26.08.2026 – MTB 2431/2 – Valluhner Tannen bei Gallin
Mittwochsexkursion
Messtischblatt Zarrentin am Schaalsee
26. August 2026
Auch für Pilz- und Naturinteressierte Gäste
Im MTB 2431/3 – bei Gallin

Blick in einen mit Birken, Kiefern und Heidelbeeren bestandenen Teil der Valluhner Tannen.
Foto: Sylvina Zander
Der 3. Quadrant des Messtischblattes Zarrentin am Schaalsee war heute Ziel unserer 2-wöchig stattfindenen Kartierungsexkursion. Das Gebiet ertreckt sich im Norden von Zarrentin bis Gallin Ausbau im Süden. Von Westen nach Osten begrenzen Valluhn und Lüttow unser Kartierungsgebiet.
Wir entschieden uns im Vorfeld für die Valluhner Tannen südlich der A24 bei Gallin. In diesem Waldgebiet dominieren Kiefernwälder auf trockenen Sandstandorten. Eingestreut finden wir vereinzelt Fichten und Douglasien – aber auch Eichen, Buchen und Birken.
Wir entschieden uns für die Valluhner Tannen südlich der A24 bei Gallin. In diesem Waldgebiet dominieren Kiefernwälder auf trockenen Sandstandorten. Eingestreut finden wir vereinzelt Fichten und Douglasien – aber auch Eichen, Buchen und Birken.
Für uns war dieses Gebiet Neuland. Allerdings waren heute außer Sylvina und Catrin vom Steinpilz Wismar „Reinhold Krakow“ e.V. fünf pilzinteressierte Teilnehmer mit dabei. Darunter auch Christoph, der uns als Ortskundiger durch „seinen“ Wald führte.
Heute begannen wir unsere Exkursion mal anders. Da ich aufgrund der Trockenheit bereits vorher von nicht so vielen Pilzfunden ausgegangen bin, habe ich seit dem Wochenende bereits einige Pilze im Kühlschrank aufbewahrt und zu dieser Exkursion mitgebracht. So konnte ich gleich zu Beginn einige Röhrlinge sowie Täublinge, Grüne und Gelbe Knollenblätterpilze sowie die Unterschiede zwischen essbaren und giftigen Schirmpilzen erklären.
Es war mal wieder eine sehr schöne Exkursion mit erwartungsgemäß wenig Funden – aber in einem sehr schönen Gebiet mit netten und naturinteressierten Teilnehmern.
Hier ein kurzer Einblick vom heutigen Tag.
Catrin (Text, Fotoauswahl und -beschriftung), Sylvina (Artenliste)

Unser heutiger Treffpunkt am Eingang zu den Valluhner Tannen war der Döner Stopp im Gewerbegebiet südlich der A24. Die dortigen Bänke waren ideal für ein einstündiges kleines Pilzseminar mit den von Catrin mitgebrachten Pilzen.
Foto: Sylvina Zander

Hier erklärt Catrin Merkmale und Unterschiede zwischen den essbaren Gemeinen Riesenschirmlingen und den giftigen Garten-Safranschirmlingen.
Foto: Sylvina Zander

Der nette Herr mit Hut meldete sich als Urlauber und normaler Pilzsammler zu dieser Exkursion an. Am Ende der Wanderung outete Micha sich als Pilzsachverständiger aus Bayern. 😅
Foto: Sylvina Zander

Der Boden ist dort mit sehr vielen Heidelbeersträuchern bedeckt. Die wilde Waldheidelbeere gilt in der Natur als klassische Zeigerpflanze (Bioindikator) für sauren Boden.
Foto: Sylvina Zander

Und dann zeigten sich auch gleich die ersten Pilze am Wegrand unter den Kiefern. Kupferrote Geldfüße (Chroogomphus rutilus) – ein reiner Symbiosepartner von Kiefern.
Foto Sylvina Zander

Die Lamellen des Kupferroten Gelbfußes stehen recht weit auseinander und laufen sichtlich am Stiel herab. Jung sind sie gelborange bis grau, im Alter färben sie sich durch das reife Sporenpulver dunkel bis violettschwarz.
Foto: Sylvina Zander

Der Eichenmehltau (Erysiphe alphitoides) ist eine weit verbreitete Pilzerkrankung in Europa, die vor allem Stieleichen und Traubeneichen betrifft. Die Erkrankung äußert sich durch einen charakteristischen, mehlartig weißen Belag auf den Blattoberseiten. Der Pilz infiziert fast ausschließlich junge Blätter, die weniger als drei Wochen alt sind. Der Eichenmehltau gehört zu den „Schönwetterpilzen“. Er breitet sich besonders intensiv bei hohen Temperaturen, viel Sonnenschein und geringer Luftfeuchtigkeit aus.
Foto: Sylvina Zander

Vertrocknete Exemplare des Getropften Saftporlings (Calcipostia guttulata) an einem Nadelholzstubben.
Foto: Sylvina Zander

Ein weiterer Porling des Nadelwaldes, der vor allem als Wurzelparasit oder Folgezersetzer am Fuße von Nadelbäumen wächst. Schön gefärbte Fruchtkörper des Nadelholz-Braunporlings (Phaeolus schweinitzii).
Foto. Sylvina Zander

Die Poren auf der Unterseite des Nadelholzbraunporlings sind olivgelb bis graubräunlich und oft labyrinthisch.
Foto: Sylvina Zander

Ein von Alter und Trockenheit orange gefärbter und verholzter Klebriger Hörnling (Calocera cornea). Er wächst als Folgezersetzer ausschließlich auf morschem Nadelholz – oft auf Fichten- oder Kiefernstümpfen.
Foto: Sylvina Zander

Wir erreichten und durchquerten danach einen lichten Waldbereich, der hauptsächlich aus Altbuchen und Kiefern bestand und ein paar eingestreute Birken hatte.
Foto: Sylvina Zander

Hier wurde ein Eichelhäher (Garrulus glandarius) gerissen. Übrig blieben Flügeldecken-Federn mit der typischen hellblau-schwarzen Musterung.
Foto: Sylvina Zander

Und ein paar Pilze gab es hier auch. Vertrocknete Grünblättrige Schwefelköpfe (Hypholoma fasciculare).
Foto: Sylvina Zander

Versteckt in einem Nadelholzstubben wachsende Dickschalige Kartoffelboviste (Scleroderma citrina).
Foto: Sylvina Zander

Und dann kam der Aufschrei einer Teilnehmerin – sie hatte eine Krause Glucke (Sparassis crispa) am Fuß einer Kiefer gefunden.
Foto Sylvina Zander

Wir begaben uns jetzt langsam auf den Rückweg gingen dann durch ein vorwiegend mit Buchen und Kiefern lichtes Waldstück in Richtung Waldrand.
Foto: Sylvina Zander

Eine zur Harzgewinnung angeritzte Kiefer wird untersucht – ein in der DDR bedeutendes Verfahren. Die Rinnen wurden Harzlachten genannt.
Foto: Sylvina Zander

An etlichen Bäumen am Waldrand sind Nistkästen angebracht – so wie hier für Fledermäuse. Wie uns Christoph erklärte, wird dort einmal jährlich eine Vogelzählung durchgeführt.
Foto: Sylvina Zander

Hier weitere Nistkästen – der obere für Kleiber, der untere vermutlich für Baumläufer. Nach dem Ausfliegen (ab Spätsommer/Herbst) werden die Kästen gesäubert und anhand von Nestmaterial und Eierschalenresten geprüft, ob und von welcher Art die Kästen genutzt wurden.
Foto: Sylvina Zander

Kein Vogel, sondern ein Nachtfalter aus der Familie der Spanner. Hier sehen wir einen der Zackenrandspanner (Ennomos sp.).
Foto: Sylvina Zander

Am Wegrand zum Abschluss noch ein vertrockneter Riesenschirmling (Macrolepiota procera).
Foto: Sylvina Zander
Die Artenliste aus den Valluhner Tannen bei Gallin – MTB: 2431/334 SW Zarrentin am Schaalsee:
Birnenstäubling (Apioperdon pyriforme), Getropfter Saftporling (Calcipostia guttulata), Klebriger Hörnling (Calocera cornea), Kupferroter Gelbfuß (Chroogomphus rutilus), Eichenmehltau (Erysiphe alphitoides), Zunderschwamm (Fomes fomentarius), Gelbe Lohblüte (Fuligo septica), Grünblättriger Schwefelkopf (Hypholoma fasciculare), Kiefernnadel-Spaltlippe (Lophodermium pinastri), Parasol (Macrolepiota procera), Nadelholz-Braunporling (Phaeolus schweinitzii), Birkenporling (Piptoporus betulinus), Dickschaliger Kartoffelbovist (Scleroderma citrinum), Krause Glucke (Sparassis crispa), Körnchen-Röhrling (Suillus granulatus)
Wann startet die nächste Lehrwanderung? Siehe unter Termine!






