16.11.2025 Öffentliche Wanderung am Homberg bei Brahlstorf

Öffentliche Pilzlehrwanderung

Pilzwandern im Jahr der Amethystfarbenen Wiesenkoralle

Am Homberg bei Brahlstorf

Altbuchenbestand mit einem hohen Totholz-Anteil am Homberg.


Heute führte uns eine öffentliche Wanderung zum Homberg. Diese Wanderung wurde aufgrund des erst kürzlich einsetztenden Pilzwachstums sehr kurzfristig angesetzt.

Der Homberg liegt an der B 104 zwischen Brühl und Schwerin ca. 1 km von Brahlstorf entfernt. Das Gebiet besteht hauptsächlich aus Laubwäldern – besonders Buchenwald mit viel Totholzanteil und eingestreuten Fichten – aber auch moorige Bereiche sind dort vorhanden.

7 Teilnehmer trafen sich mittags am vereinbarten Treffpunkt bei anfangs noch etwas Nieselregen, der sich jedoch schnell verzog. So hatten wir bei bestem Herbstwetter eine schöne Wanderung – dazu noch für die Speisepilzsammler eine sehr erfolgreiche.

Steinpilze dominierten heute in allen Altersstadien das Revier – aber es gab auch viele andere interessante Pilzfunde und dementsprechend konnte auch einiges an Wissen vermittelt werden.

Hier ein paar Eindrücke von dieser Öffentlichen Wanderung.

Catrin

Gestern hatten wir die Herkules-Keule – heute begrüßte uns gleich zu Beginn unserer Wanderung die Röhrige Keule (Macrotyphula fistulosa). Der Pilz ist in warm-feuchten Buchenwäldern typisch und wächst an am Boden liegenden Ästen und Zweigen, die auch vergraben sein können.
Foto: Christian Boss

 

Wie auch gestern wuchsen am Homberg viele Gelbe Knollenblätterpilze (Amanita citrina). Hier sieht man sehr schön den heutigen Ring sowie die deutlich knollige Basis, die in einer topfartigen, fest angewachsenen und kantig vom übrigen Stiel abgesetzten Volva steckt. Das Fleisch ist weiß und riecht muffig nach Kartoffelkeller.
Foto: Christian Boss

 

Und bereits nach noch einmal 10 Minuten im Wald tauchte der erste Steinpilz (Boletus edulis) unter dem Laub auf.
Foto: Christian Boss

 

Und nicht nur einer…
Foto: Christian Boss

 

Die Steinpilze begleiteten uns heute während unserer ganzen Wanderung. Und fast alle in dieser madenfreien Qualität.
Foto: Christian Boss

 

Gegabelte Nadelholz-Hörnling (Calocera furcata). Wie alle Hörnlinge bildet er hornartige, büschelig wachsende Fruchtkörper aus, die gelb gefärbt sind.
Foto: Christian Boss

 

Die Zerfließende Gallerttränen (Dacrymyces stillatus) fließen meist mit benachbarten Fruchtkörpern zusammen und besitzen entsprechende Höcker und Furchen. Die Konsistenz ist weich gallertig. Der Pilz lebt als Saprobiont an be- und entrindeten Stämmen, Ästen und Zweigen vor allem von Fichte.
Foto: Catrin Berseck

 

Als Vertreter der Täublinge waren heute fast nur Gallen-Täublinge (Russula fellea) mit ihrer einheitlich blass-ockergelben Färbung von Hutrand, Lamellen und Stiel zu sehen.
Foto: Catrin Berseck

 

Gestern hatten wir Austern-Seitlinge – heute Lungen-Seitling (Pleurotus pulmonarius) – auch Sommeraustern-Seitling genannt. Die Fruchtkörper des Lungen-Seitlings sind kleiner und zarter sowie heller gefärbt als die des Austern-Seitlings.
Foto: Christian Boss

 

Der Gelbstielige Muschelseitling (Panellus serotina) wird von Pilzsammlern häufig mit dem Austern-Seitling verwechselt. Die Oberseite der Hüte des Muschelseitlings ist jedoch in feuchtem Zustand schmierig bis schleimig. Die Hutfarbe ist sehr variabel – hat aber immer oliv grünlichen Töne.
Foto: Christian Boss

 

Hier sehen wir den gelben Stiel und die gelblichen Lamellen des Muschelseitlings.
Foto: Christian Boss

 

Was lugt denn hier aus dem Spalt in einer Buche hervor?
Foto: Christian Boss

 

Es handelt sich um den Riesenbecherling bzw. Veränderlichen Becherling (Peziza varia). Makroskopisch am gekerbten Rand zu erkennen. Da Becherlinge mikroskpierpflichtig sind, wurden auch die mikroskopisch relevanten Merkmale überprüft.
Foto: Christian Boss

 

Diesen wunderschönen Steinpilz (Boletus edulis) entdeckte unser jüngster Teilnehmer Theo.
Foto: Christian Boss

 

Hier mal ein großes älteres Steinpilz-Exemplar. Der Hut hinterließ beim Drucktest Dellen und die Poren waren bereits grünlich gefärbt. Also durfte er im Wald zum Aussporen bleiben.
Foto: Christian Boss

 

Hier sieht man schön die rotbraunen, sparrig abstehenden Schuppen sowohl auf dem Hut als auch auf dem Stiel der Sparrigen Schüpplinge (Pholiota squarrosa).
Foto: Christian Boss

 

Ein weiterer Vertreter der Schüpplinge ist der Hochthronende Schüppling (Pholiota limonella) – hier ältere Exemplare.
Foto: Christian Boss

 

Auch heute wieder Brandige Ritterlinge (Tricholoma ustale) mit ihrem nach dem Regen schmierigen Hut und einen glatten Stiel ohne Ring oder erkennbare Ringzone.
Foto: Christian Boss

 

Der Blauende Saftporling (Cyanosporus caesius) ist durch seine zottige Oberfläche, die deutlich blaue Farbe und das Wachstum vorwiegend an Nadelholz charakterisiert.
Foto: Christian Boss

 

Der Fastblaue Saftporling (Cyanosporus subcaesius) ist etwas schwächer gefärbt und wächst vorrangig an Laubholz.
Foto: Christian Boss

 

Und hier sehen wir beide Saftporlinge noch einmal im direkten Vergleich. Links Blauender Saftporling (Cyanosporus caesius) und rechts Fastblauender Saftporling (Cyanosporus subcaesia).
Foto: Christian Boss

 

Die Violetten Rötelritterlinge (Collybia nuda) sind Folgezersetzer von verrottetem Laub und im Spätherbst teilweise in Hexenringen anzutreffen.
Foto: Christian Boss

 

Auch Vertreter der Korallen (Ramaria sp.) waren überall zu finden. Einige Arten stehen auf Baumstümpfen – andere auf dem Erdboden in Laub- und Nadelwäldern.
Foto: Christian Boss

 

Junge Gift-Häublinge (Galerina marginata) mit gewölbtem Hut und durchscheinend gerieftem Hutrand. Sehr schön sind auch die unterhalb des vergänglichen Ringes hellen Flocken am Stiel zu sehen, wodurch er längs seidig-faserig und silbrig glänzend aussieht.
Foto: Christian Boss

 

Hier im Vergleich Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis). Die Huthaut ist kahl, fettig glänzend und hygrophan (feucht fleckig werdend) und am Rand nicht gerieft. Unterhalb des häutig aufsteigenden Ringes befinden sich abstehende Schüppchen auf dem Stiel.
Foto: Catrin Berseck

 

Hier sehen wir Wässrige Mürblinge (Psathyrella piluliformis), die den zuvor gezigten Gift-Häublingen und Stockschwämmchen sehr ähnlich sehen. Allerdings ist der Stiel ohne Ring und weißlich und zur Basis hin braun gefärbt.
Foto: Catrin Berseck

 

Ähnlich sieht auch der Geflecktblättrige Flämmling (Gymnopilus penetrans) aus. Allerdings sind hier die Lamellen anfangs gelblich und werden bei der Reife zimtbräunlich und haben dann häufig fuchsige Flecken.
Foto: Catrin Berseck

 

Bevor Christian uns mit seinem Sohn gegen Mittag verließ, fotografierte er noch einmal die bereits jetzt gut gefüllten Körbe der Teilnehmer. Sie füllten sich im weiteren Verlauf der Wanderung aber noch weiter.
Foto: Christian Boss

 

Wo immer wir einen Fliegenpilz (Amanita muscaria) sahen, gingen wir hin und fanden – wie soll es auch anders sein – in unmittelbarer Nähe…
Foto: Catrin Berseck

 

… Steinpilze (Boletus edulis).
Foto: Catrin Berseck

 

Am Ende der Wanderung waren alle Körbe der Teilnehmer gut gefüllt – vor allem mit Steinpilzen.
Foto: Catrin Berseck

 

Auch die Pfeffer-Röhrlinge (Chalciporus piperatus)waren heute wieder in unmittelbarer Nähe der Steinpilze zu finden. Foto: Catrin Berseck

 

Sternschuppige Riesenschirmlinge (Macrolepiota rhodosperma) gab es auch überall in der Laubstreu und wurden mit genommen.
Foto: Catrin Berseck

 

Hier können wir sehr schön den fein braun genatterten Stiel sowie den doppelten Ring des Sternschuppigen Riesenschirmlings erkennen.
Foto: Catrin Berseck

 

Auf kalkhaltigem Boden finden wir die Mönchsköpfe (Infundibulicybe geotropa) oft in Reihen oder Hexenringen.
Foto: Catrin Berseck

 

Ein markantes Merkmal des Mönchskopfes ist der fast immer vorhandene und zumindest fühlbare zentrale Buckel im trichterförmigen Hut.
Foto: Catrin Berseck

 

Zu Beginn unserer Wanderung fanden wir eine weiße Herbst-Lorchel (Helvella crispa) – am Ende der Wanderung die schwarze Gruben-Lorchel (Helvella lacunosa). Hier beide im direkten Vergleich.
Foto: Catrin Berseck