09.09.2026 – MTB 2431/4 – bei Wittendörp-Waschow

09.09.2026 – MTB 2431/4 – Lemmbrache bei Wittendörp-Waschow

Mittwochsexkursion

Messtischblatt Zarrentin am Schaalsee

09. September 2026

Auch für Pilz- und Naturinteressierte Gäste

Im MTB 2431/4 – bei Wittendörp-Waschow

Blick in die Lemmbrache mit Laubwald- und vorwiegend Kiefernbeständen.
Foto: Sylvina Zander


Und schon haben wir den letzten Quadranten Messtischblattes Zarrentin am Schaalsee erreicht. Unser heutiges Kartierungsgebiet erstreckt sich von Zarrentin im Norden bis Kogel im Süden. Im Westen beginnt das Gebiet bei den Lüttower Tannen und erstreckt sich im Osten bis Bantin Ausbau.

Uns standen hier mehrere Exkursionsgebiete zur Verfügung. Das wären zum einen im Westen der östliche Teil der Lüttower Tannen und im Osten die Lemmbrache. Beide Gebiete wie im vorherigen Quadranten Kiefernwälder auf trockenen Standorten. Wir hätten auch im südlichen Bereich des Schaalsees bei Zarrentin beispielsweise den Moorerlebnispfad entlang oder eher über weniger bekannte Pfade durch das Flussgebiet der Schaale bis zur Schaalmühle gehen können. Ganz im Osten unseres Kartierungsgebietes stand uns dann noch ein Großteil der Bantiner Buchen zur Verfügung.

Wir entschieden uns vorab für die Lemmbrache nördlich der A24. Ein Mischwald auf sandigem Boden mit vielen reinen moosigen Kiefern- und Fichtenbereichen. Um 16 Uhr trafen sich 4 Vereinsmitglieder und 4 pilzinteressierte Gäste in Wittendörp-Waschow am vereinbarten Treffpunkt.

Ich hatte in den letzten Tagen sehr viele Pilze gefunden und diese dann auch zu dieser Exkursion mitgenommen. Also begannen wir erst einmal am Treffpunkt mit einer Vorstellung und Erklärung der wichtigsten Merkmale der mitgebrachten Pilze. Die Teilnehmer konnten anfassen, riechen und von den Täublingen auch eine Geschmacksprobe machen.

Wie derzeit in vielen Nadelwäldern, war die Artenvielfalt hier auch schon sehr gut – wir konnten am Ende ca. 40 Pilzarten vor Ort bestimmen und in unsere Kartierungsliste aufnehmen. Die Lemmbrache ist ein sehr schönes Waldgebiet, dass auch für Speisepilzsammler sehr interessant ist. Einige Speisepilze landeten auch während der Exkursion in den Körben der Teilnehmer – wie Krause Glucken, Perlpilze und Maronenröhrlinge.

Also in jeder Beziehung eine sehr schöne und erfolgreiche Wanderung, wie ihr euch nachfolgend überzeugen könnt.

Catrin (Text, Fotoauswahl und -beschriftung, Artenliste)

Zu Beginn der Wanderung zeigte und erklärte Catrin den Teilnehmern mit gebrachte Pilze.
Foto: Sylvina Zander

 

Die Pilze wurden von den interessierten Teilnehmern genau betrachtet.
Foto: Sylvina Zander

 

Nachdem wir mit den Autos zum Waldrand gefahren sind, starteten wir mit unserer heutigen Exkursion.
Foto: Sylvina Zander

 

Wir gingen zuerst ein Stück rechts des Weges in den Wald. Ein feuchter Waldbereich mit Laubbäumen und alten Kiefern.
Foto: Maria Schramm

 

Auf vielen jungen Eciehn ist der Eichen-Mehltau (Erysiphe alphitoides) zu finden. Auf den Blattober- und -unterseiten bildet sich ein charakteristischer, mehlartiger oder pudriger weiß-grauer Belag. Dieser besteht aus dem oberflächlichen Pilzmyzel.
Foto: Sylvina Zander

 

Dort begrüßten uns im Moss gleich die häugigen und essbaren Rötlichen Lacktrichterlinge (Laccaria laccata).
Foto: Sylvina Zander

 

Ein ebenfalls häufiger Pilz ist der Amiant-Körnchenschirmling (Cystoderma amianthinum). Der Pilz gilt wegen seines stark muffigen Heugeschmacks und -geruchs als ungenießbar. Er ist zwar nicht direkt giftig, führt aber in größeren Mengen leicht zu Magen-Darm-Beschwerden.
Foto: Sylvina Zander

 

Maria entdeckte wunderschöne Gallertige Zitterzähne (Pseudohydnum gelatinosum), auch bekannt als Eispilz, Eiszitterpilz oder Gallertstacheling.
Foto: Maria Schramm

 

Wegen seiner charakteristischen weichen, gummiartigen Konsistenz und den kleinen Stacheln auf der Unterseite wird er zu den sogenannten Stachelpilzen gezählt.
Foto: Maria Schramm

 

Auch der häufige Ockergelbe Täubling (Russula ochroleuca) war vertreten.
Foto: Sylvina Zander

 

Klebriger Hörnling (Calocera viscosa).
Foto: Maria Schramm

 

Zwei essbare Vertreter der Wulstlinge: Fuchsige Scheidenstreiflinge (Amanita fulva) mit einer sackartigen, häutigen Scheide, die oft rostfarbene Flecken aufweist.
Foto: Maria Schramm

 

Und hier 2 diftige Vertreter der Wulstlinge: Gelbe Knollenblätterpilze (Amanita citrina) mit ihrer typischen gerandeten Knolle.
Foto: Sylvina Zander

 

2 Flaschen-Stäublinge (Lycoperdon perlatum), die jung und so lange sie innen weiß sind, gegessen werden können.
Foto Sylvina Zander

 

Und dann wurde endlich die erste Krause Glucke (Sparassis crispa) am Stammgrund einer Kiefer gefunden. In diesem Zustand natürlich nichts mehr für den Speisepilz-Korb.
Foto: Sylvina Zander

 

Jetzt gab es kein Halten mehr… Alle Kiefern wurden in Augenschein genommen und umrundet.
Foto: Sylvina Zander

 

Und das auch erfolgreich – eine dieses mal frische Krause Glucke.
Foto: Maria Schramm

 

 

Eine wunderschöne herzförmige Vielgestaltige Holzkeule (Xylaria polymorpha).
Foto: Sylvina Zander

 

Blick in den von Altkiefern durchsetzten Laubmischwaldbereich in der Lemmbrache.
Foto: Sylvina Zander

 

Hier sehen wir einen Nadelholz-Braunporling Phaeolus spadiceus) mitten am Stamm einer Kiefer. Normalerweise findet man ihn vorwiegend am Stammgrund von Nadelbäumen.
Foto: Maria Schramm

 

Blaugrüne Reiftäublinge (Russula parazurea) sind sehr gute Speisepilze aus der Familie der Täublingsverwandten. Sie zeichnen sich vor allem durch ihre matt-türkise bis grauviolette Hutfärbung und eine charakteristische, feine weiße Bereifung auf der Hutoberfläche aus, die ihm den Namen gaben.
Foto: Sylvina Zander

 

Der Fliegenpilz (Amanita Muscaria) gilt als Glücksbringer…
Foto: Sylvina Zander

 

… auch für Maria, die hier ebenfalls eine Krause Glucke fand…
Foto: Maria Schramm

 

… während Dorit noch immer erfolglos die Kiefern umkreist.
Foto: Maria Schramm

 

Wer oft im Wald unterwegs ist, hat sicherlich auch schon mal solche Rehbock-Schädel gefunden.
Foto: Sylvina Zander

 

Allerdings hat uns dieser Anblick etwas irritiert. Der Schädel eines Hirsches mit abgesägtem und daneben liegendem Geweih.
Foto: Sylvina Zander

 

Wir wechselten jetzt in einen Nadelwandbereich. Der Regen der letzten Tage hat große Pfützen auf den zerfahrenen Waldwegen hinterlassen.
Foto: Sylvina Zander

 

Gemeiner Wurzelschwamm (Heterobasidion annosum) an einem bemoosten Kiefernstubben.
Foto: Maria Schramm

 

Knopfstielige Büschelrüblinge (Collybiopsis confluens). Die Besonderheit ist der Knopf-Effekt: Zieht man den Stiel vorsichtig aus dem Hut heraus, bleibt ein charakteristisches, rundes Loch im Hutfleisch zurück. Die Stielspitze ist knopfartig eingewachsen.
Foto: Maria Schramm

 

Wie gemalt – ein junger Perlpilz (Amanita rubescens).
Foto: Maria Schramm

 

Und hier ein bereits etwas älterer aufgeschirmter Perlpilz.
Foto: Maria Schramm

 

Zu einem bemoosten Nadelwald gehören natürlich Maronen (Imlaria badia).
Foto: Sylvina Zander

 

Ein Gedenkstein mitten im Wald für den Forstarbeiter Fritz Meier zum Andenken an seine 50-jährige Arbeitsdienstzeit von 1884 bis 1934.
Foto: Sylvina Zander

 

Auf unserem Rückweg durchstreiften wir dann noch einmal einen Buchenbereich mit viel Totholz.
Foto: Sylvina Zander

 

Ein Rehbrauner Dachpilz (Pluteus cervinus agg,) auf Buchenästen.
Foto: Sylvina Zander

 

Dieser windschiefe Ansitz wurde sicherlich auch schon einige Jahre nicht mehr von einem Jäger benutzt.
Foto: Sylvina Zander

 

Unter Kiefern die ersten Gallenröhrlinge (Tylopilus felleus) mit ihrem typischen groben Stielnetz und den rosa schimmernden Röhren.
Foto: Sylvina Zander

 

Wunderschön sind junge Striegelige Schichtpilze (Stereum hirsutum) mit ihren gelbbraun gezonten und wellenförmig abstehenden Hüten.
Foto: Sylvina Zander

 

Ebenfalls striegelig-behaart ist die Striegelige Tramete (Trametes hirsuta).
Foto: Sylvian Zander

 

Junge Grünblättrige Schwefelköpfe (Hypholoma fasciculare).
Foto: Maria Schramm

 

Auf dem Rückweg zu unseren Autos. Das dieser Wald auch forstwirtschaftlich genutzt wird, zeigen die zur Abfahrt aufgestapelten Holzstämme.
Foto: Sylvina Zander

 

Ökologisch wertvolle Bäume werden in diesem Wald aber auch dauerhaft von der wirtschaftlichen Nutzung ausgenommen und im Wald belassen. Ein Biotopbaum (oft auch Habitatbaum genannt) ist im Rahmen der PEFC-Zertifizierung ein lebender oder abgestorbener Baum, der aufgrund besonderer Eigenschaften wie Höhlen, Rissen, großem Alter oder Totholzanteilen einen wertvollen Lebensraum für Vögel, Insekten, Pilze und Fledermäuse bietet.
Foto: Sylvina Zander

 

Am Wegrand ein Wolliger Milchling (Lactifluus vellereus).
Foto: Sylvina Zander

 

Ziegenlippe (Xerocomus subtomentosus) mit Schnittbild.
Foto: Sylvina Zander

 

Immer wieder ein schönes Fotomotiv: Rotrandiger Baumschwamm (Fomitopsis pinicola) mit Guttationstropfen.
Foto: Maria Schramm

 

Und zum Abschluss der heutigen Wanderung Marias Körbchen.
Foto: Maria Schramm


Die Artenliste aus der Lemmbrache bei Wittendörp-Waschow – MTB 2431/4 – Zarrentin am Schaalsee

Artenliste folgt…