16.07.2025 – MTB 2134/4 Brusenbecker Mühle
Mittwochsexkursion
Messtischblatt Wismar
16. Juli 2025
Auch für Pilz- und Naturinteressierte Gäste
Im MTB 2134/4 – Brusenbecker Mühle

Der Wallensteingraben ist ein Verbindungsgraben zwischen dem Schweriner See und der Ostsee in Wismar. Das naturbelassene Fließgewässer ist teilweise weniger als 50 cm tief. Der Name des Grabens geht auf den Feldherrn Wallenstein zurück, obwohl dieser mit der Planung und dem Bau des Wasserlaufs nichts zu tun hatte – seine ursprüngliche Bezeichnung war die Viechelnsche Fahrt.
Foto: Angeli Jänichen

Die Brusenbecker Mühle mit ihrer Pension in den 30-er Jahren – früher ein beliebtes Ausflugsziel am Wallensteingraben.
Quelle: Gemeinde Bad Kleinen
Heute trafen sich 7 Pilzfreunde der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V. zu unserer letzten Kartierungsexkursion im Messtischblatt 2134 Wismar. Ausgesucht hatten wir das Gebiet am Wallensteingraben bei der ehemaligen Brusenbecker Mühle nordöstlich von Moidentin bei Fichtenhusen.
Geblieben ist der Wallensteingraben und ein wunderschönes Landschaftsschutzgebiet mit einem gut ausgebauten Wanderweg. Wir waren begeistert von dieser einmaligen Landschaft!
Und wir konnten auch tatsächlich über 30 Pilzarten trotz des immer noch ausgebliebenen Pilzwachstums für unsere Kartierung aufnehmen. Dazu gab es gratis mal wieder von unseren vielseitig interessierten Naturfreunden Wissen über Insekten, Pflanzen und Bäume. Hier wie immer die schönsten Eindrücke von dieser Exkursion in Bild und Text.
Catrin (Text, Fotoauswahl und -beschriftung, Artenliste)

Angeli macht unter anderem die schönen Fotos auf unseren Exkursionen. Gut, dass sie Gummistiefel an hat und so auch mal in´s Wasser gehen kann.
Foto: Sylvina Zander

Christian versucht gleich zu Beginn unserer Exkursion am Treffpunkt Schmetterlinge und Libellen im Bild festzuhalten.
Foto: Angeli Jänichen

Chris – unserem Experten u.a. für Insekten – sind dann diese schönen Fotos gelungen: Gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens).
Foto: Christopher Engelhardt

C-Falter (Polygonia c-album). Was wir hier jetzt nicht sehen – der Falter hat auf der Unterseite der Flügel eine weiße, C-ähnliche Zeichnung, die dem Falter seinen Namen gab.
Foto: Christopher Engelhardt

Los geht es über die Brücke auf den Wanderweg. Hier sehen wir die Gemeine Hainbuche (Carpinus betulus).
Foto: Christian Boss

Wurzeln einer Rotbuche am Hang. Die Buche ist ein typischer Herzwurzler – es ist eine Mischung aus Tief- und Flachwurzler, wobei die Wurzeln sowohl in die Tiefe als auch in die Breite wachsen. Dieses System bietet eine gute Verankerung im Boden und ermöglicht es dem Baum, Wasser und Nährstoffe sowohl aus der Tiefe als auch aus der Breite zu beziehen.
Foto: Christian Boss

Der erste Frischpilz mit Hut und Stiel muss natürlich von Allen gebührend begrüßt und fotografiert werden.
Foto: Angeli Jänichen

Unsere Aufmerksamkeit erregte ein Wurzelnder Schleimrübling bzw. Grubiger Wurzelrübling (Xerula radicata).
Foto: Angeli Jänichen

Ein junger nicht näher bestimmter kleiner Röhrling aus der Gattung der Filzröhrlinge.
Foto: Angeli Jänichen

Endlich mal ein Rotrandiger Baumschwamm (Fomitopsis pinicola), der seinem Namen alle Ehre macht! In den meisten Fällen ist dieser nämlich gar nicht so ausgeprägt.
Foto: Angeli Jänichen

Hier sehen wir mal die Farbvielfalt der Rotrandigen Baumschwämme (Fomitopsis pinicola) und dass nicht alle einen roten Rand haben.
Foto: Angeli Jänichen

Und wo Erlen sind, finden wir meiste auch den Erlen-Schillerporling (Xanthoporia radiata) – hier alte Fruchtkörper an Schwarzerle.
Foto: Angeli Jänichen

An einem alten Stamm dann diese Pracht – Gesäte Tintlinge (Coprinus disseminatus) in allen Altersstadien.
Foto: Angeli Jänichen

Eine der Brücken, die über den Wallensteingraben führt. Catrin versucht, Haselnüsse zu pflücken.
Foto: Angeli Jänichen

Eine wunderschöne Sumpf- und Wasserpflanze – der Ästige Igelkolben (Sparganium erectum).
Foto: Christopher Engelhardt

Wir erreichen die Bahnbrücke der Linie Schwerin – Wismar, die direkt über den Wallensteingraben führt.
Foto: Angeli Jänichen

Weiter geht es zurück auf dem Wanderweg entlang der Bahnlinie mit Pilzen auf Totholz. Hier schöne rosa – sogar fast pinke – Blutmilchpilze (Lycogala epidendrum).
Foto: Christian Boss

Man könnte meinen, das diese bereits eintrockneten Halsband-Schwindlinge (Marasmius rotula) sich auf dem Zweig im Tanz wiegen…
Foto: Christian Boss

Auch eingetrocknet sind diese nicht näher bestimmten Stummelfüßchen (Crepidotus sp.).
Foto: Christian Boss

Ein wunderschöner – dieses mal frischer – Rehbrauner Dachpilz (Pluteus cervinus agg.).
Foto: Christain Boss

Diese beiden aneinander gelehnten Schönheiten sind Vertreter der Helmlinge (links) und Tintlinge (rechts). Die genaue Artbestimmung hätte per Mikroskop erfolgen müssen – deswegen nur das schöne Foto und die Gattungen.
Foto: Christian Boss

Ein kleines Stück Totholz mit ganz schön viel Leben. Das orangene Knopfbecherchen (Orbilia sp.) und Weiße Netzpolster (Ceratiomyxa fruticulosa var. porioides). Das Weiße Netzpolster ist eine Varietät zum Geweihförmigen Schleimpilz. Unten sehen wir noch weitere weiße kugelförmige Schleimpilze.
Foto: Catrin Berseck

So sah das Stück Holz dann ein paar Tage später aus. Die weißen kugelförmigen Schleimpilze haben sich in schwarze gestielte Fruchtkörper verwandelt.
Foto: Catrin Berseck

Die klitzekleinen mittlerweile schwarzen kugeligen Schleimpilze wunderschön glänzend noch einmal unter der Stereolupe stark vergrößert.
Foto: Catrin Berseck

Katarina wohnt in der Nähe und kennt das Gebiet. Sie hat diese schräg liegende Rotbuche „Kandelaberbaum“ genannt. Die Äste wachsen trotz der Schräglage nach oben, so dass der Wuchs an einen Kerzenleuchter mit Armen erinnert.
Foto: Christian Boss

Hier machten wir auch gleich unser Erinnerungsfoto von dieser schönen Exkursion.
V.l.n.r.: Christian, Katarina, Catrin, Chris, Sylvina und vorne Angeli.
Foto: Angeli Jänichen

Ein junger Kornblumen-Röhrling mit seiner ockerfarbenen, trockenen und grob filzigen Huthaut.
Foto: Catrin Berseck
Nach der offiziellen Kartierungsexkursion bin ich mit Dorit und Sylvina noch in einen in der Nähe liegenden Park gefahren. Die Beiden wollten noch ein paar Speisepilze sammeln.
Gleichzeitig wollten wir auch nachsehen, was dort bereits alles wächst. Und tatsächlich war das Frischpilzaufkommen dort deutlich besser. Perlpilze, Fleischrote Speisetäublinge und ein paar noch sehr kleine Echte Pfifferlinge.
Und zur Krönung zeigten sich dort auch mehrere Exemplare des ziemlich seltenen Kornblumen- Röhrlings (Gyroporus cyanescens). Dorit und Sylvina hatten die noch nie in Natura gesehen und sich wahnsinnig darüber gefreut.
Catrin

Die Röhren des Pilzes sind weißlich bis blassgelblich, der Stiel zitronengelb bis gelbocker.
Foto: Catrin Berseck

Das im Fleisch des Kornblumen-Röhrlings enthaltene Gyrocyanin verursacht die kornblumenblaue Verfärbung bei Luftkontakt. Hier sehen wir eine sehr dunkle Färbung im Artenaggregat. Der Stiel ist arttypisch gekammert.
Foto: Sylvina Zander

Einige der sehr häufig zu findenden Fleischroten Speise-Täublinge (Russula vesca) durften für die Pfanne mit.
Foto: Catrin Berseck
Die Artenliste von der Brusenbecker Mühle – MTB 2134/4:
Riesen-Champignon (Agaricus augustus), Judasohr (Auricularia auricula-judae), Weißes Netzpolster (Ceratiomyxa fruticulosa var. porioides), Löwengelber Schwarzstielporling (Cerioporus leptocephalus), Gesäter Tintling (Coprinellus disseminatus), Eichenwirrling (Daedales quercina), Eichenmehltau (Erysiphe alphitoides), Zunderschwamm (Fomes fomenatarius) Birkenporling (Fomitopsis betulina), Rotrandiger Baumschwamm (Fomitopsis pinicola), Flacher Lackporling (Ganoderma applanatum), Gemeiner Waldfreund-Rübling (Gymnopus dryophilus), Gemeiner Wurzelschwamm (Hetereobasidion annosum), Grünblättriger Schwefelkopf (Hypholoma fasciculare), Zusammengedrängte Kohlenbeere (Hypoxylon cohaerens), Rötliche Kohlenbeere (Hypoxylon fragiforme), Rotbraune Kohlenbeere (Hypoxylon fuscum), Schiefer Schillerporling (Inonotus obliquus), Brandkrustenpilz (Kretzschmaria deusta), Blutmilchpilz (Lycogala epidendrum), Halsband-Schwindling (Marasmius rotula), Brombeerrost (Phragmidium violaceum), Rehbrauner Dachpilz (Pluteus cervinus agg.), Kastanienbrauner Schwarzstielporling (Polyporus badia), Behangener Faserling (Psathyrella candolleana), Hexenkraut-Rost (Puccinia circaeae), Bovistähnlicher Schleimpilz (Reticularia lycoperdon), Dickblättriger Schwärztäubling – alte FK (Russula nigricans), Striegeliger Schichtpilz (Stereum hirsutum), Buckeltramete (Trametes gibbosa), Schmetterlingstramete (Trametes versicolor), Bergahorn-Mehltau (Uncinula bicornis), Erlen-Schillerporling (Xanthoporia radiata), Wurzelnder Schleimrübling (Xerula radicata)