Tagebuch August 2015/1

Wetter und Pilze im Raum Nordwestmecklenburg

Tagebuch Wetter und Pilze August 2015/1

Mit diesem schönen Foto zweier Hainbuchen - Röhrlinge (Leccinum griseum) möchte ich das diesjährige August - Tagebuch eröffnen. Gefunden und fotografiert habe ich die Pilze am 29.07.2015 im Höltingsdorfer Forst. Die Art gehört zu den Rauhfuß - Röhrlingen und zeichnet sich durch Festfleischigkeit gegenüber önlichen Birkenpilzen aus. Das Fleisch schwärzt allerdings bei Verletzung und Zubereitung. Guter Speisepilz.

Mit diesem schönen Foto zweier Hainbuchen - Röhrlinge (Leccinum griseum) möchte ich das diesjährige August - Tagebuch eröffnen. Gefunden und fotografiert habe ich die Pilze am 29.07.2015 im Höltingsdorfer Forst. Die Art gehört zu den Rauhfuß - Röhrlingen und zeichnet sich durch Festfleischigkeit gegenüber ähnlichen Birkenpilzen aus. Das Fleisch schwärzt bei Verletzung und Zubereitung. Guter Speisepilz.

Sonnabend, 01. August – Da Sohn Jonas ein Schüler – Ferienticket erworben hat und darin auch eine Freifahrt bis nach Berlin enthalten war, fuhren wir heute morgen per Zug dorthin. Überwältigt war er vom riesigen Hauptbahnhof. Es stellte sich uns die eher philosophische Frage: Ist das eigentlich ein Bahnhof mit Einkaufsmöglichkeit oder ein Einkaufszentrum mit Bahnanbindung? In seinem Ferienticket integriert, mit entsprechender Vergünstigung, war auch ein Besuch des Wachsfigurenkabinets der Madamme Tussauds Berlin und ein Besuch im AquaDom & Sea Life Berlin. Es war schon ein eigenartiges Gefühl, plötzlich Leuten wie Udo Lindenberg, Karl Marx oder Walter Ulbricht u. a. prominenten Persönlichkeiten aus Vergangenheit und Gegenwart so lebensnah gegenüber zu stehen. Auch die Fahrt mit dem Aufzug durch den weltgrößten Wasserdom war ein einmaliges Erlebnis. Danach unternamen wir auf der Spree eine Tour mit dem Wasser – Taxi, so zu sagen eine Stadtrundfahrt auf dem Wasserwege mit Erläuterungen zum historischen und neuen Berlin, einschließlich dem Regierungsviertel mit der Bundeswaschmaschiene, also dem Bundeskanzleramt, auch Elefantenklo genannt. Dann stand noch ein Wunsch meinerseits auf dem Plan, ein Besuch des DDR – Museums, das direkt an der Anlegestelle der Wasser – Taxi – Schiffe lag. Eine nostalgische, teils aber auch grotesk befremdliche Reise in meine Jugendzeit. Nun mußten wir uns aber sputen, denn gegen 19.30 Uhr fuhr der letzte Zug nach Wismar. Wir ließen uns mit einer Rikscha zum Hauptbahnhof fahren. Pilze habe ich leider keine gesehen. Das Wetter war sonnig und sommerlich warm.

Blick von der Spree auf das weit hin sichtbare Wahrzeichens Berlins, dem 1969 im damaligen Ostberlin eingweihten Fersehturm, dem wohl immer noch höchstem Bauwerk Deutschlands.

Blick von der Spree auf das weit hin sichtbare Wahrzeichen Berlins, dem 1969 im damaligen Ostberlin eingweihten Fersehturm, dem wohl immer noch höchstem Bauwerk Deutschlands.

Sonntag, 02. August – Bei schönem, sonnigem und angenehm warmen Wetter fuhr ich heute mit Jonas auf die Insel Poel. Hier fand das traditionelle Inselfest statt. Dazu gab es in der Insel – Hauptstadt Kirchdorf eine Festwiese mit Festzelt, Los – und Schießbuden sowie Fahrgeschäften. Für Kinder immer ein Anziehungspunkt. Ich schaute natürlich auch nach Pilzen, aber bis auf einige Büschel frischer Glimmer – Tintlinge konnte ich leider nichts weiter entdecken.

Dafür konnte unser Lorchelfreund Christian Ehmke wieder fündig werden. Noch sehr klein, hat er dennoch einige Exemplare des Grauen Langfüßlers (Helvella macropus) entdecken und fotografieren können. Wir finden die Schlauchpilzart in Laub- und Nadelwäldern auf humosen Böden. Ohne Speisewert..

Dafür konnte unser Lorchelfreund Christian Ehmke wieder fündig werden. Noch sehr klein, hat er dennoch einige Exemplare des Grauen Langfüßlers (Helvella macropus) entdecken und fotografieren können. Wir finden die Schlauchpilzart zerstreut in Laub- und Nadelwäldern auf humosen Böden. Ohne Speisewert.

Montag, 03. August – Die windige, herbstlich kühle und regnerische Witterung hat sich nun verzogen und Einzug haben die Hundstage gehalten, die heißeste Zeit des Jahres. So wie es momentan aussieht, wird zumindest die erste Hälfte des August Hochsommerwetter pur bringen. Das heißt, neben scheißtreibenden Temperaturen auch einige, teils heftige Gewitterlagen. Die erste steht morgen an. Im Vorfeld einer Kaltfront kann es morgen Abend bei uns ordentlich krachen! Nach kurzer Abkühlung am Mittwoch soll dann sehr schnell extrem heiße Luft heran geweht werden, so dass in einigen Regionen Deutschlands nochmals bis zu 40 Grad möglich sind! Diese Hitze wird dann am Wochenende wieder von teils gefährlichen Gewittern vertrieben. Schnell soll es aber auch in der nächsten Woche wieder heiß werden, so dass die nächsten Gewitter wohl auch hier nicht lange auf sich warten lassen dürften. Wie schon den ganzen Sommer über befinden wir uns aber meist im Grenzbereich zu etwas kühlerer Luft und können dadurch häufiger von Gewitterstörungen gestreift werden. Wie ergiebig die Niederschläge innerhalb der Gewitter letztendlich ausfallen werden, muss abgewartet werden. Davon hängt ab, ob die neuerliche Hitze einen Zusammenbruch des Pilzwachstums zur Folge haben wird, oder ob zumindest an nicht sonnenexponierten Bereichen mit einer Zunahme des allgemeinen Frischpilzaufkommens gerechnet werden darf. Meine Arbeitszeit im Urlaub heute: 12.00 – 19.00 Uhr.

Unabhängig der aktuellen Hitzewelle entwickeln sich diese braunen Steinchampignons im Karton prächtig. Wir haben anläßlich unseres Treffen der Pilzfreunde am 14. Juli verschiedene Kulturpilze angebaut. Nun sind seit dem 20 Tage vergangen und die ersten Champignons schieben. Mit den Braunkappen und Stockschwämmchen dürfte es aber erheblich länger dauern, falls uns auch diese Zucht gelingen sollte.

Unabhängig der aktuellen Hitzewelle entwickeln sich diese braunen Steinchampignons im Karton prächtig. Wir haben anläßlich unseres Treffen der Pilzfreunde am 14. Juli verschiedene Kulturpilze angebaut. Nun sind seit dem 20 Tage vergangen und die ersten Champignons schieben. Mit den Braunkappen und Stockschwämmchen dürfte es aber erheblich länger dauern, falls uns überhaupt die Zucht gelingen sollte. Siehe unter Tagebuch.

Dienstag, 04. August – Jonas hatte sich heute eine Bootstour auf dem Schweriner See ausgesucht, die vom Stadtteiltreff Krebsförden in Schwerin organisiert wurde und die Irena begleitete. Ursprünglich wollte ich mit ihm heute an den Ostseestrand um das heiße Wetter etwas erträglicher zu gestalten. So hatte ich sozusagen frei und fuhr mit Raritätenjäger Andreas Okrent zu einer Pilztour durch einige Parkanlagen. Andreas hat Urlaub und hat sich für ein Paar Tage bei Irena einquartiert. Schwerpunkt war der Schloßgarten in Schwerin. Die Pilze litten bereits erheblich unter der Hitze, aber es waren dennoch viele frische Fruchtkörper zu finden. Eine sehr artenreiche und spannende Parkanlage. Wir fanden allerlei. So z. B. sehr schöne und junge Sommersteinpilze, Netz- und Flockenstielige Hexen – Röhrlinge, Fahle Röhrlinge, Blasse Laubwaldpfifferlinge, seltene, lachsfarbene Korallenpilze, Perl- und Pantherpilze, Riesen – Champignon und Riesenporling, Würzige Tellerlinge, viele Täublinge, vor allem Frauen – Täublinge und die seltenen Schwarzanlaufenden Menthol – Täublinge. Dazu sogar recht zahlreich wunderbare Grüngefelderte Täublinge und eine für mich neue Art, den Honig – Täubling. Außerdem Nelkenschwindlinge, Rißpilze, kleine Schirmlinge und einen Langstieligen Schleimfuß. Ich könnte noch weitere Arten aufzählen, möchte es aber bei diesen Beispielen belassen. Eigentlich wäre es sogar einen eigenen Bericht wert! Es hat sehr viel Spaß gemacht, trotz der Hitze und es gab jede Menge zu fotografieren. Danach fuhren wir noch kurz zum Haushalt – Forst um einen Standort vom Bronze – Röhrling zu kontrolieren. Wir sahen im Buchenwald nicht einen Frischpilz! Zum Schluß noch in die Lübstorfer Parkanlagen. Hier war es insgesamt wesentlich bescheidener als in Schwerin, aber es gab zumindest auch hier Pilze: Weißtäublinge, Wurzelnde Bitter – Röhrlinge, Fahle Röhrlinge, Blasse Laubwaldpfifferlinge und für mich neu hier, den sehr seltenen Rauhen Wulstling!Am Abend zog dann nach der Affenhitze kräftiger Gewitterregen auf und das ziemlich flächendeckend in unserem Einzugsgebiet. Hitze und warmer Regen, ich bin gespannt, was uns in den nächsten Wochen an der Pilzfront blüht! Meine Arbeitszeit trotz Urlaub: 10.00 – 23.00 Uhr.

Dieser Täubling ist mir bisher noch nicht bewußt untergekommen. Er viel mir auf durch seine ockergelben Flecken am Stiel und stellenweise an den Lamellen. Die Art ist auch recht plastisch und schmeckt mild. Die Art schien mir recht markannt und ich kam ihrer Identietät nach kurzen Literaturstudium schnell auf die Schliche. Es handelt sich um den Honig - Täubling (Russula melliolens). Schon bei der heutigen Hitze war der Honig - Geruch bereits deutlich war zu nehen. Da dieser sich beim trocken noch deutlich intensievieren soll, legt ich sie also zusätzlich auf den Dörrer. Die Chemische Reaktion fiel ebenfalls positiv aus. Der Fund des Tages für mich. Die Art ist relativ sekten und wird in einigen Roten Listen in der Kategorie 2 gefürt = stark gefährdet!. Essbar. Standortfoto im Schweriner Schloßgarten am 04.08.2015.

Dieser Täubling ist mir bisher noch nicht bewußt untergekommen. Er fiel mir durch seine ockergelben Flecken am Stiel und an den Lamellen auf. Die Art ist auch recht plastisch und schmeckt mild. Der Täubling ist also ziemlich markant und ich kam seiner Identietät nach kurzem Literaturstudium schnell auf die Schliche. Es handelt sich um den Honig - Täubling (Russula melliolens). Bei der heutigen Hitze war der Honig - Geruch deutlich warzunehmen. Da sich dieser eigentlich erst beim trocken entfalten soll, legte ich sie zusätzlich auf den Dörrer. Die chemische Reaktion fiel ebenfalls positiv aus. Die Art ist relativ selten und wird in einigen Roten Listen in der Kategorie 2 = stark gefährdet geführt und soll einer Rückgangstendenz unterliegen!. Essbar. Standortfoto im Schweriner Schloßgarten am 04.08.2015.

Mittwoch, 05. August – Mein Urlaub beschränkt sich hauptsächlich darauf, dass unser mykologisches Informationszentrum nicht regulär geöffnet ist. Ansonsten gelingt es mir nicht mich von den aktuellen Entwicklungen an der Pilzfront zu lösen. So war ich heute Nachmittag auch einige Zeit wieder im Laden und zum Abend hin habe ich vor, nach Banzkow zu fahren, um unsere Route für die nächste Woche stattfindende Nachtwanderung noch einmal abzulaufen b.z.w. zu konkretisieren. Schließlich wollen wir in der Dunkelheit nicht die Orientierung in diesem ausgedehnten Waldgebiet am Störkanal verlieren. Andreas Okrent war heute im Deichelseegebiet und im Radebachtal unterwegs. Bis auf einige Steinpilze im Radebachtal waren kaum nennenswert Frischpilze zu sehen. Am Deichelsee war es völlig tot, dafür konnte er am Hohlsee einen Erfolg verbuchen. Vor zwei Jahren haben wir hier das erste mal überhaupt ein wunderschönes Exemplar des in unseren Breiten äußerst seltenen Nadelwald – Anhängselröhrlings gefunden. Heute wurde die Stelle unter Kiefern, Fichten und einzelnen Buchen von ihm erneut bestätigt. Er hat etwa ein Dutzend dieser wunderschönen Dickröhrlinge dort vorfinden können. Wenn das für einen Raritätenjäger kein Grund zum Feiern ist! Trotz Urlaub von 14.00 – 22.00 Uhr im Dienste der Sache tätig.

Diese Korallenpilze (Ramaria spec.) bereiten uns schon seit Jahren Kopfzerbrechen. Sie wachsen alljährlich unter dem alten Baumbestand von Eichen und Buchem im Schweriner Schloßgarten. Eine genaue Bestimmung wäre wohl am ehesten unter dem Mikroskop möglich. Standortfoto am 04.08.2015.

Eine Rarität sehen wir auch hier. Diese Korallenpilze aus der Gattung Ramaria bereiten uns schon seit Jahren Kopfzerbrechen. Sie wachsen alljährlich unter dem alten Baumbestand von Eichen und Buchen im Schweriner Schloßgarten. Eine genaue Bestimmung hat Benno Westphal nun vorgenommen. Es handelt sich demnach um die Rosa - Koralle (Ramaria subbotrytis). Standortfoto am 04.08.2015.

Donnerstag, 06. August – Gestern Abend war ich allein und heute Vormittag mit Irena im Forstrevier Friedrichsmoor in der Lewitzregion unterwegs, um unsere Nachtwanderung zu konkretisieren. In erster Linie ging es mir um die Wanderroute und einen geeigneten Picknickplatz. Ich hatte zwar bereits im Vorjahr einen ausmachen können, aber wir haben noch einen weiteren, wunderbaren Platz, mitten in diesem attraktiven Forstrevier am Störkanal gefunden, den „Rastplatz am Wasserloch“. Im Anschluß bemühten wir uns das zuständige Forstamt ausfindig zu machen, um eine Einfahrgenehmigung in den Wald bis zum Rastplatz zu bekommen. Wir haben mit verschiedenen Forstleuten gesprochen und diese verwiesen uns an das Forstamt in Friedrichsmoor. Hier stießen wir mit unserem Anliegen auf offene Ohren und ich stellte einen schriftlichen Antrag, um eine Einfahrgenehmigung, zumindest für Irena, zu bekommen, damit sie die vorbereiteten Speisen, allen voran unsere beliebte Waldpilzsuppe, bis zum Rastplatz mit ihrem Auto transportieren darf, denn die Waldwege sind für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Ich hoffe, wir werden diese auch kurzfristig bekommen. Anderenfalls müssen wir den ursprünglich angedachten Rastplatz bei Banzkow nutzen, den Irena heute vorsorglich bereits säuberte. Alle anderen werden ihre Fahrzeuge am Waldrand, wahrscheinlich in Bahlenhüschen oder Banzkow, parken müssen. Die letzten Regenfälle von Dienstag waren hier auch recht ergiebig (in Keez kamen beispielsweise 10 l/qm zusammen) so dass trotz der anhaltenden Hitze, aber auch durch die erneut bevorstehende Gewitterlage, zumindest in punkto Feuchtigkeit einem nennenswerten Pilzwachstum kaum etwas im Wege stehen dürfte. Zur Zeit sieht es hier eher bescheiden aus, aber ich habe einige Hasenstäublinge, Anis – und Riesenchampignons sowie Täublinge gesehen. Heute im dienste der Sache tätig: 09.00 – 21.00 Uhr.

Der Rastplatz am Wasserloch. Das Wasserloch befindet sich weiter rechts, wo auch noch eine weitere, große, runde, überdachte Wanderhütte steht. Ein wunderschöner Ort um uns unsere wohlverdiente, nächtliche Pilzmahlzeit zu verdrücken. Hier können gut und gerne an die fünfzig Leute gemütlich zu Tisch sitzen.

Der "Rastplatz am Wasserloch". Das Wasserloch befindet sich weiter rechts, wo auch noch eine weitere, große, runde, überdachte Wanderhütte steht. Ein wunderschöner Ort um uns unsere wohlverdiente, nächtliche Pilzmahlzeit schmecken zu lassen. Hoffen wir auf gutes Wetter und eine Fahrgenehmigung.

Freitag – 07. August – Zunächst möchte ich auch an dieser Stelle dem Forstamt Friedrichsmoor für die schnelle Erteilung einer Einfahrgenehmigung in den Forst Friedrichsmoor anläßlich unserer Nachtwanderung am 14. August 2015 bis zum „Rastplatz am Wasserloch“ für das Auto von Irena und meinen Leichtkraftroller ganz herzlich danken. So können wir sicherstellen, dass wir am oben gezeigten Rastplatz unser vorbereitetes Nachtmahl einnehmen können. Nun zu den Pilzen. Heute war ich nach über einer Woche mal wieder in der Parkanlage am Seeblick, hier in Wismar, nach Ausstellungspilzen schauen. Immerhin soll am kommenden Montag unsere Pilzausstellung wieder öffnen und da brauche ich schon Frischpilzmaterial, dass bis dahin in den Kühlschrank kommt. Das große Massenwachstum von Frauen – Täublingen ist etwas abgeebt, aber dafür ist die Artenvielfalt größer geworden. Röhrlinge waren kaum mehr vertreten, bis auf einen jungen Flockenstieligen Hexen – Röhrling und einen ebenfalls jungen Sommersteinpilz. Im Boden ist nun reichlich Feuchtigkeit und ein panikartiges Massenpilzwachstum ist nicht mehr erforderlich, dennoch habe ich meinen Korb heute in gut einer Stunde mit einem bunten Sammelsurium verschiedener Pilzarten, allen voran Täublingen, füllen können. Ob mir das wohl im Wald in so kurzer Zeit gelungen wäre? – Und nun noch zum Wetter. Während große Teile Deutschlands auch heute wieder unter rekorverdächtiger Hitze stöhnen, ist es bei uns schon wieder angenehmer geworden. Seit den Morgenstunden befinden wir uns im Grenzbereich zu der sehr heißen Luft in einer Zone mit Schauern und Gewittern. Das wird wohl auch noch bis morgen Mittag so bleiben, wobei sich die Gewitter im laufe der Nacht und zum morgen hin noch deutlich verstärken sollen. Es sind unwetterartige Entwicklungen möglich! So wie es am heutigen späten Nachmittag aussieht, könnten die Gewitter gerade morgen früh bei uns noch ordentlich toben. Denkbar ungünstig für die geplante Pilzwanderung. Wie schon vor 14 Tagen steht sie wieder einmal wegen möglicher Unwettergefahr auf der Kippe. Damals hatten wir Glück. Sturm und Gewitter kamen erst am Nachmittag. Morgen früh um 08.00 Uhr wird es sich entscheiden, ob wir wandern oder es lieber sein lassen werden. Wenn ja, geht es in die Wälder bei Borkow. Siehe unter Termine. Meine dienstliche Urlaubszeit heute: 12.30 Uhr – 18.00 Uhr.

Nach einer Stunde war mein Korb heute Mittag gut gefüllt. Das hätte ich auch in weniger als einer halben Stunde geschaft, aber ich hatte noch etliche Fotos gemacht und das braucht auch seine Zeit. Übrigens sind auch die knallroten Pilze essbar. Es sind Heringstäublinge!

Nach einer Stunde war mein Korb heute Mittag gut gefüllt. Das hätte ich auch in weniger als einer halben Stunde geschaft, aber ich hatte noch etliche Fotos gemacht und das braucht auch seine Zeit. Übrigens sind auch die knallschwarzroten Pilze essbar. Es sind Heringstäublinge!

Sonnabend, 08. August – Gegen Mitternacht wurde es über dem Himmel von MeckPomm zunehmend unruhig. Punktuell b.z.w. strichweise zogen kräftige Gewitterschauer durch, vor allem Richtung Vorpommern. Zum morgen hin kamen dann auch in Mecklenburg vermehrt teils kräftige Gewitter auf. Zwischen 5 und 6 Uhr blitze und donnerte es im Raum Wismar kräftig und besonders zwischen Wismar und Schwerin sowie östlich davon kam einiges vom Himmel. Es gab aber auch Regionen, wo nicht viel Niederschlag dabei war, so wie im Raum Borkow, wo wir heute unsere Pilzwanderung hatten. Das Gewitter hatte sich bis 08.00 Uhr, dem Treff zu unserer Wanderung,  bereits wieder verzogen, so dass wir auch diesesmal Glück hatten und die Veranstaltung nicht ausfallen brauchte. Es war trotz der Schwüle eine sehr schöne Wanderung. Es gab einiges zum Erläutern und zum kennen lernen und bei einigen Pilzfreunden hatte es sogar für eine Mahlzeit gereicht. Siehe bei „Pilzwanderung im Schlower Forst“. Meine Arbeitszeit heute: 07.45 – 22.30 Uhr.

Gestern Abend bin ich noch zu einem weiteren Teilstück meiner Waldumdundung im Neukloster Forst bei Klein Warin aufgebrochen. Das Pilzaufkommen war hier immernoch sehr gering, aber nicht mehr ganz so trostlos wie zuvor. Es wuchsen einge Täublinge, Perlpilze, Trompetenschnitzlinge und diese Röhrlinge. Es handelt sich wahrscheinlich um Falsche Rotfuß - Röhrlinge (Xerocomus porosporus). Essbar und am Standort fotografiert.

Gestern Abend bin ich noch zu einem weiteren Teilstück meiner Waldumrundung in den Neukloster Forst bei Klein Warin aufgebrochen. Das Pilzaufkommen war hier immer noch sehr dürftig, aber nicht mehr ganz so trostlos wie zuvor. Es wuchsen einige Täublinge, Perlpilze, Trompetenschnitzlinge und diese Röhrlinge. Es handelt sich wahrscheinlich um Falsche Rotfuß - Röhrlinge (Xerocomus porosporus). Essbar und am Standort fotografiert.

Sonntag, 09. August – Die Schwüle ist bei uns heute verschwunden und bei Temperaturen um 20 Grad ist es auch äußerst angenehm. Dazu strahlend blauer Himmel und kaum Wind. Ein Wohlfühltag wie er im Buche steht. Anders in Süddeutschland, dort ist auch heute wieder Schwitzen angesagt. Wer aber glaubt, wir im Nordosten hätten nun die heißesten Tage des Jahres hinter uns, wird nach den Berechnungen der Wetterdienste aber eines besseren belehrt. So wie es heute aussieht, stehen uns in MV noch erst die heißesten Tage mit tropisch warmen Nächten bevor. Schon ab morgen kommt die schwülheiße Gewitterluft wieder nordostwärts in Bewegung und spätestens in der zweiten Wochenhälfte ist erneut das große Schwitzen angesagt. Dann soll es auch in den Nächten teils nicht mehr unter 20 Grad abkühlen. Da aber frischere Luft weiterhin in Lauerstellung westlich von uns bereit liegt, wird auch die Gewittergefahr erhalten bleiben und zeitweise kann es wieder kräftig blitzen und donnern mit hoffentlich ordentlich Regen im Gepäck. In letzter Zeit können wir uns über Niederschläge nicht beklagen, aber solange das Temperaturniveau so hoch bleibt, wird es an der Pilzfront noch eher ruhig bleiben, Parkanlagen ausgenommen.

Womöglich werden wir auch in der nächsten Zeit ein ähnliches Himmelsbild wie hier über der Neukloster Forst am Freitag Abend bewundern können. Typische Gewitterbewölung an die jeder aufmerksamme Natur- und Wetterbeobachter erkennen kann, das es jederzeit ordentlich krachen kann. Solche Wolken müssen, ist man im freien unterwegs, ständig beobachtet werden, will man nicht von einem Gewitter überascht werden, denn dieses kann sich auch aus solch lockeren Wolken in kürzester Zeit bilden.

Womöglich werden wir auch in der nächsten Zeit ein ähnliches Himmelsbild, wie hier über der Neukloster Forst am Freitag Abend, bewundern können. Typische Gewitterbewölkung, an die jeder aufmerksame Natur- und Wetterbeobachter erkennen kann, das es jederzeit ordentlich krachen könnte. Solche Wolken müssen, ist man im freien unterwegs, ständig beobachtet werden, will man nicht von einem Gewitter überascht werden, denn dieses kann sich auch aus solch lockeren Quellwolken in kürzester Zeit bilden.

Montag, 10. August – Gestern bin ich wieder in die Lewitz – Region gefahren, um den Forst bei Friedrichsmoor zwischen Banzkow und Bahlenhüschen für mich weiter zu erschließen. Ich war mir immer noch nicht im klaren, welche Route wir zur Nachtwanderung am kommenden Freitag laufen wollen. Die teils anmoorigen Wälder sind stellenweise von Erlen, vielfach von Fichten aber auch von Kiefern, Buchen und Eichen bestanden, Streckenweise laufen Entwässerungsgräben durch dieses Gebiet. Teils wachsen auch dichte Bestände von Adlerfarn. Zum Pilze suchen eignen sich besonders die teils moosigen Fichtenbestände und die vielversprechenden Buchenwaldbereiche. Wir werden von allem etwas haben und auch eine Strecke am idyllischen Störkanal entlang wandern. Hier gibt es auch eine schöne Eichenallee. Pilztechnisch sah es gestern mehr als ernüchternd aus. Vereinzelt mal ein Perlpilz oder ein Täubling. Kein Vergleich zum letzten Jahr, als wir zu unserer Nachtwanderung in eine regelrechte Pilzschwämme gerieten. Das wird sich wohl bis Freitag kaum ändern, obwohl es hier letzte Woche Dienstag kräftig geregnet hatte. Aber eine Wanderung in nächtlicher Natur ist immer ein tolles Erlebnis. Anders als in den meisten Wäldern, gibt es in den Parkanlagen nach wie vor reichlich Pilze! Zum Wetter: Heute war es wieder zunehmend schwül und in der Nacht könnte es erneut unruhig werden. Es besteht Unwetterwarnung vor Gewittern mit starken Regenfällen! Heute habe ich die Pilzausstellung wieder bestückt. Es liegen 105 Arten auf den Flächen. Erstmals in diesem Jahr zu sehen: Dickschaliger Kartoffelbovist, Adlerfarn – Fleckenpilz, Rosa – Koralle, Riesenporling, Getropfter Saftporling, Jodoform – Täubling, Blutroter Täubling, Wässriger Milchling, Gallen – Röhrling, Maronen – Röhrling, Rißpilzähnlicher Ritterling, Weinroter Rißpilz, Falscher Rotfuß – Röhrling, Ockerbräunlicher Heringstäubling und Orangefuchsiger Milchling. Meine Arbeitszeit heute: 09.30 – 23.00 Uhr.

Lange hatte ich nicht mehr nach dem Adlerfarn - Fleckenpilz (Rhopographus filicinus) geschaut, auch weil es um Wismar herum kaum Adlerfran - Bestände gibt. Um so erfreuter war ich, dass ich den alten Bekannten gestern sofort an den abgestorbenen Stengeln des giftigen Adlerfarns im Forstrevier Friedrichsmoor fand. Er gehört zu den Schlauchpilzen.

Lange hatte ich nicht mehr nach dem Adlerfarn - Fleckenpilz (Rhopographus filicinus) geschaut, auch weil es um Wismar herum kaum Adlerfarn - Bestände gibt. Um so erfreuter war ich, dass ich den alten Bekannten gestern sofort an den abgestorbenen Stengeln des giftigen Adlerfarns im Forstrevier Friedrichsmoor fand. Er gehört zu den Schlauchpilzen.

Dienstag, 11. August – Inzwischen haben wir bereits Mitte August. In der Aspektabfolge des Jahres beginnt nun allmählich der Pilzherbst. Von Mitte August bis Mitte Oktober findet bei günstigen Bedingungen in der Regel der Maximalaspekt des Jahres statt. Also die Hochsaison. Während es besonders in den südlichen Landesteilen Hitze und gebietsweise Trockenheit ohne Ende gibt, sind die Temperaturen bei uns vergleichsweise moderat. Schaft es die große Hitze auch mal bis zu uns, so wird sie gleich wieder von Gewittern vertrieben. Dennoch ist es auch bei uns ziemlich warm und in den nächsten Tagen, insbesondere am Freitag, kann es auch wieder heiß werden, aber die nächsten Gewitter stehen auch schon wieder in den Startlöchern, die dann auch im Süden vorübergehend für eine moderate Abkühlung sorgen können. Anscheinend hält sich aber am Wochenende bei uns im Nordosten schwülwarme Luft, die zu weiteren, regenintensiven Gewittern führen könnte. Im Zusammenspiel mit den zurückliegenden Niederschlägen dürften diese dann allmählich den Grundstein für die beginnende Hochsaison legen. Auch die heftigen Gewitter der vergangenen Nacht haben besonders im Westen Mecklenburgs, einschließlich dem Wismarer Raum, wieder recht viel Regen gebracht. Die Bedingungen sind also derzeit optimal für ein außergewöhnlich gutes Pilzaufkommen in den nächsten Wochen. Ich glaube, es herrscht die Ruhe vor dem Sturm und dieser könnte eigentlich jeden Tag losbrechen. Heute waren wir übrigens zu unserer alljährlichen Abendwanderung in stadtnahen Gebieten unterwegs. Ein kleiner Bericht ist unter Termine zu finden. Meine Arbeitszeit heute: 12.30 – 24.00 Uhr.

Hier sehen wir zwei seltene Röhrlingsarten. Die beiden linken, größeren Fruchtkörper zeigen den Anhängsel - Röhrling (Boletus appendiculatus)  Die vier rechten Exemplare den im Flchland äußerst seltenen Nadelwald - Anhängel - Röhrling (Boletus subappendiculatus) Die Pilze hat Andreas Okrent in der vergangenen Woche gefunden. Der Nadelwal - Anhängsel - Röhrling ist ingesamt etwas hellhütiger und erscheint auch habituell etwas kleiner und gedrungener. Bei besitzen am Stiel ein gelbes, erhabenes Netzmuster, dass nur an Druckstellen bräunlich verfärben kann.

Hier sehen wir zwei seltene Röhrlingsarten. Die beiden linken, größeren Fruchtkörper, zeigen den Anhängsel - Röhrling (Boletus appendiculatus). Die vier rechten Exemplare den im Flachland äußerst seltenen Nadelwald - Anhängel - Röhrling (Boletus subappendiculatus). Die Pilze hat Andreas Okrent in der vergangenen Woche gefunden. Der Nadelwald - Anhängsel - Röhrling ist insgesamt etwas hellhütiger und erscheint auch habituell etwas kleiner und gedrungener. Auch das Gelb der Röhrenschicht ist unterschiedlich. Beide besitzen am Stiel ein gelbes, erhabenes Netzmuster, dass nur an Druckstellen bräunlich verfärben kann.

Mittwoch, 12. August – Heute war ich wieder im Seeblickpark unterwegs, um neues Ausstellungsmaterial zu besorgen. Stellenweise ist das Frischpilzaufkommen nach wie vor enorm, vor allem weiterhin von Täublingen. Karbol – Champignons setzen ebenfalls immer wieder an wechselnden Stellen zu neuen Wachstumsschüben an und das ist auch in der Pilzberatung zu spüren. Kein Pilz wird derzeit häufiger vorgelegt und es gab auch schon wieder Vergiftungen mit diesem Champignon. Solange man sich allerdings mit den vergleichsweise harmlosen Karbol – Champignons vergiftet, ist es zwar unangenehm, aber für ansonsten gesunde Menschen nicht weiter tragisch. Dramatisch kann es allerdings bei Grünen Knollenblätterpilzen werden, die nun auch unter den Eichen im Seeblickpark aufgetaucht sind. Anfangs kommen diese weißlich aus dem Boden, ja die Hüte bleichen sogar bei starker Sonneneinstrahlung ins weißliche aus oder können sogar grundsätzlich weiß gefärbt sein. Weiß bleiben bei ihnen allerdings auch die Lamellen bis ins Alter. Heute im Dienst: 12.30 – 22.00 Uhr.

Grüne Knollenblätterpilze (Amanita phalloides) heute unter Eichen im Seeblickpark am Standort fotografiert. Olivgrüner Hut, der auch völlig weiß sein kann, jung aus einer dicken Knolle, so zu sagen aus dem Ei schlüpfend, bleiben restliche Eierschalen als Volva am Stielgrund erhalten. Der Stiel trägt eine Manschette und der Geruch ist süßlich honnigartig und der Geschmack soll angenehm sein, wie Vergiftete berichteten. Dieses sollte aber keinesfalls ausgetestet werden! Große Vorsicht ist gerade in dieser Parkanlage geboten, da am selben Standort mitunter reichlich Frauen - Täublinge, welche bekanntlich sehr gute Speisepilze sind, wachsen, die in der Hutfärbung genau die gleichen Grüntöen auffweisen können, wie dieser tödlich giftige Wulstling!

Grüne Knollenblätterpilze (Amanita phalloides) heute unter Eichen im Seeblickpark in Wismar am Standort fotografiert. Olivgrüner Hut, der auch völlig weiß sein kann, jung aus einer dicken Knolle, so zu sagen aus dem Ei schlüpfend, bleiben restliche "Eierschalen" als Volva am Stielgrund erhalten. Der Stiel trägt eine Manschette, der Geruch ist süßlich honnigartig und der Geschmack soll angenehm sein, wie Vergiftete berichteten. Dieses sollte aber keinesfalls ausgetestet werden! Große Vorsicht ist gerade in dieser Parkanlage geboten, da am selben Standort mitunter reichlich Frauen - Täublinge, welche bekanntlich sehr gute Speisepilze sind, wachsen, die in der Hutfärbung genau die gleichen Grüntöne aufweisen können, wie dieser tödlich giftige Wulstling! Daher beim Sammeln von Täublingen, aber auch vieler anderer Pilze, niemals Abschneiden, da sonst markante Kennzeichen verloren gehen!

Donnerstag, 13. August – Schwere Pilzvergiftung in Lübeck! Die behandelnde Klinik rief mich heute Vormittag an und bat um Hilfe. Zwei Personen werden intensiv medizinisch behandelt nach einer Pilzmahlzeit. Die Patienten wiesen typische Symptome eines Pantherina – Syndroms, also einer Pantherpilz – Vergiftung auf. Einige Stunden nach der Mahlzeit Halluzinationen und rauschartige Zustände bis hin zur Schläfrigkeit. Die Vergifteten waren zeitweise nicht mehr ansprechbar. Ich bat um Fotos. Der zuständige Arzt schickte mir diese per E – Mail. Leider waren die Pilze anscheinend schon gegart, aber in ganzen Hüten. Das es sich um Wulstlinge handelt, war ziemlich eindeutig, Ich konnte auch nichts rötendes, wie es für essbare Perlpilze typisch wäre, entdecken. Um sicher zu gehen, dass nicht auch noch Grüne Knollenblätterpilze dabei waren, wurden die Reste der Mahlzeit zusätzlich im Labor untersucht. Hoffen wir für die Betroffenen, dass sie das Ganze möglichst schnell und ohne weitere Folgen überstehen mögen. Sollten wirklich „nur“ Pantherpilze beteiligt gewesen sein, dürfte dem kaum etwas im Wege stehen. – Nun zu angenehmeren. Raritätenjäger Andreas Okrent war heute in verschiedenen Wäldern unterwegs. Sein Fazit: Immernoch recht bescheiden und örtlich unterschiedlich. Stellenweise tut sich etwas. So fand er u.a. an einigen Stellen junge Sommersteinpilze und auch Schwarzhütige Steinpilze. Leider sind die Schnecken meist schneller und lassen oft nur Relikte übrig. Insgesamt Tendenz aufwärts gerichtet! – Morgen wollen wir zum 4. mal zu einer Nachtwanderung aufbrechen. Die Jahre zuvor hatten wir immer bestes Sommerwetter mit lauen Nächten. Das wird es morgen auch geben, nach einem Hitzetag mit Temperaturen über 30 Grad. Wenn nur nicht der polternde Eberhard vor der Tür stehen würde! So heißt das neue Gewittertief, dass ab heute Nacht allmählich auf Deutschland übergreift. Im Gepäck hat Eberhard schwere Gewitter, starke Regenfälle mit örtlichem Hagel, schweren Sturmböen und zum Abend hin in Richtung Nordwestdeutschland auch steigender Tornado – Gefahr. Wir hatten es in diesem Jahr schon des öfteren mit Unwetterwarnungen zu unseren Wanderungen zu tun, aber bisher immer Glück gehabt, dass zum Zeitpunkt der Pilzwanderungen bestes Wetter herrschte. Das hoffe ich auch für morgen. Die aktuellen Vorhersagen für Unwetter vor Mitternacht sind für uns etwas posisitiver geworden. Wir können hoffen, dass das schlimmste erst in der 2. Nachthälfte und am Sonnabend durchzieht. Einzelne, durchaus sehr heftige Gewitter, sind aber auch ab dem Abend schon möglich! Meine Arbeitszeit: 09.00 – 23.00 Uhr.

Die beiden linken Exemplare sind essbare Perlpilze (Amanita rubescens) und dürfen in den Sammelkorb wandern. Rechts sehen wir den Übeltäter von Lübeck, den Pantherpilz (Amanita pantherin). Giftstoffe: Ibotensäure, Muscimol, Muscazon und weiter, unbekannte Toxine. Erste Symptome nach einer viertel bis vier Stunden. Die Vergiftung ähnelt strak einer Fliegenpilzverfiftung, verläuft aber schwerer. Lebensgefahr besteht bei gesunden Menschen kaum. In den USA wird der Pantherpilz als Droge empfohlen, die einen Trip in die Welt der Illusionen und Halluzination ermöglicht.

Die beiden linken Exemplare sind essbare Perlpilze (Amanita rubescens) und dürfen in den Sammelkorb wandern. Rechts sehen wir den Übeltäter von Lübeck, den Pantherpilz (Amanita pantherina). Giftstoffe: Ibotensäure, Muscimol, Muscazon und weitere, unbekannte Toxine. Erste Symptome nach Flammer und Horak nach einer viertel bis vier Stunden: Schläfrigkeit, Unruhe, Gehstörungen, Rauschzustand, Erregung und Halluzinationen. Die Erkrankung ähnelt stark einer Fliegenpilzvergiftung, verläuft aber schwerer. Lebensgefahr besteht bei gesunden Menschen kaum. In den USA wird der Pantherpilz als Droge empfohlen, die einen Trip in die Welt der Illusionen und Halluzinationen ermöglicht.

Freitag, 14. August. Heute hatte die Hitze auch bei uns nochmal richtig zugeschlagen. Um die 30 Grad und dazu ein starker, trockener Wind. Am Abend und in der Nacht schleifte dann über Westmecklenburg von Südosten her eine Konvergenslinie mit teils recht heftigen Gewittern entlang. Diese Störung störte auch etwas unsere heutige Nachtwanderung. Aber was Wunder, wir befanden uns ja auch am Störkanal! Leider stand die Nachtwanderung insgesamt unter keinem guten Stern durch Mißverständnisse bei der Koordination und Umsetzung der Fahrzeuge zu Beginn, so dass wir schließlich nicht die angedachte Route von Bahlenhüschen bis nach Banzkow wanderten, sondern nur am Störkanal unterwegs waren. Erst nach einigem hin und her kamen wir also in die Gänge. Die Wanderung wird im nächsten Jahr nachgeholt, da ich viel zu viel Zeit im Vorfeld ans Bein gebunden hatte, um dieses Gebiet für unsere Nachtwanderung zu erschließen. Die meisten Pilze, die ich am Mittwoch stehen gelassen hatte, waren durch Hitze und Wind vertrocknet. Einzig die mastigen Dickröhrlinge, die unter den Eichen am Störkanal wuchsen, waren noch einigermaßen ansprechbar. Meine Arbeitszeit heute: 12.30 Uhr – 01.30 Uhr.

Der Störkanal bei Banzkow in der Abendsonne.

Der Störkanal bei Banzkow in der Abendsonne.

Sonnabend, 15. August – Nach der Nachtwanderung war erst einmal Ausschlafen angesagt und am Nachmittag fuhr ich von Keez nach Wismar um den „Steinpilz“ regulär zu öffnen. Ich mußte auch die Bilder der Nachtwanderung auswerten, um einige Fotos für einen Bericht zur Schweriner Volkszeitung zu schicken. Am Abend ging es dann zum Nachtangeln nochmals an den Störkanal. Wir hatten noch eine Fahrgenehmigung für diesen Tag und konnten so bis nahe der Garzer Brücke von Bahlenhüschen aus heran fahren. Leider war das Angeln weniger ergiebig, als das Pilzsesuchen bei Nacht. Außer Würmer baden, war nicht viel. Dafür aber eine herrliche, erholsame Ruhe weit weg vom Altagsstress. Die heutige Dienstzeit: 16.00 – 19.00 Uhr.

Der Störkanal in der letzten Abenddämmerung.

Der Störkanal in der letzten Abenddämmerung.

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