19.07.2025 – Öffentliche Wanderung bei Dabel/Turloff

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr der Amethystfarbenen Wiesenkoralle

19. Juli 2025 – Im ehemaligen Staatsforst Turloff

 

Das Foto der Terminankündigung: Echte Pfifferlinge (Cantharellus cibarius) 2019 bei Turloff


Die heutige Pilzlehrwanderung führte in die Nähe von Dabel – in die Wälder um den ehemaligen Forsthof Turloff. Bei angesagten hochsommerlichen Temperaturen von 30 Grad kamen Jens und Katarina zum vereinbarten Treffpunkt.

Laub- und Nadelforste sowie heideartiges Gelände zeichnen die vielseitige Wanderroute aus. Ich hatte das Gebiet im Vorfeld ausgesucht, da auf den sauren sandigen Böden zu dieser Zeit mit Pfifferlingen, Täublingen und Wulstlingen zu rechnen war. Dementsprechend hatte ich für die Terminankündigung auch ein Foto mit Pfifferlingen ausgewählt.

Die Artenvielfalt war der vorherigen Trockenheit geschuldet etwas bescheiden – aber die vielen Pfifferlinge, die wir in den dicken Moospolstern und im Laub fanden – hätten das Herz eines jeden Speisepilzsammlers höher schlagen lassen! Wir hatten nach kurzer Zeit genug von den gelben Eierschwämmen für unseren Eigenbedarf gesammelt und haben uns auf dem Rückweg noch nicht mal mehr nach ihnen umgesehen… Es gibt für Pfifferlinge, Steinpilze und Co. sowieso eine Sammelbeschränkung: 2 kg pro Person und Tag sind erlaubt.

Und es gab noch etwas, worüber ich mich besonders gefreut habe. Jens konnte fast alle der gestern neu gelernten Pilze heute wieder erkennen und richtig bestimmen. Ob private oder öffentliche Wanderung – es handelt sich ja um Lehrwanderungen, bei denen man sein Wissen über Pilze erweitern will und soll.

Falls ihr auch wie Jens mehr über Pilze lernen und einige neue Arten in euren Gesichtskreis aufnehmen wollt, nehmt doch einfach mal an einer Pilzwanderung teil. Schaut regelmäßig unter Termine 2025 nach. Die Termine für die Öffentlichen Wanderungen werden teilweise kurzfristig (1 bis 3 Wochen vor dem Termin) bekannt gegeben, da das Pilzwachstum witterungsabhängig ist.

Catrin (Text, Fotoauswahl und -beschriftung, Artenliste)

 

Wir starteten am Buchenberg.

 

Gleich zu Beginn unserer Wanderung fanden wir im Buchenlaub einige wenige Pfifferlinge. Die Einheimischen kennen diese Stelle auf dem Buchenberg natürlich, so dass dort schon weitestgehend abgeernet war. Trotzdem ein hoffnungsvoller Auftakt!
Foto: Catrin Berseck

 

Wie gestern auch, waren Fleischrote Speisetäublinge (Russula vesca) hier auch vertreten.
Foto: Catrin Berseck

 

Auch junge Samtfußkremplinge (Tapinella atrotomentosa) waren auf dem Buchenberg zu finden.
Foto: Catrin Berseck

 

Nach dem Buchenberg erreichten wir eine offene Heidelandschaft mit Kiefern, Birken und viel Heidekraut. Der Kleinstrauch zählt zu den säureliebenden Pflanzen und bevorzugt nährstoffarme, durchlässige Sandböden und ist somit ein zuverlässiger Bodenanzeiger.
Foto: Catrin Berseck

 

Eine extrem schmächtiger und untypischer Narzissengelber Wulstling (Amanita gemmata).
Foto: Catrin Berseck

 

Der Rehbraune Dachpilz (Pluteus cervinus agg.) ist der mit Abstand häufigste Vertreter seiner Gattung und besiedelt sowohl Laub- als auch Nadelhölzer.
Foto: Catrin Berseck

 

Diese Rehbraunen Dachpilze wachsen nicht auf dem Boden, sondern an vergrabenen Holzresten.
Foto: Catrin Berseck

 

Kurze Verschnaufpause. Im Schatten der Bäume war von der brütenden Hitze zum Glück nicht so viel zu merken. Aber die kleinen Insekten nervten.
Foto: Catrin Berseck

 

Blick in den schattigen Laubwaldbereich.
Foto: Catrin Berseck

 

Rotbrauner Scheidenstreifling (Amanta fulva). Meist sind dort dann auch Pfifferlinge zu finden…
Foto: Catrin Berseck

 

Und da waren Sie dann auch – die Pfifferlinge! Schon vom Wegrand aus war das leuchtende Gelb zu sehen! Wir mussten gar nicht lange suchen, um unsere Mahlzeiten zu sammeln.
Foto: Catrin Berseck

 

Jens und Katarina freuen sich über die reichliche Pfifferlingsernte.
Foto: Catrin Berseck

 

Am Wegrand auf dem Rückweg dann ein Parasol bzw. Riesenschirmpilz (Macrolepiota procera) – zu erkennen an seinem genatterten Stiel und dem doppelten Ring.
Foto: Catrin Berseck

 

Auch dieser Perlpilz (Amanita rubescens) war als Vertreter der Wulstlinge anwesend.
Foto: Catrin Berseck

 

Auf dem Rückweg zu unseren Autos am kalkhaltigen Straßenrand fanden wir dann noch einige Täublinge. Hier sehen wir den Braunen Ledertäubling (Russula integra).
Foto: Catrin Berseck


Die Artenliste im ehemaligen Staatsforst Turloff – MTB 2337/134:

Narzissengelber Wulstling (Amanita gemmata),  Perlpilz (Amanita rubescens), Klebriger Hörnling (Calocera viscosa), Echter Pfifferling (Cantharellus cibarius), Zunderschwamm (Fomes fomentarius), Birkenporling (Fomitopsis betulina), Rotrandiger Baumschwamm (Fomitopsis pinicola), Gemeiner Waldfreundrübling (Gymnopus dryophilus), Brennender Rübling (Gymnopus peronatue), Rehbrauner Dachpilz (Pluteus cervinus agg.), Orangeroter Heftelnabeling (Rickenella fibula), Fleischroter Speisetäubling (Russula vesca), Samtfußkrempling (Tapinella atromentosa), Schmetterlingstramete (Trametes versicolor), Grubiger Wurzelrübling (Xerula radicata)

Die Artenliste im ehemaligen Staatsforst Turloff – MTB 2337/312:

Rotbrauner Scheidenstreifling (Amanta fulva), Perlpilz (Amanita rubescens), Echter Pfifferling (Cantharellus cibarius), Gebänderter Dauerporling (Coltricia perennis), Blutmilchpilz (Lycogla epidendrum), Parasol (Macrolepiota procera), Gemeiner Spaltblättling (Schizophyllum commune), Striegeliger Schichtpilz (Stereum hirsutum)