Tagebuch Juni 2010

Wetter und Pilzwachstum im Juni 2010

Wetter und Pilze im Juni 2010

01. Juni – Stark bewölkter, windiger, regnerischer und kühler Tag zum metereologischen Sommerbeginn. Aber das Wetter soll sich in den nächsten Tagen tatsächlich in Richtung Sommer entwickeln. Von Westen naht ein Hochdruckgebiet mit warmer Sommerluft im Gefolge. Im weiteren Verlauf soll schwülwarme Gewitterluft wetterbestimmend werden. Das dürfte dann auch die wärmeliebenden Pilzarten stärker zur Fruktifikation anregen.

Auch die Körnchen - Röhrlinge (suillus granulatus) mögen anscheinend die sommerliche Wärme. Sie wachsen an ihren angstammten Plätzen trotz reichlich Feuchtigkeit nur sehr verhalten. Standortfoto am 01. Juni 2010 in der Kiefernaufforstung bei Jesendorf.

Auch die Körnchen - Röhrlinge (Suillus granulatus) mögen anscheinend die sommerliche Wärme. Sie wachsen an ihren angestammten Plätzen, trotz reichlich Feuchtigkeit, nur sehr verhalten. Standortfoto am 01. Juni 2010 in der Kiefernaufforstung bei Jesendorf.

02. Juni – Heute war Mittwoch und damit mein Exkursionstag. Ich habe zunächst in einer wismarer Parkanlage einige Kilogramm Schwefelporlinge geerntet. Anschließend fuhr ich in verschiedene Wälder zwischen Wismar und Blankenberg. Hier habe ich hauptsächlich in Buchenwäldern nach Flockenstieligen Hexen – Röhrlingen Ausschau gehalten. Sie wachsen zur Zeit recht gut und die Suche hatte auch Erfolg. Insgesamt etwa 10 Stück fand ich an unterschiedlichen Stellen. Nicht berauschend, aber bei der kühlen Witterung immerhin beachtlich. Des weiteren Waldfreund Rüblinge, Breitblättrige Rüblinge, Zweisporige Champignons, verschiedene Rißpilze, Maipilze und sehr schöne Blasse Pflaumen – Rötlinge an einer mir bekannten Stelle unter Schlehen. Auch einige, wenige Butterpilze und etwas verspätet in diesem Jahr, die ersten beiden Sommersteinpilze der Saison. Das Wetter war heute sonnig und kühl mit einem ziemlich strammen, nördlichen Wind – nicht gerade pilzfreundlich!

Der Blasse Pflaumen - Rötling (Entoloma sepium) ist etwas seltener als der sehr ähnliche, dunkler grau gefärbte Schild - Rötling.

Der Blasse Pflaumen - Rötling (Entoloma sepium) ist etwas seltener als der sehr ähnliche, dunkler grau gefärbte Schild - Rötling. Beide sind an Rosengewächse gebunden und wachsen besonders unter Schlehen und Pflaumen Bäumen. Daher auch oft in Gärten. Sie sind gute Speisepilze, aber Vorsicht, es gibt auch giftige Rötlinge! Standortfoto am 02. Juni 2010 bei Neukloster.

03. Juni – Ein vollkommen wolkenloser Junitag mit strahlendem Sonnenschein vom tiefblauem Himmel. Am Vormittag wehte noch ein recht kalter Nordwind von der Ostsee her. Aber die starke Juni – Sonne erwärmte die Luft am Nachmittag auf angenehme Werte um 20 Grad. Bis Sonntag bleibt es noch bei diesem echten Strandwetter, auch wenn ein Bad in der Ostsee immer noch eher etwas für abgehärtete ist. Zum Beginn der nächste Woche soll die Luft deutlich feuchter werden, bei weiterhin sommerlicher Wärme. Bei dann zunehmender Schwüle wird es voraussichtlich gewittrig. Wollen wir hoffen, dass es auch so kommt. Dem Pilzwachstum wäre es zumindest sehr förderlich.

Auch Lacktrichterlinge wachsen schon. Diese habe habe ich am 02. Juni 2010 in einer wismarer Parkanlage fotografiert.

Auch Lacktrichterlinge wachsen schon. Diese habe habe ich am 02. Juni 2010 in einer wismarer Parkanlage fotografiert. Es könnte sich um den Fleischrötlichen Bläuling (Laccaria laccata) handeln. Essbar

04. Juni – Nach kühlem und stark bewölkten Start schaffte es die intensive Juni – Sonne, die Wolken rasch auf zu lösen. Danach strahlte sie wieder in sehr klarer und trockener Luft vom Himmel und erwärmte diese zum Nachmittag auf angenehme Werte. Der lebhafte Wind der letzten Tage ist auch abgeflaut. Es hat den Anschein, dass sich der Sommer jetzt tatsächlich für längere Zeit durchsetzen kann. Dabei wird es ab Montag schwülmarm mit Gewittern. Zum 2. Juni – Wochenende halten die Metereologen sogar die erste Hitzwelle des Sommers für möglich. Es soll dann schwülheiß werden. Heftige Gewitter werden wohl die Folge sein. Den Röhrlingsfreunden dürfte diese Entwicklung Musik in den Ohren sein! Wir haben zwar zur Zeit immer noch den ersten, sehr verhaltenen Wachstumsschub bei den Röhrlingen, aber sie tun sich schwer, bei der bis dato kühlen Witterung. Ich schaute heute kurz an einigen Röhrlingsstellen nach. Vier Körnchen – Röhrlinge, ein Butterpilz, zwei Flockenstielige Hexen – Röhrlinge und einen Sommersteinpilz habe ich gefunden.

05. Juni – Am heutigen Sonnabend fuhr ich nach Rehna. Der Vorsitzende des dortigen Pilzvereins, Torsten Richter, ludt zu einer Kartierungsexkursion in den Lankower Wald ein. In mehren Gruppen durchstreiften wir das Gebiet um eine Bestandsaufnahme des gegenwärtigen Pilzwachstums zu machen. Was nicht vor Ort bestimmt werden konnte, wurde separat in eigens dafür mitgenommenen Dosen verstaut, um es später anhand von Fachliteratur und Mikroskop bestimmen zu können. Das Pilzaufkommen war für Anfang Juni recht vielseitig. Siehe auch unter „Tag der Artenvielfalt in Rehna“. Das Wetter war morgens verbreitet noch nebligtrübe mit entsprechend kühlen Temperaturen. Spätestens am Mittag strahlte die Sonne aber vom blauen Himmel und erwärmte die Luft rasch auf frühsommerliches Niveau.

Zu den Höhepunkten unserer Kartierungsaktion zählten diese seltenen Rippenstieligen Lorcheln (Helvella solitaria).

Zu den Höhepunkten unserer Kartierungsaktion zählten diese seltenen Rippenstieligen Lorcheln (Helvella solitaria). Sie wachsen an Waldwegen auf feuchter Erde oder modrigem Holz. Kein Speisepilz. Foto am 05. Juni 2010.

06. Juni – Heute Mittag stattete ich der Parkanlage am Seeblick in Wismar einen kurzen Besuch ab. Sie ist fast immer eine sichere Bank für die vielfältigsten Pilze. Heute war allerdings kaum etwas los. Nur einige Frühlings – Ackerlinge, Waldfreund Rüblinge, Fleischrote Lacktrichterlinge, Karbol – Champignons so wie jeweils einen Maipilz und einen Kahlen Krempling konnte ich finden. Viele Arten, die zu dieser Zeit hier wachsen, sind wärmeliebend. Und gerade daran hat es in diesem Frühjahr gemangelt. Den klassischen Frühlingspilzen hat die feuchtkühle Witterung sehr zugesagt. Jetzt brauchen wir aber feuchte Wärme. Und die bekommen wir  auch. Nachdem es heute nochmals sehr sonnig bei trockener Wärme war, greift zur Zeit (22.30 Uhr) gerade ein Gewittertief mit kräftigen Regengüssen auf Mecklenburg über. Es leitet einen schwülwarmen Witterungsabschnitt ein, der bis mindestens nächstes Wochende andauern soll. Neben sonnigen Abschnitten, sind auch bei hoher schwüle immer wieder kräftige Gewitterschauer möglich. Ich Denke, dass sollte die Sommerpilze bis spätestens Ende des Monats in Fahrt bringen.

Typisch zwischen Frühlings- und Sommeraspekt sind die Frühlings - Ackerlinge (Agrocybe praecox). Diese essbaren Pilze wachsen besonders auf Holzschredder sehr üppig, so auch diese Kolektion, die ich heute im Seeblickpark am Standort fotografierte. 06. Juni 2010.

Typisch für die Zeit zwischen Frühjahr und Sommer sind die Frühlings - Ackerlinge (Agrocybe praecox). Diese essbaren Pilze wachsen besonders auf Holzschredder sehr üppig, so auch diese Kollektion, die ich heute im Seeblickpark am Standort fotografierte. 06. Juni 2010.

07. Juni – Gewittertief „Cordula“ hat uns heute Nacht und tagsüber mit reichlich Regen versorgt. Verbreitet sind zwischen 10 und 20 Liter auf den Quadratmeter gefallen. Von Wismar aus westlich bis in den Südosten Schleswig – Holsteins waren es sogar noch etwas mehr. Weitere Gewitterstörungen werden in schwülwarmer Luft im laufe dieser Woche wohl noch einiges an Niederschlag produzieren. Sollte sich der feuchte Trend in den nächsten Wochen behaupten, könnten wir möglicherweise schon im Juli mit dem Beginn der diesjährigen Hochsaison rechnen. Viele Arten haben nähmlich auf Grund der ungünstigen Witterung des Vorjahres und teils sogar darüber hinaus, enormen Nachholebedarf. Warten wir`s ab und lassen uns überaschen!

Und noch ein Nachtrag vom Geo - Tag der Artenvielfalt in Rehna. Mehr durch Zufall wurden dabei

Und noch ein Nachtrag zum "Geo - Tag der Artenvielfalt" in Rehna am 05. Juni. Mehr durch Zufall wurden auf unserer Kartierungsexkursion diese Trüffeln gefunden. Torsten Richter konnte sie Bestimmen. Es handelt sich um eine Schwanztrüffel (Hysterangium separabile). Sie hat aber nur wenig gemein mit den begehrten Edel - Trüffeln im Mittelmeerraum, aber ein Toller Fund für unsere Artenliste. Foto am 05. Juni 2010.

08. Juni – Bei wolkigem Himmel und leichter Schwüle gab es am Nachmittag örtlich schwache Schauer. Im laufe der Nacht soll von Südwesten Regen aufziehen. Die Niederschlagsprognose für morgen liegt bei 5 – 10 Liter. Ich habe heute ganz kurz in der Kiefernaufforstung bei Jesendorf halt gemacht, um die Lage zu Peilen. Es gab kaum frische Pilze. Nur einen Butterpilz und ganz wenige Fälblinge und Rißpilze. Noch vor zwei Wochen waren die erwähnten Blätterpilze stellenweise fast als Bodendecker hier in Erscheinung getreten. Pilzfreundin Angelika Boniakowski hat die ersten Pfifferlinge gefunden, aber nur eine Handvoll. Peter Kofahl hat auf seiner heutigen Stadtexkursion eine ganze Menge Champignons gesammelt. Hauptsächlich Stadt – Champignons, aber auch prächtige Weiße Anis – Champignons und einige Zweisporige- so wie Kompost – Egerlinge.

Auch diese Laubholz - Stinkschwindlinge ( Micromphale foedidum) brachte Peter Kofahl heute von einem Laubhaufen auf dem wismarer Friedhof mit

Auch diese Laubholz - Stinkschwindlinge (Micromphale foetidum) brachte er heute von einem Laubhaufen des wismarer Friedhofs mit. Die Pilze riechen sehr unangenehm nach faulendem Kohl. Es ist der erste Nachweis dieser Art für das wismarer Stadtgebiet. Foto am 08. Juni 2010.

09. Juni – Freundlicher und schwülwarmer Sommertag. Jetzt am Abend (19.45 Uhr) greift gerade ein größerer Gewitter – Cluster auf Westmecklenburg über. Besonders im südwestmecklenburger Gebiet gelten aktuell die höchsten Unwetterwarnstufen für Schwergewitter, insbesondere auch für Hagel. In der zweiten Nachthälfte und morgen können von Südwesten weitere, teils unwetterträchtige Gewitter durchziehen! Auf meiner heutigen Pilztour habe ich nicht besonders viele Frischpilze in den Wäldern gesehen. Allerdings einige sehr schöne Flockenstielige Hexen – Röhrlinge, einen prächtigen Weißen Anis – Champignon, Verblassende Täublinge, einen Papagei – Täubling und verschiedene Kleinarten konnte ich finden. In den Parkanlagen gibt es teils reichlich Champignons, aber Vorsicht, auch giftige Karbol – Egerlinge!

Diese schönen Flockenstieligen Hexen - Röhrlinge (Boletus luridiformis) fand ich auf meiner heutigen Pilztour im Naturpark Sternberger Seenland. Dieser ausgezeichnete Speisepilz hat auch den Namen "Donnerpilz" bkommen, da er oft nach sommerlichen Gewittergüssen auftaucht. Standortfoto am 09. Juni 2010.

Diese schönen Flockenstieligen Hexen - Röhrlinge (Boletus luridiformis) fand ich auf meiner heutigen Pilztour im Naturpark Sternberger Seenland. Dieser ausgezeichnete Speisepilz hat auch den volkstümlichen Namen "Donnerpilz" bekommen, da er oft nach sommerlichen Gewittergüssen auftaucht. Am Standort fotografiert am 09. Juni 2010.

10. Juni – Nach dem der starke Gewitteregen zwischen 20.00 und 21.00 Uhr am gestrigen Abend durchgezogen war, beruhigte sich das Wetter rasch und in der feuchten Luft bildete sich Dunst. Heute Morgen zogen dann  Gewitterreste aus der Nacht heraus auf und regneten sich bei uns ab. Danach blieb es weitgehend trocken bei weiterhin hoher Luftfeuchtigkeit. In der Pilzberatung wurden heute mehrmals Champignons vorgelegt. Besonders der giftige Karbol – Egerling verleitet zur Zeit an vielfältigen Stellen im Stadtgebiet zum einsammeln. So mancher wird allerdings skeptisch und geht lieber zur Pilzberatung. Andere sind sich sicher, die tollsten Champignons gefunden zu haben und Verspeisen diese vermeintlich guten Speisepilze. Unangenehme Magen/Darmstörungen werden die Folge sein!

Heute morgen gegen 07.00 Uhr zog es sich nach nächtlichen Auflockerungen, wieder zu und find an zu regenen. Es handelt sich um die Reste nächtlicher Gewitter. Der Dunst berät die extrem hohe Luftfeuchtigkeit. Ideales Pilzwetter! 10. Juni 2010

Heute morgen gegen 07.00 Uhr zog es sich nach nächtlichen Auflockerungen wieder zu und es fing an zu regnen. Es handelt sich um die Reste nächtlicher Gewitter. Der Dunst ist Beleg für die extrem hohe Luftfeuchtigkeit dieser Tage - ideales Pilzwetter! 10. Juni 2010

11. Juni – Noch gestern Abend breitete sich wieder dichter Nebel aus. Dieser hielt sich in unterschiedlich starker Intensität bis zum Morgen. Dann zogen praktisch die neuerlichen Gewitter von Süden her direkt in den Nebel hinein. Diese waren gebietsweise recht stark mit örtlich schweren Sturmböen und starken Regenfällen. Nach dem die Gewitterzone abgezogen war, lockerte die Bewölkung auf und die Sonne ließ sich zeitweise blicken. Es wurde drückend schwül. Bald schoßen wieder mächtige Wolkentürme in die Höhe und neuerliche, teils heftigste Regengüsse samt Blitz und Donner waren die Folge. Dieses Donnerwetter ging bis zum Abend weiter, bevor sich im späteren Verlauf etwas kühlere Luft bemerkbar machte. Sie leitet einen deutlich kühleren und trockeneren Witterungsabschnitt ein. Zwischen den Gewitterschauern nutzte ich kurz die Gelegenheit und fuhr in ein Buchenwald – Areal, wo um diese Zeit eigentlich schon mit nennenswerten Pfifferlingserträgen zu rechnen wäre, aber Fehlanzeige. Nicht einmal der kleinste Ansatz. Auch ihnen wird es wohl im Vorfeld noch zu kühl gewesen sein, obgleich unsere Pilzfreunde Angelika Boniakowski und Andreas Herchenbach in punkto Pfifferlinge schon Erfolg hatten und sogar schon eine kleine Mahlzeit dabei heraus sprang.

Ein Blick nach Südwesten verät aber schon wieder neues Ungemach. Es ist die nächste Gewitterfront, sie leitet einen Luftmassenwechsel zu kühlerer und stabilerer Luft ein. Gegen 19.15 Uhr ebenfalls von der Seebrücke aus fotografiert.

Ein Blick nach Westen, von der Wendorfer Seebrücke aus, kündigt die letzte Gewitterfront des Tages an. Sie leitet einen Luftmassenwechsel zu kühlerer und stabilerer Luft ein. Am 11. Juni 2010 gegen 19.15 Uhr fotografiert.

12. Juni – Der Luftmassenwechsel ist vollzogen. Statt drückender Schwüle, herbstliche Kühle. Bei wechselnder Bewölkung gab es noch einige Schauer, aber längst nicht mehr von der Heftigkeit der Vortage. Einer davon erwischte uns auch auf der heutigen Pilzwanderung durch die Questiner Tannen bei Neubukow. Zahlreiche Pilzfreunde hatten sich dazu um 08.00 Uhr auf dem Wismarer Busbahnhof eingefunden. Trotz der feuchten Vorwitterung gab es aber kaum attraktive Speisepilze zum Kennenlernen. Siehe auch unter „Wandern und Geburtstag feiern“.

13. Juni – Bewölkter, windiger und kühler Juni – Tag. An diesem Wochende fanden in der Hansestadt Wismar wieder die traditionellen Hafentage statt. Von Freitag, den 11. bis Sonntag, den 13. Juni gab es am alten Hafen, neben zahlreichen Buden, Imbisständen und Karussell ´s, auch jede Menge maritimer Veranstaltungen. Das zog natürlich mehr Menschen als an normalen Wochenenden nach Wismar. Wir hatten dazu auch wieder unsere Pilzausstellung mit Imbiss im Programm. Es gab unsere beliebte Waldpilzsuppe, dieses mal hauptsächlich mit Maipilzen und Austern – Seitlingen. Dazu frische Waffeln mit Kaffee oder Kräutertee. Honig vom Imker und Pilzwürze waren im Angebot. Für 1,00 Euro waren 99 Pilzarten des Frühsommers zu sehen.

14. Juni – Giftige Karbol – Champignons haben zur Zeit mal wieder Hochsaison. Sie treten mehrmals im Jahr in teils großen Trupps in Parkanlagen, Gärten, an Straßenrändern und in feuchteren Laubwäldern auf. Da die ansehnlich und appetitlich aussehenden Pilze nicht zu übersehen sind, erregen sie die Aufmerksamkeit vieler Menschen und werden immer wieder eingesammelt, in der Hoffnung auf eine schmackhafte Pilzmahlzeit. Diese Hoffnung mußte ich heute leider einem etwas älteren Ehepaar nehmen, die von ihrem Gartennachbar einen ganzen Eimer voller leckerer Champignons geschenkt bekommen hatten. Aber sie trauten dem Frieden nicht so ganz und wollten sich vorher doch lieber die Genießbarkeit von einem Fachmann bestätigen lassen. Zum Glück gibt es in Wismar ja noch eine Pilzberatungsstelle! Ich sah die Bescherung, dank meines geschulten Pilzblickes, natürlich sofort. Trotztdem nahm ich ein kleines Messer zur Hand und rieb an der Huthaut eines Pilzes. Augenblicklich trat die typisch chromgelbe Verfärbung ein und an dieser Stelle war auch ein eindeutiger Karbol – Geruch warnehmbar. Es waren alles giftige Karbol – Champignons! Eine unangenehme Nacht mit einem möglichen Krankenhaus – Aufenthalt blieb ihnen somit erspart und die 2,00 Euro, die eine Pilzberatung im „Steinpilz“ kostet, waren bestimmt nicht um sonst investiert.

Die giftigen Karbol - Champignons (Agaricus xanthodermus) treten sehr häufig in großen trupps, wenn ach nicht immer büschelig so wie hier auf. Reibt man den Hut oder die Stielbasis verfärbt sich diese meist sofort intensiv gelb. Besonders an dieser Drucksztelle kann dann auch der typische Geruch nach Karbol wahrgenommen werden. Standortfoto am 16. Juni 2010 in der Parkanlage am Seeblick.

Die giftigen Karbol - Champignons (Agaricus xanthodermus) treten sehr häufig in großen Trupps, wenn auch nicht immer büschelig so wie hier, auf. Reibt man den Hut oder die Stielbasis, so verfärbt sich diese meist sofort intensiv gelb. Besonders hier kann dann auch der typische Geruch nach Karbol wahrgenommen werden. Standortfoto am 16. Juni 2010 in der Parkanlage am Seeblick.

15. Juni – Wolken und Sonne im Wechsel bei recht kühlen Temperaturen, so zeigte sich der heutige Dienstag. Vereinsfreund Peter Kofahl unternahm heute wieder eine ausgiebige Stadtexkursion. Sein recht großer Korb war halb gefüllt mit Stadt – Champignons, Netzstieligen Hexen – Röhrlingen, Ziegelroten Rißpilzen, Rissigen Ackerlingen, Gilbenden Erdritterlingen, Kegeligen Saftlingen und einigen anderen Arten. Auch der erste Mehlpilz des Jahres war dabei. Gefunden unter Linden. Wächst er unter Buchen, Eichen oder Fichten, sind meistens Steinpilze in der nähe. Aber trotzdem, es ist ein Achtungszeichen für die Freunde des Echten Steinpilzes. Er wird möglicherweise in der nächsten Tagen auftauchen, auch wenn es nur zerstreute Einzelstücke sein sollten. Wir werden die Sache im Auge behalten. Leider habe ich dieser Tage wenig Zeit für ausgiebige Exkursionen, da ich mich mit bürokratischen Dingen befassen muss, damit der „Steinpilz-Wismar“, zumindest bis zum Jahresende, noch erhalten werden kann.

16. Juni – Ein sonniger, wolkenloser Frühsommertag. Die Sonne strahlte von morgens bis abends vom tiefblauen Himmel und erwärmte die trockene und kühle Luft kräftig. Ein wahrhafter Wohlfühltag! Schöner kann Juni wohl kaum sein. Heute morgen stattete ich der Parkanlage am Seeblick in Wismar einen kurzen Besuch ab. Es tut sich nach wie vor, trotz ausreichender Bodenfeuchtigkeit, herzlich wenig. Nur Karbol – Champignons wachsen weiterhin recht gut. Außerdem ein schöner Flockenstieliger Hexen – Röhrling, einige Kahle Kremplinge, Süßliche Milchlinge und Waldfreund – Rüblinge. Wir haben heute zusätzlich vor dem „Steinpilz“ einige Waffeln gebacken und werden das jetzt wohl auch öfter tun müssen, im Wechsel mit Pilzgerichten, denn die finanzielle Situation ist zur Zeit derart angespant, wie seit langem nicht mehr.

17. Juni – Wieder ein heiterer Frühsommertag. Die derzeit recht trockene Luft, zeitweise ein recht lebhafter Wind und die starke Sonneneinstrahlung haben oberflächlich schon wieder recht trockene Verhältnisse geschaffen. Aber im Boden ist natürlich noch reichlich Feuchtigkeit vorhanden, um unsere Pilze sprießen zu lassen, nur sie wollen zur Zeit nicht so richtig! Den Sommerpilzen fehlt anscheinend immer noch die richtige Temperatur, und in punkto Wärme ist zunächst auch nichts weiter in Sicht. Ganz im Gegenteil! Am Sonnabend überquert uns von Norden her eine neue Kaltfront mit der „Schafskälte“ im Gepäck. Diese Luftmasse, mit Ursprung am Nordmeer, wird sich über ganz Deutschland ausbreiten und uns alle frösteln lassen. Das einzig positive an dieser Entwicklung ist, dass in diesem Zusammenhang sehr labile Höhenkaltluft einfießt und besonders am Sonnabend recht verbreitet kräftige Schauer und Gewitter über Norddeutschland entstehen lassen dürfte. Diese werden dann hoffentlich auch die oberflächliche Trockenheit beenden. Im übrigen haben wir gerade zunehmenden Mond. Falls die Anhänger der Mondphasen – Theorie recht haben sollten, dürfte in den nächsten Tagen mit einem stärkeren Pilzwachstum zu rechnen sein. Es gilt aber zu bedenken, wir haben erst Mitte Juni, da sollte man die Erwartungen wohl noch nicht all zu hoch schrauben. Lassen wir uns überaschen!

18. Juni – Mit zeitweise dichteren Wolkenfeldern und gegen Abend stark auffrischendem Wind, kündigte sich das kühlere Wetter an. Am Abend habe ich mit Sohn Jonas, auf seinen Wunsch hin, einen kleinen Spaziergang in der Wismarer Parkanlage am Seeblick und zugehörigem Wäldchen unternommen, natürlich mit dem Ziel, einige Pilze für unsere Ausstellung zu Sammeln. Leider wurden gerade die pilzreichsten Parkflächen kurz vorher mit dem Rasenmäher bearbeitet. Schade, da brauchen wir nicht mehr zu Schauen. Das dauert jetzt erst 2 – 3 Tage, bis es wieder Sinn macht, hier nach Pilzen zu Suchen. Aber an den Wegrändern und in den Gebüschen wurden wir doch noch fündig und konnten unsere Sammelgefäße mit Weißen Anis-, Karbol- und Stadt – Champignons füllen.

19. Juni – Stark bewölkter und kühler Junitag, mit zahlreichen, aber leider nur schwachen Schauern. Da Irena an diesem und dem kommenden Wochenende, auf Grund der hohen Nachfrage, einen Lehrgang zum Erwerb des Fischereischeins auf Lebenszeit im mecklenburgischen Banzkow durchführt, habe ich die ehrenvolle Aufgabe, unseren gemeinsammen Sohn Jonas zu Betreuen. Sonnabend –  Nachmittags habe ich immer von 16.00 – 18.00 Uhr die Pilzberatung im „Steinpilz“ geöffnet. Auf dem Wege dorthin fand Jonas am Straßenrand unter einer Linde zwei Netzstielige Hexen – Röhrlinge. Einer von ihnen war von Unbekannten schon in seine Einzelteile zerlegt worden, der andere aber war unversehrt und wird unsere Pilzausstellung bereichern.

20. Juni – Heute Vormittag holte Pilzfreund Thomas Harm meinen Sohn  und mich zu einer kleinen Pilztour ab. Wir fuhren in die sandigen Wälder zwischen Grevesmühlen und Börzow. Die starken Gewittergüsse und die schwülwarmen Temperaturen der Vorwoche zeigten Wirkung. Es gab zwar nicht übermässig viele Pilze, aber immerhin wieder einige Birkenpilze, Täublinge und Wulstlinge. Auch fleckenweise junge Pfifferlinge sieht man inzwischen schon etwas häufiger. Danach fuhren wir noch kurz in den Staatsforst Rehna. Vorwiegend Buchenwälder auf gehaltvolleren Böden. Nach einer halben Stunde Mückenplage und einem halb vertrockneten Breitblättrigen Rübling, brachen wir hier ab und fuhren Heim. Diese Artenreichen „Edelwälder“ brauchen in der Regel etwas länger, bis sie in gange kommen und es muss dafür auch unbedingt wärmer werden. – Bei starker Quellbewölkung entwickelten sich auch heute wieder verbreitet Schauer, die im allgemeinen etwas kräftiger waren als gestern, aber dennoch nur vereinzelt stärkere Regengüsse brachten.

Jonas freut sich über diesen jungen Birkenpilz. 20. Juni 2010 im Wald bei Grevesmühlen.

Jonas freut sich über diesen jungen Birkenpilz. 20. Juni 2010 im Wald bei Grevesmühlen.

21. Juni – Wir erleben zur Zeit den zweiten, aber recht schwachen Röhrlingsschub der Saison. Ich fuhr gestern Abend noch durch einige Wälder zur Info – Tour. An unseren Kiefernstandorten auf Kiesböden gibt es wieder Körnchen – Röhrlinge, aber nur sehr verhalten. Unter Birken einige Birkenpilze. Unter Eichen und Buchen sind Sommersteinpilze zu finden. Besonders an sandigen Stellen wachsen Papagei – Täublinge, Narzißengelbe Wustlinge, stark giftige Pantherpilze und essbare Perlpilze. Nach wie vor gibt es reichlich Champignons. An kalkbeeinflußten Stellen, in Parks und Laubwäldern, tritt der schwer giftige Ziegelrote Rißpilz auf. – Das Wetter zeigte sich heute morgen hochnebelartig bewökt, aber bald löste die stärkste Sonneneinstrahlung des Jahres diese feuchte Suppe auf und es gab bei uns an der Küste strahlenden Sonnenschein bei recht kühlen Temperaturen.

Der Sommersteinpilz (Boletus reticulatus) wächst in mehreren Schüben von Mai - September, selten noch im Oktober unter Eichen und Buchen. Er liebt heiße und trockene Jahre, wo er dann nach einer längeren trockenheißen witterungsphase nach staren Regenfällen 10 - 14 Tage später in Massen auftritt. So auch im letzten Sommer Ende Juli/ Anfang August. Standortfoto am 20. Juni 2010 im Naturpark Sternberger Seenland.

Der Sommersteinpilz (Boletus reticulatus) wächst in mehreren Schüben von Mai - September, selten noch im Oktober, unter Eichen und Buchen. Dieser gute Speisepilz liebt heiße und trockene Sommer, wo er dann, nach einer längeren, trockenheißen Witterungsphase, 10 - 14 Tage nach ergiebigen Regenfällen in Massen auftreten kann. So auch im letzten Sommer Ende Juli/ Anfang August. Standortfoto am 20. Juni 2010 im Naturpark Sternberger Seenland.

22. Juni – Ein sehr freundlicher und trockener Tag mit lockeren Quell-, und jetzt zum Abend auch Schleierwolken. Die Luft ist zwar für sommerliche Verhältnisse immer noch etwas unterkühlt, aber das soll sich in den nächsten Tagen allmählich ändern. Es geht schrittweise Bergauf. Bergab geht es mit dem Feuchtegehalt der Böden. In den sandigen Gebieten, wo es jetzt zumindest ein wenig Pilze gibt, wird es im laufe der nächsten Woche wohl deutlich nachlassen. Auf den schweren Böden gibt es momentan kaum Pilze, diese haben aber bei zunehmend wärmeren Temperaturen durch aus noch Reserven für zwei bis drei Wochen. Sollte es in der nächsten Zeit nicht mehr nennenswert regnen, hier könnte noch der ein oder andere Pilz gefunden werden. Ich war heute Vormittag in der Parkanlage am Seeblick. Es war immer noch sehr bescheiden. Es wuchsen außer zahlreichen Karbol – Champignons nur einige, wenige Sommersteinpilze, Flockenstielige Hexen – Röhrlinge, Süßliche Milchlinge und jeweils ein schöner Kahler Krempling und ein Netzstieliger Hexen – Röhrling sowie ein Büschel Grünblättrige Schwefelköpfe.

Im Schatten einer Linde stand einsam und allein dieser schöne Netzstielige Hexen - Röhrling (Boletus luridus). Er ist gur erhitzt essbar, soll aber an Speisewert dem Flockenstieligen Hexen - Röhrling nachstehen. Standortfoto am 22. Juni 2010 in der Parkanlage am Seeblick.

Im Schatten einer Linde stand einsam und allein dieser schöne Netzstielige Hexen - Röhrling (Boletus luridus). Er ist gut erhitzt essbar, soll aber an Speisewert dem Flockenstieligen Hexen - Röhrling nachstehen. Standortfoto am 22. Juni 2010 in der Parkanlage am Seeblick.

23. Juni – Nach immer noch recht frischen Nächten erlebten wir heute wieder einen sehr freundlichen und warmen Sommertag mit sehr dekorativen Schönwetter – Quellwolken am blauen Himmel. Die Luft war sehr trocken und die Sonneneinstrahlung stark. – Am Vormittag war ich auf der Suche nach Ausstellungspilzen mit Sohn Jonas im Sternberger Seenland unterwegs. Das Gebiet ist bereits stark ausgetrocknet und es wird demnächst wohl kaum noch Sinn machen, hier nach Pilzen zu schauen. Wir fanden nur sehr wenig. Ganz vereinzelt einen Täubling, Perlpilz oder Sommersteinpilz. Am Nachmittag bin ich gezielt einige Sommersteinpilz – Stellen angefahren. Das war das Sinnvollste was ich heute machen konnte, denn es gibt zur Zeit einen leichten Wachstumsschub dieser beliebten Pilzart. Allerdings waren nicht alle Stellen besetzt. An sonnigen Standorten waren die Pilze kaum noch zu gebrauchen. Trockenschäden!. An schattigen Stellen fand ich noch sehr schöne Exemplare. Der Madenbefall hält sich in Grenzen, aber Schnecken und Mistkäfer setzen ihnen stark zu.

Da freut sich Jonas - endlich auch ein Pilz! Was mag das wohl für einer sein. Papa wird es sicher Wissen, dachte er. Es ist ein Grauer wulstling im Doppelpack. Den kann man sogar essen

Da freut sich Jonas - endlich auch ein Pilz! Er hat aus lauter Frust schon Hollunderblüten für die Mamma gesammelt. Was mag das wohl für einer sein. Papa wird es sicher Wissen, dachte er. " Es ist ein Grauer Wulstling im Doppelpack. Den kann man sogar essen, aber Vorsicht vor Pantherpilzen!". 23. Juni 2010.

24. Juni – Es wird spürbar wärmer. Heute haben wir sicher auch in Wismar die 25 Grad Marke geknackt. Ab dieser Tageshöchsttemperatur wird bei den Metereologen erst von einem Sommertag gesprochen. Und auf sommerlichem, teils hochsommerlichen Niveau geht es auch in den kommenden Tagen weiter. Dabei bleibt es meist trocken. Schwache gewittrige Störungen werden kaum nennenswerten Regen bringen, allenfalls eine vorübergehende, leichte Abkühlung. Aber im Grunde ist diese Entwicklung zunächst gar nicht verkehrt. Es kann ruhig noch 1 – 2 Wochen so weiter gehen, dann sollte es aber kräftig regnen. Die Sommerpilze brauchen unbedingt diese warme Phase, damit die Fruktifikation angeregt wird. Laut mittelfristiger – Prognose der Wetterkundler könnte es nach einer Steigerung der Hitze zum Monatswechsel, um den 03. Juli herum schwere, gewittrige Regenfälle geben. Das wäre dann Ideal! Dieser Trend ist aber naturgemäss noch sehr unsicher.

Drei junge Sommersteinpilz gestern fotografiert. Das miitlere Exemplar ist hier am Orginalstandort zu sehen. Hier hat die starke Junisonne deutliche Spuren hinterlassen. Die beiden ligenden Exemplare wuchsen nur wenige Meter entfernt im Schatten. 23. Juni 2010 im Revier Weiße Krug.

Diese drei jungen Sommersteinpilze (Boletus reticulatus) habe ich gestern fotografiert. Das mittlere Exemplar steht hier am Orginalstandort mit starker Sonneneinstrahlung, die deutlich ihre Spuren hinterlassen hat. Die beiden liegenden Pilze wuchsen nur wenige Meter entfernt im Schatten. Sie sehen völlig normal aus. 23. Juni 2010 im Revier Weiße Krug.

25. Juni – Ich war heute im Deichelseegebiet und im Sültener Forst unterwegs. Ich fand einige Sommersteinpilze, Flockenstielige Hexen – Röhrlinge und Birken – Rotkappen zum Trocknen. Die schönsten Exemplare sind allerdings der Ausstellung vorbehalten. So auch eine Espen – Rotkappe, wenige Birkenpilze, ein Gallen – Röhrling, Graue Wulstlinge, Perlpilze, Frauen – Täublinge und zwei Nordische Milchlinge. Das Wetter war zunächst recht wolkig und leicht schwül. Nach Durchgang einer schwachen Kaltfront, die ab dem südlichsten Mecklenburg beginnend, in Richtung Südosten zahlreiche Schauer und Gewitter auslöste, frischte der Wind am Nachmittag etwas auf und brachte eine kühlende Seebrise. In den nächsten Tagen geht es aber dennoch sommerlich bis hochsommerlich weiter. Zu Anfang Juli wird dann sogar mit extremer Hitze gerechnet, falls die Wettercomputer recht behalten. Bei bei einer solchen Lage sind dann starke Gewitter meist nicht fern!

26. Juni – Nach recht frischer Nacht gab es heute einen heiter bis wolkigen, sehr freundlichen Tag, mit moderaten und angenehmen Temperaturen. Heute war Pilzwanderung von Ventschow nach Hasenwinkel. Bei der fortschreitenden Trockenheit gab es kaum Pilze. Die wenigen, die wir fanden, waren aber jung und taufrisch. Insbesondere einige sehr schöne Perlpilze. Siehe auch unter „Von Ventschow bis Hasenwinkel“. Nachmittags fuhr Pilzfreund Thomas Harm nochmals in den Wald und hat sogar recht gut gefunden. Eine reichliche Mahlzeit war ihm beschieden, vor allem bestehend aus Perlpilzen und Scheidenstreiflingen, aber auch mit einer kleinen Espen – Rotkappe und dem ersten jungen und knackigen Echten Steinpilz der Saison.

27. Juni – Schönstes Sommerwetter mit angenehmen Temperaturen und wenigen Schönwetterwolken am blauen Himmel. Heute Nacht sollte nochmals die Wohnung durchgelüftet werden, denn ab morgen macht der Hochsommer auch bei uns ernst. Eine längere Hitzeperiode steht in Aussicht!. Bei unseren Pilzfreunden stand heute ein Vereinsausflug in die Rostocker Heide auf dem Programm. In diesem Zusammenhang besuchten wir auch das Pilz- und Naturerlebnissmuseum in Neuheide. Weitere Infos unter „In der Rostocker Heide“.

Nicht nur diese schönen Sommersteinpilze (Boletus reticulatus) wanderten in die Sammelbehältnisse sondern auch einige Perlpilze, Totfüßchen und die ersten Maronen - Röhrlinge der Saison. Standortfoto in der Rostocker Heide am 27. Juni 2010.

Nicht nur diese schönen Sommersteinpilze (Boletus reticulatus) wanderten in die Sammelbehältnisse, nein, auch einige Perlpilze, Rotfüßchen und die ersten Maronen - Röhrlinge der Saison wurden gefunden. Standortfoto in der Rostocker Heide am 27. Juni 2010.

28. Juni – Ein sehr warmer und trockener Sommertag. Pünktlich zu Beginn der Sommerferien in den ersten Bundesländern, kommt der Sommer voll auf Touren. Auch die Wassertemperaturen der Ostsee steigen in den nächsten Tagen deutlich an und laden zu einem erfrischenden Bad ein, denn ein Ende der Hitzewelle ist nicht in Sicht. Nur kurzzeitig können schwache Gewitterstörungen eine geringfügige Abkühlung bewirken, bevor sich die Hitze mit Juli – Beginn in das Extreme steigern soll, und zwar vielfach auch unmittelbar am Strand! Pilze zu suchen macht in den nächsten Tagen nur noch in schattigen Buchenwäldern auf schwereren Böden Sinn.  In den Gebieten mit leichten Sandböden und deren Kiefernregionen ist jetzt alles zu spät. Letzte, eventuell vorhande Pilze, werden schon am Standort gegart und außerdem besteht hier schon eine sehr hohe Waldbrandgefahr.

29. Juni – Ich habe heute Vormittag kurz an einigen Sommersteinpilz – Stellen nachgeschaut, an den ich am 24. Juni einige schöne Exemplare fand. Es waren wieder welche Nachgewachsen, die aber größtenteils bereits überständig waren. Bei diesen Temperaturen entwickeln sie sich sehr schnell und sind nach wenigen Tagen schon wieder am vergehen. Gegen Abend haben sich über Westmecklenburg verbreitet Gewitter gebildet, die aber nur örtlich einen kräftigen Regenguss hinterließen.

30. Juni – Nach der gestrigen Hitze und den Gewittern am Abend, hatte es sich heute merklich abgekühlt. Ein kurzes Durchatmen, denn in den nächsten Tagen wird es rekordverdächtig heiß! – Der Juni ist der Übergangsmonat von den Frühlings- zu den Sommerpilzen. Anfangs dominierten noch die Arten des Frühlings, zur Mitte und besonders gegen Ende des Monats legten dann, mit Unterstützung einer schwülwarmen Wetterphase um den 10. herum mit starkem Gewitteregen, die Sommerarten schon deutlich zu. Insbesondere Röhrlinge wurden zahlreicher. Zunächst wieder einige Körnchen – Röhrlinge, Birkenpilze und Rotkappen, dann zunehmend auch Sommersteinpilze.

Heute besuchte ich einen unsere "Edel - Wälder" auf besseren Böden. Hier gab es Pilze! Und die waren größtenteils sogar recht frisch. Auch recht viele Sommersteinpilze, die meisten waren aber überständig. Im vergangenen Jahr gab es in diesen Buchenwäldern auf schwerem Untergrund kaum Pilze. 30. Juni 2010.

Heute besuchte ich einen unserer "Edel - Wälder" auf besseren Böden. Wie man sieht, hat es sich gelohnt. Die Pilze waren im allgemeinen auch recht frisch, bis auf Sommersteinpilze, von denen der größte Teil schon überständig war. 30. Juni 2010 im Haushalt Forst.

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