Pilztagebuch April 2014/1

Wetter und Pilze im Raum Nordwestmecklenburg

Wetter und Pilzwachstum im April 2014/1

Die ersten Morcheln sind schon da!

Diese junge Speisemorchel (Morchella esculenta) hat unsere junge Pilzfreundin Sina Mews bereits am 20. März am grasigen Wegrand in einer Kleingartenanlage im nordwestmecklenburgischen Schönberg fotografiert!

Diese junge Speisemorchel (Morchella esculenta) hat unsere Pilzfreundin Sina Mews bereits am 20. März am grasigen Wegrand in einer Kleingartenanlage im nordwestmecklenburgischen Schönberg gefunden und fotografiert!

Dienstag, 01. April – Der Winter, der keiner war, liegt nun hinter uns. Er dauerte im Nordosten Deutschlands ganze 14 Tage und fand praktisch Ende Januar/Anfang Februar statt. Damals gab es in wenigen Nächten auch mal strengen Frost, der genau genommen den verlängerten Spätherbst beendete und danach bei mildem Wetter bereits den Frühling durchstarten ließ. Selbst vor der kleinen Frostperiode hat Andreas Okrent im letzten Januar – Drittel bereits die erste Baby – Frühjahrslorchel fotografiert. Diese sind inzwischen auf ihrem Wachstumshöhepunkt angelangt. An exponierten Stellen blüht nun auch schon der Löwenzahn und kündigt die kurze Morchel – Saison an. Erste Vorreiter wurden schon geerntet und ich Denke, ab dem kommenden Wochenende dürfte es mit ihnen verstärkt losgehen. Allerdings war der zurückliegende Winter nicht nur besonders mild, sondern auch viel zu trocken, wobei für uns im nordwestmecklenburger Raum immer mal etwas Regen dabei war. In anderen Regionen ist es viel trockener. Positiv ist auch die momentan windschwache und nebelträchtige Witterung. Heute herrschte bei uns, zu mindest am Vormittag, als ich eine individuelle Pilzwanderung mit Schülern aus Neuburg hatte, regelrecht kaltes, nebeliges und ungemütliches Novembergrau. Über Deutschland hat sich zur Zeit, wie so oft, eine Grenzwetterlage eingestellt. Wir sind nach einem warmen Wochenende in den Genuss von sehr kühler Luft aus Skandinavien gekommen, während im großen Rest des Landes warme und zunehmend mit Saharastaub angereicherte Luft aus Afrika einströmt. Regionale Schauer und Gewitter sind die Folge. Ab dem Wochenende sollen diese dann noch häufiger und verbreiteter auftreten. Ich Denke, falls auch wir davon etwas abbekommen sollten, können wir zunächst gelassen in die neue Saison blicken. Wir dürfen gespannt sein, was uns in den nächsten acht Monaten an der Pilzfront wohl geboten wird!?

Am Sonntag war ich mit meiner kleinen Familie bei herrlichstem Frühsommerwetter in den Wäldern bei Kobrow unterwegs um Frühjahrslorcheln für unsere Ausstellung zu besorgen. Wie man sieht, wurden wir auch fündig. Im Moos und darunter war der sandige Untergrund noch richtig nass, wie auch unschwer an den Pilzen zu erkennen ist. Gefährlicher Giftpilz! Standortfoto am 31. März 2014.

Am Sonntag war ich mit meiner kleinen Familie bei herrlichstem Frühsommerwetter in den Wäldern bei Kobrow unterwegs um Frühjahrslorcheln für unsere Ausstellung zu besorgen. Wie man sieht, wurden wir auch fündig. Im Moos und auch darunter war der sandige Untergrund noch richtig nass, wie auch unschwer an den Pilzen zu erkennen ist. Gefährlicher Giftpilz! Standortfoto am 31. März 2014.

Mittwoch, 02. April – Heute bin ich kurz zum Steinbrink bei Grevesmühlen gefahren, um das Gebiet für unsere erste Pilzwanderung am Sonnabend ein wenig zu erkunden. Ein schönes Waldgebiet mit wunderbaren Buchenbeständen, Fichtenbereichen und auch feuchteren Erlen/Eschen Beständen, die für Frühlingspilze besonders vielversprechend sind. Zugleich eine wunderbare, teils unter Schutz gestellte Landschaft drum herum. Das Gebiet ist stark eiszeitlich geprägt und insbesondere um die sogenannte Kussower Hutung fühlt man sich fast ins Mittelgebirge versetzt. Eine landschaftliche Perle und zur Hauptpilzzeit sicherlich auch ein ergiebiges Gebiet. Auf dem Weg nach Grevesmühlen machte ich noch einen kurzen Zwischenstopp im Staatsforst Jamel. Ich kontrollierte hier eine moosige und mit reichlich altem Totholz versehene Stelle im Fichtenforst, wo wir zu unserer ersten Pilzwanderung im Jahre 2009 ein beeindruckendes Vorkommen der seltenen Riesenlorchel entdecken konnten. Leider nichts, die Art scheint nicht standortstreu zu sein, denn wir haben seitdem jedes Jahr Anfang April dort nachgeschaut und immer Fehlanzeige! – Das Wetter hat sich heute auch bei uns wieder von der freundlichen und warmen Seite gezeigt. Ein krasser Unterschied zu dem kalten und ungemütlichen Novembergrau von gestern. Trotz Sonne, ist der Himmel zur Zeit stark milchig eingetrübt, der Saharastaub läßt Grüßen!

Dieser kleinere Blätterpilz erlebt zur Zeit zumindest in etwas feuchteren, moosreichen Fichtenwäldern ein richtigen Wachstumsschub. Ich habe in in den letzten Tagen in verschiedenen Wäldern an geegneten Standorten immer wieder gefunden. Die grauweißlichen Fruchtkörper mir rosa schimmer riechen zart und angenehm nach Anis. Es ist der schwach giftige Duft - Trichterling (Clitocybe fragrans). Er ist allerdings nicht auf den Frühling beschränkt, sondern kommt auch im Herbst sowie in milden Wintern vor. Standortfoto am 31.03.2014 im ehemaligen Staatsforst Turloff bei Kobrow.

Dieser kleinere Blätterpilz erlebt zur Zeit, zumindest in etwas feuchteren, moosreichen Fichtenwäldern, einen richtigen Wachstumsschub. Ich habe ihn in den letzten Tagen in verschiedenen Wäldern an geeigneten Standorten immer wieder gefunden. Die grauweißlichen Fruchtkörper mit altrosa schimmer riechen zart und angenehm nach Anis. Es handelt sich um den schwach giftigen Duft - Trichterling (Clitocybe fragrans). Sein Erscheinen ist allerdings nicht auf den Frühling beschränkt, sondern er kommt auch im Herbst sowie in milden Wintern vor. Standortfoto am 31.03.2014 im ehemaligen Staatsforst Turloff bei Kobrow.

Donnerstag, 03. April – Einige Pilzfreunde werden schon unruhig. Die ersten Morcheln wurden zwar schon gefunden, aber so richtig Sinn in die Morcheln zu gehen, dürfte es in unseren Breiten wohl erst ab der nächsten Woche, vor allem aber ab dem übernächsten Wochenende machen. Dann dürften sie voll „erblüht“ sein und man braucht nicht unbedingt „Adleraugen“, um die momentan noch meist kleinen und unscheinbaren Kobolde zu entdecken. Unterdessen hat Andreas Okrent allerdings schon richtig große und nahezu ausgewachsene Böhmische Runzelverpel entdeckt. Das ist in so fern schade, weil wir Anfang Mai von Wismar aus eine Exkursion in das Verpelgebiet geplant haben. Dann dürfte von ihnen wohl kaum noch eine Spur zu sehen sein! Eigentlich wäre es der optimale Zeitpunkt gewesen, wenn man das Mittel ihres Erscheinens in den zurückliegenden Jahren zum Vergleich heranzieht. Die Natur ist ebend weit voraus und der April wird in diesem Jahr der Monat der Morcheln und anscheinend sogar der Maipilze sein. Auch sie wurden schon gesichtet! Der Raps beginnt zu blühen und ich Denke in 14 Tagen wird auch schon volle Maipilzzeit sein. Wir sollten sie in diesem Jahr wohl in Aprilpilze, April – Ritterlinge b.z.w. April – Schönköpfe umbenennen! In der Pilzberatung wurden mir heute riesige Rehbraune Dachpilze von einem Strohballen vorgelegt. Pilzfreundin Angelika Boniakowski brachte mir einige Pilze für unsere Ausstellung: Speisemorcheln, Kompost – Champignons, Kurzstieliger Weichritterling und Frühlings – Mürbling.

Auch diese vorzüglich schmeckenden Graublättrigen Schwefelköpfe sind momentan noch hier und da in Nadelholzstubben zu finden. Es werden vorerst wohl die letzten sein, denn sie verabschieden sich jetzt bis zum Herbst. Ab Oktober darf man sie wieder verstärkt erwarten. Standortfoto am 31. März 2014 im ehemaligen Staatsforst Turloff bei Kobrow.

Auch diese vorzüglich schmeckenden Graublättrigen Schwefelköpfe (Hypholoma capnoides) sind momentan noch hier und da an Nadelholzstubben zu finden. Es werden vorerst die letzten sein, denn sie verabschieden sich nun bis zum Herbst. Ab Oktober dürfen wir sie dann wieder verstärkt erwarten. Standortfoto am 31.03.2014 im ehemaligen Staatsforst Turloff bei Kobrow.

Freitag, 04. April – Heute morgen besuchte mich Andreas Okrent. Er brachte mir für unsere Ausstellung und zum fotografieren zwei wunderbare, junge und noch kompakte Böhmische Verpel mit. Dazu fuhren wir in ein standortgerechtes Zitterpappelgebiet, wo im Sommer und Herbst mitunter zahlreiche Espen – Rotkappen den Wald verschönern. Genau an einem solchen Standort wachsen sie auch bei Graal – Müritz. Gleichzeitig suchten wir auch hier das Gebiet ab, aber ohne Erfolg. Danach fuhren wir in einen mit Kiefern aufgeforsteten Kiestagebau bei Klein Warin. Außer erste Fälblinge, die uns signalisierten, dass an derartigen Standorten, also an sonnigen Stellen mit Jungkiefern, in Kürze wohl auch mit ersten Butterpilzen zu rechnen sein dürfte, nichts weiter nenneswertes an Frichpilzen. Zum Schluß sackten wir im Wariner Wald noch einen Sack Moos ein, denn unsere Ausstellungsfläche im Steinpilz – Wismar soll nun wieder frisch gestaltet werden. Unterdessen war Pilzfreundin Angelika Boniakowski heute in einem Kieferngebiet bei Ventschow unterwegs, wo es mitunter auch Spitzmorcheln gibt. Leider wurde sie diesbezüglich nicht fündig. Statt dessen Frühjahrslorcheln über Frühjahrslorcheln. „So etwas habe ich noch nicht gesehen, so ein Gewimmel von Giftlorcheln!“ sagte Sie mir am Telefon, immer noch merklich beeindruckt von diesem Anblick. Aber auf ihr Abendbrot brauchte sie heute trotzdem nicht zu verzichten. Es gab reichlich essbare Scheibenlorcheln, so dass es bei ihr zu hause heute Abend Nudelauflauf mit Scheibenlorcheln gibt. – Vom Wetter her war es heute wieder höchst ungemütlich. Kalt, bedeckt, recht windig und das einzig positive daran, am Nachmittag und Abend fing es an zu regnen! Jeder Tropfen Regen ist jetzt wieder sehr willkommen, denn es steht einiges in den Startlöchern!

Hier die prachtvollen Böhmischen Verpel (Verpa bohemica) von Andreas aus Graal - Müritz heute an einem ähnlichen Standort unter Espen bei Neukloster fotografiert. Von einigen Unkundigen und sogar von Kalendermachern werden diese in unseren Breiten sehr seltenen Frühlingspilze mit Morcheln verwechselt. Speisepilztechnisch ist das auch nicht weiter schlimm, denn sie stehen den Morcheln an Wohlgeschmack sicher nicht nach.

Hier die prachtvollen Böhmischen Verpel (Verpa bohemica) von Andreas aus Graal - Müritz, heute an einem ähnlichen Standort unter Espen bei Neukloster fotografiert. Von einigen Unkundigen und sogar von Kalendermachern werden diese in unseren Breiten sehr seltenen Frühlingspilze mit Morcheln verwechselt. Speisepilztechnisch ist das auch nicht weiter schlimm, denn sie stehen den Morcheln an Wohlgeschmack sicher nicht nach.

Sonnabend, 05. April – Bei relativ kühlem und regnerischem Wetter starteten wir heute morgen von Wismar aus zu unserer ersten öffentlichen Pilzlehrwanderung des Jahres in den Steinbrink bei Grevesmühlen. 12 Pilzfreunde haben sich dazu eingefunden und wir durchwanderten ein recht vielseitiges Gebiet. Anemonenreiche Laubwälder, feuchte Erlen – Eschenbereiche, vielversprechende Buchenareale, Fichtenforste und teils offene Kulturlandschaften. Im Anschluß statteten einige von uns noch dem Steinzeitdorf Kussow einen Besuch ab. Um es vorweg zu nehmen, Morcheln und Co waren heute leider nicht aufzutreiben, aber es kamen einige Kochtopfmykologen dennoch im bescheidenen Rahmen auf ihre Kosten. Zum Essen landeten Frühlingsmürblinge, Glimmertintlinge und vor allem Judasohren in den Körben. Sie auch unter „Regnerische Auftaktwanderung“.

Hier noch zum Vergleich zu den obig abgebildeten Verpeln drei junge Speisemorcheln (Morchella esculenta). Ein deutlicher Unterschied zu den Verpeln besteht in ihrer wabenartigen Hutstruktur. Diese Pilze stammen von unserer Pilzfreundin Angelika Boniakowski. Sie hat sie vor wenigen Tagen am Schweriner see gefunden. Hervorragender Speisepilz.

Hier noch zum Vergleich zu den obig abgebildeten Verpeln drei junge Speisemorcheln (Morchella esculenta). Ein deutlicher Unterschied zu den Verpeln besteht in ihrer wabenartigen Hutstruktur. Diese Pilze stammen von unserer Pilzfreundin Angelika Boniakowski. Sie hat sie vor wenigen Tagen am Schweriner See gefunden. Hervorragender Speisepilz.

Sonntag, 06. April – In den letzten Tagen sind im nordwestmecklenburger Raum mindestens 10 – 15 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen und am heutigen Nachmittag setzten in Verbindung mit einer Warmfront neuerlich schauerartige Regenfälle ein. Die Luft wird damit auch bei uns immer wärmer und es kehrt vorübergehend ideales Pilzwetter ein. Morgen soll es feuchtwarm wie im Sommer werden. Das wird die Löwenzahnblüten und auch die Pilze sehr erfreuen. Allen voran die Morcheln werden es danken. Wir können daher ab kommender Woche wirklich ernsthaft nach Morcheln Ausschau halten. Ab Dienstag soll es aber deutlich frischer werden und bei Temperturen zwischen 10 und 15 Grad am Nachmittag kann es häufiger Schauer geben. Es steht also völlig normales Aprilwetter ins Haus. Ich werde heute nicht in die Morcheln fahren, sondern mich nochmals mit frischen Frühjahrslorcheln eindecken. Ein letztes mal. Sie kommen in Frischhaltedosen in den Kühlschrank, damit ich sie nach und nach auf unserer Ausstellungsfläche den dann folgenden Morcheln gegenüber stellen kann. Auch werde ich schauen, was die Maipilze machen. Der Bericht dazu folgt morgen.

Der Frühlingsmürbling (Psathyrelle spadiceogrisea) wanderte gestern auch in die Körbe einer Sammler. Es ist zwar nicht viel dran, aber für ein kleines Frühlingspilzsüppchen allemal willkommen. Standortfoto am 05.04.2014 im Steinbrink.

Der Frühlingsmürbling (Psathyrella spadiceogrisea) wanderte gestern in die Körbe einiger Sammler. Es ist zwar nicht viel dran, aber für ein kleines Frühlingspilzsüppchen ist er allemal willkommen. Standortfoto am 05.04.2014 im Steinbrink.

Montag, 07. April – Wie versprochen, hier ein kleiner Bericht aus dem Kiefernforst bei Jesendorf. Stellenweise reichlich Frühjahrslorcheln und mitunter die breit – schildförmigen Scheibenlorcheln mitten drin. Letztere brauchen vor allem altes, modriges und bemoostes Nadelholz von Kiefern oder Fichten. Sie sind zwar roh giftig und enthalten entweder die gleichen oder ähnliche Toxine wie die Frühjahrslorchel, wir haben sie aber bei gutem Durchgaren des öfteren gegessen und sie waren immer bekömmlich. An weiteren Frischpilzen fand ich noch einige Schwefelköpfe. Sowohl grünblättrige als auch die vorzüglichen Graublättrigen Schwefelköpfe. An meiner Zeigerstelle für Maipilze waren die Fruchtkörperansätze erst erbsen- bis kirschgroß. Das bedeutet, wir können uns in den nächsten 10 Tagen voll und ganz den Morcheln widmen und im letzten April – Drittel ist dann Maipilzzeit angesagt! Angelika Boniakoski war unterdessen in die Morcheln und Morchelbecherlinge. Vor allem von letzteren hat sie eine delikate Mahlzeit zusammen bekommen.  – Das Wetter ist für`s Pilzwachstum derzeit ideal. Heute herrschte bei zunehmender Schwüle fast Treibhausklima. Die Natur entwickelt sich rasant und auch die Morcheln dürften nun den erhofften Wachstumschub bekommen. – Während es in weiten Teilen Deutschlands immer noch recht bis sehr trocken ist, haben wir in den letzten Tagen doch recht ordentliche Regenmengen bekommen. Gebietsweise sind mehr als 20 Liter pro Quadratmeter zusammen gekommen und weiterer Nachschub ist bereits unterwegs. Eine Gewitterfront greift jetzt am Abend und in der kommenden Nacht auf Norddeutschland über und es dürften neuerlich einige Liter hinzu kommen. Auch morgen tagsüber soll es in merklich kühlerer Luft immer wieder teils kräftige Schauer und Gewitter geben, typisches Apirlwetter steht uns nun bevor. Etwas ungünstig kann allenfalls der stürmische Wind sein, der besonders morgen kräftig wehen soll!

Schildförmige Scheibenlorcheln (Gyromitra ancilis) drängen sich aus dem moosigen und mulchigen Nadelwaldsubstrat. Sie können 10 cm und mehr im Durchmesser erreichen. Links oben haben sich auch noch zwei giftige Frühjahrslorcheln dazwischen gedrängt. Da die Pilze sehr dicht stehen, ist von ihrer Schildförmigkeit leider nicht viel zu erkennen. Essbar, aber roh giftig! Standortfoto bei regnerischem Wetter am 06.04.2014 im Kiefernforst bei Jesendorf.

Schildförmige Scheibenlorcheln (Gyromitra ancilis) drängen sich aus dem moosigen und mulchigen Nadelwaldsubstrat. Sie können 10 cm und mehr im Durchmesser erreichen. Links oben haben sich auch noch zwei giftige Frühjahrslorcheln (Gyromitra esculenta) hinzu gesellt. Beide Arten waren an der Basis fast miteinander verwachsen! Da die Pilze sehr dicht stehen, ist von ihrer Schildförmigkeit leider nicht viel zu erkennen. Essbar, aber roh giftig! Standortfoto bei regnerischem Wetter am 06.04.2014 im Kiefernforst bei Jesendorf.

Dienstag, 08. April – Die Gewitterschauer der letzten Nacht erreichten uns nicht mehr. Sie lösten sich in der zweiten Nachthälfte weitgehend auf. Erst am späten Vormittag, als die Kaltfront genau über uns lag, aktivierte sie sich wieder und es bildeten sich schnell kräftige Schauer mit viel Wind. Am Nachmittag und Abend folgten weitere Schauer. Somit herrschte heute richtiges Aprilwetter. Mit größeren Regenmengen ist in den nächsten Tagen nun wohl nicht mehr zu rechnen, aber wir können mit den gefallenen Niederschlägen erst einmal sehr zufrieden sein. – Inzwischen mehren sich nun die Morchelfunde und es wurden jetzt auch schon alle drei gängigen Morchelarten gesichtet. Pilzfreundin Sina Mews, die am 20. März bereits die erste Speisemorchel in Schönberg fand, hat nun bei Greven einen weiteren Fund dieser Art gemacht. Beides sind Zufallsfunde und sie war nicht gezielt auf Morchelsuche. Unserer Vereinsmitglied Christian Ehmke aus Wismar hat erste Käppchenmorcheln gefunden und bei Graal Müritz sind nun auch die Spitzmorcheln aufgetaucht, wie Andreas Okrent mir heute in Bild und Wort mitteilte. Die kurzzeitige Wärme und der viele Regen haben nun den Durchbruch an der Morchelfront herbeigeführt.

Natürlich sind nun auch die Morchelbecherlinge (Disciotes venosa) an guten Morchelstandorten voll entwickelt. Mit bis zu 15 cm Durchmesser können sie sehr groß werden. Der typische Chlorgeruch und der Standort grenzen sie gut zu den oben zu sehenden Scheibenlorcheln ab. Trotz ihres frisch unangegehmen Chorgeruchs, sind sie geschmort zubereitet sehr zartfleischig und feinaromatisch herzaft. Das Foto schickte mir heute Christian Ehmke.

Natürlich sind nun auch die Morchelbecherlinge (Disciotes venosa) an guten Morchelstandorten voll entwickelt. Mit bis zu 15 cm Durchmesser können sie sehr groß werden. Der typische Chlorgeruch und der Standort grenzen sie gut zu den oben zu sehenden Scheibenlorcheln ab. Trotz ihres frisch unangegehmen Chlorgeruchs, sind sie geschmort zubereitet sehr zartfleischig und feinaromatisch herzaft. Das Foto schickte mir heute Christian Ehmke.

Mittwoch, 09.April – Exkursionstag. Ich habe heute keine wirkliche Exkursion unternommen, sondern nur kurz mal im Wald zwischen Proseken und Zierow in`s Morchelgelände geschaut. Es ist ein feuchter Erlen/Eschenstandort mit Auwaldcharakter. Ich konnte aber leider nichts in punkto Morcheln und Co ausmachen. Nur einige Frühlingsmürblinge und frische Judasohren an Holunder. Möglicherweise war aber schon jemand hier und ist entsprechend fündig geworden, denn das Gebiet ist seit langem als Morchelareal allgemein bekannt. Danach führte mich mein Weg auf den Friedhof, nicht um Pilze zu suchen, sondern um das Grab meiner Mutter endlich aus dem Winterschlaf zu befreien und frisch zu bepflanzen. Als ich meine im Gebüsch versteckte Hacke anfaßte, ist sie mir fast aus der Hand geglitten. Zahlreiche Zerfließende Gallerttränen haben sich an ihrem alten Holzstiel gebildet. Gleich ein dankbares Fotomotiv. Der liebe Gott und meine Mutter im Himmel wissen schon, was mich erfreut, dachte ich bei mir, denn auf dem kurzen Weg zur nahen Friedhofsgärtnerei, wo ich mir eine farbenfrohe Grabbepflanzung aussuchte, stollperte ich fast über einen kleinen Hexenring von Maipilzen. Warum lange Exkursionen durch die Wälder, dass gute liegt so nahe! Beim Schreiben dieser Zeilen ereilte mich dann auch noch ein Anruf von meinem Computer – Experten Heino, dass auf seinem Grundstück mitten in der Stadt wieder schöne Speisemorcheln erschienen seien und ich möge sie mir bei Interesse bitte holen, da morgen Rasenmähen angesagt ist. Sie stehen hier auf einer alten Rasenfläche zwischen Gräsern und blühendem Löwenzahn, ohne Eschen oder dergleichen in der Nähe. Bereits im vergangenen Jahr wuchsen hier vier Exemplare, sie haben sich also an diesem Standort etabliert. – Beim Wetter ging es heute aprilfrisch und schaurig weiter und dazu wieder viel Wind. April, April, er weiß nicht was er will! Mal kurz Sonne, dann wieder dicke Wolken und eine kräftige Dusche, so ging es heute ab dem späten Vormittag.

Junge und frische Maipilze heute auf einer alten Rasenfläche des Wismarer Friedhofs. Es war ein kreisrunder Hexenring von etwa 2 m im Durchmesser, also noch ein recht junges Myzel. Es handelt sich hier um die besonders schöne gelbhütige Form des Mai - Schönkopfes (Calocybe gambosa). Sehr guter Speisepilz und am Standort fotografiert.

Junge und frische Maipilze heute auf einer alten Rasenfläche des Wismarer Friedhofs. Es war ein kreisrunder Hexenring von etwa 1,5 m im Durchmesser, also noch ein recht junges Myzel. Es handelt sich hier um die besonders schöne gelbhütige Form des Mai - Schönkopfes (Calocybe gambosa). Sehr guter Speisepilz. Am 09.04.2014 am Standort fotografiert.

Donnerstag, 10. April – Gestern Abend fuhr ich noch zu Heino`s Grundstück um die Morcheln für unsere Ausstellung zu holen. Ich machte natürlich auch Fotos. Waren es im letzten Jahr vier an der Zahl, so konnte ich gestern leider nur zwei ausmachen. Mag sein, dass in den nächsten Tagen noch welche nachschieben. Heute war es so richtig April – frisch, aber der Wind hat deutlich nachgelassen. Ein gutes hat das kühle Wetter allerdings: Die Pilze entwickeln sich nicht zu schnell. Bei feuchtwarmen Temperaturen ginge es mit der Entwicklung in der Pflanzen- und Pilzwelt viel schneller und die mit Sehnsucht erwarteten Frühlingspilze wären auch schneller wieder durch. Nach dem ich in den letzten Tagen die Winter – Ausstellung abgebaut habe und frisches Moos holte, hatte ich gestern und heute voll zu tun, sie wieder frühlingsfrisch aufzubauen. Heute Abend 20.00 Uhr war sie endlich fertig. So können ab morgen 67 Großpilzarten bewundert werden. Zur Zeit überwiegen zwar noch haltbare Arten wie Porlinge, Schichtpilze oder Stäublinge, aber wenn es weiter relativ feucht bleibt, werden in den nächsten Wochen immer mehr Frischpilze hinzukommen und ich muß die Ausstellungsflächen entsprechend erweitern. Es sind aktuell folgende Arten zu sehen: Halskrausen Erdstern, Rotbrauner Erdstern, Riesen – Erdstern, Kragen – Erdstern, Fransen – Erdstern, Zitzen – Stielbovist, Dickschaliger Kartoffel – Hartbovist, Igel – Stäubling, Angebrannter Rauchporling, Veränderlicher Spaltporling, Gemeiner Violettporling, Striegelige Tramete, Ästchen – Schichtpilz, Winterporling, Frühlingsmürbling, Orangefarbenes Brennesselbecherchen, Zugespitzter Kugelpilz, Fichten – Zapfenrübling, Maipilz, Graublättriger Schwefelkopf, Grünblättriger Schwefelkopf, Duft – Trichterling, Kaffeebrauner Scheintrichterling, Brandfladen, Holzkohlenpilz, Riesenbovist, Birnenstäubling, Beutelstäubling, Nördlicher Zinnoberschwamm, Dünnschaliger Kartoffel – Hartbovist, Flaschenstäubling, Laubholz – Harzporling, Gelbliche Resupinattramete, Reihige Tramete, Braune Borstentramete, Blasse Borstentramete, Birkenblättling, Spaltblättling, Buckeltramete, Schmetterlingstramete, Zonentramete, Krauser Aderzähling, Judasohr, Kompost – Champignon, Kurzstieliger Weichritterling, Speisemorchel, Böhmische Runzelverpel, Frühjahrslorchel, Schildförmige Lorchel, Samtiger Schichtpilz, Striegeliger Schichtpilz, Gemeiner Feuerschwamm, Rötende Tramete, Glänzender Lackporling, Wulstiger Lackporling, Polsterförmiger Feuerschwamm, Wurzelschwamm, Kupferroter Lackporling, Hexenbesen, Geweihförmige Holzkeule, Echter Zunderschwamm, Rotrandiger Baumschwamm, Fenchel – Tramete, Flacher Lackporling, Eichen – Feuerschwamm, Eichen – Wirrling und Braunfilziger Fichtenschichtpilz.

Die zwei Speisemorcheln (Morchella esculenta) gestern Abend, dem 09.04.2014 am Standort fotografiert.

Die zwei Speisemorcheln (Morchella esculenta) gestern Abend, dem 09.04.2014, am Standort fotografiert.

Freitag, 11. April 2014 – Heute war es wieder etwas angenehmer, kaum Wind, etwas Sonne aber auch viele Wolken und nur wenige Regentropfen. Der Südosten von M-V hat etwas mehr Regen bekommen. Ich Denke, wir brauchen uns inzwischen aber kaum noch sorgen zu machen, dass der diesjährige Frühlingsaspekt durch Trockenheit in Mitleidenschaft gezogen werden dürfte. Es ist auch mittelfristig eher wechselhaftes Aprilwetter angesagt, einschließlich gelegentlicher Regenfälle. Zeitweise soll es aber wieder stürmisch werden. – In der Pilzberatung wurden mir heute Speisemorcheln, Fingerhut – Verpel, Morchelbecherling, Blasiger Becherling und Stockschwämmchen vorgelegt. Letztere sind sogleich auch auf der Ausstellungsfläche gelandet, da sie nicht gegessen werden sollten. Es liegen somit 68 Arten auf der Fläche.

Diese wunderschöne Foto einer ebend so schönen Kollektion aktueller Frühlingspilze hat mir heute Andreas Okrent zugesandt. Wir sehen hier vorne links eine Spitzmorchel (Morchella elata, dahinter die Böhmische Runzel - Verpel (Ptychoverpa bohemica) und rechts vorne die Frühjahrslorchel (Gyromitra esculenta) und dahinter eine Speisemorchel (Morchella esculenta).

Dieses wunderschöne Foto einer repräsentativen Kollektion aktueller Frühlingspilze hat mir heute Andreas Okrent zugesandt. Wir sehen hier vorne links eine Spitzmorchel (Morchella elata), dahinter die Böhmische Runzel - Verpel (Ptychoverpa bohemica) und rechts vorne die Frühjahrslorchel (Gyromitra esculenta) sowie dahinter eine Speisemorchel (Morchella esculenta).

Sonnabend, 12. April – Heute herrschte richtig schönes Wetter und bei schwachen Windverhältnissen und viel Sonne war es um die Mittagszeit richtig angenehm. Das wird sich in den nächsten Tagen vorübergehend radikal ändern, denn ein Sturmtief übernimmt die Regie. Besonders am Montag soll es bei uns im Nordosten richtig scheußlich werden. Immer wieder Regen, teils auch kräftige Schauer und Graupelgewitter mit schweren Sturmböen! Aprilwetter von der besonders ruppigen Art. Das Positive daran: es können zwischen 5 und 10 Liter pro Quadratmeter Niederschlag fallen. Dadurch ist in diesem Frühjahr der Nordosten nicht ganz so trocken wie in den meisten anderen Jahren. Besonders nach einem kalten Winter haben es sonst die Frühlingsniederschläge oft schwer von Westen und Südwesten in den unterkühlten Nordosten vorzudringen und es ist bei uns dann besonders trocken durch Hochdruck über der Ostsee und Skandinavien. In diesem Jahr ist nun der Südwesten Deutschlands von Trockenheit betroffen, da er immer wieder durch Ableger des Azorenhochs beeinflußt wird. Dafür ist es hier schon seit Wochen deutlich wärmer als bei uns. Ich war heute nochmals zum Friedhof, um meine kürzlich gepflanzten Blumen noch einmal mit Wasser zu versorgen. Die Maipilze sind auch etwas gewachsen und ich habe die beiden größten von ihnen für unsere Ausstellung mitgenommen. Ansonsten fand ich hier noch einen Zweisporigen Champignon, Erdsterne aus dem Vorjahr, junge Grünblättrige Schwefelköpfe und am gleichen Stubben mehrere Fruchtkörperkonsolen des seltenen Kupferroten Lackporlings.

Diese Foto einer Zipfel - Lorchel (Gyromitra fastigiata) erreichte mich gestern von unserer Leserin Bunk aus Mitteldeutschland. Sie hat den Pilz im Muldetal gefunden und fotografiert. Die Zipel - Lorchel ist in Mecklenburg nur selten nachgewiesen, so in der Region um Feldberg. Sie wächst meist in Laubwäldern und benötigt kalk im Boden. Typisch sind im Vergleich zur Frühjahrslorchel ihre zipelmützenartig hochgezogenen Hutlappen. Giftverdächtig.

Dieses Foto einer Zipfel - Lorchel (Gyromitra fastigiata) erreichte mich gestern von unserer Leserin Heike Bunk aus Sachsen. Sie hat den Pilz im Muldetal gefunden und fotografiert. Die Zipel - Lorchel ist in Mecklenburg nur selten nachgewiesen, so in der Region um Feldberg. Sie wächst meist in Laubwäldern und benötigt Kalk im Boden. Typisch sind im Vergleich zur Frühjahrslorchel ihre zipelmützenartig hochgezogenen Hutlappen. Auch Mikroskopisch ist sie verschieden. Giftverdächtig.

Sonntag, 13. April – Heute war ich den ganzen Tag mit Andreas Okrent unterwegs. Wie immer war er auf der Suche nach Raritäten wie Riesenlorcheln, aber vor allem nach der oben abgebildeten Zipfellorchel. Leider vergeblich. Er mußte sich mit einer wunderschönen Käppchen – Morchel begnügen, die er auch schon seit Jahren nicht mehr vor die Fotolinse bekam. Aber nichts desto trotz liegt ein sehr erfolgreicher Exkursionstag hinter uns. Der häufigste Pilz, der uns praktisch vom Anfang bis zum Schluß in allen möglichen Größenordnungen begleitete, war die Speisemorchel. Das ging schon im Kiefernforst bei Jesendorf los, als wir alles mögliche, was hier zu dieser Jahreszeit wachsen könnte, erwarteteten, aber am allerwenigsten Speisemorcheln! An einem geschützten Bereich mit sich wild angesiedelten Minikiefern von etwa 30 cm Höhe, auf fast kahlem Kiesboden mit schütterer Vegetation, wuchsen tatsächlich Speisemorcheln und keine Spitzmorcheln, die wir von diesem Gebiet her kennen. Wunder gibt es immer wieder!. Ansonsten Mengen an Frühjahrslorcheln, wunderbare Scheibenlorcheln, Schwarzweiße Becherlorcheln, Grünblättrige Schwefelköpfe, Gilbende Erdritterlinge, Rötlinge und manches mehr. Anbei besuchten wir meine Zeigerstelle von Maipilzen in diesem Gebiet. Sie entwickeln sich prächtig und in wenigen Tagen sind sie erntereif. Danach ging es zum Schweriner See. An den dortigen Kalkhängen vermutet Andreas irgendwo auch die Zipfellorchel, die uns aber wie schon erwähnt, leider nicht den Gefallen tat. Statt dessen Speisemorcheln. Immer wieder Speisemorcheln! An den meisten Standort noch eher klein und unscheinbar grau und daher leicht zu übersehen. Es scheinen noch viele in Startposition zu verharren und darauf zu warten, bis es wieder wärmer wird. Wir haben die kleinsten stehen gelassen, da wir zwischenzeitlich auf ein wahres Morcheleldorado mit Riesenteilen und schon weithin gelb leuchtenden Köpfen gestoßen waren. Hier wurde dann wirklich gefeiert und selbst Andreas ist nun außer Rand und Band geraten, im Angesicht einer derartigen Morchelpracht, die man so wirklich nicht alle Tage zu Gesicht bekommt. Hier wurde es sogar höchste Zeit, dass sie geerntet wurden, denn einige waren bereits überständig und am vergehen. Es war eine besonders wärmebegünstige Stelle am besonnten Seeufer, wo sie deutlich früher zu fruktifizieren begannen. Ansonsten gab es verschiedene und sehr schöne Tintlinge, eine wunderbare Stelle mit April – Rötlingen und einiges mehr. Zwischenzeitlich besuchten uns auch Irena und Jonas und wir suchten uns am Schweriner See eine schöne Stelle zum Picknick aus. Ein Exkursionstag, von dem wir noch lange zehren werden und wir haben viele schöne Bilder gemacht, die alleine schon ein eigene Rubrik erfordern würden.

Andreas beim Morchelfotografieren. Zum Glück hatte ich noch einen Korb mit genommen, den unsere Platikbehälter wären für diese Ernte viel zu klien gewesen. Die schönsten werden ausgestellt, der Rest landet auf dem Dörrgerät, den Morcheln gewinnen getrocknet deutlich an Aroma!

Andreas heute in Aktion. Zum Glück hatte ich noch einen Korb mit, denn unsere Platikbehälter wären für diese Ernte viel zu klein gewesen. Die schönsten werden ausgestellt, der Rest landet auf dem Dörrgerät, denn Morcheln gewinnen getrocknet, wie viele andere Waldpilze auch, deutlich an Aroma!

Montag – 14. April – Es morchelt jetzt anscheinend an allen Ecken und Kanten bei uns. Heute morgen kam eine Dame mit Speise – und Käppchenmorcheln in die Beratung. In ihrem Garten wuchsen sie reichlich und sie hat schon angefangen, sie zu trocknen. Unser Pilzfreund Christian Ehmke hat auf die schnelle, nachdem ihn ein relativ frisch gemulchtes Areal im Stadtgebiet zu einer Visite anregte, eine Mahlzeit Spitzmorcheln gefunden. Des weiteren besuchte mich ein Gartenfreund aus Wismar, der mir von einer großen Kleingartenanlage am Rande der Stadt berichtete, dass dort viele Morcheln wachsen. Mehrere Gartenwege wären durch sie gesäumt. Auch Champignons und Hallimasch seien dort. „Sicherlich kein Hallimasch! Es werden wohl Schwefelköpfe oder Stockschwämmchen sein“, entgegenete ich.

Hier eine Kollektion unseres gestrigen Morchelfundes. Sie waren überwiegend groß und schwer und meist noch von guter Qualität. Nurt wenige waren durch frühere Trockenschäden teilweise bereits schimmelig oder mit Fäulnissstellen versehen. An allen anderen Stellen, wo wir gestern Morcheln fanden, waren sie wesentlich kleiner und jünger. Leider ist jetzt ein Schwall sehr kalter Polarluft eingefloßen und es wird verbreitet Nachtfrost geben. Dieser dürfte die Morcheln aber kaum schädigen, denn zumindest Bodenfröstet sind zu dieser Jahreszeit etwas völlig normales. Standortfoto am 13.04.2014.

Hier eine Kollektion unseres gestrigen Morchelfundes. Sie waren überwiegend groß und schwer und meist noch von guter Qualität. Nur wenige waren durch frühere Trockenschäden teilweise bereits schimmelig oder mit Fäulnissstellen versehen. An allen anderen Stellen, wo wir gestern Morcheln fanden, waren sie wesentlich kleiner und jünger. Leider ist jetzt ein Schwall sehr kalter Polarluft eingefloßen und es wird verbreitet Nachtfrost geben. Dieser dürfte die Morcheln aber kaum schädigen, denn zumindest Bodenfröste sind zu dieser Jahreszeit etwas völlig normales. Standortfoto am 13.04.2014.

Dienstag, 15. April – Heute bin ich den Hinweisen eines Kleingartenfreundes von gestern nachgegangen und habe zum ersten mal eine Pilzexkursion entlang von Gartenwegen in einer großen Wismarer Kleingartenanlage unternommen. Und es gibt sie hier tatsächlich, die Morcheln. In der Anlage stehen viele Gärten leer und haben sich als wahre, kleine Naturoasen entwickelt, zum Ärgernis des gemeinen Kleingärtners, der bekanntlich nur duldet, was er selbst angepflanzt oder gesät hat. Zum Teil wurden diese Gärten in Streuobstwiesen umgewandelt. Hier durften nun die Löwenzähne blühen was das Zeug hält und auch die Morcheln lieben derartige Biotope. So dauerte es nicht lange und die erste Speisemorchel stand vor mir. Es waren hier allerdings nur wenige Einzelstücke und ich bin auch nicht alle Wege abgegangen. Kurz vor Schluß stieß ich dann noch voller Freude auf eine Gruppe von etwa 10 Käppchenträgern. Es hatte sich also gelohnt und ich Denke, in vielen Gärten dürften diese wertvollen Frühlingsboten aus dem Pilzreich zu finden sein und nicht selten als pilzliches Unkraut auf dem Kompost landen! Gestern hatte ich übrigens unsere Pilzausstellung erneuert. Es liegen nun 71 Arten auf der Fläche. Erstmals in diesem Jahr sind mit dabei: Käppchen – Morchel, Frühlings – Samthäubchen, Heu – Düngerling, Anemonen – Becherling, Schwarzweiße Lorchel, Zweisporiger Champignon, April – Rötling, Grauer Faltentintling, Gilbender Erdritterling, Spitzmorchel, Blasiger Becherling und Kreuzsporiger Rötling.

Über diese schönen Käppchen - Morcheln (Mitrophora semilibera) freute ich mich heute bei meiner kleinen Exkursion durch eine Wismarer Kleingartenanlage ganz besonders. Sie sind wie die anderen Morcheln auch sehr gute Speisepilze. Standortfoto am 15.04.2014.

Über diese schönen Käppchen - Morcheln (Mitrophora semilibera) freute ich mich heute bei meiner kleinen Exkursion durch eine Wismarer Kleingartenanlage ganz besonders. Sie sind, wie die anderen Morcheln auch, sehr gute Speisepilze. Standortfoto am 15.04.2014.

Soweit Teil 1 des Apriltagebuchs 2014.

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