03.06.2026 – MTB 1937/1 – bei Hohenfelde
Mittwochsexkursion
Messtischblatt Hanstorf
03. Juni 2026
Auch für Pilz- und Naturinteressierte Gäste
Im MTB 1937/1 – bei Hohenfelde
Weiter geht es mit den Kartierungsexkursionen in einem neuen Messtischblatt. Mittlerweile haben sich die Aufzeichnungen von Reinhold angefunden, in denen er 2021 die Auslosung der MTB vorgenommen hat und die Reihenfolge der Kartierungen aufgeschrieben hat. Ab sofort werden wir nach diesen Aufzeichnungen die Gebiete für die Kartierungen festlegen.
So begannen wir dann heute mit der 2021 von Reinhold ausgelosten Nr. 27 – dem MTB 1937 – Hanstorf und dort im 1. Quadranten. Diese Kartierungsexkursion war eigentlich bereits Ende 2024 geplant – fand aber aufgrund von Reinholds Erkrankung nicht mehr statt. Das MTB erstreckt sich zwischen Reddelich im Nordwesten, Hohenfelde im Osten und Retschow im Süden.
Wir hatten uns das dem Bad Doberaner Krankenhaus in Hohenfelde gegenüberliegende 38 Hektar große Waldgebiet für unsere heutige Exkursion ausgesucht – den erst am 30.07.2025 eröffneten Heilwald im Waldgebiet Quellholz-Eikhäge. Die hohe Luftfeuchtigkeit und der mäandrierende Bachlauf, der im Bereich des Waldes naturbelassen wurde, zählen zu den Besonderheiten dieses Waldgebietes.
Das Frischpilzaufkommen ließ zu wünschen übrig – trotzdem konnten wir – 4 Pilzfreunde des Steinpilz Wismar „Reinhold Krakow“ e.V. – einige Arten in unsere Kartierungsliste aufnehmen und hatten eine sehr schöne Exkursion in diesem wunderschönen Waldgebiet.
Catrin (Text, Fotoauswahl und -beschriftung), Sylvina (Artenliste)

Gleich auf einer Rasenfläche an unserem Treffpunkt am Parkplatz des Krankenhauses wurden wir von diesen Maipilzen (Calocybe gambosa) begrüßt.
Foto: Catrin Berseck

Gegenüber vom Krankenhaus begannen wir dann unsere heutige Exkursion. Die auf der Schautafel eingezeichneten Wanderwege entsprachen ungefähr unserer gegangenen Runde.
Foto: Catrin Berseck

Der Schwan ist das zentrale Symbol der Stadt Bad Doberan, das tief in der Gründungssage des Zisterzienserklosters verwurzelt ist und bis heute das offizielle Stadtwappen ziert. So ist es auch nicht verwunderlich, dass diese Schwanenskulptur am Eingang des Heilwaldes zu finden ist.
Foto: Catrin Berseck

Unser Rundweg begann im Süden des Heilwaldes in einem Buchenwaldabschnitt. Im Hintergrund sehen wir Hügelgräber aus der Bronzezeit.
Foto: Catrin Berseck

Frische Brandkrustenpilze (Kretzschmaria deusta) fanden wir heute an fast allen Totholzstubben.
Foto: Catrin Berseck

Die Ährige Teufelskralle (Phyteuma spicatum) – auch Weiße Teufelskralle oder Ährige Rapunzel genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Glockenblumengewächse. Sie gilt unter Kennern als eines der schmackhaftesten heimischen Pflanzen. Sowohl Blätter, Blütenknospen und Wurzeln können verzehrt werden.
Foto: Christian Boss

Die Blüte der Ährigen Teufelskralle ist eine dichte, walzenförmige Ähre. Die Einzelblüten sind vor dem Aufblühen typisch gekrümmt („Teufelskrallen“) und färben sich beim Aufblühen gelblich-weiß bis cremeweiß.
Foto: Christian Boss

Blick in den zu diesem Zeitpunkt noch wolkenlosen Himmel. Das änderte sich aber später noch.
Foto: Christian Boss

Blutmilchpilz (Lycogala epidendrum). Im jungen Zustand leuchten die kugeligen Fruchtkörper auffällig korallenrot, lachsfarben oder rosa und es tritt das unreife Sporenpulver als eine zähflüssige, rosa bis blutrote Flüssigkeit heraus.
Foto: Christian Boss

Beim Reifen verfärbt sich der Blutmilchpilz graubraun bis dunkelbraun und trocknet ein. Zur Reife platzt er ungleichmäßig auf und gibt den rosagrauen Sporenstaub frei – er wird deswegen auch Milchstäubling genannt.
Foto: Christian Boss

Auf so viel Totholz gibt es natürlich auch Pilze. Hier der Striegeligr Schichtpilz (Stereum hirsutum).
Foto: Christian Boss

Der Striegelige Schichtpilz ist zottig bis striegelig behaart. Die Färbung reicht von Gelborange bis Gelbbraun, wobei der wellige Rand oft auffallend eidottergelb leuchtet.
Foto: Christian Boss

Zur Abwechslung mal Frischpilze – Gemeine Waldfreund-Rüblinge (Gymnopus dryophilus agg.).
Foto: Christian Boss

Gelbe Lohblüte (Fuligo septica), im Volksmund auch häufig als Hexenbutter bezeichnet.
Foto: Christian Boss

Die Gelbe Lohblüte gehört zu den Schleimpilzen. Das Gebilde kriecht mit einer Geschwindigkeit von wenigen Zentimetern pro Stunde über den Untergrund, um Bakterien und organische Stoffe aufzufressen.
Foto: Christian Boss

Vielgestaltige Holzkeule (Xylaria polymorpha). Die Form ist extrem variabel (daher polymorpha). Die Fruchtkörper wachsen unregelmäßig keulenförmig, knollig oder fingerartig gezackt. Sie stehen oft in gespenstisch wirkenden Büscheln zusammen.
Foto: Catrin Berseck

Und kurz vor Ende unseres Rundganges beobachteten uns dann noch diese beiden Buchen…
Foto: Christian Boss
Die Artenliste aus dem Kur- und Heilwald Bad Doberan (Quellholz, Eikhäge und Amerikagehölz)– 1937/122 NW Hanstorf:
Buchen-Rindenschorf (Ascodichaena rugosa), Tintenstrichpilz (Bispora antennata), Angebrannter Rauchporling (Bjerkandera adusta), Mai-Ritterling (Calocybe gambosa), Zunderschwamm (Fomes fomentarius), Gelbe Lohblüte (Fuligo septica), Waldfreund-Rübling agg. (Gymnopus dryophilus agg.), Zimtfarbiger Weichporling (Hapalopilus nidulans), Buchenwald-Wasserfuß (Hydropus subalpinus), Rötliche Kohlenbeere (Hypoxylon fragiforme), Schwefelporling (Laetiporus sulphureus), Blutmilchpilz (Lycogala epidendrum), Breitblättriger Rübling (Megacollybia platyphylla), Früher Faserling (Psathyrella spadiceogrisea), Spaltblättling (Schizophyllum commune), Striegelige Tramete (Trametes hirsuta), Buckel-Tramete (Trametes gibbosa), Schmetterlings-Tramete (Trametes versicolor), Vielgestaltige Holzkeute (Xylaria polymorpha), Buchenfruchtschalen-Holzkeule (Xylaria carpophila)
Wann startet die nächste Lehrwanderung? Siehe unter Termine!








