Pilze und Wetter Juli 2026
Wetter und Pilzwachstum in Mecklenburg
Tagebuch zu Pilze und Wetter Juli 2026
01.07.2026 – Mittwoch

Gemeine Stinkmorchel (Phallus impudicus) heute bei unserer Kartierung im Schulzenholz bei Retschow.
Foto: Sylvina Zander
Nach dem „Handbuch für Pilzfreunde Band 1“ von Michael-Hennig-Kreisel beginnt heute der Pilzsommer, der bis Mitte August anhält. Er wird charakterisiert durch zahlreiche Wulstlinge, Röhrlinge und Täublinge, aber auch Pfifferlinge.
Natürlich kommen viele Pilzarten dieser Wachstumsphase auch danach noch vor – aber für einige Arten ist jetzt die Hochsaison ihres Erscheinens angebrochen. Dies gilt besonders für viele wärmeliebende Pilzarten der Gattung Boletus (Dickröhrlinge), für Pfifferlinge oder auch im besonderen für den Langstieligen Pfeffermilchling, der wirklich nur in diesen Wochen wächst.
Bei Michael-Hennig-Kreisel wird auch die Stinkmorchel als Sommerpilz für diesen Zeitraum erwähnt. Und damit haben wir den Übergang zu unserer heutigen Kartierungsexkursion geschlagen.
Der 3. Quadrant des Messtischblattes Hanstorf war heute an der Reihe. 6 Pilzfreunde des Steinpilz Wismar „Reinhold Krakow“ e.V. trafen sich um 16 Uhr am Schulzenholz östlich und südöstlich von Retschow. Alte Buchenwälder und ausgedehnte Fichtenforste prägen den ehemaligen Staatsforst Ivendorf südlich von Kröpelin und Bad Doberan.
Und tatsächlich fanden wir heute so einige Frischpilze – auch die erwähnten Wulstlinge und Täublinge sowie die Stinkmorcheln waren heute bereits am Start. Einen ausführlichen Bericht findet ihr demnächst hier.
Catrin
02.07.2026 – Donnerstag

Der Fleischrote Speise-Täubling (Russula vesca). Das markanteste Merkmal ausgewachsener Pilze ist die Huthaut, die den äußersten Hutrand nicht ganz bedeckt. Die weißen Lamellenspitzen stehen wie kleine Zähnchen frei sichtbar vor.
Foto: Catrin Berseck
Nachdem ich mir das Foto von den Speisetäublingen (welches ich selber für das Tagebuch Juli ausgewählt hatte) noch mal angesehen hatte, dachte ich mir, ich könnte ja mal meinen Fundort vom letzten Jahr aufsuchen und nachsehen, ob die Speisetäublinge sich schon zeigen.
Also bin ich heute nach der Arbeit in meinen Lieblingspark gefahren. Der erste Weg führte mich zu der Stelle mit den Fleischroten Speisetäublingen (Russula vesca). Und was soll ich sagen – sie waren da! Viele bereits überständig – aber für eine kleine Mahlzeit kam dennoch etwas zusammen.
Auch ein paar Perlpilze waren zu finden – wenn auch mit Trockenschäden und vermadet. Auch an meiner dortigen kleinen Pfifferlingsstelle war etwas zu finden.
Nach meinem gestrigen Beitrag wird der Frühsommer nach Michael-Hennig-Kreisel charakterisiert durch „Wulstlinge, Röhrlinge und Täublinge, aber auch Pfifferlinge“. 3 Gattungen hatte ich jetzt schon – es fehlte also nur noch ein Röhrling.
Und der ließ nicht lange auf sich warten. An bekannter Stelle war er tatsächlich schon da – der seltene Kornblumen-Röhrling (Gyroporus cyanescens agg.)! Ich war begeistert…
Und ich möchte hiermit auch darauf hin weisen, dass die 6 Bände des „Handbuch für Pilzfreunde“ von Michael, Hennig, Kreisel aus den 80-er Jahren jeder interessierte Pilzfreund immer noch als Standardwerk nutzen kann und sollte. Sicherlich gibt es für die Pilzbestimmung mittlerweile aktuellere Literatur, da sich innerhalb der letzten 40 Jahre doch einiges geändert hat und sich in Zukunft auch weiter ändern wird.
Aber grundsätzliche Dinge, die in allen Bänden zu Anfang beschrieben und behandelt werden, besitzen auch heute noch ihre Gültigkeit und findet man in der neueren aktuellen Literatur nicht in dieser Ausführlichkeit.
Catrin

Die Hüte des Fleischfarbenenen Speisetäublings sind jung halbkugelig. Sie sind meist fleischfarben bis rosabräunlich gefärbt und haben eine radial-aderige bis etwas höckerige Huthaut. Die Huthaut ist feucht schmierig-glänzend und trocken matt.
Foto: Catrin Berseck

Die jung weißen und später blassgelben Röhren bläuen bei Druck sofort stark „kornblumenblau“.
Foto: Catrin Berseck
04.07.2026 – Sonnabend

Kegeliger bzw. Schwärzender Saftling (Hygrocybe conica) auf dem Friedhof in Neukloster.
Foto: Catrin Berseck
Am Freitag war ich mal kurz in meinem Hauswald nachsehen. Wo ich am Montag noch einige Frischpilze gefunden hatte, war heute gähnende Leere. Die vielen Lungenseitlinge waren alle vertrocknet und die nachkommende Brut war restlos von den Nacktschnecken aufgefressen.
Also habe ich heute auf dem Rückweg nach meinem Wochenendeinkauf mal nach langer Zeit wieder in Neukloster nach gesehen. Heute möchte ich euch mal eine Pilzserie meiner Funde ausschließlich in orange zeigen.
Zuerst war ich auf den Friedhöfen. Vertrocknete und komplett verweste Reste von Netzstieligen Hexenröhrlingen und Fransigen Wulstlingen. Aber wenigstens ein paar Schwärzende Saftlinge (Hygrocybe conica) habe ich dort noch finden können.
Anschließend habe ich dem Klaasbachtal nach langer Zeit mal wieder einen Besuch abgestattet. Ein paar Pfifferlinge (Cantharellus cibarius) waren am Wegesrand zu finden – ebenfalls ein Klebriger Hörnling (Cantharellus pallens) auf einem Fichtenstubben.
Im Wasser des Klaasbaches fand ich dann auf dem final verottetem Holz noch ein paar wunderschöne Blutmilchpilze (Lycogala epidendrum) sowie Schildborstlinge (Scutellinia agg.). Um diese auf Artebene genau zu bestimmen, müssen sie mikroskopiert werden.
Catrin

Klebriger Hörnling (Calocera viscosa) – auch bekannt als Ziegenbart oder Zwergerlfeuer ist ein leuchtend gelb bis orange gefärbter Pilz. Er wächst als Folgezersetzer ausschließlich auf totem Nadelholz.
Foto: Catrin Berseck

Blutmilchpilze sind Schleimpilze der Gattung Lycogala. Schleimpilze befallen meist keine lebenden Organismen, sondern zersetzen bereits totes Material – so wie hier final verrottetes Holz.
Foto: Catrin Berseck

Die Schleimpilze wachsen nicht immer direkt auf Totholz – sie überkriechen oder verzehren dabei andere, bereits dort wachsende holzzersetzende Pilze. Hier auf alten Exemplaren von Laubholz-Harzporlingen (Ischnoderma resinosum).
Foto: Catrin Berseck

Schildborstlinge (Scutellinia agg.) mit ihren intensiv orangenen scheibenförmigen Fruchtkörpern. Am Rand ist er mit den namensgebenden dunkelbraunen, steifen Borsten behaart.
Foto: Catrin Berseck
05.07.2026 – Sonntag

Blau- bzw. Violettstielige Heftelnabelinge (Rickenella swartzii) mit seinen orangebräunlichen Stiel, dessen Spitze blau-violett ist.
Foto: Catrin Berseck
Heute der Rest meiner Funde vom Sonnabend – dieses mal in Braun- und Ockertönen.
Im Moos gab es kleine Heftelnabelinge. Die Typusart dieser Gattung ist der Orangerote Heftelnabeling (Rickenella fibula) – den man aufgrund seiner auffälligen Farbe trotz der geringen Größe öfter mal findet. Ich hatte aber gestern Blau- bzw. Violettstielige Heftelnabelinge (Rickenella swartzii) – zu erkennen an der namensgebenden Stielfärbung.
2 alte Fruchtkörper des Hasen-Stäublings (Lycoperdon utriforme) gab es dann auch noch.
Am meisten habe ich mich jedoch über einen Schleimpilz gefreut – den Nickenden Kelchstäubling (Arcyria obvelata). Ein Erstfund für mich, obwohl er laut Literatur ein häufiger Schleimpilz sein soll.
Catrin

Der Nickende Kelchstäubling (Arcyria obvelata) bildet ein Haargeflecht (Capillitium), welches eine Länge bis zu 13 mm hat und ca. 1 mm breit ist.
Foto: Catrin Berseck

Die Fasersäulen des Nickenden Kelchstäublings verlaufen büschelig auseinander oder liegen auf dem Untergrund.
Foto: Catrin Berseck
06.07.2026 – Montag

Die ersten Milchlinge in dieser Saison – Pfeffer-Milchlinge (Lactifluus piperatus cf.).
Foto: Catrin Berseck
Am 01.07.2026 habe ich über den Pilzsommer und die dort vorrangig zu findenden Arten geschrieben. Zitat: „Dies gilt besonders … für Pfifferlinge oder auch im besonderen für den Langstieligen Pfeffermilchling, der wirklich nur in diesen Wochen wächst.
Und was soll ich sagen? Genau diese beiden Pilzarten habe ich heute im Buchenwald gefunden – ansonsten nichts weiter.
Pfeffer-Milchlinge gibt es 2 verschiedenene Arten – den Langstieligen Pfeffer-Milchling (Lactifluus piperatus) und den sehr ähnlichen Grünenden Pfeffer-Milchling (Lactifluus glaucescens). Früher dachte man, das Grünen der Milch und bei Verletzungen sei das entscheidende Trennmerkmal zwischen Beiden. Heute weiß man: Grünen können beide Pilze. Zur Trennung muss man die Dicke der Hutdeckschicht im Mikroskop betrachten.
Und dicht daneben sind an bekannter Stelle die Blassen Laubwaldpfifferlinge (Cantharellus pallens) trotz der Trockenheit fleißig weiter gewachsen.
Junge Exemplare der Blassen Laubwaldpfifferlinge waren ca. 8 cm groß und ähnelten im Profil auf den ersten flüchtigen Blick tatsächlich den Pfeffer-Milchlingen.
Catrin

Die Lamellen des Pffer-Milchlings stehen sehr dicht gedrängt, sind schmal und dünn. Sie sind weißlich gefärbt und laufen leicht am Stiel herab.
Foto: Catrin Berseck

Milchsaft hat der Pfefferröhrling reichlich. Der isolierte Saft schmeckt nach wenigen Sekunden extrem pfeffrig und brennend scharf.
Foto: Catrin Berseck

Zum Größenvergleich: Links und rechts junge Pfeffermilchlinge – in der Mitte ein Blasser Pfifferling.
Foto: Catrin Berseck
07.07.2026 – Dienstag

Rotbrauner Scheidenstreifling (Amanita fulva). Der rotbraune Hut hat oft eine dunklere Mitte und ist glatt und glänzend. Der Hutrand ist sehr auffällig und tief gerieft (gestreift), etwa über ein Drittel des Radius, was ihm den Namenszusatz „Streifling“ eingebracht hat.
Foto: Catrin Berseck
Nachdem ich gestern den kalkhaltigen Buchenwald aufgesucht hatte, war ich heute mal kurz im sandigen sauren Buchen-Kiefern-Mischwald um nachzusehen, wie es da so aussieht.
Pfifferlinge haben gerade ihren Wachstumsschub – also war es nicht verwunderlich, dass sich dort auch welche finden ließen. Allerdings nicht die Blassen Laubwaldpfifferlinge (Cantharellus pallens), sondern die Echten Pfifferlinge (Cantharellus cibarius). Nicht in solchen Massen, wie andere Jahre. Aber dafür leuchteten sie aufgrund des Nieselregens schön dottergelb aus dem braunen Buchenlaub und waren leicht zu finden.
Erfahrungsgemäß sind bei den Pfifferlingen dann auch immer Rotbraune Scheidenstreiflinge (Amanita fulva) zu finden, da diese auch saure Böden bevorzugen und in Symbiose mit mehreren Baumpartnern, wie Eichen, Buchen, Birken sowie Kiefern und Fichten leben.
Der Rotbraune Scheidenstreifling vereint seine drei wesentlichen Merkmale bereits im Namen. Der Hutrand ist stark gerieft (streifig), die Stielbasis ist mit einer Scheide umgeben und die Huthaut ist rotbraun oder orangefuchsig gefärbt. Ein anderer Name des Pilzes ist daher auch Fuchsiger Scheidenstreifling.
Ansonsten habe ich auf meinem kurzen Rundgang nur noch 3 Täublinge sowie 1 Hexenei der Stinkmorchel entdecken können.
Catrin
08.07.2026 – Mittwoch
Am 06.05.2026 musste unsere Kartierungsexkursion im 3. Quadranten des Messtischblattes Sternberg aufgrund von angesagtem Regen leider ausfallen.
Diesen Termin haben wir heute nachgeholt. Dorit aus Ratzeburg, Sylvina aus Lübeck und Isa aus der Crivitzer Ecke reisten dafür an und trafen sich mit mir am Deichselsee bei Brüel. Ursprünglich war ein kompletter Rundgang um den Deichselsee geplant. Wir entschieden und aber vor Ort, einen Abstecher zum Hohlsee zu machen, da dieser im selben Quadranten liegt und auch somit auch in unser Kartierungsgebiet fällt.
Heimlich hatte ich ja gehofft, dass sich die seltenen Satansröhrlinge und andere wärmeliebende Röhrlinge bereits zeigen. Aber von diesen Röhrlingen waren an den wärmebegünstigten Hangterrassen weit und breit nichts zu sehen.
Trotzdem waren wir überrascht, dass wir doch eine Menge an Frischpilzen zu Gesicht bekamen und in unsere Kartierungsdatei mit aufnehmen konnten. Teilweise nur einzelne Exemplare – aber im Vergleich zur derzeitigen Pilzarmut waren wir über die „Artenvielfalt“ erfreut.
Einen ausführliche Bericht findet ihr hier.
Catrin
09.07.2026 – Donnerstag

Blasser Laubwaldpfifferling (Cantharellus pallens) am 03.07.2026 in einer Parkanlage bei Lübeck.
Foto: Sylvina Zander
Irgendwie ist das mit den Pilzen dieses Jahr wie verhext. Wie ihr in den Beiträgen und anhand der Fotos sehen könnt, gibt es hier und da mal ein kurzes „Aufflackern“ und es können wenige Exemplare einiger Arten gefunden werden. So richtig kommt das Pilzwachstum aber nicht in Gang…
Bei den Körnchenröhrlingen, Hexenröhrlingen und Sommersteinpilzen gab es bis jetzt fast einen Totalausfall. Auch Täublinge zeigten sich bisher nur wenige. Lediglich die Pfifferlinge waren dieses Jahr an einigen Stellen bereits in Massen zu finden. 10 bis 14 Tage nach größeren Niederschlagsmengen um die 30 l/m² sollte das Pilzwachstum eigentlich beginnen.
Am 29.06.2026 zogen große Regengebiete über den Großteil Nordwestmecklenburgs und brachten teilweise Niederschlagsmengen von über 30 l/m² in die Messbecher. Auch danach gab es immer wieder bis Anfang dieser Woche Regen. Eigentlich mit den Temperaturen um die 20° ideale Voraussetzungen für eine nun endlich beginnende Sommerpilzsaison…
Allerdings wird die ab dem Wochenende vorausgesagte beginnende Hitzewelle wieder für Trockenheit sorgen, so dass wir wahrscheinlich weiter auf nennenswerte Wachstumsschübe warten müssen.
Catrin

Mit bis zu über 30 l/m² zog ein größeres Regengebiet am 29.06.2026 über Nordwestmecklenburg.
Quelle: Kachelmannwetter
10.07.2026 – Freitag

LeGals Purpur-Röhrling (Rubroboletus legaliae). Der Hut ist rötlich, weswegen er zu den Rubroboleten (Purpurröhrlingen) gehört. Schneckenfraßstellen anfänglich gelblich, jedoch rötlich verfärbend, Der Stiel ist zur Basis karminrot oder himbeerrot, rotflockig punktiert, an den Schneckenfraßstellen ist er chromgelb.
Foto: Sylvina Zander
Hanjo hatte mir heute eine Nachricht geschickt: „Egal, in welchen Buchenwald ich schauen gehe – sowas von tot hier. Nur wenige Blasse Pfifferlinge hier und da…“. Und so sieht es derzeit wahrscheinlich fast überall aus – bis auf ein paar wenige Funde läuft man durch raschelndes trockenes Laub.
Sylvina hatte mir gestern noch einige Fotos von Funden zur Bestimmung bzw. Bestätigung geschickt. Sie war am letzten Freitag in einem kleinen Park bei Lübeck unterwegs. Beim Ansehen der Fotos bin ich fast vom Stuhl gefallen… Darunter waren seltene Röhrlinge, die das Herz eines jeden Hobby-Mykologen höher schlagen lassen.
Unter anderem Le Gals Purpur-Röhrling (Rubroboletus legaliae) – auch Falscher Satansröhrling genannt. Dieser Pilz steht auf der Roten Liste 1 und gehört damit zu den vom Aussterben bedrohten Arten. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es nur 2 bekannte Standorte und Kartierungen – einer ist bei mir in der Nähe, wo ich ihn auch seit 3 Jahren regelmäßig suche und antreffe.
Natürlich bin ich gleich los gefahren und habe nachgesehen, ob er an meinem Standort auch schon da ist. Aber Fehlanzeige…
Catrin

Die Röhren von LeGals Purpurröhrling sind purpurrot, blutrot oder orangerot – auf Druck stark blauend (nicht getestet).
Foto: Sylvina Zander

Spindelige Rüblinge (Gymnopus fusipes). Dieser Schadpilz wächst meist in dichten Büscheln direkt am Stammgrund oder über den unterirdischen Wurzeln lebender oder toter Eichen.
Foto: Sylvina Zander
11.07.2026 – Sonnabend

Gelbporiger Raufußröhrling (Leccinellum crocipodium) – ein seltener Pilz, der in Deutschland auf der Roten Liste 3 für gefährdete Pilzarten steht.
Foto: Catrin Berseck
Als ich die Fotos von Sylvina aus der Parkanlage gesehen hatte, habe ich mich sofort mit ihr verabredet und bin heute nach Lübeck gefahren. Die Hoffnung war nicht sehr groß, dass wir nach über 1 Woche noch etwas von den Pilzen finden werden.
Aber weit gefehlt – außer LeGals-Purpurröhrling waren alle anderen seltenen Röhrlinge wieder neu gewachsen. Im Gegensatz zu unseren trockenen Buchenwäldern war diese Parkanlage das reinste Pilzparadies. Der Park ist auf kalkreichem Boden und mit alten Buchen und Stieleichen bestanden. Sehr trocken war es dort auch – umso verwunderlicher, dass wir dort trotzdem sehr viele Pilzarten finden konnten.
Heute möchte ich euch nur die dort gefundenen Röhrlinge vorstellen. Zum einen der Gelbporige Raufuß (Leccinellum crocipodium) – für mich ein Erstfund und das Highlight des heutigen Tages. Dazu dann noch den nicht ganz so seltenen Wurzelnden Bitter-Röhrling (Caloboletus radicans) sowie den Anhängsel-Röhrling (Butyriboletus appendiculatus).
Es gab auch noch andere Pilzarten, die ich im Laufe der nächsten Woche zeigen werde.
Catrin mit Sylvina

Der Stiel ist blassgelb und typisch für die Gattung mit feinen Schüppchen besetzt, die sich im Alter bräunlich verfärben.
Foto: Sylvina Zander

Der Stiel des Gelbporigen Raufußröhrlings ist an der Basis verdickt und etwas zugespitzt wurzelnd – ähnlich wie beim Wurzelnden Bitterröhrling.
Foto: Sylvina Zander

Und hier sehen wir das markanteste und namensgebende Merkmal des Gelbporigen Raufußröhrlings – seine auffällig gelben Poren (Röhren).
Foto: Catrin Berseck

Der Hut des Gelbporigen Raufußröhrlings reicht hellgelb über ockergelb bis hin zu hasel- oder rotbraun. Die Oberfläche wird im Alter oft felderig rissig.
Foto: Sylvina Zander

Wurzelnde Bitter-Röhrlinge (Caloboletus radicans) mit seinem grauweiß Hut und dem gelblich gefärbten Stiel (oft mit einem feinen, schwer erkennbaren Stielnetz). Leider sind bei diesen jungen Exemplaren die namensgebende wurzelartig verlängerte und zugespitzte Stielbasis nicht richtig zu erkennen.
Foto: Catrin Berseck

Der Anhängsel-Röhrling (Butyriboletus appendiculatus) wird auch Gelber Steinpilz oder Gelber Bronze-Röhrling genannt. Auch er gehört zu den Pilzarten, die auf der Roten Liste 3 stehen und als gefährdet eingestuft sind.
Foto: Sylvina Zander

Der ockerbraune bis rotbraune Hut des Anhängselröhrlings ist uneben, filzig bis lederartig und trocken. Schneckenfraßstellen sind gelblich bis orangerosa gefärbt.
Foto: Sylvina Zander

Die Röhren des Anhängselröhrlings sind leuchtend gelb bis zitronengelb. Bei Druck verfärben sie sich meist leicht grünblau. Der Hutrand ist scharf und die Huthaut steht meist etwas über.
Foto: Catrin Berseck

Das Fleisch des Anhängselröhrlings ist zitronengelb – später gelblich bis cremegelb und nur im Stielrandbereich zitronengelb verbleibend. Hier sehen wir auch die verdickte Basis verdickt mit dem wurzelndem Appendix (Anhängsel).
Foto: Sylvina Zander

Alle 3 vorgestellten Röhrlinge noch einmal im Vergleich. Von links nach rechts: Wurzelnder Bitterröhrling (Caloboletus radicans), Anhängsel-Röhrling (Butyriboletus appendiculatus) und Gelbporiger Raufußröhrling (Leccinellum crocipodium).
Foto: Sylvina Zander
12.07.2026 – Sonntag
Heute stand eine Mitgliederversammlung des Vereins auf dem Plan. Das Amtsgericht Schwerin hat bisher die auf der Mitgliederversammlung vom 13. Januar 2026 beschlossenen Änderungen nicht ins Vereinsregister eingetragen. Es erwartet weitere Anpassungen der Vereinssatzung, die nur durch eine Mitgliederversammlung beschlossen werden können. Ärgerliche Vereins-Bürokratie, die leider notwendig ist…
Da viele Vereinsmitglieder weiter weg wohnen, sahen wir es als unzumutbar an, diese wegen einer kurzen von Amts wegen notwendigen Abstimmung so weit anreisen zu lassen. Also haben wir das Notwendige mit dem Angenehmen verbunden und kurzerhand im Anschluss eine Vereinsexkursion angesetzt.
Ausgesucht hatten wir das Radebachtal bei Blankenberg, da das von der Entfernung für die meisten noch halbwegs vertretbar war. Außerdem handelt es sich hier um ein Gebiet mit Laub- und Nadelwäldern. An den teils steilen Hangterrassen befinden sich abwechselnd saure und kalkhaltige Bodenschichten, was eine vielfältige und interessante Pilzflora zur Folge hat.
Wider Erwarten hatten wir heute trotz der Hitze einige schöne Funde und konnten tatsächlich über 30 Arten in unsere Kartierungsdatei aufnehmen. Einen ausführlichen Bericht findet ihr hier.
Catrin
13.07.2026 – Montag

Wie derezit in fast allen Buchenwäldern war hier auch der Pfeffermilchling (Lachtifluus pipireratus s.l.) zu finden.
Foto: Sylvina Zander
Da es hier in Nordwestmecklenburg weiterhin heiß und trocken ist, gibt es in unseren Wäldern weiterhin kein nenneswertes Pilzwachstum.
Deswegen möchte ich euch heute noch ein paar Funde vom Sonnabend aus dem Park in der Nähe von Lübeck zeigen, wo ich mit Sylvina war. Dort war ja am Sonnabend trotz der Trockenheit unter den gegebenen Umständen das reinste Pilzparadies.
Nicht nur die seltenen Röhrlinge haben uns erfreut – es waren zu unserer Überraschung auch einige Sprödblättler am Start. Das sind Pilze aus den Gattungen der Täublinge und Milchlinge. Im Gegensatz zu fast allen anderen Lamellenpilzen besteht das Gewebe der Sprödblättler nicht aus langen, fädigen Fasern (Hyphen), sondern enthält Einlagerungen von kugeligen Zellen. Bricht man den Stiel durch, fasert er nicht auf, sondern bricht glatt und knackend wie Kreide, ein Apfel oder ein Stück Styropor.
Nachfolgend heute die gefundenen Milchlinge.
Catrin und Sylvina

Ein Merkmal sind die extrem eng stehenden und schmal am Stiel leicht herablaufenden Lamellen.
Foto: Sylvina Zander

Noch ein weißer Milchling – der Wollige Milchling (Lactifluus vellereus). Da er beim Emporwachsen oft die Erde anhebt, trägt er den Volksnamen „Erdschieber“.
Foto: Catrin Berseck

Im Gegensatz zum Pfeffermilchling hat der Wollige Milchling einen sehr kurzen und gedrungenen Stiel. Er milcht auch sehr stark – aber im Gegensatz zum Pfeffermilchling ist nicht die Milch sehr scharf, sondern das Fleisch des Pilzes.
Foto: Catrin Berseck
14.07.2026 – Dienstag

Unter Eichen kann man den Duftenden Zwerg-Täubling (Russula odorata) finden. Das ist ein kleiner, fragiler und zerbrechlicher Täubling, der süßlich-obstartig riecht.
Foto: Catrin Berseck
Weiter geht es heute mit den am Sonnabend gefundenen Täublingen.
Für Pilzsammler sind sie besonders interessant, da sie sehr häufig vorkommen und viele hervorragende Speisepilze umfassen.
Unter den Täublingen gibt es keine tödlich giftigen Arten, nur einige sehr unangenehme Magen-Darm-Giftpilze (wie z.B. die Spei-Täublinge). Wer Täublinge einwandfrei und sicher als solche bestimmen kann, darf mit der Täublingsregel eine Geschmacksprobe machen.
Geschmacksprobe nach der Täublingsregel:
- Ein winziges Stück des Hutes oder der Lamellen im Mund zerkauen (nicht herunterschlucken!).
- Milder Geschmack: Der Pilz ist essbar und ein guter Speisepilz.
- Scharfer, bitterer oder brennender Geschmack: Der Pilz ist ungenießbar oder giftig.
- Das Probestück im Anschluss immer wieder ausspucken.
Diese Regel gilt ausschließlich für Pilze, die zuvor zweifelsfrei als Täubling identifiziert wurden! Bei anderen Gattungen (wie Knollenblätterpilzen) kann eine Geschmacksprobe tödlich sein.
Für den Kochtopf-Mykologen ist es also einfach, Täublinge in essbar oder ungenießbar zu unterscheiden.
Anders sieht es für den Hobby-Mykologen aus, der den Pilzen ja auch einen Namen geben möchte. Das gestaltet sich in der Gattung der Täublinge mit 180 bis 200 Arten alleine in Deutschland als sehr schwierig, da diese sehr stark in ihrer Farbvielfalt innerhalb der einzelnen Arten variieren können. Bei der Pilzbestimmung helfen manchmal chemische Reagenzien zur Artunterscheidung – teils kann nur eine weitere Mikroskopie der Huthaut weiter helfen.
Hier ein paar Täublinge, die wir einwandfrei bestimmen konnten sowie noch ein Fund von Phillip.
Catrin mit Sylvina

Die Lamellen des Duftenden Zwergtäublings haben Querverbindungen zwischen den Lamellen (Anastomosen) und werden im Alter dottergelb.
Foto: Catrin Berseck

Von den Schnecken zerfressener und bereits verschimmelter Grüngefeldeter Täiubling (Russula virescens).
Foto Sylvina Zander

Frauentäublinge (Russula cyanoxantha) sind beliebte Speisepilze, die eine extreme Farbvielfalt von grün, braun, blau bis lila haben können.
Foto: Sylvina Zander

Und hier noch einmal eine Kollektion von Frauentäublingen komplett in Grüntönen. Das absolut wichtigste Erkennungsmerkmal für Frauentäublinge sind ihre weißen Lamellen und elastisch, biegsamen Lamellen, die sich fast fettig anfühlen.
Foto: Catrin Berseck

Ein gestern von Phillip gefundener Rotstieliger Ledertäubling (Russula olivacea) aus dem Kalkbuchenwald.
Foto: Phillip Buchfink
15.07.2026 – Mittwoch
Vorgestern Abend gab es schwere Unwetter in Westmecklenburg in der Region Wittenburg, Zarrentin am Schaalsee und Hagenow durch das Durchziehen einer heftigen, lokal eng begrenzten Gewitterfront, die durch Wärmegewitter ausgelöst wurde. Extreme meteorologische Faktoren und lokale Gegebenheiten verstärkten die Auswirkungen in der Region.
Reinhold hatte sich neben den Pilzen auch mit dem Wetter beschäftigt und regelmäßig darüber berichtet. Ich versuche hier dann auch mal die meteorologischen Ursachen des Unwetters zu erklären.
Nach einer Phase starker Erwärmung bildeten sich in der aufgeheizten und mit viel Feuchtigkeit gesättigten Atmosphäre Gewitterzellen. Erwärmte Luft kann deutlich mehr Wasserdampf speichern, was die Intensität der Niederschläge massiv steigert. Die Gewitterfront bewegte sich nur sehr langsam vorwärts. Dadurch entluden sich die enormen Wassermengen und Hagelmassen über einen längeren Zeitraum hinweg fast vollständig über derselben Region. Extreme vertikale Luftströmungen innerhalb der Gewitterwolken ließen Hagelkörner außergewöhnlich groß anwachsen. Zwischen Zarrentin und Hagenow erreichten die Hagelkörner Tennis- bis Tischtennisballgröße.
Verschärfende Faktoren vor Ort war u.a. die überlastete Kanalisation. Die lokalen Abwassersysteme sind technisch nicht darauf ausgelegt, derartige Sturzbäche in so kurzer Zeit aufzunehmen. Dies führte zu sofortigen Überflutungen von Straßen, Kellern und Senken.
Und das ist noch nicht das Ende – auch weiterhin sind lokal solche starken Unwetter zu erwarten.
Catrin

Ein besonders gewachsener Rotrandiger Baumschwamm (Fomitopsis pinicola). Wenn ein befallener Baum umstürzt, sterben die Fruchtkörper der Pilze oft nicht ab. Stattdessen passen mehrjährige Pilze (z.B. Baumschwämme) ihre Wachstumsrichtung an, indem sie neue Fruchtschichten exakt vertikal zum Erdmittelpunkt ausrichten. Das sorgt dafür, dass die sporenbildende Unterseite immer exakt zum Erdboden zeigt, was für den ungestörten Sporenabwurf zwingend erforderlich ist. Man nennt das Geotropismus (oder Gravitropismus) – die gerichtete Wachstumsbewegung von Pilzen in Bezug auf die Schwerkraft.
Foto: Phillip Buchfink
16.07.2026 – Donnerstag
Wenn man in Catrin´s und meinem Wald – dem Rühner Forst – sehr viele Schritte macht, dann kann man mittlerweile durchaus ein verhaltenes Pilzaufkommen feststellen. Bei mir waren es die letzten zwei Tage fast 20.000 Schritte – also gute 10 km kreuz und quer durch die Buchen. Es gab immer wieder mal hier und da Einzelfunde, die sich so nach und nach zu einer kleinen Mahlzeit zusammenaddierten.
Hauptsächlich einzelne Täublinge, ohne Schwerpunkt auf eine Art. Ich fand Frauentäublinge, Grüngefelderte Täublinge, Morgenrottäublinge, Fleischrote Speisetäublinge, Rotstielige Ledertäublinge, Harte Zinnobertäublinge und Violettstielige Pfirsichtäublinge. Dazu noch einen der Weißtäublinge und einzelne Pfeffermilchlinge. Zwei blasse Pfifferlinge und am Wegesrand zwei madenfreie netzstielige Hexenröhrlinge und einen Flockenstieligen Hexenröhrling dazu.
Auch zwei Sklerotienporlinge in essbarer Qualität sowie eine Handvoll junger Lungenseitlinge waren zu ergattern.
Wenn es nun regnet, schaue ich tatsächlich mit einem weinenden und einem lachenden Auge darauf. Sollte es das Pilzwachstum anregen, dann erfüllt es vielleicht seinen Zweck. Genauso gut könnte es aber auch das verhaltene Aufflackern den Schnecken zum Fraß vorwerfen… Die werden nämlich dann ungleich aktiver, als die letzten Tage und vermutlich nicht sehr viel übrig lassen … Schauen wir mal.
Hanjo

Von den Schnecken bereits vorgekostete Grüngefelderte Täublinge (Russula virescens).
Foto: Hanjo Herbort
17.07.2026 – Freitag
Hanjo und ich wohnen ja max. 5 km voneinander entfernt und „teilen“ uns den großen Rühner Forst. Trotzdem schaffen wir es nur maximal einmal im Jahr, uns zu einer gemeinsamen Wanderung zu verabreden. Heute war es dann mal wieder so weit.
Da wir den Rühner Forst regelmäßig aufsuchen und das dortige Pilzwachstum verfolgen, stand dann heute mal der Schlemminer Forst auf dem Plan. Dort waren wir zusammen bereits letztes Jahr Mitte Mai zusammen unterwegs.
Und es ging auch gleich gut los! Bereits am Treffpunkt begrüßten uns ganz kleine Anhängsel-Röhrlinge. Ein sehr seltener Pilz, der laut Bundesartenschutzgesetz Deutschland vollständig geschützt ist.
Weiter ging es dann im Straßengraben auf dem Weg zum Schwarzen See mit massenweise Netzstieligen Hexenröhrlingen und wunderschönen Fransigen Wulstlingen.
Nur bei unserem Rundgang um den Schwarzen See sah es richtig mau aus – nur ein paar Violettstielige Pfirsichtäublinge und auf dem Weg eine Gruppe alter überständiger Körnchenröhrlinge.
Catrin mit Hanjo

Der braune Hut des Anhängsel-Röhrlings ist filzig bis lederartig, trocken und uneben.
Foto: Catrin Berseck

Ein Merkmal des Anhängsel-Röhrlings ist der gelbe Stil mit einem feinen, gelben Netzmuster.
Foto: Catrin Berseck

Ebenfalls im Straßengraben viele Netzstielige Hexenröhrlinge (Suillellus luridus) – hier mit der typischen Netzzeichnung.
Foto: Catrin Berseck

Dieser Netzstielige Hexenröhrling (Suillellus luridus) hat bei Hanjo und mir zuerst für wahnsinniges Kopfzerbrechen gesorgt. Die Hutfarbe eines Netzstieligen Hexenröhrlings – aber einen flockigen Stiel.
Foto: Catrin Berseck

In Frage kam auch noch der Trügerische Hexenröhrling (Suillellus mendax), der makroskopisch kaum vom Netzstieligen oder dem Flockenstieligen Hexenröhrling zu unterscheiden ist. Allerdings hätte der Trügerische Hexenröhrling in der Stielbasis stärker rötlich gefärbtes Stielfleisch und der ganze Habitus wäre schlanker.
Um eine 100%-ige Sicherheit zu haben, hätte man den Pilz zur Sequenzierung schicken müssen.
Foto: Catrin Berseck

Alte überständige Körnchen-Röhrlinge (Suillus granulatus) auf dem Weg am Schwarzen See bei Schlemmin.
Foto: Hanjo Herbort

Von den Schnecken bereits angefressene Violettstielige Pfirsichtäublinge (Russula violeipes) am Schwarzen See.
Foto: Catrin Berseck
18.07.2026 – Sonnabend
Nachdem Hanjo und ich gestern ziemlich erfolglos um den Schwarzen See bei Schlemmin gewandert sind, haben wir anschließend noch kurz den Fadernhorst zwischen Schlemmin und Bernitt besucht. Dort fanden wir nicht einen einzigen Frischpilz und verließen das Waldstück ziemlich schnell wieder.
Da wir noch ein wenig Zeit hatten, beschlossen wir, auf dem Heimweg noch auf „meiner“ Seite des Rühner Forstes kurz nachzusehen. Obwohl ich 3 Tage zuvor dort kaum etwas gefunden hatte, sah das heute schon deutlich besser aus.
Ein paar vertrocknete Blasse Pfifferlinge waren noch zu sehen – auch die seit über einer Woche allgegenwärtigen Peffermilchlinge waren überall zu finden.
An einigen Stellen starteten aber jetzt die Hainbuchen-Raufußröhrlinge richtig durch. Und auch an der Täublingsfront war Bewegung – Dickblättrige Schwärz-Täublinge, Frauentäublinge und Morgenrot-Täublinge zeigten sich hier und da. Dazu noch Wurzelnde Schleimrüblinge und auch der erste Nadelholz-Braunporling.
Ich war anschließend noch ganz kurz an einer anderen Stelle des Rühner Forstes – dort gab es tatsächlich noch einen Sommersteinpilz und ein paar Grüngefelderte Täublinge.
Wenn es jetzt auch noch die entsprechenden notwendigen Niederschläge bei uns geben würde, könnte der Pilzsommer endlich durchstarten. Aber die Regengebiete haben die Region um Bützow leider komplett verschont…
Catrin mit Hanjo

Von der Trockenheit gekennzeichneter Hainbuchen-Raufuß (Leccinellum pseudoscabrum) mit eingerissenem Hut.
Foto: Hanjo Herbort

Ein einzelner sogar madenfreier Sommer-Steinpilz (Boletus reticulatus) im Rühner Forst.
Foto: Catrin Berseck

Blick am Freitag Abend vom Rühner Forst in Richtung Schlemmin. Die Gewitter und der Regen zogen aber leider an uns vorbei…
Foto: Catrin Berseck
19.07.2026 – Sonntag
Gestern war ich mal in Parkanlagen in Nordwestmecklenburg unterwegs. Bei Trockenheit ist dort oft mehr zu finden, als in den Wäldern.
Und so war es auch tatsächlich. In meinem Lieblingspark auf sandigem Boden, in dem es neben ein paar Kiefern, Robinien und Buchen fast nur alte Eichen gibt, habe ich tatsächlich einige Frischpilze finden können.
Vor allem starten die Perlpilze und einige Täublingsarten dort in Massen durch. Aufgrund der Trockenheit leider fast alle von Maden befallen – aber immerhin ein Lichtblick in dieser pilzarmen Trockenperiode.
Dazu fand ich noch einen komplett von der Trockenheit gekennzeichneten Sommersteinpilz, ein paar kleine vertrocknete Pfifferlinge, Nelkenschwindlinge und Waldfreundrüblinge.
Trotzdem war die Freude groß und ein paar frische Speisepilze durften dann auch für die Pfanne mit nach Hause.
Catrin

Wunderschöne Perlpilze (Amanita rubescens) mit unterschiedlichen Flocken-Mustern auf dem Hut. Wie man hier sehr gut sehen kann, sind die Flocken grau-weiß bis schmutzig-weiß oder weisen einen rötlichen bis weinrötlichen Farbton auf. Die Flocken sind unregelmäßig auf dem Hut verteilt und wie hier oft schollenartig.
Foto: Catrin Berseck

Ein komplett von der Trockenheit gezeichneter Sommer-Steinpilz (Boletus reticulatus). Die Huthaut reißt auf, da das Innere des Pilzes Feuchtigkeit verliert und schrumpft.
Foto: Catrin Berseck

Bei Trockenheit wird der Pilz zäh, hart und kann eine unnatürliche blasse Farbe annehmen. Pilze mit Trockenschäden sind grundsätzlich nicht mehr zum Verzehr geeignet.
Foto: Catrin Berseck

Dagegen waren diese frischen Fleischroten Speise-Täublinge (Russula vesca) durchaus noch etwas für den Sammelkorb.
Foto: Catrin Berseck

Täublinge der Sektion grisea. Die Typart dieser Gruppe ist der essbare Taubentäubling bzw. Grauvioletter Reiftäubling (Russula grisea). Pilze dieser Sektion sind oft schwer zu unterscheiden. Die Hutfarben sind sehr variabel und oft wolkig vermischt. Typisch sind schiefergraue, grauviolette, graugrüne oder stahlgraue Töne, wobei die Mitte oft ockerlich bis bräunlich ausblasst. Der Hutrand ist bei reifen Exemplaren gerieft.
Foto: Catrin Berseck

Die Lamellen der Täublinge aus der Sektion grisea sind cremefarben, eng stehend und sehr brüchig. Einzelne Lamellen sind gegabelt und am Grunde mit durchscheinenden Zwischenlamellen.
Foto: Catrin Berseck

Der Duftende Zwergtäubling (Russula odorata) hat wegen seiner geringen Größe keine Bedeutung als Speisepilz. Unter Eichen zu finden.
Foto: Catrin Berseck

Der Duftende Zwergtäubling ist ein sehr fragiler Pilz, der wie seine Lamellen sehr brüchig ist.
Foto: Catrin Berseck
20.07.2026 – Montag
Gestern hat es den endlich mal den ganzen Tag bei uns in der Bützower Gegend richtig geregnet, so dass ich natürlich zu Hause im Trockenen geblieben bin. Aber ich habe noch ein paar schöne Funde vom Freitag, die ich euch zeigen möchte.
Nachdem ich am Freitag in meinem Lieblingspark so erfolgreich unterwegs war, habe ich danach kurzfristig noch beschlossen, den Seeblickpark in Wismar zu besuchen. Reinholds Lieblingspark. Bei meinem letzten Besuch dort vor 2 Wochen war dort noch gähnende Leere.
Heute sah es dort ganz anders aus – außer, dass dort seit einigen Wochen tatsächlich kein Rasenmäher unterwegs war. Also kein Gemetzel der dortigen Pilzflora.
Neben einigen schönen Röhrlingen waren dort auch bereits einige Täublingsarten am Start, die derzeit woanders noch nicht zu finden sind. Es bestätigte sich also wieder, dass bei anhaltender Trockenheit Parkanlagen die bessere Adresse für die Pilzsuche sind.
Nachfolgend einige schöne Funde vom Freitag aus dem Seeblickpark in Wismar.
Catrin

Der Wurzelnde Bitterröhrling (Caloboletus radicans) wächst unter Eichen gleich in der Nähe der Fahlen Röhrlinge. Der Hut ist aber dick polsterförmig, weißgrau, blassgrau oder lederbräunlich und die Oberfläche trocken und matt.
Foto: Catrin Berseck

Der Stiel des Wurzelnden Bitterröhrlings ist gelblich, oft mit einem feinen, schwer sichtbaren gelbbraunen Netz. Die Stielbasis läuft meist wurzelartig spitz zu. Die Röhren sind intensiv zitronen- bis chromgelb.
Foto: Catrin Berseck

Und da waren sie wieder – die Gelbfüßigen Hexenröhrlinge (Neoboletus xanthopus), auch „Eichen-Flocki“ genannt.
Foto: Catrin Berseck

Der bauchige Stiel des Gelbfüßigen Hexenröhrlings besitzt eine gelbe Grundfarbe, auf der feine gelbliche bis rötliche Flöckchen sitzen, aber niemals ein Netzmuster.
Foto: Catrin Berseck

Im Schnittbild des Gelbfüßigen Hexenröhrlings erfolgt bei Kontakt mit Sauerstoff eine sofortige blaue Verfärbung des Hutfleisches und des oberen Stielbereichs. Die äußerste Basis des Stiels spart das Blauen häufig aus und behält ihre gelbliche Farbe.
Foto: Catrin Berseck

Camembert-Täublinge (Russula amoenolens) unter Eichen. Der Camembert-Täubling riecht tatsächlich nach Camembert und ist – wie ich nach einem Geschmackstest bestätigen kann – brennend scharf.
Foto: Catrin Berseck

Der Stiel des Camembert-Täublings ist zuerst kammerig hohl, später dann vollständig hohl.
Foto: Catrin Berseck

Wie immer helfen bei der Bestimmung von Täublingen Reagenzien. Hier sehen wir deutlich die chemischen Reaktionen des Kleinen Camembert-Täublings: Phenol rötlichbraun, Guajak dunkelgrün, Eisen (II)-sulfat (FeSO4) hell graurosa.
Der ähnliche Große Camembert-Täubling (Russula sororia) ist größer und dunkler und hat eine negative Guajak-Reaktion.
Foto: Catrin Berseck

Starkriechende Heringstäublinge (Russula graveolens) werden auch Eichen-Heringstäubling genannt, da sie in Parkanlagen unter Eichen oft als Massenpilz zu finden sind. Eines der namesgebenden Merkmale ist der ausgeprägt fischartige Geruch nach Heringslake. Trotzdem ist es ein milder Täubling uns sehr guter Speisepilz – der fischige Geruch verschwindet bei der Zubereitung.
Foto: Catrin Berseck

Hier sehen wir eine Kollektion der Starkriechenden Heringstäublinge in der typisch weinbraunen polychromen (mehrfarbigen) Färbung – vermischt mit gelblichen oder orangen Farbtönen auf demselben Hut.
Foto: Catrin Berseck

Aber der Starkriechende Heringstäubling kann auch ocker- bis olivgrünliche Hutfarben haben.
Foto: Catrin Berseck

Zur sicheren Bestimmung innerhalb der Heringstäublinge hilft mal wieder die Chemie. Bei Kontakt mit Eisensulfat (FeSO₄) zeigt das Fleisch eine typische grünliche Farbreaktion. Andere Täublingsarten reagieren darauf meist rosa oder grau.
Foto: Catrin Berseck
21.07.2026 – Dienstag

Anhängsel-Röhrling (Butyriboletus appendiculatus) am 20.07.2026 im Rühner Forst. Den habe ich jetzt bereits am 3. Standort innerhalb kürzester Zeit gefunden.
Foto: Catrin Berseck
Am Sonntag und Montag gab es in fast ganz Mecklenburg-Vorpommern gebietweise schauerartigen und teils gewittrigen Regen. Der Niederschlag war regional sehr unterschiedlich. Während einige Regionen niederschlagsfreie Phasen mit etwas Sonne erlebten, zogen vor allem von der Ostsee kommend Schauer über das Land hinweg.
Die meisten Niederschläge gab es am 20.07.2026 in der Region zwischen Parchim und Güstrow und im Bereich Bad Doberan sowie in Teilen des Landkreises Ludwigslust-Parchim. Ein kleines Ostseetief zog an diesem Tag über den Osten ab und hinterließ in der Region in einem Zeitraum von 24 Stunden sehr große Regenmengen von 50 bis 80 Litern pro Quadratmeter.
Mit diesen Regenmengen sollte das Pilzwachstum nicht nur in der Schaalsee-Region (die ja bereits am 13.07.2026 unwetterartige Niederschläge von ca. 70 l/m² hatten) endlich Anfang Ausgust in Gang kommen.
Um das Pilzwachstum in Gang zu bringen, sind etwa 10 bis 15 Liter Regen pro Quadratmeter über mehrere Tage ideal. Das feuchte Klima im Wald, gepaart mit milden Temperaturen zwischen 10 und 25 Grad, ist entscheidend, damit die Pilze im Boden Fruchtkörper bilden.
Wie schnell die Fruchtkörper nach dem Regen sprießen, hängt stark von der Pilzart ab. Holzzersetzer (wie z.B. der Lungenseitlinge) reagieren sehr schnell und sind oft schon nach 3 bis 4 Tagen sichtbar. Mykorrhizapilze (die in Symbiose mit Bäumen leben, wie z.B. Steinpilze oder Pfifferlinge) benötigen nach einem Regenschauer oft 1 bis 2 Wochen (10 bis 15 Tage), bis sie sprießen.
Dann wollen mir mal hoffen, dass eine erneute Hitzewelle das Pilzwachstum nicht wieder stoppt…
Catrin

Hier die kalibrierten Niederschlagsmengen in M/V vom 01.07. bis 21.07.2026. Wie man sehen kann, hat es in einigen Regionen 40 bis teilweise 160 l/m² gegeben.
Quelle: Kachelmannwetter
22.07.2026 – Mittwoch

Ganz junge Exemplare des Grüngefelderten Täublings (Russula virescens). Die Hüte sind noch weißlich gelb ohne die typische grüne Farbe.
Foto: Catrin Berseck
Ich bin ja auch auf anderen Plattformen im Internet unterwegs, um mich über das Pilzwachstum in einzelnen Regionen zu informieren.
Vermehrt wurden jetzt Satansröhrlinge gefunden – auch im benachbarten Schleswig-Holstein. Der seltene Pilz wächst von Frühsommer bis Herbst ausschließlich auf kalkhaltigen, basenreichen Böden. Er bevorzugt wärmebegünstigte, lichte Laubwälder und geht am liebsten eine Symbiose mit Buchen oder Eichen ein. Also dachte ich mir, dass ich an einem bekannten Standort in der Nähe mal nach ihm Ausschau halte – trotz der langen Trockenheit und gerade erst kürzlich gefallenen Niederschläge.
Aber Fehlanzeige! Auf meinem einstündigen Spaziergang habe ich neben wenigen Waldfreundrüblingen gerade mal 2 Frischpilzarten gefunden. Ein paar holzzersetzende Breitblättrige Rüblinge und 2 junge Grüngefelderte Täublinge unter´m Buchanlaub.
Auch Hanjo war in unseren Buchenwäldern genauso erfolglos unterwegs. Also sollten wir auf alle Fälle noch bis Anfang August warten, bis die Niederschläge endlich ihre Wirkung für das Pilzwachstum zeigen.
Catrin

Ältere Exemplare des Breitblättrigen Rüblings (Megacollybia platyphylla). Der Hut kann einen Durchmesser von bis zu 12 cm erreichen. Er ist graubraun, radialfaserig gemustert und reißt bei Trockenheit oft vom Rand her tief ein.
Foto: Catrin Berseck

Die weißlichen und untermischt stehenden Lamellen des Breitblättrigen Rüblings sind am Stiel ausgebuchtet angewachsen. Bei alten Exemplaren können die gekerbten Schneiden auch dunkel gefärbt sein – ähnlich wie beim Schwarzschneidigen Ritterling
Foto: Catrin Berseck
23.07.2026 – Donnerstag

Ein Echter Pfifferling (Cantharellus cibarius) – hier wunderschön im Bild festgehalten.
Foto: Phillip Buchfink
In Phillips Region sieht es pilzmäßig gerade etwas besser als bei mir und Hanjo im Bützower Raum aus.
Phillip schreibt: „Hier und da ist immer was zu finden. Perlpilze haben gerade einen Schub. Zusammen mit Täublingen und Pfifferlingen kann man sich da schon gut eine Mahlzeit sammeln. Von Sommersteinpilzen und Hexenröhrlingen – derzeit aber auch noch keine Spur.“
Phillip hat auch Langstielige Pfeffermilchlinge (Lactifluus piperatus) gefunden. In der einschlägigen Literarur finden wir, dass dieser Pilz aufgrund seiner Schärfe ungenießbar sei. Dagegen wird er in Südosteuropa als Speisepilz sehr geschätzt.
Phillip hat sich davon nicht abschrecken lassen und die Geschmacksprobe vollzogen. Sein Kommentar dazu: „Klein gewürfelt und scharf gebraten – fantastisch! Keine Spur von Schärfe…“.
Nachfolgend ein paar Fotos von Phillips Funden vom 19.07. und 21.07.2026.
Catrin

Den Namenszusatz „langstielig“ hat der Pfeffermilchling wegen seiner hochbeinigen und eleganten Proportionen. Seine Stiellänge übertrifft oft die Breite des Hutes.
Foto: Phillip Buchfink

Blaugrüner bzw. Blaugrauer Reif-Täubling (Russula parazurea). Bei trockener Witterung zeigt sich eine markante, feine weiße Reifschicht, die dem Täubling seinen Namen gab.
Foto: Phillip Buchfink

Schönfuß-Röhrlinge (Caloboletus calopus) mit seinem markanten Stiel. Das namensgebende Merkmal ist der kräftige, knollige Stiel. An der Spitze gelb, nach unten hin karminrot.
Foto: Phillip Buchfink
24.07.2026 – Freitag
Bevor das Tagebuch wegen der derzeitigen Pilzarmut in den meisten Gegenden ein paar Tage pausiert, möchte ich euch noch ein paar Funde von Phillip zeigen. In der Griesen Gegend scheint es nach den Regenfällen vor ca. 10 Tagen etwas besser auszusehen.
Insbesondere in trockenen und warmen Sommern sprießen nach ergiebigen Regenfällen etwa 10 Tage später die Wiesen-Champignons oft zu Hunderten in großen Gruppen, Reihen oder Hexenringen aus dem Boden. Der Verwandte des Zucht-Champignons wurde von DGfM als „Pilz des Jahres 2018“ gekürt.
Der einst in Massen auftretende Speisepilz wird leider immer seltener. Denn seine Lebensräume schwinden: Naturnahe Wiesen werden umgebrochen und zur Erzeugung von Energiepflanzen wie Mais genutzt. Nährstoffarme, naturschutzfachlich wertvolle Böden werden als Bauland ausgewiesen. Übermäßiges Ausbringen von Gülle belastet nicht nur unser Trinkwasser mit Nitrat. Diese intensive Landbewirtschaftung raubt dem Wiesen-Champignon und vielen anderen Lebewesen ihre Existenzgrundlage.
Ein weiterer Pilz aus der Familie der Champignonverwandten ist der Riesenbovist (Calvatia gigantea) – aufgrund seiner Größe kaum verwechselbar. Das größte je gefundene Exemplar erreichte einen Durchmesser von 150 cm – das schwerste ein Gewicht von 23,3 kg.
Catrin

Die Lamellen des Weisenchampignons sind jung zartrosa, später über fleischrosa zu dunkelbraun bis schokoladenbraun reifend. Sie stehen frei vom Stiel. Der Ring ist dünn und oft schnell vergänglich.
Foto: Phillip Buchfink
29.07.2026 – Mittwoch

Gleich zu Anfang unserer Exkursion begrüßte uns dieser Sommer-Steinpilz (Boletus reticulatus). Und das sollte nicht der einzige Vertreter der Steinpilze sein.
Foto: Sylvina Zander
Heute war mal wieder eine Kartierungsexkursion an der Reihe. Neuer Quadrant – neues Glück! Es war das Messtischblatt 2431 – Zarrentin am Schaalsee – an der Reihe. Es ging in den Testorfer Wald in die Nähe von Zarrentin. Neuland für uns – außer Dorit aus dem naheliegenden Ratzeburg war aus unserem Verein noch niemand in diesem wunderschönen Altbuchen-Wald.
In dieser Region hatte am 13.07.2026 eine heftige und lokal eng begrenzte Gewitterfront für Hagel und Niederschlagsmengen von über 70 l/m² gesorgt. Heute – über 2 Wochen nach diesem Starkregenereignis sollte es dort eigentlich an der Pilzfront zur Sache gehen und einiges zu finden sein.
Frischpilze mit Hut und Stiel gab es einige zu entdecken – aber teilweise nur einzelne Exemplare. In der Beziehung hatten wir eigentlich mehr erwartet.
Aber für die Speisepilzsammler unter euch – die Steinpilze starten dort gerade durch! Sowohl Sommersteinpilze als auch Gemeine Steinpilze konnten wir dort auf unserem Rundweg finden. Auch ein paar Täublinge sowie andere Speisepilze waren bereits am Start. Am Ende kam sogar für fast jeden eine Pilzmahlzeit zusammen.
Für unsere Kartierung konnten wir weit über 60 Arten aufschreiben – darunter auch wieder einige Ascomyceten, da Torsten und Phillip mal wieder mit dabei waren.
Einen ausführlichen Bericht findet ihr demnächst hier – es dauert noch ein wenig, bis einige Pilze mikroskopisch bestimmt sind.
Catrin

So kennt man sie – Phillip und Torsten in ihrem Lieblingshabitat im Sumpf auf der Suche nach Ascomyceten.
Foto: Sylvina Zander
31.07.2026 – Freitag
Heute habe ich nach Feierabend zwischen meiner Firma und meinem Hauswald – die alle auf meinem Heimweg liegen – nochmals Ausschau nach Pilzen gehalten.
Eigentlich ohne allzu große Hoffnung, da es mittlerweile schon wieder ganz schön trocken ist und Hanjo auch vergebens unterwegs war.
In der Nähe meiner Firma war unter den Eichen so gut wie nichts zu finden. 2 klitzekleine Sommersteinpilze lugten aus dem trockenen Boden hervor. Die ansonsten massenhaft dort zu findenden Heringstäublinge waren als weitere Art zaghaft vertreten. Ansonsten gähnende Leere wo ansonsten eine recht gute Artenvielfalt zu finden ist.
Umso mehr habe ich mich über die ersten Gemeinen Riesenschirmlinge bzw. Parasole (Macrolepiota procera) im Straßengraben gefreut.
In meinem Hauswald sah es dann leider auch nicht viel besser aus. Drei Frauentäublinge waren zu finden und nur ein einziger Hainbuchen-Raufußröhrling.
Aber warten wir mal ab, was uns der August jetzt bringen wird.
Catrin

Wo letztes Jahr Hunderte Hainbuchen-Raufüße (Leccinellum pseudoscabrum) wuchsen, war heute nur en einziges Exemplar zu sehen.
Foto: Catrin Berseck

Wunderschöne Schildborstlinge (Scutellinia sp.) im Graben auf feuchtem Pflanzenresten.
Foto: Catrin Berseck

Es gibt weltweit weit über 50 verschiedene Arten von Schildborstlingen. Makroskopisch (mit bloßem Auge) sehen sich fast alle Arten extrem ähnlich. Eine sichere Unterscheidung der einzelnen Arten ist in den allermeisten Fällen nur über eine mikroskopische Untersuchung der Sporenstruktur und der Beschaffenheit der Haare möglich.
Foto: Catrin Berseck












































