09.11.2025 Öffentliche Wanderung im Schlemminer Forst
Der Schlemminer Forst war schon mehrmals Ziel unserer geführten Lehrwanderungen.
Das hügelige Gebiet gehört zu den beliebtesten Wanderzielen im Nordwesten von Mecklenburg – ist aber auch ein beliebtes Revier für Pilzsucher. Hier findet sich mit dem Schwarzen See das mit 108 m höchst gelegene Gewässer Mecklenburg–Vorpommerns. Die Buchenwälder, aber auch Nadelforste, gehören außerdem zu den interessantesten und artenreichsten Pilzrevieren.
Der Mykophage freut sich über die Vielfalt leckerer Speisepilze und der Hobby – Mykologe über teils sehr seltene Raritäten. Auch gerade Anfang November kann es hier sehr artenreich sein – und das war es heute auch.
5 Pilzinteressierte trafen sich an diesem schönen Novembertag auf dem Parkplatz am Schlemminer Fernsehturm. Unsere Wanderung führte uns komplett um den Schwarzen See herum. Dabei begeisterte uns die spätherbstliche Artenvielfalt – es konnte viel Wissen vermittelt werden und einige Teilnehmer freuten sich über persönliche Erstfunde, wie die Trompetenpfifferlinge.
Hier findet ihr ein paar Impressionen von dieser Wanderung.

Gleich zu Beginn unserer Wanderung begrüßte uns dieser Specht-Tintling (Coprinopsis picacea). Die hellen Hüllreste auf dem schwarzen Hut machen den Pilz praktisch unverwechselbar – er erinnert an das Gefieder eines Spechtes.
Foto: Christian Boss

Die beliebten Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis) waren heute mehrfach zu finden. Sie wachsen dichtbüschelig an totem Laubholzstubben – selten auch an Nadelholz.
Foto: Christian Boss

Nach Regenfällen sehr oft zu finden: Coryne dubia – die Nebenfruchtfrom des Fleischroten Gallertbechers (Ascocoryne sarcoides).
Foto: Christian Boss

Junge Beringte Buchenschleimrüblinge (Oudemansiella mucida) von Christian mit dem namensgebendem Schleim ganz toll im Foto festgehalten.
Foto: Christian Boss

Der Grünspan-Träuschling (Stropharia aeruginosa) gehört zu den gut kenntlichen Pilzarten. Er hat einen blaugrünen schleimigen Hut mit eingestreuten weißen Flöckchen. Desweiteren hat er einen deutlichen Ring am Stiel und weiße Lamellenschneiden.
Foto: Christian Boss

Hier sehen wir ein älteres Exemplar des Verwechslungspartners des Grünspan-Träuschlings – den Blauen Träuschling (Stropharia caerulea). Er hat eine schwach ausgeprägte oder fehlende Ringzone am Stiel und die Lamellenschneiden sind nicht weiß.
Foto: Isa Krietsch

Und wo ein Fliegenpilz ist, ist meist der Steinpilz (Boletus edulis) nicht weit weg.
Foto: Christian Boss

Aber nicht nur Fliegenpilze fungierten heute als Steinpilanzeiger. Direkt neben diesen Mehlräslingen (Clitopilus prunulus) war ein weiteres Exemplar zu finden.
Foto: Isa Krietsch

Sogar ein Gemeiner Birkenpilz (Leccinum scabrum) ließ sich am Ufer des Schwarzen Sees finden – natürlich unter den dort stehenden Birken.
Foto: Christian Boss

Ein wunderschönes Exemplar der Geweihförmigen Holzkeule (Xylaria hypoxylon) begeisterte Chrsitian heute besonders.
Foto: Christian Boss

Auf humusreichen Böden oder in der Nähe von morschem Holz finden wir oft die Gemeine Stinkmorchel (Phallus impudicus).
Foto: Christian Boss

Auffällig und schön anzusehen waren wieder die grünen Farbtupfer zwischen den ansonsten braun gefärbten Blättern der Rotbuche. Verantwortlich hierfür ist die Buchen-Zwergmotte (Stigmella tityrella) – genauer gesagt ihre Raupe. Faszinierend ist die Fähigkeit der Raupe, durch gezielte Abgabe von Hormonen den Abbau des Chlorophylls im Bereich der Fraßgänge (Minen) zu hemmen. Auf diese Weise schafft sie sich eine konstante und verlängerte Nahrungsquelle, die ihre Entwicklung sicher ermöglicht.
Foto: Christian Boss

Ein ganzer Stubben übersät mit Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis) in allen Altersstadien.
Foto: Christian Boss

Eine Gruppe junger Violetter Lacktrichterlinge (Laccaria amethystina). Wir können hier sehr schön den weißlich längs überfaserten Stiel erkennen.
Foto: Christian Boss

Und dann kam ein Freudenruf von Katarina – hatte sie doch endlich mal Trompetenpfifferlinge (Craterellus tubaeformis) gefunden.
Foto: Christian Boss

Der Trompetenpfifferling ist ein Mykorrhizapilz und kommt überwiegend in Fichtenwäldern auf saurem, gerne feuchtem Boden vor. Hier sind die zwischen den Buchen eingestreuten Fichten sein Baumpartner.
Foto: Christian Boss

Steinpilze begegenten uns während unseres ganzen Rundweges in allen Altersstadien.
Foto: Christian Boss

Auf morschem Laub- oder Nadelholz erscheint dieser Schleimpilz nicht selten in Reihen oder Scharen – der Rotköpfige Schleimpilz (Trichia decipiens).
Foto: Christian Boss

So schön und in diesem Stadium sind die Pilze nur kurz zu sehen – glänzend rote birnenförmigen Köpfchen auf ihren helleren ebenso schleimigen Stielen. Sehr schnell verfärben sie sich ockerbraun und vertrocknen.
Foto: Christian Boss

Ein naher Verwandter des Klebrigen Hörnlings ist der Laubholz-Hörnling
(Calocera cornea). Er ist bis zum Wintereinbruch auf feuchtem totem Laubholz zu finden.
Foto: Isa Krietsch

Die Zitronengelben Holzbecherchen (Bisporella citrina) wachsen stiellos auf totem entrindeten Laubholz. Sie sind flach- bis tellerartig geformt, der Rand ist glatt. Mit dieser Merkmalskombination unterscheidet es sich deutlich von anderen gelben Becherchen.
Foto: Christian Boss

Links eine mastige Marone (Imleria badia) im Vergleich zu einem jungen Steinpilz (Boletus edulis).
Foto: Christian Boss

Hier mal ein etwas größeres schönes Exemplar des Steinpilzes (Boletus edulis) im Größenvergleich.
Foto: Christian Boss

Gesellig verwachsen finden wir häufig auf berindeten Laubholzästen den Krausen Adernzähling (Plicaturopsis crispa). Die Oberseite ist auf braunem, feinfilzigem Grund konzentrisch strukturiert und mit weißem Zuwachsrand. Die Unterseite ist weiß und radial aderig-faltig und stark anastomosierend oder gegabelt.
Foto: Isa Krietsch

Der Fichten-Wurzelschwamm (Heterobasidion parviporum) lebt parasitisch am Stammgrund, an Wurzeln oder Stümpfen verschiedener Nadelbäume. Dabei ruft sein Myzel nacheinander alle Phasen der Holzvermorschung hervor.
Foto: Isa Krietsch

Intensiv gewürzartig nach Fenchel, Anis oder Koriander riecht der Fenchelporling (Gloeophyllum odoratum). Auch er befällt als Braunfäuleauslöser und Zersetzer meist Fichte.
Foto: Isa Krietsch

Auch bereits überständige Steinpilze säumten unseren Weg. Ein Zeichen dafür, dass die meisten Pilzsammler bereits ihre Saison für dieses Jahr beendet haben.
Foto: Christian Boss

Wunderschön – aber wegen der Bitterkeit ungenießbar: Geflecktblättrige Flämmlinge (Gymnopilus penetrans).
Foto: Isa Krietsch

Der Ziegelrote Schwefelkopf (Hypholoma lateritium) Der Ziegelrote Schwefelkopf ist die größte der Schwefelköpfe. Seine Hüte können bis zu 15 cm Durchmesser erreichen.
Foto: Isa Krietsch

Er ist wohl der häufigste Täubling in unseren Wäldern – Ockergelber Täubling
(Russula ochroleuca). Ein minderwertiger Speisepilz, der auch heute im Wald bleiben durfte.
Foto: Isa Krietsch

Ein relativ minderwertiger und höchstens als Mischpilz brauchbarer Pilz ist der Kaffeebraune Gabeltrichterling
(Pseudoclitocybe cyathiformis). Der Pilz gehört zu den Blausäuren ausscheidenden Pilzen und schützt sich damit vor Schnecken.
Foto: Isa Krietsch

Ebenfalls bei Fichten können wir den Blutroten Hautkopf (Cortinarius sanguineus) finden.
Foto: Christian Boss

Sowohl die Hutoberfläche als auch die Lamellen und der Stiel sind dunkel blutrot.
Foto: Christian Boss

Und ganz zum Schluss überraschte uns noch ein Prachtexemplar eines Frauen-Täublings (Russula cyanoxantha).
Foto: Christian Boss

Am Ende dieser schönen Wanderung waren die Sammelkörbe aller Teilnehmer gut gefüllt.
Foto: Isa Krietsch



