12.07.2026 – Vereinsexkursion im Radebachtal bei Blankenberg
Vereinsexkursion
Radebachtal bei Blankenberg
12. Juli 2026 – Sonntag
Auch für Pilz- und Naturinteressierte Gäste
Das Amtsgericht Schwerin hat bisher die auf der Mitgliederversammlung vom 13. Januar 2026 beschlossenen Änderungen nicht ins Vereinsregister eingetragen. Es erwartet weitere Anpassungen der Vereinssatzung, die nur durch eine Mitgliederversammlung beschlossen werden können. Also haben wir kurzfristig eine Mitgliederversammlung für den 12.07.2026 einberufen, die wir im Anschluss mit einer Vereinsexkursion verbinden.
8 Vereinsmitglieder trafen sich um 13.00 Uhr in Blankenberg am Bahnhof, um die notwendige Abstimmung zur Änderung der Vereinssatzung vorzunehmen.
Anschließend zeigte ich die gestern mit Sylvina gefundenen Pilze und erklärte sie ausführlich. Es waren ja schließlich auch seltene Pilze dabei, die man nicht mehr so schnell zu sehen bekommt.
Weiter ging es dann bei fast 30° in das Radebachtal. Im Schatten der Bäume war es aber auszuhalten – auch die Mücken und Schnecken waren zum Glück gerade nicht da.
Und wider Erwarten haben wir trotz der Trockenheit einige schöne Funde machen können. Aber das Radebachtal ist ja auch so immer einen Spaziergang wert.
Catrin (Text, Fotoauswahl und -beschriftung) Sylvina (Artenliste)

Sofort wurden wir am bemoosten Hang neben dem Wanderweg von Pfifferlingen (Cantharellis cibarius) begrüßt.
Foto: Isa Krietsch

Aber auch auf der anderen Wegseite hat Isa etwas entdeckt und geht den steilen Hang zum Radebach runter.
Foto: Sylvina Zander

Es stand dort eine Gruppe Grüngefelderter Täublinge (Russula virescens). Ein hervorragender Speisepilz.
Foto: Isa Krietsch

Hier sehen wir die blassgrüne typisch felderig-schollig aufgerissene Huthaut im Detail.
Foto: Isa Krietsch

Weiter geht es den Wanderweg am Radebach entlang in ein nun hauptsächlich mit Kiefern bestandenes Areal.
Foto: Sylvina Zander

Und dort gab es dann auch gleich den ersten Samtfußkrempling (Tapinella atrotomentosa) für dieses Jahr an einem Kiefernstubben.
Foto: Isa Krietsch

Die Volva des Rotbraunen Scheidenstreiflings ist dünn und oft mit Rostflecken auf hellem Grund versehen.
Foto: Sylvina Zander

Weiter geht es jetzt durch ein Areal mit Jungbuchen und viel Unterholz. Auch hier wird fleißig links und rechts des Weges nach Pilzen Ausschau gehalten.
Foto: Isa Krietsch

Hier sehen wir einen Flachen Lackporling (Ganoderma applanatum), der sich im Wachstum durch diese kleine Buche nicht stören lässt und sie einfach umwächst.
Foto: Isa Krietsch

Über die Malerpilze hat sich Catrin heute besonders gefreut und einige mit genommen…
Foto: Isa Krietsch

Das Gemeine Weißmoos (Leucobryum glaucum) – regional auch Ordenskissenmoos genannt – ist ein nach Bundesartenschutzverordnung geschütztes Laubmoos, das für seine charakteristischen, dichten Kissenpolster bekannt ist. Einzigartig ist sein Farbwechsel: Im feuchten Zustand erstrahlt es kräftig hellgrün, während es bei Trockenheit eine weißlich-graue Färbung annimmt.
Foto: Sylvina Zander

Und im grünen Moos waren diese beiden Buchenspeitäublinge (Russula fegeticola) besonders gut zu sehen. Wie der Name schon verrät – ist das aufgrund seiner Schärfe kein Speisepilz.
Foto: Sylvina Zander

Die leicht splitternden Lamellen, der Stiel und das Fleisch des Buchenspeitäublings sind reinweiß. Beim Blick in die Lamellen kann man manchmal einen leicht bläulichen Schimmer sehen.
Foto: Sylvina Zander

Ein anderer essbarer roter Täubling – der Morgenrot-Täublings (Russula aurora). Der Hut ist blass morgenrot, fleischrosa bis orangerot gefärbt. Die Mitte ist oft ockergelb ausgeblasst. Die Oberfläche wirkt fein bereift.
Foto: Isa Krietsch

Der Morgenrottäubling (Russula aurora) wird auch Netzflockiger Rosa-Täubling genannt. Grund dafür ist eine typische netzflockige Bepuderung auf der Stielspitze.
Foto: Catrin Berseck

Ein wichtiges chemisches Bestimmungsmerkmal ist die Sulfovanillinreaktion (SV), bei der sich das Fleisch oder die getrocknete Stielrinde eosin- bis blutrot verfärbt.
Foto: Catrin Berseck

Wo viel Totholz ist, gibt es auch die entsprechenden holzzersetzenden Pilze (Saprobionten) – wichtigste Akteure beim Recycling von Totholz. Hier Rötliche Kohlenbeeren (Hypoxylon fragiforme) an Buche.
Foto: Sylvina Zander

Die Münzförmige Kohlenbeere (Biscogniauxia nummularia) wird u.a. auch Buchen-Pfennigkruste genannt. Der Name leitet sich vom lateinischen Wort nummus (die Münze) ab, was auf die charakteristische, flache Münzform der Krusten anspielt.
Foto: Sylvina Zander

Auch die Geweihförmigen Holzkeulen (Xylaria hypoxylon) ist ein wichtiger Holzzersetzer auf totem Laubholz.
Foto Sylvina Zander

Die Weiße Lohblüte (Fuligo septica var. candida) ist eine weiße Farbvarietät der bekannteren Gelben Lohblüte.
Foto: Isa Krietsch

Der Stiel des Gewöhnlichen Rotfußröhrlings (Xerocomellus chrysenteron) ist gelblich mit rötlicher Überfaserung oder Pünktchen.
Foto: Isa Krietsch

Um die verschiedenen Arten der Rotfußröhrlinge sicher bestimmen zu können, ist immer ein Schnittbild notwendig. Das Fleisch des Gewöhnlichen Rotfußröhrlings ist gelblich und langsam schwach blauend. Der Stiel ist im unteren Bereich wein- bis violettrot.
Foto: Isa Krietsch

Die Reste einer Stinkmorchel (Phallus impudicus) werden hier von Aaskäfern gefressen. Die Rothalsige Silphe (Oiceoptoma thoracicum) ist ein typischer Resteverwerter und hat ein extremes Riechvermögen und kann den Duft von Aas über einen Kilometer weit wahrnehmen. Eine besondere Vorliebe hat der Käfer für die Gemeine Stinkmorchel. Angelockt vom aasartigen Geruch frisst der Käfer am Fruchtkörper und sorgt im Gegenzug für die weiträumige Verbreitung der Pilzsporen.
Foto: Isa Krietsch

Keine Versammlung, sondern Mistkäfer beim Essen bzw. der Arbeit – der Beseitigung von Kot auf dem Weg.
Nicht alle Mistkäfer verhalten sich gleich. Die Wissenschaft unterteilt sie nach ihrer Methode der Kotverwertung.
Die Roller formen Kot zu Kugeln und rollen diese rückwärts zu ihren Bruthöhlen. Die Tunnelbauer vergraben den Dung direkt an Ort und Stelle tief im Erdboden. Die Höhlenbewohner leben, fressen und brüten direkt im oder unter dem Dunghaufen.
Foto: Isa Krietsch

Weiter geht es zu einer kleinen Pause ganz vorsichtig eine „Treppe“ zum Radebach runter.
Foto: Isa Krietsch

Sylvina und Tamara blicken von der Brücke auf den Radebach und die vielen Blauflügel-Prachtlibellen, die wir leider nicht im Foto festhalten konnten.
Foto: Isa Krietsch

Die Sonne lässt zwischen zwei Brückengeländer-Streben aufgespannte Spinnenfäden glitzern.
Foto Sylvina Zander

Die Libellen ließen sich nicht fotografieren – dafür setzte sich dieser Frosch wie ein Model minutenlang hin. Vermutlich ein Springfrosch (Rama dalmatina).
Foto Sylvina Zander

Und dann gab es am Ufer des Radebaches für Sylvina auch noch etwas zu fotografieren.
Foto: Isa Krietsch

Es gab im Uferbereich des Radebachs tatsächlich Orchideen. Hier die Breitblättrige Stendelwurz (Epipactis helleborine) – durch die Bundesartenschutz-Verordnung besonders geschützt. Sie hat auch tatsächlich etwas mit Pilzen zu tun, da sie in einer zwingenden Symbiose mit Mykorrhizapilzen im Boden lebt
Foto: Sylvina Zander.

Und an der Unterseite der Kiefer ein Kiefernfeuerschwamm (Porodaedalea pini), der aufgrund seiner Wachstumsrichtung keine konsolenförmigen Fruchtkörper ausbilden konnte.
Foto: Isa Krietsch

Unter Kiefern fanden wir dann noch diese mastigen Samtfuß-Holzkremplinge (Tapinellla atrotomentosa), die Sylvina mit nach Hause nahm…
Foto Sylvina Zander

Und auch der erste Stinkschirmling (Lepiota cristata) zeigte sich heute. Dieser kleine Giftpilz fällt vor allem durch seinen stechenden, unangenehmen Geruch auf.
Foto: Isa Krietsch
Die Artenliste aus dem Radebachtal – MTB: 2236/123 NW Sternberg:
Rotbrauner Scheidenstreifling (Amanita fulva), Perlpilz (Amanita rubescens), Buchenrindenschorf (Ascodichaena rigosa), Münzenförmige Kohlenbeere (Biscogniauxia nummularia), Tintenstrichpilz (Bispora antennata), Bereifter Pfifferling (Cantharellus pallus), Zunderschwamm (Fomes fomentarius), Birkenporling (Fomitopsis betulina), Rotrandiger Baumschwamm (Fomitopsis pinicola), Weiße Lohblüte (Fuligo septica var. candida), Gelbe Lohblüte (Fuligo septica), Waldfreundrübling (Gymnopus dryophilus agg.), Wurzelschleimrübling (Hymenopellis radicata), Goldschimmel (Hypomyces chrysospermus), Rötliche Kohlenbeere (Hypoxylon fragiforme), Laubholz-Harzporling (Ischnoderma resinosum), Brandkrustenpilz (Kretzschmaria deusta), Stinkschirmling (Lepiota cristata), Kiefernnadel-Spaltlippe (Lophodermium pinastri), Hasen-Stäubling (Lycoperdon utriforme), Wiesenstäubling (Lycoperdon pratense), Sklerotienporling (Polyporus tuberaster), Kiefern-Feuerschwamm (Poropaedalea pini), Buchen-Speitäubling (Russula fageticola), Grüngefeldeter Täubling (Russula virescens), Morgenrot-Täubling (Russula aurora), Gemeiner Spaltblättling (Schizophyllum commune), Samtfußkrempling (Tapinella atrotomentosa), Schmetterlingstramete (Trametes versicolor), Gewöhnlicher Rotfußröhrling (Xerocomellus chrysenteron), Geweihförmige Holzkeule (Xylaria hypoxylon)
Wann startet die nächste Lehrwanderung? Siehe unter Termine!
















