Tagebuch August 2016/2

Wetter und Pilze im Raum Nordwestmecklenburg

Tagebuch Wetter/Pilze August 2016/2

Vricko, das frühere Münnichwies, in der Slowakei, war ein wichtiges Ziel unserer kleinen Reise. Es ist der Geburtsort meiner Mutter, den ich wenigstens einmal im Leben besucht haben wollte.

Vricko, im Hauerland, das frühere Münnichwies, in der Slowakei, war ein wichtiges Ziel unserer kleinen Reise. Es ist der Geburtsort meiner Mutter, den ich wenigstens einmal im Leben besucht haben wollte.

Freitag, 19. August – Heute Abend sind wir wieder von unserer kleinen, aber recht umfangreichen und anstrengenden Urlaubsreise zurück in der Heimat angelangt. Am 11. des Monats sind wir gestartet. Die Tour führte uns zunächst mit dem Auto über das Erzgebirge und der Tschechischen Republick weiter in die Karpaten, in den Verwaltungsbezirk Martin, mit der Ortschaft Vricko, dem Geburtsort meiner Mutter, in der heutigen Slowakei. Dann ging es über Bratislava weiter in die Österreichische Hauptstadt Wien. Von dort aus fuhren wir nach Bayern. Zunächst bis Berchtisgarden und dann für zwei Tage in das Mangfallgebirge mit einem Abstecher nach München. Schließlich ging es nach Garmisch – Partenkirchen, mit dem Besuch der Zugspitze, und zu guter letzt in den Oberpfälzer Wald. Bei herbstlicher Kühle starteten wir und fuhren direkt in den schweißtreibenden Sommer. Für Pilze war leider nur wenig Zeit, aber trotzdem konnte ich einige interessante Alpen – Arten finden und auch im Oberpfälzer Wald gab es einiges zu entdecken, darunter auch die herrlichsten Fichten – Steinpilze. Insgesamt sah es aber auch nicht pilzreicher als derzeit bei uns aus. Es wuchs etwas, aber nicht in Massen. Einen ausführlichen Bericht gibt es in Kürze.

Ein Edel - Reizker aus dem Alpengebiet, den es bei uns nicht gibt. Der Lachs - Reizker (Lactarius salmonicolor). Er wächst unter Tannen und Fichten. Er grünt nur wenig und bei Verletzung austretender Milchsaft wird nach längerer Zeit weinrot bis orangebraun. Der Geschmack ist ziemlich bitter, so dass er meiner Meinung nach nicht als Speisepilz empfohlen werden kann. Standortfoto am 17.08.2016 am Fuße der Zugspitze.

Ein Edel - Reizker aus dem Alpengebiet, den es bei uns nicht gibt. Der Lachs - Reizker (Lactarius salmonicolor). Er wächst unter Tannen und Fichten. Er grünt nur wenig und bei Verletzung austretender Milchsaft wird nach längerer Zeit weinrot bis orangebraun. Der Geschmack ist ziemlich bitter, so dass er meiner Meinung nach nicht als Speisepilz empfohlen werden kann. Standortfoto am 17.08.2016 am Fuße der Zugspitze.

Sonnabend, 20. August – Püntlich zur geplanten Pilzwanderung waren wir also wieder zu hause. Sie führte uns heute in den Naturpark Nossentiner/Schwintzer Heide bei Neu Sammit. Saure, arme Nadelwälder mit Heidekraut, Blaubeeren und Moos. Ein klassisches Gebiet für Speisepilzfans. Speisepilze gab es heute auch, so dass Maronen, Pfifferlinge, Ziegenlippen, Steinpilz und Krause Glucke in die Körbe der Sammler wanderten. Auch einiges andere wie Täublinge, Milchlinge, Schirmpilze, Flämmlinge, Rüblinge, Schwefelköpfe und sogar Reifpilze waren vertreten, so dass eigentlich jeder auf seine Kosten kommen konnte. Die Pilzmahlzeit war gesichert und auch die Wissbegierde konnte befriedigt werden. Allerdings war vielen Pilzen das recht trockene Wetter bereits anzusehen. Der Bericht dazu folgt in Kürze.

Auch einige Reifpilze oder Ziegeuner waren heute vertreten. Einer der schackhaftesten Speisepilze und hier noch recht häufig. In anderen Regionen ist er teils stark zurück gegangen, was in erster Linie auf die Überdüngung der Landschaft zurück zu führen sein dürfte. Größere Mengen des schmackhaften Pilzes sollten ohnehin nicht genossen werden, da er ähnlich wie Anis - Champignons, schwermetale anreichern soll. Standortfoto am 20.08.2016 in der Schwintzer Heide.

Auch einige Reifpilze oder Ziegeuner waren heute vertreten. Einer der schackhaftesten Speisepilze und hier noch recht häufig. In anderen Regionen ist er teils stark zurück gegangen, was in erster Linie auf die Überdüngung der Landschaft zurück zu führen sein dürfte. Größere Mengen des schmackhaften Pilzes sollten ohnehin nicht genossen werden, da er ähnlich wie Anis - Champignons, Schwermetale anreichern soll. Standortfoto am 20.08.2016 in der Schwintzer Heide.

Sonntag, 21. August – Jonas hat bekanntlich weiterhin Ferien und möchte natürlich seine Freifahrten auf seinem Schüler – Ferienticket ausnutzen. Dazu gehörte auch wieder eine Fahrt in die Hauptstadt. Dazu begleitete ich ihn heute. In Berlin angelangt, führten wir eine Stadtrundfahrt mit dem Bus durch und besuchten eine Ausstellung zur Film- und Fernsehgeschichte. Kaum dass wir den offenen Doppeldecker – Bus bestiegen, verfinsterte sich der Himmel und ein kräftiges Gewitter zog auf. Es schüttete wie aus Kübeln und nach wenigen Minuten waren die Straßen überschemmt und die Autos kamen uns wie Bote auf einer Wasserstraße vor. Das hat gepunktet! In Mecklenburg gab es zwar örtlich auch den einen oder anderen kräftigeren Schauer, aber mit dem Berliner Gewitter konnten diese kaum konkurieren. Als wir am späten Nachmittag den Zug in Richtung Wismar bestiegen, zog eine neue Gewitterfront auf, die nochmals kräftige Schauer im Gepäck hatte. Pilze haben wir auf unserer Großstadt – Tour leider keine finden können.

Dafür konnten wir am Donnerstag im Oberpfälzer Wald in Bayern im sauren Heidelbeer - Kiefern- und Fichtenwald die herrlichsten Steinpilze einsammeln. Prachtkerle schoben hier neben einige Maronen und Gallen - Röhrlingen aus dem moosigen Waldboden. Standortfoto am 18.08.2016.

Dafür aber am Donnerstag im Oberpfälzer Wald in Bayern im sauren Heidelbeer Kiefern- und Fichtenhochwald die herrlichsten Steinpilze. Prachtkerle schoben hier neben einige Maronen und Gallen - Röhrlingen aus dem moosigen Waldboden. Standortfoto am 18.08.2016.

Montag, 22. August – Als wir am 11. August unsere Rundtour in den Süden begannen, fuhren wir bei bewölktem, herbstlich kühlem Wetter los. Dieses begleitete uns bis in die Slowakei. Zwei Tage später zog dort, genauso wie in Österreich und Südbayern, der Sommer ein. Es wurde richtig warm und in den Alpen entluden sich Wärmegewitter. Hier war der Boden gut durchfeuchtet und es herrschte bestes Pilzwetter. Inzwischen war es ja auch in Mecklenburg wieder sommerlicher geworden, leider aber ohne nennenswerte Niederschläge. Diese stehen in den nächsten Tagen auch nicht auf dem Programm. Statt dessen scheint der Sommer nun das nach holen zu wollen, was er in den letzten Wochen, ja Monaten, bei uns versäumt hat – Sonne satt bei brütender Hitze! Frühestens am Wochenende können einige Wärmegewitter für etwas Abkühlung sorgen. Angesichts dieser Entwicklung und auch im Hinblick auf das trockene Wetter der letzten Zeit, wird es zum Einbruch an der Pilzfront kommen. Spätestens übernächste Woche dürfte es sich kaum noch lohnen, auf Pilzpirsch zu gehen. Bis auf Pfifferlinge und Krause Glucken, die vieleicht weiterhin durchhalten werden. Auch Schwefelporlinge sind wieder frisch erschienen. Das war es dann auch endgültig mit dem diesjährigen Pilzsommer. Sollte es aber bis spätestens um den 10. September zu ergiebigen Regenfällen kommen, können die Liebhaber wärmeliebender Raritäten immer noch hoffen. Die anstehende Hitze könnte doch noch etwas aus der Reserve locken. Heute habe ich die Ausstellung wieder aufgebaut. Es liegen 121 Arten auf den Flächen. Estmals in diesem Jahr dabei: Jodoform – Täubling, Chromgelber Graustiel – Täubling, Kirschroter Spei – Täubling, Echter Wald – Champignon, Feuer – Schüppling, Rotbrauner Flämmling, Muschelkrempling, Lila – Dickfuß, Semmelstoppelpilz, Reifpilz, Schmarotzer – Röhrling, Schwarzhütiger Steinpilz, Sandpilz, Apfel – Täubling, Buckel – Täubling, Bruch – Reizker und Olivgrüner Milchling.

Nach nächtlichen Gewittern war ich am 17. am Fuße der Zugspitze auf Pilzpirsch, um mir die Alpen - Pilzflora zumindest für kurze zwei Stunden etwas näher anzuschauen. Direkt unterhand der Seinbahn am kalksteinigen und kurz - moosigen Waldwegrand fand ich diese kleinen Saftlinge (Hygrocybe spec.). Auffallend sind die wenigen, weit stehenden, mit kürzeren untermischten Lamellen. Standortfoto.

Nach nächtlichen Gewittern war ich am 17. am Fuße der Zugspitze auf Pilzpirsch, um mir die Alpen - Pilzflora zumindest für kurze drei Stunden etwas näher anzuschauen. Direkt unterhalb der Seinbahn am kalksteinigen und kurz - moosigen Waldwegrand fand ich diese kleinen Saftlinge (Hygrocybe spec.). Auffallend sind die wenigen, weit stehenden, mit kürzeren untermischten Lamellen. Standortfoto.

Dienstag, 23. August – Heute enden ganz offiziell die Hundstage, die häufig heißeste Zeit des Jahres, die am 23. des Vormonats begann. Tatsächlich steht uns aber bis einschließlich Wochenende die massivste Hitzewelle des ganzen Sommers bevor. Wärmerekorde für Ende August können purzeln. Dazu Sonne satt. Regen ist frühestens zum Start in die kommende Woche möglich. Danach könnte es wechselhaft mit Niederschlägen bei gemäßigten Temperaturen weitergehen. – Heute Abend fand unsere traditionelle Abendwanderung statt. Anders als bei unserer Nachtwanderung, die Freitag ansteht, handelt es sich hier nur um einen kleinen Abendspaziergang in Stadtnähe. Das heißt nicht, dass wir hier keine Pilze finden, heute aber war von ihnen bis auf Mehltaupilze an Eichenlaub und einem Wiesen – Staubbecher weit und breit nichts zu sehen. Da sich momentan und besonders zum Herbst hin viele Veranstaltungen anbahnen, wird sich die jeweilige Berichterstattung darüber leider verzögern. Momentan ist gerade ein Bericht von unserer kleinen Urlaubsreise in Arbeit und der Rückblick auf unsere Pilzwanderung von Sonnabend hängt in der Warteschleiße. Es wird in den nächsten Wochen und Monaten wahrscheinlich häufiger einen Rückstau geben, da auch viele andere Arbeiten anstehen. Leider habe ich keine Sekretärin, die mir einiges abenehmen könnte.

Und hier noch ein weiteres Urlaubsfoto. Bei meiner Pilzwanderung am Fuße der Zugspitze fand ich auf einem toten Fichtestamm diese jungen, gnubeligen, weichfleischigen, orangegelben Porlinge. Es handelt sich sehr wahrscheinlich um den in unseren Breiten seltenen Nordischen Porling (Climacocystis boreals). In der Verbreitungskarte von M-V sind allerdings 4 Fundpunkte vorhanden. Ansonsten findenb wir die Art haußtsächlich in Skandinavien und in Berglagen. Standortfoto.

Und hier noch ein weiteres Urlaubsfoto. Bei meiner Pilzwanderung am Fuße der Zugspitze fand ich auf einem toten Fichtestamm diese jungen, gnubeligen, weichfleischigen, orangegelben Porlinge. Es handelt sich sehr wahrscheinlich um den in unseren Breiten seltenen Nordischen Porling (Climacocystis boreals). In der Verbreitungskarte von M-V sind allerdings 4 Fundpunkte vorhanden. Ansonsten finden wir die Art hauptsächlich in Skandinavien und in Berglagen. Standortfoto.

Mittwoch, 24. August – Meine heutige Kartierungsexkursion führte mich in die Teßmannsdorfer Tannen am Salzhaff, also direkt an der Ostsee, Meßtischblattquadrant 1935/2. In 1935/1 ist kein Wald, sondern im wesentlichen nur Wasser und die gegen öffentlichen Zutritt gesperrte Halbinsel Wustrow, die von der Wehrmacht und später von den Russen als Übungsgelände genutzt wurde. Sandige Böden mit Kiefernbestände, stellenweise mit reichlich Birken durchmischt und auch kleinere, vielversprechende Bucheninseln sowie eingestreute Eichen. Teils ziemlich verwachsen mit vielen Brombeeren, teils richtig hagere, moosige Bereiche, bestens geeignet für Maronen, Steinpilze oder sogar Pfifferlinge. Letztere konnte ich heute nicht feststellen und auch sonst wäre es für den normalen Pilzsammler sehr bescheiden ausgefallen. Stellenweise gab es aber reichlich Frischpilze. Besonders in den Bereichen mit Birken waren viele Flatter – Milchlinge neben einigen Täublingen vertreten. Übrigens waren fast alle Pilze frisch gewachsen und in sehr guter Qualität, was mich direkt überraschte. Hier die Artenliste: Eichen – Filzröhrling, Eichen – Wirrling, Widerlicher Täubling, Eichen – Milchling, Dickschaliger Kartoffelbovist, Perlpilz, Marone, Wurzelschwamm, Gemeine Stinkmorchel, Gelbweißer Täubling, Flatter – Milchling, Echter Steinpilz, Kahler Krempling, Birken Spei – Täubling, Glanztäubling, Schmetterlingstramete, Gemeiner Violettporling, Rosablättriger Helmling, Rosa – Helmling, Rettich – Helmling, Rotfüßchen, Buckel – Täubling, Flockiger Trompetenschnitzling, Gelber Knollenblätterpilz, Blutroter Täubling, Zedernholz – Täubling, Fleischroter Speisetäubling, Vielfarbiger Täubling und Rehbrauner Dachpilz. Irena war heute übrigens auch im Wald nahe Brüel. Sie konnte in einem Jungeichenbestand reichlich Pfifferlinge in Top – Qualität und größe finden. Auch Steinpilze waren dabei. Es ist also gar nicht so schlecht. Mit etwas Glück lohnt es sich momentan durchaus.

Im sandigen Kiefern/Birkern - Mischwald hätte ich eigentlich Birkenpilze erwartet, aber keine Spur von ihnen. Statt dessen dieser junge und feste Fichten - Steinpilz (Boletus edulis).

Im sandigen Kiefern/Birken - Mischwald hätte ich eigentlich Birkenpilze erwartet, aber keine Spur von ihnen. Statt dessen dieser junge und feste Fichten - Steinpilz (Boletus edulis).

Donnerstag, 25. August – Jetzt schlagen die verspäteten Hundstage richtig zu. Heute haben auch wir an der Küste die 30 Grad Marke erreicht. Morgen kann es noch einen Tick heißer werden, dann scheint zumindest bei uns in Küstennähe die größte Hitze gebannt, während es im Rest Deutschlands noch bis einschließlich Sonntag brütend heiß bleiben soll. Grund für die etwas angenehmeren Temperaturen sind  schwache Störungen, die in Küstennähe von Südwest nach Nordost entlangschleifen. Dabei steigt ab der Nacht zu Freitag das Gewitterisiko schon etwas an. Örtlich sind dann schon kräftige Gewitter möglich, bevor nach aktuellem Stand ab der Nacht zu Sonntag schwere Gewitter aufziehen können, mit enormen Regenmengen im Gepäck! Auch am Sonntag bis in der Nacht zum Montag sind noch unwetterartige Entwicklungen möglich. Werden die Niederschläge tatsächlich auch in unseren Regionen ergiebig ausfallen, können wir ab Mitte September mit dem Durchstarten der Hochsaison rechnen. Aber erst einmal abwarten, wir haben schon oft gute Regenprognosen gehabt und was letztendlich zusammen kam war für die Katz. – Heute rief mich Pilzfreundin Agelika Boniakowski an und informierte mich über ihre Erfolge an der Pilzfront während unserer Urlaubsreise. Sie war mit ihrer Steinpilz – Ernte durchaus zufrieden. Es war ihrer Meinung nach ein recht ordentlicher Schub. – Morgen steht nun wieder unsere traditionelle Nachtwanderung an. Sie führt durch die Lewitz – Region, siehe unter „Termine“. Wie im letzten Jahr auch, haben wir wieder heißes Wetter mit zumindest leichter Gewittergefahr. Hoffen wir, das wir Gewitterfrei durch die Nacht kommen. Heute habe ich die Ausstellung erneuert. Es liegen 115 Arten auf den Flächen. Zum ersten mal in diesem Jahr dabei: Rosa – Helmling (normal Form), Rostfleckiger Helmling, Rettich – Helmling, Flockenstieliger Hexen – Röhrling (gelbstielige Form), Trügerischer Hexen – Röhrling.

Pfifferlinge (Cantharellus cibarius) schon geordnet und zum trocknen bereit gelegt. Etwa 1 Kilogramm, alle in dieser Größe und Qualität, fand Pilzfreundin Irena gestern mit Steinpilzen zusammen in einem Eichenjungbestand. Eine teil wurde allerdings auch gleich geschmort, der Rest landete dann auf dem Trockner. Getrocknete Pfifferlinge sollten dann aber zu Pulver gemahlen werden, da man sie am Stück nicht mehr weich bekommt. Puverisiert ist es wohl das edelste Pilzwürzpulver das man sich vorstellen kann. Die gelbe Farbe und der wunderbare Pfifferlingsduft ist auch dann noch präsent. Nach längerer Lagerung soll das Armoa allerdings schwächer werden, erzählte mit mal ein Pilzfreund, der ebenfalls nach dieser Methode überschüssige Pfifferlinge konservierte.

Pfifferlinge (Cantharellus cibarius) schon geordnet und zum trocknen bereit gelegt. Etwa 1 Kilogramm, alle in dieser Größe und Qualität, fand Pilzfreundin Irena gestern mit Steinpilzen zusammen in einem Eichenjungbestand. Ein Teil wurde allerdings auch gleich geschmort, der Rest landete auf dem Trockner. Getrocknete Pfifferlinge sollten aber zu Pulver gemahlen werden, da man sie am Stück nicht mehr weich bekommt. Puverisiert ist es wohl das edelste Pilzwürzpulver das man sich vorstellen kann. Die gelbe Farbe und der wunderbare Pfifferlingsduft ist auch dann noch präsent. Nach längerer Lagerung soll das Armoa allerdings schwächer werden, erzählte mit mal ein Pilzfreund, der ebenfalls nach dieser Methode überschüssige Pfifferlinge konservierte.

Freitag, 26. August – Der heißeste Tag des Jahres war das heute in unserer Region. Die Temperatur stieg deutlich über 30 Grad. Zum späten Nachmittag und Abend sprang dann an einer schwachen Konvergenz der Wind plötzlich auf nordwest und die Temperatur sackte zumindest in Küstennähe auf um 25 Grad ab. Weiter im Binnenland blieb es noch bis zum Abend wärmer. So starteten wir heute bei noch schweißtreibenden Temparaturen zu unserer diesjährigen Nachtwanderung. Ziel war, so wie im letzten Jahr, die Lewitzregion am Stör – Kanal. Gegen Mitternacht gab es dann an einem Rastplatz mitten im Wald unser Nachtmahl. Irena hatte reichlich herzhafte Waldpilzsuppe aus Stockschwämmchen und Maipilzen, Pellkartoffeln mit Quark sowie manches mehr für uns vorbereitet. Pilze gab es recht zahlreich im Schein unserer Stirnlampen zu entdecken. Am häufigsten tauchten im Lichtkegel giftige Kartoffelboviste auf. Aber auch der Speisepilz – Fan kam auf seine Kosten. Ganz junge Schopftintlinge gleich zu Beginn: Stockschwämmchen, Schirmpilze, Maronen und Täublinge sollten folgen. Die Nacht war nahezu windstill und sternenklar und der Ruf der Nachtvögel war weithin zu hören. Romantik pur in einer lauen Sommernacht!

Gleich zu Beginn begrüßte uns am Fuße einer alten Eiche am Forsthof in Bahlenhüschen dieser Leberpilz (Fistulina hepatica). Er war schon sehr verhärtet und bieb am Baum. Ganz jung könnte er gegessen werden, dürfte aber aufgrund seiner herbsäuerlichen Geschmackstoffe nicht gerasde eine Delikatesse darstellen. Standortfoto am 26.08.2016.

Gleich zu Beginn begrüßte uns am Fuße einer alten Eiche am Forsthof in Bahlenhüschen dieser Leberpilz (Fistulina hepatica). Er war schon sehr verhärtet und blieb am Baum. Ganz jung könnte er gegessen werden, dürfte aber aufgrund seiner herbsäuerlichen Geschmacksstoffe nicht gerade eine Delikatesse darstellen. Standortfoto am 26.08.2016.

Sonnabend, 27. August – Heute war erstmal ausschlafen angesagt, denn ich war nach unserer Nachtwanderung erst gegen 3 Uhr in der Frühe zu hause. Nach zwei heißen Tagen waren die Temperaturen heute bei uns sehr angenehm. Die Hitze war verschwunden. Jetzt am Abend bewölkt es sich allmählich und es kommt Bewegung in die Wetterküche. Im laufe der Nacht könnte es gewittrig werden. Mit den Gewittern kehrt morgen dann die große Hitze auch bei uns wieder zurück, bevor am Nachmittag und Abend eine Kaltfront diese wieder ausräumen wird. Das geht mit kräftigen Gewittern einher, die örtlich hohe Regenmengen und Überschwemmungen bringen können. Die sehr hohen Regenmengen, die sich noch vor zwei Tagen andeuteten, wird es wohl nicht geben. Nach kurzer Abkühlung geht es in der nächsten Woche mit den Temperaturen wieder deutlich nach oben, so dass der Spätsommer in eine neue Runde starten wird. Es hat sich mittlerweile eine Wetterlage eingestellt, wie sie eigentlich für die Hundstage typisch wäre, an denen es in diesem Jahr viel zu kalt war.

Ab und an schallten euphorische Begeisterungsrufe über schöne Steinpilze durch den stillen, nächtlichen Wald am Freitag Abend während unserer Nachtwanderung. Große enttäuschung beim näheren Betrachten. Die rosa gefärbten Röhren deuten auch ohne Kostprobe einwandfrei auf ungenießbar Gallen - Röhrlinge (Tylopilus felleus) hin.

Ab und an schallten euphorische Begeisterungsrufe über schöne Steinpilze durch den stillen, nächtlichen Wald, am späten Freitag Abend, während unserer Nachtwanderung. Große Enttäuschung beim näheren Betrachten. Die rosa gefärbten Röhren deuten auch ohne Kostprobe einwandfrei auf ungenießbare Gallen - Röhrlinge (Tylopilus felleus) hin.

Sonntag, 28. August – Im laufe der Nacht hatten sich die Gewitter in sichtweite zu uns vorgearbeitet, dass heißt, es war Richtung Westen und Nordwesten reichlich Wetterleuchten zu sehen und stellenweise fielen erste Tropfen. In der Frühe hatte sich dann zwischen Wismar und Rostock eine kleine Gewitterfront gebildet, die für erste, heftigere Regengüsse zwischen Neubukow und Rostock sorgte. Tagsüber wurde es wieder vielfach sonnig und heiß, bevor es sich am spätreren Nachmittag langsam zuzog und sich anschließend weit verbreitet zum Teil schwere Gewitter entluden. Davon wurde unser gesamtes Einzugsgebiet erfaßt. Ergiebig waren die Niederschläge aber meist nur im südlichen Mecklenburg. Stellenweise richteten Großhagel und starke Gewitterböen Schäden an. In Keez kamen bei den mehrstündigen Gewittern knapp 20 Liter zusammen. Spitzenreiter soll Marnitz mit 36 Litern gewesen sein. Weitere Werte: Boizenburg 18 l, Schwerin 13 l, Rostock 6 l und Goldberg 5 l. Es wurde also überall mal nass, für einen allgemeinen, herbstlichen Durchbruch an der Pilzfront reicht es größtenteils aber nicht aus.

Wilde Wolkenformationen bei Keez gestern am frühen Abend beim Aufzug des ersten, heftigen Gewitters. Weitere Zellen entstanden in der brodelnden Wolkenmasse immer wieder neu und in kürzester Zeit. Kaum war ein Gewitter weg, Minuten später ging es bereits wieder rund bis gegen 22.00 Uhr, als es sich allmählich nach einer sehr blitzintensiven Abschlußzelle beruhigte.

Wilde Wolkenformationen in Keez, gestern am frühen Abend, beim Aufzug des ersten, heftigen Gewitters. Weitere Zellen entstanden in der brodelnden Wolkenmasse immer wieder neu und in kürzester Zeit. Kaum war ein Gewitter durch, folgte Minuten später bereits das Nächste. Bis gegen 22.00 Uhr ging es rund, als nochmals eine sehr blitzintensive Abschlußzelle aufzog, bevor sich das Wetter danach wieder beruhigte.

Montag, 29. August – Heute hat es sich deutlich abgekühlt und bei leicht aktivem Rückseitenwetter gab es noch schwache Schauer und lebhaften Wind. Schauer und Wind lassen nun wieder nach und das nächste Sommerhoch ist im Anmarsch. Die Temperaturen steigen also wieder an und gebietsweise kann auch neuerlich die 30 Grad – Marke erreicht oder überschritten werden. Das wird aber wohl nicht bei uns der Fall sein, da zeitweise Wolken Schatten spenden können. Am Wochenende kann neuer Regen in Form von Schauern und Gewittern aufziehen. Ein ergiebiger, flächendeckender Landregen, der einen soliden Grundstock für den Pilzherbst legen könnte, ist aber wohl nicht in Sicht. Im Gegenteil, nach den möglichen Gewittern am kommenden Wochenende soll sich schon wieder ein neues Schönwetterhoch festsetzen. Dieses dürfte bedeuten, dass zwar aufgrund der gestrigen Niederschläge und möglicher Regenfälle am kommenden Wochenende, eine leichte Entspannung eintreten dürfte und gebietsweise, in den von ergiebigeren Gewittern getroffenen Gebieten, sogar ein Wachstumsschub möglich ist, aber in den meisten Regionen, insbesondere im Nahbereich, ist zunächst nur mit einem sehr verhaltenen Pilzwachstum bis weit in den September hinein, zu rechnen.

Dieses Foto entstand gestern. Es zeigt einen Echten Zunderschwamm an einer alten Pappel bei Sternberg.. Die Oberseite ist allerdings untypisch hell, ja fast schon weiß. Interessant auch die versponnenenen Strukturen auf der Unterseite. Waren hier so gesponnen hat, ob Spinner oder Spinnen, kann ich nicht mit bestimtheit sagen.

Dieses Foto entstand gestern. Es zeigt einen Echten Zunderschwamm (Fomes fomentarius) an einer alten Pappel bei Sternberg. Die Oberseite ist allerdings untypisch hell, ja fast schon weiß. Interessant auch die versponnenen Strukturen auf der Unterseite. Wer hier so gesponnen hat, ob Spinner oder Spinnen, kann ich leider nicht sagen.

Dienstag, 30. August – Zwar ist es auch in unserer Region in den letzten Wochen und Monaten viel zu trocken gewesen, aber in anderen Landstrichen Deutschlands ist es teilsweise noch wesentlich stärker ausgetrocknet. Seit einigen Tagen beobachte ich, das besonders Pappeln bereits ihr Laub fallen lassen, wie im Oktober. Für die großen Bäume, die gern auch auf sandigen Böden stehen, reichen die spärlichen Regenfälle kaum aus. Da können unsere Großpilze doch noch schneller und flexibeler reagieren. Zumindest in den von stärkerem Gewitterregen am Sonntag getroffenen Regionen, könnte es in den nächsten Wochen deutlich besser werden. Wo die Niederschläge aber noch nicht ausreichten, um nennenswert etwas zu bewirken, besteht noch Hoffnung für das kommende Wochenende. Nach einer mässig warmen Phase steht am Sonntag/Montag das nächste Tief an. Es kann nach aktuellem Stand bei uns nochmal 10 – 20 l/qm bringen. Besonders für Sonntag ist kräftiger Gewitteregen bei herbstlich kühlen Temperaturen und viel Wind vorhergesagt. In Kombination mit den kürzlich gefallenen Niederschlägen könnte es dann in einigen Regionen deutlicher bergauf gehen. Danach setzt sich schon wieder das nächste Spätsommerhoch durch. Hoffen wir also, dass Sonntag nochmal ordentlich pilzliches Leben spendendes Nass vom Himmel fällt. Vieleicht aber nicht gerade zu der Zeit, zu der wir uns mit den Rehnaer Pilzfreunden und interessierten Gästen wieder am Roten See treffen. Siehe unter „Termine“.

Auch wenn wir momentan wieder eine kleine Durststrecke durchschreiten, schöne Funde sind dennoch und besonders in den nächsten Wochen auch zunehmend möglich. So konnte Lorchelfreund Christian Ehmke dieses schöne Europäische Goldblatt (Phylloporus pelletieri) finden und fotografieren. Die zu den Röhrlingen zählende Art wächst meist einzeln in Laub- und Nadelwäldern sowie in Parkanlagen auf Kalk - und Silikatböden. Essbar

Auch wenn wir momentan wieder eine kleine Durststrecke durchschreiten, schöne Funde sind dennoch und besonders in den nächsten Wochen auch zunehmend möglich. So konnte Lorchelfreund Christian Ehmke dieses Europäische Goldblatt (Phylloporus pelletieri) entdecken und fotografieren. Die zu den Röhrlingen zählende Art wächst meist einzeln in Laub- und Nadelwäldern sowie in Parkanlagen auf Kalk - und Silikatböden. Zwar essbar, aber kaum lohnend und schützenswert.

Mittwoch, 31. August – Da wieder Mittwoch war, stand heute eine Kartierungsexkursion auf dem Programm. Dran war Meßtischblatt 1935/3. Das Problem bestand allerdings darin, dass es in diesem Meßtischblattquadranten kaum Wald gibt. Kleine Nadelwaldstreifen dirket am Ufer der Ostsee zwischen Klein Strömkendorf und Pepelow sind von Campingplätzen und Ferienobjekten durchsetzt. Es blieb mir nur ein winziger Zipfel des Hohenkirchener Waldes übrig. Überwiegend Kiefernwald auf Sand. Durchsetzt mit einigen Birken und Lärchen, angrenzend an ein kleines, trockenes Pappel/Erlengebiet. Gesäumt teilweise von Eichen. Ein äußerst unattraktives Stück, da größtenteils von Brennnesseln und Brombeeren durchwuchert sowie mit viel herumliegendem Reisig, was das Laufen erschwerte. Nur die Eichenkannte zur Straße hin und ein kleiner Birkenbereich im inneren sahen etwas besser aus. Von den Regenfällen vom Wochenende war hier nichts zu sehen. Der Boden staubtrocken, so dass bis auf Kartoffel  – Boviste und einer Stinkmorchel nicht die Spur eines Frischpilzes zu finden war. Hier herrscht absolute Dürre und auch das Gras der umliegenden Koppeln hatte sich größtenteils braun gefärbt. Somit war es heute die mit Abstand schlechteste Kartierungsaktion des ganzen Jahres. Ich hatte wirklich zu tun, um wenigsten eine Handvoll Arten zu schreiben. – Insgesamt kann der August, der schon als Einstieg in die Hochsaison gilt, in unserer Region als sehr durchwachsen angesehen werden. Es gab zwar zeit- und gebietsweise durchaus einiges an Frischpilzen, aber wir haben das im August auch schon ganz anders erlebt. Entweder war es so trocken, dass wirklich nichts wuchs, oder aber man konnte sich vor Frischpilzen kaum retten. So können wir im großen und ganzen noch zufrieden sein. – Hier die wenigen Pilzarten, die ich heute finden und notieren, teils auch fotografieren konnte. MTB: 1935/3 – Waldzipfel bei Stove: Dickschaliger Kartoffel – Hartbovist, Zinnoberroter Pustelpilz, Rindensprenger an Quercus, Zweifarbiger Knorpelporling, Flacher Lackporling, Unförmiger Knorpelporling, Striegeliger Schichtpilz, Rotrandiger Baumschwamm und Gemeine Stinkmorchel.

Bei aller Frustation heute, gab es dennoch ein aufmunternden Lichtblick. An einem toten Eichenast wuchs in recht großer Ausdähnung der Zweifarbige Knorpelporling (Gloeoporus dichrous). Ein nicht alltäglicher Fund und für mich immer noch Anlass zu besonderer Freude, da der Pilz als selten gilt. Wir haben in M_V nun schon etliche Nachweise, aber trotzdem immer noch ein Erlebniss. Typisch ist die blasse, wulstige, hütchenbildende Kannte, die im deutlichen Kontrast zun der rosaviolettbräunlichen Fruchtschicht steht. Die kleinen Poren sind zudem selbst meist noch weißlich umsäumt.

Bei aller Frustation, gab es dennoch ein aufmunternden Lichtblick. An einem toten Eichenast wuchs in recht großer Ausdähnung der Zweifarbige Knorpelporling (Gloeoporus dichrous). Ein nicht alltäglicher Fund und für mich immer noch Anlass zu besonderer Freude, da der Pilz als selten gilt. Wir haben in M-V nun zwar schon etliche Nachweise, aber trotzdem immer noch ein Erlebniss. Typisch ist die blasse, wulstige, hütchenbildende Kannte, die im deutlichen Kontrast zu der rosaviolettbräunlichen Fruchtschicht steht. Die kleinen Poren sind zudem selbst noch mal weißlich umsäumt.

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