, Flacher Lackporling, Brandkrustenpilz und Himbeeroter Schleimpilz.


Ich startete am Beginn der Wanderroute durch die Kühlung in Bastorf.

Die Hutoberfläche des hochbeinigen Wurzel – Schleimrüblings (Xerula radicata) ist nicht nur schleimig, sondern auch auffallend radial gerunzelt.

Das markanteste Merkmal dieses häufigen Hellsporers ist die oft tief in den Waldboden hinein reichende Pfahlwurzel, die bis zu 50 cm lang sein kann.

Ein etwas mitgenommener Frauen – Täubling (Russula cyanoxantha) im Buchenwald. Hier sehen wir die grünhütige Variante dieser sehr guten Speisepilzes.

Ein eher als zerstreut bis selten geltender Saftporling scheint in Ausbreitung begriffen zu sein. Ich fand diesen auffälligen Nadelholz – Bewohner, mit seinen Gutationströpfchen und den rotbräunlichen Flecken, in den letzten Jahren immer häufiger im Fichtenforst. Getropfter Saftporling (Oligoporus guttulatus) am Standort fotografiert. Ungenießbar.

In den hier dominierenden Fichtenforsten gab es auch einige, wenige Gallen – Röhrlinge (Tylopilus felleus), die so gerne mit Steinpilzen verwechselt werden. Diese waren heute nicht vertreten, werden es aber zu gegebener Zeit zusammen mit Maronen – Röhrlingen auch hier sein.

Typisches Erscheinungsbild des Flächigen Eckenscheibchens (Diatrype stigma). Gerade die häufig besiedelten Birken – Äste, die der sich unter der Rinde entwickelnde Schlauchpilz wegsprengt, geben ein markantes Schadbild ab.

Niemals an Birke oder anderem Laubholz werden wir die unverkennbaren Samtfuß – Kremplinge (Paxillus atromentosus) vorfinden. Sie sind auf Nadelholz angewiesen, wobei die Fichte mit Abstand am häufigsten besiedelt wird. Minderwertiger Speisepilz.

Andererseits würde es dem Schuppigen Porling (Polyporus squamosus) niemals einfallen, Nadelholz zu besiedeln. Wir finden den oft riesigen Schwarzfußporling b.z.w. Stielporling am Fuße lebender Laubbäume, so wie hier an Ahorn, aber auch hochoben am Stamm, genauso wie an liegenden Baumstämmen und Stubben. Jung essbar.

Der Schuppige Porling wächst von April bis Oktober, mit Schwerpunkt im Frühling und riecht nach frischen Gurken. Ist er noch zartfleischig, hier wären es die Hutränder noch gewesen, kann er durchaus gegessen werden und schmeckt auch nicht schlecht.

Gutatsionströpfchen sondert nicht nur der Tropfende Weichporling, sondern auch andere Pilzarten ab, bevorzugt allerdings einige Porlinge. Sehr oft ist dieses beim Rotrandigen Baumschwamm (Fomitopsis pinicola) zu beobachten. Der Wasserdurchfluß erhöht die Möglichkeit der Nährstoffaufname und das überflüßige Wasser wird wieder ausgeschwitzt. Dieses Exemplar tropfte nur so vor sich hin.

Auch dieser Fruchtkörper der selben Art ist mächtig und schweißtreibend am Arbeiten. Angesichts der Trockenheit mus man sich wundern, woher die Pilze genügend Wasser heran ziehen können.

Ist die schweißtreibene Schwerstarbeit des Wachstumsprozeßes geschaft, darf man ruhiger treten. Der Rotrandige Baumschwamm, so wie wir ihn kennen. In diesem Fall wuchsen alle Fruchtkörper an Fichte, aber wir finden ihn oft auch an verschiedenen Laubhölzern und anderen Nadelbäumen. Die gelegentlich auch benutzte zweite deutsche Bezeichnung Fichtenporling ,ist deshalb nur sehr bedingt angebracht.

Wieder ausschließlich an Laubholz finden wir ab und zu den Zimtfarbenen Weichporling (Hapalopilus rutilans). Der Giftpilz ist beliebt bei Menschen, die mit Naturfarbstoffen Wolle färben.

Die Sensibilisierung der Landwirtschaft hinsichtlich des dramatischen  Insektenschwundes in Deutschland trägt allmählich Früchte. Am Rande eines Kartoffelackers wurde ein breiter Blühstreifen mit Wildblumen angelegt.

Auch der Klatschmohn hat sich dazu gesellt.

Aber nicht nur die Blüten vieler Pflanzen können das Auge betören. Auch einige Pilze haben ein auffälliges Outfit, so wie dieser Himbeerrote Schleimpilz (Tubifera ferruginosa).

Während der Heimfahrt noch einen Schnappschuß von Meschendorf hinaus auf die Ostsee.

Nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

13. Juli 2019 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Grünen Knollenblätterpilzes

Es ging durch das Bauernholz bei Techentin

Das Bauernholz südlich Langenhagen und Hof Hagen an diesem sonnigen Juli – Vormittag.

Es ist Hochsommer und eigentlich beste Zeit, um zum Beispiel Sommersteinpilze aufzuspüren. Aber gewußt wo! Während wir den Kiefern – Steinpilz nur unter Kiefern finden können, ist der Fichtensteinpilz nicht nur unter diesen stacheligen Tannenbäumen auffindbar, sonder auch unter Kiefern, Buchen und Eichen. Sommersteinpilze finden wir niemals mit Nadelbäumen in Symbiose. Wir schauen nach ihnen in der Zeit von Mai – September unter Eichen- und Buchen aus. Sie tragen auch die Bezeichnung Eichen – Steinpilz. Ab Mai treten sie meist in mehreren Wachstumsschüben auf. In der Regel alle vier Wochen, falls ausreichende Niederschläge zur richtigen Zeit als auslösendes Element dieses ermöglichen. Im vergangenen Dürre – Sommer gelangte der Sommersteinpilz fast garnicht zur Fruktifikation. Um so heftiger können bei günstigen Bedingungen in diesem Jahr seine Wachstumsschübe ausfallen. Leider haben wir heute keinen dieser Schübe erwischt, da es schon wieder viel zu trocken geworden ist. Es war eher ein nahezu frischpilzfreier Waldspaziergang.

Nahezu läßt vermuten, dass doch etwas frisches dabei war. So dieser Rehbraune Dachpilz (Pluteus atricappillus) auf einem alten, bemoosten Buchenstubben. Sie trotzen meist der Trockenheit und wachsen noch, wenn kaum etwas anderes mehr möglich ist. Essbar.

Am selben Stubben eine Gruppe von Kleinsporigen Olivschnitzlingen (Simocybe centunculus). Die Pilze waren der mit Abstand beste Fund der heutigen Wanderung, denn die Art wurde bisher noch nicht sehr oft in M-V nachgewiesen.

Simocybe centunculus – es handelt sich um keinen Speisepilz!

Auch der Brandkrustenpilz (Hypoxylon deustum) überzog stellenweise diesen Stubben. Eine weitere, deutsche Bezeichnung dieses Schlauchpilzes lautet Brandfladen.

Ein anderer Stubben war fast vollständig von der Gelben Lohblüte (Fuliga septica) überzogen. Das Pilztier ist auch unter Hexenbutter oder Drachendreck bekannt.

Ein Löwengelber Schwarzfuß – Stielporling (Polyporus varius) hat es sich auf einem trockenen Buchenast gemütlich gemacht. Ungenießbar.

Kohlenbeeren überzogen in großen Kolonien so manchen Buchenstamm.

Resupinate Porlinge mitten auf dem Waldweg. Sie siedeln auf unterirdischem Holz wie Wurzelausläufern.

Da wir heute nur zwei Leute waren, verzichteten wir auf ein Gruppenfoto. Dafür gibt es hier noch ein Panorama – Schwenk des Bauernholzes.

Als wir gegen Mittag den Wald verließen, brauten sich in südwestlicher Blickrichtung dicke Quellwolken zusammen. Sie bauten sich zu kräftigen Schauern und Gewitter aus und ließen es im südwestlichen Mecklenburg immer wieder heftig schütten.

Wann startet die nächste Pilzwanderung? – Siehe unter Termine!

10. Juli 2019 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Auch exklusiv für interessierte Gäste

Es sollte in das MTB: 1836/2 – Kühlungsborn – ost gehen

Statt dessen war der Woitendorfer Wald (Staatsforst Rehna) am 10. Juli 2019 Ziel einer Exkursion.

Wie auch schon in der Vorwoche, sollte es wieder in das Meßtischblatt 1836 gehen. Der Strandbereich von Kühlungsborn – ost wäre an der Reihe gewesen. Da in diesem zweiten Quadranten nur zwei kleine Zipfel des Kühlungsborner Stadtwaldes hinein reichen und es vor wenigen Tagen, als ich im ersten Qudranten unterwegs war, praktische keine Frischpilze gab, habe ich davon abgesehen, heute hier hin zu fahren. Grund ist die derzeitige Trockenheit, die kaum noch ein Frischpilzwachstum zuläßt und auch der geringe Wald- und Festlandsanteil in diesem Qoudranten. Der überwiegende Teil ist Ostsee.

Deshalb habe ich außer der Reihe einen Wald gewählt, der ganz im Westen von Mecklenburg liegt und im Juni von den kräftigsten Regenfällen profitiert hat. Einige Pfützen in den Fahrspuren der Waldwege erinnerten noch daran. Trotzdem gab es auch hier kaum noch frisches Material. Ich habe auch nicht mitgeschrieben, da die Arten, die ich heute fand, ohnehin bereits notiert und in verschiedenen Datenbanken festgehalten sind. Dies gilt übrigens auch für viele Funde, die ich auch sonst in meinen Artenlisten aufführe. Der weitaus größte Teil wurde ohnehin bereits durch unsere Jahrzehntelangen Kartierungen nachgeweisen. Es ist oft nur eine Vervollständigung meiner privaten Datenbank, da ich in vielen Gebieten, insbesonders auch im Westen Mecklenburgs, früher eher selten unterwegs war. Aber es sind auch immer wieder Funde dabei, die allgemein neu sind, denn die Pilzflora ist ständigen Veränderungen unterlegen. Hier noch einige Fotos von heute:

Der Buchenwald geht in ein Moorgebiet über.

Am Rande dieses Moores quält sich am Fuße einer Buche dieses pilzliche Etwas durch den trockenen Waldboden an`s Tageslicht. Sichtlich geschunden durch hungrige Waldbewohner.

Es ist mir nicht gelungen, den Pilz unversehrt aus dem Boden zu holen, aber wie zu erkennen ist, handelt es sich um einen essbaren Grauen Wulstling (Amanita excelsa).

Frisch gewachsen, aber teils voller Maden sind diese unscheinbaren Täublinge. Beim näher Hinsehen entpuppten sich die ungewöhnlich blassen Sprödblättler als leckere Frauen – Täublinge (Russula cyanoxantha), denn die Lamellen waren ganz und gar nicht spröde.

Die häufige Buckel – Tramete (Trametes gibbosa) bildet häufig sehr skurrile Formen aus. Hier wird die Fruchtschicht teilweise oben angelegt. Eigentlich sehr unpraktisch zum Sporen abstreuen.

Ein Waldtümpel oder Sumpfgebiet, in dem sich offensichtlich auch die Kraniche wohlfühlen. Ihr Trompeten war heute eine ständige, etwas gewöhnungsbedürftige Begleitmusik.

Dieser Buchenstumpf ist vom Echten Zunderschwamm (Fomes fomentarius) besiedelt. Im laufe der Zeit wird er noch von weiteren Pilzarten besucht werden. Die Entsorgungsindustrie der Natur beseitigt „Restmüll“ kostenlos. Ich mußte heute 12 € bei der Abgabe von Sperrmüll auf einem Abfallwirtschaftshof löhnen!

Die Rotbuche ist zwar dominant im Staatsforst Rehna, es sind aber auch immer wieder Nadelforste mit eingebunden.

Ein Buchen – Schleimrübling (Xerula radicata) steht hochbeinig neben einem Buchenstubben. Vom Schleim auf dem Hut war nichts mehr zu bemerken. Er begann bereits zu welken. Die Hüte können im Mischericht Verwendung finden.

Hier sehen wir ein Exemplar aus der Gruppe der Schwarz- oder Kohlen – Täublinge. Standort unter Buchen, mit dicht stehenden Lamellen. Nun muss gekostet werden, will man wissen, ob er essbar oder ungenießbar ist. Also etwas von den Lamellen auf die Zunge und ein wenig warten. Er wurde recht schnell scharf, also ungenießbar. Demnach dürfte es sich um den Scharfblättrigen Kohlentäubling (Russula acrifolia) handeln.

Soweit einige Impressionen aus dem Staatsforst Rehna. Der Woitendorfer Wald ist laut meiner ausgelosten Planung Ende Mai 2020 regulär zu einer Mittwochsexkursion an der Reihe.

03. Juli 2019 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Auch exklusiv für interessierte Pilzfreunde

Es ging in das Meßtischblatt 1836/1

Der Stadtwald Kühlungsborn war heute Ziel meiner Exkursion.

Heute war zwar nicht Mittwoch, sondern Sonntag, ich holte aber die für den 3. Juli vorgesehene Exkursion nach. Sie mußte ausfallen, da ich unsere frisch gepflückten Süßkirschen unter die Leckermäulchen bringen wollte. Die Tour ging durch den Kühlungsborner Stadtwald. Er ist einer der größten Stadtwälder Deutschlands und kreisförmig vom Urlaubs- und Badeort Kühlungsborn umschlossen. Es überwiegen Kiefernwälder, aber auch Jungeichen, Birken, Lärchen, Buchen, Ahorn und weitere Waldbäume lockern den Bestand auf. Das Revier ist leider teils stark verkrautet, besitzt aber durchaus auch Flächen, an denen man tolle Speisepilze erwarten könnte. Durch Hitze und Trockenheit in den zurückliegenden Tagen und Wochen war heute leider kein einziger Frischpilz auffindbar, wenn man mal von Schichtpilzen, Porlingen und Pyrenomyceten absieht. So blieb die Artenliste auch sehr klein.


Artenliste von 1836/1 = Kühlungsborn – west (Stadtwald): Eichen – Schichtpilz, Flächiges Eckenscheibchen, Brandkrustenpilz, Eichen – Mehltau, Striegeliger Schichtpilz, Gemeiner Violettporling, Glänzender Lackporling und Angebrannter Rauchporling.


Eichen – Schichtpilz (Stereum gausapatum).

Gegen Abend lockerte die Wolkendecke etwas auf und ich begab mich noch auf den Bastorfer Signalberg (80 m über NN) mit seinem weithin sichtbaren Leuchtfeuer. Er ist der höchstgelegene Leuchtturm an deutschen Küsten, sieht man einmal vom Leuchtfeuer des Maritim – Hotels in Travemünde ab. Das Leuchtfeuer strahlt von einer Höhe von 95,3 m. Hier beginnt auch der bis zu 130 m über dem Meeresspiegel aufsteigende Höhenzug der Kühlung, ein fast schon mittelgebirgiges Wald- und Hügelland.

Am Beginn des Aufstiegs zum Bastorfer Leuchtturm lädt ein Mais – Labyrint zum verirren ein. Dazu hatte ich heute keine Lust und stieg lieber den Signalberg empor.

Obwohl sich der Bastorfer Singnalberg erst 80 m über dem Meeresspiegel erhebt, hat man von hier aus bereits eine phantastische Fernsicht auf das Ostseebad Kühlungsborn, mit einem weiten Blick auf das Baltische Meer  hinaus. Übrigens erstreckt sich der Höhenzug der Kühlung über 23 Km, von hier ausgehend, bis Hanstorf im Südosten. Er gehört zum Baltischen Landrücken und ist bis 8 Km breit.

Wann findet die nächste Mittwochsexkursion statt? – Siehe unter Termine!

29. Juni 2019 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Grünen Knollenblätterpilzes

Sie führte durch den Kreuzgrund

Im sonnigen Kreuzgrund.

Das Herrenholz liegt zwischen Sternberg und Güstrow, direkt an der Bundesstraße 104. Es war eigentlich Ziel der heutigen Wanderung. Da ich hier aber am vorhergehenden Mittwoch bereits im Rahmen meiner Mittwochsexkursionen unterwegs war und das Frischpilzaufkommen sehr zu wünschen übrig ließ, entschlossen wir uns in den nicht weit entfernten Kreuzgrund zu fahren. Auch hier finden wir zu gegebener Zeit eine artenreiche Pilzflora vor. Insbesondere die Buchenbestände haben es in sich. Ob Steinpilz, Trompeten – Pfifferling oder Hallimasch, hier können sich die Körbe schnell füllen. Es gilt natürlich den passenden Zeitpunkt nicht nur für die genannten Arten abzupassen. Bei ungünstigen Bedingungen kann man auch hier leer ausgehen. Auf einer Lehrwanderung interessieren uns aber alle Großpilze, denen wir begegnen. Zu dieser Jahreszeit beginnt der Sommeraspekt. Er wird gekennzeichnet durch viele Wulstlinge, Champignons, Pfifferlinge, Milchlinge und Täublinge, Rüblinge und Röhrlinge. Insbesondere viele Dickröhrlinge aus dem Verwandtschaftkreis des Steinpilzes bevorzugen die warmen Sommermonate. Vor allem Sommersteinpilze und Hexen – Röhrlinge sind jetzt durchaus zahlreich vertreten, sollten die Wachstumsbedingungen es zulassen. Und diese hatten sich durch Hitze und zunehmender Trockenheit inzwischen wieder verschlechtert. So blieb auch hier der Erfolg recht bescheiden, aber wir hatten eine sehr schöne, entspannte Wanderung bei herrlichem Sommerwetter. Hier einige Bilder von heute:

Ein Rißpilz (Inocybe spec.) begrüßte uns am Wegesrand.

Es könnte sich um den Kegeligen Rißpilz (Inocybe fastigiata) handeln. Sicherheit bringt bei dieser umfangreichen Gattung aber meist erst das Mikroskop. Da nahezu alle Rißpilz giftig sind, reicht es für den normalen Pilzsammler vollkommen aus, wenn man sie dieser Gattung zuordnen kann.

Rätselraten um einen so ebend entdeckten, attraktiven Röhrenpilz.

Der Stiel steckte tief im Sandboden, ist hellgelblich und ohne Netzzeichnung.

Bei Berührung läuft er blau an, nähmlich kornblumenblau – alles klar! Der essbare Kornblumen – Röhrling (Gyroporus cyanescens).

Hier hat schon jemand kräftig abgebissen. Rotfüßchen (Xerocomus chrysenteron).

Weit sind die Poren/Röhren bei dem ausgereiften Exemplar geöffnet.

Auch an diesem Rehbraunen Dachpilz (Pluteus atricapillus) hat schon jemand seinen Hunger gestillt.

Das Exemplar ist frisch und saftig, darf also in das Mischgericht. Der Stiel ist hingegen fest und faserig. Er sollte deshalb weggelassen werden.

Auch dieser junge Sklerotienporling (Polyporus tuberaster) landete in der Pilzpfanne.

Ein Myxomycet = Schleimpilz. In diesem Fall dürfte es sich um den Geweihförmigen Schleimpilz (Ceratiomyxa fructiculosa var. poroides) in der poroiden Form handeln.

Stürme haben auch hier ihre Spuren hinterlassen.

Vorsicht ist geboten beim sammeln von Grauen Wulstlingen zum verspeisen. Immer auf die Merkmalskombination achten. Auf den ersten Blick könnte man meinen, einen stark giftigen Pantherpilz vor sich zu haben, da der Hutrand gerieft erscheint. Es ist aber ein Grauer Wulstling (Amanita excelsa). Er muss auf jeden Fall eine deutlich geriefte Manschette und eine einfache Stielknolle, ohne Bergsteigersöckchen, haben.

Bei diesen harmlosen Breitblättrigen Rüblingen (Megacollybia platyphylla) könnte man meinen, Rißpilze gefunden zu haben. Diese hätten allerdings dunklere Lamellen und sind oft auch schmächtiger.

Frische Täublinge schieben aus dem Geschiebemergel des Kreuzgrundes. Früher als Rosa – Täubling (Russula rosea) bezeichnet, firmiert er heutzutage unter Morgenrot – Täubling (Russula aurora).

Der besonders im Sommer auf besseren Buchenwald – Standorten recht häufige Morgenrot – Täubling ist essbar, gehört aber nicht zur Oberklasse der schmackhaftesten Vertreter seiner Gattung.

Der Blutroter Röhrling (Xerocomus rubellus) ist ein naher Verwandter des Rotfüßchens. Trotz der roten Färbungen ist er essbar. Bei roten Farben an Pilzen braucht Mann und Frau nicht gleich rot zu sehen. Rot ist keine Warnfarbe und sagt nichts über die Genießbarkeit allgemein aus.

Schönes Wetter, ein schöner Wald und eine entspannte Atmosphäre sowie nette Leute machte die heutige Tour zu einem sehr angenehmen Erlebnis. 29. Juni 2019 im Kreuzgrund.

Wann starten wir zur nächsten Wanderung? – Siehe unter Termine!

28. Juni 2019 – Kleiner Imbisstag im Steinpilz – Wismar

Kleiner Imbisstag

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Es gab eine leckere Pilzpfanne

Tiefgefrorene Waldpilze aus der letzten Saison habe ich dazu aus dem Gefrierschrank geholt. Maipilze, Stockschwämmchen und Hallimasch bildeten den Grundstock.

Freitag, der 28. Juni 2019, vor dem mykologischen Informationszentrum, in der ABC Straße 21. Ab ca. 11.00 Uhr und nur solange der Vorrat reichte (15.30 Uhr).

Nach einem Waffel- und Suppentag in den Vorwochen, gab es heute unsere leckere Pilzpfanne. Auch Kaffee, Tee und ein fruchtiges Erfrischungsgetränk waren im Angebot. Wie schon beim Suppentag vor vier Wochen, mußte ich alles alleine bewältigen, aber es war durchaus zu schaffen. In der Ruhe liegt die Kraft. Und auch diesesmal hat es den Leuten geschmeckt und das war die Hauptsache.

Neun Tüten Tiefkühlware entnahm ich meinem Gefrierschrank und taute sie schonend auf.

Dazu gab es ebenfalls tiefgekühltes und natürlich anschließend gegartes, mediteranes Mischgemüse. Heute nicht unter die Pilze gezogen, sondern separat nach Bedarf gereicht.

Die Mischpilze und reichlich frische Zwiebeln. Gewürzt mit Salz und Pfeffer, aber ohne Speck. Speck macht das ganze zu fett und der strenge Geschmack überlagert das feinere Pilzaroma zu sehr.

Ich richtete mich vor dem Info – Zentrum ein und es dauerte nicht lange, dass der Duft der gebratenen Waldpilze die Nasen und Gaumen der hungrigen Passanten streichelte. Foto: Robert Grieben.

Meine kleine Angebots- und Preisliste.

Im Angebot waren auch selbst gepflückte, Keezer Glaskirschen.

Vieleicht gibt es im laufe des Sommers noch weitere Imbisstage außer der Reihe. Wenn nicht, erst wieder zu unserer Großpilzausstellung Anfang Oktober.

Bei dieser Gelegenheit bestand auch die Möglichkeit, die aktuelle Pilzausstellung in Augenschein zu nehmen.

26. Juni 2019 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Exklusiv auch für interessierte Pilzfreunde

Es ging in den Meßtischblatt – Quadranten 2237/4

Im Mustiner Holz befindet sich ein tief eingeschnittenes Bachtal.

Es standen umfangreiche Waldflächen zur Verfügung. Zum einen das Herrenholz, mit bewaldetem Umfeld oder auch das Mustiner Holz. Beides sehr lohnende und artenreiche Reviere. Es ging darum, eine Bestandsaufnahme aller im Feld ansprechbaren Großpilze durchzuführen. Natürlich kann dabei auch nach Speisepilzen Ausschau gehalten werden. Auch Material für unsere dauerhafte Frischpilz – Ausstellung im mykologischen Informationszentrum in Wismar ist von Interesse. Heute war in beiden Revieren nicht viel zu holen. Es herrschte Pilz – Armut. Die Niederschläge der letzten Zeit waren meist konvektiver Art, aber stellenweise durchaus ergiebig. So kann es regional sehr unterschiedlich mit dem Frischpilz – Aufkommen sein. Aber auch das sehr warme, sonnige und teils hochsommerlich heiße Wetter ließ es allerdings auch schon wieder stark abtrocknen. Da auch heute ein sehr heißer Tag war, startete ich erst am Abend zu meiner Exkursion. Das Mustiner Holz ist eher sandig und im Herrenholz gibt es auch Bereiche mit schwereren, lehmigsandigen Böden. In beiden Wäldern war es ausgesprochen pilzarm.

Auch dem Breitblättrigen Rübling (Megacollybia platyphylla) ist die trockene Hitze anzusehen. Er stand im Mustiner Holz.

Im Herrenholz kann es sich der Herr derweilen gemütlich machen. Der Fernseher ist allerdings mitzubringen. Aber vieleicht wird man diesbezüglich im vermüllten Umfeld, im Gebüsch, auch noch fündig.

Sobald man mit dem Auto bis an einer versteckten Stelle des Waldes vorfahren kann, wird sie gerne von Umweltsündern zum abladen ihres Mülls genutzt. Besonders auch, wenn, so wie hier, eine viel befahrene Bundesstraße nicht fern ist. Solche Umwelt – Schweine müssen heftig zu Kasse gebeten werden!

Graue Wulstlinge (Amanita excelsa) sind in diesem Juni mit die häufigsten Mykorrhiza – Pilze in unseren Wäldern. Essbar.

Dieser essbare Speise – Täubling (Russual vesca) weist gleich mehrere Besonderheiten auf. Sein ansonsten eher kurzer Stiel steckte im tiefen Laub und mußte sich deshalb mächtig strecken. Im oberen Teil, der dem heißen Wind ausgesetzt war, hat er sich graubräunlich verfärbt. Außerdem war er von den Lamellen her mit Eingängen des Roten Pilzkurzflüglers versehen. Die Tiere ergriffen die Flucht, als ich den Pilz zum fotografieren bereit machte. Meistens besiedeln diese Insekten eher Vertreter aus der Gattung der Ackerlinge.


Hier die kleine Artenliste von MTB: 2237/4 – Mustiner Holz /Herrenholz:  Schmetterlings – Tramete, Striegeliger Schichtpilz, Breitblättriger Rübling, Rotrandiger Baumschwamm, Echter Zunderschwamm, Eichen – Mehltau, Eichen – Rindensprenger, Grauer Wulstling, Buckel – Tramete, Flacher Lackporling, Veränderlicher Spaltporling, Angebrannter Rauchporling und Fleischroter Speise – Täubling.


Wann findet die nächste Mittwochsexkursion statt? – Siehe unter Termine!

23. Juni 2019 – Vereins- und Kartierungsexkursion

Vereinsexkursion 

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Sie führte durch den Wald bei Kletzin

Sonnig, aber pilzarm, war es heute im Kletziner Wald.

Der Kletziner Wald stellt einen Ausläufer der Großherzoglichen Forst Moidentin dar. Das schlanke Waldgebiet steht auf gehaltvolleren Böden und kann zu gegebener Zeit recht artenreich sein. Zu früheren Zeiten war es für mich ein nahes Waldgebiet um den Bedarf der Wismarer Bevölkerung an frischen Waldpilzen ein wenig decken zu helfen. Ich nahm mir damals (DDR – Zeit) extra eine Woche Urlaub, um dann u. a. auch von hier Hallimasch zum verkaufen zu sammeln. Aber auch so tolle Teile wie riesige Klapperschwämme oder Stachelbärte waren damals hier vertreten. Reichlich starkes Totholz ist immer noch vorhanden, so dass ich davon ausgehe, dass genannte Arten im Herbst durchaus weiterhin vertreten sein könnten. Heute zeigte sich das Gebiet allerdings sehr bescheiden in punkto Frischpilze. Hier einige Impressionen:

Essbare Graue Wulstlinge (Amanita excelsa) im Buchenlaub. Auf den ersten Blick könnte man, angesichts der Ringzonen am unteren Stielbereich, denken, es handele sich um Pantherpilze. Aber die Hüllreste auf dem Hut sind grauschorfig und die Manschette war deutlich gerieft. Man spricht von einer Merkmals – Kombination, die bei der korrekten Bestimmung von Pilzen heran gezogen werden sollte.

Einige Vertreter der Stielporlinge besitzen einen schwarzen Fuß, so wie dieser Löwengelbe Stielporling (Polyporus varius). Er gehört innerhalb dieser Gattung zu den Schwarzfuß – Porlingen.

Die löwengelbe Hutoberfläche kann zu grauweiß ausblassen.

Ein essbarer Rotfuß – Röhrling (Xerocomus chrysentheron).

Der ebenfalls essbare Rehbraune Dachpilz gehört zu den Freiblättlern. Die Lamellen erreichen nicht den Stiel.

Gemeine Stinkmorchel (Phallus impudicus) im embryonal – Stadium und als voll entwickeltes Rezeptakulum. Die Art gehört zu den Pilzblumen und hier wiederum zu den Rutenpilzen.

In den feuchtkühlen Zwischenräumen der Lamellen des Breitblattes (Megacollybia platyphylla) fühlen sich kleine Springschwänze wohl.

Unzählige rote Flöckchen auf dem bauchigen Stiel des Flockenstieligen Hexen – Röhrlings (Boletus luridiformis).

Unser Erinnerungsfoto im Wald bei Kletzin an einem schönen Sommervormittag am 23. Juni 2019 im Wald bei Kletzin.

Wann startet die nächste Vereinsexkursion? – Siehe unter Termine!

19. Juni 2019 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Exklusiv auch für interessierte Gäste

Sie führte in den Meßtischblatt – Quadranten  2237/3

Dieser Sommersteinpilz (Boletus reticulatus) zusammen mit zwei weiteren Artgenossen sowie einem Flockenstieligen Hexen – Röhrling begrüßte mich gleich zum Anfang im Stegenholz.

Der dritte Quadrant des Meßtischblattes Warnow war an der Reihe. Er enthält reichlich Wald. Zur Auswahl standen die Windmühlen – Tannen, der Rosenower Wald oder das Stegenholz. Während die beiden erst genannten Reviere auf überwiegend sandigem Untergrund stocken, steht das Stegenholz auf besseren Böden. Hier überwiegen Buchenbestände und in den sandigen Gebieten Nadelforste. Oben gezeigter Sommersteinpilz wächst ausschließlich unter Laubbäumen, in erster Linie Eichen und Buchen.

Auch der heutige Mittwoch war wieder ein schwüler Hitzetag mit Gewittergefahr durch Tief Momo. Es war also wieder Vorsicht geboten, um nicht von gewittrigen Turbulenzen im Wald überascht zu werden. Auch die Hitze war schon sehr grenzwertig. Zunächst steuerte ich das Stegenholz an. Einige Sommerröhrlinge (siehe Foto) und Täublinge waren als Frischpilze vertreten. Das überwiegend mit Buchen bestandene Revier enthält Feuchtbiotope und ist teilweise durch Buchen – Jungwuchs stark verbuscht. Es dauerte nicht lange, und mächtige Quelwolken mit leisem Donnergrollen signalisierten mir, den Wald zu verlassen.

Ein erstes Gewitter hat sich zusammen gebraut.

In Höhe Sternberg wurde der Himmel immer wilder.

Ich fuhr nach Keez und es gab ein stimmungsvolles Abendbrot im Kerzenschein mit Irena und Jonas, während draußen Gewitterwolken den Abend verdunkelten.

Das Abendbrot ist fertig.

Draußen erfolgt nun direkt über Keez und Umgebung eine Neubildung. Es fällt in diesem Moment noch kaum ein Tropfen, aber der Wind frischt böig auf. Dieses Wolkenbild über den Köpfen der Beobachter birgt bereits eine reale Gefahr, nähmlich die eines Blitzschlages im Zusammenhang mit einen trockenen Gewitter. Auch die Sturm- und Tornadogefahr ist jetzt erhöht! Unbedingt Schutz suchen!

Erster Niederschlag fällt aus.

Das Gewitter beginnt sich zu organisieren.

Etwa 10 Minuten später ist diese Zelle perfekt, hat sich aber schon ein Stück weit entfernt. Gut ist der scharf abgegrenzte Niederschlagskern zu erkennen. Ein Wolkenbruch samt Hagel ergießt sich nun über ein eng begrenztes Gebiet. Ununterbrochenes Donnern zeugt außerdem von einer hohen Blitzrate.

  Die Gweitterwolken zogen schließlich vorüber und danach bin ich mit Irena noch kurz in meinen Kartierungs – Quadranten gefahren. Ziel war jetzt allerdings ein sandiges Waldstück, nähmlich die Windmühlen – Tannen. Die Hitze hatte hier die wenigen Frischpilze verdorren lassen und schließlich wurde es bald dunkel.

Ein von Trockenheit und Hitze gekennzeichnetes Rotfüßchen (Xerocomus chrysentheron) in den Windmühlen – Tannen.

Der bedeutsamste Fund des Tages waren diese Gedrungenen Champignons (Agaricus spissicaulis). Sie wuchsen am Weg- und Waldrand des sandigen Kiefernwaldes und waren ebenfalls stark durch die Hitze des Tages mitgenommen. Aber zum Kartieren noch gut genug, denn die Art zählt nicht zu den häufigsten Champignons.

Diese giftigen Karbol – Champignons (Agaricus xanthodermus) fielen uns während der Rückfahrt am Straßenrand in Groß Görnow auf und sind daher nicht mehr im heutigen Kartierungsbereich.

Gegen Mitternacht bin ich schließlich in Richtung Wismar aufgebrochen. Eine herrlich stimmungsvolle Frühsommernacht. Im Osten ging dunkelorange der fast Vollmond auf und am unterschiedlich bewölten Himmel war etwas von Mittsommernacht am nördlichen Horizont zu sehen. Gleichfalls sorgte Wetterleuchten von fernen Gewittern für eine höchst romantische Stimmung.

Als Kartierungs- und Exkursionstag war es heute suboptimal, dafür aber tolle Wetterstimmung und ein seltenes, gemeinsames Abendbrot in Keez. So ist die Artenliste auch denkbar knapp.


MTB: 2237/3 – Stegenholz und Windmühlen – Tannen: Sommersteinpilz, Flockenstieliger Hexen – Röhrling, Striegelige Tramete, Buckel – Tramete, Schmetterlings – Tramete, Frauen – Täubling, Gemeine Stinkmorchel, Löwengelber Stielporling, Rotfüßchen, Goldschimmel, Sklerotien – Porling und Gedrungener Champignon.


Wer also mit dem Fachmann eine ganz spezielle Tour durch unsere heimische Großpilz – Flora unternehmen möchte, ist sehr herzlich eingeladen. E- Mail Adresse oder Telefon – Nummern finden Sie an anderer Stelle auf dieser Homepage.

Wann startet die nächste Mittwochswxkursion? – Siehe unter Termine!

18. Juni 2019 – Treffen der Pilzfreunde

Treffen der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Wir stellten Pilz – Pizza her

Braune Zuchtchampignons für unsere Pilz – Pizza. Eigentlich wollte ich noch Perlpilze aus dem Gespenstwald holen, habe es aber nicht mehr geschaft, so dass Zuchtpilze herhalten mußten.

Treff war am Dienstag, dem 18. Juni 2019, um 18.00 Uhr in der ABC Straße 21 (Steinpilz – Wismar).

Ab und an sind wir bei unseren Treffen im mykologischen Informationszentrum immer mal praktisch geworden. Das Herstellen von verschiedenen Pilzsubstraten für Zuchtpilze, Anfertigen von Pilz – Würzpulver oder Adventsbasteln sorgte für Abwechslung. Heute wagten wir mal ein kleines Experiment  und gingen an das Herstellen von Pilz – Pizza. Zum Glück kannte sich Vereinsfreundin Monika gut mit der Materie aus und zauberte unter Mitwirkung aller Anwesenden eine sehr schmackhafte Gemüse – Pilz – Pizza. Alle haben reingehauen und auch unsere älteren Pilzfreunde, die noch nie in ihrem Leben eine Pizza gegessen hatten, waren voll auf begeistert!

Ich hatte vorher frische Zutaten eingekauft b. z. w. aus Irena `s Naturgarten aus Keez mitgebracht.

Manfred beim Putzen von Weißen Champignons.

Leckerer Gemüsebelag mit etwas Salami.

Hier ißt auch das Auge schon hoch erfreut.

Guten Appetit!

Wann treffen sich die Pilzfreunde wieder? – Siehe unter Termine!

15. Juni 2019 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Grünen Knollenblätterpilzes

Sie sollte durch den Gespensterwald führen

Sowohl der Deutsche Wetterdienst, wie auch die Unwetterzentrale Deutschland hatte Unwetterwarnungen ab der Nacht zum 15. Juni 2019 bis zum Abend des selben Tages heraus gegeben. Bersonders in der zweiten Nachthälfte bis zum Vormittag kann es zu starken Regenfällen und Gewittern kommen. Auch schwere Gewitter mit entsprechend unwetterartigen Erscheinungen sind möglich. Daher muste diese Veranstaltung vorsorglich abgesagt werden!

Gewittertief Ludger sorgte auch am Abend noch zusätzlich für eine gespenstische Stimmung.

Der Gespensterwald ist Teil des Nienhäger Holzes. Er liegt direkt an einem Steilufer der Ostsee. Viele Bäume sind hier durch den ständig wehenden Seewind und durch zahllose Herbst- und Winterstürme eigenartig geformt. Sogenannte Windflüchter. Ihre urwüchsigen Formen haben zur volkstümlichen Bezeichnung des Waldes geführt. Besonders im Winterhalbjahr beeindrucken die skurrilen Baumgestalten. Es überwiegen Laubwälder, zum größten Teil bestanden von Buchen und Eichen. Insbesondere in Richtung Küste sind die Böden sehr ausgehagert. Bei guter Bodenfeuchtigkeit und nicht zu windigen Verhältnissen ein sehr interessanter Standort für Pilzliebhaber. Aber auch der Rest des Waldes läßt einiges erwarten, zumindest zur Hauptsaison. Heute wollten wir schauen, was uns der Gespensterwald im Frühsommer pilztechnisch zu bieten hat. Leider wurde nichts daraus, da bis zum Mittag schwere Gewitter über Mecklenburg und auch über dem Gespenstwerwald tobten. Es scheint wirklich ein verwunschenes Stückchen Erde zu sein, denn bereits im November 2017 hatten wir schon einmal eine Pilzwanderung hier her geplant, die wegen Sturmschäden abgesagt werden mußte. Also steht im nächsten Jahr ein weiterer Versuch an. Alle guten Dinge sind schließlich drei! Auf jedenfall eine wunderschöne und sehenswerte, urwüchsige Küstenlandschaft.

Da es mir keine Ruhe ließ, was wir versäumt hätten oder auch nicht, bin ich am Abend schließlich noch alleine dort hin gefahren, da sich das Wetter zwischenzeitlich etwas beruhigt hatte. Ich muss sagen, sehr schade, dass die Wanderung ausfallen mußte. Es waren reichlich Frischpilze vorhanden, vor allem Perlpilze und Graue Wulstlinge. Immerhin zwei durchaus leckere Speisepilz – Arten, insbesondere die Perlpilze. Ich war froh, dass ich hier noch vorbei geschaut habe, denn auch die Landschaft ist grandios und Gewittertief Ludger tauchte diese durch mitgeführten Saharastaub in ein ganz besonderes Lcht. Einfach ein toller Abend. Hier einige Impressionen:

Perlpilze (Amanita rubescens) hätten so manchen Sammlerkorb gefüllt. Aber auch die Schnecken waren bei dem klatschnassen Wetter in Hochform und taten sich oft sogar in Gemeinschaft gütlich am plötzlichen Überangebot von Frischpilzen.

Bleiern hängen noch die tiefen Wolken des Gewittertiefs über der Ostsee und dem Gespensterwald, aber am Horizont zeichnet sich ein Silberstreif ab.

Der Küstenwanderweg oberhalb der Steilküste.

Auch reichlich Totholz durch im Sturm gefallene Bäume bietet Nahrung für allerlei Holzpilze, wie beispielsweise Austern – Seitlinge.

Zwischen all den Perlpilzen und Grauen Wulstlingen verirrte sich hin und wieder auch ein Frauen – Täubling (Russula cyanoxantha). Er sitzt voller Springschwänze, die offensichtlich nach dem Wolkenbruch fluchtartig den durchtränkten Waldboden verlassen haben.

An dieser Gruppe von Grauen Wulstlingen (Amanita excelsa) haben Schnecken und Witterung ihre Spuren hinterlassen.

Der Silberstreif ist näher gekommen.

Langsam hellt sich die Stimmung am Küstenwald auf.

In warmen Farben wird dieser Sklerotien – Porling (Polyporus tuberaster) von der Sonne in Szene gesetzt.

In unterschiedlichen Schattierungen schieben sich diese jungen Grauen Wulstlinge (Amanita excelsa) aus dem kargen, kurz bemoosten Boden des Buchenwaldes.

Auch die Hüllreste auf den Hüten sind unterschiedlich groß.

Es ist auf diesem Panorama – Foto zwar schwer zu erkennen, aber der ausgehagerte Waldboden ist übersät von Wulstlingen in allen Alterstadien.

Hier sind es wieder mastige Graue Wulstlinge (Amanita excelsa). Meines wissens in Sachsen ein beliebter Speisepilz, der bei uns von Urlaubern oft mit dem Pantherpilz verwechselt wird b. z. w. wurde. Geschmacklich soll er allerdings dem Perlpilz unterlegen sein.

Mit dieser seltenen Rote Liste Art habe ich hier natürlich nicht gerechnet. Ich traute zunächst meinen Augen kaum, als ich im Gras zwei kugelige und knallrote Köpfchen sah. Ich holte tief Luft und schob die Gräser bei Seite. Wirklich, es waren Pilze und kein Spielzeug, das Kinder hier vieleicht vergessen haben könnten. Nein, es waren wirklich Eichen – Rotkappen (Leccinum quercinum), die ich seit Jahzehnten nicht mehr am Standort bewundern durfe. Ein toller Fund, der diesen stimmungsvollen Frühsommerabend an der Ostseeküste abrundete.

Der Wald im Licht der warmen Abendsonne. Die Gespenster haben sich bei dieser freundlichen Stimmung nun verzogen.

Zwei Verschiedenfarbige Dachpilze (Pluteus plautus) auf einem starken Totholzstamm von Rotbuche. Ohne Speisewert.

Interessante Hutstruktur bei diesen Grauen Wulstlingen (Amanita excelsa). Seewind hat die Huthaut verhärtet und sie kann sich bei der weiteren Streckung des Hutes nicht mehr mit ausdehnen.

Ähnliches bei diesem Exemplar der gleichen Art. Hier ist allerdings der Stiel betroffen. Außerdem hat der Starkregen den Hut völlig aufweichen lassen, so dass der Pilz b. z. w. die Lamellen aussehen, als wären sie gerade aus dem Wasserbad in der Küche gekommen.

Auch wenn dem Kenner leise Zweifel kommen sollten, es handelt sich tatsächlich nur um Frauen – Täublinge (Russula cyanoxantha).

Ein seltenes Naturschauspiel bot heute auch der Saharastaub, den Gewittertief Ludger mit sich führte. Je tiefer die Sonne, um so intensiver wurden die orangebraunen Eintrübungen der Sonnenstrahlen und des Himmels.

Die schließlich auch den Gespensterwald in ein mystisches Licht tauchten.

Wann findet die nächste Pilzwanderung statt? – Siehe unter Termine!

12. Juni 2019 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Exklusiv auch für interessierte Gäste

Ziel war der Kreuzgrund – MTB: 2237/2

Der Kreuzgrund gehört zum umfangreichen Staatsforst Tarnow bei Bützow. Ausgedehnte Buchenwälder, aber auch Nadelholzbereiche sind hier vorhanden. Integriert ist der berühmte Boitiner Steintanz (Siehe oben). Das Revier gehört zu unseren artenreichsten Waldgebieten. Im vergangenen Oktober führte eine erfolgreiche Exkursion im Rahmen unseres herbstlichen Pilzseminars hier her. Trotz der Trockenheit beeindruckte uns damals ein reichhaltiges Frischpilzaufkommen. Mitte Juni ist es  diesbezüglich eher noch bescheiden, aber bei günstigen Wachstumsbedingungen kann uns auch zu dieser, noch recht frühen Zeit, schon einiges geboten werden. Und die Witterungsbedingungen gestalteten sich in den letzten Tagen zunehmend günstig, durch häufige und teils intensive Gewittergüsse. So war es nach gestrigen Gewittern heute sehr feucht und auch die Luft fühlte sich schwül an. Da ich erst am Nachmittag Zeit hatte, dort hin zu fahren, blieben mir und Pilzfreund Robert, der mich begleitete, nicht viel Zeit, da am frühen Abend schwere Gewitter vorher gesagt waren. So konnten wir in knapp zwei Stunden auch nicht großes bereißen. Kurz vor 17.00 Uhr brachen wir wieder auf und konnten gerade noch mit Einsetzen der Unwetter Wismar erreichen.


Hier die heutige Artenliste: Buckel – Tramete, Zugespitzter Kugelpilz, Schmetterlings – Tramete, Striegeliger Schichtpilz, Rotrandiger Baumschwamm, Breitblättriger Rübling, Geweihförmige Holzkeule, Sklerotien – Porling, Rehbrauner Dachpilz, Birken – Zungenporling, Echter Zunderschwamm, Waldfreund – Rübling, Mai – Stielporling, Brandkrustenpilz, Stockschwämmchen, Zerfließende Gallert – Träne, Rotbuchen – Rindenkugelpilz, Grauer Wulstling, Goldschimmel, Riesenporling (vorjährig), Dunkles Fadenstäubchen, Grünblättriger Schwefelkopf und Rosablättriger Helmling.


Hier einige Bilder von heute:

Sklerotien – Porling (Polyporus tuberaster).

Rehbraune Dachpilze (Pluteus atricapillus).

Dunkles Fadenstäubchen (Stemonitis fusca) – ein Schleimpilz.

Grauer Wulstling (Amanita excelsa). Die Schnecken sind bei dem feuchten Wetter natürlich auch gleich zur Stelle.

Wer also Lust hat mit dem Fachmann auf Bestandsaufnahme durch den Wald zu streifen, ist sehr herzlich eingeladen. Die Teilnahmegebühr dient dem Erhalt der Wismarer Pilzberatungsstelle und wird nicht privat verwandt!

Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

05. Juni 2019 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Exklusiv auch für Gäste

Ziel war das MTB 2237/1 – Staatsforst Tarnow

Obwohl auf dem Kalender noch Frühling, kommt beim Anblick der gemähten Wiese mit ihren Heuballen ein erster Hauch von frühherbstlicher Stimmung auf.

Heute war ich wieder im frühsommerlichen Wald auf der Suche nach allen möglichen, im Feld ansprechbaren Großpilzarten. Laub- und Nadelforste versprachen diesbezüglich Abwechslung. Auf einer geführten Lehrwanderung konnten wir hier vor Jahren ein recht artenreiches Pilzaufkommen feststellen. Heute war es aufgrund der relativen Trockenheit und der noch frühen Jahreszeit verhaltener. Bei hochsommerlich warmen, gewittrigem Wetter, habe ich folgende Arten festgestellt:


MTB: 2237/1 – Staatsforst Tarnow: Herber Zwergknäuling, Rotbrauner Borstenscheibling, Sklerotien – Porling, Schmetterlings – Tramete, Rötliche Kohlenbeere, Bitterer Zapfenrübling, Striegeliger Schichtpilz, Zugespitzter Kugelpilz, Grünblättriger Schwefelkopf, Brandkrustenpilz, Rehbrauner Dachpilz, Echter Zunderschwamm, Riesenporling (vorjährig), Flacher Lackporling, Grauer Wulstling, Striegelige Tramete, Mai – Stielporling, Breitblättriger Rübling, Spaltblättling, Nördlicher Zinnoberschwamm, Lilablättriger Mürbling, Ampferblatt – Rostpilz, Orangefarbenes Brennnesselbecherchen und Buckel – Tramete.


Junge Sklerotien – Porlinge (Polyporus tuberaster) an einem toten, liegenden Buchenstamm.

Giftige Grünblättrige Schwefelköpfe (Hypholoma fasciculare) an einem alten Buchenstubben.

Ich hielt mich zunächst in Waldrandnähe an diesem sehr warmen und schwülen Junitag auf, denn es galt in Himmel im Blick zu behalten, da sich immer wieder einige, teils kräftige Hitzegewitter entwickelten.

Als sich die Lage am Himmel über dem Staatsforst entspannte und die Sonne die Oberhand bekam, ging es auch in`s schattigere Waldesinnere. Dort fand ich am feuchteren Waldweg eine Gruppe von Grauen Wulstlingen (Amanita excelsa). Die beiden schönsten Exemplare hielt ich im Bild fest. Essbar, aber auf die Unterschiede zum giftigen Pantherpilz achten!

Der Breitblättrige Rübling (Megacollybia platyphylla) ist durchaus eine Charakterart etwas feuchterer, schattigerer Wälder am Übergang vom Frühling in den Sommer. Ohne Speisewert.

Obiger wird merkwürdiger Weise oft mit dem Rehbrauen Dachpilz (Pluteus atricapillus) verwechselt.

Dort, wo totes Laubholz besonders trocken und sonnig liegt, können wir mit etwas Glück dem Nördlichen Zinnoberschwamm (Pycnoporus cinnabarinus) begegnen.

Die leckeren Lilablättrigen Mürblinge (Psathyrella candolleana) lieben eher feinere Holzreste und etwas feuchtere Standorte, um dann oft in großen Scharen aufzutreten.

Gegen 19.45 Uhr endete meine Inspektion und ich begab mich auf die Heimfahrt. Am südwestlichen Horizont hatte sich inwischen eine neue Gewitterzelle gebildet, die mich bis nach Wismar begleiten sollte.

Das gleiche Gewitter etwa eine dreiviertel Stunde später von Jesendorf aus fotografiert. Donnergrollen war immer wieder zu vernehmen. Als ich und der Gewitterschirm Wismar erreichten, war die Luft raus und das letzte Gewitter des Tages löste sich auf.

Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

  • Anmeldungen unter E- Mail:steinpilz.wismar@t-online.de, Tel.: 03841/228917 oder Handy: 0173/6977219

01. Juni 2019 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Grünen Knollenblätterpilzes

Sie führte durch den Wald bei Heiligenhagen

Wir befinden uns mittlerweile im Frühsommer. Frühlingsarten klingen ab und zaghaft entwickelt sich die sommerliche Pilzflora. Noch ist dieses aber erst sehr zurückhaltend zu spüren, obwohl in diesem Jahr schon recht früh mit Überraschungen gerechnet werden kann. Entsprechende Entwicklungen im Witterungsverlauf vorausgesetzt. Grund ist der extrem trockene Sommer und Herbst des Vorjahres. Es herrscht bei vielen Arten, ganz besonders aber auch bei den Sommerpilzen, großer Nachholebedarf, so dass zumindest ab Beginn des Hochsommers mit einem überdurchnittlichen Pilzwachstum gerechnet werden kann. Leider sind die allgemeinen Niederschläge in den letzten Tagen und Wochen nur recht verhalten ausgefallen. Dem entsprechend ist es noch recht dürftig an der Frischpilz – Front. Aber einiges war heute dann doch zu entdecken.

Zunächst brachte uns eine Teilnehmerin aus Rostock Pilze mit, die in ihrem Garten wuchsen. Es handelt sich um den leckeren Maipilz (Calocybe gambosa).

Aber auch im Wald dauerte es nicht lange, bevor wir die ersten Exemplare ausfindig machen konnten. Hier ist es ein essbarer Waldfreund – Rübling. Möglicherweise aber auch die gelbblättrige Form des selben, die von einigen Autoren als eigene Art betrachtet wird, als Gelbblättriger Rübling.

Besonders an totem Buchenholz finden wir oft die Buckel – Tramete (Trametes gibbosa), mit ihren länglichen Poren und den oft grün veralgten Hutoberflächen.

Hier sehen wir einzellige Pilztierchen, die Blutmilchpilze (Lycogala epidendron). Verletzt man sie, laufen sie förmlich aus, sie milchen.

Ein kleiner, junger Dachpilz wuchs direkt neben einer Gruppe Düngerlingen. Es dürfte sich um den Grauen Dachpilz (Pluteus cinereofuscus) handeln.

Hier noch einmal in der Hand.

Bei diesen Mürblingen könnte es sich nach meiner Auffassung um Große Buchenlaub – Mürblinge (Psathyrella murcida) handeln. Nach E. Ludwig soll die Art im Norden aber selten sein, ich habe sie jedenfalls schon öfters in unseren  Buchenwäldern gefunden.

Längst der Waldwege immer wieder filigrane Großpilze. Hier ist es ein reifer Goldmistpilz.

Goldmistpilz (Bolbitius virtellinus).

Gut ist hier die striegelig – filzige Konsolen – Bekleidung der Striegeligen Tramete (Trametes hirsuta) im Bild zu erkennen.

Der Mai – Stielporling (Polyporus lepideus) besitzt sehr eng stehende Poren auf der Unterseite und kann dadurch sehr gut vom ähnlichen Winter – Stielporling unterschieden werden.

Filigran und elegant diese Dreier – Gruppe von Tintlingen aus dem Formenkreis der Scheibchen – Tintlinge (Coprinus spec.).

Wunderschön auch dieser kleine Helmling.

Hier gleich im Trio. Es handelt sich um Orange – Helmlinge (Mycena acicula).

Ein wunderschöner Becherling aus der Gattung Peziza.

Hier ist es ein Blasenförmiger Becherling (Peziza vesiculosa).

Und hier könnte es sich um den Buchenwald – Becherling (Peziza arvernensis) handeln. Wir fanden im tiefen Buchenlaub Riesenexemplare mit bis zu 15 cm Durchmesser! Möglich wäre aber auch der Riesen – Becherling (Peziza varia). Klarheit kann hier nur das Mikroskop verschaffen.

Er ähnelt in diesem Fall stark einen Wurzel – Schleim Rübling, es fehlt aber der teils runzlige und schleimige Hut. Dieser ist beim Buchenwald – Wasserfuß (Hydropus subalpinus) trocken. Trotzden kann er wurzeln, wenn das Holzstückchen, dem er entspringt, tiefer im Waldboden oder der Humusschicht versenkt ist. Ohne Speisewert, während die Hüte des Wurzelrüblings essbar wären.

Aus dem blanken Erdboden eines Waldweges wuchs dieser Stadt – Champignon (Agaricus bitorquis). Typisch der flache Hut und der doppelt beringte Stiel. Erstklassiger Speisepilz, wenn er nicht gerade auf oder an viel befahrenen Straßen wächst.

Der Ampferblatt – Rostpilz (Ramularia rubella). Ein Kleinpilz oder Phytoparasit.

Hin und wieder auch wertvolle Feuchtbiotope, so wie dieses sehr nasse Birkenmoor.

An einer trockenen Wegböschung des Buchenwaldes schoben junge Graue Wulstlinge (Amanita excelsa). Die essbaren Knollenblätterpilze müssen gewissenhaft mit den Merkmalen des sehr ähnlichen und stark giftigen Pantherpilzes abgeglichen werden, sollte man sie für Speisezwecke verwenden wollen.

Hier ein etwas verändertes Exemplar der selben Art. Typisch sind die grau – schorfigen Hüllreste auf dem Hut und das fehlende Bergsteiger – Söckchen an der Stielbasis. Trockenheit hat zum platzen der Huthaut bei weiterer Streckung geführt und dem Fruchtkörper ein ungewöhnliches Aussehen verliehen.

Auf einer Waldlichtung fanden wir einen augeprägten Hexenring von besonders üppigen Waldfreund – Rüblingen (Collybia dryophila).

Auch den Hüten dieser giftigen Grünblättrigen Schwefelköpfe (Hypholoma fasciculare) ist das trockene Wetter anzusehen.

Leider habe ich vergessen, dieses Einzelexemplar eines Tauben – Täublings (Russula grisea) zu spiegeln. Von oben glaubt man einen Frauen – Täubling gefunden zu haben, aber die Lamellen splittern. Der Papagei – Täubling ist schmächtiger und besitz auch keinen lila angehauchten Stiel. Typisch für diese Art sind auch die dicht stehenden, cremeweißen Lamellen und die bräunlichen Flecken am unteren Stielbereich und sein Vorkommen unter Buchen und Eichen, gelegentlich aber auch unter anderen Laubgehölzen. Essbar.

Essbar ist auch der Frühlings- oder Voreilende Ackerling (Agrocybe praecox).

Eine kleine, aber gemütliche Truppe heute im Wald bei Heiligenhagen. 01. Juni 2019.

Wann startet die nächste Pilzwanderung? – Siehe unter Termine!

31. Mai / 01. Juni 2019 – Kleine Imbisstage

Es gibt leckere Waldpilzsuppe

Gesammelt, gekocht und ausgeschenkt von den Pilzfreunden der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V.

An zwei Tagen gab es unsere leckere Waldpilzsuppe mit Hallimasch und wenigen Maipilzen.

Am Freitag, dem 31. Mai 2019, ab 11.00 Uhr und am folgenden Sonnabend zur Stuhlparade ab 13.00 Uhr.

Heute haben wir/ich mal wieder mit zwei Imbisstagen für das leibliche Wohl der Spaziergänger und Liebhaber kulinarischer Pilzzubereitungen gesorgt. Es gab unsere herzhafte Waldpilzsuppe nach Art des Steinpilz – Wismar. Immer wieder hatten wir Nachfragen, wann es mal wieder unsere Leckereien aus dem Wald gäbe. Nun war es zumindest in kleinem Rahmen soweit. Für zwei Tage schenkte ich die beliebte Waldpilzsuppe aus. Auch weil durch das lange Wochenende wegen Christi Himmelfahrt zahlreiche Kurzurlauber in der Hansestadt weilten.

Sechs Tüten Tiefkühlware holte ich aus dem Gefrierschrank. Hallimasch und Maipilze.

Frische Möhren wurden dazu gekauft.

Dazu deckte ich auch im Laden ein.

Und natürlich auch vor dem Info – Zentrum.

Auch Kaffee und Tee waren im Angebot.

Die Pilzfreunde der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V. freuten sich auf ihren Besuch. 

29. Mai 2019 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Als Exklusiv – Angebot für interessierte Pilzfreunde

Ziel war die Schwinzer Heide im MTB: 2338/4

Die Nossentiner/Schwinzer Heide ist vor allem im Herbst ein beliebtes Revier für die Kochtopf – Mykologen. Die weitläufigen Kiefern- und Fichtenwälder mit ihrem armen, sandigen Untergrund, lassen reichlich Maronen, Pfifferlinge, Steinpilze und viele andere Arten sprießen. Im Frühling ist es natürlich noch lange nicht soweit, aber darum ging es auch nicht. Die Erforschung der Großpilz – Flora steht im Vordergrund und es gilt eventuell neue Arten für unsere Kartierung festzustellen. Dabei kann natürlich der interessierte Hobby – Mykologe sicher einiges hinzulernen. So schloßen sich mir zwei Pilzfreunde aus Heidelberg an, die wegen des verlängerten Herrentags – Wochenendes für einige Tage Urlaub am Plauer See machen.

Leichtere Niederschläge in der letzten Zeit ließen einige Kleinarten wie Lilablättrige Mürblinge oder Waldfreund – Rüblinge, Tintlinge oder sogar einen Maipilz sprießen, der durchschnittliche Pilzsammler wäre heute aber nicht auf seine Kosten gekommen, obwohl die Mürblinge sicher eine leckere Pilzsuppe geliefert hätten. Ansonsten konnte ich in diesem Quadranten einige Arten notieren, die ich bisher noch nicht in meiner Datenbank aus der Schwinzer Heide vorzuweisen hatte.


Hier die heutige Artenliste von MTB: 2338/4 – Schwinzer Heide bei Alt Schwinz: Buckel – Tramete, Mai – Stielporling, Echter Zunderschwamm, Eichen – Zystidenrindenpilz, Nördlicher Zinnoberschwamm. Spaltblättling, Rotrandiger Baumschwamm, Flächiges Eckenscheibchen, Striegelige Tramete, Schmetterlings – Tramete, Lilablättriger Mürbling, Grünblättriger Schwefelkopf, Schiefer Schillerporling, Waldfreund – Rübling, Striegeliger Schichtpilz, Runzliger Schichtpilz, Erlen – Schillerporling, Mottenkugel – Lederrindenpilz, Zimtfarbener Weichporling, Blutmilchpilz, Birken – Zungenporling, Maipilz, Gemeiner Violettporling und Grauer Faltentintling.


Und einige Belegfotos:

Nördlicher Zinnoberschwamm (Pycnoporus cinnabariunus).

Spaltblättling (Schizophyllum comune).

Lilablättriger Mürbling (Psathyrella candolleana).

Zimtfarbener Weichporling (Hapalopilus rutilans).

Ein einsamer Maipilz (Calocybe gambosa) direkt am geschotterten Straßenrand.

Und weil er so schön war, hier noch einmal mit Schminkspiegel.

Ein dichtes Büschel Grauer Faltentntlinge (Coprinus atramentarius) bricht ebenfalls dierekt am Straßenrand am Fuße eines Laubbaumes heraus.

Häufiges Schadensbild bei Fichten und Kiefern, die Kernfäule. Meist verusacht durch den Wurzelschwamm. Besonders in Fichten – Monokulturen kann der Pilz Schäden in Millionenhöhe anrichten. Fruchtkörper finden sich nur am Fuß der befallenen Bäume, aber das aggressive Myzel steigt viele Meter den Stamm hinauf und zerstört das Kernholz. Bei vielen, der am Wegesrand lagernden Kiefernstämme, konnte ich heute dieses Schadensbild beobachten.

Wann und wohin startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!

25. Mai 2019 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Grünen Knollenblätterpilzes

Sie führte durch den Klappenkrug

Links der Klappenkrug, rechts das Heidenholz bei Ventschow am 25. Mai 2019.

Der Klappenkrug ist ein kleines Waldgebiet zwischen Ventschow und Holdorf. Es stehen hier zumeist Laubbäume. Gegenüber liegend finden wir das Heidenholz, das während unserer intensivsten Zeit der Pilzkartierung in den 1990er Jahren durch seine große Artenvielfalt auffiel. So konnten wir hier beispielsweise zu damaliger Zeit den sehr seltenen Igel – Stachelbart neben vielen anderen interessanten Pilzarten feststellen. Der Klappenkrug ist mir in diesem Zusammenhang in Erinnerung geblieben, da ich hier damals wenige Tage vor Weihnachten noch eine frische Ernte von Hallimasch einfahren konnte. Der „berühmte“ Weihnachts – Hallimasch! Beide Arten fanden wir heute natürlich nicht, da es sich um Herbstpilze handelt. Dafür waren zumindest an feuchteren Stellen einige Kleinarten ganz gut vertreten, allen voran Tintlinge. Für größeres war es im Vorfeld leider zu trocken.

Wir starten. Mit insgesamt vier Pilzfreunden waren wir heute eine sehr überschaubare Truppe.

Ich vermute, das relativ kleine Waldgebiet wurde in der letzten Zeit privatisiert, wie auch andere Wälder in der Nähe mit alten Buchenbeständen. Teils wurden hier radikale Baumfällungen vorgenommen, so vor Jahren im Paradies oder auf dem Homberg, wo zumindest parzellenweise Radikalschlag erfolgte. Ein Privatwaldbesitzer dieser Reviere entgegnete auf meine Anfrage: „In hundert Jahren sind die Bäume ja wieder nachgewachsen“.

Immerhin blieben auch mal dicke Stammteile liegen, die für uns Pilzfreunde interessant werden können. Hier herrscht Austern – Seitlings  – Erwartung in den nächsten Wintern.

Hier dürfen wir Steinpilze erwarten.

Und vieleicht siedelt sich hier im Verlauf der Igel – Stachelbart an, den wir in den 1990er Jahren ganz in der Nähe schon mal entdeckten.

Diese Hainbuche hat allerdings ein Pilz dahin gerafft.

Und zwar einer der ergiebigsten und schmackhaftesten Speisepilze, der Hallimasch. Hier sehen wir seine schwarzen Myzel – Stränge, die sich unter der Rinde des Baumes bis in Richtung Krone hocharbeiten können.

Lackporlinge (Ganoderma spec.) haben sich einen liegenden Buchenstamm vorgenommen und bestreuen mit ihrem zimtbrauen Sporenstaub nicht nur sich selbst. Spec. deshalb, weil ich mir hier noch nicht ganz sicher bin, um welche Art es sich handelt. Für den häufigen Flachen Lackporling sind mir die Konsolen zu kompakt, für den seltenen Kupferroten Lackporling die Poren zu hell.

Der zähfleischige Mai – Stielporling (Polyporus lepideus) ist ungenießbar.

Ein Schlachtfeld, aber für die Holzzersetzenden Arten ein gefundenes Fressen.

Elegante Tintlinge aus dem Umfeld der Scheibchen – Tintlinge.

Ergiebiger sind da schon diese Frühlings – Ackerlinge (Agrocybe praecox). Sie dürfen in den Sammelkorb gelegt werden.

Auch diese Glimmer – Tintlinge (Coprinus micaceus) wären im Prinzip essbar, lohnen aber kaum, da sie sehr zerbrechlich sind und schnell altern. Wenn doch, dann aber ohne Alkohol!

Waldfreund – Rüblinge (Collybia dryophila) können bei Kennern ebenfalls in den Korb wandern, sind aber eher nur als Mischpilz empfehlenswert, da sie als minderwertig gelten und auch nicht sonderlich ergiebig sind.

Langsam ergiebt sich ein kleines Mischpilz – Gericht, denn auf der Grasnarbe eines Waldweges wuchsen etliche Tränende Saumpilze (Lacrymaria lacrymabunda), die auch essbar sind.

Giraffenholz. Die Zeichnung soll von Holzkeulen hervorgerufen werden.

Der Fleischrote Zystiden – Rindenpilz (Peniophora incarnata).

Braunsporer der Gattung Galerina/Conocybe und ein Schwarzsporer von den Tintlingen (Coprinus).

Und noch einmal filigrane Tintlinge (Coprinus spec.).

Eine tolle Blumenwiese!

Es dürfte sich um den Kriechenden Günsel (Ajuga reptans) handeln.

Auch der Schmalblättrige- oder Frühlings – Mürbling (Psathyrella spadiceogrisea) ist ein essbarer Frühjahrspilz und kann eine Pilzsuppe bereichern.

Mürblinge sind kleinere, gebrechliche Blätterpilze mit dunklem Sporenpulver und wachsartig sich anfühlender Fleischkonsistenz. Es gibt keine giftigen unter ihnen.

Hier noch ein Vergleich zweier Pilzarten mit unterschiedlicher Sporenfärbung. Oben ein Frühlings – Ackerling mit braunem Sporenabwurf und Lamellenfarbe, unten der Frühlings – Mürbling mit fast grauschwarzem Sporenpulver.

Die großen und fleischigeren Rehbraunen Dachpilze (Pluteus atricapillus) besitzen zunächst weiße Lamellen, die sich durch das fleischrötliche Sporenpulver während der weiteren Entwicklung entsprechend verfärben. Essbar.

Ein schönes Stimmungsbild von Tränenden Saumpilzen (Lacrymaria lacrymabunda) mit ungewühnlich, brustwarzenartig geformter Hutmitte.

Ein schon etwas verwelktes Exemplar des Breitblättrigen Rüblings (Megacollybia platphylla).

Abschlußfoto am 25. Mai 2019 im Klappenkrug.

Wann starten wir zur nächsten Pilzwanderung? – Siehe unter Termine!

22. Mai 2019 – Mittwochs- und Kartierungsexkursion

Mittwochsexkursion

Exklusiv auch für interessierte Pilz- und Naturfreunde

Ziel waren die umfangreichen Wälder nordwestlich Dobbin MTB: 2338/3

Rotrandiger Baumschwamm (Fomitopsis pinicola) am 22. Mai 2019 im Mildenitztal.

Auch diese Mittwochsexkursion diente der Kartierung und dem Beschaffen von Ausstellungsmaterial für unsere Pilzausstellung. Ziel war das Naturschutzgebiet Mildenitz – Durchbruchstal und Klädener Plage.


Hier die Artenliste von heute, MTB: 2338/3 – MildenitztalStriegelieger Schichtpilz, Zaunblättling, Rötende Tramete, Echter Zunderschwamm, Schmetterlings – Tramete, Rotrandiger Baumschwamm, Reihige Tramete, Flacher Lackporling, Buckel – Tramete, Striegelige Tramete, Angebrannter Rauchporling, Brandkrustenpilz, Mai – Stielporling, Sklerotien – Porling, Getigerter Sägeblättling, Schwarzgebänderter Harzporling, Laubholz – Harzporling,  Rotbuchen – Rindenkugelpilz, Himbeerroter Schleimpilz, Buchen Fruchtschalen – Holzkeule, Orangefarbenes Brennnesselbecherchen und Zugespitzter Kugelpilz.


Hier noch einige Fotos von heute:

Mai – Stielporling (Polyporus lepideus).

Reihige Tramete (Antrodia serialis).

Sklerotien – Porling (Polyporus tuberaster).

Himbeerroter Schleimpilz (Tubifera ferruginosa) mit Waldameisen.

Gerne biete ich für interessierte Pilzfreunde, die auch über den Tellerrand hinaus blicken möchten, die Teilnahme an weiteren Mittwochsexkursionen an. Siehe unter Termine!

Die Tour kann etwa 3 – 5 Stunden in Anspruch nehmen.

Kostenpunkt: 20.00 € pro Person. Kostenfrei für Vereinsmitglieder!

  • Anmeldungen unter E-Mail: steinpilz.wismar@t-online.de  Tel.: 03841/228917 oder Handy: 0173/6977219

21. Mai 2019 – Treffen der Pilzfreunde

Treffen der Pilzfreunde

Gemeinnützige Gesellschaft Wismar e.V. – Gruppe der Pilzfreunde

Großpilze der Hansestadt Wismar

Treff war am Dienstag, dem 21. Mai 2019, um 18.00 Uhr im Steinpilz – Wismar, ABC Straße 21.

Im Jahre 1995 erschien die Broschüre „Großpilze der Hansestadt Wismar“, herausgegeben vom damaligen Umweltamt. In ihr wurden alle Großpilze verzeichnet, die Prof. Dr. Jürgen Schwik, Benno Westphal und Reinhold Krakow bis Mai 1995 innerhalb der damaligen Stadtgrenzen nachweisen konnten. Inzwischen sind natürlich weitere Funde getätigt worden. Wir haben heute eine Auswahl von 90 Arten in Wort und Bild vorgestellt. Die Broschüre ist übrigens im mykologischen Info – Zentrum Steinpilz – Wismar erhältlich. Vielen Dank auch an unsere PIlzfreunde Silke und Alfred für den Sekt zum anstoßen auf ihren Geburtstag!

Die Veranstaltung endete gegen 20.00 Uhr.

19. Mai 2019 – Mit dem Stadtführer unterwegs

Exklusive Stadtführung

Für die Pilzfreunde der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V.

Die Kirche der Seefahrer St. Nikolai und die frische Grube, ein mittelalterlicher Flußlauf durch die historische Altstadt der Hansestadt Wismar, Anfang Januar 2019, während eines schweren Sturmhochwassers.

Treff war am Sonntag, dem 19. Mai 2019, um 10.00 Uhr an der Wasserkunst auf dem Wismarer Marktplatz.

Auf unserer letzten Weihnachtsfeier wurde von einigen Pilzfreunden angeregt, vieleicht nicht nur durch unsere Wälder zu wandern, sondern auch mal einen geführten Stadtrundgang durch Wismar zu unternehmen. Grund war die Anwesenheit von Hinrich Siedenschnur, einer der versiertesten Stadtführer Wismars und darüber hinaus. Hinrich ist selbst Mitglied der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V.

Heute wurde es also konkret. Wir trafen uns an der Wasserkunst und übergaben das Wort an Hinrich. Angesteuert wurden u. a. folgende Sehenswürdigkeiten: Rathaus, St. Georgenkirche, Marienkirchturm mit Filmvorführung „Bruno Backstein“, Heiligen Geist Kirche und Zeughaus.

Die Wasserkunst, das wichtigste Wahrzeichen der Hansestadt Wismar, auf einem der größten Marktplätze Norddeutschlands (1 ha) war der Treffpunkt. Foto: Ulrich Klein.

Ulrich hielt auch diesen denkwürigen Moment im Bild fest.

Das Hotel und Restaurant Reuterhaus befindet sich genau der Wasserkunst gegenüber. Es trägt den Namen des mecklenburgischen Heimatdichters Fritz Reuter. Zu Lebzeiten nutzte dieses Gebäude sein Verleger Hinstorf.

In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich die Traditionsgaststätte Alter Schwede.

Eingangsportal.

Der Kopf des alten Schweden, der Schwedenkopf, ist nicht nur über dem Eingangsportal der Gaststätte zu finden. Man kann ihm an verschiedenen Stellen in der historischen Altstadt oder am alten Hafen begegnen.

Die östliche Häuserzeile des Marktplatzes.

Unterhalb des Hotel Stadt Hamburg, in der selben Häuserzeile, befindet sich die Tittentasterstraße.

Allerdings hält der Name nicht, was er verspricht. Da sollte Mann sich lieber in den Abend- und Nachtstunden in Richtung Spiegelberg begeben. An dieser Stelle gibt es nur Blumen, aber die können vieleicht auch so mancher Weiblichkeit schmeicheln und dann…

Die Nordflanke des Marktplatzes nimmt das imposante Rathaus ein.

Im Süden befinden sich weitere hanseatische Bürgerhäuser und Geldinstitute wie die Sparkasse Mecklenburg – Nordwest.

Auch die derzeitige Dauerbaustelle des Marktplatzes. Hier wurde Ende April 2018 Feuer gelegt und zwei Gebäude brannten vollständig aus. Die Außenmauern werden seit dem aufwendig gesichert. Warum wird die Rest – Ruine nicht abgerissen und etwas neues hingestellt, was sich gut in den Gebäudekomplex des historischen Marktplatzes einfügt? Lieber wird viel Geld aufgebracht um die Überreste zu erhalten, aus denkmalschutzgründen und um dem Weltkulturerbe gerecht zu werden.

Hinrich erläutert uns an dieser Miniatur – Nachbildung des Welterbe – Altstadtkerns die Hansestadt. Das Modell ist auch mit Blindenschrift ausgestattet, so dass man sich die Altstadt und deren Sehenswürdigkeiten auch mit der Hand ertasten kann.

Blick von Hinter dem Rathaus zur Altwismar Straße. Das graue Gebäude linker Hand ist der Weinberg, eine traditionsreiche Gaststätte, die vor wenigen Jahren aufwendig saniert wurde.

Auf dem Rudolf – Karstadt Platz. Im Hintergrund ist die Heiligengeist Kirche zu sehen.

Das Stammhaus der Karstadt AG. Hier begann die Erfolgsgeschichte des deutschlandweit agierenden Unternehmens.

Die Rats – Apotheke. Als Jugendlicher verkaufte ich vor diesem Gebäude zusammen mit einem Klassenkameraden viele Kilo Frostschnecklinge, an denen wir den ganzen Sonntag zuvor gesammelt hatten. Unser Stammplatz vor der Pilzberatungsstelle war leider von anderen Pilzverkäufern belegt.

Hier war die Pilzberatungsstelle bis zum 31. Oktober 1994 untergebracht. Genau gegenüber des Karstadt – Stammhauses.  Das linke Schaufenster nutzte ich für ständige Frischpilzausstellungen. Nun hat der traditionelle Wismarer Optiker Frank hier eine seiner Filialen.

Es geht in Richtung gotisches Viertel.

Der Marienkirchturm an diesem sonnigen Mai – Sonntag. Gut sind noch die Züge des ehemaligen Kirchenschiffes zu erkennen. Das Gotteshaus hatte im 2. Weltkrieg noch eine Luftmine abbekommen und wurde schwer beschädigt. Die Ruine wurde zu DDR – Zeiten gesprengt und beräumt. Foto: Ulrich Klein.

Hinrich erläutert uns wissenswertes zu St. Marien. Diese Backsteine stellen den Umriß des vormaligen Kirchengebäudes dar.

Aber zu DDR – Zeiten wurde nicht nur beseitigt, sondern auch renoviert, so die Kirchturm – Uhr im Jahre 1981.

Und auch das Archidiakonat.

Daran beteiligt war auch unser dienstältester Pilzfreund Hans – Jürgen Willsch.

Im Innenbereich des ehemaligen Kirchenschiffes erinnert diese Büste an den Mathematiker Gottlob Frege, der in Wismar zu hause war.

Es gibt natürlich auch noch häßliche Gebäude, die dringend saniert oder abgerißen gehören. In dem Gebäude mit dem Schornstein soll die Wäscherei der sowjetischen Besatzungstruppen zu DDR – Zeiten untergebracht gewesen sein.

Der Fürstenhof und der Turm von St. Marien. Im Fürstenhof ist heute das Gericht untergebracht.

Sehenswert auch das Deckengewölbe im Torweg des Fürstenhofes.

Rechts die Vorderfront des Fürstenhofes und noch einmal der Marien – Kirchturm, ein weithin sichtbares Wahrzeichen Wismars und besonders in früheren Jahrhunderten ein Seezeichen für die Schifffahrt.

Der Eingang zur nächsten Backstein – Kathedrale von St. Georgen. Einer der größten Kirchen Europas, aber ohne einen weithin sichtbaren Turm, aber mit einer tollen Aussichtsplattform.

Auch diese Kirche wurde im 2. Weltkrieg von Bomben schwer getroffen. In einer Orkannacht im Jahre 1990 stürzte eines ihrer Giebel auf nahe liegende Wohngebäude in der Turmstraße und zerstörte diese völlig. Danach begann, durch viele Spenden ermöglicht, ein Wiederaufbau der Georgen Kirche.

Am Ende des Krieges standen im Prinzip nur noch die Grundmauern. Zur Gefahrenabwehr wurden zu DDR – Zeiten einzelne Bereich gesprengt und mit den Backsteinen wurde eine kleinere Kirche neben der ehemaligen Marienkirche errichtet – die neue Kirche. Das hier nun wieder überdachende Kirchengewöbe wurde erst nach der Wende wieder aufgezogen. Eine große Leistung, dank vieler Spenden. Reguläre Gottesdieste finden hier allerdings nicht mehr statt. Es ist ein Ort für kulturelle Veranstaltungen, eine Kultur –  Kirche.

Wir gelangen an die Heiligengeist – Kirche. Das einzige Gotteshaus in Wismar, das an einer Hauptstraße gelegen ist. Heilig Abend waren Irena, Jonas und ich hier zur Christvesper. Hier findet also regulärer Kirchenbetrieb statt. Alle gezeigten Kirchen sind protestantisch, wurden allerdings bereits vor der Reformation erbaut.

Ab und an wurde ich von Touristen gefragt, wo denn das Polizeirevier von Soko – Wismar sei und ich mußte passen, da ich diese Serie bisher so gut wie nie geschaut habe. Jetzt wurde ich schlauer, es befindet sich genau hier, zumindest der Eingangsbereich, welcher auf den Innenhof der Heiligengeist – Kirche führt.

Weiter geht es durch die Klaus – Jesup Straße, die vor kurzem noch eine grüne Alleenstraße mit Bäumen, Büschen und Sitzecken war. Sie soll nun umgestaltet werden und bei der Gelegenheit wurden alte Bunkeranlagen entfernt. Berge von Bauschutt bieten hier nun ein sicher ebenfalls historisches Fotomotiv.

Wir streben dem Zeughaus entgegen.

Das Zeughaus im Panorama – Blick und von der Hof – Ansicht.

Es geht in Richtung Hafen.

Die Frische Grube von hier aus gesehen in Richtung Innenstadt.

Das letzte Stück nennt sich Runde Grube und mündet nach dem Durchfluß dieses originellen Fachwerkhauses in den Hafen.

Auf der Brücke am Ziegenmarkt.

Das Hotel New Orleans.

Das alte Brauhaus am Lohberg. Hier wird noch Bier gebraut wie zu Zeiten der Hanse. Wismar besaß im Mittelalter sehr viele Brauereien und das Gebräu wurde zum Teil weithin verschifft.

Gleich gegenüber an der Hafenkannte kann man sich direkt vom Kutter mit frischem oder geräuchertem Ostsee – Fisch eindecken. Natürlich auch mit Backfisch. Unter anderem bei Backfisch – Maik (Seemann). Ich möchte hier für ihn ein wenig Werbung machen, denn wir kennen uns schon aus Kindertagen. Die Familie Seemann ist eine alteingesessene Fischerfamilie und sie heißen nicht nur so, sondern sie fahren/fuhren auch alle zur See, zumindest in ihrer Eigenschaft als Küstenfischer.

Das Wassertor am alten Hafen. Es ist das einzige, noch erhaltene Stadttor der Hansestadt Wismar.

Das Wassertor vom Spiegelberg aus.

Wer kennt nicht diese Figur aus dem wohl ersten Vampir – Klassiker der Filmgeschichte. Vom Wismarer Hafen aus hielt sozusagen erstmals die Fantasie-, Grusel- und Märchenfigur Dracula einzug in die Kinowelt.

In unmittelbarer Nähe zum Hafen befindet sich die Scheuerstraße. Hier habe ich meine Kindheit verbracht und zu meiner Zeit war in unserer Straße auch richtig was los, und das nicht nur am Samstag Abend, wie Peter Maffay einstmals sang.

Nochmals die Frische Grube von der Schweinsbrücke aus in Höhe des Schabbel – Hauses (links) fotografiert, mit Blickrichtung Hafen.

Von der Schweinsbrücke aus noch einmal ein Blick auf St. Nikolai.

Einige Schritte weiter in Richtung ABC Straße noch einmal ein Blick auf die Kirche und links ist der Eingangsbereich des Schabbel – Hauses zu sehen. In ihm befindet sich das Stadtgeschichtliche Museum.

Einige Schritte weiter in Richtung Marktplatz beginnt die ABC Straße und der wichtigste Anlaufpunkt in unserer Stadt und darüber hinaus, wenn es um`s Thema Pilze geht. Wir sehen das Gebäude, in dem der Steinpilz – Wismar sein Domiziel seit dem Jahre 2004 aufgeschlagen hat. Es wurde zu DDR – Zeiten errichtet und wie man sieht, hat man damals sehr wohl darauf geachtet, das sich der Neubau harmonisch in die historische Altstadt einfügt.

Und zum Schluß nochmals ein Gruppenbild mit allen Beteiligten vor der Wasserkunst.

Wir bedanken uns nochmals sehr herzlich bei Stadtführer Hinrich Siedenschnur (im Foto mittig zu sehen) für diesen tollen Vormittag.

Die Führung war für Mitglieder der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V. kostenlos!

11. Mai 2019 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Grünen Knollenblätterpilzes

Durch die Wälder um Levetzow/Kahlenberg

Am idyllisch gelegenen Schmiedeteich starteten wir zu unserer heutigen Lehrwanderung.

Mitte Mai befinden wir uns im Vollfrühling. Die klassischen Frühlingspilze haben in der Regel schon ihren Zenit überschritten oder befinden sich gerade noch auf ihrem Höhepunkt. Maipilze sollten nun überall an ihren angestammten Plätzen vertreten sein, sofern es nicht so trocken wie in diesem Frühling ist. An Bäumen leuchten mitunter weithin Schwefelporlinge, aber in diesem Jahr bisher kaum! An alten Stubben und Bäumen  sprießen oft sehr große, braunschuppige Tellerpilze = Schuppige Porlinge. Gut zu erkennen an ihrem Geruch nach frischen Gurken. Auch sie waren heute leider nicht vertreten. Alle genannten Arten sind in der Küche verwendbar und oft auch sehr ergiebig. Das Wetter war zum Wandern sehr angenehm. Sonnig, wenig Wind und angenehme Temperaturen. Trotz einiger Regenfälle in den zurück liegenden Tagen, wirkte der Wald über weite Strecken eher trocken. Nur an natürlich feuchteren Stellen machte es Sinn, etwas ausgiebider die Blicke auf dem Waldboden schweifen zu lassen. Abseits der Wege war zeitweise pfadfinderisches Gespür gefragt und auch praktische Fähigkeiten zum Brückenbau über Wasser führende Gräben waren von Vorteil. Hier eine kleine Bilderschau von unserer Tour:

Wir starten!

Jetzt immerhin noch auf ausgeschilderten Pfaden.

Der Pflaumen – Feuerschwamm (Phellinus tuberculosus) an Prunus spinosa.

Sie soll die häufigste Art aller Porlinge sein, die Schmetterlings – Tramete (Trametes versicolor).

Wie ein Hauptgewinn im Lotto, so habe ich es einmal in einem Buch über Heil- b.z.w. Vitalpilze gelesen, soll der Fund eines Glänzenden Lackporlings (Ganoderma lucidum) sein.

Und heute landeten wir gleich zweimal einen Volltreffer. Besser bekannt ist der „Pilz der Unsterblichkeit“ unter der Bezeichnung Reishi.

Gleich daneben noch ein vorjähriger Fruchtkörper des Kiefern – Braunporlings (Phaeolus schweintzii). Hier allerdings nicht auf Kiefern, sondern auf Fichtenwurzeln.

Auf Holzabfällen am Wegesrand wuchsen zwei stattliche und frische Rehbraune Dachpilze (Pluteus atricapillus). Da die Freiblättler essbar sind, landeten sie als erste Speisepilze im Korb der glücklichen Finderin.

Gerüche spielen beim bestimmen und kennenlernen vieler Pilzarten eine wichtige Rolle. Dieser Dachpilz riecht etwas rettichartig.

Vom Fichten – Hochwald weiter auf diesem Waldweg, der durch eine Fichtenschonung führte.

Für Fichten – Steinpilze leider noch etwas zu früh!

Dafür gab es aber schon den Ampferblatt – Rostpilz (Ramularia rubella).

Wir kamen in einen etwas feuchteren Laubwaldbereich mit Weißdorn – Sträuchern. Nach kurzer, gezielter Suche wurden wir fündig. Schild – Rötlinge (Entoloma clypeatum) zählen zu den schmackhaftesten Pilzarten und sind im Mai und Juni bei gezielter Nachsuche unter Rosengehölzen oft schnell entdeckt.

Ich wurde zum nächsten Fundort gerufen.

Graue Falten – Tintlinge (Coprinus atramentarius) schieben sich im Büschel aus dem