15.11.2025 Öffentliche Wanderung im Rühner Forst

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr der Amethystfarbenen Wiesenkoralle

Durch den Südteil des Rühner Forstes

Blick in den Rühner Forst mit viel Totholz.
Foto: Hanjo Herbort


Eigentlich sollte die heutige öffentliche Wanderung in der Trechower Holzung statt finden.

Wegen einer Treibjagd wichen wir aber auf den Südteil des nahegelegenen Rühner Forstes aus. Wir finden hier hauptsächlich Altbuchen mit eingestreuten Lärchen und Fichten und viel Totholz – aber auch Erlenbrüche.

Bei schönstem Herbstwetter durchwanderten 4 pilzinterssierte Teilnehmer unter kundiger Führung von Hanjo sein Revier.

Wie bereits in den letzten 2 Wochen erwartete uns für die späte Jahreszeit eine große Artenvielfalt. So war es auch nicht verwunderlich, dass am Ende der ca. 3,5 stündigen Wanderung eine Vielzahl an Speisepilzen mit nach Hause genommen werden konnten. Aber auch viele andere Spätherbstpilze konnten wir entdecken und erklären.

Hier ein paar Eindrücke und Funde.

Catrin

 

Unser Startpunkt in den herbstlichen Rühner Forst.
Foto: Hanjo Herbort

 

Viele Buchen-Speitäublinge (Russula mairei) sorgten für farbige Tupfer im braunen Buchenlaub.
Foto: Catrin Berseck

 

Der Dickblättrige Schwärz-Täubling (Russula nigricans) ist ein großer, kompakter, erdfarbener Täubling, der unter allen Täublingen das härteste Fleisch hat.
Foto: Catrin Berseck

 

Zur Herleitung des deutschen Namens: Der Dickblättrige Schwärztäubling hat auch die entferntesten und dicksten Lamellen (dickblättrig). Das meist mild schmeckende Fleisch rötet zuerst beim Anschneiden und schwärzt dann.
Foto: Catrin Berseck

 

Überrascht wurden wir von diesem Violettstieligen Pfirsich-Täubling (Russula violeipes). Normalerweise findet man ihn im Spätherbst nicht mehr – er fruktiziert als einer der ersten Täublinge im Frühsommer.
Foto: Catrin Berseck

 

Als einer der ersten Funde mal wieder Steinpilze (Boletus edulis) in trauter Verbindung zum Fliegenpilz (Amanita muscaria).
Foto: Catrin Berseck

 

Es waren auch nicht die einzigen Steinpilze auf unserer heutigen Wanderung. Hier ein besonders schönes Exemplar.
Foto: Catrin Berseck

 

Ein weiterer Steinpilzanzeiger – der Pfeffer-Röhrling bzw. Pfeffriger Zwergröhrling (Chalciporus piperatus) war auch wieder von der Partie.
Foto: Catrin Berseck

 

Der Bereifte Rotfußröhrling (Xerocomellus pruinatus) ist eine Pilzart aus der Familie der Steinpilzverwandten. Wegen der recht kompakten Fruchtkörper heißt er auch Stattlicher Rotfußröhrling. Darüber hinaus wird die Art im Volksmund auch Herbstrotfuß genannt, weil sie bevorzugt im Herbst oder zumindest in herbstartigen Kälteperioden fruktifiziert.
Foto: Catrin Berseck

 

Sogar frische Maronen-Röhrlinge (Imleria badia) zeigten sich. Wie so oft – auf Baumstubben wachsend.
Foto: Catrin Berseck

 

Bleiben wir bei den Röhrlingen. Flockenstieliger Hexen-Röhrling (Neoboletus erythropus).
Foto: Catrin Berseck

 

Und die Flockenstieligen Hexen-Röhrlinge waren heute vielfach in allen Größen zu finden. Obwohl man ein gutes Auge braucht, um die braunen Hüte im Buchenlaub zu entdecken.
Foto: Catrin Berseck

 

Die Violetten Lacktrichterlinge (Laccaria amethystina) bilden bunte Flecken im Buchenlaub.
Foto: Catrin Berseck

 

Bleiben wir bei violett: Violette Rötelritterlinge (Collybia nuda) und ein Violetter Lacktrichterling (Laccaria amethystina).
Foto: Catrin Berseck

 

Und hier sehen wir den Schmutzigen Rötelritterling (Collybia sordida). Er ist kleiner und dünnfleischiger, als der Violette Rötelritterling und hat meist nicht diese schön violett gefärbte Huthaut und riecht nicht so intensiv wie der Violette Rötelritterling.
Foto: Hanjo Herbort

 

Und hier sehen wir die leicht giftigen Lila Rettich-Helmlinge (Mycena pura) links und Rosa Rettich-Helmlinge (Mycena rosea) rechts im Vergleich.
Foto: Catrin Berseck

 

Wie bereits in anderen Bereichen des Rühner Forstes waren heute auch Purpurbraune Faserling (Psathyrella bipellis) zu finden.
Foto: Sylvina Zander

 

Die feinsamtige Oberseite der relativ dünnen Hüte der Schmetterlings-Trameten (Trametes versicolor) sind immer bunt gezont. Das Farbspektrum reicht von hell- bis dunkelbraun, auch olivfarbige, bläuliche und rötliche Töne können vorhanden sein. Hier sehen wir 2 verschiedenfarbige Schmetterlingstrameten an einem Ast.
Foto: Catrin Berseck

 

Und auch schon die ersten Austern-Seitlinge (Pleurotus ostreatus) waren am Start. Dieser Winterpilz benötigt als Auslösereiz für die Entwicklung Temperaturen von unter 11 °C.
Foto: Catrin Berseck

 

Ein weiterer Winterpilz – Winterhelmlinge (Mycena tintinnabulum). Die Fruchtkörper kommen im Winter von November bis März, vor.
Foto: Sylvina Zander

 

Ebenfalls gemäßigte Temperaturen im einstelligen Bereich mag der Brandige Ritterling (Tricholoma ustale). Die glatte, kahle Oberfläche ist bei feuchter Witterung klebrig-schmierig und trocken glänzend. Der Hut ist warm rotbraun bis kastanienbraun gefärbt und wird zum glatten Rand hin blasser.
Foto: Catrin Berseck

 

Die anfangs cremeweißen und dicht stehenden Lamellen des Brandigen Ritterlings sind am Stiel tief ausgebuchtet angewachsen. Sie sind häufig mit zahlreichen Zwischenlamellen untermischt und werden im Alter rostfleckig.
Foto: Catrin Berseck

 

Auch ältere verwässerte Exemplare des Mönchskopfes bzw. Falbem Riesen-Trichterlings (Infundibulicybe geotropa) waren in Hexenringen zu finden. Hier macht es sich der Grasfrosch (Rana temporaria) in dem Riesenpilz gemütlich.
Foto: Hanjo Herbort

 

Der rundliche Gallapfel, auch Eichengalle sowie Eichapfel genannt, ist eine meist gerbstoffhaltige Pflanzengalle, eine Wucherung, die im Herbst an der Unterseite von Eichenblättern. Er entsteht durch abgelegte befruchtete Eier von Gallwespen (Cynipidae), etwa der Gemeinen Eichengallwespe (Cynips quercusfolii).
Foto: Catrin Berseck

 

Auch die leicht giftigen Gelben Knollenblätterpilze (Amanita citrina) waren noch überall zu sehen.
Foto: Catrin Berseck

 

Hier der dagegen ein Exemplar des tödlich giftigen Pantherpilzes (Amanita pantherina).
Foto: Catrin Berseck

 

Fast ausschließlich bei Rotbuchen wächst der Elfenbein-Schneckling (Hygrophorus eburneus). Die Fruchtkörper sind mittelgroß, rein weiß und in feuchtem Zustand mit einer dicken Schleimschicht überzogen.
Foto: Catrin Berseck

 

Unter Fichten fanden wir diese nicht ganz so schleimigen Schwarzpunktierten Schnecklinge (Hygrophorus pustulatus). Der Hut ist hellgrau bis graubraun, die Mitte ist für gewöhnlich dunkler. Die Huthaut ist mit schwärzlich-braunen Schüppchen bedeckt. Vor allem auf der oberen Hälfte, manchmal auch auf dem gesamten Stiel, finden sich kleine dunkle Flecken, denen er seinen Namen zu verdanken hat.
Foto: Catrin Berseck

 

Und dann fand Hanjo eine Herkuleskeule (Clavariadelphus pistillaris). Die Form der Fruchtkörper ähnelt einer Keule – hier leider schon etwas angefressen. Die Herkules-Riesenkeule ist eine typische Art der Kalk-Buchenwälder und deswegen in einigen Regionen sehr selten oder gar nicht zu finden.
Foto: Catrin Berseck

 

Immer ein Foto wert – Igelstäubling (Lycoperdon echinatum).
Foto: Catrin Berseck

 

Auf dem Rückweg fanden wir dann am Wegrand noch mehrere Büschel des Braunen Büschelraslings (Lyophyllum decastes). Ein nicht zu unterschätzender Speisepilz.
Foto: Sylvina Zander

 

Bootsmann überwacht hier die gesamte Ausbeute an Speisepilzen seines Herrchens Hagen.
Foto: Hanjo Herbort