Wer kennt die Pilze unserer Heimat?

Gefördertes Schülerprojekt zum Thema Pilze

Wer kennt die Pilze unserer Heimat?

18. September 2018

15 Schüler der AWO – Freie Schule Wismar, die Lehrerin sowie Vereinsfreundin Monika Peter und meine Wenigkeit trafen sich gegen 08.30 Uhr auf dem Wismarer Bahnhof. Mit dem Zug fuhren wir nach Steinhausen – Neuburg. Hier befindet sich der Forst Farpen. Er sollte Ziel unserer Auftakt – Veranstaltung im Rahmen des von der Ehrenamtsstiftung Mecklenburg – Vorpommerns unterstützen Projektes „Wer kennt die Pilze unserer Heimat?“ sein. Pilzwanderungen bis Ende Oktober oder Führungen durch unsere Großpilzausstellung am 01. Oktober 2018 bilden den Kern unseres Projektes. Ziel soll es sein, den Kindern die Bedeutung der Pilze im Haushalt der Natur näher zu bringen und die Zusammenhänge, die sie im Kreislauf des Lebens spielen, herauszustellen. Ihnen gegenüber Achtung entgegen zu bringen und sie nicht nur auf die eher banale Frage „essbar oder giftig?“ zu reduzieren. Natürlich spielt die richtige Vorgehensweise beim Pilze suchen und sammeln ebenfalls eine wichtige Rolle. So stand heute doch wieder die alles entscheidende, oben erwähnte Frage im Mittelpunkt des Interesses. Das Wetter war sehr schön, sonnig und warm und das allgemeine Frischpilzaufkommen bezüglich der Artenvielfalt recht hoch. Vom Steinpilz über Fliegenpilz bis hin zum Grünen Knollenblätterpilz spannte sich der Bogen.

Bevor es in den Wald geht, schnell noch ein Gruppenfoto.

Staunen über den ersten Pilz und der war auch noch essbar. Ein Rotfüßchen ist es. Einige Kinder waren tatsächlich das erste mal im Wald zur Pilzsuche!

Um einen dicken, noch recht frischen Baumstumpf herum viele kleine Pilze in Büscheln – Glimmer – Tintlinge (Coprinus micaceus). Sie ernähren sich vom Holz und fressen gemeinsam mit anderen Verwandten den Baumstumpf im laufe der Jahre auf.

Schnell altern sie und lösen sich in schwarze Sporenflüßigkeit auf, den Samen der Pilze. Wind und Tiere sorgen für die Verbreitung der Sporen.

Aufmerksam wird die Böschung abgesucht.

Ausgerechnet zwischen einer Steintreppe hat es sich ein essbares Rotfüßchen gemütlich gemacht.

Wunderschöne Champignons und natürlich die Frage „Kann man die essen?“

Der Reibetest mit dem Fingernagel oder einem Messer macht sie verdächtig, sie werden intensiv gelb! Jetzt muss noch der Geruch geprüft werden. Also Nase an die Reibestelle! Das riecht hier nach Medizin oder Tinte, also ist es der giftige Karbol – Champignon (Agaricus xanthodermus). Riecht es an der gelben Reibestelle nach Anis oder Bitterrmandeln, so ist es ein essbarer Champignon.

So wie dieser Weiße Anis – Champignon (Agaricus arvensis).

Essbar ist auch dieser Graue Wulstling (Amanita excelsa). Da er zu den Wulstlingen b.z.w. Knollenblätterpilzen gehört, darf er nur von wirklich guten Pilzkennern zum essen mitgenommen werden!

Der Pfefferpilz (Boletus piperatus) sorgte für ein pikantes Geschmackserlebnis!

Weiter geht es durch den spätsommerlichen Wald. In der Sonne wird es jetzt richtig heiß!

Pilze mit einem Schwamm auf der Hutunterseite nennt man Röhrlinge. Unter ihnen gibt es keine gefährlichen Giftpilze. Hier sehen wir den Blutroten – Röhrling (Xerocomus rubellus). Er ist essbar.

Auch der Sommersteinpilz gehört zu den Röhrlingen. Über ihn freuen sich die Pilzsucher ganz besonders!

Und der Fliegenpilz (Amanita muscaria) bereitet vielen Menschen Freude, allerdings nicht in der Bratpfanne, sondern als Glückspilz beim Waldpaziergang. Das er giftig ist, weiß jedes Kind. Aber er darf deshalb nicht umgestoßen werden. Er beißt uns nicht und wir beißen ihn nicht! So kann er seiner Bestimmung nachkommen, denn fast alle Pilze, so auch er, tragen dazu bei, dass es uns Menschen überhaupt gibt und wir auch weiterhin auf dieser schönen Erde Leben können und dürfen! Deshalb keine Pilze umstoßen oder zertreten, auch wenn sich noch so giftig sind!