*** Pilze/Wetter September 2026 ***

Pilze und Wetter September 2026

Wetter und Pilzwachstum in Mecklenburg

Tagebuch zu Pilze und Wetter September 2026

Krause Glucken (Sparassis crispa) haben jetzt Hochsaison. Sie können auch in trockeneren Gebiet gefunden werden.


01.09.2026 – Dienstag

Ein wunderschöner Gemeiner Riesenschirmling (Macrolepiota procera) auf nährstoffreichem Boden am Rande eines Kiefernforstes.
Foto: Catrin Berseck

Gestern war ich nach Feierabend noch mal kurz unterwegs und habe in der Nähe nach dem Pilzwachstum Ausschau gehalten. Unterwegs am Straßenrand begrüßten mich sehr viele Gemeine Riesenschirmpilze – auch als Parasole oder Schnitzelpilze im Volksmund bekannt. Der wissenschaftliche Name beschreibt den Pilz sehr gut.

Wörtlich aus dem Lateinischen bzw. Griechischen übersetzt bedeutet der wissenschaftliche Artname Macrolepiota: Groß-Schirmling (von griechisch makros = groß und lepiota = Schirmling/Schuppenpilz). Das lateinische Wort procera bedeutet auf Deutsch hochgewachsen, lang, schlank oder groß.

Allerdings sollte man keine Pilze vom Straßenrand zum Verzehr sammeln, da sie stark mit gesundheitsschädlichen Schadstoffen und Schwermetallen belastet sein können.

An bekannter Stelle unter Pappeln habe ich dann noch nach den Rotkappen gesehen und tatsächlich ein Exemplar entdecken können. Und auch ein paar Lungenseitlinge ließen sich an einem für mich ungewöhnlichem Substrat blicken – nämlich an einem Birkenast.

Catrin

Weitere Riesenschirmlinge (Parasole) am Straßenrand durften stehen bleiben. Pilze nehmen Gifte wie Blei (aus Autoabgasen), Cadmium und Quecksilber aus dem Boden und der Luft extrem gut auf. Desweiteren lagern sich Rückstände von Reifenabrieb, Kraftstoffen und Streusalz an und in den Fruchtkörpern ab. Wegen dieser Schadstoffbelastung sind sie dann nicht mehr zum Verzehr geeignet.
Foto: Catrin Berseck

 

Espenrotkappe (Leccinum leucopodium).
Foto: Catrin Berseck

 

Lungenseitlinge (Pleurotus pulmonarius) an Birke. Der Lungen-Seitling ist ein Saprobiont und Schwächeparasit an verschiedenen Laubhölzern. Als Substrat kann er Buche, Esche, Pappel, Birken, Walnuss und Mehlbeeren-Arten besiedeln.
Foto: Catrin Berseck


02.09.2026 – Mittwoch

5 frische Krause Glucken am 01.09.2026 innerhalb einer Stunde.
Foto: Catrin Berseck

Als Titelbild für das Tagebuch September hatte ich vor einigen Tagen ein Foto der Krausen Glucke (Sparassis crispa) ausgewählt. Und das scheinbar zu Recht. Dieses Jahr scheint ein „Gluckenjahr“ zu sein. – die Krausen Glucken haben dieses Jahr scheinbar ein Mastjahr und wachsen in außergewöhnlich großen Mengen.

Die Krause Glucke wächst als Wurzelparasit vor allem an der Basis und den Stümpfen von Kiefern. Wenn auf eine längere sommerliche Trockenphase oder Hitze kräftige Regenfälle folgen, schießen die Fruchtkörper oft massenhaft aus dem Boden. Da der Pilz Wasser und Nährstoffe direkt über das Wurzelsystem der Kiefer bezieht, übersteht er Trockenphasen oft besser als andere Pilze und explodiert förmlich, sobald das Wetter umschlägt.

Ein guter Bekannter – der leider nicht mehr so gut zu Fuß ist und nicht mehr selber in den Wald gehen kann – hat mich gebeten, ihm Krause Glucken zu sammeln. Er hat mir einen Kiefernwald genannt, wo er früher immer auf der Suche unterwegs war. Und was soll ich sagen – innerhalb 1 Stunde habe ich in diesem Waldstück 5 frische und sogar sehr saubere Krause Glucken finden können und danach die Suche abgebrochen.

Der Pilz kann auch von Anfängern leicht erkannt werden. Er wächst fast ausschließlich am Stammgrund von Kiefern und erinnert optisch stark an einen Badeschwamm. Seine Farbe reicht von weißlich-gelb bis ocker-orange. 

Die Krause Glucke ist standorttreu – wenn ihr einmal eine Krause Glucke gefunden habt, lohnt es sich, die Stelle im nächsten Jahr wieder zu besuchen, da das unterirdische Myzel am Baum bestehen bleibt.

Sie gilt wegen ihres nussigen, würzigen Aromas und bissfesten Konsistenz als hervorragender Speisepilz.

Catrin

Die erste der gestern gefundenen Krausen Glucken (Sparassis crispa).
Foto: Catrin Berseck

 

Krause Glucken haben runde und krause Fruchtkörper mit welligen Lappen. Sie können einen Durchmesser von 10 bis 40 cm erreichen.
Foto: Catrin Berseck

 

Krause Glucke in Schinkenspeck mit Zwiebeln angebraten und mit Sahne verfeinert. Dazu Bandnudeln und mit Parmesan überstreut.
Foto: Catrin Berseck


03.09.2026 – Donnerstag

Diesen ca. 2 Meter hohen Schwefelporling jhat Phillip gefunden.
Foto: Phillip Buchfink

Heute mal etwas ausführlicher zu den Schwefelporlingen (Laetiporus sulphureus) – ein beliebter und leicht zu erkennnender Speisepilz. Sie wachsen bereits im Mai/Juni und haben im September einen 2. Wachstumsschub und können jetzt teilweise massenhaft gefunden werden.

Der Schwefelporling fällt im Wald und in Gärten durch seine leuchtend gelbe bis orange Farbe sofort ins Auge. Der baumbewohnende Pilz wird im englischsprachigen Raum wegen seines Geschmacks und seiner Textur als „Chicken of the Woods“ (Hühnchen des Waldes) bezeichnet. Junge, saftige Exemplare sind essbar und ein beliebter Fleischersatz, da die Konsistenz nach dem Garen verblüffend stark an Hähnchenbrust erinnert.

Die vielhütigen, häufig sehr großen und auffälligen Konsolen haben leuchtend schwefelgelbe bis orange Farben und wachsen häufig in größeren Höhen an Baumstämmen. Die Hüte sind flach und meist fächerartig ausgebreitet. Die Oberfläche ist samtig behaart, der Rand ist heruntergebogen und häufig gezont. Die lebhaft schwefelgelb gefärbte Unterseite ist porig und wellig, die Poren sind unregelmäßig rund oder etwas länglich ausgezogen.

Das Sammeln von Schwefelporlingen an giftigen Wirtsbäumen (wie Eibe, Robinie oder Goldregen) wird in der Pilzkunde seit Langem heiß diskutiert. Entgegen dem alten Volksglauben, dass Pilze wie ein Schwamm alle Giftstoffe des Baumes aufsaugen, zeigen neuere Untersuchungen, dass der Pilz sehr selektiv filtert. Studien (u.a. der Universität Wien) konnten keine nennenswerten Mengen an Baumtoxinen wie Taxin (aus der Eibe) oder Cytisin (vom Goldregen) im Fruchtkörper des Schwefelporlings nachweisen. Der Pilz synthetisiert vielmehr seine eigenen Stoffe.

Trotz der Entwarnung durch Laboranalysen gibt es handfeste Gründe, warum Funde an giftigen Hölzern im Wald bleiben sollten. Der Schwefelporling wächst sehr dynamisch und umschließt beim Größerwerden oft Rindenstücke, Zweige oder Blätter. Bei einer Eibe reichen bereits kleinste Mengen verschluckter Nadeln oder Rindenteile für eine lebensgefährliche Vergiftung aus. Diese mechanisch eingewachsenen Fremdkörper lassen sich beim Putzen kaum vollständig entfernen.

Christian hat von unserer Pilzfreundin Helena Schwefelporlinge geschenkt bekommen und sie mit seinem Sohn Theo als „Chicken-Nuggets“ zubereitet. Fazit der Beiden: Sehr lecker!

Catrin

Manchmal wachsen Schwefelporlinge auch auf toten Baumstubben und bilden solche rosettenartige Form. Gefunden am 02.09.2026 von Isa in der Cirvitzer Region.
Foto: Isa Krietsch

 

Theo beim Panieren der abgekochten Schwefelporlinge.
Foto: Christian Boss

 

Chicken-Nuggets aus Schwefelporlingen.
Foto: Christian Boss

 

Und so sieht das „Hühnchen des Waldes“ fertig zubereitet bei Christian und Theo aus.
Foto: Christian Boss


04.09.2026 – Freitag

Butterpilz (Suillus luteus) – einer der Schmierröhrlinge unter Kiefern. Am weißlich-gelben Stiel befindet sich ein markanter braunviolettierter Stielring (eine Manschette).
Foto: Catrin Berseck

Heute war ich nach Feierabend mal wieder in einer kalkhaltigen ehemaligen Kiesgrube unterwegs. Die ist hauptsächlich mit jungen Kiefern und Fichten bewachsen und zu gegebener Zeit ein recht interessantes Pilzgebiet. Aufgrund der Trockenheit war dort bisher kaum irgendein ein Pilzwachszum zu verzeichnen.

Heute sah es dagegen ganz anders aus. Vor allem Pilze aus der Gattung der Schmierröhrlinge und Schmierlinge waren dort teilweise massenhaft zu finden.

Schmierröhrlinge und Schmierlinge klingen zwar fast identisch und teilen das auffällige Merkmal einer schleimig-klebrigen Hutoberfläche, gehören jedoch zu völlig verschiedenen Pilzgattungen.

Schmierröhrlinge (Suillus) haben Röhren, das Sporenpulver ist oliv- bis gelbbräunlich. Dazu gehören solche bekannten Pilze wie z.B. Butterpilz, Körnchenröhrling oder Goldröhrling.

Schmierlinge (Gomphidius) haben dicke, wachsartige und weit auseinanderstehende Lamellen. Das Sporenpulver ist dunkelbraun bis schwarz. Die Stielbasis ist oft auffallend gelb – deswegen werden diese Pilze auch „Gelbfüße“ genannt. Zu dieser Gattung gehören z.B. das Kuhmaul oder der Kupferrote Gelbfuß.

Auch Isa war in der Crivitzer Region unterwegs hat hat einige Pilze dieser Gattungen gefunden, die wir euch hier noch einmal mit Fotos zeigen möchten.

Catrin

Statt Lamellen besitzt der Butterpilz gelbliche Röhren. Bei jungen Pilzen sind diese durch einen hellen Schleier vollständig verdeckt.
Foto: Isa Krietsch

 

Ebenfalls unter Kiefern sind Körnchenröhrlinge (Suillus granulatus) zu finden. Der Stiel ist gelblichweiß und hat keinen Ring.
Foto: Isa Krietsch

 

Im oberen Bereich scheidet der Körnchenröhrling oft Guttationströpfchen aus. Nach dem Antrocknen hinterlassen diese die namensgebenden, bräunlichen Körnchen (Drüsenpunkte) auf der Stieloberfläche.
Foto: Isa Krietsch

 

Und hier sehen wir einen Vertreter der Schmierlinge bzw. Gelbfüße. Das Kuhmaul (Gomphidius glutinosus).
Foto: Catrin Berseck

 

Die Lamellen des Kuhmauls sind jung weißlich und von einer Schleimhülle geschützt, später graubraun bis fast schwarzviolett. Sie stehen relativ weit auseinander und laufen deutlich am Stiel herab.
Foto: Catrin Berseck

 

Obwohl das Kuhmaul Lamellen besitzt, gehört er zur Ordnung der Dickröhrlingsartigen (Boletales) und ist somit näher mit dem Steinpilz verwandt als mit echten Blätterpilzen.
Foto: Isa Krietsch

 

Auch der Kupferrote Gelbfuß (Chroogomphus rutilus), der ausschließlich unter Kiefern vorkommt, gehört zu den Schmierlingen.
Foto: Catrin Berseck

 

Und auf diesem Foto ist auch gut zu erkennen, warum er zu den Schmierlingen gehört. Bei feuchtem Wetter ist die Oberfläche des Hutes schmierig.
Foto: Isa Krietsch

 

Der Hut des Kupferroten Gelbfußes hat oft einen kleinen Buckel in der Mitte.
Foto: Isa Krietsch

 

Die Lamellen stehen recht weit auseinander und laufen deutlich am Stiel herab. Jung sind sie graubraun bis gelborange, im Alter verfärben sie sich durch das reife Sporenpulver fast violettschwarz.
Foto: Isa Krietsch


05.09.2026 – Sonnabend

Maisbeulenbrand (Ustilago maydis) ist eine weit verbreitete Pilzerkrankung, die ausschließlich Maispflanzen befällt.
Foto: Catrin Berseck

Heute noch ein paar seltenere und unbekanntere Funde von mir von gestern.

Am Rande eines Maisfeldes fand ich den Maisbeulenbrand (Ustilago maydis). Das ist eine Pilzerkrankung, die ausschließlich Maispflanzen befällt.

Was in der Landwirtschaft als Ertragsminderer gilt, hat sich zu einem echten Trend entwickelt: In Mexiko ist der Pilz unter dem Namen Huitlacoche (oder Cuitlacoche) bekannt und gilt als teure, trüffelähnliche Delikatesse. Er soll ein mildes, erdiges Aroma haben, das an Trüffel, Pilze und süßlichen Mais erinnert. Traditionell wird er in Mexiko in der Pfanne mit Zwiebeln, Knoblauch und Chili angebraten und als Füllung für Quesadillas oder Tacos verwendet.

Er soll erdig, rauchig, leicht süßlich schmecken und an eine Mischung aus Pilzen und süßem Mais erinnern… Ich habe ihn letztes Jahr probiert und er ist definitiv nicht auf der Liste meiner Speisepilze gelandet. Aber das muss jeder selber für sich entscheiden.

In meinem Lieblingspark fand ich gestern dann auch noch Erdzungen. Das sind faszinierende kleine keulen- oder zungenförmige Schlauchpilze, die vorwiegend dunkle Fruchtkörper ausbilden. Sie wachsen hauptsächlich auf mageren und  ungedüngten Wiesen.  Makroskopisch sehen sich die schwarzen Arten der Erdzungen extrem ähnlich. Für eine sichere Artbestimmung ist immer eine mikroskopische Untersuchung erforderlich.

Catrin

An Kolben, Stängeln, Blättern oder Blüten bilden sich silbergraue, pralle Wucherungen.
Foto: Catrin Berseck

 

Erdzungen (Geoglossum sp.) auf einem Magerrasen.
Foto: Catrin Berseck

 

Die Fruchtkörper der Erdzungen erinnern optisch an winzige Keulen, Spateln oder Zungen, die direkt aus dem Boden wachsen. Ihre Konsistenz ist oft zäh oder lederig-holzig.
Foto: Catrin Berseck


06.09.2026 – Sonntag

Maronenröhrlinge (Imleria badia) gab es heute in den sauren Fichten- und Kiefernbereichen zuhauf.
Foto: Christian Boss

Gestern fand eine öffentliche Lehrwanderung in der Vierburgwaldung bei Bützow statt. Und da es dort einen Pilzlehrpfad gibt, suchte ich den passenderweise für diese Lehrwanderung aus.

Der Mischwald wächst auf teils sandigen Böden. Wir haben hier ein sehr interessantes und vielfältiges Gebiet: Blaubeer–Nadelwald, aber auch immer wieder von Buchen, Eichen und Birken durchsetzt.

Ich bin bereits letztes Wochenende den Pilzlehrpfad abgelaufen. In den dortigen Buchenbereichen ist derzeit genauso wenig zu finden, wie in den umliegenden kalkhaltigen Buchenwäldern. Aber in den Nadelwaldbereichen war bereits letztes Wochenende ein aufkeimenden Pilzwachstum mit einigen Arten zu sehen. Deswegen habe ich kurzfristig diese Wanderung angesetzt.

Und die Teilnehmer wurden nicht enttäuscht. Neben dem Kennenlernen einiger neuer Pilzarten konnten alle auch mit gut gefüllten Körben nach Hause fahren. An Speisepilzen gab es sehr viele Maronenröhrlinge, einige Pfifferlinge, Fuchsige Scheidenstreiflinge, Täublinge und sogar vier Krause Glucken.

Auch die anderen Pilzarten starten nach den Regenfällen der letzten Tage jetzt massiv durch.

Einen ausführlichen Bericht mit vielen Fotos findet ihr demnächst hier.

Catrin

Eine der vier Krausen Glucken (Sparassis crispa) von gestern.
Foto: Christian Boss

 

Für mich waren diese Pilze gestern viel interessanter. Halbkugelige Borstenbecherlinge (Humaria hemisphaerica) und im Hintergrund Veilchenblaue Spindelspor-Becherlinge (Ionopezia gerardii) – bestimmt von Torsten Richter. Näheres zu den Pilzen findet ihr hier.
Foto: Catrin Berseck


07.09.2026 – Montag

Maronenröhrling (Imlaria badia).
Foto: Helena Stiebler

Wer es noch nicht mitbekommen hat – der Pilzherbst hat jetzt begonnen. Nach der langen Trockenheit zeigen die Niederschläge der letzten Tage endlich ihre Wirkung.

Aus ganz Mecklenburg-Vorpommern kommen jetzt die Fundmeldungen – vorwiegend aus den Nadelwäldern. Die Speisepilzsammler unter euch können jetzt endlich los ziehen.

Liebhaber der Krausen Glucken und Maronenröhrlinge kommen jetzt auf voll auf ihre Kosten. Auch Pfifferlinge, die ja bereits seit Monaten fast die einzigen zu findenden Speisepilze waren, wachsen jetzt wieder vermehrt. Und auch die Schmierröhrlinge, wie Körnchenröhrling, Butterpilz, Lärchenröhrling & Co. sind jetzt teilweise bereits in größeren Mengen zu finden – ebenso die Schmierlinge, wie Kupferroter Geldfuß und Kuhmaul.

Vereinzelt tauchen jetzt auch schon Steinpilze auf – die brauchen aber stellenweise sicherlich noch ein paar Tage, um ihren richtigen Wachstumsschub zu bekommen. Auch an der Täublingsfront tut sich jetzt langsam etwas.

Hier ein paar Funde aus den Nadelwäldern verschiedener Regionen Nordwestmecklenburgs.

Catrin

Helenas Maronen-Ausbeute aus einem Fichtenwald aus der weiteren Umgebung von Wismar.
Foto: Helena Stiebler

 

Maronenröhrlinge von Isa in einem Kiefernwald gefunden.
Foto: Isa Krietsch

 

Vereinzelt sind jetzt auch schon Steinpilze (Boletus edulis) zu finden.
Foto: Isa Krietsch

 

In den Kiefernwäldern wachsen jetzt auch bereits schon ein paar Edelreizker (Lactarius deliciosus).
Foto: Isa Krietsch

 

Leicht zu erkennen – der rotmilchende Edelreizker (Lactarius deliciosus).
Foto: Isa Krietsch

 

Isa´s Pilzkorb aus den Kiefernwäldern der Crivitzer Region.
Foto: Isa Krietsch


08.09.2026 – Dienstag

Ein Prachtexemplar eines Gemeinen Steinpilzes (Boletus edulis) aus der Nähe von Stralsund.
Foto: Ivy Brümmer

Auch unser Vereinsmitglied Ivy war gestern im Stralsunder Raum sehr erfolgreich auf Pilzsuche. In Vorpommern geht es sogar in den Laubwäldern bereits artenreicher zu, als bei uns in Nordwestmecklenburg.

Steinpilze sind bereits in nenneswerten Mengen in den dortigen Laubwäldern zu finden. Aber auch die beliebten Flockenstieligen Hexenröhrlinge zeigen sich dort schon so langsam.

Wie man auf den nachfolgenden Fotos sieht – Flockenstielige Hexenröhrlinge und Steinpilze können an exakt derselben Stelle wachsen. Dass sie sich denselben Standort teilen, hat biologische Gründe.

Sowohl der Steinpilz als auch der Flockenstielige Hexenröhrling sind Mykorrhizapilze (Symbiosepilze). Sie gehen am liebsten Partnerschaften mit Fichten und Rotbuchen ein. Wenn du also in einem Fichten- oder Buchenwald unterwegs bist, teilen sich die beiden Pilze oft denselben Baum als Lebenspartner.

Obwohl der Flockenstielige Hexenröhrling oft etwas früher im Jahr startet (teilweise schon ab Mai), überschneidet sich ihre Hauptsaison im Spätsommer und Herbst perfekt.

Nachfolgend ein paar schöne Fotos von Ivy’s Funden.

Catrin

 

Stillleben mit jungen Steinpilzen (Boletus edulis).
Foto: Ivy Brümmer

 

Steinpilze und ein Flockenstieliger Hexenröhrling.
Foto: Ivy Brümmer

 

Steinpilze und Flockenstieliger Hexenröhrling in trauter Verbundenheit.
Foto: Ivy Brümmer

 

Kaum im Laub zu sehen – zwei kleine Flockenstielige Hexen-Röhrlinge (Neoboletus erythropus) in einem Laubmischwald.
Foto: Ivy Brümmer

 

Diese kleinen Steinpilze durften vor Ort bleiben und können weiter wachsen.
Foto: Ivy Brümmer

 

Wunderschöne Steinpilze (Boletus edulis) und Flockenstielige Hexen-Röhrlinge (Neoboletus erythropus) für die Pfanne.
Foto: Ivy Brümmer


09.09.2026 – Mittwoch

Diesen Korb voller Espen- und Birken-Rotkappen sowie Birkenpilze hatte ich gestern Abend noch in der Bützower Region gesammelt und nach der Erklärung der einzelnen Arten an die Teilnehmer der heutigen Exkursion verteilt.
Foto: Sylvina Zander

Heute fand wieder eine Kartierungsexkursion statt – es war der 4. und letzte Quadrant des Messtischblattes Zarrentin am Schaalsee an der Reihe. 4 Vereinsmitglieder und 4 pilzinteressierte Gäste trafen sich um 16 Uhr in Wittendörp-Waschow am vereinbarten Treffpunkt.

Ich hatte in den letzten Tagen sehr viele Pilze gefunden und diese dann auch mitgenommen. Also begannen wir erst einmal am Treffpunkt mit einer Vorstellung und Erklärung der wichtigen Merkmale mitgebrachten Pilze. Die Teilnehmer konnten anfassen, riechen und von den Täublingen auch eine Geschmacksprobe machen. Die von mir noch reichlich gestern Abend und heute Vormittag gesammelten Speisepilze – wie Parasole, Körnchenröhrlinge, Butterpilze, Kupferrote Gelbfüße sowie reichlich Rotkappen und Birkenpilze –  gab ich dann den heutigen Teilnehmern als „Motivationsschub“ schon mal vorab mit.

Anschließend ging es den Wald. Ausgesucht hatte ich die Lemmbrache nördlich der A24. Ein Mischwald auf sandigem Boden mit vielen reinen moosigen Kiefern- und Fichtenbereichen. Wie derzeit in vielen Nadelwäldern, war die Artenvielfalt hier auch schon sehr gut – wir konnten am Ende ca. 40 Pilzarten vor Ort bestimmen und in unsere Kartierungsliste aufnehmen.

Ein sehr schönes Waldgebiet, dass auch für Speisepilzsammler sehr interessant ist. Einige Speisepilze landeten auch während der Exkursion in den Körben der Teilnehmer – wie Krause Glucken, Perlpilze und Maronenröhrlinge. Also in jeder Beziehung eine sehr schöne und erfolgreiche Wanderung.

Einen ausführlichen Bericht findet ihr demnächst hier.

Catrin

Blick in die Lemmbrache mit teils moosigen Kiefernbeständen.
Foto: Sylvina Zander

 

Eine wunderschöne herzförmige Vielgestaltige Holzkeule (Xylaria polymorpha).
Foto: Sylvina Zander


10.09.2026 – Donnerstag

Der Gemeine Birkenpilz (Leccinum scabrum) hat einen schlanken Stiel. Der weißgraue Grund ist mit dunkelbraunen bis schwarzen Schuppen bestzt.
Foto: Catrin Berseck

Wie ich gestern bereits geschrieben habe, war ich am Dienstagabend noch in der Bützower Region unterwegs. Dieses mal in einem kleinen Waldstück, das hauptsächlich aus Birken, Pappeln und Kiefern besteht sowie unter einer Pappelallee an einem Graben.

Dort fand ich Birkenpilze und Rotkappen – Vertreter der Raufußröhrlinge. Raufußröhrlinge werden auch Raustielröhrlinge genannt. Das namengebende Merkmal ist der Stiel, der über die gesamte Länge mit charakteristischen rauen Schuppen (weiß, grau, braun oder schwarz) besetzt ist. 

Da ich sowohl den Gemeinen Birkenpilz und die Birkenrotkappe zusammen gefunden habe – hier einmal die wichtigsten Unterschiede im Überblick.

Hutfarbe:

  • Gemeiner Birkenpilz: Hell- bis dunkelbraun oder graubraun.
  • Birkenrotkappe: Auffällig orange-rot bis braun-rot.

Fleisch und Verfärbung:

  • Gemeiner Birkenpilz: Weißes Fleisch, das sich bei Verletzung oder im Schnitt kaum bis gar nicht verfärbt.
  • Birkenrotkappe: Weißes Fleisch, das sich bei Schnitt oder Druck violett-gräulich bis violett-schwarz (und an der Stielbasis teils schwärzlich) verfärbt.

Stiel und Beschuppung:

  • Gemeiner Birkenpilz: Schlankerer Stiel mit schwarz-grauen Flocken/Schuppen.
  • Birkenrotkappe: Sehr dicker, stämmiger und fester Stiel mit eher schwärzlichen Flocken; oft massiver im gesamten Wuchs.

Huthaut am Rand:

  • Gemeiner Birkenpilz: Die Huthaut schließt meist bündig mit dem Rand ab. 
  • Birkenrotkappe: Die Huthaut ragt oft leicht über den Hutrand hinaus.

Konsistenz und Madenbefall:

  • Gemeiner Birkenpilz: Das Fleisch wird im Alter recht weich und schwammig.
  • Birkenrotkappe: Bleibt deutlich fester im Fleisch und ist seltener madig.

Außerdem noch einige Fotos von den Espenrotkappen.

Catrin

Junge Birken-Rotkappe (Leccinum versipelle), dessen Stiel typischerweise mit deutlichen schwarzen Schüppchen übersät ist.
Foto: Catrin Berseck

 

Junge Espenrotkappen (Leccinum leucopodium) erinnern an Streichhölzer.
Foto: Catrin Berseck

 

Die Espenrotkappe (Leccinum leucopodium) hat im jungen Stadium einen mit weißen Schüppchen besetzten Stiel und wird deswegen auch Weißstielige Rotkappe genannt. Im Alter verfärben sich die Schüppchen orangebraun.
Foto: Catrin Berseck