Pilztagebuch August 2012/2

Wetter und Pilzwachstum im Nordewesten Mecklenburgs

Tagebuch Wetter und Pilze August 2012/2

Ob die Sommerpilze wohl in dieser Saison noch richtig loslegen? Bis jetzt war es ja mehr als bescheiden. Diese wärmeliebenden und essbaren Fahlen Röhrlinge (Boletus impolitus) fotografierte Andreas Okrent kürzlich am Ufer des Schweriner See. Sie wachsen auf schwerem Lehmboden unter Eichen und sind auch an ihrem starken Phenolgeruch gut zu erkennen.

Ob die Sommerpilze wohl in dieser Saison noch richtig loslegen? Bis jetzt war es ja mehr als bescheiden. Diese wärmeliebenden und essbaren Fahlen Röhrlinge (Boletus impolitus) fotografierte Andreas Okrent kürzlich am Ufer des Schweriner Sees. Sie wachsen auf schwerem Lehmboden unter Eichen und sind auch an ihrem starken Phenolgeruch gut zu erkennen.

Donnerstag, 16. August – Die echten Sommerpilze brauchen natürlich ein recht hohes Temperaturniveau und das hat es in diesem Sommer bei uns kaum gegeben. War kurzzeitig einmal Sommerluft da, wurde sie von Nordwesten gleich wieder durch kühlere Meeresluft ersetzt. Im Südosten Deutschlands konnte sie sich meist noch länger halten. Als Folge etablierte sich oftmals eine von Südwest nach Nordost verlaufende Luftmassengrenze über Mitteleuropa mit Regenfällen und Gewittern. Das gleiche Szenario scheint sich nun wieder anzubahnen, nur das wir jetzt die für uns heißest mögliche Luftmasse bekommen. Es stehen also noch mal echte „Hundstage“ in`s Haus. Dieser Umstand könnte tatsächlich noch einmal als positiver Impuls für die wärmeliebende Pilzflora gewertet werden, zumal sich die tropische Hitze auch bei uns mindesten drei Tage halten soll, dann wird sie voraussichtlich  wieder von Nordwesten her nach Südosten abgedrängt. Das wird natürlich auch mit einigen Gewittern verbunden sein. Ob damit auch nenneswerte Regenfälle einher gehen, muss abgewartet werden. Inzwischen soll es auch in anderen Regionen unseres Landes mit dem Pilzaufkommen wieder deutlich bergab gehen. So schrieb mir heute eine treue Tagebuchleserin aus Baden Würtemberg, dass es noch vor einigen Wochen recht gut war, aber jetzt der Wald ausgetrocknet sei und die restlichen Pilze gleich mit. Heute hat zwar eine Kaltfront in weiten Teilen Deutschlands Regen gebracht, stellenweise sogar bis zu 50 Liter!, bei uns war es aber kaum der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Heute habe ich wieder unsere Austtellungspilze ausgetauscht. Es liegen 87 Arten auf den Flächen. Neu mit dabei in diesem Jahr: Riesen – Schirmpilz, Orangeroter Graustiel – Täubling, Kompost – Champignon, Falscher Pfifferling, Weinroter Graustiel – Täubling, Falscher Rotfußröhrling, Blaugrauer Täubling und Vielfarbiger Täubling.

Der August und September ist auch die Zeit der Erlen - Kremplinge (Paxillus filamentosus). Sie wachsen traditionell auch unter den Erlen am Roten See. Vom Kahlen Krempling unterscheiden sie sich durch den geschuppten Hut, hellere, holzfarbene Lamellen und oft büscheliges Wachstum. Giftverdächtig! Standortfoto am 15.08.2012.

Der August und September ist auch die Zeit der Erlen - Kremplinge (Paxillus filamentosus). Sie wachsen traditionell unter den Erlen am Roten See. Vom Kahlen Krempling unterscheiden sie sich durch den geschuppten Hut, hellere, holzfarbene Lamellen und oft büscheliges Wachstum. Giftverdächtig! Standortfoto am 15.08.2012.

Freitag, 17. August – Nach dem der bedeckte Himmel und der leichte Regen gestern sowie der Nebel in der vergangenen Nacht wie eine Erholung nach den sonnigen und trockenen Tagen für die wenigen frisch wachsenden Pilze gewesen sein dürfte, rollt nun ab morgen tropische Hitze auf uns zu, die nicht nur uns Menschen, sondern auch den Pilzen zu schaffen machen wird. Aufgrund von Andreas seinen Sommersteinpilz – Funden, kontrollierte Irena und ich heute morgen einige unserer ergiebigsten Standorte dieser Sommerröhrlinge auf leichten Sandböden, aber nichts zu machen, kein einziger erfreute uns mit seinem Anblick. Dafür machten uns aber die schönsten, meist noch geschlossenen Riesen – Schirmpilze deutlich, dass es sich tatsächlich um den erwarteten Wachstumsschub handelt. Auch Körnchen – Röhrlinge unterstrichen dieses zusätzlich und wir haben die ersten Kupferroten Gelbfüße der Saison gefunden. Im Anschluß zog ich noch eine kleinere Runde im Rahmen meiner Waldumrundung im Bereich des Stedersees bei Warin. Es handelte sich hier überwiegend um eine Altkiefernkante mit angrenzender Wiese- und Weidefläche, teils Trockenrasenvegetation. Hier überaschten mich recht viele Küchenschwindlinge, die in Frankreich hochgeschätzten und teuer gehandelten Würzdelikatessen (Knoblauch!). Ansonsten einige Täublinge, Perlpilze, Körnchen Röhrlinge u.s.w.. Jetzt muss ich aber Schluß machen, denn es geht heute noch zu unserer ersten Nachtwanderung in das Radebachtal bei Blankenberg. Ich bin gespannt, was uns hier erwartet!

Und hier noch ein wunderschöns Bild von einer Dreiergruppe Sommersteinpilze (Boletus reticulatus), die Andreas Okrent vorgestern im Haushalt Forst fand. Hängt man diesen dreien eine null an, kommt man auf die Gesamtzahl seiner Ernte dieser beliebten Röhrlingsart, die wir von Mai - September (Oktober) unter Eichen und Buchen finden können.

Und hier noch ein wunderschöns Bild von einer Dreiergruppe Sommersteinpilze (Boletus reticulatus), die Andreas Okrent vorgestern im Haushalt Forst fand und hier standortversetzt fotografierte. Hängt man diesen dreien eine null an, kommt man auf die Gesamtzahl seiner Ernte dieser beliebten Röhrlingsart, die wir von Mai - September (Oktober) unter Eichen und Buchen finden können.

Sonnabend, 18. August – Unsere gestrige Pilzwanderung durch das Radebachtal bei Nacht war für alle 16 Teilnehmer ein völlig neues und unvergessliches Erlebniss. Das Wetter konnte dazu nicht besser sein. Wolkenloser Sternenhimmel, windstille und laue Temperaturen. Beim Start war es noch hell, aber nach etwa einer Stunde war ohne unsere Strinlampen, die sich hervorragend bewährt haben, nichts mehr zu machen. Das Pilzaufkommen war überaschend gut und vielfältig. Trotz zunehmender Dunkelheit fanden wir so viele verschiedene Pilze, wie fast auf unseren gesammten, herkömmlichen Pilzwanderungen in diesem Jahr zusammen genommen. Die Artenvielfallt hat hier deutlich zugenommen und die unterschiedlichsten Pilze begleiteten uns fast auf Schritt und Tritt. Zudem wurden sie durch die Lichtkegel unserer Lampen auf das vorzüglichste in Szene gesetzt. Keiner von uns hätte je vermutet, dass das nächtliche Pilzesuchen so viel Spass machen würde und viele Pilze sogar besser zu finden waren, als bei Tageslicht. Im Anschluß wurde noch unser Dreibock am Tempziner See aufgestellt und es gab Pilzsoljanka, Erbseneintopf sowie Bockwurst unter nächtlichem Sternenhimmel und die Rufe der Waldohreule und des Waldkäuzchens sorgten für die entsprechende romantische Stimmung. Siehe auch unter „Nachtwanderung im Radebachtal“. Nach kurzer Nacht ging es für mich heute morgen bereits wieder zur nächsten, individuellen Pilzwanderung. Jetzt wieder ganz und gar konventionell bei Tageslicht und Sonnenschein. Siehe unter „Individuelle Pilzwanderungen 2012). Unser Ziel war der Schlemminer Forst. Die Artenvielfalt war hier zwar geringer, dafür erwischten wir gerade den Anfang des ersten Wachstumsschubes von Echten Steinpilzen in diesem Jahr. Das Pilzwachstum startet also doch noch, zumindest regional, recht gut durch. Auch Eichen – Filzröhrlinge, Rotfüßchen, Goldröhrlinge, Hexen – Röhrlinge und vereinzelte Maronen waren mit dabei. Wenn es aber in kürze keinen nenneswerten Regennachschub gibt, dürfte es ab spätestens übernächster Woche schon wieder abflauen, zudem die gegenwärtige, extreme Hitze, die Wälder zusätzlich stark austrockenen wird!

Zumindest regional können unter Buchen im Westmecklenburger Raum ab sofort die ersten Echten Steinpilze (Boletus edulis) in dieser Saison gefunden werden. Ich erwarte aber eher einen leichten bis höchstens mässigen Wachstumschub. Bis auf einige hungrige Schnecken, scheint die Qualität recht gut zu sein.

Zumindest regional können unter Buchen im Westmecklenburger Raum ab sofort die ersten Echten Steinpilze (Boletus edulis) dieser Saison gefunden werden. Ich erwarte aber eher einen leichten bis höchstens mässigen Wachstumsschub. Bis auf einige hungrige Schnecken, scheint die Qualität recht gut zu sein, was sich aber bei der gegenwertigen, tropischen Hitze sehr schnell ändern kann! Standortfoto am 18.08.2012.

Sonntag, 19. August – Eine Hitze wie im Brutkasten hat sich über ganz Deutschland ausgebreitet. Da zieht es gewiss kaum jemanden in den Wald zum Pilzesuchen, obwohl jetzt tatsächlich einige wachsen. Die Niederschläge der ersten August – Dekade haben das Pilzaufkommen in dieser Woche deutlich besser werden lassen. Viele Pilzsucher machen den Fehler, nach stärkeren Regenfällen mit vorausgegangener, längerer Trockenheit, gleich unmittelbar danach in die Pilze zu gehen und sind enttäuscht, wenn sie nichts finden. Zieht dann sonniges Sommerwetter ein, denkt keiner mehr an die Pilze und die Leute fahren zum Strand. Das ist natürlich auch das Sinnvollste, was man bei einem solchen Wetter machen kann. Es dauert ebend seine Zeit, bis die Pilze wieder sprießen. Frühestens nach 10 – 14 Tagen macht es Sinn. Dieser Tage erleben wir nun, trotz der Hitze und des sonnigen Wetters, den Höhepunkt des leichten Wachstumsschubes der eingangs erwähnten Niederschläge. Die Pilze werden bei diesen Temperaturen aber schnell an Qualität verlieren und wenn es nicht bald wieder ergiebig regnet, wird es wohl nicht mehr lange dauern, bis alles schon wieder der „Schnee“ von gestern sein wird. Auch morgen soll die Backofenhitze noch anhalten, es sollen aber bereits einige Gewitter für eine allmähliche Abkühlung sorgen. Gewitter kann es morgen besonders auch nordöstlich der Elbe, also bei uns, geben. Ob damit stärkere Regenereignisse verbunden sein werden, ist aber fraglich. Sicher wird es hier und da einige heftige Güsse geben, aber ob das ausreichen wird, das gerade begonnene Pilzwachstum zu stützen und aufrecht zu erhalten?. Ergiebige Regenfälle sind nähmlich beim 14 – Tage Trend bei www.wetter-online.de nicht auszumachen. Bleiben die Nierderschläge zu gering, wird ein Durchbruch in Richtung pilzreicher Hochsaison auf sich warten lassen.

Die wärmeliebenden Wurzelnden Bitter - Röhrlinge (Boletus radicans) sind in der letzten Zeit schon reichlich an ihren angestammten Plätzen erschienen. Ob die Hitze in den nächsten Wochen noch weitere, teils noch seltener Pilze sprießen lassen wird, die ein solch warmes Wetter als Wachstumsauslöser benötigen?. Standortfoto von Andreas Okrent bei Schloß Wiligrad.

Die wärmeliebenden Wurzelnden Bitter - Röhrlinge (Boletus radicans) sind in der letzten Zeit schon reichlich an ihren angestammten Plätzen erschienen. Ob die Hitze dieser Tage in den nächsten Wochen weitere, teils noch seltenere Arten sprießen lassen wird, die ein solch warmes Wetter als Wachstumsauslöser benötigen?. Standortfoto von Andreas Okrent am 15.08.2012 bei Schloß Wiligrad.

Montag, 20. August – Heute Vormittag überquerte uns eine Luftmassengrenze mit gebietsweise heftigen Schauern und Gewittern. Besonders im südlichen Bereich Westmecklenburgs gab es turbulente Wettererscheinungen mit Starkregen und Gewitterstürmen. Hier kamen recht verbreitet zwischen 5 und 10 Liter pro Quadratmeter zusammen. Danach setzte sich nur noch hochsommerlich warme Luft durch und die tropische Hitze wurde abgedrängt. Auch morgen kann es besonders in den südlicheren Bereichen weitere Schauer und Gewitter geben, die sich in der Nacht zum Mittwoch mit Durchzug eines Gewittertiefs noch verstärken können. Ich hoffe, es sind damit auch ergiebige Niederschläge verbunden, denn die Hitze hat wie erwartet deutliche Spuren in Bezug auf die Qualität der Pilze hinterlassen. Am Sonntag treffen sich wieder die Pilzfreunde aus Rehna und Wismar am Roten See bei Brüel. Diesbezüglich war ich heute vorab zu einer kleinen Informationstour am Deichelsee unterwegs, um zu schauen, ob es in diesem Jahr eine Chance gibt, den berühmt berüchtigten Satans – Röhrling hier anzutreffen. Zumindest heute lag die Chance bei 100%. Es waren vier Fruchtkörper auszumachen, wobei zwei große Exemplare bereits im Begriff waren, das zeitliche zu segnen, ein weiteres von Schnecken und Käfern nahezu völlig zerfressen war und ein junger Pilz, der noch als Fotomotiv bestens geeignet war. Ansonsten sah man den wenigen anderen Pilzen, meist Röhrlinge wie Sommer- und Echte Steinpilze, Hexenröhrlinge, Rotfüßchen u.s.w., den Hitzestress an und die Qualität ließ mehr als zu wünschen übrig. Ich hoffe, in den nächsten, wieder etwas angenehmeren Tagen, schiebt noch der eine oder andere Nachzügler hinterher und Regen wäre dem Unterfangen mehr als zuträglich. Heute wurde wieder unsere Ausstellung erneuert. Es liegen 104 Arten auf den Flächen, davon erstmals in diesem Jahr mit dabei: Ziegelroter Täubling, Gefleckter Rißpilz, Süßriechender Rettich – Helmling, Mausgrauer Scheidling, Kornblumen Röhrling, Küchen Schwindlinge, Kupferroter Gelbfuß, Gelblicher Knollenblätterpilz, Rauchgrauer Täubling, Hainbuchen – Röhrling, Maronen – Röhrling und Dickblättriger Schwarztäubling.

Von zwei völlig überstständigen und einem stark zerfessenen Satans - Röhrling, war dieses der einzig halbwegs vernünftige und fotogene. Aber auch er war auf der verdeckten Seite bereits von Schnecken halb aufgefressen. Ich habe ihn mitgenommen und in eine Frischhaltedose in den Kühlschrank gelegt, damit wir am Sonnatag, falls keine mehr nachwachsen sollten, wenigstens eine zum Zeigen haben. Am Standort hätte er es bis Sonntag nicht mehr geschaft zu überleben. Standortfoto am 20.08.2012.

Von zwei völlig überstständigen und einem stark zerfressenen Satans - Röhrling (Boletus satanas), war dieser der einzige, halbwegs Fotogene. Ich habe ihn mitgenommen und hoffe ihn in einer Frischhaltedose im Kühlschrank bis Sonntag, falls keine mehr nachwachsen sollten, frisch zu halten, damit wir wenigstens einen zum zeigen haben. Im Wald hätte er es bis dahin nicht überlebt. Standortfoto am 20.08.2012. Rote Liste 2 = stark gefährdet!

Dienstag, 21. August – Unser Pilzfreund Andreas Herchenbach war heute im Radebachtal unterwegs und war vom Pilzaufkommen enttäuscht. Fanden wir noch am Freitag, zu unserer Nachtwanderung, recht viele Pilze, so sah es heute schon wieder sehr trübe aus. Die trockene Hitze hat ihren Tribut gefordert. Jetzt muss ganz dringend ergiebiger Regen her! Falls noch Substanz im Boden sein sollte, könnte es innerhalb kürzester Zeit wieder besser werden. Wenn nicht, kommt es trotz regens wieder zum Einbruch. Dann wäre wirklich alles nur ein kurzes Aufflackern gewesen. Und Regen scheint ja in Arbeit zu sein. Ein von Westen her zur Ostsee ziehendes Gewittertief wird heute Nacht wieder vielerorts für heftige Turbulenzen sorgen. Jetzt am Abend entstehen immer mehr Gewitterzellen und der Schwerpunkt der Unwetteraktivität soll sich im Verlauf zu uns in den Nordosten verlagern. Laut aktueller Niederschlagsprognose bei www.wetter-online.de kann es besonders in Schleswig Holstein und Mecklenburg Vorpommer erhöhte Regenmengen, teils bis zu 20 Liter geben. In einzelnen, starken Gewitterzellen, können auch 40 Liter oder mehr zusammen kommen! Natürlich kann es daneben auch wieder Gebiete geben, in denen kaum nennenswerter Regen fallen könnte. Morgen sind wir schlauer!

Diese recht jungen Steinpilze (Boletus edulis) habe ich gestern im Deichelseegebiet fotografiert. Sie weisen nicht zu übersehende Hitze- und Trockenschäden auf. Standortfoto am 20.08.2012.

Diese recht jungen Steinpilze (Boletus edulis) habe ich gestern im Deichelseegebiet fotografiert. Sie weisen nicht zu übersehende Hitze- und Trockenschäden auf. Standortfoto am 20.08.2012.

Mittwoch, 22. August – In der Nacht und auch am Tage zogen gebietsweise heftige Schauer und Gewitter über unsere Pilzregionen. Sie hingen mit dem gestern erwähnten Gewittertief zusammen. Dabei gab es örtlich ergiebige Mengen. Es wird stellenweise von bis zu 30 Litern berichtet. Starke Fallböen sorgten hier und da für Schäden. – Ich traf mich heute morgen mit Andreas Okrent und wir statteten dem Radebachtal einen Besuch ab. Das Pilzaufkommen hat aufgrund der Hitze vom Wochenende stark nachgelassen. Wir freuten uns aber über sehr schöne Igel – Stäublinge und das zweite mal in meiner Pilzlaufbahn konnte ich dem seltenen Grünenden Pfeffermilchling begegnen. Trotz des verherenden Holzeinschlags, der diesem Gebiet, mit seinen vielen Raritäten, schweren Schaden zugefügt und auch die Attraktivität des Radebachtals erheblich beeinträchtigt hat, scheint es immer noch für Überaschungen gut genug zu sein. Danach begaben wir uns zum Haushalt Forst. Auch hier für Ende August sehr bescheiden. Für den normalen Speisepilzsammler wäre auch hier kaum etwas zu hohlen gewesen, es sei denn, man hat etwas mehr Zeit zum Suchen um dann mit Anhängsel Röhrlingen vorlieb nehmen müssen. Der im allgemeinen recht seltene Gelbe Steinpilz, wie er auch genannt wird, war heute der häufigste Röhrling. Anbei suchten wir auch in einigen Parkanlagen, die vor allem mit Eichen bestanden waren. Hier sah es teils deutlich besser aus. Vor allem wärmeliebende Sommerröhrlinge wie Wurzelnde Bitter – Röhrlinge, Flocken- und Netzstielige Hexen – Röhrlinge, Fahle Röhrlinge und einige alte Sommersteinpilze waren hier kaum zu übersehen. Der Top – Fund des Tages war allerdings der Rauhe Wulstling! Diesen Pilz hatte ich bis dato höchstens einmal beiläufig im Buch gesehen. Die Amanita – Art ist anscheinend in ganz Deutschland sehr selten und steht auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Pilzarten!

Der Rauhe Wulstling (Amanita franchettii) wirkt wie ein kleiner Pilzpilz, hat aber kegelschuppige Hüllreste und eine gelb geradete, oberseits ebenfalls geriefte Manschette und gelbe Zonen besonders am Stielgrund. Weinrötliche Töne sind nicht auszumachen. Da über die Genießbarkeit der Art wohl nichts genaues bekannt ist, gilt er vorsichtshalber als Giftverdächtig. Rote Liste Deutschland in Kategorie 4 = potentiell gefährdet!

Der Rauhe Wulstling (Amanita franchettii) wirkt wie ein kleiner Perlpilz, hat aber kegelschuppige Hüllreste und eine gelb gerandete, oberseits ebenfalls geriefte Manschette und gelbliche Flockengürtel am Stiel, besonders zum Stielgrund zu. Weinrötliche Töne sind nicht auszumachen. Da über die Genießbarkeit der Art wohl nichts genaueres bekannt ist, gilt er vorsichtshalber als Verdächtig. Rote Liste, Kategorie 4 = potentiell gefährdet! Unter Eiche im Park bei Schloss Wiligrad.

Donnerstag, 23. August – Heute gehen die Hundstage und damit der Hochsommer zu Ende. Heiß war es aber nur an wenigen Tage zu Beginn und zum Ende dieser Zeitspanne. Die kurze Hitzewelle der letzten Tage hat dem ebenfalls kurzen Wachstumsschub ein jähes Ende bereitet. Gebietsweise ist der Waldboden schon wieder stark ausgetrockenet, ausgenommen die Regionen, die in den letzten Tagen von ergiebigen Gewittergüssen getroffen wurden. So z. B. der Haushalt Forst, in dem wir gestern waren. Hier hat es sehr ergiebig geregnet, wo von die durchweichten Böden und große Pfützen kündeten. Auch im Raum Neukloster/Warin soll es viel gegeben haben und auch Klaus Warning aus Bützow meldete starke Regenfälle aus seiner Region. Hier wird es zunächst auch weiterhin einige Pilze geben und in 10 – 14 Tagen darf man gespannt sein, ob sich dort wieder etwas mehr pilzliches Leben regt. Zumal es in den nächsten Tagen immer noch häufig zu Regenfällen kommen soll, bevor in der nächsten Woche, zumindest für einige Tage, wieder trocknes Sommerwetter einkehren soll. Ein allgemeiner Durchbruch zu einer ergiebigen Hochsaison ist zum jetzigen Zeitpunkt, zu mindest aus meinem Blickwinkel heraus, nicht auszumachen. Dessen ungeachtet wird allerdings der Wachstumsdrang vieler Pilzarten der Jahreszeit ensprechend immer größer, so dass die Artenvielfalt, egal ob mehr oder weniger Regen, in den nächsten Wochen deutlich zunehmen dürfte. Heute habe ich die Ausstellung wieder erneuert. Es liegen 102 Arten auf den Flächen. Zum erstenmal in diesem Jahr mit dabei: Wolliger Milchling, Rauher Wulstling, Steife Koralle, Grünender Pfeffermilchling, Stink – Schirmling, Herber Saftporling, Lederstiel – Täubling, Rauchfarbener Milchling und Igel – Stäubling.

Parkanlagen sind in den Sommermonaten oft viel interessanter und Pilzreicher als die geschlossenen Wälder. Auch in dieser Parkanlage mit Eichen in der Nähe des Schweriner Sees gab es vor allem Röhrlinge. Hier sehen wir zwei Fahle Röhrlinge, einen Netzstieligen Hexen - Röhrling und einen Wurzelnden Bitter - Röhrling. Standortfoto am 22.08.2012. Der Fahle Röhrling steht original und die restlichen Pilze wenige Meter im Umfeld, somit also ein Standortfoto.

Parkanlagen sind in den Sommermonaten oft viel interessanter und pilzreicher als die geschlossenen Wälder. Auch in dieser Parkanlage mit Eichen in der Nähe des Schweriner Sees gab es vor allem Röhrlinge. Hier sehen wir zwei Fahle Röhrlinge, einen Netzstieligen Hexen - Röhrling und einen Wurzelnden Bitter - Röhrling. Standortfoto am 22.08.2012. Einer der Fahlen Röhrlinge steht original und die restlichen Pilze standen wenige Meter im Umfeld.

Freitag, 24. August – Am Montag und Mittwoch hat es zwar örtlich ergiebige Regengüsse gegeben, aber eine flächendekende, starke Überregnung, die für einen guten Pilzherbst nötig wäre, fand nicht statt. Anders in der Südosthälfte Deutschlands. Wie so oft schon in diesem Sommer liegt von Südwest nach Nordost eine Luftmassengrenze über unser Land, die schwülwarme bis heiße Subtropikluft im Südosten von kühlerer Meeresluft bei uns, in der Norwesthälfte, trennt. An ihr regenerieren sich immer wieder kleine Tiefdruckgebiete mit starken Regenfällen und Gewittern. So ziehen über die Südosthälfte, vom Schwarzwald ausgehend bis in das südliche Brandenburg auch heute und in der kommenden Nacht wieder starke Regenfälle und Gewitter hinweg. In vielen Regionen dürfte hier in den letzten Tagen weit mehr als 20 Liter gefallen sein, so dass in diesen Gebieten in den nächsten Wochen wohl ein reichhaltiges Pilzwachstum zu erwarten sein dürfte. Auch bei uns wird es allmählich besser werden, schließlich geht es in Richtung September. Zwar sind nicht solche ergiebigen Regenfälle angesagt, aber ab heute Nacht kann es zeitweise zu Regen kommen und am Wochenende soll es viele Schauer und Gewitter geben.

Der kalkhaltige Böden liebende Wurzelnde Bitter - Röhrling war in den letzten Wochen an geegneten Standorten, meist unter Eichen, teils sehr zahlreich zu finden. Kürzlich wurde er auch in die Beratung gebracht und der glückliche Finder wollte sie trotz seines bitteren Geschmacks essen. Nun hat mir dieser Tage jemand berichtet, der auch schon einen Versuch mit ihnen gemacht hat, dass die beim frischen Pilz schwache Bitterkeit, sich beim Zubereiten deutlich verstärkt. Ob er wohl dass Gericht verzehrt hat?. Foto am 22.08.2012 bei Schloss Wiligrad.

Der kalkhaltige Böden liebende Wurzelnde Bitter - Röhrling (Boletus radicans) war in den letzten Wochen an geeigneten Standorten, meist unter Eichen, teils sehr zahlreich zu finden. Kürzlich wurde er auch in die Beratung gebracht und der glückliche Finder wollte sie, trotz ihres bitteren Geschmacks, essen. Nun hat mir dieser Tage jemand berichtet, der auch schon einen Versuch mit ihnen gemacht hat, dass die beim frischen Pilz schwache Bitterkeit, sich beim Zubereiten deutlich verstärkt. Ob er wohl dass Gericht verzehrt hat?. Foto am 22.08.2012 bei Schloss Wiligrad.

Sonnabend, 25. August – Das Herrenholz bei Sternberg/Bützow stand heute auf dem Programm einer öffentlichen Pilzlehrwanderung. Da es zur Aufstehenszeit gegen 06.00 Uhr regnete, hielt es anscheinend einige Pilzfreunde davon ab, sich um 08.00 Uhr auf dem Parkplatz am Busbahnhof einzufinden. So waren wir heute nur sechs Leute und der Regen hatte zu Beginn unserer Wanderung schon längst aufgehört. Der Wald duftete und dampfte – es war ein Pilzwetter von allererster Güte! Und das Angebot an unterschiedlichsten Frischpilzen war sogar recht vielfältig und das beste aller bisherigen Pilzwanderungen in diesem Jahr. Es ist deutlich zu merken, dass es in Richtung Hochsaison geht. Der gemeine Speisepilzsammler von Marone, Pfifferling, Steinpilz und Co. wäre allerdings mit einem langen Gesicht aus dem Walde heimgekehrt, denn diesbezüglich herrschte tote Hose! Siehe auch bei: „Unterwegs im Herrenholz“. Während das Regengebiet aus der Nacht heraus eine mässige, flächendeckende Überregnung brachte, gab es am Nachmittag und Abend in schwülwarmer Luft noch einige, teils heftige Schauer und Gewitter mit örtlichen Wolkenbrüchen. Langsam, aber sicher, wird das Pilzaufkommen nun immer besser und vielfältiger werden.

Gleich zu Beginn unserer Wanderung erfreuten uns große Rosetten des gewaltigen Riesenporlings (Meripilus giganteus). Der Randbereich war noch zartfleischig genug für einen Speiseversuch. Da keiner wollte, landete er auf unserer Pilzausstellung. Standortfoto am 25.08.2012 im Herrenholz.

Gleich zu Beginn unserer Wanderung erfreuten uns große Rosetten des gewaltigen Riesenporlings (Meripilus giganteus). Der Randbereich war noch zartfleischig genug für einen Speiseversuch. Da keiner wollte, landete er auf unserer Pilzausstellung. Standortfoto am 25.08.2012 im Herrenholz.

Sonntag, 26. August – Zum 8. mal in Folge trafen sich heute die Pilzfreunde aus Rehna und Wismar am Roten See bei Brüel. Wie immer wurden drei Exkursionsgruppen gebildet. Torsten Richter stattete mit seiner Truppe dem Deichelsee einen Besuch ab. Irena Dombrowa fuhr mit einer Gruppe zum Sydowsee bei Wendorf und Reinhold Krakow begab sich mit 6 Leuten und Sohn Jonas in das Warnowtal bei Kaarz/Weitendorf. Im Gegensatz zum Herrenholz, in dem wir gestern unterwegs waren, war es in den heutigen Exkursionsgebieten vergleichsweise trocken und das Pilzaufkommen dem entsprechend bescheiden. Dennoch gelang es uns, unsere vorbereitete Moosfläche mit 43 Arten zu Bestücken. Siehe auch unter „8. Vereinstreffen am Roten See“. Das Wetter war dazu aprilhaft mit Sonne und kräftigen Regenschauern. Örtlich goss es sogar wolkenbruchartig und es sind einige Liter zusammen gekommen. Kein Vergleich aber zum Süden der Republick, wo es über große Strecken in den letzten Tagen zwischen 20 und 60 Liter pro Quadratmeter gab. Hier steht einem pilzreichen Herbstauftakt kaum noch etwas im Wege!

Der leider von Schnecken stark in Mitleidenschaft gezogene Falsche Satans - Röhrling (Boletus legaliae) war neben dem Echten Satans - Röhrling der Star unserer Ausstellung. Während der Satams - Röhrling tatsächlich von hier stammte, brachten den noch selteneren, hier angebildeten Röhrling die Rehnaer Pilzfreunde aus ihren dortigen Edelwald mit. Rote Liste 2 = stark gefährdet!

Der leider von Schnecken stark in Mitleidenschaft gezogene Falsche Satans - Röhrling (Boletus legaliae) war neben dem Echten Satan der Star unserer heutigen Ausstellung. Während der Satans - Röhrling tatsächlich von hier stammte, brachten den noch selteneren, hier abgebildeten Röhrling, die Rehnaer Pilzfreunde aus ihrem dortigen Edelwald mit. Rote Liste 2 = stark gefährdet!

Montag, 27. August – Am kommenden Wochenende findet unser drittes und letztes Pilzwochenende in diesem Jahr statt. Ab heute steht fest, dass das Pilzseminar wie geplant starten kann. Wir haben zwar erst 4 einhalb Anmeldungen, da aber auch das NDR – Fernsehen sein kommen angesagt hat, wäre es schön, wenn noch einige Interessenten zustoßen könnten. Aber auch so wird es sicher wieder eine Runde Sache. Unser Pilzexperte Ulrich Klein aus Hohen Schönberg ist auch wieder mit dabei und wird uns am Freitag eine kurzweilige Einführung in das „Zwischenreich“ geben. Am Sonnabend geht es dann mit einem Drehteam des NDR – Fernsehens in den Wald zu unseren Exkursionen. Das wird sicher sehr interessant werden, denn auch Trüffelhündin Lisa aus Hamburg hat wieder ihr kommen angesagt. Am Sonntag ist dann Bestimmungsarbeit und der Aufbau einer kleinen Ausstellung geplant. Anschließend können wir noch zu einer Abschlußexkursion aufbrechen. Für das leibliche Wohl wird gesorgt, es kann aber auch das Speisenangebot der idyllisch gelegenen Blockhütte am Roten See genutzt werden. Hier steht auch ein Waldcampingplatz zur Übernachtung zur Verfügung, denn unsere Bettenkapazität ist leider nur sehr begrenzt. Siehe auch unter „Termine“. Hoffentlich stellen sich die Pilze auf unser Wochenende ein und lassen uns nicht ganz im Stich!

Dieses schöne Foto des Bewimperten Schildborstlings (Scutellinia scutellata) schickte mir heute Torsten Richter aus Rehna. Er gehört zu den Pilzfunden unseres gestrigen Vereinstreffens am Roten See. Diese kleinen und hübschen Becherlinge lieben äußerst feuchte bis nasse Standorte in Gewässernähe und sind hier recht häufig zu finden.

Dieses schöne Foto des Bewimperten Schildborstlings (Scutellinia scutellata) schickte mir heute Torsten Richter aus Rehna. Er gehört zu den Pilzfunden unseres gestrigen Vereinstreffens am Roten See. Diese kleinen und hübschen Becherlinge lieben feuchte bis nasse Standorte in Gewässernähe und sind hier recht häufig anzutreffen.

Dienstag, 28. August – Heute teilte mir Klaus Warning aus Bützow mit, dass er im Haushalt Forst unterwegs war und innerhalb von zwei Stunden kaum einen Frischpilz gesehen hat. Nicht einmal einen Täubling und das in einem unserer artenreichsten Edelwälder! Ich kann mich kaum entsinnen, jemals ein so schlechtes Pilzjahr wie 2012 erlebt zu haben. Und diese Feststellung teile ich auch mit vielen anderen Pilzfreunden in unserer Region. Es wird zwar in den nächsten Wochen und Monaten mit Sicherheit deutlich mehr Pilze geben, aber wir werden das Jahr 2012 wohl als besonders schwaches Jahr noch lange in Erinnerung behalten oder besser vergessen. Aber möglicherweise beeindrucken uns die restlichen drei Saisonmonate um so mehr. Gestern habe ich übrigens wieder unsere Ausstellung erneuert. Es liegen jetzt 104 Arten auf den Moosflächen. Erstmals in diesem Jahr mit dabei: Rosa – Helmling, Rosablättriger Helmling, Grauer Scheidenstreifling, Kleiner Kakao – Fälbling, Scharfer Honig – Täubling, Trockener Schneckling, Rötender Schüppling, Gallen – Täubling, Goldzahn Schneckling, Gemeiner Wirrkopf, Süßlicher Milchling, Gilbender Erdritterling, Ranziger Trichterling und Spitzwarzige Tramete.

Am vergangenen Mittwoch sah es hingegen im Haushalt Forst noch etwas besser aus. Ich war hier mit Andreas Okrent unterwegs und wir fanden zumindest eine stattliche Anzahl von Anhängsel - Röhrlingen (Boletus appendiculatus). Auch dieser Wachstumsschub scheint durch zu sein. Foto: Andreas Okrent am 22.08.2012.

Am vergangenen Mittwoch sah es hingegen im Haushalt Forst noch etwas besser aus. Ich war hier mit Andreas Okrent unterwegs und wir fanden zumindest eine stattliche Anzahl von Anhängsel - Röhrlingen (Boletus appendiculatus). Auch dieser Wachstumsschub scheint durch zu sein. Foto: Andreas Okrent am 22.08.2012.

Mittwoch, 29. August – Es gibt ja sehr viele Pilzfreunde, die an die Mondphasentheorie glauben, demnach soll es bei zunehmendem Mond mehr Pilze geben, als bei abnehmenden. Der Mond hat nun gerade seine Zunahmephase, aber das ohnehin nur schwache Pilzwachstum hat weiter abgenommen, dafür gab es ausgerechnet zu seiner abnehmenden und Neumondphase etwas mehr Pilze, ausgelöst durch kräftigere Niederschläge Mitte bis Ende Juli. Ich war ohnehin nie ein Anhänger dieser Mondphasentheorie und habe mich lieber auf die Niederschlagsphasen und die dadurch ausgelösten Wachstumszyklen verlassen. Nun hatte es Mitte letzter Woche und am Wochenende zumindest in einigen Regionen wieder nennenswerte Niederschläge gegeben, die wiederum einen schwachen Wachstumsschub bewirken können. Dieser wird aber erst ab nächster Woche zum tragen kommen, dann haben wir wieder abnehmenden Mond! – Heute war ich zu einer kleinen Wanderung um den Roten See aufgebrochen. Die Region um Brüel hat von den erwähnten Niederschlägen allerdings nicht viel abbekommen, so dass es hier weiterhin recht trocken ist. Es gab auch kaum Frischpilze, wenn man von einem jungen Perlpilz, drei Erlen – Kremplingen und zwei alten Riesen – Krempentrichterlingen einmal absieht. Morgen und am Freitag kann es zwar einige Schauer und Gewitter geben, größere Niederschlagsmengen erwarte ich allerdings nicht. Anders in der Südosthälfte Deutschlands, dort sind wieder starke und ergiebige Regenfälle in Sicht.

Auf einer parkartigen Rasenfläche zum Roten See hin stand die Perlpilz heute mutterseelen allein. Hier kommen auch leichtere Niederschläge sowie Tau zum tragen und können wenigstens den einen oder andern Pilzfruchtkörper aus dem Boden locken. Standortfoto am 29.08.2012.

Auf einer parkartigen Rasenfläche zum Roten See hin stand heute dieser Perlpilz (Amanita rubescens) mutterseelen allein. Hier kommen auch leichtere Niederschläge sowie Tau zum tragen und können wenigstens den einen oder anderen Pilzfruchtkörper aus dem Boden locken. Standortfoto am 29.08.2012.

Donnerstag, 30. August – Besonders In der zweiten Nachthälfte und am morgen zogen gebietsweise kräftige Schauer und Gewitter durch. Diese haben aber nur punktuell stärkere Regengüsse gebracht. Jetzt am Abend und vor allem morgen kann es noch weitere gewittrige Schauer geben. Das ganze hat zumindest die Folge, dass es in den nächsten Tagen immer mal den einen oder anderen Frischpilz geben wird und vieleicht in der nächsten Woche auch mal ein Paar mehr, zumindest in den Wäldern, die Mitte letzter Woche von stärkerem Gewitterregen getroffen wurden. Am Wochenende haben wir unser letztes, kleines Pilzseminar in diesem Jahr. Ich bin immer noch nicht schlüssig, in welchen Wäldern es am sinnvollsten sein dürfte, unsrere Exkursionen durchzuführen. Wahrscheinlich werden wir wohl die Regionen um Neukloster, Bützow oder Sternberg auswählen.

Der Breitblättrige Rübling (Megacollybia platyphylla) ist der einzige, große Blätterpilz, der seit Mai kontinuierlich in unseren Wäldern anzutreffen ist. Früher haben wir ihn auf unseren Pilzwanderungen zum Essen mitgegeben, seit längerer Zeit gilt er aber als schwach giftig!. Standortfoto 22.08.2012 im Haushalt Forst.

Der Breitblättrige Rübling (Megacollybia platyphylla) ist der einzige, große Blätterpilz, der seit Mai kontinuierlich in unseren Wäldern anzutreffen ist. Früher haben wir ihn auf unseren Pilzwanderungen zum Essen mitgegeben, seit längerer Zeit gilt er aber als schwach giftig und landet nicht mehr in den Sammelkörben!. Standortfoto 22.08.2012 im Haushalt Forst.

Freitag, 31. August – In der Nacht hat es recht verbreitet noch etwas geregnet, tagsüber blieb es dann aber trocken und von den erwarteten Schauern und Gewittern kam bei uns kaum noch etwas an. Kurioserweise zirkulierte aber am Morgen noch ein Starkregenschauer auf der Insel Poel. Er drehte sich praktisch um die Insel und regenerierte sich immer wieder aufs neue. Labile Höhenkaltluft und das wärmere Ostseewasser sowie etwas kühlere Morgenluft auf der Insel ergaben anscheinend die richtigen Zutaten. Ansonsten können wir auf einen sehr pilzarmen August zurückblicken. Er reiht sich nahtlos in die schwachen Vormonate ein und nur um die Monatsmitte gab es kurzzeitig und regional etwas mehr Pilze. Ungeachtet der Pilzknappheit startete heute wie geplant unser letztes, diesjähriges Pilzwochenende in Mecklenburg. Leider haben sich nur vier Pilzfreunde jeweils aus Hamburg, Lübeck und Frankfurt am Main dazu eingefunden und Ulrich Klein hielt in gewohnter und kurzweiliger Art seinen Einführungsvortrag in die geheimnisvolle Welt der Organismen des Zwischenreiches.

Mit dieser Zeichnung eines unbekannten Künstlers auf dem Hemd unseres heutigen Reverenten wollen wir das August - Tagebuch 2012 ausklingen lassen, den unweit von unserem Seminarort gibt es dieses seltene Motiv auch mit viel Glück in natura zu studieren.

Mit dieser Zeichnung eines unbekannten Künstlers auf dem Hemd unseres heutigen Reverenten möchte ich das August - Tagebuch 2012 ausklingen lassen, denn unweit unseres Seminarortes gibt es dieses seltene Motiv, mit viel Glück, auch in natura zu bewundern. Siehe weiter oben!

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