12.07.2025 – Ascomyceten auf Kaninchenwerder

Ascomyceten auf der Insel Kaninchenwerder

bestimmt von Torsten Richter

12. Juli 2025

Torsten Richter im Großseggenried auf Kaninchenwerder.
Foto: Jürgen Samland


Wir Pilzfreunde der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V. freuen uns immer, wenn Torsten Richter uns auf unseren Veranstaltungen begleitet.

Torsten ist Biologie- und Chemielehrer und Vorsitzender des Pilzvereins „Heinrich Sternberg“ Rehna e.V.. Seit Jahren beschäftigt er sich mit Pilzen. Dabei haben es ihm besonders die Ascomyceten (Schlauchpilze) angetan – aber auch kleinste Hutträger wecken sein Interesse. Hauptsache schön klein und manchmal mit dem bloßen Auge kaum noch zu erkennen.

Torsten gilt als Experte auf diesem Gebiet unter den Mykologen. Seine wissenschaftlichen Beiträge werden oft in Fachzeitschriften veröffentlicht. Ihm gelangen bereits viele seltene Funde und auch Erstbeschreibungen.

Sein Wissen um diese oft übersehenen und nicht beachteten Kleinstpilze ist immer eine Bereicherung für uns Teilnehmer. Wir möchten deshalb hier einige seiner gefundenen und mikroskopisch bestimmten Ascomyceten von der Insel Kaninchenwerder hier vorstellen und danken auch für die grandiosen Fotos.

Catrin

Scharlachrotes Pustelpilzchen (Neonectria coccinea) an einem bemoosten Stamm von Birne (Pyrus).
Foto: Christian Boss – Bestimmung: Torsten Richter

 

Typisch für dieses Pustelpilzchens ist, dass die roten Perithezien in dichtgedrängten Büscheln aus der Rinde hervorbrechen und dabei in deren Randbereich sich Rindenteile aufgerichtet haben. Die einzelnen Fruchtkörperchen sind nur 0,2 bis 0,3 mm groß und nur mit einer gut vergrößernden Lupe deutlich sichtbar.
Foto und Bestimmung: Torsten Richter

 

Gras-Kernpilz (Epichloë typhina) an Wald-Zwenke (Brachypodium sylvaticum) am Wegrand.
Foto: Torsten Richter

 

Nahaufnahme des Gras-Kernpilzes (Epichloë typhina).
Foto und Bestimmung: Torsten Richter

 

Bewimperter Schildborstling (Scutellinia crinita) auf morschem Holz. Verschiedenlange Randhaare sind unter anderem ganz typisch für diesen farbenfrohen Pilz.
Foto und Bestimmung: Torsten Richter

 

Torsten in seinem Lieblingshabitat auf der Suche nach Kleinstpilzen.
Foto: Christian Boss

 

So sieht man Torsten größtenteils auf unseren Exkursionen…
Foto: Christian Boss

 

Manchmal müssen wir aber ganz schön suchen, um ihn zu entdecken…
Foto: Jürgen Samland

 

So sehen Torstens Funde aus. Für uns ist mit bloßem Auge kaum zu erkennen, dass es sich um Pilze handelt. Aber nachfolgend zeigen wir euch mit Torstens Fotos, wie schön die Kleinstpilze sein können…
Foto: Christian Boss

 

Ellipsoidsporiges Kurzzellen-Filzgewebe (Tomentella ellisii) auf äußeren Blattscheiden von Sumpf-Segge (Carex acutiformis) im Großseggenried

 

Septiertsporiges Seggen-Weichbecherchen (Mollisia luctuosa) an Sumpf-Segge (Carex acutiformis).
Foto und Bestimmung: Torsten Richter

 

Gewittergraues Seggen-Weichbecherchen (Mollisia asteroma) an Ufer-Segge (Carex riparia).
Foto und Bestimmung: Torsten Richter

 

Fettes Seggenweichbecherchen (Mollisia pilosa) auf den äußeren Blattschneiden der Ufer-Segge (Carex riparia).
Foto und Bestimmung: Torsten Richter

 

Schimmerndes Weichbecherchen (Mollisia coerulans) an Gewöhnlichem Wasserdost (Eupatorium cannabinum).
Foto und Bestimmung: Torsten Richter

 

Schimmerndes Weichbecherchen (Mollisia coerulans).
Foto und Bestimmung: Torsten Richter

 

Fastgestielter Blattstreu-Kotling (Ascobolus foliicola).
Foto und Bestimmung: Torsten Richter

 

Fastgestielter Blattstreu-Kotling (Ascobolus foliicola) auf skelettierten Blattresten auf Schlamm.
Foto und Bestimmung: Torsten Richter

 

Die violettbraunen Sporen in den Asci sind als dunkle Punkte erkennbar.
Foto und Bestimmung: Torsten Richter

 

„Goldersbach Haarbecherchen“ (Dennisiodiscus goldersbach nom.prov.) an Ufer-Segge (Carex riparia).  „nom.prov“: Einen provisorischen Namen, der einem Organismus zugeordnet wird, bevor eine formale, wissenschaftlich gültige Benennung erfolgt, bezeichnet man als nomen provisorium („vorläufiger Name“). Diese werden häufig verwendet, wenn die Klassifizierung eines neuen Fundes noch nicht vollständig gesichert ist, aber dennoch eine vorübergehende Referenz benötigt wird.
Foto und Bestimmung: Torsten Richter

 

Verschiedene Altersstadien von „Goldersbach Haarbecherchen“ (Dennisiodiscus goldersbach nom.prov.).
Foto und Bestimmung: Torsten Richter