Pilzwanderung im Eichholz

25. Juni 2016 – Öffentliche Pilzlehrwanderung

Öffentliche Pilzwanderung

Sie führte durch das Eichholz bei Crivitz

Das Eichholz bei Crivitz, ein überwiegend mit Eichen und Buchen bestandenes Waldgebiet auf sandigen Böden war heute Ziel einer Pilzwanderung.

Das Eichholz bei Crivitz, ein überwiegend mit Eichen und Buchen bestandenes Waldgebiet auf sandigen Böden, war heute Ziel einer Pilzwanderung.

Am Sonnabend, dem 25. Juni 2016, brachen wir von Wismar aus wieder zu einer geführten Pilzwanderung auf. Treff war um 08.00 Uhr auf dem schmalen Parkplatz am ZOB, in der Wasser Straße, Ecke Kopenhagener Straße. Nach kurzer Begrüßung starteten wir von hier aus nach Crivitz. Weitere Pilzfreunde aus Hamburg und Bargteheide sowie Schwerin erwarteten uns auf dem Parkplatz am Netto – Markt in Crivitz, Eichholzer Straße. Wir fuhren sogleich weiter zum nahen Wald und suchten uns eine geeignete Parkmöglichkeit, um anschließend zu einem Rundkurs durch das Eichholz aufzubrechen. Zu dieser Jahreszeit konnten wir hier u. a. mit Täublingen, Rüblingen, ersten Pfifferlingen und auch einigen Röhrlingen aus dem Verwandtschaftskreis des Steinpilzes rechnen. Bei Täublingen und Rüblingen wurden wir fündig, Steinpilze waren schon wieder verschwunden und Pfifferlinge noch nicht vertreten. Wir wanderten hier einen Rundkurs, so dass keine Fahrzeuge umgesetzt werden brauchten. Die Tour dauerte bis zum frühen Nachmittag. Hier einige Eindrücke:

Hier sieht man an der Stielbasis die für den Breitblättrigen Großrübling (Megacollybia platyphylla so typischen Mycelstränge, die im Waldboden weitläufig vernetzt sind und zu ihren Nahrungsquellen führen, altes Holz und Baumwurzeln.mit Baumwurzeln

Hier sieht man an der Stielbasis die für den Breitblättrigen Großrübling (Megacollybia platyphylla) so typischen Myzelstränge, die im Waldboden weitläufig vernetzt sind und zu ihren Nahrungsquellen, altes Holz und Baumwurzeln, führen.

Ein mächtiger, alter Buchenstubben war überzogen mit den Konsolen des Angebrannten Rauchporlings (Bjerkandera adusta). Typisch ist die rauchgraue bis schwärzlichen Porenschicht auf der Unterseite, die wie angebrannt wirkt.

Ein mächtiger, alter Buchenstubben war überzogen mit den Konsolen des Angebrannten Rauchporlings (Bjerkandera adusta). Typisch ist die rauchgraue bis schwärzliche Porenschicht auf der Unterseite, die wie angebrannt wirkt.

Am selben Stubben einige Kupferrote Lackporlinge (Ganoderma pfeiferi). Da die Art ziemlich selten an alten Rotbuchen, meist in Waldrandnähe vorkommt, der beste Fund unserer heutigen Wanderung!

Am selben Stubben einige Kupferrote Lackporlinge (Ganoderma pfeifferi). Da die Art ziemlich selten an alten Rotbuchen, meist in Waldrandnähe vorkommt, der beste Fund unserer heutigen Wanderung!

Ungleich häufiger finden wir an Laubholz die Fruchtkörper des Flachen Lackporlings (Ganoderma lipsiense). Hier mit weißer Zuwachszone.

Ungleich häufiger finden wir an Laubholz die Fruchtkörper des Flachen Lackporlings (Ganoderma lipsiense). Hier mit weißer Zuwachszone.

Hier sehen wir den schmalsporigen Falten - Tintling (Coprinus acuminatus). Er ähnelt sehr dem überaus häufigen Grauen Falten - Tintling, besitz aber eine andere Sporenform und auch nicht den ausgeprägten Knoten im unteren Stielbereich. Kein Speisepilz.

Hier sehen wir den Schmalsporigen Falten - Tintling (Coprinus acuminatus). Er ähnelt sehr dem überaus häufigen Grauen Falten - Tintling. Er besitz aber eine andere Sporenform und der sogenannte Knoten im unteren Stielbereich fehlt ihm. Kein Speisepilz.

Stellenweise gab es eine ganze Menge Fleischrote Speise - Täublinge (Russula vesca). Da sie aber ausgezeichnet nussig schmecken, wissen dieses offensichtlich auch die Schnecken. Sie lassen den Pilzen momentan kaum eine Chance.

Stellenweise gab es eine ganze Menge Fleischroter Speise - Täublinge (Russula vesca). Da sie ausgezeichnet nussig schmecken, wissen dieses offensichtlich auch die Schnecken. Sie lassen den Pilzen momentan kaum eine Chance, sich zu entalten.

Blick durchs Geäst des Waldes auf die offene, dampfig schwüle Umgebung von Crivitz.

Blick durch`s Geäst des Waldes auf die offene, dampfig schwüle Umgebung von Crivitz.

Ein weiterer Blick in die Landschaft zeigr die Crivitzer Backsteinkirche.

Ein weiterer Blick in die Landschaft zeigt die Crivitzer Stadtkirche der evangelisch - lutherischen Kirchgemeinde.

Fototermin mit einer Dreiergruppe Sklerotienporlinge.

Fototermin mit einer Dreiergruppe Sklerotienporlinge.

Zerfließende Gallerttränen (Dacrymyces stillatus) an einem alten Buchenast.

Zerfließende Gallerttränen (Dacrymyces stillatus) an einem alten Buchenast.

Junger Perlpilz (Amanita rubescens) mit Sonnenbrand auf dem Hutscheitel.

Junger Perlpilz (Amanita rubescens) mit Sonnenbrand auf dem Hutscheitel.

Der Spaltblättling (Schizophyllum comune) besitzt, wie der Name schon andeutet, Lamelle, die er je nach Witterung aufspalten oder schließen kann. Wir finden ihn an besonders trockenen, sonnigen Stelle an Laubholz, meist von Buche.

Der Spaltblättling (Schizophyllum comune) besitzt, wie der Name schon andeutet, Lamellen, die er je nach Witterung aufspalten oder schließen kann. Wir finden ihn an besonders trockenen, sonnigen Stellen an Laubholz, meist von Buche. Diese Eigenschaft ist ein spezieller Schutzmechanismus vor zu starker Austrocknung.

Kleine Verschnaufpause mit Blick in die Landschaft am Waldesrand.

Kleine Verschnaufpause mit Blick in die Landschaft am Waldesrand.

Wir blicken von hier aus über das Getreidefeld hinweg auf die Otschaft Barnin, dem gleichnamigen See und die ausgedehnten Wälder der Umgebung.

Wir blicken von hier aus über das Getreidefeld hinweg auf die Ortschaft Barnin, dem gleichnamigen See und die ausgedehnten Wälder der Umgebung.

Ein breitblättriger Rübling (Megacollybia platyphylla) mit sehr dekorativer Trockenschädigung. Er ist permanent dem Wind ausgesetzt, die Außenhaut verhärtet, bildet ein Korsett, der Pilz kann sich nicht wie gewohnt srtecken und es entstehen Riße auf der Huthaut.

Ein Breitblättriger Großrübling (Megacollybia platyphylla) mit sehr dekorativer Trockenschädigung. Er ist permanent dem Wind des Waldrandes ausgesetzt, die Außenhaut verhärtet und bildet ein Korsett. Der Pilz kann sich nicht wie gewohnt strecken und es entstehen Riße und Spalten.

Und das ist der Waldrand dazu. Ein ideales Gebiet für Steinpilz und Co., aber heute war diesbezüglich nichts zu machen bis auf ein mumifiziertes Exemplar vom letzten Schub.

Und das ist der Waldrand dazu. Ein ideales Gebiet für Steinpilz und Co., aber heute war diesbezüglich nichts zu machen, bis auf ein mumifiziertes Exemplar vom letzten Schub.

Zum Schluß noch ein schöner Farbtupfen auf einem alten Eichen - Stubben. Ein leuchtend orange gefärbter Schwefelporling (Laetiporus sulphureus) der aber schon sehr verhärtet war und daher als Speisepilz nicht mehr zu verwenden war.

Zum Schluß noch ein schöner Farbtupfen auf einem alten Eichen - Stubben. Ein leuchtend orange gefärbter Schwefelporling (Laetiporus sulphureus), der aber schon sehr verhärtet und daher als Speisepilz nicht mehr zu verwenden war.

Unser Erinnerungsfoto im Eichholz am 25. Juni 2016.

Unser Erinnerungsfoto im Eichholz am 25. Juni 2016.

Wann findet die nächste Pilzwanderung statt? – Siehe unter Termine!