01.05. bis 03.05.2026 – Frühjahrsseminar in Elmenhorst

Ein Pilzwochenende in Mecklenburg

Pilzseminar im Jahr des Igelstachelbartes

01.05. bis 03.05.202

Frühjahrsseminar in Elmenhorst

Willkommensgruß
Foto: Beatrice Seidel


Freitag, 01.05.2026 (Feiertag):

Foto: Beatrice Seidel

Es war endlich wieder soweit! Unser diesjähriges Frühjahrsseminar fand vom 01. – 03. Mai 2026 in Elmenhorst zwischen Lübeck und Boltenhagen nahe der Ostsee im Klützer Winkel – also im westlichen Zipfel von Nordwest-Mecklenburg – statt.

Wir haben dafür die Pension und einen Teil der Ferienwohnungen in der Ferienkooperative Elme und Horst in Elmenhorst-Kalkhorst gebucht. Uns standen dort die Pension und ein Teil der Ferienwohnungen mit überwiegend Doppelzimmern zur Verfügung.

Am Freitag reisten die Teilnehmer dann bis 15 Uhr an. Nicht nur aus unserem Bundesland – auch aus dem benachbarten Schleswig-Holstein und Berlin. 

Zuerst wurden die Zimmer verteilt und bezogen. Alte Bekannte wurden begrüßt – neue Teilnehmer kennen gelernt.

Catrin (Text, Fotoauswahl und -beschriftung, Artenliste)

 

In der von uns gemieteten Pension befinden sich überall solche gemütlich eingerichteten Sitzecken.
Foto: Beatrice Seidel

 

Einzug in die Quartiere und Blick in das Wohnzimmer einer Ferienwohnung für 4 Personen mit noch 2 Schlafzimmern, Küche und Bad.
Foto: Astrid Rupprecht

 

Nach der Anreise der Teilnehmer versammelten sich erst einmal alle Ankömmlinge so nach und nach bei schönstem Wetter auf der Terrasse zu Kaffee und Kuchen.
Foto: Beatrice Seidel

 

Anschließend ging es für alle Interessierten zur Vorbereitung unseres Färbeseminars.
Foto: Jürgen Samland

 

Zum Färben mit Pilzen sind Naturfasern geeigent – in diesem Fall ist es auf Stränge gewickelte bereits entfettete Lammwolle.
Foto: Christian Boss

 

Saskia hat aber auch Wolle von Schafen zum Färben mitgebracht.
Foto: Beatrice Seidel

 

Um gute, haltbare Färbeergebnisse auf Protein-Fasern (wie z.B. Schafwolle) zu erzeugen, müssen Garne oder Stoffe vor der Färbung gebeizt werden – das heißt, sie werden mit Alaun vorbehandelt. Dadurch werden die Fasern auf die Färbung vorbereitet und können dann eine haltbare Verbindung mit den Farbpigmenten eingehen.
Foto: Beatrice Seidel

 

Hier einige der vorab gesammelten und getrockenten Pilze, mit denen wir färben wollten. Samtfußkremplinge, Zimtfarbener Weichporling, Nadelholzbraunporling und Blutrote Hautköpfe (nicht im Bild).
Foto: Beatrice Seidel

 

Anschließend wurden die Pilze vorbereitet. Hier sehen wir getrocknete Zimtfarbene Weichporlinge, die mindestens eine Stunde in Wasser (Regenwasser) – oder wie bei uns – über Nacht eingeweicht werden.
Foto: Beatrice Seidel

 

Unsere Vorbereitungen für das Färben waren jetzt abgeschlossen. Aufgrund des schönen Wetters gab es eine kleine Planänderung und wir gingen in der Nähe des Objektes auf unsere erste kleine Exkursion.
Foto: Phillip Buchfink

 

Einige gingen auf einem Feldweg entlang und suchten die Hecken nach Pilzen ab.
Foto: Astrid Rupprecht

 

In den Hecken fanden wir massenweise Gefleckten Aronstab (Arum maculatum). Das ist eine Gattung ausdauernder krautiger Pflanzen, die vor allem für ihre außergewöhnliche Blütenform, ihre starke Giftigkeit und als Morchelanzeiger bekannt ist.
Foto: Julia Richardt

 

Morcheln haben wir nicht gefunden. Dafür aber den Weißwurz-Glanzgrasrost (Puccinia sesselis). Er befällt Liliengewächse wie den Gefleckten Aronstab und führt dann einen Wirtswechsel zu Glanzgras (Phalaris) durch. Hier sehen wir die becherförmigen orangenen Aezien des Rostpilzes auf der Blattunterseite.
Foto: Beatrice Seidel

 

Die Vierblättrige Einbeere (Paris quadrifolia) ist eine auffällige, ebenfalls stark giftige Waldpflanze. Sie wurde zur Blume des Jahres 2022 gewählt, um auf den Schutz naturnaher Laubmischwälder aufmerksam zu machen.
Foto: Christian Petzka

 

Christian als unser Experte für Bäume erklärt uns hier noch einmal, wie man eine Traubeneiche von einer Stieleiche unterscheidet.
Foto: Julia Richardt

 

3 kleine „Kräuterhexen“: Bea, Gerlinde und Martina beim Pflanzen bestimmen.
Foto: Phillip Buchfink

 

Die zweite Gruppe ging einen anderen Weg. Jürgen und Christian auf der Suche nach Pilzen an einem kleinen Bachlauf.
Foto: Phillip Buchfink

 

Auch Bernd ist fleißig beim Pilze suchen.
Foto: Phillip Buchfink

 

Ein paar „Frischpilze“ gab es auch am Wegrand. Hier vertrocknete Faserlinge (Psathyrella sp.).
Foto: Christian Petzka

 

Nach unserer Rückkehr vom Spaziergang gab es erst einmal Abendbrot, bevor Phillip mit seinem Vortrag zu den gefährlichsten Giftpilzen Mitteleuropas begann.
Foto: Beatrice Seidel

 

Alle hören gebannt zu.
Foto: Catrin Berseck

 

Eine schwierig zu bestimmende Gattung sind z.B. die Schleierlinge, in der es kaum Speisepilze – dafür aber tödlich giftige Arten gibt.
Foto: Beatrice Seidel

 

Anschließend wurde durch die Teilnehmer eine kleine Pilzausstellung mit mitgebrachten und auf der Kurzwanderung gefundenen Pilzen aufgebaut.
Foto: Beatrice Seidel

 

Auch mitgebrachte Speisemorcheln und Maipilze waren dabei.
Foto: Beatrice Seidel

 

Den weiteren Abend verbrachte dann alle nach Lust und Laune – z.B. gemütlich bei einem Glas Wein und einem Plausch.
Foto: Beatrice Seidel

 

Phillip mikroskopierte seine heute gefundenen Pilze. Wer Interesse hatte, konnte mal durch die Stereolupe oder das Mikroskop sehen.
Foto: Beatrice Seidel

 

Auch Catrin setzte sich an´s Mikroskop und bestimmte hier ihre mitgebrachten Scharbockskraut-Becherlinge (Sclerotinia binucleata). Hannah war fasziniert von Catrin’s Stereolupe und begeistert, was man alles so bei starker Vergrößerung entdecken.
Foto: Beatrice Seidel

 

Hannah machte dann für Phillip Fotos durch die Stereolupe von seinen mitgebrachten Winzlingen. Hier sehen wir das Bartlose Nagelbecherchen (Hymenoscyphus imberbis), auch als Bartloses Stängelbecherchen bekannt.
Bestimmung: Phillip Buchfink
Foto: Hannah Buchfink

 

Das Weiße Haarbecherchen (Lachnum virgineum), auch als Gemeines Jungfern-Weißhaarbecherchen oder im Englischen als Snowy Disco bekannt, ist ein winziger, schneeweißer Schlauchpilz. Er gehört zur Familie der Lachnaceae und ist einer der häufigsten Vertreter seiner Gattung in Europa.
Bestimmung: Phillip Buchfink
Foto: Hannah Buchfink

 

Nach dem Sonnenuntergang widmete sich Christian einem seiner weiteren Hobbys und baute seinen „Leuchtturm“ auf. Dieser dient dazu, Nachtfalter anzulocken, sie zu fotografieren und zu bestimmen, um Bestände zu untersuchen und Artenvielfalt zu dokumentieren.
Foto: Christian Boss

 

Pünktlich zum 1. Mai fanden sich die Maikäfer am Leuchttrum ein. Hier sehen wir ein männliches Exemplar des Feldmaikäfers (Melolontha melolontha) – zu erkennen an den 7 Fühlerblättchen (Weibchen haben nur 6).
Foto: Christian Boss

 

Die Gothica-Kätzcheneule (Orthosia gothica) ist ein häufig vorkommender Nachtfalter aus der Familie der Eulenfalter. Sie gehört zu den sogenannten „Frühlingseulen“, da sie bereits ab März bis Mai fliegt und oft in der Dämmerung an den namensgebenden Weidenkätzchen beim Saugen von Nektar beobachtet werden kann.
Foto: Christian Boss

 

Der Palpen-Zahnspinner (Pterostoma palpina), auch als Schnauzenspinner bekannt, ist ein in Mitteleuropa weit verbreiteter Nachtfalter aus der Familie der Zahnspinner. Seinen Namen verdankt er den auffällig verlängerten, buschig behaarten Kiefertastern (Palpen), die wie eine „Schnauze“ nach vorne ragen.
Foto: Christian Boss


Die Artenliste aus Elmenhorst auf dem Gelände und südlich der Pension Elme und Horst im MTB 2032/211 NO:

Haustintling (Coprinellus domesticus agg.), Faltentintling (Coprinopsis atramantera), Bartloses Nagelbecherchen (Hymenoscyphus imberbis), Weißes Haarbecherchen (Lachnum virgeneum), Schwefelporling – alter FK (Laetiporus sulphureus), Früher Faserling (Psathyrella spadiceogriseae), Weißwurz-Glanzgrasrost (Puccinia sesselis), Schmetterlingstramete (Trametes versicolor), Brauner Scharbockskrautrost (Uromyces ficariae)


Sonnabend, 02.05.2026:

Blick vom Radwanderweg auf die Ostsee.
Foto: Jürgen Samland

Heute ging es nach dem Frühstück zu unserer Tages-Exkursion an die Ostsee. Wir hatten uns dazu im Vorfeld den ca. 7,5 km langen Ostseeküstenradweg entlang der Steilküste an der Lübecker Bucht zwischen Brook und Steinbeck ausgesucht.

Dazu mussten erst einmal ein paar Autos auf den Parkplatz nach Steinbeck gebracht werden, um die Rücktour mit dem PKW machen zu können. Anschließend begannen wir gegen 10 Uhr vom Strandparkplatz in Brook unsere fast 6 stündige „Morchel-Wanderung“ nach Steinbeck bei schönstem Sonnenschein in einer malerischen Landschaft direkt im Uferbereich der Ostsee.

Nach dem Abendbrot ging es dann mit Dr. Saskia Görgler mit dem Pilze färben weiter. Den Abend ließen dann alle völlig entspannt und gemütlich auf der Terrasse bei netten Gesprächen und kühlen Getränken ausklingen. Unser „Nachtfalter“ Christian Boss beschäftigte sich nach Einbruch der Dunkelheit natürlich wieder mit selbigen.

Aber seht selbst…

Catrin (Text, Fotoauswahl und -beschriftung, Artenliste)

 

Fast pünktlich um 10.00 Uhr erfolgte der Aufbruch vom Parkplatz in Brook in Richtung Strand.
Foto: Beatrice Seidel

 

Links und rechts des Weges wird nebenbei schon mal Ausschau nach den ersten Pilzen gehalten.
Foto: Beatrice Seidel

 

Und die ließen auf dem am Wegrand unter Eschen wachsenden Aronstab nicht lange auf sich warten – Aronstab-Rost (Puccinia sessilis).
Foto: Jürgen Samland

 

Blick zum Strandaufgang bei Brook.
Foto: Jürgen Samland

 

Diese kleine Waldmaus hielt Christian im Foto fest…
Foto: Christian Boss

 

… während sich die anderen neben dem Strandaufgang ins Gebüsch schlugen. Mit Blick nach oben, um Eschen ausfindig zu machen und Blick nach unten, um…
Foto: Julia Richardt

 

… wie die beiden „Jürgens“, Morcheln zu finden.
Foto: Beatrice Seidel

 

Eine von mehreren Speisemorcheln (Morchella esculenta) gleich zu Beginn unserer Wanderung.
Foto: Jens Hegewald

 

Mehrere sehr schöne Exemplare konnten wir dort finden.
Foto Julia Richardt

 

Es ging dann erst mal zum Strand, um einen Blick auf die Ostsee zu werfen.
Foto: Astrid Rupprecht

 

Strandidylle.
Foto: Corina Peronne

 

Diese Kulisse war wie gemacht für unser Gruppenfoto.
Foto: Phillip Buchfink

 

Weiter ging es dann auf dem Radwanderweg Richtung Steinbeck.
Foto: Julia Richardt

 

Becherlorchel (Helvella acetabulum) am Rande des Küstenschutzwaldes.
Foto: Christian Boss

 

Wieder wurde etwas entdeckt.
Foto: Julia Richardt

 

Es handelte sich leider nur um vertrocknete Maipilze (Calocybe gambosa).
Foto: Beatrice Seidel

 

So wie hier Jürgen V., lohnte es sich, nicht auf dem Radweg zu gehen, sondern durch den Küstenwald zu streifen…
Foto: Astrid Rupprecht

 

… denn wo Eschen sind…
Foto: Catrin Berseck

 

… finden sich oft auch Morcheln, wie Reni und Bernd erfolgreich zeigen.
Foto: Phillip Buchfink

 

Blick von der Steilküste auf die Ostsee.
Foto: Christian Boss

 

Wir gingen dann eine Teilstrecke nicht den Radwanderweg entlang, sondern „offroad“ direkt an der Steilküste.
Foto: Beatrice Seidel

 

Nachdem wir den Radwanderweg wieder ereichten – Beratung im bzw. am „Feld“….
Foto: Corina Peronne

 

Hier gibt es u.a. Judasohren (Auricularia auricula-judae) an einem moderigen Holzast – von Philipp frisch aus dem Sumpf gezogen.
Foto: Jürgen Samland

 

Wie ein kleiner Dinosaurier schaut diese Vielgestaltige Holzkeule (Xylaria polymorpha) aus einem Ast.
Foto: Christian Petzka

 

Nochmals ein Blick von der Steilküste auf die Ostsee.
Foto: Christian Boss

 

Und endlich erreichten wir gegen 13.00 Uhr nach über der Hälfte der Strecke unseren avisierten Pausenplatz.
Foto: Beatrice Seidel

 

Während der Pause bleibt Zeit zur Erinnerung an längst erlernte Fähigkeiten – es wird auf Gräsern, Blättern oder Pusteblumen geblasen… So manches ungeahnte Talent entpuppt sich hier!
Foto: Corina Peronne

 

Phillip war zwischenzeitlich noch in einem Sumpfgebiet unterwegs und brachte allerlei mit.
Foto: Beatrice Seidel

 

Stäublings-Schleimpilz (Enteridium lycoperdon).
Foto: Phillip Buchfink

 

Buchenwald-Wasserfuß (Hydropus subalpinus) aus der Familie der Schwindlingsverwandten. Seinen Namen verdankt er unter anderem der Eigenschaft, dass an Bruchstellen des Stiels wässrige Flüssigkeit austritt.
Foto: Phillip Buchfink

 

Während alle noch die Pause genossen, war Jürgen V. bereits im Wald unterwegs und kam mit dieser riesigen Dickfußmorchel (Morchella esculenta var. crassipes) zurück.
Foto: Phillip Buchfink

 

Links 2 Speisemorcheln (Morchella esculenta) und rechts im Vergleich bereits überständige Dickfußmorcheln (Morchella esculenta var. crassipes) – eine Riesenform oder Varietät der Speisemorchel.
Foto: Julia Richardt

 

Also wurde die Pause kurzerhand beendet und es ging gegen 14.00 Uhr weiter. Während Jürgen S. sich an allerlei Pflanzen erfreute – wie der Großblütigen Sternmiere (Stellaria holostea)…
Foto: Jürgen Samland

 

… oder der Stängellosen Schlüsselblume (Primula vulgaris), ertönte plötzlich ein Aufschrei von Julia und Christian.
Foto: Jürgen Samland

 

Morchelalarm!
Foto: Beatrice Seidel

 

Ab jetzt gab es kein Halten mehr – die müden Füße waren plötzlich vergessen und alle strömten in den Wald.
Foto: Julia Richardt

 

Und fast alle waren erfolgreich – so wie hier Anne und Jürgen V..
Foto: Phillip Buchfink

 

Die schönsten Exemplare mussten natürlich von Phillip fotografiert werden.
Foto: Julia Richardt

 

Speisemochel (Morchella esculenta) mit Model-Qualitäten.
Foto: Phillip Buchfink

 

Wunderschöne Speisemocheln (Morchella esculenta).
Foto: Phillip Buchfink

 

Bibo und Samson aus der Sesamstraße…
Foto: Phillip Buchfink

 

Stillleben mit Speisemorchel.
Foto: Jens Hegewald

 

Mit solchen riesigen Exemplaren ist ein Pilzkorb natürlich schnell gefüllt.
Foto: Jens Hegewald

 

Weiter ging es dann in Richtung Steinbeck.
Foto: Jürgen Samland

 

Ab und zu noch mal ein Blick auf die Ostsee.
Foto: Beatrice Seidel

 

Endlich am Parkplatz in Steinbeck angekommen gönnten sich Einige erst einmal ein kühles Bier, bevor es zurück zur Pension ging.
Foto: Beatrice Seidel

 

Dort angekommen ging es vor dem Abendbrot mit dem Putzen der Morcheln weiter.
Foto: Christian Petzka

 

Schlange stehen beim Verteilen des beim Imbiss in Klütz bestellten Abendbrotes.
Foto: Jürgen Samland

 

Hier gibt es nicht etwa Glühwein… Saskia ist etwas früher von der Wanderung zurück gekehrt und hatte die zum Färben vorgesehen Pilze bereits ausgekocht. Damit keine Pilzfragmente in die Fasern oder auf den Stoff gelangen, muss die Färbeflüssigkeit jetzt gefiltert werden. Nun konnte das Färbegut vorsichtig in der filtrierten Flüssigkeit bei max. 80 bis 90° für ca. 1 Stunde gefärbt werden.
Foto: Chrsitian Boss

 

Die Dämmerung bricht langsam an.
Foto: Corina Peronne

 

Phillips Arbeitsplatz blieb heute mal leer.
Foto: Beatrice Seidel

 

Statt dessen gemütlicher Tagesausklang ohne Pilze bei Pils.
Foto: Jürgen Samland

 

Nachteule Christian widmete sich wieder seinen Nachtfaltern. Der Pfaffenhütchen-Harlekin (Ligdia adustata), auch als Spindelbaumspanner oder Pfaffenspanner bekannt, ist ein kleiner Nachtfalter aus der Familie der Spanner (Wikipedia). Seinen Namen verdankt er seiner Hauptfutterpflanze, dem Gewöhnlichen Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus).
Foto: Christian Boss

 

Der Violettbraune Mondfleckspanner (Selenia tetralunaria) ist ein interessanter Nachtfalter aus der Familie der Spanner (Geometridae). In der Natur ist er vor allem für seine Tarnung bekannt: In Ruhestellung hält er seine Flügel oft steil angewinkelt, was ihm zusammen mit seiner Färbung das Aussehen eines welken Blattes verleiht. Die Flügel sind charakteristisch dunkel violettbraun mit gezackten Rändern. Typisch ist ein heller, halbmondförmiger Fleck (der „Mondfleck“) auf den Vorder- und Hinterflügeln.
Foto: Christian Boss

 

Christians Highlight heute. Der Schwarzgefleckte Raufußspinner (Clostera anachoreta) ist ein Nachtfalter aus der Familie der Zahnspinner (Notodontidae). Er ist auch unter den Namen Schwarzfleck-Erpelschwanz oder Schwarzgefleckter Korbweidenspinner bekannt. Das Erkennungsmerkmal ist ein dunkler Fleck am Vorderflügelrand, der von einer weißen Querlinie durchschnitten wird. Außerhalb dieses Bereichs befinden sich zwei weitere kleine schwarze Flecken. Er bevorzugt feuchte Gebiete wie Flussufer und Auenwälder, kommt aber auch in Heiden und an Waldlichtungen vor. Dieser Nachtfalter ist sehr selten und wird in der Roten Liste als gefährdet eingestuft.
Foto: Christian Boss


Die Artenliste vom Ostseeradweg im Küstenschutzwald zw. Brook und Steinbeck im MTB: 1932-343 SW – Warnkenhagen:

Maipilz (Calocybe gambosa), Riesenbovist – alte FK (Calvatia gigantea), Flacher Lackporling (Ganoderma applanatum), Zimtfarbener Weichporling (Hapalopilus rutilans), Hochgerippte Becherlorchel (Hellvella acetabulum), Speiesemorchel (Morchella esculenta), Brombeerrost (Phragmidium violaceum), Aronstab-Rost (Puccinia sessilis), Geweihförmige Holzkeule (Xylaria hypoxylon), Vielgestaltige Holzkeule (Xylaria polymorpha)


Die Artenliste vom Ostseeradweg im Küstenschutzwald zw. Brook und Steinbeck im MTB: 1932-344 SW – Warnkenhagen:

Judasohr (Auricularia auricula-judae), Konzentrischer Holzkohlenpilz (Daldinia concentrica agg.), Zunderschwamm (Fomes fomentarius), Schwefelporling (Laetiporus sulphureus), Brombeerrost (Phragmidium violaceum), Rehbrauner Dachpilz (Pluteus cervinus agg.), Mai-Stielporling (Polyporus ciliatus), Schmetterlingstramete (Trametes versicolor)


Die Artenliste vom Ostseeradweg im Küstenschutzwald zw. Brook und Steinbeck im MTB: 1932-431 SO – Warnkenhagen:

Schuppiger Porling (Cerioporus squamosus), Zunderschwamm (Fomes fomentarius), Birkenporling (Fomitopsis betulina), Flacher Lackporling (Ganoderma applanatum), Buchenwald-Wasserfuß (Hydropus subalpinus), Rotbraune Borstenscheibe (Hymenochaete rubiginosa), Grünblättriger Schwefelkopf (Hypholoma fasciculare), Schmetterlingstramete (Trametes versicolor)


Die Artenliste vom Ostseeradweg im Küstenschutzwald zw. Brook und Steinbeck im MTB: 1932-432 SO – Warnkenhagen:

Judasohr (Auricularia auricula-judae), Grünblättriger Schwefelkopf (Hypholoma fasciculare), Dickfußmorchel (Morchella crassipes), Speisemorchel (Morchella esculenta), Rehbrauner Dachpilz (Pluteus cervinus agg.), Schmetterlingstramete (Trametes versicolor)


Sonntag, 03.05.2026:

Der Kuckuck ist frisch aus Afrika zurück und eröffnet mit seinem Ruf den letzten Seminartag.
Foto: Christian Boss

Und schon war der letzte Tag unseres Seminars angebrochen.

Nach dem Frühstück wurden die Zimmer geräumt, sauber gemacht und Autos gepackt. Fast alle packten dann noch mit an, um die Gemeinschaftsräume aufzuräumen und zu putzen. Einige wenige Teilnehmer verabschiedeten sich und fuhren nach Hause, da sie noch andere Termine hatten oder eine weite Heimreise.

Nach der Abnahme des Objektes brachen wir zur unserer Abschluss-Exkursion auf. Ziel war Schloss Bothmer, da dort ausreichend Parkplätze für die vielen Autos zur Verfügung standen.

Elke und Jens aus Berlin nutzten die Gelegenheit, und sahen sich Schloss Bothmer von innen an. Alle Anderen erkundeten gemeinsam den Schlosspark. Und wir wurden trotz geringer Erwartungen nicht enttäuscht!

Aber seht selber…

Catrin (Text, Fotoauswahl und -beschriftung, Artenliste)

 

Gemeinsames letztes Frühstück in der Pension Elme & Horst.
Foto: Christian Boss

 

Nach dem Frühstück sahen wir uns noch die Ergebnisse unseres Färbens an.
Foto: Astrid Rupprecht

 

Und hier die Färbeergebnisse. Je nach verwendetem Material fallen die Farbergebnisse unterschiedlich aus.
Links und rechts vorne: Rottöne vom Blutroten Hautkopf
Links hinten: Graue, Olivgrüne bis hin zu Brauntönen vom Samtfußkrempling
Rechts hinten: Violett vom Zimtfarbenen Weichporling
Oben: Goldgelbe Farbtöne vom Nadelholzbraunporling
Foto: Beatrice Seidel

 

Viele Hände, schnelles Ende. Gemeinsames Aufräumen und Putzen der Küche.
Foto: Phillip Buchfink

 

Bereit zur Abfahrt…
Foto: Astrid Rupprecht

 

Gegen 10.45 Uhr kamen wir auf dem Parkplatz bei Schloss Bothmer an.
Foto: Julia Richardt

 

Von dort ging es in Richtung Schlosseingang.
Foto: Julia Richardt

 

Schon von Weitem zu sehen war diese Lindenallee am Schloss Bothmer – die sogenannte Festonallee. Der Französische Begriff Feston (Girlande) beschreibt sehr gut die Wirkung der klein gehaltenen, gedrungenen Bäume auf den Oberen Flanken eines Hohlweges.
Foto: Beatrice Seidel

 

Diese 270 Meter lange Allee besteht aus ca. 260 – 300 Jahre alten 65 holländischen Königs-Linden (Konings) und wurde nach barocken Gestaltungsprinzipien auf der Symmetrie- und Hauptsichtachse der Schlossanlage des Schlosses Bothmer angelegt.
Foto: Beatrice Seidel

 

Es gibt die Theorie, dass die Bäume bereits in der Barockzeit gespalten worden seien, damit sie diese natürliche Girlande bilden. In den 1930-er Jahren wurden teilweise Eisenringe um die Bäume gelegt, um das Auseinanderbrechen der Stämme unter ihren eigenen Gewicht zu verhindern. Die Linden werden ca. alle 2 Jahre zurück geschnitten.
Da die ursprünglich gepflanzte Sorte heute nicht mehr gezüchtet wird und die Bäume altersbedingt in absehbarer Zeit erneuert werden müssen, werden seit 2011 in der Humboldt-Universität Berlin die Bäume im Reagenzglas nachgezogen.
Foto: Jürgen Samland

 

Blick auf Schloss Bothmer – die größte erhaltene barocke Schlossanlage in Mecklenburg-Vorpommern. Bauherr war Graf Hans Caspar von Bothmer – ein einflussreicher Diplomat und erster Berater des englischen Königs. Er lenkte den Bau direkt aus London von seinem Dienstsitz in der legendären 10 Downing Street. Er hat sein prachtvolles Anwesen aber nie bewohnt, da er noch vor der Fertigstellung im Jahr 1732 in London verstarb.
Foto: Beatrice Seidel

 

Alle stehen gebannt vor diesem Hexenring, während Catrin erklärt, welche Pilze solche Hexenringe bilden können.
Foto: Julia Richardt

 

Und da ist auch schon der erste Verursacher zu finden – Nelken-Schwindlinge (Marasmius oreades). Das ist ein ausgezeichneter Speisepilz, der besonders als Suppen- und Würzpilz geschätzt wird. Seinen Namen verdankt er der Eigenschaft, bei Trockenheit völlig einzuschrumpfen (zu schwinden) und bei Regen wieder frisch aufzuleben.
Foto: Beatrice Seidel

 

Sofort werden alle weiteren Hexenringe auf der Wiese vor dem Schloss abgesucht.
Foto: Jens Hegewald

 

Julia beschwört den Hexenring. Der Name Hexenring geht auf den Volksglauben zurück, da man in diesen runden Formen Versammlungsorte der Hexen sah, deren Betreten magisch oder verboten war.
Foto: Christian Boss

 

Weiter geht es in das Parkgelände. Eine wunderschöne Magnolienblüte.
Foto: Jürgen Samland

 

Der Violette Ölkäfer (Meloe violaceus), auch als Blauer Maiwurm bekannt, ist ein hochgiftiger, flugunfähiger Käfer aus der Familie der Ölkäfer (Meloidae), der in Mitteleuropa unter besonderem Naturschutz steht. Er ernährt sich von Bärlauch, Scharbockskraut, Buschwindröschen und anderen Blütenpflanzen und ist daher viel an Wegrändern, in Gärten und lichten Wäldern zu finden.
Foto: Jürgen Samland

 

Ringelnattern (Natrix sp.) sind ausgezeichnete Schwimmer und jagen primär Amphibien wie Frösche, Kröten, Molche sowie deren Kaulquappen. Seltener erbeuten sie kleine Fische.
Foto: Christian Boss

 

Am Teichrand im Schlosspark wurde etwas entdeckt…
Foto: Beatrice Seidel

 

Julias Auftritt als Hexe im Hexenring hat wohl etwas bewirkt. Maipilze (Calocybe gambosa).
Foto: Catrin Berseck

 

Auch heute begegnete uns im Schloss Bothmer wieder der Gefleckte Aronstab (Arum maculatum). Wenn das mal kein Zeichen ist…
Foto: Julia Richardt

 

Und tatsächlich – Reni war die glückliche Finderin des Aderigen Morchelbecherlings (Disciotis venosa), im Volksmund auch Flatschmorchel oder aufgrund seines Geruchs Chlorbecherling genannt. Jung ist der Pilz becherförmig und glatt, im Alter flach ausgebreitet (daher „Flatschmorchel“) mit einer stark aderig-runzelig gefalteten Innenseite.
Foto: Beatrice Seidel

 

Im weiteren Verlauf wurden alle Hexenringe im hohen Gras akribisch nach Maipilzen abgesucht.
Foto: Beatrice Seidel

 

Und das erfolgreich.
Foto: Beatrice Seidel

 

Da kaum Jemand einen Korb mit in den Park genommen hat, mussten teilweise die Tüten der Lunchpakete als Sammelbehältnis für die Maipilze her halten.
Foto: Catrin Berseck

 

Gegen 13.00 Uhr beendeten wir unsere Exkursion mit Kaffee und Kuchen auf dem Parkplatz.
Foto: Monika Leister

 

Wir – vor allem Phillip, Catrin und die anderen fleißigen Helfer aus dem Verein – möchten uns noch einmal bei allen Teilnehmern bedanken. Jeder hat seinen Beitrag dazu geleistet und sich eingebracht – sei es durch seine Kenntnisse über Pflanzen, Bäume, Tiere oder andere interessante Themen.

Schon das alleine hat uns die Arbeit und Zeit, die wir in die Vorbereitung und Durchführung des Seminars investiert haben, vergessen lassen.

Wir hoffen, dass euch diese Veranstaltung auch gefallen hat. Wir freuen uns bereits auf eine rege Teilnahme an unserem Herbstseminar.

Der Termin und der Veranstaltungsort für unser Herbstseminar stehen derzeit noch nicht fest – werden aber zu gegebener Zeit unter Termine zu finden sein. Schaut also regelmäßig dort nach – dieses mal wird es keine weitere Vorankündigung geben. Die Reihenfolge der Anmeldungen entscheidet – wer es zuerst liest, hat die besten Chancen, einen der begehrten Plätze zu ergattern…

Eure Pilzfreunde vom Steinpilz Wismar „Reinhold Krakow“ e.V.


Die Artenliste vom Schlosspark Bothmer im MTB: 2032-244 NO – Klütz:

Angebrannter Rauchporling (Bjerkandera adusta), Maipilz (Calocybe gambosa), Adriger Morchelbecherling (Disciotis venosa), Stäublings-Schleimpilz (Enteridium lycoperdon), Brandkrustenpilz (Kretzschmaria deusta), Nelkenschwindling (Marasmius oreades), Riesenporling – alter FK (Meripilus giganteus)


 

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