26.09.2026 – Öffentliche Wanderung Am Homberg bei Brahlstorf

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr des Igelstachelbartes

Am Homberg bei Brahlstorf

26. September 2026

Blick in den Homberg bei Brahlstorf.
Foto: Jens Hegewald


Der Homberg liegt an der B 104 zwischen Brühl und Schwerin ca. 1 km von Brahlstorf entfernt. Das Gebiet besteht hauptsächlich aus Laubwäldern – besonders Buchenwald mit viel Totholzanteil und eingestreuten Fichten – aber auch moorige Bereiche sind dort vorhanden.

Zu der heutigen öffentlichen Wanderung trafen sich auf dem Parkplatz an der B104 leider nur fünf von sieben angemeldeten Teilnehmern. Trotzdem war es eine sehr schöne Wanderung – bei dem derzeit vorherrschenden Pilzwachstum erwartete uns dort eine recht große Artenvielfalt.

Ideal auch für unsere anwesende Pilzanfängerin Kiara, der wir unsere komplette Aufmerksamkeit widmen und ihr viel erklären konnten. Am Ende der Wanderung hat sie unter anderem 5 neue Speisepilzarten sicher kennen gelernt und wird diese demnächst auch alleine sammeln können.

Steinpilze, Perlpilze, Semmelstoppelpilze und Lärchenröhrlinge landeten heute vorwiegend in den Körben, die zum Abschluss der Wanderung gut gefüllt waren.

Das Highlight unserer heutigen Wanderung waren weiße Lärchenröhrlinge – eine sehr seltene Albinoform des ansonsten goldfarbenen Lärchenröhrlings. 

Nachfolgend ein paar Eindrücke von der heutigen Wanderung.

Catrin

Gleich am Parkplatz fand Christian diesen lilafarbenen Risspilz (Incyybe sp.). Risspilze sind eine schwierige Gattung und nur mikroskopisch auf Arteebene bestimmbar.
Foto Christian Boss

 

Der Purpurschwarze Täubling (Russula atropurpurea) ist eine häufige Pilzart aus der Familie der Täublingsverwandten.
Foto: Christian Boss

 

Der Purpuschwarze Täubling fällt besonders durch seine weinrote bis violette Hutfarbe mit einer charakteristischen, fast schwarzen Mitte auf. Er gilt aufgrund seines scharfen Geschmacks in der Regel als ungenießbar, auch wenn vereininzelt mildere Exemplare vorkommen.
Foto: Christian Boss

 

Die Lamellen des Purpuschwarzen Täublings sind jung weißlich, später blass creme bis strohgelb. Sie stehen eher gedrängt und können im Alter rostfleckig anlaufen. Der Stiel ist ziemlich stämmig, weiß, im Alter oder bei Feuchtigkeit leicht grauend. Von der Basis her verfärbt er sich oft ocker- bis rotbraun fleckig.
Foto: Christian Boss

 

Perlpilze (Amanita rubescens) waren heute in Massen auf unserer Wanderung zu finden – vor allem solche jungen, kompakten und völlig madenfreien Exemplare.
Foto: Jens Hegewald

 

Der Name ist hier Programm: Buchenschleimrübling (Mucidula mucida) – ein auffälliger, reinweißer Blätterpilz, der meist gesllig auf liegenden Buchenstämmen wächst und besonders durch seine extrem schleimige, fast transparent glänzende Oberfläche auffällt.
Foto: Christian Boss

 

Hier sehen wir den Schleim vom Pilz tropfen. Aufgrund seines ausgeprägten häutigen Ringes wird er auch Beringter Schleimrübling genannt.
Foto: Catrin Berseck

 

Weiter geht es unter den Buchen auf der Suche nach Pilzen.
Foto: Jens Hegewald

 

Spechttintling (Coprinopsis picacea). Im Gegensatz zum verwandten Schoptintling ist dieser Pilz ungenießbar. Wenn man einmal an ihm gerochen hat, vergeht einem sowieso der Appetit.
Foto: Jens Hegewald

 

Wieder wurde etwas entdeckt.
Foto: Jens Hegewald

 

Eine Gruppe wunderschöner junger Perlpilze (Amanita rubescens).
Foto: Christian Boss

 

Auch diese Nacktschnecke ist an diesem Pilz interessiert.
Foto: Christian Boss

 

Unter Lärchen immer wieder Goldgelbe Lärchenröhrlinge (Suillus grevillei) – ein beliebter und häufiger Speisepilz aus der Familie der Schmierröhrlingsverwandten.
Foto: Christian Boss

 

Aufgrund seiner Farbe wird er auch Goldröhrling genannt. Der gelbliche Stiel hat eine angedeutete Ringzone oder einem wattig-schleimigen Ring im oberen Drittel.
Foto: Christian Boss

 

Und mitten zwischen den Goldgelben Lärchenröhrlingen wuchsen dieses weißen Pilze.
Foto: Jens Hegewald

 

Wie die Goldröhrlinge wachsen diese Pilze ebenfalls dicht gedrängt und in engen Gruppen.
Foto: Jens Hegewald

 

Es handelt sich bei diesen Pilzen tatsächlich ebenfalls um Lärchenröhrlinge und zwar eine sehr seltene Albinoform (Suillus grevillei var. alba).
Foto: Christian Boss

 

Beim näheren Betrachten stellten wir dann fest, dass diese weißen Pilze auch weiße Poren haben. Unterhalb der wattigen Ringzone waren eine Exemplare gelblich gefärbt.
Foto: Christian Boss

 

Albinoformen bei Pilzen sind genetische Mutationen, bei denen die Bildung von Farbpigmenten (vor allem Melanin) in den Zellwänden des Fruchtkörpers gestört ist oder vollständig fehlt. Sie äußern sich durch rein weiße, cremefarbene oder geisterhaft blasse Fruchtkörper bei Pilzarten, die normalerweise dunkel oder intensiv gefärbt sind.
Foto: Christian Boss

 

Weiter ging es mit immer wieder neuen Entdeckungen.
Foto: Jens Hegewald

 

Fliegenpilze (Amanita muscaria) sind so schön und immer ein Foto wert.
Foto: Christian Boss

 

Teilweise dicht an dicht wuchsen die Fliegenpilze heute am Homberg.
Foto: Christian Boss

 

Und wo Fliegenpilze sind, finden wir meist nicht weit entfernt…
Foto: Jens Hegewald

 

… Steinpilze (Boletus edulis).
Foto: Jens Hegewald

 

Ein kleines „Baummännchen“ winkte uns von diesem Stubben zu.
Foto: Jens Hegewald

 

Stillleben mit Buchenfruchtschale auf einem weiteren Stubben.
Foto: Christian Boss

 

Ein weiterer häufiger Stubbenbewohner – Grünblättrige Schwefelköpfe (Hypholoma fasciculare).
Foto: Jens Hegewald

 

Trotz ihrer Giftkeit sind junge Grünblättrige Schwefelköpfe (Hypholoma fasciculare) immer wieder schön anzusehen.
Foto: Christian Boss

 

Am Waldrand gab es dann eine neue Pilzart für Kiara.
Foto: Jens Hegewald

 

Semmelstoppelpilz (Hydnum repandum) ist ein äußerst schmackhafter, wildwachsender Speisepilz, der aufgrund seiner markanten Beschaffenheit auch von Anfängern gut erkennbar ist. Das sicherste Erkennungsmerkmal ist die Hutunterseite. Statt Lamellen oder Röhren besitzt der Pilz dort unzählige, winzige, weiche Stacheln bzw. Stoppeln, die sich leicht mit dem Finger abstreifen lassen.
Foto: Christian Boss

 

Im feuchten Laub waren heute über Grasfrösche (Rana temporaria) zu sehen.
Foto: Jens Hegewald

 

In der Natur kommt es gelegentlich vor, dass auf der Oberseite eines Pilzhutes ein zweiter, oft verkehrt herum wachsender Pilzhut entsteht.Die Dabei handelt es sich meist um eine genetische Laune der Natur oder eine Wachstumsstörung (eine sogenannte Bildungsabweichung oder Proterandrie). Zellen auf der Hutoberseite des primären Pilzes fangen fälschlicherweise an, ein neues Hymenophor (Fruchtlager) zu bilden. Da sie nach oben wachsen, zeigt die Lamellen- oder Röhrenseite des zweiten Hutes oft gen Himmel. Hier sehen wir dieses Pänomen auf einem nicht näher bestimmten Schleierling.
Foto: Jens Hegewald

 

Zum Ende der Wanderung erreichten wir einen Abschnitt mit Birken am Waldrand.
Foto: Jens Hegewald

 

Und wie es sich gehört – der Gemeine Birkenpilz (Leccinum scabrum) unter Birken.
Foto: Jens Hegewald

 

Es waren Gerippte Gas-Ritterlinge (Tricholoma stiparophyllum). Wegen seines exklusiven Mykorrhizapartners wird er auch Weißer Birkenritterling genannt. Er fällt im Birkenwald sofort durch seine komplett weiße Färbung auf. Ein wichtiges Bestimmungsmerkmal ist sein extrem lästiger, unparfümierter Gasgeruch und der scharfe Geschmack, wodurch er völlig ungenießbar ist.
Foto: Christian Boss

 

Aber auch diese kleineren weißen Pilze waren unter den Birken massenweise vertreten.
Foto: Jens Hegewald

 

Graugrüner Dachpilz (Pluteus salicinus). Auch wenn die sichere Bestimmung von Dachpilzen als schwierig gilt, ist der Graugrüne Dachpilz anhand seiner graugrünen in der leicht gebuckelten Hutmitte etwas dunkleren Farbe recht gut gekennzeichnet.
Foto: Christian Boss

 

Und zum Abschluss unserer Wanderung nochmals Steinpilze (Boletus edulis).
Foto: Jens Hegewald

 

Achims gut mit Steinpilzen gefüllter Korb am Ende der Wanderung.
Foto: Joachim Kukula


Wann findet die nächste Lehrwanderung statt? Siehe unter Termine.


 

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