02.09.2020 – Mittwochsexkursion

02. September 2020 – Kartierungsexkursion am Mittwoch

Mittwochsexkursion

Auch für interessierte Gäste

Es ging in das Messtischblatt 2332 = Roggendorf

Das Roggendorfer Moor am sonnigen Mittwoch, dem 02. September 2020.

Pünktlich zum Monatsbeginn habe ich heute mit einer neuen Topographischen Karte im Maßstab 1 : 25 000 begonnen. 2332 = Roggendorf, ganz im Westen Mecklenburgs. Die Karte wurde noch einmal geviertelt, so dass es in den 1. Quadranten ging. Dieses Messtischblatt hatte ich im Sommer 2018 schon einmal im Rahmen der Mittwochsexkursionen in Arbeit. Damals während der langen Trockenheit, so dass nur wenige Frischpilze im Angebot waren. Nun haben wir September und damit einen der pilzreichsten Monate des Jahres. Ziel war das Roggendorfer Moor. Auch bei geringem Pilzaufkommen ein sehr beeindruckendes Gebiet. Umgeben von Feuchtwäldern finden wir im inneren eine Moorheide mit Birken, Heidekraut und Blaubeeren vor. Die ehemaligen Torfstiche haben sich in eine Seenlandschaft verwandelt. Inzwischen hat man begonnen, das Große Moor, wie es offiziell auf der Karte bezeichnet wird, zu rekultivieren und den Wasserstand anzuheben. Trotzdem kamen wir trockenen Fußes durch dieses einmalig schöne Gebiet zur Bestandsaufnahme. Einzig der dort hinein führende Waldweg ist in der letzten Zeit derart zugewuchert, dass es schon zu einem kleinen Abenteuer wurde, in das Kerngebiet zu gelangen. Außer meiner Wenigkeit waren Vereinsmitglied Christopher Engelhardt und zwei Urlauber aus Süddeutschland mit dabei. Hier einige Bilder:

Chris Engelhardt beim fotografieren.

Graugrüner Dachpilz (Pluteus salicinus) an feuchtem Laubholz.

Ein junger Behangener Faserling oder Lilablättriger Mürbling (Psathyrella candolleana).

An Laubholz findet sich gelegentlich die Großporige Datronie (Datronia nollis).

Selbst die Blätter der Jungeiche sind vom zimtfarbenen Sporenstaub des Flachen Lackporlings (Ganoderema lipsiense) bedeckt.

Der Mehlpilz (Clitopilus prunulus) signalisiert Steinpilz – Alarm.

Nicht weit weg fand sich unüblicherweise ein Sommersteinpilz (Boletus reticulatus).

Das die schwach giftigen Kartoffelboviste (Scleroderma) nicht zu den Bauchpilzen, also den Stäublingen und Bovisten gehören, beweist der Befall vom Goldschimmel, der nur auf Röhrlingen vorkommt.

Im Kernbereich des Roggendorfer Moores.

Die ehemaligen Torfstiche sind zu einer Seenlandschaft geworden.

Ja, was haben wir denn hier? Ist es vielleicht ein Täubling? Foto Christopher Engelhardt.

Weit gefehlt! Der Fachmann hätte es gleich sehen müssen. Der Blaublättrige Schleimfuß (Cortinarius delibutus) fühlt sich unter den Birken im Roggendorfer Moor offensichtlich wohl, da ich ihn bereits in früheren Jahren hier feststellen konnte.

Das war doch ein sehr schöner Fund, wie mit Freude festgestellt wurde!

Bei so vielen Birken darf natürlich nicht der Birken – Zungenporling (Piptoporus betulinus) fehlen.

Am bemoosten Eichenstamm zwei Helmlinge. Die Nachbestimmung von Chris ergab den Gallen – Helmling (Mycena erubescens). Er gehört in die Sektion lactea und somit zu einer Gruppe von Helmlingen, die einen unterschiedlich gefärbten Milchsaft absondern. Bei dieser Art ist er wässrig und der Pilz schmeckt Galle bitter. Für M-V ist es der 3. Nachweis. Ob er wirklich so selten ist? Vielleicht auch übersehen! Standortfoto von Chris Engelhardt.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA – Goldgelber Fadenstachelpilz (Mycoatia aurea) an totem Laubholzstamm. Foto und Bestimmung von Christopher Engelhardt.


Die Artenliste von MTB 2332/1 – Roggendorfer Moor: Graublauer Dachpilz, Goldgelber Fadenstachelpilz, Echter Zunderschwamm, Vielgestaltige Holzkeule, Geweihförmiger Schleimpilz, Halbresupinater Weichporling, Mai – Stielporling, Rosshaarschwindling, Schuppiger Porling, Waldfreund – Rübling, Heftel – Nabeling, Dickschaliger Kartoffel – Hartbovist, Flacher Lackporling, Gallen – Helmling, Knopfstieliger Rübling, Lilablättriger Mürbling, Samtiger Schichtpilz, Gemeiner Spaltblättling, Großporige Datronie, Rotrandiger Baumschwamm, Ockergelbe Tramete, Eichen – Mehltau, Blaublättriger Schleimfuß, Birken – Zungenporling, Sommersteinpilz, Judasohr, Goldschimmel


Wer Lust hat, dabei zu sein, sollte sich unter folgenden Telefon – Nummern melden oder rechtzeitig eine Mail zusenden.

Tel.: 03841/228917 oder Handy: 0173/6977219

E – Mail: steinpilz.wismar@t-online.de

Wann startet die nächste Mittwochsexkursion? – Siehe unter Termine!