26.07.2025 – MTB 1836/1+2 Kühlungsborn

Kartierungsexkursion

Messtischblatt Kühlungsborn

26. Juli 2025

Auch für Pilz- und Naturinteressierte Gäste

Im MTB 1836/1+2 Kühlungsborn

Blick zu Beginn unserer Exkursion in den Stadtwald Kühlungsborn.
Foto: Angeli Jänichen


Unsere heutige Kartierungsexkursion führte uns in das Messtischblatt 1836 Kühlungsborn – und das auch nicht wie üblich an einem Mittwoch, sondern an einem Sonnabend. Grund dafür war, dass uns für die ersten beiden Quadranten dieses MTB als Exkursionsgebiete nur Teile des Strandbereiches sowie der nördliche Teil des Kühlungsborner Stadtwaldes zur Verfügung standen, da der überwiegende nördliche Teil der beiden Quadranten in der Ostsee liegt.

Also beschlossen wir kurzerhand, die Kartierung des 1. und 2. Quadranten als Ganztagsexkursion auf einen Sonnabend zu legen. Wir, das waren 5 Mitglieder der Gemeinnützigen Gesellschaft Wismar e.V.

Wir trafen uns südlich des Kühlungsborner Stadtwaldes auf einem der wenigen kostenfreien Parkplätze. Schon auf dem Weg zum Stadtwald sahen wir viele Kleinpilze auf Rasenflächen. Dazu gehörten Tintlinge, Faserlinge, Ackerlinge, Samthäubchen und Nelkenschwindlinge.

Dann erreichten wir den Stadtwald und gingen erst einmal ein Stück auf den gut ausgebauten Wanderwegen Richtung Nordosten – wir begannen mit dem kleineren 2. Quadranten und gingen dann westlich in den 1. Quadranten. Zum Mittag erreichten wir die Strandpromende, suchten uns ein wenig abseits von dort eine Pizzeria und gingen dann im westlichen 1. Quadranten wieder zurück zu unseren geparkten Autos.

Der Kühlungsborner Stadtwald ist ein Mischwald mit vorwiegend Kiefern, Stieleichen, Rotbuchen, Birken, Lärchen und Ahorn. Teilweise sehr viel Unterholz und verkrautet – einige lichte Eichen- oder Rotbuchenabschnitte gibt es auch. Er wird auch forstwirtschaftlich genutzt, wie uns das zum Abtransport gestapelte Holz an den Wegrändern zeigte.

Frischpilze hielten sich heute noch mächtig zurück – trotzdem konnten wir ein paar schöne Funde verzeichnen.

Mit unserer Fotodokumentation möchten wir euch wieder ein paar Eindrücke von dieser Exkursion vermitteln.

Catrin (Text, Fotoauswahl und -beschriftung, Artenliste)

 

Auf geht´s vom Parkplatz in den Kühlungsborner Stadtwald, der bereits im Hintergrund zu sehen ist. Natürlich haben wir uns auf dem Weg dorthin auch die Pilze außerhalb unseres Kartierungsgebietes angesehen – auch auf dieser gemähten Rasenfläche.
Foto: Sylvina Zander

 

Nicht näher bestimmte Vertreter der Samthäubchen (Conocybe sp.) – eine Pilzgattung aus der Familie der Mistpilzverwandten. Diese Gattung umfasst ca. 150 Arten.
Foto: Angeli Jänichen

 

Weißer Ackerling (Agrocybe dura). Das Velum bleibt meistens in Form häutiger Fetzen am Hutrand hängen bzw. befindet sich als flüchtige Ringzone dicht unter dem Hut.
Foto: Angeli Jänichen

 

In Moospolstern findet man oft Orangerote Heftelnabelinge (Rickenella fibula). Die kleinen, zierlichen Fruchtkörper haben einen tief genabelten und oft lebhaft orange gefärbten Hut. Die deutlich blasser gefärbten Lamellen auf der Unterseite laufen weit an dem dünnen Stiel herab.
Foto: Angeli Jänichen

 

Jens war heute unser Navigator. Ohne ihn hätten wir wahrscheinlich mehrfach unser Kartierungsgebiet in dem weitläufigen Waldgelände versehentlich verlassen.
Foto: Angeli Jänichen

 

Wir haben den als Denkmal aufgestellten Friedensstein oder Bismarckstein erreicht. 1908 wurde dieser Findling dem Gedenken an Reichskanzler Otto von Bismarck zu Ehren aufgestellt und der Schriftzug BISMARCK eingearbeitet. In der damaligen DDR wurde 1952 dieser Schriftzug entfernt und mit der Inschrift FRIEDENSSTEIN ersetzt.
Foto: Angeli Jänichen

 

Sylvina hat etwas gefunden.
Foto: Angeli Jänichen

 

Es waren ältere Exemplare der derzeit überall zu findenden Brennenden Rüblinge (Gymnopus peronatus). Der Pilz ist saprotroph, ernährt sich also von verrottendem Pflanzenmaterial.
Foto: Angeli Jänichen

 

Langstielige Ahorn-Holzkeulen (Xylaria longipes) fressen sich langsam mit ihrem Myzel durch totes Holz und hinterlassen eine wunderbare Maserung, die mit dem Muster an ein Giraffe erinnert und deshalb auch Giraffenholz genannt wird.
Foto: Angeli Jänichen

 

Brandkrustenpilz (Kretzchmaria deusta). Der Brandkrustenpilz besitzt ein krustenförmiges, ausgedehntes schwarzweißes Stroma und einer unregelmäßigen Begrenzung. Die Konsistenz ist sehr hart, im Alter fühlt sich das Gebilde wie Holzkohle an.
Foto: Angeli Jänichen

 

Der vermutlich häufigste Schleimpilz weltweit – Geweihförmiger Schleimpilz (Ceratiomyxa fruticulosa).
Foto: Angeli Jänichen

 

Der Pilz ist farblos und transparent, die weiße Farbe entsteht durch die an der Oberfläche gebildeten Sporen.
Foto: Angeli Jänichen

 

Eine andere Variation des Geweihförmigen Schleimpilzes – das Weiße Netzpolster (Ceratiomyxa fruticulosa var. porioides).
Foto: Angeli Jänichen

 

Ein weiterer Vertreter der Schleimpilze: Der Lachsfarbene Schleimpilz (Tubifera ferruginosa) – wegen seines Aussehens auch Fischeierschleimpilz genannt.
Foto: Angeli Jänichen

 

Klebriger Hörnling (Calocera viscosa) – auch auch Ziegenbart oder Zwergerlfeuer genannt.
Foto: Angeli Jänichen

 

Grubiger oder Schleimiger Wurzelrübling (Xerula radicata) mit seinem wurzelnden Stiel.
Foto: Angeli Jänichen

 

Am Stamm einer Buche fanden wir dann diesen noch kleinen jungen Riesenporling (Meripilus giganteus). Jung ist er gelbbraun bis zimtfuchsig, dann dunkelbraun mit cremegelblichem Rand. Alt und verletzt schwärzt er – was man bereits an den Fraßstellen sehen kann.
Foto: Angeli Jänichen

 

Der Gemeine Violettporling (Trichaptum abietinum) wächst an toten Ästen und Stämmen verschiedener Nadelbäume. Die dünnen, lederig-zähen Hütchen sind meist dachziegelartig übereinander oder seitlich verwachsen. Die weißlich-graue Oberseite ist filzig behaart und konzentrisch gezont.
Foto: Angeli Jänichen

 

Wulstige Lackporlinge (Ganoderma adspersum). Seine Oberfläche ist wellig-höckerig und mit einer harten, nicht eindrückbaren Kruste bedeckt. Damit unterscheidet er sich auch unter anderem vom Flachen Lackporling.
Foto: Angeli Jänichen

 

Konsolenförmige und treppenartig miteinander verbundene junge Eichenwirrlinge (Daedalea quercina).
Foto: Angeli Jänichen

 

Ein Rotbrauner bzw. Fuchsiger Scheidenstreifling (Amanita fulva) kämpft sich aus dem Laub hervor.
Foto: Angeli Jänichen

 

In einem lichten Buchenbereich verneigte sich dann dieser betagte Gemeine Steinpilz (Boletus edulis) vor uns.
Foto: Angeli Jänichen

 

Der Goldschimmel (Hypomyces chrysospermus) infiziert Röhrenpilze, zunächst mit einer dünnen weißlichen Schicht aus Hyphen, die später durch die Sporenmasse goldgelb wird.
Foto: Angeli Jänichen

 

Auf dem Weg zur Uferpromenade erregte dieser Stein unsere Aufmerksamkeit. Ein aus dem Mittelalter stammender Rohling einer Mordwange, auch Mord- oder Sühnestein genannt.
Foto: Angeli Jänichen

 

Die Informationstafel zum Sühnestein.
Foto: Angeli Jänichen

 

Es ist Mittagszeit und wir sind endlich an der Strandpromende angekommen.
Foto: Angeli Jänichen

 

Wir gingen ein wenig in die Stadt hinein und suchten uns etwas abseits eine ruhige Pizzeria für unsere Mittagspause aus.
Foto: Angeli Jänichen

 

Auch in der Stadt gibt es Pilze – so wie hier der Stadtchampignons (Agaricus bitorquis) am Gehwegrand.
Foto: Angeli Jänichen

 

Gesäte Tintlinge (Coprinellus disseminatus) in der Stadt auf einem Rasengrundstück.
Foto: Angeli Jänichen

 

Nach der Pizza gönnten wir uns alle noch ein Eis und beobachteten das Treiben auf der Strandpromenade.
Foto: Angeli Jänichen

 

Auf dem Rückweg kamen wir dann am Ententeich vorbei. Aber nicht nur viele Enten gab es dort zu sehen – wir entdeckten auch seltene und geschützte Orchideen.
Foto: Angeli Jänichen

 

Es handelt sich um die Breitblättrige Stendelwurz (Epipactis Helleborine), die noch weitgehend ungefährdet ist, aber ein Rückgang der Vorkommen feststellbar ist.
Foto: Angeli Jänichen

 

Die Blüte der Breitblättrigen Stendelwurz – Orchidee des Jahres 2006.
Foto: Angeli Jänichen

 

Dünnschaliger Kartoffenbovist (Scleroderma verrucosum). Jung ist er im Anschnitt gelblich und bildet später grauschwarzes Pulver.
Foto: Angeli Jänichen

 

Ein bereits innen schwarz gefärbter Dickschaliger Kartoffelbovist (Scleroderma citrinum).
Foto: Angeli Jänichen

 

Am Wegrand dann ein paar Perlpilze (Amanita rubescens).
Foto: Angeli Jänichen

 

Im Nadelwaldbereich fanden wir Massen an Samtfuß-Holzkremplingen (Tapilnella atromentosa). Hier mal ein schönes Exemplar im Bild festgehalten.
Foto: Angeli Jänichen

 

Diese kleinen Pilze bereiteten uns anfangs wegen des gelben Hutes und dem von Jedem anders wahrgenommen Geruch etwas Kopfzerbrechen.
Foto: Angeli Jänichen

 

Catrin musste ihn auch erst einmal von allen Seiten im Foto festhalten.
Foto: Angeli Jänichen

 

Zum Glück war auch noch ein etwas älteres lädiertes Exemplar vorhanden. Es handelt sich um stärker gilbende Champignons aus der Sektion Arvensis. Das sind die nach Anis, Bittermandel oder Weihnachtsplätzchen riechenden Champignons. Schiefknollige Anisegerlinge (Agaricus essettei).
Foto: Angeli Jänichen

 

Eine schöne Exkursion geht zu Ende – auf dem Weg zurück zu unseren geparkten Autos.
Foto: Angeli Jänichen

 

Am Abend nahmen Dirk, Dorit, Sylvina und ich noch einen Abschiedstrunk am Kröpeliner Stadtholz.
Foto: Catrin Berseck

 


Die Artenliste aus dem Kühlungsborner Stadtwald – MTB 1836/144 NW:

Stadtchampignon (Agaricus bitorquis), Rotbrauner Scheidenstreifling (Amanita fulva), Perlpilz (Amanita rubescens), Gemeiner Steinpilz (Boletus edulis), Klebriger Hörnling (Calocera viscosa), Geweihförmiger Schleimpilz (Ceratiomyxa fruticulosa), WEißer Netzpolster (Ceratiomyxa fruticulosa var. porioides), Gesäter Tintling (Copprinellus disseminatus), Eichen-Wirrling (Daedalea quercina), Eichenmehltau (Erysiphe alphitoides), Zunderschwamm (Fomes fomentarius), Birkenporling – alte KK (Fomitopsis betulina), Rotrandiger Baumschwamm (Fomitopsis pinicola), Wulstiger Lackporling (Ganoderma adspersum), Gemeiner Waldfreund-Rübling (Gymnopus dryophilus), Brennender Rübling (Gymnopus personatus), Gemeiner Wurzelschwamm (Hetereobasidion annosum), Goldschimmel (Hypomyces chrysospermus), Zusammengedrängte Kohlenbeere (Hypoxylon cohaerens), Rötliche Kohlenbeere (Hypoxylon fragiforme), Brandkrustenpilz (Kretzschmaria deusta), Kiefernnadel-Spaltlippe (Lophodermium pinastri), Blutmilchpilz (Lycogala epedendrum), Nelken-Schwindling (Marasmius oreades), Halsband-Schwindling (Marasmius rotula), Riesenporling (Meripilus giganteus), Frauen-Täubling (Russula cyanoxanthas), Dickblättriger Schwärztäubling – alte FK (Russula nigricans), Dickschaliger Kartoffelbovist (Scleroderma citrinum), Dünnschaliger Kartoffelbovist (Scleroderma verrusosum), Striegeliger Schichtpilz (Stereum hirsutum), Samtfußkrempling (Tapinella atromentosa), Buckeltramete (Trametes gibbosa), Schmetterlingstramete (Trametes versicolor), Lachsfarbener Schleimpilz (Tubifera ferruginosa), Wurzelnder Schleimrübling (Xerula radicata)


Die Artenliste aus dem Kühlungsborner Stadtwald – MTB 1836/233 NO:

Klebriger Hörnling (Calocera viscosa), Geweihförmiger Schleimpilz (Ceratiomyxa fruticulosa), Eichenmehltau (Erysiphe alphitoides), Gemeiner Waldfreund-Rübling (Gymnopus dryophilus), Brennender Rübling (Gymnopus personatus), Gemeiner Wurzelschwamm (Hetereobasidion annosum), Goldschimmel (Hypomyces chrysospermus), Rötliche Kohlenbeere (Hypoxylon fragiforme), Brandkrustenpilz (Kretzschmaria deusta), Kiefernnadel-Spaltlippe (Lophodermium pinastri), Blutmilchpilz (Lycogala epidendrum), Halsband-Schwindling (Marasmius rotula), Lila Rettichhelmling (Mycena pura), Dickschaliger Kartoffelbovist (Scleroderma citrinum), Dünnschaliger Kartoffelbovist (Scleroderma verrusosum), Schmetterlingstramete (Trametes versicolor), Gemeiner Violettporling (Trichaptum abietinum), Langstielige Ahornholzkeule (Xylaria longpipes)