22.04.2026 – MTB 2236/2 – Am Bronzenen Hirsch am Groß Labenzer See

Mittwochsexkursion

Messtischblatt Sternberg

22. April 2026

Auch für Pilz- und Naturinteressierte Gäste

Im MTB 2236/2 – bei Friedrichswalde

Blick auf den Groß Labenzer See.
Foto: Christian Boss


Heute ging es in den 2. Quadranten des Messtischblattes 2236 Sternberg.

Ziel unserer heutigen Kartierungsexkursion war das Revier Weiße Krug bei Friedrichswalde am Groß Labenzer See. Dazu trafen sich 4 Pilzfreunde des Vereins „Reinhold Krakow“ e.V. auf dem Waldparkplatz bei Friedrichswalde.

Das Waldgebiet besteht aus vielseitigen Buchenbereichen mit alten Eichen sowie sandigere Nadelwaldbereiche. Im Uferbereich des Sees finden wir auch viel Totholz.

Im Herbst ein sehr pilzreiches Gebiet, dass das Herz der Speisepilzsammler höher schlagen lässt. Wir haben aber erst April und müssen uns mit den Frischpilzen und Speisepilzen hier noch etwas gedulden.

Aber es handelt sich ja schließlich bei der Kartierung um eine Bestandsaufnahme der zu dieser Jahreszeit vorkommenden Pilze. Und die viel heute leider auch nicht sehr groß aus.

Nachfolgend ein paar Eindrücke von der heutigen Exkursion aus diesem wunderschönen Gebiet.

Catrin (Text, Fotoauswahl und -beschriftung), Sylvina (Artenliste)

 

Zunderschwamm (Fomes fomentarius) ist ein mehrjähriger Baumpilz, der vor allem als historisches Hilfsmittel zum Feuermachen bekannt ist. Er wächst als Schwächeparasit an Laubbäumen, bevorzugt an Buchen und Birke.
Foto: Christian Boss

 

Verschiedene Arten von Pilzmücken und Echten Fliegen nutzen das zersetzende Gewebe des Zunderschwammes (Fomes fomentarius) für ihre Larvenentwicklung. Der Fruchtkörper des Zunderschwamms dient auch zahlreichen Insektenarten als Nahrungsgrundlage. Bei einer Untersuchung in Norwegen, die sich auf Käfer beschränkte, wurden 35 Käferarten auf den Fruchtkörpern gesammelt.
Foto: Christian Boss

 

Einer der Kiefernzapfenrüblinge (Strobilurus spec.). Es wird zwischen zwei Hauptvertretern unterschieden, die sich äußerlich nicht trennen lassen:
Der Milde Kiefernzapfenrübling (Strobilurus stephanocystis) schmeckt immer angenehm mild und pilzig. Der Bittere Kiefernzapfenrübling (Strobilurus tenacellus) kann sowohl bitter als auch mild schmecken. Eine sichere Unterscheidung zum milden Verwandten ist nur mikroskopisch möglich.
Foto: Maria Schramm

 

Ganzjährig findet man an abgestorbenem oder geschwächtem Laubholz die Rötende Tramete (Daedaleopsis confragosa), oft auch als Rötender Blätterwirrling bezeichnet. Das ist ein häufiger Baumpilz, der vor allem durch seine namensgebende Farbreaktion bekannt ist.
Foto: Christian Boss

 

Das namensgebende Merkmal der Rötenden Tramete ist die Verfärbung der Unterseite (Hymenophor) bei Druck oder Reiben. Die Poren laufen dann rosa bis weinrötlich an. Die Unterseite kann sehr variabel sein – von feinen Poren über ein labyrinthisches Muster bis hin zu lamellenähnlichen Strukturen.
Foto: Maria Schramm

 

Der Zaunblättling (Gloeophyllum sepiarium) besiedelt fast ausschließlich totes Nadelholz (besonders Fichte), sowohl im Wald auf Stümpfen als auch an verbautem Holz wie Zäunen, Bänken oder Balken.
Foto: Christian Boss

 

Typisch für den Zaunblättling sind die eng stehenden, lamellenartigen Rippen, die oft labyrinthisch verzweigt sind.
Foto: Christian Boss

 

Buckeltramete (Trametes gibbosa). Ältere Exemplare sind fast immer mit Grünalgen besiedelt, was ihnen eine charakteristische grüne Farbe verleiht, die besonders in der Mitte des Hutes intensiv ist.
Foto: Christian Boss

 

Junger RotrandigerBaumschwamm (Fomitopsis pinicola). Er bevorzugt Nadelholz (besonders Fichte), besiedelt aber auch wie hier gerne Buchen.
Foto: Christian Boss

 

Die Poren des Rotrandigen Baumschwamms sind sehr fein und und bei frischen Exemplaren oft zitronengelb. Getrocknet eignet er sich z.B. auch zum Färben von Wolle, wobei gelbe Farbtöne entstehen.
Foto: Christian Boss

 

Rotbuchen-Rindenkugelpilz (Biscogniauxia nummularia), auch bekannt als Pfennig-Kohlenkruste oder Münzenförmiger Rindenkugelpilz, ist ein holzbewohnender Pilz aus der Familie der Holzkeulenverwandten. Der Pilz bildet schwarze, krustenförmige und flache Fruchtkörper (Stromata). Diese brechen oft durch die Rinde und wirken wie dunkle, münzenähnliche Flecken oder Pockennarben.
Foto: Christian Boss

 

Buche und Eiche umarmen sich – solche Bäume werden umgangssprachlich oft „Ehepaarbäume“ oder „Hochzeitsbäume“ genannt. Meist verwachsen Bäume der gleichen Art, doch können auch unterschiedliche Arten miteinander verschmelzen, was wie hier eher einem „Umschlingen“ gleicht.
Foto: Christian Boss

 

Informationstafel zum Bronzenen Hirsch.

 

Christian, Maria und Sylvina vor dem Bronzenen Hirsch und dem Mausoleum von Paul Wedekind und seinen Familienangehörigen – dem ehemaligen Besitzer des naheliegenden Schlosses Friedrichswalde.
Foto: Eiman Khwiled


Die Artenliste am Groß Labenzer See bei Friedrichswalde – MTB 2236/231 NO Sternberg:

Folgt demnächst…


Wann startet die nächste Lehrwanderung? Siehe unter Termine!


 

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