Tagebuch Juli 2016/2

Wetter und Pilze im Raum Nordwestmecklenburg

Tagebuch Wetter und Pilze Juli 2016/2

Jetzt sind auch die Fichtensteinpilze (Boletus edulis) soweit. Wir finden den Echten Steinpilz, wie er auch heßt, zwar besonders gern unter Fichten, aber er kann genauso unter Buchen, Kiefern und Eichen auftreten. Foto: 19.07.2016 im Naturpark Sternberger Naturpark.

Jetzt sind auch die Fichtensteinpilze (Boletus edulis) soweit. Wir finden den Echten Steinpilz, wie er auch heißt, zwar besonders gern unter Fichten, aber er kann genauso unter Buchen, Kiefern und Eichen auftreten. Foto: 19.07.2016 im Naturpark Sternberger Naturpark.

Sonnabend, 16. Juli – Heute Vormittag stattete ich kurz dem Radebachtal einen Besuch ab. Für den normalen Speisepilzsammler gab es kaum etwas zu holen. Ansonsten einige Täublinge und Milchlinge sowie vereinzelte Hexen – Röhrlinge. Für das ansich sehr artenreiche Revier weit unterdurchschnittlich. Zu Mittag ging es nach Keez und am Nachmittag fuhren Irena, Jonas und meine Wenigkeit nochmals in den Wald. Wir durchstreiften Nadelwälder, insbesondere Fichtenjungwald, teils auch Kiefern. Hier gab es nicht nur einige Fichtensteinpilze in bester Qualität, sondern auch Pfifferlinge in einem Ausmaß, wie wir es bisher noch nicht erlebten. So weit das Auge reicht, gelbe Teppiche, man wußte garnicht, wo man mit dem Sammeln beginnen sollte und das in der dunklen Nadelstreu, wo die Pilze gut zu sehen waren. Nun sind Irena und Jonas in ihrem Element. Und da es kein Ende nehmen wollte, habe ich es leider nicht mehr pünktlich geschaft, um 16.00 Uhr, wie vorgesehen, die Pilzberatung zu öffnen. Ich bitte um Entschuldigung und gelobe Besserung! Meine Arbeitszeit: 09.30 – 22.00 Uhr. Übrigens auch das Pilze sammeln zählt als Arbeitszeit. Es dient immer auch der Kartierung und dem beschaffen von Ausstellungsmaterial!

Es wollte einfach kein Ende nehmen und Jonas war wie unschwer zu sehen ist ausgesprochen fleißig und richt geschafft, denn das war schon richtig Arbeit. 16.07.2016.

Es wollte einfach kein Ende nehmen und Jonas war, wie unschwer zu sehen ist, ausgesprochen fleißig aber auch geschafft, denn das artete schon richtig Arbeit aus. 16.07.2016.

Sonntag, 17. Juli – Heute fand eine Vereinsexkursion bei Bad Doberan/Althof statt. In meiner Planung waren ursprünglich die Wälder zwischen Bad Doneran und Althof vorgesehen. Da wir aber genau am Beginn des Wanderweges in den Hütter Wohld unsere Fahrzeuge parkten, entschlossen wir uns, in diesen Edel – Wald zu gehen. Im Jahr 2011 waren wir schon einmal hier. Damals war das Pilzaufkommen trotz viel Regen sehr bescheiden. Heute war es zwar auch nicht gerade berühmt, aber doch eine Idee besser als damals. Im Vordergrund stand das Kartieren, aber für einige war sogar eine kleine Pilzmahlzeit, bestehend aus Täublingen, Rotfüßchen Hexenröhrlingen, Steinpilzen und Pfifferlingen dabei. Siehe unter „Exkursion im Hütter Wohld“. Am Abend besuchten Irena, Jonas und ich noch die Parkanlage am Seeblick. Hier läuft der Sommeraspekt auf Hochtouren und stellenweise wimmelt es vor Pilzen, vor allem von Täublingen. Stellenweise standen aber nur noch die Stielstümpfe. Es wurde fleißig geerntet und abgeschnitten. Ich hoffe, es waren auch alles essbare Täublinge, denn punktuell schoben ganz junge Grüne Knollenblätterpilze direkt zwischen den teils grünhütigen Formen des Frauen – Täublings! Liebe Pilzfreunde, gerade beim Sammeln von Lamellenpilzen unter Eichen und Buchen ist das abschneiden keine gute Idee! Meine Arbeitszeit betrug heute etwa 12 Stunden.

Auch diese Pilze sind giftig. Sie stehen momentan auch mit weiteren Vertretern der Gattung recht zahlreich im Park am Seeblick. Es handelt sich um den Gefleckten Rißpilz (Inocybe maculata).

Auch diese Pilze sind giftig. Sie stehen momentan mit weiteren Vertretern der Gattung recht zahlreich im Park am Seeblick. Es handelt sich um den Gefleckten Rißpilz (Inocybe maculata).

Montag, 18. Juli – Das Wetter der letzten Tage war wenig sommerlich. Man hatte eher das Gefühl von Herbst. Nun soll der Sommer sich aber wieder etwas berappeln und die Temperaturen steigen in den nächsten Tagen deutlich an. Die Urlauber haben es schließlich auch mal verdient sich an den Stränden in MV zu sonnen und ein erfrischendes Bad in der Ostsee zu genießen. Schnell naht nach kurzer Hitze aber ein neues Tief mit Regen und Gewittern. Ob der Nordosten, insbesondere die Ostseeregion, davon erfaßt werden, ist noch nicht sicher. Regen und Gewitter werden nach derzeitigem Stand max. bis Westmecklenburg voran kommen. Heute habe ich die Ausstellung wieder neu bestückt. Das immer besser werdende Frischpilzaufkommen macht sich auch hier bemerkbar. Es liegen 125 Arten auf den Flächen. Zum ersten mal in diesem Jahr zu sehen: Klebriger Hörnling, Kampfer – Milchling, Harter Zinnobertäubling, Vielfarbiger Täubling, Kuhmaul, Stink – Schirmling, Gallertfleischiger Krüppelfuß, Rübenstieliger Rißpilz, Dünnfleischiger Anis – Champignon, Schopftintling, Langstieliger Knoblauchschwindling, Schmalsporiger Faltentintling, Maronen – Röhrling, Butterpilz, Langstieliger Schleimfuß, Birkenpilz, Espen – Rotkappe, Echter Steinpilz und Buchen Spei – Täubling. Meine Arbeitszeit: 09.00 – 21.00 Uhr.

Unter Eichen im Seeblickpark finden wir seit Jahren ab und an diesen nicht sonderlich häufigen Milchling in Mecklenburg. Zumindest ist er im Vergleich zu anderen braunen Milchling eher selten. Es handelt sich um den Blassrandigen Laubwald - Milchling oder besser bekannt unter der Bezeichnung Orangefuchsiger Milchling. Mindeerwertig, was den Speisewert anbelangt, ansonsten eine besonders schöne und nicht alltägliche Art und ich freue mich immer wieder, wenn er mal erscheint. Standortfoto im Park am Seeblick, 17.07.2016.

Unter Eichen im Seeblickpark finden wir seit Jahren ab und an diesen Milchling. Zumindest ist er im Vergleich mit anderen, braunen Milchlingen, eher selten. Es handelt sich um den Blassrandigen Laubwald - Milchling oder besser bekannt unter der Bezeichnung Orangefuchsiger Milchling. Minderwertig, was den Speisewert anbelangt, aber eine besonders schöne und nicht alltägliche Art und ich freue mich immer wieder, wenn er mal erscheint. Standortfoto im Park am Seeblick, 17.07.2016.

Dienstag, 19. Juli – Etwas Sonne und viele Wolken gab es heute, wie auch an den Vortagen, in Mecklenburg. Dabei ist wieder schwülwarme Luft eingeflossen, die am frühen Abend auch gebietsweise schauerartigen Regen produzierte. Die Mengen waren aber gering. Morgen soll es nun auch bei uns Strandwetter mit viel Sonne und Wärme geben, bevor am Donnerstag bei schwülheißen Temperaturen Gewitter aufziehen können. Nach aktuellem Stand ist vor allem Westmecklenburg betroffen. Nach Vorpommern zu könnte es bis auf weiteres trocken bleiben. Insgesamt scheint das doch eher wechselhafte Wetter auch mittelfristig weiter zu gehen, so dass es an der Pilzfront durchaus interessant bleiben könnte. Derzeit kann man ja wirklich nicht meckern. Selbst bei mir vor der Haustür, wo einzelne Birken stehen, sieht es bunt – pilzig aus. Vor allem durch Verblassende Täublinge, aber auch einigen Netzstieligen Hexen – Röhrlingen. Meine Arbeitszeit: 11.30 – 22.00 Uhr.

Auch auf meinen Ausstellungsflächen sieht es momentan besonders bunt und vielfältig aus, ähnlich wie in der Hochsaison. Aktuell sind es 125 Großpilzarten, die für 2 Euro besichtigt werden können.

Auch auf meinen Ausstellungsflächen sieht es momentan besonders bunt und vielfältig aus, ähnlich wie in der Hochsaison. Aktuell sind es 125 Großpilzarten, die für 2 Euro besichtigt werden können.

Mittwoch, 20. Juli – Meine Kartierungsexkursion führte mich heute in den Meßtischblatt – Quadranten 2135/1. Ich besuchte die Wälder zwischen Levetzow, Lübow und Kahlenberg, knapp südöstlich der Hansestadt Wismar. Auf sandiglehmigen Böden wechseln sich hier auf teils hügeligem Gelände Laub- und Nadelwälder, Wiesen und Felder ab. Wir finden hauptsächlich Fichten- und Kiefernforste vor. Stellenweise auch Laubwald mit Eichen und Buchen. Positiv fiel mir auf, dass hier in den letzten Jahren und zum Teil auch ganz aktuell noch mehrfach junge Fichtenschonungen gepflanzt wurden und nur selten Douglasie. Leider sind die Wälder oft stark verkrautet, aber punktuell sah es in den Fichten durchaus Steinpilz – Verdächtig aus. Auch in einigen Jahren, sollten es die Jungfichten schaffen, die Krautschicht zurück zu drängen, können noch kleine, interessante Fichtenstandorte entstehen. Heute war in punkto Frischpilze allerdings nicht viel los. Hier meine Artenliste: Gelbbrauner Trichterling, Rotfuß – Röhrling, Camenbert – Täubling, Fuchsiger Scheidenstreifling, Blaugrauer Täubling, Gemeiner Rindensprenger, Dickschaliger Kartoffel – Hartbovist, Bleigrauer Bovist, Brennender Rübling, Rotrandiger Baumschwamm, Lilablättriger Mürbling, Breitblättriger Rübling, Rotbrauner Riesenträuschling, Striegelige Tramete, Tigel – Teuerling, Nelkenschwindling, Perlpilz, Geriefter Weichtäubling, Rotbrauner Borstenscheibling, Halsband – Schwindling, Echter Zunderschwamm, Adlerfarn – Fleckenpilz und Widerlicher Täubling. Das Wetter war für eine Waldexkursion heute eigentlich viel zu schön. Seit langem gab es mal wieder einen perfekten Sommer- und Strandtag. Nur harmolse Schönwetterwölkchen verzierten den tiefblauen Himmel. Es war sommerlich warm in trockener Luft. Ein richtiger Wohlfühltag. Mit dem wohlfühlen dürfte es morgen schon wieder vorbei sein. Es bleibt zwar hochsommerlich warm, die Luft wird aber feuchter und somit drückender. Am Abend hat sich über Nordwestdeutschland und den Benelux – Staaten rasch eine heftige Gewitterfront gebildet, die rasch nordostwärts voran kommt. Ab der zweiten Nachthälfte könnte es auch bei uns unruhig werden. Ansonsten ist morgen tagsüber mit örtlich kräftigen Schauern und Gewittern zu rechnen.

Ein Sommertag wie aus dem Bilderbuch war das heute. Kaum zu glauben, dass ab der Nacht schon wieder Biltz und Donner die Regie übernehmen. Im Hintergrund sieht man den Waldrand meines heutigen Exkursionsgebietes.

Ein Sommertag wie aus dem Bilderbuch war das heute. Kaum zu glauben, dass ab der Nacht schon wieder Biltz und Donner die Regie übernehmen sollen. Im Hintergrund sieht man den Waldrand meines heutigen Exkursionsgebietes.

Donnerstag, 21. Juli – Die Nacht über blieb es noch ruhig, dafür fing es heute früh an zu brodeln und es entluden sich einige Gewitter. Weltbewegendes ist zwar nicht passiert, aber es gab zumindest gebietsweise wieder eine Befeuchtung der Oberböden. Danach wurde es schön und heiß, doch unangenehm schwül. Sehr warm soll es auch in den nächsten Tagen weitergehen. Während in weiten Teilen Deutschlands Gewitter an der Tagesordnung bleiben werden, soll es bei uns im Nordosten in dem kommenden Tagen trocken bleiben. Möglicherweise können wir in der nächsten Woche wieder Regen bekommen. Unterdessen wird es an der Pilzfront gemäßigt weitergehen, mit abnehmender Tendenz. Besonders in Parkanlagen, aber auch in einigen Wäldern. Bis auf Pfifferlinge, die, wenn sie sich erst einmal entwickelt haben, länger duchhalten und auch von weniger ergiebigen Niederschlägen profitieren können, dürfen wir ansonsten kurzfristig keinen starken Wachstumsschub, beispielsweise von den beliebten Steinpilzen, erwarten. Sie werden zwar weiterhin wachsen, aber gemächlich und nicht in panikartigen Attacken, sprich starken Wachstumsschüben. So wurden mir heute in der Pilzberatung frische Sommersteinpilze von der Insel Poel vorgelegt. Auch Chefkartierer Benno Westphal hat junge von ihnen gefunden und bei einem Besuch in der Parkanlage im Seeblick heute Abend, schoben auch einige junge Sommersteinpilze aus dem Mergelboden. Gleiches gilt für den Echten Steinpilz. Die Ausstellung habe ich heute wieder erneuert. Es liegen 107 Arten auf den Flächen. Erstmals in diesem Jahr dabei: Orangefuchsiger Milchling, Brennreizker, Grauer Erdritterling und Gefleckter Rißpilz. Meine Arbeitszeit: 10.00 – 22.30 Uhr.

Wie schon erwähnt, war ich am Abend noch kurz in der Parkanlage am Seeblick. Leider ging heute gerade der Rasenmäher durch und fast alle Pilze gehäckselt. Nur unter den Baumguppen mit weing Vegetation konnte ich noch einiges für unsere Ausstellung finden. Von der dortigen Seebrücke aus habe ich dieses Foto geschossen, Über dem Seeblickwäldchen sieht man den Eisschirm und hochreichende Quellwolken des Gewitters, welches am Abend über Hamburg niederging.

Wie schon erwähnt, war ich am Abend noch kurz in der Parkanlage am Seeblick. Leider ging heute gerade der Rasenmäher durch und fast alle Pilze gehäckselt. Nur unter den Baumguppen mit wenig Vegetation konnte ich noch einiges für unsere Ausstellung finden. Von der dortigen Seebrücke aus habe ich dieses Foto geschossen. Über dem Seeblickwäldchen sieht man den Eisschirm und hochreichende Quellwolken des Gewitters, welches am Abend über Hamburg niederging.

Freitag, 22. Juli – Heute fuhr ich kurz nach Demen, um zu schauen, wo wir unsere Autos bei der für morgen geplannten Pilzwanderung parken können und von wo aus wir gleich in unseren Zielwald, die Demener Räumde, gelangen. In der ehemaligen Siedlung für Armeeangehörige ist genug Platz. Wer daran teilnehmen möchte, sollte entweder um 08.00 Uhr am Treff in Wismar sein oder sich gegen 09.00 Uhr am dortigen Objekt einfinden. Siehe unter „Termine“. Bei dieser Gelegenheit schaute ich noch kurz in den Wald, um zu ermitteln, ob Frischpilze vorhanden sind – es sind! Ich sah verschiedene Täublinge, Milchlinge und Hartboviste. Da morgen eine Journalistin von der Schweriner Volkszeitung mit dabei sein wird, war mir wichtig, dass auch ein gewisses Pilzaufkommen vorhanden ist. Nun hatte ich noch ein wenig Zeit und kontrollierte bei der Gelegenheit noch zwei Sommersteinpilz – Stellen und konnte auch fündig werden. Mein Korb füllte sich sehr schnell! Wieder eine Ladung für meine Dörrgeräte. Es ist ein schwächerer Nachfolge – Schub erschienen, ausgelöst wahrscheinlich durch die recht kräftigen Niederschläge heute vor 14 Tagen. Die Sommersteinpilze, viele Perlpilze und auch Grüne Knollenblätterpilze wuchsen jetzt mehr im Schatten. Vor zwei Wochen fanden wir sie eher auf den freieren, lichteren Sonnenseiten. Auch frische Parasole waren wieder erschienen. Wie sagte doch Irena, sind die Riesenschirmpilze frisch da, gibt es auch wieder Steinpilze. Es gab sie natürlich auch zwischendurch und es wird sie auch noch einige Tage geben, bevor dass allgemeine Pilzaufkommen nachlassen wird. Grund ist die mögliche Entwicklung an der Wetterfront. Die Gewitterluft zieht sich von uns vorläufig zurück und trockenheiße Sommerluft wird in den nächsten Tagen regieren. Das wird zu starker Austrocknung und Verdunstung führen. Zwar sind im laufe der nächsten Woche auch bei uns wieder einige Gewitterschauer möglich, nennenswerter, flächendeckender Regen ist aber, behalten die Wettercomputer recht, mittelfristig (14 Tage) nicht zu erwarten. Kommt es so, steuern wir offensichtlich einer Sommerpause entgegen. Meine Arbeitszeit: 11.00 – 21.30 Uhr.

Noch waren sie fest und knackig sowie weitgehend von Maden verschont. Schnell werden sie aber in den nächsten Tagen bei der trockenen Hitze rissig und pappig werden, zumindest an den aufgeheizten Standstandorten. Unterdessen informierte mich Lorchelfreund Andreas Ehmke über tolle Pilzfunde wie seltene Ascomyceten und des Schwarzhütigen Steinpilzes in städtischen Parkanlagen Wismars.

Noch waren sie fest und knackig sowie weitgehend von Maden verschont. Schnell werden sie aber in den nächsten Tagen bei der trockenen Hitze rissig und pappig werden, zumindest an den aufgeheizten Sandstandorten. Unterdessen informierte mich Lorchelfreund Christian Ehmke über tolle Pilzfunde wie seltene Ascomyceten und des Schwarzhütigen Steinpilzes in städtischen Parkanlagen Wismars.

Sonnabend, 23. Juli – Trotz hochsommerlichen Strandwetters haben sich heute doch eine stattliche Anzahl von Pilzfreunden (22) zu einer Wanderung mit dem Fachmann eingefunden. Unser Zielgebiet war die Demener Räumde. Überwiegend Nadelwälder auf Sand mit schönen Eichenkannten.  Das Pilzaufkommen war recht vielfältig und für eine Lehrwanderung eigentlich fast schon optimal. Vor allem verschiedene Täublinge konnten erläutert und vorgestellt werden, einschließlich einiger Kostproben um eindrucksvoll zu verdeutlichen, warum beispielsweise Blutrote- oder Zedernholz – Täublinge lieber nicht in die Pfanne geraten sollten und warum Papagei- und Speisetäubling für diese eine echte und schmackhafte Bereicherung darstellen. Perl- und Pantherpilze konnten verglichen werden. Schöne große und sehr schmackhafte Parasole sorgten für Begeisterung und ebenfalls zur Speise taugliche Scheidenstreiflinge wurden hinreichend studiert. Von den Klassikern waren nur einige Pfifferlinge, Rotfüßchen oder auch eine Marone sowie alte Sommersteinpilze vertreten. Der Bericht folgt in Kürze. – Wenige Tage Wärme und Sonne haben ihre Spuren hinterlassen. An sonnigen Waldkannten gab es teilweise regelrechte Exikate, also komplett vertrocknete Pilze, als kämen sie direkt vom Dörrgerät. Nur im inneren des Waldes, im Moos, schoben die Fruchtkörper noch wunderbar frisch aus dem Waldboden. – Die neuesten Berechnungen der Wettercomputer sehen die Lage in punkto Niederschlag heute schon wieder deutlich optimistischer als noch gestern. Es könnte in der nächsten Woche auch bei uns wieder einiges an Regen geben. Dieser dürfte in Verbindung mit Gewittern einhergehen und die möglichen Regenmengen, die heute Abend progostiziert werden, sehen garnicht so schlecht aus. Vieleicht fängt es sich ja doch noch, ohne eine größere Ausszeit! Übrigens beginnen heute die sogenannten Hundstage – die heißeste Zeit des Jahres. Bis zum 23. August könnte der Sommer nun so richtig aufdrehen! Meine Arbeitszeit: 07.40 – 23.00 Uhr.

Hier ein Foto des Bronze - Röhrlings oder Schwarzhütigen Steinpilzes (Boletus aereus) vom Wismarer Friedhof. Cristian Ehmke konnte dieser Tage zwei Exemplare unter einer alten Eiche finden. Erst vor kurzem entdeckte Andreas Okrent eine neue Lokalität im Schweriner Schloßgarten und nun ist dieser seltene Dickröhrling auch in Wismar angelangt - senasationell und herzlichen Glückwunsch! Das Foto stammt natürlich von Christian.

Hier ein Foto des Bronze - Röhrlings oder Schwarzhütigen Steinpilzes (Boletus aereus) vom Wismarer Friedhof. Christian Ehmke konnte dieser Tage zwei Exemplare unter einer alten Eiche finden. Erst vor kurzem entdeckte Andreas Okrent eine neue Lokalität im Schweriner Schloßgarten und nun ist dieser seltene Dickröhrling auch in Wismar angelangt - sensationell! Das Foto stammt natürlich von Christian.

Sonntag, 24. Juli – Heute bin ich nicht in Wald und Flur gewesen, sondern mußte den ganzen Tag im Laden zubringen. Der Bericht von gestern stand an, aber leider gab es unvorhersehbare Schwierigkeiten mit meiner Computer – Anlage, die bis zum Abend noch behoben werden konnten. Siehe unter „Durch die Demener Räumde“. – Vom Wetter gab es heute nichts neues. Trockenes und sehr warmes Sommerwetter. Ab morgen soll es nun auch bei uns wieder gewittrig werden. Schauer und Gewitter können uns dann wohl in unterschiedlicher Intensität die ganze Woche über erhalten bleiben. Wieviel Niederschlag, örtlich sicher sehr unterschiedlich, letztendlich in unserem Einzugsgebiet niedergehen wird, weis keiner. Lassen wir uns überraschen, ob die Sommersaison in die Verlängerung geht oder ob wir in den nächsten Wochen lieber den Strand aufsuchen sollten. Meine Arbeitszeit: 11.00 – 23.45 Uhr.

Dieses Foto habe ich am Freitag an einer Eichenkannte aufgenommen. Zwischen den Sommersteinpilzen, Perl - und Patherpilzen schoben sich auch diese Knollenblätterpilze aus dem Boden. Zu den drei tödlich giftigen Grünen Knollenblätterpilzen stellte ich vorne links auch einen harmlosen Gelben Knollenblätterpilz (Amanita citrina). Er kommt nicht aus einer deutlichen Eihülle. Während der Grüne Knolli angenehm honigartig duftet, riecht der ungefährliche Bruder unangenehm nach Kartoffelkeller.

Dieses Foto habe ich am Freitag an einer Eichenkannte aufgenommen. Zwischen den Sommersteinpilzen, Perl - und Pantherpilzen schoben auch diese Knollenblätterpilze aus dem Boden. Zu den drei tödlich giftigen Grünen Knollenblätterpilzen (Amanita phalloides) stellte ich vorne links auch einen harmlosen Gelben Knollenblätterpilz (Amanita citrina) dazu. Er kommt nicht aus einer deutlichen Eihülle. Während der Grüne Knolli angenehm honigartig duftet und gut schmecken soll (nicht probieren!), riecht der ungefährliche Bruder unangenehm nach Kartoffelkeller und schmeckt muffig.

Montag, 25. Juli – In schwülwarmer Luft zogen besonders gegen Abend einige kräftige Gewitterschauer durch. Diese brachten aber nur örtlich mal einen starken Regenguss. Der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein! Da auch weitere Niederschläge im laufe der Woche an Schauern und Gewittern gekoppelt sein werden, ist eine flächendeckende Überregnung zunächst nicht zu erwarten. Im Gegenteil, ab August scheint zumindest eine leichte Stabilisierung der Großwetterlage hin zu trockenerem Sommerwetter im Bereich des möglichen. Die Pilzsaison wird also eher auf Sparflamme weitergehen und in den sandigen Regionen weiter abnehmen. In den schattigeren, gehaltvolleren Buchenwäldern ist nach verheißungsvollem Start im Juni weitgehend gähnende Leere eingekehrt. Hier könnten die warmen Tage eventuell dem Pilzaufkommen förderlich sein. Vieleicht wird es hier in den nächsten Tagen wieder etwas besser, immerhin steht hier der Hochsommeraspekt an. Da ich allerdings meist nur die Situation im Westmecklenburger Bereich zu beurteilen versuche, kann es in anderen Regionen wie beispielsweise in Schleswig – Holstein oder im Hamburger Raum durchaus besser aussehen. Hier sind in der letzten Zeit häufiger starke Gewitterregen niedergegangen. Gleiches gilt auch weiter südlich im Land, wo teilweise in den letzten Wochen und Monaten Rekordregensummen gefallen sind. Heute habe ich unsere Ausstellung erneuert. Es liegen 94 Arten auf den Flächen. Neu für dieses Jahr: Gelber Knollenblätterpilz. Meine Dienstzeit: 09.00 – 22.30 Uhr.

Hier noch ein recht aktuelles Foto von unserem Lorchelfreund Christian Ehmke. Am 19. Juli entdeckte und fotografierte er den sehr seltenen Zitronengelben Öhrling (Otidea concinna) im Wismarer Stadtgebiet. Öhrlinge sind eine Untergattung der Becherlinge innerhalb der artenreichen Schlauchpilze. Ähnlich kann auch das bekanntere Eselsohr aussehen. Kein Speisepilz.

Hier noch ein recht aktuelles Foto von unserem Lorchelfreund Christian Ehmke. Am 19. Juli entdeckte und fotografierte er den sehr seltenen Zitronengelben Öhrling (Otidea concinna) im Wismarer Stadtgebiet. Öhrlinge sind eine Untergattung der Becherlinge innerhalb der artenreichen Schlauchpilze. Ähnlich kann auch das bekanntere Eselsohr aussehen. Kein Speisepilz.

Dienstag, 26. Juli – Gestern Abend habe ich kurz vor dem dunkel werden noch eine kleine Info – Tour südöstlich von Wismar unternommen. Die Gewitter haben ab der östlichen Stadtgrenze (in der Innenstadt fiel so gut wie kein Tropfen), recht verbreitet eine Überregnung der Oberböden hinbekommen. Stellenweise hat es auch ordentlich geschüttet. Hier herrschte auch schlagartig ein feuchtkühles, dunstiges Klima, wo hingegen in der Stadt noch die schwülwarme, stickige Luft präsent war. Im laufe der Nacht haben sich dann noch vor allen Richtung Südwesten einige kräftigere Gewitterschauer gebildet. Das heutige Rückseitenwetter brachte angenehme Luft zum Durchatmen. Die Hitze ist für uns erst einmal Geschichte und in den nächsten Tagen steht offensichtlich sogar viel Regen auf dem Programm. Schon heute Nacht kann es von Süden wieder erste Schauer und Gewitter geben. Entsprechende Unwettervorwarnungen gelten ab 02.00 Uhr. Bis einschließlich Freitag sollen viele Gewitterschauer über Mecklenburg hinwegziehen und werden hoffentlich auch viel Regen abladen. Wir dürfen also doch wieder optimistischer in die Zukunft blicken. Das sieht auch Lorchelfreund Christian Ehmke so. Er war heute im Klaasbachtal unterwegs und war von der Artenvielfalt überascht und zugleich begeistert! Er konnte einige tolle „Sachen“ finden, für Speisepilzfans wäre es aber absolut enttäuschent ausgefallen! Allerdings sind hier sicher die ersten Trompeten – Pfifferlinge und Herbsttrompeten von Bedeutung, die er neben Krausen Kraterellen auch schon entdecken konnte. Die Hauptsaison streckt immer deutlicher ihre Fühler aus! Auch Sohn Jonas rief mich am Nachmittag an. Er zeltet gerade mit Klassenkameraden unter pädagogischer Aufsicht zum Ferienauftakt am Roten See. „Gestern hat es ordentlich geschüttet, aber das Zelt ist nun wieder einigermaßen abgetrocknet. Außer dem gibt es hier viele leckere Riesenschirmpilze!“. Das ist dann aber doch wieder etwas für die Mykophagen = Pilzfresser, wie die korrekte Übersetzung lautet! Arbeitszeit heute: 10.15 – 21.30 Uhr.

Ein Top - Fund für Christian Ehmke im Radebachtal. Es dürfte sich um den seltenen Schwarzen Duftstacheling (Phellodon niger) handeln. Chefkartierer Benno Westphal hat für Mecklenburg erst drei Fundpunkte in der DGfM - Verbreitungskarte eingetragen. Siehe dritter Link von unten. Das Standortfoto stammt natürlich von Christian.

Ein Top - Fund für Christian Ehmke im Klaasbachtal. Es dürfte sich um den seltenen Schwarzen Duftstacheling (Phellodon niger) handeln. Chefkartierer Benno Westphal hat für Mecklenburg erst drei Fundpunkte in der DGfM - Verbreitungskarte M-V eingetragen. Siehe dritter Link von unten. Hier den wissenschaftlichen Namen in Suchfeld eingeben. Das Standortfoto ist natürlich auch von Christian. Übrigens führt Christian ebenfalls ein Tagebuch über die aktuelle Pilzlage aus seiner Sicht. Siehe unter dem Link "Lorcheln".

Mittwoch – 27. Juli – Im laufe der Nacht zog von Südwesten schauerartiger, teils gewittriger Regen auf, der sich später noch deutlich intensivierte und von kräftigen Gewittern durchsetzt war. Hier einige Meßwerte: Boltenhagen 0,1 l, Rostock 0,9 l, Schwerin 5,5 l, Goldberg 17 l und Waren an der Müritz: 69 l. Hier wird klar, wo es ordentlich geschüttet hat. Aber das Meßnetz ist sehr weitmaschig, so dass es auch zwischendrin recht ordentliche Regenmengen gegeben hat. Wismar bekam in der letzten Zeit sogut wie nichts ab, aber schon etwa 10 km südöstlich, im Wald zwischen Goldebee, Sellin und Nevern, welcher mein heutiges Exkursionsgebiet war, hatte es sehr gut geregnet. Alles durchfeuchtet und klatsch nass. Das Gebiet befindet sich in MTB: 2135/2. Es war heute Ziel meiner Mittwochskartierung. Bessere Buchenwälder und Fichtenforste auf schweren Böden. Eingestreut kleinere Feuchtbiotope. Ich konnte hier heute nur Chrstian seine Beobachtungen bestätigen. Es ging richtig die Post ab, fast wie zu besten Zeiten in der Hochsaison, einfach super! Hier die Artenliste: Brennender Rübling, Klebriger Hörnling, Wurzel – Rübling, Halsband – Schwindling, Breitblatt, Flacher Lackporling, Gelbbräunlicher Trichterling, Waldfreund – Rübling, Löwengelber Porling, Buchenwald – Wasserfuß, Postament – Helmling, Stockschwämmchen, Rosa – Täubling, Graugrüner Milchling, Netzstieliger Hexen – Röhrling, Widerlicher Täubling, Grüner Knollenblätterpilz, Heftel – Nabeling, Perlpilz, Dickblättriger Kohlentäubling, Maiporling, Sommersteinpilz, Fuchsiger Scheidenstreifling, Morse – Täubling, Grauer Wulstling, Flockenstieliger Hexen – Röhrling, Purpurschwarzer Täubling, Sonnen – Täubling, Anis – Zähling, Gemeine Hundsrute, Langstieliger Pfeffermilchling, Süßlicher Milchling, Frauen – Täubling, Harter Zinnobertäubling, Gemeine Stinkmorchel, Weißstieliger Leder – Täubling, Gelbe Lohblüte, Weiße Lohblüte, Anhängsel – Röhrling, Echter Steinpilz, Buchen – Speitäubling, Dichtblättriger Täubling, Gelber Knollenblätterpilz, Mehlpilz, Hainbuchen – Röhrling, Blaublättriger Täubling, Echter Zunderschwamm, Angebrannter Rauchporling, Buckel – Tramete, Grauweißer Saftporling, Blasser Laubwaldpfifferling, Fleischroter Speisetäubling, Rotstieliger Leder – Täubling, Rehbrauner Dachpilz, Rotrandiger Baumschwamm, Schwefelporling, Schmetterlingstramete, Nadel – Schwindling, Milder Wachstäubling, Narzißengelber Wulstling, Safran – Schirmpilz, Marone, Grünblättriger Schwefelkopf, Riesenporling, Fichten – Reizker, Gold – Röhrling, Gallen – Röhrling, Birkenporling, Ziegenlippe, Porphyrbrauner Wulstling, Dickschaliger Kartoffelbovist, Lilablättriger Mürbling, Striegelige Tramete, Flatter – Milchling, Eichen – Milchling, Rotfüßchen, Dotter – Täubling, Violettstieliger – Täubling, Fleischroter Lacktrichterling, Schiefknolliger Anis – Champignon und Stinktäubling. Wie man sieht, es hat sich wirklich gelohnt. Es war die mit Abstand ergiebigste Kartierungsaktion in diesem Jahr bisher. Damit hat sich meine Vermutung bestätigt, dass nun unsere guten Sommerwälder durchstarten, zumindest dort, wo es die Niederschläge der zurückliegenden Wochen ermöglichen. Dagegen ist in der Parkanlage am Seeblick, in der ich heute morgen kurz war, ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen. Hier hat es auch seit längerem nicht mehr geregnet. Meine Arbeitszeit: 10.00 – 22.30 Uhr.

Dafür ist hier wieder der seltene Glattstielige Hexen - Röhrling (Boletus quelettii) erschienen. Standortfoto im Park am Seeblick - 27.07.2016.

Dafür ist der seltene Glattstielige Hexen - Röhrling (Boletus quelettii) in der Parkanlage am Seeblick wieder erschienen. Standortfoto am 27.07.2016.

Donnerstag, 28. Juli – Heute morgen besuchte mich Raritäten – Jäger Andreas Okrent. Wir trafen uns im Park am Seeblick. Andreas wollte unbedingt ein Standortfoto des Glattstieligen Hexen – Röhrlings machen. Der Pilz stand glücklicherweise auch noch dort und gleich daneben auch ein junger Flockenstieliger Hexen – Röhrling. Deutlich traten die Unterschiede zwischen beiden zutage. Beim Wetter war heute Freundlichkeit angesagt. Im laufe des späteren Abends und in der Nacht ziehen von Südwesten einige Schauer und Gewitter durch. Zumindest örtlich kann es daher den einen oder anderen kräftigen Regenguss geben. Heute habe ich die Frischpilzausstellung erneuert. Die beiden Ausstellungsflächen sind komplett ausgelastet. Es liegen 132 Arten aus. Erstmals in diesem Jahr dabei: Riesenporling, Violettstieliger Täubling, Eichen – Milchling, Fichten – Reizker, Safran – Schirmpilz, Hainbuchen – Röhrling, Anis – Zähling, Anhängsel – Röhrling, Graugrüner Milchling und Dickblättriger Kohlentäubling.

Wunderbar frische Stockschwämmchen fand ich gestern im Wald bei Ravensruh. Gut ist die hygrophane Randzone und die Stielbeschuppung zu erkennen. Sehr schmackhafter Edelpilz. Standortfoto am 27.07.2016.

Wunderbar frische Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis) fand ich gestern im Wald bei Ravensruh. Gut ist die hygrophane Randzone und die Stielbeschuppung zu erkennen. Sehr schmackhafter Edelpilz. Standortfoto am 27.07.2016.

Freitag, 29. Juli – Schon seit einiger Zeit geisterte in den Mittelfristprognosen der Wetterfrösche immer wieder die Möglichkeit einer Wetterumstellung zu beständigerem Hochdruckwetter herum. So wurde noch etwa vor einer Woche von den Wettercomputern kein Regentag für Wismar und dem Umland prognostiziert, was angesichts des sehr warmen Sommerwetters vor einer Woche zu einem deutlichen Abschwung beim Frischpilzaufkommen geführt hätte, zumindest in den Sandergebieten. Die mit Vorsicht zu genießenden Trendmeldungen sehen für die nächsten 2 Wochen in unserem Einzugsgebiet viele Regentage vor. Dieses bedeutet natürlich nicht, dass es permanent pladdert, sondern vielmehr können einige Tropfen, kräftige Gewitterschauer oder auch mal ein Landregen dabei sein, sonnige und freundliche Phasen inklusive. Das ganze meist bei gemäßigten Temperaturen im angenehmen 20er Bereich. Also weiterhin größtenteils pilzfreundliche Verhältnisse. Die Siebenschläfer Regel hat sich in diesem Jahr mal wieder bestätigt. Demnach wäre erst ab Mitte August mit einer Wetterumstellung zu rechnen. Dann könnte doch noch Hitze und Trockenheit das Zeppter Schwingen und einen Schnitt zwischen Sommer- und Herbstapekt einleiten. Das ist allerdings aus jetziger Sicht reine Spekulation. – In der vergangenen Nacht zog ein schwaches Gewittertief durch. In Wismar blitzte und donnerte es um Mitternacht herum, die Niederschlagsmengen hielten sich hier in Grenzen. Etwas größere Mengen hat es wieder direkt östlich und südlich von Wismar gegeben. Örtlich gab es starke Schauer. Jetzt am Abend nähert sich von Westen eine neue Zone mit kräftigen Regenschauern. Sie könnte vor allem die nordwestlichen Bereiche unseres Einzugsgebietes tangieren.

Der Harte Zinnober - Täubling (Russula lepida) ist einer unserer farbenprächtigsten Großpilze in besseren Buchenwäldern. Duch seine Pochhärte und den zinnoberroten Farben auf Hut und Stiel ist er bestens gekennzeichnet und mit ähnlichen Arten kaum zu verwechseln. Leider schmeckt er nicht so gut wie er aussieht obwohl er nicht zu den komplett ungenießbaren Täublingen zählt. Ein Exemplar im Mischgericht wäre vielleicht möglich. Standortfoto am 27.07.2016 im Wald bei Goldebee/Ravensruh.

Der Harte Zinnober - Täubling (Russula lepida) ist einer unserer farbenprächtigsten Großpilze in besseren Buchenwäldern. Durch seine Pochhärte und den zinnoberroten Farben auf Hut und Stiel ist er bestens gekennzeichnet und mit ähnlichen Arten kaum zu verwechseln. Leider schmeckt er nicht so gut wie er aussieht, obwohl er nicht zu den komplett ungenießbaren Täublingen zählt. Ein Exemplar im Mischgericht wäre vielleicht möglich. Standortfoto am 27.07.2016 im Wald bei Goldebee/Ravensruh.

Sonnabend, 30. Juli – Heute Vormittag war ich wieder kurz im Seeblickpark. Ich wollte schauen, wie sich der Glattstielige Hexen – Röhrling entwickelt hat. Er war zwar noch etwas gewachsen, aber absolut platt, richtig raufgetreten. Der zwei Meter weiter stehende Flockenstielige war unversehrt. Eigentlich wollte ich sie beide zum Vergleich fotografieren, aber es sollte nicht sein. So ist das nun in Parkanlagen, hier ist kaum etwas sicher vor den Fußtritten oder sonstigen Wütereien der Menschen. Schließlich habe ich noch einige Pilzarten für die am Montag wieder zu erneuernde Ausstellung eingesammelt. Der Abwärtstrend geht hier weiter, selbst der Rasen wächst kaum noch wegen der dortigen Trockenheit. Heute gab es zwar einige kurze, teils auch heftige Regengüsse, aber der Park braucht mehr. Morgen soll es weit verbreitet in Deutschland kräftig regnen und gewittern. Mal schauen, was für unser Einzugsgebiet vorgesehen ist.

Auch diese Milchlinge habe ich heute im Park am Seeblick fotografiert. Sie wuchsen unter Rotbuchen. Es handelt sich um den Braunfleckenden Milchling (Lactarius fluens). Seine weiße Milch schmeckt schard und bitterlich, so dass der Pilz ungenießbar ist. Er ähnelt stark dem viel häufigeren Graugrünen Milchling, ist aber meist kräftiger vom Wuchs, nicht so schmierig und die Randzone des Hutes ist deutlich weißlich. Die Verletzten Stellen verfärben sich die Lamellen nach einer weile bräunlich = braunflecken. Ungenießbar.

Auch diese Milchlinge habe ich heute im Park am Seeblick gefunden und fotografiert. Sie wuchsen unter Rotbuchen. Es handelt sich um den Braunfleckenden Milchling (Lactarius fluens). Seine weiße Milch schmeckt scharf und bitterlich, so dass der Pilz ungenießbar ist. Er ähnelt stark dem viel häufigeren Graugrünen Milchling, ist aber meist kräftiger vom Wuchs, nicht so schmierig und die Randzone des Hutes ist deutlich weißlich. An verletzten Stellen verfärben sich die Lamellen nach einer weile bräunlich = braunfleckend. Ungenießbar.

Sonntag, 31. Juli – Heute endet nun der Juli und was hat er uns gebracht? Stellenweise wieder reichlich Sommersteinpilze, die ersten Fichtensteinpilze und regional viele Pfifferlinge. Einige Parkanlagen erlebten eine regelrechte Pilzschwämme und auch die Artenvielfalt legte immer weiter zu, da auch in den meisten Regionen ausreichende Niederschläge gefallen sind und die Temperaturen meist auf gemässigtem Sommerniveau lagen. – Heute war ich im Neukloster Forst zwischen Klein Warin und Neumühle unterwegs. Ich absolvierte mal wieder ein Stück meiner vor Jahren begonnenen Waldumrundung. Meist sandige Laub- und Nadelwälder. Für den normalen Pilzsammler hätte es außer einigen Pfifferlingen kaum etwas lohnendes gegeben. Für mich war es aber durchaus interessant und erfolgreich. Ich konnte 67 Arten notieren. Dabei auch einige nicht alltägliche Funde wie der Borstenrandige Stielporling, Rosaweißer Rißpilz, Kornblumen – Röhrling, Leberpilz oder Würziger Tellerling. Da es ganz in der Nähe lag, fuhr ich zum Schluß nochmals in mein Exkursiongsgebiet vom Mittwoch. Also in den Wald zwischen Goldebee und Nevern. Hier konnte ich sozusagen als Ergänzung zum Mittwoch noch folgende Arten finden und notieren: Kegelschuppiger Schirmpilz, Grüngefelderter Täubling, Hasenröhrling, Schwarzgezähnelter Helmling, Braunroter Stielporling, Falber Milchling, Trockener Schneckling, Herber Zwergknäuling und Eichen – Schichtpilz. Die Artenvielfalt ist nun doch schon sehr beachtlich und es macht ganz einfach Spass durch die Wälder zu streifen. Es gibt bereits allerhand zu entdecken.

Einer der besten Funde war für mich heute der Borstenrandige Stielporling (Polyporus arcularius). Er ähnelt dem häufigen Winterporling, hat aber deutlich größere, wabenartige Poren und der Hutrand ist typisch bewimpert (borstenrandig). Ähnlich kann auch der Wabenporling aussehen, der aber meist nur in Süddeutschland gefunden werden kann. Die hier gezeigte Arte ist in Mecklenburg recht selten bis maximal zerstreut nachgewiesen worden. 31.07.2016 im Neukloster Forst.

Einer der besten Funde war für mich heute der Borstenrandige Stielporling (Polyporus arcularius). Er ähnelt dem häufigen Winterporling, hat aber deutlich größere, wabenartige Poren und der Hutrand ist typisch bewimpert (borstenrandig). Ähnlich kann auch der Wabenporling aussehen, der aber meist nur in Süddeutschland gefunden werden kann. Die hier gezeigte Art ist in Mecklenburg recht selten bis maximal zerstreut nachgewiesen worden. 31.07.2016 im Neukloster Forst.

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