Tagebuch April 2015/2

Wetter und Pilze im nordwestlichen Mecklenburg

Tagebuch Wetter und Pilze April 2015/2

Heuta habe ich eine meiner 4 Schautafeln für den Außenbreich zum Thema unsere Großpilze im Wandel der Jahreszeiten neu gestaltet. Dioe große Tafel ist etwa 1 m mal 1 m und wird zu den Öffnungszeiten an die Außenwand gehängt.

Heute habe ich eine meiner 4 Schautafeln für den Außenbereich zum Thema "Unsere Großpilze im Wandel der Jahreszeiten - Der Frühling" neu gestaltet. Die große Tafel ist etwa 90 cm mal 70 cm und wird während der Öffnungszeiten an die Außenwand gehängt.

Donnerstag, 16. April – Nicht nur mit meiner Schautafel war ich heute beschäftigt, ich habe auch eine DVD zusammengestellt mit Pilzarten, die wir im Frühling finden können. Darin sind nicht nur die jahreszeittypischen Klassiker enthalten, sondern auch Arten, die charakteristisch für den Winter, als auch für den Frühsommer sind. Der Frühling beginnt im März meist noch mit Winterpilzen, nur zaghaft zeigen sich die ersten Frühlingsarten und endet im Mai bereits mit den ersten Sommerpilzen. Man sollte gar nicht glauben, wie reichhaltig das Spektrum im Frühling schon sein kann. Die DVD ist für unser Frühlingsseminar bestimmt, das am übernächsten Wochenende startet. Das Spektrum der echten Frühlingspilze kann sich allerdings zur Zeit kaum richtig entfalten. Trockene Luft, viel Wind und bis auf weiteres kein Regen, werden die Entwicklung stark ausbremsen. Der Optimismus von Anfang April verflüchtigt sich zusehends. Ich Denke und hoffe aber, dass sich der Morchelschub in unseren geschützten Bachtälern trotzdem noch einigermaßen entfalten kann. Wie intensiv er ausfallen wird, weiß allerdings nur die Natur allein. Die Weichchen dafür dürften schon lange vorher gestellt worden sein. Es liegt nun tatsächlich nur noch an den witterungsbedingten Zutaten, ob und wie ergiebig es sich diesbezüglich entwickeln möge.

So bangt auch unser Lorchelfreund Christan Ehmke um die weitere Entwicklung dieser sehr seltenen Weißstieligen Lorchel (Helvella spadicea). Er hat den Standort im vergangenen Jahr entdeckt und nun nach intensiber Suche diesen ersten Mini - Fruchtkörper 50 m vom damaligen Standort entfernt endeckt. Noch ist auch der Hut weiß, er dunkelt bei der weiteren Entwicklung aber stark und kann bis in`s schwarze umfärben.

So bangt auch unser Lorchelfreund Christan Ehmke um die weitere Entwicklung dieser sehr seltenen Weißstieligen Lorchel (Helvella spadicea). Er hat den Standort im vergangenen Jahr entdeckt und nun nach intensiver Suche diesen ersten Mini - Fruchtkörper, ca. 50 m vom damaligen Standort entfernt, endeckt. Noch ist auch der Hut weiß, er verdunkelt sich bei der weiteren Entwicklung aber stark und kann bis in`s schwarze umfärben.

Freitag, 17. April – In Süddeutschland müßten wir uns befinden. Dort bringt zur Zeit ein kräftiges Regen- und Gewitterband ergiebige Niederschläge. Danach setzt sich auch dort die kühle Nordmeerluft durch. Besonders kalte Luft in der Höhe hat am Nachmittag und auch jetzt am Abend einige Schauer, besonders in Richtung Vorpommern, entstehen lassen. Davon werden wir wohl nichts mehr abbekommen. Aber auch diese werden dort an dem insgesamt unbefriedigenden Pilzwetter nicht viel ändern. Es wird die nächsten Tage meist heiter oder sonnig weitergehen, nur vorübergehend können die Wolken auch mal dichter sein. Wenn der kalte Nordostwind nachläßt, stehen einige Wohlfühltage ins Haus. Die Luft ist trocken und in der intensiven Sonneneinstrahlung läßt es sich gut aushalten. Die wenigen Frühlingspilze dürften davon allerdings weniger begeistert sein. Ihr Wohlfühlfaktor läge bei feuchter Luft und auch Regen. Der ist aus jetziger Sicht allenfalls wohl erst gegen Ende des Monats zu erwarten. Mit auf südwest drehender Ströhmung könnten kräftige Regenfälle aufziehen. Fraglich dürfte allerdings auch dann noch sein, ob diese überhaupt die Regionen nordöstlich der Elbe erreichen, da die noch kalte Ostsee durch Hochdruck diese Störungen, wie so oft im Frühjahr und Frühsommer, blockieren könnte. Andererseits soll Mitte der nächsten Woche die Möglichkeit bestehen, dass sich genau über der Ostsee ein Sturm bilden könnte, der, falls es so kommt, auch Regen im Gepäck haben könnte. Aber das ist nichts weiter als Spekulation. Letztendlich kann auch alles ganz anders kommen. Der Löwenzahn blüht jedenfalls an geschützten, städtischen Standorten bereits kräftig! Heute im Dienste der Sache tätig von 12.00 -22.30 Uhr mit Schwerpunkt Absicherung der Pilzberatung, Ausstellungsbetreuung, Internetarbeit und Herstellung von Pilzwürze mit Eindosen und Etikettieren.

Diese seltene Lorchelart gilt es auch mal im nodwestmecklenburger Raum zu finden. Es handelt sich um die Zipfel - Lorchel (Gyromitra fastigiata). In der Feldberger Region im Vorpommerschen hatte sie Udo Hoop vor einigen Jahren finden können. Für dieses Foto ist Raritätenjäger Andreas Okrent allerdings bis nach Sachsen, in der Nähe von Borna, gefahren, um sie hier am Standort Anfang April diesen Jahres zu fotografieren.

Diese seltene Lorchelart gilt es auch mal im nordwestmecklenburger Raum zu finden. Es handelt sich um die Zipfel - Lorchel (Gyromitra fastigiata). In der Feldberger Region, in Vorpommern, hatte Pilzberater und Hobbymykologe Udo Hoop sie vor einigen Jahren finden können. Für dieses Foto ist Raritätenjäger Andreas Okrent allerdings bis nach Sachsen, in der Nähe von Borna, gefahren, um sie hier am Standort, Anfang April diesen Jahres, zu fotografieren. Giftverdächtig.

Sonnabend, 18. April – Heute starteten wir zu unserer 2. öffentlichen Pilzlehrwanderung. Es hatte sich wohl herumgesprochen, dass die Lage zur Zeit ungünstig für`s Frischpilzwachstum ist. Kein Wunder, es steht ja so bei mir im Tagebuch. Deshalb heute auch nur eine kleine Mini – Truppe von 4 Leuten. Man könnte auch sagen, wenig Leute, wenig Pilze. Und so war es dann auch. Ich kann mich kaum Erinnern, jemals eine wirklich „Frischpilzfreie Frühlingswanderung“ bestritten zu haben. Der Bericht ist unter dieser Überschrift nachzulesen. Dennoch war es eine ausnehmend schöne Tour, bei strahlendem Sonnenschein durch den immer noch lichtdurchfluteten Frühlungswald zu Wandern. Es war eine Wohltat! Wenn nur die oberflächliche Trockenheit nicht wäre! Diese wird allerdings in den kommenden Tagen bei deutlich ansteigenden Temperaturen noch erhalten bleiben und sich sogar noch verstärken. Erst ab Wochenmitte soll sich die Großwetterlage in Richtung unbeständig mit Niederschlägen umstellen. Eingeleutet wird dieses, dann hoffentlich feuchtere Wetter, von einem kräftigen Sturm um die Wochenmitte. Übrigens habe ich heute von einer treuen Tagebuchleserin aus dem Süden Baden – Würtembergs erfahren, dass es gestern auch dort nur 2 mm Niederschlag gab!. Es war also nicht überall ergiebig mit dem Regen. Heute war ich von 07.45 Uhr bis 22.30 Uhr im Dienst. Pilzwanderung, Pilzberatung und Ausstellungsbetreuung, Auswertung der Wanderung und Internetarbeit standen u. a. auf dem Programm.

Ohne Pilze ging es heute natürlich nicht ab. Es gab trotzdem welche zu Entdecken. Die Rotbraune Kohlenbeere ist ganzjährig und bei jeder Witterung an Knüppeln, Ästen und Stämmen von Laubbäumen in großen Mengen zu finden. Die Pyrenomyceten gehören den Schlauchpilzen an, sind also mit den Locheln und Morcheln verwandt.

Ohne Pilze ging es heute natürlich nicht ab. Die Rotbraune Kohlenbeere (Hypoxylon fuscum) ist ganzjährig und bei jeder Witterung an Knüppeln, Ästen und Stämmen von Laubbäumen zu finden. Diese Pyrenomyceten gehören den Schlauchpilzen an, sind also mit den Locheln und Morcheln verwandt.

Sonntag, 19. April – Heute bin ich nach Keez gefahren um die Vorbereitungen für unser „Pilzwochenende in Mecklenburg“ – ein kleines Pilzseminar am kommenden Wochenende – einzuleiten. Es haben sich bis jetzt an die 10 Pilzfreunde angemeldet. Es wird also eine kleine, gemütliche und übersichtliche Truppe sein. Anmeldungen sind aber noch möglich, allerdings sind bei uns keine Übernachtungsmöglichkeiten mehr vorhanden. Gestern war erst einmal Frühlingsputz angesagt und ich habe unsere dortige Ausstellungsfläche vorbereitet. Dazu fuhr ich auch in die Venzkower/Kobander Tannen, um Moos zu holen. Der sandige Nadelwald war knochentrocken und ich habe in der Kürze auch keinen einzigen Frischpilz sehen können. Wir brauchen dringend Regen! Es herrschte heute wieder sonniges und recht angenehm temperiertes Wetter in trockener Luft und der Wind war zum Glück kaum spürbar. Heute war ich von 14.00 – 20.00 Uhr im Dienste unserer Sache tätig.

Und hier mal eine kleine Besonderheit. Ein Stück Holz mit einer interessanten, grauschwarzen Musterung, die der eines Giraffenfels ähnlich ist. Es handelt sich um das sogenannte Giraffenholz, dass von einer oder verschiedenen Pilzarten hervorgerufen werden soll. Im Verdacht stehen hier die Myzelien von Holzkeulen. Das Exponat hat uns der Bützower Pilzberater Klaus Warning kürzlich auf unserer Vereinsexkursion vorgestellt.

Und hier mal eine kleine Besonderheit. Ein Stück Holz mit einer interessanten, grauschwarzen Musterung, die der eines Giraffenfells ähnlich ist. Es handelt sich um das sogenannte Giraffenholz, dass von einer oder mehrerer Pilzarten hervorgerufen werden soll. Im Verdacht stehen hier die Myzelien von Holzkeulen. Das Kuriosum hat uns der Bützower Pilzberater Klaus Warning kürzlich auf unserer ersten Vereinsexkursion vorgestellt.

Montag, 20. April – Sonne von morgens bis abends und kaum eine Wolke am Himmel in trockener Luft. Die Natur macht dabei weitere, deutliche Fortschritte. Auch viele Laubbäume ergrünen nun und der Löwenzahn blüht im Stadtgebiet an allen Ecken und Kannten. Die Morchelzeit hat begonnen! Nun brauchen wir feuchtere Luft, Regen und mildere Nächte, dann können sich auch die kleinen, vorgebildeten Mini – Morcheln endlich strecken. Das kann dann sehr schnell, praktisch über Nacht, geschehen. Glaubt man den Berechnungen der Wetter – Computer, ist tatsächlich das ersehnte Nass im Anmarsch, spätestens am Wochenende. Der vor wenigen Tagen für Mitte der Woche berechnete Sturm findet wohl nicht statt, aber es soll am Mittwoch ein Kaltlufttropfen von Norden her in den Osten Deutschlands ziehen. Hier besteht dann die Möglichkeit erster Schauer. Unsicher ist, ob auch wir davon etwas abbekommen, denn zieht dieses Höhentief im laufe der Nacht auf Mittwoch oder am Vormittag desselben über uns hinweg, ist das Schauerrisiko nur gering. Liegt er am Mittwochnachmittag noch über uns, kann es einige Regengüsse geben. Das wäre echt wünschenswert. Ansonsten sind in zunächst nochmals recht warmer Luft am Wochenende verbreitete, schauerartige und teils gewittrige Regenfälle angesagt. Diese werden dann spätestens den Startschuss für das allgemeine Morchelwachstum auslösen. Hoffen wir, dass wir zu unserem Pilzseminar bereits davon profitieren können. Meine Arbeitszeit heute: 09.00 – 21.00 Uhr.

Aber an klimatisch begünstigten Standorten sind stellenweise die ersten, ansehlichen Exemplare empor geschossen. So hat Christian Ehmke am Wochenede die Spitzmorchel (Morchella elata) bei Wismar fotografieren können. Die ersten Mini - Morcheln wurden übrigens bereits vor zwei Wochen gesichtet!

An klimatisch begünstigten Standorten sind stellenweise bereits die ersten, ansehlichen Exemplare empor geschossen. So hat Christian Ehmke am Wochenende diese Spitzmorchel (Morchella conica) bei Wismar fotografieren können. Die ersten Mini - Morcheln wurden übrigens bereits vor zwei Wochen gesichtet!

Dienstag, 21. April – Das war heute wieder ein strahlend schöner Wohlfühltag. Morgen kann es durch den Kaltlufttropfen etwas durchwachsener werden. Freitag soll es dann noch mal schön und warm werden, bevor ab Sonnabend die Regenzeit beginnt. Vorübergehend wird relativ warme und feuchte Luft nach Deutschland geführt, die auch recht viel Regen im Gepäck haben soll. Es wird aber zwischen den schauerartigen und teils gewittrigen Regengüssen auch trockene und freundliche Phasen geben. Dass ist wichtig, da wir am Wochenende in Verbindung mit unserem Frühlingsseminar viel in den Wäldern unterwegs sein werden. Die Nächte dürften am Wochenende auch recht mild sein. Diese Kombination wird den Morcheln zum endgültigen Durchbruch verhelfen. Inzwischen wird immer öfter von ersten Morchelfunden berichtet. Sogar recht ergiebige Vorkommen wurden bereits gesichtet. Es scheint zumindest Lokal eine gute Morchelsaison in den Startlöchern zu sitzen. Die nächsten Tage werden es zeigen. Die Witterung soll in der kommenden Woche wechselhaft mit Niederschlägen weitergehen, aber es steht ein empfindlicher Temperaturrückgang in` s Haus. Nachts droht dann anscheinend wieder verbreitet Frost! Den Morcheln kann dieses Szenario dann nichts mehr anhaben. Sie sind nicht mehr aufzuhalten!

Mein Dienst heute: 12.00 – 21.00 Uhr.

Große Freude gestern bei Lorchelfreund Christian Ehmke und Raritätenjäger Andreas Okrent. Sie hatten sich im Steinpilz - Wismar gegen Mittag verabredet um dem Vorkommen der Weißstieligen Lorchel einen Besuch abzustatten. Etwas weiter oben sehen wir den Pilz noch in ganz weißer Tracht, jetzt hat er die tüppisch violettschwärzlich Färbung im Hut angenommen. Inzwischen sind auch etliche, weitere Fruchtkörper erschienen. Diese markannte Lorchelart ist sehr selten! Sie wird auch unter dem Lateinischen Namen Helvella monachella geführt, was soviel wie nonnenhütig bedeutet. Genau genommen müßte die Art Nonnenhütige Glattstiellorchel heißen. Das schöne Foto stammt von Chrstian Ehmke.

Große Freude gestern bei Lorchelfreund Christian Ehmke und Raritätenjäger Andreas Okrent. Sie hatten sich im Steinpilz - Wismar gegen Mittag verabredet, um dem Vorkommen der Weißstieligen Lorchel (Helvella spadicea) einen Besuch abzustatten. Etwas weiter oben sehen wir den Pilz noch in ganz weißer Tracht, jetzt hat er die typisch violettschwärzliche Färbung im Hut angenommen. Inzwischen sind auch etliche weitere Fruchtkörper erschienen. Diese markante Lorchelart ist sehr selten! Sie wird auch unter dem wissenschaftlichen Namen Helvella monachella geführt, was soviel wie nonnenhütig bedeutet. Genau genommen müßte der Pilz Nonnenhütige Glattstiellorchel heißen. Das schöne Foto stammt von Chrstian Ehmke.

Mittwoch, 22. April – Der April war bisher außerordentlich trocken. Die letzten nennenswerten Niederschläge fielen Ende März. Auch der heutige Kaltlufttropfen hat keine Entspannung gebracht. Nur stellenweise fielen einige Regentropfen. Jetzt am Nachmittag strahlt die Sonne wieder von einem tiefblauen Himmel. Aber ab dem Wochenende und die gesamte folgende Woche sind Regenfälle angkündigt. Während die Lorchelsaison ihren Höhepunkt inzwischen erreicht oder sogar schon überschritten hat, starten die Morcheln ab dem Wochenende, insbesonder ab dem Einsetzen der Niederschläge, richtig durch. Zumindest an den Standorten, wo sie inzwischen durch Sonne und Wind keinen Schaden erlitten haben. Morgen ist außerdem Stichtag für den Maipilz. Auch seine Myzelien dürften inzwischen mit der Ausbildung der Fruchtkörperanlagen begonnen haben. Hierfür kommt die nun angekündigte feuchtkühle Witterung gerade rechtzeit und sie dürften dann ideale Wachstumsbedingungen vorfinden. Immerhin beginnen sich die Rapsfelder auch bei uns im Nordosten allmählich in ein leuchtend gelbes und duftendes Blütenmeer zu verwandeln. Ich war heute von 10.45 Uhr – 19.45 Uhr für den „Steinpilz“ tätig.

Diese und weitere Frühjahrslorcheln (Gyromitra esculenta) wurden mir gestern in die Pilzberatung gebracht. Teils waren sie noch richtig frisch, wie die hier fotografierten, teils waren sie aber auch schon deutlich trockengeschädigt. Die Pilze bereichern nun unsere Ausstellung.

Diese und weitere Frühjahrslorcheln (Gyromitra esculenta) wurden mir gestern in die Pilzberatung gebracht. Teils waren sie noch richtig frisch, wie die hier fotografierten, teils waren sie aber auch schon deutlich trockengeschädigt. Die wichtigen Frühlinspilze bereichern nun unsere Ausstellung.

Donnerstag, 23. April – Heute Vormittag war es grau und trübe. Hochnebelartige Bewölkung ließ Novemberstimmung aufkommen. Aber ab dem Mittag lichtete sich die trübe Suppe und der Nachmittag war wie gewohnt strahlend schön bei angenehmen Temperaturen. Ähnlich könnte es morgen werden. Gestern fuhr ich zweimal nach Keez, um unser Pilzwochenende vorzubereiten. Bei dieser Gelegenheit schaute ich nochmals kurz in den Kiefernforst bei Jesendorf hinein. Von den tollen Lorchelvorkommen von vor 10 Tagen war nichts mehr zusehen. Die Trockenheit hat hier voll zugeschalgen. Nun soll aber der Regen kommen. Beim 36 – stündigen Wetterfilm auf www.wetter-online. de für M-V sind in der Nacht von Freitag auf Sonnabend in unserem Einzugsgebiet recht verbreitet Schauer möglich. Sollte es nach dieser Animation gehen, könnte es zu Beginn unserer Exkursionen am Sonnabend Vormittag schon wieder trocken von oben sein. Dafür brauchen wir dann zum Glück nicht durch einen staubtrockenen Wald zu laufen. Am Sonntag sollen weitere, teils kräftige Regengüsse mit Blitz und Donner folgen. Auch die Nächte werden vorübergend feuchtmild. Die Initialzündung für die jenigen Morcheln, die durch die lange Trockenheit noch keinen Schaden erlitten haben! Dass sich diese am Sonnabend schon gestreckt haben, ist kaum anzunehmen, aber zumindest auf unserer Abschlußexkursion am Sonntag Nachmittag könnte es möglich sein. Anders als bei Niederschlagsereignissen im Sommer, wo erst einmal 10 – 14 Tage vergehen müssen, spielt dieser Aspekt beim zu erwartenden Morchelschub keine Rolle. Die Pilze sind schon lange vorgebildet und brauchen sich nur noch zu strecken. Pilzfreundin Angelika Boniakowski hat heute an einer ihrer Morchelstellen am Schweriner See nachgeschaut und konnte nichts entdecken. Allerdings schieben die ersten Mini – Maipilze mit noch winzig kleinen Köpfchen aus dem Erdboden. Die nun beginnende Regenzeit dürfte sie ordentlich gedeihen lassen. Heute war ich von 09.30 Uhr – 21.00 Uhr im Dienst.

Der einzige Frischpilz, wenn auch kein echter, sondern ein Doppelwesen aus Pilz und Tier, der Bovistähnliche Schleimpilz (Reticularia lycoperdon), den ich gestern fand, hatte es sich auf einem Kiefernstubben gemütlich gemacht. Standortfoto.

Der einzige Frischpilz, wenn auch kein echter, sondern ein Doppelwesen aus Pilz und Tier, der Bovistähnliche Schleimpilz (Reticularia lycoperdon), den ich gestern fand, hatte es sich auf einem Kiefernstubben gemütlich gemacht. Standortfoto.

Freitag, 24. April – Heute begann in Keez unser diesjähriges Frühlingsseminar. Hierzu hatte sich ein kleiner Kreis an interessierten Hobby – Mykologen und Pilzberatern aus Berlin, dem Bundesland Sachsen, Klütz und Wismar eingefunden. Der Startschuß fiel gegen 14.00 Uhr mit dem Theorieteil, den wie gewohnt unser Pilz- und Vereinsfreund Ulrich Klein übernahm. Nach dem Abendbrot zeigte ich noch über Beamer eine Bilderreihe von Frühlingspilzen mit entsprechenden Erläuterungen. Dabei ging es nicht nur um die Klassiker dieser Jahreszeit, sondern auch um Pilzarten, die aus dem Winter heraus noch auftreten können b.z.w. um Vorläufer, die bereits den nahenden Sommer ankündigen. Meine Dienstzeit heute: 10.00 – 00.00 Uhr.

Damit an der B 104 in der Keezer Schmiede niemand am Objekt vorbei fährt, kündet dieser Aufbau an der Grundstücksgrenze von unserem Seminarort. Das Brett mit der Aufschrifft hat übrigens unsere Pilzfreundin Angelika Boniakowski aus Hagebök für uns gestaltet.

Damit auf der B 104, an der Keezer Schmiede, niemand am Objekt vorbei fährt, kündet dieser Aufbau an der Grundstücksgrenze von unserem Seminarort. Das Brett mit der Aufschrifft hat übrigens unsere Pilzfreundin Angelika Boniakowski aus Hagebök für uns gestaltet.

Sonnabend, 25. April – Anläßlich unseres Frühlingsseminars standen heute Exkursionen auf dem Programm. Da der Regen bis zu diesem Zeitpunkt immer noch auf sich warten ließ, entschlossen wir uns in windgeschütztere und von Natur aus feuchtere Bachtäler zu fahren. Zunächst ging es am Vormittag in das Glashäger Quellental bei Bad Doberan. Tief eingesenkt in die hügelige Landschaft finden wir hier ein klassisches Biotop für Frühlingspilze vor. Erlen/Eschenbrüche und an höheren Hanglagen auch mächtige Buchen. Die wochenlange Trockenheit hatte auch hier ihre Spuren hinterlassen, denn es war sehr spärlich, was wir an frischen Frühlingspilzen finden konnten, aber immerhin gab es einige junge Speisemorcheln, die unseren Pessimismus etwas tilgten. Danach ging es in das Hellbachtal bei Buschmühlen. Hier setzte nun der lang ersehnte Regen ein, der unsere zweite Tour zu einer recht feuchten Angelegenheit machte. Da dieses Gebiet klimatisch besonders begünstigt ist, gab es zumindest so viele Frischpilze, dass man gut und gerne mehrere große Weidenkörbe hätte füllen können. Gemeint sind Schuppige Porlinge, die hier bereits in allen Größenordnungen vertreten waren. Auch einige, wenige Speisemorcheln und Morchelbecherlinge, konnten wir neben anderen Frischpilzen finden. Meine Arbeitszeit heute: 08.00 – 00.00 Uhr.

Schuppige Porlinge (Polyporus squamosus), eine der Pilzarten, die mit die größten Einzelpilzfruchtkörper überhaupt ausbilden können. Wir finden sie vorwiegend im Frühling und Frühsommer an verschiedenen lebenden und toten Laubhölzern. Solange sie zartfleischig sind, können sie gegessen werden. Standortfoto Hellbachtal 25.04.2015.

Schuppige Porlinge (Polyporus squamosus), eine der Pilzarten, die mit die größten Einzelfruchtkörper überhaupt ausbilden können. Wir finden sie vorwiegend im Frühling und Frühsommer an verschiedenen lebenden und toten Laubhölzern. Solange sie zartfleischig sind, können sie gegessen werden. Standortfoto Hellbachtal 25.04.2015.

Sonntag, 26. April – Da unsere sächsischen Pilzfreunde bereits am Morgen die Heimreise antraten und es auch kaum genügend Pilzarten für einen Bestimmungsvormittag gab, entschloss sich der Rest, den heutigen Tag nochmals komplett für Exkursionen zu nutzen. Es stand eine ausgiebige Tour am Schweriner See auf dem Plan. Um es vorweg zu nehmen, es gab nur sehr wenige Morcheln. Einige Speisemorcheln und eine junge Käppchenmorchel konnten wir aufstöbern. Ansonsten waren an Frischpilzen noch Schuppige Porlinge, Grünblättrige Schwefelköpfe, Glimmer- und Graue Faltentintlinge, Maiporlinge, Frühlingsmürblinge, Büschellige Blasssporrüblinge, Langstieliger Knoblauchschwindling, Hochgerippte Becherlorcheln sowie Fleischbrauner Rötel – Ritterling vertreten. Es war allerdings offensichtlich, dass hier bereits Morcheln geerntet wurden! Ein ausführlicher Bericht folgt in Kürze. Heute im Dienst von 08.00 – 20.00 Uhr.

Diese beiden Speisemorcheln (Morchella esculenta) wuchsen direkt neben einer blühenden Löwenzahn - Pflanze. Die große Frühlingsbüte des Löwenzahn ist untrennbar mit dem Morchelaspekt verbunden. Standortfoto am 26.05.2015.

Diese beiden Speisemorcheln (Morchella esculenta) wuchsen direkt neben einer blühenden Löwenzahn - Pflanze. Die große Frühlingsblüte des Löwenzahn ist untrennbar mit dem Morchelaspekt verbunden. Standortfoto am 26.05.2015.

Montag, 27. April – Die große Trockenheit ist erst einmal vorbei. Es war zwar noch nicht die Welt, was Westmecklenburg bisher an Regen abbekommen hat, aber die Lage dürfte sich zunächst deutlich entspannt haben. Weitere Niederschläge scheinen in den nächsten Tagen möglich zu sein. Es hat allerings Rückseitig der Kaltfront empfindlich abgekühlt. Heute habe ich unsere Pilzausstellung erneuert. Es liegen 66 Arten auf der Fläche. Erstmals in diesem Jahr sind folgende Pilzarten mit dabei: Morchelbecherling, Weißsporiger Blasssporrübling, Bitterer Zapfenrübling, Trollhand, Fleischbrauner Rötel – Ritterling, Maiporling, Buckel – Tramete, Grünblättriger Schwefelkopf, Anis – Tramete, Schuppiger Porling und Grauer Falten – Tintling. Arbeitszeit heute: 09.30 – 21.00 Uhr.

Diese beiden Exemplare der essbaren Hochgerippten Becherlorchel (Helvella acetabulum) konnten wir gestern am Wanderweg unterhalb Schloß Wiligrad finden. Die warmbraune Färbung mit den weißlichen Rippen auf der Außenseite sind recht markante Kennzeichen dieses im Frühling recht häufigen Laubwaldpilzes.

Diese beiden Exemplare der essbaren Hochgerippten Becherlorchel (Helvella acetabulum) konnten wir gestern am Wanderweg unterhalb Schloß Wiligrad finden und fotografieren. Die warmbraune Färbung mit den weißlichen Rippen auf der Außenseite sind recht markante Kennzeichen dieses im Frühling recht häufigen Laubwaldpilzes.

Dienstag, 28. April – Heute Abend war wieder einmal ein Treffen der Pilzfreunde im Steinpilz – Wismar angesagt. Unser Pilzfreund Jochen brachte uns auszugsweise eine kleine Kostprobe in Form einer Lesung seines neuesten Buches zu Gehör, dass im laufe des Jahres erscheinen soll. Es handelt sich um einen Wissenschaftsroman, der allerdings kaum etwas mit Pilzen zu tun hat. Diese dürften nach den Niederschlägen der letzten Tage allmählich zahlreicher werden, allerdings waren die bisherigen Regenmengen in unserem Einzugsbereich höchst unterschiedlich verteilt. So meldete mir unser Pilzfreund Ulrich Klein aus Aprshagen bei Klütz nur 3 Liter pro qm. Andererseits war Pilzfreundin Angelika Boniakowski aus Hagebök, wenige Kilometer östlich von Wismar, mit den Regenfällen der letzten Tage sehr zufrieden. In ihrem Regenmesser befanden sich 23 Liter! Aber weitere Niederschläge sind angesagt, so dass der Blick in die Zukunft, insbesondere im Hinblick auf die Entwicklung unserer Maipilze, recht optimistisch sein darf. Ich war heute von 12.00 – 21.00 Uhr im Dienst.

Sehr gefreut habe ich mich am Wochenende über diesen Fund. Es handelt sich um den Holzkohlenpilz (Daldinia concentrica). Er ist im äußersten Nordwesten Mecklenburgs, besonders im Klützer Winkel ein durchaus häufiger Vertreter in den gehaltvollen Laubwäldern um Boltenhagen und Klütz herum. In Richtung Wismar uns südlich davon konnten wir den Pilz bisher noch nicht finden, dafür habe ich ihn nun im Glashäger Quellental bei Bad Doberan finden, aufschreiben und fotografieren können.

Sehr gefreut habe ich mich am Wochenende über diesen Fund. Es handelt sich um den Holzkohlenpilz (Daldinia concentrica). Er ist im äußersten Nordwesten Mecklenburgs, besonders im Klützer Winkel, ein durchaus häufiger Vertreter in den gehaltvollen Laubwäldern. In Richtung Wismar und südlich davon konnten wir den Pilz bisher kaum nachweisen. Ein Vorkommen bei Kluß, an der Wismarer Stadtgrenze, wurde mir in diesem Zusammenhang allerdings mitgeteilt! Im Glashäger Quellental bei Bad Doberan konnte ich die Art nun im östlichen Bereich unseres Einzugsgebietes finden, aufschreiben und am Standort fotografieren.

Mittwoch, 29. April – Meinen heutigen Exkursionstag habe ich der Internetarbeit geopfert. Es galt den ausführlichen Bericht von unserem Frühlingsseminar am vergangenen Wochenende Online zu stellen. Er ist ab sofort im „Tagebuch“ oder unter „Frühlingsseminar 2015“ nachzulesen. Gegen Abend besuchte mich dann unsere Pilzfreundin Angelika Boniakowski mit ihrer besseren Hälfte Wilhelm. Er hatte Werkzeug mitgebracht und wir montierten meine rustikale Schiefertaffel nach der Fassaden- und Schaufenstererneuerung wieder an die Außenwand. Zudem mußten auch noch kleine Haken für meine Schautafel „Unsere Großpilze im Wandel der Jahreszeiten“, siehe oben, an die Außenfassade angebracht werden. Daher kann ich auch nicht die aktuellste Entwicklung an der Pilzfront an dieser Stelle komentieren. – Das Wetter war heute nach kalter Nacht recht freundlich mit viel Sonne und am Nachmittag auch recht mild. Jetzt am Abend zieht es sich allmählich zu und für morgen ist wieder Regen angekündigt. Meine Arbeitszeit heute: 09.00 – 21.00 Uhr.

Im Frühling tauchen auch immer mal wieder einige Herbstpilze auf. So auch diese schleimigen Hochthronenden Schüpplinge (Pholiota aurivella) am vergangenen Sonnabend im Hellbachtal bei Buschmühlen. Die Art ist fast traditionell auch im Frühling zu finden, wenngleich sie im Herbst ungleich häufiger vorkommt. Ungenießbar.

Im Frühling tauchen auch immer mal wieder einige Herbstpilze auf. So auch diese schleimigen Hochthronenden Schüpplinge (Pholiota aurivella) am vergangenen Sonnabend im Hellbachtal bei Buschmühlen. Die Art ist fast traditionell auch im Frühling zu finden, wenngleich sie im Herbst ungleich häufiger vorkommt. Ungenießbar.

Donnerstag, 30. April – Der erste Saisonmonat geht heute zu Ende. Er war von Trockenheit geprägt und von den Temperaturen her ging es immer wieder bergauf und bergab, so wie es sich für den April auch gehört. Die Niederschlagsarmut machte sich vor allem im letzten Monatsdrittel bemerkbar. Im Zusammenspiel mit häufig trockener Luft und Wind trockneten die Oberböden stark ab, obwohl in geschützteren Waldlagen noch reichlich Feuchtigkeit aus dem Winter heraus in den Böden steckt. Die letzten Tage des Monats wurden nun verbreitet feuchter und auch heute gab es stellenweise, so auch in Wismar, kräftige Regengüsse. Auch der Mai soll mit viel Feuchtigkeit starten. Besonders für Süddeutschland sind in den nächsten Tagen sehr ergiebige Regenfälle angkündigt. Gebietsweise können um die 100 Liter auf den Quadratmeter fallen. In der nächsten Woche sollen auch wir reichlich Regen abbekommen. Wir müssen uns in der Wochenbilanz aber mit 20 – 50 Liter auf den Quadratmeter abfinden. Das ist aber trotzdem eine ganze Menge. Mal schauen, wie die Frühlingspilze darauf reagieren. Den Maipilzen steht dadurch wohl ein starker Wachstumsschub bevor. Heute war ich von 09.30 Uhr bis 19.30 Uhr im Dienst.

Was die Morcheln angeht, war es alles in allem bisher sehr bescheiden, was uns hier geboten wurde. Mal schauen, wie es in der ersten Mai - Dekate bezüglich dieser Edelpilze weitergeht. Diese junge Käppchen - Morchel (Mitrophora semilibera) fanden wir am Sonntag am Schweriner See. Sie war auf dem Erdboden kaum auszumachen. Wenn sich bei Sporenreife der jetzt noch kurze Stiel streckt, sind sie kaum noch zu übersehen.

Was die Morcheln angeht, war es bisher sehr bescheiden, was uns von ihnen geboten wurde. Mal schauen, wie es in der ersten Mai - Dekate bezüglich dieser Edelpilze weitergeht. Diese junge Käppchen - Morchel (Mitrophora semilibera) fanden wir am Sonntag am Schweriner See. Sie war auf dem Erdboden kaum auszumachen. Wenn sich bei Sporenreife der jetzt noch kurze Stiel streckt, sind sie kaum noch zu übersehen.

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