*** Pilze/Wetter Dezember 2025 ***

Pilze und Wetter Dezember 2025

Wetter und Pilzwachstum in Mecklenburg

Tagebuch zu Pilze und Wetter im Dezember 2025

Austern-Seitlinge (Pleurotus ostreatus).


02.12.2025 – Dienstag

Torsten Richter und ich (Chris Engelhardt) unternahmen am 02.12.2025 eine zweistündige Exkursion in das Löwitzer Holz bei Rehna. Feuchte Erlenbrüche und jede Menge Totholz bieten im Löwitzer Holz derzeit aufgrund der milden Witterung üppige Wachstumsbedingungen für viele interessante Arten.

Hier einige interessante Eindrücke von dieser Exkursion.

Chris

 

Ein typischer Winterpilz ist der Winter-Helmling (Mycena tintinabulum).
Foto: Chris Engelhardt

 

Auf am Boden liegenden feuchten Eichenblättern findet sich dieser winzige Pilz: der Rosascheitelige Helmling (Mycena smithiana), fällt zwischen anderen kleinen weißen Pilzen durch seine Farbe auf.
Foto: Chris Engelhardt

 

Der Rosascheitelige Helmling Mycena smithiana) ist deutlich rosa und hat unterseits weitstehende Lamellen.
Foto: Chris Engelhardt

 

Der Falsche Rindenhelmling (Mycena pseudocorticola), wächst auf bemoosten Baumstämmen und ist gut entwickelt schon an seiner Farbe zu erkennen.
Foto: Chris Engelhardt

 

Der Fleischrote Gallertbecher (Ascocoryne sarcoides) gehört im Winterhalbjahr zu den häufigsten Arten auf feuchtem Totholz. Er unterscheidet sich vom makroskopisch identischen Großsporigen Gallertbecher (Ascocoryne cylichnium) durch die deutlich kleineren Sporen.
Foto: Chris Engelhardt

 

Die Nebenfruchtform vom Fleischroten Gallertbecher (Ascocoryne sarcoides) hat einen eigenen Namen: Coryne dubia.
Foto: Chris Engelhardt

 

An diesem Tag waren es im Löwitzer Holz unzählige Becher vom Kleinsporigen Grünspanbecherling (Chlorociboria aeruginascens), die zum Teil meterweise tote liegende Baumkstämme besiedelten.
Foto: Chris Engelhardt

 

Vom Kleinsporigen Grünspanbecherling (Chlorociboria aeruginascens) findet man nicht oft gut ausgebildete Fruchtkörper.
Foto: Chris Engelhardt

 

Schwarzes Spinnwebbecherchen (Eriopezia caesia) ist ein kleiner, auch makroskopisch recht gut kenntlicher Ascomyzet.
Foto: Chris Engelhardt

 

Dieser Pilz hat einen Laufkäfer (Carabidae) befallen – die hochspezialisierte Gruppe der insektenpathogenen Pilze ist noch vergleichsweise wenig erforscht und nicht leicht zu bestimmen.
Foto: Chris Engelhardt

 

Wie die Nachbestimmung ergeben hat, handelt es sich bei dem Pilz um Erynia nebriae. Dieser Pilz befällt Laubkäfer und zwingt diese, einen geeigneten Ort zum Sporulieren aufzusuchen, bevor der Käfer dann durch den Pilz stirbt.
Foto: Chris Engelhardt

 

Abschlussfoto einer sehr erfolgreichen, artenreichen Exkursion: Torsten Richter und Chris Engelhardt im Erlenbruch im Löwitzer Holz.
Foto: Chris Engelhardt


08.12.2025 – Montag

Austern-Seitlinge (Pleurotus ostreatus) an einer jungen Kastanie.
Foto: Catrin Berseck

Für die meisten Speisepilzsammler ist die Saison schon lange beendet…

Pilze gibt es aber zu jeder Jahreszeit, auch wenn sie im Herbst ihre Hauptsaison haben. Gerade im Winter – wenn sich die meisten Artgenossen zurückziehen – laufen manche Pilze zu Höchstformen auf.

Es gibt sogar Pilze, die erst bei frostigen Temperaturen Fruchtkörper bilden. Dazu zählen beispielsweise der Austernseitling, der Samtfußrübling und der Frostschneckling. Aber auch Pilze wie das Judasohr, die das ganze Jahr über anzutreffen sind, lassen sich im Winter besonders leicht finden, da kein Blattwerk die Sicht behindert.

Es gibt nur eine Handvoll essbarer Winterpilz-Arten, und wenn man sie findet, dann eher in begrenztem Angebot

Hier wollen wir euch einmal einige Funde zeigen.

Catrin

Der Austern-Seitling erscheint meist in dichten Büscheln am Substrat. Die einzelnen Fruchtkörper haben zunächst eine zungen- bis spatelförmige Form und später einen muschel- bis halbkreisförmigen Habitus.
Foto: Catrin Berseck

 

Judasohren (Auricularia auricula-judae) besiedeln hauptsächlich ältere und geschwächte Stämme und Äste des Schwarzen Holunders (Sambucus nigra L.).
Foto: Catrin Berseck

 

Junge Samtfußrüblinge (Flammulina velutipes agg.) an Grauweide.
Foto: Catrin Berseck

 

Die Samtfußrüblinge (Flammulina) sind eine Pilzgattung aus der Familie der Physalacriaceae. Die Pilze wachsen meist in Büscheln an totem oder lebendem Holz. Die frostresistenten Fruchtkörper erscheinen überwiegend im Winter.
Foto: Catrin Berseck

 

Die Hutoberseite der Samtfußrüblinge ist meist leuchtend gelblich gefärbt. Typisch für die Samtfußrüblinge ist die bei feuchter Witterung glänzende, schmierige Hutoberfläche.
Foto: Catrin Berseck

 

Die faserig zähen ringlosen Stiele der Samtfußrüblinge sind oben gelblich und unten dunkelbraun bis olivschwarz und samtfilzig.
Foto: Catrin Berseck

 

Selten ist der Blasshütige Samtfussrübling (Flammulina fennae). Er hat unter anderem einen wurzelnden Stiel.
Foto: Catrin Berseck

 

Der Weißblättrige bzw. Blasshütige Samtfußrübling hat oft eine hellere, rostfleckige Huthaut.
Foto: Catrin Berseck


10.12.2025 – Mittwoch

Blick in das Löwitzer Holz.
Foto: Christian Boss

Heute trafen sich 8 Vereinsmitglieder und Pilzinteressierte zu einer Exkursion im Löwitzer Holz bei Rehna. 

Für Hobby-Mykologen ein sehr interessantes Gebiet mit feuchten Erlenbrüchen und jeder Menge Totholz. Aufgrund der milden Witterung zeigten sich außer Kohlenbeeren, Schichtpilzen, Becherlingen und gallertartigen Pilzen auch einige Vertreter mit Hut und Stiel.

Unsere Experten Torsten, Chris und Phillip sammelten massenweise Kleinstpilze von Baumrinden, Moos, Laub und Pflanzen ein, um sie zu Hause mikroskopisch nachzubestimmen. Natürlich gab es auch einige schöne Pilze, die wir vor Ort bestimmen konnten.

Das Highlight der heutigen Exkursion war ein kleiner Pilz namens Heteromycophaga glandulosae, der auf dem Stoppeligen Drüsling (Exidia truncata) parasitiert. Dieser Pilz wurde erstmalig 1997 beschrieben und es gibt europaweit nur sehr wenige Funde davon.

Einen ausführlichen Bericht und genaue Beschreibungen zu den Funden findet ihr demnächst hier

Catrin

Junge Hasel-Kleiebecherling (Encoelia furfuracea) durchbrechen hier die Rinde eines Haselastes..
Foto: Christian Boss

 

Überall gab es diese schönen Farbtupfer auf feuchtem Totholz – Kleinsporige Grünspanbecherlinge (Chlorociboria aeruginascens).
Foto: Christian Boss

 

Auch die Orangeseitlinge (Phyllotopsis nidulans) sorgten für Farbe in dem ansonsten tristen Dezembergrau.
Foto: Christian Boss

 

Und hier das Highlight des heutigen Tages. Der Gallertpilz Heteromycophaga glandulosae auf dem Stoppeligen Drüsling (Exidia truncata).
Foto: Chris Engelhardt


22.12.2025 – Montag

Gleich am Treffpunkt wurden wir von diesem riesigen Fliegenpilz begrüßt. Na – wenn das mal kein Glück bringt!
Foto: Catrin Berseck

Heute hatte unser Vereinsmitgleid Ivy aus Prohn einen freien Tag und wir haben uns zu einer privaten Exkursion verabredet.

Ziel war ein uns Beiden unbekanntes Gebiet in der Nähe von Rövershagen, wo wir in 2 verschiedenen Wäldern einen Spaziergang unternahmen und uns an der Natur erfreuten. Natürlich waren auch Pilze im Fokus unserer Wanderung.

Und wir wurden auch nicht enttäuscht. Ein paar Speisepilze konnte Ivy mitnehmen – aber auch einige sehr schöne und seltenere Pilze konnten wir an diesem trüben Dezembertag entdecken.

Catrin

 

Blick in den feuchten Bruch mit viel Totholz. Schon von weitem war dieser Hexenring zu sehen.
Foto: Ivy Brümmer

 

Es handelt sich um ältere Exemplare des Mönchskopfs oder Falben Riesen-Trichterlings (Infundibulicybe geotropa).
Foto: Ivy Brümmer

 

Und dann entdeckten wir an einer der vielen toten Eschen dieses schwarzbräunliche Gebilde…
Foto: Catrin Berseck

 

Es handelt sich um den Holzkohlen-Kugelpilz (Daldinia concentrica agg.). Hier sehen wir das Innere des Pilzes, welches holzig-kohlig und konzentrisch gezont ist, was den Namen erklärt.
Foto: Catrin Berseck

 

Samtiger Schichtpilz (Stereum subtomentosum). Die Fruchtkörper erscheinen gesellig und oft reihenweise an stehenden und liegenden Stämmen und Ästen oder an Stümpfen. Sie besiedeln das Substrat in der späten Initial- bis zu mittleren Optimalphase der Vermorschung.
Foto: Catrin Berseck

 

Bei feuchtem Wetter in Laubwäldern häufig zu finden – der Goldgelbe Zitterling (Tremella mesenterica).
Foto: Catrin Berseck

 

Ebenfalls schön orange leuchteten bereits von weitem diese Samtfußrüblinge (Flammulina velutipes agg.) an einer toten Esche.
Foto: Ivy Brümmer

 

Hier die Samtfußrüblinge noch einmal von unten. Weiße bis blass cremegelbliche Lamellen und der oben gelblich und unten dunkelbraun bis olivschwarz, samtfilzige Stiel.
Foto: Catrin Berseck

 

Blätter des Bergahorns (Acer pseudoplatanus) mit schwarzen Flecken.
Foto: Catrin Berseck

 

Bei diesen schwarzen Flecken handelt es sich ebenfalls um einen Pilz – den Ahorn-Runzelschorf (Rhytisma acerinum). Die Pilze sind für den Baum ungefährlich, da sie erst kurz vor dem Laubfall auftreten.
Foto: Catrin Berseck

 

Neben vielen Eschen gab es Flatterulmen (Ulmus laevis). Es ist die einzige Baumart Mitteleuropas, die Brettwurzeln ausbilden kann und deswegen auch leicht zu erkennen ist.
Foto: Ivy Brümmer

 

Das Highlight und Erstfund unserer heutigen Wanderung war der Kröten-Öhrling (Otidea bufonia) unter Eichen direkt bei unserem 2. Parkplatz.
Foto: Catrin Berseck

 

Die Fruchtkörper sind unregelmäßig wellig und eingeschnitten. Außen sind sie dunkelbraun und kleiig, die innere Fruchtschicht ist etwas heller gefärbt.
Foto: Catrin Berseck

 

Um den Kröten-Öhrling klar von makroskopisch ähnlichen Öhrlingen bzw. Becherlingen eindeutig abgrenzen zu können, muss er mikroskopiert werden.
Hier sehen wir die Sporen, die spindelförmig hyalin und glatt sind und 2 große Tropfen enthalten. Ein weiteres Bestimmungsmerkmal sind die oben krückstockartig gebogenen Paraphysen mit körnigem Inhalt.
Foto und Bestimmung: Catrin Berseck


24.12.2025 bis 26.12.2025 – Heiligabend und Weihnachten

Wir wünschen allen Lesern des Tagebuches eine schöne und besinnliche Weihnachtszeit!


28.12.2025 – Sonntag

Blick in das naturbelassene und urwüchsige Mildenitztal.
Foto: Dirk Fuhrmann

Seit 2022 lassen wir das alte Pilzjahr mit einer Jahresendexkursion ausklingen. Diese Tradition haben wir auch in diesem Jahr fortgesetzt.

Ziel dieser Exkursion war dieses mal das Mildenitz-Durchbruchstal in der Nähe von Borkow. Trotz 8 kurzfristiger krankheitsbedingter Absagen trafen sich dennoch 16 motivierte Pilzfreunde zu dieser Wanderung bei schönstem Winterwetter am vereinbarten Treffpunkt am Parkplatz an der Alten Mühle von Kläden.

Die Wanderung führte uns von dort über einen ca. 5 km langen Rundweg entlang der Mildenitz bis zum Schwarzen See und wieder zurück.

Und trotz des Frostes gab es auch viele Pilze zu entdecken und zu erklären. Aber nicht nur das – der Wanderweg in dieser urwüchsigen Landschaft ist dank des Naturparkes Nossentiner/Schwinzer Heide mit vielen Hinweistafeln ausgestattet, die Erklärungen zu Geschichte, Natur, Bäumen, Pflanzen und Tieren geben.

Nach einer für alle Teilnehmer sehr schönen und informativen winterlichen Wanderung bei schönstem Sonnenschein ließen wir die Exkursion gegen 14 Uhr  bei einem Imbiss mit warmer Suppe und heißen Getränken ausklingen.

Einen detaillierten Bericht mit schönen Fotos findet ihr demnächst hier.

 

Gleich zu Beginn der Wanderung gab es als Begrüßung Kaffee, Tee, Glühwein und mit gebrachte Austernseitlinge für die Teilnehmer.
Foto: Isa Krietsch

 

Viele solcher informativen Hinweistafeln säumten unseren Wanderweg in diesem lanschaftlich wunderschönem Gebiet.
Foto: Christian Boss

 

Ivo und Hund Bootsmann interssieren sich hier jeweils auf verschiedene Art und Weise für die Beschreibung der Kiefern. ;-)
Foto: Isa Krietzsch

 

Haareis (auch Eiswolle oder Engelshaar genannt) ist ein
seltenes Naturphänomen, bei dem feine, haarähnliche Eiskristalle aus morschem Totholz sprießen, wenn Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt herrschen, hohe Luftfeuchtigkeit und Windstille vorliegen. Die faszinierende Struktur entsteht durch das Myzel winteraktiver Pilze, deren Stoffwechsel Gase produziert, die das im Holz vorhandene leicht unterkühlte Wasser an die Oberfläche verdrängt. Dort gefriert es und wird durch nachdrängende, beim Austritt aus dem Holz ebenfalls gefrierende Flüssigkeit weitergeschoben und kontinuierlich zu diesen hauchdünnen Fäden geformt.
Foto: Christian Boss

 

Im Laub gut getarnt – gefrorene Trompetenpfifferlinge (Craterellus tubaeformis).
Foto: Christian Boss

 

Zum Abschluss dieser Wanderung gab es einen warmen Imbiss mit Erbsensuppe und heißen Getränken.
Foto: Christian Boss


31.12.2025 – Silvester

Jahrerückblick in Westmecklenburg auf das Pilzjahr 2025 von Phillip Buchfink

Ich scheue mich eigentlich davor zu sagen, dass ein Pilzjahr schlecht ist… 2025 muss man allerdings recht kritisch betrachten.

Bis zum Jahreswechsel gab es einen für die Jahreszeit einigermaßen solides Pilzaufkommen. So ist es auch nicht ungewöhnlich, dass noch im Januar die Nachzügler des Vorjahres zu finden sind und man sich hier und da den Korb füllen kann. Das blieb uns 2025 leider erspart. Stück für Stück verabschiedeten sich die letzten Pilze des Vorjahres und die Natur kam endgültig zur Ruhe.

Mitte Februar erlebten wir dann eine sehr kalte Phase mit -10°C. Danach war natürlich Schluss mit lustig, auch für die Winterpilze. Die Monate Februar und März sind ohnehin die tristesten für Pilzsammler.

Ab März wurde es dann langsam frühlingshaft und die Hoffnung auf einen vielfältigen Frühlingsaspekt keimte auf, waren die Bedingungen bisher doch ideal. Trotz der mäßigen Temperaturen gab es allerdings wochenlang nicht einen Tropfen Regen, so dass die typischen Frühlingsarten keine Chance hatten. Ende März fielen dann endlich Regenschauer, die aber nicht viel zusammenbrachten.

Die Natur entwickelte sich etwas ungewöhnlich. Aufgefallen ist mir, dass die Bäume und Sträucher bereits grün ausschlagen, aber die Krautschicht noch völlig winterlich grau ist. Diese konnte allerdings die spärlichen Regenfälle für sich nutzen und sich bis Mitte April entfalten. Erste Morchel- und Maipilzfunde gab es zum letzten Drittel im April, allerdings nur sehr vereinzelt, da weiterhin wochenlange Dürre herrschte. Diese hielt bis Ende Mai an.

Dann zogen die ersten ergiebigen Gewitter durchs Land. Bis dahin musste man mit Schwefelporlingen und Schuppigen Porlingen vorliebnehmen, wenn man etwas für den Speisekorb sammeln wollte. An Frühlingspilzen war erwartungsgemäß nicht viel zu machen.

Nun war aber das Eis gebrochen und bis Ende Juni wechselten sich ergiebige Niederschläge mit sommerlich trockenen Tagen ab. Das ist natürlich Pilzwetter vom feinsten, sodass die Laubwälder teilweise voller Frauentäublinge standen und die ersten Pfifferlinge das Licht der Welt erblicken. Auch einige Nachzügler der Maipilze konnte man stellenweise noch einsammeln.

Anfang Juli wurde es dann sommerlich warm und die Niederschläge stellten sich ein. Zwar nahmen dadurch die meisten Frischpilze einen nennenswerten Trockenschaden, doch konnte sich über die kommende Zeit ein mäßiger Sommeraspekt ausbilden. In der Mitte des Monats konnte sich eine bunte Vielfalt an Wiesenpilzen entfalten, was sich auch in den Anfragen über den Giftnotruf widerspiegelte.

Zum Ende Juli gab es dann noch mal richtig Regen, der uns Anfang August einen starken Sommerschub bescherte. Dazu gab es für den August viel zu kühle Temperaturen, so dass sich die Mengen an Sommersteinpilzen mit den ersten Vertretern des Herbstes mischten.

Herbst ist ein gutes Stichwort, denn der September stand vor der Tür. Zu Beginn des Monats war das Pilzaufkommen noch recht verhalten, da in letzter Zeit wieder Niederschläge fehlten. Durch zunehmenden Tiefdruckeinfluss stellte sich aber im Laufe des Monats ideales Pilzwetter ein, sodass die Hoffnung bestand, dass der September nach Jahren endlich mal wieder ein richtiger Herbstmonat wird. Zum Ende des Monats merkte man Tag für Tag die steigende Artenvielfalt und den tobenden Wachstumsdruck der Pilze im Erdboden. Jetzt sollte es eigentlich richtig losgehen. Leider schlug das Wetter zum Monatswechsel um, so dass uns eine Woche lang scharfer Ostwind mit einhergehenden tiefen Temperaturen und Trockenheit bevorstand. Die tolle Entwicklung der letzten Wochen wurde in kürzester Zeit im Keim erstickt.

Anfang Oktober waren viele Wälder nicht mehr wiederzuerkennen. Nach dieser schrecklichen Woche gab es zum Glück wieder vermehrt Regenfälle zu verzeichnen, allerdings sorgte dieser Dämpfer für den Ausfall des Jahreshöhepunktes der Pilzsaison. Trotz dessen etablierte sich über die nächste Zeit ein akzeptables Pilzaufkommen bei kühlen einstelligen Temperaturen. Dadurch fühlten sich die Spätherbstarten recht wohl.

Niederschläge gab es in dieser Zeit reichlich und bis Ende November hielt sich auch der Frost in Grenzen. Ab dem 22. November übernahmen dann der Winter das Zepter und sorgte für drei Tage Dauerfrost mit anschließenden Schneefällen.

Im Dezember konnte man dann noch vereinzelt einige Spätherbstarten finden, sofern sie während der Frostperiode unter einem dicken Laubpaket geschützt waren. Der Dezember war zwischenzeitlich sehr warm und Frost war die absolute Ausnahme.

Das Pilzjahr 2025 muss also als sehr wechselhaft betrachtet werden. Durch die Trockenheit im Frühjahr war der Frühlingsaspekt nur sehr verhalten. Der wechselhafte Sommer sorgte zwischenzeitlich für ein akzeptables Pilzaufkommen. Der September war zwar endlich mal wieder von herbstlicher Witterung geprägt, konnte aber letztendlich sein Potenzial nicht völlig ausschöpfen, da die ungünstigen Witterungsverhältnisse zum Monatswechsel das Pilzwachstum im Keim erstickten. Diese besagte Ostwindlage hatte meines Erachtens nachhaltige Folgen für die Entwicklung, so dass wir im Jahr 2025 keinen herausstechenden Höhepunkt verzeichnen konnten. Der sonst übliche Schub an Maronenröhrlingen gegen Mitte Oktober ist fast völlig ausgeblieben. Auch die Gemeinen Steinpilze verzeichnen sonst mindestens ein bis zwei starke Wachstumsschübe, die dieses Jahr ebenso ausblieben.

Insgesamt blieb das Pilzjahr 2025 in Westmecklenburg unter den Erwartungen.