Ritzerau 2017

08. Oktober 2017 – Pilzwanderung des BUND

Pilzwanderung im Lübschen Forst Ritzerau

BUND – Pilztag im Forst Ritzerau.

Organisiert wurde diese seit vielen Jahren traditionelle Veranstaltung von der Kreisgruppe des BUND im  Herzogtum Lauenburg. Nach der Begrüßung und einigen einführenden Worten starteten wir von hier aus in mehreren Gruppen unter Leitung von Pilzexperten aus Schleswig – Holstein und vom Steinpilz – Wismar zu zweieinhalbstündigen Exkursionen durch das interessante Waldgebiet. Gegen 13.00 Uhr fanden sich alle wieder am Forsthof ein und legten ihre gesammelten Werke nochmals den Fachleuten vor. Inzwischen hatte der Koch bereits seine große Bratpfanne angeheizt und eingekaufte Edelpilze warteten darauf mit von uns gefundenen, essbaren Waldpilzen, zu einer herzhaften Pilzpfanne verarbeitet zu werden, die dann käuflich erworben werden konnte. Es wurde also neben reichlich wissenswertem aus dem Reich der Großpilze auch für das leibliche Wohl gesorgt.

In diesem Zusammenhang noch ein Erinnerungsfoto von Harry Käding der diese Veranstaltung Jahrelang mit betreut hatte und leider vor wenigen Jahren verstorben ist. Du bist nicht vergessen!

In diesem Zusammenhang noch ein Erinnerungsfoto von Pilzberater Harry Käding, der diese Veranstaltung jahrelang mit betreut hat und leider vor einiger Zeit verstorben ist. Seine humorvolle Art Pilzwissen unter die Leute zu bringen war einmalig! Lieber Harry, du bist nicht vergessen!

Hier einige Impressionen von heute

Aufbruch bei strahlendem Sonnenschein zur Pilzwanderung.

Die ersten Pilze ließen nicht lange auf sich warten. Dieser Langstielige Knoblauch – Schwindling (Marasmius alliaceus) zählte zu den beliebtesten Sammlerobjekten im Lübschen Forst Ritzerau.

Hallimasch gab es in großen Mengen. Hier ist es ein junger Fruchtkörper des Gelbschuppigen Hallimasch (Armillaria lutea). Herzhafter Speisepilz, der aber roh giftig ist!

Was ist denn das? – Ein Erdstern?

Nein, ein Ritterling. Eigenartiger weise platzte die Huthaut des rechten Fruchtkörpers sternförmig auf. Es handelt sich um essbare Gilbende Erdritterlinge (Tricholoma argyraceum).

Diesen stattliche Täubling, mit seinen satt gelben Lamellen, hätte man leicht für einen essbaren Leder – Täubling halten können. Eine Kostprobe der Lamellen belehrte uns eines besseren. Es handelt sich um den Scharfen Honig – Täubling (Russula veternosa).

An Holzresten finden wir die häufige Steife Koralle (Ramaria stricta). Sie ist geringwertig.

Der Buchen – Klumpfuß (Cortinarius amoenolens) ist eine stattliche Charakterart basenreicher Buchenwälder. Ungenießbar.

Die Herbst – Lorchel (Helvella crispa) säumt um diese Jahreszeit viele Waldwege in Laubwäldern. Sie kann gegessen werden, ist aber gut zu erhitzen.

Wegen der starken Regenfälle der letzten Tage ist von der sattgelben Färbung des Goldgelben Zitterlings (Tremella mesenterica) nicht mehr viel übrig geblieben.

Ein Massenpilz dieser herbstlichen Wochen ist an Laub- und Nadelholzstümpfen der giftige Grünblättrige Schwefelkopf (Hypholoma fasciculare).

Das Grüngelbe Gallertkäppchen (Leotia lubrica) ist ein gelatinöser Geselle, der oft in größeren Trupps an kurzmoosigen Stellen und Böschungen wächst. Als Speisepilz ist er kaum zu gebrauchen.

Graukappen (Clitocybe nebularis) im Herbstlaub. Ein umstrittener Speisepilz.

Typische Hutoberfläche des Spitzschuppigen Schirmpilzes (Lepiota aspera). Der recht große Schirmling ist ungenießbar.

Auch frische Herbsttrompeten (Craterellus cornucopioides) waren im Angebot.

Hallimasch (Armillaria spec.), links, und sein minderwertigerer Doppelgänger, der Sparrige Schüppling (Pholiota squarrosa).

Das ist doch ein schöner Anblick. Maronen – Röhrlinge, Hallimasch und Herbsttrompeten ergeben eine wirklich leckere Pilzpfanne!

Gegen 13.00 Uhr fanden sich alle Pilzsucher wieder an der alten Köhler – Hütte ein und breiteten ihre Funde auf dem dafür vorgesehenen Sortiertisch aus.

Alle Speisepilze, die der Pilzpfanne beigefügt werden sollen, werden nach Zugehörigkeit sortiert, nochmals vom Fachmann begutachtet und im Anschluß gesäubert und kleingschnitten.

Inzwischen hat sich bereits am Imbissstand eine Schlange gebildet, denn die frische Waldluft hat sich mit herzhaften Bratenduft angereichert und macht Appetit.

Unterdessen bietet Irena Herbsttrompeten, Trompeten – Pfifferlinge, Stockschwämmchen und junge Hallimasch portionsweise zum kleinen Preis zum mitnehmen an.

Auch der Pilz des Jahres 2017, das Judasohr (Hirneola auricula – judae) war mit dabei.

In gemütlicher Runde klang der Tag am Nachmittag gesellig und gesättigt aus.

  • Anmeldungen zu einer Neuauflage dieser Veranstaltung können beim BUND im Kreis Herzogtum Lauenburg erfolgen. Sie findet voraussichtlich am Sonntag, dem 23. September 2018, statt.