19.09.2026 – Öffentliche Wanderung beim Boitiner Steintanz

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Igelstachelbartes

Boitiner Steintanz bei Tarnow

19. September 2026

Einer der drei Boitiner Steintänze am sonnigen Frühsommerabend des 28. Juni 2023. Den haben wir heute leider auf unserer Wanderung nicht mehr erreicht, da alle Körbe bereits auf halbem Weg dahin randvoll mit Speisepilzen gefüllt waren. Deswegen muss dieses 3 Jahre alte Foto von Reinhold heute für diese Exkursion herhalten.


Der Boitiner Steintanz ist eine bronze- oder jungsteinzeitliche Kultstätte und zählt zu den bedeutensten Großstein- oder Megalith– Bauwerken Mecklenburg–Vorpommerns. Es handelt sich um insgesamt 4 Steinkreise, von denen angenommen wird, dass es sich um einen Kalender aus dem 12. Jahrhundert v. Chr. handelt.

Der Boiziner Steintanz befindet sich im Staatsforst Tarnow, eines der größten zusammenhängenden Buchenwälder unseres Bundeslandes. Eigentlich war der Steintanz das Ziel unserer heutigen Wanderung. Aber wegen des massenweisen Pilzvorkommens – auch an Speisepilzen – kamen wir dort heute nicht mehr an.

Aufgrund des Wunsches unserer vier Sternberger Pilzfreunde, die bereits am letzten Wochenende an der Wanderung im Mildenitz-Durchbruchstal teilnahmen, führte ich diese heutige öffentliche Wanderung durch. Es gesellte sich noch unser Vereinsmitglied Julia aus Rostock dazu. Wir waren somit eine kleine feine Truppe, wo tatsächlich das Erlernen neuer Pilzarten im Vordergrund stand und nicht nur das Sammeln von Speisepilzen.

Nachfolgend einige Impressionen von unserer heutigen Wanderung.

Catrin und Julia

Alle sind für die bevorstehende Wanderung vorbereitet – es kann los gehen.
Foto: Catrin Berseck

 

Gleich am Wegrand begrüßte uns dieser Wolliggestiefelte Schirmling (Lepiota clypeolaria). Das namensgebende Merkmal ist die Textur des Stieles. Unterhalb der flüchtigen, ringartigen Zone ist der Stiel wollig-flockig oder fransig-schuppig gestiefelt.
Foto: Julia Richardt

 

Und bereits nach 5 Minuten im Wald hielt Dietmar ganz stolz den ersten Steinpilz (Boletus edulis) in der Hand. Er sollte heute nicht der einzige sein, den wir fanden…
Foto: Catrin Berseck

 

Es ging sogleich weiter mit den ersten Flockenstieligen Hexen-Röhrlingen (Neoboletus erythropus), denen wir im weiteren Verlauf der Wanderung noch in Massen begegeneten.
Foto: Catrin Berseck

 

Am Wegrand dann ein weiterer Speisepilz – der stark nach Anis riechende Schiefknollige Anisegerling (Agaricus essettei).
Foto: Julia Richardt

 

Weiter ging es diesen Hohlweg – es wurde an den Hängen fleißig weiter nach Pilzen ausgeschaut.
Foto: Catrin Berseck

 

Die Fledermauskästen haben „Hausnummern“, damit die Waldpost auch richtig zugestellt werden kann.
Foto: Julia Richardt

 

Nicht mehr ganz so schöne Buchenschleimrüblinge (Mucidula Mucida).
Foto: Julia Richardt

 

Schön dagegen waren diese Rosa Rettich-Helmlinge (Mycena rosea) – birgt jedoch wegen seines Gehalts an Muscarin erhebliche gesundheitliche Risiken bei Verzehr.
Foto: Catrin Berseck

 

Direkt am Weg leuchtete es orange aus dem Laub. Es waren Eselsohren (Otidea Onotica). Die gut erkennbaren kleinen rötlichen Punkte sind ein wichtiges Merkmal und helfen bei der Unterscheidung zu anderen Öhrlingen.
Foto: Julia Richardt

 

Ein weiterer sehr schöner Fund: Der Violette Schleierling (Cortinarius Violaceus).
Foto: Julia Richardt

 

Beim Pilzesammeln ist die Unterscheidung zwischen dem dem ungenießbaren Violetten Schleierling (links) und dem essbaren Violetten Lacktrichterling wichtig.
Foto: Julia Richardt

 

Pilze einer Art können ganz unterschiedlich aussehen, manchmal sind sie groß oder klein, dick oder dünn, alt oder jung. Je nach Standort können sich auch besondere oder lustige Formen bilden – so auch dieser Flockenstielige Hexenröhrling (Neoboletus Erythropus), der aussieht wie ein kleiner Herbstwichtel.
Foto: Julia Richardt

 

Ein Pilz, den der Speisepilzsammler kennen sollte, ist der Gallenröhrling (Tylopilus Felleus). Ein Pilz dieser Art in der Pfanne lässt die ganzen mühsam gesammelten Funde wegen seiner Bitterkeit ungenießbar werden. Der Gallenröhrling hat jung weiße Röhren, die im Alter deutlich rosa bis fleischfarben schimmern.
Foto: Julia Richardt

 

Links der Gallenröhrling mit eunem groben, dunkelbraunen bis oliv-bräunlichen Netz, das stark hervortritt. Der Steinpilz rechts hat ein feines, weißes bis helles Netz, das vor allem am oberen Stielteil gut sichtbar ist.
Foto: Julia Richardt

 

Der Maronen-Röhrling (Imleria badia) ist einer der beliebtesten und ergiebigsten Speisepilze in mitteleuropäischen Wäldern. Er gehört zur Familie der Steinpilzverwandten und verdankt seinen Namen der charakteristischen dunkelbraunen Hutfarbe, die stark an Esskastanien (Maronen) erinnert.
Foto: Catrin Berseck

 

Hier sehen wir noch einmal den Maronenröhrling (Imlaria badia) und den Gallenröhrling (Tylopilus felleus) im Vergleich. Der Maronenröhrling (rechts) hat einen bräunlich marmorierten Stiel ohne Netzzeichnung. Seine Röhren und das Fleisch bläuen oft leicht bis deutlich bei Druck. Der Gallenröhrling verfärbt sich eher bräunlich-rosa.
Foto: Julia Richardt

 

Berühmt ist die Stinkmorchel (Phallus impudicus) für ihren extremen Aasgeruch und ihre markante, phallische Form. Trotz ihres Namens ist sie übrigens keine echte Morchel.
Foto: Julia Richardt

 

Ein haäufi anzutreffender Holzbewohner – Vielgestaltige Holzkeule (Xylaria Polymorpha).
Foto: Julia Richardt

 

Ebenfalls auf Eichen-Totholz fanden wir diesen Pilz, der so kaum zu erkennen war.
Foto: Catrin Berseck

 

Erst das Schnittbild enttarnte ihn als Leberreischling (Fistulina hepatica). Seinen Namen verdankt er seiner verblüffenden Ähnlichkeit mit rohem Fleisch: Er ist blutrot gefärbt, besitzt eine feuchte, fleischartige Struktur und sondert bei Verletzung eine rote, saftige Flüssigkeit ab.
Foto: Julia Richardt

 

Weiter geht es im Boitiner Forst Richtung Steintanz. Hund Chico vorneweg.
Foto: Catrin Berseck

 

Julia hat etwas entdeckt.
Foto: Catrin Berseck

 

Einen bemoosten Laubholzstubben mit Stockschwämmchen (Kueheneromyces Mutabilis).
Foto: Julia Richardt

 

Gemeine Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis) wachsen fast immer in dichten Büscheln auf totem Holz (Stümpfe, Stämme, Äste). Der Stiel unter dem Ring ist deutlich mit kleinen, abstehenden, dunklen Schüppchen oder Pünktchen besetzt.
Foto: Julia Richardt

 

Und gleich am benachbarten bemoosten Stubben waren die giftigen Verwechslungspartner des Gifthäublings (Galerina Marginata) zu finden.
Foto: Julia Richardt

 

Catrin erklärt hier Carola und Jörg die Unterschiede zwischen dem essbaren Stockschwämmchen und dem tödlich giftigen Gift-Häubling.
Foto: Julia Richardt

 

Den Topfund des heutigen Tages machte Julia – Dottergelber Spateling (Spathularia Flavida). Ein seltener, faszinierender Schlauchpilz (Ascomycota). Seinen Namen verdankt er seiner charakteristischen Form, die stark an einen winzigen Küchenspatel oder Fächer erinnert.
Foto: Julia Richardt

 

Ein Wegweiser führte uns zu Jürgens-Stein, um einen kleine Pause einzulegen.
Foto: Julia Richardt

 

Der Gedenkstein gilt dem Revierförster Emil Jürgens. Im Jahr 1890 ließ Oberförster Jürgens die damals teilweise umgestürzten Megalithsteine der drei großen nordischen Steinkreise wieder aufrichten. Er ließ zudem einen Schutzwall um die Grabanlage aufschütten.
Foto: Julia Richardt

 

JUnd wieder wurde etwas gefunden und eingesammelt.
Foto: Julia Richardt

 

Es handelte sich um junge und essbare Goldgelbe Lärchenröhrlinge (Suillus grevillei).
Foto: Julia Richardt

 

Zu Beginn der Wanderung hatte Catrin die wichtigsten Anzeigerpilze für Steinpilze mitgebracht und erklärt. Darunter auch rechts die Pfefferröhrlinge (Chalciporus piperatus) und links den Fliegenpilz (Amanita Muscaria).
Foto: Julia Richardt

 

Hier noch einaml Pfefferröhrlinge (Chalciporus piperatus) und ein junger Fliegenpilz (Amanita Muscaria).
Foto: Julia Richardt

 

Zunächst konnten wir keine Steinpilze in der Nähe entdecken. Die Umgebung war aber wie geschaffen für Steinpilze – Grund genug für Catrin, uns zum Weitersuchen zu motivieren.
Foto: Catrin Berseck

 

Und siehe da – alsbald wurden die ersten Steinpilze (Boletus edulis) gefunden.
Foto: Julia Richardt

 

Steinpilze in allen Altersstadien.
Foto: Catrin Berseck

 

Die Steinpilze wuchsen wie gesät dicht an dicht.
Foto: Catrin Berseck

 

Aber auch die Flockenstieligen Hexenröhrlinge (Neoboletus erythropus) wuchsen hier in Massen.
Foto: Julia Richardt

 

Junge Flockenstielige Hexenröhrlinge (Neoboletus erythropus).
Foto: Julia Richardt

 

Mittlerweile hatten alle Teilnehmer genug Speisepilze zum Verzehr und zum Trocknen. So beschlossen wir, nicht mehr weiter zum Steintanz zu gehen und traten den Rückweg an.
Foto: Catrin Berseck

 

Zum Abschluss noch ein schöner Fund: ein junger und frischer weißer Schwefelporling (Laetiporus Sulphureus var. alba). Das ist eine seltene, weißliche Farbvariante des Gemeinen Schwefelporlings (Laetiporus sulphureus). Während die Normalform dieses beliebten Speisepilzes für ihre leuchtend orangefarbene Oberseite und die schwefelgelbe Unterseite berühmt ist, fehlen dieser seltenen Varietät die typischen gelb-orangen Pigmente.
Foto: Julia Richardt

 

Abschließende Kontrolle der gesammelten Pilze. Die Ausbeute an Speisepilzen des heutigen Tages konnte sich sehen lassen.
Foto: Julia Richardt

 


Wann findet die nächste Lehrwanderung statt? Siehe unter Termine.


 

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