08.04.2026 – MTB 2236/1 bei Warin

08.04.2026 – MTB 2236/1 – Um den Glammsee bei Warin

Mittwochsexkursion

Messtischblatt Sternberg

08. April 2026

Auch für Pilz- und Naturinteressierte Gäste

Im MTB 2236/1 – bei Warin

Blick über den Glammsee bei schönstem Frühlingswetter.
Foto: Hanjo Herbort


Auch in diesem Jahr starten wir wieder traditionell zu unseren Mittwochsexkursionen.

Dabei geht es nicht in erster Linie um das Erkennen und Sammeln von Speisepilzen, sondern es sind Kartierungsexkursionen. Wir streifen durch ein beliebiges Gebiet, schauen uns um und notieren alle Pilzarten, die uns vor die Nase kommen. Dabei kann man natürlich jede Menge lernen und somit sind natürlich auch Gäste herzlich willkommen.

Ausgelost wurde zum Start der Saison das Messtischblatt 2236 – Sternberg. Wie immer begannen wir mit dem 1. Quadranten. Wir haben uns für unsere Kartierung für den ca. 6 km langen Rundgang um den Glammsee bei Warin entschieden.

Das Wetter war die letzten Tage nicht gerade „pilzfreundlich“. Nachttemperaturen um den Gefrierpunkt, fehlende Niederschläge und der starke Wind der letzten Tage verzögern das Pilzwachstum. Dementsprechend fanden wir auch nur eine Frischpilzart – konnten aber trotzdem insgesamt 25 Arten in unsere Kartierungsliste aufnehmen.

Für die 6 Teilnehmer des Steinpilz Wismar „Reinhold Krakow“ e.V. war es dennoch eine sehr schöne Exkursion bei herrlichem Sonnenschein. Wir widmeten unser Augenmerk nicht nur den Pilzen – auch Bäume, Vögel und Insekten erregten unser Interesse.

Nachfolgend ein paar Impressionen von dieser Exkursion. 

Catrin (Text, Fotoauswahl und -beschriftung), Sylvina (Artenliste)

 

Unser Rundweg begann in Warin im Wohngebiet am Sportplatz.
Foto: Hanjo Herbort

 

Erlenbrüche mit Weiden, Hasel, Spitzahorn und ein paar Eschen im Uferbereich des Glammsees zu Beginn unserer Exkursion.
Foto: Hanjo Herbort

 

Die Anis-Tramete (Trametes suaveolens) findet man das ganze Jahr über als Folgezersetzer (Weißfäuleauslöser) an totem oder geschwächtem Laubholz. Sie ist vor allem für ihren intensiven, angenehmen Anis- oder Fenchelgeruch bekannt. Die Oberseite ist anfangs weißlich-filzig und wird im Alter kahl und gelblich.
Foto: Catrin Berseck

 

Die Unterseite der Anistramete hat weißliche bis hellbräunliche Poren.
Foto: Catrin Berseck

 

In diesem Bereich waren viele Schneckenhäuser, die als zuverlässige Kalkanzeiger (Indikator für kalkhaltige Böden) gelten. Ihr häufiges Vorkommen, besonders von Arten wie der Weinbergschnecke, deutet auf einen kalkreichen Untergrund hin, da Schnecken große Mengen Calcium für den Bau und die Reparatur ihrer Gehäuse benötigen. In Verbindung mit den dort vorkommenden Eschen evt. ein Morchelhabitat.
Foto: Hanjo Herbort

 

Die Eschen-Kohlenbeere (Hypoxylon petriniae) bildet rotbraune bis purpurbraune, krustenförmige Fruchtkörper (Stromata) mit schwärzlichen Rändern aus, die auf abgestorbenen Ästen von Eschen zu finden sind.
Foto: Catrin Berseck

 

Kurze Pause in der Nähe des Aussichtsturms. Ein besonderes Highlight in Warin sind die sprechenden Bänke, die auch am Glammsee vorhanden sind.
Foto: Hanjo Herbort

 

Durch einen gescannten QR-Code mit dem Smartphone erzählen die Bänke spannende Geschichten wie die Sage vom „Fuhrmann und die sieben Jungfrauen“ oder von der geheimnisvollen „Prinzessinsschlucht“, die tief mit der Stadt und ihrer Umgebung verbunden sind. Die lebendigen Erzählungen machen Geschichte erlebbar und bieten einen märchenhaften Zugang zur Region.
Foto: Catrin Berseck

 

Am Wegesrand immer mal wieder alte Stieleichen (Quercus robur),
Foto: Hanjo Herbort

 

Für die Entstehung solcher auffälliger Wucherungen an Eichenzweigen sind Insekten verantwortlich. Es handelt sich hier um die Galle der Eichenrosengallwespe (Andricus fecundator), die der Larve als Schutzraum und Nahrungsquelle dient.
Foto: Christian Boss

 

Weiter geht es – alle schauen sich fleißig nach Pilzen am Wegrand um.
Foto: Hanjo Herbort

 

Geweihförmige Holzkeule (Xylaria hypoxylon) mit ihrem typischen Aussehen eines winzigen Hirschgeweihs.
Foto: Catrin Berseck

 

Eingetrockneter Warziger Drüsling (Exidia nigricans).
Foto: Catrin Berseck

 

Und endlich die ersten Frischpilze! Der Frühe Mürbling (Psathyrella spadiceogrisea), oft auch als Frühlings-Mürbling oder Früher Faserling bezeichnet, ist einer der ersten Blätterpilze, die im Frühjahr erscheinen. Ihn findet man ab März in feuchteren Laubwäldern und Parkanlagen. Der Hut dunkelbraun bis hell gelblichgrau oder grauweißlich und fühlt sich etwas wachsartig an. Der Stiel ist weiß und Lamellen grau bis grauschwärzlich.
Foto: Christian Boss

 

Im Laufe unserer Wanderung erreichten wir einen Abschnitt mit fast ausschließlich Lärchen. Dieses Waldstück am Glammsee wird auch forstwirtschaftlich genutzt – wie die zum Abtransport gestapelten Stämme zeigen.
Foto: Sylvina Zander

 

Lärchenzweige, die durch das Fällen der Bäume als Reste am Boden lagen, begannen noch zu blühen.
Foto: Sylvina Zander

 

Hier sehen wir in Nahaufnahme die weibliche Blüte der europäischen Lärche.
Foto: Christian Boss

 

Auf der Hälfte des Rundweges erreichten wir die Brücke über den Tönnisbach kurz vor der kleinen Ortschaft Waldheim.
Foto: Sylvina Zander

 

Blick auf den Tönnisbach in der Nachmittagssonne.
Foto: Christian Boss

 

Eine wunderschöne zentral gestielte Schmetterlingstramete (Trametes versicolor).
Foto: Christian Boss

 

Nahaufnahme der feinsamtigen Oberseite der Schmetterlingstramete.
Foto: Christian Boss

 

Aufmerksamkeit erregte bei uns nicht nur dieses Baumhaus, sondern vor allem der Eschen-Ahorn (Acer negundo), auch Eschenblättriger Ahorn genannt. Er ist im östlichen Nordamerika heimisch und wurde bereits im 17. Jahrhundert in Mitteleuropa eingeführt und ist bis heute eines der am meisten gepflanzten fremdländischen Gehölze.
Foto: Hanjo Herbort

 

Männliche Blüte des Eschen-Ahorn (Acer negundo). Der Baum ist zweihäusig getrenntgeschlechtlich. Es gibt also rein männliche und rein weibliche Bäume – wir sehen hier die Blüte eines männlichen Baumes.
Foto: Christian Boss

 

Christian konnte heute seine neue Kamera testen, die es ihm ermöglicht, auch weit entfernte Objekte zu fotografieren. Hier die Bachstelze (Motacilla alba). Es ist eine Singvogelart aus der Familie der Stelzen und Pieper. Sie fällt durch ihr kontrastreiches, schwarz-weiß-graues Gefieder und den stelzentypischen Wippschwanz auf. Der charakteristische Ruf ist ein hohes, metallisches dschiwid.
Foto: Christian Boss

 

Und zum Schluss fanden wir tatsächlich noch „Steinpilze“ im Beet einer Kleingartenanlage am Glammsee.
Foto: Hanjo Herbort

 

Unser obligatorisches Gruppenfoto in einer Weidenallee kurz vor Waldheim. V.l.n.r.: Sylvina, Hanjo, Christian, Catrin, Diana.
Foto: Dorit Meyer

 


Die Artenliste vom Rundweg um den Glammsee bei Warin – MTB 2236/112 NW Sternberg:

Buchen-Rindenschorf (Ascodichaena rugosa), Judasohr (Auricularia auricula-judae), Eichen-Wirrling (Daedalea quercina), Rötende Tramete (Daedaleopsis confragosa), Stäublings-Schleimpilz (Enteridium lycoperdon), Warziger Drüsling (Exidia nigricans), Zunderschwamm (Fomes fomentarius), Rotrandiger Baumschwamm (Fomitopsis pinicola), Zusammenfließende Kohlenbeere (Hypoxylon cohaerens), Rotbraune Kohlenbeere (Hypoxylon fuscum), Eschen-Kohlenbeere (Hypoxylon petriniae), Schiefer Schillerporling (Inonotus obliquus), Laubholz-Harzporling (Ischnoderma resinosum), Brandkrustenpilz (Kretzschmaria deusta), Kiefernnadel-Spaltlippe (Lophodermium pinastri), Kiefernschütte-Spaltlippe (Lophodermium seditiosum), Herber Zwergknäueling (Panellus stipticus), Pflaumen-Feuerschwamm (Phellinus pomaceus), Brombeerrost (Phragmidium violaceum), Birkenporling (Piptoporus betulinus), Früher Faserling (Psathyrella spadiceogriseae), Anistramete (Trametes suaveolens), Schmetterlingstramete (Trametes versicolor), Geweihförmige Holzkeule (Xylaria hypoxylon), Buchenfruchtschalenholzkeule (Xylaria carpophila)


Wann startet die nächste Lehrwanderung? Siehe unter Termine!